* Verantwortlicher Redacteur Friedrich Herring. Druck und Verlag der Meyer'schen Hofbuchdruckerei(Gebr. Klingenberg) in Detmold Die„Lippische Landes=Zeitung“ erscheint mit Ausnahme der Sonn= und Festtage täglich und werden derselben die amtlichen Bekanntmachungen des Amtsblattes für das Fürstenthum Lippe unentgeltlich als Extrabeilage beigegeben. Redaction u. Expedition: Detmold, Leopoldstraße Nr. 117. Abonnementspreis für das Vierteljahr: In Detmold 2 Mark 25 Pf., auswärts durch die Post bezogen 2 M. 60 Pf. Inscrate werden mit 12 Pf. für den Raum der Corpus=Spaltzeile berechnet. Probenummer. Die innere Lage Deutschlands. 1. F. Bei dem Beginn eines Unternehmens, welches dem öffentlichen Leben gewidmet ist, ziemt es sich wohl, Umschau zu halten und einen prüfenden Blick auf die inneren Zustände des Vaterlandes und auf die allgemeine Weltlage zu werfen, was im gegenwärtigen Momente um so angezeigter erscheint, als eine Menge pessimistischer Gerüchte— zum großen Theil das Erzeugniß der unbefriedigenden Geschäftslage in der ganzen Welt— die Luft durchschwirren und die öffentliche Meinung zu verführen suchen. Einer unbefangenen Beobachtung ist es klar, daß, wie immer unter dieser Sonne, Vieles am Ende des Jahres 1877, zu dessen Signatur ersichtlich das Provisorische, das Unfertige und Unabgeschlossene gehört, nicht so ist, wie es sein sollte und sein könnte, daß aber ein Grund zu wirklichen Besorgnissen und gerechtfertigten Befürchtungen nicht vorhanden ist. Fassen wir zunächst die Situation des deutschen Vaterlandes schärfer ins Auge. Es unterliegt gar keinem Zweifel, daß die constitutionelle Routine und der praktische Blick für die Erfordernisse des politischen Lebens langsamer und schwerer in Deutschland Eingang findet, als man hätte erwarten und hoffen sollen. Die nothwendige Folge dieser Erscheinung, die Zerfahrenheit der Partei=Verhältnisse und die Ungesundheit der Parteibildungen, hemmt die Entwicklung unserer Institutionen und das organische, an das Bestehende sicher anknüpfende Gedeihen unserer Gesetzgebung; im Reichstage sowohl wie in den Landtagen der einzelnen Bundesstaaten gehört der Conflikt= in Sicht=Zustand nachgerade zu den chronischen Leiden, zu dessen Beschwichtigung immer die äußersten Anstrengungen gemacht werden müssen. Die schwankenden, unsicheren Majoritäten in den Parlamenten, deren Nachtheile am grellsten im Reiche und in den beiden größten Staaten, in Baiern und in Preußen, zu Tage treten, leisten unverkennbar dem Wachsthum der Socialdemokratie Vorschub; die Socialisten sind es, die aus dem Hader der Volksvertretungen mit den Regierungen und aus der dadurch erzeugten Unsicherheit der Zustände den größten Vortheil ziehen. Schon seit mehreren Wochen sind Gerüchte einer Kanzlerkrisis, einer vollständigen Ministerkrisis in Preußen u. s. f. im Schwange— Gerüchte, die durch Vorgänge im preußischen Abgeordnetenhause bekräftigt zu werden schienen, die aber trotzdem mit großer VorZur Geschichte des Weihnachtsfestes. Unser Weihnachtsfest, welches wir zum Andenken an die Geburt Jesu Christi feiern, und welches sich im Laufe der Zeiten neben seinem christlichen Character zu einem allgemeinen Freuden= und Friedensfeste gestaltet hat, war bis zum vierten Jahrhundert der christlichen Welt unbekannt. Den ersten Christen galt der Todestag Christi als vor allen anderen bemerkenswerth. Auf ihn verlegten sie die Feier des Angedenkens an den Stifter ihrer Religion. Ueber den Todestag Christi, welchen man nals den Beginn der wahren Verklärung zum Leben“ feierlich beging, vergaß man den Geburtstag Jesu, über welchen weder eine schriftliche Aufzeichnung, noch eine mündliche Ueberlieferung vorhanden ist. Nicht einmal das Jahr und der Monat, in welche die Geburt des Stifters der christlichen Religion fällt, sind auch nur mit annähernder Bestimmtheit nachzuweisen. Die Festsetzung des Weihnachtsfestes auf den 25. December und zugleich die Feier desselben als Geburtstag Christi ging im vierten Jahrhundert von Gallien aus und fand nur langsam Aufnahme in der abendländischen, später auch von der morgenländischen Kirche. Unsere heutige Bezeichnung des Festes mit dem Worte„Weihnachten“ ist eine Zusammenziehung der altdeutschen Worte:„Ze wihen nahten“, welche nan den heiligen Nächten bedeuten. In der Mehrheit aber, mithin von„Weihenächten“ mußte man sprechen, weil mit der Feier des Geburtstages Christi die Feier theils alterer, theils neu hinzu kommender Festtage verbunden wurde. So bildete sich der Weihnachtscyclus oder die Zeit des Andenkens an die Geburt und das Lehramt Christk, welche mit dem ersten Advent beginnt und bis zum Epiphaniasfeste dauert. Als Kernpunkt der„heiligen Nächte“ folgt auf die Advents= oder Vorbereitungszeit die Christnacht und der erste Hauptfeiertag der sicht ausgenommen werden müssen. Heute kann, wenn nicht als unumstößlich, so doch als höchstwahrscheinlich Folgeudes aufgestellt werden. Die Rückkehr des Reichskanzlers nach Berlin dürfte noch im Laufe dieses Monats kurz vor dem Feste oder gleich nach demselben erfolgen; wie länge der Fürst in der Hauptstadt verweilen, ob er sich an den Debatten des Reichstages persönlich betheiligen wird, kann Niemand vorhersagen und dürfte wohl ganz von seinem Gesundheitszustande abhängen. Daß Fürst Bismarck der erste Rathgeber des Kaisers bleiben wird, wenn ihm auch seine Gesundheit nicht gestatten sollte, die Leitung der Geschäfte in ihrem ganzen Umfange wieder zu übernehmen, gilt für sicher und wird nur von denen bezweifelt, die den Rücktritt des Fürsten sehnlichst wünschen. In Bezug auf das Ministerium des Innern wird das Provisorium jedenfalls bis zum Ablaufe des dem Grafen Eulenburg ertheilten Urlaubs andauern; sollte Graf Eulenburg nicht mehr im Stande sein, die Last seines Amtes wieder zu übernehmen, so lassen sich über seine definitiven Nachfolger nur Muthmaßungen aufstellen, die auf Zuverlässigkeit keinen Anspruch machen können; außer Dr. Friedenthal werden verschiedene andere Candidaten für das Portefeuille des Innern namhaft gemacht. Als gewiß erfährt man von unterrichteter Seite, daß Herr von Bennigsen mit einer hohen Stellung in der Reichsregierung betraut werden wird. Die Gerüchte von dem Rücktritte der Minister Camphausen und Falk werden als aus der Luft gegriffen bezeichnet; für wahrscheinlich gilt es nur, daß der Handelsminister um seine Entlassung einkommen wird. Wenn die parlamentarischen Verhältnisse Deutschlands in Folge