„Die Rdbische Landes-Zeitunge erscheim mit Ausnahme der Sonn- und Festtage und werden in derselben die amtlichen Bekannmachungen des Amsnattes für das Fürstenthum Lippe in besonderer Rubrik veröffentlicht. Redaction u. Expedition: Detmold, Leopoldstraße Nr. 117. Abonnementsprets für das Vierteljahr: In Detmold 2 Mark 25 Pf., auswärts durch die bezogen 2 M. 60 Pf.,— mit Bestellgeld 3 M. Inserate werden mit 12 Pf. für den Raum der einfachen Corpus=Spaltzeile berechnet. Verantwortlicher Redacteur August Klingenberg. Druck und Verlag der Meyer'schen Hofbuchdruckerei(Gebr. Klingenberg) in Detmold. Montag, 21. Mai. 1005. Deutsches Reich. * Berlin, 19. Mai. Die neueste„Prov.=Corr.2 bringt verschiedene Besprechungen über die jüngsten Vorgänge im Reichstage. Neues und besonders Beachtenswerthes ist darin kaum enthalten, es müßte denn die Versicherung sein, daß mit der Ablehnung der Holzzölle diese Frage nicht aus der Welt geschafft sei, sondern sich bald gewaltsam wieder aufdrängen werde. Zugleich veröffentlicht die„Nordd. Allg. Ztg.“ einen hochtrabenden Artikel über Brod und Eisen, der uns nicht bloß die Wiedereinbringung einer Vorlage über Holzzölle, sondern unermüdliche Versuche, die Schutzzölle auf Brod, Eisen und alle möglichen Dinge zu erhöhen, in Aussicht stellt. Die„Köln. Zig.“ bemerkt dazu: Man erzählt von Timurleng, daß er in schwierigen Berhältnissen, nach verlorenen Schlachten, auf der Flucht, einer Ameise zusah, die eins ihrer Eier hochbringen wollte und einige 70 Mal dabei scheiterte, bis es ihr endlich gelang, ihren Zweck zu erreichen. Die Ameise ermuthigte Timurleng, und dem Beispiele folgen unsere schutzzolllüsternen Agrarier, die noch unläggst die eifrigsten Freihändler waren. Hoffentlich wird in nicht zu ferner Zukunft die Zeit wiederkehren, wo unsere Regierung sich darauf besinnt, daß ihre Aufgabe der Schutz der allgemeinen Interessen ist, und nicht die Bevorzugung eines Theiles der Grundbesitzer und Fabrikanten auf Kosten des ganzen steuerzahlenden Volkes. *— Es wird, so schreibt man der„Nat.=Ztg.“, als richtig bezeichnet, daß Herr von Schlözer demnächst seinen längeren Urlaub nach Deutschland antreten werde. Man sieht hierin den Beweis dafür, daß man zunächst auf eine Fortsetzung der Verhandlungen mit der Kurie diesseits verzichte. Die Frage, ob Herr von Schlözer, welcher der unerquicklichen Stellung in Rom müde sein soll, von dort abberufen und durch einen anderen DiPlomaten ersetzt werden soll, ist noch offen, eine baldige Entscheidung dürfte nicht bevorstehen. *— Die unter Betheiligung von Vertretern der Reichsregierung in Aussicht genommenen Berathungen der Petitionskommission des Reichstags über eine Petition des Architekten= und Ingenieur=Vereins wegen Erlasses reichsgesetzlicher Vorschriften über die Behandlung der Wasserläufe werden auch die für Städte so wichtige Flußverunreinigungsfrage berühren müssen, die noch immer nicht reichsgesetzlich geregelt ist, sondern zum größten Theil in einzelstaatlichen VerordHerzenswandlungen. Von Antonie Haupt. 40. Fortsetzung. Derselbe Mensch, der seine Gedanken bereits einige Stunden unablässig beschäftigte, trat gleich darauf ein und stellte sich mit den Worten:„Mein Name ist Seebeck", vor. Albano sah in ein hektisch geröthetes, frühzeitig gealtertes, von Krankheit und Sorgen durchfurchtes Antlitz, das Spuren ehemaliger Schönheit zeigte, und sein Mßtrauen machte fast dem Gefühle der Theilnahme „Was verschafft mir die Ehre?“ fragte er, da der Fremde das beobachtende Schweigen nicht brechen wollte. „Mir dünkt, mein Name müsse Ihnen verrathen, was ich von Ihnen zu fordern gekommen bin“, war die Entgegnung. „Ihr Name!“ wiederholte Albano erstaunt.„Ich höre denselben heute zum ersten Male und weiß nicht im Entferntesten, welche Forderung Sie an mich stellen könnten.“ Ein unerklärbarer Ausdruck malte sich auf dem abgezehrten Antlitz des Fremden:„So hat Claudia Ihnen ihre Hand versprochen, ohne Ihnen etwas von mir zu sagen. O wie schlecht!“ In seinen Worten lag das Gepräge eines aufrichtigen Schmerzes, der Albano in die Seele schnitt. „Mein Herr“, sagte er ernst,„vergessen Sie nicht, daß Sie den Namen Derjenigen beschimpfen, die bald den meinigen führen soll.“ „Gerade um dies zu verhindern, bin ich hierher gekommen“, versetzte Seebeck im Tone der Entschlossenhett.„So lange ich lebe, wird Claudia niemals Ihre Gattin werden." nungen eine ganz ungenügende Lösung gefunden hat. Die Flußverunreinigungsfrage ist schon wiederholt angeregt worden. Bereits im Jahre 1876 beantragte der „deutsche Verein für öffentliche Gesundheitspflege“ in einer Eingabe an das Reichsgesundheitsamt, daß auf Grund vorzunehmender systematischer Untersuchungen der deutschen Flüsse Bestimmungen über diesen Gegenstand von Reichswegen erlassen werden möchten. In Folge eines anläßlich der beabsichtigten Kanalifirung von Köln am 2. Mai 1877 erlassenen Gutachtens der preußischen wissenschaftlichen Deputation für das Medizinalwesen, welches es für verwerflich erachtet, menschliche Abfallstoffe aus Wasserklosets 2c. durch Kanäle in die Flüsse zu leiten,(was bekanntlich auch in Detmold der Fall ist) wies das preußische Staatsministerium am 1. September 1877 sämmtliche Regierungen und Landdrosteien an, kein Projekt für die Reinigung einer Stadt durch Kanalisirung zu genehmigen, ohne vorher die Entscheidung des Staatsministeriums eingeholt zu haben. Trotz der angeblich warmen Empfehlung der Sache durch das Reichsgesundheitsamt erklärte der Reichskanzler in der Reichstagssitzung vom 10. März 1877, daß das Reichsgesundhei samt vor Inangriffnahme der Flußverunreinigungsfrage zunächst die Frage der Lebensmittelverfälschung zu regeln habe. Im September 1877 sprach der„Deutsche Verein für öffentliche Gesundheitspflege“ die Ansicht aus, daß das erwähnte Gutachten der preußischen wissenschaftlichen Deputation für das Medizinalwesen nicht begründet sei, und beschloß derselbe, den Reichskanzler um Anordnung systematischer Untersuchungen der deutschen Flüsse zu ersuchen. Jahre 1878 wurde dem Reichstage seitens des Reichsgesundheitsamtes eine Denkschrift zur Kenntniß gebracht, welche die Mittheilung enthielt, daß dem Reichskanzler ein Antrag auf Veranstaltung einer eingehenden Ermittelung über die Verunreinigung der Flußläufe durch Kanaljauche und Industrieabfälle, weiterhin über die Einwirkung der Flußverunreinigungen auf die menschliche Gesundheit, endlich über die Mittel gegen etwa konstatitte Uebelstände, und zwar hauptsächlich aus dem Grunde unterbreitet worden sei, weil diese Frage innerhalb des engeren Erhebungsbezirkes der Einzelstaaten einer befriedigenden Lösung nicht fähig sei, vielmehr zu eingreifender und umfassender Forschung im Gebiete des ganzen Reiches dringend auffordere. Als ferner in der Reichstagssitzung vom 7. Mai 1878 die Interpellation des Abg. Holthoff, betreffend die Verhinderung der Hartensteins Selbstbeherrschung drohte ihn zu verlassen, doch hatte er noch immer so viel Macht über sich, um mit erzwungener Ruhe zu fragen:„Und warum nicht, wenn ich bitten darf?