„Die Lippische Landes=Zeitung= erscheint mit Ausnahme der Soun= und Festtage täglich and werden in derselben die amtlichen Bekanntmachungen des Amtsblattes für das Fürstenthum Lippe in besonderer Rudrik Redaction u. Expedition: Detmold, Leopoldstraße Nr. 117. „„„ Abonnementspreis für das Vierteljahr: In Detmold 2 Mark 25 Pf., auswärts durch die Post bezogen 2 M. 60 Pf.,— mit Bestellgeld 3 M. Inserate werden mit 12 Pf. für den Raum der einfachen Corpus=Spaltzeile berechnet. Verantwortlicher Redacteur August Klingenberg. Druck und Verlag der Meyer'schen Hofbuchdruckerei(Gebr. Klingenberg) in Detmold. Mittwoch, 30. Mai. 1883. Bestellungen auf die Lippische Landeszeitung pr. Monat Juni werden von sämmtlichen Postanstalten für 87#— einschließlich Bestellgeld 1 M— und für Detmold von der Unterzeichneten für 75 J entgegengenommen. Die Exped. der Lipp. Landesztg. Deutscher Reichstag. Sitzung vom 29. Mai. Präsident v. Levetzow eröffnet die Sitzung um 12½ Uhr. Es ist der Schifffahrtsvertrag mit Italien eingegangen. Die dritte Berathung der Gewerbeordnungsnovelle wird fortgesetzt. Zu§ 33c liegt ein Antrag der Fortschrittspartei vor, welcher bezweckt, die Tanzlustbarkeiten(von denen§ 33 c handelt) der polizeilichen Erlaubniß gegenüber unabhängiger zu stellen. Abgg. Büchtemann und Richter(Fortschritt) weisen darauf hin, wie dieser Paragraph zu Wahlbeeinflussungen henutzt werden kann. Die Verantwortlichkeit für den Paragraphen trage das Centrum infolge seiner schwankenden Haltung. Abg. Blum(nationalliberal): Die Regelung dieser Frage kann vicht durch das Reich geschehen, wir müssen sie den Einzelstaaten überlassen. Abg. Windthorst: Wir wollen die Vergnügungen des Volkes nicht stören, aber der überhandnehmenden Zügellosigkeit muß doch vorgebeugt werden. Abg. Reichensperger=Krefeld: Der Paragraph giebt zu der Befürchtung, daß er zu Wahlbeeinflussungen gemißbraucht werden könnte, gar keinen Anlaß. Eine heftige Auseinandersetzung fand statt zwischen den Abgg. RichterHagen und v. Kleist=Retzow; ersterer warf diesem vor, daß er heute noch dieselben Tendenzen verfolge, wie anfangs der 50er Jahre am Rhein; damals habe er als Oberpräsident der Rheinprovinz alle Tanzvergnügungen auf drei Tage im Jahre beschränkt. Abg. v. Kleist=Retzow: Was gewisse Schreier hier gegen mich sagen, ist mir sehr gleichgültig. Was ich gethan, habe ich aus Liebe zu dem armen Volke gethan. Abg. Richter: Dem Abg. v. Kleist=Retzow muß man seines vorgerückten Alters wegen Manches zu Gute halten, Durch Leid geläutert. Ein Schwarzwald=Idyll Von J. v. W. (2. Fortsetzung.) Aber noch ein neuer Gast war an diesem Abend zum ersten Mal im Vorsitz anwesend, das war Franz Diepold, des Rathschreibers Sohn aus dem Nachbarstädtchen M....., der„Soldatenfranz“ genannt. Er stand als Gefreiter bei dem Dragonerregiment in der Hauptstadt in Garnison und war auf einige Zeit beurlaubt, um den Seinen bei der Traubenlese hülfreiche Hand zu leisten. Sein Erscheinen in der kleidsamen Uniform erregte ein ungewöhnliches Aufsehen, seine soldatische Keckheit und sein selbstbewußtes Auftreten machten ihn schnell bekannt und zum Mittelpunkt des unruhigen Kreises. Er besaß in hohem Grade die unverschämte Gabe, in seinen eigenen Beutel zu lügen und hatte das Glück, von den wenigsten seiner Zuhörer durchschaut zu werden. Im Gegentheil, die meisten saßen voll aufrichtiger Verwunderung, seinen Erzählungen lauschend, und wenn auch die Aelteren ab und zu bedenklich mit den Köpfen schüttelten und die Mädchen sich heimlich erröthend anstießen,— sie hörten ihm doch nur zu gerne zu. Darüber zum Mindesten waren sich Alle einig, daß der Franz ein verteufelt lustiger und anstelliger Kamerad sei! Der Einzige, der sich nicht so leicht von den zuversichtlichen Manieren des neuen Ankömmlings bestechen ließ, war Frider. Seiner Bescheidenheit widerstand das prahlerische Wesen des Soldaten, sein unverdorbener Sinn fühlte sich von der Lügenhaftigkeit des Erzählers verletzt. Aber am meisten erregte sein Mißtrauen das unverhohlene Wohlgefallen, das Röschen an dem neuen Gast zu finden schien. Das that ihm weh und er hätte sie gern vor Jenem gewarnt; aber hatte er ein Recht dazu,— mußte er nicht fürchten, die Sache damit nur schlimmer zu machen? Er kannte darum antworte ich ihm nicht.— Der Antrag der Fortschrittspartei wird in namentlicher Abstimmung mit 190 gegen 122 Stimmen abgelehnt.— Zu§ 35 liegen zwei Anträge vom Abg. Baumbach(Sezessionist) und vom Abg. Ackermann vor. Ersterer will für den Betrieb von Schwimmanstalten die polizeiliche Untersagung beseitigen, ferner statt der Worte„wenn Thatsachen vorliegen“, sagen zwenn Bestrafungen wegen Vergehen oder Verbrechen vorliegen:. Letzterer will für Trödler, Rechtskonsulenten rc. die polizeiliche Untersagung.— Der Antrag Baumbach wird nach kurzer Debatte abgelehnt, der Antrag Ackermann dagegen angenommen.— Hierauf vertagt sich das Haus. Nächste Sitzung heut Abend 8 Uhr. Rest der Krankenversicherungsvorlage. Schluß 5½ Uhr. Preußischer Landtag. (Sitzung vom 29. Mai.) Vicepräsident Frhr. v. Heeremann eröffnet die Sitzung um 9½ Uhr. Am Regierungstische Min. Dr. Friedberg, v. Scholz, v. Bötticher und mehrere Kommissarien. — Das Haus tritt in die dritte Lesung der Subhastationsordnung ein. Abg. Bender=Königsberg(Fortschr.) ist gegen die Vorlage, die erhofften Vortheile für den Grundbesitz wird sie nicht herbeiführen. Abg. Westerburg(Sez.) hat juristische Bedenken, erkennt aber das Prinzip der Vorlage als richtig an. Abg. Simon von Zastrow ist überzeugt, daß die Vortheile für den Grundbesitz in Folge der neuen Subhastationsordnung sich bald zeigen werden. Abg. Seehusen(Freikons.): Das ist für die östlichen Provinzen auch sehr nöthig, denn dort sind die Grundbesitzer in einer sehr traurigen Lage. Abg. Dirichlet(Fortschr.) bestreitet dies; die Statistik ergebe das beständige Zurückgehen der dortigen Subhastationen, namentlich der ländlichen Grundstücke.— Das ganze Gesetz wird hierauf nach unwesentlicher Debatte mit einer unbedeutenden Aenderung, die der nat.=lib. Abg. Enneccerus beantragt hat(bezüglich der Behandlung der Korrealhypotheken), angenommen, ebenso das dazu gehörige Gerichtskostengesetz en bloc.