„Die Lippische Landes=Zeitung= erscheint mit Ausnahme der Sonn= und Festtage täglich and werden in derselben die amtlichen Bekanntmachungen des Amtsblattes für das Fürstenthum Lippe in besonderer Rubrik veröffentlicht. Redaction u. Expedition: Detmold, Leopoldstraße Nr. 117. Abonnementspreis für das Vierteljahr: In Detmold 2 Mark 25 Pf., auswärts durch die Post bezogen 2 M. 60 Pf.,— mit Bestellgeld 3 M. Inserate werden mit 12 Pf. für den Raum der einfachen Corpus=Spaltzeile berechnet. Verantwortlicher Redacteur August Klingenberg. Druck und Verlag der Meyer'schen Hofbuchdruckerei(Gebr. Klingenberg) in Detmold. des Störers zufügen. Mit Recht hat der„Temps“ hervorgehoben, daß Deutschland, Oesterreich und Italien im Stande sind, Europa den Frieden„aufzuzwingen.“ *— Gegenüber den wenig erfreulichen Auslegungen, welche in der reaktionären Presse aller Schattirungen die Worte des Thronerben Preußens und des deutschen Reiches bei Einweihung eines Logengebäudes in Berlin erfahren haben, sind die nachstehenden Bemerkungen der nationalliberalen„Magdeb. Zeitung" sehr bemerkenswerth: Wie Friedrich der Große am 14. Februar 1777 in Bezug auf die Freimauerer sagte:„Eine Gesellschaft, welche nur arbeitet, damit alle Arten von Tugenden in meinem Staate keimen und Früchte tragen, kann stets auf meinen Schutz rechnen. Das ist die ruhmvolle Aufgabe jedes guten Fürsten, und ich werde nicht aufhören, dieselbe zu erfüllenn, so hat auch der Kronprinz die hohe Bedeutung der Maurerei anerkannt und ihr seinen mächtigen Schutz verheißen. Das ist genug, um den Zorn der Schwarzen beider Konfessionen zu reizen, und sie haben von ihrem Standpunkt aus sehr Recht, denn die Bestrebungen des Freimaurerthums stehen in direktem Gegensatze zu dem ihrigen. Die Freimaurerei lehrt Menschenbildung und Menschenfreundlichkeit. In Uebereinstimmung mit der einfachen Lehre Christi, daß alle Menschen, unabhängig vom religiösen Bekenntniß, Brüder seien, strebt nach innerer sittlicher Vollendung des Menschen. Sie ehrt im Menschen nur den Menschen und will ihn sittlich frei machen, bindet ihn aber nicht an Lehrsätze und Dogmen, welche von Menschen erfunden werden, sondern überläßt es dem Einzelnen, durch Forschung zur Weisheit, durch Ausharren auf dem als richtig erkannten Wege zur Stärke und durch harmonische Gestaltung des Herzens und des Geistes zur Schönheit der Seele sich zu erheben. In solchem Streben hat die Engherzigkeit des Dogmas, der todte Buchstabenglaube und die Autorität hergebrachter Formeln keinen Raum. Grund genug, um den wüthenden Haß der Schwarzen zu erregen, deren Einfluß auf das menschliche Gemüth durch Unterjochung des Gewissens mit der wachsenden Erkenntniß schwinden muß, daß Geist und Sinn des Wortes über dem Worte stehen. Die Maurerei kann die Angriffe ihrer erbitterten Gegner sehr ruhig an sich herantreten lassen. Jeder edle, denkende, nach sittlicher Veredelung strebende Mensch ist Maurer, auch ohne der eigenen Verbindung derselben anzugehören. Jeder edle, denkende und strebende Mensch, weil er unwillkürlich zur Verbreitung von Wahrheit und Licht beiträgt, ist ein Gegner jenes herrsch= süchtigen Zelotenthumes, von welchem die in ihrer Taktlosigkeit noch widerwärtiger erscheinenden Angriffe auf die kronprinzlichen Worte ausgingen. *— Mit einer interessanten und wichtigen Frage hat sich die Petitionskommission des Reichstags vor einiger Zeit beschäftigt und jetzt darüber Bericht erstattet. Es handelte sich um die Frage der eigenmächtigen Adaptirung d. h. der Umarbeitung eines fremden Schriftwerkes aus einer Form in eine andere, namentlich der Dramatifirung fremder Novellen, Romane oder Epen ohne Genehmigung der Verfasser. Der Vorstand des allgemeinen deutschen Schriftstellerverbandes hatte eine Petition eingereicht, diese Umarbeitung fremder Schriftwerke ohne Genehmigung der Verfasser zu verbieten, indem er auf den stets zunehmenden Umfang dieses Mißbrauchs und den mangelnden gesetzlichen Schutz dagegen hinwies.„Kaum ist in einem Journal oder in Buchform ein Aufsehen erregendes poetisches Werk erschienen, so machen sich ohne Erlaubniß des Verfassers, vielmehr ganz willkürlich und eigenmächtig anstands= und gewissenlose Skribenten, die bedauerliche Lücke unserer Gesetzgebung kennend und benutzend, darüber her, behandeln es wie etwas Eigenes und bringen in Hoffnung auf reichliche Tantième das fremde Geisteserzeugniß ver= und zerarbeitet auf die Bühne.“ Der deutsche Romanschriftsteller und Ependichter sei gegen die Verarbeitung seiner Werke zu Dramen und Opern vollkommen schutzlos. Nach der jetzigen Gesetzgebung habe in Deutschland jeder Stümper freies Recht, sich die Erfindung, die Ideen eines Roman= oder Ependichters willkürlich anzueignen, die von diesem geschaffenen Personen und Charaktere zu benutzen, den handelnden Personen die Worte des Dichters in verstümmelter Fassung in den Mund zu legen und, indem er ohne Genehmigung, ja direkt gegen den Willen des Dichters handelt und ihn in seiner Dichtung in hohem Maße schädigt, aus dessen entwürdigtem geistigen Eigenthum für sich Kapital zu schlagen.