„Die Lippische Landes=Zeitunge= erscheint mit Ausnahme der Sonn= und Festtage täglich und werden in derselben die amtlichen Bekanntmachungen des Amtsblattes für das Fürstenthum Lippe in besonderer Rubrik veröffentlicht. Redaction u. Expedition: Detmold, Leopoldstraße Nr. 117. Abonnementspreis für das Vierteljahr: In Detmold 2 Mark 25 Pf., auswärts durch die Post bezogen 2 M. 60 Pf.,— mit Bestellgeld 3 M. Inserate werden mit 12 Pf. für den Raum der einfachen Corpus=Spaltzeile berechnet. Verantwortlicher Redacteur August Klingenberg. Druck und Verlag der Meyer'schen Hofbuchdruckerei(Gebr. Klingenberz) in Detmold. Freitag, 12. Januar. 1803. Deutsches Reich. * Berlin, 11. Januar. Die Mitglieder des Reichstags, welche an der vom Reichskanzler veranstalteten Besprechung über die Verwendung der kaiserlichen Spende zu Gunsten der Ueberschwemmten theilgenommen haben, wissen nicht genug von der praktischen und energischen Weise zu rühmen, wie Fürst Bismarck die Angelegenheit in die Hand genommen. Immer aufs Neue betonte er, daß es der ausdrückliche Wille des Kaisers sei, so rasch wie nur irgend möglich zu helfen. Demgemäß wurde denn auch aufs Bündigste angeordnet, daß die für die einzelnen Ueberschwemmungsgebiete ausgeworfenen Summen sofort am nächsten Tage, also am 10. Januar, expedirt würden. Dabei erfuhr man denn auch noch einen Umstand, welcher die Beweggründe der kaiserlichen Entschließung aufs Schönste beleuchtet. Der Kanzler hatte eine Gesammtsumme von 500,000 M vorgeschlagen. Der Kaiser aber machte eigenhändig aus der 5 eine 6. Er äußerte, es sei ihm ein unerträglicher Gedanke, daß, während er im warmen Zimmer sitze, die so schwer Heimgesuchten frieren und hungern müßten. Sei er auch nicht im Stande, das Unglück an sich zu heben, so wolle er wenigstens sein Möglichstes thun, die Armen vor Frost und Hunger zu schützen. Wir zweifeln nicht, daß dies leuchtende Beispiel menschlicher Theilnahme, welches der erhabene Monarch gegeben, überall im deutschen Volke Nachahmung finden wird. *— Aus der heutigen Sitzung der Budgetkommission des Reichstags ist hervorzuheben, daß bei Berathung des Militäretats auf eine Anfrage des Abg. Rickert der Kriegsminister erklärte, daß eine Vermehrung der Artillerie nicht beabsichtigt und die Kriegsverwaltung bei der Entstehung der betreffenden Gerüchte in der Presse nicht betheiligt sei. Bei der Naturalverpflegung wurden mit Rücksicht auf die billigeren Einkaufspreise für Getreide 3 Millionen Mark abgesetzt. *— Auf Anregung des preußischen Ministers der öffentlichen Arbeiten wurde hier am 3. d. M. eine Konferenz von Vertretern der preußischen Staats= und unter Staatsverwaltung stehenden Privatbahnen, so wie einiger größerer Privatbahnverwaltungen eröffnet, um die neuerdings gesammelten Erfahrungen zu Gunsten der Sicherheit des Eisenbahnbetriebes auszutauschen, Mittheilungen über Sicherheitsmaßregeln zu machen und weitere auf die Sicherheit des Betriebes zielende Vorschläge zur Erörterung zu bringen. Dem Vernehmen nach ist auf der Konferenz u. A. die Frage wegen Einführung der sogenannten kontinuirlichen Bremsen zur Sprache gekommen. Diese Bremsen bieten die Möglichkeit, den Eisenbahnzug durch einen Handgriff des Lokomotiv= führers in kürzester Zeit zum Stillstand zu bringen, ohne von der Mitwirkung einer Anzahl von Bremsern abhängig zu sein. Der preußische Minister der öffentlichen Arbeiten hat bereits mit den verschiedenen Systemen kontinuirlicher Bremsen Versuche anstellen lassen, die ein günstiges Resultat ergeben haben sollen. Vorausgesetzt, daß die kontinuirlichen Bremsen sich bewährten, würde durch Einführung derselben auf allen Bahnen die Sicherheit des Eisenbahnbetriebs bedeutend erhöht werden. *— Das Schicksal der sozialpolitischen Gesetzentwürfe ist in der am 9. Januar beim Reichskanzler stattgehabten Abgeordnetenkonferenz, nachdem die eigentlichen Geschäfte derselben erledigt waren, zur Sprache gekommen. Fürst Bismarck machte, so berichtet die „Nat.=Lib.=Korresp.“, kein Hehl daraus, daß er auf das Unfallversicherungsgesetz das Hauptgewicht lege, daß er das Zustandekommen desselben mit einer gewissen Ungeduld herbeisehne. Doch zeigte er sich den Vorstellungen über die aus der allgemeinen Geschäftslage hervorgehenden Schwierigkeiten keineswegs unzugänglich. Er brach die Erörterung mit dem Bonmot ab:„Wenn ich auch noch so hungrig bin, so esse ich schließlich doch nur, was ich habe. Daraus wird man zum mindesten entnehmen können, daß er durchaus nicht gewillt ist, aus dem Nichtzustandekommen des Unfallversicherungsgesetzes in der gegenwärtigen Session einen Konfliktsfall zu machen. Voraussetzung dabei ist natürlich, daß das Krankenkassengesetz zu einem positiven Abschlusse gelangt, wozu die besten Aussichten vorhanden sind, und daß auch der Unfallversicherungsentwurf, soweit die Zeit reicht, wenigstens in der Kommission einer grügdlichen Prüfung unterzogen wird. *— Die„Nordd. Allg. Ztz.“ richtet bei Wiederbeginn der Sitzungen des Abgeordnetenhauses wieder einmal eine dringende Mahnung an die konservative Partei, der Regierung energische Unterstützung bei ihren Plänen, insbesondere der Steuerreform, zu gewähren. „Wenn jetzt die Konservativen im Landtage sich gern bereit erklären, der Politik des Königs folgen zu wollen — nur nicht auf dem von der Regierung des Königs betretenen Wege, wenn sie sich als Reformpartei bekennen, aber verlangen, daß die Steuerreform an einem Punkte einsetzen müsse, der ihnen als dazu geeignet erscheint, so unterscheiden sie sich von den Liberalen in keiner Weise, auch nicht in der Neigung— die Regierung an die Führung des Parlaments zu binden.“ Schließlich wird auch den Konservativen mit der Volksstimme bei künftigen Wahlen gedroht. Daß die Ergebenheit der konservativen Partei an die Reformpolitik des Reichskanzlers bis zur Annahme der Lizenzsteuerprojekte gehen wird, darf noch bezweifelt werden. Aber auch wenn sie so weit geht, ist eine Mehrheit im Abgeordnetenhause noch lange nicht gesichert. *— Vorgestern Abend fand eine von etwa 2500 Personen, zumeist Sozialdemokraten, besuchte Arbeiterversammlung statt. Es waren Hofprediger Stöcker, Dr. Henrici und Eugen Richter dazu eingeladen. Nachdem Vergolder Ewald die Angriffe Eugen Richters, daß er die Arbeiterversammlung in die Hände Stöckers leiten wolle, widerlegt hatte, erschien Hofprediger Stöcker der mit Zischen empfangen und vielfach durch Lärmen und Schlußrufe unterbrochen wurde und nur mühsam seinen Standpunkt klarlegen konnte. Es sprach alsdann, mit stürmischem nicht endenwollendem Beifall, begrüßt, der sozialdemokratische Abgeordnete Kayser, der sich in vielen Punkten mit den Ausführungen Stöckers und Ewalds einverstanden erklärte: Er könne nicht gleich Herrn Stöcker von der Leber wegsprechen, da er auf Schritt und Tritt von den obwaltenden beschränkten Verhältnissen verfolgt werde. Hierauf erklärte der beaussichtigende Polizeioffizier die Versammlung auf Grund des§ 9 des Sozialistengesetzes für aufgelöst. Die Versammlung beantwortele diese Erklärung mit lauten „Pfuirufenn und trennte sich nur langsam unter vielfachen Hochrufen auf KKayser und die Sozialdemokratie. Auf der Straße fanden noch große Ansammlungen von Arbeitermassen statt, und zahlreiche Schutzleute zu und zu Pferde hatten alle Mühe, dieselben zu zerstreuen. * Hildesheim, 8. Januar. Der dritte hannoversche Bauerntag wurde gestern hier in Anwesenheit von circa 200 Personen abgehalten. Hofbesitzer Laubinger hielt Die wilde Novelle von Ad. Streckfuß. (Fortsetzung.) 