Organ der liberalen Volks= und Fortschrittspartei in Lippe. Erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends mit Zugabe des„Illustrirt. Sonntagsblatt“ Konet bei den Reichs=Postanstalten, in der Expedition und bei unsern Colporteuren in Detmold, Lage u. Blomberg 1 M. 10 Pf. 10S. Lemgo, Sonnabend 27. December 1879. Anzeigen werden mit 10 Pf. die 4gesp. Zeile berechnet Für das Blatt bestimmte Anzeigen werden außer in der Expedition in Lemgo auch von den bekannten Colporteuren in Detmold, Lage und Blomberg entgegengenommen. An unsere Leser. Damit keine Unterbrechung in der Zusendung stattfindet, werden unsere geehrten Abonneuten freundlichst gebeten, ihre AbonnementsErneuerung für das I. Quartal 1880 möglichst frühzeitig bei der nächsten Postanstalt besorgen zu wollen. Denjenigen Abonnenten, welche die„Lipp. Post" durch unsere Expeditionen in Lemgo, Detmold, Lage und Blomberg bezogen, wird dieselbe, sofern nicht Aufbestellung stattfindet, auch ferner zugehen. Das„Illustrirte Sonntagsblatt“ wird auch im nächsten Quartal der Sonnabend=Nummer beigelegt. Die Expedition der„Lipp. Post.“ Dr. Virchows Rede in der Elbinger Schulfrage. Die Grundsätze, nach denen der jetzige Kultusminister in Preußen, Herr von Puttkamer, das Volksschulwesen behandelt, und die sich wahrscheinlich ebenso rasch wie ihrer Zeit die Falk'schen„Allgemeinen Bestimmungen" auf andere Länder ausdehnen werden, haben ihren klarsten Ausdruck in der Erledigung der Elbinger Schulfrage gefunden. Die Elbinger bauten ein stattliches Schulhaus, hoffend, daß in demselben den Kindern sowohl der katholischen als auch der evangelischen Einwohner der Stadt in Eintracht und Frieden Erziehung und Unterricht zu Theil werden könnte. Doch kurz vor der beabsichtigten Eröffnung wurde diese inhibirt. Es wehte ein anderer Wind in Preußen: Herr von Puttkamer war auf Herrn Dr. Falk gefolgt, und diesen Wechsel mußten vor Allem die Elbinger empfinden. Zwar waren 49 Mitglieder des Magistrats der Ansicht, daß die Kinder aller Confessionen recht wohl Die Amelungsburg und ihre Umwallung bei dem Kirchdorfe Hillentrup*). (Von Mische.) In den nachfolgenden Zeilen wollen wir versuchen, Dasjenige zusammen zu stellen, was uns über den antiquarisch interessantesten Punkt bei Hillentrup—„die Amelungsburg“— alte Sagen, Chroniken und Urkunden aufbewahrten. Wir richten unsern Blick zunächst auf die Umwallung des Berges. Merkwürdig genugwird dieses Ringwalles, der augenscheinlich das Geprägc eines ehemals befestigten Kriegeslagers trägt und in Form eines gewaltigen lateinischen C eine Ebene am Fuße des eigentlichen Bergkegels dessen südöstliche Fronte so einschließt, daß ein in ihm lagerndes Heer durch die in seinem Rücken ziemlich steil anlaufende Höhe *) Um den Vorwurf eines Igneranten von mir abzuwehren bemerkeich, daß mir das einzige Werk, welches diesen Gegenstand wissenschaftlich bespricht, „Hölzermann's Local=Untersuchungen 2c.“ zur Benutzung bei meiner Arbeit nicht zugänglich war. in einer und derselben Schule unterrichtet werden könnten und nur 3 waren anderer Meinung. Allein die Ansicht des Herrn v. Puttkamer wog mehr als die Majorität von 46 Mitgliedern im Elbinger Magistrate, die Elbinger mußten nachgeben; denn die herrschenden Prinzipien waren über Nacht anders geworden. Das„blasse Gespenst der Reaction“, wie Herr Schemmel sagt, hatte über den lebensmuthigen Liberalismus gesiegt und was half es unter diesen Umständen der Majorität der Elbinger Stadtvertretung, daß sie sich an das preußische Abgeordnetenhaus in seiner gegenwärtigen Zusammensetzung wandte? Dasselbe billigte mit einer Majorität von über 100 Stimmen das Verfahren des Nachfolgers Dr. Falk's. Doch sowohl Herr Dr. Gneist, als auch Herr Dr. Virchow