Lippische Landes-Zeitung= erscheint mit Ausnahme der Sonn= und Festtage täglich and werden in derselben die amtlichen Bekanntmachungen des Amtsblattes für das Fürfleutbum Lippe in besenderer Rubrik Redaction u. Expedition: Detmold, Leopoldstraße Nr. 117. Abonnementspreis für das Vierteljahr: In Detmold 2 Mark 25 Pf., auswärts durch die Post bezogen 2 M. 60 Pf.,— mit Bestellgeld 3 M. Inserate werden mit 12 Pf. für den Raum der einfachen Corpus=Spaltzeile berechnet. Verantwortlicher Redacteur August Klingenberg. Druck und Verlag der Meyer'schen Hofbuchdruckerei(Gebr. Klingenberg) in Detmold. Freitag, 18. Mai. 1883. Die parlamentarische Beschlußfähigkeit. n. Bei dem fatalistischen Glauben an eine demnächstige Auflösung des Reichstags, wie er sich in der letzten Zeit mehr und mehr herausgebildet hat, kann es nicht Wunder nehmen, wenn auch an die ziemlich naheliegende Wahrscheinlichkeit wiederholter Beschlußunfähigkeit Gerüchte von Auflösungsabsichten angeknüpft werden. Schwerlich jedoch mit wirklichem Grunde. Daß der Reichstag jetzt, an der Schwelle des Sommers, noch ins Unabsehbare forttagen soll, ist eine Folge der unglücklichen Eintheilung der parlamentarischen Geschäfte, und die Verantwortung für die letztere trifft fast ausschließlich die Regierung. Es würde somit wenig Aussicht auf Erfolg versprechen, wenn die Regierung beim Volke gegen den Reichstag Klage wegen Arbeitseinstellung erheben wollte, nachdem sie selbst die bis zur Unerträglichkeit gesteigerte Zerfahrenheit der Session wesentlich verschuldet hat. Wir sind weit davon entfernt, die Beschlußunfähigkeit des Reichstags in dem bevorstehenden Reste der Tagung zu wünschen; im Gegentheil, wir hoffen, daß unsere Freunde vollzählig am Platze sein werden. Aber das kann uns nicht hindern, an das Naturgesetz zu erinnern, daß jede Leistungsfähigkeit ihre Grenze hat. Und es will uns bedünken, als ob grade die der Regierung näherstehenden Parteien die unerbittliche Strenge dieses Gesetzes in den letzten Wochen bereits deutlicher empfunden hätten, als die linke Seite des Reichstags. Endlich einmal verlangen eben auch die häuslichen Angelegenheiten wieder ihre Rechte. Ganz abgesehen von den Aufgaben der Familie— wir sind in Deutschland nicht reich genug, um das Parlament mit lauter Rentiers beschicken zu können. Die Mehrheit unserer Reichstagsmitglieder befindet sich noch in erwerbender Stellung, und es ist gut, daß es so ist. Unter diesen Umständen kann man von ihnen wohl verlangen, daß sie sich alljährlich einige Monate der Erfüllung der durch Annahme der Wahl übernommenen Pflicht unterziehen, nicht aber, daß sie sich in ihrem Berufe die größere Hälfte des Jahres und vielleicht noch darüber, lahmlegen lassen. Und nicht allein die Länge der wirklichen Tagungszeit ist es, was in diesem Jahre die Gemüther Herzenswandlungen. Von Antonie Haupt. 38. Fortsetzung. Das junge Mädchen hatte gelernt Seelenschmerzen zu verbergen; denn ein beglücktes Lächeln schien ihren kleinen Mund zu umspielen, als sie, gerade da Haitenstein mit der stolzen Hohenhorft vorüberschritt, ihre Hand auf des Freiherrn Arm legte. Der Offizier mußte inbessen sehr bald die trübe Erfahrung machen, daß die Liebenswürdigkeit, mit der er aufgenommen worden, trotz all seiner Bestrebungen keinen höheren Grad annahm, sondern daß Elisabeth nach einigen munteren Aeußerungen bei Tisch plötzlich sehr schweigsam und so zerstreut wurde, daß er eine Frage an sie stets wiederholen mußte. Immer und immer wieder schweifte Elisabeths Auge hinüber zu der hohen Männergestalt neben dem schwarzen Lockenkopfe. Wie angelegentlich die Beiden mit einander flüsterten! Jetzt hoben sie die Gläser empor und er erwiderte Armgards langen Blick so ausdrucksvoll, daß ihr schönes dunkelgefärbtes Gesicht bis unter die Locken erröthete. „Ein interessantes Paar, wie für einander geschaffen“, sagte Cronstedt, der endlich gefunden hatte, was seiner Dame Aufmerksamkeit in Anspruch nahm.„Bei den Kameraden ist es bereits eine abgemachte Sache, daß dieser Hartenstein, oder vielmehr Ferrigno die Komtesse als Hausfrau heimführen wird." „Was halten Sie denn von dem Gerüchte?“ fragte Elisabeth mit gepreßter Stimme. „Ich halte dafür, daß es so ganz Unrecht nicht hat“, entgegnete der Lieutenant lächelnd an seinem Schnurrbarte drehend. „Hohenhorft hat seinen Aufenthalt in hiesiger Gegend augenscheinlich nur wegen Hartenstein, den er in Rom kennen lernte, verlängert; und es ist ganz auffallend, wie sehr die sonst so reservirte Familie den Maler heranzieht.“ verbittert, sondern mehr noch die Unsicherheit, welche von vornherein über die Eintheilung der Geschäfte bestanden und den Reichstagsmitgliedern jede Verfügung über ihre Zeit auf längere Dauer hinaus unmöglich gemacht hat. Wenn in einer solchen Lage die Bänke des Parlaments sich mehr und mehr lichten, so ist das so natürlich und so allgemein verständlich, daß eine Regierung, welche um dieses Grundes willen an das Volk appelliren wollte, schwerlich viel Entgegenkommen bei demselben finden würde. Dazu kommt die Frage, denn wirklich für jede Beschlußfassung die bei uns vorgeschriebene Präsenzziffer, d. h. die absolute Mehrheit der gesetzlichen Mitgliederzahl, als ein aus der Idee des Repräsentativsystems unausweichlich sich ergebendes Gebot betrachtet werden müsse. Man braucht nicht erst an das vielerwähnte englische Beispiel erinnert zu werden, um zuzugeben, daß namentlich über die technischen Einzelheiten von Gesetzentwürfen, an deren Diskussion sich ohnehin nur die„Sachverständigen“ zu betheiligen pflegen, recht wohl eine geringere Zahl als 199 beschließen könnte. Der in der„Nordd. Allg. Ztg.