— Nächste Sitzung Mittwoch 9 Uhr: Petitionen und Anträge. Schluß 12 Uhr. Röschens Eigenwillen gut genug; nach reiflichem Ueberlegen entschloß er sich deshalb, zu schweigen. Ihn tröstete die Gewißheit, daß Jener nach Ablauf seines Urlaubs wieder in die Garnison zurückkehren mußte und daß mit seiner Entfernung auch die Gefahr seiner Nebenbuhlerschaft schwinde. Aber war letztere wirklich so groß? Sich selbst einen verzagten Thoren scheltend, nahm er, als Tanz und Scherz ihr Ende erreicht hatten, Abschied und ging in sein Heimathdorf zurück. Unterwegs mußte er noch gegen seine Verstimmung ankämpfen, aber er that es mannhaft und als er an seiner Mutter Haus angelangt war, fühlte er sich alles Argwohns ledig, bat in seinem Herzen Röschen alles Unrecht ab, das seine Eifersucht von ihr befürchtet hatte und freute sich doppelt auf das Wiedersehen über acht Tage. Sorglos und unbefangen wollte er dann mit dem Soldatenfranz verkehren und dem wilden Röschen über die harmlose Befriedigung weiblicher Neugier nicht zürnen. Aber so bald Franz wieder fortgezogen, galt es nicht länger zu säumen, sondern dem geliebten Mädchen sein ganzes Herz zu offenbaren, in der beseligenden Hoffnung, von Röschen die Bestätigung ihrer Liebe und die Erfüllung seiner sehnlichsten Wünsche zu vernehwen. Doch wenn Frider wöchentlich nur einmal nach ..... gehen konnte, war für den Reitersmann der Weg minder weit und nichts hielt ihn ab, schon am nächsten Abend ins Nachbardorf hinüber zu spazieren. Ihm gefiel die Rolle, die er dort gespielt hatte, über die Maßen; warum sollte er darauf verzichten? Er hatte sein Kennerauge für weibliche Reize in der Stadt bedeutend geschärft und gut genug bemerkt, daß die Blicke der Mädchen, besonders Röschens, unablässig an ihm gehangen hatten. Das dünkte ihm eigentlich nicht mehr als selbstverständlich! Aber er dachte auch weiter. Wenn es ihm gelang, die flüchtige Gunst der eben so reichen wie schönen Tochter des alten Kunzelmann in eine dauernde zu verwandeln, war er aller Sorgen für die Zukunft enthoben und nach Quittirung seines Dienstes Deutsches Reich. * Berlin, 29. Mai. Die„Kreuzzeitung" bringt bereits schon den dritten Artikel über zweijährige Etats und sie erblickt das Heil für Reichstag und Reich darin, daß dann die langen Etatsreden, die ja doch nicht sowohl für das Haus als die Parteigenossen und den Wahlkreis gehalten würden, künftig nur alle zwei Jahre stattfinden. Die überaus zweckmäßige Regierungsvorlage müsse über kurz oder lang von neuem gemacht werden und es stehe dann kaum zu befürchten, daß der Reichstag sie wiederum ablehne. Unser doppelter Parlamentarismus ist allerdings ein Uebelstand, auf dessen Linderung Bedacht zu nehmen ist; das vorgeschlagene Heilmittel aber erregt noch viel größere Bedenken. *— Bekanntlich ist durch Verfügung des früheren Kultusministers Dr. Falk der Zeichenunterricht in den preußischen Volksschulen eingeführt worden als integrirender Bestandtheil derjenigen Bildung, die der Staat jedem seiner Bürger zu geben sich verpflichtet hat.„Aus diesem Unterricht ist aber Alles verbannt, was zum eigentlichen Künstlerischen in Beziehung steht, er beschränkt sich auf das, was jedes Kind leisten und lernen kann. Da nun nach den bisherigen Resultaten die Einführung des Zeichenunterrichts sich als ganz zweckmäßig herausgestellt hat, der Zeichenunterricht auch zur Hebung des allgemeinen Verständnisses für Kunst und Kunftgewerbe direkt und indirekt wesentlich beiträgt, so liegt es dem Vernehmen nach in der Absicht, Vorschriften zu erlassen, wonach in den Volksschulen, sowohl in den Knaben=, als auch in den Mädchenklassen, ein größeres Gewicht, als bisher auf den Zeichenunterricht gelegt werden soll. *— Schon vor drei Jahren reichte der deutsche Apothekerverein dem Reichskanzler eine Denkschrift ein, welche, gestützt auf Gutachten der hervorragendsten Professoren der Pharmacie und erfahrener Apotheker, eine Erweiterung des pharmaceutischen Bildungsganges erstrebte. Dem Direktorium ward der Bescheid, daß der Vorschlag in Erwägung gezogen werden würde; aber bis jetzt ist gar nichts in dieser Angelegenheit geschehen. Wenn man die gewaltigen Fortschritte der Naturwissenschaften und besonders die für den Apotheker hochwichtige Chemie in Betracht zieht, wenn man ferner konnte er sich weich und warm in das reiche Erbe setzen. Das war ein Ziel, um welches zu ringen noch der Mühe lohnte! Und würde das Mädchen ihm widerstehen können? Er hatte sich in der Residenz schon als Meister in allerlei verführerischen Künsten gezeigt,— wie sollten sie hier nicht verfangen?! Mochte der Duckmäuser, der mit Röschen heimlich verlobt sein sollte, sich nach einer Anderen umsehen oder auf seiner Scholle ledig bleiben,— hier galt es ohne Rücksicht auf ältere Rechte das Netz auszuwerfen, um einen guten Fang zu thun. Mit solchen Gesinnungen begab er sich am nächsten Tage in den Vorsitz, aber die Gesuchte war weder da, noch ließ sie sich im Laufe des Abends sehen. Das verdroß Franz, allein, er wußte sich zu helfen. Laut genug, daß es Viele hören konnten, sprach er sein Bedauern darüber aus, im Stillen überzeugt, daß es Röschen zu Ohren kommen werde. Erschien sie auch am folgenden Abend nicht, so wollte er sein Spiel verloren geben; kam sie aber, so sollte es ihm eine Lust sein, den Sohn der Wittwe aus dem Sattel zu heben. Die listige Aeußerung des Reitersmannes wurde Röschen schnell genug hinterbracht und schmeichelte ihrer Eitelkeit in hohem Maße. Wohl hatte es ihr geschienen, als ob Frider dem Soldaten nicht besonders zugethan sei, als ob seine Blicke zeitweilig fast ängstlich auf ihr geweilt hätten und sie war eine Stunde lang schwankend gewesen, ob sie nicht lieber dem Vorsitz fern bleiben sollte, bis Frider auch dort erschien. Doch war sie ihm gegenüber denn verpflichtet, von jedem Gefallen an einem Dritten Rechenschaft zu geben?— Ihr Herz mahnte leise: Ja!— ihr Stolz und Hochmuth riefen lauter: Nein!— Und sollte sie auf jedes Vergnügen verzichten, während er fern blieb?— Das verlangten weder Vater noch Mutter, das konnte auch Frider ihr nicht zumuthen! Deshalb war ihr Entschluß bald gefaßt und am nächsten Abend schon sah man sie in den Kreis ihrer Gefährtinnen eilen. (Fortsetzung folgt.) erwägt, daß eine allgememeine Durchführung des Nahrungsmittelgesetzes wegen der Thatsache, daß nur an gewissen Orten besondere Untersuchungsämter bestehen können, ohne Mithülfe der Apotheker nicht denkbar ist, und endlich, daß auch an die Feststellung der Identität und Unverfälschtheit der Arzneistoffe immer höhere Anforderungen zu stellen find(es wird nur an die Unglücksfälle durch Aconitin in Holland und an die großartige Chininverfälschung in Paris erinnert), so dürfte vor Allem eine Vermehrung des akademischen Studiums der Pharmaceuten um mindestens ein Semester ohne weitere Verzögerung einzuführen sein. * Harburg, 28. Mai.