„Die Lippische Landes=Zeitunge= erscheint mit Ausnahme der Sonn= und Festtage täglich und werden in derselben die amtlichen Bekanntmachungen des Amtsblattes für das Fürstenthum Lippe in besonderer Rubrik veröffentlicht. Redaction u. Expedition: Detmold, Leopoldstraße Nr. 117. „ Abonnementspreis für das Vierteljahr: In Detmold 2 Mark 25 Pf., auswärts durch die Post bezogen 2 M. 60 Pf.,— mit Bestellgeld 3 M. —* Inserate werden mit 12 Pf. für den Raum der einfachen Corpus=Spaltzeile berechnet. Verantwortlicher Redacteur August Klingenberg. Druck und Verlag der Meyer'schen Hofbuchdruckerei(Gebr. Klingenberz) in Detmold. Ne 18.. Montag, 22. Januar. 1889. Deutscher Reichstag. Sitzung vom 19. Januar. Präsident v. Levetzow eröffnet die Sitzung um 11¼ Uhr. Am Tische des Bundesrathes: Staatsminister Scholz und andere Bundesbevollmächtigte. In die Tagesordnung eintretend erledigt das Haus zunächst den Bericht der Wahlprüfungskommission über die Wahl des Abg. v. Levetzow im 3. Frankfurter Wahlkreise, die beanstandet wird. Dann setzt das Haus die Berathung über den Antrag des Abg. von Wedell=Malchow wegen Einführung einer prozentualen Börsensteuer fort. Der erste Redner, der konservative Abg. Dr. Arnold, bestreitet, daß der vorliegende Antrag einer Abneigung gegen die Börse seinen Ursprung verdanke, er persönlich halte sogar die Spekulation innerhalb gewisser Grenzen für eine Nothwendigkeit. Man könne allenfalls die Fassung des Antrages bemängeln, aber man werde doch nicht leugnen können, daß der Antrag gerecht und billig ist. Er seinerseits halte es der Würde des Hauses nicht für angemessen, fortwährend von den Rechten und Freiheiten des Volkes zu sprechen, aber nichts für das Volk zu thun.— Abg. Büchtemann: Ec und seine Parteigenossen würden den Antrag nicht vom Parteistandpunkt aus, sondern mit voller Ruhe der Sachlichkeit behandeln. Der rechten Seite des Hauses bestreite er aber im Hinblick darauf, daß hochkonservative Männer sich so zahlreich an dem Gründungsschwindel betheiligt, das Recht, die Börse läutern zu wollen. Der Antrag Wedell habe ihn von. Neuem von der Richtigkeit des Ausspruchs Savigny's überzeugt, daß nämlich unsere Zeit keinen Beruf zur Gesetzgebung habe. Ein legislatorischer Gedanke sei weder in dem Gesetzentwurf, noch in der Begründung desselben zum Ausdruck gekommen. Der Grundfehler des Antrages bestehe darin, daß er sich zu sehr an das Stempelsteuergesetz vom Jahre 1881 ankehne, und daß man die Frage, was unter„Zeitgeschäfte“ zu verstehen sei, nach kaufmännischen Usangen beantworten will. Ein schwerer Fehler liege auch darin, daß jedes Geschäft an sich besteuert werden solle, wie darin, daß die Geschäfte, auch die von Privaten, unter strenge Kontrole gestellt werden sollen. Der Grundbesitz habe kein Interesse an einer derartigen Börsensteuer, denn sie erschwere lediglich das Geschäft. Die Fortschrittspartei werde deshalb gegen kommissarische Berathung stimmen, nicht aus Rücksichten auf die Börse, sondern weil sie wisse, daß die Fortentwickelung unseres gesammten geschäftlichen Lebens ohne die großen Börsen unmöglich sei.— Abg. Dr. v. Skarczynski erklärt sich Namens der Polen für Ueberweisung an die Kommission. Er betrachtet diesen Ankrag als den ersten Versuch, um zu einer rationellen Börsensteuer zu gelangen.— Abg. Sonnemann will sich ebenfalls einer kommissarischen Berathung nicht widersetzen, schon um deswillen nicht, weil das Gesetz vom Jahre 1881 in hohem Grade revisionsbedürftig ist. Den Antrag selbst bekämpfe er, weil derselbe nicht das Großkapital, sondern das kleine Geschäft treffen würde; das Großkapital würde künftig überhaupt nur Kassageschäfte abschließen und sich von allen Zeitgeschäften fern halten. Vorwiegend würde eine so hohe Steuer aber auch das Inland gegenüber dem Ausland zurücksetzen und Schranken aufrichten, die den internationalen Verkehr zu erschweren geeignet erscheinen. Redner erkennt die Nothwendigkeit einer höheren Besteuerung des Kapitals an, und schlägt eine Kapitalrentensteuer, und progressive Einkommensteuer mit Selbsteinschätzung und eine Reform der Gewerbesteuer vor und glaubt, daß diese Steuern gemeinsam dazu ausreichen werden, den Kommunen einen erheblichen Theil der Lasten abzunehmen.— Abg. Kayser(Soziald.) erklärt, daß ihm der Antrag an sich sympathisch ist, daß er aber demselben widersprechen müsse, weil er dem jetzigen System überhaupt keine neue Steuern bewillige. Redner illustrirt in drastischer Weise das Treiben an der Börse und macht dem heutigen Liberalismus den Vorwurf, daß er eine Interessenvertretung sei und aus diesem Grunde auch die Börse in Schutz nehmen müsse. — Abg. Frhr. v. Schorlemer=Alst: Aus der heutigen Diskussion sei ihm nur der Ausspruch Büchtemann's von Interesse gewesen, daß nämlich die heutige Zeit sich zur Gesetzgebung nicht eigne. Er werde Herrn Büchtemann später daran erinnern. Namens der überwiegenden Majorität des Centrums giebt Redner sodann die Erklärung ab, daß dieselbe eine höhere Besteuerung der Börsengeschäfte, insbesondere der Spiel= und Differenzgeschäfte nicht nur für wünschenswerth, sondern für nothwendig halte, und in diesem Sinne für den Antrag auf Ueberweisung an die Kommission stimmen werde.— Abg. Dr. Meyer(Halle) verbreitet sich im Allgemeinen über die Börsengeschäfte, indem er mit Entschiedenheit der Auffassung begegnet, als ob man an der Börse mühelos Reichthümer erwerben könne. Die Erhöhung der Börsensteuer auf das vorgeschlagene Maaß würde die Funktion der Börse vollständig lähmen.— Abg. Dr. Perret(konservativ) führt aus, daß die Börse an der Entstehung der Entwickelung der Sozialdemokratie Schuld sei. Die Börse könne nicht hoch genug besteuert werden, und was sie zu leisten vermag, das beweisen die hohen Erträge der Börsensteuer in Frankreich, was er aus den statistischen Zahlen nachzuweisen suchte.— Abg. Ludwig Löwe bekämpft die Ausführungen des Vorredners, in dem er auf die Unrichtigkeiten hinweist, welche in dem stattstischen Zahlenmaterial desselben enthalten seien. Frankreich habe die Börsensteuer erhöht, nachdem es durch die Zahlung der Kriegskontribution in die Lage gebracht sei, eine ungeheure Schuldenlast zu verzinsen. Die Diskussion wird geschlossen und nach persönlichen Bemerkungen die Beschlußfassung auf morgen 1 Uhr vertagt. Auf die.