“ wiederholt aufgestellte Plan, die Sitzungen zu scheiden in solche, in denen nur geredet, und solche, in denen nur abgestimmt wird, ist freilich widersinnig; dagegen würde uns recht wohl zulässig erscheinen, daß für die ersten und zweiten Lesungen eine geringere Präsenzziffer eingeführt und nur für die endgültigen Entscheidungen der dritten Lesung die bisherige beibehalten würde. Für den Augenblick indeß ist an eine solche Aenderung der Geschäftsordnung nicht zu denken. Man wird wohl oder übel mit der bestehenden Einrichtung auszukommen suchen müssen. Schon jetzt aber ist Verwahrung dagegen einzulegen, daß aus den in den nächsten Wochen sich etwa ergebenden Beschlußunfähigkeitsfällen irgend etwas zum Nachtheil des gegenwärtigen Reichstags oder gar des bestehenden Repräsentativsystems überhaupt geschlossen werde. Deutsches Reich. * Berlin, 17. Mai. Der mehrtägige Aufenthalt des früheren französischen Ministers Waddington, des auf der Reise nach Moskau befindlichen Krönungsbotschafters der französischen Republik, in Berlin, macht in „Wird eine Gräfin Hohenhorst sich entschließen können, einen einfachen Bürgerlichen zu heirathen?“ fragte Elisabeth. „Sie müssen bedenken, mein gnädiges Fräulein, daß der Künstlername Ferrigno eine Grafenkrone reichlich aufwiegt“, entgegnete Cronstedt wichtig.„Sollte Ferrigno indessen nach einem Adel# titel verlangen, so brauche er sich nur an den Fürsten von* zu wenden und sein Wunsch würde erfüllt.“ Seufzend dachte das junge Mädchen darüber nach, ob nicht ein blendendes, dämonisch schönes Weib das Recht habe, sich zwischen diese beiden Megschen zu drängen, als schmetternde, jubelnde Musik das Zeichen zum Beginne des Tanzes gab. Nu flog Alles von den Stühlen empor und wie elektrisirt folgte die junge Welt den Tönen, die im Nebensaale erklangen. „Fräulein Elisabeth, ich bitte um den ersten Tanze, sagte Felix sich verneigend. Cronstedt, der sich bereits in Positur gesetzt hatte, wollte energisch protestirend dagegen einschreiten. Elisabeth machte jedoch lächelnd Hellbergs Rechte als Hausherr geltend und vertröstete den Freiherrn auf den nächsten Tanz, worauf sie zu den Klägen eines Strauß'schen Walzers durch den Saal schwebte. Der folgende Tanz, eine Quadrille, brachte ihr das Ersehnte plötzlich auf unerwartete Weise. Als sie zu dem gegenübertanzenden Herrn emporschaute, erblickte sie — Albano, dessen dunkles Auge jedoch fremd und theilnahmlos dem ihrigen begegnete, als habe er sie nie gesehen. Mit keinem Zucken seines schönen, regelmäßigen Gesichtes nahm er Notiz davon, daß Elisabeth mit verzehrender Unruhe alle seine Bewegungen verfolgte, daß sie unverkennbar auf einen einzigen warmen Strahl aus seinen gleichgiltig umhersehenden Augen hoffte. Cronstedt, der offenbar annahm, daß die Beiden sich fremd seien, suchte ihre Bekanntschaft zu vermitteln: „Mein gnädiges Fräulein, Sie erlauben,— Herr Hartenstein, Fräulein Römer", stellte er sie einander vor. allen europäischen Hauptstädten Aufsehen. Wie am Sonntag aus Paris gemeldet wurde, war dort das Gerücht verbreitet, daß Herr Waddington in Berlin eine politische Mission habe. Der„Nat.=Ztg.“ wird telegraphirt, daß der Angabe, als handle es sich um eine Mission mit einem speziellen Zwecke, kein Glauben gebühre; dies schließt aber nicht aus, daß Herr Waddington hier allgemeine Erklärungen gegeben hat, welche als eine erfreuliche Wirkung der„Tripelallianz“ zu betrachten sind. Kaiser Wilhelm hat Herrn Waddington am Sonntag empfangen und ihn zur Tafel gezogen, an welcher auch Graf Hatzfeldt Theil nahm. Zu einer Besprechung des Krönungsbotschafters mit dem Fürsten Bismarck, welche erwartet wurde, ward schon im Voraus in der Wiener„Pol. Korresp.“ von Paris aus bemerkt: „In diplomatischen Kreisen mißt man dieser Eventualität als einem neuen und wichtigen Friedenssymptome große Bedeutung bei.“ *— Fürst Bismarck und Herr v. Puttkamer sind am 13. Mai in Görlitz durch den 12. Abgeordnetentag zu Ehrenmitgliedern des deutschen Kriegerbundes gewählt worden. Natürlich hat man sich der Annahme der Wahl vorher versichert. Fürst Bismarck ist seit Kurzem aktives Mitglied des Berliner Landwehr=Vereins, und zwar hat er sich selber zur Aufnahme gemeldet. *— Die Nachricht der„Köln. Ztg." von einem Briefe des Kaisers an„die Minister“, worin das Bedauern ausgesprochen wird, daß Herr v. Kameke und Herr v. Stosch die Kommandogewalt des Kaisers nicht energischer im Parlamente vertreten haben, konnte nicht verfehlen, allgemeines Aufsehen zu erregen. Es wird nun von guter Seite versichert, daß die Mittheilung auf einem Mißverständnisse beruht. Es ist in dieser Angelegenheit von Seiten des Kaisers nur ein einziger Brief geschrieben worden und der war an den Generalfeldmarschall Grafen Moltke gerichtet, als derselbe in seiner Eigenschaft als Reichstagsabgeordneter für die militärischen Bauten in Großenhain das Wort ergriffen hatte. Aus diesem Briefe konnte man allerdings eine Art von Tadel gegen Herrn v. Kameke herauslesen (Herr v. Stosch, wird versichert, war gar nicht in Mitleidenschaft gezogen), und als der Kriegsminister von dem Inhalte des Schreibens erfuhr, ist er sebst Albano verbeugte sich kalt und förmlich, und als seine Dame ihre Bewunderung darüber aussprach, daß er Fräulein Römer nicht bei seiner Schwester kennen gelerrt, hörte Elisabeth, wie er sagte: „Es mag sein, daß ich die Dame bei Fredegunde gesehen habe; doch entsinne ich mich ihrer nicht. Meine Schwester ist schon so lange fort.“ „Lange? Vor zwei Monaten war sie noch hier“, klang die lachende Entgegnung.„Die großen Künstler scheinen schlechte Gedächtnisse zu besitzen.“ Er stimmte in das heitere Lachen ein. Wie klang das unbefangen und harmlos! Die Unterhaltung mit der munteren kleinen Dame schien ihm ungemein viel Vergnügen zu machen, denn während der Quadrille widmete er sich derselben mit solcher Aufmerksamkeit, daß er die ganze Umgebung darüber zu vergessen schien. Selbst wenn er Elisabeth gegenüber tanzte, so hatte er meist seiner Dame gerade etwas Wichtiges, sehr Amüsantes mitzutheilen, was er nicht unterlassen konnte, während des Tanzes mit rückwärts gewandten Antlitz zu thun. Hatte er Elisabeth zur Ausführung einer Figur die Hand zu reichen, so hielt er zwar mechanisch seine Fingerspitzen hin, jedoch mit solcher Gleichgültigkeit, daß er offenbar nicht einmal zu wissen schien, von wem dieselben erfaßt wurden. Eine unsägliche, niegefühlte Bitterkeit erfüllte Elisabeths Herz. Mit lächelndem Munde ihm gegenüber zu stehen, unbeachtet und gänzlich von ihm übersehen, das war ein Höhepunkt der Tortur, der ihre Kräfte überstieg. Tausendmal