(Untersuchung von Lebensmitteln.) Die städtischen Kollegien hielten gestern eine Plenarsitzung ab, in der unter andern Gegenständen auch die Einrichtung eines Untersuchungsamtes für Lebensmittel zur Sprache kam, deren Zweckmäßigkeit von allen Mitgliedern der Kollegien anerkannt werden mußte. Dem Magistrate wurde deshalb die Vollmacht ertheilt, mit einem hiesigen Chemiker, der das dazu erforderliche Lokal ohne Eatschädigung hergeben will, einen darauf bezüglichen Vertrag abzuschließen, in welchem jedoch jederzeitige Kündigung vorbehalten bleiben soll. Die dadurch verursachten Ausgaben für die Stadtkasse können allerdings nur gering sein, zumal die etwa zu verhängenden Strafgelder in dieselbe fließen werden. * Bremen, 27. Mai.(Gewitter.) Vorgestern zog ein Gewitter vorüber, welches sich hier kräftig entlud. In mehreren Fernsprechanlagen hat es Funkenerscheinungen hervorgerufen. Wie man der „Wes.=Ztg.“ schreibt, sind derartige Einwirkungen durchaus ungefährlicher Natur und die beobachteten Erscheinungen lediglich auf die Wirksamkeit der zum Schutze der Apparate eingeschalteten Blitzableiter zurückzuführen. Da jedoch die Verständigung in den Fernsprechleitungen bei Gewittern meistentheils unvollkommen sein soll, besonders, wenn sich die elektrischen Wolken in der Nähe der bezüglichen Drahtleitungen befinden, so erscheint es uns zur Vermeidung unliebsamer Ueberraschungen am richtigsten, die Benutzung der Fernsprecheinrichtungen bei Gewittern auf die dringendsten Fälle zu beschränken. Frankreich. * Paris, 27. Mai. An 1500 Personen, begleitet von etwa 1000 Neugierigen, versammelten sich heute Nachmittag 2 Uhr auf dem Père la Chaise und begaben sich, unter Vorantritt einer rothen Fahne, nach den Gräbern der im Jahre 1871 füfilirten Kommunarden, um auf denselben Blumen und Blumenkronen niederzulegen. Es wurden eine Reihe von Reden gehalten, die mit den Rufen„Es lebe die Comwune, es lebe die Anarchie!“ aufgenommen wurden. Verhaftungen haben nicht stattgefunden; es ist auch sonst kein Zwischenfall vorgekommen. Zahlreiche Polizeiagenten überwachten die Versammlung.— Ein Telegramm der„Agence Havas“ aus Saigun meldet, der Gouverneur sandte ein Bataillon Infanterie mit Artillerie nach Haiphong und ergriff Maßregeln, um die Sicherheit in Tonkin zu gewährleisten. Hier herrscht einmüthig das Gefühl, daß Hue bombardirt und gleichzeitig ein entscheidender Schlag gegen Tonkin geführt werden muß. *— Eine Depesche aus Damascus meldet den Tod Abd=el=Kaders, des„wilden und sanften Emirs“, dessen Name eng mit der Eroberung Nordafrikas durch die Franzosen verknüpft ist. Er pflegte seit etwa dreißig Jahren in Mekka zu leben, wo er einen französischen Jahresgehalt bezog und das gegebene Wort hielt, nichts mehr gegen den Sieger zu unternehmen. Ob er aber der aufrichtige Freund der Franzosen wurde, als den man ihn heute preist, dürfte denn doch dahingestellt bleiben. Rußland. * Petersburg, 28. Mai. Der„Russische Invalide veröffentlicht auf 22 Druckseiten heute die aus Anlaß der Krönungsfeier erfolgten Ernennungen, Beförderungen und Ordensverleihungen, welche das militärische Ressort betreffen. Außer den bereits gemeldeten Verleihungen ist mit dem Wladimir=Orden erster Klasse noch der Großfürst Wladimir dekorirt worden, mit dem WladimirOrden dritter Klasse der russische Militärbevollmächtigte in Berlin, Oberst v. Dahler, mit der vierten Klasse die Großfürsten Sergius, Konstantin Konstantinowitsch und Demetrius. Die Brillanten zum Alexander=NewskiOrden erhielten der Militärgouverneur von Moskau, General de Lagardie und General Ganetzky, Kommandeur des Grenadierkorps. 27 Generallieutenants, darunter der Kriegsminister Wannowsky, sind zu vollen Generalen, der Großfürst Alexis zum Generaladmiral befördert worden. Aus dem Fürstenthum Lippe und Umgegend. * Detmold, 30. Mai.(Zu dem Giftmord Kruse in Horn) geht uns in Folge des in gestriger Nummer enthaltenen Eingesandt, chemische Analyse des Gerichtschemikers Weßel betr., heute der Wortlaut der die Untersuchung betr. Stelle des reichsgerichtlichen Urtheils zu, die wir mit dem Bemerken veröffentlichen, daß dem Reichsgerichte das vom Herrn Professor Husemann abgegebene Gutachten noch nicht vorgelegen hat, sondern daß dieses erst heute bei dem hiesigen Landgerichte mit dem Ersuchen eingereicht ist, eine chemische Untersuchung durch die Fachbehörde nach§ 83 der Strafprozeßordnung anzuordnen. Die besagte Stelle lautet: Sämmtliche Angriffe der Revisionsschrift gegen die wissenschaftliche Befähigung einzelner Sachverständigen, gegen ihre Glaubwürdigkeit so wie gegen die Schlüssigkeit ihres Gutachtens sind unstatthafte Angriffe gegen die Beweiswürdigung der Vorinstanz, welche keiner Widerlegung bedürfen und für diese Instanz schlechthin unberücksichtigt zu bleiben haben. Im Uebrigen wäre wohl zu wünschen, wenn für die Folge jegliche Diskussion in den Blättern über diese bis jetzt noch so dunkele Sache bis zur Erledigung vor den Geschworenen unterbliebe, da sonst eine Beeinflussung in der öffentlichen Meinung herbeigeführt werden möchte, die weder nach der einen noch nach der anderen Seite hin am Platze ist und durchaus nicht mit dem Zwecke eines Geschworenen=Gerichts in Einklang gebracht werden kann. * Detmold, 30. Mai.