„Die Lippische Landes=Zeitung= erscheint mit Ausnahme der Sonn= und Festtage täglich und werden in derselben die amtlichen Bekenntmachungt# des Amtsblattes für das Fürstenthum Lippe in besonderer Rubrik veröffentlicht. Redaction u. Expedition: Detmold, Leopoldstraße Nr. 117. Abonnementspreis für das Vierteljahr: In Detmold 2 Mark 25 Pf., auswärts durch die Post bezogen 2 M. 60 Pf.,— mit Bestellgeld 3 M. Inserate werden mit 12 Pf. für den Raum der einfachen Corpus=Spaltzeile berechnet. Verantwortlicher Redacteur in Vertretung A. Mewes. Druck und Verlag der Meyer'schen Hofbuchdruckerei(Gebr. Klingenberg) in Detmold. Ne 129 Dienstag, 5. Juni. 1883. Bestellungen auf die Lippische Landeszeitung Monat Juni werden von sämmtlichen anstalten für 87— einschließlich Bestellgeld 4 M— und für Detmold von der Unterzeichneten für 75 J entgegengenommen. Die Exped. der Lipp. Landesztg. Die Novelle zur Gewerbeordnung. N. Mit der geringen Mehrheit, welche fast alle Beschlüsse bei der Berathung der Gewerbeordnungsnovelle auszeichnete, hat die Rechte, Konservative und Centrum mit seinen Anhängseln, das Gesetz definitiv in der Schlußabstimmung angenommen. Wir fassen im Folgenden die wichtigsten Abänderungen zusammen, welche das bestehende Gewerberecht nunmehr erfahren hat: Für die Veranstaltung von Singspielen, Schaustellungen und theatralischen Aufführungen ohne höheres künstlerisches Interesse sind die Bedingungen der Untersagung verschärft, insbesondere durch die Bestimmung, daß die Erlaubniß zu versagen ist, wenn Thatsachen vorliegen, welche die Annahme rechtfertigen, daß die beabsichtigten Veranstaltungen den Gesetzen oder den guten Sitten zuwiderlaufen werden. Hinsichtlich der Tanzlustbarkeiten, über welche soviel Lärm gemacht worden, ist lediglich der an dem jetzigen Rechtszustand nichts ändernde Satz aufgenommen: Die Abhaltung von Tanzlustbarkeiten richtet sich nach den landesrechtlichen Bestimmungen Wir haben gegen diese durch anerkannte Mißstände und Ausschreitungen veranlaßten Verschärfungen wenig einzuwenden, noch weniger gegen die neue Vorschrift, daß der Betrieb des Hufbeschlaggewerbes durch die Landesgesetzgebung von der Beibringung eines Prüfungszeugnisses abhängig gemacht werden kann. Gewisse Gewerbebetriebe, wie die Ertheilung von Tanz=, Turn= und Schwimmunterricht, Gesindevermiethung, Pfandleihegeschäft u. dergl. konnten bisher auf Grund von Bestrafung wegen Sittlichkeits= oder Eigenthumsverbrechen untersagt werden. Sie sollen jetzt untersagt werden, wenn Thatsachen vorliegen, welche die Unzuverlässigkeit der Gewerbetreibenden in Bezug auf diesen Gewerbebetrieb darthun. Derselben Beschränkung sollen Durch Leid geläutert. Ein Schwarzwald=Idyll Von I. v. W. (7. Fortsetzung.) Er blieb an der Halde stehen, finster vor sich hinbrütend; da kam über die Wiesen Jemand rasch heran, der, als er Frioer erkannte, seine Schritte beschleunigte und ihm schon von fern zurief:„Heda, Frider, hellauf Gute Nachricht, Frider!“ Der Angerufene wandte sich um,— das war die Stimme Jakob Hubers, der selbst seit einigen Monden als Rekrut dem Dragonerregiment in der Hauptstadt zugetheilt war; was für gute Nachrichten konnee der bringen? Frider dachte an den Tannenhof, an Röschen, an den Soldatenfranz, und schüttelte trübe das Haupt: mittlerweile war Jener nahe an ihn herangetreten und rief, die Mütze schwerkend, laut:„Grämst du dich immer noch und lässest den Kopf hängen um's Rösle? Was gilts, ich weiß ein Mittel, deiner Trauer ein End' zu machen!“ Erstaunt sah Frider den Freund an und sprach zweifelnd:„Wie könnt' ich wiedergewinnen, was mir ein Bube entrissen hat? Zorn, Stolz und Hochmuth haben mir die Thür gewiesen, das wird nicht anders, wenn nicht ein Wunder geschehen ist.“ „Ein Wunder?" Jakob lächelte verschmitzt,— dann begann er dem Freunde zu erzählen. Dieser glaubte seinen Sinnen kaum trauen zu dürfen; er versuchte, ruhig Zu erscheinen, aber es gelang ihm nicht, zu tief griff am die Kunde ans Herz. Der Reitersmann ehrlos erfuichen Ihnell sollte Friders unbestimmte Mahränkten nathrsse eu st Gefühl wor das jedem „ Igethuche, das der Geangthuung; sein wisten. Halte de Ji. atu.2; ud der Sorge um ### die schreckliche Wahrheit erfahren, war das Dano zwischen den Bliden schon gelöst, oder durch die Novelle fernerhin noch andere Gewerbebetriebe unterworfen sein, wie der Handel mit Sprengstoffen, die Besorgung fremder Rechtsangelegenheiten(Winkelkonsulenten), die Vermittlung von Immobiliarverträgen, Darlehen, Heirathen, das Gewerbe der Auktionatoren. Daß in diesen Bestimmungen manches Bedenkliche enthalten ist, mit denselben mancher Mißbrauch, manche Willkür getrieben werden kann, ist nicht zu leugnen. Indessen können auch für diese Beschränkungen unbestreitbare thatsächliche Uebelstände geltend gemacht werden. Der Schwerpunkt der ganzen Novelle und ihre bedenklichsten Bestandtheile sind in den Bestimmungen über die Handlungsreisenden und den Hausirhandel enthalten. Bezüglich der Handlungsreisenden ist zwar die schlimmste Bestimmung, diejenige, welche das Aufsuchen von Waarenbestellungen bei Privatpersonen geradezu ausschließen wollte, glücklich beseitigt worden. Es bleiben aber genug Beschränkungen und Belästigungen übrig, z. B. die Bestimmung, daß das Aufkaufen von Waaren nur bei Kaufleuten, Produzenten oder in offenen Verkaufsstellen erfolgen darf, und die Vorschriften über die Legitimationsscheine. Die einschneidendsten und bedenklichsten Umänderungen haben aber die Vorschriften über den Gewerbebetrieb im Umherziehen erfahren. Der Kreis der vom Feilbieten im Umherziehen ausgeschlossenen Waaren ist erheblich erweitert(namentlich sind Gold= und Silberwaaren, Taschenuhren ausgeschlossen); verboten ist ferner im Umherziehen die Ausübung der Heilkunde seitens nicht approbirter Personen, die Vermittlung von Darlehns= und Rückkaufsgeschähen, das Aufsuchen von Bestellungen auf Branntwein. Das Schlimmste ist aber der vielbesprochene Paragraph über den Kolportagebücherhandel, wonach vom Feilbieten im Umherziehen Druckschriften ausgeschlossen sind, die in sittlicher oder religiöser Beziehung Aergerniß zu bereiten geeignet sind oder mittels Zusicherung von Prämien