“ „Weil sie durch ein freiwilliges, feierliches Versprechen an mich gekettet ist und weil unser Bund unlöslich vor dem Altar besiegelt ist.“ „Heiliger Gott!“ schrie Albano auf.„Wenn Sie die Wahrheit redeten!“ „Sehe ich aus wie ein Lügner?“ sagte Seebeck stolz.„Wenn Ihnen mein Wort nicht genügt, so überzeugen Sie sich in dem Buche der Liebfrauenkirche zu K.... von der Wahrheit Dessen, was ich Ihnen gesagt. Als ich kraftvoll und schön war“, fuhr der F emde fort,„und mein Name auf der Bühne einen eben so guten Klang hatte wie der ihre, liebte mich die treulose, falsche Frau; doch als Krankheit mich heimsuchte, mich entstellte und zu ferneren Leistungen untauglich machte, da verließ mich das ehr= und pflichtvergessene Weib, mich und mein armes Kind. Kranke Mnschen konnte sie nicht sehen. Trotzdem willigte ich nicht in die Scheidung, auf die sie in letzter Zeit so stürm sch drang, denn ich liebe sie noch immer und bis an das Ende meiner Tage soll sie an mich gekettet sein. Was sie sehnlich eine Scheidung herbeiwünschen ließ, konnte ich nicht ahnen und, um den eigentlichen Grund zu erfahren, bin ich hierher gekommen. Daß sie sich schon bei meinen Lebzeiten mit einem anderen Manne verloben könne, ohne ihm etwas von meiner Existenz zu sagen, hielt ich nicht für möglich. Sie rechnete dabei wohl auf meinen frühen Tod; doch ich fürchte, sie hat die Rechnung ohne den Wirth gemacht.“ A bano unterbrach ihn nicht; vernichtet saß er da, ein Bild der tiefstn Niedergeschlagenheit. Seebeck warf einen mitleidigen Blick auf ihn:„Ich beklage Sie“, sagte er weich,„und bedaure aufrichtig, Verunreinigung der Flußläufe, zur Verhandlung kam, erklärte Minister Hofmann, daß er nicht sagen könne, ob in kurzer oder absehbarer Zeit die Reichsregierung in der Lage sein werde, ein Gesetz über Flußverunreinigung vorzulegen. Endlich regte im August 1878 der dort stattgehabte hygienische Kongreß, dem als deutscher Delegirter der Geh. Regierungsrath Professor Finkelnburg beiwohnte, die Flußverunreinigungsfrage wieder an. * Hamburg, 18. Mai. Die hier tagende Generalversammlung des Vereins deutscher Zuckerfabrikanten trat, nachdem der Vorsitzende, Graf Hacke, Mittheilungen über den Stand der Zuckersteuerfrage gemacht hatte, in voller Anerkennung des Auftretens des Direktoriums des Vereins und in Erwägung der wohlwollenden Stellung, welche die Regierung zu dieser Frage genommen hat, gar nicht in die Diskussion der Zuckersteuerfrage ein. * Celle, 17. Mai.(Beerdigung v. Borries.) Gestern wurde die Leiche des Grafen Borries unter großem Pomp zur Erde bestattet. Den Leichenwagen zogen vier schwarzbehangere Pferde und der Kondukt bewegte sich dem Neuenbäuser Kirchhofe zu. Die Leichenrede im Trauerhause sowohl wie an der Gruft hielt Pastor Steinmetz, nicht der welfische Prediger der Neuenhäuser Gemeinde, Paster Doecks. Das Leichengefolge war nicht groß, aber auserlesen. Von distinguirten fremden Persönlichkeiten bemerkten wir u. A. den Landdrosten von Schrader aus Lüneburg. Herr Oberpräsident von Leipziger in Hannover hatte sein beabsichtigtes Erscheinen eingetretener Umstände halber telegraphisch absagen lassen. Die höchsten Civilbeamten am Orte und Militärpersonen unserer Garnison waren ziemlich vollständig erschienen, auch die Landschaft war vertreten. Die Welfenpartei dagegen fehlte gänzlich, jedenfalls weil sie mit dem Grafen von Borries schon seit langem durchaus nicht harmonirte. Hiervon giebt auch die einigermaßen auffallende Thatsache Zeugniß, daß das welfische Blatt in Hannover den Tod v. Borries mit keiner Silbe erwähnt, während sie für den einfachsten welfischen Parteimann einen Nachruf zu finden weiß.— Der erbliche Grafentitel ist jetzt auf den Regierungsrath W. v. Borries in Hildesheim übergegangen.— Einige bemerkenswerthe Einzelheiten aus dem Leben v. Borries mögen hier nach Mittheilungen der„N. H..“ ein Stelle finden. Unter Borries wurden im Jahre 1855 alle freisinnigen Gesetze in Hannover umgestaltet und, um den König dauernd zu Ihnen durch meine Eröffnungen Leiden bereitet zu haben, die ich aus Erfahrung kenne. Sie werden einsehen, daß ich ältere Rechte an Claudia habe als Sie. Die Zeit, hoffe ich, wird Ihre Wunde heilen.“ Wozu soll ich Sie mit einer Schilderung der Gefühle ermüden, die Albanos Seele bestürmten? Wie wahnsinnig stürzte er, nachdem Seebeck ihn verlassen, zur Thüre hinaus und lief durch die Anlagen am Flusse. Hier stieß er auf Claudia, die, nicht ahnend, daß ihr kranker Gatte es gewagt habe, Albano Enthüllungen zu machen, in der Abendkühle lustwand lte und sich harmlos lächelnd an seinen Arm hängen wollte. Mit den Worten:„Zurück, Verworfene!“ schleuderte er sie von sich. Sie begriff sofort, was vorgefallen war und erschöpfte den ganzen Aufwand ihrer Kunst, um ihn zur Milde zu stimmen. Doch vergebens. „ Unsere Wege bleiben getrennt für immer:, war sein letztes Wort. So ging sie denn den Weg, den er sie gehen hieß und seit jenem Abend hat Niemand mehr in hiesiger Stadt sie gesehen. Albano ward das Leben in seiner Vaterstadt, wo ihn Alles an das verschwundene Glück mahnte, unerträglich. Die theilnehmenden Fragen, mit denen man ihn überhäufte, sowie die übertriebenen und unwahren Gerüchte, welche über die Begebenheit auch zu seinem Ohr drangen, mögen nicht wenig Schuld daran getragen haben, daß er in kurzer Zeit die Stadt verließ, um zweckund ziellos durch die Welt zu reisen. Allein wohin er sich wandte, folgte ihm das Herzeleid, es war ihm unmöglich, die Verlorene zu vergessen. Selbst wenn er die Gedanken an sie aus seinem Innern hätte verbannen können, so wäre er dennoch überall an sie erinnert worden. (Fortsetzung folgt.) gewinnen, wurde die Ausscheidung der Domänen durchgeführt, wodurch die Bedarfssumme des Königs, die schon von 500,000 auf 600,000 Thlr. gesteigert war, noch um jährlich 150,000 bis 200,0 0 Thlr. zum Nachtheile der Landeskasse vermehrt wurde. Die Minister vergaßen sich selbst auch nicht, sie erhöhten ihr Gehalt von je 4000 auf 6000 Thlr. und erbaten erst nachträglich die Zustimmung. Um jede Opposition unmöglich zu machen, schreckte v. Borries, der die Seele des Ministeriums war, vor den schroffsten Maßregeln nicht zurück. Den Ministern a. D. wurde durch eine gewaltsame Interpretation der Verfassung die Theilnahme an der Ständeversammlung abgeschnitten. Als der Kleine Senat des Obergerichts zu Aurich die Rechtsgiltigkeit der Verfassungsoktroyrungen verneinte, erschien sofort eine königliche Verordnung, welche die Unabhängigkeit der Richter gefährdete. Den früheren Ministern Graf v. Bennigsen und v. Münchhausen wurde sogar der Zutritt bei Hofe verboten. Den Bestrebungen des Nationalvereins trat v. Borries mit Hilfe des Generalpolizeidirektors Wermuth mit aller Energie entgegen; allen