„Die Lippische Landes=Zeitung= erscheint mit Ausnahme der Sonn= und Festtage täglich und werden in derselben die amtlichen Bekanntmachungen des Amtsblattes für das Fürstenthum Lippe in besonderer Rudrik veröffentlicht. Redaction u. Expedition: Detmold, Leopoldstraße Nr. 117. „„ Abonnementspreis für das Vierteljahr: In Detmold 2 Mark 25 Pf., auswärts durch die Post bezogen 2 M. 60 Pf.,— mit Bestellgeld 3 M. Inserate werden mit 12 Pf. für den Raum der einfachen Corpus=Spaltzeile berechnet. Verentwortlicher Redacteur August Klingenberg. Druck und Verlag der Meyer'schen Hofbuchdruckerei(Gebr. Klingenberg) in Detmold. Donnerstag, 5. April. 1883. 6 79 Bestellungen auf die Lippische pro II. Quartal 1883 werden noch ferner von sämmtlichen Postanstalten für KK 2,60— mit Bestellgeld 3 00— für Betmold für c 2,25 von der UnterZeichneten entgegengenommen. Die Exp. der Lippischen Landeszeitung. Die Trunksucht als Ursache der Verarmung. Unter den Ursachen der Verarmung spielt fehlerhafter Verbrauch von Gütern vielleicht eine ebenso große Rolle wie mangelhafter Erwerb. Keine Genußgüter werden aber so übermäßig verbraucht, wie die geistigen Getränke. Um dies zu beweisen, bedarf es exakter statistischer Erhebungen, welche bisher nur in wenigen Staaten angestellt worden sind. Es wird eine der ersten Aufgaben des neuen„Vereins gegen Trunksuchtn sein, statistische Ermittelungen darüber anzuregen, wie oft die Trunksucht als Ursache von Verarmung, von Verbrechen, von Irrsinn, Unfällen u. s. w. nachgewiesen werden kann. Die von der Reichsregierung im Jahre 1881 angeordnete Armenstatistik schrieb eine Gliederung der Unterstützten nach vier Hauptursachen vor: 1. Unfall, 2. Arbeitsunfähigkeit, 3. Gebrechen, 4. andere Ursachen. Im Königreich Sachsen hat man bei der vom Reiche angeordneten Erhebung Zählkarten über jeden einzelnen Verarmungsfall angewendet und neben der Gliederung der Unterstützten unter eine der vier erwähnten Hauptsizabe, auch noch die namentliche Angabe der Unter: ugungsursache verlangt. Dadurch ist es möglich geworden, genau festzustellen, wie oft Trunksucht als offenbare Ursache der Armuth vorkommt. Es hat sich nun gezeigt, daß im Jahre 1881 in Sachsen überhaupt im Ganzen 93699 Personen d. i. 3,15 Proz. der Bevölkerung unterstützt wurden. Die meisten Unterstützten— 15 632 d. i. 16,69 Proz.— entfallen auf die Unterstützungsursache„große Kinderzahl bei Männern und Frauen.“ Die nächst häufige Gruppe bildeten die wegen vorübergehender eigener Krankheit und wegen dauernder und vorübergehender Krankheit in der Familie Unterstützten. Dies waren 14,885 Personen d. i. Herzenswandlungen. Von Autonie Haupt. 4. Fortsetzung. „Ich habe Deiner Kousine eben erzählt, wie Du das Glück der Liebe erst durch mich kennen gelernt, wie ich Deine erste und einzige Liebe bin", flüsterte Fredegunde, deren Blicke noch immer entzückt an ihrem Bräutigam hingen. Zu seinem unbeschreiblichen Entsetzen fuhr sie fort:„Denke Dir, Elisabeth, er liebte mich schon, ehe wir uns persöglich kannten; und ich slaubte doch bei unserem ersten Zasammentreffen in Euerem Hause keinen günstigen Eindruck auf ihn gemacht zu haben.“ Ueber Elisabeths bleiche Züge flog ein sie schämte sich für ihren Vetter. Es war ihr unmöglich, etwas Passendes zu erwidern. Fredegunde enthob sie auch der Entgegnung, denn tebhaft erregt erzählte sie weiter:„Jenen Ball bei Banquier Hellberg besuchte er nur, um mich zu treffen. Ich aber war wie mit Blindheit geschlagen und merkte daß er mich ein wenig lieb habe, als er einige Wochen später mich nach Hause begleitete. Von da an sahen wir uns täglich. Mein Liebling machte mir regelmäßig Fensterparade, und zu meiner Beschämung muß ich es gestehen, wir trafen uns auch häufig auf Spaziergängen, bis der zaghafte junge Mann sich endlich ein Herz faßte und mir einen Besuch abstattete, wodurch er die Werbung rasch zum Abschluß brachte. Aber, Herzensschatz“, lachte sie plötzlich,„Du spielst ja bei meinen Eröffnungen die Rolle, die mir von rechtswegen zugekommen wäre. Du sitzest da erröthet wie ein verschämtes Mädchen und wagst die Augen nicht aufzuschlagen. Bist Du wirklich so zartbesaitet, mein 15,89 Proz. Wegen Arbeitsunfähigkeit, hervorgerufen durch hohes Alter und Altersschwäche, mußten 11,673 Personen d. i. 12,46 Proz. unterstützt werden, wegen Arbeitsunfähigkeit, hervorgerufen durch dauernde Krankheit 10,185 Personen d. i. 10,87 Proz.; infolge von Unfällen zusammen nur 2443 Personen d. i. 2,60 Proz, dagegen wegen geringen Lohnes 12,521 Personen d. i. 13,36 Proz., wegen Arbeitslosigkeit 10,185 Personen d. i. 10,87 Proz. Weiter mußten wegen Arbeitsscheu, Vagirens 2763 Personen d. i. 2,95 Proz. unterstützt werden. Wegen Trunksucht als alleiniger Unterstützungsursache wurden 752 Personen mit 610 Angehörigen unterstützt, wegen Trunksucht in Verbindung mit anderen Ursachen z. B. Arbeitsscheu 744 Personen mit 559 Angehörigen, insgesammt also wegen Trunksucht 1469 Personen mit 1169 Angehörigen oder zusammen 2665 Personen d. i, 2,84 Proz. In den vorstehenden Zahlen sind nur die unmittelbaren Opfer der Trunksucht enthalten, soweit sie unterstützt werden mußten, nicht aber die gewiß viel zahlreicheren mittelbaren Opfer, welche wegen Krankheit, Arbeitslosigkeit, zu geringen Lohnes rc. unterstützt wurden— lauter Ursachen, die theilweise auch auf den Mißbrauch geistiger Getränke mit zurückzuführen sind. Hierzu kommt, daß die strengere Armenpflege jetzt Trunkenbolde häufiger zurückweist, als früher. Der hoch verdiente Verfasser des Werkes über den Alkoholismus, Sanitätsrath Dr. Baer in Berlin, bemerkt über die neuesten Resultate der sächfischen Armenstatistik: daß die darin mitgetheilten Zahlen beredt genug seien, um die Aufmerksamkeit der öffentlichen Fürsorge auf sich zu lenken, wenn auch leider der bei der Entstehung des Pauperismus mittelbar wirksame Einfluß der Trunksucht nicht meßbar sei. Wenn man auch nur die 752 Personen(ohne Angehörige), welche wegen Trunksucht als alleiniger Ursache in Sachsen im Jahre 1880 der öffentlichen Unterstützung resp. Unterhaltung anheim fielen, näher ins Auge fasse, so werde man ohne Anstand diese sämmtlichen 752 Personen als chronische Trinker ansehen müssen.