„Die Lippische Landes=Zeitung= erscheint mit Ausnahme der Sonn= und Festtage täglich und werden in derselben die amtlichen Bekanntmachungen des Amtsblattes für das Fürstenthum Lippe in besonderer Rubrik veröffentlicht. Redaction u. Expedition: Detmold, Leopoldstraße Nr. 117. Abonnementspreis für das Vierteljahr: In Detmold 2 Mark 25 Pf., auswärts durch die Post bezogen 2 M. 60 Pf.,— mit Bestellgeld 3 M. Inserate werden mit 12 Pf. für den Raum der einfachen Corpus=Spaltzeile berechnet. Verantwortlicher Redacteur August Klingenberg. Druck und Verlag der Meyer'schen Hofbuchdruckerei(Gebr. Klingenberg) in Detmold. Dienstag, 30. Januar. 1883. Für die Monate Februar und März werden Bestellungen auf die Lippische Landeszeitung von sämmtlichen Postanstalten zu KK 1,74(inkl. Bestellgeld 2 0K) und für die Stadt Detmold zu U 1,50 von der Expedition entgegengenommen. Deutscher Reichstag. Sitzung vom 29. Januar. Präsident v. Levetzow eröffnet die Sitzung um 12½ Uhr mit folgender Ansprache:„Meine Herren, Se. Majestät der Kaiser hat gestern Mittag das Präsidium des Reichstages zu empfangen und von demselben den Ausdruck der ehrfurchtsvollsten Theilnahme aus Anlaß des traurigen Todesfalls entgegenzunehmen geruht. Se. Majestät haben das Präsidium beauftragt, dem Reichstage seinen herzlichsten Dank auszusprechen und hinzugefügt, daß die Theilnahme des Reichstages und des ganzen Volkes, welches überall wahrzunehmen sei, ihn um so wohlthuender berühre, als er durch den Verlust des treuen Bruders und beständigen Gefährten eines langen Lebens tief schmerzlich berührt worden sei.“ Der Präsident theilt mit, daß wiederum aus NordAmerika Gaben für die Ueberschwemmten am Rhein und an der Donau eingegangen sind und zwar aus Memphis, Staat Tennessee, 8000 und aus St. Louis 20,000 J — Das Haus setzt hierauf die Etatsberathung fort und beschäftigt sich zunächst wiederum mit dem Extraordinarium der Reichsmilitärverwaltung. Bei Titel 7 (Zur Fortführung der Festungsbauten— Köln, Koblenz, Mainz und Ulm— 1,200,000 M) regt Abg. Dr. Reichensperger(Köln) die Frage wegen Erweiterung der Festungswerke bei Koblenz an.— Kriegsminister v. Kamecke erwidert, daß principiell derselben nichts im Wege stehe, aber ohne Geld sei nichts zu machen. Entweder müsse der Reichstag das Geld dazu bewilligen, oder die interessirten Städte.— Abgeordneter Dr. Reichensperger glaubt, daß die Stadt Koblenz gern materielle Opfer bringen würde, wenn sie nur aus der eisernen Umarmung erlöst werden könnte.— Eine längere Debatte führt Titel 15(Zur Erweiterung der Artillerieschießplätze) herbei. Die Budgetkommission— Referent Abg. v. Köller— beantragt von den als erste Rate insgesammt geforderten 5 630 679 M nur 4 521 159 M zu bewilligen, den Betrag von 1108520 für Erweiterung des Schießplatzes zu Wahn abzulehnen. Abg. Hermes(Parchim) beantragt, die zur Erweiterung des Schießplatzes Tegel bei Berlin geforderten 939337 M. ebenfalls abzulehnen. Er begründet diesen Antrag in erster Linie mit der enorm hohen Summe, welche hier gefordert wird; dann aber und vorzugsweise mit der Nähe der Reichshauptstadt. Die projektirten Anlagen berührten die vitalsten Interessen Berlins, der schöne Tegeler See werde dadurch völlig lahm gelegt, die Vergnügungsorte, in denen Tausende von Familien im Sommer Erholung suchen, würden beseitigt und, was namentlich empfindlich für Berlin wäre, auch der einzige dendrologische Garten auf der Insel Scharfenberg, der in ganz Deutschland sich eines gewissen Rufes erfreue, würde der Zerstörung preisgegeben werden, wenn der Reichstag dem Beschlusse seiner Kommission zustimmen sollte.— Abg. v. Forckenbeck führt als weiteren Grund gegen die Bewilligung der Position für Tegel an, daß auch die Tiefbrunnen der Tegeler Wasserwerke, welche Berlin zum großen Theil mit Wasser versorgen, mit in die Schießgrenze hinein gezogen werden sollen. Er glaube, wenn die Interessen der Berliner Wasserversorgung mit den Interessen der Militärverwaltung in Kollision geriethen, die letzteren zurücktreten müßten. — Bundeskommissar, Hauptmann Rathke, bemerkt den Ausführungen des Vorredners gegenüber, daß die Stadt Berlin eine Erweiterung der Wasserwerke vorgenommen, ohne zuvor mit dem Kriegsministerium sich ins Einvernehmen gesetzt zu haben.— Abg. Richter tritt entschieden für den Antrag Hermes ein. Die Nähe der Stadt Berlin sei für diese Frage entscheidend. Berlin könne nicht weichen, folglich müsse die Garnison weichen. — Abg. Dr. Windthorst ist ebenfalls der Meinung, daß nach heutiger Debatte der Beschluß der Kommission nicht aufrecht erhalten werden kann, während die Abgg. v. Kardorff und v. Minnigerode Zurückverweisung des Titels 15 an die Kommission empfehlen.— Nachdem noch die Abgg. Prinz Carolath und v. Bennigsen sich ebenfalls für die Ablehnung der Position ausgesprochen, zieht Abg. v. Kardorff seinen Antrag auf kommissarische Berathung zurück. Abg. v. Minnigerode nimmt ihn wieder auf. Derselbe wird mit allen gegen ca. 10 Stimmen abgelehnt, der Titel 15 nach den Vorschlägen der Kommission und dem Antrage Hermes genehmigt. Bei Titel 16(zum Bau einer Garde=Trainkaserne in Tempelhof bei Berlin 300,000 M) beantragen die Abgg. Hermes und Richter die Streichung der Position mit Rücksicht darauf, daß auch für diesen Bau die Errichtung einer Offizier=Speiseanstalt projektirt worden ist, ohne daß ein Bedürfniß nachgewiesen sei. Der Antrag wird nach kurzer Debatte mit 117 gegen 111 Stimmen abgelehnt, der Titel 16 genehmigt.— Titel 17(zum Bau einer Jägerkaserne in Braunsberg 30,000 M) beantragt die Kommission zu streichen. Abg. Dr. Kolberg fragt, ob es die Absicht der Militärverwaltung sei, die Garnison von Braunsberg fortzunehmen. Kriegsminister v. Kamecke verneint diese Frage. Der Antrag der Kommission wird genehmigt. Titel 17 bis 41 werden nach den Anträgen der Kommission erledigt, Titel 42„zum Bau einer Kavalleriekaserne in Wandsbeck 300,000 An dagegen auf den Antrag des Abg. Grafen Holstein gestrichen. Die weitere Berathung des Etats wird hierauf auf Dienstag 12 Uhr vertagt. Schluß 5 Uhr. Deutsches Reich. * Berlin, 29. Januar. Der Kaiser hat gestern Nachmittag um 1 Uhr das Präsidium des Reichstages, das anläßlich des jüngsten Todesfalles in der Familie des Kaisers die Theilnahme des Reichstages ausdrückte, in besonderer Audienz empfangen. Der Kaiser dankte den Herren von Levetzow, von Frankenstein und Ackermann in herzlichen Worten und gedachte schmerzlich bewegt seines hingeschiedenen Bruders. Das Aussehen des Monarchen war trotz der voraufgegangenen Aufregungen und Anstrengungen sehr günstig und zeugte abermals von der Rüstigkeit und Widerstandsfähigkeit des greisen Kaisers. *— Aus dem dem Reichstag vorgelegten Bericht über die Thätigkeit des Reichskommissars für das Auswanderungswesen während des Jahres 1882 ist in erster Linie die Thatsache bemerkenswerth, daß die Auswanderung aus Deutschland in dem verflossenen nicht unerheblich abgenommen hat. Der Bericht sagt in dieser Beziehung:„Vom Jahre 1869 einschließlich ab hat die Auswanderung, wenn das Jahr 1870 als unter Einwirkung des Krieges stehend, nicht in Anschlag gebracht wird, bis zum Jahre 1872 stetig zuzenommen Die wilde Toni. Novelle von Ad. Streckfuß. (Fortsetzung.) 