„Die Lippische Landes=Zeitung= erscheint mit Ausnahme der Sonn= und Festtage and werden in derselben die amtlichen Bekanntmachungen des Amtsblattes für das Fürstentbum Lippe in besonderer Ruhrik veröffentlicht. Redaction u. Expedition: Detmold, Leopoldstraße Nr. 117. Abonnementspreis für das Viertelfahr: In Detmold 2 Mark 25 Pf., auswärts durch die Post bezogen 2 M. 60 Pf.,— mit Bestellgeld 3 M. Inserate werden mit 12 Pf. für den Raum der einfachen Corpus=Spaltzeile berechnet. GERTTR* Vermnwortlicher Redateur Kugus Stingenberg. Druck und Verlag der Nezerschen Hofbuchdruckerei(Oedbr. dlingenbero inr Deruch. DG 57. Donnerstag, 8. März. 1803. Bestellungen auf die Lippische Landeszeitung für den Monat März werden noch ferner von sämmtlichen Postanstalten für 87 Pfg.(incl. Bestellgeld 1 Mrk.) und für Detmold für 75 Pfg. von der Unterzeichneten entgegengenommen. Die Exp. d. Lipp. Landesztg. Preußischer Landtag. Abgeordnetenhaus. Sitzung vom 6. März. Vizepräsident von Heeremann eröffnet die Sitzung um 11 Uhr 20 Minuten mit geschäftlichen Mittheilungen. Am Ministertische Scholz, Goßler und v. Puttkamer. Vor Eintritt in die Tagesordnung verwahrte sich der Abgeordnete v. Jagdzewski gegen eine am 28. v. Mts. vom Kultus=Minister gethane Aeußerung, wonach Redner sich selbst für die Einrichtung einer Simultanschule verwendet. Minister von Goßler erwidert, daß allerdings der Vorredner das Gesuch katholischer Bewohner aus dem Dorfe Romanshoff um Anstellung eines zweiten katholischen Lehrers neben dem ersten evangelischen Lehrer an einer dortigen einklassigen Schule unterstützt habe. Der Abgeordnete Strosser berichtet als Referent der Unterrichts=Kommission über die Potitionen der Lehrer höherer Unterrichts=Anstalten, um Erwirkung der Gewährung des gesetzlichen WohnungsGeldzuschlusses. Die Kommission hat beschlossen, die Petittonen der Staatsregierung als Material für die künftige einschlägige Gesetzgebung auf diesem Gebiete zu überweisen. Abg. Seyffert(Krefeld) hält keine gesetzliche Regelung für erforderlich; es genüge, wenn der Minister in etwas schnellerem Tempo als bisher mit der Erledigung der Sache vorgehe. Abgeordneter Schmidt=Sagan bestreitet dies. Gegenüber der Widerspenstigkeit einzelner Kommunen könne nur ein Gesetz helfen. Der gleichen Ansicht ist Minister von Goßler, ferner die Abgeordneten von Kropatscheck(Kons.), Schmidt=Stettin(Nat.=lib.) und von Schenkendorff (Nat.=lib.). Der Kommissionsantrag wird angenommen. — II. Berathung des Antrages Oetker=Hansen: Die Staatsregirung zur Vorlage eines Gesetzentwurfes, aufzufordern, durch welchen der Kaufstempel für Grundstücke, und ebenso der Stempel auf Pachtverträgen, sowie für Das Vonauweibchen. Aus dem Leben eines Künstlers von George Baron Dyherrn. (Fortsetzung.) 15 Und bevor noch die Gruppen sich zur Beglückwünschung auflösen konnten, stand plötzlich Graf Graswang an der Stelle des Fürsten. Sein Gesicht war sehr bleich, doch mit fester Stimme rief er in das eingetreteue Schweigen:„Noch eine ähnliche Nachricht habe ich die Ehre mitzutheilen, verehrte Anwesende. Meine Schwester Marie hat sich heute Abend mit dem Gesandtschaftsattaché Herrn Eck Doliwa verlobt!“ Lächelnd trat er von dem erhöhten Platz. Man suchte jetzt die vier Verlobten. Errha hatte ihre Arme weit ausgebreitet, nicht Ede lag an ihrer Brust, sondern ihr Bruder Eck. Die Geschwister fühlten ganz die Wonne dieses Augenblicks, sie vergaß einen Moment Alles außer ihm und er außer ihr, und sie gaben sich in dieser Umarmung die Ueberzeugung der Liebe, die sie vor jeder anderen Neigung für einander empfunden und die ihnen erhaben blieb über jeden Wandel. Garstiger!“ sagte die Komtesse, nich bin nun Deine Braut, es wird sehr hübsch sein, sich verlobt zu wissen.“ Errha schwang sich auf ihr Roß. Ede machte eine Miene, als wollte er sagen:„Was seid Ihr so erstannt, es konnte ja nicht anders kommen!“ Und die Baronin Serr rief herüber:„Danke, Frau von Domanin, ich werde den Wagen der Gräfin X. benutzen!“— Baron Serr hielt seine spitzen, durchsichtigen Rägel gegen das Licht und betrachtete sie aufmerksam. die Uebertragung von Pachtverträgen auf einen anderen Pächter ermäßigt werden. Der Abg. v. Minnigerode beantragt: Die Regierung aufzufordern, dahin zu wirken, daß die Umsätze des beweglichen Vermögens nachdrücklich für den Stempel herangezogen werden, während der Stempel für Mobiliarkäufe, Pachtund Miethsverträge eine Ermäßigung zu erfahren haben. Nach längerer Debatte, in welcher der Minister Scholz erklärt, daß ja die Tendenz der Anträge allseitige Sympathie finde, und nur noch nicht ersichtlich sei, woher man die Deckungsmittel für die ausfallenden 7½ Mill. nehmen wolle, es sei denn, daß man sie aus Reichseinnahmen erwarte und diese zu erhöhen bereit sei— wird der Antrag von Minnigerode angenommen, der Antrag Oetker=Hansen abgelehnt. Hierauf folgen III. Wahlprüfungen. 1. Die Wahl des Abgeordneten Körber im Kreise Graudenz=Rosenberg wird für gültig erklärt, dagegen die Wahl des zweiten Abgeordneten von Katzler aus demselben Kreise beanstandet, und die Regierung aufgefordert, über die Gründe des Verschwindens eines Wahlprotokolls Ermittelungen anzustellen und von dem Ergebniß dem Hause Mittheilung zu machen. 2. Die Wahlen der Abgeordneten von Buddenbrock und von Wiedner werden für gültig erklärt, zugleich aber die Regierung aufgefordert, den Landrath Grafen Piloti zu Glogau dahin mit Anweisung zu versehen, daß er in Zukunft die Bestimmungen der Verordnung vom 30. Mai 1849 persönlich zur führung bringe. 3. Ebenso werden die Wahlen der Abgg. v. Lessing und v. Wiedebach gültig für erklärt, die Regierung aber aufgefordert, über die angebliche Aufstellung von Gendarmen im Wahllokale während des Wahlaktes weitere Erhebungen zu veranlassen und zutreffenden Falles den Wahlkommissar zur Verantwortung zu ziehen, auch dem Hause das Ergebniß mitzutheilen.