„Sind diese Individuen— so fragt Dr. Baer— für sich, für ihre Angehörigen, für die Gemeinschaft nicht unmittelbar verloren, wenn sie sich selbst, ihrem Geschick überlassen bleiben? Reicht diese Anzahl chronischer Trinker nicht aus, um einen Staat wie Sachsen zur Gründung von Asylen für Trunksüchtige zu veranlassen? Man sehe, daß die von der sächsischen Statistik ermittelte exakte Zahl einen sehr wohl fundirten Grund abgebe, um Fragen und Schlüsse auf ihr aufzurichten, und es sei nur zu wünschen, aus den anderen Staaten ebensolche Ermittelungen zu erhalten.“ Deutscher Reichstag. (Sitzung vom 3. April.) Präsident v. Levetzow eröffnet die Sitzung um 1½ Uhr. Haus und Tribünen sind spärlich besetzt. Von dem sozialdemokratischen Abg. v. Vollmar ist ein Telegramm eingegangen, wonach er auf der Rückreise von Kopenhagen heute früh in Kiel verhaftet und trotz geführter Legitimation nicht entlassen worden sei.— Das Haus nimmt sodann ohne wesentliche Debatte die Beschlüsse des Bundesrathes, betreffend die Aufnahme von Kunstwollfabriken, Anlagen zur Herstellung von Cellulose= und Degrasfabriken in das Verzeichniß derjenigen gewerblichen Anlagen, welche nach den Bestimmungen des § 16 der Gewerbeordnung einer besonderen Genehmigung bedürfen, und ebenso die Uebereinkunft mit Oesterreich=Ungarn und den Niederlanden wegen Zulassung der in den Grenzdistrikten wohnhaften Aerzte in den betr. Bezirken, in 1. und 2. Lesung unverändert an. Es folgt die Berathung der Vorlage, betr. die Erhöhung der Holzzölle. Der Direktor der Forstakademie in Eberswalde, Dankelmann, erklärt eine Erhöhung der Holzzölle gegenüber der Nothlage unserer Waldwirthschaft für eine zwingende Nothwendigkeit. Bei uns geben sich die Waldprodukte aus Rußland, Schweden, Mähren und Ungarn ein Rendezvous. Vor dem verderblichen Einfluß dieser Konkurrenz können uns nur hohe Zölle schützen. Getragen werden dieselben hauptsächlich von dem Auslande, für unsere Waldwirthschaft aber und namentlich für die Million Menschen, welche in unserem Walde ihren Lebensunterhalt findet, werden diese Zölle von der besten Wirkung sein. Der sezess. Abg. Oechelhäuser bekämpft diese Auffassung als eine unheilvolle Konsequenz des jetzt herrschenden Wirthschaftssystems, dem die gesammte Wissenschaft entgegenstehe. Man beruft sich auf List, aber man kann eben so gut sagen, Luther würde, wenn er leben geblieben wäre, im Centrum sitzen; eine Nothlage der Waldwirthschaft sei nicht vorhanden. Im Interesse der Gerechtigkeit müsse die Vorlage abgelehnt werden. Oberforstmeister Donner sucht als Regierungskommissar zu beweisen, daß eine Nothlage für unsere Waldwirthschaft in hohem Maße vorhanden ist. Abg. Frhr. Engel, daß meine Darstellung unseres Liebesglückes Dich unsanft berühren konnte?“ Paul, dem während der Geständnisse seiner Auserwählten der glühende Rost eines Märtyrers gegen sein Polster ein angenehmer Ruhesitz dünkte, murmelte einige unverständliche Laute, und wünschte im Stillen seine Braut ins Pfefferland. Elisabeth wollte der peinlichen Szene ein Ende machen und fragte rasch:„Wann wird die Hochzeit stattfinden?" „Gewiß nicht vor nächstem Herbst. Vorläufig wollen wir die Poesie des Brautstandes eine Weile genießen; dann aber veranlaßte mich auch ein Brief meines Bruders, die Hochzeit noch etwas hinauszuschieben. Derselbe beabsichtigt nämlich, im Laufe dieses Sommers seine Vaterstadt zu besuchen und vielleicht auf längere Zeit hier zu bleiben. Natürlich werde ich seine Ankunft abwarten, ehe ich in den Stand der Ehe trete. Weißt Du was", rief sie lachend,„ich gebe ihn Dir als Kavalier bei unserer Trauung; er ist ein viel gereister Mann und wird Dich interessant zu unterhalten wissen.“ „Kennst Du Deinen Bruder?“ forschte Elisabeth. „Leider, nein!“ war die in einem leichten Ton geAntwort.„Doch nach seinen Briefen zu schließen, die freilich spärlich genug an mich gelangen, muß er ein geistvoller Mensch von enormem Wissen sein.“ Durch das Eintreten neuer Glückwünschenden ward das Thema abgebrochen, und Elisabeth benutzte die Störung als willkommenen Vorwand, um sich zu verabschieden. Paul, dem die stets wiederkehrenden Phrasen von Liebe und Glück, die er anzuhören gezwungen war, noch niemals so abgeschmackt vorgekommen, und dem seine Braut noch niemals so unausstehlich geschienen wie heute, verließ ebenfalls nach kurzer Zeit das stattlich Haus, um in wenig beneidenswerther Stimmung di Straße wieder zu betreten. Das Maß seiner Leiden war aber noch nicht voll. Mit geflügeltem Schritte kam Felix Hellberg au ihn zu, und indem er ihm mit leuchtendem Auge die Rechte entgegenstreckte, rief er fröhlich: „Wie ich von ganzew Herzen an Ihrem GlückAntheil nehme, brauche ich Ihnen nicht zu sagen, un auch nicht, wie aufrichtig ich Ihnen alle Seligkei wünsche, welche die Liebe zu geben vermag!“ „Ich danke Ihnen“, sagte Paul mürrisch. Das freundliche Entgegenkommen des jungen Kaufmanner setzte ihn etwas in Erstaunen, da er diesen stets mi fast feindseliger Kälte behandelt hatte. „Sie werden meinen Antheil an Ihrem günstiges Geschicke um so begreiflicher finden, wenn ich sage, wie nahe Ihre Verlobung auch mich berührt" sprach Hellberg lebhaft weiter.„Wenn Sie gestatten begleite ich Sie eine Strecke. Ich möchte mir Ihrer Rath in einer Angelegenheit erbitten, die mir schor lange auf dem Herzen liegt.“ „Ich stehe zu Diensten“, sagte Paul in einem Tone der wenig Ermuthigendes hatte. Doch Hellbergs ganze Seele war zu sehr vor einem Gedanken erfüllt, als daß er das kühle, zurückhaltende Benehmen Brankens beachtet hätte. Rascher athmend fuhr er nach einer kleinen Pause fort:„Ohn Umschweife will ich zur Sache kommen. Ich bewerbe mich um Ihre Kousine Elisabeth Römer.