der unbefriedigenden Parteizustände, auf die bei einer anderen Gelegenheit ausführlicher eingegangen werden soll, auch manches zu wünschen übrig lassen, so wird dieser Mißstand durch verschiedene andere Gründe und namentlich durch die Eintracht und das gute Einvernehmen, welches zwischen sämmtlichen Bundesregierungen obwaltet, wesentlich ausgeglichen und paralysirt. So lange das neue deutsche Reich besteht, ist von Zwietracht und Eifersucht unter den Bundesfürsten und den Bundesregierungen auch nie eine Spur zu bemerken gewesen, obwohl es an Bemühungen, den Erisapfel unter sie zu werfen, wahrhaftig nicht gefehlt hat. Die innigen Beziehungen der Bundesfürsten zu einander sind unter den heutigen Umständen eine höchst werthvolle Garantie auch für das fernere Gedeihen des Gesammtvaterlandes; es giebt Geburt Christi. Was die Adventszeit anlangt, so wird sie zuerst im Jahre 524 auf der Synode zu Lerida(in der spanischen Provinz Katalonien) erwähnt, welche innerhalb derselben die Hochzeiten verbot; die vier Adventssonntage sind wahrscheinlich von Papst Gregor., dem Großen(590—604) eingeführt. Dieser Einrichtung liegt ein biblischer Sprachgebrauch zu Grunde, vermöge welches von der vierfachen Erscheinung Christi„in das Fleisch",„zum Tode",„zur Zerstörung Jerusalems“ und„zum Weltgerichte" die Rede ist. Demgemäß wurden denn auch die Evangelienabschnitte bestimmt, eine Einrichtung, welche für die abendländische Kirche durch das Homiliarium Kaiser Karl's des Großen(768—814) ihre Bestätigung erhielt. Dem eigentlichen, am 25. December und am Abend vorher gefeierten Christfeste folgten die„feria secunda“ und die„feria tertia.“ Was den Ausdruck„feria“ in seiner Anwendung auf die christlichen Feiertage überhaupt anlangt, so verdankt derselbe seine Entstehung dem Kaiser Justinian(527—265), welcher auf Anstiften der im Staate zur Macht gelangten Kirche anordnete, daß alle Feiertage„Ferienn seien, d. h. daß an diesen Tagen alle weltlichen Geschäfte und alle Lustbarkeiten ruhen sollten.— Als feria secunda folgte dem eigentlichen Weihnachtsfeste die Gedächtnißfeier des heiligen Stephan, welcher als erster Märtyrer den neuen Glauben mit seinem Tode besiegelte. Die feria tertia ist inhaltsund umfangsreicher. Sie schließt in sich den Gedächtnißtag des Apostels Johannes, dann am 28. December das Fest der unschuldig von König Herodes getödteten Kindlein, ferner acht Tage nach dem Geburtsfeste Christi die Feier seiner Beschneidung und Namengebung. Den Schluß bildet vom 6. Januar ab und an den folgenden Sonntagen das Epiphaniasfest, welches die Anbetung der heiligen drei Könige, die Reinigung Maria's, die Darstellung Jesu im Tempel, seine Taufe und sein erstes unter den deutschen Fürsten keinen einzigen, der nicht seine Ehre darin setzte, das eigene Interesse dem Interesse des Ganzen unterzuordnen. Auch in diesem Jahre hat die Consolidirung des Reiches und die Befestigung seiner Institutionen erfreuliche Fortschritte gemacht und diese Thatsache haben alle Anstrengungen der Feinde des Reiches nicht zu hindern vermocht. Deutschland fühlt sich immermehr als einheitliches Ganze und steht als solches dem Auslande gegenüber. Deutsches Reich. Berlin. Kaiser Wilhelm und die öffentliche Meinung in Rußland. Die russische„St. Petersburger Ztg.“ schreibt in ihrer jüngsten Nummer:„Unter den Tausenden von Toasten, welche die begeisierte Bevölkerung der Residenz auf das Wohl ihres geliebten Zaren und dessen siegreicher Armee bei gefüllten Bechern ausbrachte, hörten wir sehr viele aus ächt russischem Munde auf das Wohl desjenigen fremden Monarchen aussprechen, dem die Interessen unseres Vaterlandes so nahe am Herzen liegen, auf das Wohl des Kaisers Wilhelm. Die Sympathien des russischen Volkes gehören vollständig dem deutschen Kaiser Wilhelm.a— — Ueber die neuliche Antritts=Audienz des chinesischen Gesandten bei der Kaiserin wird der Kreuzzeitung Folgendes mitgetheilt: Der Gesandte wurde im rothen Salon empfangen, Ihre Majestät war von der Oberhofmeisterin Gräfin v. Perponcher, den Palastdamen Gräfinnen Adelaidesv. Hacke und v. Oriolla, sowie den dienstthuenden Hofdamen, dem Oberhofmeister Grafen Nesselrode und den dienstthuenden Kammerherren Grafen Lüttichau und Vitzthum umgeben. Der mit der Einführung der Gesandtschaften beauftragte Vice=Ober=Ceremonienmeister v. Roeder führte zuerst den Gesandten und dann dessen Gefolge ein. Die Mitglieder der Gesandtschaft waren in den prächtigsten Gewändern. Der Gesandte selbst hielt an Ihre Majestät eine Anrede in chinesischer Sprache, welche der Dolmetscher verdeutschte. Das Chinesische muß in seiner Ausdrucksweise sehr prägnant sein, denn zur Verdeutschung einer Periode brauchte der Dolmetscher das doppelte an Zeit. Ihre Majestät antworte in deutscher Sprache. Die einzigen Worte, in denen die Kaiserin und der Gesandte sich unmittelbar verstanden, waren die Namen der Länder und Städte, welche die Chinesen auf ihrer Reiselaus ihrer Heimath nach Deutschland berührt hatten und von denen Ihre Majestät sich Wunder auf der Hochzeit zu Kanaa umfaßt. Das in den Weihnachtscyclus hineinfallende bürgerliche Neujahr als Feiertag anzuerkennen, hat sich die Kirche nur zögernd entschlossen. In der katholischen Kirche ist die Feier der alten in den Weihnachtscyclus fallenden Festtage bestehen geblieben, obwohl nicht gleichmäßig in allen katholischen Ländern. In einigen derselben sind sie durch landesherrliche Verordnungen beschränkt worden, so in Frankreich durch König Heinrich IV.(1594—1610) und in Oesterreich durch die Kaiserin Maria Theresia(1740 —1780) und Kaiser Joseph II.(1765—1790).— Die protestantische Kirche will nur von solchen Feiertagen etwas wissen, welche eine unmittelbare Beziehung auf die Person Christi haben. Luther äußert über diesen Punkt im Jahre 1523 in einem Schreiben an Nicolaus Hausmann:„Doch denken wir hier zu Wittenberg allein an den Sonntagen und Festen unseres Herrn Jesu Christi zu feiern: denn wir halten, daß der Heiligen Feste allzumal sollten abgethan werden oder, so etwas darinnen, das der Rede werth ist, soll man dasselbe nebenein laufen lassen des Sonntags unter der Predigt.