“ Es Louis Spohr. Ein Lebensbild. (Fortsetzung.) Von allen Seiten gingen ihm Aufforderungen von Schülern zu, die im Violinspiel unterrichtet, oder von Damen die am Piano von ihm begleitet sein wollten; da alle bereit waren, eine Guinee für die Stunde als Honorar zu zahlen, so trug der Aufenthalt in London ihm sehr erhebliche Vortheile ein. Auch in der hohen Aristokratie hatte er glänzende Aufnahme gefunden und in einer Gesellschaft bei dem Herzog von Clarence, der mit einer Prinzessin von Meiningen vermählt war, durchbrach Spohr die bis dahin angenommene englische Sitte, daß die Künstler sich in einem besonderen Zimmer so lange aufhalten mußten, bis der Moment kam, wo sie ihre Musikstücke zu spielen oder zu singen hatten und dann wieder verschwinden mußten. Seine Frau am Arm, trat Spohr stolz und ruhig, zum Erstaunen der an der Thür stehenden Diener, in den Saal, wo die vornehme Gesellschaft bereits versammelt war. Von der Herzogin freundlich begrüßt, schwand bald die Verwunderung der Anwesenden über Anmaßung des deutschen Künstlers und als Spohr, durch den Herzog zum Spielen aufgefordert, die Violine zur Hand nahm, schwieg die sonst auch während der Kunstleistungen fortdauernde sehr laute Unterhaltung. Nach Beendigung seines Vortrags applaudirte das herzogliche Paar und die ganze Gesellschaft stimmte ein— noch höher stieg wird daher gebeten: derartige Umgestaltungen dem Nachdruck gleichzuachten und demgemäß zu verbieten. Indessen hat die Petitionskommission einstimmig beschlossen,„in Erwartung, daß es der guten Sitte gelingen werde, die auf dem Gebiete der Dramatisirung fremder Schriftwerke in neuerer Zeit häufiger hervortretenden Mißbräuche gebührend einzuschränken, über die Petition zur Tagesordnung überzugehen. Die Kommission war der Ansicht, ein Verbot des Dramatisirens fremder Schriftwerke stehe mit der Volksanschauung im Widerspruche und es würde die dichterische Produktion lahmlegen, wenn man jede Umformung vorhandener Stoffe untersagen wollte; die größten Dichter aller Völker hätten fremde Stoffe überarbeitet, eine Grenze zwischen künstlerisch werthloser, verwerflicher Verarbeitung und geistig werthvoller, zu billigender dichterischer Umformung lasse sich in dem Gesetz nicht ziehen. In dem Gesetz vom 11. Juni 1870 sei die Grenze des Urheberrechts im Ganzen richtig gezogen. Es werden hierfür eine große Reihe Zeugnisse hervorragender Schriftsteller beigebracht.„Aufgabe der staatlichen Gesetzgebung könne es nicht sein, sich mit den Folgerungen zu befassen, welche sich aus der Werthverschiedenheit künstlerischer Umbildungen ergeben. Das bleibe zunächst eine Sache der ästhetischen Kritik, und wenn in einem Volke die Aesthetik den wünschenswerthen Grad von Einfluß gewonnen hat, so werde die Sitte hinzutreten und werde die kunstwerthlosen Umbildungen zurückweisen, also für den Autor unrentabel machen. Ganz ebenso müsse es der Sitte überlassen bleiben, über das Verhältniß zu urtheilen, in welches der spätere Autor zu dem früheren tritt, den Vortheil festzustellen, welcher dem Einen aus der Benutzung des Werkes des Anderen erwachsen ist, und zu entscheiden, ob und in wieweit eine solche Benutzung zu einer Vergütung verpflichtet.“ *— Ueber die Krankheit des Reichskanzlers meldet die„Nordd. Allgem. Ztg.“, daß derselbe an einer Nervenaffektion leidet, deren Heilung gerade um dessentwillen so schwierig ist, weil der Patient nicht durch entsprechende Ernährung dem Körper die erforderlichen Kräfte zuzuführen im Stande ist. Die Kur der den Reichskanzler behandelnden Aerzte ist fast lediglich darauf gerichtet, den Appetit anzuregen. *— Während im deutschen Reichstage eine noch größere Beschränkung des Postdienstes an Sonntagen von gewisser Seite befürwortet ist, meldet das neueste Beiheft zum Amtsblatt des Reichspostamts von einer neuen Beförderung der Sonntagskorrespondenz in England, wonach jetzt auch dort Sonntags Briefpostsendungen mit den Nachtzügen abgehen. In Folge dieser Maßnahme werden auch bereits seit vier Monaten von der englischen Bahnpost London=Dover Sonntag Abends Kartenschlüsse nach Deutschland und darüber hinaus gesandt. *— Diejenige Bestimmung der Gewerbeordnungsnovelle, die am meisten besprochen und am lebhaftesten angefochten worden, die Bestimmung, welche den Kolportagebuchhandel aufs Aeußerste einschränken wollte, ist gestern im Reichstage mit geringer Mehrheit durch das Zusammenhalten aller Liberalen und durch Unterstützung vereinzelter Stimmen von der Rechten abgelehnt worden. Es bleibt sonach in dieser Beziehung bei den bestehenden Bestimmungen; nur das Versprechen von Prämien nicht literarischer Art soll fernerhin verboten sein. Es galt, eine ganz ungerechtfertigte Beschränkung des Gewerbebetriebs im Umherziehen abzuwehren und es ist erfreulich, daß dies gelungen