oder Gewinnen vertrieben werden, und ferner dem Händler die Führung eines polizeilich genehmigten Verzeichnisses seiner Bücher auferlegt wird. Die Nachtheile dieser Vorschrift für den gesammten Kolportagebuchhandel und damit für die Volksbildung sind in den Verhandlungen von liberaler Seite so eingehend dargestellt worden, daß wir uns dabei nicht mehr länger aufzuhalten brauchen. Ferner sind die Gründe für Versagung des Wanderhatte man ihr klug zu verhehlen gewußt, was alle Welt wissen konnte, wenn Jakob es wußte? Frider mußte klar sehen, mit bebender Lippe fragte er:„Und Rösle? Wissen ihre Eltern,— weiß sie selbst—?u Ihm antwortete der Freund:„Schon flüstert man da drüben heimlich davon, aber Niemand wagt, es laut zu sagen; noch weiß es Keines auf dem Tannenhof, und wenn sie es hören, glauben sie es nicht. Gleichviel! Wenn du ein Mann bist, so begieb dich dahin, verkünde, was Du vernommen hast, zerreiß das Netz, das Franz um Rösle geworfen hat, und kühle deine Rache. Den Stolz des Alten mußt Du treffen, wenn Du ihn beugen willst; hier gilt keine Schonung, denn er hat Dich nicht geschont!“ Des Freundes Rath war gut gemeint, die Versuchung mächtig. Der alle, streng rechtliche Bauer konnte die Verbindung mit dem Entehrten nicht dulden, der Beweis mußte den Gegner zermalmen,— den Gegner— und nicht auch Röschen?— Aber wenn auch,— hatte sie es besser verdient, durfte sie auf Mitleid rechnen, sie, die mit dem Treuen kein Mitleid gehabt hatte? Noch stand Frider, schwer mit sich selbst ringend, da bückte sich der Andere und pflückte unwillkürlich einige der zu seinen Füßen sprossenden Blumen; sich an ihrem Duft erfreuend, hielt er sie in der Rechten, Friders Blick fiel darauf, tiefe Wehmuth ergriff ihn und ihm war, als spräche in seinem Innern eine Stimme: Uns suchtest Du sonst und brachtest uns deinem Mädcher, und jetzt willst Du ihm bringen, was es elend machen wird?— Grauen erfaßte ihn vor dem Gedanken, die edlere Regung gewann die Oberhand und hastig stieß er die Worte aus:„Nimmermehr! Das Mittel, zu dem Du mir räthst, würde die Bethörte doppelt unglücklich machen, und statt sie mir wiederzugewinnen, erntete ich nichts, als ihren Haß und ihre Verwünschungen!“ Jener sah ihn erstaunt an.„Sei kein Narr,=— entgegnete er;—„Du sagst, Du würdest sie unglücklich gewerbescheines erheblich erweitert; bedauerlich ist namentlich die Anordnung, wonach zum Versagungsgrunde der Besitz von Kindern gemacht wird, für deren Unterhalt oder Unterricht nicht genügend gesorgt ist. Ein liberaler Erfolg war, daß der Wandergewerbeschein nur in Folge gerichtlicher Verurtheilung, nicht aus dem Grunde versagt werden kann, daß gewisse Thatsachen eine gegen den Nachsuchenden ungünstige Meinung hervorrufen. Eine kleinliche Maßregel ist ferver das Verbot des Hausirhandels nach Sonnenuntergang, des Eintretens in fremde Wohnungen u. dergl. Einverstanden können wir uns erklären mit dem Verbot des Feilbietens im Umherziehen vermittels der Versteigerung oder des Glückspiels; eine Verbesserung ist auch die Befreiung des Feilbietens selbstgewonnener landwirth= schaftlicher Erzeugnisse u. dergl. vom Wandergewerbeschein. Von großem Werth ist ferner der neue Zusatz, daß Anordnungen des Bundesraths über zeitweiliges Verbot des Hausirhandels für bestimmte Waaren aus sicherheits= und sanitätspolizeilichen Gründen der nachträglichen Zostimmung des Reichstags.dürfen. Eine entschiedene Verbesserung ist auch die Bestimmung, daß zur Vertheilung von Stimmzetteln und Druckschriften zu Wahlzwecken und zur nichtgewohnheitsmäßigen Vertheilung von Druckschriften in geschlossenen Räumen eine polizeiliche Erlaubriß nicht erforderlich ist.— Wir haben damit die wesentlichsten Bestandtheile des neuen Gesetzes kurz hervorgehoben, wie es nach mühseligsten Berathungen aus dem Reichstag hervorgegangen ist und ohne Zweifel die Zustimmong des Bundesraths finden wird. Es ergiebt sich aus dieser Uebersicht, daß einzelnen Bestimmungen, die vom liberalen Standponke aus als Verbesserungen zu bezeichnen oder durch anerkannte Mißstände gerechtfertigt sind, andere gegenüber stehen, gegen welche die schwersten Bedenken zu erheben sind, und daß gegen eine Reihe von Gewerbebetrieben polizeiliche Kontrolen und Kautelen verhängt worden, welche in diesem Umfang durch vorhandene Uebelstände nicht zu rechtfertigen sind und in ihrer dehnbaren, vieldeutigen Fassung eine mißbräuchliche, willkürliche, tendenziöse Handhabung seitens der Behörden in vielen Fällen befürchten lassen oder möglich machen, daß ferner neben geradezu schädlichen und vom liberalen Standpunkt aus verwerflichn Vorschriften andere einhergehen, die zum mindesten kleinlich, lästig, unnöthig und rutzlos sind. machen? Als ob sie nicht zehnmal unglücklicher würde, wenn sie dem Ehrlosen als Weib folgen muß!— Hab ich dazu Zeit und Mühe nicht gescheut, bin in eiligem Marsch hierhergelaufen, daß Alles beim Alten bleibi? Da kennst Du den Jakob schlecht!— Sei kein Narr!“ wiederholte er nach einer Pause;„früher oder später erfährt sie es doch. Wenn Du sie jetzt warnst, thust Du nicht mehr als deine Pflicht; greif frisch zu,— und Du kannst dein Mädchen und dein Lebensglück noch einmal, und diesmal sicherer, erfassen! Was besinnst Du Dich noch?“ „Mein Mädchen und mein Glück! Meinst Du?“— antwortete Frider. Und seufzend fuhr er fort:„Du verstehst dich solecht auf die Liebe, wenn du glaubst, daß sie in Haß und Verzweiflung Wurzel stlagen und segensreich gedeihen kann. Rösle hat mir weh gethan, hat mir einen Anderen vorgezogen; ich darf ihr darum zürnen, aber nicht sie verdammen, denn sie war nicht an mich gebunden!“ „Du betrügst Dich selbst oder willst mich betrügen!“ — siel Jakob ein.„Gebunden oder nicht,— sie that, als wäre sie deine Braut, alle Leute glaubten es— „Laß die Leute! Was ich jetzt thun soll, trüge mir Schlimmeres, als ihren Haß, trüge mir ihre Verachtung ein. Ich kann und will um solchen Preis nicht siegen! Jakob sah ein, daß jeder Widerspruch hier nutzlos sei: er fühlte sich in der Vertheidigung seiter Aasicht dem Freunde nicht gewachsen und deshalb brach er ab: „Ist das dein litzies Wort, Frider?“ „In dieser Sache mein letztes!