„Die Lippische Landes=Zetiungerscheint mit Ausnahme der Sonn= und Festtage täglich werden in derselben die amtlichen Bekanntmachungen des Amtsblattes für das Fürsteuthum Lippe in besonderer Rudrik veröffentlicht. Redaction u. Expedition: Detmold, Leopoldstraße Nr. 117. Abonnementspreis für das Vierteljahr: In Detmold 2 Mark 25 Pf., auswärts durch die bezogen 2 M. 60 Pf.,— mit Bestellgeld 3 M. Inserate werden mit 12 Pf. für den Raum der einfachen Corpus=Spaltzeile berechnet. 4 Verantwortlicher Redacteur August Klingenberg. Druck und Verlag der Meyer'schen Hofbuchdruckerei(Gebr. Klingenberg) in Detmold. Je 120. Freitag, 25. Mai. 1883. Rauicher Kechostog Sitzung vom 23. Mai. Präsident v. Levetzow eröffnet die Sitzung um 12½ Uhr. Am Regierungstische Minister v. Scholz und Geh. Rath Lohmann. Ein Gesuch des Abg. Witzelsperger(Centrum), welcher ohne Angabe von Gründen einen vierwöchentlichen Urlaub nachsucht, wird dem Antrage des Abg. v. Minnigerode gemäß, abgelehnt.— Das Haus setzt hierauf die dritte Berathung über die Krankenversicherung fort. Es werden die§§ 1, 1a und 2 in der Spezialdiskussion verbunden. Abg. v. Hertling(Centr.) plaidirt für Streichung des§ 1a, um die ländlichen Arbeiter vom Versicherungszwange auszuschließen. Abg. Eberty(Sez.) verlangt im Gegentheil auch die nach der Vorlage gegebene Möglichkeit, daß die Verwaltungsbehörde den Versicherungszwang für ländliche Arbeiter aufheben kann, zu beseitigen. Minister v. Scholz: Die Regierung will nur, daß die ländlichen Arbeiter nicht schlechter gestellt werden, als sie heute schon stehen. Das weide ja durch den Antrag v. Hertling allerdings erreicht, allein jedes andere Amendement, das diesem Zwecke entspricht, sei der Regierung recht. v. Minnigerode empfiehlt den Antrag v. Hertling. Abg. Dirichlet(Fortschr.) wird gegen diesen Antrag stimmen, behält sich aber seine Entschließung für die Schlußabstimmung über das ganze Gesetz vor. Abg. Dr. Gutfleisch(Sez.) beantragt einige redaktionelle Aenderungen. Abg. Windthorst erklärt, daß er und seine Freunde dem ganzen Gesetz nur zustimmen können, wenn der§ la nach dem Antrage v. Hertling gestrichen wird. Selbst der inzwischen eingebrachte Kompromiß=Antrag der Abgg. Hammacher und Maltzahn sei für ihn nicht annehmbar und würde das ganze Gesetz unannehmbar machen. Der Abg. Winterer(Elsässer) äußert sich im gleichen Sinne. Abg. Buhl(Nationallib.) befürwortet den Kompromißantrag, der diejenigen ländlichen Arbeiter von der Zwangsversicherung frei läßt, die in Krankheitsfällen Ansprüche auf gleich hohe Unterstützung an ihren Arbeitgeber haben, wie sie die Gemeindeversicherung gewährt. Das ablehnende Verhalten der Konservativen lasse die Deutung zu, daß man sie mit den Wohlthaten dieses Gesetzes verschonen möge. Abg. Kleist=Retzow wünscht zwar auch die Vothelle der Versicherung für die länd. lichen Arbeiter, will aber darum nicht das ganze Gesetz scheitern lassen. Geheimer Rath Lohmann: Der Antrag Hammacher=Maltzahn ist der Regierung nicht ausreichend, sie muß auf der Annahme des Antrages Hertling bestehen, wenn das Gesetz für sie annehmbar sein soll. Abg. Hammacher(National=Liberal): Diese Aeußerung steht im Widerspruch mit der gestrigen Erklärung des Ministers v. Scholz. Ich werde doch abwarten, ob das Centrum die ganze Vorlage mit dem Kompromißantrage ablehnen wird. Geh.=Rath Lohmann: Ich befinde mich in völliger Uebereinstimmung mit dem Minister v. Scholz. Abg. v. Maltzahn=Gültz. Nachdem die Regierung erklärt hat, auf dem Antrage v. Hertling zu bestehen, werden wir, um die Vorlage zu Stande zu bringen, für diesen Antrag stimmen, überlassen aber die Verantwortlichkeit dem Centrum. Abg. Dr. Hirsch (Fortschr.) Eine solche Verwirrung ist noch nie dagewesen! Der Vorredner stimmt jetzt gegen seinen eigenen Antrag. Lernen sie doch begreifen, daß zur Gesetzgebung nicht blos das Abstimmen, sondern auch Konsequenz und sittliche Würde gehört. Bei der Abstiwmung wird§ 1 mit einigen unwesentlichen redaktionellen Aenderungen angenommen. Bei der Abstimmung über den Kompromißantrag zu§ la stimmen 108 gegen 84 für denselben. Das Haus ist also nicht beschlußfähig. Nächste Sitzung Freitag 12 Uhr: Fortsetzung der heutigen Berathung. Schluß 5¼ Uhr. Deutsches Reich. * Berlin, 24. Mai. Der Kaiser bleibt nach den Militärübungen(noch vierzehn Tage in Babelsberg, geht dann nach Ems und Mainau, schließlich nach Gastein, wo er zugleich mit Bismarck sein möchte. Leise tritt die Nachricht auf, daß der Kaiser dort mit dem Kaiser Franz Joseph und dem König Humbert zusammentreffen wird, wobei Bismarck, Kalnoky und Mancini anwesend sein würden. *— Angesichts der geringen Neigung der Majorität des Reichstags auf die Ausschließung der landund forstwirthschaftlichen Arbeiter von der Krankenversicherung der Arbeiter hat Minister v. Scholz sich veranlaßt gesehen, ein Mittel zu bezeichnen, dessen Anwendung geeigret sein würde, die„schweren Bedenkendes Bundesraths zu beseitigen. Der Vorbehalt, daß der Arbeitgeber einzutreten habe, wenn durch AnwenHerzenswandlungen. Von Antonie Haupt. 44. Fortsetzung. Er zog sie neben sich auf den Divan und sie schmiegte in seliger Ruhe ihr Köpfchen an seine Schulter, während sie ihm von den inneren Kämpfen, dem Abgrunde von Zweifeln und trostloser Herzenseinsamkeit der letzten Wochen erzählte. „Armes Kind!“ sagte er, als sie geendet.„Und ich konnte wähnen, Du habest mich vergessen. Aber nun ist Alles klar und hell zwischen uns, ohne Dunkel und Schatten“, fügte er heiter hinzu, indem er die Hand auf ihren Scheitel legte und ihr innig ins Auge schaute. Sie schüttelte traurig den Kopf:„Deine Abreise steht wie ein finsterer Schatten zwischen uns. Ich werde mich unendlich nach Dir sehnen.“ Er lachte laut und fröhlich:„Ach ja, die Abreise hätte ich fast vergessen! Närrchen, glaubst Du denn wirklich, daß ich jetzt, nachdem ich Dich wieder habe, die Stadt ohne Dich verlassen werde? Graf Hohenhorst erhält noch heute Abend ein Billet von mir. Er wird auch ohne mich einige Wochen in seinen Wäldern zubringen können. Nach Italien aber werde ich nur mit meiner reizenden jungen Frau zurückkehren, vorausgesetzt, daß sie mir folgen will.