“ Paul zuckte zusammen und wechselte die Farbe Wenn er selbst auch das Glück an ihrer Seite verschmäht hatte, so war es ihm doch ein unerträglicher Gedanke, sie als die liebende Braut eines Andern zu wissen. (Fortsetzung folgt.) v. Wendt(Centrum): Die freihändlerische Wissenschaft habe vor der Praxis nicht bestehen können. Die Nothlage der Waldwirthschaft sei unbestreitbar. Die Holzzölle, wenn sie wirklich von den Konsumenten, also in letzter Linie von denen, die die aus dem Holz gefertigten Waaren verbrauchen, getragen werden müssen, würden kaum fühlbar sein. Er bittet, die Vorlage an eine Kommission von 21 Mitgliedern zu verweisen. Hierauf wird die Debatte vertagt.— Auf eine Anfrage des Abg. Rittinghaus erwidert der Präsident, daß er bis morgen auf amtliche Mittheilung über die Verhaftung des Abg. v. Vollmar warten und dann event. weitere Maßregeln treffen werde.— Nächste Sitzung Mittwoch 11 Uhr. Tagesordnung: Kleinere Vorlagen und Fortsetzung der soeben vertagten Debatte. Schluß 5 Uhr. Deutsches Reich. * Berlin, 4. April. Ob sich für die Vorlage über Erhöhung der Holzzölle eine Mehrheit im Reichstag finden wird, ist mit Sicherheit augenblicklich noch nicht voraus zusehen. Es wird davon abhängen, ob das Centrum mit seinen Annexen geschlossen für die Vorlage eintritt, und auch in diesem Fall wird die Entscheidung bei wenigen Stimmen und allerlei Zufälligkeiten ruhen, die ebense wohl für als gegen den vorgeschlagenen Zoll eine Mehrheit herbeiführen können. Daß die Zollerhöhung sehr ungenügend begründet ist, wird von Allen zugestanden, die nicht blindlings jedem Vorschlag der Regierung oder jedem Schutzzoll zuzustimmen pflegen. Es werden sich auch unter den Gegnern der Vorlage manche befinden, die sonst auf dem Boden der neueren Zollpolitik stehen und Angriffe gegen wesentliche Bestandtheile des Zolltarifs von 1879 nicht unterstützen würden. Sollte, was wir für wahrscheinlich halten, die Vorlage abgelehnt werden, so wäre damit eine freihändlerische Mehrheit im Reichstag nicht konstatirt, wohl aber eine solche, welche weiteren Verschärfungen des herrschenden Zollsystems ohne die zwingendsten Gründe zuzustimmen nicht geneigt ist. In der Ablehnung der Vorlage würde für die Regierung die dringendste Mahnung liegen, ihrerseits die„ehrliche Probe“ besser einzuhalten, als es in den letzten Jahren geschehen ist. Wenn die Zollfrage immer fortfährt, ihren aufregenden und verwirrenden Einfluß auf unser ganzes politisches Leben zu äußern und die Gesundung unserer Parteiverhältnisse zu verhindern, so trägt daran die Regierung einen großen Theil der Schuld, indem sie Jahr für Jahr zweifelhafte und schlechtbegründete Nachträge zu dem Zolltarif liefert, statt sich mit dem Erreichten zu begnügen und die Gemüther sich mit den einmal bestehenden Thatsachen aussöhnen zu lassen. Die Beruhigung über den Zolltarif von 1879, dem ja auch ehrliche Gegner nach verschiedenen Seiten eine wohlthätige Wirkung nicht mehr absprechen, würde ohne Zweifel viel weiter vorgeschritten und damit der neue Zolltarif gegen Anfechtungen fester begründet sein, wenn die Regierung nicht jedem Ruf vereinzelter Interessenten sofort Folge leisten und ihrerseits das Beispiel geben würde, fortwährend an den Zollsätzen zu rütteln. Gerade die Freunde der Zollreform von 1879 hätten alle Veranlassung, Ruhe zu halten. *— Die„N. Ev..=Ztg.“ schreibt:„Wie von verschiedenen Seiten gemeldet wird, hat Jerusalem aufgehört, der Sitz eines evangelischen Bischofs zu sein. Die Krone Preußens habe der englischen Regierung den das Bisthum betreffenden Vertrag von 1845 gekündigt. Die Zeiten seien vorbei, da ein deutscher Geistlicher sich bereit finde, um des Bischofshutes willen seine evangelische Ordination für ungültig zu erklären und die fünf englischen Weihen durchzumachen. Die evangelische Mission im Morgenlande werde keinen Schaden erleiden. Die deutschen Gemeinden und Anstalten würden in Zukunft von einem in Jerusalem stationirten preußischen Superintendenten überwacht werden. Die englischen Geistlichen würden unter den Bischof von Malta gestellt werden.“ *— Der Hofprediger Frommel hat sich eine schwere Verletzung zugezogen. Ueber den thatsächlichen Hergang erfährt die„Nat.=Ztg.“ Folgendes: Frommel sah an dem Abend des zweiten Feiertages Gäste bei sich. Auf Wunsch der Letzteren führte Frommel dieselben in sein mit feinem künstlerischen Geschmack eingerichtetes Studirzimmer. Hierbei verwickelten sich seine Füße in einen lose daliegenden Teppich; Frommel fiel und so unglücklich, daß er mit der Stirn gegen die Kante eines Kachelosens schlug. Die Bestürzung des ersten Augenblicks war unbeschreiblich; der herbeigerufene Arzt konstatirte eine über die ganze Höhe der Stirn sich erstreckende weit klaffende Wunde, welche alsbald zugenäht wurde. Die durch den Fall herbeigeführte Erschütterung und der starke Blutverlust durch Verletzung größerer Gefäße ließen zuerst ein längeres Krankenlager befürchten, nach wenigen Tagen hatte sich Frommel jedoch so weit erholt, daß er demnächst das Bett wieder wird verlassen können. Die Theilnahme an dem Unfalle ist eine allgemeine. Der Kaiser sandte, sobald er von dem Unfalle Kenntniß erhalten hatte, seinen Leibarzt Professor Leuthold und hat sich wiederholt durch den Letzteren Bericht erstatten lassen. Der Großherzog von Baden beehrte den Patienten am Freitag mit einem längeren Besuche. *— Aus München wird der„Köln. Zig.