beleuchtete diese Frage vom liberalen Standpunkte aus, und— sie haben damit ihre Schuldigkeit gethan. Die Rede des Letzteren gehalten am 17. d.., die den ganzen Vorgang in klarster Form darstellt, bringen wir gerade aus diesem Grunde in Nachstehendem zum Abdruck. Herr Dr. Virchow sagt: Die Ausführungen des Herrn Ministers selbst haben den Beweis geliefert, daß es unmöglich ist, die vorliegende Frage in lokale Grenzen einzuengen. Die Entscheidung in dem Elbinger Falle hat nicht sowohl durch ihre Plötzlichkeit, oder um den Ausdruck zu gebrauchen, Schroffheit, solches Aufsehen hervorgerufen, sondern weil eine Aenderung des Verfahrens und des bisherigen Systems dadurch eingeleitet zu sein schien. Zwar hat sich der Minister in seiner Rede in anerkennenswerther Weise auf die Grundlagen seines Vorgängers gestellt, aber es hat doch eine Verschiebung des Standpunktes stattgefunden.— Von dem oft angeführten Reskripte des Minister Dr. Falk citirt Herr v. Puttkamer, ebenso wie sein Kommissar immer nur den Nachsatz, in welchem die Simultanisirung davon abhängig gemacht wird, daß durch dieselbe eine wesentliche Verbesserung herbeigeführt werde. Ich bin der Meinung, daß doch der Vordersatz in erster Linie zu bevollständige Deckung finden mußte, in alten Schriftstücken erst im Jahre 1677 unter den eigenthümlichen Namen:„Blumengarten, Blumenplatz“ gedacht, während des Berges schon viel früher, im Jahre 1175, Erwähnung geschieht. Zwei, auf der hiesigen Pfarr=Registratur lagernden vergilbte und defect gewordene Aufzeichnungen erzählen von gewaltigen Schlägereien, die im Blumengarten an der Amelungsburg zwischen Braker, Lemgoer und Hillentrupper Eingesessenen vom 26. Septbr. 1677 bis zum 3. Febr. 1679 wegen Mastberechtigung und Holzdiebstahl statt fanden, wobei es nicht nur blutige Köpfe gesetzt; sondern wo Schwerverwundete und Todte auf dem Wahlplatze blieben und und auf Tragbahren, weggeschafft worden sind. Von einem Mitkämpfer Namens Solle, stehr berichtet, er habe 97 Hiebe erhalten und sei gleich darauf gestorben. Graf Otto von Brake machte diesen Streitigkeiten dadurch ein Ende, daß er die Grenzen reguliren und die Theilung des Bergwaldes, wie solche noch heute besteht, vornehmen ließ. Die Hillentrupper Chronik setzt uns also in die Lage, unsern umwallten Blumenplatz immerhin als einstigen Kampfplatz constatiren zu können, achten ist, zu welchem der Nachsatz nur eine Ergänzung bildet.(Redner verliest das betreffende Reskript). Hiernach haben zunächst die Gemeindebehörden den Beschluß zu fassen, ob eine Schule simultanisirt werden soll oder nicht. Das war der Standpunkt des Ministers Falk, während für Herrn von Puttkamer der Beschluß der Gemeindevertretung eine ganz unerhebliche Sache ist. Ich glaube, darin beruht doch eine Veränderung des Systems. M.., der Minister hat nachzuweisen versucht, daß die Simultanisirung in Elbing eine Verbesserung der Schulverhältnisse nicht mit sich bringe. Ich stehe nun auf dem Standpunkte, daß ich in einer Stadt mit gemischter Bevölkerung die Einrichtung einer Simultanschule an sich schon für eine Verbesserung ansehe. Eine andere Verbesserung ist es, daß man bei Simultanschulen die Schulbezirke viel freier wählen kann; bei Steigerung der konfessionellen Schulen ist es schwer, neue zu schaffen. Die Sache liegt in Elbing so, daß die erbaute Schule gegenwärtig für die Katholiken noch zu groß ist und daher simultan ein gerichtet werden muß. Je mehr die Städt, sich vergrößern, um so mehr ist allein die Si, multanschule geeignet, dem Bedürfnisse zu genugen, es empfiehlt sich daher, doch bald., diesem System überzugehen. Es ist das Be: spiel von Berlin angeführt worden, welche sechs katholische Schulen hat. Natürlich ges nügen diese nicht und ein Theil der katholischenSchüler geht in die evangelischen Schulen. Ja, m.., ist es denn besser, wenn die katholischen Schüler in die evangelischen Schulen gehen, als in die paritätischen?