=O. setzt der Präsident noch Etatberathung. Schluß 5¾ Uhr. Deutsches Reich. * Berlin, 20. Januar. Das Centrum hat im Abgeordnetenhause sowohl als im Reichstag die kirchenpolitische Aktion mit vollen Kräften begonnen. Zu den verschiedenen bereits vorliegenden Anträgen ist jetzt noch eine Interpellation gekommen wegen des Vorfalls, daß katholische Militärmannschaften in Kosel in den Gottesdienst eines „Staatspfarrers" kommandirt worden seien. Dieselbe Beschwerde ist, wenn voir uns recht erinnern, wiederholt auch schon früher vom Centrum vorgebracht worden, indessen begnügte man sich, sie beim Militäretat vorzutragen und eine Antwort des Kriegsministers entgegenzunehmen. Gewiß nicht ohne Absicht ist diesmal die feierliche Form der Interpellation an den Reichskanzler gewählt worden. Die verschiedenen Vorstöße, die das Centrum in den letzten Tagen unternommen, deuten nicht darauf hin, daß erfolgversprechende Verhandlungen zwischen Staat und Kurie im Gange sind. *— Seitens der deutschkonservativen Fraktion wird im Reichstag ein Antrag auf Abänderung der Reichsjustizgesetze angekündigt, welcher anläßlich des Falles Hapke den Mitgliedern der christlichen Religion wie auch den Juden das Recht einräumen will, den Eid vor einem Religionsgenossen eventuell unter Zuziehung eines Die wilde Toni. Novelle von Ad. Streckfuß. (Fortsetzung.) 77 Erst durch diese Frage und das sich an sie knüpfende Gespräch erfuhr Heinrich, daß wirklich das auch nach Schernitz gedrungene, von ihm natürlich verlachte Gerücht, der Graf von Vienburg sitze im Gefängniß, einen wahren Kern habe; um so unerklärlicher aber war ihm dasselbe. Es war nach Friedrichs bestimmten Aussagen nicht zweifelhaft, daß ein Anderer für ihn im Gefängniß saß. Wer aber konnte dies sein?— Vielleicht Heinrich Müller, mit dem Heinrich Namen und Kleidung getauscht hatte, der nach Trübensee gewandert war und seitdem nichts von sich hatte hören lassen. Aber Heinrich Müller hätte sich mit einem Wort aus dem Gefängniß befreien können, er brauchte sich nur auf seinen Onkel, den Löwenwirth, zu berufen, um zu beweisen, daß er nicht der Graf Vienburg sei.— Welchen Grund konnte er haben, dies zu unterlassen?— Glaubte vielleicht der treue Mensch dadurch, daß er sich als Heinrich Müller durch den Oheim rekognosziren ließ,— die Sicherheit des Flüchtlings in Schernitz zu gefährden, blieb er deshalb lieber selbst im Gefängniß? Dies war schon möglich und eine solche Selbstaufopferung wohl zuzutrauen;— aber unerklärlich blieb es Ges, daß innerhalb 14 Tagen die Täuschung, der gzene sei der Graf von Vienburg, aufrecht erhalten werg konnte. bangem Herzen, ganz unschlüssig über das, solle, legte sich Heinrich zur Ruhe;— es blieb ihm nichts übrig, als Romenaus Ankunft abzuwarken, durch ihn nähere Erkandigungen einziehen zu Seheten aun einen Entschluß zu fassen.— Am wäre er gleich nach dem Gefängniß geeilt und hätte sich persönlich gestellt. Die Vormittagsstunden des folgenden Tages vergingen für Heinrich mit bleierner Langsamkeit.— Er brannte vor Ungeduld, irgend Etwas zu thun, um Antonie aus ihrem traurigen Jirtham zu reißen, den Gefangenen zu befreien, seine Schwester Agathe zu besuchen; aber er mußte unthätig, jetzt selbst fast ein Gefangener, im Zimmer bleiben, nicht einmal am Fenster durfte er sich sehen lassen, wenn er nicht Gefahr laufen wollte, vielleicht erkannt und verhaftet zu werden, ehe er noch den Freund gesprochen hatte. Ruhelos wanderte er in dem Zimmer auf und nieder. Er versuchte es, ein Buch zu nehmen und zu lesen; aber es ging nicht, die Sätze verwirrten sich, seine Gedanken flogen weit über das Buch hinaus, er konnte sie nicht an dessen Inhalt fesseln. Endlich, endlich nahte die ersehnte Stunde. Ein Wagen hielt vor dem Hause, ein flüchtiger Blick aus dem Fenster zeigte Heinrich den von der Reise zurückkehrenden Freund, der aus der Droschke stieg. Er eilte ihm entgegen. Romenau war ebenso erstaut, wie gestern Abend Friedrich, als er Heinrich erkannte:„Du bist frei?“ rief er hocherfreut. „Hast Du meinen Brief aus Schernitz nicht erhalten?“ „Aus Schernitz?— Nein, ich habe nichts von Dir gehört, seit Du verhaftet worden bist, und alle meine Bemühungen, Dich im Gefängniß zu besuchen, waren vergeblich.“ Immer verwirrter wurde das Chaos, Heinrich mußte sich entschließen, um es zu klären, seine Erlebnisse zu erzählen, obgleich er viel lieber zuerst gehört hätte, was während seiner Abwesenheit in'“ sich ereignet habe;— als er aber einmal beim Erzählen war, vergaß er in der Erinnerung an das Glück der vergangenen Tage alles Uebrige. Mit Begeisterung sprach er von Autonien, von seiner Liebe zu ihr, von der Wandelung seines Herzens, und er schloß daran die Bitte, daß Romenau sofort nach dem Schlosse eilen und eine Unterredung mit Antonien suchen solle, um sie aufzuklären über ihren Irrthum,— dann möge er weitere Erkundigungen darüber einziehen, vielleicht beim Löwenwirth und dessen Tochter, ob Heinrich Müller, nachdem er'* verlassen, geschrieben habe.— Nach dem Resultat dieser Erkundigungen wollte Heinrich sich darüber entscheiden, ob er sich sofort persönlich stellen werde, um den Gefangenen zu befreien. Romenau hörte mit einer recht bedenklichen, unzufriedenen Miene Heinrichs Erzählung an.„Geht Dir nicht wieder das Herz mit dem Kopfe durch, Heinrich?“ fragte er ernst.—„Du liebst Antonie von Freienberg und willst um ihre Hand werben! Hast Du denn ganz vergessen, weshalb Du noch vor so kurzer Zeit diese Dir angebotene Hand ausgeschlagen hast?“ „Kein Wort des Zweifels gegen diesen Engel des Lichtes, wenn Du mein Freund bist, Romenau!“ rief Heinrich wild erregt.„Selbst Dich könnte ich hassen, wenn Du es wagst, die schmähliche Verdächtigung zu wiederholen, deren Opfer Antonie geworden ist.— Sie ist unfähig eines unedeln Gedankeas!— Wenn Du nicht willst, daß ich Dich augenblicklich verlasse und selbst nach dem Schloß eile, auf die Gefahr hin, sofort verhaftet zu werden, dann sprich nicht weiter.