“ geschrieben: Wer sich noch erinnert, mit welcher allgemeinen Zustimmung und zwar ohne Rücksicht auf politische Parteistellung und kirchliches Bekenntniß, die obligatorischen Innungen in Baiern, wo sie allerdings auch die schlimmsten Früchte gezeitigt hatten, zu Grabe getragen worden sind, findet es sehr schwer begreiflich, daß ein immerhin ansehnlicher Theil unserer Handwerksmeister gerade durch dieses Heilmittel die Schäden der Gegenwart beseitigen zu können glaubt. Es ist wiederholt darauf aufmerksam gemacht worden, daß in manchen andern Beziehungen die bairische Reform im Gewerbewesen sich vorsichtiger als die norddeutsche bewegt hat und einzelne Aenderungen der Letzteren aus neuester Zeit eine Rückkehr zu den in Baiern seiner Zeit festgehaltenen Gesichtspunkten zeigen(z. B. bezüglich der Wirthschaftskonzessionen). Aber wenn es eine veraltete und in ihren Hauptzügen mit dem neuen Verkehrsleben durchaus unvereinbare Einrichtung gab, deren Verwerflichkeit sowohl die bairischen als außerbairischen Erfahrungen bestätigen, so schienen dies die Zwangsinnungen zu sein. Nichtsdestoweniger wird sich hier in den letzten Tagen auf dem einberufenen bairischen Handwerkertage ein lebhafter Kampf zu ihren Gunften entspinnen, und es wird von dem Verhältniß der Betheiligung aus den verschiedenen Provinzen des Landes abhängen, ob die Seite der Gegner oder Freunde den Sieg davonträgt. Glücklicher Weise hält in diesem Punkte die Reichsregierung noch an dem richtigen Grundsatze fest. Es ist aber gar nicht zu leugnen, daß die bloße Popularitätshascherei und Stimmenwerbung in breiten Schichten der Bevölkerung mit dem Rufe nach Zwangsinnungen Geschäfte machen kann. In der Medizin wird über das Zunehmen der Pfuscherei geklagt und soeben hat noch hier ein Prozeß in das Getriebe solcher Quacksalber mit hohen Namen und gesellschaftlicher Stellung einen tiefen Einblick gestattet. Viel schlimmer wirken aber falsche volkswirthschaftliche Universalmedizinen, wie die obligatorische Innung, weil sie den Leuten das Selbstvertrauen rauben und die Irrlehre predigen, als könnten die allgemeinen Bedingungen der heutigen Produktion durch solche Zwirnfäden radikal verändert werden. Daneben haben solche untaugliche Mittel noch den großen Nachtheil, daß sie wirklicher Abhülfe den Weg sperren, der allerdings nur mit Hülfe eigener Anstrengungen und auf dem festen Boden der gegenwärtigen Zustände gegangen werden kann. Gewiß sind die Grundsätze des völlig freien, von allen staatlichen und korporativen Schranken entledigten Erwerbslebens da und dort ohne die dazu gehörigen Vorbedingungen und Ergänzungen geblieben, und die Reichsgesetzgebung der letzten Jahre hat bereitwillig für diese Lücke die bessernde Hand dargeboten; aber abgesehen davon, daß die heutigen Leistungen des deutschen Handwerks der Zeit, aus der sie hervorgegangen sind, das rühmlichste Zeugniß geben, verglichen mit seiner Verkrüppelung und Verkümmerung in den letzten Jahrzehnten des Zunftzwangs, ist ein Hinarbeiten auf materielle Herbeiführung des letztern in unsern Tagen ein völlig hoffnungsloses Bemühen. Der Gesetzesbuchstabe, welcher den Zunftzwang wieder einführte, würde an der Macht der wirthschaftlichen Thatsachen zerschellen. Dieser Trost genügt aber nicht, wenn man so viele wohlmeinende, aber kurzsichtige Handwerker dem Irrlicht nachlaufen und dafür die richtigen Wege der Abhülfe, wo eigene Kraft und gesetzgeberische Ergänzung zusammenwirken müssen, verfehlen sieht. Aus diesem Grunde wäre es höchst erwünscht, wenn auch der baierische Handwerkertag das Gewicht seines Ansehens wenigstens gegen diesen äußersten Ausläufer der wirthschaftlichen Kontrerevolution zur Geltung brächte. * Elberfeld, 1. April. Mit dem gestrigen Tage hat Herr Ernst Scherenberg die Redaktion der„Elberf. Ztg. niedergelegt, nachdem er derselben 12½ Jahre vorgestanden hat. Sein Nachfolger ist der bisherige Redakteur eines Münchener Blattes Dr. Cajus Möller geworden. * Düsseldorf, 3. April. In ähnlicher Weise wie die Regierung zu Arnsberg geht auch die königliche Regierung zu Düsseldorf gegen die Landstreicher vor. Dieselbe hat auf Antrag des Vorstandes der Rheinisch=Westfälischen Gefängnißgesellschaft sämmtliche Polizeibehörden ihres Bezirks wiederholt angewiesen, die Ueberwachung der Bettler= und Landstreicherherbergen auf das schärfste zu handhaben und mit allen gesetzlichen Mitteln auf die Unschädlichmachung, bezw. Unterdrückung derselben hinzuwirken. Diese Maßregel erscheint im Hinblick auf die seitens der königlichen Regierung empfohlene Einrichtung von Naturalverpflegungsstationen und Arbeitsnachweisungsbureaus von besonderer Bedeutung. Die königliche Regierung wünscht auch seitens der Landräthe und Oberbürgermeister bis zum 1. Juli d. J. ein genaues Berzeichniß der unter die Kategorie der Bettlerund Landstreicherherbergen fallenden Wirthschaften zu erhalten.„„„„(Westf. Ztg.) * Bremen, 2. uprtt. Die allgemeine deutsche Lehrerversammlung wird in den Tagen vom 15. bis 17. Mai in Bremen tagen. Während der Versammlung wird in den Räumen der Hauptschule eine Ausstellung von Lehrmitteln veranstaltet. Die Ausstellung besteht aus 12 Hauptabtheilungen: I. Literatur aus den Jahren 1876— 83; II. Naturgeschichte(Zoologie, Botanik, Mineralogie und Geologie, Mikroskopie); III. Physik; IV. Chemie; V. Technologie; VI. Geographie; VII. Geschichte; VIII. Religion; IX. Elementarunterricht; X. Zeichnen; XI. Mathematik; XII. Gesammtausstellungen von Schulen und Vereinen. Schluß der Anmeldungen am 16. April.(O. Ztg.) * Hamburg, 1. April. Eine großartige Kundgebung des protestantischen Geistes von Hamburg war die öffentliche Versammlung, welche am Freitag Abend im großen Saale des Denkerschen Gesellschaftshauses stattfand und in der Pastor Hanne über das Verhältniß von Staat und Kirche sprach. Längst vor der festgesetzten Anfangszeit füllten den großen Versammlungssaal Tausende von Menschen, Männer und Frauen aus allen Kreisen der Gesellschaft; Hunderte, die keinen Raum mehr im Saale fanden, sammelten sich in den Nebensälen und auf den Treppen an und Hunderte und aber Hunderte blieben auf der Straße oder mußten wieder abziehen, ohne Einlaß zu gewinnen. Man fühlte: der protestantische Geist ist erwacht. Pastor Dr. Hanne ward mit lebhaftem Beifall empfangen. Derselbe ging in seinem Vortrage nicht auf einzelne Fragen ein, sondern begnügte sich damir, in großen Zügen darzustellen, wie nach seiner Auffassung die Kirche nicht den Staat, der Staat nicht die„Kirche", das ist die Religion, entbehren könne. Er verweilte in seinen Ausführungen bei der Aufgabe der christlichen Religion, welche von ihrem Stifter klar genug gekennzeichnet wurde in der Aufforderurg an die Menschheit, nach Vollkommenheit zu streben. Besonderen Beifall fand der Hinweis des Redners:„Um den Kern der Religion ist es uns