(Rufe: Ja, ja!) Sierufen Ja! die Simultanschule ist doch keine konfessionslose Schule. Rufe: Ja, ja!) Ich glaube wohl, m.., daß es in ihrem Partei=Interesse liegen mag, die Simultanschule als konfessionslos hinzustellen. In einer konfessionslosen Schule wird gar nicht Religion gelehrt; die Simultanschule ist nicht konfessionslos, sondern doppelt confessionell. Ja, m.., es ist gar nicht so weit von Herrn wenn auch noch nicht als ehemaligen Lagerplatz alter Kriegesvölker. Waren es einst Römer, Deutsche, Franken, Sachsen oder Böhmen, welche diese Feldschanze, deren äußere Böschung, obwohl aus loser Erde bestehend bis zur Grabensohle durchschnittlich noch 14 Fuß beträgt und durch einige Einschnitte unterbrochen ist, vor Jahrhunderten zu Kriegeszwecken aufwerfen? oder hat die Sage mehr für sich, welche den umwallten Platz als„Garten" bezeichnet, welcher von den einstigen Herrschaften der Amelungsburg angelegt sei?— Diese Fragen bestimmt zu beantworten, sind wir nicht im Stande; es fehlen uns einerseits die archivarischen Quellen, aus denen sich vielleicht Antwort auf die eine oder andere Frage geben ließ; andererseits manchelt uns auch die wissenschaftliche Begründung, die nur einem Strategen zu Gebote steht. Ausgrabungen, die hier leicht vorzunehmen wären, würden sicherlich irgend Etwas zu Tage fördern, was der Beantwortung obiger Fragen auf dem kürzesten Wege näher brächte; denn:„Wer sucht, der findet“ wenn auch nicht immer das, was er gerade sucht. Ging es dem Einsender dieses noch Brüel zu Herrn Reichensperger; die rechte Seite unserer sogenannten Landeskirche liebt es sehr, sich an die Herren im Centrum anzuschließen. Der Herr Kultusminister sollte es sich doch noch sehr überlegen, ehe er in der von ihm angedeuteten Richtung weiter vorgeht. Alles in seiner Rede scheint mir nur nicht klar zu sein.(Rufe rechts: Sehr klar) Der Minister spricht immer von christlicher Schule und dann wieder von confessioneller. Die Herren auf der Rechten sind vielleicht der Meinung, das sei identisch. Es ist es aber keineswegs. Wenn die einzelnen Confessionen betont werden, dann führt das in letzter Consequenz zum Religionskriege, und ich möchte den Abg. Brüel daran erinnern, daß in solchen Kriegen nicht nur die Atheisten, sondern auch die Christen sehr„böse Bestien“ sind. Dieses allgemeine Christenthum kann man so lange behalten, wie der Staat seine starke Hand auf die einzelnen Confessionen hält; so lange diese gedrückt sind, sind sie ein Herz und eine Seele, sobald aber eine obenauf kommt, dann verspeisen sie sich gegenseitig. Ist denn etwa in Rom gestattet worden, daß protestantische Schulen eingerichtet werden? Das hätte der Papst für etwas entsetzliches gehalten. Was eine starke Confessionalität für Consequenzen zieht, zeigt ja jetzt gerade Belgien, wo der Clerus sich offen gegen den Staat empört, weil dieser die Aufsicht der Schulen an sich nimmt.(Widerspruch im Centrum.) Ja, m.., sie können doch nicht für den Clerus garantiren, der geht weiter wie Sie und nimmt Sie mit. Er ist ja schon einmal weitergegangen als Sie, denn es gab ja viele unter Ihnen, die gegen die Infallibilität waren. (Widerspruch.) Es ist also nach meiner Meinung höchst bedenklich, wenn der Minister die Schule wieder in confessionelle Bahnen einlenkt, im offenen Gegensatz zu seinem Vorgänger. Es dürfte ihm bald klar werden, daß die einzelnen Confessionen bald immer mehr fordern werden. Er hat die vorliegende Frage mehr individuell entschieden, weil es ihm ja schwer werden mag aus den Anschauungen gewisser