“ Trotz dieser Aeußerung aber werden sowohl in der „Neuen Ordnung der Stiftskirche zu Wittenberg“ als auch in dem Melanchthon=Lutherschen„Unterricht der Visitatoren“(1528) die Feste der Verkündigung, Heimsuchung und Reinigung Mariä und die Geburt Johannis des Täufers zur allgemeinen Feier empfohlen. Bei dem Mangel aller Nachrichten über den Tag der Geburt Christi war die Verlegung der Geburtsfeier auf den 25. December dennoch keine willkürliche; vielmehr wurde dieser Zeitpunkt von der Kirche mit großem Geschick gewählt. Der 25. December ist der Tag der Wintersonnenwende oder des wiederkehrenden Lichtes, und wurde als solcher fast von allen Völkern seit uralter Zeit festlich begangen. Sie feierten in der Wintersonnenwende das sich alljährlich erneuernde Wirken ihrer von dem Gesandten erzählen ließ. So ging denn im Gegensatz zu der Feierlichkeit eines Staatsactes, dessen Charakter die Antritts=Audienz bei dem Kaiser annahm, in den Gemächern der Kaiserin diese in der Form der Salon=Conversation vor sich.— Der Schiffsstand der deutschen Flotte schließt dieses Jahr ab mit 8 Panzer=Fregatten(also mit dem vollen Bestand der für diese Schiffsgattung beabsichtigten Zahl), 1 Panzer=Corvette, 2 Panzer=Fahrzeugen, 2 Panzer=Kanonenbooten, 9 gedeckten Corvetten, davon 6 neu, und diese sämmtlich von 14 bis 15 Seemeilen Fahrgeschwindigkeit in der Stunde, 5 Glattdecks=Corvetten, davon 3 neu mit einer ähnlichen Fahrgeschwindigkeit, und einer großen Anzahl kleiner Fahrzeuge, wie dem vollen Bedarf an Schulschiffen, darunter 2 gedeckte und 2 Glattdecks=Corvetten. Im Bau begriffen sind 4 Panzer=Corvetten und noch 4 PanzerKanonenboote. Erforderlich zu dem Schiffsstand, welchen die deutsche Flotte bis 1882 erreichen soll, würden noch sein 2 Panzer=Corvetten, 6 gedeckte und Glattdecks=Corvetten und 26 Torpedoboote, von welchen letzteren es jedoch noch zweifelhaft ist, ob sie nicht theilweise durch andere leichte Fahrzeuge und namentlich durch Kanonenboote von großer Fahrgeschwindigkeit und sehr schwerer Geschützarmirung ersetzt werden.— Nach dem im Kriegsministerium über den Krankenstand des preußischen Heeres, des k. sächsischen und k. württembergischen Armee=Corps für den Monat Oktober d. J. zusammengestellten Hauptberichte betrug die Zahl der nur von Militairärzten behandelten Kranken 15,017 Mann, oder 5,0 pCt. der Effectivstärke. Die Zahl der Todesfälle unter militairärztlicher Behandlung belief sich auf 82, wovon die meisten dem Unterleibstyphus und der Lungenschwindsucht(nämlich 20 bez. 19) erlagen; ferner auch 3 einer Alkoholvergiftung und 2 dem Eiterfieber. An Verunglückungen starben 6, darunter 2 beim Turnen, in Folge Selbstmordversuchs 2. Außer jenen 82 kamen noch in nicht militairärztlicher Behandlung 20 Todesfälle vor, wovon 4 durch Krankheiten, 7 durch Verunglückung und 9 durch Selbstmord, so daß das Heer im Ganzen 102 durch den Tod und darunter 11 durch Selbstmord verloren hat.— — Die Nachricht, daß im Kreise Inowraclaw ein Fall der Rinderpest vorgekommen sei, bestätigt sich glücklicherweise nicht. Nach Anzeige des Departements=Thierarztes, welchem eine reiche Erfahrung zu Gebote steht, haben die angestellten Untersuchungen noch keinen Fall der Erkrankung eines Thieres ergeben. Vielmehr ist voller Grund zu der Annahme vorhanden, daß dieses Mal die Seuche keinen Eingang finden werde. Die Absperrungs=Maßregeln werden aber noch einige Zeit fortgesetzt werden.— Berlin, 17. December. In der am Sonntage hier stattgehabten Versammlung deutscher Brauer wurde der Antrag der Mainzer Actienbierbrauerei in Mainz, der Rheinischen Brauereigesellschaft zu Alteburg bei Köln, der Gebrüder Dietrich in Düsseldorf und der Essener Actienbierbrauerei, lautend, wie folgt:„Ein Kaiserliches Reichs=Gesundheitsamt zu ersuchen, bei dem Reichskanzleramt dahin zuwirken, daß gesetzlich festgestellt werde, daß zur Bierbereitung nur Malz, Hopfen, Hefe und Wasser verwendet werden dürfen und die Anwendung aller Surrogate und sonstiger Zusätze verboten sein solle“, — abgelehnt.— Götter in den Naturkräften. Da es der christlichen Kirche nicht möglich war, die mit diesen Festen verbundenen heidnischen Gebräuche auszurotten, so deutete sie dieselben in ihrem Sinne um und bezog das sich zur Zeit der Sonnenwende erneuernde Licht auf den Glanz, welchen die Lehre Christi über die Menschheit verbreitete. So kam es, daß die Mehrzahl unserer heutigen Weihnachtsgebräuche ihre Wurzeln im altgermanischen und altrömischen Heidenthume und nur im Laufe der Zeiten eine Umdeutung erfahren haben. Die alten Germanen, welche an ein persönliches Umherziehen ihrer Götter auf Erden und an ein persönliches Eingreifen derselben in die Geschicke der Menschen während der zwölf Nächte vom 25. December bis 6. Januar glaubten, feierten um diese Zeit ihr Julfest— Julo bedeutet Sonnenrad— welches sich in Vorpommern und auf der Insel Rügen bis auf den heutigen Tag selbst in seinem Namen erhalten hat. Mit dem Worte„Julklappwirft dort noch heute der Freund dem Freunde das Weihnachtsgeschenk durch die geöffnete Thüre— daher die Endsilbe„klapp“— in das hellerleuchtete Zimmer. Unzweifelhaft haben auch die Lichter unseres Christbaumes ihren Ursprung in dem altheidnischen Sonnenund Lichtfeste. Daß es auch damals schon Sitte war, sich gegenseitig zu beschenken, läßt die erwähnte Sitte des Julklapp vermuthen. Eine gleiche Sitte finden wir auch im römischen Alterthume. Dort wurden in der Zeit vom 17. bis 23. December die Saturnalien gefeiert, zum Andenken an die Herrschaft des Saturnus, während welcher Friede und Freude, Freiheit und Gleichheit eine Heimath auf Erden hatte. Man jubelte und schmauste und beschenkte sich gegenseitig mit kleinen Thonfiguren und Wachskerzen. Den Character eines Friedens= und Freudenfestes, welchen die Gebräuche unserer Alten dem Weihnachtsfeste verliehen, hat sich dasselbe bis auf den heutigen Tag erhalten. Palast und Hütte ertönen vom Jubel der Jungen, wie der Alten, und wer am Weihnachtsabende in ein glänzendes Kinderauge blickt und nicht mitjubeln kann aus vollstem Herzen und aus tiefster Brust, der hat niemals die Bedeutung unseres schönsten Festes begriffen. dem Rheingau, Anfangs Decbr. Die Weingeschäfte, welche hier abgeschlossen werden, betreffen zumeist den 1877er Wein. Letzterer wird vielfach, natürlich zum Verbessern, aufgekauft. Derselbe ist so sauer, daß man ihn nicht genießen kann. Dennoch werden hübsche Preise bis M. 300—380 für das Stück bezahlt. Wenn wir Rheingauer auch das Verbessern nicht selbst vornehmen, so genießen wir doch den Vortheil dadurch, daß es geübt wird. Wäre es verboten, so hätte der 1877er, genannt„Schipka=Wein", fast gar keinen Werth, und unsere kleinen Leute, die nicht viel Mißertrag vertragen können, wären bald ganz verarmt. In Mainz war das Geschäft in den letzten acht Tagen in 1875 und 1876 Weinen etwas lebhafter wie bisher. Es wurden namentlich mehrere Partieen mittlere 1875er und 1876er Weine gekauft. Letztere entwickelten sich recht hübsch und sind die 1875er überragende reifere Weine. In 1877er ist es still. Dieselben werden wohl im Rheingau von Mousseuxfabriken oder zum Verbessern ziemlich gekauft; in Rheinhessen, wo die meisten 1877er Weine, ausgenommen die einiger guten Orte und Lager, recht sauer sind, ist hierin noch gar kein Geschäft.