“ Romenau fügte sich,— er kannte seinen Freund und wußte, daß dieser Wort halten werde, des halb machte er keine weiteren Einwendungen. Mit kurzen Worten erzählte er Heinrich, daß er Agathen schriftlich seine Liebe erklärt und von ihr das süße Geständniß der Gegenliebe erhalten habe, daß er glücklich sei, sie im Schutze der Herzogin zu wissen,— daß er alle Vorberettungen getroffen habe, um seinen Abschied zu nehmen, sich auf seine Güter zurückzaziehen und offen als Bewerber um Agathens Hand aufzutreten,— er empfing den herzlichen Glückwunsch des Freundes; aber er sah dessen Ungeduld und beeilte sich daher aufzubrechen, um Heinrichs Aufträge auszuführen. (Fortsetzung folgt.) Geistlichen ihrer Religion abzulegen. Man wird auf diese sensationelle Verhandlung und ihr Resultat in hohem Grade gespannt sein dürfen. *— Der Versuch, die vom Handelsminister gesprengte Grüneberger Handelskammer wieder zu bilden, ist, wie schon neulich mitgetheilt, gescheitert. Einerseits hofft man, durch diesen Vorfall werde dem Landtage ein Anstoß gegeben, die Handelskammerangelegenheit zu verhandeln und gegen die Auffassung des Handelsministers sich zu erklären, andererseits will man von schutzzöllnerischer Seite aus dem Vorfall neue Beweismittel für die Nothwendigkeit der Reform der Handelskammern hernehmen. Bekanntlich ist es der schutz zöllnerische Verein für die wirthschaftlichen Interessen und Prof. v. Kauffmann, welche in der Umwandlung der Handelskammern in Wirthschaftskammern das Mittel erkennen, den Streit nach dem Herzen des Fürsten Bismarck beizulegen. Insbesondere gegen Herrn v. Kauffmanns Schrift hat sich eine starke Gegnerschaft aus kaufmännischen und namentlich aus Handelskammerkreisen erhoben, die jüngst in der Magdeburgischen Zeitung ihr Urtheil gegen die empfohlenen Wirthschaftskammern sehr entschieden abgegeben hat. Die Frage, ob Wirthschaftskammern, die aus Mitgliedern des Industrie= Handels, Gewerbe= und vielleicht auch noch Bauernstandes bunt zusammengesetzt wären, eine bestimmte wirthschaftliche Frage, die ja stets wesentlich nur die Interessen eines Mindertheiles der Kammer berühren würde, zutreffender und sachlicher zu prüfen im Stande wären, als die jetzigen Kammern— das ist eine Frage, die unbedingt verneint werden muß. Die Rothwendigkeit einer größeren und besseren Vertretung der kleingewerblichen Interessen mag immerhin zugegeben werden, die Abstellung des Uebels aber muß auf ganz anderem Wege erfolgen. Die jetzt so eifrig befürworteten Wirthschaftskammern erregen den Verdacht, weniger die Vertretung des Kleingewerbes als die Vergewaltigung des Handelsstandes und der jetzigen— in ihrer Mehrheit freihändlerischen— Handelskammern zum eigenlichen Ziel zu haben. *— Kardorff und Genossen haben im Reichstag den auf dem Kölner Bimetallistenkongreß beschlossenen Gesetzentwurf wegen Umänderung der Münzgesetzgebung eingebracht. *— Dem Professor Gneist wurde, als derselbe vorgestern Vormittag 9 Uhr das Auditorium betrat, aus Anlaß seiner letzten großen Rede im Landtage, eine studentische Ovation dargebracht. Der Genannte wurde mit lange anhaltendem Beifall begrüßt, der von dem also Gefeierten mit folgenden Worten erwidert wurde: „Meine Herren, ich werde im Laufe der heutigen Vorlesung noch Gelegenheit haben, auf das zu sprechen zu kommen, woran Sie wahrscheinlich derken.: Die Ueberschrift des in derselben Stunde besprochenen Paragraphen aus dem„preußischen Staats= und Verwaltungsrecht" lautete:„Verhältniß von Staatsverwaltung und Selbstverwaltung.“ Theater=Wochenschau. Die vorige Woche begann mit der neuen Posse „Kyritz=Pyritz=, von der man mit Recht sagen kann: „Sie führt ihren Namen in des Wortes verwegenster Bedeutung" und rechtfertigte sie deshalb vollkommen den Ruf, der ihr voranging. In der Posse soll einmal der vom Dichter zum Vorwurf genommene Gegenstand, seien es Sitten und Gebräuche, seien es gesellschaftliche Schwächen, dadurch gegeißelt werden, daß sie in derb komischer Weise ins Lächerliche gezogen werden. Je stärker die Karrikatur ist, ohne jedoch ins Bizarre zu verfallen, von um so größerer Wirkung wird sie sein, thun dann noch die an passender Stelle eingefügten Verwicklungen das ihrige, um die nöthige Spannung hervorzurufen und sind die Ueberraschungen überall am rechten Platze, so ist der Erfolg unausbleiblich. Daß alle diese Umstände in„Kyritz=Pyritz“ in vollem Maße zutreffen, davon hat die ungetheilte Aufnahme dieser Posse nicht nur an allen größeren, sondern auch an kleineren Bühnen und speziell auch hier am vergangenen Sonntag den besten Beweis geliefert. Wesentlich trug dazu aber auch das durch und durch abgerundete Spiel und die wirklich vorzügliche Einstudirung des Stückes bei, so daß es schwer hält, irgend einen der Mitwirkenden als besonders hervorragend herauszunehmen. Man geht in die Posse, um sich einmal recht herzlich auszulachen, geschieht dies, so hat sie ihren Zweck erreicht und daß dies am vorigen Sonntag im ausgedehntesten Maße der Fall war, das bewies uns die in allen Theilen des Hauses herrschende fast übergroße Heiterkeit. War der Sonntag dem derb Komischen geweiht, so galt der Montag dem fein Komischen, dem Lustspiel. Auch im Lustspiel sollen ja gewisse Schwächen des Menschen oder ganzer Sphären der menschlichen Gesellschaft gegeißelt werden, nur muß die Komik hier eine feinere, die Sprache eine edlere sein und auch die Verwicklungen und Verwechselungen dürfen nicht so klar zu Tage treten wie in der Posse. Je geschickter dieselben angelegt sind, je weniger die davon getroffenen Personen merken, um so sicherer wird der Erfolg, d. h. die Bekehrung sein. Lamm und Löwe von A. Schreiber, welches am Montag zur Aufführung gelangte, entspricht diesen Anforderungen im Allgemeinen ganz wohl und gab den einzelnen Darstellern vollkommen Gelegenheit, sich in ihrem Können zu zeigen. Herr Pichler gab den lebenslustigen Gutsbesitzer Flotte in ungezwungener Weise, ohne dabei zu übertreiben, wozu diese Partie Baden. * Karlsruhe, 19. Januar. Der Großherzog und die Großherzogin treten am Sonntag Abend die Reise nach Berlin an.— Die Sammlungen des Landeskomités für die in Folge der Ueberschwemmung Nothleidenden haben 320000 M, die des Mannheimer Komités 120000 M ergeben. Sachsen=Weimar=Eisenach. * Weimar, 18. Januar. Herr Direktionsrath a. D. v. Schenkendorff, Mitglied des preuß. Abgeordnetenhauses, hat hier gestern auf Wunsch des Oberbürgermeisters und des Gewerbevereins einen Vortrag über Handfertigkeitsunterricht gehalten. Ueber den Nutzen dieses Unterrichts, der übrigens bereits eine hervorragende Stelle in den Systemen bewährter Pädagogen zu Ende des vorigen Jahrhunderts einnimmt, kann kein Zweifel sein und die Bestrebungen, diesen Unterricht jetzt zu verallgemeinern, verdienen vollen Beifall. Das Ergebniß des v. Schenkendorff'schen Vortrages war, daß auch seitens der städtischen Behörde zunächst für Ausbildung eines Lehrers Sorge getragen werden wird, der dann später den Unterricht in der städtischen KnabenArbeitsschule ertheilen wird. Se. königliche Hoheit der Großherzog empfing Herrn v. Schenkendorff in Audienz und ließ sich von ihm Bericht erstatten.