84 XIV. Sechs Monate waren seit dem Besuche des Herzogs im Schloß Vienburg vergangen, da standen an einem schönen hellen Wintervormittag die Bewohner von Sin dicht gedrängten Schaaren vor dem großen Portal der Schloßkirche; besonders zahlreich war das schöne Geschlecht vertreten, Frauen und Mädchen des niederen Bürgerstandes. Nur mit Mühe konnten die Polizisten die Ordnung aufrecht erhalten und es durchsetzen, daß zwischen der Masse ein Weg frei blieb, der breit genug für eine Equipage war, er führte zu den mit Teppichen belegten Stufen der großen Freitreppe vor dem großen Portal. Unter der Menge befanden sich auch zwei ältere Männer, welche durch ihre grüne Uniform leicht als herzogliche Förster zu erkennen waren.„Nun Kamerad Wallrich, bist Du auch hier?“ fragte der Eine, ein freundlicher Mann, den anderen, einen korpulenten, bärbeißig aussehenden, alten Herrn. „Freilich“, erwiderte dieser verdrießlich,„den Schwindel muß ich doch auch ansehen. Seit 14 Tagen spricht ja das dumme Volk hier in Se= von nichts weiter, als von dieser Hochzeit.“ „Du ärgerst Dich wohl noch immer, daß Dir damals der Graf von Vienburg durchgegangen ist? Laß Dirs lieb sein, Kamerad, einen Vortheil würdest Du von dem Fang nicht gehabt haben.— Mit vornehmen Herren ist nicht gut Kirschen essen! Du siehst, der Graf ist wieder oben auf, sonft würden nicht die höchsten Herrschaften selbst als Gäste bei der Hochzeit sein.“ „Freilich, jetzt ist der Graf wieder in hoher Gunst, weil er doch die wilde Toni heirathet!“ „Höre Kamerad, wenn Du damit ein Wort gegen den Grafen und gegen seine Braut sagen willst, dann hast Du es mit mir zu thun. Der Graf ist ein Ehrenmann durch und durch. Ich wollte, es wären mehr solche unter dem hohen Adel in####.# „Meinst Du?“ brummte Wallrich mürrisch.„Ihr seid ein veränderliches Volk, damals habt Ihr ihn vergöttert, weil er die wilde Toni nicht wollte und sich deshalb duellirte, und heut jubelt Ihr ihm zu, weil er sie heirathet.“ „Weil er ein Ehrenmann ist, und weil wir einsehen, daß wir dem Fräulein ein schweres Unrecht abzubitten haben!— Unsere gnädigste Herzogin hat offen vor dem ganzen Hofe erklärt, sie liebe das Fräulein von Freienberg wie ihre Tochter, und sie werde der schönen Toni selbst den Myrthenkranz auf die Stirn setzen!— Das hätte sie nicht gethan, wenn nur ein Wort von dem wahr wäre, was man sich früher von dem Fräulein erzählt hat.— Alles ist erlogen! Die schöne Toni ist nie die Geliebte unseres Herzogs gewesen, sie hat ihn im Gegentheil tüchtig ablaufen lassen, das weiß ja jetzt jedes Kind in'“!—„Ich sage Dir, Kamerad, wer jetzt hier ein böses Wort über die wilde Toni spricht— der mag seinen Rücken wahren.“ „Ihr seid doch kluge Leute!" brummte Wallrich, Förster Munk aber ließ sich dadurch nicht stören, er fuhr redselig fort:—„Ja, Graf Heinrich und seine Braut sind einmal die Lieblinge der Bürgerschaft; aber der Graf ist auch der Mann darnach, daß Jeder ihn liebhaben muß.— Der fürchtet sich nicht, selbst vor dem Herzog nicht. Er hat es durchgesetzt, daß seine schöne Schwester Agathe den Romenau heirathen darf. Bis zum heutigen Tage hat die Komtesse Agathe bei der Herzogin gewohnt, und erst heut Morgen ist sie zu ihrem Vater zurückgekehrt, damit sie der Bräutigam aus dem Vaterhause zur Tranung abholen kann.“ „Du weißt ja viel.“ „Natürlich! Ich trinke alle Abende im rothen Löwen mein Glas Bier; da verkehrt die ganze Hofdienerschaft, und außerdem ist ja auch der Löwenwirth der Onkel und Schwiegervater von dem Heinrich Müller, der Dich damals so hübsch in den April geschickt hat!“ „Das vergesse ich dem Burschen nicht!“ „Graf Heinrich vergißt es ihm noch weniger; er hat es durchgesetzt, obgleich der ganze alte Adel darüber murrte, daß heute in der Schloßkirche die drei Paare eingesegnet werden,— er selbst mit der schönen Toni, seine Schwester mit dem Rittmeister von Romenau, und Heinrich Müller mit der kleinen niedlichen Minchen Müller, der Tochter des Löwenwirths.— Solche Ehre ist wohl noch keinem Bürgerlichen in““ widerfahren; aber der Graf hat darauf bestanden, sein treuester Freund, der für ihn so lange im Gefängniß gesessen und dem er seine Braut verdanke, solle an demselben Tage mit ihm Hochzeit machen.— Ja, der Müller ist jetzt ein gemachter Mann, er ist Wirthschaftsdirektor in Trübensee geworden, dem kann es nicht mehr fehlen!“ „Nun ja, der dümmste Bauer hat immer die größten Kartoffeln“, murrte Wallrich, aber er sagte es nicht laut, denn er bemerkte wohl, daß schon seine früheren ärgerlichen Aeußerungen die Aufmerksamkeit der Umstehenden erregt hatten und daß man ihn gerade nicht mit freundlichen Augen betrachtete. „Sie kommen, sie kommen!“ der Ruf tönte durch die Menge, die Polizisten machten Spalier und drängten die zu weit Vorstehenden zurück, um Raum für die Wagen zu schaffen. (Schluß folgt.) und von 1873 bis 1877 wieder regelmäßig abgenommen. Vom Jahre 1878 bis zum Jahre 1881 einschließlich ist dieselbe wieder jährlich gestiegen. Im Jahre 1882 dagegen hat die Auswanderung, obwohl sie zu Anfang des Jahres gegen den gleichen Zeitraum des Vorjahres eine ziemlich bedeutende Zunahme zeigte, doch im Ganzen, entgegen den im vorigen Jahre von verschiedenen Seiten ausgesprochenen Erwartungen, eine Steigerung nicht erfahren, vielmehr ist sowohl die Gesammtziffer der im verflossenen Jahre über die deutschen Häfen beförderten Auswanderer(232,210), als auch im Besonderen die Zahl der deatschen(reichsangehörigen) Auswanderer(168,454) gegen die im Vorjahre beförderte Anzahl(247,346 insgesammt, worunter 184,369 Deutsche) nicht ganz unerheblich zurückgeblieben. Da auch die früheren Jahrzehnte ein ähnliches periodisches Steigen und Fallen der beförderten Anzahl aufweisen, so darf vermuthet werden, daß im Jahre 1881 der Höhepunkt der letzten steigenden Bewegung erreicht worden ist, und für die nächsten Jahre eine weitere Abnahme der Auswanderung stattfinden werde.