ist, wenn schon die nicht allzu große Mehrheit und die offenbar bessere Besetzung der Bänke der Liberalen nicht vollkommene Sicherheit bietet, daß der Beschluß auch in dritter Lesung aufrecht erhalten wird. *— In den Tagen vom 16. bis 19. k. M. findet hier die Versammlung des deutschen Vereins für öffentliche Gesundheitspflege statt und es wird während derselben unter anderm Virchow einen Vortrag über die Verwendung unreiner Stoffe in den Städten halten. Der genannte Gelehrte wird Ende d. M. aus Italien, wo er zur Kräftigung seiner Gesundheit weilen muß, hieher zurückkehren. *— Der Abgeordnete Schulze=Delitzsch befindet sich gegenwärtig so schlecht, daß seine Freunde das Schlimmste befürchten. Der mehr als 70jährige Mann leidet an hochgradiger Schlaflosigkeit, die bereits einen bedenklichen Einfluß auf seinen Kräftezustand auszuüben begonnen hat. Diese Nachricht wird sicher in allen Kreisen, unabhängig von der Parteirichtung, aufrichtige Theilnahme erwecken. *— Professor Virchow weilt augenblicklich in Sicilien. Die fizilianischen Blätter melden, daß der deutsche Gelehrte in einer seiner und Italiens würdigen Weise empfangen wurde. Professor Trombetta gab dem Gaste zu Ehren in seiner Villa bei Faro ein großes Bankett. * Danzig, 7. April. Die„Danz. Zig.“ meldet heute Abend mittelst Extrablattes, daß die Dämme und Deiche oberhalb Plehnendorf an vier verschiedenen Stellen durchbrochen sind. Der erste Bruch befindet sich in der Nähe der Besitzung des Deichhauptmanns Grünwitzki, der zweite bei Bohnsackerweide, der dritte bei Bohnsack und der vierte, welcher 500 Meter lang ist, oberhalb Bohnsack von der Landstraße bis zum Weichseldeich. Die Bewohner haben sich zum größten Theil auf die Dünen gerettet. Ein Pionierkommando versucht, die Menschen von den abgeschnittenen Dammstrecken herüberzuholen; Lebensmittel und Viehfutter reichen nur nothdürftig aus. * Hannover, 9. April. Der Kirchenvorstand von St. Marien zu Oknabrück hat mit allen gegen eine Stimme beschlossen, das neue evangelische Landeskonsistorial=Gesangbuch nicht einzuführen. Zugleich spricht der Kirchenvorstand im Hinblick auf die bevorstehende Lutherfeier die Hoffnung aus, daß es gelingen möge, ein gemeinsames Gesangbuch für die evangelische Kirche Deutschlands herzustellen. * Magdeburg, 8. April. Im Widerspruch mit dem Urtheil des Torgauer Landgerichts, welches bekanntlich einen der Uebertreter der Sonntagspolizeiverordnung in Bestätigung des erstinstanzlichen Urtheils freigesprochen hat, ist, wie die„N. Pr. Ztg.“ erfährt, vom hiefigen Landgericht die Sonntagsverordnung als gültig anerkannt und demgemäß in drei Uebertretungsfällen ein verurtheilendes Erkenntniß gefällt worden. Jedenfalls wird der Streit nun in letzter Instanz endgültig zum Austrag gebracht werden. * Marburg, 8. April. Am 1. Mai d. J. dahier das 600. Jubelfest der Vollendung der St. Elisabethkirche, des vollkommensten Bauwerkes altgothischen Stiles, mit besonderem Glanze gefeiert. Bei dieser Gelegenheit wird der hiesige Akademische Konzertverein unter Leitung seines Dirigenten, des UniversitätsMusikdirektors Freiberg, unterstützt durch Mitglieder des Gießener Konzertvereins, das Liszt'sche Oratorium„Die heilige Elisabeth“ zur Aufführung bringen. Die Solopartieen find bewährten auswärtigen Künstlern ersten Ranges überlassen. Da die Gesammtzahl der Mitwirkenden sich auf über 250 beläuft und die Leistungen des Vereins als vorzüglich bekannt sind, dürfte der Zudrang stark werden, zumal, da der Altmeister Franz Liszt persönlich diesem musikalischen Ereignisse beizuwohnen gedenkt.(Köln. Ztg.) * Münster, 8. April.(Zur Kanalbaufrage.) Auch hier in Münster wird das Interesse für das Projekt des Schifffahrtskanals immer lebhafter. Eine für den 10. d. M. nach hier berufene Versammlung wird die Kanalfrage besprechen und diesbezügliche Kundgebungen erlassen. * Barmen, 9. April. Als der Lithograph Riechers hier wegen Fälschung von Briefmarken verhaftet wurde, glaubte man, auch auf die Spur der gefälschten Fünfzigmarkscheine gekommen zu sein, welche ein Elberfelder Notar zu seinem Schrecken unter einer größeren Geldsendung aus Remscheid entdeckt hatte. Aber die Spur scheint eine trügerische gewesen zu sein, wenigstens erläßt der erste Staatsanwalt des Elberfelder Landgerichts nunmehr schon zum dritten Mal eine Bekanntmachung des Inhalts, daß die Reichsschuldenverwaltung für die Ermittelung des Verbrechers eine Belohnung bis zur Höhe von 5000 M zusichert. Die Falschstücke sind sämmtlich den 1874 ausgefertigten Reichskassenscheinen zu 50 K nachgemacht und mit Serie VIII Fol. 37 Litt. D bezeichnet. * Hamburg, 8. Apcil.