— Die Sammlungen für eine dem Kronprinzen des deutschen Reiches und von Preußen und seiner Gemahlin am 25. Januar zur Verfügung zu stellende Gabe, haben trotz der Kürze der Zeit und der Ungunst der Verhältnisse nahe an 2700 M im Großherzogthum ergeben, wie die„Weim. Ztg.“ heute mittheilt.(Magd. Z) Frankreich. * Paris, 19. Januar. Der Graf und die Gräfin von Paris werden von Cannes in Paris erwartet. Fast alle hiesigen Blätter sind mit der„Legitimistenverschwörung" beschäftigt, die nun zwar noch nicht morgen, Samstag, losbrechen, sondern erst am nächsten Montag ihre Kundgebung machen soll, und noch dazu zugleich in Paris und in vielen Orten des Landes; auch sollen bereits zu dem Zwecke viele Legionäre Paris verlassen haben, um zu ihren betreffenden Legionen zu stoßen. Aber trotz alledem lebt man der Ansicht, daß weder am Montag noch in nächster Zeit überhaupt ein ernster Streich versucht werden wird, da die Regierung gewarnt ist. Die Untersuchung gegen den Prinzen Napoleon wird langwierig und das Ergebniß geheim gehalten. Dem Gefangenen wurde während der Untersuchung nur gestattet, seine Angehörigen zu sprechen. Der Prinz schrieb seiner Gemahlin, er sei ohne Sorge, sie möge immerhin in Montecalieri bleiben. Die Prinzessin Clothilde beschloß dennoch, nach Paris zu eilen. Die Erzählungen des„Figaro" und anderer Blätter über den Prinzen Viktor sind erdichtet und nur so weit wahr, als der Prinz Wohnung und Tisch bei Brunet hat. Als der italienische Botschafter Menabrea gestern dem Minister des Auswärtigen anzeigte, er werde die gar zu leicht neigen kann und auch in Herrn Textor fand der Oekonomie=Rath Schweiger einen würdigen Interpreten, der den ruhigen pietistischen Temperenzler in eirer feinen Weise charakterisirte, ebenso wie Herr Klug als Dr. jur. Lamm seine Doppelrolle als flotter Lebemann einer=, und seinem Schwiegervater in spe gegenüber, der nur einen seinen Ansichten huldigenden Schwiegersohn haben will, als Muster der Solidität und Enthaltsamkeit andererseits, ganz vortrefflich durchführte, welch gleich schwierige Doppelpartie in umgekehrter Weise Herrn Weiß gleich vorzüglich gelang. Von den Damen gab Frau Grunert die Frau Flotte in der bei ihr stets gewohnten feinen Charakteristik wieder, wie auch Frl. Ulrichs die schüchterne Liebhaberin und noch schüchternere Widerspenstige, die sie dem väterlichen Willen gegenüber herauskehrte, ganz vortrefflich zur Geltung brachte. Bei Frl. Tovote können wir nur den Fleiß loben, mit welchem sie den ihr gestellten Aufgaben zu entsprechen sucht und gelang ihr denn auch stellenweise die resolute Verliebte und Tochter, welche sich keinen Bräutigam wider Willen aufzwingen lassen will, ziemlich gut. Der Mittwoch brachte uns nach dem fein angelegten einaktigen Lustspiele Görners:„Eine kleine Erzählung ohne Namenn eine angenehme Abwechslung in der Vorführung von Schillers Lied von der Glocke in lebenden Bildern. Ließ auch der Vortrag des Herrn Klug hin und wieder in der Auffassung und der dadurch bedingten Wiedergabe einzelner Stellen des Gedichtes etwas zu wünschen übrig, so war doch das Arrangement der einzelnen Bilder höchst ansprechend, ja in manchem, wie die Liebe, der häusliche Friede, die Familie und das Schlußbild: der Friede von durchschlagender Wirkung. Ueber die letzte Vorstellung in vergangener Woche „Geethes Faust,“ ist uns von geschätzter Hand eine Besprechung zugegangen, die uns dieser, bei den herrschenden divergirendsten Ansichten des Publikums, geradezu unangenehmsten Aufgabe enthebt und die wir um so lieber in ihrer unveränderten Fassung wiedergeben, als sich in derselben vollständig unsere Ansichten wiederspiegeln. Unsere Wochenschau wollen wir jedoch nicht schließen ohne mit Genugthuung der Wahrnehmung zu gedenken, daß Ihre Großherz. Hoheit die regierende Fürstin, sowie die Prinzessin Friederike die Vorstellungen wiederholt mit Ihrem hohen Besuche beehrt und denselben stets bis zum Schlusse beigewohnt haben. M. *" Am Freitag Abend gelangte bei außerordentlich gut besetztem Hause der„Faust“ zur Aufführung. Es Prinzessin Clothilde auf dem Bahnhof erwarten, fügte er hinzu, dieser Schritt der Höflichkeit gegen die Schwester des Königs von Italien dürfe nicht als eine Einmischung in die Händel des Prinzen Napoleon mit der Regierung der Republik, die eine innere Angelegenheit Frankreichs sei, angesehen werden. Der Prozeß gegen den Prinzen wird allem Anschein nach nicht zu Ende geführt, sondern die Ausweisung alsbald angeordnet werden. Die Minister sind übrigens noch nicht einig über das Prätendentengesetz und es heißt sogar, Mahy und Herisson drohten mit ihrem Austritt aus dem Kabinet. Wegen der Legitimisten=Umtriebe wird morgen eine Interpellation gestellt werden. Osmanisches Reich. * Konstantinopel, 19. Januar. Trotz der offiziellen Anstrengungen, die Revolte im Palast zu vertuschen, bestätigt sich dieselbe. Es hat ein heftiger Kampf zwischen einem albanischen und einem Negerregiment stattgefunden, hervorgerufen durch einen Streit zwischen einer schwarzen Schildwache und einem Albanier, der zwei Stunden dauerte und bei dem es fünfzig Todte und Verwundete gab. Der Sultan war äußerst erregt über dieses Zeichen mangelhafter Subordination in der Armee. Es wird ferner bestätigt, daß alle Palastgärten allnächtlich jetzt mittelst Gas beleuchtet werden. Aegypten. * Kairo, 7. Januar. Am 3. d. M. ist Prinz Friedrich Karl von Preußen mit vier Herren seines Gefolges in Alexandrien an Bord des Lloydschiffes „Ettore" eingetroffen. Die vom Khedive zu seiner Begrüßung beorderten Pascha's wurden in verbindlichster Form auf das strenge Inkognito aufmerksam gemacht, das der hohe Besucher in Aegypten gewahrt zu wissen wünschte. Weder die Prachtbarke des Khedive und sein am Ufer harrender Galawagen, noch der bereitgestellte Extrazug und das Palais Kasr=el=Nusa in Kairo wurden angenommen. Als beim Austausche