— Hessen. Gießen, 16. Dec. Ehegestern, 14. d.., verstarb hier der vormalige Kanzler der Universität, Geh. Justizrath Dr. Birnbaum. Geboren 19. September 1792, hat er nahezu das hohe Alter von 85 Jahren 3 Monaten erreicht. Birnbaum war nicht nur seiner Zeit einer der bedeutendsten Juristen und ein vielseitig gebildeter Gelehrter, sondern gleich ausgezeichnet durch seine administrative Tüchtigkeit wie durch seinen würdigen Character. Katholik, aber allem ultramontanen Wesen von Herzen abhold, hat er seinen freieren Standpunct in allen seinen Stellungen nie verleugnet, und sein Andenken wird bei seinen vielen Schülern von Löwen, Freiburg, Utrecht, Gießen noch lange in Ehren bleiben.— Elsaß=Lothringen. Gutem Vernehmen nach beabsichtigt die Oberschulbehörde des Landes, eine Reduction der lateinischen und griechischen Unterrichtsstunden in den höheren Lehranstalten zu beantragen. Der Ober=Präsident soll sich im Prinzip damit bereits einverstanden erklärt haben.— Durch eine Verfügung des Ober=Präsidenten ist 5 unterelsässischen, 22 oberelsässischen und einer sehr großen Anzahl lothringischer Gemeinden der Weitergebrauch der französischen Sprache als Geschäftssprache bis zum 1. Januar 1883 gestattet worden. Es sind dies in der That ausschließlich französisch sprechende Gemeinden.— Aus dem Fürstenthum Lippe und Umgegend. Detmold, 22. December.(Landtag.) Zu unserem gestrigen Berichte über die Sitzung des Landtages von vorgestern sei Folgendes noch ergänzend hinzugefügt: Nach Erstattung des Berichtes des Finanzausschusses über den Ausgaben=Etat des Gymnasiums zu Detmold wurde von dem Landtage folgender Antrag angenommen: der Landtag beschließt, die Gehälter des Directors und der 9 ordentlichen Lehrer des Gymnasiums zu Detmold im Betrage des vorjährigen Staatshaushaltes zu bewilligen, zugleich auch die Regierung zu ermächtigen, die Normalsätze zu verausgaben, wenn der Volksschullehrer=Etat gleichzeitig zur Ausführung gebracht wird.— Literarisches. Unser Lippisches Land hat in Wort und Bild wohl kaum eine größere Verherrlichung bis jetzt erfahren als in dem Sr. Majestät dem Kaiser Wilhelm gewidmeten Album„Das Hermannsdenkmal und der Teutoburger Wald.“ Unser geschätzter Mitbürger, Herr Zeichenlehrer L. Menke, hat zwanzig Ansichten aus unserem schönen Waldgebirge nach der Natur aufgenommen und sie zu wahrhaft künstlerisch schönen Bildern zu gestalten gewußt, die dann von bewährten Meistern der Lithographie, wie A. Lüttmann, C. Süßnapp und M. Ulffers auf Stein so gezeichnet wurden, daß sie ein treues Spiegelbild der Original= zeichnungen genannt werden können. Das erste Blatt aber, das Hermannsdenkmal bei Mondscheinbeleuchtung darstellend, umgeben von äußerst geschmackvollen Arabesken und sinnigen Symbolen, ist von dem Düsseldorfer Maler, Professor C. Scheuren entworfen, jenem unvergleichlichen Meister, dem einst beim Anblicke eines seiner besten Bilder die deutsche Kaiserin Augusta mit dem Titel„Arabeskenkönig“ ausgezeichnet hat. Und in der That gereicht gerade dieses Blatt dem ganzen Album zum größten Schmuck und zur schönsten Zier.— Zu jedem Bild ist ein Blatt Text gefügt, ein Gedicht, welches das entsprechende Bild beleuchtet oder bedeutungsvoll erklärt. Unter den Verfassern derselben finden sich die gefeiertsten Dichternamen, wie Ferdinand Freiligrath, Emanuel Geibel, Rudolf Gottschall, Emil Rittershaus, Julius Rodenberg, Ernst Scheerenberg, Julius Wolff, Felix Dahn, Ernst Meyer. Auch unser vaterländischer Dichter, Herr L. Altenbernd, hat zu dieser Sammlung ein sinniges Gedicht gespendet, das, anderweitig noch nicht zum Abdruck gekommen, durch die Mitteilung an dieser Stelle die wohlverdiente weitere Verbreitung fin den möge.— Die Hünenkapelle. Zerstreute Trümmer, band= und mörtellos, Gesunkne Pfeiler, eingefallne Bogen, Umwuchert von Gestrüpp, von Haid' und Moos Vielleicht seit tausend Jahren überzogen; In der gestrigen Sitzung, die von 5 bis gegen 7 Uhr dauerte, waren sämmtliche Abgeordnete bis auf den beurlaubten Abg. Asemissen anwesend, die fürstliche Regierung war durch den Geh. Rath Meyer vertreten. Nach Verlesung und Genehmigung des Protokolls geschah die erste Lesung folgender Propositionen: 1) beireffend die Aufnahme einer Anleihe behufs Ausführung des Gesetzes vom 12. Sept. 1877 über die Entschädigungen für die vom 1. Januar 1871 ab aufgehobenen ausschließlichen Gewerbeberechtigungen; 2) die Abänderung des§ 35 des Gesetzes über den Civilstaatsdienst vom 11. Mai 1859 hinsichtlich des Betrages der Pensionen betreffend; 3) die Aufnahme einer Anleihe für Zwecke der Wegebau=Verwaltung betreffend; 4) bezüglich des Gesetzentwurfes wegen definitiver Regelung des Diensteinkommens der Volksschullehrer betreffend, und 5) die Gehalte der Staatsbeamten betreffend. Sie alle wurden auf Vorschlag des Vorsitzenden nach Beschluß des Landtages dem Finanzausschuß zur Berichterstattung übergeben. Hierauf stattete Abg. Gevekot im Namen des Finanzausschusses noch über zwei Posten des Ausgabe=Etats Bericht, die dem Ausschusse in der zweiten Lesung des Etats zur Berichterstattung überwiesen worden waren. Der erste Posten betraf die Pension des Gendarm Schneider in Höhe von 697,20 M. der Ausschuß beantragte, obgleich Gendarmen nicht pensionsberechtigt sind, diese Pension zu bewilligen, weil der Gendarm nachgewiesener Maßen im Dienst durch einen auf ihn gemachten Angriff zum Krüppel geschlagen worden sei. Zugleich beantragte der Ausschuß, die fürstliche Staatsregierung zu ersuchen bei der künftigen Anstellung von Gendarmen darauf zu sehen, daß nur solche Persönlichkeiten diese Posten erhalten, welche körperlich und geistig für diesen Dienst geeignet erscheinen, und fernerhin nur solche zu wählen, welche Civildienst=Versorgungs= berechtigte sind. Der Landtag nahm beide Anträge ohne weitere Debatte einstimmig an. Der zweite Posten betraf die Pension des Amtsrathes Preuß in Höhe von 3088,80 M. Der Antrag, diese Verhandlung mit Ausschluß der Oeffentlichkeit vorzunehmen, wurde angenommen, der weitere Antrag des Abg. Hausmann, dem Berichterstatter des Regierungs= und Anzeige=Blattes die Anwesenheit während dieser Verhandlung zu gestatten, wie es denn in allen parlamentarischen Körperschaften Sitte sei, auch in geheimen Sitzungen den Vertretern der Presse die Anwesenheit zu gestatten, wurde mit 12 gegen 6 Stimmen abgelehnt. Für die Sitzung zu morgen, den 22., die um 11 Uhr beginnen söllte, war die dritte Lesung des Staatshaushalts=Etats auf die Tagesordnung gesetzt.