69 VIII. Heinrich war von dem Schlage, der so jäh ihn getroffen und seine süßesten Hoffnungen im Keime erstickt hatte, völlig betäubt,— rathlos schaute er Antonien nach, er wagte es nicht, ihr zu folgen. Seines Bleibens konnte jetzt in Schernitz nicht länger sein, er war hier weniger sicher, als an irgend einem andern Ort. Da Autonie, Lottchen und die Rendantin seinen wahren Namen wußten, mußte ihn bald auch der Major von Simmering erfahren, und wenn dieser auch nicht durch den Haß gegen den Grafen Vienburg zu einem Verrath bewegt wurde, so konnte er bei seiner konservativen Gesinnung doch sicher einen von der Staatsbehörde gesuchten Flüchtling nicht verbergen und in seinem Dienste behalten. Heinrich war entschlossen, noch an demselben Tage Schernitz zu verlassen, wohin er sich wenden wollte, das wußte er noch nicht, vielleicht nach seinem Gute Trübensee, vielleicht nach““ selbst, wo er bei Romenau wenigstens für ein paar Tage ein sicheres Asyl finden konnte, jedenfalls mußte er fort. Er ritt zu den ArIistern zurück und gab ihnen die nöthigen Befehle, denn Augenbsigs.““mmene Pflicht wollte er auch im letzten nach Schernig zurug dann ritt er langsam Lottchen stand am Fenster der Wohnstube, sie sah Heinrich auf den Hof reiten. So früh hatte sie ihn nicht erwartet. Sie hatte sich schon alle möglichen schönen Worte, mit denen sie ihn empfangen, ihm nach Antonieas Weisung den Brief übergeben wollte, ausgedacht, als sie ihn nun aber sah, war mit einem Male Alles wieder vergessen.— Sie zitterte bei dem Gedanken, daß sie vor ihn treten und durch Rückgabe des Briefes ein Geständniß ihrer Neugier ablegen sollte, aber sie hatte es versprochen und einmal mußte es doch geschehen; sie konnte den Brief ja nicht behalten, nachdem sie Antonien mitgetheilt hatte, daß sie ihn gefunden habe. Sie wollte dem Herrn Müller entgegengehen, ihm auf dem Flur den Brief überreichen, als sie aber den Entschluß zur Ausführung bringen wollte, fehlte ihr der Muth dazu, zitternd blieb sie an der Thür, die sie nicht zu öffnen wagte, stehen.— Aber die Thür wurde von außen geöffnet, Heinrich trat in das Wohnzimmer. Er begrüßte Lottchen mit einer kaum höflichen Verneigung; gar nicht freundlich und recht ernst sagte er in einem Ton, der sehr von dem vertraulichen, den er sonst immer im Gespräch mit Lottchen gebraucht hatte, verschieden war:—„Mein Fräulein, Sie haben, wie mir mitgetheilt worden ist, einen an mich gerichteten Brief an sich genommen. Ich darf Sie wohl um die sofortige Rückgabe bitten.“ Lottchen wurde dunkelroth vor Scham und Aerger. — Sie hatte den schlechten Menschen durch die Uebergabe des Briefes recht tief beschämen wollen, und jetzt stand sie vor ihm, wie eine Angeklagte! Er selbst forderte den Brief zurück mit einer Miene, als sei er im vollsten Rechte und sie im Unrechte. Sie wollte Etwas eewiedern, aber die Worte fehlten ihr, nichts von dem, was sie sich ausgesonnen, paßte in diesem Augenblicke, — am Liebsten hätte sie weinen mögen!— Schweigend griff sie in die Tasche und holte den zerknitterten Brief vor, sie wagte nicht einmal aufzuschauen, so verlegen war sie. Heinrich nahm den Brief, sein erster Blick fiel auf die von einer zierlichen Mädchenhand geschriebene Adresse: „An den Unteroffizier Herrn Heinrich Müller zu Berlin, Kaserne des** Regiments.“— Er kannte diese Hand und diese Adresse, er hatte sie gesehen am ersten Tage seiner Ankunft in Schernitz, damals, als er die an Heinrich Müller gerichteten Liebesbriefe der Kousine Minchen zusammengepackt und an den Direktor Liebelt geschickt hatte. Wie kam aber Lottchen in den Besitz dieses Schreibens?— Er hatte doch die Briefe sämmtlich fortgeschickt! Da erinnerte er sich des kleinen Unfalles beim Herausnehmen aus dem Koffer, des Zugwindes, der die Papiere auseinander gewirbelt und im Zimmer umhergejagt hatte.— Er glaubte sie sämmtlich aufgelesen zu haben, aber diesen einen hatte er gewiß übersehen, ihn hatte Lottchen gefunden, gelesen und seinen Antonie mitgetheilt. Konnte aber Antonie ihm dieses harmlosen Briefes wegen so bitter zürnen?— Er mußte wissen, was das Schreiben enthielt. Schon hatte er es geöffnet, da gedachte er seines Heinrich Müller gegebenen Versprechens, und schnell schloß er den Brief wieder. „Diesen Brief haben Sie gelesen und seinen Inhalt Fräulein Autonie mitgetheilt, keinem Anderen?" fragte er viel freundlicher als vorher. Lottchen faßte wieder Muth, sie erwiederte vorwurfsvoll:„Ja, dieser Brief von Ihrer heimlichen Braut, ist der nicht genug?“ Ein hellleuchtendes Licht in dunkler Nacht!— Ex hätte laut aufjubeln, Loitchen, die Freudenspenderin umarmen mögen vor wonniger Lust!— Durch den Liebesbrief hatte Antonie erfahren, daß Heinrich Müller heimlich verlobt sei,— sie sah ihre Liebe verrathen, sich getäuscht von dem, den sie liebte. Die Eifersucht war die Ursache ihres Zornes und der beste Beweis für ihre Liebe. „Fräulein Lottchen, Sie wissen gar nicht, wie glücklich Sie mich gemacht haben!“ rief Heinrich froh. Er ergriff ihre Hand, küßte sie und stürmte aus dem Zimmer. Lottchen blieb allein, ganz verwirrt über die sonderbare unerklärliche Freude des Herr Müller. Es kam doch Alles ganz anders, als sie erwartet hatte. (Fortsetzung folgt.) einen Vortrag über die Bedeutung der Bauerntage und über die Steuerfrage, Gutsbesitzer Dr. Frege aus Abnaundorf in Sachsen sprach für die agrarische Schutzzollpolitik und empfahl eine Resolution, welche die volle Zustimmung des Bauerntages zu den Bestrebungen des Kongresses deutscher Landwirthe und der Vereinigung der Steuer= und Wirthschaftsreformer ausspricht. Sowohl diese wie eine vom Gutsbesitzer von Bar in Vorschlag gebrachte Resolution zu Gunsten der Doppelwährung wurden fast einstimmig angenommen. Kaufmann I. L. Gehrke von Hildesheim(Hauptagitator der welfischen Partei) fand die Gelegenheit günstig, um auf den Kulturkampf hinzuweisen, wie derselbe auch tief in das bäuerliche Leben einschneide, und stellt den Antrag: „Der hier versammelte Bauerntag wolle den Fürsten Bismarck auffordern, dahin zu wirken, daß der Kulturkampf baldmöglichst beseitigt werde.: Der Antragsteller hatte sich aber verrechnet, denn es entstand hiergegen ein gewaltiger Sturm, und als die Ruhe zurückgekehrt, wies Herr Laubinger diesen Antrag unter Zustimmung der Versammlung sehr energisch zurück, da derselbe eine politische Frage sei, der Bauerntag aber diese bei Seite lassen und nur wirthschaftlich vorgehen wolle. Der Antragsteller zog darauf seinen Antrag zurück. Mit Worten des Dankes an die Redner und einem Hoch auf den Kaiser wurde die Versammlung geschlossen. * Bonn, 9. Januar. Zur Wassersnoth, schreibt man der„Köln. Ztg.