zu thun, nicht um die Schale. Der Ballast ist und kann nimmermehr die Hauptsache sein!: Die Vertreter der Kirche, anstatt über leere Glaubenssatzungen nachzubrüten und über jeden Formelkram herumzuspintisiren, sollten vielmehr alles Gute und Heilige in der Menschenbrust pflegen, vor allen Dingen aber dabei sich fernhalten von jeder selbstsüchtigen Herrschaft. Die protestantische Kirche soll eine Kirche sein aus den Gemeinden, von den Gemeinden und für die Gemeinde, keine Priesterkirche. In der That hat es ja auch in den Anfangs=Jahrhunderten des Christenthums keine andere als eine Gemeinden=, eine Laienkirche gegeben. Erst nach und nach haben die Priester es verstanden, sich über die übrigen Mitglieder der Gesellschaft hinaufzuschwingen und so allmählich ein priesterliches Götzenthum zu etabliren, und lange schon sehen gorthodoxen lutherische Geistliche neidisch auf die bevorzugte, abgesonderte Stellung hoher ultramontaner Priester und möchten auch gar zu gern als„Gemeind.= Götzen die kirchlichen Schafe weiden. Der Streit zwischen Staat und Kirche wird schwinden, erklärt Dr. Hanne unter dem lauten Beifall der Versammlung, wenn die Kirche als„Pflegerin alles Guten und Heiligen in der Menschenbrust“ innerhalb ihrer Grenzen bleibt und sich nicht beikommen läßt, dieselben zu überschreiten. Nachdem Pastor Hanne sich entfernt hatte, fand noch eine zwanglose Besprechung statt, in welcher der dargebotene Stoff vielfach diskutirt wurde. Schließlich wurde mit großer Majorität folgende Resolution angenommen: „Die Versammlung begrüßt mit entschiedener Anerkennung. das öffentliche Auftreten des Pastors Dr. Hanne und erwartet, daß andere Vertreter des Protestantenvereins diesem Beispiel Folge leisten werden. Sie verurtheilt ebenso entschieden das Verfahren der orthodoxen Geistlichkeit, welche die Lehrfreiheit auf religiösem Gebiet zu beschränken bestrebt ist.“ * Kiel, 3. April. Wie die„Kieler Zeitung“ meldet, wurden die Reichstagsabgeordneten von Vollmar und Frohme, gestern resp. heute, von Kopenhagen kommend, hier verhaftet, heute indessen wieder freigelassen. Sachsen. * Leipzig, 2. April. Am Freitag, den 6. Aprik kommt, wie die„Vossische Ztg.“ berichtet, vor dem zweiten Strafsenat des Reichsgerichts die Untersuchung wider den Reichstags=Abgeordneten Professor Dr. Mommsen wegen Beleidigung des Reichskanzlers zum zweiten Male zur öffentlichen Verhandlung. Bei der ersten Verhandlung vor dem Reichsgericht am 3. November v. J. war das den Dr. Mommsen freisprechende Urtheil des Landgerichts II. zu Berlin aufgehoben worden und die Sache wurde zur anderweiten Verhandlung dem Landgericht l. zu Berlin übertragen. Das von diesem Gericht am 9. Januar d. J. ergangene, den Professor Dr. Mommsen ebenfalls freisprechende Urtheil bildet in Folge der von der Staatsanwaltschaft eingelegten Revision den Gegenstand der bevorstehenden reichsgerichtlichen Verhandlung. Vertheidiger ist der Justizrath Dr. Braun. Belgien. * Brüssel, 1. April. Eine Deputation von Offlzieren des 2. Hannoverschen Dragonerregiments Nr. 16, bei ihr auch der Regimentskommandeur, ist hierher gekommen, um den Grafen von Flandern aus Anlaß seiner gelegentlich der Silberhochzeit des deutschen Kronprinzenpaares stattgehabten Ernennung zum Chef des Regiments zu begrüßen. Die Deputation wardglänzend aufgenommen und man bietet alles auf, ihr den Aufenthalt lehrreich und genußreich zu machen. Frankreich. * Paris, 2. April. Rochefort's Intranfigeant meldet, daß sich dieser Tage 70 deutsche Sozialdemokraten in Kopenhagen zu einem geheimen Kongreß vereinigt und eine Resolution gegen die staatssozialistische Politik des Reichskanzlers gefaßt hätten. Jatransigeant will in der Lage sein, nächstens einen detaillirten Bericht über diesen Kongreß zu geben. * Marseille, 3. April. Nach einem Telegramm aus Nizza wurden bei einem in der Kirche während des Gottesdienstes ausgebrochenen Feuers 20 Personen, verwundet, darunter mehrere tödtlich; eine Person kam bei dem Unfall ums Leben. Britisches Reich. * Dublin, 4. April. Die Untersuchung gegen die jüngst in Cork verhafteten Irländer wird geheim geführt. Man hält dieselben für Agenten des irischen Dynamitbundes, der zu den amerikanischen Dynamitverschwörern in Beziehung steht. dem Fürstenthum Lippe und Umgegend. * Detmold, 5. April. Der heute Morgen im Schlosse ausgelegte ärztliche Bericht lautet: Leider sind gestern Nachmittag aufs Neue vermehrte Athembeschwerden eingetreten, durch welche Hoheit die Fürstin sehr zu leiden haben, und welche aufs Neue Besorgnisse hervorrufen. Dr. Eschenburg, Geh. Hofratb. * Detmold, 5. April. Se. Durchlaucht der Georg von Schwarzburg=Rudolstadt ist, von Hannover kommend, gestern Nachmittag mit Gefolge und Diener= schaft hier eingetroffen und im Palais Ihrer Durchlaucht der Fürstin Elisabeth abgestiegen. * Detmold, 4. April. Das„Militär=Wochenblatt“ meldet: Krönig, Sekondelieutenant im 3. Rhein. Infanterieregiment Nr. 29 in das 6. Westf. Infanterieregiment Nr. 55 versetzt. * Detmold, 5. April.(Die Strafkammer) wird sich am Freitag, den 6. d.., Morgens 9 Uhr anfangend, mit folgenden Sachen zu befassen haben: 1) Müllergesell W. Vette aus Selbeck wegen zwei Diebstähle im Rückfalle und eines Diebstahlsversuchs mittelst Einbruchs; 2) Fabrikarbeiter Wilhelm Rehse aus Salzuflen wegen fahrlässiger Tödtung; 3) Zimmermann Fritz Kehne zu Stap lage wegen Betrugs(Berufung). Am Sonnabend, den 7. d.., um 11 Uhr besinnend kommen zwei Berufungen zur Verhandlung und zwar 1) gegen die Ehefrau des Kommerzianten Abenhaus m. Krumsiek zu Pivitsheide wegen Gewerbesteuer=Kontravention und 2) gegen den Kolon Friedrich Seise Nr. 10 zu Kohlstädt wegen Uebertretung des§ 3692 Str.=.=B. * Detmold, 4. April. Auf den preußischen Staatsbahnen ist für die Beförderung skrophulöser Kinder der ärmeren Volksklassen, so wie deren Begleiter nach und von den Heilanstalten in Bad Elmen, Frankenhausen, Harzburg, Kreuznach, Lüneburg, Nauheim, Oeynhausen, Rothenfelde, Salzuflen, Sassendorf, Soden=Allendorf, Wiesbaden, Kolberg, Heringsdorf, Norderney und Salzedelfurth vom 1. Mai bis 15. Oktober d. J. eine Fahrpreisermäßigung gewährt worden. Die Kinder und je ein Begleiter werden auf ein Militärbillet dritter Klasse befördert, wenn ein Aufnahmeschein in eine der Anstalten und ein ortspolizeilich beglaubigtes Armenattest deponirt werden kann. * Bielefeld, 2. April.