Kreise, in denen er gelebt hat, herauszukommen. Wenn man den Minister hört, so klingt es, als ob der erziehliche Charakter der Religion eine allgemein anerkannte Thatsache wäre. Aus dem Glauben kommt aber keine Erziehung, sondern höchstens Gehorsam. Nicht die mystische Seite der Religion, sondern nur die ethische, hat erziehende Kraft, nach unserer Meinung kann aber Ethik auch ohne Religion gelehrt werden. Wir wollen ja nicht hindern, daß der mystische Religionsunterricht durch den Geistlichen jeder Confession auch ertheilt werde. Der intellektuelle Fortschritt der Völker ist ohne und gegen die Kirche zu Stande gekommen, das zeigt die Geschichte. Wenn man aber Alles durch vor einiger Zeit bei einem schwachen, persönlichen Ausgrabungsversuche so, wo er nach Alterthümern forschte, die ei nicht fand; dagegen aber in den Besitz von drei werthvollen Petrefacten gelangte, die unser Museum schwerlich in ähnlichen Exemplaren aufzuweisen hat. Sie werden zum Vorzeigen dem naturwissenschaftlichen Vereine demnächst eingefandt werden. Wenden wir uns nach dieser kleinen Abschweifung wieder zu unserer Schanze und suchen zunächst nach Anhaltspunkten für deren muthmaßliches Alter: so bietet hierzu ein Umstand Gelegenheit, der nicht zu unterschätzen ist. Es ist die uralte Eiche, welche vor noch etwa 54 Jahren auf dem Kamme der Brustwehr stand; also erst dahin gelangen konnte, nachdem diese schon existirte. Dieser knorrige, umfangreiche und in seinem Innern ganz moderig gewordene Baum konnte nach ungefährer Schätzung ein Alter von 7= bis 800 Jahren erreicht haben, bewiese also, daß der Aufwurf des Walles mindestens in die Zeit Karls des Großen zu verlegen wäre und daher fränkischen oder sächsischen Ursprungs sein könnte. Die Bauart dieser Feldschanze läßt indeß auf eine frühere Herstellung schließen und auf ein Volk, was in der Anlage von Befestigungswerken noch wenig Routine besessen haben muß. Gehen wir auf dieser Grundlage weiter, so könnte es möglichereine kirchliche Brille ansieht, dann wird eine Erziehung nicht erreicht. Seien Sie doch froh, meine Herren, daß Sie soviel bürgerliche Erziehung erhalten haben, ohne die wären Sie ja gar nicht so weit. Wir wollen der Kirche nicht nehmen, was ihr gehört, aber es soll nicht scheinen, als ob sich Alles aufs Dogma gründe und aus ihm entstanden sei. Wenn der Kultusminister in seinem angegebenen System fortfährt, so werden wir uns in der Opposition befinden, während wir bisher mit der Regierung in diesen Fragen übereinstimmten. Wenn wir in den Kampf gehen, dann werden wir eine Majorität für uns finden.(Beifall links.) Uebersicht. Ueber einen Unfall, welcher dem Kaiser am vorigen Sonntag Abend im Schauspielhause getroffen, glücklicherweise aber ohne jede einstere Folgen verlaufen ist, entnehmen wir dem.=C. folgende Mittheilung:„Der Kaiser besuchte am genannten Abend die Vorstellung des Wichertschen Stückes„der Freund des Fürsten im königl. Schauspielhause und sandte im Begriff nach der Vorstellung das Theater zu verlassen, seinen Jäger voraus, um den Wagen vorfahren zu lassen. Dessen Rückkehr nicht abwartend, schritt der Kaiser allein die nicht eben bequeme Treppe hinunter, die von der königlichen Loge nach dem Conzertsal=Vestibul führt. Hierbei verfehlte der Kaiser die letzte Stufe und fiel nieder, wobei er sich eine leichte Kontusion an der Kniescheibe zuzog und zwar an derselben Stelle, an der er schon im vergangenen Sommer eine so viel bedenklichere Verletzung durch einen Fall erlitten hat. Mit Hülfe des zurückkehrenden Dieners bestieg der Kaiser den Wagen und begab sich ins Palais zurück, woselbst sofort eine Binde um die verletzte Stelle gelegt wurde In einem Bankhause zu Eisenach, so schreibt die„Eis.=Ztg.