— Detmold, 20. Dec. Am vergangenen Montag war ein volles Jahr verflossen, daß der weiland Cantor Sauerländer aus diesem Leben geschieden war. Er war fast 48 Jahre Lehrer und später Hauptlehrer an der hiesigen Bürgerschule gewesen und hat fast zwei Generationen eines Theiles der Bewohner unserer Stadt zu Schülern gehabt, die ihm ein gut Theil ihres sens danken und ihn dankbar verehren. Es war daher sehr natürlich und angemessen, daß sich ein Theil dieser ehemaligen Schüler des Heimgegangenen vereinten, um ihm ein würdiges Denkmal auf seiner Grabstätte zu setzen. Die Beiträge dazu gingen reichlich ein, so dau das Grabmal vor einigen Tagen fertig gestellt wordeß Rings um des Berges sturmgepeitschten Grat Die überwachsnen steinerbauten Wälle, In ihrem Kreise diese Trümmersaat, Genannt die Hünenkirche, die Kapelle; Fern des Cheruskers Bild am dunkeln Teut, Um dessen Gipfel sonn'ge Lichter schwanken, Verklärend ihn, so scheint's, von Zeit zu Zeit, Gleich wie des Weisen Stirne die Gedanken:— Hier weht's wie Odem alter Zeit, führwahr, Wie das Geflüster langentschwundner Tage, Doch das Verborgne macht's nicht offenbar, Hier schweigt der Stein und stumm ist selbst die Sage. Ob einst mit dem Gebraus des Abendwinds Sich einte hier des Kriegeshorns Geschmetter, Wenn auf dem Plan die Schaaren Wittekinds Um Sieg anriefen ihre heim'schen Götter? Ob hier am ersten christlichen Altar Der Dankeshymnus scholl siegreicher Franken, Nachdem der Sachsen Reihen Schaar um Schaar, Im Kampf für ihren Heerd und Glauben sanken? Ob einst in dem zerbröckelten Gestein, Tiefsinnend über dunkeln Zeichen hockend, Ein Klausner lebte, mit dem Heil'genschein Die Gläub'gen durch den Sand der Senne lockend?— Grau liegt der Schleier der Vergessenheit Auf diesem Steingetrümmer, jenen Grüften, Die in der braunen Haide rings verstreut, Und keine Hand vermag es, ihn zu lüften. Vom Thal herüber tönt der Glocke Klang, Ich sah im Geiste gläub'ge Schaaren ziehen Den Berg hinan in andachtsvollem Drang Und still auf dem geweihten Boden knieen. Ob Heid', ob Christ— kein Römling weist zurück Den Wanderer von dieses Betraums Schwelle. Die Glocke schweigt, ein letzter Sonnenblick, Und wie ein Amen hallt's durch die Kavelle war. Am Mittwoch Nachmittag 3 Uhr begab sich eine große Zahl der ehemaligen Schüler aus den verschiedenen Jahrgängen und Verehrer Sauerländers zu dessen Grab auf den Kirchhof, woselbst auch die Wittwe, die Tochter und die beiden Söhne desselben erschienen waren. Die Feier wurde eröffnet durch den Gesang des Liedes „Jesus, meine Zuversicht", worauf Herr Pastor Werdelmann eine tief ergreifende Ansprache hielt, in der er des Verstorbenen in Liebe und Verehrung gedachte. Nachdem hierauf der genannte Gesangverein das Lied gesungen„Mag auch der Glaube zagen ergriff einer der Söhne des Verstorbenen, Herr Pastor Sauerländer in Alverdissen, das Wort und sprach allen denen, welche die Errichtung des Denkmals, durch welches das Andenken des Entschlafenen wach erhalten werden solle und der Familie desselben eine so große Ehre erzeugt werde, seinen tiefgefühlten Dank aus. Damit war die Feier, welche auf alle Anwesende einen tiefen Eindruck machte, beendet.— Detmold, 20. Dec. Gestern fand im großen Saale der Ressource der fünfte„Kammer=Musik=Abend“ statt, der wie die früheren, recht gut besucht war. Ohne auf die früheren Abende irgend welchen Schatten werfen zu wollen; so drängte sich dem Referenten und anderen, mit denen er darüber gesprochen, das Gefühl auf, als ob gerade auf diesem Concert sowohl in Bezug der Wahl der auszuführenden Musikstücke als auch in Betreff der Ausführung derselben eine besondere Weihe gelegen habe: bis auf einige zu spät Gekommene, die durch Stühlerücken unliebsam störten, lauschten die Anwesenden mit einer gewissen„musikalischen Andacht den herrlichen Tonschöpfungen, die uns an diesem Abend geboten wurden. Das herrliche Quartett von Ludwig van Beethoven für Pianoforte(Herr SeminarMusiklehrer Walkerling), Violine(Herr A. von Donop), Viola(Herr Hofmusikus Döhnel) und Violoncell(Herr Kammer=Musikus Schmidt) in Es-dur(nach dem Verzeichniß der Beethovenschen Compositionen von L. Marx nicht op. 16, wie auf dem Zettel stand, sondern op. 18, herausgegeben im Jahre 1800) eröffnete das Concert auf das schönste und wurde von den genannten Herren tadellos und mit künstlerischer Sorgfalt ausgeführt. Das Quartett gehört, wie obige Jahreszahl bekundet, zu den früheren Schöpfungen Beethovens, der damals noch jene Pfade in Bezug auf seine Compositionen wandelte, welche ihm seine großen Lehrmeister Haydn und Mozart vorgezeichnet hatten, ja er verwebte einzelne Motive dieser, von denen er sich, wie er selbst gesagt hat, für lange Zeit nicht hatte los machen können, in seine eigenen Compositionen. So ist das Eingangsmotiv des zweiten Satzes dieses Quartetts von überraschender Aehnlichkeit mit jener Arie in Mozarts Don Juan, welche Zerline zu Masetto mit den Worten singt:„Schmäle, schmäle, lieber Junge.“ Es ließe sich eine eigene Abhandlung über dieses Quartett schreiben; wir müssen uns aber mit der Bemerkung bescheiden, daß die Wirkung desselben auf die Zuhörer eine mächtige war, die sich in lautem Beifall äußerte, den die dasselbe ausführenden Herren zum großen Theil sich für ihre schöne Leistung zurechnen konnten. Als dritte Nummer kam zum Vortrage Große symphonische Sonate für das Pianoforte zu vier Händen von Ignatz Moscheles. Einer der ersten Pianofortemeister seiner Zeit, wie die Welt vor ihm nur wenige hervorgebracht, hat er, wie La Mara in seinem vortrefflichen Werke„musikalische Studienköpfen so wahr von Moscheles sagt,„seine schöne und große Mission darin gefunden, dem musikalischen Europa das Verständniß für die Werke unserer erhabensten Tonheroen zu vermitteln. Was er insbesondere als musikalischer Pädagog geleistet, kann nicht hoch genug gewürdigt werden, auch seine Bedeutung als Componist muß vor der des Lehrers zurücktreten, und am unvergänglichsten erscheint der Erstere da wo er dem Letzteren dient. Das Clavier war und bleibt seine eigentlichste Domäne, der Ausgangs= und Mittelpunkt seines Künstlerthums, mögen wir ihn als freischaffenden oder als wiedergestaltenden Künstler betrachten. Hier hat er seine stolzesten Triumphe gefeiert und jene Glanzepoche heraufführen helfen, die von unseren Voreltern ungeahnt, in den jüngeren und jüngsten Jahrzehnten dieses Jahrhunderts für das Pianoforte, als das universellste aller Instrumente angebrochen. Darum gebührt ihm auch in der Geschichte desselben für alle Zeiten eine der obersten Ehrenstellen, und darum geziemt es uns, den Mitlebenden, uns seine ganze Bedeutung für uns, wie für die, die da waren und die kommen werden, dankbar zu vergegenwärtigen.