(Aus Amerika; Fleischschau; Bazar.) Ein zahlreicher Besuch von Amerikanern steht in diesem Sommer Europa bevor. Nach jedoch die Verwunderung, als das Künstlerpaar auch zum Souper anwesend blieb und von den Wirthen mit großer Aufmerksamkeit behandelt wurde. Diese, nach damaligen Begriffen unerhörte Auszeichnung verdankten sie dem Umstand, daß die Herzogin das Ehepaar schon im elterlichen Hause kennen gelernt und Zeugin liebenswürdigen Aufnahme gewesen war, welche dasselbe stets am Gothaischen und Meiningischen Hofe gefunden. Sein eigenes großes Konzert, welches Spohr in den Argyll Rooms gab und in welchem seine Frau sich zum erstenmal auf der Harfe öffentlich hören lassen wollte, erlitt eine unliebsame Unterbrechung durch eine politische Demonstration, welche zu Gunsten der an diesem Tage aus Italien zurückkehrenden Königin Karoline Charlotte stattfand, die ihr Gemahl der Untreue angeklagt hatte und sich vor dem Parlament zu vertheidigen kam. Allein, nachdem der Straßenskandal sich verlaufen, nahm das Konzert seinen ungestörten Fortgang. Die Symphonie wurde meisterhaft exekutirt und fand den lebhaftesten Beifall und Spohr versuchte seiner ängstlichen, nervös aufgeregten Frau Muth einzusprechen, da sie vor dem Moment des ersten Auftretens zitterte. Mit Angst lauschte er ihren ersten Tönen— als die Accorde jedoch in gewohnter Kraft erklangen, überließ er sich um so hingebender ihrem Zusammenspiel, nach dessen Beendigung nicht endenwollender Jubel die Künstler belohnte und jedes folgende Stück, besonders das schon bekannte Nonett begleitete. Die zarte Gesundheit Dorettens ließ noch vor ihrer Abreise aus London den wehmüthigen Entschluß in ihr zur Reife kommen, ihrem nervenzerstörenden Instrument zu entsagen, dem sie so manchen Triumph verdankte— ein Opfer, das die Künstlerin schmerzlich empfand. Da sie zugleich eine treffliche Klavierspielerin war, so stellte ihr Gatte ihr in Aussicht, daß sie später gemeinsam in Duetten für Piano und Violine auftreten könnten und sie deshalb den sie beglückenden Gedanken nicht aufgeben dürfe, durch ihr Talent zum Unterhalt der Familie beitragen zu können. Von England zurückgekehrt, richtete Spohr sein Augenmerk auf Paris, wohin ihn das Verlangen zog, die großen Geiger Kreutzer, Baillot, Lafont, Habeneck, Fontaine, Guerin kennen zu lernen, was er als unerläßlich für seine Kunst betrachtete. Eben so sehnte er sich danach, die Bekaantschaft Cherubinis zu machen, für den er seit seinen frühen Jugendjahren die höchste Verehrung hegte. Hieß es doch, daß das Pariser Orchester das erste der Welt sei— mit hohen Erwartungen trat Spohr in diesen Künstlerkreis, wozu sein ihm vorangehender Ruf ihm das Recht gab. Cherubini, der gegen Fremde als kalt und zurückhaltend galt, empfing ihn auf das Freundlichste, und bei ihm fand er auch das meiste Verständniß für deutsche Kunst und für seine Kompositionen, die ihm zuerst fremdartig erschienen, allein beim öfteren Hören sich mehr und mehr seiner Zustimmung erfreuten. Den Haupt der bisherigen Bestellung von Kajütenplätzen auf den transatlantischen Dampfern zu urtheilen, dürfte in diesem Frühjahr und Sommer die Zahl der Touristen sich auf 130,000 stellen.— Die Direktion der BerlinHamburger Eisenbahngesellschaft will für das verflossene Betriebsjahr die Vertheilung einer Dividende von 19½ Proz. bei dem Ausschusse der Gesellschaft in Vorschlag bringen.— Die Trichinenschau in Hamburg hat folgendes Resultat ergeben: Im Jahre 1882 wurden von 48 Untersuchern 13,507 amerikanische Schinken untersucht, davon waren 111 trichinös, ferner 5112 Speckseiten, von welchen 64 trichinös befunden wurden. Also im Ganzen 18,619 Stück, darunter 175= 0,95 Proz. trichinös. Dagegen befindet sich unter total 60,527 europäischen untersuchten Schweinen, Schinken, Speckseiten 2c. im Jahre 1882 kein einziges trichinöses Stück.— Der Bazar des Vaterländischen Frauen=Hilfsvereins erzielte an den 3 Verkaufstagen einen Ueberschuß von 50,000 M. Gestern Nachmittag wurde der Bazar ven Bärgermeister Dr. Petersen durch eine den günstigen Erfolg hervorhebende Rede geschlossen. * Kiel, 9. April. Sicherm Vernehmen nach tritt Viceadmiral Batsch heute einen längeren Urlaub an. Schweiz. * Biel, 8. April. Der Grenzort Vallorbe ist abgebrannt. Vallorbe liegt in einem der schönsten Thäler der Schweiz im Kanton Waad, unter der Dent de Vaulion. Darin springt aus einer 200 Fuß hohen und nackten Felswand, 17 Fuß breit und 4 Fuß stark krystallhell die Orbe hervor und stürzt sich über Abhänge und Felsstücke hinab ins Thal, wo sie sanft dahin fließt. Auf der Westseite ist auch die vieltheilige Grotte de Vallorbe mit Tropfsteinen. Die Ortschaft Vallorbe zählt 1435 Einwohner. Britisches Reich. * London, 9. April. An Bord des heute von Hamburg hier angekommenen Dampfers„Rainbow“ sind beim Ausladen zwei Packete mit Sprengstoff entdeckt worden. Die genaue Natur des Sprengstoffs ist noch unbekannt. Die Packete, welche keine Adresse hatten und als Papier enthaltend eingeschrieben waren, sind behufs technischer Untersuchung nach Woolwich gesandt worden. Amerika. * Newyork, 8. April. Man hat hier eine irische Oynamitschule, in welcher eine Anzahl junger Leute in der Fabrizirung und Handhabung des Dynamits und anderer Explosionsstoffe ungenirt durch Professor Meezzcroff unterrichtet wurden, geschlossen. Mezzcroff har sich nach Frankreich eingeschifft, wo er im Laufe bieser Woche eintreffen wird, um vermuthlich dort seinen Unterricht fortzusetzen. Hier empfehlen die Führer der Iren ganz öffentlich den Dynamitkrieg gegen England. Aus dem Fürstenthum Lippe und Umgegend. * Detmold, 11. April. Der heute Morgen im Schlosse ausgelegte ärztliche Bericht lautet: Auf den gestern Morgen erfolgten Nachlaß der bedrohlichen Krankheitserscheinungen ist eine weitere Besserung nicht eingetreten. Dr. Eschenburg, Geh. Hofrath. * Detmold, 9. April.