Denen, welche den Kundgebungen nach Einheit Deutschlands zugestimmt, wurden Arbeiten und Lieferungen für die Staatsverwaltung entzogen. Den vom Hofe unterstützten Bestrebungen auf Einführung des neuen Katechismus war Graf Borries innerlich abhold, weil er dadurch eine Störung seiner politischen Cirkel fürchtete. Als dann die Unruhen in Hannover ausgebrochen waren, am königlichen Hoflager in Goslar über Rücknahme des Katechismus verhandelt wurde, weigerte sich Graf Borries, der zur Kur in Soden weilte, wiederholt, dort zu erscheinen und wurde dann im August 1862 in ungnädigen Ausdrücken entlassen. * Aus Thüringen, 18. Mai. Das war ein reiches Tagen während der Pfingsttage in Thüringen. Außer dem Journalistentag in Eisenach fanden folgende Versammlungen statt: 1) in Koburg der ständige Ausschuß des deutschen Juristentages, welcher unter Professor Dr. Gneists Vorsitz verhandelte und die Berufung des nächsten Juristentages auf 1884 nach Berlin zur Feier seines 25jährigen Bestehens beschlossen hat. 2) Ebenfalls in Koburg tagte der Verein für wissenschaftliche Pädagogik, etwa 60 Theilnehmer stark, unter Vorsitz des Professors Dr. Vogt aus Wien. 3) In Rudolstadt war der Thüringer Baugewerkenverein zu seiner 10. Generalversammlung vereinigt. 4) In Arnstadt ragte die thüringische botanische Gesellschaft„Irmischia“. 5) In Gotha war thüringischer Kreisturntag. 6) In Falda Generalversammlung der deutschen Touristenvereine, die sich unter diesem Namen als Gesammtverein nunmehr förmlich konstituirt haben. 7) In Eisenach haben heute auch die Verhandlungen der Delegirtenversammlung der deutschen Burschenschafter begonnen. * Aus Thüringen, 19. Mai. Der ständige Ausschuß des deutschen Juristentages hat beschlossen, daß der Juristentag nur alle zwei Jahre sich versammeln soll und deshalb ist der nächste Juristentag erst auf 1884 nach Berlin berufen.— In Koburg sind die Vertreter der deutschen Landsmannschaften versammelt, und zwar von den Universitäten Berlin, Breslau, Greifswald, Göttingen, Halle, Kiel, Leipzig, München, Münster, Tübingen und Würzburg.— Der diesjährige Verbandstag der thüringischen Erwerbs= und Wirthschaftsgenossenschaften wird am 13. Juli in Meiningen gehalten und Herr L. Parisius dabei die Anwaltschaft vertreten.— In Malmerz bei Sonneberg hat, wie die „Dorfzeitung" meldet, am Pfingstheiligenabend ein Mädchen seinen eigenen Vater getödtet, weil derselbe zum wiederholten Male ein abscheuliches Attentat auf seine Tochter versucht haben soll. Das Mädchen war der That sofort geständig und hat sich ruhig dem Gericht zuführen lassen. Baiern. * Neustadt a. Haardt, 16. Mai. Der deutsche Protestantenverein, der hier versammelt ist, hat, wie dem„Berl Tabl“ gemeldet wird, heute Morgen mit zwei nicht öffentlichen Sitzungen seine Arbeit begonnen. Gegenwärtig ist die große Mehrzahl der Führer, Schröder, Lisco, Neßler, Richter aus Berlin, Holzmann aus Straßburg, Zittel aus Karlsruhe, Klapp aus Hamburg 2c. Die Stadt hat zur Feier des Tages ihr schönstes Festgewand angelegt; zahllose Fahnen wehen in den reichgeschmückten Straßen. Um 4 Uhr bewegte sich der imposante Festzug nach der Kirche, die in herrlichem Blumenschmuck prangte, voran das Presbyterium und die Geistlichkeit in festlichem Ornat. Nach der Begrüßung von Seiten des Dekans Dr. Leyser hielt Professor Schmidt aus Basel die Festpredigt über Johannes 18, 1:„Erhalte sie, Vater, deinem Namen, die du mir gegeben hast, damit sie eins seien wie wir.: Er behandelte die großen Fragen, die der Kirche gestellt werden und charakterisirte die Schäden des jetzigen Kirchenwesens. Heute Abend hält Ziegler aus Liegnitz einen Vortrag.(.=Ztg.) Sachsen=Weimar. * Jena, 17. Mai. Die Aufstellung des Denkmals der deutschen Burschenschaft auf dem Eichplatz in Jena soll auf Wunsch des Künstlers Professor Donndorf zu Stuttgart und, um den alten Herren nah und fern die Theilnahme zu erleichtern, am 2. August dieses Jahres stattfinden und damit zugleich ein großes deutsches Berschenfest verbunden sein, das sich in folgender Weise gestalten wird. Am 1. August ist Empfangs= und Begrüßungsabend im Paradiese bei Jena, Illumination, Gesang und Musik. Am 2. August findet 7 Uhr Morgens eine Feierlichkeit an Scheidlers Grabe statt. Um 10½ Uhr Vormittags ist Festzug, Festrede, Eathüllung des Dinkmals und Uebergabe desselben an die Stadt Jena und um 7 Uhr Abends beginnt der Festkommers auf dem Markte, bei ungünstigem Wetter im Theatersaal. Reuß j. * Gera, 18. Mai. Se. Durchlaucht Fürst Reuß j. L. hat unter Gegenzeichnung des Chefs des Departements für Kirche und Schule Dr. Vollert verordnet, daß„der bevorstehende vierhundertjährige Geburtstag Dr. Martin Luthers, des von Gott zu dem Werke der Kirchenreformation berufenen deutschen Mannes, in allen Kirchen und Schulen des Landes als ein allgemeines Jubelund Dankfest begangen werden soll.: Des Näheren wird verfügt, daß der 10. November in den höheren Lehranstalten und in der Volksschule als großes Schulfest gefeiert, der auf den 25. Sonntag nach Trinitatis fallende 11. November als kirchlicher Hauptfeiertag in allen Kirchen begangen werden soll. Die Geistlichkeit soll die Zeit vor der Jubelfeier benutzen, um in Nebengottesdiensten oder in besonderen kirchlichen Versammlungen„durch passende Vorträge über das Leben und Wirken Luthers so wie über das Wesen und die Bedeutung seines Werkes die Liebe zu der Kirche deutscher Reformativn und die Treue zu dem Bekenntniß der Väter von Neuem wachzurufen, zu stärken und zu befestigen.(Th. Ztg.) Oesterreich=Ungarn. * Der Affaire Kaminski, die in Oesterreich so viel Staub aufwirbelte, wird man sich noch erinnern. Dem Bauunternehmer Baron Schwarz war von der Regierung der Bau der galizischen Transversalbahn übertragen worden. Dieser Unternehmer sollte mit Hülfe des der rechten Seite des Parlaments angehörenden Abgeordneten Kaminski, dem er eine„Provision“ von 120,000 Gulden versprochen hatte, die Konzession erhalten. Die Gegner der Regierung begnügten sich nun nicht damit, die Pharisäer zu spielen, sondern sprachen es deutlich aus, daß kaiserliche Beamte bis hoch in die Ministerien hinauf in diese Provisionsgeschichte verwickelt seien. Es wurde deshalb die ganze Angelegenheit nicht nur einer parlamentarischen Untersuchungskommission übergeben, sondern auch die Gerichte zum Einschreiten veranlaßt. Daß die vom Parlament eingesetzte Kommission nichts Erhebliches zu Tage fördern würde, war vorauszusehen und in der That hat sie auch nicht vermocht, die Angelegenheit klar zu stellen. Auch das Gericht ist nunmehr mit seiner Untersuchung zu Ende gelangt. Seine Aufgabe war es, diejenigen zu eruiren und zur Rechenschaft zu ziehen, die als Beamte des Landes etwaigen klingenden Argumenten sich zugänglich gezeigt hätten. Wie uns ein Privattelegramm aus Wien meldet, hat das Gericht aber nichts gefunden, was irgendwie einen Beamten kompromittiren könnte und es