(Früher Organ der liberalen Volks- und Fortschrittspartei in Lippe: Frichtrnt wächenich prrmnt.: Mittwochs und Sonnabends mit Zugabe des„Illustrirt. Sonntagsblatt“ Kouet bei den Reichs Postanstalten, in derSpedition und bei unsern Colporteuren Detmold, Lage u. Blomberg 1 M. 10 Arbeiter=Versicherungs=Kassen. Der Reichskanzler hat sich in letzterer Zeit vielfach mit volkswirthschaftlichen Reformplänen beschäftigt und die Uebernahme des Handelsministeriums seinerseits ist offenbar vorzugsweise aus dem Grunde geschehen, weil ihm in dieser Stellung noch mehr Mittel u. Wege zur Durchführung seiner Pläne zu Gebote steheu, als früher. Es ist namentlich die Gründung von Arbeiter=Unterstützungskassen, die auf Anregung des Reichskanzlers in letzterer Zeit vielfach besprochen wurde, und nachdem der von dem Abgeordneten Stumm seiner Zeit gemachte Vorschlag, für die Arbeiter Zwangskassen zu errichten, die Zustimmung derer nicht fand, die sich, wie unter andern der biedere Abgeordnete Dr. Schulze=Delitzsch, seit Jahren mit der Arbeiterfrage eingehend beschäftigt haben, hat neuerdings Herr Baare die Frage wieder aufgenommen und sucht dieselbe in einer Denkschrift eingehend zu beantworten, die vor Allem die Aufmerksamkeit des Reichskanzlers auf sich ziehen mußte Eine Besprechung dieser Denkschrift würde uns hier zu weit führen; das in der am Montag abgehaltenen Versammlung der„Deutschen Gewerkvereine" von dem Anwalte derselben, Herrn Dr. Hirsch, in Berlin gefällte Urtheil über die in der erwähnten Schrift ausgesprochene Ansicht, so wie eine Mittheilung der in jener Versammlung gefaßten Resolution mögen genügen, um unsern Lesern die Stellung zu bezeichnen, die die liberale Partei zu der Frage der Gründung von Arbeiter=Versicherungskassen nimmt. Herr Dr. Hirsch beionte nämlich, daß die Denkschrift des Herrn Baare nicht um ihrer selbst willen, sondern nür aus dem Grunde Berücksichtigung verdiene, weil sie die Aufmerksamkeit des Reichskanzlers erregt und von diesem zum Ausgangspunkt seiner Pläue in Bezug auf Arbeiterversicherung genommen zu werden scheine. Die Wissenschäft habe sich einmüthig gegen die Gedanken des Herrn Baare ausgesprochen, auch ein großer Theil der Arbeitgeber wolle davon nichts wise sen, aber Herr Baare finde doch zahlreiche Anhänger in Kreisen der mit der Materie nicht vertrauten Personen, und eben diesen müsse nahe geführt werden, daß die Arheiterversicherungim Sinne des Herrn Bache nicht den Die Festkantate, welche zum Cölner Dombaufeste###n Emil Ritte#shaus gedichtet und von Ferd Hiller komponirt wurde, hat folgenden Wortlaut: Schwing' dich zum Himmel, du=Jubelgesang! Kling durch die Lüfte, du fröhlicher Klang! Was vor Jahrhunderten Meister#erdacht, Heut ist's vollendet, heut ist's vollbracht. Sehet, wie sie stolz sich heben! Die sie zum Himmel streben Pfeiler, Thürme, Blatterranken Steingeword'ne Gottgedanken Hoch bis in das Wolkenreich Reckt sich auf das Steingezweig In dem deutschen heiligen Strom Spiegelt sich ab der heilige, Dom, Mit den Blumen, Figuren und Bogen Lemgo, Sonnabend, 16. October 1880. Anzeigen werden mit 10 Pf. die 4gesp. Zeile berechnet Für das Blatt bestimmte Anzeigen werden außer in der Erpedition in Lemgo auch von den bekannten Colporteurenin Detmold, Lage und Blombers entgegengenommen. beabsichtigten Zweck, den socialen Frieden, sondern das Gegentheil, den permanenten Krieg herbeiführe. So löblich das Bestreben sei, die Arbeiter in ihren alten Tagen vor Noth und Elend zu schützen, so schwierig sei die Durchführungder Aufgabe; hier gelte es, ruhzig shlut zu bewahren und sich von seinen Gesuhten nicht hinreißen zu lassen. Der Weg, den Herr Baare dem Reichskanzler vorzeichnet, sei ein verderblicher, denn von dem Augenblicke an, wo die Invalidensache mit der Haftpflicht verquickt werde, werde dem Arbeiter das Wenige genommen, was er durch Gesetz erreicht habe, und statt des Brodes erhalte er Steine. Redner unterzieht nun die einzelnen Abschnitte der Denkschrift unter fortgesetzter Zustimmung der Versammlung einer Kritik, widerlegt die einzelnen Angaben derselben, die Angriffe auf die Richter, Fabriken=Inspektoren und Arbeiter bezüglich der Haftpflichtfrage und betont im Anschluß an die Gutachten der deutschen Volkswirthe und der bedeutendsten Juristen, daß die Gegenwart nicht eine Schmächung, sondern eine Verbesserung des Haftpflichtgesetzes dahin verlange, daß 4) die Haftpflicht auf alle mit besonderer Gefahr verbundenen Betriebe ausgedehnt, 2) die Beweislaft geregelt und 3) Schiedsgerichte aus Vertretern von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gebildet werden, um möglichst die Haftpflichtprozesse zu verhüten. Zum