“ Von den 232,210 über deutsche Häfen nach überseeischen Plätzen beförderten Personen gingen 113,221 über Hamburg, 117,249 über Bremen und 1740 über Stettin. Als Reiseziel kommen fast ausschließlich die Vereinigten Staaten von Amerika in Betracht, nach Südamerika, Australien, Afrika gingen nur wenige hundert Auswanderer. Von überseeischen Plätzen zurückbefördert wurden 22,027 Personen. Die Beförderung hat fast ohne Ausnahme durch Dampfschiffe stattgefunden. Die Unfälle, welche im verflossenen Jahr deutsche Auswandererschiffe betroffen, haben nirgends einen Verlust an Menschenleben im Gefolge gehabt. Erhebliche Klagen gegen Schiffe, Unterbringung und Verpflegung sind nicht vorgekommen. *— Es geht der„N. L..“ im Folgenden ein Hülferuf zu, den wir der Berathung an maßgebender Stelle dringend empfehlen: Die reichlichen Beiträge, welche fast täglich dem Reichstage für die Ueberschwemmten des Rheinlandes zugehen, legen den Wunsch nahe, daß bei deren Vertheilung die härtest betroffenen Gegenden nicht vergessen werden. Zu diesen gehört jedenfalls die hohe Eifel, wo der unaufhörliche Regen fast die ganze Ernte zerstört hat und mangels jeglicher Reserve an Geld und Naturalien geradezu der Hunger herrscht. Allein in dem Kreise Prüm sind augenblicklich 14000 von 35 000 Köpfen ohne Nahrungsmittel. Es werden vorläufig auf Kredit und ohne Deckung täglich aus den eigens errichteten Suppenanstalten etwa 4000 Portionen abgegeben. Allerdings befand sich die Gegend auch schon vor Eintritt der Regenzeit in einer bedrängten Lage, der Nahrungsmangel aber, der jetzt eingetreten, ist auf die Ueberfluthungen zurückzuführen, welche außerdem noch im weitesten Umfange die Ackerkrume abgeschwemmt haben und eine umfassende Anwendung künstlicher Düngemittel bedingen, um den Boden wieder ertragsfähig zu machen. Das Berliner Komité für die Sammlungen hat diesen Zuständen bereits durch eine Sendung von 5000 Rechnung getragen, es wird sich aber namentlich darum handeln, die Naturalgaben vorwiegend nach der Eifel zu dirigiren, da man deren nirgendwo anders in gleich hohem Maße bedarf. * Hannover, 29. Januar. Die„Magdeb. Ztg.“ enthielt gestern ein Telegramm von hier, in welchem gesagt war, daß die regiminelle Bestätigung Haltenhoffs zum Stadtdirektor erfolgt sei. Bis heute Mittag war hier, wie der„Hann. Cour.“ erfährt, davon nichts bekannt, weder beim Magistrate, noch bei anderen Behörden. Die so wichtigen chemischen Produkte des Steinkohlentheers. (Fortsetzung.) Der Steinkohlentheer ist ein Gemenge sehr verschiedener Körper, welche alle, wenn auch in sehr mannigfachen Verhältnissen, Kohlenwasserstoff zur Basis haben. Wenn nämlich Steinkohlen(um hier ein Bild des Vorgangs dieses chemischen Prozesses kurz zu zeichnen) unter Abschluß der Luft erhitzt werden, wie es in den Gasretorten geschieht, so verwandelt sich die sehr kohlenstoffreiche Steinkohle in eine Menge von Kohlenwasserstoffarten, theils gasförmiger, theils flüssiger, theils fester Natur. Da aber der Wasserstoff im isolirten Zustande ein sehr leichtes Gas ist, so liegt es nahe, daß die Verbindungen des Kohlenstoffs mit dem Wasserstoff um so flüchtiger sein müssen, je mehr Wasserstoff und je weniger Kohlenstoff sie enthalten. Werden daher Steinkohlen sehr rasch und energisch erhitzt, so bleibt dem Wasserstoff gleichsam nicht Zeit genug, sich mit dem trägen Kohlenstoff zu verbinden, und in seiner Hast zu entweichen, reißt er nur geringe Mengen von Kohlenstoff mit sich fort, um als kohlensteffarmes, beim Brennen wenig leuchtendes Sumpf= oder Grubengas auszutreten. Steigert man aber ganz allmählich die Erhitzung der Steinkohlen, so werden neben dem kohlenstoffreichen eigentlichen Leuchtgas auch die weniger flüchtigen Kohlenwasserstoffarten gewonnen. Die verschiedene Flüssigkeit oder der verschiedene Siedepunkt aller dieser Körper giebt daher auch das einfachste Mittel an die Hand, sie zu trennen. Man hat nur den Theer, das Gemenge dieser verschiedenen Kohlenwasserstoffverbindungen einer wiederholten, sog. fraktionirten Destillation zu unterwerfen. Es bleibt ein Rückstand einer schwarzen kohlenstoffreichen festen Masse, die zum Unterschiede des natürlichen, im todten Meere und einem See auf der Insel Trinidad * Hamburg, 24. Januar. Gegen den hiesigen Paftor Hanne ist seitens des Kirchenraths ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden wegen Aeußerungen, die Hanne bei Gelegenheit seines Vortrages über den katholischen Glauben in Betreff des Dogmas von der Trinität und der Gottheit Christi gethan haben soll. Da der Genannte die Vorlegung des Konzepts seines Vortrags abgelehnt hat, so scheint man ihn jetzt selbst über den Wortlaut der inkriminirten Aeußerungen vernehmen zu wollen. Mit der Führung der Untersuchung ist Senator Dr. Hirsche vom Kirchenrathe beauftragt worden. Die„Wes. Ztg.“ bemerkt hierzu:„Daß eine protestantische Kirchenbehörde auf Grund der vagen Denunziation eines ultramontanen Blattes einen ihrer eigenen Prediger zur Verantwortung zieht, ist jedenfalls ein charakteristisches Zeichen der Zeit. Daß aber nun ein ehemaliges Mitglied und früherer Vorsitzender des hiesigen Protestantenvereins in die Lage kommt, eine Untersuchung einzuleiten, die in ihrem Verlauf nothwendig als Fortsetzung der Ketzergerichte in Hannover und in Berlin erscheinen muß, ist gewiß eine Wendung, die ganz besonders zum Nachdenken auffordert.“ Reuß j. L. * Gera, 24. Januar. Eine eigenthümliche Lotteriegeschichte macht hier viel von sich reden. Der Sohn eines hiefigen Bürgers befand sich— berichtet das „Leipz. Tagebl.“— zur Zeit der letzten Lotterieziehung in Leipzig und besuchte den Saal, in dem die Ziehungen der sächsischen Lotterie stattfinden. Hier hörte er plötzlich die Nummer ausrufen, die auf die seinige folgte. Da derselben ein Gewinn von 3000 M zufiel, wurde in ihm die Luft rege, sofort nach Gera zurückzufahren, um die eventuell noch käuflich zu habende Nummer bei seinem Kollekteur zu erlangen. Gesagt, gethan. Er erhielt die Nummer und renommirte über die That Abends in einem größeren Gesellschaftslokale. Der Kollekteur theilte den Fall der Lotteriedirektion mit und diese veranlaßte denselben, den jungen Mann zu denunziren. Auf den Ausgang des Prozesses ist man gespannt. Frankreich. * Paris, 28. Januar. Der Ministerpräsident Duclerc hat den von der Kommission genehmigten Antrag des Deputirten Fabre betreffend die Maßregeln gegen die Prätendenten nicht angenommen, hält vielmehr an dem Regierungsentwurf fest. Duclerc theilte gestern Abend die Entscheidung über diese Frage dem Präsidenten Grévy und dem Minister Billot, sowie den Ministern Fallières und Devés mit. Der Kriegsminister Billot theilt die Ansicht Ducleres.— Duclerc berieth heute früh einige Minuten mit General Pittie, dem Chef des Militärstabs des Präsidenten Grévy. Die Minister, welche sich um 10½ Uhr im Elysée versammelten, schickten Grévy ihre Entlassung ein; ihr Rücktritt ist noch nicht angenommen.