(Armenrechtliche Familiengemeinschaft.) Das Reichsamt des Innern läßt die Grundsätze über die armenrechtliche Familiengemeinschaft nach der Rechtsprechung des Bundesamts für das Heimathswesen kundmachen. Danach gehören im armenrechtlichen Sinne zur Familie alle diejenigen, welche an den Unterstützungswohnsitzverhältnissen des Familienhaupts theilnehmen, und letzteres landarm sein oder einen Unterstützungswohnsitz haben. Familienglieder sind somit: die Ehefrau während der Dauer der ehelichen Gemeinschaft, die ehelichen und denselben gesetzlich gleichstehenden Kinder bis zum zurückgelegten 24. Lebensjahre, die in die Ehe gebrachten ehelichen und außere zweck seiner Reise, mit den ausgezeichneten Pariser Künstlern näher bekannt zu werden, erreichte er vollkommen, die meisten kamen ihm mit Theilnahme und zuvorkommender Gefälligkeit entgegen. Eben so wußte Spohr die Vorzüge der großen Geiger in vollem Umfange zu würdigen und bewunderte an Jedem die Eigenthümlichkeit, die er vor dem Andern voraus hatte. Der Geschmack des Pariser Publikums widersprach jedoch zu sehr dem ächtdeutschen Wesen Spohrs, um ihr Spiel als vollkommen anzuerkennen, der Effekt war auch für ihre Vortragsweise bestimmend— Seele und Gefühl vermißte er fast bei Allen. Das Adagio, worin sich dasselbe aussprechen kann, schien von den Künstlern und dem Publikum als der unwichtigste Theil des Konzertes betrachtet zu werden und nur darum beibehalten, weil es die beiden schnellen Sätze von einander scheidet und den Effekt erhöht. Eben so fiel es ihm auf, daß in den Musikgesellschaften nie ein gediegenes Musikstück, ein Quartett oder Quintett der großen Meister aufgeführt wurde und Jeder nur, so zu sagen, sein„Paradepferde ritt.„Man hört dort nichts“, so schreibt er, pals Airsvariees, Rondos, Notturnos, und von Sängern kleine Romanzen und Duetts, und wenn dies Alles noch so inkorrekt und fade ist, es verfehlt seine Wirkung nie, wenn es nur recht glatt und süß vorgetragen wird. Arm an solchen niedlichen Kleinigkeiten, bin ich mit meiner ernsten deutschen Musik übel dran und habe das Gefühl eines Menschen, der zu Leuten spricht, die seine ehelichen Vorkinder der Ehefrau nebst den ihre Unterstützungswohnsitzverhältnisse theilenden Personev. * Detmold, 9. April.(Verpflegungszuschüsse.) Die für das begonnene zweite Vierteljahr für die Unteroffiziere und Soldaten von dem Kriegsminister bewilligten außerordentlichen Verpflegungszuschüsse einschließlich des Zuschusses zur Beschaffung einer Frühstücksportion betragen für den Mann und Tag im Bereich des siebenten(niederrheinisch=westfälischen) Armeekorps: Bückeburg, Cleve 21, Düsseldorf, Wesel 20, Dortmund, Essen, Münster 19, Benrath, Bielefeld, Gräfrath, Hamm, Höxter, Iserlohn, Lippstadt 18, Attendorn, Minden, Soest, Werden, Neuhaus 17, Barmen, Bochum, Detmold, Geldern, Meschede, Neuß, Paderborn 16, Recklinghausen 15+. * Bünde i. Westf., 6. April.(Handelsregister.) In Rücksicht auf den belang= und umfangreichen Geschäftsbetrieb des Handelsstandes 2c. ist laut Verfügung des Justizministers den Amtsgerichten in Bünde und Vlotho die Führung der Handels=, Genossenschafts= und Musterregister, einem jeden für seinen Bezirk, übertragen worden. * Bückeburg, 8. April.(Landtagsvertagung.) Der schaumburg=lippische Landtag hat sich gestern bis zum 3. Dezember vertagt. In der letzten Sitzung entstanden Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Präsidenten(Landgerichtspräsident v. Bülow) und sämmtlichen Mitgliedern des Hauses, in Folge dessen Heir v. Bülow das Präsidium sofort niederlegte. Die Verhandlungen wurden durch den Vizepräsidenten Iffland zu Ende geführt. *(Gegen den Branntwein.) Zu einer Erinnerung an den Professor Kranichfeld giebt der„Deutsche Verein gegen den Mißbrauch geistiger Getränken, der jüngst in Kassel getagt hatte, einem alten Berliner Veranlassung. Derselbe schreibt: Wie energisch Professor Kranichfeld als Mäßigkeitsapostel der Trunksucht auf den Leib rückte, geht aus einem Gedicht hervor, das ich vom Jahre 1843 aus jenem Verein noch besitze. Man sieht darin förmlich das Funkensprühen der Schwerter beim Niederhauen der Schnapsflaschen. Man höre und schaudere: „Der Kampf mit dem Drachen. Rüstet Euch, wackere Brüder, zum Streite! Auf, nehmt die Waffen der Wahrheit zur Hand! Leget das feurige Schwert nicht bei Seite, Noch ist das Ungethüm Branntwein im Land. Seht nur den höllischen, giftigen Drachen, Wie er sich krümmt und windet und ringt Und mit dem Alles verpestenden Rachen Ehre und Leben der Menschen verschlingt. Tief aus dem Sündenpfuhl sprudelt die Quelle, Spiritus nennt man den teuflischen Geist, Ja, werthe Brüder, ein Geist ists der Hölle, Der zur Verdammniß hinunter Euch reißt!