“ „Nichts in der Welt soll uns mehr trennen, mein Albano. Ich gehe mit Dir, wohin Du willst“, gab sie glückstrahlend zur Antwort. Jubelnd umschloß er sie von Neuem. „Dachtest Du nie daran, Dich mit der Komtesse von Hohenhorst zu vermählen?" fragte sie nach einer Weile. Er schaute sie verwundert an:„Nein, Geliebte“, sagte er erstaunt.„Wie kommst Du zu dieser Frage?“ „Die Welt verlobt Dich mit ihr.“ „Da hätte ich dem Minister Lanzilli einen schlechten Freundesstreich gespielt", lachte Albano.„Armgard ist die Braut von Emilio Lanzilli, einem meiner theuersten Freunde. Die Verlobung wird erst in Italien veröffentlicht werden." „So sind denn alle Räthsel gelöst und ich empfinde nur Licht, nur Glück, nur Frieden!“ rief Elisabeth. Der Baurath traute seinen Augen nicht, als sein Kind mit dem berühmten Meister vor ihn hin trat und um seinen Segen flehte. Diese Wendung der Dinge hatte er nicht erwartet; und jetzt erst ging ihm ein Licht auf. „Das war also die plötzliche Krankheit gestern Abend“, rief er lachend.„Gottlob, daß sich ein Heilmittel dafür gefunden hat!“ Mit der größten Freude ertheilte er seine Einwilligung zu der Verlobung des glücklichen Paares, die noch am selben Abende im Familienkreise gefeiert wurde. 12. Wenn wir nach fünf Jahren den Gasthof„Zur Trauber besuchen, so finden wir, daß die Zeit spurlos an ihm vorübergegangen ist. Auf der weinumsponnenen Veranda duften die Traubenblüthen gerade wie ehemals, Mutter Kraus empfängt uns mit unveränderter Frische und Freundlichkeit, und das Oberhaupt waltet mit gleicher Rüstigkeit seines Amtes in Haus und Keller. Heute scheinen ganz besonders werthe Gäste erwartet zu werden, denn die Thüre des blos bei festlichen Veranlassungen gebrauchten Familiensaales ist geöffnet und aus demselben ertönt zwischen Hammerschlägen und Klirren und Klappern von Tellern und Gläsern das Lachen und Plaudern fröhlicher Menschen. Folgen wir dem Oberhaupte, welches eben mit der Last einer Guirlande die Treppe hinauf steigt, in den geräumigen Saal, so finden wir hier den Schwiegersohn des Hauses, Herrn Professor Luck, in höchsteigener Person Nägel eintreibend auf einer Leiter stehen, um dung des Gesetzes der Arbeiter belastet werde, hat in der Praxis schwerlich eine andere Bedeutung, als die einer Gewissensberuhigung. Der konservative Abg. v. Maltzahn=Gültz bestritt mit Bestimmtheit, daß bei Anwendung des Gesetzes eine Verschlechterung der Lage der ländlichen Arbeiter zu befürchten sei. Für die Regierung scheint der eigentliche Stein des Anstoßes in dem§ Ia zu liegen, welcher den Gemeinden das Recht zugesteht, die ländlichen Arbeiter in ihrem Kreise von den„Wohlthaten der Krankenversicherung auszuschließen. Ob sich eine Verständigung über diese Frage erzielen läßt, wird sich morgen erkennen lassen; sollte das nicht der Fall sein und wider Erwarten eine Majorität für den Ausschluß der ländlichen Arbeiter zu Stande kommen, so ist nicht ausgeschlossen, daß die Vorlage bei der Schlußabstimmung abgelehnt wird. *— Die„N. L..“ schreibt: In Hannover hat dieser Tage unter dem Vorsitz des bekannten Obermeisters Meyer aus Berlin ein Handwerkertag stattgefunden, der von den in diesen Kreisen herrschenden maßlosen reaktionären Bestrebungen lehrreiches Zeugniß ablegte. Die Ziele dieser Bewegung treten in einem Statut für einen allgemeinen deutschen Handwerkerbund hervor; sie bestehen in der Errichtung obligatorischer Innungen, der Einführung von Arbeitsbüchern für alle Arbeiter, der Beseitigung der„gemeinschädlichen“ Konsumvereine, dem Verbot von Wanderauktionen u.., einer Sammlung der äußersten, theilweise geradezu unverständlicher, gegen die bestehende Freiheit auf gewerblichem Gebiet und gegen die ganze heutige Produktionsart gerichteten Forderungen. Was für seltsame Meinungen und Wünsche auf dieser Versammlung vorgetragen werden konnten, beweisen die Ausführungen eines Hamburger Handwerksmeisters, der seinen Standpunkt dahin entwickelte, die vervollkommneten Maschinen seien das Grundübel alles sozialen Elends. Ehe man nicht alle Maschinen so hoch besteuere, wie sie Arbeiter überflüssig machen, könnten alle Innungen nichts nützen. Der Handwerkerstand schadet der Erfüllung berechtigter Wünsche und Forderungen durch nichts mehr als durch Uebertreibungen, wie sich deren diese hochzünftlerische Versammlung wieder schuldig gemacht. Der geringe Beifall, dessen sich diese Bewegung in den Massen erfreut, ist die Folge ihrer Maßlosigkeit. Wenn verschiedene Redner die Handwerksmeister aufWe die geschmackvolle Verzierung des Raumes durch sinnig angebrachte Kränze zu vollenden. Seine schöne junge Frau beschäftigt sich damit, die großen Vasen auf der zierlich gedeckten Tafel mit duftenden Blumen zu füllen, wobei ihr zwei kleine Bursche, deren blonde Lockenköpfe mit großen blauen Augen dem Vater ähnlich sehen, Beistand leisten. Ganz von der Wichtigkeit seines Amtes erfüllt, bemüht sich der Aelteste bereits selbst mit ernster Miene einige Blumen in der Vase anzubringen, während der Kleine sich auf die Zehen hebt und die Mutter mit heller Stimme bittet, auch seine Blumen zu nehmen. Sogar das zigeunerhaft braune Wickelkind auf den Armen der Wärterin reckt der Mama sein kleines Händchen mit einer Rose entgegen und ruft:„Da da!“ „Mama, haben der fremde Onkel und die Tante auch Kinder?" fragt der Erstgeborene. „ Das mußt Du abwarten“, lautet die Entgegnung, die den kleinen Frager gewiß nicht zufrieden stellen würde, wenn nicht in diesem Augenblick der Großvater mit dem Laubgewinde hereinkäme. Mit Freudengeschrei wackeln die Kleinen ihm entgegen; jeder will einen Theil der Last tragen; lächelnd überläßt Vater Kraus ihnen ein Stück des Gewindes, doch o weh! Der Kleinste unterliegt sofort seiner Bürde und rollt über den Boden hin. Das in Folge dessen mit schallender Jungenstimme ertönende Jammergeschrei nimmt jedoch ein jähes Ende, als rasche Schritte die Treppe heraufstürmen und der kleine Schreihals im nächsten Moment von zwei jugendkräftigen Armen fast bis an die Decke emporgehoben und im Kreise umhergewirbelt wird. „Grüß Gott, Rainer!