— Ducleres Aerzte erklären eine Ruhezeit von mindestens 10 Tagen für durchaus nothwendig. * Paris, 28. Januar. Grévy nahm das Entlassungsgesuch des Kabinets an. * London, 27. Januar. In Dublin beginnt heute das zweite Verhör der zwanzig Mitglieder der Meuchelmörderbande. Da dieselben im Kilmainham=Kerker untergebracht sind, also mehrere Meilen von dem städtischen Polizeigerichtshofe entfernt, so wird ihre heutige Vernehmung in einem sich an den Kerker anschließenden Gebäude stattfinden, weil man den Durchzug durch die Stadt fürchtet. Denn als die Gefangenen vornehmlich vorkommenden, Asphalts, künstlicher Asphalt genannt wurde, der zur Straßen= resp. Trottoirpflasterung vielfach verwandt wird. Aus der Destillation erhält man zunächst einen flüssigen Körper, das rohe Theeröl, das aus manchen Arten von Kohlenwasserstoff besteht, außerdem auch zum Theil an Sauerstoff, zum Theil an Stickstoff gebunden ist. Man hat aus diesen sehr komplizirten Verbindungen sog. Radikale dargestellt, von denen wir hier nur das Phenyl nennen, ohne jedoch seine chemische Formel anzuführen, als Nichtchemikern unverständlich. Wenn man dieses Theeröl nun bei 150 bis 2000 Hitze destillirt, so erhält man in überwiegender Menge eine Flüssigkeit, die den Charakter einer schwachen Säure besitzt, sich mit Basen zu Salzen verbindet und aus dieser Verbindung durch eine stärkere Säure getrennt, rein für sich dargestellt werden kann. Man fand, daß diese Flüssigkeit eine Verbindung des Radikals Phenyl + 2 At. Sauerstoff und 1 At. Wasserstoff ist, und nannte sie Phenylsäure. Sie ist dieselbe Flüssigkeit, die unter dem Namen Kreosot in den Handel kommt, obgleich das eigentliche Kreosot von Reichenbach nicht aus dem Steinkohlen= sondern dem Buchentheer zuerst dargestellt wurde. Der Chemiker Runge, der schon 1834 jene Säure bereitete, nannte sie Carbol= säure und ist dieser Name der allgemein gebräuchliche geworden. Jedem möchte wohl diese Flüssigkeit mit ihrem Rauchgeruch in höchster Potenz bekannt sein, durch welchen sie den Theer so unerträglich macht; mancher wird ihre Bekanntschaft schon als Zahnschmerz linderndes Mittel gemacht und bei nicht vorsichtiger Anwendung das Zahnfleisch nebst Mundhaut sehr lädirt haben. Jeder kennt aber wohl auch ihre sehr schätzbaren Eigenschaften, die sie schon vor ihrer Entdeckung im Rauche so unentbehrlich machte. Die Carbolsäure ist nämlich der entschiedenste Feind der Verwesung am verwichenen Samstag nach dem Kerker zurückgebracht wurden, begleitete sie ein wüthender Volkshause, augenscheinlich in der Absicht, sie womöglich zu befreien. Eine Menge von Gerüchten über weitere Verhaftungen schweben in der Luft. Augenblicklich sucht die Geheimpolizei nach dem Kutscher, welcher den Wagen der Meuchelmörder im Phönixpark fuhr. Von dem„Verräther: Farrell erwartet man noch interessante Aufklärungen. Er selbst soll an dem Morde eines früheren Angebers unmittelbar betheiligt gewesen sein. Es fehlt natürlich unter der Regierungspartei selbst nicht an solchen, welche das ganze Angebereisystem als unnütz, irreführend und entsittlichend verdammen. In den Reihen der Fenier aber herrscht großer Unmuth über die Unterstellung, daß der Meuchelmörderbund aus ihrer Mitte hervorgegangen sei.„Ein Wissender“ wendet sich an die Presse mit Briefen über die Entstehung des geheimen Bundes; ihm zufolge wäre der letztere eher im Gegensatze zu den Feniern als im Einverständnisse mit ihnen entstanden. Natürlich finden diese Betheuerungen wenig Glauben. Wie man hört, hatte die Rezierung Ursache zur Annahme einer Verschwörung gegen den Angeber Farrell; derselbe sollte im Gerichtshofe während des Verhörs von einem der Anwesenden erschossen werden. Möglich, daß der Wechsel des Verhörorts in Folge dessen stattfand. dem Fürstenthum Lippe und Umgegend. * Detmold, 27. Januar. Am 23. d. M. verschied in Berlin der hier noch im besten Andenken stehende Generallieutenant z. D. Frhr. von und zu Gilsa. Derselbe war in den Jahren 1867/69 Oberst des Infanterieregiments Nr. 55 und stand als solcher bekanntlich hier in Garnison. Gestern Mittag 12 Uhr fand unter zahlreicher Betheiligung die Beerdigung auf dem Invalidenkirchhof in Berlin statt, worüber die Nat.=Ztg.“ Folgendes berichtet: Eine Stunde vorher wurde in der Kirche des Invalidenhauses eine Gedächtnißfeier abgehalten, welcher die hinterbliebene Wittwe mit ihren beiden Töchtern als nächste Leidtragende beiwohnten. In der zahlreichen Trauerversammlung bemerkte man viele Generäle, unter ihnen den Herzog von Ratibor und den Kommandeur der Garde=Kavalleriedivision, Generallieutenant v. Winterfeld, ferner ehemalige Kameraden des Dahingeschiedenen, eine Deputation von Offizieren des Garde=Füsilier= regiments, dessen Kommandeur General Frhr. v. Gilsa gewesen, Beamte des Vereins„Invalidendank" u. a. m. Nach dem Gesange:„Christus, der ist mein Leben hielt Herr Hof= und Garnisonprediger Dr. Frommel die Gedächtnißrede. Nach der Einsegnung der sterblichen Hülle und dem Gesange:„Jesus, meine Zuversicht; erfolgte die Ueberführung nach dem Invalidenkirchhof. Zwölf Uateroffiziere vom Garde Füsilierregiment trugen den Sarg, dem das Musikkorps desselben Regiments, einen Trauermarsch blasend, voraufschritt. Lage, 29. Januar. Das vor Kurzem im„Deutschen Hause" zu Lage zum Besten der Ueberschwemmten am Rhein veranstaltete Konzert, gegeben von den beiden hiesigen Gesangvereinen„Gemischter Chor“ und„Liedertafel" war sehr besucht und konnte daher auch die hübsche Summe von 313 M zur Unterstützung abgesandt werden. Als Empfangsbescheinigung gelangte nachstehendes Schreiben an den Vorstand hierher: Dem Vorstand spreche ich für die gütige Uebersendung des zur Unterstützung der Ueberschwemmten der Rheinprovinz gespendeten Beitrags von 313 J(Konzertertrag) im Namen der hülfsbedürftigen Ueberschwemmten hierdurch meinen verbindlichsten Dank aus. Der Oberpräsident der Rheinprovinz. v. Bardeleben. und Fäulniß und schützt uns eine Menge von Körpern vor der Zerstörung; sie ist es auch, der der Steinkohlentheer seine antiseptischen, so sehr konservirenden Eigenschaften verdankt. Durch Einwirkung von Brom, Chlor= und Salpetersäure auf Carbolsäure entsteht eine ganze Reihe neuer chemischer Produkte, von denen eine der merkwürdigsten Verbindungen die durch Behandlung mit Salpetersäure entstandene ist und den Namen Pikrinsalpetersäure oder schlechtweg Pikrinsäure führt. Sie spielt als intensiv gelber Farbestoff, besonders in der Seidenfärberei eine wichtige Rolle.