(Erklärung.) In Nr. 122 d. Bl. fühlt sich ein Lagenser in seinem Lokalpatriotismus dadurch verletzt, daß wir bei Besprechung des Sommer=Eisenbahnfahrplans uns über den zehn Minuten langen Aufenthalt auf den traurigen Stationen Salzuflen und Lage beschwert haben und sucht dann die Annehmlichkeiten eines solchen Aufenthaltes in einer Weise zu schildern, die wirklich kindlich naiv zu nennen ist. Daß der Herr Einsender nebenbei gegen uns auch noch ein bischen grob wurde, nehmen wir ihm nicht weiter übel, denn wenn man Nichts beweisen kann, so fängt man flott zu schimpfen an. Freilich war es auch von uns etwas gar zu rücksichtslos, Lage, welches schon jetzt im Wonnegefühl einer Centralstation des dereinstigen viel verzweigten lippischen Eisenbahnnetzes schwebt, eine traurige Station zu nennen. Zur Sache selbst müssen wir jedoch bemerken, daß eine gute Bahnhofsrestauration noch lange keinen Ersatz für einen übermäßig langen Aufenthalt auf einer Station kurz vor dem Reiseziele gewährt und auch die Bahnzüge nicht dazu da sind, den Bahnhofsrestaurationen Verkehr zuzuführen, sondern das Reisen durch schnellste Beförderung so viel wie möglich zu erleichtern. Es sind ja bei dem Sommerfahrplan die wichtigsten Anschlüsse an die durchgehenden Züge der Strecke Berlin=Köln und vice versa berücksichtigt, aber Manches bleibt noch zu wünschen übrig und wir wissen wohl, daß dieses nicht eher erreicht wird, als bis unsere Sackbahn nach Steinheim durchgebaut ist. Darum ist es Pflicht aller Interessenten, insbesondere aber der Detmolder überhaupt, immer und immer wieder für die baldige Realisirung dieses Projektes zu wirken. * Detmold, 29. Mai.(Postalisches.) Mit dem 1. Juni tritt die Personenpostverbindung zwischen Detmold und Meinberg wieder in Kraft und zwar aus Detmold 315 Nachm., Ankunft in Meinberg 420; Abfahrt aus Meinberg 840 Nachm., Ankunft in Detmold 945. Ebenso wird von demselben Zeitpunkt ab eine vierte Personenpost zwischen Lage und Lemgo verkehren und zwar im Anschluß an den Zug aus Herford 441 Abfahrt aus Lage(Stadt) 425, Lage(Bahnhof) 4 50, Hörstmar 515, Ankunft in Lemgo 550 Nachm. und zum Anschluß an die Frühzüge nach Detmold 740 und Herford 859 Abfahrt aus Lemgo 625, Ankunft in Lage(Bahnhof) 725, in Lage(Stadt) 750 Vorm. Wegen einzelner Veränderungen der bereits bestehenden Posten verweisen wir auf den im Inseratentheil veröffentlichten Posten Fahrplan vom 1. Juni d. J. * Detmold, 29. Mai.(Rundreisebillets.) Auf den größeren Stationen des Eisenbahndirektions= bezirks Hannover werden neben direkten Rundreise= und Sommerbillets noch 6 Wochen gültige Retourbillets ausgegeben, welche den Anschluß für die auf den Stationen Berlin, Leipzig, Frankfurt a.., Hainholz, Altona und Köln zum Verkauf aufliegenden Rundreiseund Saisonbillets ermöglichen. Bei der beabsichtigten Benutzung dieser Rundreisebillets wird daher dem Publikum schon von Stationen des Direktionsbezirks Hannover ab erhebliche Fahrpreisermäßigung gewährt. Die königliche Eisenbahndirektion Hannover hat eine Nachweisung dieser Billets mit Angabe der Touren und Preise anfertigen lassen, welche bei den Billetexpeditionen für den Preis von 20 Pfennigen pro Stück käuflich ist. * Blomberg, 29. Mai.(Der Markt) des gestrigen Tages war vom schönsten Wetter begünstigt, in Folge dessen war auch eine große Menge von Landleuten und Händlern erschienen. An Schweinen, namentlich Ferkeln war das Angebot so groß, wie wir es selten auf einem Markte hier gesehen haben. Die Preise reduzirten sich natürlicher Weise auch demgemäß(1 M 50 J pro Woche bei Ferkeln). Die Anzahl der angetriebenen Pferde belief sich auf 130 Stück, die der Kühe auf circa 100. Die Preise für beide waren analog denen des letzten Detmolder Marktes. —(Trunkenheit.) In unserm benachbarten Kirchdorfe Reelkirchen ist am vorigen Freitage eine tragikomische Geschichte vorgekommen. Es sollte Jemand zur letzten Ruhe bestattet werden; merkwürdiger Weise aber war der Todtengräber, der bei dieser Ceremonie gewöhnlich zugegen sein muß, nicht zu finden. Als die Träger den Sarg ohne dessen Hülfe nunmehr einsenken wollten, ragte derselbe noch über der Erdoberfläche empor, und die verdutzten Träger konstatirten, daß die Grube nicht tief genug ausgeworfen sei. Der Pastor ließ in Folge dessen den Sarg erst in die Kirche bringen und durch die Träger der Grube die nöthige Tiefe geben. Später fand man den völlig betrunkenen Todtengräber hinter einem Busche seinen Rausch ausschlafend. —(Reklamationen.) Seit dem 1. April sind die Untersuchungen der gegen die Einschätzung erhobenen Reklamationen im Gange, und nahen sich nunmehr ihrem Ende. Wie uns von verschiedenen Seiten mitgetheilt wurde, sind die meisten Reklamationen für begründet erachtet, und ist die von den Eigenthümern für zu hoch erachtete Klassifizirung erniedrigt worden. Aus der Gemeinde Kohlstädt wird uns ein Fall mitgetheilt, der hier noch erwähnt werden mag. Es waren daselbst von 17 Eigenthümern Reklamationen und zwar rechtzeitig(innerhalb der vorgeschriebenen 6 Wochen) eingereicht worden. Durch ein Versehen des Vorstehers war in der Bescheinigung des Rückempfanges auf der Vorderseite der Güterauszüge ein falsches Datum(er hatte sich um 8 Tage geirrt) eingetragen worden. In Folge dessen sind die Reklamationen, als nicht rechtzeitig eingereicht, vom Veranlagungskommissar zurückgewiesen worden. Der Vorsteher hat sich alle mögliche Mühe gegeben, die Sache zu redressiren, bisher aber vergeblich. Die Reklamanten bestehen, und entschieden mit Recht, auf Untersuchung der von ihnen rechtzeitig eingereichten Einwände, die Behörden verweigern aber, und auch mit Recht auf Grund der amtlichen Bescheinigung, eine Untersuchung der Beschwerden. * Leopoldshöhe, 29. Mai.(Entlassung.) Wie die„Lipp. Post“ mittheilt, ist der hier kürzlich verhaftete Bäckergesell, worüber wir in Nr. 116 dieser Zeitung berichteten, sofort wieder entlassen und bereits nach hier in seine frühere Stellung zurückgekehrt. Es muß demnach der jjunge Mann unschuldiger Weise verhaftet worden sein. * Bünde, 27. Mai.(Vom Blitz erschlagen.) Am Freitag Nachmittag gegen 6 Uhr zog ein anscheinend schweres Gewitter in der Nähe unserer Stadt vorüber. Zwischen hier und Südlengern hütete der 13jährige Sohn des Kolon Schwarz aus Südlengern 4 Kühe, während unweit davon der Vater und ein älterer Sohn auf dem Acker beschäftigt waren. Nach einem Blitz mit sofortigem heftigen Donner sahen die mit Bestellung des Ackers beschäftigten Vater und Sohn die Kühe mit dem Hirten an der Erde liegen. Sie eilten hinzu und es ergab sich, daß der 13jährige Sohn vom Blitz erschlagen war, mit ihm eine der Kühe, während die 3 anderen Kühe nach kurzer Zeit wieder aufstanden. An dem erschlagenen Kinde waren außer den zersplitterten Holzschuhen keine äußeren Verletzungen wahrzunehmen.— Eine der betäubt gewesenen Kühe ist noch nachträglich gestern gestorben.(B..) * Lippspringe, 26. Mai.(Zurückgesandt.) Der in der Anstalt Bethel(für Epileptische) bei Bielefeld vermißte junge Mann ist hier gestern aufgegriffen und nach Bethel zurückgesandt.