lieber wollte sie allein durch Nacht und Sturm nach Hause eilen als noch eine Sekunde länger gleichsam am Marterpfahl hier seiner Verachtung preisgegeben bleiben. Sie wußte selbst kaum, daß sie scheu um sich blickte und nach einer Stelle forschte, wo sie unbemerkt entschlüpfen konnte. Ein plötzlicher Taumel bemächtigte sich ihrer, sie wankte und wäre zu Boden gefallen, wenn nicht Cronstedts Arme sie aufgefangen und fest umschlossen hätten. (Fortsetzung folgt.) darüber gar nicht im Geringsten im Zweifel gewesen. Er hat vielmehr die röthigen Konsequenzen daraus gezogen, indem er um eine Audienz bei seinem kaiserlichen Herrn nachsuchte und in aller Ehrerbietigkeit, aber mit voller Bestimmtheit um seine Entlassung bat. Herr v. Stosch wollte dann nicht mehr allein auf seinem Posten ausharren, sondern schloß sich seinem Freunde an. *— Auf Ansuchen des Kultusministers hat die königliche Akad mie für das Bauwesen ein Gutachten dahin abgegeben, daß bei Schulbauten dem Massivbau vor dem Fachwerkbau unbedingt der Vorzug gebühre. In der ganz interessanten Begründung wird u. A. ausgeführt, daß sich der Preis des Bauholzes in den letzten 25 Jahren durchschnittlich fast verdoppelt habe, während derjenige des Ziegelmaterials im Allgemeinen nicht erhöht, theilweise sogar vermindert worden sei. Beiläufig gesagt, ist jene Steigerung der Bauholzpreise ein nicht unwichtiger Beitrag zu der Generalfrage der Nothwendigkeit einer Erhöhung der Holzzölle, die durch den bezüglichen Reichstagsbeschluß noch nicht entgültig von der Tagesordnung abgesetzt zu sein scheint. *— Das„Deutsche Adelsblatt“ liest den preußischen Adeligen den Text, weil sie sich nicht häufiger dem juristischen Rufe widmen.„Bei dem großen Antheil“, sagt das Blatt,„den der Kreisrichter an der Gesetzgebung der letzten Jahrzehnte genommen, hat es sich nur zu verhängnißvoll erwiesen, daß das Richteramt sich durchweg in den Händen des Liberalismus befand. Auch für die ewige Hypothekennoth der Grundbesitzer wäre eine Verstärkung des juristischen Elements aus Leuten von unserm Fleisch und Bein dringend erwünscht.“ Das ist ja ein recht interessantes Geständniß, welches im letzten Satze ausgesprochen wird, und zugleich eine alberne Insinuation gegen unsere jetzigen bürgerlichen Richter. Im übrigen schließt der Artikel des adeligen Organs mit einem Passus, den Jedermann unterschreiben kann:„Der Geist, der die preußische Justiz einst groß gemacht und zu Ehren gebracht hat, der Geist lebt noch, wenn er auch durch eindrirgende schlechte Elemente geschwächt scheint. Aber daß dieser Geist nicht erschlaffte, daß die Justiz nicht sinke, sondern daß dieses Glied des preußischen Staates gesunde und erstarke, es wäre patriotisch, daran mitzuarbeiten. Darum meinen wir, sollte der Adel ebenfalls daran mitarbeiten und es für eine Pflicht halten, dies zu thun.“ *— Der am 13. d. zu Eisenach abgehaltene 16. deutsche Journalistentag nahm einstimmig die Statutenvorlage an(als Vorort wurde Frankfurt gewählt), und konstituirte sich als„Deutscher Journalistenverbandn vornehmlich Zwecks materieller Selbsthilfe. Vor, während und nach der Berathung liefen zahlreiche Beitrittserklärungen ein. Die südwestdeutsche Bezirkskasse(Centralort Frankfurt) konstituirte sich an Ort und Stelle. Die gezeichneten Fonds belaufen sich bereits auf zehntausend Mark. *— Der„Reichsboten seinerseits bellt noch immer um das Grab von Schulze=Delitzsch und fährt mit heiserem Knurren, wie der Gespensterhund in Freytags „Verlorener Handschrift“ um den Hofprediger Rogge, der das unverzeihliche Verbrechen begangen hat, an der Gruft eiges freisinnigen Mannes wie ein christlicher Geistlicher und nicht wie ein beschränkter Fanatiker zu sprechen. Bei aller Widerwärtigkeit ist es doch zugleich wieder ein ergötzlicher Anblick, wie die Stöcker'sche Sippe dem Potsdamer Geistlichen, der als Prediger an der Zur Kaiserkrönung in Moskau. Petersburg, 13. Mai. Der Regierungsanzeiger veröffentlicht das Ceremoniale für die Verkündigung des Krönungstages und die Krönung selbst. An den drei Tagen vor der Krönung wird dieselbe dem Volke öffentlich durch Herolde angezeigt und an bestimmten Plätzen der Stadt verlesen, andere Herolde vertheilen gedruckte Exemplare der bezüglichen kaiserlichen Botschaft. Trompeter, die Nationalhymne blasend, begleiten die Herolde. Den Botschaftern und Gesandten der fremden Mächte wird der Krönungstag durch den Ceremonienmeister in vergoldetem Wagen resp. durch Beamte des Ceremonial= amtes mitgetheilt. Am Vorabende der Krönung findet in allen Kirchen Abendgottesdienst statt, welchem der Kaiser, die Kaiserin, die Großfürsten und Großfürstinnen in der Spaßky=Kirche beiwohnen. An diesem Vorabend werden auch die Regalien aus der Orusheinaja Palata in den Thronsaal übergeführt. Am Krönungstage Morgens 7 Uhr werden 21 Kanonenschüsse gelöst und wird zur Messe in der Uspensky=Kathedrale geläutet. Um 8½ Uhr nimmt das diplomatische Korps seine Plätze in der Kathedrale ein. Auf dem Wege vom Thron bis zur Kathedrale bildet Militär Spalier. Nach geschehener Meldung, daß der Gottesdienst eingeleitet sei, begiebt sich der Thronfolger, begleitet von denjenigen Mitgliedern des kaiserlichen Hauses, welche sich dem Gefolge des Kaisers befinden, sowie von den fremden Fürstlichkeiten, den Staatsdamen und Hofmeisterinnen, in die Kathedrale. Bevor der Kaiser und die Kaiserin den Garg zur Kirche antreten, besprengt ein Geistlicher den Weg mit Weihwasser. Auf die Meldung, daß Alles bereit, begeben sich der Kaiser und die Kaiserin in den Thronsaal und besteigen den Thron. Hierauf setzt sich die Prozession in Bewegung. Dieselbe wird eröffnet durch einen Zug Chevaliergardisten. Hieran schließen sich die Pagen, der Zeremonienme ster, Dorfälteste, polvische Gemeindeältefte, die Stadthäupter, fingische Deputirte, die Vorsitzenden der LandschaftsGarnisonkirche dem Kaiser besonders nahe steht, gern an den Kragen möchte, aber sich schließlich doch auf ein gespensterhaftes Zähnefletschen beschränken muß.„Es ginge wohl“, wie der Berliner sagt, naber es geht nicht.