“, kommt bei uns auch noch Feuersnoth. Im Laufe der letzten Wochen haben sich in unserer Stadt und deren nächster Umgebung Feuerbrände in ungewöhnlicher Zahl eingestellt. Von den in letzterer Zeit in dem benachbarten Ippendorf wiederholt vorgekommenen Bränden wird angenommen, daß sie von ruchloser Hand angestiftet seien. Es sind zur Ermittelung des oder der Thäter auch bereits von Behörde und Gemeinde Belohnungen ausgesetzt. Hessen. * Worms, 10. Januar. Mannheim und Ludwigshafen blieben wasserfrei, bloß die umliegenden Dörfer wurden geschädigt. Die größte Noth herrscht im Bezirk Frankenthal und den Kreisen Bensheim und Großgerau. Ich ging durch Eis und Wasser watend zu Fuß von Ludwigshafen nach Worms, überall überschwemmte Dörfer besuchend, bei donnerndem Rollen des unter dem weichenden Wasser brechenden Eises. Die Zahlen der im Bezirk Frankenthal eingestürzten Häuser sind folgende: in Oppau 185, in Edigheim 100, in Bobenheim 121, in Mörsch 60, in Boxheim 140, in Studernheim 20, in Frankenthal 6. Insgesammt im Bezirk Frankenthal 2000. Die Obdachlosen sind wie folgt untergebracht: in Flamersheim 182, in Eppstein 114, in Lambsheim 170, in Heßheim 192, in Bendersheim 146, in Großniedesheim 65, in Kleinniedesheim 153, in Gerolsheim 66, in Heuchelheim 55, in Dirmstein 64, in Großkarlbach 9, in Grünstadt 25, in Asselheim 4, in Frankenthal 731 Fremde, 597 Ortsbewohner. Der Kreis Worms hat wenig gelitten. Die Stadt nahm 600 Flüchtlige vom jenseitigen Rheinufer auf, Cornelius Heyl allein 212 auf eigene Kosten. Die Eisenbahn von Ludwigshafen nach Frankenthal, von Worms nach Darmstadt und von Nackenheim nach Mainz ist noch unterbrochen. Zwischen Nackenheim und Mainz fahren Dampfer. Baden. * Karlsruhe, 9. Januar. Im Auftrage des Großherzogs hat das Ministerium des Innern dem Generalkommando des 14. Armeekorps die dankbarste Auerkennung des Großherzogs für die während der Wassersnoth geleistete militärische Hülfe ausgesprochen. Der Bahnverkehr zwischen Heidelberg und Speier soll morgen früh wieder ausgenommen werden. * Karlsruhe, 10. Januar. Die vom Landeskomité veranstalteten Sammlungen für die durch die Ueberschwemmung betroffenen badischen Orte haben bis jetzt den Betrag von etwa 100,000 M erreicht. Frankreich. * Paris, 10. Januar. Der republikanische Deputirte Pouliot ist gestorben.— Die politische Lage in Paris ist noch sehr unklar, besonders in Betreff der Zukunft des Kabinets und der Stellung der Gambettisten zu den übrigen republikanischen Gruppen. Duclerc wird sich voraussichtlich noch einige Zeit halten, obgleich die gambettistischen Blätter das Gegentheil behaupten. Die Agence Havas wurde heute veranlaßt, alle Gerüchte über eine nahe bevorstehende Ministerveränderung als grundlos zu bezeichnen. *— Aus Lyon wird gemeldet, daß der Präsident dis Gerichtshofes, der den Anarchistenprozeß verhandelt, einen Drohbrief erhalten hat. Das Verhör dauert fort; die Angeklagten bekennen, daß sie anarchistische Propaganda getrieben haben; die Mehrzahl derselben scheint voni einem mystischen Fanatismus erfüllt zu sein, der sich unter dem Einflusse der russischen Nihilisten entwickelt zu haben scheint. Amerika. * Newyork, 9. Januar. Die Debatte über die Tarifrevision im Abgeordnetenhause nimmt morgen ihren Anfang.— Der in Texas verhaftete Staatskassirer Polk ist durch einen Formfehler der Polizei auf freien Fuß gelangt, woraufhin er versuchte, nach Mexiko zu entkommen.— Der Dampfer Donau, von Bremen kommend, ist heute hier mit einer durch Feuer beschädigten Ladung eingelaufen. Die Mannschaft und die Passagiere hatten das unterwegs ausgebrochene Feuer selbst gelöscht. Aus dem Fürstenthum Lippe und Umgegend. * Detmold, 11. Javuar. Der obligate RedaktionsMaikäfer als Frühlingsbote hat sich heute auch bei uns eingestellt. Wenn wir ihn auch gerade nicht als solchen verherrlichen können, so ist es immerhin eine Kuriosität, die wir unsern Lesern nicht vorenthalten wollen. Zu Tage gefördert wurde dieser Zerstörer unserer Obstbäume beim Graben in der Baumschule des Lustgartens, bei welcher Gelegenheit auch noch eine weitere gerade nicht sehr angenehme Entdeckung gemacht wurde, nämlich das außerordentlich zahlreiche Vorkommen von Engerlingen, das für 1884 wieder auf eine große Maikäferschaar deuten läßt, dem Sprichwort getreu: Schaltjahr: Käferjahr. * Detmold, 12. Januar. Man soll den Teufel nicht an die Wand malen! die„Krumme 4“ hat so häufig„Dieben gerufen, daß ein Vertreter dieser edlen Zunft es sich nicht versagen konnte, diesem Rufe endlich Folge zu leisten und in vergangener Nacht den erbetenen Besuch abzustatten. Daß es ihm weniger auf Bereicherung als wirklich nur auf eine Willfahrung der Einladung ankam, mag aus dem Umstande erhellen, daß er als Zeichen seiner Anwesenheit nur eine Uhr im Werthe von 10 U mitnahm, während er die ebenso zugänglichen werthvolleren Uhren und Goldsachen unberücksichtigt ließ. Blomberg, Anfang Januar. Seit längerer Zeit ist hierorts so wenig Bemerkenswerthes vorgefallen, daß man fast annehmen sollte, Blomberg habe seinen Rang als eine der Städte in Lippe eingebüßt. Wir wollen aber annehmen, daß es unserer Stadt so gehen möge wie den Jungfrauen: je weniger von ihnen in die Oeffentlichkeit dringt, und je weniger von ihnen gesprochen wird, desto besser und untadelhafter sind sie.— Das Leben in einer kleinen Stadt bietet überhaupt an Ereignissen nur wenig, was ein größeres Publikum interessiren könnte. Ob sich da beispielsweise zwei Nachbarn streiten um eine Durchfahrt zur Düngergrube und dieser Prozeß um ein solch unbedeutendes Objekt —3000 A koftet, oder ob da irgend ein Bürger ein Schwein geschlachtet hat, welches er durch Mastung auf fast 500 Pfund gebracht hat, das sind eben Dinge, welche den Einwohner hinter dem Bierseidel lebhaft interessiren, die aber für weitere Kreise kein besonderes Interesse erwecken.