“, erschien kürzlich ein dem Aeußern nach den besseren Ständen angehörender Herr und legte zwei Tausendmarknoten auf den Kassentisch, welche er gewechselt zu haben wünschte. Das geübte Auge des Kassirers erkannte sofort in den Noten Falsifikate, er ließ sich jedoch vorerst nichts merken und sandte indem er den Fremden durch einen Vorwand aufhielt, schleunigst zur Polizei, welche die Verhaftung auch bald bewirkte. Bei der auf dem Polizeibureau vorgenommenen Visitation fand man denn auch wirklich eine wohlgefüllte Brieftasche mit lauter falschen Scheinen. Behufs weiterer Untersuchung ist der falsche Krösus nach Frankfurt.!., wo die Fabrik jener famosen Papierchen zu exi stiren scheint, transportirt worden, und man wird wohl demnächst weiteres hierüber hören. weise das Volk der„Hunnen“ gewesen sein, von dem einzelne Heerhaufen auf ihren Zügen nach Frankreich auch bei uns kampirt, geraubt und gemordet hätten und deren ungeschickte, rohe Bauart in Verschanzungen und Belagerungswerken geschichtlich begründet ist. Zudem begegnen wir bei diesem Volke einem Namen, der in der alten Geschichte nur hier vorkommt und mit der Bezeichnung unsers antiquarisch berühmten Berges identisch ist. Bekanntlich wurden(nach dem belungenliede) die drei vornehmsten Heerführer des Hunnenkönigs: Attila, Walamir, Widimir und Theodimir„Amelungen, Amelungen“ auch kurzweg„Amelen“ genannt; eine Bezeichnung, die der Volksmund auf das ganze Volk der Ostgothen späterhin übertrug. Darnach könnte unsere Amelungsburg— Burg oder Berg der„Amelungen gewesen sein und die Entstehung der hiesigen Feldschanze in die Zeit der Völkerwanderung, zwischen das 4. und 5, Jahrhundert fallen. Wir würden nichts dagegen einzuwenden haben, wenn man unsere letzte Ausführung als eine sehr gewagte Hypothese auffällig fände. Hypothesen und etymologische Ausbülfen sind aber immerhin so lange erlaubt, als jeder andere Weg zur Aufhellung dunkler Punkte verschlossen ist.— Für den Archäologen, welcher aus eigener Anschauung das hiesige Terrain nicht kennt, mag — Als einmal der Dichter Heiur. Heine mit seiner jungen Frau im südlichen Frankreich eine Reise machte, traf er den Violinspieler Ernst. Lieber Heine, sagte dieser, Sie reisen nach Pazurück und können mir einen Gefallen thun. Bringen sie diese famose Lyoner Wurst meinem Freund, dem homöopathischen Arzt, mit. Gern, sagte Heine, und reiste ab. Damals aber gab es noch keine Eisenbahnen und der Weg war lang. Frau Heine bekam während des Wegs Appetit und versuchte ein wenig von der betreffenden Wurst, die sie vortrefflich fand. Heine war derselben Meinung. Kurz, diese Wurst machte ihnen ein wahres Vergnügen während ihrer Reise, hatte aber gleichzeitig an Quantität dermaßen abgenommen, daß Heine bei seiner Ankunft in Paris anstandshalber es nicht wagte, das kleine übrig gebliebene Stück an den Adressaten zu übermitteln. Nachdem er mit sich selber zu Rathe gegangen, nimmt er ein Bartmesser und schneidet ein Stückchen, dünn wie Papier, von dem übrig gebliebenen Leckerbissen ab, wickelt es in einen Briefumschlag ein, mit folgendem Brief:„Herr Doctor! Ihren Ermittlungen gemäß steht es für die Wissenschaft fest, daß die millionsten Theilchen die größten Wirkungen hervorbringen. Empfangen sie denn beiliegend das millionste Theilchen einer Lyoner Wurst, die Ernst mich beauftragt hat, Ihnen zu übermitteln. Wenn die Homöopathie eine Wahrheit ist, so wird dieser millionste Theil auf Sie dieselben Wirkungen hervorbringen wie die ganze Wurst. Genehmigen Sie 2c.