der Besuche in Kairo der Khedive den Prinzen zwanzig Minuten in seinem Hotel auf die Erwiderung der ersten Visite warten ließ, glaubten Manche darin etwas Beabsichtigtes zu erkennen. Der Prinz hat übrigens deutlich genug seine Verwunderung darüber zu erkennen gegeben, daß auch Lord Dufferin ihn nach angesagtem Besuche ¾ Stunden lang warten ließ und schließlich überhaupt nicht erschien. Soll dies etra die Strafe dafür sein, daß der Prinz es unterlassen hat, den Alexandriner Kriegsschauplatz, traurigen Andenkens, zu besichtigen? Hatten sich doch die englischen Zeitungen auf den Besuch desselben seitens des zu den größten Feldherren seiner Zeit zählenden Prinzen viel zu Gute gethank Reiste doch ihren Darstellungen zufolge der von ihnen „The read prince“ Genannte eigens zu diesem Zwecke nach Aegypten, um die Stätten des Kriegstheaters zu besichtigen! Nach der Nilfahrt, die Prinz Friedrich Karl morgen antritt, wird derselbe von Suez aus sich an Bord des Kanonenbootes„Cyclop= nach Tor bringen lassen, um von dort aus den Sinai zu beist in der That ein wahrer Genuß nach all den leichten, durchsichtigen Lustspielen und Konversationsstücken, die uns die letzten Wochen brachten, mal wieder die kernige, kraftvolle Sprache eines Goethe zu hören. Und wie sehr unser kunstliebendes Publikum unsere alten Klassiker zu schätzen weiß, zeigte sich daran, daß an den klassischen Abenden der Musentempel weit besser als an anderen besetzt war. Was die Aufführung selbst betrifft, so kann dieselbe im Ganzen als eine gute bezeichnet werden. Besonders gebührt Herrn Ad. Müller als Mephistopheles unser ungetheiltes Lob. Sein Spiel wie seine Sprache ist äußerst gewandt und leicht, die ganze Auffassung der Rolle eine eigenartige, der wir unsern vollen Beifall nicht versagen konnten. Um so mehr mußten wir es bedauern, die Rolle des Faust nicht besser besetzt zu finden. Herr Direktor Steffen, der sonst so gewandte, vielseitige Schauspieler, war an diesem Abend seiner Rolle durchaus nicht gewachsen. Wenn wir auch an seinem Spiel weniger auszusetzen fanden, so ist sein Organ für diese Rolle doch vollständig unzureichend, da seine Stimme bei jeder Steigerung einen unangenehmen heiseren Klang bekommt. Wenn genannter Herr das alte Sprichwort:„non omnes possumus omnia“ doch ein wenig mehr berücksichtigen und sich sagen wollte, daß wohl ein ganz besonderes Talent dazu gehört, um die Rolle eines „schneidigen“ Berliner Gardelieutenants und eines— Faust mit gleichem Geschick zu spielen. Die noch von vorigem Jahre her bei uns in bestem Andenken stehende Fräulein Marly erfreute uns als Margarethe wie immer durch ihr gewandtes, anmuthiges Spiel und ihre edle Sprache. Besondere Erwähnung verdienen noch Frau Wohlbrück als„Frau Marthe= und Herr Weiß als Valentin. Beide wurden ihren Rollen gerecht und müssen wir es besonders anerkennen, daß Frau Wohlbrück ihr Spiel von aller Farce und Uebertreibung, in die die Darstellerinnen dieser Rolle gar zu leicht verfallen, frei zu halten wußte. ———— Nachdem wir hiermit unsere Ansicht über die Licht= und Schattenseiten dieser Aufführung ausgesprochen, können wir die Bemerkung nicht unterdrücken, daß wir die Art und Weise, mit welcher einige Abonnenten ihrer Ansicht resp. Unzufriedenheit Ausdruck gaben, etwas rücksichtslos finden und durchaus nicht billigen können. A. S. H. steigen und dann durch den Suezkanal nach Port Said zu fahren, wo ihn das Kadetten=Uebungsschiff, die „Nymphe", erwartet, die ihn nach Jaffa führen soll. Sehr erheiternd wirkt, was den beabsichtigten Besuch Jerusalems betrifft, die von französischen Blättern aufgebrachte Sensationsnachricht, den Prinzen veranlasse zu dieser Reise ein deutscher Kolonisirungsplan in Betreff Palästina's. dem Fürstenthum Lippe und Umgegend. * Detmold, 19. Januar. In nächster Zeit werden neue Reichskassenscheine zu zwanzig Mark und bald darauf auch solche zu fünf Mark ausgegeben werden. Die Beschreibung derselben bringen wir nächstens. * Detmold, 20. Januar. Das Militär=Wochenblatt meldet: Dem Major Plewig vom Infanterie Regiment Nr. 132 ist mit Pension und der Uniform des 6. Westf. Infanterie=Regiments Nr. 55 der Abschied bewilligt. * Detmold, 22. Februar.(Theater.) Wie wir horen, wird am nächsten Mittwoch das Saar'sche Schauspiel„Die Rantzau“ zum Benefiz des fürstlichen Hofschauspielers Pichler zur Aufführung gelangen. Bei der allgemeinen Beliebtheit, welcher sich der geschätzte Darsteller der feinkomischen Rollen zu erfreuen hat, würde der Hinweis auf das Bevefiz wohl allein schon genügen, um ihm an diesem Ehrenabende ein volles Haus zu sichern, um so mehr ist es anzuerkennen, daß er dazu eine Novität gewählt hat, welche überall mit dem größten Beifall ausgenommen worden ist, und können wir daher den Besuchern dieser Vorstellung einen besonders genußreichen Abend versprechen. * Lage, 20. Januar. Außer den bisher bestehenden Biehmärkten werden für das laufende Jahr hiesigen Orts noch an folgenden Dienstagen derartige Märkte abgehalten werden: am 13. Februar, 13. März, 8. Mai, 10. Juli, 14. August und 13. November. * Minden, 19. Januar. Gestern hat die hiesige Postbehörde mit der Gesellschaft„Harmonie“ einen Vertrag abgeschlossen, welchem zufolge litztere einen Theil ihrer ausgedehnten Gesellschaftsräume auf die Dauer von drei Jahren zur Aufnahme der Stadtpost miethweise abtritt. Innerhalb dieser Zeit soll das jetzige baufällige Postgebäude niedergelegt und durch ein neues ersetzt werden.— Eine vorgestern hierselbst zum Besten der Ueberschwemmten am Rhein vorgenommene planmäßige Sammlung ergab die für hiesige Verhältnisse recht erhebliche Summe von 2800 M, die sofort nach Koblenz, Speyer und Darmstadt versandt wurden. (W. Ztg.) * Pyrmont, 18. Januar. Dem Brunnenarzte Dr. Menke hierselbst ist von Sr. Durchlaucht dem Fürsten der Titel Sanitätsrath verliehen worden.