“ Da leuchtete ein Blitz der Entschlossenheit aus Jakobs Augen.„So leb wohl!“— Und schnell wandte er sich zum Geben. Frider fuchte ihn noch zurückzuhalten:„Warum so eilig? Wir haben roch manches Andere zu besprechen, der Sonntag ist lung, das Mittagessen steht bereit und meine Mutter wird sich freuen—.“ (Fortsetzung folgt.) Auf der anderen Seite muß auch anerkannt werden, daß die Anklagen und Vorwürfe, welche gegen das Gesetz erhoben worden, nach der jetzt vorliegenden Gestalt vielfach übertrieben sind. Das Gesetz geht freilich von dem Bestreben aus, die Freiheit des Erwerbes in mancher Beziehung zu beeinträchtigen und die Befugnisse der Polizei zu vermehren; wir erwarten von demselben mehr Schaden als Nutzen. Allein Manches, was bei den erregten Verhandlungen gegen die Vorlage gesprochen worden, ist auch unverkennbar zu Agitationszwecken mehr als nöthig aufgebauscht worden. Die Reaktion, wenn sie doch einmal die Mehrheit für sich hatte, hätte noch weit schlimmer gegen unsere Gewerbefreiheit hausen können und hoffentlich wird das Aergste, der Kolportageparagraph, kaum eine Session überdauern. Deutscher Reichstag. Sitzung vom 4. Juni. Der Reichstag berieth heute in dritter Lesung den Handelsvertrag mit Italien. In der Debatte wurde von ultramontaner Seite auf die Schädigung der deutschen Gärtnerei und des deutschen Weinbaues durch die italienische Einfuhr hingewiesen, die durch den Handelsvertrag und die Gotthardtbahn befördert werde. Die Abgg. Buhl und Dirichlet sowie der Staatssekretär Burchard entgegneten auf diese Ausführungen. Der Vertrag wurde ebenso wie die Literarkonvention mit Frankreich angenommen. Es folgte die zweite Berathung der Zuckersteuervorlage. Die Vorlage, die auch die Zustimmung der Kommission erfahren hat, schlägt eine Herabsetzung der Ausfuhrvergütung von 9,40 auf 9 I für den Centner vor; die Abgg. Stengel und Gen. beantragen eine Herabsetzung auf 8,80 M, die Abgg. Büchtemann und Reichensperger außerdem eine Kontrolgebühr von 10„ für den Centner Rohzucker. Staatssekretär Burchard bat an der Vorlage keine Veränderungen vorzunehmen, da solche das Gesetz sehr gefährden würden. Nach längerer, ausschließlich technischer Debatte, an welcher sich die Abgg. Stengel, Sonnemann, Staudy, Büchtemann, Barczynski betheiligten, wurden die Abänderungsanträge abgelehnt,§ 1 der Vorlage angenommen. Für die morgige Sitzung wurde nach längerer Geschäftsordnungsdebatte festgesetzt: Fortsetzung der Berathung über die Zuckersteuervorlage, 2. Etatsberathung. Preußischer Landtag. Abgeordnetenhaus. Sitzung vom 4. Juni. In der heutigen Sitzung stand zunächst die Interpellation der Polen betreffs des Religionsunterrichtes in der Provinz Posen auf der Tagesordnung. Die Interpellation, welche von dem Abg. von Stablewski begründet wurde, beklagt sich, daß der Religionsunterricht auch auf ven Unterstufen der Volksschulen bei vorwiegend polnischer Nationalität der Kinder vielfach in deutscher Sprache ertheilt wird. Der Kultusminister von Goßler erklärte, daß die Regierung an der Verfügung von 1873 festhalte, wonach der Religionsunterricht in der Unterstufe auf jeden Fall in der Muttersprache zu ertheilen, dagegen in der Mittel= und Oberstufe auch für polnische Kinder in deutscher Sprache zulässig sei. In der Besprechung der Interpellation sprach der Abg. v. Hammerstein der Regierung zwar Ueber Verkoppelungen. Vortrag, gehalten vom Feldmesser Zumpfort vor den Interessenten der Gemeinde Großenmarpe. (Schluß.) kann Ihnen bei dieser Gelegenheit aus meiner Erfayrung ein Beispiel mittheilen. Während der Landesvermessung der Provinz Hannover wohnte ich eine Zeitlang im Herbste 1872 auf dem Gute des Herrn K. in der Nähe von Hoya. Da tauchten hin und wieder Schweineverkäufer aus dem Rheinlande auf und boten unverhältnißmäßig hohe Preise für die Ferkel. Als eines Tages auch wieder mehrere Nachfragen gewesen waren, sprach Herr K. die Absicht aus, versuchsweise mal einige hundert Thaler zu riskiren und die Sauen in der Umgegend aufzukaufen, um sich auf die bisher sehe vernachlässigte Schweinezucht zu werfen; ich bestärkte ihn in diesem Vorhaben, und Herr K. kaufte auch demgemäß unter der Hand in der Umgegend das ganze zur Zucht brauchbare Material an. In den Jahren 1873—75 wurde ganz Hannover von Schweinekäufern aus dem Rheinlande abgesucht und die Preise der Ferkel stiegen von Jahr zu Jahr. Wenn nun in in der ganzen Umgegend von Hoya keine Ferkel mehr zu haben waren, Herr K. hatte immer Vorrath, aber nur zu hohen und festen Preisen. Die Schweinekäufer aber mußten ihre Ladungen voll machen und die verlangten Preise zahlen. In den hierauf folgenden Jahren hatte Jeder Ferkel und wollte Jeder Geld aus den Schweinen machen, in Folge dessen gingen die Preise auch wieder zurück; aber Herr K. hatte die günstige Periode ausgenutzt und viel Geld hierbei verdient. Aehnlich wird es hier auch mit dem Rübenbau werden. So wie die Verhältnisse jetzt liegen, können hier im Lippischen nur die Domänen und einige Privatgüter Rüben bauen. Nun will ich den Fall annehmen, in der Nähe von Blomberg wird eine Fabrik gebaut (und so weit mir bekannt, hat dies Projekt ganz begründete Aussichten zur Vollendung); woher soll sie aber ihren Bedarf an Rüben beziehen? Die Meierei Blomberg, Siebenhöfen, Istrup, Wellentrup, Maspe, Freismissen(vielleicht die einzigen Gemarkungen, welche mehr oder weniger Koppeln in zum Rübenbau geeigneter das Recht zu, mit allen erlaubten Mitteln zu germanisiren, gab aber zu, daß man so weit billigerweise nicht gehen dürfe, auch denjenigen Kindern, die des Deutschen nicht mächtig seien, den Religionsunterricht in deutscher Sprache zu ertheilen. Abg. Windthorst unterstützte die polnischen Klagen und meinte, wenn man denselben nicht abhelfen wolle, solle man den Schulzwang abschaffen; er rief dadurch den Widerspruch des Abg. Dirichlet hervor. Alsdann wurde die Berathung der brandenburgischen Landgüterordnung fortgesetzt und unter Wiederherstellung der Höferolle das ganze Gesetz nach den Kommissionsbeschüssen angenommen. Nächste Sitzung morgen(Kanalvorlage). Deutsches * Berlin, 2. Juni.