Schluß widmet Redner der Frage der Altersversorgung noch besondere Behandlung, indem er sich gegen jeden Zwang auf dem Gebiete der Pensionskassen ausspricht und dies mit Gründen belegt Ohnedie Garantie eines bestimmten Lohns sei weder der Stumm'sche noch Baare'sche Vorschlag durchführbar; in Zeiten der Geschäftsstockung, der Benutzung des Coalitionsrechts der Arbeiter wären staatliche Kassen nicht zu halten. Die Wissenschaft und Praxis plaidire für freie Invalidenkassen, wie solche durch die Gewerkvereine mit nicht geringem Erfolge ins Leben gerufen seien. Man möge letzteren nur das Leben erleichtern, dann würden auch die Arbeiter ihnen in größerer Zahl beitreten:„Die liberalen Parteien, schließt Dr. Hirsch, werden der Reaction wirksam entgegentreten, und die deutschen Arbeiter werden den liberalen Parteien folgen.“ Der zweite Referent, Reichstagsabgeordneter Wöllmer, sowie der Correferent, Tischler Spiegelter sich in den blitzenden Wogen, Und auf den Wogen, den schimmernden Bahnen, Zichen die Schiffe mit statternden Fahnen, Und in den Gassen, da singet und klingt es Und von den Lippes zum Himmel auf schwingtes Hell sich emper In festlichem ChosWas vor Jahrhunderten Meister erdacht, Heüt ist's vollendetz, heüt ist's,vollbracht! Es sprach ein. Fürst an dieser Stelle, Er sprach das Wort am deutschen Stroms Auf Meister, Lehiling und Geselle! Völlendet sei der alte Dom! Heran aus allen deutschen Reichen! Mit Gott in frischem Muth geschafft!— Es sei der Dom ein stolzes Zeichen Der deutschen Einheit und der Kraft! Wulff, ergänzen die Ausführungen des Vorredners, wobei letzterer befonders die Anschuldigungen des Herrn Baare gegen die Arbeiter zurückweist. In der Debatte wendet sich Versicherungs=Director Kleeberg aus Frankfurt a. M. mit Entschiedenheit gegen die Baare'sche Denkschrift und bemerkt, daß es vom Standpunkt der Sachverständigen absolut unbegreiflich erscheine, wie sich Herr Baare zu solchen Darlegungen habe versteigen können. Die Gewerkvereine, die schon so manchem Ansturm getrotzt, würden auch den neuesten Gegner der Kassenfreiheit überwinden.— Die Versammlung acceptirte hierauf einstimmig die folgende Resolution; „Die heutige Versammlung von Mitgliedern und Freunden der Gewerkvereine erklärt, unter Verwerfung der Baare'schen Denkschrift, und indem sie die Anschuldigungen derselben gegen die Gemeinde, die Richter, die Gewerberäthe und die Arbeiter mit Entschiedenheit zurückweist: 1) Die Hastpflicht der Unternehmer ist nicht abzuschwächen, sondern zu verstärken u. zwar hauptsächlich durch Ausdehnung auf alle nicht dem Kleingewerbe angehörigen Unternehmungen, durch Uebertragung der Beweislast auf die Unternehmer, durch Streichung des§ 4 und durch gesetzliche Regelung einer Controle der Unfallversicherung. Fede Vermischung von Haftpflicht und Pensionskassen ist abzuweisen. 2) Die Gesetzentwürfe, betr. die Anmeldung von Unfällen und den Schutz der Arbeiter gegen Gefahren, für Leben und Gesundheit bilden eine dringend nothwendige Ergänzung des Haftpflichtgesetzes, um endlich die enorme Zahl von vermeidbaren Tödtungen und Berletzungen im Beruf zu verhüten. Zur Begutachtung dieser Gesetzentwürfe sind gerechterweise auch Arbeiter=Sachverständige heranzuziehen. 3) Bei voller Anerkennung des Segens der Arbeiter=Invaliden= und Alterpensionskassen ist die Einführung derselben durch Zwang oder Subvention aus öffentlichen Mitteln als den Principien der persönlichen und wirthschaftlichen Freiheit und der Rechtsgleichheit widersprechend, die Subsistenz und das Coalitions= recht der Arbeiter gefährdend und ohne Arbeits= u. Lohngarantie unausführbar, zu verwerfen. Die große Mehrzahl der deutschen Arbeiter fiehtr##n den bezüglichen Projecten nur Und wenn Vollendung##rd dem Werke, Zu dem sich rüstig regt vie Hand, Dann zeug's von Much und von der Stärke Des Volks im deutschen Vaterland Daun zeues von dem Brudersiane Der=Deutschen alls nat und sen Und rauschend bis zur höchsten Zinne Möß soum ertönen. Bank dem Herrn! Ja,### den Herrn! Es#est gesarhen! Es kaiß Rach Kampf und Schwertezsteich Es kam ein glorreich Auferstehen Dem alten, deutschen Kaiserreich! Vom Mecre bis zum Alpenhügel, Von Polen bis zur Maas und Sgar Har ausgespannt die breiten-FlügelDer mächt'ge Hobenzollern=Aar.! Dank dir, o Gott! Die Glocken läuten, die Absicht einer neuen Steuer und neuer Abhängigkeit. Der einzig richtige Weg zur Verallgemeinerung der Pensionskassen ist, wie bei den Genossenschaften, die Selbsthülfe, besonders nach dem System der nationalen Gewerkvereins=Invalidenkassen, zu deren Ausbreitung es im Wesentlichen eines liberalen Normativgesetzes, der Beseitigung der Steuern u. Zölle auf Lebensbedürfnisse und der moralischen Unterstützung seitens der Arbeitgeber u. der Presse bedarf.