(Geschäftsjubiläum.) Die renommirte Firma Bertelsmann& Niemann hierselbst feierte am 31. März das Jubiläum ihres 25jährigen Bestehens und damit, laut der„Westf. Ztg., auch das 25jährige Bestehen der Plüschweberei in unserer Gegend. Unter den 600 eingeladenen Arbeitern und Weberinnen Säenzen, sich mehrere, die bei der Begründung des eschagtr eingetreten und ununterbrochen für die Firma dem a gewesen waren. Das Arbeiterfest wurde von ösrnat.41 Sherrn Bertelsmann mit einer Ansprache erJohar( dem vortrefflichen, von der Wirthin des .at isberges bereiteten Abendessen vorausging. Das trächtigen scönsten Ordnung und hat die einkahrirs„ Beziehungen zwischen Arbeitnehmern und Jurrnbesitzern gewiß gefördert. “ Arolsen, 1. April. Der Landesdirektor Herr 9. Puttkamer erläßt ein Ausschreiben an die Landtagsabgeordneten der Fürstenthümer Waldeck und Pyrmopt, wonach dieselben zu einer außerordentlichen Landtagssitzung auf Sonntag den 8. April Mittags 12 Uhr nach Arolsen einberufen werden.— Der Erbprinz Friedrich von Waldeck=Pyrmont weilt augenblicklich nach seinem Abgange vom Kasseler Gymnasium in der Residenz. Nach der„Hess. Morgenztg.“ wird derselbe in den nächsten Tagen eine Reise nach Amsterdam und London unternehmen, um dortselbst seinen verheiratheten Schwestern, der Königin von Holland und der Herzogin von Albany, einen Besuch zu machen. Von dort wird der Prinz zunächst nach hier zurückkehren. Vermischtes. Von der Mosel, 30. März. Die zweite Serie der dieslährigen Weinversteigerungen in Trier wird die feinsten 81er Kreszenzen von Mosel und Saar auf den Weinmarkt bringen. ältern seinern Weinen wird dieselbe, namentlich vom 9. bis April einschl., hervorragende Sachen zum Ausgebot bringen, und zwar aus den namhaftesten Weinlagen von der Mosel und . Hoffentlich wird diese Serie belebender auf den Weinhander als die erste einwirken, damit auch für den mittlern wie kleinern Winzer Absatzquellen sich eröffnen, um mit seinen Beständen aufräumen zu können. Die Ruhe im Weingeschäft wird manchem Winzer, welcher sicher gehofft, nach dem ersten Abstich seine letztjährige Kreszenz verkaufen zu können, sehr empfindlich. „.Verhältnisse drängen ihn aus einer Verlegenheit in die weectr, sooaß er schließlich sich veranlaßt sieht, Schulden machen “ mussen. Was das bei unserer vertrauenslosen Zeit sagen ist leicht zu begreifen, da wir trotz verschärfter gesetzlicher ähmen gegen das Wucherthum in einer Zeit, namentlich *“ der Mosel, leben, welche dem Wucherer schaarenweise seine in die Arme führt! Die Herbstergebnisse sind schon seit sehr traurige; die geringen Erträge bleiben ungefragt nicht' die Weinberge müssen aber unterhalten werden, was Ausgaben bedingt; die Kartoffeln, das„Brod des zur Gag"“ sind mißrathen; dieselben müssen für den Tisch wie keine#: zu theurem Preise gekauft werden. Run sind noch werden: bezahlt, welche statt geringer noch immer größer seinen g. Wie soll da der ohne Reservefonds dastehende Winzer ohne:bindlichkeiten und Verpflichtungen nachkommen können, sremde Hülfe in Anspruch zu nehmen.(Kobl. Ztg.) **„* Franzns2“ neneste Gewehr und sein Erfinder. Dem i##schen Kriegsministerium ist ein neues Gewehr an prüfung vorgelegt worden, welches eine Fach#ität, der General Frebault, unter seine Protektion ##nommen hat. Die neue Waffe führt den Namen „Mitrailleusen=Gewehr“ und soll den Mann in den Stand setzen, dreißig Schüsse in der Minute ab zufeuern. Wer aber ist der Erfinder der interessanten Waffe, die, wenn Alles klappt, dreißig Menschen in der Minute das Lebenslicht ausblasen könnte? Ein Soldat ist's nicht, der sie erfunden hat, sondern— ein Geistlicher. Literarisches. lebe der Frühling! Der Winter muß den kräftigen Strahlen der Sonne weichen, linde Lüfte locken Blatt um Blatt hervor und Alt wie Jung rüstet sich, den langersehnten Frühling zu empfangen. Frisches Leben und fröhliches Weben waltet in der Natur und von all dem Lärmen erwacht auch die Göttin „Mode“ aus ihrem Winterschlaf. Staunend sieht sie die Schöpfungen ihrer fleißigen Heinzelmännchen, die ihren Träumen entstammenden duftig schimmernden und farbenprächtigen Stoffe, Bänder und Blumen! Groß ist die Fülle, sie reicht aus für eine ganze Welt! Und ohne langes Zaudern beginnt die launenhafte und dabei allmächtige Fee ihren Siegeslauf, vor ihr her eilen die Herolde der Mode, die Modezeitungen, Blumen streuend und das Lob der Gewaltigen verkündend. Noch sehen wir sie nicht, aber sie kommen sicherlich. Ist doch schon das tonangebende und deshalb weit verbreitetste Modenjournal für Damenputz(Berlin SW. 4 Enckeplatz) erschienen, welches die thatsächlich besten und chicvollsten Modekupfer und Hutbilder, vortreffliche Holzschnittvorlagen und Berichte bringt und deshalb auch, alle derartigen französischen Journale überflügelnd, für große und kleine Putzgeschäfte geradezu als unentbehrlich sich erweist. Noch einige Tage— dann folgen Bazar, Modenwelt und wie sie alle heißen mögen, die glänzenden Herolde der Mode, die mit wehenden Bannern dem einziehenden Frühling Honneurs erweisen. Es lebe der Frühling, der dann wirklich eingekehrt ist! Marktberichte. * Berlin, 4. April. Weizen fest, der April=Mai 188,—, Septbr.=Oktbr. 193,— M. Gek. 36 000 Ztr. Roggen fest, per April=Mai 137,75, Sept.=Okt. 143,75 M. Gek. 97000 Ztr. Hafer ruhig, per April=Mai 122,—, Juni Juli 126,— M. Gek. 11000 Ztr. Rüböl fester, loko mit Faß 80,30, ohne Faß 80,—, per April=Mai 80,50, Sept.=Okt. 64,20 N. Gek. 4300 Ztr. Spiaitus fest, loko 52,60, per April=Mai 53,—, Aug.=Sept. 55,10, Sept.=Okt. 53,90 M. Gek. 970000 I. Petroleum matter, loks 24.20, per April 23,90, per Sept.