“ *— Wie bereits kurz mitgetheilt, ist der ehemalige hannoversche Staatsminister Graf v. Borries am vergangenen Sonntag in Cille gestorben. Geboren 1802 zu Dorum(Landdrostei Stade), hat er sein Leben auf das ansehnliche Alter von 81 Jahren gebracht. schloß sich in Hannover nach 1848 bei der wieder beginnenden Reaktionspolitik den Restaurationsbestrebungen der hannoverschen Adelspartei an, und als König Georg V 1851 das Ministerium Schele berief, erhielt Graf Borries in demselben das Ministerium des Innern. Er führte dann im Verein mit dem Finanzminister v. d. Decken mit Hülfe des deutschen Bundestags 1855 die Verfassungsänderungen herbei, deren Betreibung im Gegensatz zu den Ministerkollegen, welche den Weg der Verständigung mit der Volksvertretung versuchen wollten, zunächst seinen und v. d. Deckens Austritt aus dem Ministerium Lütken zur Folge hatte. Nach dem Siege dieser Bemühungen am Bundestage (Juli 1855) und nach dem Rücktritt des Kabinets übernahm Graf Borries wieder das Ministerium des Innern im Kabinet des Grafen Kielmansegge und wurde jetzt wieder der Hauptleiter der hangoverschen Verfassungsreaktion. Es folgten wiederholte Kammerauflösungen und verfassungswidrige sogenannte„Nothgesetze:. Aber die hannoversche Adelspartei, deren politische Privilegien v. Borries soweit hergestellt hatte, begriff doch bald, daß dieselbe weniger die Herstellung des ständischen Patrimonialstaates als des bureaukratischen Centralstaates als Ziel verfolgte. Schließlich war es der Versuch der Einführung eines orthodoxen Landeskatechismus durch königliche Verordnung von April 1862, welche im August Volkskundgebungen selbst in der Hauptstadt hervorrief, der am 22. Auzust Borries' Entlassung herbeiführte. Der Verstorbene war demnach unter Georg V. lange Zeit die Seele der Reaktion gegen die Stüvesche Verfassung von 1848 und die sich daran knüpfende freisinnige Gesetzgebung. Er hat sich mancherlei Verfassungswidrigkeiten und gehässige Maßregeln zu schulden kommen lassen. Doch halte er seine Rolle schon vor 1866 ausgespielt, da er 1862 in Ungnade fiel. Am bekanntesten machte er sich bei der Bekämpfung des Nationalvereins durch die Aeußerung, daß man im Nothfalle zur Rettung der haanoverschen Souveränetät selbst die Hülfe des Auslandes nicht verschmähen würde; ein Mitglied des Vereins, der Herr von Ammen aus Köln, erwiderte darauf, wer so spräche, verdiene auf der Kuhhaut zum Richtplatze geschleift zu werden. Und grade jene un rühmliche Aeußerung, so muß man annehmen, verschaffte Borries die Verleihung der Grafenwürde vom König Georg. Uebrigens war Vorries ein Beamter von seltener Arbeitskraft, der sich namentlich um die Landwirthschaft verdient gemacht hat. Sein Ende ist dann gewesen, 1866 sein Hannover zu einer Provinz des gehaßten Preußens werden zu sehen und selbst als Mitglied des preußischen Herrenhauses, berufen am 16. November 1867, zu sterben. Graf Borries hat durch die Engherzigkeit und Kurzsichtigkeit seiner Politik die deutsche Einheit, die er leidenschaftlich fürchtete, und den Untergang der Welfendynastie mehr gefördert, als irgend ein anderer Staatsmann in Hannover. ämter und verschiedener anderer Aemter und Verwaltungen, die Repräsentanten der Staatsinstitute, Deputationen des Kosakenheeres, die Gouvernements=Adelsmarschälle, der Oberprokurator des ersten Departements des Senats, die Generalgonverneure, der Oberprokurator des Synods, Herolde mit den kaiserlichen Regalien und der oberste Marschall. Hierauf folgen der Kaiser und die Kaiserin unter einem Baldachin, getragen von 16 Generaladjutanten, denen andere 16 General= adjutanten assistiren; ferner die übrigen Generaladjutanten des Kaisers, die Staatsdamen, der hohe russische Adel, Manufakturisten und Fabrikanten. Ein Zug Chevaliergardisten beschließt den Zug. Der Metropolit von Moskau wird die Majestäten in der Vorhalle der Kirche mit einer Rede empfangen, der Metropolit von Nowgorod dieselben mit dem Kreuze segnen und der Metropolit von Kiew sie mit Weihwasser besprengen. Nach Betretung des Tempels werden der Kaiser und die Kaiserin sich vor dem Czarenthor dreimal verbeugen, die Gottesbilder küssen und alsdann ihre Sitze auf den Thronen von Michael Fedorowitsch und Alexei Michailowitsch einnehmen. Am Fuße der Throne werden die Reichsregalien niedergelegt. Der Obermarschall, der Ceremonienmeister und andere Würdenträger nehmen hinter den Thronen Aufstellung, der Kommandeur des Chevalier=Garderegiments mit gezogenem Schwerte. Auf Einladung des Metropoliten von Nowgorod wird der Kaiser das Glaubensbekenntniß verlesen. Hierauf beginnt die Krönung. Der Kaiser legt sich den Purpurmantel an, setzt sich die Krone aufs Haupt, nimmt das Szepter in die rechte, den Reichsapfel in die linke Hand und setzt sich auf den Thron. Bald darauf beide Regalien auf dazu bestimmte Kissen niederlegend, ruft der Kaiser die Kaiserin herbei, welche vor ihm niederkniet. Der Monarch nimmt die Krone ab, berührt damit das Haupt der Kaiserin, setzt sich die Krone wieder auf und krönt die Kaiserin mit einer kleineren Krone. Nachdem die Kaiserin sich mit dem Purpurmantel bekleidet und die Kette des Andreasordens angelegt hat, nimmt dieselbe wieder *— In einer Karlsruher Korrespondenz der „Frankf. Ztg.“ wird der Verlust, den Baden durch das Hugstetter Eisenbahnunglück an Menschenleben und Material erlitten hat, auf 5 Millionen Mark geschätzt. Es repräsentirt dies, heißt es dann weiter, eine Rente von jährlich 200,000+, womit man gewiß hinreichend Bremser hätte anstellen können.