“ rust es erfreut von der Leiter herab. „Onkel Bauer!" jauchzt der kleine Erwin, indem er sein Stück Guirlande fallen läßt und mit ausgebreiteten Aermchen auf den Maler zuläuft, der jetzt ebenfalls in der Thüre sichtbar wird. (Fortsetzung folgt.) forderten, im Verein mit den Arbeitern gegen den modernen Staat anzukämpfen, der dem Großkapital alle Vorrechte gebe und den Mittelstand erdrücke, so ist es nicht zu verwundern, wenn diejenigen, an welche diese Aufforderung ergeht, sich lieber der Sozialdemokratie anschließen, die denn doch noch gründlicher mit unserm modernen Staat, unserer modernen Gesellschaft, der bestehenden Produktionsweise und dem Kapital aufräumen würde als die zünftlerischen Handwerksmeister. Sehr bestimmt wurde auch eine energische Agitation für die nächsten Reichstagswahlen in Aussicht gestellt, und zwar selbständig und unabhängig von jeder politischen Partei, lediglich für die Handwerksinteressen. Man wird dem Erfolg dieser Agitation ohne allzu große Besorgnisse entgegensehen dürfen. Recht bezeichnend ist es, daß der Oberpräsident von Leipziger die Versammlung persönlich begrüßte und ihr die Theilnahme der Staatsregierung aussprach, wenn dieselbe gleich nicht mit allen Forderungen einverstanden sei. Auch Herr Windthorst ließ es sich natürlich nicht entgehen, der Versammlung ermuthigende Worte zu widmen. *— Der Gerichtshof in Hirschberg hat den Freiherrn v. Rothenhan, wie schon mitgetheilt, der wiederholten körperlichen Verletzung eines Mädchens unter Verletzung seiner Berufspflichten schuldig erkannt und ihn zu einer Geldstrafe von 110 K verurtheilt Der Gerichtshof hat angenommen, daß Herr v. Rothenhan; als Schulpatron und nicht als Amtsvorsteher bei den Mißhandlungen gehandelt habe, der Angeklagte ist damit den bei Weitem schärferen Strafbestimmungen des § 340 des Strafgesetzes entgangen. Ueber die Berechtigung dieser Distinktion uns zu verbreiten, fühlen wir uns nicht berufen; wir begnügen uns damit zu konstatiren, daß dem verletzten öffentlichen Rechtsbewußtsein durch die Schuldigerklärung und Verurtheilung v. Rothenhans die Genugthuung gegeben worden ist, welche anfänglich ihr versagt bleiben sollte. Es ist um so mehr angezeigt, diesen Punkt zu betonen, als nach dem uns zugehenden Berichte über die Verhandlungen der Staatsanwaltschaft die Thatsache, daß die Angelegenheit im Abgeordnetenhause zur Sprache kam, einen mißbilligenden Seitenblick warf. Der Ausgang der Sache spricht gerade dafür, wie durchaus angemessen und nothwendig es war, Ausschreitungen in der Volksvertretung zur Sprache zu bringen, die ohne dies Dazwischentreten ohne Ahndung geblieben wären. Die Bevölkerung, welche man in so mannigfacher Weise an den parlamentarischen Einrichtungen irre zu machen sucht, wird nicht verfehlen, sich aus dieser Thatsache die Moral zu ziehen; das mag allerdings auf manchen Seiten unangenehm berühren. * Hannover, 23. Mai. Der Handwerkertag beschloß heute, dahin zu wirken, daß der Großbetrieb in dem Maße, wie er Arbeiter durch Maschinen unnöthig mache, zur Generalsteuer herangezogen werde. Ferner wurde beschlossen, den Entwurf einer Gewerbeordnung auszuarbeiten, denselben den gesetzgebenden Faktoren vorzulegen und den Reichskanzler um baldige Inaugurirung einer den gefaßten Beschlüssen entsprechenden Gewerbegesetzgebung zu ersuchen. Mit einem dreifachen Hoch auf den Kaiser wurde der Handwerkertag hierauf geschlossen. * Elberfeld, 21. Mai. Von der Ueberbürdung unserer Schuljugend ist schon so viel geredet worden, daß es endlich an der Zeit zum Handeln ist. Obschon ein Ministerialerlaß die Leiter der höheren Anstalten angewiesen hat, Turnspiele und Uebungsmärsche einzurichten— das beste Mittel, um dem übeln Einflusse des Schulstaubes und Stubenhockens entgegenzutreten — so scheint man doch im Allgemeinen nur zögernd, ja widerstrebend dieser wohlgemeinten Neuerung Rechnung tragen zu wollen. Jedes gegebene Beispiel ist deshalb um so dankenswerther. Am hiefigen Gymnasium sind die Turnspiele auf eigens dazu gemiethetem Platze im besten Gange, an der Oberrealschule sind sie in Vorbereitung und der Direktor des Realgymnasiums, Herr Dr. Börner, hat nicht nur einen detaillirten Plan für weitere und kürzere Ausflüge, sowie für Turnspiele der einzelnen Abtheilungen seiner Anstalt ausgearbeitet, sondern auch eine Anweisung zu solchen Turnspielen und Schülerfahrten(Verlag der J. Bädeker'schen Buchhandlung in Elberfeld, Preis 20+) herausgegeben. Im Anhange enthält dieselbe das Statut einer Reisesparkasse für Schüler, durch welche dieselben in Stand gesetzt werden, allmählich die Mittel zu einer größeren Ferienreise anzusammeln. Die diesjährige wird unter Aufsicht des Direktors und mehrerer Lehrer in den ersten 8 Tagen der Ferien stattfinden, die vulkanische Eifel zum Ziele haben und 25 bis 30 K die Person kosten. Wir hoffen, daß dieses Vorgehen des Elberfelder Realgymnasiums Nachahmung finden wird. (.=W. Ztg.) * Osnabrück, 18. Mai.(Moorrauch.) Gestern Nachmittag überfiel uns diese Plage wieder in hohem Maße. An beiden Seiten der Ems werden jährlich etwa 40,000 Morgen Moor gebrannt. Nach des Medizinalraths Miquel Forschungen als Medizinalreferent hiefiger Landdrostei in seiner Broschüre:„Der Landdrosteibezirk Osnabrück nach seinen klimatischen Bevölkerungs= und gesundheitlichen Verhältnissen", steht das Dahinsiechen eines großen Theiles der Bevölkerung des hauptsächlich moorbrennenden Kreises Meppen an der Lungenschwindsucht, mit dem Einathmen der im Moorrauch befindlichen Torfpartikelchen vermuthlich in ursächlichem Zusammenhang.