=Okt. 25,10 M. Gek. — Ztr. * Köln, 2. April. Weizen hiefiger loco 19,50, fremder loco 20,25, per Mai 19,70, per Juli 19,95, per Nov. 20,30. Roggen loco 14.59, per Mai 14,30, per Juli 14,55, per Nov. 14,80. Hafer loco—.—. Rüböl loco 41,10, per Mai 41,—, per Oktbr. 33.—. * Neuß, 4. April. Weizen à 100 Kilo erster Qualität 20,—, zweiter Qualität 18,—. Landroggen 100 Kilo 1. Qualität 14,—, 2 Qualität 12,—. Wintergerste 14,—. Haser dr. 100 Kilo 1350. Kartoffeln.50. Heu à 50 Kilo.—. Roggenstroh à 600 Kilo 21.— M. Rüböl per 100 Kilo in Partien von 100 Ztr. M. 81,—, Rüböl per 100 Kilo faßweise 82.50. Gereinigtes Oel per 100 Kilo 4 M. höher als Rüböl. Preßkuchen per 1000 Kilo M. 127,—. Weizenvorschuß 00 per 100 Kilo 30,—. Kleien per 50 Kilo 5,20. * Bremen, 4. April. Petroleum fest, loco 7,70, per Mai 7,85, Juni.—, Juli.10, Aug.=Dez. 8,45. Schmalz Marke Wilcox loco 57, per April=Mai 56¼. Speck, halb short, halb long loco 53½, per April=Mai=Abladung per Steamer 53½. * Antwerpen, 4. April. Petroleum ruhig. disp. 19¼ per per April 19¼, per Mai 19½, per Juni 19¾, per Juli 20, Septbr.=Dezbr. 21 fr. Kaffee fest, Verkäufe 1000 B Rio good seconds zu[21½ c, 453 B Rio ord. first zu 22½2 c Santos fully good averagezu 27½ c Amtl. Bekanntmachungen des Amtsblattes Nr. 27. Nr. 9 der Gesetzsammlung für das Fürstenthum Lippe enthält: Nr. 12. Abänderungen der Postordnung vom 8. März 1879. Vom 12. März 1883. Detmold. Der Staatsanwalt macht bekannt, daß in der Nacht vom 24./25. März beim Landwirth Sültemeier zu Oerlinghausen verschiedene Garderobegegenstände gestohlen sind: ferner ladet er den militairpflichtigen Carl Adolf Liebers, welcher ohne Erlaubniß das Bundesgebiet verlassen, auf Freitag, den 1. Juni, Vormittags 9 Uhr vor die Strafkammer, und erläßt hinter den Wirth Fritz Kemper aus Lage und dessen Ehefrau Sophie, geb. König, gegen welche wegen Kuppelei ein vollstreckbares Urtheil von 1 Jahr 3 Monaten bez. 9 Monat Gefängniß vollzogen werden soll, einen Steckbrief. Nach Amerika wollen auswandern: Kolon Friedrich Entmeier Nr. 55 in Kalldorf mit Frau und Kind, Wittwe Leibzüchterin Entmeier auf Nr. 55 daselbst, Ziegler Heinrich Entmeier daselbst, Ziegler August Entmeier das. mit seiner Frau, Karoline Entmeier daselbst, 20 Jahre alt, mit ihrem 6 Monate alten Kinde, Kolon Karl Kampfranz Nr. 35 daselbst mit seiner Frau und zwei Kindern, Einlieger Heinrich Heilemeier auf Nr. 40 daselbst mit seiner Frau und seinen beiden Kindern, Tischler Wilhelm Wiebesiek in Westorf, 24 Jahre alt, Schuhmacher Friedrich Wilhelm(nennt sich Hermann) Bollhöfer in Kalldorf, 23 Jahre alt, Ziegler Heinrich Steffensmeier auf Nr. 22 in Kalldorf, 17 Jahre alt, Knecht August Stafforst ebendaselbst, gleichfalls 17 Jahre alt, sowie der Zimmergesell Heinrich Pohl zu Salzuflen. Detmold. Amtsgericht I. Beantragtermaßen soll die Stätte Erfkamp Nr. 88 zu Augustdorf Donnerstag, den 12. April, Morgens 10 Uhr in der Gerichtsstube meistbietend verkauft werden und müssen Ansprüche auf Befriedigung aus dem Kaufgelde oder dingliche Rechte bei Meidung des Ausschlusses spätestens in diesem Termine geltend gemacht werden. Zum Verkauf der Stätte Niebuhr Nr. 95 zu Pivitsheide ist nochmaliger Termin auf Donnerstag, den 12. April, Morgens 11¼ Uhr, auf der Gerichtsstube anberaumt, in welchem der Zuschlag auf das höchste Gebet ertheilt werden soll. Ueber die zum Zwangsverkaufe des Kolonats Möllemeier r. 4 in Hedderhagen nicht angemeldeten Ansprüche ist der angesröhte Ausschluß erkannt worden. Detmold. Amtsgericht II. Der dem Soznhanse A. 187 mit amp;örise Grundbesits, bestchend aus den Felde Rev. vn Nr. 96 eus nebs den im Rödlinghauser 10. Mai Morgens 11 Uhr auf.s den „„" 14 uhr auf Zimmer Nr. 1 des Gerichtsgebäudes zwangsweise meistbietend verkauft werden und müssen etwaige Ansprüche spätestens in diesem Termine geltend gemacht auf der Gerichtscheiberei ans. Das Konkursverfahren über das Vermögen des Kaufmanns C. ird. Meyer& Co. hierselbst, sowie über das des Cigarrenhändlers Albert Bornemann, früher hier, jetzt in Horn, ist nach Abhaltung des Schlußtermins aufgehoben und die Firma Carl Ed. Meyer& Co. erloschen. Die früher auf den Erwerb beschränkte Gütergemeinschaft zwischen dem Kaufmann C. Ed. Meyer und dessen Frau, Johanne, geb. Zeidler ist jetzt gänzlich ausgeschlossen. Neue Firma: C. Eduard Meyer, Detmold, Meiersfelderstraße; Besitzerin Johanne Meyer, geb. Zeidler; Prok.: Ehemann der Inhaberin Carl Eduard Meyer. Lage. Amtsgericht. Am Mittwoch den 9. Mai, Morgens 10 Uhr soll die Stätte des Schneiders Fr. Kölling Nr. 326 zu Lage auf dortiger Gerichtsstube zwangsweise meistbietend verkauft werden und müssen etwaige Ansprüche spätestens 8 Tage vor dem Termine geltend gemacht werden. Bedingungen und Taxe können auf der Gerichtsschreiberei eingesehen oder gegen Gebühr abschriftlich bezogen werden. Horn. Amtsgericht. Konkurs Tofall zu Schlangen ist nach abgelegter Schlußrechnung aufgehoben. Berlin. Das Reichspostamt macht wiederholt auf eine sorgfältigere Verpackung der zur Versendung unter Kreuzband nach dem Auslande bestimmten Drucksachen aufmerksam. Detmold. Das Königl. Bezirkskommando veröffentlicht wiederholt die diesjährigen Frühjahrs=Kontrolversammlungen im Bezirke des 1. Bataillons(Detmold) 6. Westf. Landw.=Reg. Nr. 55.(Vergl. im Inseratentheile unseres Blattes vom 14. März.) Das„Leipz. Tagebl.“ bez.„Südd. Presse“ bringt einen längeren Artikel unter„Geschäftsverkehr“, dem wir in Kürzerem Folgendes entnehmen: „Die so oft wechselnde Mode in der Damenkleidung, in Möbelbezügen 2c. verursacht denen nicht unbedeutende Ausgaben, die ohne weiteres den Modelaunen durch Neuanschaffungen, folgen wollen. Wer dies nicht mag oder kann und auch getragene oder sonst benutzte, noch gute Stoffe aufs Neue verwenden will, den machen wir auf die gediegenen Leistungen der Thüringer Kunstfärberei und chemischen Reinigung in Königsee aufmerksam(vertreten durch Auguste Hellmund in Detmold), welche Anstalt bei der angewandten Sorgfalt und dem Verständniß in der Behandlung der verschiedensten Gegenstände durch reine und moderne Farben und durch solide Appretur, die ihr anvertrauten Stoffe so herzustellen versteht, daß sie die mehrmalige Benutzung wirklich gestatten, und dadurch das wirthschaftlich so wichtige Umfärben und Reinigen immer mehr wieder in Aufnahme bringt.