— Die lange Reihe der nunmehr verflossenen Feiertage hat manches Familienglied von auswärts für längere oder kürzere Zeit in den Schooß der Familie zurückgeführt. Es gab während dieser Zeit vornehmlich zwei Kategorien männlicher Familien= mitglieder, die— beide leicht kenntlich— zum Besuche sich in großer Zahl eingefunden hatten: es waren dies die beurlaubten Militärs und die„Bräutigämern. Wesentlich in Folge der durch obigen Zuwachs verstärkten Tanzkräfte fanden dann auch zwei Bälle statt, für einen Theil der Gesellschaft am zweiten Weihnachtsfeiertage, für einen andern am Neujahrstage.— Doch auch ernste Sachen sind inzwischen vorgefallen. Die alljährlichen Stadtverordnetenwahlen haben stattgefunden. Der Kampf der Parteien für und wider den Verkauf der Hude soll diesmal recht hart gewesen sein; wenn auch gerade kein Blut geflossen ist, so ist aber doch bei den vielen Berathungen manches Glas Bier hinunter geflossen. Die Agitation war diesmal sogar so lebhaft, daß selbst die Schulkinder daran Theil nahmen. Fragte doch am Abend des Wahltages ein Mädchen ihren, um einige Jahre älteren Spielgenossen:„Fritz, weißt Du wohl, was mein Papa heute geworden ist?“„Jas, lautete Fritzens Antwort, nich habe ihn eben gesehen, höllisch wacklig ist er geworden:. Der Vorsteher der Stadtverordneten, Herr Stahl, hatte sich das Vertrauen seiner Amtsgenossen in solch hohem Grade erworben, daß er für das neue Jahr wieder gewählt wurde.— Auch sind kürzlich hier und in der Umgegend viele Ländereien verkauft worden. Der Werth derselben ist gegen das Vorjahr wieder um ein Bedeutendes gestiegen. Es sind Verkäufe abgeschlossen, in welchen für Feldländereien, allerdings in günstiger Lage und von guter Qualität, 1000—1500 M pro Scheffelsaat bezahlt wurden. Auch die jüngste, größere Verpachtung(Lokehof bei Belle) erzielte ungefähr 1200 J pro Scheffel saat. Der Meierhof in Istrup, circa 270 Scheffelsaat groß, wurde ohne Inventar und Ernte mit 114,000 M = 38,000 Thaler bezahlt.— An der Hand der Statistik hat kürzlich Jemand nachzuweisen versucht, daß in Folge der ungeheueren Vermehrung des menschlichen Geschlechtes der Werth des Grund und Bodens, abgesehen von zeitweiligen ungünstigen Konjunkturen, stets im Wachsen bleiben wird, da die jetzigen Abzugsquellen für die überflüssige Bevölkerung(Auswanderung) bald verstopft sein werden, und daß alsdann in weiterer Konsequenz dieser Berechnung jeder Mensch den Platz wo er wohnen, oder vielmehr überhaupt nur zu stehen vermag, mit Gold aufwägen muß,— wenn die Natur nicht andere Mittel findet, um das Gleichgewicht wieder herzustellen. In der am 9. er. stattgefundenen Schöffensitzung erfolgte zunächst eine Freisprechung in der Anklagesache gegen den Ziegler Heinrich Lämsmeyer in Lothe wegen Entwendung von Holz; dagegen wurde die Ehefrau Bollewie von der Glashütte der Entwendung von Rauhfutter zum sofortigen Verbrauch für schuldig befunden und zu 3 J. Geldstrafe verurtheilt. Der Kolon Kochsmeier aus Brakelsiek hatte einen angeschossenen Hasen noch lebend nach Hause gebracht und wurde wegen Thierquälerei zu 6 J Strafe verurtheilt. Einen Tag Gefängniß erlitt der Kuhhirt Lesemann von hier und dessen Sohn, weil sie aus den städtischen Forsten einiges Holz mitgenommen hatten. Wegen widerrechtlichen Fahrens über bestelltes Land mußte Heinrich Bolte aus Vahlbruch 3 M Strafe bezahlen. Der Handarbeiter Heinrich Steffen aus Eschenbruch wurde wegen Hausfriedensbruchs zu drei Wochen Gefängniß und wegen groben Unfugs zu drei Tagen Haft verurtheilt. Zu dieser Sitzung waren die Gutsbesitzer Meyer aus Donop und Ridder aus Brakelsiek als Schöffen berufen. Schötmar, 9. Januar. Am Sonntag, den 7. Januar veranstalteten die hiesigen Gesangvereine, Männergesangverein und Liedertafel, zum Besten der nothleidenden Ueberschwemmten am Rhein ein Concert, welches in jeder Beziehung von bestem Erfolg gekrönt war. Im Interesse des guten Zwecks hatten sich verschiedene Damen bereit finden lassen, dem Concert durch Solovorträge ihrerseits einen besonderen Reiz zu verleihen, was auch vom Publikum höchst dankbar anerkannt wurde, denn sowohl die mannigfachen Lieder= wie Klaviervorträge wurden lebhaft applaudirt, doch auch die Vereine trugen ihren redlichen Antheil davon heim. Neben diesem künstlerischen Erfolg war aber auch der materielle ein nicht zu unterschätzender, denn der große Saal des Korf'schen Etablissements reichte nicht aus, um alle Erschienenen aufzunehmen und gar mancher mußte sich in den Nebeuräumen ein Plätzchen suchen; so kam es denn, daß dem Vernehmen nach ca. 220 M. für den Wohlthätigkeitszwick zur Verfügung gestellt werden konnten. Ein Bravo den uneigennützigen Bemühungen der Arrangeure und Mitwirkenden; möge ihr Beispiel recht viele Nachahmer finden. * Bielefeld, 10. Januar. In der gestrigen Generalversammlung der Arbeiterkolonie Wilhelmsdorf konnte die erfreuliche Mittheilung gemacht werden, daß unser Kronprinz das Protektorat über die Kolonie übernommen hat. In dem Schreiben des Kronprinzen, welches dem Vorstande hiervon Kenntniß giebt, heißt es: Ich gebe dabei gern der Hoffnung Ausdruck, daß dies Unternehmen, welches bestimmt ist, einem weit verbeiteten Unwesen Schranken zu setzen, nicht nur fortfahren werde, sich in seinen Erfolgen wie bisher zu bewähren, sondern daß es auch in anderen Provinzen, welche unter gleichen Mißständen zu leiden haben, baldige Nachahmung finden möge. Wenn es der Wilhelmsdorfer Anstalt gelungen ist während ihres kurzen Bestehens Hunderte von sittlich verwahrlosten und für die bürgerliche Gesellschaft anscheinend verlorenen Menschen vor vollständigem Untergang zu bewahren, so darf wohl gesagt werden, daß es sich um eine Einrichtung handelt, welche die Theilnahme und werkthätige Unterstützung aller derer verdient, denen die gesunde Entwickelung unseres Volkslebens am Herzen liegt, und daß es einer Sache gilt, die unabhängig von religiösem Bekenntniß oder politischer Parteistellung allen denen gemeinsam ist, welche entschlossen sind, die Grundlagen unseres Staatswesens zu erhalten und vor den auch heute noch drohenden Gefahren zu schützen. * Bielefeld, 11. Januar. Gestern Mittag hatte der Fuhrknecht des Mühlenbesitzers L. in Hillegossen auf der Detmolderstraße das Unglück, daß der Wagen bei der Glätte des Weges ausrutschte, er selber von den Rädern des Wagens zur Erde geworfen und derart zerquetscht wurde, daß der Tod bald darauf erfolgte. (B..) * Wiedenbrück, 8. Januar. Bei der heute unter dem Vorsitz des Landraths von Dittfurth(aus Bielefeld) hier stattgehabten Landrathswahl wurde in allen drei Wahlgängen einstimmig der kommissarische Landrath Herr Amtsrichter Dr. jur. Osterrath gewählt.