— Wenn die Destillation des rohen Theeröls bei einer niedern Temperatur(von nur 80—850) geschieht, erhält man ein Destillat, das sich durch größere Flüchtigkeit von der Carbolsäure unterscheidet und bei genauerer Untersuchung als eine Verbindung des Phenyl mit Wasserstoff ergab, daher seitens der Chemiker Phenylwasserstoff genannt wurde. Der weit bekanntere Name für diese Flüssigkeit ist aber nach ihrer früheren Darstellung aus Benzoesäure Benzol oder Benzin. Das Benzin, dessen vorhin schon gedacht wurde, ist eine fatblose, sehr durchdringend riechende, flüchtige Flüssigkeit, die sich durch die Eigenschaft auszeichnet, Fette und Harze aller Art, selbst Gummi elasticum vollständig aufzulösev. Schon um dieser Egenschaft willen würde es sich zu einer Darstellung im Großen empfehlen, da es ein vortreffliches Mittel darbietet, alle möglichen Fett= und Harzflecken aus werthvollen seidenen und anderen Stoffen spurlos verschwinden zu lassen, ohne wie andere chemische Mittel Farbe und Glanz des Stoffs zu gefährden. Und wirklich ist es schon längst dem Publikum als beliebtestes Fleckwasser bekannt, denn „Brönners Fleckwasser“ entpuppte sich als Benzol oder Benzin. Sein gerad nicht angenehmer Geruch steht der Verwendung nicht im Wege, da es rasch und spurlos verdunstet. Das Benzin besitzt aber noch andere Lage, 29. Januar. Am vergangenen Sonnabend feierte der Landwehrverein hierselbst sein diesjähriges Stiftungsfest wie alljährlich durch einen Festball. Beinahe vollzählig waren die Mitglieder erschienen. In dem großen, hübsch dekorirten, mit Tannenzweigen, Fahnen, Bildern und Guirlanden festlich geschmückten Saale des Herrn L. Geller entfaltete sich bald ein munteres Leben. In das Hoch auf unsern Heldenkaiser, dargebracht und von einer kernigen Ansprache des zweiten Vorsitzenden begleitet, stimmten alle Anwesenden kräftig ein. Nun folgten abwechselnd Toafte, Ansprachen und Tanz. Die gute Bewirthung und aufmerksame Bedienung seitens des Herrn Geller trug wesentlich zur Erhöhung der Festfreude bei, was wir nicht verfehlen wollen, hier ganz besonders zu erwähnen. Den musikalischen Theil stellten Mitglieder der bewährten Detmolder Regimentsmusik. * Minden, 27. Januar. In der gestrigen Stadtverordnetensitzung wurde die Anlage einer Pferdebahn für unsere Stadt mit großer Mehrheit beschlossen und eine Kommission mit den Vorarbeiten dazu betraut. Sport. * Die Gewinnste der einzelnen Rennställe im Jahre 1882, von denen wir nur die bedeutendsten anführen, beziffern sich folgendermaßen: Hr. v. Tepper=Laski 92013,50., Frhr. Ed. v. Oppenheim 91 341., Gr. H. Henckel sen. 66209., Hr. Arthur Joé 59 479,50., Gr. Tschirschky Renard 55 235., Frhr. v. Cramm 48076., Pr. Fr. Hatzfeldt 45 675., Gr. Nic. Esterhazy 45299., Hr. W. v. Treskow 39•613., Trainer G. Johnson 36 152.50., königl. Hpt.=Gest. Graditz 34410., Rittm. v. Mollard 31980., Hr. A. v. Mayer & A. Baltazzi 28200., Gr. M. Schmettow 16 475., Lt. Frerichs 14 902., Bar. D. Loe 13915., General v. Rochow 13495., Lt. v. Heyden=Linden II. 13432., Gr. Bernstorff=Gyldensteen 12 417,50., Rittm. Gr. Bismarck 12 375,50., Bar. G. Springer 12 360., Gr. SolmsBaruth 12 337,50., Mr. Edward 11 470., Herr W. Hiestrich 10 815., Frhr E. v. Falkenhausen 9903., Herr J. Schawel 9800., Lt. v. Witte II. 9409 M. 2c. Vermischtes. * Die Einweihung des Logengebäudes der Großloge „Royal York zur Freundschafte in Berlin fand am Sonnabend, den 20. Januar, in feierlichster Weise statt. Der Kronprinz wohnte der Feier an. Der Kaiser, der am Erscheinen dringend verhindert war, hatte den Kronprinzen durch ein Handschreiben mit seiner Stellvertretung betraut und der feiernden Loge seinen Gruß und Glückwunsch entbieten lassen. Die herrlichen Räume, deren echt künstlerische Gestaltung von den Baumeistern Ende und Boeckmann herrührt, waren festlich geschmückt und nahmen eine große Anzahl hiesiger und auswärtiger Logenmitglieder auf. zumal sämmtliche deutsche Großlogen durch ihre Großmeister vertreten waren, während die Töchterlogen von Royal York ausnahmslos Deputationen entsendet hatten. So gelangte die auch in der Freimaurerei in unserem deutschen Vaterlande erzielte Einigung, wie sie insbesondere im deutschen Großlogenbunde sich bethätigt, zum erfreulichsten Ausdrucke: eine Erscheinung, die auch bei der heutigen Feier nach Gebühr hervorgehoben wurde. Im Verlauf dieser Feier wies unser Kroaprinz darauf hin, daß der prächtige Schlüterbau, welcher einen wesentlichen Bestandtheil des Logengebäudes bildet, zur Zeit der Schöpfung des preußischen Konigthums entstanden, der heute freilich eröffnete Neubau im ersten Jahrzehnt nach der Begründung des deutschen Kaiserreichs begonnen worden sei, so daß die Beziehungen zur Geschichte der Hohenzollern sich von selbst ergäben. Der Großmeister Herrig knüpfte in seiner ergreifenden Weiherede an den Segensspruch an, mit dem der Kronprinz vor beinahe zwei Jahren den Grundstein des nunmehr glücklich vollendeten Gebäudes gelegt hatte:„Fest stehe das Haus, Auf Jahrhunderte hinaus, Für Wahrheit und in Frieden!“ Auch bei der Festtafel betonte unser Kronprinz sein Verhältniß zur Freimaurerei. Wie die Ansprachen des stellvertretenden Protektors der peußischen Großen Logen schon wiederholt epochemachend für die maurerische Entwickelung geworden sind, wird die heute ausgestreute Saat keimen und reiche Früchte tragen. Mit besonderem Beifalle wurden auch die aus den Reichslanden, aus Straßburg kommenden Segenswünsche aufgenommen, in welchen die Zusammengehörigkeit des Elsaß mit dem deutschen Mutterlande, und zwar nicht bloß in freimaurerischer Hinsicht, hervorgehoben wurde. weit wesentlichere und werthvollere Eigenschaften, durch welche es ganz neue Industriezweige ins Leben gerufen hat. Das Wasserstoffatom nämlich, durch dessen Aufnahme das Phepyl in Pherylwasserstoff oder Benzin verwandelt wurde, kann sehr leicht durch andere Körper ersetzt werden. Daraus geht eine neue Reihe von Verbindungen hervor, unter denen es einer vernehmlich gelungen ist, sich das Bürgerrecht in der industriellen Welt zu erwerben. Wenn man zu rauchender Salpetersäure nach und nach so lange Benzin setzt, als sich darin auflöst, entsteht durch chemische Zersetzung, deren nähern Vorgang wir zu erörtern als zu weit führend unterlassen, eine neue Verbindung, das Nitrobenzin, bekannter unter dem Namen des künstlichen Bittermandelöls. Es ist dies eine gelbliche Flüssigkeit, ausgezeichnet durch ihren angenehmen Bittermandel ähnlichen Geruch, welche eben dieses Geruches wegen als Vertreter des sehr theuren Bittermandelöls in die Parfümerie eingeführt worden ist. Den Herren wird dieser Geruch namentlich an der Seife bekannt sein; die sog. Mandelseife ist meistens durch Nitrobenzin parfümirt. Aus diesem Nitrobenzol läßt sich aber wiederum ein anderer Stoff darstellen, den man mit zu den wichtigsten Abkömmlingen des widerlichen Steinkohlentheers zu zählen berechtigt ist. Wenn man nämlich Nitrobenzin mit Essigsäare und Eisenfeile oder mit essigsaurem Eisenoxyd behandelt, so entsteht durch