(Frf..) * Bremen, 22. Mai. Die Generalversammlung der deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger wird am 29. und 30. Mai hier abgehalten werden. Aus Anlaß derselben wird am ersten Tage ein Festessen im Bürgerpark, am zweiten ein solches in der Lloydhalle zu Bremerhafen stattfinden. Für den zweiten Tag ist zugleich eine Ausfahrt nach dem Leuchtthurm in der Wesermündung mittelst des Lloyddampfers„Forellen in Aussicht genommen. * Frankfurt a.., 22. Mai. Die gerichtliche Verhandlung gegen die Reichstagsabgeordneten Frohme und Geyser wegen Mißbrauchs ihrer Eisenbahnfreikarten wurde behufs Vernehmung von noch weiteren Zeugen vertagt. .. Sachsen. Leipzig, 22. Mai. Außer dem Glückwunschschreiben und Telegramme seitens des deutschen Reichstags liefen noch von verschiedenen sächsischen, preußischen und Reichsbehörden Glückwünsche für den Präsidenten Simson zu seinem Jubeltage ein, überdies unzählige andere Beweise von Auszeichnungen für den Jubilar. Die Stadt Frankfurt a. d. Oder überreichte eine Adresse. Bernhard Suphan, der Herausgeber der sämmtlichen Werke Herders, hat ihm als Festschrift eine aus dem Herderschen Nachlaß veröffentlichte kleine Schrift gewidmet, welche Herder im Jahre 1792 abfaßte unter dem Titel: „Benjamin Franklins Rules for a Club etablished in Philadelphia, übertragen und ausgelegt von Johann Gottfried Herdern.(Köln. Ztg.) Sachsen=Weimar=Eisenach. * Eisenach, 23. Mai. Der deutsche Statistikerkongreß ist heute Nachmittag 2 Uhr geschlossen worden. — Die Versammlung der deutschen Feuerr ersicherungsDirektoren beschloß, eine Petition gegen die Besteuerung in den Einzelstaaten einzureichen. Schweden und Norwegen. * Christiania, 19. Mai. Gleich in der ersten Sitzung des Reichsgerichts kam es heute zum Streit über die Berechtigung der einzelnen Mitglieder. Die neun Juristen des Höchstengerichts bestritten dem Lagthingpräsidenten Advokaten Qvam und noch 23 ai deren Lagthingsmännern die Eigenschaft der Unparteilichkeit, weil sie am 9. Juli 1880 im Storthing über das königliche Veto mit der Mehrheit gestimmt und somit entschieden Partei ergriffen hätten. Als die Frage aber zur Abstimmung gestellt wurde, ob jene 24 Mitglieder aus dem Gerichte austreten sollten, blieben die neun Juristen in der Minderheit, während die 29 Lagthing= männer sich für vollberechtigt erklärten, ein Urtheil über die angeklagten Staatsräthe abzugeben. Rußland. * Moskau, 23. Mai. Alle heutigen Zeitungen enthalten umfangreichste Beschreibungen des gestrigen feierlichen Einzugs der Majestäten. Alle stellen die gehobene Stimmung, den Jubel und die Befriedigung des Volkes fest. Die Moskauer Zeitung bringt einen umfangreichen Artikel, in welchem sie die religiöse Bedeutung der bevorstehenden Ceremonie der Krönung und Salbung hervorhebt. Der Kaiser, durch Gottes Gnade auf den väterlichen Thron berufen, komme hierher, um seine Alleinherrschaft durch einen religiösen Akt einzuweihen. Rußland werde leben, so lange die Krönung nicht nur ihre staatliche, sondern auch ihre religiöse Bedeutung bewahren werde. Der russische Kaiser sei nicht bloß das Oberhaupt des Reichs, sondern auch der Beschützer der griechischen Kirche, die jeder weltlichen Macht entsagt und sich dem Schutze des Gesalbten des Herrn anvertraut habe. Flehen wir zu Gott, der Kaiser möge seinem eigenen Herzen folgen und ihm mehr vertrauen, als den von der Fremde kommenden Antrieben. Das Blatt sagt, Rußland müsse folgerichtig sich selbst treu bleiben; das Aergste sei, wenn man mit verschiedenen Systemen wechsele, alle Ideen die auf fremdem Boden aufgewachsen, könnten nur die Ent ricklung Rußlands verhindern und stören. Der Unterschied zwischen dem Westen und Rußland bestehe darin, daß dort alles auf vertragsmäßigen Beziehungen beruhe, hier jedoch auf dem Glauben und der Kirche. Dem Volke die Freiheit, dem Kaiser aber die unbedingte Alleinherrschaft! Das sei das System, dem man folgen müsse.(Diese Meinungsäußerung des einflußreichen Katkow, der mit Tolstoi und Pobedonoszew den Kaiser im Sinne der Rückkehr zu dem echten, vorpetrinischen, von westlichen Einflüssen unberührten Rußland deutet an, daß man in maßgebenden Kreisen entschlossen ist, auf der Bahn des patriarchalischen Absolutismus fortzufahren, ohne sich durch die Bedürfnisse des gebildeten Theils der russischen Gesellschaft beeinflussen zu lassen. Man betrachtet ja nicht die gebildeten Klassen, die verhaßte Intelligenz, sondern den Bauernstand als den berufenen Vertreter des echten Russenthums. Wir fürchten, diese Mißachtung der Bedürfnisse des gebildeten Rußland wird sich an der innern Entwicklung des ungeheuren Reichs schwer rächen. Denn wirkliche Bedürfnisse, Fähigkeiten, welche den Drang haben, sich zu bethätigen, bahnen sich schließlich um so gewaltsamer einen Durchbruch, je länger man sie durch äußern Druck niedergehalten hat.)— Erzherzog Karl Ludwig ist heute Vormittag 10 Uhr hier eingetroffen und auf dem Bahnhof von sämmtlichen hier weilenden Großfürsten und der Großfürstin Maria Paulowna sowie der hier anwesenden Generalität begrüßt worden. Die Großfürsten trugen österreichische Uniform und Orden, die Generäle hatten ebenfalls ihre österreichischen Orden angelegt. Der Erzherzog begab sich von dem Bahnhof in seine Wohnung, wo er bald danach den Besuch des Kaisers empfing. Türkei. * Konstantinopel, 23. Mai. In der Nähe von Smyrna haben Räuber fünfzehn Personen, darunter mehrere Beamte und Ausländer, aufgehoben und verlangen ein enormes Lösegeld für deren Freilassung. Folge dessen hat die Pforte den Gouverneur von Smyrna, Ali Pascha, abgesetzt und den Minister der Evkafs, Kiamil Pascha, mit der provisorischen Stellvertretung und zugleich den General Hilmi Pischa beauftragt, sofort die entsprechenden Maßnahmen gegen die Briganten zu ergreifen und für die Sicherheit in der Provinz zu sorgen. Aus dem Fürstenthum Lippe und Umgegend. * Detmold, 24. Mai.(Hannoversche Eisenbahn.) In dem kürzlich veröffentlichten Sommerfahrplan der hannoverschen Eisenbahn sind nachfolgende Aenderungen zu berücksichtigen: Die erste Haltestelle der neuen Strecke Cölbe=Laasphe(Abth. L) heißt nicht Dorf Göttingen sondern Sarnau und fährt der Abendzug von Marburg nicht um 6,40 sondern schon 6,33 ab, ebenso von Laasphe statt um 6,44 schon um 6,28. Ferner ist auf der Strecke Hannover=Kassel der Aufenthalt in Ihringshausen Nachmittags 3,10 und 3,48 zu streichen, dagegen hält bei Bedarf der durchgehende Zug 9,27 ab Hannover daselbst um 2,27. * Detmold, 24. Mai.(Weltpostverein.) Vom 1. Juni d. J. ab sind auch nach der bri ischen Kolonie Barbados Postkarten mit Antwort zulässig und beträgt das Porto dafür 20+. * Bielefeld, 24. Mai.