(Ueber die Sommerreisepläne des Kaisers) sind feste Bestimmungen noch nicht getroffen und die deshalb erschienenen Mittheilungen nach der vorjährigen Sommerreise gebildet, die sich denen früherer Jahre gleichfalls angeschlossen hat. *—(Kirchenpolitische Vorlage.)[Unsere Mittheilung, über eine in den nächsten Tagen zu erwartende kirchenpolitische Vorlage bestätigt sich und zwar soll vor einigen Tagen der Ministerrath unter Bismarcks Vorsitz die Grundzüge, sowie den Wortlaut derselben festgestellt haben und die Vorlage soll lidiglich die Wiederaufnahme der im vorigen Jahre abgelehnten Art. 4 und 5 der damaligen kirchenpolitischen Vorlage enthalten. Damit würde die in der letzen preußischen Note angebotene Beschränkung der Anzeigepflicht auf Benefiziaten nur widerruflich und unter Ausschluß der polnischen Landestheile eingeführt werden. *—(Entwurf zum Reichstagsgebäude.) Die königliche Akademie des Bauwesens wird in einer demnächst stattfindenden Sitzung in die Berathung der technischen Details des Wallot'schen Entwurfs zum Reichstags ebäude eintreten, nachdem sie im Laufe der vorigen Woche die Berichte ihrer Referenten entgegengenommen und im Anschluß daran einen Vortrag des Architekten Wallot über sein umgearbeitetes Projekt angehört hat. Herrn Wallot wurde bei dieser Gelegenheit das Gutachten der Reiche baubehörde zur Kenntniß gebracht. Unter den obwaltenden Umständen dürfte es noch einige Zeit währen, bis die Materie der Reichstags=Baukommission als Grundlage ihrer diesbezüglichen Berathungen wird unterbreitet werden können. *—(Denkmal für Schulze=Delitzsch.) In weiten Kreisen ist der Wunsch laut geworden, in Erfüllung einer nationalen Ehrenpflicht Schulze Delitzsch ein Denkmal zu errichten. Zur Besprechung dieser Angelegenheit, insbesondere des zu erlassenden Aufrufs, soll eine Versammlung von Freunden des Verstorbenen und seiner Bestrebungen an„Dienstag den 12. Juni, Abends 8 Uhr, im Reichstagsgebäude zu Berlin, stattfinden, zu welcher aus ganz Deutschland Theilnehmer eingeladen sind. Die Einladung geht aus von den Herren von Bennigsen, v. Benda, v. Forckenbeck, Gneist, Hugo Hermes, Kapp, Ludwig Loewe, Loewe=Calbe, Möller=Königsberg, Nizze=Ribnitz, Ludolf Parisius, Rud. Parisius, Rickert, Schenk=Wiesbaden, SeyffardtKrefeld, Virchow. * Münster, 1. Juni. Der General=Superintendent der Provinz Westfalen Dr. Wiesmann, welcher sich eines Größe besitzen) können lange nicht den Bedarf an Rüben decken. Der Rayon einer solchen Fabrik würde sich mindestens auf 10—15 Kilometer nach dieser Seite hin(nach der der Bahn entgegengesetzten Richtung) erstrecken. Unter den jetzigen Besitzverhältnissen kann beispielsweise Großenmarpe keine Rüben bauen. Wenn nun aber verkoppelt ist und die einzelnen Besitzer haben ihre Koppeln in Flächen von 50—100 Sch ffelsaat liegen und widmen sich mit aller Energie dem Rübenbau, so haben sie bei der geringen Entfernung von 7 Kilometer bis Blomberg einen ganz anderen Ertrag zu gewärtigen, als wenn sie wie jetzt fast die Hälfte der Tageszeit in den kaum passirbaren Hohlwegen zubringen müssen, um die Bewirthschaftung der einzelnen zerstreuten Parzellen zu ermöglichen und schließlich doch nur—4 Proz. Reingewinn zu erzielen.— Sowie die erste Fabrik entstanden ist, werden viele Gemeinden auf Verkoppelung bedacht sein, um Rüben bauen zu können; diejenigen Gemeinden aber, welche in der Lage sind, die erste und meistentheils günstigste Zeit auszunutzen, tragen entschieden den größten Vortheil davon. Im Magdeburgischen, wo bereits seit langen Jahren Rübenbau betrieben wird, haben sich die Verhältnisse für den Landwirth noch günstiger gestaltet. Nachdem die einzelnen Gemeinden ihre Feldmarken regulirt, d. h. verkoppelt hatten, pachteten die Fabriken den Besitzern die einzelnen Schläge zu sehr hohen Preisen auf Jahrzehnte hinaus ab(15—20—25 Thaler pro Morgen preuß.), so daß die meisten Landwirthe von ihren Pachterträgen leben können. Wenn nun auch sich hier im Lippischen die Verhältnisse vielleicht nicht so günstig gestalten werden, so lehrt doch jetzt schon die Erfahrung, daß diejenigen unserer Oekonome, welche in der Lage sind, Rüben bauen zu können, ganz bedeutende Prozente erzielen, trotzdem sie vielfach noch weite Transporte und in Folge dessen größere Unkosten haben. Was nun das Gesetz, betreffend die Zusammenlegung der Grundstücke selbst angeht, so besagt§ 9: Das Verfahren wird eingeleitet, wenn Diejenigen, welche in einer Gemeinde für die Verkoppelung stimmen, mehr als die Hälfte des Grundbesitzes, welcher gleich zeitig mehr als die Hälfte des Katastral=Reinertrages Herzleidens wegen zur Kur in Karlsbad befand, ist bedenklich erkrankt nach Münster zurückgekehrt. Derselbe hatte, wie bekannt, vor zwei Jahren sein fünfundzwanzigjäh iges Jubiläum als General=Superintendent gefeiert und steht gegenwärtig in seinem 72. Lebensjahre. * Bochum, 3. Juni.(Grubenunglück.) Nach einer Meldung der„Volkszeitung“ fand gestern Nachmittag auf der Zeche„Präsident“ eine Explosion durch schlagende Wetter statt, die 8 Mann tödtete und 3 schwer verwundete. * Wolfhagen, 3. Juni.(Feuersbrunst) Gestern Mittag brach in dem nahegelegenen Dorfe Istha Feuer aus; dasselbe griff mit solcher Heftigkeit um sich, daß nach wenigen Stunden 16 Wohnhäuser, ohne die Nebengebäude, eingeäschert wurden. Die meisten Abgebrannten haben, wie leider so oft, nicht versichert. Oesterreich=Ungarn. * Aus dem südlichen Tirol, 31. Mai. Das jetzige offizielle Bündniß Deutschlands, Oesterreich=Ungarns und Italiens bewirkte wenigstens, daß das frühere aufrührerische und unruhige Getreibe der Irredentisten im südlichen Tirol augenblicklich fast gänzlich aufgehört hat. Die Partei„Italia irredenta“ in Trient, Roveredo, Riva und andern Otten des sogenannten„Welsch=Tirolsist jetzt fast gänzlich verstummt, und wenn sie auch im geheimen vielleicht noch fortwühlen mag, so hat sie äußerlich wenigstens ihre Thätigkeit eingestellt, da sie von den Behörden des Nachbarstaates Italien fast ebenso streng verfolgt wird, als dies von denen Oesterreichs geschieht. Italienische Karabinieri und österreichische Gendarmen sieht man jetzt sich gegenseitig kräf ig unterstützen, ja, selbst gemeinsame Patrouillen machen, was früher niemals vorkam, und solche äußerst entschiedene Thätigkeit verfehlt ihre wohlthätige Wirkung nicht. Uebrigens hat Oesterreich seine starke Besatzung in allen irgendwie bedeutenden Städten längs seiner italienischen Grenze auch gegenwärtig noch nicht vermindert, und in Bozen, Meran, Trient, Roveredo, Riva, Schlanders, Gomagoi, Kles und Cortina liegen Bataillone oder Kompagnieen des Tiroler Kaiser=Jäger=Regiments, zweier Linien-Infanterie=Regimenter oder der Tiroler Landesschützen, wie denn überall noch neue Forts oder auch Kasernen erbaut worden sind. * Hotzenplotz, 31. Mai.