— Hierauf vertagt sich das Haus. Nächste Sitzung Mittwoch 10 Uhr. Tagesordnung: Nassauische Kirchenfondsvorlage und dritte Etatberathung. Schluß 4½ Uhr. Deutsches Reich. * Berlin, 7. März. Der Prinz von Wales hat, wie man hört, dem Blücher=Husarenregiment, zu dessen Chef er seit Kurzem ernannt ist, eine entsprechende Summe zur Anschaffung von Dolmans zu dem rothen Attila überwiesen. Bis jetzt tragen solche nur die Garde=Husaren, ferner die Zieten'schen, das 2. Leib=Husaren= und das Hannover'sche Husaren=Regiment Nr. 16; die drei letzteren, nachdem ihnen von deren hohen Chefs, dem Prinzen Karl, der Frau Kronprinzessin und dem Großherzoge von Mecklenburg=Schwerin, die nöthigen Fonds zur Anschaffung dieses kleidsamen Monturstückes zur Verfügung gestellt worden waren. *— Kronprinz Rudolf von Oesterreich hat un serem Kronprinzenpaar eine prachtvolle Silberkassette verehrt, die sich nicht allein durch ihren materiellen, sondern auch insbesondere durch ihren künstlerischen Werth auszeich net. *— In der Familie des Prinzen Wilhelm sieht man einem frohen Familien ereigniß im Laufe dieses Sommers entgegen. Die gleichen Aussichten haben sich für die Familie des Kronprinzen Rudolph eröffnet. *— Die Unterrichtskommission des Abgeordnetenhauses berieth gestern Abend die bekannte Massenpet ition aus Krefeld um Beibehaltung der Simultanschulen. Der Referent v. Zitzewitz beantragte Uebergang zur Tagesordnung, während der Korreferent Seyffardt (Krefeld) ausführte, daß die Verfügung Falk's vom 16. Juni 1876 an die Stelle der Wünsche einzelner Eltern den Willen der Gemeinde gesetzt habe Ein Grund zur Aufhebung der Krefelder Simultanschulen liege nicht vor, man könne doch solche wichtige Einrichtungen nicht willkürlich beseitigen. Der Regierungskommissar erwiderte, von Oberaufsichtswegen seien die Simultanschulen eingeführt worden und auf diesem selben Rechtswege könnten sie auch wieder beseitigt werden. Abg. Schmidt=Sagan(freikonservativ) meinte, daß Aufhebungen von Simultanschulen nur in seltenen Ausnahmefällen erfolgen dürften; für diesen Grundsatz habe sich auch Herr v. Puttkamer seiner Zeit ausgesprochen. Die Kommission nahm jedoch mit 11 gegen 9 Stimmen den Antrag des Referenten auf Uebergang zur Tagesordnung an. Schließlich nahm dieselbe Mehrheit noch den folgenden generellen Antrag des konservativen Abgeordneten v. Kropatscheck an:„Die Staatsregierung zu ersuchen: von dem in der Verfügung vom 16. Juni ausgesprochenen Grundsatz, daß die Genehmigung zu paritätischen Schuleinrichtungen nicht versagt werden könne, wo die Schulunterhaltungspflicht den bürgerlichen Gemeinden obliegt und seitens der Gemeindebehörden ein dahingehender Antrag gestellt wird, in Zukunft Abstand nehmen zu wollen.“ *— Dem Bundesrathe ist ein Entwurf zu Vorschriften betreffend die Abgabe starkwirkender Medikamente in den Apotheken zugegangen. In der Begründung wird darauf hingewiesen, daß diese Angelegenheit seit 1879 auf Anregung von verschiedenen Seiten bereits mehrfach erörtert worden ist und auch das kaiserliche Gesundheitsamt sich für eine einheitliche Vier Wochen waren seit jenem Waldfeste vergangen: Frau von Domanin und Errha brachten sie in der reizenden Einsamkeit von Domanin zu. Jeden Sonntag kam Eck zu ihnen. Genußreiche Stunden verlebten sie zusammen in der Fülle eines ungetrübten harmonischen Glückes. In der Residenz zerbrach man sich die Köpfe, warum die beiden Verlobten eine absichtliche Trennung herbeiführten; doch weniger wagte man jetzt seine Bemerkungen sich zuzuflüstern, weil das nahe Verhältniß Ecks zur Graswang'schen Familie Schweigen gebot. Marie strahlte vor Entzücken; sie lachte einige Freundinnen aus, die ihr von einer Mesalliance sprachen, und sagte seelenvergnügt:„Ich heirathe ja den Mann, nicht seinen Namen, der ist Nebensache, und ich werde doch die Frau Gesandtin Exzellenz. Ecks Beförderung zum Gesandtschaftssekretär steht nahe bevor, er wird sich nach Rom versetzen lassen; o, es wird ein wunderschöner Winter werden im Süden. Dann möget Ihr frieren und mich beneiden. Uebrigens klingt Doliwa ganz gut, besser wie Graswang." „Etwas hebräisch“, warf eine Freundin boshaft ein. „Langer Stammbaum bis auf Moses zurück!“ antwortete Marie, die Nichts übel nahm und auf eine witzige Bemerkung immer zwei noch witzigere Antworten wußte.„Es ist so hübsch, daß einmal etwas Brünettes in die ewige fade Blondheit der Graswangs kommen wird, ich bin froh, daß mein Eck wie ein Italiener ausfieht.“ So plauderte die Komtesse sehr ungenirt und brach jeder Malice von vornherein den Stachel ab, indem sie sagte:„Ihr beneidet mich, Jede von Euch würde entzückt sein, mit mir tauschen zu können!“ Ede verließ sein Atelier sehr wenig; mit aller Kraft arbeitete er an seinem Werke; denn Errha sehnte sich, sein Weib zu werden, sie liebte unklare Verhältnisse nicht, und für ein solches hielt sie die Verlobungszeit, aber an die Beendigung der Statue band sie den Zeitpunkt ihrer Vereinigung. Die Ausstellung war nahe, und zugleich schrieb die Residenz einen Preis aus für das beste Modell einer Brunnenfigur, die in der Mitte des Stadtparks aufgestellt und eine Zierde für denselben werden sollte. Ede dachte einen Augenblick an Betheiligung, aber bei seiner gewöhnlichen Bescheidenheit und dem Mangel an Selbstvertrauen fürchtete er sich, mit berühmten Künstlern in die Schranken zu treten. Und während er so an seinem Genie zweifelte, schuf er im Marmorbilde seiner Geliebten etwas Vollendetes, in sich selbst Vollkommenes; denn aus ihm selbst heraus, aus dem Heiligthum seiner Liebe, entwickelte sich seine Auffassung und wurde zur Originalität, frei vom Haschen nach Effekt und frei von Pfuscherei. In seinem wahrhaften Meisterwerk, dessen Grundlage seine klassischen Studien nach der Antike und nach dem Leben bildeten, verschmolz die Wirklichkeit mit dem Idealen gleich Leib und Seele, und wenn er vor ihm stand, dann fühlte er, daß von diesem Bilde wie von ihr selbst seine Veredlung ausging, und seine heiter angelegte Künstlernatur brach sich wieder Bahn. Er wurde fleißig aus Gewohnheit und würde jetzt die Stunden der Arbeit nicht haben missen wollen, befand sich nicht wohl und behaglich, wenn er davon opfern mußte. Von den sonntäglichen Besuchen brachte er jedesmal eine neue Spannkraft zurück. Errha und Frau von Domanin erfrischten ihn durch ihre der Unterhaltung, und Erstere erschien ihm stets schöner in der zärtlichen Hingabe und doch echt keuschen Zurückhaltung ihrer Liebe.