(Der Mangel an Bremsern war bekanntlich einer der Hauptschäden, welche der Hugstetter Prozeß in der badischen Eisenbahnverwaltung aufgedeckt hat) *— Der Abgeordnete Lasker, dessen Gesundheitszustand schon seit einiger Zeit nicht der beste ist, gedenkt sich vorläufig aus dem politischen Leben zurückzuziehen und demnächst eine längere Reise nach Nordamerika anzutreten, woselbst sein Bruder angesessen ist. * Hannover, 15. Mai. Die statistischen Zusammenstellungen über die Thätigkeit der Schiedsmänner in dem verflossenen Jahre giebt kein unerfreuliches Bild von diesem erst seit Jahren in unserer Provinz eingebürgerten Justitut. Während bei den Schiedsämtern im Jahre 1881 im Landgerichtsbezirke Hannover 7786 Anträge angemeldet, wovon 4040 erledigt wurden, kamen in diesem Jahre nur 6671 Fälle zur Anzeige, von denen 3730 durch die Schiedsmänner ihre Erledigung fanden, oder in Prozenten ausgedrückt, kamen im Jahre 1881 auf 100 Einwohner 23, im Jahre 1882 nur .9 Anträge. Im Uebrigen ist der Prozentsatz in den einzelnen Ortschaften ein sehr verschiedener, er schwankt zwischen.8 und.3; der Amtsgerichtsbezirk Hannover wies im Vorjahre 27 Streitfälle nach, in diesem Jahre nur.0. Die Stadt Hannover einschließlich Lindens weist 3056 Anträge in diesem Jahre auf, wovon 1833 auf bürgerliche Rechtsstreitigkeiten und 1223 auf Beleidigungen, Körperverletzungen 2c. kommen. Durch die Schiedsmänner sind davon 1709 erledigt. Die Gesammtzahl der Anträge hat in Hannover wesentlich abgenommen, mehr aber noch in Linden. Je tiefer das Institut der Schiedsämter, das bekanntlich in den alten Provinzen bereits seit dem Jahre 1826 besteht, bei uns Wurzel schlägt, um so segensreicher wird sich seine Thätigkeit entfalten. * Hannover, 16. Mai. Das Spielen der großen Fontaine und der übrigen Wasserkünste im großen Garten zu Herrenhausen begann auch in diesem Jahre am zweiten Pfingsttage, den 14. d.., von 3 bis 5½ Uhr Nachmittags, es findet ferner statt an jedem Mittwoch und Sonntage im Monate Mai und Juni von 5 bis 7 Uhr, im Monat Juli von 5½ bis 7½ Uhr, August von 5 bis 7 Uhr, September von 3 bis 5 Uhr. Eisleben, 15. Mai. Für den am Latherfeste geplanten Kostümfestzug sind, nach der„Magdeb. Ztg.“, bereits 12,000 M. an Beiträgen gezeichnet worden. Außerdem hat noch eine ganze Reihe von Herren ihre Betheiligung auf eigene Kosten zugesagt. Das Zustandekommen ist daher gesichert. Die Idee, welche zu Grunde liegt, ist die Einholung Luthers in Eisleben vor seiner letzten Krankheit im Jahre 1546. Damals sind ihm die Grafen und Gräfinnen von Mansfeld mit ritterlichem Gefolge, vielen Bürgern, Landsknechten und Bergleuten entgegen gezogen.(N. Ztg.) Frankreich. * Paris, 16. Maj. Der ehemalige Minister de Marcère kündigt im„Soir“ an, daß er die politische ihren Sitz auf dem Throne ein und der Kaiser ergreift wiederum Szepter und Reichsapfel. Hierauf erfolgt die Absingung des Gebetes:„Langes Leben den Majestäten“, begleitet von Glockengeläute und 101 Kanonenschüssen. Die Anwesenden beglückwünschen die Gekrönten durch dreifaches Verbeugen. Die Großfürsten besteigen dazu die Stufen des Thrones. Nach der Liturgie erfolgt die Salbung. Der Metropolit von Nowgorod salbt dem Kaiser Stirn, Augen, Nasenlöcher, Mund, Ohren, Brust und Hände, unterdessen Glockengeläute und 101 Kanonenschüsse. Sodann salbt der Metropolit von Nowgorod der Kaiserin die Stirn. Der Akt der Salbung erfolgt vor dem Czarenthor. Hiernach begiebt sich der Kaiser durch den Czareneingang in das Innere des Altars und nimmt daselbst das Abendmahl nach czarischem Ritus, besonders Brod, besonders Wein, wie die Geistlichen es nehmen. Die Kaiserin nimmt hierauf das Abendmahl in gewöhnlicher Weise, Brod in Wein getaucht. Beide Majestäten besteigen nach der Kommunion wiederum den Thron und empfangen hiernächst die Gratulationen aller Geistlichen und Würdenträger als die Gekrönten und Gesalbten. Die Rückkehr des Zuges erfolgt sodann durch die Archangel= und die Blagowestschenskysche Kathedrale zum Palais. Der Krönung folgt ein Diner in der Granovita Palata, wobei der Kaiser und die Kaiserin an einem besenderen Tische diniren. Das diplomatische Korps, sowie diejenigen Personen, welche nicht in der Granovita Palata verbleiben, verlassen dieselbe, indem sie rückwärts gehen. Die Geistlichkeit und die zwei ersten Rangklassen nehmen an den Speisetischen Platz, das diplomatische Korps fährt nach Hause. Die Personen der dritten und vierten Rangklassen, die Adelsmarschälle, der russische Adel, die Generale, die Flügeladjutanten, die Staatssekretäre und Hofkavaliere speisen in Zelten auf dem Hofe des Kremlpalais. Nach Beendigung des Diners begeben sich der Kaiser und die Kaiserin in die inneren Gemächer. Während der drei ersten Tage nach der Krönung findet Glockengeläute und Illumination statt..(W. T..) Leiturg dieses Blattes übernommen habe und in demselben die konservative republikanische Politik vertheidigen, aber dem administrativen und finanziellen Theile vollständig fremd bleiben werde. Holland. * Amsterdam, 15. Mai. Eine französische Aktiengesellschaft beabsichtigte die Einrichtung von Salons für Hazardspiel auf dem Ausstellungsplatz. Die Bewilligung dazu wurde nicht ertheilt. Das Unternehmen war in großem Stil geplant Aus dem Fürstenthum Lippe und Umgegend. * Detmold, 18. Mai. Der heute Morgen im Schlosse ausgelegte ärztliche Bericht lautet: Da selbst bei ungestörtem Fortschreiten der Besserung im Befinden Ihrer Hoheit der Fürstin rasche und bedeutende Veränderungen nicht zu erwarten sind, werden bis auf Weiteres ärztliche Berichte nicht mehr ausgegeben werden. Dr. Eschenburg, Geh. Hosrath. * Tetmold, 18. Mai.(Ritter von Palm.) Dem Vernehmen nach wird der Schnellmaler Ritter von Palm am nächsten Dienstag im Saale der Ressource seine Kunft produziren. * Detmold, 18. Mai.(Fahrplan.) Nach dem neuen Eisenbahnfahrplan, welcher mit dem 1. Juni 1883 in Kraft tritt und unserm gestrigen Blatte beigelegt war, haben die Züge nur wenig Veränderung erfahren. * Bielefeld, 17. Mai.(Aufgeschobener Besuch.) Der Kronprinz wird neueren Beschlüssen zufolge in diesem Monate nicht hierher kommen, sondern wahrscheinlich erst im Monat August der Arbeiterkolonie Wilhelmsdorf seinen Besuch abstatten. * Halle, 16. Mai.(Bahn Osnabrück=Bielefeld.) Seitens der Aktionäre der Georg=Marienhütte, welche auf Mittwoch voriger Woche nach Hannover zu einer Generalversammlung berufen waren, sind nunmehr die 50000 M, deren Auszahlung von der Gesellschaft bis dahin verweigert wurde, bedingungslos bewilligt worden. Hierdurch ist das letzte Hinderniß, welches der Inangriffnahme des Baues der Bahnlinie Oenabrück= Brackwede entgegenstand, beseitigt worden. Die Sanktionirung dieses Beschlusses, welche vom Verwaltungsrathe zu erfolgen hat, wird noch im Laufe dieser Woche geschehen.