wird daher die formelle Einstellung des Verfahrens erwartet, ein Resultat, das von den Freunden der viel angefeindeten Regierung mit Genugthunng begrüßt werden wird, für die Linke aber, welche die ganze Affaire für sich auszubeuten getrachtet hatte, ein beschämendes Urtheil involvirt. Rußland. * Petersburg, 17. Mai. Gutem Vernehmen nach ist für die Krönungsfeierlichkeiten folgendes Programm festgestellt: Am 20. Mai Ankunft des Kaisers und der Kaiserin im Petrowski=Palast, am 22. Eiozug der Majestäten in Moskau, am 23. Weihe des Reichsbanners, am 24., 25. und 26. Fasten des Kaisers und der Kaiserin, öffemtliche Verkündigung der Krönung und Ueberführung der Regalien in den Thronsaal, om 27. Krönung und Festmahl in der Granowitaja Palata, am 28. Glückwunsch und Ball in der Granowitaja Palata, am 29. Entgegennahme weiterer Glückwünsch:, ebenso auch am 30. Mai, an welchem Tage zugleich eine Festvorstellung im Theater stattfindet, am 31. Mai Ueberführung der Regalien nach Granowitaja Palata und Festmahl daselbst, am 1. Juni Ueberführung der Regalien in die Orusheinaja Palata(Schatzkammer) und Tafel daselbst, am 2. Volksfest und Mittagstafel für die Dorfältesten im Petrowski=Palast, am 3. Fahrt nach der Troiza=Sergiewskaja=Lowra(Dreifaltigkeitskloster des heiligen Sergius), am 4. wird das zweihundertjährige Jubiläum des Preobraschenski= und Semenoewschen Leibgarde=Regiments gefeiert, Abends Ball, am 7. Einweihung der Erlöserkirche, am 10. Juni Rückkehr der Majestäten nach Petersburg.(Köln. Z) Afrika. * Durbau, 12. Mai. Cetewayo ist von Usibepu mit starken Verlusten besiegt worden und bereitet sich auf einen neuen Angriff vor. Usibepu wird dem Vernehmen nach von den Transvaalboeren unterstützt. Aus dem Fürstenthum Lippe und Umgegend. * Detmold, 21. Mai. Se. Durchlaucht der ist gestern Nachmittag in Begleitung des Flügeladjutanten Hauptmann v. Rohdewald zur Jagd nach Steiermark abgereist, wohl das beste Zeichen für die fortschreitende Besserung in dem Befinden Ihrer Hoheit der Fürstin, was gewiß allseitig mit höchster Freudigzkeit begrüßt wird. * Detmold, 21. Mai.(Vermißt.) Seit Sonnabend Morgen ist der 39 Jahre alte Bruder des Ziegeleibesitzers August Albert aus Klüt, Heinrich, verschwunden und befürchtet man, da er geistesschwach ist, daß er sich in für ihn unbekannte Gegend verirrt hat. Es wird daher Jeder, der über die Spur oder den Aufenthalt des Vermißten etwas angeben kann, gebeten, entsprechende Mittheilung recht bald an den Bruder gelangen zu lassen. * Detmold, 21. Mai.(Strafkammer.) Am Freitag den 18. d. M. hatte sich der frühere Besitzer des Deutschen Hauses zu Lage, der jetzige Rentner Wilhelmsmann zu Dresden wegen Urkundenfälschung bezw. Betrugsversuchs vor der hiesigen Strafkammer zu verantworten. Der Anklage lagen 4 Schuldscheine zu Grunde, die derselbe von der inzwischen verstorbenen Wittwe Reiche für angeblich geliehene Kapitalien bezw. Zinsen dafür erhalten haben will und die er nach deren Tode gegen die Erben derselben geliend machte. Die Wittwe Reiche hatte auf das Deutsche Haus 3000 K ingrossirt, die auch Wilhelmsmann bei der Uebernahme desselben stehen ließ und wofür er jährlich im Laufe des Oktober persönlich die Zinsen an die Reiche ablieferte. Obgleich nun durch Zeugen festgestellt wurde, daß die Reiche sehr anspruchslos lebte und als geborene Russin deutsch weder lesen noch schreiben könnend, eine wahre Scheu vor Papiergeld hatte, so suchte Angeklagter dennoch glauben zu machen, daß die Verstorbene mit ihm in größerem Geldgeschäftsverkehr gestanden habe, aus dem oben erwähnte 4 Schuldscheine resultiren sollten. So will er ihr im Jahre 1874 400 Thaler gegen einen Schuldschein von 450 Thlr. und im Jahre 1875 9000 M gegen einen Schuldschein von 9135 K gegeben haben, ersteren um drängende Gläubiger zu befriedigen, letzteren um russische Staatspapiere anzukaufen und da sie in den nächsten beiden Jahren die Zinsen über letzteres Kapital nicht zahlen konnte, soll sie im Jahre 1876 sowohl wie 1877 je einen Schuldschein über M. 456,75 ausgestellt haben. Bei den notorisch günstigen und geregelten Vermögensverhältnissen der verstorbenen Wittwe Reiche und ihrer Abneigung gegen unbekanntes Geld nahm die Staatsanwaltschaft an, daß hier entweder die fraglichen vier Schuldscheine gefälscht seien, indem ursprünglich in eins, drei und vier die Zahl 45 und in zwei 135 gestanden und die übrigen Ziffern später hinzugefügt worden seien oder aber, daß die Wittwe Reiche fragliche Schuldscheine in ihrer jetzigen Gestalt in der Vreinung, es seien die vorgeschriebenen Quittungen über die von Wilhelmsmann gezahlten Zinsen, mit ihrer Namensunterschrift versehen habe und Angeklagter nun die Papiere benutze, um auf Grund derselben gegen die Erben der Wwe. Reiche eine Forderung von über elftausend Mark geltend zu machen, sich also eines Betrugsversuchs schuldig gemacht habe. Nach fast zehnstündiger Verhandlung, mit einstündiger Unterbrechung von Morgens 9 bis Abends gegen 8 Uhr dauernd, schloß sich der Gerichtshof der letzteren Auffassung an und sprach den Angeklagten von der Urkundenfälschung frei, verurtheilte ihn dagegen wegen versuchten Betrugs zu 2 Jahr 2 Monaten Gefängniß, worauf 2 Monate erlittene Untersuchungshaft angerechnet werden und 1000 Mark Geldstrafe, auch wurden ihm für die Dauer von 2 Jahren die bürgerlichen Ehrenrechte aberkannt. Am Sornabend den 19. wurden zwei Berufungen verhandelt, welche beide verworfen wurden; es wurde demnach das freisprechende Urtheil I. Instanz gegen die Wittwe Mönnig zu Salzuflen wegen Vergehen gegen §§ 33 und 147 der Gewerbeordnung bestätigt und ebenso das auf 3 Wochen Haft und Ueberweisung an die Landespolizeibehörde lautende gegen den Orgelspieler S. Hartmann aus Lieme wegen Unfug und Landstreicherei. * Detmold, 19. Mai.(Tilgung der Schafräude.) Wie wir bereits früher mitgetheilt, soll auf Veranlassung der Reichsregierung im Monat Juni in allen westlich der Elbe gelegenen Bundesländern gleichzeitig ein Heil= und Desinfektionsverfahren zur Tilgung der Schafräude vorgenommen werden und erläßt die fürstl. Regierung in der neuesten Nr. des Amtsblattes dazu folgende Ausführungsbestimmungen, deren Nachachtung wir den Heerdenbesitzern in ihrem eigenen Interesse empfehlen. Das zur Anwendung kommende Heilverfahren besteht: 1) in der Schur sämmtlicher Schafe, auch der Lämmer der verseuchten Heerden, 2) in zweimaligem Baden dieser Thiere, 3) in einer Desinfektion der Schafställe, Stallgeräthschaften und Hürden, bevor die gebadeten Schafe wieder mit ihnen in Berührung gebracht werden. Um eine Gleichmäßigkeit in dem Verfahren zu erzielen, erscheint es zweckmäßig, daß dasselbe ia folgender Weise geschehe: 1) die Schafe sind recht kahl zu scheeren, namentlich auch am Schwanze. Dabei sind die räudigen Schafe überhaupt und die von der Räude befallenen Körperstellen derselben von dem Schäfer sichtbar zu bezeichnen, 2) das