(W..) Die Internationale Landwirthschaftliche Thierausstellung zu Hamburg 1883, auf welche die Blicke aller Fachkreise mit Spannung gerichtet sind, wird voraussichtlich ebenso wie ihre Vorgängerin, die Internationale Landwirthschaftliche Ausstellung Hamburg 1863, ein Merkstein in der Geschichte des deutschen landwirthschaftlichen Ausstellungswesens werden. Letzterer war es vorbehalten, für die landwirthschaftlichen Ausstellungen ein System zu schaffen und Anrege zu geben, daß überall in deutschen Landen kleinere Lokal= und Provinzialthierschauen abgehalten wurden. In Folge dessen hat die Thierzucht einen ganz gewaltigen Aufschwung genommen. England, welches seit je auf diesem Gebiete eine führende Stellung einnahm, sieht heute nicht nur mit Achtung, sondern theilweise mit Furcht auf Deutschlands Thierzucht. Die Hamburger Ausstellung wird zeigen, was Deutschland geleistet hat und leisten kann. Es wird trotz reger Betheiligung Englands und anderer Staaten an der Hamburger Ausstellung dieses Mal ihnen nicht so leicht werden, Deutschland zu besiegen. Vor zwanzig Jahren war es leicht, uns zu überbieten, deshalb brachte man das Vieh von weither zur Ausstellung, heute ist es schwieriger und trotzdem bleibt man nicht zu Hause. Aber ist die Zahl der vom Auslande kommenden Thiere auch etwas geringer, groß ist sie immerhin, so find jedenfalls so vielerlei verschiedene und seltene Racen und Schläge vertreten, daß der Besucher zum Staunen und der Fachmann viel Nützliches zu lernen Gelegenheit haben wird. Unter den hochedlen Vollblutpferden wird auch ein seltener Amerikanisch-Arabischer Hengst und ein Araber Hengst vom Kap der guten Hoffnung vertreten sein. Die königlich preußischen Haupt= und Landesgestüte haben nicht versäumt, ausgezeichnete Thiere anzumelden. Aus Oesterreich=Ungarn kommen Pferde von enormem Werth. Privatgestüte und einzelne Züchter haben ebenfalls höchst werthvolle Zuchtpferde angemeldet. Die berühmte Stand Stud Company in Whitefield bei Manchester schickt allein über 20 Pferde herüber. Ein schottischer Züchter stellt einen Hengst des starken Wagenschlages aus, den er nicht unter 1000 Pfund Sterling verkaufen will. Aus Norwegen kommen viele schöne Pferde der Norischen und der Gudbrands=Race, auch die Norwegische Landrace wird nicht unvertreten bleiben. Ueberhaupt wird die erste Hauptgruppe der Abtheilung I. ein so ausgesuchtes, werthvolles Material an„Zuchtpferdenn darbieten, daß allein diese zu sehen, eine Reise nach dem weit und breit beliebten Hamburg werth erscheint. Wir werden nicht versäumen, nächstens einige weitere Mittheilungen über die anderen Abtheilungen der Thierausstellung zu machen, wollen aber schon heute nicht unerwähnt lassen, daß auch eine Reihe vornehmer, ja fürstlicher Persönlichkeiten, Anfang Juli d. I. sich in Hamburg ein Rendezvous geben werden, das wohl durch Glanz und Prachtentfaltung dem Ruhmeskranz der alten Hansestadt ein neues Reis einflechten wird. Für Naturfreunde. Wer die Weserlandschaft von Hameln bis zur Porta kennt, wo die Schaumburg mit der Paschenburg, der hohe Süntel und der Hohenstein mit seinen Klüften und Felsenrissen aus der Wesergebirgskette emporragen, wo der Langenfelder Wasserfall schäumend in die Tiefe des Schneegrundes hinabstürzt, wo sich die vielbesuchten Orte Steinbergen mit der Arensburg und Bad Eilsen idyllisch aneinanderreihen, der kennt auch die Luhdener Klippen mit ihrer weitgepriesenen Aussicht. Mit Recht läßt sie der Tourist nur selten unbesucht, denn der Punkt gehört zu den schönsten im gesammten Nordwestdeutschland. Vom Gipfel des Berges richtet sich der Blick den anmuthigen Windungen des Weserstromes folgend von der Porta Westfalika vorüber am Schlosse Varenholz, Kloster Möllenbeck, den freundlichen Städten Rinteln und Oldendorf und dem Kloster Fischbeck bis zu den Thurmspitzen Hamelns, gegen Süden gegen die Bergrücken der Pyrmonter Berge und des Teutoburger Waldes mit dem Hermannsdenkmal, ja bei heiterem Himmel im Often bis zur Spitze des Brockens, welcher ganz in blaue Feine gerückt über den Thürmen der Schaumburg am Horizonte auftaucht. Und doch ist zur Zeit die Fernsicht nur nach dem Südabhange des Berges völlig erschlossen; sie ist im Uebrigen mehr oder weniger durch hohe Buchenbestände verdeckt, so daß der herrliche Blick in die norddeutsche Tiefebene, nach dem Harrel mit dem Idathurm, den Städten Minden, Bückeburg, Obernkirchen, dem freundlichen Eilsen inmitten der Auepforte und der Blick sowohl in das waldige Auethal, als auf die Bergkette selbst dem Auge des Naturfreundes verschlossen blieb. Es muß daher als ein dankens werthes Unternehmen bezeichnet werden, daß der Verschönerungsverein zu Rinteln, aus dessen Mitte sich Ende v. J. ein Komité bildete, die Errichtung eines Rundsichtsthurmes auf den Luhdener Klippen in Angriff nahm. Seitdem das Thurmbaukomité durch die Genehmigung des königlichen Oberpräsidiums zu Kassel in die Lage versetzt worden ist, zur Deckung der Baukosten eine Lotterie veranstalten zu dürfen, erscheint die Ausführung gesichert. Ganz besonderes Interesse gewinnt die Thurmbaulotterie insofern, als Chr. Kröner an der Akademie zu Düsseldorf, unser größter Thier= und Landschaftsmaler, aus Liebe zu seiner Heimath— Kröner wurde in Rinteln geboren— ein Oelgemälde(Thier= und Landschaftsstück nach Motiven aus dem Oberharz) ausführte und dasselbe freigebigst als Geschenk für die Lotterie dem Komité zur Verfügung stellte. Das Bild hat einen Kunstwerth von mindestens 3000 K und zeigt dasselbe, wie alle Kröner'schen Werke, sowohl als Thierund Landschaftsstück in gleicher Weise die höchste künstlerische Vollendung. Herr Chr. Kröner hat fernerhin das Thurmbaukomité mit den photographischen Nachbildungen von vier anderen seiner Kunstwerke in vorzüglichster Ausführung überrascht. Diese Bilder werden ebenfalls als Gewinne in der Thurmbaulotterie figuriren. Dieselben enthalten die bekannten Darstellungen Vor dem Kampfe“,„Nach dem Kampfe“,„Durch die Lappen",„ Das Originalgemälde und die uorigen Krönerschen Werke(welche bereits in mehreren Städten des Loosvertriebsbezirks unter großem Beifall ausgestellt wurden), sind seiner Zeit in Rinteln zu Jedermanns Ansicht öffentlich ausgestellt, worauf hinzuweisen wir nicht unterlassen wollen. Wir wünschen dem Thurmbauunternehmen umsomehr rüstigen Fortgang und allseitige Unterstützung in Sonderheit durch günstigen Absatz für die Loose als die Gewinnchancen Dank den vielen freiwilligen Gaben bei der Lotterie sehr günstige sind und die anzukaufenden Gewinne in reellster Weise unter Förderung von Industrie und Handel in dem Loosvertriebsbezirk erworben werden.