(Anstalt Bethel.) Am vorigen Donnerstag hat sich ein Kranker aus unserer Anstalt, der augenblicklich wohl nicht ganz klaren Geistes war, heimlich entfernt. Er ist in der Senne bei Kraks und wie man meint, nachher in Oerlinghausen gesehen worden, hat aber trotz der eifrigsten Nachforschungen unserseits nicht aufgefunden werden können. Der junge Mann, welcher Ernst von Borries heißt, ist 27½ Jahr alt, von mittlerer Statur, blond mit ebensolchem Schnurrund Kinnbart, gut und anständig gekleidet und trägt zeitweilig eine Brille. Er war erst wenige Tage in der Anstalt und daher in der Gegend fremd. Es werden daher alle Menschenfreunde gebeten, wenn sie einen irrenden jungen Menschen antreffen, welcher obiger Schilderung entspricht, denselben liebreich aufzunehmen und der Anstalt Bethel sofort Nachricht zu senden. Dieselbe wird alle erwachsenden Kosten bereitwilligst erstatten. * Bielefeld, 24. Mai.(Frau Securius.) Am nächsten Sonntag Nachmittag wird die längst erwartete Auffahrt der Frau Securius vom Johannisberge aus in dem von ihr eigens und neu verfertigten größten Ballon„Westfalian erfolgen.(B..) * Bünde, 23. Mai.(Gerichtliches) Mit dem 1. Juni geht die Führung der Handelsgenossenschaftsund Musterregister für den Amtsgerichtsbezirk Bünde auf das hiesige Amtsgericht über. Bisher war diese Registrirung dem Amtsgerichte Herford überwiesen. * Minden, 22. Mai.(Mord.) Die Nachforschungen, welche in Folge Geständnisses des im Landarmenhause zu Oerl untergebrachten Arbeiters B.(der seine Braut zu Anfang dieses Jahres ermordet haben will) angestellt wurden, haben nun auch in den Hauptpunkten die Wahrheit der Angaben des von seinem Gewissen gepeinigten Verbrechers bestätigt. Man hat die Leiche des ermordeten Mädchens zwischen den Weserbuhnen bei Lahde, unfern der Stelle, wo die Schreckensthat begangen wurde, im tiefem Wasser, halb schon verschlammt, aufgefunden. Sie weist zwei tödtliche Messerstiche auf. An Kaltblütigkeit und Berechnung zur Verdeckung seines Verbrechens hat es dem Mörder nicht gefehlt, denn die Beschwerung der Leiche mit Ballast, um sie unter Wasser zu bringen, ist mit einem gewissen Raffinement ausgeführt, indem er die Kleider der Ermordeten an deren Knöcheln zusammenband und den dadurch entstehenden Sack mit Steinen füllte. Die Ueberführung.'s nach Bielefeld, wo der Prozeß gemacht wird, soll binnen Kurzem erfolgen. XIV. Deutscher Protestantentag. Der 14. deutsche Protestantentag, welcher vom 16. bis 18. Mai zu Neustadt a. d. H. unter außergewöhnlich starker Betheiligung, namentlich aus der Pfalz und aus Baden abgehalten wurde, hatte die Signatur für seine Verhandlungen durch das im November d. bevorstehende Jubiläum des 400jährigen Geburtstages Luthers erhalten. Demgemäß wurde in den(von uns bereits skizzirten) Vorträgen Luthers Bedeutung als Christ und Reformator durch Oberpfarrer Ziegler (Liegnitz) und Prediger Richter(Mariendorf) charakterisirt, und von Dekan Zittel Luthers Reformationsvermächtniß an uns und unsere Zeit in packender Rede entwickelt. Bei der Nähe von Worms durfte auch ein Besuch des Lutherdenkmals nicht fehlen, welcher den Abschluß des diesjährigen Protestantentags bildend, sich zu einer ebenso würdigen wie großartigen Kundgebung gestaltete. Daneben wurde aber auch die Stellung des Protestantenvereins zu den kirchenpolitischen Fragen der Gegenwart erörtert, und zwar hauptsächlich in der Eröffnungsrede des Vorsitzenden, Kammergerichtsrath Schröder(Berlin), welcher dabei unter Anderem sagte:„Nicht rückwärts, sondern nach vorwärts lassen Sie uns in unseren Verhandlungen den Blick wenden. Es gilt nicht nur, noch immer das religiöse Erbe zu wahren, das der grofeReformator, dessen 400jährigen Geburtstag wir in diesem Jahre mit der ganzen evangelischen Christenheit ftiern werden, uns hinterlassen hat, wahrlich, die Zeichen der Zeit rechtfertigen auch den Standpunkt, den unser Verein zur Wahrung jenes Erbes für unser Volk eingenommen hat. Wohl dürfen wir es aussprechen, daß an unserem Vereine und seinen Bestrebungen die Macht der Vorurtheile, in welchen menschliche Schwäche und Leidenschaft sich zu verhärten und zu verbittern vermag, in ihrer ganzen Größe sich zu erweisen leider nicht aufhört; größer aber erweist sich durch die Gnade Gottes doch die Nothwendigkeit derjenigen Zielpunkte, welche wir für unsere Gemeinschaft auf dem ersten deutschen Protestantentag zu Eisenach im Jahre 1865 festgestellt haben. Der verewigte Bluntschli hat sich damals dahin aus gesprochen:„Es gilt, gegenüber der innerhalb der katholischen Kirche sich vollziehenden Reaktion der ultramontanen Elemente auf eine feste protestantische Haltung für unser Volk hinzuwirken, und es gilt für diesen Zweck innerhalb der protestantischen Kirche das religiöse Leben unseres Volkes zu stärken und zu vertiefen, indem das Evangelium und die zeitige Weltkultur als nicht nur vereinbare, sondern in der deutschen Volksseele zu deren Vollendung nothwendig zu vereinbarende Elemente zu immer klarerer Erkenntniß gebracht werden.“ Damals, am Vorabende der großen geschichtlichen Ereignisse, welche uns in den folgenden Jahren zu erleben vergönnt gewesen ist, durchzitterten unser Volk mit den Gedanken nach seiner politischen Wiedergeburt auch diejenigen nach seiner religiösen Erneuerung in der Kirche der Reformation, und unser Verein fand daher damals freudigsten Anklang mit der Proklamirung des letzteren. Heute freilich hat sich mit der Erschlaffung, welche auf das politische Leben unseres Volkes gefallen ist, auch eine solche auf die religiösen Ideale weiter Kreise des Volkes gelegt, so daß man diejenigen wohl gar als unbequeme Mahner und als Störer der kirchendiplomatischen Zirkel empfindet, welche sich das Ideal eiter freien deutschen evangelischen Volkskirche nicht verkümmern lassen wollen. Uns kann das nicht irre machen. Wir glauben als Protestanten, in der Reformation ein religiöses Erbe empfangen zu haben, zu dem wir nicht aufhören werden, uns auch Rom und unseren katholischen Mitbürgern gegenüber offen und fest