“ Politische Uebersicht. Das Kölner Dombaufest hat gestern bei heiterm Wetter begonnen und so hat sich die Theorie vom„herrlichen Kaiserwetter“, für diesmal wieder bestätigt. Uns können unmöglich heute schon Zeitungsberichte von dort über die Feier selbst vorliegen. Nach Berichten soll die Probe der Festcantate einen außerordentlichen Eindruck auf die Zuhörer gemacht haben. Aus Köln wird nämlich unterm 12. d. M. geschrieben:„Gestern Abend fand im großen Gürzenich=Saale die erste Probe der Festkantate mit großem Orchester statt. Der Besuch der Sänger war äußerst stark und die mitwirkende Militär=Kapelle sehr gut besetzt. Hatte schon die in Text und Musik an Schönheit und Großartigkeit hervorragende Schöpfung der Herren Rittershaus und Hiller die Sänger bei den früheren Proben a capella entzückt, so wurden dieselben gestern Abend, als das wuchtige Orchester die Festkantate zur vollendeten Aufführung brachte, zu wahrem Enthusiasmus hingerissen. Ein schallender Applaus gab der Begeisterung Ausdruck und Meister Hiller zeigte durch eine humorvolle Anrede, wie sehr befriedigt er selbst war. Das Werk, von etwa 800 Mitwirkenden, Chor und Orchester, ausgeführt, macht einen mächtigen Eindruck. — Der Kaiser wird am 22. d. Mts. nach Berlin zurück erwartet, und wird dann dauernd dort residiren. Nachrichten aus Hofkreisen zufolge erfreut sich derselbe des besten Wohlseins und der heitersten Stimmung. Der greise Monarch soll mit besonderem Dank auf den Erfolg seiner diesj Badereisen zurückblicken. Die kronprinzlichen Herrschaften werden drei Wochen hindurch in Wisbaden verbleiben und alsdann nach Berlin übersiedeln, so daß der Geburtstag der Frau Kronprinzessin in Berlin gefeiert werden dürfte. — Nachrichten aus Kassel zufolge sind neuerdings Anordnungen dahin getroffen worden, im Schlosse zu Wilhelmshöhe allmählich eine Reihe baulicher Veränderungen und Verbesserungen vorzunehmen. Die Arbeiten werden bereits in aller Kürze in Angriff genommen werden. Alle diese Maßnahmen lassen mit ziemlicher Sicherheit darauf schließen daß, nachdem jetzt durch den wol als definitiv anzusehenden Vergleich mit den Agnaten die Eigenthumsverhältnisse bezüglich der zum Fidcicommiß gehörenden Schlösser, Parks 2c. völlig klar gestellt worden sind, für die nächste Zeit, u. zwar möglicherweise schon für kommenden Sommer, der dauernde oder doch ein längerer Aufenthalt eines Mitgliedes des preußischen Königshauses auf Wilhelmshöhe in Aussicht genommen worEs trägt die Stadt ihr Feierkleid; O, mög' nun das Geläut bedeuten Den Segen langer Friedenszeit! Laß uns zu deinem Throne legen, O Ew'ger diese Bitte hin: Dem Herrscher und dem Volke Segen Und allen Herzen Brudersinn! Du stolzer Wächter am deutschen Rhein, Nun steh' in Stürmen und Sonnenschein, Nun steh' und prange zu Gottes Ehr' Und noch die spät'sten Geschlechter lehr'! Lehr' demuthsvoll vor Gott sie knie'n, Und lehre sie Haß und Zwietracht flieh'n, Lehre sie schaffen Hand in Hand Zum Heile für Kaiser und Vaterland! So schall' es empor im gewaltigen Ton Zu des Rheinlands steinerner Ehrenkron'! Zu Gottes Schutz, jahraus, jahrein Steh' prangend du riesiger Wächter am Rhein. den ist. Möglicherweise dürfte der Kaiser selbst, wie er dies auch bei seiner Anwesenheit im Herbste 1878 in Aussicht stellte, in dem einen oder anderen Sommer einige Wochen auf Wilhelmshöhe residiren wollen — Die orientalische Frage ist, wenn auch noch lange nicht gelöst, doch um einen merklichen Schritt ihrer Lösung näher gerückt und zwar dadurch, daß die Pforte Dulcigno's sich den Forderungen der Mächte gefügt hat. Ein Telegramm aus Cettinje meldet nämlich, die Pforte habe Montenegro angezeigt, daß sie beschlossen habe, Dulcigno noch in dieser Woche in freundschaftlicher Weise an Montenegro zu übergeben. Eine Anzahl von Montenegrinern ist von der Grenze nach der Heimath zurückgekehrt. Trotz dieses anscheinend loyalen Vorgehens der Pfortenregierung kann man sich an den maßgebenden Stellen doch eines gewissen Mißtrauens noch nicht erwehren. Vermißt wird namentlich jeder Aufschluß über die Haltung der türkischen Truppen den Albanesen gegenüber. Zudem waren die diplomatischen Aussichten noch keineswegs so düster, um den Sultan plötzlich zur Nachgiebigkeit zu zwingen, denn von einer vollkommenen Einigung waren die Mächte bekanntlich noch weit entfernt. In Wien scheint man sich diesem Eindruck am Wenigsten zu verschließen und in dortigen diplomatischen Kreisen geht der allgemeine Eindruck dahin, daß der Vorschlag acht Tage zu spät komme, da es heute schwer sei, die montenegrinische von