— Jedes sechste Loos gewinnt. Die Lotterie besteht aus 40,000 Loosen à 1 K. Die Gewinne außer den Gemälden aus einem Silberservice im Werth von 1000 M, verschiedenen Silbergegenständen, aus gewerblichen und Gebrauchsgegenständen, Ackergeräthen 2c. Außerdem sind die Loose selbst 12 verschiedene hübsche photolithographische Bildchen aus der Wesergegend. Wer nicht 12 Loose und somit 12 verschiedene Bilder auf einmal nehmen will, kann wählen zwischen folgenden Ansichten: Porta Westfalika, Luhdener Klippe, Rinteln, Arensburg, Bückeburger Schloß, Paschenburg, Schaumburg, Klüt bei Hameln, Hohenstein bei Oldendorf, Stadthagener Schloß, Bad Eilsen, Hameln und Varenholz. Gegen Einsendung oder Nachnahme des Betrages werden die gewünschten Loose franko von der Apotheke zu Rinteln sofort zugesandt. Das Komité verfolgt das sehr richtige Prinzip, die ganze Gegend, nicht nur die spezielle Umgebung von Rinteln, den Freunden schöner Natur bekannt und zugänglich zu machen, und werden daher alle Naturfreunde: gebeten, doch dies Unternehmen unterstützen zu wollen. Vermischtes. * Köln, 28. Mai. Der hiefige Männergesangverein wird am 9. Juni in einer Stärke von über 80 Sängern seine Reise nach London antreten und dort während eines vierzehntägigen Aufenthalts zehn Konzerte veranstalten, und zwar acht Morgenkonzerte in St. James Hall und zwei Abendkonzerte, wahrscheinlich in Exeter Hall. Herr Heurik Westberg von hier und Herr Karl Maier vom hiefigen Stadttheater werden sich dem Verein anschließen; ebenso ist die Mitwirkung namhafter Instrumental=Solisten für die Konzerte in Aussicht genommen. Das Programm der zum Vortrag gelangenden Chöre ist sehr reichhaltig und umfaßt das Beste und Schönste aus dem deutschen Liederschatze. Der Ertrag der Konzerte ist zur Bildung eines Baufonds für eine in Köln zu errichtende anglikanische Kirche bestimmt. Schon ist eine Anzahl ehrender und freundlicher Einladungen seitens deutscher und englischer Vereine und Gesellschaften in London an den Kölner Männergesangverein ergangen, und es steht zu erwarten und zu hoffen, daß die Sängerfahrt nicht nur in künstlerischer Beziehung von glücklichem Erfolge begleitet sein, sondern daß dieselbe auch den mitwirkenden Sängern einen angenehmen und genußreichen Aufenthalt in der englischen Hauptstadt bieten wird. Aus der Privatkanzlei unseres Krorprinzen ist dem Verein jetzt die nachstehende Antwort vom 22. d. M. geworden:„Ihre kaiserlichen und königlichen Hoheiten der Kronprinz und die Frau Kronprinzessin haben aus der Eingabe vom 16. d. M. mit aufrichtiger Befriedigung von der Absicht des Vereins, eine Konzertreise nach England zu unternehmen, wie von dem wohlthätigen Zwecke, welchem dieselbe dienen soll, Kenntniß erhalten. Eingedenk der verdienten Anerkennung, welche dem Vereine bei frühern Gelegenheiten in England zu Theil geworden ist, sind Höchstdieselben überzeugt, daß es ihm auch diesmal gelingen werde, dem deutschen Liede Beifall und Ehre zu erringen, wie gleichzeitig das gute Werk, dem dieses Unternehmen gilt, in wirksamer Weise zu fördern.“ ** * Köln, 25. Moi.(Flüchtlinge erschossen.) Heute Mittag machten zwei Militärsträflinge, welche von der Arbeitsstelle zurückkehrten, in der Nähe der stehenden Brücke einen Fluchtversuch. Als dieselben auf erfolgtes Anrufen nicht standen, gaben die Begleitungsmannschaften Feuer und beide Flüchtlinge stürzten todt zu Boden. ** * Die Tournüren der Damen, welche zuweilen zu einem wahren Gebirge anwachsen, werden mit den mannigfachsten Mitteln hergestellt, um die nöthige Ausdehnung herbeizuführen. Daß man aber in der Wahl dieser Mittel und hinsichtlich ihrer Zuverlässigkeit sehr vorsichtig sein sollte, beweist folgender Vorfall. Bor einigen Tagen spazierte eine mit einer stolzen Tournüre ausgestattete Dame auf dem Trottoir des Blaubachs in Köln. Hinter sich schleppte sie— einen blauen Lappen, der zusehends wuchs, während jene Aufbauschung mehr und mehr zusammenschrumpfte. Zwei Bänder zeigten sich und im Verlauf weniger Minuten entpuppte sich die Aufpolsterung als eine— große Küchenschürze, auf der sich aus allerlei Spuren von Saucen und Suppen ein ganz interessantes Bild zusammensetzte. Die Begleitung der lieben Jugend fehlte der Spaziergängerin natürlich nicht. Endlich löste ein Ruck die Schürze los. Manche der anwesenden Erwachsenen meinten, die Dame hätte besser gethan, die Schürze gemäß ihrer eigentlichen Bestimmung zu verwenden. * T o a s t e i n s e c h z e h n S p r a c h e n. A n l ä ß l i c h d e s Professoren Jubiläums des an der Pesther Universität wirkenden hervorragenden Sprachferschers Dr. Josef Budenz, eines geborenen Hessen, wurde vor einigen Tagen Abends in intimem Freundeskreise ein gemüthliches Abendessen veranstaltet, dessen interessantester Bestandtheil wohl die Tischreden waren, die in nicht weniger als sechzehn Sprachen abgehalten wurden. Den Reigen derselben eröffnete ein Toast in ungarischer, deutscher und russischer Sprache. Die übrigen Toaste waren arabisch, rumänisch, lateinisch, serbisch, böhmisch, türkisch, schwedisch, spanisch, italienisch, französisch, finnisch und englisch: Sinniger konnte eine Autorität auf dem Gebiete der vergleichenden Sprachforschungen kaum gefeiert werden. Hauswirthschaft. * Wie aus dem Inseratentheil zu ersehen, tritt von jetzt ab für die bereits allgemein sich einbürgernden Carne puraNahrungsmittel in Folge des Inbetriebsstellen größerer Anlagen in Buenos Aires eine ganz bedeutende Preisermäßigung ein. Anstatt, daß bislang eine 100 Gr.=Schachtel, aus der man ca. 12 Tassen einer ganz vorzüglichen Bouillon, wenn man sie nur richtig zu bereiten versteht, in 20—25 Minuten herstellen kann, 65 Pfg. kostet, ist der jetzige Preis einer solchen Schachtel nur 45 Pfg.,— eine Tasse Bouillon kostet also nur ca. 3½ Pfg. Nun ist das Fleischpulver das billigste Fleischnahrungsmittel, da es einen Eiweißgehalt von ca. 70% hat und das leichtverdaulichste, denn es werden 95—97% davon verdaut. Die früher den Schachteln beigepackten Gemüsepulverpacketchen sind in Wegfall gebracht. Das Fleischpulver ist von vorzüglicher Qualität. Das beste Rindfleisch wird dazu verwandt und nach amtlicher Kontrole verarbeitet. Wie wir aus zuverlässiger Quelle hören, wird übrigens demnächst einer der ersten deutschen Thierärzte im Auftrag der Gesellschaft die Kontrole über das Vieh und die Schlachtung in Buenos Aires übernehmen und dadurch alles Mißtrauen beseitigt sein, dem man dann und wann ungerechtfertigter Weise begegnet. Auf die Zubereitung kommt sehr viel an, wir verweisen daher auf das Carne pura-Kochbuch von Fräulein Kux, welches 50 Pfg. kostet und nur in der hannoverschen Kochschule ausprobirte Carne pura-Speisen(187 Rezepte) enthält.