(B..) * Holzminden, 16. Mai.(Die Direktion und der Aufsichtsrath) unserer zu erbauenden Zuckerfabrik sind vor einigen Tagen von den Aktionären gewählt worden. Der erste Spatenstich zur Erbauung der Fabrik ist gemacht worden. Das Etablissement kommt in die Nähe des Bahnhofes zu stehen.— Jetzt werden alle Hebel angesetzt, um die Ueberbrückung der Weser bei unserer Stadt so rasch als möglich zu bewerkstelligen, um den Landwirthen aus dem Kreise Höxter eine größere Betheilizung an dem Unternehmen zu ermöglichen. Von Seiten der braunschweigischen Landesregierung ist eine Beihülfe von 120,000 J behufs Anlage einer Schiffbrücke in sichere Aussicht gestellt. Da aber einer festen Brücke unter allen Umständen der Vorzug gegeben werden muß, so wird unsere Kommune zu einer bedeutenden Hergabe von Geldern sich noch herbeilassen müssen. Uebrigens hat in der Nähe unserer Stadt schon einmal und zwar im 16. Jahrhundert eine Brücke über die Weser geführt. Dieselbe wurde Veranlassung zu einer heftigen Fehde zwischen dem Abte des Klosters Corvey, welcher sich durch die Brücke in seinen Gerechtsamen erheblich beeinträchtigt sah, und den Besitzern der Herrschaften Eberstein und Homburg. Die Elemente beseitigten jedoch bald das Objekt des heiß entbrannten Streites. Hochwasser und Eisgang zertrümmerten Fundament und Balkenlage der Brücke. Und so entbehren wir bis heute einer auch während der Winterszeit sicheren Verbindung mit dem jenseitigen Weserufer, obwohl gerade von dort täglich über hundert Arbeiter in den hiesigen Fabriken dauernde Beschäftigung haben. (W..) * Lippspringe, 15. Mai.(Kurgäste). Bis heute sind hier vor Beginn der Saison(15. Mai) 56 Kurgäste eingetroffen, darunter ein russischer General, zwei Schweden und sieben Holländer.(W..) Vermischtes. * Wie das„B. Tagebl.u hört, ist kürzlich der vierte höhere Militärarzt aus dem Bereiche des 11. Armeekorps, welcher in die Angelegenheit wegen Befreiung Ersatzpflichtiger vom Militärdienst verwickelt war, plötzlich an„Herzlähmung" gestorben. * * Kassel, 10. Mai. Die erkrankten Husaren der 1. Eskadron des 14. Husarenregiments sind durch die ärztliche Kunst wieder außer aller Gefahr. Dieselben sind noch eiwas schwach und angegriffen und während der wenigen Tage ersichtlich abgemagert, allein sie gehen zum Theil schon ins Freie und beschäftigen sich mit leichteren Arbeiten. *„* * Würzburg, 11. Mai. Großes Aufsehen erregt in hiesiger Stadt die Verhaftung eines Geistlichen aus der Umgegend wegen Verbrechens gegen den§ 175 des .=Str.=.=B. Der Geistliche kam sehr häufig in hiesige Stadt und verkehrte dann regelmäßig mit einem Bäckerlehrling, den er u. A. neu kleiden und dann bei zwei verschiedenen hiesigen Photographen aufnehmen ließ. Durch Briefe des Geistlichen, welche derselbe an den Knaben richtete und in die Hände der Behörde fielen, kam die schmutzige Geschichte an die Polizei, die die Sache entsprechend verfolgte.(Frf. Ztg.) * Magdeburg, 16. Mai.(Hinrichtung.) Der wegen Raubmordes, begangen an den Partikulier Friedrich David Dähne und dessen Wirthschafterin, unverehelichte Karoline Sander, am 5. Januar d. J. zum Tode und Verlust der Ehrenrechte, und wegen Mord= und Raubversuchs, begangen am 16. Januar d. J. auf der Chaussee bei Seehausen gegen den Postillon Helm, zu fünfzehn Jahren Zuchthaus verurtheilte Gastwirth August Heinrich Ziegler aus Schleuß, Kreis Stelldal, ist heute früh 6 Uhr im mittleren Hofe des Kriminalgerichts durch den Scharfrichter Krauts aus Berlin mit dem Beile enthauptet worden.(Vlks..) *. * * London, 15. Mai.(Die Hinrichtung Bradys.) Die gestern Morgen um 8 Uhr im Kilmainhamgefäggnisse zu Dublin vollzogene Hin ichtung Joseph Bradys, des ersten wegen des Doppelmordes im Phönixpark zum Tode verurtheilten„Invincible“, ist wider Erwarten ohne Ruhestörung verlaufen. Zur Vermeidung irgend einer feindseligen Kundgebung hatten die Behörden umfassende Vorsichtsmaßregeln getroffen. In der Nachbarschaft des Gefängnisses patrouillirten starke bewaffaete Polizeiabihilungen, um das Scheinbegräbniß, welches, wie Tags vorher gerüchtweise verlautet hatte, in Szene gesetzt werden sollte, zu verhindern. Kurz vor der Hinrichtung näherte sich auch wirklich ein Leichenwagen dem Gefängnisse, aber es stellte sich bald heraus, daß derselbe für das Begräbniß eines in der Nachbarschaft gestorbenen pensionirten Offiziers bestimmt war. In unmittelbarer Nähe des Gefängnisses hatte sich schon in früher Morgenstunde eine große Menschenmenge eingefunden, die, als die für die Hinrichtung anberaumte Stunde nahte, wohl auf 10,000 Köpfe anschwoll. Inmitten einer Gruppe von Weibern befand sich die Mutter Joe Bradys, welche bitterlich weinte. Mit dem Glockenschlage 8 wurde eine schwarze Fahne auf dem Dache des Gefängnisses sichtbar— ein Zeichen, daß die Hinrichtung vorüber sei. Es erscholl der Ruf „Hüte ab; und soforc entblößten sich alle Häupter. Viele Personen fielen auf die Kniee, als die schwarze Fahne aufgehißt wurde und beteten laut für die Seelenruhe des Hingerichteten. In sämmtlichen katholischen Kirchen der irischen Hauptstadt wurden Messen für das Seelenheil Bradys gelesen. In den ärmeren Stadttheilen Dublins blieben vielfach die Läden geschlossen und wurden als Zeichen der Trauer die Fensterrouleaux herabgelassen und schwarze Fahnen ausgesteckt. Viele irische Handwerker legten Trauerabzeichen an. Die Familie Bradys hielt eine„Wache“, bei welcher Whisky in Strömen floß. Ueber die Hinrichtung selber, welcher die Vertreter der Presse nicht beiwohnen durften, wird von anderen Augenzeugen berichtet, daß Brady nach einer anscheinend ruhig verbrachten Nacht um 6 Uhr Morgens gewickt wurde. Das ihm angebotene letzte Frühstück schlug er aus, dagegen wohnte er dem Morgengottesdienst in der Gefängnißkapelle bei. Nach seiner Zelle zurückgeführt, ließ er sich von dem inzwischen erschienenen Henker Marwood widerstandslos binden. Während dieses peinlichen Prozesses verzog er keine Miene und sprach kein Wort. Ehe ihm die Hände gefesselt wurden, übergab er einem Gefangenwärter sein Gebetbuch, betitelt:„Der Schlüssel zum Himmel:. Zwei katholische Priester begleiteten Brady zum Schaffot, welches er festen Schrittes bestieg. 