unter Aufsicht des Thierarztes oder eines von ihm instruirten Stellvertreters zu bereitende Bad ist für je 100 Schafe in der Weise herzustellen, daß 260 Liter etwa 30 Grad warmen Wassers in einen großen Bottich gegossen und diesem dann 1½ Karbolsäure, 1 Kilo ungelöschten Kalk, 3 Kilo grüne Seife und 3 Kilo Soda zugesetzt werden. Dieser Bottich ist nahe an dem Zugange des oder der Hürde aufzustellen, in welchen die Schafe sich befinden. Neben ihm sind zwei leere Bottiche aufzustellen, in welchen die gebadeten Schafe abgerieben und gebürstet werden. Auf dem Boden derselben sind Latten anzubringen, damit die Schafe nicht ausgleiten Der Schäfer ergreift ein Schaf bei den Beinen und übergiebt es einem der Arbeiter, die das Bad zu besorgen haben. Dieser taucht es mit dem Rücken voran in das Bad, wobei ein anderer Arbeiter den Kopf hält und das Genick des Thieres in das Bad senkt. Nach zwei Minuten heben die Arbeiter das Schaf aus dem Bade und legen es in den leecen Bottich. Hier wird das Thier von drei Arbeitern gereinigt, inden einer den Kopf hält und die beiden andern den ganzen Körper mit einer Wurzelbürste gründlich abreiben. Es ist dafür zu sorgen, daß durch Nachgießen von heißer Badeflüssigkeit das Bad die Wärme von 30 Grad behalte und daß das ganze Verfahren mit Sorgfalt ausgeführt werde. Die stark räudigen Schafe können gleich in dem ersten Termine zweimal gebadet werden. Das Verfahren wird in den nächsten 8 Tagen wiederholt. Wenn die gebadeten Schafe in ihre Ställe oder Hürden zurückgebracht werden, so sind diese vorher zu desinfiziren. 3) Die Desinfektion geschieht in der Weise, daß der Dünger aus dem Stalle entfernt und nach Stellen gebracht wird, die in der nächsten Zeit von Schafen nicht betreten werden. Die Stallwände werden mit Kalkmilch übertüncht und der Fußboden mit derselben abgeschwemmt. Die Stallgeröthe und Hürden werden mit warmer Lauge gereinigt und dann ebenfalls mit Kalkmilch übertüncht. Nachdem das Heilverfahren beendigt ist, ist es von Wichtigkeit, daß die in der letzten Zeit betriebenen Weiden und benutzten Reheplätze einige Wochen lang vermieden werden, auch daß der Schäfer roch längere Zeit die Schafe, besonders die räudig gewesenen, genau beobachte und falls sich an einem wieder die Räufe zeigt, dieses sofort von der Heerde getrennt und geheilt oder geschlachtet werde. Es darf wohl vorausgesetzt werden, daß die Ausführung des Heilverfahrens, die mit mancherlei Schwietigkeiten verknüpft ist, durch bereitwilliges Entgegenkommen der Schafbesitzer, in deren Interesse zunächst die ganze Anordnung getroffen ist, gefördert und erleichtert werde. * Leopoldshöhe, 18. Mai.(Verhaftung.) Diesen Morgen wurde der bei dem Gastwirth Horstbrink hiers. arbeitende Bäckergesell von drei Gendarmen verhaftet. Derselbe wird beschuldigt, bei seinem früheren Prinzipal eine Summe von über tausend Mark veruntreut zu haben. Ein Brief des Herin Horstbrink an einen Geschäftsfreund in Koppenbrügge(Prov. Hannover), der Heimath des jugendlichen Langfingers, zwecks Erkundigung nach dem Renommée desselben, soll die dortige Polizei auf die Spur gebracht haben. * Bielefeld, 19. Mai.(Milchuntersuchungen) Vom 1. April v. J. bis 1. April d. J. sind 48 sachverständige Milchuntersuchungen auf polizeiliche Veranlassung vorgenommen worden. Von dieser Zahl erhielten das Prädikat vorzüglich gut 2, sehr gut 11, gut 30, mittelmäßig 4 und schlecht 1. Die beste Milch hatte einen Fettgehalt von 3,90 Proz., die schlechteste einen solchen von nur 2,46 Prozent. Nach amtlichen Ermittelungen werden nach hiesiger Stadt täglich circa 5000 Liter zum Verkauf gebracht.(.) * Paderborn, 16. Mai.(Die 2. Schwurgerichtspertode) dieses Jahres am hiesigen Landgericht beginnt am 11. Juni. Zum Vorsitzenden ist Herr Landgerichtsrath Wex hierselbst bestimmt worden. * Wunstorf, 18. Mai.(Fahrpost.) Während der Badezeit, vom 1. Juli bis Ende August werden zwischen Bahnhof Wunstorf und Bad Rehburg täglich nachstehende vier Personenposten fahren: von Wunstorf um 930 Uhr., 2 Uhr., 550., und 725.; von Bad Rehburg um 525 Uhr., 105 Uhr., 415 Uhr N. und 812 A. Das Personengeld beträgt für die Strecke Wunstorf Bahnhof und Rehburg Bad 1,80+ p. Das Dorf Neuenkirchen bei Melle(Landdrosteibezirk Osnabrück) mit etwa 1200 Einwohnern ist am 18. d. M. von einem schweren Brandunglück heimgesucht worden. Mittags gegen 1½ Uhr entstand in dem Hause des Küfers Redecker auf der äußersten Westseite des Dorfes Feuer, das sich rasch der anliegenden Fabrik(Seilerei) mittheilte und von dem heftigen Westwinde mit solcher Schvelligkeit über das ganze Dorf hingetragen wurde, daß nach wenigen Stunden von den etwa 90 Gebäuden des Ortes kaum noch 8 standen. Namentlich von dem Augenblicke an, in welchem die erst ueuerdings vollendete Kirche in Flammen gerieth und vom Thurm aus ein Feuerregen niederprasselte, griff das zerstörende Element mit reißender Gewalt um sich. Die zahlreich herbeieilenden Spritzen aus der Nachbarschaft waren ohnmächtig gegen die Allgewalt der entfesselten Naturkraft. Ein trauriges Bild der Verwüstung bot sich nun dar, als wir gestern (19. d..) den Ort des Unglücks besuchten. Schon weithin kündete der entdachte Kirchthurm, der auch an seinem Unterbau noch arge Spuren des Unglücks trägt, das Bild der Zerstörung an. Die Straßen sind in Schutt= und Trümmerhaufen verwandelt, hie und da steht noch eine Grundmauer, welche jeden Augenblick mit dem Zusammensturz droht. Ganz vereinzelt ragen die verschonten Gebäude aus dem Trümmerfelde hervor, das unbeschädigte Kriegerdenkmal ist rings von einem Chaos zerstreuten Bauschutts umgeben. Ein Zeichen der allgemeinen Verwirrung, welche am Tage des Brandes geherrscht hat, bilden die an verschiedenen Stellen liegenden Haufen von allerlei Dingen, werthigen und werthlosen, bunt zusammengeworfen. Es ist nicht sehr viel gerettet worden und von dem Geretteten ist leider Vieles arg beschädigt. Die Bewohner suchen Obdach in den umliegenden Bauern- und Kötterhäusern. Verliste an Menschenleben waren während des Brandes nicht eing treten. Gestern jedoch begab sich die Lehrerin der Nähschule(eine arme Frau) in die Nahe des Kirchthurms— von oben stürzt ein Sandsteinkreuz herab und mit zerschmettertem Schädel wird die Frau, sofort eine Leiche, in eines der stehen gebliebenen Häuser gebracht, wo sie nun in einem kleinen Mützenladen neben dem dorthin geretteten feuerfesten Schranke der Sparkasse und sonstigen dort geborgenen Sachen auf einer improvisirten Bahre ruht. Aus einem anderen, übrigens falsch konstruirten Geldschranke kam der Vorrath an Münze zum größten Theil stark angeglüht heraus; von den Werthpapieren und Geschäftsbüchern fanden sich nur noch einzelne handgroße verkohlte Fetzen vor, welche sorgsam mit einer Schürze bedeckt werden mußten, um nicht sofort beim ersten Windhauch zu verfliegen und zu zerfallen. Der dreizehnjährige Junge des Küfers Redecker hat, wie