(Fortsetzung folgt.) Regelung der Frage ausgesprochen hat. Der Entwurf führt in besonderen Verzeichnissen eine Reihe von Stoffen auf, welche in den Apotheken, unbeschadet der für den gewerblichen Verkehr mit Giftwaaren maßgebenden Vorschriften, nicht ohne schriftliche Ordination eines approbirten Arztes zu Heilzwecken an das Publikum abgezeben werden dürfen. Folgende Arzneien dürfen nur auf schriftliche, mit Datum und Unterschrift versehene Anweisung des Arztes öfter als einmal angefertigt werden: 1) Brechmittel(oder die vom Arzte als Brechmittel bezeichneten Verordnungen); 2) Arzneien, welche zu Einspritzungen unter die Haut dienen; 3) Arzneien, welche zum innerlichen Gebrauche, zu Augenwässern, Inhalationen, Klystiren oder Suppositorien bestimmt sind, wenn sie einen der in den beiliegenden Verzeichnissen bezeichneten Stoffe enthalten; 4) zum innerlichen Gebrauche verordnete Arzneien, wenn sie einen oder mehrere der in den Verzeichnissen aufgeführten Stoffe in einer solchen Menge enthalten, daß bei ihrem bestimmungsmäßigen Gebrauche die Hälfte der für diese Stoffe vorgeschriebenen Moximaleinzelgabe überschritten wird. *— Die Entfernung des Rechtsanwalts Gustav Kauffmann zu Berlin aus der Armee erregt großes Aufsehen. Dem„Hamburger Korrespondent“ wird darüber geschrieben:„Ein konservatives Blatt meldet, daß der Rechtsanwalt Kauffmann in Berlin seinen Abschied als Landwehroffizier erhalten habe— wohlverstanden, ohne daß er ihn nachgesucht hätte. Damit hat eine Affaire ihren Abschluß erreicht, welche schon seit einiger Zeit Gegenstand der Erörterung in engeren Kreisen war; es war bekannt, daß Herrn Kauffmann — angedeutet worden war, er möchte seine Entlassung aus dem Offizierkorps nachsuchen, da seine politische Thätigkeit mit der Zugehörigkeit zu demselben nicht verträglich sei, daß er aber diese Anheimgabe unbeachtet gelassen hatte, um die Sache zum prinzipiellen Austrag, der nun zunächst da ist, zu bringen. Es kann kaum einem Zweifel unterliegen, daß die Fortschrittspartei, zu deren talentvollsten jüngeren Kräften Herr Kauffmann gehört, im Reichstag den Kriegsminister über die Angelegenheit zur Rede stellen wird; auch weniger weit links stehende Politiker geben die bedenkliche Tragweite des Vorgangs zu. Herr Kauffmann verräth bei der Art, wie er als fortschrittlicher Agitator auftritt, allerdings ein lebhaftes Temperament; aber es läßt sich nicht behaupten, daß er die Grenzen, welche einem Gentleman auch im politischen Kampfe gezogen sind, überschritten. Er hat sich zuerst als Vorsitzender des freilich nicht gerade aus den sympathischsten Elementen bestehenden Berliner fortschrittlichen Vereins„Waldeck“ bekannt gemacht, eine Stellung, von welcher er indeß zurückgetreten ist, weil er in einer Taktfrage feinfühliger war, als die Mehrheit der Vereinsmitglieder. Außerdem hat er den Verein für Rechtsschutz mit ins Leben gerufen, in welchem zwar auch manches Wort gesprochen wird, das es nicht vertragen kann, auf die Goldwage gelegt zu werden, der aber mindestens ein unzweifelhaftes Verdienst sich schon erworben hat: er hat durch seine Agitation bewirkt, daß in der Rotenhan'schen Prügelaffaire das öffentliche Rechtsgefühl nicht durch vollständige Passivität der Gerichtsbehörden verletzt wurde, sondern daß eine Untersachung auf Anordnung des Juftizministers eingeleitet worden. Also wie viel oder wie wenig Sympathie man für die spezielle Parteistellung und die Agitation des Herrn Kauffmann haben mag— es läßt sich keinesfalls behaupten, daß in den Zielen, die er verfolgt, oder in dem von ihnen angewandten Mitteln etwas wäre, was mit den Gesetzen der Ehre sich nicht vertrüge. Eben deshalb müssen sich durch die gegen Herrn Kauffmann erfolgte Maßregel, für welche der Kriegsminister die Verantwortung zu tragen hat, zahlreiche Reserve= und Landwehroffiziere bedroht fühlen, welche eine oppositionelle politische Thätigkeit entwickelt haben." Das Blatt fährt dann fort, darauf hinzuweisen, daß man von einer Maßregelung der Offiziere, welche sich im antifortschrittlichantisemitischen Lager hervorgethan haben, noch Nichts gehört hat. Sachsen. * Zittan, 6. März. Der„Volks=Zeitung“ wird von hier geschrieben:„Seit einem Vierteljahr sind hier zwei große Orleansfabriken eingegangen. Es hat nämlich vor einigen Tagen auch die große Lobenstein'sche Fabrik dem gesammten Personal gekündigt mit dem Bemerken, daß nur noch die vorhandenen Vorräthe aufgearbeitet werden sollen, alsdann aber die Fabrikation völlig aufhöre. Gegen vierhundert Personen werden brodlos und gehen einer traurigen Zeit entgegen, da sich nicht leicht ein neuer Unternehmer finden wird, der in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen die Fabrikation wieder aufnimmt!“ Sachsen=Weimar. * Weimar, 5. März. Der Landtag debattirte heute lebhaft über den Antrag des Abg. Jungheinrich, betreffend die Aufhebung des Chausseegeldes im Bereich des Großherzogthums. Da der dadurch entstandene Ausfall an Einnahme sich auf 90,000 stellt, so wurde von einer Seite vorgeschlagen, an Stelle des Chausseegeldes eine Spannviehsteuer einzuführen, anderseits wurde diese Idee als undurchführbar bezeichnet. Geh. Rath v. Groß sprach als Vertreter der Staatsregierung sich dahin aus, daß ein Ersatz geschaffen werden müsse, da der Staat den Ausfall nicht ertragen könne; in Baiern habe übrigens einige Zeit eine Spannviehsteuer bestanden und sich in der Praxis bewährt. Schließlich wurde der Antrag an den Finanzausschuß zur Vorberathung überwiesen.(Th. Ztg.) Baden. * Karlsruhe, 6. März. Der Großherzog und die Großherzogin sind heute Mittag hier wieder eingetroffen. Oesterreich=Ungarn. * Pest, 6. März. Abgeordnetenhaus. Bei der Fortsetzung der Mittelschuldebatte bezeichnete Gull(Sachse) als Grundfehler der Vorlage, daß die Verfügungen nicht im Einverständniß mit den Konfessionen zu Stande kämen. Es sei nicht die Rede von einer bloßen Schulangelegenheit, sondern es handle sich um die protestantische Autonomie. Es sei sehr unbillig, konfessionelle Schulen der Staatsaufsicht unterzuordnen und nur solche Lehrer anzustellen, deren Qualifikation durch eine staatliche Kommission bestätigt wäre. Die Konfessionen hätten nur Lasten zu tragen und die Vorlage vernichte das Recht des Nationalitätsgesetzes. Der Redner wies den Gesetzentwurf zurück und verwahrte sich gegen die Vorwürfe der Agitation und des Mangels an Patriotismus. Zuletzt brachte er einen Schlußantrag ein, durch dessen Annahme der Gesetzentwurf nicht einmal bis zur Spezialdebatte kommen würde. Latinovitz(katholischer Geistlicher) findet die Vorlage dem Interesse des ungarischen Staates entsprechend. Was die Vorlage betreffs der Sprache verlange, sei die bescheidenste Forderung, die kaum ihres Gleichen in einem anderen Kulturstaate Europas finde. Wolff(Sachse) wünscht, die ungarische Regierung möge gegen Fremdsprachige wenigstens so viel Toleranz zeigen, als die deutsche Regierung gegenüber den Elsaß=Lothringern. Er weist die Vorlage zurück. Zsilinszki(Protestant) polemisirt gegen den Vorredner. Verleumdungen nützten den Nationalitäten nicht, führten jedoch andere Kreise irre. Er erklärte die Vorlage auch vom konfessionellen Standpunkte für entsprechend, Thaly(unabhängige Partei) unterstützt das Minoritätsvotum. Die Vorlage greife die garantirte Freiheit der Protestanten an. Er wünscht dieselbe ungeschmälert der Nachwelt übergeben zu sehen. Frankreich. * Paris, 6. März.