“ Indem wir uns zu dem Gesagten vollständig zustimmend bekennen, haben wir aufrichtige Freude darüber gehabt, daß gerade eine Moscheles'sche Composition auf das Programm gesetzt worden ist. Wenn Referent sich jedes Urtheils über das vorgetragene Werk enthält, so geschieht dies nicht, weil er zu fürchten hat, daß er mit seinem Urtheil vielleicht ziemlich vereinzelt stehen würde, sondern weil ihm der so sparlich zugemessene Raum nicht gestatten würde, dieses Urtheil ausführlich zu begründen. Was dagegen die Ausführung dieser so überaus schwierigen Composition betrifft, so läßt sich eine vollkommnere, verständnißinnigere Wiedergabe derselben kaum annehmen, denn die obere Stimme wurde von der Tochter des Componisten, Frau General=Consul Rosen, die untere von einem, wenn wir recht unterrichtet sind, der letzten Schüler desselben, von Herrn Walkerling, gespielt. Beide, in die Intentionen des Meisters tief eingeweiht, vermochten eben dadurch die Composition in eine ganz andere Beleuchtung zu bringen, als es sonst dem Dilettanten möglich ist. Beide allen Schwierigkeiten, welche die Composition in sich trägt, vollkommen gewachsen, vereinigten sich in einem Zusammenspiel, wie man es nicht eben oft zu hören bekommt. Als Nr. 4 des Programms spielte Herr Kammermusikns Schmidt zuerst ein Ave Maria von Cherubini, dann eine Arie von I. A. P. Hasse(geschrieben 1725) und eine Romanze aus der Oper„Der Liebestrankn von Donizetti. Herr Schmidt spielte vorzüglich; den Preis aber möchten wir dem Ave Maria zuerkennen, das in aller Strenge kirchlicher Form gehalten, doch einen dramatisch lebendigen Charakter annimmt; es ist von ergreifender Wirkung. Endlich sang Fräulein Erna Steinhagen als Nr. 2 des Programms drei Lieder:„Primula veris“ von Ferd. Hiller,„Keine Antwort“ von Richard Wuerst und„Liebchen, wo bist du“ von Heinrich Marsch= ner, und zum Schlusse den Schubert'schen„Erlkönig“, Gedicht von Göthe. Was die Gesangskunst der genannten Dame betrifft, so hat sich Referent bereits früher erlaubt, dieselbe rühmend anzuerkennen, das Gesagte gilt auch von dem Vortrage dieser Lieder: musterhaft gültige Aussprache, lebendiger und dem Text vollkommen harmonischer dramatisch lebhafter Vortrag, was namentlich in dem Vortrage des„Erlkönigs zur Geltung kam, sowie kunstgerechte Bildung des Tones, der allerdings nicht in allen Lagen gleich vollkommen klingt. Der reich gespendete Beifall nach jeder der genannten Nummern, sowie der nochmalige Hervorruf am Schlusse des Concerts mögen der Künstlerin beweisen, wie sehr ihre Leistungen von dem diese Concerte besuchenden Publikum anerkannt und hochgeschätzt sind. Wir wiederholen zum Schlusse, was wir im Eingang gesagt, es war nach Wahl der Composition und in Bezug der Ausführung derselben ein wohlgelungenes schönes Concert. Reellirchen, 18. Dec. In Reelkirchen trat dieser Tage eine Katholikin, nachdem sie von dem Herrn Pastor Wessel vorbereitet worden war, in Gegenwart des Kirchenvorstandes zur reformirten Kirche über.— E. Leopoldshöhe, Mitte December. In der meinde Leopoldshöhe ist ein Kriegerverein in Bildung begriffen. Es haben sich bereits 45 Krieger zur Theilnahme gemeldet und wollen dieselben durch einen Sylvesterball den Verein einleiten und begründen. Wir wünschen demselben ein glückliches Zustandekommen und fröhliches Gedeihen.— Bavenhausen, 19. Dec. In Nr. 50 des„Lippischen Volksblattes“ wurde irrthümlich berichtet, daß in der Nacht vom 9. zum 10. Dec. in Valldorf zwei Häuser eingeäschert seien. Dieses Feuer fand nicht in Valldorf, sondern in der„Nähe des Sonntagskruges statt, wo das Meierhaus des Colons Bretthauer ganz niedergebrannt ist. Inventar und Vieh, ein Schwein ausgenommen, sollen geretiet sein. Eine Feuerspritze soll nicht dagewesen sein, da sich im Amtsbezirke Vlotho nur eine befindet und diese in Vlotho selbst.— In vorletzter Woche wurde auf der Holzauction, Schutzbezirk Dalbke kein Gebot abgegeben, da die anwesenden Leute die Taxe, fast 17 Mrk. für 3 Rmtr., zu hoch fanden.— Aus dem Amte Lage. Decbr. 1877. In diesen Wochen fand in den verschiedenen Bauerschaften die Wahl neuer Vorsteher statt. Obgleich diese in gegenwärtiger Zeit höchst wichtige Interessen zu vertre ten haben, so kam es doch mehrfach vor, daß in dem ersten Termine die Wahl nicht geschehen konnte, weil die nach der Gemeindeordnung vom 2. März 1841 erforderliche Hälfte der Wahlberechtigten(— nur die Colone—) nicht einmal erschienen war. In Heiden kam es vor, daß der israelitische Colon Kaufmann und Wirth Hamlet gegen die Gültigkeit der Wahl protestirte, weil von dem dieselbe leitenden abtretenden Vorsteher auf die nach§ 13 der Gemeindeordnung erforderlichen Eigenschaften des zu wählenden Vorstehers und unter diesen auch auf die hingewiesen, daß derselbe christlicher Confession sein müsse, was durch Reichsgesetz aufgehoben sei. Die in Aussicht stehende anderweite gesetzliche Regelung der Gemeindeverhältnisse wird auch hoffentlich neues Leben in diese Verhältnisse bringen.— Nienhagen. Wie zum 1. Oct. d. J. der Nebenlehrer Adam zu Pivitsheide und zum 1. Apr. k. J. der.=L. Klamer zu Hiddesen, so hat nun auch der seit 3 Jahren hier angestellte.=L. Diederich zum 1. Juni k. J. eine Lehrerstelle im Regierungsbezirke Arnsberg angenommen. Derselbe erhält dort als Landschullehrer sofort 1350 M. Gehalt neben freier Wohnung und Garten, 90 4 für Heizung und Reinigung der Schulstube und jährlich 30 M. Gehaltserhöhung, bis er nach 5 Jahren auf 1500 M. steht.