“ Lemgo. Wie gewöhnlich so auch in diesem Winter fordert der Rieperberg seine Opfer an Menschenleben. Am Abend vor Weihnachten ging der Schlachter Uthmeier vom Neuenkampe den steilen Berg hinan, als ihn ein Schlitten bebegegnet welcher bei der Glätte von der Seite rutschte und ihn in eine Vertiefung warf. Der Fall des Uthmeier ist so unglücklich gewesen, daß der Arzt das Schlimmste befürchtet. Wenn wir nicht irren wurde schon vor ca. 5 Jahren von den höchsten Behörden die Rectifikation des Rieper Berges beschlossen und der Landesbaurath mit der Vermessung beauftragt. Wie viele Opfer hat der Berg seit jener Zeit verlangt und noch ist keine Aussicht auf Rectifikation; denn nach der Aeußerung des Herrn Cabinetsministers in der letzten Landtagssitzung ist noch kein Geld dazu vorräthig. Aus dem Amtsbezirk Lage. Der Oeconom Krietenstein aus Hagen wurde am letztverflossenen Sonntag, Abends zwischen 9 und 10 Uhr auf dem Heimwege von Lage von drei Raufbolden überfallen und derart zugerichtet, daß sogleich ärztliche Hülfe requirirt werden mußte. Nach den Nachforschungen, welche noch in der Nacht von Seiten des Gensdarm Lehbrink angestellt wurden, soll Aussicht vorhanden sein die Thäter noch des Umstandes erwähnt werden, daß der hiesigen Schanze auf einstündiger Entfernung eine wirkliche Verschanzung oberhalb des Dorfes Schwelentrup—„Alte Sternberg““)— dergestalt gegenüber liegt, daß beide Befestigungswerke gegenseitig klare Beobachtungspunkte bieten, also: daß Bewegungen eines etwa gegenüberliegenden Heerhaufens keinem Theile unbemerkt bleiben konnten. Die Befestigung des„Alten Sternberg“ verräth indeß ungleich größere Kunst in der Feldverschanzung, als dieses bei unserm Ringwalle der Fall ist. Auch im„Alten Sternberg“ sind, soweit uns bekannt, bis jetzt keine Nachgrabungen versucht. Es dürfte vielleicht einen lohnenden Erfolg haben, wenn der Verein für Geschichte und Alterthum Westfalens sich zu diesem Schritte veranlaßt fände. Die Sache sei deshalb demselben hiermit warm empfohlen.(Schluß folgt.) *) Der Geschichtsschreiber M. Weddigen bemerkt in seiner„historisch= geographischen Beschreibung des Fürstl. Lipp. Landes“ Seite 68: Der„Alte Sternberg" oberhalb des Dorfes Schwelentrup zeigt noch Spuren von dem vormals darauf gelegenen Schlosse Sternberg.“ Wo diese Spuren wol sind? ihrer That zu überführen. Es wäre zu wünschen daß die That durch die demnächstige gerichtliche Untersuchung festgestellt würde und die Thäter der gesetzlichen Strafe nicht entgingen. Aus dem lippischen Westen. Zwei gewaltige Größen, die Herren Alexander Delius und Nacke. tauchen in letzterer Zeit wieder am politischen Horizont auf. In der„Landeszeit.“ lesen wir eine von diesen Herren unterzeichnete Einladung, durch welche die Wähler der Klasse IA in den früheren Aemtern Lage, Oerlinghausen und Schötmar zur Besprechung der bevorstehenden Landtagswahl in diesem Wahlkreise nach dem Siekkruge eingeladen werden. Vor einiger Zeit schon hatte der würdige Alexander allein eine Versammlung nach dem Scheerenkruge einberufen, dieselbe soll aber nur von drei oder vier Wahlberechtigten besucht worden sein. Man hat dem Namensvetter des berühmtesten aller Feldherrn aus dem Alterthume in jener Versammlung die Ehre erwiesen als Landtagsabgeordneten=Candida= ten aufzustellen und hat er sich bestimmt, um des Sieges gewiß zu sein, an den ehemaligen, mit Ruhm bedeckten, Landtagsabgeordneten, Nacke gewandt, da dessen Name noch immer wie ein Glanzstern in der Lipp. Geschichte leuchtet. Es ist gewiß ja nicht in Abrede zu stellen, daß, wo zwei so gewaltige Cyclopen wie Nacke und Alexander an einer Kette schmieden, die Aufgabe für deren Gegner nicht zu gering angeschlagen werden darf.— Trotz alledem möchten wir es wagen den Kampf aufzunehmen und den wahlberechtigten Anhängern der liberalen Partei als Ersatzmann für den aus Gesundheitsrücksschten zurückgetretenen Abg. Asemissen den Gutsbesitzer Niemann zu Hörentrup in Vorschlag bringen. Tretet mit mir ein ler! für diesen Mann, damit kein Alexander oder Nacke oder ein diesen ähnlicher politischer Parteiritter in den Landtag kommt.