(Deputirkenkammer.) Bei der fortgesetzten Berathung der Anträge, betreffend die Revision der Verfassung, sprach Clemenceau zu Gunsten der Revision, welche das Land, wie er glaube, wünsche. Der Ministerpräsident Ferry bekämpfte den Antrag, die Revisionsanträge in Erwägung zu ziehen, eine Revision der Verfassung sei gegenwärtig unmöglich. Der Minister stellt die Vertrauensfrage. Der Präsident verlas hierauf eine Motion, in welcher es heißt, die Kammer lehnt, im Vertrauen auf die Erklärungen der Regierung, bezüglich der Verfassung es ab, die Revisionsanträge in Erwägung zu ziehen. Diese von Ferry akzeptirte Motion wurde mit 307 gegen 182 Stimmen angenommen. Amerita. * Washington, 5. März. Die Vorlage zur Hebung der amerikanischen Handelsschifffahrt ist nicht zur Durchberathung im Kongresse gelangt, weil das Repräsentantenhaus mit den vom Senat getroffenen Abänderungen nicht einverstanden war.— Die Eisenfabriken in Pittsburg klagen, ihr Geschäft würde unter dem neuen Tarifgesetz außerordentlich leiden und eine Herabsetzung der Arbeitslöhne nöthig machen. dem Fürstenthum Lippe und Umgegend. * Detmold, 6. März.(Schwurgericht.) Als Geschworene fungirten: Landw. Brede aus Spork, Fabrik. Barkhausen aus Lage, Landw. Gronemeyer aus Uebbentrup, Maurermeister Hilker aus Berlebeck, Landw. Jobstharde aus Unterwüsten, Kolon Kropp aus Bega, Landw. Krumsiek aus Mackenbruch, Landw. Löwe aus Grefte, Domänenpächter Pape aus Dudenhausen, Destillateur Schäffer aus Lage, Konduktor Schmittpott aus Biemsen, Kaufmann Wippermann aus Lemgo. Auf der Anklagebank erschien der Handlungskommis W. Aring aus Lübbeke, 23½ Jahr alt, als hinreichend verdächtig, in der Nacht vom 16./17. Dezember v. J. das Plesmann'sche Haus hierselbst in Brand gesteckt zu haben. Derselbe war seit 1. September im Geschäfte des Kaufmann Ed. Plesmann hierselbst als 1. Kommis thätig und obgleich er diesem sehr gut empfohlen war, so genügten letzterem doch seine Leistungen nicht und gaben manchmal zu einem Verweise Veranlassung; so auch im Laufe des Tages vom 16. Dezember. Aring hatte versäumt, ein ihm wiederholt aufgetragenes Faß Oel dem Kaufmann Reuter, von dem es entliehen war, wieder zustellen zu lassen und so beauftragte ihn denn sein Prinzipal, das Faß selbst aufzufüllen und sofort abzuschicken; einerseits waren die sonst damit betrauten Kräfte anderweitig beschäftigt, anderntheils sollte es freilich eine Strafe für die Versäumniß sein. Abends fiel es dem zweiten Kommis Witting und dem Lehrling Schönemann auf, daß Aring schon gleich nach dem Abendessen seine Pantoffel anzog, was sonst gewöhnlich erst gegen 10 Uhr geschah, alle Augenblicke das Komptoir oder den Laden verließ und dabei eine gewisse Unruhe nicht verbergen konnte. Gerade das Letztere beobachtete auch der Zimmermann Köppe, welcher längere Zeit bis zur Abfertigung im Laden warten mußte. Ferner konnte die Dienstmagd Lux es nicht begreifen, daß er ihr schon „gute Nacht“ sagte, während sie zwischen 9 und 10 Uhr den Laden reinigte, da das Personal sonst erst zu Bett gehen durfte, wenn alles gereinigt war. Aring ging jedoch noch nicht zu Bett, sondern fragte sie später auf der Küche, ob sie noch nicht zu Bett gehen wolle. Die Haushälterin hatte zwischen 8 und 9 Uhr auf dem Boden Tritte gehört und bald nachdem sah Aring in ihr Zimmer, um sich gleich wieder mit dem Ausdruck „so“ zu entfernen. Gegen ½11 Uhr gingen der Kommis Witting sowie der Lehrling Schönemann und die Magd Luse zu Bett, während die Haushälterin sich erst etwa ¼ nach 11 Uhr schlasen legte und um diese Zeit in Arings Zimmer noch Licht bemerkte. Der Geschäftsinhaber war seit gegen 7 Uhr außer dem Hause. Etwa um ½12 Uhr wurde die Dienstmagd Luse noch durch ein eigenthümliches Getöse, welches sie von der Straße herauf vernahm und rief nach Aring ohne von diesem jedoch etwas zu hören. Auf den Ruf Feuer rief sie nochmals Aring und weckte gleichzeitig Witting, welcher seinerseits wieder den Lehrling weckte. Frl. Blankenburg, welche gleichfalls von dem Feuerlärm erwachte, rief ebenfalls nach Aring und klopfte an dessen Thür, ohne daß dieser ein Zeichen von sich gab. Sie ging darauf in ihr Zimmer zurück, um sich nothdürftig anzukleiden, kam kaum 2 Minuten später mit dem Söhnchen des Herrn Plesmann, welcher mit auf ihrem Zimmer schlief, heraus, als sie Aring bereits völlig angekleidet auf der Treppe fand, ohne daß er sich am Löschen betheiligte. Das Feuer war auf dem Boden des Haupthauses dicht an der Treppe ausgebrochen. Sie forderte ihn auf, die in der Nähe liegende Handspritze zum Löschen zu nehmen, doch erklärte er, es nütze doch nichts. Dem Kommis Witting, welcher aus seinem Zimmer eine Waschschale mit Wasser geholt, gab er auf die gleiche Aufforderung dieselbe Antwort. Der Lehrling Schönemann war ins Komptoir geeilt, um hier Bücher und Werthsachen zu retten; er sorderte von Aring, der inzwischen ebenfalls dorthin gekommen war, die Pultschlüssel, welche dieser nebst einigen andern stets mit auf das Zimmer nahm, darunter auch dem zur Zuckerkammer, die er ihm jedoch verweigerte, auch untersagte er ihm, die Bücher zu retten, woran sich Schönemann jedoch nicht kehrte. Inzwischen waren Leute von außen herzugekommen, um zu helfen und bemerkten diese, daß es gleichzeitig auch am entgegengesetzten Ende des an das Wohnhaus stoßenden Waarenlagers brannte. Da zwischen diesem und dem Dache des Haupthauses keine Verbindung bestand, mußte dieser Umstand auffallend erscheinen. Der Kaufmann Wilhelm Wittenstein, welcher gleich dem Kaufmann Schierenberg früher im Plesmannschen Geschäfte thätig war und deshalb alle Räume genau kannte, war einer der ersten mit auf der Brandstätte. Er verlangte von Aring den Schlüssel zur Zuckerkammer, welche dicht hinter dem Komptoire lag und von welcher man weiter in das kleine Waarenlager gelangte. Aring gab an, den Schlüssel nicht zu besitzen, dieser wie die übrigen seiner Obhut anvertrauten müßten