den anderen Orientfragen getrennt zu behandeln. In sehr rosigem Licht erblickt man dagegen die Sache in England. Die„Times“, schreibt die Nachgiebigkeit der Pforte den dringlichen Vorstellungen seitens der Botschafter von Deutschland, Oesterreich Frankreich zu und beglückwünscht Europa zu der glücklichen Lösung der so verwickelten Frage. Die letzte türkische Note dürste durch die Abtretung Dulcigno's als thatsächlich beseitigt betrachtet werden, der Beschluß der Pforte bekunde diejenige Rücksicht auf den Willen Europa's, welche die Mächte zu erwarten berechtigt gewesen wären, die Türkei habe sich gewissermaßen mit Europa wieder auf einen guten Fuß gestellt. Eine plötzliche Lösung der noch verbleibenden Fragen könne billigerweise nicht verlangt werden. Unter Hinweis auf die mit weiteren Zwangsmaßregeln verbundenen Gefahren spricht die„Times“ endlich die Hoff nung aus, die Pforte werde es den Mächten möglich machen, ihr noch für eine Weile Frist zu gewähren. Europa könne seine Forderungen nicht zurückziehen; aber wenn die Türkei willens sei, denselben die gehörige Rücksicht zu schenken, dürften die Machte ihrerseits wohl dareinwilligen, die obwaltenden Schwierigkeiten in Betracht zu ziehen und weitere Forderungen zu verschieben. Einstweilen beginnt die Pforte Vorbereitungen zu treffen, um ihren Versprechungen bezüglich der Bezahlung ihrer Staatsschuld nachzukommen. Wie ein Telegramm aus Constantinopel meldet, wird die türkische Regierung demnächst ihre Botschafter in den Hauptstädten Europas beauftragen, eine Vereinigung der türkischen Staatsgläubiger zu veranlassen behufs Wahl eines Vertrauensmannes, welcher, Schwing' dich zum Himmel du Jubelgesang! Kling' durch die Lüfte, du fröhlicher Klang! Was vor Jahrhunderten Meister erdacht, Heut ist's vollendet, heut ist's vollbracht! Der von Herrn Robert Esser II gedichtete Text zu dem Chorgesange, welcher von 2000 Kindern vorgetragen wird, lautet: Jubel füllt die Lüfte, Sangeslust das Herz, Frohe Blicke steigen dankbar himmelwärts, Schlanke Pfeiler streben in den Aether frei, Laub= und Blumenkronen bergen ew'gen Mai, Jubel füllt die Lüfte, Sangeslust das Herz, Frohe Blicke steigen dankbar himmelwärts. Herrlichster der Dome, mächt'ges Friedenszelt Dem die schönsten Thore wölben sich der Welt! Königsworte klangen weit durch Flur u. Hag, Zündeten im Volke gleich wie Wetterschlag. Herrlichster der Dome, mächt'ges Friedenszelt, Dem die schönen Thore wölben sich der Welt. mit Vollmacht versehen, namens der Gläubige mit der türkischen Regierung in Constantinopel zu verhandeln hätte. Seitens der türkischen Regierung wird beabsichtigt, die sechs indirecten Steuern des türkischen Reiches, sowie die Intraden von Cypern und Ostrumelien ihren Gläubigern zu überlassen. Es würde zu diesem Behufe von diesen ein Bankinstitut mit der Einziehung dieser Steuern zu beauftragen sein. Es wurde der Pforte gleichgelten, ob hierzu ein vorhandenes Institut benutzt wird, welches eine Filiale in Constantinopel herstellte, oder ob die Gläubiger vorziehen, ein eigenes Institut zu dem Zwecke zu begründen.— Die Eintreibung der indirecten Steuern würde provinzweise in die Hände von Generalsteuereinnehmern gelegt werden, welche das die Gläubiger vertretende Institut zu ernennen hätte. Ganz ohne Blutvergießen ist übrigens die Affaire vor Dulcigno bisher nicht abgelaufen. Wie nämlich der„Agence Havas“ aus Baosich gemeldet wird, hat in Folge eines Mißverständnisses am 6. d. M. bei Neiu ein Gewehrfeuer zwischen Albanesen und Türken stattgefunden, bei welchem mehrere getödtet oder verwundet wurden. — Für England wäre jedenfalls die Regelung der irischen Zustände, die einen immer besorgnißerregenderen Charakter annehmen, viel dringender und näher liegender, als das Loos der Armenier in Asien. Der agrarische Mord scheint in Permanenz erklärt zu sein. Der Ermordung des Lord Mounthmorris sind neue Gewaltthaten gefolgt, die aber glücklicherweise keinen tödtlichen Ausgang genommen haben. Mittwoch Abends, zwischen 8 u. 9 Uhr, wurde auf den Capitän Richard Wills Gason gefeuert, als er sich vom Hause seines Oheims in Kitkelagh, Drummier, nach der Wohnung seines Bruders begab; glücklicherweise entkam derselbe unverletzt. Capitän Gason setzte seinen Weg nach Borrishane fort, wo er den UnterPolizei-Inspector von dem Attentat benachrichtigte, welcher sofort Constabler zur Verfolgung des Attentäters abschickte. Capitän Gason war erst vor zwei Tagen von seinem Wohnsitz in Weymouth, Dorset, in Tipperary eingetroffen. Man hatte im District davon gemunkelt, daß er gekommen sei, um seine Pachtzinsen einzuziehen, und glaubt man, daß der Schuß nur abgefeuert worden, um den Capitän einzuschüchtern.