— Während der Hygiene=Ausstellung läßt die Carne pura Gesellschaft in ihren Pavill ns von ihren Nahrungsmitteln Speisen probenweise kochen und von 11—2 Uhr gratis dort vertheilen. Literatur, Kunst und Wissenschaft. * 1) Ueber forstliche Verhältnisse Frankreichs, insbesondere die Leistungen der französischen Staatsforstverwaltung auf dem Gebiete der Walderhaltung. 2) Die forstlichen Verhältnisse Frankreichs. 3) Ueber Aufforstungen von Oedungen. 4) Ueber Wildbach= und Lawinen=Verbauung, Aufforstung von Gebirgshängen und Dammböschungen. Diese sämmtlichen Schriften, von denen die beiden ersten bei Teubner in Wien, die dritte im Selbstverlage des Verfassers, die vierte in der Hofbuchhandlung von Wilhelm Frick in Wien erschienen sind, haben den Professor Dr. Arthur Freiherrn v. Seckendorf, k. k. Regierungsrath und Leiter des forstlichen Versuchswesens in Wien, zum Verfasser und verdanken ihre Entstehung den Ueberschwemmungen und Hochwassern, welche einzelne Kronlande Oesterreichs in demselben Grade heimgesucht haben, wie unlängst unsere Rheinlande. Sie empfehlen als Mittel ihrer Beseitigung und Verminderung die französische Gesetzgebung, welche auch von uns gelegentlich der Aufsätze über den Nothstand in der Eifel ihren Grundzügen nach schon besprochen und zur Nachachtung empfohlen worden ist, geben dann, auf die offiziellen Berichte gestützt, eine genaue und höchst interessante Uebersicht über die erzielten Erfolge und befassen sich in eingehendster Weise mit der Art ihrer Anwendung und Uebertragung auf unsere Verhältnisse unter Hinzufügung eigener Verbesserungsvorschläge. Selbstredend bewegen sie sich, zumal die letzte Abhandlung, vorzugsweise auf technischem Gebiete, ziehen überall, sowohl bei den baulichen Konstruktionen als bei den Anpflanzungen, die Vegetationsgrenze in Rechnung und unterwerfen insbesondere auch die Frage, in wie weit der Forstmann auf die Sicherheit und Rentabilität des Eisenbahnbetriebes einzuwirken vermag, einer tief eingehenden Erörterung. Damit ist ein ganz neuer Gesichtspunkt zu Tage getreten, der allein ausreichen dürfte, diese Arbeiten den Beamten wie den Forsteigenthümern gleichmäßig zur Beachtung zu empfehlen. Neueste Nachrichten. * Erbach i. Rheingau, 29. Mai. Ihre königl. Hoheit die Prinzessin Marianne der Niederlande ist heute früh 5¾ Uhr gestorben. * Staßfurt, 29. Mai. Diese Nacht fand hier eine furchtbare Erschütterung statt. Viele Gebäude erhielten Risse. Unsere Kirche ist schrecklich zerrissen. Es herrscht eine große Aufregung. In Leopoldshall ist ein Portierhaus eingestürzt. * Zürich, 28. Mai. Bei der gestrigen Volksabstimmung wurde mit großer Mehrheit die Aufhebung des Impfzwanges und mit geringer Majorität die Wiedereinführung der Todesstrafe beschlossen. * Petersburg, 29. Mai. Nach den aus den Provinzen, selbst aus den entlegensten Grenzmarken des Reiches, eingegangenen telegraphischen Meldungen ist die Krönungsfeier an allen Orten mit großem Enthusiasmus begangen worden. Bei der gestern Abend hier stattgehabten Illumination fanden auf dem Newski=Prospekt unter dem Absingen der Nationalhymne unausgesetzt patriotische Kundgebungen statt. * Moskau, 29. Mai. An dem gestrigen Balle in der Granowitaja Palata nahmen gegen 2500 Personen Theil. Zu dem am Freitag bei dem deutschen Botschafter, Generallieutenant v. Schweinitz, stattfindenden Ballfest, welchem das Kaiserpaar und sämmtliche Mitglieder der kaiserlichen Familie beiwohnen werden, sind über 700 Einladungen ergangen: an die fremden Fürstlichkeiten, das diplomatische Korps, die hohen Würdenträger, an die Generalität und die ersten Familien der Petersburger und Moskauer Gesellschaft, so wie an Bertreter der hiesigen deutschen Kolonie. Heute findet eine größere Abendgesellschaft bei dem Generalgouverneur von Moskau statt.— Der Kaiser hat dem Oberpolizeimeister von Moskau, General Koslow, seine besondere Anerkennung wegen der bei den Feierlichkeiten gewahrten musterhaften Ordnung ausgesprochen. Metcorologische Besbachtungen der Deutschen Scewarte in Bamburg vom 29. Mai, Morgens 8 Uhr. Die Wetterlage hat sich seit gestern im allgemeinen wenig verändert. Bei schwacher Luftbewegung ist über Centraleuropa das Wetter trocken, heiter, fast wolkenlos. Nur in der Alpengegend ist der Himmel bedeckt. Die Temperatur ist fast überall gestiegen und hat in Deutschland die normale meist überschritten. 30. wolkig. Sonnen=Aufgang 3 U. 47., Untergang 8 U. 8 M. Monde=Aufgang 1238 Mrgs., Untergang 1246 Nchm. Für den Inseratentgeil verantwortich: A. Mewes in Dermold. Konkursverfahren. Ueber das Vermögen des Bäckers und Kommerzianten Gerhard Östermann zu Erder wird, da derselbe seine Zahlungsunfähigkeit nachgewiesen und die Eröffnung des Konkurses über sein Vermögen beantragt hat, heute am 29. Mai 1883, Vormittags 10 Uhr das Korkursverfahren eröffnet. Der Referendar Piderit zu Hohenhausen wird zum Konkurs verwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 22. Juni 1883 bei dem Gerichte anzumelden. Es wird zur Beschlußfassung über die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläubigerausschusses und eintretenden Falls über die in§ 120 der Konkorsordnung bezeichneten Gegenstände auf Freitag, den 29. Juni 1883, Vormittags 10 Uhr, und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf Freitag, den 29. Juni 1883, Vormittags 10½ Uhr vor dem u terzeichneten Gerichte Termin arberaumt. Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig find, wird aufgezeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auserlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 22. Juni 1883 Anzeige zu machen. Hohenhausen, 29. Mai 1883. Fürstl. Amtsgericht zu Hohenhausen. gez. Kirchhof. Der Gerichtsschreiber F. Ortmann. Eine Tamiss mn 1 Okthr Eine Familie sucht zum 1. Ottor. eine herrschaftliche Wohnung, event. Haus von—10 Zimmern nebst. Zubehör und Garten in Detmold. Off. mit Preisangabe sub C K. 4198 bef. Rudolf Mosse, Hannover. Bimstein in kleinen Stücken steht billig zu verkaufen in der Meyerschen Hofbuchdruckerei (Gebr. Klingenberg) Detmold. 