8 Uhr fiel die Klappe und Joe Brady war eine Leiche. Man sagt, er habe seiner Mutter, als er Abschied von ihr nahm, das Versprechen gezeben, den Tod schweigend zu erdulden und nichts zu sagen, was als ein Geständniß aufgefaßt werden könnte. Dies erklärt wahrscheinlich seine Schweigsamkeit während seiner letzten Lebensstunden. S it seiner Verurtheilung hat er weder sein Verbrechen eingestanden noch seine Unschuld betheuert. Das Kilmainhamgefängniß ist nicht weit von dem Schauplatz des Doppelmordes im Phönixpark entfernt und ohne die hohen Gefängnißmauern hätte Brady vom Schaffot aus die Stätte überschauen können, wo er Lord Cavendish und Mr. Bourke am 6. Mai 1882 erbarmungslos niederstach. und Landwirthschaft. * Domänenverpachtungen. Aus der goldenen Aue schreibt man der„Magd. Ztg.“: In den landwirth= schaftlichen Kreisen hiesiger Gegend wird lebhaft das Ereigniß der am 29. März erfolgten Neuverpachtung der staatlichen Domäne Helfta mit dem Vorwerke Bischofrode besprochen. Die Gesammtfläche der Pachtung beträgt 900 Hektar, also rund 3600 Morgen. Diese brachten in den letzten 18 Jahren(die gegenwärtige Pachtzeit des Herrn Amtsrath von Dötinchem läuft erst Johanni 1884 ab) jährlich nur 49.500 M Pacht, also pro Morgen(es sind 809 Hektar Acker, 17 Hektar Wiesen und 47 Hektar Weiden) 13 J 75+. Der Acker der Domäne besteht aber zum großen Theil in gutem Rübenboden und daher ist ein Pachtzins von 4 bis 5 Thalern pro Morgen viel zu gering. Jetzt beträgt das Höchstgebot, welches Herr Stiftspächter Braune abg-geben, 134,000 K.(Herr v. Dötinchem, der zeitige Inhaber, bot selbst 132,000), also annähernd das Dreifache, der Preis für den Morgen stellt sich sonach jetzt auf 37 K 22. Die Mehreinnahmen des preußischen Staates in den nächsten 18 Jahren beläuft sich mithig allein von dieser einen Domäne auf jährlich 84,500 M, zusammen also ohne Zinsen auf 1,521,000 M. Allerdings ist unsere Landwirthschaft in den letzten Jahren weit produktiver geworden als sie es früher war; die Bearbeitung des Bodens, Drillkultur, Zusammensetzung der Düngemittel, Aussaat und Regulirung der Bodenfeuchtigkeit, das alles geschieht jetzt nach wissenschaftlichen Grundsätzen, und die Erträge sind denn auch in hohem Maaße gestiegen. * Münster, 16. Mai. Das heute Nachmittag auf der Loddenhaide abgehaltene Frühjahrsrennen, welches wie gewöhnlich eine große schaulustige Menge hinausgelockt hatte, zerfiel in 4 Abtheilungen. Zu dem ersten„Versuchs=Jagdrennen“— Preis 500 M.— waren 6 Pferde angemeldet, von denen aber nur 2 liefen. Den Preis errang Herrn v. Cramms 4jährige br. St. Gouvernante. Das zweite, dem Sieger dicht folgende Pferd, Lieut. v. Reitzensteins(7. Feldart.=Reg.) 6jähr. F. St. Daturna v. Methodist a. d. Dorne erhielt die Einsätze und Reugelder. An dem zweiten Rennen, Preis von Albersloh, 900., betheiligten sich von 11 angemeldeten Pferden 3. Als erster kam am Ziele an v. Cramms 4jähr. br. H. Reinfarn, nächstdiesem erreichte das Ziel Lieut. v. Krosigks(4. Kür.=Reg.) a. br. W. Scherz. Das dritte Pferd war Then Bergs F. Cagliostro. Im dritten Rennen, Preis von Lütgenbeck 1200., liefen von 6 angemeldeten Pferden wiederum nur 2, von denen Graf Fritz Metternichs 4jähr. br. H. Rawcliffe nach schwerem Kampfe über v. Cramms a. F. W. Citizen v. Citadel a. d. Beauty siegte. Zum letzten Rennen, dem sog. Offizierrennen, wurden 5 Pferde gestellt. Dasselbe nahm leider einen sehr unerfreulichen Ausgang. Am letzten Hindernisse(Bärde) stürzte Lieut. Graf Nesselrode so unglücklich mit dem Pferde, daß der Reiter anscheinend todt liegen blieb. Der Ruf„Reiter todt“ brachte eine unbeschreibliche Aufregung hervor. Alles strömte der Unglücksstelle zu, um den Ausgang des Rennens kümmerte sich Niemand mehr. Glücklicherweise war der Unfall nicht so verhängnißvoll, wie es anfänglich schien. Unter den Händen des Arztes erholte sich der Gefallene wieder so weit, daß er per Wagen zur Stadt gefahren werden konnte. Wir wollen hoffen, daß der Sturz keine ernsten Folgen hat.(Ess. Ztg) Forst= und Jagdwirthschaft. * Die Schnepfen haben in dieser Saison in Ungarn arg leiden müssen. Einem österreichischen Fachblatte entnehmen wir, daß beim Grafen Szechenyi bis zum 8. d. M. 268 Stück, bei Stefan Jukey in Iharos-Bereny 202 Stück, bei Ladislaus Jukey 30 Stück erlegt sind. Graf Stefan Erdödy war von Diana außerordentlich begünstigt, er allein brachte 73 Langschnäbel auf die Dekte. Die Temesvarer Jagdgesellschaft war nicht minder glücklich; sie schoß bis zum 9. d. M. mehr als 200 Schnepfen. Neueste Nachrichten. * Dublin, 17. Mai. James Prullet, Edward Maccaffrey, Daniel Delaney, Edward Obrien, William Mooney, welche sich schuldig der Mordverschwörung bekannten, wurden zu zehnjähriger Zwangsarbeit verurtheilt, ebenso Thomas Doyle zu fünfjähriger. Die Verhandlungen der für die jüngsten Staatsprozesse eingesetzten Kommission ist damit beendet und die Jury entlassen worden. * Washington, 17. Mai. Dem amerikanischen Auswärtigen Amte ist noch keine Bestätigung der Unterzeichnung des Friedensvertrages zwischen Chile und Pern zugegangen. Metcorologische Besbachtungen der beutschen Seewarte in Bamburg vom 17 Mai. Morgens 8 Uhr. London: Prachtwetter. Durch die Abnahme des Luftdruckes im Osten sind über Centraleuropa bei andauernd heiterm, fast wolkenlosem Wetter allenthalben nördliche und nordwestliche Winde aufgetreten, welche nordsüdwärts fortschreitende Abkühlung verursachen, sodass jetzt über der Westhälfte des nördlieben Deutschlands die Temperatur unter der normalen liegt. Nach der Luftdruckvertheilung, die jetzt der Jahre zeit vollkommen entspricht, dürfte für Deutschland demnächst weitere Abkühlung zu erwarten sein. Meteorologische Beobachtungen in Detmold. Allgemeiner Witterungscharakter: 18. wolkig. Sonnen=Aufzaug 4 U. 2., Untergang 7 U. 51 M. Mondes=Aufgeng 413 Nchm., Untergang 220 Mrgs. Berliner Kurse vom 17. Mai. Deutsche Fonds. Deutsche Reichs-Anl. 1 2,40/4½% Brem. 74er Anl 101,80 4½% Preuss.kons.„ 103,9040 4„„„„ 102,404 3½ 4 3½ 4 " Staatsschuldsch. 98.50 Ostpr. Pfdbr. 