— Bei den vier Standesämtern unseres Fürstenthums(Pyrmont, Oesdorf, Holzhausen und Neersen) sind im Jahre 1882 insgesammt 260 Geburten und 202 Sterbefälle zur Anmeldung gekommen und 72 Eheschließungen vollzogen worden. Verschönerung Münchens. Der baierischen Metropole steht eine großartige Erweiterung und bezw. auch Verschönerung bevor. Trotz der außerordentlichen Bauthätigkeit in München, wollen vort die Wohnungen nicht mehr recht ausreichen und namentlich nicht billiger werden. Man plante daher schon seit einigen Jahren die Bebauung der großen weitgestreckten Theresienwiese, die durch die jährliche Abhaltung des berühmten Oktoberfestes so sehr bekannt geworden ist. Dieser Plan erschien einige Zeit als ein denn doch zu großartig angelegter. Nunmehr aber will man ernstlichst an das große Weik gehen. Mit 25 gegen 1 Stimme hat der Magistrat ein vom Baurathe Henerni ausgearbeitetes Projekt angenommen, nach welchem ein Theil der Theresienwiese überbaut und München ein großartiges Stadtviertel bereichert werden soll. Die Straßen, welche in drei Breiten von 25 Metern, 20 Metern und 15 Metern vorgesehen sind, nehmen ihre Richtung nach dem weltbekannten Standbilde der Bavaria. Der Beschluß des Magistrates muß noch vom Gemeindekollegium genehmigt werden; an der Zustimmung des Letzteren wird übrigens nicht im Mindesten gezweifelt. Militärische Mittheilungen. Aus der preußischen Rangliste für 1883 ist folgendes hervorzuheben: Von den kommandirenden Generälen der dort aufgeführten Armeekorps gehören 8 der Infanterie und 6 der Kavallerie an. Die der Infanterie angehörenden Generäle sind: Frhr. v. Barnekow(I. Armeekorps), v. Dannenberg(II.), v. Pape(III.), v. Blumenthal(IV.), v. Stiehle(.), v. Thile(VIII.), v. Obernitz(XIV. badisches Armeekorps), der Kavallerie gehören Graf Brandenburg II.(Gardekorps), v. Tümpling(VI.), v. Witzendorf(VII.), Prinz Albrecht von Preußen(.), Frhr. ## Schlotheim(Xl.), Frhr. v. Manteuffel(XV. Armeekorps). Insanteni Kansliste angeführten Divisionen sind 16 von ### kerie= und 13 von Kavalleriegenerälen befehligt; zu den divisrn treten noch die zwei Kommandeure der Kavallerieund##“: In Bezug auf das Zahlenverhältniß der adeligen Die alTgerlichen Offiziere entnehmen wir der Rangliste folgendes: Generg; äle der Infanterie und Kavallerie(oberste Charge der sind 86!) sind sämmtlich adelig. Von den Generallieutenants der Infans is, 4 bürgerlich; Generalmajors 108 zu 21; Obersten 15 zu 14. 130 zu 30; der Kavallerie 31 zu 7; der Artillerie Infanterie nas Ingenieurkorps 3 zu 5; Oberstlieutenants der zu 37: 5. zu 68; der Kavallerie 66 zu 7; der Artillerie 262 zu 271:“ Ingenieurkorps 3 zu 9; Majors der Infanterie 124: des 5# der Kavallerie 149 zu 18; der Artillerie 35 zu Splim##n enieurkorps 14 zu 44. In der Garde ist das Verhunnß der Adeligen zu den Bürgerlichen: bei der Infanterie , Lei der Kavallerie 195 zu 1; bei der Feldartillerie 94 zu 10; bei der Fußartillerie 18 zu 22. In der Linie bei der Infanterie 2625 zu 3612; bei der Kavallerie 1237 zu 335; bei der Feldartillerie 240 zu 912; bei der Fußartillerie 17 zu 334; bei dem Ingenieurkorps 44 zu 459. Es sind bei den letzteren Zählungen die Aggregirten u. s. w. nicht mit in Betracht gezogen. Vermischtes. * Magdeburg, 19. Januar. Der Raubmörder Ziegeler hat gestern in später Abendstunde bei seiner weiteren Vernehmung in der Gefängnißzelle dem KriminalKommissarius Schmidt gegenüber, um, wie er selbst sagt,„sein Gewissen zu erleichtern", das Geständniß abgelegt, den Dähne und die Sander in räuberischer Absicht ermordet zu haben. * 2 * Originelle Postkarte. In Wehrden an der Weser traf im Sommer vorigen Jahres eine Postkarte aus Oberhausen ein, welche folgende originelle Adresse hatte: „An den ersten besten Bäcker in Wehrden am Solling, er wohnt an der rechten Seite des Weges vom Bahnhof nach Fürstenberg in Braunschweig, rechts im Hause ist Gaststube, lirks Spezereiladen, hinten im Hause Backstube, dahinter Kegelbaha, unter der Bodendecke hängen Speckseiten.“ Die Annahme, daß bei so genauer Bezeichnung der gemeinte Adressat durch den betreffenden Postboten ohne Schwierigkeit zu ermitteln sein würde, erwies sich als zutreffend, da die Karte alsbald in den Besitz des Bäckermeisters K. daselbst gelangte. Gemeinnütziges. * Einfaches Desinfizierungsmittel. Als ein einfaches und dabei angenehm riechendes Mittel zur Reinigung der Wohn= und Krankenzimmer von verdorbener Luft kann eine Auflösung von Salizylsäure in Kölnischem Wasser(4 Gramm Säure in 80 Gramm Kölnischem Wasser) empfohlen werden. Die Vertheilung geschieht mittelst eines Verstäubers, wie man ihn in jedem Galanteriewaarenladen erhalten kann, auf Möbel, Teppiche, Vorhänge u. s. w. Aerzte können auf diese Weise ihre Kleider desinfizieren lassen und so der Verbreitung von ansteckenden Krankheiten durch den von ihren Kleidern aufgenommenen Krankheitsstoff vorbeugen. Die Zusammensetzung wird auch als Parfüm für Taschentücher empfohlen, vorzugsweise für Damen beim Fahren in den Pferdebahnwagen, beim Besuch von Kirchen und gemischten Versammlungen, besonders zu Zeiten, in denen Epidemien herrschen. * Zur Vertilgung von Holzwürmern wendetman am zweckmäßigsten Benzin an. Das Insekt kann den Geruch desselben nicht vertragen, und sobald die Bohrlöcher mit der Flüssigkeit genügend gefüllt sind, sterben Insekten, Larven und Eier. Möbel und Holzschnitzereien, welche schon sehr von den Angriffen der Insekten gelitten haben, bringt man in möglichst luftdicht verschließbare Räume, die verdampfte Flüssigkeit ersetzt man mehrmals aus's Neue, bis man größere Mengen todter Insekten oder Larven findet. Neue Holzbauten schützt man dadurch, daß man dieselben mit einem Ueberzuge von Leim versieht, zu dessen Lösung man Quecksilberchlorid(2 g auf 1 Liter der Lösung) zusetzt. Repertoir des Königlichen Theaters zu Hannover. Montag, den 22. Januar: Nathan der Weise. Dienstag, den 23. Januar: Der neue Stiftsarzt. Mittwoch, den 24. Januar: Der Blitz. Donnerstag, den 25. Januar: Marsch aus dem„Sommernachtstraum"; Fidelio. Freitag den 26. Januar: Romeo und Julia. Sonnabend, den 27. Januar: Die Zauberflöte. Sonntag den 28. Januar: Der Templer und die Jüdin. Viehbörse a. d. Centralschlacht= und Viehhofe zu Hannover. Hannover, 18. Januar. Aufgetrieben sind 36 Stück Groß= vieh, 293 Schweine, 137 Kälber und 53 Hammel. Der Handel in Großvieh war flau und sind für die wenigen Abschlüsse die Preise des vorigen Marktes anzunehmen. Kleinvieh war in guter Nachfrage und hielten sich auch hierfür die letzten Preise, nämlich: für Schweine 54—60., für Kälber 65—72 Pfg. und für Hammel 65—70 Pfg.(M..) Wochenmarkts=Preise. * Bielefeld, 20. Januar. Butter pr. ½ Kilo M. /1,05, Rindfleisch pr. ½ Kilo M.—.60, Schweinefleisch pr. ½ Kilo M. —.65, Speck, hiesiger pr. ½ Kilo M.