mit den Werthsachen eingepackt worden sein. Wittenstein begab sich auf Umwegen in die Zuckerkammer, wunderte sich jedoch nicht wenig, hier den Aring bereits vorzufinden, der sich, wie es ihm schien, mit einem Wischtuch etwas zu schaffen machte, an einer Stelle etwas zusammen zu packen schien und sich dann wieder entfernte. Wittenstein fand hier verschiedene nasse Flecke an der Wand, auf dem Fußboden und auf Zuckerkisten; er hielt dies Anfangs für Wasser und forderte von Aring, der inzwischen wieder gekommen war, Säcke zum Zudecken, bekam jedoch ungenügende Auskunft, auch entfernte sich Aring alsbald wieder. Inzwischen kam Kaufmann Schierenberg, welcher dieselbe Wahrnehmung machte. Letzterer bemerkte Aring später auf dem Boden, wie er sich an den Kisten etwas zu schaffen machte, als wenn er dieselben umpackte, später stellte es sich heraus, daß die eine, eine gefüllte Schwefelhölzerkiste, vollständig mit Petroleum getränkt, dagegen die andern lauter loses Zeug, wie Papier, leere Cigarrenkisichen u. dgl. enthielten. Auch der Kaufmann Willi Starke war auf den Boden gegangen und sah dort eine Gestalt, konnte jedoch wegen des herrschenden undurchdringlichen Qualms nicht weiter vorwärts dringen und auch nichts genauer erkennen. Das scheue Benehmen und stete passive Verhalten Arings waren Wittenstein und Schierenberg schon länger aufgefallen, weshalb sie gegenseitig beschlossen, denselben genauer zu beobachten. In der Schmalzkammer, wo Wittenstein mit Aring wieder zusammentraf, jammerte letzterer über den gestörten Schlaf, wodurch er am andern Tage nicht auf dem Platze sein könnte; dem Kommis Witting und dem Lehrling Schönemann hatte er bereits vorher bedeutet, sie möchten nur zu Bett gehen, helfen könnten sie doch nicht. Der Zimmermann Köppe ging mit dem Kommis Witting in den Schmalzkeller, um ein leeres Faß zu holen, in dem Sand herbeigeschafft werden sollte, um Dämme gegen das fließende Spritzenwasser zu ziehen, wobei Witting sich den ganzen Aermel mit Petroleum beschüttete, als er ein vermeintlich leeres Schmalzfaß aufnehmen wollte. Später wurde auch unter der Treppe zum kleinen Waarenlager dicht bei der Zuckerkammer ein Korb gefunden, welcher loses Papier, Stroh, ein Stück Pech, angebrochene Packete Tabak und dergl. enthielt und in dem sich ziemlich unten eine angebrannte Cigarre befand; angegaugen war hiervon jedoch Nichts. Auch auf dem Heuboden wurden vom Feuerwehrmann Petersen gefüllte Petroleumflaschen gefunden. Der Kaufmann Wittenstein bemerkte auch einmal den Aring auf dessen Schlafzimmer sich waschend. In Folge der verschiedenen Verdachtsmomente wurde der Polizeidiener Lindemann auf Aring aufmerksam gemacht, der seinerseits wieder den Gendarm Myskewitz requirirte, welcher schließlich die Verhaftung des Aring veranlaßte. Bei der Verhaftung stellte sich heraus, daß die Kleider mit Petroleum bespritzt und die Pantoffeln vollständig davon getränkt waren; auch fanden sich die vermißten Schlüssel in seinen Kleidertaschen vor. Anfänglich leugnete Aring zwar jede That, legte jedoch später vor dem Staatsanwalt ein umfassendes Geständniß ab und gab als Motiv an, daß er von seinem prinzipal dazu gedungen sei. Die nach letzterer Richtung angestellten Untersuchungen ergaben sich jedoch als völlig haltlos, worauf er bei einem Verhör vor dem Untersuchungsrichter diese Beschuldigung auch widerrief, jedoch seine Thäterschaft aufrecht erhielt. In der heutigen Verhandlung leugnete er jedoch wieder Alles und war geflissentlich bemüht, den Kaufmann Plesmann der Verleitung zur Brandstiftung zu bezichtigen, wie denn überhaupt sein ganzes heutiges Verhalten von einer cynischen Rohheit und Abgesiumpftheit zeugte. Der Staatsanwalt beantragte 5 Jahre Zuchthausstrafe. Der Vertheidiger Rechtsanwalt Preuß hatte bei dem wiederholt abgegebenen Geständniß einen schwierigen Standpunkt; er mußte sich darauf beschränken, dasselbe abzuschwächen suchen, indem ein Beweis, daß Angeklagter den Brand selbst angesteckt habe, von keiner Seite erbracht sei, außerdem aber auch jedes Motiv fehle. Wenn man jedoch den ersteren als aus den Indizien erbracht annehmen wolle, dann fehle doch immer noch das Motiv und müsse man es dann mit einem Menschen zu thun haben, der an Pyromantie, einer Sucht auf alle Fälle Feuer zu sehen, litte, was eine momentane Geistesunzurechnungsfähigkeit in sich schließe. Nach kurzer Zurückgezogenheit bejahten die Geschworenen die Schuldfrage, worauf der Gerichtshof dem Antrage des Staatsanwalts gemäß auf 5 Jahre Zuchthaus erkannte und wobei als straferschwerend das Raffinement, mit dem die Brandstiftung ins Werk gesetzt worden, welche zu den unberechenbarsten Folgen hätte führen können, wenn das Feuer nicht so schnell bemerkt und gedämpft worden, angenommen wurde, als mildernd dagegen das gute unbestrafte Vorleben und der verhältnißmäßig geringe Verlust, der wirklich entstanden ist, in die Wagschale fiel. * Detmold, 8. März.(Vorläufige Mittheilung.) Die gestrige Schwurgerichtssitzung, in der gegen den Handelsmann Fritz Dombrock aus Lemgo wegen Brandstiftung und gegen den Wirth und Bäcker Karl Obenhaus zu Bergkrug bei Lemgo wegen Anstiftung dazu, verhandelt wurde, währte bis 10 Uhr Abends und endete mit der Verurtheilung des ersteren in ei Zuchthausstrafe von 5 Jahren und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf 3 Jahren, dagegen Freisprechung des Letzteren jedoch unter Auferlegung der Kosten. * Lage, 7. März. Auch in unseren lippischen Gewässern, besonders in der Werre, haust der gefährlichste Feind der Fische, die Fischotter, in ziemlich zahlreicher Meuge. Jedoch giebt es auch bei uns Männer, welche es verstehen, denselben mit Erfolg nachzustellen. Vor Allem ist dies der Kolon Hachmeier zu Müssen, der schon seit längeren Jahren manche Fischotter gefangen und noch vor Kurzem das Glück hatte, drei dieser Raubthiere zu erlegen. Gewiß eine große Freude für die Herren Fischereipächter. Es wäre gewiß wünschenswerth, wenn auch in hiesigem Lande, wie es im benachbarten Preußischen geschieht, eine Fangprämie von 6 c pro Stück gezohlt würde, es erhielten die Nachsteller dieser gefräßigen Raubthiere dann doch in etwa ihre Mühe und Zeitversäumniß entschädigt. * Wiedenbrück, 5. März. Der„Glocken schreibt man von hier: Das schon seit längerer Zeit kurstrende Gerücht über Anlegung einer elektrischen Straßenbeleuchtung scheint sich in der That zu bestätigen. Wie man hört, ist von unserer städtischen Vertretung zu diesem Zwecke die Wasserkraft einer unserer städtischen Mühlen und zwar der kleineren, am sogenannten Mühlenpförtchen, zur Verfügung gestellt, an deren Fluthschützen sich leicht eine größere Turbine zur Erzeugung von Elektrizität anbringen läßt. Da die Ems, namentlich im Winter, wo an die Straßenbeleuchtung die größten Azsprüche gestellt werden, viel überschüssige Wasserkraft hat, so wird der Betrieb der Mühle hierdurch kaum behindert, und würde daher die elektrische Beleuchtung— das Anlagekapital allerdings nicht eingerechnet— kaum so viel, wenn nicht gar weniger kosten, als die bisher übliche Beleuchtung.