(W..) Münchener Biere in Berlin. Man sagt, daß die baierischen Gesandten nicht gerne nach Berlin gehen. Wenn daran bisher etwa nur das Berliner Bier schuld gewesen sein sollte, so muß eingewendet werden, daß sich nicht blos die Berliner Brauereien= allesammt gebessert haben, sondern daß auch München alles nur Mögliche aufbietet, den baierischen Gesandten und allen ihren Attachés mit echtem Münchener Bier entgegenzukommen. Eine stattliche Anzahl von nach echt baierischem Muster eingerichteten Stätten für den Ausschank veritablen Münchener Bieres besteht nunmehr in Berlin, und es dürfte nur wenige renommirte baierische Brauereien geben, die daselbst noch nicht repräsentirt wären. Um überdies noch die Originalität zu wahren und das Gebräu den Berlinern in jeder Beziehung mundgerecht zu machen, hat jetzt eine Münchener Brauereidirektion gleich füaf fesche Münchener Kellnerinnen mitgesandt, welche in aller Sittsamkeit und Bescheidenheit die Honneurs machen sollen. Der zunehmende Import baierischen Bieres kann übrigens nur heilsam auf die Berliner Brauereien wirken, auf daß sie sich anstrengen, der Konkarrenz das Gebiet streitig zu machen. Freilich besteht eine alte Sage, nach welcher den Berliner Brauercien das Rezept verloren gegangen wäre, nach welchem einst die Klostermönche ihr famoses Bier hergestellt haben; und daß dieses Rezept erst dann wieder zum Vorschein kommen würde, wenn wenigstens 25 verstorbene Bräuer in der Unterwelt ihre Brausünden abgebüßt hätten, und die Buße bestehe darin, daß ein Jeder gerade so viel eigenes Bier trinken müsse, als er bei Lebzeiten gebraut habe. Diese Strafe wäre schauerlich, zumal wenn kein Doktor und kein Apotheker da wäre. Uebrigens scheinen es die baierischen Brauer darauf abgesehen zu haben, die ganze Welt zu erobern, auch scheint sich jener ominöse Druckfehler im„Sulzbacher Kalender“ allmählich zu bewahrheiten, der Paris unter den baierischen Städten anführte, denn es giebt kaum mehr eine Straße in Paris, die nicht von den baierischen Brauern okkupirt wäre. Es ist zwar bekannt, daß München und Nürnberg unter den Städten Baierns das größte Quantum jähr lich gebrauten Bieres aufweisen, aber weniger bekannt dürfte es sein, daß laut amtlicher Statistik, die kleine etwa 5000 Einwohner zählende Stadt Culmbach, mehr Bier exportirt als München und Nürnberg zusammen, welch' letztere beide Städte ihr Bier meist selbst konsumiren. Somit ist Culmbach die Königin unter den baierischen Bierstädten, und was die betr. amtliche Statistik anbelangt, kann man sich(zum Unterschied von manchen anderen Statistiken) ganz und gar darauf verlassen, weil erstens die Brauer nicht mehr Malz versteuern, als sie verwenden, und anderntheils die baier. Regierung keinen Pfennig für wirklich exportirtes Bier mehr rückvergütet, als laut amtlicher Bescheinigung wirklich über die baierische Grenze gegangen ist.— Daß in Berlin das Culmbacher Bier zur Zeit nur noch schwach vertreten ist, hat seinen guten Grund darin, daß die Culmbacher Brauereien mit Aufträgen aus allen Theilen der Erde geradezu überbeschäftigt sind. Vermischtes. * Hannover, 10. Januar.(Uhrendiebstahl.) Gestern Nacht ist in das Verkaufslokal des Uhrmachers Philipp Meyer, Karmarschstraße Nr. 4, gewaltsam eingedrungen und sind dem Diebe zur Beute geworden: 5 goldene Damenremonteiruhren, Nr. 1 K. bis inkl. 5 K. gez.; 1 silb. Cylinderremontoiruhr Nr. 11 K; 1 silb. Remontoir=Ankerkalenderuhr mit Mondwechsel und Datumzeiger; 3 silb. Cylinderuhren mit gelben Zifferblättern, 3 do. Ankeruhren, 6 Cylinderuhren mit Goldrand und Flachglas; 1 gold. Remonloir=Savonetarkeruhr(18 karatig) mit Doppelkapsel; gold. Remontoir=Ankeruhren, 1 do. Cylinderuhr (Schlüsseluhr); 80 bis 90 silb. Cylinder= und Ankeruhren, theils Remontoir, theils mit Schlüssel aufzuziehen; 13 gold. Damen=Remontoir= und 12 do. Cylinderuhren; 1 silb. Remontoir=Damenuhr und eine do. Cylinderuhr; 5 Berloques, wovon 3 Stück Kompasse und 2 Hunde. Der Verlust des Bestohlenen wird auf 5= bis 6000 M geschätzt. Der Dieb hat, um in den Laden zu gelangen, folgendermaßen operirt: zunächst schloß er die Hausthür mittels Nachschlüssels auf und gelangte dann vom Hausflure aus, nachdem er eine Thürfüllung ausgebrochen, in einen leeren, neben dem Meyerschen Verkaufslokale belegenen Ladenraum, hier brach er in die nur einen halben Stein starke Zwischenmauer und hatte nun den Weg freigelegt. Der Dieb ist von mehreren Personen, welche in gedachtem Hause wohnen, gesehen worden, als dieselben zur Nachtzeit heimkehrten. Soviel bekannt geworden, haben diese Hausbewohner, drei an der Zahl, zu verschiedenen Stunden zwischen 10 Uhr und Mitternacht, jedesmal, wenn sie ihren Hausschlüssel brauchen wollten, um die Thüre zu öffnen, im Innern des Schlosses einen Schlüssel vorgefunden, und ist dann der Dieb so liebenswürdig gewesen, die Thür von innen zu öffnen und die Heimkehrenden einzulassen. Der Verdächtige wird beschrieben als ein kleiner untersetzter Mann von 30 Jahren mit herabhängendem dunklem Schnurrbarte, gut gekleidet und einen kleinen runden Hut tragend. (Hann. Kur.) ** * Dessau, 10. Januar. Dem Prokuristen des Bankhauses J. H. Cohn hierselbst, dessen Inhaber der Hofdankier Sr. Majestät des deutschen Kaisers Baron v. Cohn ist, Herrn Isaak Meyer, wurde seiters Sr. Majestät der Rothe Adlerorden IV. Klasse verliehen. ** * Müllheim(Baden), 8. Januar. Soeben durchläuft die Kunde eines schauerlichen Doppelmordes unsere Stadt. Zwei hiesige Israeliten, Jakob Meyer und dessen erwachsener Sohn, wurden heute halb 7 Uhr, als der Tag zu grauen begann, auf dem Gange nach dm Kanderer Viehmarkt zwischen Vögisheim und Feldberg im Walde erschlagen und beraubt. Ein Mann in Begleitung eines Knaben, von letzterem Orte herkommend, hörte die dröhnenden starken Schläge und war der Meinung, dieselben rühren von Holzhauern her, bis sie an dem Platze angelangt, die blutige That erkannten und zwei Personen im Dickicht verschwinden sahen; sie eilten sofort hierher, um Anzeige von der blutigen That beim Gerichte zu erstatten; man fahndet energisch auf die Thäter, die möglicherweise in diesseitigem Bezirke zu finden sind.— Nachschrift: Eben wird Holzhauer Pack von Marzell als der That verdächtig von der Gendarmerie vorbeitransportirt. * Aus Baden, 6. Januar. Vor einigen Tagen wurde, wie der„F..“ meldet, unterhalb des Roßkopfes ein junger preußischer Stabsarzt todt im Walde aufgesunden. Derselbe war erschossen und seiner Uhr beraubt. Näheres ist noch nicht ermittelt. Nach der „Frb. Ztg.“ wohnte derselbe im„Gasthof zum Mohren“ in Freiburg und hat sich als Dr. Kalliese, Stabsarzt aus Chemnitz, in das Fremdenbuch eingetragen; der in seinen Taschen vorgefundene Paß lautet auf den Namen Kalliefe, Stabsarzt aus Risa. *.