“ Neueste Nachrichten. * Berlin, 4. April. Das National=Theater ist vollständig niedergebrannt. Menschenleben sind nicht zu beklagen, auch ist Niemand verletzt. Das Feuer scheint auf dem Schnürboden entstanden zu sein. Es ist nur wenig von dem Theatermobiliar und der Garderobe gerettet worden. Als am Vormittag die Probe gegen ½12 Uhr endete, wurde noch nicht das geringste Verdächtige wahrgenommen. Kaum eine halbe Stunde später merkten einige im Parterreraume der Restauration zurückgebliebene Theatermitglieder einen brandigen Geruch und fanden beim Oeffnen den inneren Raum des Theaters von dickem Qualm angefüllt. Wenige Minuten später bildete das ganze Theater ein einziges Flammenmeer. In kaum anderthalb Stunden war das Innere des Theaters vollständig ausgebrannt. Zahlreiche Feuerwehr mit drei Dampfspritzen war zeitig auf der Stelle, mußte aber bei der ungemein raschen Verbreitung des Feuers ihre Thätigkeit auf den Schutz der Nebenhäuser und die Dämpfung der Flammen beschränken. * Baden=Baden, 4. April. Die Kaiserin von Oesterreich ist mit der Erzherzogin Valerie heute früh mittelst Extrazuges hier eingetroffen und im Hotel „Europäischer Hof“ abgestiegen. Da die Kaiserin im strengsten Inkognito reist, so fand kein offizieller Empfang statt. Meteorologische Besbachtungen der Deutschen Seewarte in Hamburg som 4 April, Morgens 8 Uhr. Baro-[Therme— StAn mster. Celdns. Wind und Wetter. Aberdsen Kopenhagen Steckhelm Haparanda Petersburg Moskau Hamburg Memel Paris Münster Karlsruhe Wiesbaden München Chemnitz Berlin Wien Breslau 764+ 9/ SSW., schwach, heiter. 764(+ 3NNO., mässig, bedeckt. 765— 2N., mässig, bedeckt. 768 0 NO., leicht, wolkenlos. 763— 3., bedeckt. 766 761 769 767 768 767 768 767 760+ 6 764+4 + 4/WNW., mässig, Nebel. + 1., schwach, wolkig. + 90., bedeckt. + 8 /NW., bedeckt. + 8 WSN., schwach, wolkig. " 9., leicht, heiter. Tau. SW., schwach, wolkig. SW., bedeckt. ., bedeckt. + + 5 ., heiter. London: milde. Der Luftdruck ist über Europa ziemlich gleichmässig vertheilt und es wehen daher fast allenthalben nur schwache Winde. Ueber Centraleuropa ist das Wetter im Norden trübe, stark nebelig, im Süden dagegen vielfach heiter. Nennenswerthe Niederschläge werden nicht gemeldet. Im mittleren, meist auch im südlichen Deutschland. ist die Temperatur erheblich gestiegen, sodass dieselbe durchschnittlich die normale wieder erreicht hat. Meteorologische Beobachtungen in Detmold, Sonnen=Aufgang 5 U. 28., Untergang 6 U. 39 M. Mondes=Aufgang 4° Mrgs., Untergang 210 Rchm. Für den Inseratentheil verantwortlich: A. Mewes in Dermold, Holzverkäufe in den Fürstlichen Forsten. Forstrevier Kohlstädt=Horn. Am Tienstag den 10. d. Mts. Vorm. 10 Uhr sollen im Branding'schen Gasthause zu Kohlstädt aus dem Forstd. Steinbecke und Eggeberg: 195 rm sichten Nutzhkiftr. ungekürzt und 75 rm dergl. Durchf. Rsg. verkauft werden. Oesterholz, den 4. April 1883. Der Oberförster Bühring. Hol Verpachlung. Ein Hof in Lippe mit guten WirthschaftsGebäuden und einem neuen anständigen Wohnhause, enthaltend: 1) Hofraum. ¾ Scheffelsaat 2) Gärten.. 2¼„ 3) Ackerland 102½ 4) Wiesen.. 9½„ 5) Weiden.. 50„ Summa 165 Scheffelsaat soll vom 1. Juni d. J. an, mit lebendem und todtem Inventar auf 12 Jahre verpachtet werden und sind zur Annahme des Hofet 4000 M erforderlich. Nähere Auskunft ertheilt: Gastwirth Ernst Bödeker in Alverdissen. Die Beleidigung, welche ich gegen den Tischler Ottenhausen aus Erder ausgesprochen habe, erkläre ich hiermit für unwahr. Colon Schwerböcke Nr. 3 in Erder. Es wird ein Schuhmachergeselle, guter Arbeiter, aufs Land gesucht. Auskunft ertheilt C. Römer, Detmold. Einige tüchtige Schneidergesellen finden dauernde Beschäftigung auf der Werkstätte von Louis Steinfeld (279) in Rinteln. Ein tüchtiger Schmiedegeselle findet Stelle bei G. Büngener in Heiden. Ein junger Mann, der das Klempner=Handwerk erlernen will, kann gleich eintreten Carl Pantze, Klempnerei und Handlung, Blomberg. Für einen Knaben, der Ostern die Schule verlassen hat, wird bei einem tüchtigen Buchbindermeister eine Stelle als Lehrling gesucht. Gefl. Offerten sind unter Nr. 110 an d. Exp. d. Bl. zu richten Von Wm. Poppenburg in Lage wird zum sofortigen Antritt eine kräftige Wartefrau gesucht, die den Haushalt zu führen und die Pflege eines kleinen Kindes zu übernehmen hätte. Ein Mädcher geht zur Seite. Frankfürter Pieruemarkt-Lotterte. Ziehung den 1I. April: In dieser Lotterie kamen bis jetzt für 3,654,000 M Gewinne zur Vertheilung; auch diesesmal besteht dieselbe wiederum aus 10 elegauten Wagen mit 2 und 4 Pferden bespannt. 61 der schönsten Reit- und Wagenpferde nebst hunderten von anderen werthvollen Gewinnen. Zu dieser Lotterie versende ich Loose 1 Loos für 4 K 11 Loose„ 40„ gegen Einsendung oder Nachnahme des Betrages. Bei der Beliebtheit dieser Lotterie wolle man Bestellungen baldigst machen, um allen Wünschen genügen zu können. Grössere Gewinne werden sofort per Telegramm angezeigt und erhält überhaupt jeder Theilnehmer die Gewinnliste franco übersandt. Simon Behr, alte Mainzergasse 34 Frankfurtam Main. 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April, Abends 7½ Uhr stattfindenden theatralischen Vorstellung, in welcher zur Auffübrung gelangen: Monsieur Herkules und Sachsen in Preussen, nebst im Teutoburger Hof, ladet ergebenst ein Der Turnverein in Horn. gehen uns noch fortwährend Fragen um Auskunftsertheilung zu, ohne daß das nöthige Porto beigefügt ist, weshalb wir wiederholt darauf aufmerksam machen müssen, daß dergleichen Anfragen stets unerledigt bleiben, es also im Interesse der Auskunftssuchenden liegt, stets eine Marke für Rückantwort beizufügen. Die Expedition der Lippischen Landeszeitung. Auszug aus dem Fahrplan vom 15. Oktober 1882, Die Nachtzeit(69 Abends bis 552 Morgens) ist durch Unterstreichen der Minutenzahlen bezeichnet.