— Auch aus Williamstown(Cork) wird ein neues Agrarvergehen gemeldet. Ein Farmer, welcher sich durch Uebernahme eines Gutes mißliebig gemacht hatte, von welchem kürzlich eine Witwe vertrieben worden war, wurde Nachts überfallen und seiner Ohren beraubt; kurz darauf wurde sogar auf denselben geschossen. Ein zweiter Ueberfall mißlang, weil der Färmer sein Haus wohl verbarricadirt hatte. Bei dieser Gelegenheit wurden sechs Schüsse in das Haus abgefeuert, ohne daß Jemand verletzt wurde. Man glaubt, daß der Farmer in den nächsten Tagen erschossen werden wird, trotzdem er nunmehr von Polizisten bewacht wird. Lemgo. Die Neuigkeit, die Väter unserer Stadt hätten die Beschaffung einer Dampfkalesche zur Vermittelung der Verbindung unserer Stadt mit dem Lage'schen Bahnhofe beschlossen, ist sogar in größere Tageblätter übergegangen, Was die Väter planten, gläub'ger Muth erdacht Deuts. Sinn entsprossen, Deutschl. hats vollbracht Ungeahnte Wonne, Frühlingssonnenlust Hebt mit süßem Staunen die beglückte Brust. Was die Väter planten, gläub'ger Muth erdacht, Deutschem Sinn entsprossen, Deutschl. hat's vollbr. Hehr in seiner Größe prangt der Wunderbau, Seine Thürme ragen hoch in Himmels Blau, Zeugen, wie sich Deutschland glorreich aufgerafft, Künden, was in Liebe treue Eintracht schafft. Hehr in seiner Größe prangt der Wunderbau, Seine Thürme ragen hoch in Himmels Blau. Heut für alle Zeiten soll das Werk gedeih'n, Das wir hier in Demuth unserm Schöpfer weih'n; Er, durch dessen Allmacht sich gethürmt der Stein, Wird dem Reich und Kaiser gnäd'ger Schützer sein. Heut für alle Zeiten soll das Werk gedeih'n, Das wir hier in Demuth unserm Schöpfer weih'n. und nach einem Berliner Blatte soll sogar schon eine Deputation von hier dort angekommen sein, um sich von der Leistungsfähigkeit des Bollée'schen Dampfwagens zu überzeugen. So weit ist nun freilich die Sache noch lange nicht gediehen. Das neue Dampf=Foitbewegungs=System, erfunden von Aemadeus Bollée in Le Mans und durch deutsches Reichspatent geschützt, soll sich übrigens ganz vorzüglich bewähren. Ein nach diesem System construirter Dampfwagen ist in diesen Tagen von dem Kronprinzen des deutschen Reichs in Augenschein genommen worden. Der Wagen fuhr erst mehrere Male vor dem Kronprinzen auf dem Hofe des Neuen Palais auf und ab; darauf stieg der Kronprinz mit den Prinzen Heinrich und den drei jungen Prinzessinnen selber in den Wagen und ließ sich in demselben umherfahren. Bei der hierauf vorgenommenen Besichtigung des Maschinenwerks gaben sowohl der Herr Banquier Arons, wie der Herr Vertreter des Aufsichtsraths der Wöhlertschen Fabrik die nöthigen Erklärungen ab, die den Kronprinzen und den Prinzen Heinrich sehr interessirten. Seine Kaiserliche Hoheit geruhte seine Zufriedenheit über die Leistungsfähigkeit des Dampfwagens auszusprechen und verhieß demselben eine günstige Zukunft. Auch die Frau Kronprinzessin hatte der Probefahrt zugesehen. Lemgo. Zu unserm Bedauern wird uns die Mittheilung gemacht, daß der Herr Amtsrich= ter Sprütten Krankheitshalber nicht im Stande sei ein Mandat als Landtagsabgeordneter anzunehmen. Wir erlauben uns dies zur Nachricht den Wählern der Aemter Sternberg= Barntrup, Hohenhausen und Varenholz mitzutheilen. Lemgo. In der am 1I., 12., 13. und 14. October stattgehabten Wahl der Abgeordneten u. deren Stellvertreter der Steuerklassen All.,., C. und D sind gewählt: 1. Für Classe All.: a) als Abgeordnete die Herren C. Potthoff, Th. Brinkhoff, S. A. Trebbe, Th. Schmidt, Ph. Kracht, L. Cronemeyer, H. Köttgen. b) als Stellvertreter die Herren F. W. Wippermann, Lienekogel, Eldagsen, W. Tintelnot, F. Thospann, F. L. Wagener, Vietmeier. Zur Wahl der Abgeordneten in Classe B. war Niemand erschienen; die Steuervertheilung in dieser Classe geschieht daher durch den Magistrat. 3. Für Classe.: a) als Abgeordnete die Herren L. Schnitger, C. Theopold, W. Krüger, G. Harke, I. Grote, W. Röding, E. Pramann. b) als Stellvertreter die Herren K. Brockhausen, A. Gronemeier, W. Grote, W. Bussemeier. 4. Für Classe.: a) als Abgeordnete die Herren Chr. Glitz, Ad. Schmidt, H. Böker, W. Brill, E. Krüger, Kuhlmann, Schuhm., E. Lüpke. b) als Stellvertreter die Herren A. Walter, B. Bitter, Müller Schröder, Aug. Schmidt, Riepenhausen, E. Bauerrichter, Schnakenbeck. An die Wähler der dritten Classe der Aemter Schötmar=Oerlinghausen! In einer am Dienstag den 12. Octbr. stattgefundenen Versammlung des conservativen Volksvereins zu Schötmar, hat der Herr Nacke sen. zu Ehrsen die Candidatur des Herrn Nagel zu Schötmar für die dritte Klasse der Aemter Schötmar=Oerlinghausen lebhaft befürwortet.