— Die Reise unseres Herrn Bürgermeisters Brüggemann in verganzener Woche nach Berlin wird mit dieser Angelegenheit in Verbindung gebracht, und soll derselbe von den Technikern der Berliner elektrischen Straßenbeleuchtung ein sehr günstiges Urtheil mitgebracht haben. Hiernach würde Wiedenbrück eine der ersten Städte Deutschlands sein, in welcher die elektrische Straßenbeleuchtung in vollem Umfange eingeführt wird, welches wir namentlich der Umsicht einsichtsvoller Männer, der günstigen inselmäßigen Lage der Stadt, inmitten der schiffbaren und wasserreichen Ems, zu verdanken hätten. Man sieht, Wiedenbrück schreitet mit der Zeit vorwärts. Ueber den weiteren Gang dieser Angelegenheit werde ich Ihnen weiter vertähtt. Vermischtes. * Düren, 4. März. Ein ziemlich bedeutender Brand fand nach der„Elbf. Ztg.“ heute Nachmittag zwischen 4 und 6 Uhr hier statt. Es brannte in der großen Papierfabrik von Felix Hch. Schöller ein Flügel nieder, wodurch gewiß ein erheblicher Schaden entstanden ist, der noch viel größere Dimensionen angenommen haben würde, wenn unsere städtische Dampfspeitze nicht bald dem Feuer Einhalt geboten hätte. * Brüssel, 4. März. Die Vertheidiger von Leon und Armand Peltzer haben dem Kassationshofe zwei Schriftstücke eingereicht, in welchen sie die verschiedenen Gründe entwickeln, auf welche sich das Gesuch der Aufhebung des Beschlusses des Assisenhofes von Brabant stützt. Die Verhandlung ist auf den 19. März anberaumt und wird zwei Sitzungen in Anspruch nehmen. Standesamtliche Nachrichten. Standesamt Stadt Lemgo. Monat Februar. I. Geburten. Ein Knabe: dem Bierhändler August Rieke, dem Buchhändler Fritz Ohle, der unverehelichten Sophie Christine Dorothee Wilhelmine Brand aus Bega, dem Cigarrenmacher Karl Wind, dem Kuhhirt Wilhelm Bobenhausen, der Ehefrau des Zieglers Fritz Noah, dem Ziegler August Plöger, dem Zeugmacher Heinrich Finne. Eine Tochter: dem Schuhmachermeister Heinrich Thoren, dem Pfarrer Hugo Rothert, dem Handelsmann Jakob Mosberg, dem Bäckermeister Georg Helming, dem Lackirer Louis Brockmann, dem Fuhrmann Robert Samer, dem Töpfer Ferdinand Goldmann. II. Heirathen: Der Ziegler Friedrich Tünker und Charlotte Petersmeier. III. Sterbefälle: Ehefrau Luise Budde 46 Jahre alt, Rudolf Kracht 6 Monat alt, Wilhelm Landwehr 3½ Jahr alt, Ackersmann Jakob Bauer 75 Jahre alt, Zeugmacher Heinrich Borchard 64 Jahre alt, Johanne Göber 27 Jahre alt, Ziegler Heinrich Edler(von der Wahrenbeckerheide) 41 Jahre alt, Friedrich Schmidt 5 Monat alt, Wittwe Anna Blankenburg 54 Jahre alt, Kaufmann Bernhard Cottmann 58 Jahre alt, Knabe des Mäkler Georg Schröder(todt geboren), Mädchen des Tagelöhner Ernst Meier(todt geboren), Karl Brennert 4 Jahre alt, Ehefrau Henriette Sophie Schröder 37 Jahre alt, Karl Lütke 2 Jahr alt, August Töberich 4 Jahr alt. Industrie, Handel und Verkehr. * Bielefeld, 7. März. Trotz des Schneewetters hatte sich der gestrige Monatsviehmarkt eines regen Besuches von Käufern und Verkäufern zu erfreuen. An Vieh waren demselben 26 Pferde, 1 Esel, 295 Rinder und ca. 900 Schweine zugeführt. Für gute Arbeitspferde wurden hohe Preise gefordert und fanden nur einige Verkäufe statt. Auf dem Rindviehmarkte war wenig Fettvieh vertreten und kamen 100 Pfd. Schlachtgewicht auf 5766 M. je nach der Qualität. Von dem Schlachter Grünewald aus Schildesche wurde eine sehr schwere und fette Kuh zum Verkauf gestellt, für welche nicht weniger als 435 M. gefordert wurden. Wie man hört, soll dieses Exemplar auf dem Gute Sudbrack aufgezogen und gemästet worden sein. Tragende und milchgebende Kühe waren gefragt und standen im Preise von 240—360 M. Magere Rinder fanden wenig Beachtung. Auf dem Schweinemarkt waren 140 Wagen und 115 Karren aufgefahren. Die Preise der Schweine waren wie am letzten Markttage und kosteten—8 Wochen alte Ferkel 10—14 M. Fettvieh war wenig angetrieben und forderte man für 100 Pfd. Schlachtgewicht 45—48 M. Auf dem Kesselbrinke standen 24 Verkaufsladen. * Minden, 5. März. Zum heutigen Viehmarkte waren aufgetrieben: 69 Pferde, 244 Kühe, 2078 Stangen und Ferkel. — Der Handel war bei meist angezogenen Preisen ein sehr lebhafter. An Verkaufsstellen mit Holz=, Schuh=, Eisenwaren 2c. waren 82 vorhanden.(M..) Marktberichte. Berlin, 7. März. Weizen matt, ger April=Mai 183,25, Sept.=Okt. 192.— M. Gek.— Zir. Roggen unbelebt, per April= Mai 136,50, Sept.=Okt. 143,25 M. Gek. 6000 Ztr. Hafer still, per April=Mai 121,75, Juni Juli—.— M. — Zir. Rüböl matter, loko mit Faß 79,50, ohne Faß 79,—, per April=Mai 80,40, Sept.=Okt. 62.40 M. Gek.— Ztr. Spi tus fest, oko 53,30, per April=Mai 53,40, Aug.=Sept. 54,60 M. Gek.— I. petroleum matt, loko 23.40, per März 23,30, per Sept.=Okt 24,70 M. Gek.— Ztr. * Köln, 7. März. Weizen hiesiger loco 19,50, fremder loco 20.50, per März 19,40, per Mai 19,60, per Juli 19,90. Roggen loco 14,50, per März 14,10, per Mai 14,35, per Juli 14,60. Hafer leco 14.50. Rüböl loro 39,50, per Mai 39,40, per Oktober 32,10. * Neuß, 7. März. Weizen à 100 Kilo erster Qualität 20,—, zweiter Qualität 18,—. Landroggen 100 Kilo 1. Qualität 14,—, 2. Qualität 12,—. Wintergerste 14,—. Hafer pr. 100 Kilo 1350. Raps 1. Qualität—.—. 2. Qualität—.—. Kartoffeln.50, Heu d 50 Kilo.—. Roggenstroh à 600 Kilo 21.— M. Rüböl per 100 Kilo in Partien von 100 Ztr. M. 78,50. Rüböl per 100 Kilo faßweise 80.—. Gereinigtes Oel per 100 Kilo 3 M. höher als Rüböl. Preßkuchen per 1000 Kilo M. 126,—. Weizenvorschuß 00 per 100 Kilo 30,—. Kleien per 50 Kilo 5,—. * Breslau, 7. März.