“ Als der Professor seinen Vereinsmitgliedern zum ersten Male diese Kümmel=Dithyrambe vorlas, schüttelte sich einer der Anwesenden und rief mit bebender Stimme: „Schauderhaft! dadruf muß ick Eenea drinken!" * * * Schalke, 8. April. Die Maul= und Klauenseuche unter dem Rindvieh ist auch in unserer Nähe ausgebrochen. Behaftt sind mit dieser gefährlichen Krankheit einige Thiere in der Gemeinde Bulmke, sowie in Ostund Westherbede. Den Viehbesitzern ist dringend anzurathen, die nöthigen Vorsichtsmaßregeln zu treffen. und Landwirthschaft. * Rothlauf der Schweine. Die D. Landw. Presse theilt aus einem Bericht des bekannten französischen Gelehrten Pasteur im Journal'Agriculture ihren Lesern folgendes mit, welches auch für unsere Leser auf dem Lande von Interesse sein wird: 1) Der Rothlauf der Schweine wird hervorgerufen durch einen, auch außerhalb des Thierkörpers leicht zu züchtenden Pilz, welcher so klein ist, daß er selbst einem sehr aufSprache nicht verstehen. Man braucht nicht lange hier zu sein, um der schon öfter ausgesprochenen Meinung beizutreten, daß die Franzosen ein musikalisches Volk sind.“ Dennoch fand er bei seinem öffentlichen Auftreten eine brillante Aufnahme und wurde auch von dem Orchester trefflich unterstützt. Weniger günstig urtheilten die Journale über ihn, da er es unterlassen, das Urtheil der Rezensenten vorher mit Geld zu erkaufen. Einer derselben rieth ihm sogar,„einige Zeit in Paris zu verweilen, um seinen Geschmack zu verbessern, und dann auf die guten Deutschen in diesem Sinne bildend einzuwirken." Selbst in den Messen des würdigen Meisters Cherubini glaubte Spohr bis weilen die Einwirkung des Theaterstyls zu bemerken, der auch in den kirchlichen Kompositionen gefordert wurde. Spohrs fernere Lebenspläne richteten sich jetzt darauf, einen längeren Aufenthalt in Dresden zu nehmen, um seine heranwachsenden, mit musikalischem Talent und schönen Stimmen begabten Töchter dem dortigen sehr berühmten Gesanglehrer Mielsch zum Unterricht zu übergeben und zugleich von dort aus Konzertreisen zu unternehmen. Sein früherer Schüler, Moritz Hauptmann, bereitete alles zum Empfang der Familie vor und bald fühlten sich Alle dort heimisch. Mit erneuter Lust ging er an neue Kompositionen und angeregt durch den Erfolg von Webers„Freischütz“ trat der lebhafte Wunsch wieder in ihm hervor, eine Oper zu komponiren. Der Zufall hatte ihn einen passenden Text finden lassen. merksamen Beobachter entgehen kann. Er ähnelt dem Pilze der Hühnercholera am meisten. Seine Form ist diejenige einer 8, aber dabei feiner und weniger sichtbar als der Cholerapilz. Von diesem unterscheidet sich der Rothlaufpilz hauptsächlich durch seine physiologischen Eigenschaften, indem derselbe ohne Wirkung auf Hühner bleibt, dagegen Kaninchen und Hämmel tödtet. 2) Wird der Rothlaufpilz in völlig reinem Zustande selbst in kaum schätzbaren Mengen den Schweinen eingeimpft, so führt derselbe sicher die Krankheit und den Tod mit allen für die spontane Entwicklung charakteristischen Kennzeichen herbei. Namentlich verfällt dabei die von den französischen Landwirthen am meisten geschätzte weiße Rasse dem Tode. 3) Dr. Klein hat 1878 in London eine Arbeit über den Rothlauf veröffentlicht, welchen er eine Lungendarmkrankheit des Schweines nennt. Dieser Forscher hat sich aber über die Natur und die Eigenschaften des Schmarotzers völlig getäuscht. Er hat als Rothlaufpilz einen Sporenpilz beschrieben, welcher größer ist als selbst der Brandpilz und welcher gar keinen Zusammenhang mit der Entstehung des Rothlaufs besitzt. 4) Nachdem wir uns durch direkte Versuche überzeugt hatten, daß die Krankheit nicht wiederkehrt, haben wir den Pilz vorsichtig eingeimpft, und das Thier hat sich alsdann widerstandsfähig gegen die tödtliche Krankheit gezeigt. 5) Obgleich neue Kontrolversuche noch nöthig sein werden, haben wir heute schon die Ueberzeugung, daß die Schutzimpfung der Schweine ein vorzügliches Schutzmittel gegen die genannte Krankheit werden wird. Nachschrift: Es verdient besonders hervorgehoben zu werden, daß nach Pasteur die weißen Schweine am meisten von der Seuche heimgesucht werden. Auch in Amerika will man die Beobachtung gemacht haben, doß die schwarzen Schweine widerstandsfähiger gegen die„Schweinecholera“, welche dort viele Opfer fordert, sein soll. Die schwarzen Schweine nehmen deshalb in Amerika von Jahr zu Jahr an Zahl zu, während die weißen sich vermindern, in den Weststaaten namentlich haben die schwarzen Schweine nahezu die weißen verdrängt. * Fütterungsversuche bei Schafen mit trockenen