—,85, Speck amerikanischer pr. ½ Kilo M.—,85, Kalbfleisch pr. ½ Kilo M.—.50, Hammelfleisch pr. ½ Kilo M.—.65, Gänsefleisch 4 Pfund für M. —.—. Eier 17 Stück M. 1,—, Zwiebeln pr. ½ Kilo M.—,06, Aepfel pr. ½ Kilo M.—,12, Birnen ½ Kilo—.12, Rüben pr. 1 Kilo M.—.06, Wurzeln pr. 1 Kilo M.—.07, Kartoffeln, neue, 1 Kilo M.—.—, Blumenkohl à Stück M. —.60, Kopfsalat 2 Stück M.—,17, Kappus à Stück M.—,10, Rothkohl à Stück M.—,15, Wirsing à Stück M.—.12, Steckrüben à Stück M.—.08, Kohlrabi 3 Stück M.—,10, Gurken 2 Stück M.——, Kartoffeln pr. 150 Pfund M. 6,—, Roggenstroh 50 Kilo M. 2.25, Haferstroh 50 Kilo M. 2,50, Weizenstroh 50 Kilo M. 1,60, Heu 50 Kilo M..70. * Paderborn, 20. Januar.(Marktpreise), 100 Kilo Erbsen 22,50—25,50, Bohnen 24,00—27,50, Linsen 34,00—38.50, Kartoffeln 5,90—6,50, Stroh 3,00—5,55, Heu 4,40—5,25, ½2 Kilo Rindfleisch 0,60—0,65, Schweinefleisch 0,60—0,65, Kalbfleisch 0,45—0,50, Hammelfleisch 0,50—0,60, Speck 0,80— .00, Butter 1,00—1,20, Schock Eier 3,00—3,20. Neueste Nachrichten. * Berlin, 21. Januar. Prinz Karl, der Bruder des Kaisers, ist heute kurz vor 2 Uhr gestorben. * Hamburg, 20. Januar, 11 Uhr Nachts.(Untergang des Dampfers„Cimbria“.) Der Hamburger Postdampfer „Cimbria“, Donnerstag nach Newyork abgegangen, ist Freitag Morgen in der Nähe von Borkum in dichtem Nebel mit dem englischen Dampfer„Sultar“ in Collission gewesen und nach kurzer Zeit gesunken. 39 Personen von der„Cimbrian sind heute Nachmittag in Kuxhaven gelandet. Die Gesellschaft sandte D. Hansa und vier große Dampfer von Kuxhaven aus um die anderen Böte aufzusuchen. Auch die Nachts abgehende „Bavaria“ ist beauftragt die Böte der„Cimbria= aufzusuchen. Die„Cimbria“ hatte 380 Passagiere und 110 Mannschaften an Bord. * Hamburg, 21. Januar, 3 Uhr 36 Min. Die „Cimbria“ wurde so schwer beschädigt, daß sofort klar wurde, daß sie in kürzester Zeit sinken werde; deshalb wurde von Seiten der Offiziere alles gethan, was geschehen konnte, um die an Bord befindlichen Menschen zu bergen. Schwimmgürtel wurden vertheilt und der Befehl gegeben, Böte zu Wasser zu bringen, was leider bei dem sich sehr schnell auf die Seite legenden Schiffe auf der einen Seite sehr schwierig war, auf der andern sich bald als Unmöglichkeit heraus stellte. Als der zweite Offizier noch mit dem Loshauen der Bante an Deck beschäftigt war, um möglichst viel treibendes Holz zu verschaffen, sank das Schiff unter ihm weg. Er erfasste eine Spiere, als sich aber viele im Wasser Treibende an derselben anklammerten, ließ er los und schwamm dem Beote zu, welches von der „Theta“ aufgenommen wurde, und übernahm dessen Führung nach Coxhaven. Fernere 17 Mann sind durch Schiff„Diamant“(Weserleuchtthurm angekommen), gerettet. * Paris, 20. Januar. Die Journale der royalistischen Partei erklären die Nachrichten von einer legitimistischen Verschwörung für unbegründet und meinen, dieselben seien nur ein Manöver, um die Annahme des Antrages auf Verbannung des Prinzen gerechtfertigt erscheinen zu lassen.— General Pittié begiebt sich morgen nach Berlin, um den Präsidenten Grévy bei der Feier der silbernen Hochzeit des Kronprinzen und der Kronprinzessin zu vertreten. * Paris, 20. Januar. Ja einem heute Vormittag unter dem Vorsitz des Präsidenten Grévy stattgehabten Ministerrathe sind die Gesetzentwürfe über etwaige Maßregeln gegen Thronprätendenten und wegen Abänderung des Preßgesetzes vom Jahre 1881 genehmigt worden, beide Gesetzentwürfe werden noch heute in der Kammer eingebracht werden.— Die über eine Ministerkrisis umgehenden Gerüchte werden von der„Agence Havas“ für unbegründet erklärt. * Paris, 20. Januar. Deputirtenkammer. Der vorgelegte Gesetzentwurf über etwaige Maßregeln gegen die Thronprätendenten gelangt zur Verlesung. Derselbe ermächtigt den Präsidenten der Republik durch ein im Ministerrathe festzustellendes Dekret, jedes Mitglied der früheren Herrscherfamilien Frankreichs auszuweisen, dessen Anwesenheit die Sicherheit des Staates gefährden könnte. Die Rückkehr nach Frankreich unter Verletzung des betreffenden Dekrets soll Verurtheilung zu Gefängnißstrafe von ein bis sünf Jahren nach sich ziehen. Prinzen, welche Stellen in der Armee einnehmen. können in Disponibilität versetzt werden.(Unterbrechungen, Unruhe.) Der zweite Gesetzentwurf, über Abänderungen des Preßgesetzes vom Jahre 1881, bedroht Schmähungen der Regierung und Republik mit Strafe und verweist die deshalb Angeschuldigten vor das Zuchtpolizeigericht. Deputirter Ballue(radikal) beantragt, die Prinzen von Orleans aus der Armee zu entfernen und verlangt für diesen Antrag die Dringlichkeit. Der Minister erklärt sich mit der Dringlichkeit einverstanden, weil es nothwendig sei, über alle diese Fragen rasch zu beschließen. Die Dringlichkeit wird mit 407 gegen 94 Stimmen beschlossen. Der Gesetzentwurf über etwaige Maßregeln gegen Thronprätendenten und der Antrag Ballue werden an die Kommission verwiesen, welche die Bureaux am nächsten Dienstag zur Vorberathung des Antrages Floquet wählen werden; der Gesetzentwurf über Abänderung des Preßgesetzes wird dagegen an eine besondere Kommission verwiesen. * Newyork, 20. Januar. Der gestrige San Francisko=Expreßzug der Southern=Pacific=Eisenbahn fuhr in Folge eines Bruches der Bremsketten unweit Los Angeles den steilen 4 Miles langen Abhang mit übermäßiger Schnelligkeit herab und stürzte über die Einfriedigung. Die Trümmer fingen Feuer. Fünfzehn Personen wurden getödtet; mehrere von ihnen verbrannten und vierzehn wurden verletzt. Sieben Leichnahme sind aufgefunden, aber unkenntlich. Amtliche Bekanntmachungen des Amtsblattes Nr. 6. Detmold. Der Erste Staatsanwalt. Der Steckbrief gegen die Ziegelarbeiter Christian Niemeyer aus Humfeld und Ludwig Melchert aus Tintrup sind erledigt. Detmold. Amtsgerichtl. Die Stätte Rethmeyer Nr. 14 in Jerxen soll Dienstag den 20. Februar Morgens 11½ Uhr zwangsweise meistbietend verkauft werden und müssen Ansprüche bei Meidung des Ausschlusses spätestens in diesem Termine geltend gemacht werden. Detmold. Bezirkskommando. Das Büreau der diesseitigen 3. Bezirkskompagnie— Lemgo— befindet sich von heute ab im Hause des Forstaufsehers Hagemeister, Neugrabenstraße Nr. 102 b der Slaver Bauerschaft daselbst. Schötmar. Verwaltungsamt. Der 25jährige militärfreie Ziegler Christ. Wilh Aug Wiemann und der 18jährige Heinrich Kampe zu