zu bekennen. Wie dürften wir im Jubeljahre der Geburt des großen deutschen Reformators auch bestehen können, wenn wir des Muthes zu dem Bekenntniß ermangelten: Ja, wir wollen und hoffen, daß unser ganzes deutsches Volk sich in der Freiheit des christlichen Gewissens, mit welcher Lather sich den Kirchenformen und Dogmen seiner Zeit gegenüber gestellt hat, in einer allgemeinen christlichevangelischen Kirche sammeln, die nur das eine Bekenntniß hat: Einer ist Euer Meister, Christus, Ihr aber seid Alle Brüder! In diesem Bekenntniß sprechen wir es auch offen aus: Wir sind Gegner der römischen Kirche, wie wir sie vor uns sehen, und werden es blei ben, und auch für uns gilt das Wort, welches Herr v. Schorlemer=Alst uns im Reichstage für sich und seine Slaubensgenossen zugerufen hat: Sint ut sunt aut von sint. Wir nehmen damit keine feindselige Stellung Legen unsere katholischen Mitbürger ein. Mir persönlich ist gestattet gewesen, von der Tribüne des deutschen Reichstages herab auszusprechen: Diejenigen, welche bei der preußischen und deutschen sogenannten Kulturkampfgesetzgebung an die Seite des Kaisers und seines Kanzlers getreten sind, würden es sich als eine Sünde gegen Gott und ihr Gewissen angerechnet haben, wenn sie dabei den ihnen heute untergeschobenen Zweck verfolgt hätten oder auch nur hätten verfolgen können, dem christlichen Gewissen unserer katholischen Mitbürger Gewalt anzuthun. Im Gegentheil: von der Befreiung der chrißtlichen Gewissen, die uns die Reformation gebracht hat, können auch unsere katholischen Mitbürger für ihre Kirche Nutzen ziehen— das hat erst kürzlich ein so gelehrter Kenner der römischen Kirche, wie der Stiftsprobst Dr. v. Döllinger ausgesprochen— und wir hoffen und wünschen, daß sie das thun. Nur daraus kann uns wieder kirchlicher Friede in Deutschland erwachsen. Oder hat etwa die Politik Derer, welche unser Bemühen, diesen Frieden in der Entfesselung des freien christlichen Gewissens gegenüber den starcen Kirchenformen und Dogmen zu suchen, als ein kirchenauflösendes Anklagen, hat diese Politik unserer Gegner, die da glaubt, in gutem Zureden die römische Kurie und die katholischen Prälaten zu Friedenskonzessionen bewegen zu können, Früchte aufzuweisen? Wir sehen sie nur von einem Akte der Selbstaufopferung zum anderen gelangen, die römischen Anmaßungen auf unserem deutschen Boden und gegenüber unserer protestantischen Kirche aber immer größer werden. Wahrlich nicht wir, die Mitglieder des Protestantenvereins und die Vertreter protestantischer Freiheit in der christlichen Kirche, haben Grund, muthlos zu sein, sondern diejenigen, welche unsere evangelische Kirche zu einer starren Formen= und Dogmenkirche machen wollen, wie denn auch aus den Reihen dieser, aber nicht aus unsern Reihen, die römischen Konversionen geschehen. Zu uns als den Vertretern unerschütterlicher Ueberzeugung von der vollen Harmonie der modernen staatlichen Aufgaben und denen einer wahrhaft geistes= und gewissensfreien christlichen Kirche werden daher auch die Staatsgewalten sich gezwungen finden, immer wieder zurückzukehren, sobald sie sich ihrer obersten Pflicht erinnern, die Völker zu einer einheitlichen von religiösem Geiste durchsättigten und erwärmten Gesinnung zu erziehen.“ Vermischtes. * Das Silbergeschenk der 96 Städte für den Prinzen und die Prinzessin Wilhelm ist, wie mitgetheilt, überreicht worden. In seiner Dankrede sagte der Prinz u..: „Das Geschenk der Städte ist von solchem Werthe und so großartiger Pracht, daß es eine Zier selbst des kaiserlichen Haushalts ist, und darum habe ich den Kaiser gebeten, daß es bei festlichen Anlässen und Kaiserdiners zur Verwendung gelange. Der Kaiser hat denn auch befohlen, daß es b im Diner nach der großen Frühjahrsparade zum ersten Mal in Gebrauch genommen werde. Ich bin stolz auf dieses Geschenk und ich freue mich seines auch deshalb, weil es eine Gewähr dafür ist, welch' schönen Aufschwung das deutsche Kunstgewerbe genommen. Diesen hohen Aufschwung verdanken wir hauptsächlich der Unterstützung des Kunstgewerbes durch meine Eltern." Das.schenk besteht bekanntlich in dem Prunkgeräthe und in dekorativen Aufsätzen für eine auf 50 Gedecke berechnete Tafel und wurde vor Kurzem in der Didaskala eingehend beschrieben. Zwei Weinkühler mit Schalen, sechs Fruchtschalen, sechs Etagèren, zehn Weinkannen, acht Kompotschalen, sechs Salatnäpfe, sechs Gemüsenäpfe, zehn Saucièren, fünfundzwanzig Salzfässer, eine außerordentliche Anzahl von silbernen Schüsseln und Tellern und 560 Weingläser in zehn verschiedenen Foimen vervollständigen das kostbare Ensemble eines fürstlichen Tafelgeräthes, wie es in solcher Einheitlichkeit stilvoller Formgebung und Großartigkeit wohl kein Fürstenhof der Welt wieder aufzuweisen hat. Das Gesammtgewicht dieses aus 300 Silbergeräthen bestehenden Tafelgeräths beträgt 15 Centner. *.* * Hannover, 23. Mai.(Wette.) Heute Morgen wurde von dem Hauptmann Montü, 1. Hantoverschea Feldartillerie=Regiments Nr. 10, auf seiner schwarzen englischen Halbblutstute folgende Wette gewonnen:„Eine Entfernung von vier deutschen Meilen ist auf demselben Pferde in einer Stunde zurückzulegen.: Zur Ausführung dieser Wette war die Rennbahn auf der Bult gewählt, welche genau abgemessen in 15 und einer halben Runde die obige Distanz ergi bt. Der Ritt begann um 4½ Uhr. Die Stute gewann leicht in 55½ Minuten. Das Gewicht, welches die Stute in diesem Ritt trug, waren 91 kg. ** * * Hamburg, 23. Mai. Der„Hamb. Corr.“ schreibt: Dr. E. Banks, früher Reichstagsabgeordneter, der Herausgeber der„Reform“ und Inhaber der großen Richterschen Buchdruckerei, nahm sich gestern Abend in einem Anfall von temporärer Geistesstörung in dem Bibliothekszimmer der Redaktion durch einen Schuß in den Kopf das Leben und war auf der Stelle todt. Er erreichte ein Alter von 48 Jahren. Der Fall erregt hier großes Aufsehen. * * Rudolstadt, 22. Mai. Heute Mittag erschoß sich auf dem Schwarzburg=Meiningischen Grenzhause„Kemmritze“ ein zwanzigjähriges Mädchen, die Tochter der dortigen Wirthin.