— Herr Nagel gehört schon seit langen Jahren der Fortschrittspartei an und hat mehreren AusschußMitgliedern dieser Partei offen heraus erklärt, daß er eine event. auf ihn fallende Wahl nicht annehmen würde; auch Herrn Nacke gegenüber soll er sich im ähnlichen Sinne ausgesprochen haben. Wenn nun trotzdem Herr Nacke die Candidatur des Herrn Nagel befürwortet, was ohnehin schon sehr sonderbar erscheint, so liegt es auf der Hand, daß es den Conservativen darum zu thun ist, die Wähler der liberalen Partei in zwei Theile zu spalten und die Wahl des Herrn Büxten, welchem gegenüber Herr Nacke oder ein anderer conservativer Candidat sich jedenfalls allein zu schwach fühlt, zu hintertreiben. Die liberalen Wahlmänner in dem betreffenden Wahlkreise werden deßhalb hierdurch dringend aufgefordert, an der Candidatur des den Schwarzröcken so unliebsamen Herrn Büxten unbedingt festzuhalten, damit nicht Herr Nacke oder ein ähnlicher Candidat durch die so geschickt eingeleiteten Mannöver der Conservativen zum Siege verholfen wird. A. E. Lemgoer Krankenhaus. Freiwillige Gaben bis 1. October. Stiftsdame Frl. Sasse Zeugengebühr 5 M. Eine Freundin 4 M. Zeugengebühren von den Herren Heynemann 2., Harke 1., Hecht 50 Pf., Klingelhöfer 5., Vrockmeier 5., Th. Rehtmeyer 1 M. 75 Pf., Richardt 75 Pf. Durch Herrn Schiedsrichter Bunte 15 M. Herr Rechtsanwalt Schnitger 10 M. Herr Klempner Scheidt 1 Spreeapparat. Frauen=Verein 6 Nachtjacken. Herr Th. Rehtmeier 1 Flurlampe. Herr Kuhlmann Filzschuhe. R. N. Butter, Apfel. Herr v. Santen Erbsen. N. N. Erbsen. Frl. v. Borries Erbsen. Herr Bolle Bier. Frau Director Brandes Wein. Herr Rechtsanwalt Asemissen Wein, Obst. Herren Gebr. Kracht Wein, Kartoffeln. Frau Pastor Schmidt Wein, Vitsbohnen, Kartoffeln. Herr Japing Kartoffeln. Herr Thaler Bier. Herr Wippermann Wein. Herr W. Klasing Fleisch. Frau Amtmann Petri Wein. Frau Sattler Koch Gemüse. Herr Brinkhoff Vitsbohnen. Herr v. Kapff Vitsbohnen. Herr Hochfeld Gemüse. Herr Fr. Brinkhoff Vitsbohnen. N. N. Vitsbohnen. Herr Himmler Kartoffeln. Frau Gronemeyer Kartoffeln. Herr Bäcker Stuckenbrock Kartoffeln. Bolle 1,50 M. Allen Gebein herzlichen Dank. Der Vorstand. Amtliche Bekanntmachungen. Detmold. Das Colonat Möllenberend Nr. 114 zu Haustenbeck soll am 5. Januar 1881 Morgens 11 Uhr am hiesigen Amtsgerichte im Wege der Zwangsvollstreckung meistbietend verkauft werden. Eigenthums= oder dingliche Rechte sind in demselben Termine anzumelden. — Im Forstfache haben folgende Versetzungen stattgefunden: An die Försterstelle zu Hartröhren, welche dadurch, daß der Förster Thiemeier in den Ruhestand versetzt worden, vacant wurde, der Förster Fricke zu Externstein, an dessen Stelle der Waldschütz Möller zu Lopshorn, an dessen Stelle der Forstaufseher Fritz Brakemeier aus Forsthaus Hirschsprunk; der Jäger Heinrich Schröder an die Forstaufseherstelle zu Berlebeck, der Waldschütz Holste an die Försterstelle zu Augustdorf, der Forstaufseher Stroteich an die Waldschützenstelle zu Haustenbeck, an dessen Stelle der Jäger Heinrich Quadfaß aus der Oberförsterei Schieder. Der Forstaufseher Heinrich Meyer zu Sternberg hat den Titel Waldschütz erhalten. An die Forstaufseherstelle zu Dörenschlucht wurde an Stelle des zum Jägercorps einberufenen Forstaufsehers Gustav Redeker Paul Redeker und an Stelle des Forstaufsehers Meierjürgen in der Oberförsterei Sternberg der Jäger Ferdinand Knipping berufen. Die in der Forstcanzlei beschäftigten Hülfsschreiber Karl Kenter u. Friedrich Tiemann haben den Titel Waldschütz erhalten. — Am hiesigen Amtsgerichte soll am 20. d. M. Morgens 12 Uhr das den Erben des wail. I. F. E. Meyer gehörige Wohnhaus C. Nr. 124 am Markte verkauft werden. Lemgo. In das hiesige Handelsregister ist der Kaufmann Wilhelm Hempelmann hierselbst mit der Firma„Wilh. Hempelmann“ eingetragen, Lage. Der zwangsweise Verkauf der Bürgerstätte des Schmieds Heinrich Eikmeier Nr. 291 hierselbst findet am 1. Decbr. Morgens 10 Uhr am hiesigen Amtsgerichte statt. Etwaige Realgläubiger haben sich spätestens in demselben Termine zu melden. Rinteln, Herm. Netzer, Rinteln, Veserstrasse. Friseur=Geschäft. Weserstrasse. Zönlen un empfiehlt sich zur Anfertigung von Zopien, ruffen, Rollen oder Puffen, Locken, sog. Ohrenlocken, Rollen-, Schleifen-, Dreher-, Flechten-, Locken- und glatten Chignon's, Toupet's, Perücken,(Herren-& Damenperücken, auch für Theater) Scheiteln,(Herren-& Damenscheitel) Uhrketten, Armbändern, Ringen, Ohrringen etc., sowie Utensilien für Theater, Bärte, Perüken etc. Obiges kann auch von ausgekämmten Haaren hergestellt werden. Prompte und reelle Bedienung wird zugesichert. Häcksel-Futterschneid-Maschinen, prämiirt mit 60 Preisen, bewährter Construction in vorzüglichster Ausführung, DRESCHMASCHINEN für alle Verhältnisse passend mit neuesten Verbesserungen, TRIEUR„Unkrautsamen-Auslese-Maschine“ für Landwirthe und Mühlen Sehriciren als Specialitäit; Zeichnungen und Preise auf Verlan PH. MAYFARTN& Co, Maschinen-Fabrik, Frankfurt a. M. Sonntag. 