und gequellten Maiskörnern. Thierarzt Müller berichtet über diese Versuche, welche in Börnicke an zwanzig Schafen in der Art angestellt wurden, daß zehn im zweiten Lebensjahre stehende Schafe pro Kopf und Tag 625g trockene Moiskörner, weitere zehn ebenso alte Schafe dasselbe Quantum Mais, jedoch in gequelltem Zustande erhielten. Um eine Extraktion der Proteinstoffe und der Salze zu verhüten, wurde nur so viel Wasser zum Quellen der Körner verwandt, als aufgesogen wurde. Beide Gruppen der Versuchsthiere erhielten das Beifutter in gleicher Menge und Beschaffenheit. Bei der nach vier Wochen vorgenommenen Abwägung beider Abtheilungen wurde festgestellt, daß die mit trockenem Mais gefütterten Schafe um 3 kg pro Kopf mehr zugenommen hatten, als die mit gequelltem Mais gefütterten Stücke. Nach weitern vier Wochen war das Mehrgewicht der ersten Gruppe gegenüber der zweiten auf 5½ kg pro Kopf gestiegen. Diese ungleichmäßige Zunahme des Körpergewichts glaubt Müller damit erklären zu müssen, daß eines Theils durch das Aufquellen der sehr viel Stärkemehl enthaltenden Maiskörner eine Bearbeitung derselben im Pansen allzusehr abgekürzt wird, sodaß eine gründliche Ausnutzung gar nicht stattfi den konnte, und andern Theils schon durch das stärkere Kauen der harten Körner eine stärkere Speichelabsonderung und somit auch eine regere Umwandlung der Stärke in Zuckr hervorgerufen werden muß, als es bei Verfütterung gequellter Körner geschehen dürfte. Industrie, Handel und Verkehr. * Hannover, 7. April. Im Monat März sind auf dem hiesigen Central=Schlachthofe geschlachtet worden 680 Rinder, 1882 Schweine, 1064 Kälber, 555 Hammel und 71 Pferde. Die sanitätspolizeiliche Untersuchung lieferte das erfreuliche Ergebniß, daß das Fleisch nur weniger Thiere beanstandet zu werden brauchte. An einem langweiligen Regentage in Paris, wo jedes Ausgehen unmöglich war, hatte ihm seine Wirthin einen zerlesenen Roman als Lektüre gebracht:„Ia veuve de Malabar“. Der Stoff interessirte ihn, er erstand das Buch für ein paar Sous, und faßte den Gedanken, es zu einem Operntext zu verwenden. Nachdem er selbst ein Szenarium entworfen, theilte er die Idee Eduard Gehe in Dresden mit, der sie vortrefflich fand. So entstand der Text zu Jessonda. Da trat eines Tages Karl Maria von Weber zu ihm ins Zimmer und erzählte ihm, daß er soeben einen Ruf nach Kassel als Kapellmeister an das dort errichtete neue Hoftheater erhalten, ihn aber ablehnen werde, da er in seiner jetzigen Stellung am Dresdener Hoftheater vollkommen zufrieden sei. Wenn Spohr aber Lust habe, sich darum zu bewerben, so werde er die Sache befürworten. Die Aussicht, in Kassel einen bedeutenden und angenehmen Wirkungskreis zu finden, ließ ihn sofort auf Webers Anerbieten eingehen. Wenige Tage nachher kam von dem Generaldirektor des Hoftheaters ein Schreiben, in welchem ihm im Auftrage des Kurfürsten die Stelle als Hofkapellmeister angetragen wurde, mit der Aufforderung, seine Bedingungen einzusenden. Nach Berathung mit seiner Frau und mit Weber schickte er dieselben ab— sie wurden alle genehmigt und am 1. Januar 1822 trat Spohr seine Stellung als Hofkapellmeister mit zweitausend Thalern Gehalt in Kassel an. (Fortsetzung folgt.) Neueste Nachrichten. * Berlin, 10. April. In der gestrigen Abendsitzung der Gewerbeordnungskommission, an welche die Anträge Richter, betreffend die Kantinen rc. zurückverwiesen waren, äußerte sich der Kriegsminister sehr entgegenkommend. Ein Beschluß ist noch nicht gefaßt worden. * London, 10. April. Das Unterhaus nahm heute ohne Abstimmung und unverändert die Bill, betreffend die Fabrikation und den Verkauf von Sprengstoffen, an. Nach derselben werden die Urheber und Mitschuldigen an Explosionen, die Fabrikanten und Besitzer zu Verbrechen bestimmter Sprengstoffe, sowie Personen, welche nicht hinlänglich beweisen, daß die in ihrem Besitze befindlichen Sprengstoffe nicht zu verbrecherischen Zwecken dienen sollen, zu Zwangsarbeit in der Dauer von zwei bis zwanzig Jahren verurtheilt. * London, 10. April. Das Oberhaus nahm heute in definitiver Abstimmung die Sprengstoffbill an. Die königliche Sanktion des Gesetzes wird heute Mittag erwartet, * Madrid, 9. April. Wegen ds vor einigen Tagen vorgekommenen Explodirens einer Petarde in der Nähe des königlichen Palastes haben gegen 70 Verhaftungen stattgefunden. Die verbrecherische That wird den Theaterbillethändlern zugeschrieben, welche unzufrieden sind mit der erfolgten Unterdrückung des Theaterbillethandels. Meteorologische Beobachtungen der Deutschen Seewarte in Hamburg vom 10. April, Morgens 8 Uhr. London: kälter. Unter dem Einflusse des hohen Luttdrucks, welcher jetzt über den britischen Inseln liegt und einer Depression, die ihren tiefsten Barometerstand in der Nähe von Berlin hat, wehen über Nordwest-Centraleuropa nördliche Winde, welche vielfach frisch bis steif auftreten. Bei meist etwas steigender Temperatur ist das Wetter über Centraleuropa vorwiegend trübe, über der Nordwesthälfte vielfach zu Niederschlägen geneigt. Im östlichen Deutschland hat die Temperatur stellenweise die normale etwas überschritten, dagegen in Westdeutschland liegt dieselbe noch bis 5 Grad unter derselben. Meteorologische Beobachtungen in Detmold. Allgemeiner Witterungscharakter: 11. bedeckt. Sonnen=Aufgang 5 U. 14., Untergang 6 U. 49 M. Mondes=Aufgang 742 Mrgs., Untergang 1154 Nchts. Für den Inseratentheil verantwortlich: A. Mewes in Detmold. Wir verlegten unser Bureau nach Karmarschstraße Nr. 15 (zwischen Osterstraße und Passage.) Pelizaeus Rechtsanwalt. Soenmanns Rechtsanwalt. Hannover. 