(Ein Bruder des Mädchens hat bereits vor einigen Jahren auf gleiche Weise geendet.) Unglückliche Liebe war die Ursache dieses für das zarte Geschlecht seltenen und gewiß heroischen Entschlusses. * Es herrscht jetzt in England ein widerlicher Zelotismus. Eine Ausgeburt desselben ist auch die Heilsarmee. Dieselbe hielt in London am Sonnabend wieder einen Monstre=Gottesdienst unter der sondetbaren Bezeichnung„Frei und lustig“ in Exeter Hall ab, welcher mit einer„Hymne“ eröffnet wurde, deren Anfang wörtlich lautete:„Das ist eine gar kuriose Geschicht', der Teufel und ich, wir vertragen uns nicht.“ Die Solopartie hatte ein bekehrter Preisboxer inne, der unter seinem Spitznamen„Big Ben:(Name der großen Glocke im Parlamentsthurme) den Rang eines Oberlieutenants in der Heilsarmee einnimmt.„General“ Booth kam später an und wurde mit einem„dreifachen Pelotonfeuer" empfangen. Er erklärte, durch eine Gerichtsverhandlung aufgehalten gewesen zu sein, bei welcher „der Teufel gesiegt“ und die Heilsarmee verloren hätte (es handelte sich um die Zahlung einer Lizenz von dem jüngst für die Armee erworbenen Grezian-Theater); das brauche sie aber nicht traurig zu machen; wer erlöst sei, fühle sich immer„frei und lustig“, und er sehe es ihnen an, daß sie sich erlöst fühlten.„Eine General= decharge“, kommandirte der General,„und schüttelt euch die Hände.“ Unter Hallelujarufen und frohem Lachen wurde dieser Befehl ausgeführt. Ein Herr Armitage kam hierauf in Gefahr, da er während einer von ihm gehaltenen Ansprache die Aeußerung fullen ließ, daß die Heilsarmee zu viel Lärm mache, daß zu laut ngebrüllt; werde, was viele schwachnervige Personen abhalte, sich der Armee anzuschließen. Diese Bemerkung rief den größten Unwillen hervor. Der General schaffte jedoch Ruhe und erklärte Herrn Armitage, daß er kein Generalstäbler sei und nicht wisse, was die Seele rette. Das„Brüllen: schrecke vielleicht manche Menschen; es schlage aber den Teufel in die Flucht und viele Seelen seien dadurch schon aus seinen Klauen gerissen worden. Der General theilte schließlich noch mit, daß die Heilsarmee in Wales Sieg auf Sieg erringe, daß dort schon Tausende der Bergarbeiter den Fahneneid abgelegt hätten und daß jetzt schon 597 Kasernen errichtet seien, wo die Armee„frei und lustign ihre gottesdienstlichen Exerzitien abhalte.— Ist's auch Wahnsinn, so hat er doch Methode! Neueste Nachrichten. * Bern, 24. Mai. Professor Valentin, der berühmte Physiologe, der über 40 Jahre Professor hier war und vor einigen Jahren pensionirt wurde, ist in der letzten Nacht gestorben. * Moskau, 24. Mai. Wegen der heutigen feierlichen Verkündigung des Krönungstages waren zahlreiche Volksmassen schon seit 7 Uhr Morgens vor dem Senatsgebäude versammelt. Präzise 9 Uhr stellten sich Musikkorps und die goldbetreßten Paukenschläger auf, denen sich die Herolde mit dreispitzigen federgeschmückten Hüten, mit goldbrokatener Toga, in welche schwarze Reichsadler eingestickt waren, und mit goldenen Heroldstäben, und Kavallerieabtheilungen anschlossen. Zwei berittene Senatssekretäre verlasen die Verkündigung des Krönungstages. Die Zukörer entblößten ehrfurchtsvoll die Häupter und bekreuzigten sich unter Anstimmung der Nationalhymne. Eine große Volksmenge begleitete unter tausendstimmigen Hurrarufen die Kavalkade, als dieselbe nach dem rothen Platz ritt. Hier fand die Theilung in zwei Hälften zur Verlesung der Proklamation in den anderen Stadttheilen statt. Die Proklamation wurde im Druck veriheilt. * Moskau, 24. Mai. Se. k. Hoheit der Albrecht von Preußen ist mit den Mitgliedern der preußischen Krönungsmission heute Vormittag 10 Uhr hier eingetroffen. Da ein offizieller Empfang verbeten war, hatten sich nur die Mitglieder der deutschen Botschaft, der deutsche Konsul und die Vertreter der hiesigen deutschen Kolonie auf dem Bahnhofe zum Empfange eingefunden, außerdem waren noch der Generalgouverneur, der Kommandant des kaiserlichen Hauptquartiers, die Spitzen der Behörden und die beiden Herzöge von Mecklenburg=Strelitz auf dem Bahnhofe anwesend.— Während des Vormittags fand durch Herolde, welche von einer Kavallerieabtheilung und Ceremonienmeistern begleitet waren, die öffentliche Berkündigung der Krötung statt. Die Herolde ritten durch die Stadt und verlasen laut die Proklamation. Die Bevölkerung hörte überall mit größter Ehrerbietung den Wortlaut des Manifestes an und stimmte dann enthusiastisch in die von dem begleitenden Trompeterkorps intonirte Nationalhymne ein. Diese Verkündigung wird mit gleichem Ceremoniell auch Freitag und Sonnabend stattfinden. Den Botschaftern und Gesandten wurde die bevorstehende Krönung durch in vergoldeten Galawagen vorfahrende Ceremonien= meister angezeigt. Die drei Tage hindurch, während welcher der Kaiser und die Kaiserin in Zurückgezogenheit die vorgeschriebenen Andachtsübungen verrichten, finden keine öffentlichen Festlichkeiten statt. Die Bevölkerung nimmt die täglichen Arbeiten wieder auf und die Stadt wird daher bis zum Sonntag ein verhältnißmäßig ruhiges Aussehen darbietev.— Die fremden Botschafter erledigen währenddessen ihre Besuche. Setcorologische Beebschtungen der Deutschen Seewarte in Bamburg vom 24. Mai, Morgens 8 Uhr. London: warm. Die Wetterlage hat sich Im Allgemeinen wenig verandert, nur sind die Gradienten im Nordseegebiete und über Deutschland stärker geworden, so dass daselbst die westlichen und nordwestlichen Winde etwas aufgefrischt sind. Ueber Centraleuropa ist das Wetter im Westen und Süden heiter und wärmer, im Osten etwas kühler und trübe, jedoch ohne wesentliche Niederschläge. In Westund Süddeutschland liegt die Temperatur über, im Osten unter der normalen. Meteorologische Beobachtungen in Detmold. Sonnen=Aufgang 3 U. 53., Untergang 8 U. 1 M. Mondes=Aufgang 1041 Abds., Untergang 646 Mrgs. De. Berliner Kurse vom 24. Mai. Deutsche Fonds. atsche Reichs-Anl. 102 40 4½% Brem. 74er Anl 101,80 103,804% 4 4 4½% Preuss. kons.„ *„„„„„ 1 0 2, 4 0 3½„ Staatsschuldsch. 98.50 Ostpr. Pfdbr. 101,60 3½, Pomm.„ 93,10 4„„„ 102,10 103.25 101,50 101.75 101,70 101,40 4½ neue Posen. Westfäl. ** 4" Westpreuss.„ 4% Rhein.-Wstf Rtnb. 80er Bad Präm. Baier.„ Berg.