er in seinem Geständniß angegeben haben soll, auf Geheiß des Vaters das elterliche Haus in Brand gesteckt; der Bursche wurde gestern unter den Verwünschungen der Obdachlosen verhaftet und abgeführt. Obgleich die Abgebrannten fast ausnahmslos versichert haben, so wird doch bei der Größe des Unglücks ramentlich für die erste Zet die Wohlthätigkeit dringende Gelegenh it finden, helfend und lindernd einzugreifen. Repertoir des königlichen Theaters zu Hannover. Montag 21. Mai. Krieg im Frieden. Dienstag, 22. Mai. Der Mohr des Zaren. Mittwoch, 23. Mai. Die Nachtwandlerin. Prometheus. Donnerstag, 24. Mai. Der Troubadour. Freitag, 25. Mai. Zum 1. Male. Gela. Lustspiel von Pauline v. Harder. Italienische Flitterwochen Singspiel von Ortmann. Sonnabend, 26. Mai. Maurer und Schlosser. Sonntag, 27. Mai. Ein Sommernachtstraum. Gemeinnütziges. * Weiche und weiße Hände kann man sich durch den Gebrauch von Boraxwasser verschaffen. Man löst einige rohe Stücke Borax in einer großen Flasche mit etwas Wasser auf und gießt, wenn dies geschehen, nach und nach so viel Wasser zu, bis sich ein Bodensatz in der Flasche zeigt. Von diesem Wasser wird dem Waschwasser soviel zugesetzt, bis letzteres recht weich ist. Durch fortgesetzten Gebrauch dieses Mittels werden die Hände weich, weiß und glatt werden. * Eingesalzenes Holz. Wer hätte je gedacht, daß man diese Aufmerksamkeit dem spröden Material zuwenden würde, und doch ist dem so. Die„.=.=Ztg.“ läßt sich berichten, daß man auf der Insel Sardinien, das folgende, an Einfachheit kaum zu übertreffende Verfahren anwendet, um das zur Herstellung von Wagenrädern dienende Holz vor dem Schwinden, Werfen und Reißen zu bewahren. Jene Holzstücke, welche zu Wagenrädern benutzt werden sollen, läßt man vor ihrer Bearbeitung fünf bis acht Tage lang in mit gewöhnlichem Salze übersättigtem Wasser einweichen und erziehlt durch dieses Verfahren, daß weder Sonnenhitz= noch irgend ein anderer äußerer Enfluß im mindesten auf das Holz einwirke. * Quassia zur Bekämpfung des Mehlthaues und schädlicher Insekten empfi hlt William Chapell. Einige Pfirsichbäume, die alle Jahre vom Mehlthau waren befallen worden, wurden mit einem schwachen Aufguß von Quassia gewässert und trugen im nächsten Jahre schöne Früchte. Ein Weinberg wurde mit derselben Flüssigkeit begossen und die grüre Fliege verschwand in einem Tage. Angewendet wurde 1 Pfund Quassia auf 8 Gallonen Wasser. Bestreicht man mit diesem Aufguß das Gesicht und läßt ihn eintrocknen, so ist man vor Mücken, Mosquitos und anderen Quälgeistern geschützt. Vermischtes. * Berlin, 18. Mai. Wie man der„Voss. Ztg.“ aus Konitz schreibt, ist am vorgest igen Tage der dortige Landgerichtspräsident Zaucke vom Amte suspendirt worden; der Landgerichtsdirektor Helf hat vorläufig die Präsidialgeschäfte übernommen. Frau Zaucke verbüßt gegenwärtig in Potsdam die viermonatliche Gefängnißstrafe, welche in dem vielbesprochenen Prozeß wegen Briefunfugs gegen sie erkannt war. Ihrem Ehegatten war wiederholt nahe gelegt worden, er möge seine Pensionirung nachsuchen; er weigerte sich jedoch darauf einzugehen. *.* * Köln, 11 Mai.(Elektrisches Licht). Heute Abend waren die Räume des Hotel du Nord, welche auf das Reichste und Geschmackvollste restaurirt werden, zum ersten Male durch das von der Gesellschaft Berhausen u. Co. hierselbst installirte elektrische Licht erleuchtet. „* * Aus Kurhessen, 16. Mai. Die Musterung der dreijährigen Hengste auf dem Hauptgestüt zu Beberbeck, als dessen Leiter der kürzlich nobilitirte Major v. Jachmann fungirt, lieferte ein sehr gutes Resultat. Die Kommission suchte von 23 Stück 21 als zu Landbeschälern geeignet aus, ein anderer wurde als Hauptbeschäler für das Gestüt selbst zurückbehalten. Von den ersteren kommen neun ins brandenburgische, vier ins hannoversche, vier ins weftfälische und vier ins holsteinische Landgestüt. „* * Frankfurt, 15. Mai. Das Rennpferd„Requital“ welches Baron von der Osten wenige Tage vor dem Frühjahrsmeeting des Rheinischen Rennvereins für 17,000 M in England gekauft hatte und beim Steerle Chase, welches hier am 6. Moi stattfand, stürzte, ist nicht, wie verschiedene Blätter meldeten, getödtet worden, sondern befindet sich noch in Niederrad im Stalle des Herrn Mauß in thierärztlicher Behandlung. Es dürfte gelingen, das edle Thier seinem sportsmännischen Berufe zu erhalten. Dem bei demselben Rennen zu Grunde gegangenen„Brounce“ wird nach Turfssitte ein Gedenkstein an der Stelle, wo es eingebettet ist, errichtet. * Hamburg, 16. Mai.(Im Tode vereint.) Vorgestern Morgen wurden zwei Leichen aus der Alster aufgefischt und nach dem Kurhaufe befördert. Es waren ein etwa 20jähriges Mädchen und ein junger Mann im Alter von ca. 30 Jahren, welche sich fest umschlungen hielten und mit dem Umhange der Dame zusammengebunden waren. Unzweifelhaft hat hier ein Liebespaar seinen Tod in den Wellen gesucht. Der Kleidung nach zu urtheilen gehörten die Verstorbenen den höheren Ständen an. Bis jetzt sind die Leichen noch nicht recognoscirt. ** *(Trompette.) Will man wissen, was aus dem famosen Trompette, dem Ex=Koch Gambettas, g worden ist? Schon eirige Zeit vor dem Tode seines Herrn und Meisters, mit dem er Jahre lang so innig verbunden war, hatte sich Trompette ins Privatleben zurückgezogen Aber der Ehrgeiz ließ ihn nicht auf den erworbenen Lorbeern ruhen. Trompette fühlt sich nun einmal zur Politik hingezogen, und so wird er in Zukunft denn bei Waddington, dem ehemaligen Mininer des Arußeren, das Ministerium des Innern verwalten. Trompette hat seinen neuen Herrn bereits nach Moskau zu den Krönungsfestlichkeiten begleitet. Trompette, der so manche bombe vanille in der Nähe geschaut, zittert nicht vor den Bomben der Nihilisten. Amtl. Bekanntmachungen des Amtsblattes Nr. 40. Detmold. Regierung. Die fürstliche Regierung veröffentlicht das im Monat Juni zur Anwendung kommende Heilund Desinfektionsverfahren zur Tilgung der Schafräude, dessen genauen Wortlaut wir im redaktionellen Theil der heutigen Nummer unter Detmold wiedergeben; ferner macht dieselbe bekannt, daß der Umtrieb von Schafen durch sogenannte Zugschäfer vom 1. Juni bis 1. Juli nur dann gestattet ist, wenn die Schäfer den glaubhaften Nachweis(durch Zeugniß der Behörde oder des Kreisthierarztes) liefern, daß ihre Schafe dem allgemeinen Kurverfahren unterworfen gewesen oder frei von Räude sind. Dem Schlosser Robert Krüger aus Kontzlin bei Demmin und dem Handarbeiter Friedrich Tegtmeier aus Westfeld, Amts Alfeld, ist der Aufenthalt im hiesigen Lande verweigert worden. Detmold. Forstdirektion. An Stelle des am 1. Juli in den Ruhestand tretenden Förster Stock zu Langenholzhausen, Oberförsterei Varenholz, ist der bisherige Waldschütz Lohmann daselbst zum Förster ernannt worden. Auch die Waldschützen Holste zu Augustdorf, Oberförsterei Lopshorn, Möller zu Externstein, Oberförsterei Kohlstädt Horn, sind zu Förstern ernannt. Detmold. Der