1 janinos Flügel Harmoniums Sparsystem 20 Mark monatl. Abzahlung ohne Anzahlung Nur Prima-Fabrikate Magazin vereinigter Berliner Pianoforte-Fabriken · Berlin, Leipzigerstrasse 30. Preiscourant gratis und franco. Ein HHaus in einem frequenten Orte mit Amtsgericht, in bester Lage, worin Handlung und Wirthschaft betrieben worden, ist unter günstigen Bedingungen sofort zu verkaufen. Dasselbe eignet sich, seiner besonders günstigen Lage wegen, auch zum Betriebe einer Bäckerei. Nähere Auskunft ertheilt die Exped. d. Bl(143 Prina gehämmertes Sohlleder, alle Sorten Oberleder, Schäfte und Schuhmacher=Artikel empfiehlt 5. Sigges. Detmold. Suche einen Bäckergesellen. L. Rackelmann. Wir suchen für unsere Steindruckerei einen Lehrling. Meyersche Hofbuchdruckerei (Gebr. Klingenberg) Detmold. Zum 1. Oktober d. I. suche ich eine Mamsell, die selbständig Kochen kann; dieselbe muß in einem größeren Gasthofe gelernt haben und die feine Küche verstehen. Gute Zeugnisse sind durchaus erforderlich. Lemgo. C. Wülker, Gasthofbesitzer. Ein welches französisch lernen möchte, findet sofort Aufnahme in einem Pensionate in Genf für 70 frs. monatlich, gegen die Verpflichtung von wöchentlich—4 Unterrichts stunden in der deutschen Sprache Meldungen befördert die Expedition unter Chiff. A. Z. 142. Lebensversicherungs-Gesellschaft zu Leipzig auf Gegenseitigkeit gegründet 1830. Vermögens-Ausweis Ende December 1882. Vermögensbestand. Baare Kasse und Guthaben bei der Reichsbank Wechsel und Staatspapiere Lombarddarlehne Mündelmässige Hypotheken Kautionsdarlehne und Policenvorschüsse Hausgrundstück und Mobiliar Am 31. Decbr. 1882 fällige Beiträge werdende Bei1883 zahlbar tragsraten Stückzinsen Versicherungsbestand Ende 1882: 35029 Personen versichert mit 188 491 800 K Einnahme an Versicherungsbeiträgen und Zinsen im Jahre 1882: 7 826 682 K 75+. Ausgabe für Todesfälle im Jahre 1882: 2 449 254 K 90 seit Bestehen der Gesellschaft: 34 599 454 M. Dividende im Durchschnitt der letzten 4 Jahre: 40% für 1884: 41% der ordentlichen Jahresbeiträge. 0 Weitere Auskunft ertheilen auf Anfrage die Gesellschaft selbst, sowie deren Vertreter in Detmold: E. Rhenius, Rentner, in Lemgo: Carl Plöger. Anfrage! Wann wird endlich die Fahrbrücke in der Benekenstraße fertig gestellt und dem öffentlichen Ver kehr übergeben? Wartet man vielleicht auf noch günstigeres BauWetter als wir es bisher gehabt? Frische Kieler Buclinge à Stück 5 empfing Au Sheschk Matjes-Heringe junges Mädchen, sicht E. Flohm=Heringe à Stück 30 bei E. Steller. Möblirte Wohnung auf sofort gesucht. Gefl. Off. unter Z. Nr. 144 an die Expedition d. Blattes. Ich beabsichtige Sonnabend und Sonntag ein fettes Schweins. ausschießen zu lassen, wozu ergebenst einladet A. Willer. Die glückliche Geburt eines gesunden Töchterchens zeigen ergebenst an G. Nehrmann und Frau. Volkhausen, 30. Mai 1883. „Verspätet.“ Todesanzeige. Heute Nachmittag 2 Uhr eatschlief sanft nach kurzem aber schweren Leiden unser innigst geliebter Gatte, Vater und Bruder, der Kaufmann Carl Wolff, im 52. Lebensjahre, welches wir Freunden und Bekannten hiermit anzeigen, um stille Theilnahme bittend. Schötmar, 26. Mai 1883. Die trauernden Hinterbliebenen. Carne pura. In Folge der Inbetriebstellung der vergrößerten Fabrikanlage in Buenos Aires sind wir nunmehr in der Lage, den Preis für das Patentfleischpulver und einige der damit gemischten Nahrungsmittel bedeutend zu ermässigen. Die 100 Gr=Schachtel Fleischpulver wird sich von nun an im Einzelhandel anstatt wie bisher auf 65 Pf. auf nur 45 Pf. stellen, mithin 1 Tasse Fleischbrühe nur ca. 3½ Pfennig koster. Die Qualität des in der neuen Anlage hergestellten Patentfleischtulvers ist nach übereinstimmendem Urtheil Aller, die es geprobt haben, sowohl hinsichtlich der Reinheit und des Gehaltes, als auch des Geschmackes tadellos. Bezüglich richtiger Zubereitung der Fleischbrühe aus Carne pura verweisen wir auf das Mitte Mai bei Reinhold Kühn in Berlin erschienene„Carne pura-Kochbuch“ von Fräul. Kux, Vorsteherin der hannöverschen Kochschule, und auf die in unseren Pavillons auf der Hygiene=Ausstellung stattfindenden Probekochungen. Mai 1883. Carne pura-Aktien-Gesellschaft zu Bremen. Zu haben in Detmold bei Harry Doench, Apotheker Wasserdichte Wagendecken, lich, Ghemisch präparirt, welche stets elastisch bleiben und weder kleben, noch brechen; Fabrikation nach neuester Methode, unter Garantie der Daue haftigkeit.— Muster und Kostenanschläge gratis und franko. J. Landauer, Leipzig. vom 1. Juni ab. Detmold Lage Salzuflen Herford Detmold=Herford. Herford Salzuflen Lage Detmold 5. 0 .19 .43 .55 5 .20 .40 .54 .45 .59 .15 .25 12.15 12.29 12.45 12.55 ford=Detmold. 10.23 10.36 10.56 11.10 .23 .35 .52 2. 5 .38 .51 2. 6 .15 .42 .56 .13 327 3. 0 .14 .30 .40 .10 .23 .41 .55 .46 8. 2 .20 .30 .20 .43 10.12 10.30 Postsendungen jeder Art werden von Detmold befördert mit den Postzügen.45., 12.15.,.46., Briefe außerdem mit den Zügen 5 V. und .0 N. Briefe sind bei dem Postamte in Detmold mindestens 30 Minuten vor Abgang der betr. Züge einzuliefern. Mit den Postzügen.45., 12.15.,.46 A. werden auch die Briefe befördert, welche 5 Minuten vor Abgang derselben in dem BahnhofsPostbriefkasten vorgefunden werden. Postverbindungen: Salomon& Oppenheimer, Bankgeschäft. Detmold 30. Mai 1883. Wechsel-Course in kurzer Sicht. Brief Geld Amsterdam Antwerpen und Brüssel London Paris Wien New-York Ud K 100 fs. 1 Lst. 100 fs. 100 fl. 1 Dol. 4,23 Geld-Course 169,15/20 francs— St. Sovereigns 80,85 Holl. 10 fl. St. 20.44]„ Silber 81.— Amerik. Bukn. 170,25Holländ.„ Oesterr. Geld 1 fl. 1 Del. 1 fl. 1 fl. 16.15 20,25 16,70 1,66 4,14 1,68 1,69 Wir empfehlen uns zur Vermittelung aller ins Bankfach einschlagenden Geschäfte insbesondere zum Diskontiren u. Inkasso von Wechseln, Ein- und Verkauf von Staatspapieren, Aktien und sonstigen Effekten, — Kontrole der Verloosungen, Kündigungen etc. gratis,— sowie zur Einlösung von Coupons, Anschaffung u. Begebung guter Hypotheken. Wir sind Abgeber von Wechseln auf alle grossen Städte Europa: und Amerikas, auch bewerkstelligen wir Auszahlungen dorthin.