19. 0. JTX. Nachmitags 4% Uhr VerHerrn G...*—. sammlung im Saale des Claste 5 Harke in Lemgo, wozu die Wahlberechtigten der II. Reshr us den Städten Lemgo, Uflen Blomberg u. Barntrup zur hung über die Landtagswahl ergebenst eingeladen werden. Schöne Sieberhäuser Eßkartoffeln haben abzugeben Gebrüder Thospann. Bekanntmachung. Schlangen. An dem vom 2. auf den 9. November d. I. verlegten Herbstmarkte wird wieder eine von Vieh und landwirth= schaftlichen Geräthen stattfinden. Loose à 1#. 50 c% (auf je 30 Stück 1 Freiloos) jederzeit vorräthig bei dem Rendanten des Vereins, Herrn W. Koch hierselbst. Schlangen, 1. October 1880. Der Vorstand. Gemahlene Knochen, bestes Düngmittel, empfiehlt die Mühle von L. Akemeier in Hollwiesen bei Vlotho. Zu vermiethen auf gleich oder später eine Wohnung. Lemgo. W. Weber. Bergmann's Sommersprossen=Seife zur vollstängdien Entfernung der Sommersprossen, empf. à St. 60„ Gottfr. Rehtmeyer. Zeche Lothringen Post Bochum, Bahnstat. Merklinde liefert vorzügliche Freunden und Bekannten hiermit die Trauernachricht, daß uns mein lieber Gatte, unser lieber Vater, Großvater und Urgroßvater, der Cantor Reutsch heute Nachmittag 4 Uhr in seinem 89. Lebensjahre nach einem kurzen Krankenlager durch den Tod entrissen ist. Um stille Theilnahme bittet im Namen der tiefbetrübten Hinterbliebenen Sophie Rentsch, geb. Nolte. Lemgo, 13. Octbr. 1880. Die Beerdigung findet Sonntag Nachmittag 3½ Uhr statt. Einladung. Die Wahlberechtigten des Amtes Oerlinghausen werden zu einer Versammlung bei Herrn Gastwirth Waldhecker zu Helpup am nächsten Sonntag, Nachmittags 4 Uhr hiermit ergebenst eingeladen. W. Büxten. Lemgo. Durch Einkäufe auf der Leipziger Messe ist mein Lager in allen Stoffen vollständig completirt und empfehle ich solches zu den billigsten Preisen. E. Bachrach. Ein Bürgermeister wird für eine kleine Landstadt gesucht. Bedingung: muß schon mal eine Petition unterzeichnet haben für Aufhebung von Straßenordnung. Zwischen Lemgo und Lieme ist eine Reisedecke verloren. Der ehrliche Finder wird gebeten, solche gegen Belohnung bei Herrn L. Cronemeyer in Lemgo abzugeben. Lemgo. Erlaube mir dem geehrten hiesigen und auswärtigen Publikum ergebenst anzuzeigen, daß ich mich hier in dem früheren Mundhenke'schen Hause an der Mittelstraße als Kürschner§ Mützenmacher etablirt habe. Indem ich um geneigtes Vertrauen und Wohlwollen bitte, verspreche ich prompte, reelle und billige Bedienung. Th. Frevert, Kürschner und Mützenmacher. Regenröcke, Hummi= und Filzschuhe zu billigsten Preisen bei Gottfr. Rehtmeyer. Lagstaschen in solider Arbeit und zu binigsten Preisen bei Gottfr. Rehtmeyer. Offene Erklärung. Vielseitig von meinen Freunden aufgefordert, ein Mandat als Landtagsabgeordneter der III. Klasse für die Aemter Schötmar=Oerlinghausen anzunehmen, gebe ich hiermit öffentlich die Erklärung ab, daß es mir nicht möglich ist, fragliches Mandat anzunehmen. Für das mir hierdurch bewiesene Vertrauen meinen herzlichen Dank. Schötmar, 12. Octbr. 1880. Aug. Nagel. Eine Landstadt wird zu gründen versucht auf schönen feuchten, theilweise bodenlosen Grundstücken mit freiester Straßenordnung und Winden vor den Häusern, ohne Trottoir. Bierbrauern, Korn= und Schnapshändlern wird die Straßenordnung anvertraut unter Zusage der Erblichkeit. Petitionen sind streng untersagt. Am Bruchmarkte großes Tanzvergnügen auf dem Schützenplatze. Controlversammlung. Die Anordnung wegen der Herbstcontrolversammlung ist dahin abgeändert, daß am 18. October d. I. Vorm. 10 Uhr sämmtliche Mannschaften der Reserve, der Linie und nur solche Landwehrleute der Linie zu erscheinen haben, deren Dienstzeit in der Periode vom 1. April bis 30. September d. J. ihr Ende erreicht. Am 18. October d. I. Nachm. 