chemischen Prozeß ein stickstoffhaltiger basischer Körper, der ganz dem schon früher aus Indigo dargestellten Anilin gleicht. Das Anilin(von der Indigopflanze Indigofera Anil so genannt) wurde schon 1826 vom Chemiker Unverdorben aus den Zersetzungsprodukten des Indigo bereitet, ohne jedoch die hohe Bedeutung dieser Base zu ahnen. Der Chemiker Runge stellte dann zuerst das Anilin aus dem Steinkohlentheer dar und nannte dasselbe wegen seiner merkwürdigen Eigenschaft durch das allen organischen An die Festfeier schloß sich eine Festtafelloge, welcher der Kronprinz präsidirte. Der erste Toast, von Professor Dr. Herrig ausgebracht, galt dem Kaiser, worauf sich der Kronprinz erhob, um in begeisterten und schwungvollen Worten auf das Wohl der Brüder zu trinken. Eine Reihe von weiteren Reden wechselte mit Gesangsvorträgen. Ueber drei Stunden weilte der Kronprinz unter den Brüdern, viele durch freundliche Ansprachen auszeichnend, darunter auch einen Deputirten der braunschweigischen Loge aus Wolfenbüttel, mit dem er sich über die berühmte Bibliothek in dessen Vaterstadt lange unterhielt. Die Feier mit ihrem weihevollen Gepräge wird jedem einzelnen der Theilnehmer unvergeßlich bleiben. Ein besonderes Festblatt, ebenso reich als künstlerisch ausgestattet, gelangte an jeden der Anwesenden als bleibendes Andenken zur Vertheilung. ** * Der Böttcher Krätzig. Das„Liegnitzer Stadtblatte vom 19. d. M. enthält ein Inserat, das eine wahre Perle für jede Sammlung drolliger Inserate ist. Dasselbe lautet:„Um Irrthum zu vermeiden. Ich, der Böttcher Krätzig in Waldau bei Liegnitz, bin nicht derselbe Krätzig, welcher sich vergangenes Jahr zu Michaeli ums Leben gebracht hat, sondern treibe noch wie früher Kurgeschichte und Medizinalsachen, als: Augenkranke, Skrophelkranke, Krätzkranke, verlahmte Glieder und alle äußerlichen Schäden.“ Marktberichte. * Berlin, 29. Januar. Weizen still, per AprilMai 180,75, Juni=Juli 185,— M. Gek.— Ztr. Roggen fest, per April=Mai 138,—, Juni=Juli 139,75 M. Gek. 5000 Ztr. Hafer ruhig, per April=Mai 122,25, Juni=Juli —.— M. Gek.— Ztr. Rüböl bewegt, loko mit Faß 73,20, ohne Faß 72,50, per April=Mai 73,20, Sept.=Okt. 62,40 M. Gek.— Ztr. Spiritus matt, loko 51,20, per Januar 51,—, April=Mai 52,50, Juli=August 54,30 M. Gek. 70,000 l. Petroleum matt, loko 24,80, per Januar 24,50, per Febr.=März 24,20 M. Gek.— Ztr. * Köln, 29. Januar. Weizen hiesiger loco 19,—, fremder loco 20,—, per März 19,05, per Mai 19,35. Roggen loco 15,—, per März 14,20, per Mai 14,30. Hafer loco 14,50. Rüböl loco 36,80, per Mai 36,60, per Oktober 32,—. * Neuß, 29. Januar. Weizen à 100 Kilo erster Qualität 19,80, zweiter Qualität 17,80. Landroggen 100 Kilo 1. Qualität 14,60, 2. Qualität 12,60. Wintergerste 14,—. Hafer pr. 100 Kilo 13,50. Raps 1. Qualität—.—. 2. Qualität—.—. Kartoffeln.80. Heu d 50 Kilo.—. Roggenstroh à 100 Kilo 21,— M. Rüböl per 100 Kilo in Partien von 100 Ztr. M. 70,50. Rüböl per 100 Kilo saßweise 73,—. Gereinigtes Oel per 100 Kilo 3 M. höher als Rüböl. Preßkuchen per 1000 Kilo M. 128,—. Weizenvorschuß 00 per 100 Kilo 29,—. Kleien per 50 Kilo 5,—. * Bremen, 29. Januar. Petroleum matt, loco 7,35, per Febr. 7,35, März 7,55, April 7,70, Aug.=Dez 8,40. Schmalz Marke Wilcox loco 55½, per Jau.=Febr. 55. Speck, per Jan.=Febr.=Abladnug per Steamer 49. * Antwerpen, 29. Januar. Petroleum niedriger, disp. 20, per Jan. 20, per Febr. 19¾, per März 19¾, per April 19¾, Septbr.=Dez. 21½ fr. Kaffee und Getreide unverändert. Neueste * Paris, 29. Januar. Bei dem heute im Elysée stattgehabten Ministerrath ist der bisherige Minister des Innern, Fallières, zum Konseilpräsidenten ernannt. Derselbe übernimmt zeitweilig die auswärtigen Angelegenheiten. Die Minister der Marine und des Krieges werden später ernannt werden. Die übrigen Minister verbleiben auf ihren Posten. Das Ministerium wird bei der heutigen Berathung über den Antrag Fabre in der Kammer erscheinen. * Paris, 29. Januar. Nachdem Duclerc die Minister nicht empfangen, überreichten diese dem Präsidenten der Republik gestern Nachmittag ihre Entlassungsgesuche. Gleich darauf traf bei Grévy auch die Entlassung Duclercs ein. Die ganze Nacht verging in fieberhaften Farbstoffen so feindliche Chlor eine prachtvolle blaue Färbung zu ertheilen, Kyanol. Zunächst vermochte aber das Anilin sich nur eine wissenschaftliche Bedeutung zu erringen und zwar eine sehr hohe durch die Aufschlüsse, welche seine Untersuchung über die Konstitution der so wichtigen organischen Basen lieferte. Das Anilin wurde alsdann aber bald für die Industrie so außerordentlich bedeutungsvoll, als durch vielfache Versuche verschiedener Chemiker die Darstellung ausgezeichneter Farben im Großn erzielt worden war. Das Anilin selbst ist eine farblose, stark lichtbrechende ölartige Flüssigkeit, im Wasser nur wenig löslich, im Alkohol, Aether, Fetten und ätherischen Oelen aber in jedem Verhältniß mischbar; giebt mit Säuren leicht krystallisirbare Salze, gleicht in seiner Zusammensetzung, so wie seinem sonstigen chemischen Verhalten sehr dem Ammoniak oder Salmiakgeist und gehört somit in die Kategorie der Basen oder Alkalien. Seine große industrielle Wichtigkeit dankt das Anilin, wie vorhin schon angedeutet, der Eigenschaft prachtvolle Farben zu liefern, die durch Einwirkung von Chlorwasser, namentlich von unterchlorigsauren Salzen, von Chromsäure, Uebermangansäure und Arsensäure, sowie auch durch verschiedene Metallsalze erzeugt werden. Unter diesen Farbstoffen ist es namentlich Anilinpurpur, auch Anilinviolett, Indisin genannt, der den ersten Impuls zum Anilingebrauch gegeben hat. Durch Behandlung mit Bleisuperoxyd wird der Anilinpurpur in einen andern Farbstoff verwandelt, der sich durch seine Färbekraft auszeichnet, das Rosein. Ein ganz eigenthümlicher, durch Einwirkung von zwei bestimmten Metallsalzen(Zinnchlorid und salzsaurem Quecksilberoxydul) entstandener Farbstoff ist der von seiner der Fuchsia ähnlichen Farbe Fuchsin genannt. Eine Substanz von herrlich goldgrünem Metallglanz, die sich mit prachtvoll rother Farbe in Weingeist und siedendem Wasser auflöst. Das große Aufsehen, welches die Verhandlungen. Um 9 Uhr wurde Jules Ferry, der gerade bei seiner Schwiegermutter speiste, ins Elysée berufen. Von dort begab er sich zu Fallières, berieth lange mit diesem und kehrte mit ihm um 12 Uhr ins Elysée zurück. Da Duclercs Rücktritt angenommen ist, galt ein Ministerium Ferry anfangs für sicher; doch tauchten anscheinend Schwierigkeiten auf, welche der Sache eine andere Wendung geben können. Man giebt folgende Ministerliste: alle Minister außer Duclerc, Billot, Jauréguiberry bleiben, Fallières erhält den Vorsitz, Thibaudin den Krieg, Tirard vorläufig das Auswärtige, Mahy vorläufig