-Märk. Bank 101,60 „ 131,75 „ 133,30 Braunschw 10 Thlr.Loose 97 90 3½% Köln-Mind. Loose 127.20 Kurhess. 40Thlr.-„ 303,75 Meining. 4„„ 29.20 3% Oldenburger„ 147,25 Preus. PrämienOblig 147.60 Bankaktien. Märk. Bana 118.— Hannover’sche Bank 113,50 Berliner Handels-Ges. 116,— Köln. Wechslerbank 53.50 Braunschweig-Hannov. Leipz. Disconto-Ges. 106 25 Hypoth.-Bank 89,40 Oesterr. Kreditanstalt 525,50 Bremer Bank 109,30 Preuss. Bodenkreditb. 109.— Cob.-Goth. Cred.-Ges. 78.—„ Hyp. Akt.-Bk. 93.— Dessauer Creditanstalt 95.25" Hypoth.-Vers. Deutsche Bank.... 152,80 Ges 90,50 Disconto-Gesellschaft 200,25 Reichsbank 149,80 Essener Creditanstalt 96 40 Schaaffhausen. Barkv. 92.70 Gothaer Grundkr.-Bank 72 50 Westfälische Bank 97.75 „ junge 80 60 Eisenbahn-Stammaktien. Aachen-Mastricht Bergisch-Märkische Bresl.-Schwdn-Freib. Dortmund-Enschede Gal. C. Ludwb.(gar) Gotthardbahn Kronpr. Rudolf(gar.) 54 90 Mainz-Ludwigshaf. 100 70 124,— Oberschlesische 258.10 110.—Oesterr. Staatsb. 574.50 61 40" Südb(Lomb). 268.50 128.40 Rechte Oder-Uferb. 193, 5 Rheinische 165.60 Russ. St-B.(5% gar) 131.50 118.6 71 80 67.25 Oesterr. Silberrente J/J. „ P a p i e r- rente M/N. 67,10 „ Goldr. 84,70 60r Loos. 121,50 4 1% 4½ 4„ 5„ Oesterr. 64er Loose 5% Russ. Stieglitz VI. Ser. Ausländische Finds. 5% Russ. Prämien 66 135,40 5„„ Bodenkred. Pfandbr. 84,40 Gömörer„ 101.— Ital. Rente 92,10 Jersey City—.— New-Yorker—.— 4„ 5½ 5„ „ 5„ 62er Anl. 71er„ 75er„ 77er„ 80er„ III Orient. Anl. 322.— 59,20 82,60 87,10 88.25 79.80 93.45 73.90 58,40 5 70 7 9 6 5 4„ 8„ 6„ 5 4½ „„„„ Raab-Grazer Präm Rumän. Anl. Schwed. 754r Anl. 6% Ung. Goldrente 4„„ 94,75 110,50 103.80 99.50 103.70 102,70 76.10 4% 4½% 3½ 4½ # ½ 4½ 5„ 4 4 4 4½ 4½ 4½ Eisen bahn-Priertäts-Obligationen Aachen-Mastricht 96 905% Elisab. Westb. (gar.) Soee! 94.25s5 72 2 7 Bergisch-Märk. I. u. II. Ser. do. La. C. do. W. nd V. Serie—.—3 do VI. Ser. 104.—/5 do. VII.„ 103—/3 do. VII.„ 103,— do IX.„ 104,205 Köln-Mind III. S 102,905 „„ IV.„ 101 105 „„ V.„ 101,105 „ VI B 103.—5 Magdb.-Halb. 102,75 Rheinische 103,255 5 Gal. Karl-Ludwb. Oester. Staatsb 0 fs do. v 1874 do. do. Süd-Bahn 500 fs. do Sdb.(gar.) Rudolfsb. III. E Ung. Oetb.(Silb.) „„(Gold, Warsch.-Wiener III. E. do. VI.„ Gotthardtb. I.„ 90,60 84,20 387,50 381.— 105,25 297.— 102,70 87.— 77,90 96 90 98,10 104.— Aypotbeken 4½% Braunsch.-Hann. 102.— „„ 98.— Gothaer Präm. I 118,50 -Oertiflkate 5% Prss. Centr. Bdnc. II 116.— 4½„„ rzb 110 104.— 4„„ 100 95.— 4½„ Meininger... 101.40 4„„ Präm. 5" Preuss. Bodener. V. u. VI. Ser. 103,90 5„ Preuss. Bodener. rzb. 110 111,10 5„ do.„ 100 101,— 4" do.„ 100 98.50 5„ Prss. Centr.Bdnc. rzb. 100 104,30 5„ 5„ 4½„ 4½ 4½ 4½ rzb. 110 1·5.— do.„ 100 104.50 Preuss. Hypoth. Pfdbr. rzb. 120 168.50 do.„ 110 108,— do.„ 109 102,— do.„ 100 101,50 Preuss. Hyp. V A. G. Certific. 101,60 Stettiner Nat. Hyp. rzb. 100 101,70 do.„ 110. 104.— Schwedisch. Hypotheken 102,10 Industrielle Gesellschaften Berg. Märk. Bergw.-Vn.—.— Bochumer Gussstahl 107 25 Bonifacius Bergwerk 77.75 Borussia„ 137,50 Deutsche Eisenb. Bau.—.— Donnersmarkhütt 68.— Dortm. Union St. Prior. 93,75 Egestorff’s Salzwerke 107.25 Gelsenkirchen. 123.75 Georg Marienh. St. Act. Hannov. Masch. do. St. Prior. Harkort Bergwerke 86,10 10.50 85 25 73.25 Harpener Bergwerke Hibernia„ Hörder Hütten. conv. Königs- u. Laurah. König Wilhelm Louise Tiefbau Menden u. Schwerte Nordd. Lloydaktien Ravensberg. Spinnerei Sächsische Maschinen Vorwärts, Bielef.Spinn. Westfäl. Drahtindustrie Westf. Union St. Prior. 118.25 96.75 100.— 131,10 37.— 47,80 68,90 125.— 122 50 147,80 112.50 132 25 88.25 Für den Inseratentheil verantwortlich: A. Mewes in Detmold. 1 Veranntmachung. Zum meistbietenden Verkau des Nebengebäudes bei dem Forsthause Hiddesen auf Abbruch findet anderweiter Termin am 30. d. M. Morgens 10 Uhr an Ort und Stelle unter den alsdann bekannt zu machenden Be dingungen statt. Heidenthal, 23. Mai 1883. Der Oberförster Limberg Veranntmachung Postkarten mit Antwort im Ver kehr mit Barbados. Denjenigen Ländern des Welt. postvereins, nach welchen Postkarten mit Aatwort abgesandt werden können, tritt vom 1. Juni ab auch die Brit sche Kolonie Barbados bei. Das Porto für derartige Postkarten nach Barbados beträgt 20 Pfennig. Berlin., 20 Mai 1883. Der Staatssekretair des Reichs=Postamts. Stepban. Haus= Terkauf. Mein vor dem Osterthore in Lemgo gelegenes Haus mit Zierund Obstgarten beabsichtige ich meistbietend zu verkaufen. Dasselbe kann täglich besichtigt werden und mache ich den Verkaufstermin in Kurzem noch näher bekannt. Frau Hugo Köttgen, Lemgo. Tagell-Verke 1 Landauer, ein= und zwei spännig zu fahren, 1 Coupé, einspännig, 1 Ackerwagen, 1 Kinderequipage, 4sitzig, für Ponny oder Esel. Alle gebraucht, aber gut erhalten, sind einzeln oder zusummen preiswerth zu verkaufen und täglich zu besichtigen bei Frau Hugo Kottgen, Lemgo. Chemisettes und Oberhemden nach Maaß, letztere mit dreifachleinenen Einsätzen, pro Stück von K 3,50 bis höher in bester Ausführung bei L. Nebelsiea. in Gold und Silber für Herrenu. Damen, H neue und gebrauchte. W. Remmert. Ihre Großherzogliche Hoheit, die Fürstin, haben geruht, der Rettungsanstalt Grünau ein Gnadengeschenk von 300 M übersenden zu lassen. Der Vorstand. Schwesel-Schlamm= und Schwesel=Wasserbad Seebruch Bahnstation Blotho a. d. Weser wicd am 1. Juni eröffnet. Alles Nähere durch den Besitzer. Soeben eingetroffen: 500 Knaven-Anzuge für—6jährige aus bestem Buckskin................ Mk.—7 „ halbwollenen Stoffen............„—5 „ best. Sommerstoff.—3 für—12jährige aus bestem Buckskin................ Mk.—8 „ halbwollenen Stoffen...........„—6 „ best. Sommerstoff.—6 Herren-Jackett-Anzüge aus bestem Buckskin.............. Mk. 20—30 best. engl. Stoff. Herren-Hosen 25—35 Sommer-Jackelis in Lüstre und Turntuch......... Mk.—3 „ Piqué und Zwirnstoff.......„ 2½—3¼ „ Drell und Leinen...........„—3 Sommer-Valetots aus besten reinwollenen elegantesten Stoffen Mk. 15—20. Farbige Touristenschirme..... Mk. 1 Damen=Sonnenschirme.....„ 1 —2 —2 Permötdei Suanusakkur u. Schuhwau. Bad Meinberg. 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