Knetterheide beabsichtigen nach Nordamerika auszuwandern. Brake. Verwaltungsamt. Der am 17. März 1857 geborene Ziegler Friedr. Kohlstädt von Schneppel bei Almena will nah Amerika auswandern. Blomberg. Verwaltungsamt. Die Militärpflichtigen des hiesigen Stadtbezirks aus dem Geburtsjahre 1863 und diejenigen aus früheren Jahrgängen, über deren Dienstpflicht eine endgültige Entscheidung noch nicht erfolgt ist, werden aufgefordert, sich am Montag den 29. d. M Morgens 10 Uhr auf dem Rathhause bei Meidung der gesetzlichen Strafe zur Stammrolle anzumelden. In Verhinderungsfällen liegt den Eltern, Vormündern, Lehr= oder Brodherren die Anmeldungspflicht ob. Blomberg. Amtsgericht II. Hinter den Ziegelarbeiter Heinrich Schlüter aus Hummersen ist ein Steckbrief erlassen worden. Hohenhausen. Amtsgericht. In dem Konkursverfahren Alfred Bögeholz zu Barenholz ist Zwecks Zwangsvergleichung Termin auf Montag den 12. Februar, Nachmittags 2 Uhr anberaumt. Der Gemeinschuldner hat 20 Proz. offerirt. Lemgo. Amtsgericht I. Ueber die nicht angemeldeten Ansprüche an das zwangsweise versteigerte Brackhage'sche Wohnhaus Nr. 130 der Nikolai=Bauerschaft nebst Garten ist der Ausschluß erkannt. Ueber das Vermögen des Bierbrauereibesitzers Theodor Gilbisch bei Lemgo ist am 17. d. M. Morgens 10 Uhr das Konkursverfahren eröffnet und der Kaufmann Karl Lienekogel hierselbst zum Konkursverwalter ernannt worden. Horn. Amtsgericht. Die Hypotheken=Urkunde vom 5. Februar 1875 über den für Heinrich Lender zu Beckworth in Kalifornien auf verschiedene Grundgüter des Rathsbeisitzers Heinrich Schierenberg zu Horn ingrossirten Kaufgeldrest zu 6000 M ist für kraftlos erklärt. Eingesandt. Ulm, 19. Januar 1883. Die Ziehung der Ulmer Dombau=Lotterie ist bis zum 19. Februar 1883 vertagt. Der Verkauf der Loose war in den letzten Tagen riesig und hätte, wenn die Kommission dieses geahnt, die Ziehung ruhig stattfinden können. Der Firma A. Fuhse in Mülheim a d. Ruhr ist es gelungen, noch ein Pöstchen dieser so günstigen Loose zu erwerben. Reflektanten wollen sich also schleunigst dorthin wenden, da der kleine Rest wahrscheinlich schnell vergriffen sein wird. Meteorologische Beobachtungen in Detmold. Allgemeiner Witterungscharaktei 22. bewölkt. Sonnen=Aufgang 7 U. 59., Untergang 4 U. 27 M. Mondes=Aufgang 47 Nachm. Untergang 651 Mrgs. Für den Inseratentheil verantwortlich: A. Mewes i! Dermold. Holzverkäufe in den Fürstlichen Forsten. Am Donnerstag, den 25. d. M. Vorm. 10 Uhr soll im Raths. keller zu Horn aus dem Forstdistr. Südholz: 450 rm buchen Kl. u Kn. u. 400 rm desgl. Astr. verkauft werden. Oesterholz, den 17. Jan. 1883. Der Oberförster Bühring. Holzverkauf. Am Freitag, den 26. d. sollen in den zum Rittergute Lädershof gehörenden Gehölzen meistbietend an Ort und Stelle verkauft werden: a. 45 fm Eichen=Nutzblöcke u. Stck., b. 3„ Birken desgl., c. 1„ Eschen und Ahorn desgl., d. 30 Stück Nadel holz I. bis IV. Cl., e. 78 Nummern Knüppel=, Stock=, Ast= und Schlagholz. * Der Verkauf beginnt beim Brenr= bolz Morgens 10 Uhr und beim Nutzholz 11½ Uhr. Lüdershof, 20. Januar 1883. F. Schmidtmeier. Weißdorn=Pflänzlinge, 2= und 3jährige, stark, 1000 St. 12 c bei H. Delker, Handelsg., Detmold. Leranutmachung 1000 Raummeter Kiefernholz muß in kurzer Zeit für mich theils aus dem Lopshornertheils aus dem Berlebecker=Forstbezirk abgefahren werden. Reflektirende Fuhrleute wollen ihre Forderungen im Laufe dieser Woche schriftlich bei mir einreichen. Lage, 21. Januar 1883. Aug. Barckhausen. Am Mittwoch und Freitag dieser Woche Fortsetzung des Ausvertäufs bei G. Hölzermann, Bruchstr. hier. Große eiserne Kochtöpfe werden daselbst zu dem billigen Preise von 3 M für 60 K abgegeben. Dem geehrten Publikum von Horn und Umgegend zeige ich hierdurch an, daß ich mich hiers als Schneidermeister im Hause des Herrn Färber Lange etablirt habe, und bitte um geneigten Zuspruch. Horn, den 21. Januar 1883. Wilhelm Winkler, Schneiderm. Meinen geehrten Gönnern und Freunden die ergebenste Nachricht, daß ich die von meinem ver storbenen Manne seither betriebene Färberei u. Druckerei, sowie auch das Ladengeschäft in unveränderter Weise unter Leitung meines erwachsenen Sohnes fortsetzen werde. Ich bitte freundlich das meinem verstorbenen Manne geschenkte Vertrauen und Wohlwollen auf mich zu übertragen und wird es mein uad meines Sohnes Bestreben sein, solches durch reelle und billige Bedienung in jeder Weise zu rechtfertigen. Schötmar, den 19. Jan. 1883. W. Kasemeyer. Als vorzügliches, ärztlicherseits gern verordnetes Mittel gegen Husten, Heiserkeit u. s. w. empfehlen unser reines Malz-Extract, welches seit Jahren aus nur feinster Bierwürze herstellen lassen. P. M. Thaler's Söhne, Lemgo. Zu haben in den bekannten Niederlagen und meisten Apotheken à Flasche K—. In meinem Vorderhause nach der Straße und Hinterhause nach dem Hofe, stehen zum 1. April je eine Familienwohnung zu verwiethen. A. Roltsch, Krummestraße 8. Für Ziegeleibesitzer und Ziegelarbeiter. Steinformen liefert zu billigen E. 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Javuar 1883. Theater! Herr Direktor Steffen wird freundlichst ersucht, in nächster Zeit „Snigvogeiclleir“ zur Aufführung bringen zu wollen Fürstliches Theater. Mittwoch, den 24. Januar. für Herrn August Pichler. Bei aufgehobenem Abonnement. Zum ersten Male: Die Kanhau Schauspiel in 4 Akten von Erkmann=Chatrian. Den geehrten Abonnenten bleiben ihre Plätze zu ermäßigten Preisen bis 12 Uhr Mittags reservirt. Steffen. E WE F IE K MEN ES TE 8 JEDER BAND GEB. IN LEINWANO 9 Lippische Eisenbahn- und Postverbindungen. Detmold 15. 0 Lage...19 Salzuflen.43 Herford.55 Herford Salzuflen Lage Detmold Herford=Detmold. 7. 5 .30 8. 2 .20 .20 .43 10.12 10.30 Postsendungen jeder Art werden von Detmold befördert mit den Postzügen.0 früh und.46 Abends, Briefe außerdem mit den Zügen 12.15 .0 Nachmittags. Briefe sind bei dem Postamte in Detmold mindestens 30 Mienuten vor Abgang der betr. Züge einzuliefern. Mit den Postzügen.0 früh und.46 Nachmittags werden auch die Briefe befördert, welche 5 Minuten vor Abgang derselben in dem BahnhofsPostbriefkasten vorgefunden werden. Annoncen-Expedition von E. Hattesohl in hält sich zur Besorgung von Annoncen an alle in= und aus. ländischen Zeitungen bestens empfohlen. Porto 2c. wird nicht berechnet. Preise wie bei den