(Besserung.) Im Befinden des hier von einem Schlaganfall getroffenen Kardinal=Fürsterzbischofs von Olmütz, Friedrich von Fürstenberg, ist nach der„Schles. Ztg.“ eine erhebliche Besserung eingetreten. Zur Spendung der Firmung an Stelle des erkrankten Oberhirten ist der Weihbischof Graf Belrupt aus Olmütz hier eingetroffen. Britisches Reich. * London, 2. Juni.(Bombardement auf Madagaskar.) Dem Reuterschen Bureau wird aus Tamatave vom 18. Mai bestätigt, daß die Hafenstädte Murunsanga und Passandava an der Nordwestküste von Madagaskar, welche von Frankreich zurückgefordert würden, durch französische Kriegsschiffe bombardirt worden seien. Die Beschießung habe großen Schaden an den dort lagernden fremden Waaren angerichtet und große Aufregung unter der eingeborenen Bevölkerung hervorgerufen. Der Admiral Pierre werde in nächster Zeit dort erwartet, aber man glaube nicht, daß er ein repräsentirt, in Händen haben. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, daß auch nur ein Theil einer Feldmark, eine sogenannte Feldlage, verkoppelt werden kann. Nach § 32 besteht die Spezialkommission aus einem zum Richter qualifizirten Rechtsverständigen(jedenfalls dem zuständigen Amtsrichter) und einem Wirthschaftsverständigen. Hierzu tritt der Feldmesser. Die Wahl des eben genannten Wirthschaftsverständigen oder wie er auch genannt wird, des ökonomischen Kommissars, erfolgt durch die Gemeinde. Außerdem hat die Gemeinde noch aus ihrer Mitte 2 orts= und sachkundige Personen zu wählen, welche bei der Bonitirung der Grundstücke dem ökonomischen Mitgliede beizustehen haben. Also der ganze Apparat ist so einfach wie möglich eingerichtet, das Gesetz ist nach allen Richtungen hin sehr sorgfältig, unter Benutzung der in anderen Ländern gemachten Erfahrungen ausgearbeitet, daß man im Hinblick auf den bisherigen geringen Gebrauch unwillkürlich an jene geflügelten Worte des Abg. Meyer=Breslau erinnert wird:„Jedes Bier, welches nicht getrunken wird, hat seinen Beruf verfehlt.“ Um nun noch Eins, nämlich den Kostenpunkt zu erwähnen, so bestimmt das Gesetz in§ 51, daß die Gebühren der Spezialkommission und des Feldmessers durch die Regierung festgesetzt werden und daß die Kosten für die Verhandlungen die 4. Werthklasse nicht überschreiten dürfen(d. h. Objekt—400 Thaler; Gebühren 6). Die Kosten werden natürlich nach dem Reinertrage der in die Verkoppelung hereingezogenen Grundstücke berechnet urd hiernach vertheilt. Ich habe die Gesammtkosten der Verkoppelung einer Feldmark von etwa 4 Tausend Scheffelsaat, hoch veranschlagt, auf 8 Tausend Mark geschätzt, also etwa 2 Maik pro Scheffelsaat, hier inbegriffen ist noch die Herstellung und Planirung der neu anzulegenden Wege. Leider kann ich nicht mit einem praktischen Beispiel aus Lippe selbst dienen, sondern ich habe mich bei dem Anschlage selbst unter Berücksichtigung unseres wesentlich, vereinfachten Gesetzes nach den Erfahrungen im Preußischen gerichtet. Sobald erst eine Gemeinde praktischen Gebrauch von dem Gesetz gemacht haben wird, werde ich nicht versäumen, die hierbei gemachten Erfahrungen zu verwerihen Ultimatum überbringe. Die Madagassen beschleunigten inzwischen ihre militärischen Vorkehrungen und die Regierung erkläre sich entschlossen, sich einem neuen französischen Angriff mit Gewalt der Wassen zu widersetzen. In Antananarivo herrsche dagegen vollständige Ruhe. Rußland. * Moskau, 1. Juni.(Ansprache.) Nach einer Privatdepesche des„Fr..“ sagte Stadtoberhaupt Cziczerin bei dem gestrigen Empfange der Stadtvertretung durch den Kaiser, das Volk erhoffe vom neuen Regenten, daß er konstitutionelle Reformen einführen werde. Der Kaiser war von diesen Worten sichtlich unangenehm berührt, der Hof aber geradezu konsternirt. Amerika. * New=York, 2. Juni. Ueber die beklagenswerthe Panik auf der neuen Hängebrücke zwischen hier und Beooklyn können wir heute folgende Einzelheiten melden: Die Stauung der Massen auf der Brücke wurde zuerst durch einige Personen verursacht, welche einen Mann auslachten, dessen Hut der Wind in den Fluß entführt hatte. Eine Frau fiel in Ohnmacht; ein Mann arbeitete sich mit seinen Fäusten durch die Menge, um dieselbe zu schützen und bald entspann sich eine allgemeine Prügelei. Von beiden Enden der Brücke strömte das Publikum nach der Szene der Unordnung. In dem surchtbaren Gedränge wurden Männer, Frauen und Kinder die steilen Steintreppen, mittelst welcher die Passagiere von Newyork die Brücke besteigen, hinuntergestoßen, wobei 12 Personen, darunter sieben Frauen erbrückt oder zertreten wurden. In einer Länge von einer(englischen) Viertelmeile war die Brücke mit einer riesigen zurück und vorwärts drängenden, heulenden und kreischenden Menge gefüllt. Elne Viertelstunde verstrich nach dem Bezinn der Panik, ehe Hülfe geleistet werden konnte. Als dieselbe endlich anlangte, wurde das Mittelgeländer niedergerissen und die Todten und Sterbenden wurden auf Wagen nach dem Krankenhause gebracht. Sehr vielen Leuten wurden in dem verzweifelten Kampfe um das Leben die Kleider vom Leibe gerissen. Der einzige Polizist, der an Ort und Stelle war, rettete das Leben der ersten Frau, welche niedergeworfen wurde, aber verlor dabei fast sein eigenes Leben. Die Panik, fügt der Bericht hinzu, ist keineswegs der Furcht, daß die Brücke rachgebe, sondern dem großen Andrange und der steilen Natur der steinernen Treppe zuzuschreiben. Aus dem Fürsteuthum Lippe und Umgegend. * Detmold, 1. Juni. Die Termine zur Tilgung der Schafräude sind in den zum Verwaltungsamte Schötmar gehörigen Aemtern folgendermaßen festgesetzt: A. Für das Amt Schötmar unter Leitung des Kreisthierarzts