Erste Staatsanwalt zeigt an, daß in der Nacht vom 16./17. d. M. dem Rittergutsbesitzer Niemeier zu Herberhausen aus einem in seinem Garten daselbst befindlichen Bienenhause zwei Bienenstöcke gestohlen sind. Detmold. Der Amtsanwalt ladet den Reservist Gustav August Dreyer, z. Z. in Milwaukee in Nordamerika, wegen unerlaubten Auswanderns auf Dienstag den 19. Juni, Vormittags 9 Uhr vor das hiesige Schöffengericht. Detmold. Verwaltungsamt. In den Bauerschaften Leopoldsthal, Heesten und Vahlhausen=Bellenberg ist die Hundesperre auf drei Monate angeordnet. Detmold. Magistrat. Der versterbene Heinrich Frevert hat den Armen der Stadt ein Legat von 150 Mark vermacht. Das Einquartierungskataster pro 1883 liegt vom 21. d. M. ab 14 Tage lang auf dem Büreau zur Einsicht aus. Detmold. Amtsgericht I. Die 69 Kolonen zu Pivitsbeide V.., welche Antheile in der sogenannten Augustdorfer Senne besitzen, haben den Kolon Buse Nr. 113 zu Augustdorf als ihren Aufseher auf 6 Jahre bestellt. Detmold. Amtsgericht II. Im ZwangsvollstreckungsVerfahren gegen den Zimmermeister Simon Krüger hierselbst ist der angedrohte Ausschluß ausgesprochen und da im ersten Verkaufstermin kein genügendes Gebot erfolgt ist, anderweiter letzter Termin auf den 14. Juni, Morgens 11½ Uhr, im Zimmer Nr. 7 des Landgerichtsgebäudes anberaumt worden. Detmold. Amtsgericht lII. Der Kolon Simon Puls m Klaas Nr. 9 in Remmighausen, hat das Aufgebot einer am 28. Febr. 1857 zu Gunsten des frühern Kolons Wilhelm Klaas auf das Kolonat Nr. 9 in Remmighausen eingetragenen Urkunde, durch welche ein Kaufgeldrest von 1500 Thalern verbrieft wurde, beantragt. Der Inhaber der Urkunde wird aufgefordert, spätestens in dem auf den 10. Oktober, Vormittags 11 Uhr, Zimmer 10 im Landgerichtsgebäude anberaumten Aufgebotstermine seine Rechte anzumelden und die Urkunde vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung der Urkunde erfolgen wird. Blomberg und Brake. Die Civilvorsitzenden der Aushebungsbezirke Detmold und Lemgo machen die diesjährigen Aushebungstermine der Militärpflichtigen bekannt.(Vergl. Inseratentheil der heutigen Nummer.) Salzuslen. Magistrat. Der Komptorist Ernst Altenbernd beabsichtigt nach Nordamerika auszuwandern. Salzuflen. Das Amtsgericht II erläßt hinter den 44= jährigen Weber Heinrich Buddelmeier aus Lienen, Kreis Tecklenburg, welcher wegen Bettelns festgenommen und dann entwichen ist, einen Steckbrief. Hohenhausen. Amtsgericht. Zu dem Zwangsverkauf des Kolonats Schröder Nr. 80 zu Silixen ist zweiter(letzter) Termin auf Freitag, den 25. d.., Mittags 12 Uhr anberaumt. Lage. Amtsgericht. Die Vormünder der minderjährigen Kinder des verstorbenen Tischlers Christian Siek Nr. 122 hiers haben die Erbschaft nur mit der Wohlthat des Inventars angetreten. Es werden daher Alle, welche Anspruch auf Befriedigung aus derselben zu haben vermeinen, zur Anmeldung und Klarstellung ihrer Ansprüche bei Meidung der Rechtsnachtheile auf Mittwoch, 6. Juni 1883, Morgens 10 Uhr, vorgeladen. Die bekannten ingrossirten Gläubiger brauchen noch nicht anzumelden, da der Verkauf der Grundgüter erst im Spätherbst stattfinden wird. Rinteln. Das Amtsgericht erläßt hinter den flüchtig gewordenen 40jährigen Schlossergesellen Peter Parzonka aus Kreis Schildberg, Provinz Posen in Preußen, welcher wegen Gettelns und Landstreichens festgenommen war, einen Steckbrief. Wochenmarkts=Bericht. * Bielefeld, 19. Mai. Butter pr. ½2 Kilo M. 1,05, Rindfleisch pr. ½ Kilo M.—.60, Schweinefleisch pr. ½2 Kilo. M. —.65, Speck, hiesiger pr. ½ Kilo M.—.80, Speck amerikanischer pr. ½2 Kilo M.—,75, Kalbfleisch pr. ½ Kilo M.—.45, Hammelfleisch pr. ½ Kilo M.—.65, Eier 25 Stück M. 1,—, Spargel pr. ½ Kilo M.—.70, Zwiebeln pr. 1 Kilo M.—,08, Apfel pr. 1½ Kilo M.—.20, Birnen ½2 Kilo—.—, Kirschen ½ Kilo M..—, Rüben pr. 1½ Kilo M.—07, Wurzeln pr. 1½ Kilo M.—.07, Kartoffeln, neue, 1 Kilo M.—.80, Blumenkohl à Stück M..—, Kopfsalat 2 Stück M.—,10, Kappus à Stück M.—,35, Rothkohl à Stück M.—.40, Wirsing à Stück M.—,40 Steckrüben à Stück M.—,07, Kohlrabi à Stück M.—,07, Gurken 2 Stück M.—.50, Kartoffeln pr. 150 Pfund M..—, Roggenstroh 50 Kilo M. 2,25, Haferstroh 50 Kilo M. 1,80, Weizenstroh 50 Kilo M. 1,75, Heu 50 Kilo M. 2,50. Nrueste Nachrichten. * Berlin, 19. Mai. Die Kronprinzessin von Schweden ist mit ihrem Sohne(dem Herzog von Schonen) heute Vormittag kurz nach 11 Uhr hier einget offen. Auf dem Stettiner Bahnhof wurde sie vom Kaiser, dem Kronprinzen, dem Erbgroßherzoz von Baden, dem badischen Gesandten, dem Kommandanten und dem Polizeipräsidenten von Berlin empfangen. Der schwedische.sundte war der Kronprinzessin bis Stettin entgegengefahren. Der Kaiser geleitete sie nach dem königlichen Schloß. * Rüdesheim, 19. Mai. Ein großer Brand an der Rheinseite äscherte bis jetzt 25 Wohnhäuser mit Nebengebäuden ein; 44 Familien wurden obdachlos. Pioniere sind von Castel zur Hülfeleistung eingetroffen. * Stockholm, 19. Mai. Die zweite Kammer lehnte den ersten Paragraphen der Regierungsvorlage mit 153 gegen 44 Stimmen ab und nahm statt dessen einen denselben abändernden Antrag an, gegen den der Staatsminister sich ausgesprochen hatte, weil er eine Schwächung der Heeresstärke herbeiführe. * Christiania, 19. Mai. In der Anklagesache gegen die Mitglieder des Staatsraths hielt das Reichsgericht gestern die erste Sitzung ab, in derselben wurde indeß nur über Formalien verhandelt. Die Verhandlung über die Anklage wird heute fortgesetzt. * Christiania, 19. Mai. In der heutigen Sitzung des Reichsgerichts gelangte die Verhandlung über die Vorfragen, betreffs des Staatsministers Selmar, zum Abschluß; nächsten Montag wird darüber betreffs der übrig n Staatsräthe verhandelt werden. * Rom, 19. Mai. Der„Allgemeine Arbeiterverein: zu Rom veranstaltete gestern eine Gedächtnißfeier zu Ehren Schulze=Delitzsch's, welcher Ehrenmitglied des Vereins war. Die Betheiligung an der Feier war eine sehr zahlreiche, Genala, Luzatti und Andere feierten den Verstorbenen als Freund Italiens und als Apostel des Genossenschaftswesens.— Die„Nuoro Antologia“ veröffentlicht einen von Luzatti verfaßten warmen Nachruf auf Schulze=Delitzsch. * Newyork, 19. Mai. In Racine(Wisconfin) wurden durch einen heftigen Orkan an 150 Häuser zerstört. 20 Personen büßten dabei das Leben ein, gegen 100 andere wurden mehr oder weniger schwer verletzt. Meteorologische Beobachtungen in Detmold. 