* * * Goldfische. Seit dem Hochwasser sieht man, wie man aus Köln schreibt, bin und wieder an stillen Stellen im Rhein Goldfische. Es ist dies erklärlich: die Hochfluth hat aus den Bassins, Springbrunnen und Teichen diese Fischchen hinausgespült in den Strom. In Deutz, wo man das Wasser aus der Hauptstraße pumpte, spazierte ein Goldfischchen unfreiwillig durch die Spritze wieder an die Oberwelt und erfreut sich jetzt im Fischglase seines Daseins. Neueste Nachrichten. * Paris, 11. Januar. Die Leiche Gambettas wird morgen früh 10 Uhr mit einem Separatzuge nach Nizza überführt werden.— Leroyer ist zum Präsidenten des Senats, Spaller zum vierten Vizepräsidenten der Kammer gewählt worden. * Petersburg, 11. Januar. Heute Vormittag fand in der katholischen Katharinenkirche ein Trauergottesdienst für den General Chanzy, den früheren Botschafter der französischen Republik in Petersburg, stalt, welchem der Großfürst Wladimir, der Kriegsminister Wannowski, der Adjunkt des Ministers des Auswärtigen, Blangali, Baron Jomini, die Mitglieder des diplomatischen Korps, viele Generale und andere hervorragende Persönlichkeiten beiwohnten. 4% 4½% Eisenbahs-Priertäts-Obligatiesen. Aachen-Mastricht 97,60 5% Elisab. Westb. 72 Bergisch-Märk.(gar.) 86,60 I. u. II. Ser. 102,25/4½% Gal.Karl-Ludwb. 85,30 3½ 4½ 4½ 4½ 4½ 5„ 4½ 4 /2 4½ 4½ do. La. C. do. IV. und V. Serie do VI. Ser. do. VII.„ do. VII.„ do. IX.„ Köln-Mind. III. S. 102,25 5 „„ IV.„ 100,755 ,,„ V. VI. Magdb.-Halb. Rheinische 93,10/3" Oester. Staatsb. 500 fs 378.75 103.—3„ do. v 1874. 373,50 103.—5„ do. 105,— 102.50/3" de. Süd-Bahn 102.25 500 fs. 286.25 104,405„ do Sdb.(gar.) 100,80 Rudolfsb. III. E 85,10 Ung. Ostb.(Silb.) 76,40 „„(Gold, 94,20 Warsch.-Wiener III. E. 100,70 do. VI.„ 96.— Gotthardtb. I.„ 103,75 4½% 4„ 5„ 5„ 100.755 102.255 102.20 —.— 5 Hypotäekes-Certibkate. Braunsch.-Hann. 102,—5% Prss. Centr. Bdnc. „„ 96.50 Gothaer Präm. I 116,—4½ II 113,10/4 ½ 2 2 5„ 5„ 4½3 103.75 5" 110,90 101,104½ 97.—4½ rzb. 110 1·2,10 do.„ 100 102,75 Preuss. Hypot.. Pfdbr. rzb. 120 106.25 do.„ 110 107,50 do.„ 100 102,75 do.„ 100 101.— Preuss. Hyp. V. A. G. Certific. 101,10 Stettiner Nat. Hyp. rzb. 100 do.„ 110. Schwedisch. Hypotheken 101.— 103.— 101.40 Januar. Berliner Kurse vom 11. Beutsche Fonds. Deutsche Reichs-Anl. 101,50 4½% Brem. 74er Anl.—. Baier. 4½% Preuss. kons.„ 104,—4% 4„„„ 101,10„ 3½, Staatsschuldsch. 98,50/4„ 4" Ostpr. Pfdbr. 100,70 Braunechw. 3½" Pomm. 4„ 80er Bad. Präm. 100,40 „ 131,75 „„ 134,80 0 Thlr.90,70/ Loose 98,70 101,25/3½% Köln-Mind. Loose 125,75 102,50 Kurhess. 40Thlr.-„ 299,50 100.50 Meining. 4„„ 27,30 100,75/3¾ Oldenburger„ 146,— 101,—3½% Preuss. Prämien4% Rhein.-Wstf Reub. 100.50 Ausländische 4½ 4 4 2 n neue Posen. „ Westfäl.„ 4" Westpreuss Oblig. 146,20 Fonds 4½ 4½% Oesterr. Silber- 5% rente JJ. 66,20|5„ „ P a p i e r- rente M/N. 65.—5„ 4"„ Goldr. 81,60·5„ 5 60r Loos. 120,507 Oesterr. 64er Loose 318.50|7 5% Russ. Stieglitz VI. Ser. „„ 62er Anl. „ 71er„ „ 75er„ 77er„ 80er„ HlOrient. Anl. 55,75„ 80,104 Russ. Prämien 66 129,50 „ Bodenkred. Pfandbr. 80,70 Gömörer„ 99,90 Ital. Rente 87,75 Jersey City—.— New-Vorker Raab-Grazer Präm. Rumän. Anl. *„ 6½ * 0 119,15 126,50 92.50 109,90 102.50 96.50 82,85/8„ 83.25 6„„„ 75, 0/„„ 89,40/4½% Schwed. 75er 68.80 Anl. 103.— 6% Ung. Goldrente 100,75 54,70/4„„„ 72,80 Bankaktien 114,10 Hannover'sche Bank 66.25 Köln. Wechelerbank Leipz. Disconto-Ges. „„—0 „ rzb. 110 103,40 „ 100 94,—5 Meininger 101.— „ P r ä m. 1 1 6. 2. Preuss. Boderer. V. u. VI. Ser. Preuss. Bodencr. rzb. 110 do." 100 do.„ 100 Prss. Centr. Bdnc rzb. 100 105.80 Industrielle Gesellschafter Berg. Märk. Bergw.-Vn..25 Harpener Bergwerke 91.—Hibernia„ 71,25 Hörder Hütten. conv. 94,—Königs- u. Lanrah. —.— König Wilhelm 62,— Louise Tiefbau 91,10 Menden u. Schwerte. Egestorff’s Salzwerke 106.— Nordd. Lloydaktien Geisenkirchen. 120,— Ravensberg. Spinnerei 109.— Georg Marienh.St. Act. 86.— Sächsische Maschinen 135.75 Hannov. Masch.—.— Vorwärts, Bielef.Spinn. 92.— do. St. Prior. 79.— Westfäl.Drahtindustrie 123,9.) Harkort Bergwerke 75.50 Westf. Union St Prior. 88.75 Bochumer Gussstahl Bonifacius Bergwerk Borussia„ Deutsche Eisenb. Bau. Donnersmarkhütte Dortm. Union St. Prior. 109.— 86.25 100,10 123,60 32,75 41.— 69,90 141.— Metsorologische Beobachtungen der Deutschen Seewarte 109.60 94,40 104.50 Berg.-Märk. Bank Berliner Handels-Ges. Braunschweig-Hannov. Hypoth.-Bank 87.—Oesterr. Kreditanstalt 492,50 Bremer Bank 107 75 Preuss. Bodenkreditb. 107.50 Cob.-Goth. Cred.-Ges. 78.-„ Hyp. Akt.-Bk. Dessauer Creditanstalt 89.75/„ Hypoth.-Vers. Deutsche Bank 141 20 Ges. Disconto-Gesellschaft 186 90 Reichsbank Essener Creditanstalt 92,75 Schaaffhausen. Banky. Gothaer Grundkr.-Bank 69 40 Westfälische Bank „„ junge 81,— Eisenbahn-Stamy aktien. Aachen-Mastricht 52,60 Mainz-Ludwigshaf. Bergisch-Märkische 126,30 Oberschlesische Bresl.-Schwdn-Freib. 103,10 Oesterr. Staatsb. 57,10„ Südb.(Lomb.) 234,50 125.20 Rechte Oder-Uferb. 171.50 115,20 Rheinische 163,75 83.75 87.25 146.— 87,10 9460 96.70 241,40 559.— Dortmund-Enschede Gal. C. Ludwb.(gar.) Gotthardbahn Kronpr. Rudolf(gar.) 79.75 Russ. St.-B. gar.) 126,25 London: kalt. Die Depression, welche gestern westlich von Frankreich lag, ist nordwärts bis Westirland fortgeschritten und verursacht in Verbindung mit dem hohen Luftdrucke im Osten über den britischen Inseln und der Nordsee vielfach starke bis stürmische südöstliche Winde. Ueber Centraleuropa ist bei meist schwacher, vorwiegend östlicher Luftbewegung das Wetter theils heiter, theils trübe, ohne wesentliche Niederschläge. Der Frost hat im westdentschen Binnenlande erheblich nachgelassen, dagegen ist im nordöstlichen Deutschland wieder strenge Kälte eingetreten. Petersburg meldet 33, Archangelsk 34 Grad Kälte. An der südfranzösischen Küste sind beträchtliche Niederschläge gefallen, Socié 36, Nizza 40 mm Regen. Meteorologis sche Besbachtungen in Detmold. Aulgemeiner Witterungscharakter: 12. wolkig. Sonnen=Aufgang 8 U. 9., Urtergang 4 U. 9 M. Mondes=Aufgang 919 Vorm., Untergang 852 Abds. Für den Inseratentheil verantwortlich: A. Mewes in Detmold. Eine Wöhnung mit ca. 5 Zimmern 2c. wird zum 1. April gesucht. Offerten mit Preisangabe unter H. S. 21 in der Exp. d. Bl. erbeten. 