(Sämereien.) Oelsaaten schwacher Umsatz. Schlaglein behauptet. Schlagleinsaat per 100 kg 19,50—21,50—23,75 M. Winterraps per 100 kg 32,00— 32,75—33,25 M. Winterrübsen 31,00—31,75—32,25 M. Sommerrübsen 28,00—29,50—30,50 M. Leindotter 19,50— 22,00—24,50 M. Kleesamen schwacher Umsatz, rother fest, per 50 kg 54—67—75—82., weißer ruhig, per 50 kg 57— 70—82—86., hochfeiner über Notiz. Tannenkleesamen behauptet, per 50 kg 65—75—85 M. Schwedischer Kleesamen ruhig, 55—65—85—95 M. Thymothee preishaltend, per 50 kg 29—32—35 M. * Bremen, 7. März. Petroleum ruhig, loco 7,20, per April 7,40, Mai 7,50, Juni 7,65, Aug.=Dez 8,05. Schmalz Marke Wilcox loce 57½, per März=April 57¼. Speck, halb short, halb long loco 53¾, per März=April=Abladung per Steamer 53¾4. * Antwerpen, 7. März. Petroleum niedriger, disp. 18¼, per März 18¼, per Axril 18¼. per Mai 18½, per Septbr.= Dezbr. 20¼ fr. Kaffee lebhaft, höher, Verkäufe 4200 B Santos good average zu 26=26½ c, 1200 B Santos superior zu 280, 1000 B Rio good first zu 27 c und 1700 B petit Goave alter zu 32 c. Amtl. Belanntmachungen des Amtsblattes Nr. 19. Detmold. Kabinetsministerium. In der Bekanntmachung vom 22. v.., die Triangulation des Landes betreffend, ist unter Nr. 5 bemerkt, daß das ersorderliche Holz aus den fürstlichen Forsten gegen Bezahlung nach der Forsttaxe und gegen Erstattung der Nebenkosten zu verabfolgen sei. Diese Bemerkung bezieht sich nur auf den fürstlichen Staatsforst Falkenhagen, während das aus dem fürstlichen Domanialforste etwa gelieferte Holz eben so wie das von Privatpersonen beschaffte aus dem Fonds der Landestriangulation zu bezahlen ist. Detmold. Konsistorium. Die Pastoren des Landes werden an die genaue Befolgung der Cirkularverfügung vom 30. Mai 1881, Jahresquittungen betreffend, erinnert. Detmold. Direktion der Landessparkasse. Mit Genehmigung fürstlicher Regierung sind dem Gastwirth Theopold in Blomberg, dem Kaufmann Heinrich Mische in Blomberg, und dem Kaufmann August Christian Steneberg in Barntrup Einzahlungsstellen der Landessparkasse für 5 Pfennig= und 50 Pfennig=Einlagen übertragen worden. Detmold. Staatsanwaltschaft. In der Nacht vom 23./24. Februar sind aus dem Leibzuchtshause des Kolon Ebert Nr. 5 in Trophagen mittelst Einbruchs drei Pfund Bettfedern in zwei Guanobeuteln und ein irdener Topf mit etwa 6 Pfund Zwetschenmuß entwandt worden. Um Ermittelung des Thäters wird ersucht. Dem Einlieger Fritz Biermann zu Heidenbentrup sind am 28. Februar c. nachfolgende Gegenstände gestohlen: 2 Bettüberzüge, 1 Bettlaken, 1 Kissenbezug, 1 Pfühlbezug, 2 Hemden, 1 Nachtjacke und 1 Wickelband. Um Beihülfe zur Ermittelung des Thäters wird ersucht. Die nachbenannten Personen: Ernst Simon Friedrich Holthaus, Heinrich Friedrich Wilhelm Pieper, Anton Hermann Heinrich Tegtmeier, Bernhard Heinrich Wilhelm Corwey, Levi Löwenberg, August Konrad Grundmann, Hermann Heinrich Wilhelm Karl Simon Kater, Jonas Goldmann, Hermann August König, Hermann Heinrich August Maaß werden beschuldigt, als Wehrpflichtige ausgewandert zu sein und auf Freitag den 4. Mai d.., Vormittags 9 Uhr vor die Strafkammer des hiesigen Landgerichts geladen. Detmold. Verwaltungsamt. Der Einlieger August Lappenbusch auf Nr. 3 zu Müssen nebst Familie und der Oekonom Gustav Brinkmeier von Nr. 9 zu Hardissen wollen nach Amerika auswandern. Detmold. Magistrat. Zur Deckung der Bedürfnisse der Armenkasse wird im Monat März c. ein Simplum der Klassenund klassifizirten Einkommensteuer zur Hebung gelangen. Detmold. Amtsgericht l. Auf das Kolonat Dierks Nr. 21 in Augustdorf sind am 3. März 1849 für die minderjährigen Tegeler'schen Kinder von Nr. 92 das. 246 M. eingetragen, deren Rückzahlung durch ordnungsmäßige Quittungen nicht nachgewiesen werden kann. Auf Antrag des Kolon Dierks in Anstustdorf werden daher Alle, welche Ansprüche auf obiges Kapital zu haben vermeinen, hierdurch aufgefordert, solche spätestens in dem auf Donnerstag den 14. Juni 1883, Morgens 10 Uhr auf hiesigem Gerichtszimmer anberaumten Termine anzumelden. Detmold. Amtsgericht II. Ueber das Vermögen des Gastwirths F. Lüdeking hierselbst ist am 19. Febrauar 1883, Mittags 12¾ Uhr das Konkursverfahren eröffnet und der Referendar Ernst zum Konkursverwalter ernannt worden. Konkursforderungen sind bis zum 21. April 1883 anzumelden und ist zur Beschlußfassung über die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Herstellung eines Gläubigerausschusses pp. Termin auf den 10. März, Vormittags 11 Uhr, und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf den 5. Mai, Vormittags 11 Uhr, im Gerichtszimmer Nr. 7 anberaumt. In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Kaufmanns C. Ed. Meyer hierselbst ist zur Abnahme der Schlußrechnung des Verwalters, zur Erhebung von Einwendungen gegen das Schlußverzeichniß der bei der Vertheilung zu berücksichtigenden Forderungen und zur Beschlußfassung der Gläubiger über die nicht verwerthbaren Vermögensstücke der Schlußtermin auf den 31. März 1883, Vormittags 10 Uhr vor dem fürstlichen Amtsgerichte hierselbst, Zimmer Nr. 7, bestimmt. In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Cigartenhändlers Albert Bornemann, früher hierselbst, jetzt zu Horn, ist zur Abnahme der Schlußrechnung des Verwalters, zur Erhebung von Einwendungen gegen das Schlußverzeichniß der bei der Vertheilung zu berücksichtigenden Forderungen und zur Beschlußfassung der Gläubiger über die nicht verwerthbaren Vermögensstücke der Schlußtermin auf den 2. April 1883, Vormittags 11 Uhr vor dem fürstlichen Amtsgerichte hierselbst, Zimmer Nr. 7, bestimmt. Salzuflen. Amtsanwaltschaft. Die Refervisten Adolf Gustav Plöger und Heinrich Karl Friderich Krebs werden beschuldigt, als beurlaubte Reservisten ohne Erlaubniß ausgewandert zu sein. Dieselben werden auf Mittwoch den 11. April 1883, Vormittags 9 Uhr vor das fürstliche Schöffengericht zu Salzuflen geladen. Brake. Verwaltungsamt. Der Ackersknecht Heinrich Reese von Nr. 8 zu Göstrup beabsichtigt nach Amerika auszuwandern. Blomberg. Amtsgericht I. Nachdem der verschollene Bäckergesell Heinrich Röttger von hier in Folge Aufgebotsverfahrens für todt erklärt worden, ist dessen Vermögen seinen Erben überwiesen. Blomberg. Amtsgericht II. Der zum Nachlasse der weiland Mittwe Krummsiek zu Belle gehörige, Garten in den sog. Liebengärten soll Donnerstag den 22. März, Morgens—10 Uhr auf der Gerichtsstube freiwillig meistbietend verkauft werden und werden Kaufliebhaber dazu eingeladen. Zur Publikation des von der weil. Sophie Huxoll zu Huxoll hier deponirten Testamentes ist Termin auf Mittwoch den 14. März., Morgens 9 Uhr anberaumt. Hohenhausen. Amtsgericht. Das Kolonat Brinkmann Nr. 23 zu Talle soll zwangsweise Mittwoch den 21. März