4 K des alten Lazareth= Gebäudes bei Detmold. Die dem August Tippenhauer und dessen Tochter Elise zugefügte Beleidigung, nehme ich hiermit zurück. Detwold, den 10. April 1883. Helene Holzkämper. Bildungs-Verein. Donnerstag, 12. April, abends präc. 8½ Uhr, Vortrag des Herrn Pastor Böhmer: Präsident Garfield.“ Die heute Abend 7 Uhr erfolgte glückliche Geburt eines gesunden Knaben zeigen ergebenst an Lage, den 10. April 1883. Pastor C. Müller und Frau. geb. Theopold. Heute Morgen gegen 4 Uhr verschied sauft und ruhig nach langem schweren Leiden unser lieber Vater, Schwieger= und Großvater, der Ziegelmeister Hermann Molling im 59. Lebensjahre, welches wir Verwandten und Bekannten mit der Bitte um stilles Beileid hiermit tiefbetrübten Herzens anzeigen. Hesloh, 11. April 1883. Die Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 14. d.., Nachmittags 4 Uhr statt. Todes=Anzeige. Heute Morgen 2 Uhr entschlief sanft und ruhig in Folge Altersschwäche im 73. Lebensjahre, der frühere Ziegelmeister Thilipp Walter in Heiden, was hiermit im Namen aller Verwandten anzeigt Ww. Beine. Heiden, den 11. April 1883. Die Beerdigung findet Sonnabend Nachmittag 4 Uhr statt. Das alte Lazareth=Gebäude, welches auf dem zum Forstreviere Lopshorn erworbenen Grundstücke steht, soll mit Höchster Genehmigung zum Abbruch verkauft werden Der Forstaufseher Kroos in Hiddesen wird die inneren Räume des Gebäudes auf desfallsiges Ersuchen vorzeigen. Abschrift der Verkaufsbedingungen wird bei uns kostenfrei ertheilt. Kaufliebhaber wollen ihre Gebote versiegelt und mit der Aufschrift„Gebot auf das alte Lazareth=Gebäuden versehen, bis Montag, 16. April d. Morgens 11 Uhr bei uns abgeben, zu welcher Zeit die abgegebenen Gebote werden geöffnet werden. Den Kaufliebhabern steht es frei, dem Termine beizuwohnen. Detmold, 28. März 1883. Fürstlich Lippische Forstdirection. Feye. Verlag der Meyer'schen Hofbuchhandlung in Detmold. HOSEN 1 Veredelung und Pflege der Rosen und Obstbäume von C. Voß, Lehrer in Schieder bei Pyrmont. Preis 60 Pf. ∆AT, Fürfte □BS vermehrte und Auflage. BAUHZEI Eine kurze und bündige Anweisung zur Veredelung und Pflege der Rosen und Obstbäume, jedem Rosen= und Obstbaumfreunde zu empfehlen, da sie von einem erfahrenen Praktiker geschrieben ist. (Volksschulfrd. Königsberg.) .... Zur Veranschaulichung der einzelnen Operationen sind treffliche Abbildungen beigefügt, welche selbst den ersten Anfänger in der Rosenzucht davon überzeugen, was im gegebenen Falle zu thun ist. (Hess. Schulztg.) Zu beziehen durch jede Buchhandlung. Preißig Lieferungen à Eine ark.— Mischhich Schönster Bilder=Atlas der Kunstgeschichte. uen dune u eue ue ns reer=Ermtst. Complek 30 Mark. Klassiken-Ausgabe. Im Verlage von Paul Neff in Stuttgart erscheint soeben: Die vierte Auflage des grossen Bilder-Atlassesder Kunstgeschichte: Denkmäler der Kunst. Zur Uebersicht ihres Entwickelungsganges von den ersten künstlerischen Versuchen bis zu den Standpunkten der Gegenwart. Bearb. von Prof. Dr. Wilh. Lühke und Prof. Dr. Garl v. Lätzon. 103 Cafeln auer Folio nebst 30 Bogen Text in Lex.8, Ca. 2000 Darstellungen der Architektur, Sculptur " und Malerei. Klassiker-Ausgabe. — Vollständig in go Liefrgen. à nur M..= 60 Kr. ö. W. WEEEESEEETES ###10 Denkmäler der Kunst, -3 begründet v. Dr. Kugler, 6 Oberbaurath v. Volt, Dr. E. Guhl, I. Caspar. fortges. von## Prof. Dr. W. v. Lübke und Dr. Carl E v. Lützow sind ein imposantes Kunstprachtwerk, dessen Herstellung in vorzügl. Kupferstichen mehrere Decennien in Anspruch nahm. Dasselbe bietet auf 193 Tafeln mit circa 2000 Abblidungen eine Auswahl des Wichtigsten und Schönsten, was von der ältesten Zeit bis heute im Bereiche der Kunst geschaffen wurde.— In Folge des hohen Preises, welcher allerdings durch die künstlerische, überaus kostbare Herstellung berechtigt war, konnte sich bisher nur ein kleinerer Kreis von Bibliotheken u. Kunstfreunden das Werkanschaffen; den Zeithältnissen Ruchnung tragend und gestützt auf die Hllfsmittel der neuesten Technik, hat sich die Verlagshandlung zur Herausgabe der vorliegenden Klassiker-Ausgabe entschlossen und bietet Jedermann Gelegenheit, sich um einen unerhört billigen Preis in den Besitz eines wahrhaften Museums der bildenden Künste zu setzen. 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