die Marine. Thibaudin ist ein ganz junger Divisionär, der, als er vor einigen Tagen das Kommando der 6. Division in Paris antrat, einen Tagesbefehl erließ, in welchem er die Soldaten zur Treue gegen die Gesetze und die Republik ermahnte. Republikanische Blätter lobten den Tagesbefehl sehr, sodaß Thibaudin dem, wie es scheint, rein zufälligen Bekanntwerden desselben die höchste Stelle in der französischen Armee verdankt. Meteorologische Beebachtungen der Deutschen Seewarte in Hamburg vom 29. Januar, Morgens 8 Uhr. Die Depression, welche gestern Morgen über den dänischen) Inseln lag, ist mit rasch abnehmender Tiefe und Intensität ostwärts nach Russland fortgeschritten, während ein neues Minimum über der nördlichen Nordsee erschienen ist. Unter dem Einflusse des letzteren wehen in dem Nordseegebiete, dem westlichen Deutschland und am Kanal vielfach stürmische südliche und südwestliche Winde, die stellenweise sich zu schwerem Sturme steigern. Die Temperatur liegt in Deutschland allenthalben ziemlich erheblich über der normalen. Ueber Britannien und Deutschland fielen fast allenthalben Niederschläge. Meteorologische Beobachtungen in Detmold. Allgemeiner Witterungscharaktei: 30. bedeckt. Sonnen=Aufgang 7 U. 48., Untergang 4 U. 40 M. Mondes=Aufgang 1230 Nchts., Untergang 959 Mrgs. Anilinfarben erregten, ist ein sehr begründetes. Der unendlichen Zahl von feurigen und prächtigen Abstufungen in Rosa, Karmoisin und Violett, in Grün, Blau, Roth und Lilla, sowie Lichtbraun gegenüber, halten die schönsten und zartesten Farben, welche bisher die Färberei aufzuweisen hatte, keinen Vergleich aus. Kein rother Farbstoff ist in Bezug auf Lebhaftigkeit, Tiefe und Reinheit der Farbe dem Fuchsin gleichzustellen. Vordem lieferte der Saflor ein Rosenroth, das allgemein bewundert und gefeiert wurde. Es übertraf bei weitem an Feuer das Cochenilleroth, das bisher eine so glänzende Rolle gespielt hatte. Aber das Saflor wurde durch das Murexid überwunden, und jetzt hat dieses wieder dem Fuchsin weichen müssen, hinter dem es soweit zurücksteht, wie einst das Cochenilleroth hinter dem Saflor. Jetzt wird keine Dame es mehr wagen, sich in soflorrosenrothem Kleide neben einer andern sehen zu lassen, die ein fuchsinrosenrothes trägt. Anfangs hielt man selbst die Anilinfarben gegen Einwirkung des Sonnenlichts für durchaus beständig, was denselben noch mehr Werth geben würde; es zeigte sich jedoch später, daß diese Farben gegen die Sonnenbeleuchtung nicht unempfindlich sind. Auch ist zu beklagen, daß dieselben sich häufig nicht ganz unschädlich, öfters arsenhaltig zeigen und daß selbst die als arsenikfrei in den Handel gebrachten nach Professor Dr. Schuberts Behauptung meistens noch, wenn auch nur ein Minimum, Arsen enthalten. Uebrigens wird der Werth der Anilinfarben selbst dadurch erhöht, daß sie bei der thierischen Faser, also Wolle und Seide jede Beize entbehrlich machen. Pflanzliche Faser, wie Leinen und Baumwolle erfordert jedoch eine Befestigung durch Beitze. (Fortsetzung folgt.) Berichtigung. In der 30. Reihe des ersten Abdrucks lies statt Organognen: Organogene. Berliner Kurse vom 29. Januar. Deutsche Fonds. Deutsche Reichs-Anl. 4½% Preuss. kons.„ 101.40 104.— 101,40 Staatsschuldsch. 98.— Ostpr. Pfdbr. 101,10 Pomm.„ 91,80 „„ 101,60 „" 102,60 100.50 100,60 101.50 4% Rhein.-Wstf Rtub 100,70 3½ 4„ 3½„ 4„ 4 neue Posen. „ Westfäl.„ 4" Westpreuss„ 4½% Brem. 74er Anl. 4%„„ 80er„ 4" Bad. Präm.„ „*„„ 4„ Baler.„„ Braunschw. 20 Thlr.Loose 3½% Köln-Mind. Loose Kurhess. 40 Thlr.-„ Meining. 4„„ 3% Oldenburger„ 3½% Preuss. PrämienOblig. Bankaktien. 114.— Hannover'sche Bank 69.—Köln. Wechslerbank. Leipz. Disconto-Ges. 86,50 Oesterr. Kreditanstalt 107 80Preuss. Bodenkreditb. 75—„ Hyp. Akt.-Bk. 90.75„ Hypoth.-Vers. 140,60 Ges. 187,50 Reichsbank 93—Schaaffhausen, Bankv. Gothaer Grundkr.-Bank 68 50, Westfälische Bank „„ junge 81,80 Eisenbahn-Stammaktien. Aachen-Mastricht 52.50 Mainz-Ludwigshaf. Bergisch-Märkische 126,60 Oberschlesische Bresl.-Schwdn-Freib. 103 50 ,Oesterr. Staatsb. 57 50„ Südb.(Lomb.) 126,70 Rechte Oder-Uferb. 106.— Rheinische 70.— Russ. St.-.)5% gar.) Berg.-Märk. Bank Berliner Handels-Ges. Braunschweig-Hannov. Hypoth.-Bank Bremer Bank Cob.-Goth. Cred.-Ges. Dessauer Creditanstalt Deutsche Bank Disconto-Gesellschaft Essener Creditanstalt Dortmund-Enschede Gal. C. Ludwb.(gar.) Gotthardbahn Kronpr. Rudolf(gar.) 101,75 100,75 132.— 134.80 99.— 126,10 299.50 27,30 146,75 145.50 110.25 93.— 106.— 498.— 107,75 83.35 87.50 147,40 87.— 98.75 96.60 245,75 564.— 235.— 173.25 164,10 127.60 Ausländische Fauds. 4½% Oesterr. Silber- 5% Russ. Prämien 66 rente J/J. 66,25|5„ 4½" Papierrente M/N. 65.905, 4„„ Goldr. 82.— 5„„J 60r Loos. 120,50 Oesterr. 64er Loose 318.— 5% Russ. Stieglitz—.— VI. Ser. 62er Anl. 71er„ 75er„ 77er„ 80er.„ III Orient. Anl. 5 5 1 4 5 80.10 83.25 83,95 74,96 89.95 69.70 S„ 4„ 8„ 650 5 4½% Bodenkred. Pfandbr. Gömörer„ Ital. Rente Jersey City New-Yorker 55,95 „„„ Raab-Grazer Präm Rumän. Anl. 6% 4 Schwed. Anl. Ung. Goldrente 0 75er 3½ 4½ 2 n S 2% Gal. Karl-Ludwb. Eisenbahn-Priortäts-Obligationen 4% Aachen-Mastricht 97,305% Elisab. Westb. 72 (gar.) 102 75/410 92,75 V. . 102,75s3 103,605 103.—s3 102.50 104,205 133,10 81.— 100 20 87,20 120,10 127,80 92.60 108.— 102.60 96.— 103.— 100,90 73.30 Hypotbeken-Certiflkate. 4½% Bergisch-Märk. 1. u. II. Ser. do. La. C. do. IV. und Serie do. VI. Ser. do. VII. do. VIII.„ do IX. 4½ 2 2 4½ 4½ 5 4½ 4„ 4½ 4½ 4½ Köln-Mind III. S. 102,80 5 „ 100.605 100.505 105,—5 102.50 104,505 5 IV. V. „ VI. Magdb.-Halb. Rheinische Oester. Staatsb 500 ks do. v 1874 do. do. Süd-Bahn 500 fs. do Sdb.(gar.) Rudoltsb. III. E Ung. Ostb.(Silb.) „„(Gold, Warsch.-Wiener III. E do. VI.„ Gotthardtb. I.„ 86,30 84,60 378.25 372,25 105,40 283.50 101,20 84,30 76,50 94,10 101.— 96.— 103.50 4½% Braunsch.-Hann. 101,90 4„„„ 96,70 5" Gothaer Präm. 1 116,75 5„„„ II 11325 4½„ rzb. 110 103,40 4„„„ 100 94.10 4½„ Meininger. 100,70 4„„ Präm. 116,70 5 „Preuss. Bodener. V. u. VI. Ser. 104.20 5„ Preuss. Bodener. rzb. 110 111,50 5„ do.„ 100 100,80 4" do.„ 100 97,70 5„ Prss. Centr. Bdnc. rzb. 100 % Prss. Centr. Bdnc. rzb. 110:2,20 4½, do.„ 100 102,90 4½, Preuss. Hypoth. Pfdbr. rzb. 120 106.30 „ do.„ 110 108.— do.„ 100 102,25 do.„ 100 101.— Preuss. Hyp. V. A. G. Certific. 101,25 Stettiner Nat. Hyp. rzb. 100. 100,80 do.„ 110. 103.— Schwedisch. Hypotheken... 101,90 5„ 5„ 4½n 4½ 4½ 4½ 105.50 Industrielle Gesellschaften. Berg. Märk. Bergw.-Vn. Bochumer Gussstahl Bonifacius Bergwerk Borussia„ Deutsche Eisenb. Bau. Donnersmarkhütte Dortm. Union St. Prior. Egestorff’s Salzwerke Gelsenkirchen. Georg Marienh.St. Act. Hannov. Masch. do. St. Prior. Harkort Bergwerke 5,75 Harpener Bergwerke 93.