d.., Vormittags 11 Uhr meistbietend verkauft werden und müssen etwaige Ansprüche spätestens in diesem Termine geltend gemacht werden. Taxe und Verkaufsbedingungen können vom 10. März ab auf der Gerichtsschreiberei eingesehen werden. In dem Konkursverfahren gegen den Kaufmann B. M. Goldschmidt zu Langenholzhausen ist zur Bekanntmachung eines vem fürstlichen Landgerichte ertheilten Ordnungsbescheides Termin auf Freitag den 9. März d. I. Morgens 10 Uhr angesetzt. Horn. Amtsgericht. In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Kaufmann H. Tofall zu Schlangen ist der in dem Vergleichstermine vom 8. d. M. angenommene Zwangsvergleich durch Beschluß von demselben Tage bestätigt. Der gegen den Konrad Amediek aus Lippspringe erlassene Steckbrief vom 1. Dezember v. J. ist erledigt. Der nach der Bekanntmachung vom 12. v. M. zur öffentlichen Versteierung des dem Handelsmana Meier Grünewald gehörigen Kolonats Nr. 196 zu Schlangen auf den 12. April d. J. angesetzte Termin ist aufgehoben. Neueste Nachrichten. * Berlin, 7. März. Die Krisis im Kriegsministerium ist entschieden. Der Generallieutenant Bronsark v. Schellendorff, Kommandeur der 2. Garde=Inf.= Division, ist zum Nachfolger des bisherigen Kriegsministers v. Kameke ernannt worden. Der General war heute Vormittag 11 Uhr zum Kaiser befohlen und hatte mit dem Monarchen eine einstündige Besprechung. Das Augenmerk hatte sich allerdings mit Rücksicht auf die Anciennetätsverhältnisse auf den General v. Blumenthal gerichtet, denn dieser ist dem Dienstalter nach der älteste kommandirende General der Armee. General Bronsart von Schellendorff ist am 25. Januar 1832 als Sohn eines hohen Militärs zu Danzig geboren. Sein Vater war zuletzt Generallieutenant und Direktor des Militär=Oekonomie=Departements im Ministerium. * Berlin, 7. März. General v. Kameke hat von Sr. Majestät das Großkomthurkreuz und den Stern des Hohenzollernordens erhalten. In der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses, während der namentlichen Abstimmung über den Volkswirthschaftsrath, welcher mit 192 gegen 191 Stimmen abgelehnt wurde, erichien Kameke in seiner Eigenschaft als Abgeordneter, um seine Stimme abzugeben am Ministertische. Viele Abgeordnete näherten sich dem Minister, um ihn zu! begrüßen; er nahm augenscheinlich in heiterster Stimmung diese Sympathiebeweise freundlich entgegen. * Beirut, 6. März. Prinz Friedrich Karl von Preußen ist am Sonntag Abend hier angekommen und heute nach Damaskus und den Ruinen von Baalbek abgereist. Meteorologische Beobachtungen der Deutschen Seewarte in Hamburg om 7. März, Morgens 8 Uhr. London: kalt. Die Depression, welche gestern über der südlichen Ostsee lagerte, ist ostwärts nach dem Innern Russlands fortgeschritten. An westdeutscher Küste sind die Winde schwach geworden, dagegen wehen im nordöstlichen Deutschland noch vieliach steite nördliche Winde. Ueber Centraleuropa ist bei meist schwacher nördlicher Luftbewegung das Wetter kalt, veränderlich, stellenweise fanden leichte Schneefälle statt. In ganz Deutschland, ausser im äussersten Nordwesten, herrscht Frostwetter. München meldet 4. Königsberg 5, Memel 6 Grad Kälte. Meteorologische Beobachtungen in Detmold. Allgemeiner Witterungscharakter: 8. bedeckt. Sonnen=Aufgang 6 U. 34., Untergang 5 U. 49 M. Mondes=Aufgang 514 Mrgs Untergang 518 Nchm. Für den Inseratentheil verantwortlich: A. Mewes in Detmold. Holzverkäufe in den Fürstlichen Forsten. Forstrevier Varenholz. Mittwoch den 14. d.., Morgens 10 Uhr, sollen im Kruge zu Heidelbeck: on Eichenholz 16 Stück Nutzholz, 10 rm Kloben, und 3 Reisighaufen, an Buchenholz 70 rm Kloben und Knorren, 80 rm Knüppel, und 45 Reisighaufen, vom Küchenberge bei Heidelbeck;— an Fichtenholz 78 Stück Bauholz, und 236 Stangen 1. bis IV. Classe, vom Königsholze bei Laßbruch;— unter den alsdann bekannt zu machenden Bedingungen öffentlich meistbietend verkauft werden. Langenbolzhaosen 7. März 1883 Der Oberförster. Wagener. Unterzeichnete beabsichtigt wegen Todesfall ihre am Thunebache bei Neuhaus, Kreis Paderborn, belegene Kahl= und Sagemühle mit circa 80 Morgen Grundstücken, bestehend in Ackerland, Wiesen und Holzungen, unter günstige: Bedingungen zu verkaufen oder zu verpachten. Nähere Auskunft beim Gatsbesitzer Keiser zu Dedinghausen, beim Gastwirth W. Keiser zu Schlangen, sowie bei der Unterzeichneten einzusehen. Thunemühle bei Neuhaus. Frau Wittwe Korte. Gut erhaltene und Petroleumbarrel — kauft zu den höchsten Preisen Herford. Ernst Budde. Für die vielen Beweise liebevoller Theilnahme beim Begräbniß meines lieben Mannes und die trostreichen Worte des Herrn Pastor zu Heiden sagen herzlichen Dank Ww. Henriette und Kinder. Heute Morgen 7 Uhr entschliefsanft im 83. Lebensjahre unser lieber unvergeßlicher Gatte, Vater, Schwiegerund Großvater, der Kaufmann Krecke, welches wir Freunden und Bekannten mit der Bitte um stille Theilnahme anzeigen. Salzuflen, d. 7. März 1883. Die Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Sonnabend Nachmittag 3 Uhr statt. Feuer- und Lebens-Versicherungs-Anstalt der und Wechsel-Bank in München. Gegründet 1836. Wir beehren uns hiermit zur öffentlichen Kenntniß zu bringen, daß, nachdem Herr Cammerarius Stein unsere Hauptagentur niedergelegt hat, solche dem Schmiedemeister Herrn F. Jewing in Detmold übertragen worden ist. Hannover, im März 1883. General=Agentur. C. Struckmann, Amtsrath. Bezug nehwend auf vorstehende Bekanntmachung erlaube ich mir zur Entgegennahme von Anträgen für das obige alte und solide Institut mich angelegentlichst zu empfehlen und bin zi jeder Aus. kunftsertheilung gern bereit. Detmold, den 3. März 1883. Sewing, Hauptagent. Frankturter Pierdeilarkt-Zotterte. Ziehung den 11. April: In dieser Lotterie kamen bis jetzt für 3,654,000 M Gewinne zur Vertheilung; auch diesesmal besteht dieselbe wiederum aus 10 eleganten Wagen mit 2 und 4 Pferden bespannt. 61 der schönsten Reit- und Wagenpferde nebst hunderten von anderen werthvollen Gewinnen. Zu dieser Lotterie versende ich Loose 1 Loos für 4 M 11 Loose„ 40„ Bei der Beliebtheit dieser Lotterie wolle man Bestellungen baldigst machen, um allen Wünschen genügen zu können. Grössere Gewinne werden sofort per Telegramm angezeigt und erhält überhaupt jeder Theilnehmer die Gewinnliste franco übersandt. Simon Behr, alte Mainzergasse 34 Frankfurtam Mdain. findet baldigst Arbeit bei A. 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