21. wolkig. Sonren=Aufgang 3 U. 58., Untergang 7 U. 56 M. Mondes=Aufganz 721 Nchm. Untergang 338 Mrgs. Für den Inseratentheil verantwortlich: A. Mewes in Detmold: Weühten VerFachtung. Der Unterzeichnete ist Willens, seine Mühle vom 1. April 1884 ab ferner auf 10 Jahre zu verpachten. Termin dazu am 26. Juni d. J. Nachmittags 2 Uhr in seiner Wornung. Bei genügendem Gebote kann auch eine Verpachtung unter der Hand vorher abgeschlossen werden. Die Bedingungen liegen zur Einsicht vom 22. d. Mts. ab in der Wohnung des Unterzeichneten parat. Die Mühle liegt nahe beim Bahnhofe Salzuflen an der Werre, wo diesé mit der Bega und Salze schon vereinigt ist, daher eine stete reichliche Wassei menge vorhanden bei der anhalt ndsten Dürre, zum voller Beiriebe der beiden Turbinen mit 45 bis 50 Pferdestärken. Vorhanden sind: 1 Wei en=, ein Roggen= und ein Schrotgang mit Doppelelevator und doppelter Beutel kiste; ferner ein Horizontal gatter, eine Kleissäge, eine Stanzmaschine, eine Dresch und Häckselmaschine. Der Wasseraufstau ist durch ein festes Wehr gebildet, daher be: Hochwasser mit Schützenziehen keine Last.(404) Werl 16. Mai 1883. bei Schötmar, Meper. Ein größeres Vogelbauer zu kaufen gesucht. Neustadt 7. Den freundlichen Gebern, welche beigetragen haben für unsere Kirche eine neue Altardecke und Kanzelbeil idung anzuschaffen, sage ich hiermit nachträglich meinen herzichsten Dank. Schwalenberg, im Mai 1883. Hermine Zeiß. Alle, welche an meinen verstorbenen Mann Forderungen haben, werden gebeten, solche bis zum 1. Juni d. J. bei dem Kaufmann Herrn Carl Plöger anzumelden und hierbei spezifizirte Rechnung zu überrichen. Lemgo, den 18. Mai 1883. Frau Ww. F. O. Seiff Für die uns bei der Beerdigung unserer Tochter Meusine bewiesene liebevolle Theilnahme, namentlich für den eihebenden Gesang der hies. Ledertafel sagen wir hier mit unsern wärmsten und iunig sten Dank. Bomberg, den 19. Mai 1883. Amtsrichter und Frau. Vermißr.. Mein Bruder, Heinrich Albert 39 Jahre alt, aus Loßbruch, ist auf dem Wege nach Klüt bis Detmold seit dem 19. d.., Morgens 5 Uhr verschwunden. Derselbe war mit schwarzem Rock mit kurzem Schoße, lein. Weste, schwärzlicher Drellhose, Mütze und Schnü schuheg kleidet, hat schwarzes Haar, braune Augen und rasirten Bart und ist geistesschwach. Er wurde zuletzt bei Kfm. Müller Nachf. in Detmold gesehen. De mir bis heute über den Aufenthalt desselben=de weitere Nachricht fehlt, bitte alle Menschenfreunde, die mir Mittheilung da rüber machen können, mir solche umgehend zukommen zu lassen, event. mir meinen Bruder zuzu. führen. Jede entstehende Aus lage bin ich gern bereit zu entrichten. August Albert, Ziegeleibesitzer im Klüt. Zur gefl. Beachtung! Die bewährten Präparate Odontine gegen Zahnschmerzen pr. Flacon 50 J, Acetine gegen Hühneraugen pr. Flacon 40„, Veg. Haarbalsam(anerkannt vorzüglichstes Haarwuchsmittel) per Flacon 60+, empfiehlt Kaufmann August Kampmann in Detmold. Leichte Sommer=Jaquets in Ripps, Orleans, Drell und Moleskin, leinen Reise-Staubmäntel, iowie waschächte Hosen ür Herren und Knaben empfieblt in großer Auswahl z. billigsten Preisen Aug. Köner Ww., Hornsche=Str. Kaufgesuch. 2 Stück fromme eingefahrene Ziegenböcke. Offerten mit Preisargaben A. S. Meyer, Bremen Buchtstraße 15. Eine nicht zu junge Kochin, mit guten Zeugnissen, die auch Hausarbeiten mit übernimmt, wird gegen hohen Lohn auf gleich ode zum 1. Juli nach Minden gesucht. Offerten sub F. D. 135 beördert die Exp. dieser Zeiturg. Die Kaffee-Großhandlung von Wulfers& Lefers in Bremen empfehlen folgende auf die Reinheit des Geschmackes geprüfte Qualitäten: seiner Santos=Kaffee à 40 J pr. K. feinster dto.„ à 45„„ einster dto. einer gelber feinster dto. feinster dto. Sämmtliche Sorten sind kräftig und reinschmeckend. Preise ver stehen sich bei Abnahme von min destens 9½ Pfd. Netto gegen Nachnahme Neue schott. Matjes=Häringe mpfing A. Watermann. Unter Garantie Staats! 284. 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Auch von der Serie III der 5% pari rückzahlbaren Pfandbriefe hat bereits am 7. dieses Monats eine Verloosung statt gefunden, und sind die betreffenden Listen bei uns einzusehen. Die Einlösung der gezogenen Stücke mit laufenden Zinsen vermitteln schon jetzt und halten gleichzeitig zur Wiederanlage die 4½% pari rückzahlbaren Pfandbriefe Serie VII und 4% pari rückzahlbaren Pfandbriefe Serie VIII obiger Bank bestens empfohlen. Lemgo, im April 1883. M. Lenzberg Söhne, Bankgeschäft. C. * b. Bekanntmachung, das diesjährige Aushebungsgeschäft betreffend. Die diesjährige Aushebung der Militairpflichtigen wird in folgender Ordnung stattfinden: 1) im Aushebungsbezirke De mold, Aushebungsorte Blomberg, am Montag den 2. Juli d. J. auf dem Rathhause zu Blomberg; 2) im Aushebungsbezirke Lemgo, Aushebungsorte Lemgo, auf dem Ballhause daselbst, a. am Dienstag den 3 Juli d. J. für die Militairpflichtigen in den Vorstellungslisten.,., C. und D. die VorwegEinzustellenden der Liste Ea und die in den Bellagen., II. und III., b am Mittwoch den 4 Juli cr. für diejenigen der Liste., welche auf das Loos verzichtet haben, und die Vorzumerkenden aus dem Jahre 1861, am Donnerstag den 5. Juli cr. für die Vorzumerkenden des Jahres 1862 und die Militärpflichtigen des laufenden Jahrgangs; 3) im Aushebungsbezirke Detmold, Aushebungsorte Detmold, auf dem dortigen Rathhause, am Freitag den 6. Juli cr. für die Freiwilligen und Forstlehrlinge, die Vorweg=Einzustellenden, die Mannschaften des laufenden Jahrgangs und die Vorzumerkenden des Jahrgangs 1862, am Sonnabend den 7. Juli cr. für die Vorzumerkenden des Jahrgangs 1861, die Ueberzähligen früherer Jahrgänge, die Ersatz=Reserven und die in den Beilagen aufgeführten Mannschaften; 4) im Aushebungsbezirke Lemgo, Aushebungsorte Schötmar, im Korfschen Gasthause daselbst, a. am Montag den 9. Juli cr. für die Militärpflichtigen der Vorstellungslisten.,., C. und., die der Line., welche auf das Loos verzichtet haben, die Vorweg=Einzustellenden der Liste Ea und die in den Beilagen., II. und III., b. am Dienstag den 10. Juli cr. für die Vorzumerkenden aus den Jahrgängen 1861 und 1862, die Mititairpflichtigen des laufenden Jahrgangs und die Disponiblen früherer Jahrgänge. Es wird folgendes bemerkt: 1) die Militärpflichtigen haben sich bei Vermeidung der gesetzlichen Nachtheile und Strafen zu den bezeichneten Terminen Morgens 7½ Uhr persönlich einzufinden. Bei Verhinderung am Erscheinen durch Krankheit ist ein ärztliches Attest beizubringen, welches durch die Polizeibehörde beglaubigt werden muß, wenn der ausstellende Arzt sich nicht im Staatsdienst befinder. 2) die Eliern des Reklamanten sind in Person zu erscheinen verpflichtet, wenn deren Gebrechlichkeit und Arbeitsunfähigkeit Grund der Reklamationen sind. 3) an den Tagen, an welchen die Vorstellung der Militairpflichtigen des betreffenden Bezirks stattfindet, wolle ein Mitglied des Verwaltongsamts resp. des Magistrats zur Auskunftertheilung Morgens 8½ Uhr sich einfinden. Blomberg und Brake, den 14. Mai 1883. Die Civil=Vorsitzenden der Aushebungsbezirke Detmold und Lemgo. Neubourg. Th. Holzapfel, Amtsrath. Amtsrath. Bad Meinberg. Zur Eröffnung der Badesaison, Sonntag, den 27. Mai Großes Militär-Concert von der Kapelle des 55 Inf.=Reg. unter persönlicher Leitung ihres Kapellmeisters Herrn Hubert. Ansang Nachmittags 3½ Uhr. Bei eintretender Dunkelheit Großes Feuerwerk. Eutrée à Person 50+. 3 Karten 1 M. Rorin.