Riekehof von Lemgo: 1) Am Montag den 11. und Dienstag den 12. Juni c. von Morgens 7 Uhr an, bei der Mühle vor der Domäne Heerse, für Heerse und die Dorfschaften Schötmar, Wütfer=Bexten, Bexterhagen, Nienhagen, Lockhausen, Vinnen und Uebbentrup, Werl und Aspe, 2) am Mittwoch den 13. und Donnerstag den 14. Juni von 7 Uhr Morgens ab, beim Meiergute Nr. 19 zu Hölsen, für die Dorfschaften Grastrup und Hösen, Retzen=Papenhausen, ohne Gut Volkhausen, ferner für Holzhausen, 3) am Freitag den 15. und wenn nöthig, Sonnabend den 16. bei Gut Ribbentrup, von Morgens 7 Uhr an, für dieses und Gut Volkhausen, sowie für die Dorfschaften Ehrsen=Breden und Ober= und Unterwüsten. B. Für das Amt Oerlinghausen, unter Leitung des Kreisthierarzts Meyer von Detmold: 1) Am Montag den 11. und Dienstag den 12. Juni c. von Morgens 7 Uhr an, bei Rittergut Hovedissen, für die Güter Hovedissen und Eckendorf und Schuckenhof, den Schäfer Bergmann zu Evenhausen und die Dorfschaften Bechterdissen, 2) am Mittwoch den 13. und Donnerstag den 14. Juni von 7 Uhr Morgens an, beim Scheerenkruge, für Gut Niederbarkhausen, die Dorsschaften Asemissen, Greste, Mackenbruch, Wellentrup und Wärentrup, 3) am Freitag den 15. urd event. Samstag den 16. Juni c. von 7 Uhr Morgens an, beim Gute Menkhausen, für dieses und die Dorfschaften Senne und Oerlinghausen. Die Reihenfolge und Ordnung, in welcher das Verfahren der Räudetilgung an den einzelnen Tagen vor sich geht, wird nach Bestimmung des leitenden Thierarztes und der Vertrauensmänner, den Schafhaltern noch näher bekannt gemacht werden. Die Termine im Verwaltungsamt Detmold haben wir bereits in Nr. 125 mitgetheilt. Im Verwaltungsamt Stift Cappel sind die Termine für Lipperode auf den 18. und für Cappel auf den 19. Juni und im Flecken Schwalenberg auf den 3. Juli festgesetzt. * Detmold, 4. Juni.(Schlußnotenstempel.) Vom pr. Finanzminister ist der Beiltner Handelekammer auf eine Eingabe in Bezug auf die Auslegung des Reichsstempelgesetzes ein ausführlich r Erlaß zugegangen, woraus wir die folg nde Stelle mittheilen: Mit Rück sicht auf die von der Handeitzkammer in der Anlage 3 vorgetragenen Zweifel darüber, wann eine Schlußnote als übr mehrere Geschäfte ausgestellt einem m hrfachen Stempel unterliege, bemerke ich, daß— wie auch in den Motiven zum Reichsisempelgesetz anerkannt worden— ein Kauf= und Lieferungsgeschäft zwischen denselben Kontrahenten nicht schon deshalb in eine Mehrheit von Geschäften sich auflöst, weil eine Mehrheit von Gegenständen verkauft wird, und daß folglich die Schlußnote, welche den Parteien darüber zugestellt wird, nur dem einfachen Stempelsatz unterliegt. Dies gilt auch dann, wenn zwischen denselben Personen ein Abkommen über den Verkauf verschiedener Mengen desselben Werthpapiers zu verschiedenen Koursen getroffen wird. Dagegen stellen sich Geschäfte, bei denen sich verschiedene Personen als Kontrahenten gegenüberstehen— z. B. wenn dem Verkäufer nur eine Schlußnote ertheilt wird, welche die an die einzelnen namhaft gemachten verschiedenen Käufer verschlossenen Partieen angiebt, während jedem Käufer für sich eine besondere Schlußnote über die Partie, welche er gekauft hat, zuzustellen ist— als eine Mehrheit von Geschäften dar, so daß in solchem Falle zu der dem Verkäufer zugestellten Schlußnote der Schlußnotenstempel so oft zu verwenden ist, als Käufer vorhanden sind. Ebenso würde ein ausnahmsweise erst nach Verlauf einiger Zeit ausgestellter Auszug aus einem Tagebuch, sofern darin zu verschiedenen Zeiten zwischen denselben Kontrahenten verabredete Käufe oder Lieferungen verzeichnet stehen, als eine Mehrheit von Geschäften umfassend zu behandeln und zu versteuern sein. * Grießen, 3. Juni.(Hexenschuß.) Der hiesige Hufschmidt F. war gestern Nachmittag mit dem Hufbeschlag eines Pferdes eifrig beschäftigt, als er plötzlich einen sog. Hexenschuß in den Rücken bekam, niederstürzte und als Leiche in seine Wohnung getragen werden mußte. Der Mann erreichte ein Alter von nur 54 Jahren. * Lübbecke, 1. Juni.(Das Gauturnfest des Minden=Ravensbergischen Gauverbandes), welches am 9. und 10. Juni c. hier stattfindet, verheißt in seinem Programm viele angenehme Stunden in Mitten fröhlicher Turngenossen, und man ist eifrig bemüht, den Festtheilnehmern recht interessante und mannigfaltige Unterhaltung zu bieten. Das Fest wird am Sonnabend Abend mit Zapfenstreich und Kommers begonnen, am Sonntag folgen: Gautag, gemeinsames Mahl im Schützenhause, Festzug, Schau=, Kür= und Preisturnen. Während des Turnens konzertitt die Kapille des Pionierbataillons Nr. 10 unter Leitung des Kapellmeisters Spereiter. Ein Ball bildet den Schluß des Festes, welchem wir einen recht guten Verlauf und lebhafte Theilnahme wünschen.(.) * Aus dem Fürstenthum Waldeck, 1. Juni. In Ergänzung der früher mitgetheilten Nachricht behufs Aufnahme der Fürstenthümer Waldeck und Pyrmont in den Verband der Landschaft der Provinz Westfalen ist noch erklärend nachzutragen, daß es sich hierbei um die von vielen Seiten für günstig geschilderte Anbahnung eines Kreditverhältnisses, zur Hebung des landwirth= schaftlichen Kredits vornehmlich, handelt. In einer Verbindung mit dem Institut der Landschaft und der Pfandbriefe der Provinz Westfalen erblicken einzelne Landwirthe bezw. Landgemeinden unseres Fürstenthums eine Wohlthat und eine Förderung der materiellen Interessen der Landwirthschaft. Ob diese namentlich von konservativer Seite energisch angestrebte Neuerung unseren ländlichen Kreditverhältnissen wirklich zum Segen gereicht, das muß vorläufig unentschieden bleiben. Standesamtliche Nachrichten. Standesamt Stadt Lage. Vom 1. bis 31. Mai. der Rheinprovinz entlassen. Sein Abgang befreite uns von dem Alp, der acht Jahre lang schwer auf uns gelastet hatte. Nicht allein wir sahen ihn freudig scheiden, sondern auch die ganze Provinz, denn sicher ist, daß kein Rheinländer ihm eine Thräne nachgeweint hat.