3 Uhr haben sich die Mannschaften der Reserve, der Garde und Specialwaffen 2c. und nur solche Landwehrleute derselben Waffen einzufinden, welche zu der oben genannten Klasse gehören. Lemgo, 14. October 1880. Der Magistrat. König. Damen=Paletots, Havelocks, Jaquetts und Regenmäntel, Kleiderstoffe und dazu passende Besätze, Weißwaaren, Stickereien und Echarpes empfehlen zu billigsten Preisen Ernst& Lienekogel. Bettdrell und Barchend, Hettzeuge sowie staubfreie Hettsedern und Daunen sind in bester Auswahl vorräthig hei Ernst& Lienekogel. Abgepaßte Ceppiche und Ceppichstoffe, Reisedecken und Pferdedecken, Jagdwesten und Unterzeuge empfehlen billigst Ernst& Lienekogel. (Durch Gelegenheitskauf bin ich in der Lage eine große Parthie B Buxkin, Kleiderstoffe in schöner und reiner Wolle und modernen Farben, Lama's, Beiderwand's, Flauelle und vieler anderer Stoffe zu außerordentlich billigen Preisen zu verkaufen. Auch empfehle mein Lager fertiger Anzüge, Joppen, engl. Jagdwesten, engl. Gummiröcke zu sehr billigen Preisen. D. Netheim. Wir übertragen dem Herrn W. Siveke in Herford Lager und Alleinverkauf unserer R für Herford und Umgegend. Die Oefen, seit Jahren in weitesten Kreisen bekannt und auf der Gewerbe=Ausstellung 1878 zu Hannover mit dem ersten Preise gekrönt, sind erst neuerdings wieder durch eine neue patentirte Verschluß= und Schutz=Vorrichtung verbessert worden und dürfen sich hinsichtlich zweckmäßiger Einrichtung, Sauberkeit des Gusses und seiner dekorativen Ausstattung den besten derartigen Erzeugnissen zur Seite stellen. Jul. Meger& Comp. Eisengießerei Norden, gegründet 1850. Bezugnehmend auf vorstehende Mittheilung der Herren I. Meyer & Comp. erlaube ich mir ein geehrtes Publikum zum Besuch meines Lagers ergebenst einzuladen. Gleichzeitig bringe ich mein reichhaltiges Lager von gußeisernen, sowie die berühmten von A. Senking und eine große Auswahl von allen Haushaltungsgegenstant in empfehlende Erinnerung. W. Siceke, Herfora, Backerstrasse. Hachegg“““ Pramtr Detmold 1877, Lemgo 1879 in verschiedenen Größen zu 4 Schnittlängen, unter Garantie, für Handbetrieb 66., mit Trittwerk 69., für Göpelbetrieb 90 ch. Aufträge nimmt entgegen Herr Handelsmann F. Günther ausHolzhausen b. Pyrmont, bei Gastwirt Hrn. G. Brockhausenin Lemgo, woselbst auch Maschinen auf Lager sind. Franz Kühne, Heiligenstadt i. Thür. für Fleischbeschauer sind vorräthig bei F. L. Wagener, Lemgo. Bekanntmachung. Freitag, 22. d. M. Morgens 10 Uhr anfangend, sollen bei dem Zimmermeister Fr. Wagner hierselbst öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung verkauft werden. 1. Mobilien, Wäsche u. Betten, 2. allerhand Handwerksgeräthe. Lage, 15. Octbr. 1880. A. Hanke, Konkursverwalter. Ich fühle mich veranlaßt, der Lübecker Feuerversicherungsgesellschaft, vertreten durch den HauptAgenten Herrn Carl Koch hier, für die rasche und zufrieden stellende Regulirung meines Brandschadens hiermit öffentlich meinen Dank zu sagen. Quakenburg bei Lemgo im Octbr. 1880. W. Eikmeier, Zimmermstr. Lemgo. Meinen am Regensthore belegenen ca. 1 Scheffelsaat großen Garten bin ich Willens unter der Hand zu verkaufen. Käufer wollen sich bei mir melden. W. Stockmeyer. In Schlauberg werden kleine Leute gesucht, die für größere gebratene Kastanien aus dem Feuer holen können. Meinen Freunden und Bekannten hiermit zur Nachricht, daß ich am 23. d. M. mit meiner Capelle in Lage wieder eintreffe. Ich wohne wie früher bei Gastwirth Klöpping auf dem Rathskeller. Ziegenbein, Capellmeister. Lemgo. Indem ich mich den Herrschaften zum Kohlschaben bestens empfehle, zeige ich hiermit an, daß meine Wohnung jetzt bei der Wwe. Jagdaufseher Koch auf der Hinterenstraße ist. Wwe. Dombrock. Glück auf nach Hamburg! * 400,000 Mark. bietet die neue, vom Hamburger Staate garantirte und genehmigte# große Geldlotterie, bei welcher in 7 Ziehungen binnen kurzer Zeit eine Prämie und Gewinne mit 8 Millionen 672,160. K. Gold den daran Theilnehmenden zufallen müssen, worunter sich die Haupttreffer von Mk. 400,000, spec. 250,000. 150,000, 100,000, 60,000, 50,000, 2à40,000, 2à 30,000, 5 à 25,000, 2 à 20,000, 12 à 15,000,24 à 10,000 und viele von 8000,6000, 5000 2c. 2c. befinden. Die Gewinnziehung der.Classe findet in kurzer Zeit statt und empfehle hierzu: Ganze Original=Loose zu K 6, halbe„„„„ 3, viertel„„„„ 1½ Jeder, auch der kleinste Auftrag wird sofort gegen Einsendung des Betrages, am besten pr. Postanweisung, pr. eingeschriebenen Brief in Banknoten, Coupons oder Briefmarken, mit der größten Sorgfalt ausgeführt und erhält Jedermann von mir die mit dem Staatswappen versehenen Original=Loose selbst in Händen. Falls gewünscht, kann auch der Betrag gegen Nachnahme erhoben werden. Den Bestellungen werden die amtlichen Pläne kostenfrei beigefügt und übersende den werthen Auftraggebern sofort nach geschehener Ziebung die amtlichen Gewinnlisten sowie Gewinngelder. Ich bitte, da die Betheiligung stets sehr groß ist, mir die Bestellungen umgehend, jedenfalls aber bis zum 30. October d. J. zugehen zu lassen und wird es mein Bestreben sein, jeden, auch den kleinsten Auftrag bestens auszuführen. J. Dammann, Haupt=Collecteur, etablirt 1851, Hamburg, Zeughausmarkt 43. am Bruchmarkte in der Turnhalle. Verantwortliche Redaction, Druck und Verlag von F. L. Wagener in Lemgo.