101,60 ½„ Pomm.„ „„ n 4½„„ 93.— 101,90 „ neue Posen. 4 4„ Westfäl„„ 4" Westpreuss„ 4% Rhein.-Wstf Rtab. 101.60 101.50 101.40 101.40 80er Bad Präm. Baier. Ausländische Prud. 101,70 „ 132.— „ 133,40 Braunschw0 Thlr.Loose 98.— 3½% Köln-Mind. Loose 127.50 Kurhess. 40Thlr.-„ 306.— Meining. 4„„ 29.— 3% Oldenburger„ 146,75 Preus. PrämienOblig 148.25 84.50 100 90 91.75 119.20 128.20 94.75 110,50 103 80 98.60 103.40 102 60 76.20 Eisen bahn-Priortäts-Obligationen. 4% Aachen-Mastricht 96,90 3½ 41 2 7 4½ 4½ 5„ 4½ 4 4½ 4½ 4½ 94.25 104.40 103,10 103.— 104,25 4½% Bergisch-Märk. I. u. II. Ser. do. La. C. do. IV. und V. Serie do VI. Ser. do. VII.„ do. VIII.„ do. IX. Köln-Mind III. S.—.— „„ IV.„ 101 20/5 ,„ V.„ 101,205 „ VI. B. 103.—5 Magdb.-Halb. 102,90 Rheinische 103,205 5 5% Elisab. Westb. 72 (gar.) 4½% Gal. Karl-Ludwb. Oester. Staatsb. 500 fs do. v 1874 do. de. Süd-Bahn 500 fs. do. Sdb.(gar.) Rudolfsb. III. E Ung. Ostb.(Silb.) „„(Gold) Warsch.-Wiener III. E. do. VI.„ Gotthardtb. I.„ Aypotbeken-Oertifikats. 113.50 93.— 106,50 Bankaktien Berg.-Märk. Bank 117·75 Hannover’'sche Bank Berliner Handels-Ges. 115.— Köln. Wechslerbank Braunschweig-Hannov. Leipz. Disconto-Ges. Hypoth.-Bank 89,75 Oesterr. Kreditanstalt 528.— Bremer Bank 109 25 Preuss. Bodenkreditb. 108 60 Cob.-Goth. Cred.-Gés. 77 90„ Hyp. Akt.-Bk. 93.25 Dessauer Creditanstalt 95.25" Hypoth.-Vers. Deutsche Bank 153.75 Disconto-Gesellschaft 202 90 Essener Creditanstalt 9650 Gothaer Grundkr.-Bank 73.25 „„ junge 82.25 Eisenbahn-Stammaktien. Alchen-Mastricht Birgisch-Märkische Bresl.-Schwdn-Freib. Dortmund-Enschede Gal. C. Ludwb.(gar) Gotthardbahn Kronpr. Rudolf(gar.) Ges 90,50 Reichsbank 150.— Schaaffhausen. Bankv. 93,40 Westfälische Bank 97.— 56.— Mainz-Ludwigshaf. 101.— 127,75 Oberschlesische 259,— 110,25 Oesterr. Staatsb. 575,50 61,80" Südb.(Lomb). 260.— 131,60 Rechte Oder-Uferb. 196.25 124 75 Rheinische 165.60 71.90 Russ. St-B.(5% gar) 132 90 4½% Braunsch.-Hann. 101,90 **„*„ 9 8.— 5" Gothaer Präm. I 118,80 5„„„ II 116.30 „ rzb. 110 104,— „„ 100 95.20 Meininger 101.50 Präm. 117,50 Preuss. Bodencr. V. u. VI. Ser. Preuss. Bodencr. rzb. 110 do.„ 100 do.„ 100 Prss. Centr. Bdnc rzb. 100 104.25 4½ 4„ 4½ 104,— 111,10 101.— 98.50 Prss. Centr. Bduc rzb. 110 4½, do.„ 100 4½, Preuss. Hypoth. Pfdbr. rzt. 120 5" do.„ 110 5„ do.„ 10 4½ do. 1000 90.75 84,30 387.50 381.— 105,20 297.— 102.75 87,20 78,10 96.90 102,10 98.80 103,80 1 4,90 104.— 118.50 108.— 102.25 101,50 Wochenmarkts=Bericht. 4½, Preuss. Hyp. V A. G. Certific. 101,60 5" Stettiner Nat. Hyp. rzb. 100 101,50 do.„ 110. 104,— Schwedisch. Hypotheken M 4½ 102.— Industrielle Gesellschaften. Berg. Märk. Bergw.-Vn. Bochumer Guesstahl Bonifacius Bergwerk Borussia„ Deutsche Eisenb. Bau. Donnersmarkhütte Dortm. Union St. Prior. Egestorff’s Salzwerke Gelsenkirchen Georg Marienh. St. Act. Hannov. Masch. do. St. Prior. Harkort Bergwerke —.—Harpener Bergwerke 120,75 108 90 Hibernia„" 98.— 79.—Hörder Hütten. conv. 101,50 136.—Königs- u. Laurah. 133.50 —.— König Wilhelm 38,70 67.75 Louise Tiefbau.. 48.25 97.25 Menden u. Schwerte. 69.50 107.80 Nordd. Lloydaktien 126,10 125 50 Ravensberg. Spinnerei 119 50 87.— Sächsische Maschinen 148,50 10.— Vorwärts, Bielef.Spinn. 111.25 83.50 Westfäl.Drahtindustrie 133.— 73 50 Westf. Union St. Prior. 90 50 * Paderborn, 16. Mai. 100 Kilo Erbsen 24,—. Bohnen 25.—. Linsen 35.—. Kartoffeln.—. Stroh 3,70. Heu 5,20. ½ Kilo Rindfleisch 0,65. Schweinefleisch 0,65. Kalbfleisch 0,50. Hammelfleisch 0,60. Speck 0,85. Butter 1,20. Schock Eier 2,80. Marktberichte. * Berlin, 17. Mai. Weizen matter, per Mai 196,50, per Septhr= Oktbr. 194.—, M. Gek. 6000 Ztr. Roggen flau, per Mai 151,—, Septbr.=Oktbr. 151,75 M. Gek. 31,000 Ztr. Hafer still, per Mai=Juni 133.50, Juni=Juli 133,50 M. Gek. 2000 Ztr. Rüsöl flau, loko mit Faß 67,50, ohne Faß 67,—, per Mai 68,50, Septbr.=Oktbr. 59,50 M. Gek. 5700 Ztr. Spintus ruhig, loko 55,—, per Mai=Juni 54,70, Aug.=Sept. 56,20, Sept.=Okt. 54,70 M. Gek. 50000 I. Petroleum fester, loko 23.90, per Mai 23,90, per Sept.=Okt. 23,90 M. Gek.— Ztr. * Köln, 17. Mai. Weizen hiefiger loco 21,—, fremder loco 21,50, per Mai 20,45, per Juli 20,15, per Nov. 20,25, Roggen loco 14.75, per Mai 14,90, per Juli 15,25, per Nov. 15,70. Hafer loco 14,50. Rüböl loco 36,—, per Mai 35.—. per Oktbr. 31,—. * Neuß, 16. Mai. Weizen à 100 Kilo erster Qualität 21,—, zweiter Qualität 19,—. Landroggen 100 Kilo 1. Qualiät 15,—, 2. Qualität 13.—. Wintergerste 14,—. Hafer dr. 100 Kilo 1440. Kartoffeln.50. Heu à 50 Kilo.—. Roggenstroh à 600 Kilo 21,— M. Rüböl per 100 Kilo in Partien von 100 Ztr. M. 73,—, Rüböl per 100 Kilo faßweise 74,50. Gereinigtes Oel per 100 Kilo 3 M. höher als Rüböl. Preßkuchen per 1000 Kilo M. 130.—. Kleien per 50 Kilo 5,80. * Paderboru, 16. Mai. Roggen 15,60, Weizen 21,—, Gerste 15,50, Hafer 15.— M. per 100 Kilo. * Bremen, 17. Mai. Petroleum fest, loco.45, per Juni 7,55, Juli 7,70, Aug. 7,80, Aug.=Dez. 8,05. Schmalz Marke Wilcox loco 57½, per Mai=Juni 57. Speck, halb short, halb long, loco 54, do. Mai-Juni=Abladung per Steamer—. * Antwerpen, 17. Mai. Petroleum niedriger, disp. 18¾4° per Mai 18¾, per Juni 18¾, per Juli 19, per Aug. 19¼, Septbr. 19¾, per Septbr.=Dezbr. 20 fr. Kaffee flau, Santos good ave age nominell, 26 ½·27 C. Für den Inseratentheil verantwortlich: A. Newes in Detmold Auf den Varenholzer Weiden sind pro Sommer 1883 noch einige Weideplätze für Pferde, Füllen, und Rinder zu haben. Auf trieb am 21. Mai. Oberamtmann Die Dampfschiffe des Norddeutschen Lloyd in Bremen fahren regelmäßig Mittwochs und Sonn tags nach Imerika. Passagierverträge schließen ab: Die Haupt-Agenturen des Norddeutschen Lloyd: Salomon& Oppenheimer, Detmold, W. Schröter, Lemgo, A. H. Bachrach Ww., Schwalenberg. in Gold und Silber fir Herrenn. Damen, neue und gebrauchte. F. W. Remmert. Sonnabend, den 26. Mai: Veronomen=Bau, wozu freundlichst einladet Ehrentrup. 2. Diederich. 3 gesunde Ammen vom Lande suchen Stelle. Nordhorn Frau Küth. b. Gütersloh. Für Plätterinnen. Die beliebten Glanzbügeleisen sind wieder eingetroffen bei L. Schonder Co. 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