“ Neueste Nachrichten. * Dresden, 4. Juni. Die Versammlung von Vertretern der deutschen Gewerbekammern, welche von etwa der Hälfte der bestehenden Gewerbekammern beschickt ist, wurde heute in Gegenwart des königl. Kreishauptmanns durch den Vorsitzenden Schröer(Dresden) eröffnet. Bürgermeister Rüger begrüßte die Versammlung Namens der Stadt. * Erbach i. Rheingau, 4. Juni. Heute Vormittag hat auf dem hiesigen Friedhofe unter Theilnahme Ihrer königl. Hoheiten des Prinzen und der Prinzessin Albrecht von Preußen und ihrer 3 ältesten Kinder, sowie des Herzogs von Altenburg, des Erbprinzen und der Prinzessin Marie Elisabeth von Meiningen, der Herzogin Wilhelm von Mecklenburg, ingleichen der Abgesandten der fremden Höfe, der Spitzen der Behörden und zahlreicher Vertreter von Städten und Korporationen, die feierliche Beisetzung der Leiche der Prinzessin Marianne der Niederlande stattgefunden. Der Pfarrer Deißmann sprach das Grabgebet, die hiefigen Vereine bildeten bei der Grabstätte und auf dem Wege zu derselben Spalier. * Wien, 4. Juni. Der Ministerpräsident Tisza ist mit dem Finanzminister Szapary und dem Arbeitsminister Kemeny heute hier eingetroffen, um mit der österreichischen Regierung über die Regulirung des eisernen Thores, über die Delegationsvorlagen und über die Reform der Spiritussteuer zu konferiren. * Petersburg, 4. Juni. General Tschernajew, welcher, von Astrachan kommend, hier erwartet wird, wird ein umfangreiches Material, betreffend die agrarischen, kommerziellen und militärischen Verhältnisse Turkestans, mitbringen.— Die Eisenbahnlinie BatumSamtredi ist am 2. d. M. eröffnet worden. * Moskau, 4 Juni. Zur 200jährigen Jubelfeier der Errichtung des Preobraschenskischen und des Szemenowschen Leibgarderegiments fand heute im Park von Szokolnoki eine große militärische Festlichkeit statt. Der Kaiser und die Kaiserin hatten sich im offenen Wagen (einer Troika) und ohne jedes Geleite nach dem Szokolnikiparke begeben. Die Mitglieder des kaiserlichen Hauses, die fremden Fürstlichkeiten, die Boischafter wohnten der Feierlichkeit gleichfalls bei. Den Schluß der Feier bildet ein Dejeuner, welches den beiden Regimentern und den zu deren Jubelfeier geladenen hohen Gästen von der Stadt Moskau gegeben wird. Heute Abend findet ein Bal paré im Kremlpalaste statt. * Kairo, 3. Juni. Der Abgesandte des Sultaus, Kadry Bey, ist abberufen worden. Marktberichte. I. Geburten. Ein Knabe: dem Maurer Anton Ruthe, dem Gradeur Bernhard Hoppe, dem Haararbeiter Johannes Sander, der Wittwe des Hülfsbahnwärters Ernst Fulhage, dem Schuhmachermeister Moritz Müßmann. Eine Tochter: dem Kaufmann Ferdinand Oberstadt, dem Händler David Rosenthal, dem Schmiedemeister Karl Walther, dem Fuhrmann Heinrich Siekmann, dem Fuhrmann August Vieregge. II. Eheschließungen: Schneidermeister Christian Schlüter mit der Wittwe Beckmann, Bäcker Friedrich Klöpper mit der Wittwe Koring. III. Sterbefälle: Friedrich Wilhelm Dreier, 2 Monat 19 Tage alt, Ehefrau Friederike Karoline Henriette Erfling, 48 Jahre alt, August Karl Hauwoth, 12 Jahre alt, Johanne Helene Grund, 8 Monat 10 Tage alt. per Septbr.=Oktbr. 197,50 M. Gek. 111,000 Zrr. Roggen matt, per Juni=Juli 148,50, Sept.=Oktbr. 153.50 M. Gek. 105,000 Ztr. Hater fester per Juni Juli 131,—, Septbr.=Oktbr. 138.— M. 13,000 Ztr. Rüböl ruhig, loko mit Faß 72,50, ohne Faß 71,60, per Juni 72,90, Septhr.=Oktbr. 6040 M. Gek. 100 Ztr. Spieitus besser, loko 57,10, per Juni=Juli 56,90, Aug.=Sept. 58,10, Sept.=Okt. 56,30 M. Gek. 950,000 I. Petroleum matt, loko 24,—, per Sept.=Okt. 24,10, Oktbr.=Novbr. 24,50 M. Gek.— Ztr. * Köln, 4. Juni. Weizen hiesiger loco 21,—, fremder loco 21.50, per Juli 20,15, per Nov. 20,50, Reggen loco 15.—. per Juli 15,05, per Nov. 15.70. Hafer loco 14,75. Rüböl loco 36,50, per Oktbr. 31,20. * Bremen, 4. Juni. Petroleum matt, loco.60, per Juli 7,70, Aug. 7,80, Aug.=Dez. 8,10. Schmalz Marke Wilcox loco 55½, per Juni=Juli 55½. Speck, halb short halb leng, loco 55. * Antwerpen, 4. Juni. Petroleum niedriger, disp. 18¾, per Juni 18¾, Juli 19, Ang. 19¼, Septbr. 19 3/8, Septbr.= Dezdr. 20 fr. Kaffee. Brasil ruhig, Haiti behauptet, Verkäufe 950 B petit Goaves zu 31 c verzollt. Vermischtes. * Die Stadt Bregenz(Vorarlberg) hat durch einen Wolkenbruch, der am Mittwoch über dieselbe niederging, großen Schaden gelitten. Sturmgeläute schreckte die Einwohner aus dem Schlafe und rief sie zur Bergung ihrer Habe auf. Durch die zum Hafen führenden Straßen ergossen sich hochangeschwollene Ströme, welche entwurzelte Bäume, große Rasenstücke und viel Hausgeräthe fortschwemmten. Die Kanäle der Stadt vermochten die plötzlich eindringenden Wassermassen nicht zu fassen, welche sich in die Keller und unteren Räume der Häuser ergossen. Soldaten sind nun damit beschäftigt, die Keller auszupumpen. Der Schaden ist sehr bedeutend. *„* *(Herrn von Kleist=Retzow) widmet die aus Anlaß nes Jubiläums erschienene„Geschichte der Kölnisch u Zeuung und ihrer Drackerein folgende Worte:„Erst 858, nach Eintritt der sogenannten neuen Aera, trat as Minist rium Manteuff.=Westfalen zurück und zuleich wurde Herr v. Kleist=Rezow als Oberpräsident Berliner Kurse vom 4. Juni. Deutsche Fonds. Deutsche Reichs-Anl. 162 40 4½% Brem. 74er Anl.—. 4½% Preuss. kons.„ 103,80 4%„„ 80er„—. 4„„„„ 102,504" Bad Präm.„ 3½„ 4" Ostpr. ½" Pomm. 4„„ 4½ Staatsschuldsch. 98,50/4 Baier. Pfdbr. 101,70 Braunschw. 20 Thlr.131,90 133,80 neue Posen. „ Westfäl. " Westpreuss. 92,80] Loose 97.50 102,1 3½% Köln-Mind. Loose 126.— 102.50 Kurhess. 40Thlr.-„ 797,10 101,40 Meining. 4„„ 29,10 102.—3% Oldenburger„ 148.— 101,803½% Preus. Prämien101 40 Oblig 147.75 Bankaktien. Berg.-Märk. Bank 117.80 Hannover’sche Bank 113.60 Berliner Handels-Ges. 117,— Köln. Wechslerbank 3340 Braunschweig-Hannov. Leipz. Disconto-Ges. 107— Hypoth.-Bank 88,75 Oesterr. Kreditanstalt 500.— Bremer Bank 109,30 Preuss. Bodenkreditb. 109.— 4" Westpreuss.„ 4% Rhein.-Wstt Rtnb. Cob.-Goth. Cred.-Ges. 78.— Dessauer Creditanstalt 95= Deutsche Bank 151.— Disconto-Gesellschaft 195.— Essener Creditanstalt 95 75 Gothaer Grundkr.-Bank 72— „„ junge 79,86 „ Hyp. Akt.-Bk. 92.10 „ Hypoth.-Vers. Ges 90 25 Reichsbank 149 75 Schaaffbausen. Bankv. 9225 Westfälische Bank 98.25 Ausländische Fonds. Eisenbahn-Stammaktien. Aachen-Mastricht Bergisch-Märkische Bresl.-Schwdn-Freib. Dortmund-Euschede Gal. C. Ludwb.(gar) Gottbardbahn Kronpr. Rudolf(gar.) 55127,75 110.70 61 10 128,70 120 25 71.— Mainz-Ludwigshaf. 