—Hibernia 70,—Hörder Hütten. conv. 95,—Königs- u. Laurah. —.— König Wilhelm 63,40 Louise Tiefbau 94.30 Menden u. Schwerte 106,75 Nordd. Lloydaktien 122,30 Ravensberg. Spinnerei 85.— Sächsische Maschinen 10.75 Vorwärts, Bielef.Spinn. 77.— Westfäl. Drahtindustrie 75.50 Westf. Union St. Prior. 109.— 85 80 101.75 128.40 31.60 44,90 67.— 140.— 107.— 135.— 93.— 133 50 91.90 Für den Inseratentheil verantwortlich: A. Mewes in Detmold. Holzverkäufe in den Fürstlichen Forsten. Forstrevier Sternberg. sollen öffentlich meistbietend verkauft werden: I. am Freitag d. 2. k. M. Morgens 11 Uhr, in der Grote'schen Gastwirthschaft im Chausseehause bei Lemgo: aus den Forstdistricten Sporkholz, Steinkuhlenberg und Nettling— a. an Eichenholz— 76 Stck. Nutzh. zu 45 fm, 17 rm Kl. u. Kn. und 75 rm Astr.; b. an Buchenholz— 102 rm Kl., 82 rm Kn. u. 205 rm Astreisig. II. am Sonnabend d. 3. k. M. Febr., Morgens 11 Uhr im Rathskeller zu Alverdissen aus den Forstd. Alverdisser=Egge, Haferkamp, Ulenth. Buchen u. Hummerberg— a. an Fichten= oder Rothtannenholz: 128 Sick. Bau= u. Schneidholz zu 81 fm, 116 Sick, dergl. Stangen I. u. II. Cl. zu Sparrenhölzern und 12 rm dgl. Knüppel; b. an Buchenholz: 9 rm Kloben und 370 rm Durchf.=Reisig. Sternberg, d. 25. Januar 1883. Der Oberförster F. Heise. —— Vaterländischer Frauen-Verein. Die nächste Zusammenkunft der ordentlichen Mitglieder des Vereins wird am Donnerstag, den 1. Februar, Nachmittags 3 Uhr im fürstlichen Schlosse stattfinden. Detmold, den 29. Januar 1883. Der Vorstand. rau Troost. Stätteverkauf. beabsichtige meine in Eschenbruch belegene Stätte, bestehend aus einem Wohnhause, einem Hausgarten mit Obstbaumbestand und 14 Scheffels. Land aus freier Hand zu verkaufen. Das Wohnhaus enthält eine Doppelwohnung mit 2 getrennten Kellern und hat bequem gelegene Wasserberechtigung. Das Land kann nach Belieben zum Hause erworben werden. Kaufliebhaber wollen sich bei mir melden. Eschenbruch, 28. Januar 1883. bei Blomberg Christian Albert. Mein Wohlhaus Nr. 13 an der Rhinstraße nebst Garten beabsichtige ich zu verkaufen. Kaufliebhaber wollen sich baldigst an mich wenden. Lage, den 30. Januar 1883. Hermann Wedegärtner. Handels= und Gewerbe=Verein. Morgen, Mittwoch, den 31. Jan., Abends 8½ Uhr im Restaurant Meier: =Versammlung. Für alle existirende Insertions=Organe werden Annoncen entgegengenommen durch Haasenstein& Vogler in Hamburg. ∆ 05 Marie Klingenberg geb. Wessel Verlobte. Detmold, im Januar 1883. Henriette Ortmann Fritz Hermsmeyer### Verlobte. b ∆ 5 Lindemannsbusch Humfeld b. Schötmar im Januar 1883. 5 8 Tagesordnung: Besprechung verschiedener noch vorliegender Fragen, betreffend 1) Berufung auf das Verjährungsrecht. 2) Petition wegen Abänderung des § 22 des Gewerbegesetzes. 3) Die Währungsfrage. 4) Verschiedene andere Angelegenheiten. Der Fragekasten wird ausgestellt. Der Vorstand Alfred Heinrichs. 25. Jahrgang. Die„Hessische Morgenzeitung“, welche am 1. Juli v. J. aus den Händen des seitherigen Eigenthümers in die Hände einer aus angesehenen Männern und Parteifreunden in Stadt und Land gebildeten Aktiengesellschaft übergegangen ist, wird in politischer Hinsicht, getreu ihrer Vergangenheit, den nationalliberalen Standpunkt festhalten. Sie wird für die gemeinsamen Aufgaben aller liberalen Schattirungen eintreten, jedoch innerhalb derselben danach trachten, daß der Radikalismus nicht die Führung erhalte. Im Uebrigen wird die „Hessische Morgenzeitung", wenn auch Parteiblatt, in erster Linie auf möglichst umfassende, wohlgesichtete und rasche Berichterstattung auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens bedacht sein. Ihr täglich zweimaliges Erscheinen befähigt sie, bereits Nachmittags ihren Lesern alle im Laufe des Vormittags eingetroffenen Nachrichten von Bedeutung, insbesondere auch Börsenund Handelsnachrichten, mitzutheilen, welche aus den anderen hiesigen Blättern erst am folgenden Tage zu ersehen sind. Zahlreiche neu gewonnene Korrespondenten in Kurhessen und Waldeck setzen sie in den Stand zu besonders eingehender Besprechung der provinzialen Angelegenheiten. Lokalberichte und Feuilleton werden ebenfalls die sorgsamste Pflege erhalten. Mit der Sonntagsnummer wird den Abonnenten ein besonderes Illustrirtes Unterhaltungsblatt kostenfrei geliefert. Da die Umwandlung des Blattes dessen Leserkreis erheblich erweitert hat und fernere Erweiterung sicher zu erwarten steht, so empfiehlt sich die„Hessische Morgenzeitung“ ganz besonders zu Annoncen aller Art. Wir hoffen, daß das Blatt in seinen neuen Verhältnissen die alten Freunde sich erhalten und zahlreiche neue hinzugewinnen wird. Die„Hessische Morgenzeitung" erscheint 12 Mal per Woche. Abonnementspreis pro Quartal 3 Mk. 75 Pfg.(pro Monat 1 Mk. 25 Pfg.). Kassel, Januar 1883. und Redaction der Hessischen Morgenzeitung. 1 8 AbendAuterhällung des Gesangvereins„Concordia“ am Sonnabend, den 3. Febr. auf dem großen Rathhaussaale zum Besten der Ueberschwemmten. Kassenöffnung 7½, Anfang 8 Uhr. Nach der Unterhaltung Ball. Es ladet hierzu freundlichst ein Detmold. Der Vorstand. Wane goche hante 90e dener und silberner und Herren= und DamenUhren, mit und ohne Schlüsselaufzug, neue und gebrauchte, verkaufe zu außergewöhnlich billigen Preisen. I. W. Remmert, Poststraße 3. NB. Da meine sämmtlichen Uhren vor Verkauf durch die Hand eines der geschicktesten Uhrmacher gehen, so kann und leiste ich für Güte und Gang derselben die weitgehendste Garantie. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen. In Detmold Lemgo durch die Klingenberg'sche Hofbuchhandlung: Staub-, Putz-, Wisch-, Gläser-, Spül- und Schrubbtücker, Gummi-Betteinlage, Hemdentuche, Flanelle etc. mpfiehlt Fr. Burghard, Gold= und Silberband, Flittern, Tarlatan, Mull und Batist empfiehlt Fr. Burghard. Habe ca. 50—60 Ctr. RoggenSpe,„, Proy a Ctr. 1,50 M abzugeben. W. Tracht. Krrtr.59 Uug Ser KSTSEE TOg JEDER BAND GEB. IN LE INWANO S M HALBFRAN 2 Ulm. Domb.=Lott. Hauptgew. 75,000 Mk. baar. Ziehung unwiderruflich 19. Febr. Original= Loose à 3½ Mk. vers. A. Fuhse, Mülheim a. d. Ruhr. Für Porto und amtliche Gewinnliste 30 Porto beifügen. Eine Amme gesucht auf sogleich. Wo? zu erfragen in der Exp. d. Bl.(32) Ein junges Mädchen, welches das Kleidermachen zu erlernen wünscht, findet Stellung zum 1. April oder 1 Mai. Zu erfragen Weinbergstraße Nr. 5. Gur gel. Poachtung! Die bewährten Präparate Odontine gegen Zahnschmerzen pr. Flacon 50„, Acetine gegen Hühneraugen pr. Flacon 40„, Veg. Haarhalsam(anerkannt vorzüglichstes Haarwuchsmittel) per Flacon 60+, sind zu beziehen durch Herrn Kaufmann August Kampmann in Detmold. Gefunden vor längerer Zeit in Heiden eine Peitsche, schwarzer Rohrstock mit schwarzem Hanf überzogen. Abzufordern bei Frau Heinr. Wessel in Heiden.