— Hillentrup, 17. Dez. 1877. Seit acht Tagen kampirt in der Nähe unsers Dorfes eine Zigeunerbande. die unter dem Schutze eines Gewerbe=Scheines die Kesselflickerei betreibt. Das Geschäft muß sehr einträglich sein; denn die Truppe führt außer zwei Wagen, mit je zwei wohlgenährten Pferden bespannt, eine bedeutende Baarschaft, die sie gelegentlich aufwies, mit sich. Angeblich evangelischer Confession und der Cal= vinischen Lehre ergeben, verleugnet sie doch ihr Zigenner=Naturell so wenig, daß sie bei ihrem Geschäft alle möglichen Gaunerkünste in Anwendung bringt, die Leute zu überzeugen, die sämmtlichen Kessel in Dorf und Umgegend seien reparaturbedürftig; ja, die Bande ist so geschickt in ihrem Gewerbe, daß sie vor den Augen der Kesselbesitzer glutneue Kessel durchspuckt, um sie in Arbeit zu bekommen. Das Kunststück ist hier so überzeugend ausgeführt, daß sämmtliche Kessel in die Werkstatt wanderten und der Heilung harrten. Leider hatte Niemand zuvor seine Kessel gewogen und sah sich erst enttäuscht, als er das Pfund eingegossener Komposition mit 1 Thlr. bezahlen mußte, während er das Pfund verarbeitetes Kupfer bester Waare in Lemgo für 18—20 Sgr. haben konnte. Die Bande ist jetzt, wie Einsender erfährt, auf und davon und soll sich hier einige hundert Thaler rasch zusammen geschlagen haben.— Unsere Gemeine ist nun um eine Erfahrung reicher geworden— wenn auch für schweres Geld. Mögen diese Zeilen für die noch nicht„Gerupften“ im Lande Veranlassung werden, mit mehr Vorsicht zu verfahren, wie wir es hier gethan haben.— Bielefeld, 19. December. Gestern wurde, wie der „W. Pr.=Zig. geschrieben wird, hier eine Frau begraben, welche vor mehr als zwei Monaten durch die Explosion einer Pretroleumflasche schreckliche Brandwunden davontrug. Dem nicht gut brennenden Feuer in der Maschine wollte sie mit Petroleum nachhelfen, als das furchtbare Unglück sich ereignete. Wie entsetzlich die arme Frau die lange Zeit hindurch gelitten hat, kann man sich leicht denken. Möge dieser Fall zur Warnung dienen! Beim Gebrauch des Petroleums wird häufig mit solcher Unvorsichtigkeit verfahren, daß man sich noch darüber wundern muß, wenn nicht mehr Unglücksfälle sich zutragen. Landwirthschaftliches. Aus dem Amte Sternberg. Der Stand der Wintersaat ist in hiesiger Gegend im Allgemeinen ein befriedigender. Anfangs wollte sich der Roggen des kalten Wetters wegen gar nicht zeigen, aber die spätere milde Witterung hat sein Wachsthum sehr gefördert. Nur hin und wieder findet man ein ausgewurmtes Stück. Solche werden jedenfalls am zweckmäßigsten im zeitigen Frühjahr mit einem Gemenge von Hafer und Gerste oder von Hafer, Bohnen und Wicken besät.— Auch der mittlere und kleinere Landwirth kommt immer mehr zu der Einsicht, daß er seine Wirthschaft nur heben kann durch Vermehrung des Futters. Nun giebt es wohl keine einträglichere Futterpflanze als die Luzerne, wenn sie einen völlig geeigneten Boden findet, nämlich Kalkoder Mergel=Boden. Andere Bodenarten bedürfen einer sehr sorgfältigen Vorbereitung, wenn der Anbau dieser Futterpflanze, ein lohnender sein soll. Man hat auch hier einige Versuche mit der Luzerne gemacht, ohne jedoch bis jetzt ein befriedigendes Resultat damit erreicht zu haben.— Die ältesten Leute wissen sich nicht zu erinnern, daß es eine solche Menge von Engerlingen gegeben hat, wie in den beiden letzten Jahren. Im vorigen Jahre war aber der dadurch angerichtete Schaden noch bedeutender, als in diesem Jahre. Die Verwüstungen zeigten sich hauptsächlich am Sommerkorn, Klee und an den Futterrüben.— Unter den hier geschlachteten Schweinen hat man 10% gesund gefunden; die übrigen waren lungenkrank.— Aus dem Amte Brake. Auf dem Vorwerke Göttentrup— Domaine Oelentrup— hat sich eine merkwürdige Krankheit unter den Schafen gezeigt, an welcher an 150 Stück verendet sein sollen. Nach Aussage des Thierarztes soll die Krankheit durch giftige Pilze entstanden sein. Die Schafe sind nämlich mit Lupinen gefüttert worden. Diese sind bei den schlechten Witterungsverhältnissen in der vergangenen Erntezeit wohl nicht ganz trocken eingebracht und haben sich daher an den Körnern Pilze gebildet, welche Veranlassung zu der Krankheit gewesen sein sollen.— Wie vorsichtig man selbst bei dei Einheimsen der Runkelrüben sein muß, zeigt folgender Vorfall: In sem Herbste wurden von einem größeren Landwirkhe bei dem regnerischen Wetter, weil keine Aussicht auf eine bessere Witterung vorhanden, viele Runkelrüben in einen gewölbten Keller gebracht. Dieselben hatten sich nach einiger Zeit an einer Stelle des Kellerraumes, wo jedenfalls der Luftzug verhindert war, so erhitzt, daß sie kaum mit den Händen anzufassen waren. Wäre dieser Fall nicht gleich bemerkt worden, so hätte ein großer Schaden für den Besitzer daraus entstehen können, was glücklicher Weise durch Aufräumen und den dadurch hinzutretenden Luftzug rechtzeitig verhindert wurde.— Sprechsaal. ** 1. Was versteht man unter Paritäts= und Simultanschulen?— 2. An einige Elementarlehrer unsers Landes ist kürzlich von der Oberschulbehörde die Weisung ergangen: im Sommersemester auch am Mittwoch= und SonnabendNachmittag Schule zu halten; obwohl es in§ 87 des Schulges. vom 11. Decbr. 1849 ausdrücklich heißt: „Jeder Lehrer ist verpflichtet, wöchentlich 26 Stunden Unterricht zu ertheilen. Davon kommen 3 Stunden auf die Vormittags= und 2 Stunden, mit Ausnahme des Mittwochs und Sonnabends, auf die Nachmittagszeit. Das Verfahren der Oberschulbehörde veranlaßt uns zu der Frage:„Hat die Landesvertretung von 1849 den letztern Passus gewählt, um in Uebereinstimmung mit den Hochschulen, Lehrern und Schülern aus pädagogischen oder andern Gründen 2 freie Nachmittage in den Sommerwochen zu gewähren, oder hat sie bei dieser Anordnung überhaupt keinen Zweck im Auge gehabt?"