100.70 Oberschlesische 261,20 Oesterr. Staatsb. 558.— " Südb.(Lomb). 258.— Rechte Oder-Uferb. 19475 Rheinische 166.— Russ. St-B.(5% gar) 130.75 4% Aachen-Mastricht 4½% BirgischMark. I. u. II., Ser. Eiess sahn-Priertäts-Obligationen. 96.755% Elisab. Westb. 72 (gar.) 3½ 4½ 4½ 4½ 5„ 4½ 4½ 4½ 4½ do. La. C. 103. 94 20 4½% 3 esheshe 92.— 84.25 Aypetbeken4½% Braunsch.-Hann. 102 20 4 5„ 5„ 4½ 98 20 Gothaer Präm. I 118,50 „„ II 115 10 „ rzb. 110 104 20 „„ 100 94.75 Meininger. 101 40 „„ Präm. 117,10 Preuss. Bodener. V. u. VI. Ser. 103.80 „Preuss. Bodener. rzb. 110 111,20 „ do.„ 100 101.— „ do.„ 100 98.50 Prss. Centr. Bdnc. rzb. 100 104,10 -Oertifikate. 5% Prss. Centr. Bdne rzb. 110 114 40 do.„ 100 103 80 Preuss. Hypoth. Pfdbr.rzb. 120 108 50 do.„ 110 108.30 do.„ 100 101.75 do.„ 100 101.50 4½„, Preuss. Hyp. V. A. G. Certific. 101.60 5" Stettiner Nat. Hyp. rzb. 100 101.50 do.„ 110. 104.— Schwedisch. Hypotheken... 102.— 4½. 4½ 5„ 5„ 4½n ½½ 4½ Industrielle Berg. Märk. Bergw.-Vn.—.— Bochumer Guesstahl 107 90 Bonifacius Bergwerk 7775 Borussia„ 136 80 Deutsche Eisenb. Bau.—.— Donnersmarkhütte 66.50 Dertm. Union St.Prior. 93 75 Egestorff'’s Salzwerke 107.50 Gelsenkirchen. 122 90 Georg Marienh.St. Act. 85 25 Hannov. Nasch. 11 50 do. St. Prior. 8725 Harkort Bergwerke 71.50 Harpener Bergwerke 118.50 Hibernia„ 96 60 Hörder Hütten. conv. 98.— Königs- u. Laurah.. 130.20 König Wilhelm... 35 80 Louise Tiefbau 49.— Menden u. Schwerte.—.— Jordd. Lloydaktien 126 50 Ravensberg. Spinnerei 122.— Sächsische Maschinen 149.— Vorwärts, Bielef.Spinn. 110.— Westfäl.Drahtindustrie 130.— Westf. Union St. Prior 84 50 Meteoraidgische Besbachtungen in Detmeld. Allgemeiner Witterungschaarkter: 5. klar. Sonnen=Aufgang 3 U. 43., Untergang 8 U. 14 M. Mondes=Aufganz 45 Mrgs., Untergang 819 Abds. Neumond 7 Uhr Vorm. Meteorologische Beobschtungen der Deutschen Seewarte in Hamburg vom 4. Juni, Morgens 8 Uhr. London: schön. Unter der Wechselwirkung des hohen Luftdrucks über dem Nordseegebiete und einer Depression über Südwesteuropa wehen über der Südhälfte der britischen Inseln starke östliche Winde. Auf dem übrigen Gebiete dagegen ist der Luftdruck sehr gleichmässig vertheilt und herrscht daher allenthalben nur schwache Luttbewegung neben vielfachen Windstillen. Ueber Centraleuropa dauert das trockene, heitere und warme Wetter fort. In Süddeutschland fanden Nschmittags und Abends stellenweise elektrische Entladungen statt, jedoch ohne wesentliche Niede schläge. In dem Striche Karlsruhe-Danzig liegt die Temperatur über 20 Grad. Bei Wiederaufnahme meiner, ärztlichen Thätigkeit in Meinberg fällt meine Sprechstunde des Morgens aus Sprechstunde: Nachmittags von—5 Uhr im Hause des Herrn Pecher. Detmold, 3 Juni 1883. Dr. Holtz. BrauereiFalkenkrug. Mittwoch, den 6. Juni: Grosses Militair-Concert. ausgeführt von der ganzen Kapelle des 55. Infanterieregiments unte Leitung ihres Kapellmeisters Herri Hubert. Ansang 4½ Uhr präcis. Entré à Person 50 J, 3 Billets 1# Zur schönen Aussicht! Auf mehrseitigen Wunsch lasse ich am Sonnabend den., und Sonntag den 10. Juni, Nachmittags 5 Uhr, ein seltes Kalb auskegeln. Bekannte und Freunde dieses Vergnügens lade ich ganz erg beusi dazu ein. C. Harbord. Am Mittwoch, den 6. Juni findet die Eröffnung des Deuenbades statt. Die Badezeit ist von Morgens 5 bis Abends 8 Uhr. : Gellrich. Bei meiner Abreise von Detmold sage ich allen Bekannten herzlichst Lebewohl. Therese Mostert. *. Die Verlobung unferer Tochter Louise mit Herrn 2 Friedrich Hunke 9 zeigen wir hiermit ergebenst an. Carl Südeking nebst Frau. 5 Fertige für Herren und Knaben, auch säche aumnsagaste, verkaufe ich, weil ich diesen Artikei ganz eingehen lassen will, zu und unter Einkaufspreis. W. Starke. Leichte Sommer=Jaquets in Ripps, Orleans, Trell und Moleskin, Jeinen Reise-Staubmäntel, sowie waschächte Hosen üür Herren und Knaben empfieblt in großer Auswahl z. billigsten Preisen. Aug. Köster Vw., Hornsche=Str. De mold ist doch gar zu schön, Um schon von hier fort zu gehn; Wenn auch Alles wankt und bricht, Der Bazar verläßt Euch nicht! Seifert. Soeben erschienen: Neu! Neu! 300 Stück Knabenanzüge in Wolle, Baumwolle und in Sommerstoffen zu 1½ 2,—7. 400 Hercen=Sommerhosen zu K 1½,—3. 500 Herren=Sommerjacketts zu K 2,—4. 600 Sommermützen à Stück 40—60 Detmolder Mannfaktur= und Schuhwaaren=Bazar. Frische Matjeshäringe empfing in bester Waare H. E. Zlesmann. 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Bekanntmachung. Die Einlieferung der Wolle zu dem dies jährig n Wollmarkte hierselbst findet nicht vom 12., sondern vom 19. d. M. an, statt. Paderborn, den 1. Juni 1883. Der Bürgermeister Kraschetene Vorgmana's Theerschwefel=Seise bedeutind wirksamer als Theerseifvernichtet sie unbedingt alle Arten Hautunreinigkeiten und erzeugt ikürzester Frist eine reine, bleudendweiße Haut. Vorrähig à Stück 50 J bei Chr. Kate in Detmold und S. H. Knie, Salzuslen. Die bisher von Frl. Falkmann benutzte Wohnung steht zum 1. Oct. inderweit zu vermiethen. Green, Baumstraße. Bilrstein in kleinen Stücken steht billig zu verkaufen in der Meyerschen Hofbuchdruckerei (Gebr. Klingenberg) Detmold. Auf sofort 2 gute zuverlässige Ziehhunde zu verkaufen. Bäcker K. Möller, Schulstraße Nr. 8 in Lage. Die Hauptagentur einer großen bestrenommirten Le bens Versicherungs=Gesellschaft## unter günstigen Bedingungen baldigst vergeben werden. 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Die Dampfschiffe des Norddeutschen Lloyd in Bremen fahren regelmäßig Mit twochs und Sonntags nach Amerika, Passagierverträge schließen ab: Die Haupt Agenturen des Norddeutschen Lloyd: Salomon& Oppenheimer, Tetmold, W. Schröter, Lemgo, A. H. Bachrach Ww., Schwalenberg. Bei dem niedrigen Wisserstande, welcher fast Rull gleich zu achten ist, zeigt es sich, daß die Werre, soweit sie unser Sadtzebiet durchzieht, fast vollständig verschlammt ist und deshalb nicht nur die Werre= und Friedrichsstraße in schlechten Geruch bringt, sondern durch die Ausdünstung der schädlichen Sumpfgase auch gefahrdrohend für Gesundheit und Leben der Anwohner wirkt. Es ist daher ungesäumte Reinigung schon aus gesundheitspolizeilichen Gründen unbedingt erforderlich.