15= bis 16000 0 werden nach auswärts auf ein städtisches Grundstück bei 4% und ca. 5jähriger Unkündbartent zur ersten Stelle zu leihen gesucht. Das Grundstück ist ca. 3 Scheffelsaat groß und sind aufstehenden Gebäude(2 Wohnhäuser und Scheune) mit 19000 versichert. Sehr prompte Zinszahlung. Gefl. Offerten von Selbstdarleihern bef. unter H. 19 d. Exp. d. Bl. Gesucht von einer kleinen Fawilie von auswärts auf April d. J. eine Etage von—5 Zimmern nebst Bodenkammer; Gärtchen möglichst erwünscht. Franko Offerten mit Angabe der Lage und Miethpreis bef. unter Nr. 19. die Exp. d. Bl. Eis junges Küochen zur Erlernung der Küche und Haushaltung unter günstigen Bedingungen in einem Hötel zu engagiren gesucht. Eintritt gleich oder am 1. April. Offerten X. K. 18 besorgt die Exp. d. Bl. und billigsten Uhren liefert das Fabriklager Krummestr. 4. (Siehe Inserot.) Alte Gold= und Silberwaaren, Uhren, Ketten, Ringe 2c., werden in Tausch genommen. Kein Wanderlager! S Am Dienstag den 16. d. M. Morgens 10 Uhr im Saale des„Odeon": Freiwilliger Verkauf von sehr gut erhaltenen Mahagoni-Möbeln, als: 1 ff. Sopha mit grünem Plüschbezug, 1 Chaise lonque mit braunem Ripsbezug, 2 Spiegelschränke, 1 Toilettenspiegel, 1 Nachttisch, 1 Silberschrank, 6 Stühle, 1 Kinderbettstelle mit Matratze u. s..; Außbaum-Möbeln, als: 1 Bettstelle mit Sprungrahmen, Matratze und Betten, 1 Spiegelschrank, 1 ov. Tisch, 1 Cylinderbureau; außerdem: 12 sog. Wiener Stühle, 1 Spiegel, div. Teppiche, 1 Rauchtisch, div. Tische und sonstige Gegenstände. Austermaun, Gerichtsvollzieyer. Holzverkäufe in densgeggg#tegBse##g##. a Gänzlicher Ausverkauf. Schieder, den 11. Januar 1883. Der Oberförster Maertens. X Fürstlichen Forsten. Forstrevier DiestelbruchBexten. Es sollen meistbietend verkauft werden: 1. am Dienstag, d. 16. d.., Mittags 12½ Uhr im Kruge zu Lecpoldshöhe: a. Forstd. Strüs u. Schmeltebrede: Eichenholz: 2 Stck. Nthz. zu 1,29 fm u. 10 rm dSgl., 2 rm Kn. u. 145 rm Astrsg.; Buchenholz: 1 rm Erler= u. Birkenholz: 21 rm Nthz, 1 rm Kn. u. 340 rm Astrsg. u. Schlagh.; Lärchenholz: 41 Stg. V. Kl.; b. Evenhauser 110 rm Erlen Schlgbz., 3 rm Eichen=Ku. u. 60 rm dsgl. Astrig.; 2. am Mittmoch, d. 17. d.., Mrans 10 Uhr im Kluxe zu Bixten: a Fstdst. Heidkamp: 91 rm Kiefern=Kl. u. Kn. u. 310 rm degl. Ast= u. Dchfit=Rsg.; b. Fsldst. Doruenkamp: 960 rm Erlen=Schlghz.; c. Fsdst. Mühlenhagen: 27 rm Eiche=Kl. u. Kn u. 75 rm dsgl. Astrsg., 4 Sick. Bicken=Rtbz. zu 2,46 fm, 13 rm dsgl., 7 rm Birken=Kl. u. Kn. u. 40 rm dsgl. Astrsg., 2 Sick Buchen=Rtzhz zu 0,62 fm 15 rm dsgl. Kl. u. 70 rm dsgl Astrsg. Detmold, den 11. Januar 1883. Der Oberförster Schmidt. Forstrevier Lopshorn. Holz=Verlauf. Am Montag, den 15. d. Mts., Morgens von 10 Uhr ab, sollen in dem Schönfeldschen Holze 2c. am Eichenberge in unmittelbarer Nähe der Chaussee und unweit des Blomberger Forsthauses circa 200 rm, Buchen= Kloben und Knüppel und 100 Haufen BuchenDurchforst.=Reisig, sowie einige Nammern Fichten, geeignet zu Leiterbäumen und Lattenholz an Ort und Stelle öffentlich meistbietend verkauft werden. Vom Unterzeichneten wird nähere Auskunft ertheilt. Forsthaus, den 9. Januar 1883. Der Förster Limberg. Erbtheilungshalber soll das Waarenlager der früheren Eisenwaaren= handlung von Gustav Hölzermann hier, Bruchstraße, enthaltend: Oefen, Kochmaschinen, eiserne und emaill. Kochgegeschirre, verzinnte Eisenblechwaaren, Werkzeuge aller Art, Schlösser und Beschläge, Drahtgewebe, Eisen= und Messing=Kurzwaaren,Drahtnägel, Holzschrauben, Niete, Farben, Leim u. s. w. bedeutend unter heutigem Fabrik preise verkauft werden. Der Verkauf findet nur Mittwochs und Freitags statt und beginnt am Mittwoch, den 17. d. Mts. Holzverlauf. Montag, den 15. Januar, Nachmittags 2 Uhr, sollen im Städtischen Gehölz bei der Ziegelei 60 Haufen Taunen zu Balken, Sparren und Leiterbäumen meistbietend verkauft werden. Käufer wollen sich zur genannten Zeit einfinden. Lage, den 10. Januar 1883. Wilh. Vorsdorf. Belanntmachung. Diejeaizen Ziegelmeister, welche Am Sonnabend, den 20. d..,ssich im vorigen Frühjahr mit Morgens 10 Uhr kommen imsihren Arbeitern bei mir zur SterbeKruge zu Hiddesen zur Verstei=sund Krankenkasse haben anschreiben lassen, werden zu einer Versammlung auf Mittwoch, den 17. d.., Morgens 10 Uhr gerung: Distr. Ochsenthal(24) 72 rm Buchen=Klob. von Nr. 85 ab, 51 rm dergl. Kn. u. Stockh. 10 starke im Kampmannschen Gasthause hiers. Buchenhaufen. Distr. Foßberglhierdurch eingeladen. (13 u. 15): 38 starke Bachen haufen. Distr. Bielstein(18) 10 dergl. Distr. Ochsenthal(23) u Lage. den 11. Januar 1883. Wilhelm Siekmann. Die noch vorräthigen Winterpaletots, Röcke, Kaisermäntel und Joppen für Erwachsene und Knaben, verkaufe der vorgerückten Saison wegen, zu herabgesetzten Preisen Detmold, Hornsche=Straße. Aug. Köster Ww 10 Dem Herrn E. Richardt Detmold übergaben wir unsere Vertretung. Bode& Troue, Hannover, feuer= und diebessicherer Geldschränke und Kasselten. Einige Fuder gutes Wiesenhell abzugeben. Krummestraße 37. Zum 1. März oder 1. April cr. wird in einem Gasthause mittleren Ranges eine . ch. urfen gesucht, welche die Küche selbständig übernehmen kann. Gehalt 180 M und freie Wäsche. Bei wem? sagt die Exp. d. Bl., welche auch Offerten unter K. 16 ent zegen nimmt. Geschenk für die Sophien=Anstalt. Nachträglich für Weihnachten: Von Sr. Hochfürstlichen Durchlaucht zwei Hirschkeulen. Von Frau Director Schlimmer=Landfort 15 M für Speck. Von Frau Rath Cäsar in Detmold 10 K. Ziehung 16.—19. Jan. 1883 der Ulmer Dombau, Geld=Lotterie. Haupt=#####bdt Gewinne: 75000, 30000 M. baares Geld, zus. 3435 Geldgewinre, 350,000 J ohne Abzug: Gesammtbetrag der Gewinne: 400,000 M. Nur Originalloose à 3 J, 11 Loose 30 M versendet der angestellte Hauptkollekteur A. Eulenberg, Elberfeld. Geldschränke und Kassetten sobiger Fabrik, empfehle zu Fabrik preisen und halte Master auf Lager. E. Richardt, gegenüber der Post. Heidenthal(22) circa 15 rm Eichen=zirotliohoe Thoater Klob. u. Knüp., ungekürzt, 9 rmit GrStlichtes Pheater. dergl. Astreisig Distr. Ochsenthal (24) 5 St. Fichten=Nutzh. zu .98 fm, 5 dergl. Stangen.—III. Cl. Distr. Grotenburg(4) und Reuterpfad(17) 98 rm trockne Buchen Klob. Heidenthal, 10. Jan. 1883. Der Oberförster Limberg. Sonntag, den 14. Januar. Zum ersten Male: Gesangs=Posse in 5 Bildern von H. Wilken. Musik von Michaelis. (Am Wallnertheater in Berlin Forstrevier Sternberg.[200 wal gegeben.) Am Dienstag, den 16. d.., Anfang 7, Ende 9 ¼ 8ee Nachm. 1 Uhr, wird in der Brandes' schen Gastwirthschaft zu Bösingfeld aus den Forstd. BallentrupperBerg, Boßberg und Hoheaschbrink versteigert: a an Eichenholz 9 Stck. Nutzh. zu 7 fm; 58 rm Kl., Kn. und Reisig; b. an Buchenholz— 90 rm Klob., Kn. u. Stockholz sowie 100 rm Durchf.= Reisig; an Birkenholz— 2 Sick Nutzh. und 16 rm Kn. u. Stockholz; an Fichtenholz— 2 Stck. Nutzh. 18 Stan. II.