— Wir erbitten uns Antwort hierüber! Temgo. Concert=Anzeige. Am Sonntag nach Weihnachten wird in der St. Nicolai=Kirche hierselbst, um 5½ Uhr Abends ein Concert stattfinden zum Besten des hiesigen Krankenhauses. Ihre gütige Mitwirkung haben zugesagt: Fräulein Erna Steinhagen, Herr Kammermusikus Cordes, Her Küster Kuhlmann, Der Elfer=Gesangverein. Eintrittspreis 50 Pf.; jedoch wird in Erwägung des guten Zweckes dem Wohlthätigkeitssinn keine Schranke gesetzt. Zum deutschen Kaiser am 2. Weihnachtsseiertag Grosser Ball, wozu ergebenst einladet Hiddesen. Remming. Am 2. Weihnachtsfeiertage Tanzvergnügen. Anfang 3 Uhr. Musik der Thüringer Capelle, wozu ergebenst einEllernkrug. ladet Zum Weihnachtsfeste empfehle ich Trauben= Rosinen, Krackmandeln, Feigen, Haselnüsse, Wallnüsse, Succade, Corinthen, Rosinen ohne Steine, Mandeln und Weihnachtslichter. E. Steller. Schönstes Weihnachtsgeschenß für jeden Lipper. Das Hermannsbentmal und der Teutoburger Wald, 20 Unsichten, nach der Natur aufgenommen von L. Menke, auf Stein gezeichnet von A. Lüttmann, C. Süßnapp und M. Ulffers, mit einem Titelblatt in Farbendruck nach Professor Scheuren und poetischem Text von L. Altenbernd, Felix Dahn, Ferd. Freiligrath, Emanuel Geibel, Rudolph Gottschall, Ernst Meyer, Emil Rittershaus, Julius Rodenberg, Ernst Scherenberg und Julius Wolff Die Verlagshandlung, in dem Bestreben, das heimathliche Werk Jedermann zugänglich zu machen, hat uns in den Stand gesetzt, dasselbe speciell für den Weihnachtstisch anstatt des Ladenpreises von 30 M. für nur 20 Mark zu liefern. Mit Weihnachten hört diese Preisermäßigung auf und das Werk ist von da an nur wieder wie bisher für 30 M. zu haben. Das Werk enthält folgende Ansichten: das Hermannsdenkmal (zwei Mal, von Scheuren und Menke)— Detmold.— Das Schloß zu Detmold.— Die Inselwiese.— Bandels Wohnung.— Am Fuß des Hermannsdenkmals.— Das Heidenthal.— Der Donoperteich.— Lopshorn.— Die Hünencapelle.— Die Dörenschlucht.— Hartrören.— Das Winnefeld.— Die beiden Veteranen.— Die Quellen der Berlebecke.— Die Falkenburg.— Die Externsteine von der Vorder- und Rückseite.— Die Bilsteinhöhle.— Die Silbermühle.— Es ist reich und prächtig ausgestattet, daher besonders geeignet für den Weihnachtstisch; für Angehörige, die sich außer Landes befinden, dürfte kaum ein passenderes Geschenk zu finden sein. Aber auch viele Andere werden die Gelegenheit willkommen heißen, das Werk zu einem so billigen Preise zu erwerben. Bestellungen werden sowohl von Detmold, wie von unserm Lemgoer Geschäft aus stets umgehend und franco erledigt; soll das Werk an Auswärtige verschenkt werden, so sind wir gern bereit, die Versendung zum Weihnachtsabend zu bewirken. Wir bitten dann aber um möglichst frühzeitige Benachrichtigung. Klingenberg'sche Hofbuchhandlung(Hans Hinrichs) in Detmold und Lemgo. trichinen= frei. Straßburg. Gänseleberpasteten in Terrinen Pommersch. Gänsebrüste ohne Knochen Schinken ohne Knochen Cervelatwurst Corned beefin 1 Ke Dosen Trüffeln, Champignon Ananas, Pfirsiche, Erdbeeren Sardinen à Thuile Anchovis Sardellen Schwz. Käse Holl. Käse Limbg. und Hornsche Käse empfiehlt E. Steller. II s r S E Zum Feste bei sou. Austern E. Steller. Vütter, sehr fett und gut schmeckend à ½ Kilo.10, à 1½2 Kilo.— empfiehlt E. Steller. Detmold. Die erste Sendung neuer Messina-Apfelsinen empfing und empfiehlt Carl Pustkuchen. Detmold. Zum bevorstehenden Weihnachtsfeste empfehle große neue Traubenrosinen, SmyrnaFeigen, Krackmandeln, echte Lambert=Hasselnüsse, ParaNüsse, franz. Wallnüsse, süße und bittere Mandeln, Succade und Orangeat, Caneel, Citronen und Citronenöl, neue Rosinen und Corinthen, vorzüglich schöne neue Catharinen=Pflaumen, türkische und böhm. Tafelpflaumen, amerikanisch. Apfelscheiben, Quitten, Marmelade und Gelée, auch echt amerik. Frucht=Bonbon, Raffinade in Broden und gemahlen. Carl Pustkuchen. Detmold. Zur Ausschmückung der Weihnachtsbäume empfehle feine in verschiedenen Sorten, farbige Glassachen, als Früchte, Kugeln, Jetten 2c., Lichthalter in großer Auswahl, Gold= und Silberschaum. Carl Pustkuchen. Detmold. Wachsstock und geschnittene Weihnachtslichter in verschiedenen Farben und Größen empfing und empfiehlt Carl Pustkuchen. Gus Obernstrasse 18, Tager von Flügeln und Lianinos der renommirtesten Fabriken, wie: Steinweg Nachf., Bechstein, Lipp u. A.(1473) Verkauf unter Garantie und zu Originalpreisen. Zu der vom Staate garantirten und genehmigten großen Geld= u. 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Nachgr Abends von St. 4¾ 4¾ 4¾ 4¾ 4¾ 4¾ 4¾ 4¾ 4¾ 4¾ vonl bis 11/6½ 11/6½ 116½ 6½ 6½ 6½ 6½ 6½ 6½ 6½ 6 1/ 6½ 6½ 6½ St. 7½ 30.5 31.5 Geschäftsbücher Dauerhaft gebundene Hannoversche Geschäftsbücher halte von jetzt an stets vorräthig, und verkaufe solche zu Fabrikpreisen; extra Anfertigungen nach Vorschrift werden in 14 Tagen angefertigt. Detmold, den 22. Dec. 1877 Ad. Schumacher. Gratulationskarten. Zum bevorstehenden Jahreswechsel empfehle eine große Auswahl der neuesten und elegantesten Gratulationskarten zur gefäll. Abnahme bestens. Ad. Schumacher. 640 Rhein. Wall= und Sicil. Haselnüsse, Traubenrosinen, myrna= u. Malaga=Feigen, Wachsstock und Stearinkerzen empfiehlt Lemgo. Ang. Zu vermiethen. Zum 1sten April nächsten Jahres die mittlere Etage meines Hauses. Ad. Schumacher. Exterstraße B 67. Ein tafelförmiges Cravfer (aus der Fabrik von Luckhardt in Cassel) steht zu verkaufen. Auskunft ertheilt die Expedition dieses Blattes(1447 Abgang und Ankunft der Posten in Detmold. Abgang: Personenpost. Ankunft: 555 Vorm. nach Lage(Lemgo), Oerlinghausen, Bielefeld 10 Abds. Anschluß an die Eisenbahnzüge 1113 V. nach Berlin, 1044 V. nach Cöln, 46 N. von Cöln und 547 Nachm. von Berlin; Horn(Anschluß nach und von Paderborn) 1050 Abds. Bergheim, Anschluß nach Altenbeken 951 V. 730„„ Lage, Schötmar, Salzuflen, Herford, 650 Nchm. Anschluß an den Zug 1129 V. nach Berlin; 9„„ Lemgo(p. Brake): 9 Vorm. 95„„ Horn, Vinsebeck, Steinheim, Anschluß an 535 Nchm. den Zug 240 Nachm. nach Altenbeken u. 1226 Nachm. n. Hannover; 410 Nchm.„ Horn(Blomberg), Vinsebeck, Bergheim, 1240„ Anschluß an den Zug 72 Nachm. nach Altenbeken und 810 Abds. nach Hannover; 645„„ Lage(Lemgo), Oerlinghausen, Bielefeld,10 Vorm. Anschluß an die Courierzüge 1222 früh nach Berlin und 47 früh Cöln; 53 früh von Berlin und 540 früh von Cöln; 1115 Abds.„ Lemgo(Hohenhausen, Rinteln); 830 Abds. 1120„„ Lage, Schötmar, Salzuflen, Herford, 1030 Vorm. Anschluß an die Züge 435 früh nach Cöln und 61 früh nach Berlin. Omnibus=Fahrten zwischen Detmold und Herford. ge Ziegelmeister finden noch Stelle. Unterhändler verbeten. Auskunft durch E. Albrecht. Hannover, Leinstraße 20 part. Von Detmold(bei Gastwirth Linnemann) 6., 12,30 N. „ Ellernkrug 6,30., 1 N. , Lage(bei Gastwirth Klöpping) 7/5.,.35 N. „ Lindemannsbusch 7,55., 2,20 N. „ Schötmar(bei Gastwirth C. Wolff) .25.,.50 N. „ Salzuflen(bei Gastw. C. Schweppe) .45., 3,5 N. in Herford(Hôtel Rohrig) Bahnhof .45., 4,5 N. Von Herford(Hôtel Rohrig) 6,45 M 12 N. „ S a l z u f l e n( b e i G a s t w. C. S c h w e p p 7,45., 1 N. „ Schötmar(bei Gastwirth C. Wol 8., 1,30 N. „ Lindemannsbusch 8,30., 2 N. Lage(bei Gastwirth Klöppin .15., 2,45 N. „ Ellernkrug 9,45., 3,15 N. in Detmold(bei Gastwirth Linneman 10,30., 4 N.