—V. Cl. u 3 rm Kn. Sternberg, d. 9. Januar 1883. Der Oberförster F. Heise. Forstrevier Siekholz. Mittwoch, den 17. d.., vor Morgens 10 Uhr an, sollen in der Plögerschen Gastwirthschaft in Siekholz 400 rm Buchen Scheitholz 100„„ Astknüppel 500„„ Astreisig aus dem Forstdistrict Winterberg des Schutzbezirks Winterberg versteigert werden. Siekholz, den 10. Januar 1883. — Der Oberförster Franke. Oberförsterei Schieder. Holzverkäufe. I. Am Donnerstag, den 18 d.., Morgens 10 Uhr im Deutschen Hause hiers. aus der Forstd. Harzberg, Sunderbruch u. Schweibusch Buchen rm 143 Kl., 149 Kn. u. 580 Astreis. II. Am Freitag, den 19. d. M Morgens 10 Uhr im Brand'schen Gasthause in Belle aus den Fornd. Herzhagen, Nonestelle u. LuerHeute Morgen 7 Uhr entschlief sanft nach kurzem schweren Leiden mein lieber Mann, unser lieber Vater, Schwiegervater und Großvater, der Hoftischler Carl Beneke im 56. Lebensjahre. Um stille Theilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Montag Nachmittag 3 Uhr statt. Detmold, d. 12. Jan. 1883. Heute frische beretten zu haben bei F. Parensen, Aug. Kast. Zur Stütze der Hausfrau gesucht (in einer gebildeten Familie) auf gleich oder später eine ältere gebildete Dämfe. Nähere Nachricht ertheilt Frau Dr. Wallis in Detmold, Schülerstraße Nr. 18. Die Handelsgärtnerei von Statt besonderer Anzeige. Heute Morgen 6 Uhr verschied sanft nach langen Leiden im 84. Lebensjahre unsere liebe Mutter, Schwiegerund Großmutter Wilhelmine Geldstein geb. Felgentrüger. Um stille Theilnahme bitten die trauernden Hinterbliebenen Wilbelm Goldstein. Leopold Schewe. Anton Mikus nebst Familie. Detmold, d. 12. Jan. 1883. Die Beerdigung findet am Montag Nachmittag 4 Uhr vom Sterbehause aus statt. Detmold, Werrestraße empfiehlt Aepfel=, Biruen=, Kirschen=, Pflaumenbäume 2c. in dochstamm, Ppramiden, Spalier 2c. sind nur die besten für unsere Gegend passende Sorten veredelt, à Stück 1 K. Verzeichniß auf Verlangen gratis Fabriklager von goldenen und silbernen Taschenuhren! Einzelverkauf zu Fabrikpreisen Silb. Cylinder=Uhren... K 15 do. mit Goldrand..... 16 do. m. feiner Ausstattung" 18 Nickel mit guten Werken., 12 do. mit Goldrand..... 13. Silb. Remontoir=Uhren n 24 Nickel Remontoir=Uhren... 16. Hold. Remontoir=Uhren.. n 70. do m. dopp. Goldkapsel„ 100 Gold. Damen Uhren....„ 28 do. Remontoir..... n 38 Silb. Damen=Uhren..... 18 Für Güte sowie Gangbarkeit wird garantirt. ! Amtausch jederzeit gestattet! Krumme 4. 4 Für die durch die Ueberschwemmung Beschädigten gingen ferner ein: bei Geheimer Ober=Reg.=Rath Meyer: Landgerichtsdirektor Wasserfall 5 M, Frl. Theodore Heldman 3 J, Archivrath Falkmann 5 M, N. N. 3 J, N. N. 2 M, Maler Wantrup 3 K, Hr. Kr. 10 M. Zusammen 31 M, bei Generalsuperintendent Koppen: N. N. 1 M, N. N. 1 M, Hofma schall von Ulmenstein 5 M. Kolon Lüttmann, Hörstmar 6 M, Fräul. von Burghof 6 J, Registr. Isermann 1,50 M, LandgerichtsPräsident Dr. Cäsar 10 M, Kol. Bastian, Meyersfeld 3 M, H. K. 2 K, N. N. 3 4, W. 1,50 M, H. W. 0,50 J, Frau Hope 3., durch Pastor Mörs in Bega: Betzem yer in Betzen 3 K, Meyer in Wudlinghausen 3 J, Nolte das. 3 J, Pastor Mörs, Bega 3 M, Fräul. Reimerdes das. 1 c, Stappe.fenne 1 M, Schmidtpeter in Selbeck 50, durch Pastor Reber, Lage: Beiträge aus dortiger Gemeinde 20,55 J, durch Pastor Reinboth Wöbbel: Beiträge aus dortiger Gemeinde 27,50 M, durch Küster Vehmeyer iu Meinberg: in der Schule das. gesammelt 5,10 M, von dem Meinberger Klub 5 M, durch Lehrer Wolf und Kaufmann Henke in Rischenau, gesamm lt in Paeubruch 2., in Biesterfeld 12,35 K, i Rischeaau 65,45./. Zusammen 195,95 J, bei Hofbuchdruckereibes. W. Klingenberg: Freimaurerloge zu Oetmold, gesammelt beim Stiftungsfest 41 K. Zusammen 41 K. bei Bürgermeister Petri: Oekonomierath Cäsar 20 M, Frl. P. 9 0, Rathsherr Ehlerding 3#, Bürgermeister Petri 5 0, Polizeidiener Frohböse 1,50 M, Polizeidiener Linnemann 1 K, Gendarm Mitztewits 1 M, Dachdecker A. Heine 1 K. Zusammen 41,50 K, bei Kaufmann W. Starke: W. Wittenstein 3 ¼, Kottman, Oberschönhagen 1 M, G burtstagsgesellschaft am 4. Jm. bei Carl Meyer 15 K, Z 5., Major von Boeklin 3 K, Tagelöhner Bethge 3 J, N. N. 50+, Partikulier Oelrics 100 M, Rechtsanwalt O. Preuß 6 J, Max Quentin 3 K, E. Freitag 3 J, Herten 5 M. A. Liadrum 5 K, J. H. Brüggemeyer 20 K, W. Büxten 5 J, Scatgeld bei Meyer 1,50 M, Kaufmann Gerbes 3 K, Lilli Starke 2 J, Hauptm. von Rodewald 5 K. B. K. 3 J, N. N. 3 M, W. Küstermann 344, Fräul. Schierholz 3 J, Scatpartie bei„August“ 3 J, J. Schmidt 1 K. Zusammen 205 J. Summa der heutigen Liste 514,45+, Summa der vorigen Liste 563,75 M, zusammen 1078.20, hiervon laut letzter O üttung nach der Rheinpfalz gesandt 500 M, bleibt 578 20 K; hiervon sind om 8. d. M. wiederum 300 M nach Frankenthal, 100 M nach Worringen und 100 M nach Mannheim im Großherzogthum Baden gesandt, bleibt Bestand 78,20 M. Kleidungsstücke, Wäsche, Schuhe rc. gingen ein: von Frau Gen.=Sup. Weßel, Frau Helwieg, Fräul. Meta Helwing, Frau Lindrum, Landger.=Präsident Cäsar, Frau Dr. Fahrenbach, Frau C. Wittenstein, N.., Fräul. Louise Plesmann, Partikulier I. D. Holz. Frau Rittmstr. von Brause, Herr Freymann, Fräul. Herten, Frärl. Seiff, Pastor Meyer, Stapelage, Fr. Geh. Reg.=Rath Steneberg, Pastorin Thorbeck=, Albert Müller, N.., Fräulein Schierholz, R. N. aus Oerlinghausev. Ferner erhielten wir noch aus Rischenau eine werthvolle Sendung Kleidungsstücke, Schuhe 2c und zwar von Schuhmacher Baseler, Pambruch, Vorsteher Fr. Göke, Rischenau, Kolon Gröne, Biesterfeld, Lehrer Wolf, Rischenau, Kaufmann H. Sonntag, Färber F. Drüner, Richter Schäver, Förster Wilh. Gnade, Kaufm. Ferd. Henke, sämmtlich zu Rischenau. Sämmtliche Sachen sind nach Fronkenthal in der Rheinpfalz zur Vertheilung an die überschwemmten Bewohner des dortigen Kreises gesandt. Wir sagen allen Gebern und Geberinnen unsern herzlichsten Dank und bitten dringend um weitere Gaben. Das Unheil, welches die verheerenden Fluthen angerichtet haben, ist das größte, was seit Jahrhunderten die Fluren des Rheinihals betroffen hat. Die ein: taufenden Nachrichten melden von alle: Seiten die entsetzlichsten Verbüstungen. Allein in dem Kreise Frankeathal, welchen wir besonders anterstützt haben, sind 800 bis 1000 Häuser eingestürzt, ganze Dörfer sind vernichtet und 12000 Bewohner ohne Obdach; ähnlich lauten die Nachrichten aus manchem anderen Kreise; schuelle Hülfe thut also Roth. Geh. Oberregierungsrath Generalsuperintendent Koppen. Bürgermeister Petri. Hofbuchdruckereibesitzer W. Klingenberg. Kaufmann W. Starke. -Loltere, Rauetgen. 75000 A. Bat. Los 3 A. Gegen Elasend. v..30 vers. Loos mit amtf. Gew.-Liste. A. Fuhse, Moheim a. d. Behr Hypocheke"VHissclung durch das Bankgeschäft von Salomon& Oppenheimer in Detmold. K 6,000, 12,000, 15,000, 18 000, 21,000 à 4¼ bis 4½% aur Gebäude hiesiger Stadt, eisten O ts. Zu belegen: K 4000, 5000, 6500, 7000 à 4¼%, M 18,000, 20,000 à 4½% auf ländlichen Besitz.