— Ein Wahlberechtigter. Aus Salzuflen, 24. December, wird dem Herf. Wchblt. geschrieben: Die Strecke HerfordSalzuflen ist nunmehr von unserer Stärkefabrik in Betrieb genommen, zwar muß vor Herford noch eine Umladung stattfinden, da dort der Bau nicht soweit gefördert, doch fällt dies schon morgen fort, und sind dann die Bemühungen dieses gewaltigen Etablissements einigermaßen von Erfolg gekrönt. Wenn sich dasselbe ohne Bahnverbindung schon so entwickelte, so wird solches nun noch mehr der Fall sein. Ein Hauptabsatzgebiet hat sich demselben in Frankreich erschlossen, die Köln=Mindener Eisenbahn=Gesellschaft hat demselben auch ermäßigte Frachtsätze für die Strecke Herford=Paris bewilligt.— Nachdem nun die Bahn kaum vollendet, zeigen sich auch schon für unsere Stadt die Segnungen. Während wir bislang zu den seltenen Städten zählten, deren Einwohner keine Kommunalsteuern aufzubringen haben, so wird dies nun durch den Abgang der 100,000 Thaler für die Bahn sowie verschiedener anderer bedeutender Abgaben fortfallen. Man plant auch hier eine Communalsteuer, und wenn das Gerücht, daß solche 125 pCt. der Staatssteuern betragen solle, etwas übertrieben ist, so darf man doch, besonders über die Vertheilung derselben, recht gespannt sein. Bei Vertheilung der Lasten haben die Väter unserer Stadt immer recht eigenartige Ansichten gehabt. Als vor zwei Jahren unser Einquartierungsstatut in Kraft trat, waren auch die unverheiratheten Steuerzahler, auch wenn sie keinen eigenen Hausstand hatten, damit bedacht, seit drei Jahren bezahlen wir auch Orgelsteuer und nun seit diesem Jahre auch Kirchensteuer„zur Aufbringung eines Kirchenvermögens für die reformirte Kirche“ wie es in der betreffenden Verfügung heißt. Hiergegen haben nun hiesige Eingesessene Beschwerde geführt da solche nicht reformirt, sondern lutherisch seien, und darf man auf die kommende Entscheidung mit Recht gespannt sein. — Ein Stückchen finstern Aberglaubens wird aus unweit Zittau gelegenen Dorfe berichtet. Vor Kurzem entleibte sich dort der Militärpensionär Berndt. Der Hinabbeförderung der Leiche über die Treppe widersetzte sich der Hauswirth mit aller Entschiedenheit, weil„in diesem Falle die Seele des Selbstmörders im Hause bleibe und darin spuke.“ Alle Vorstellungen blieben fruchtlos und die Träger zogen ab, natürlich mit dem Versprechen, am nächsten Tage mit der Polizei den Leichnam holen zu wollen. Der abergläubische Hauswirth befand sich in peinlicher Lage: hier drohte der Geist" des Todten, dort die Polizei! Was thun? Ersinnt, und— findet wirklich einen Ausweg, und als der Gensdarm am andern Morgen im Namen des Gesetzes vor dem Hause erscheint, findet er den Todten, wohlverwahrt in einer hölzernen Kiste, bereits vor dem Hause vor. Mit Unterstützung von zwei guten Freunden hat der Hauswirth die Leiche am Seil aus dem Fenster herabgelassen und ist nun beruhigt, denn der„Geist“ kann ja nun nicht mehr spuken. So geschehen im Jahre des Lichts 1879! Als das beste Mittel Petroleum zu löschen wurde jüngst in den Zeitungen Milch empfohlen. schreiht man aus Ilmenau: Bei einem dieser Tage durch Zerbrechen einer Petroleumlampe entstandenen Brande hat sich das empfohlene Mittel ausgezeichnet bewährt. Alle anderen Versuche, das entstandene Feuer zu löschen, blieben erfolglos, die Milch aber erwies sich als ein entschieden sicher und sofort wirksames Mittel. Mögen diese Zeiten dazu beitragen, manches Unglück zu verhüten. Amtliche Bekanntmachungen. Detmdld. Auf den 27. Februar k. Morgens 9 Uhr werden folgende Militärpflichtige vor die Strafkammer des Fürstlichen Landgerichts geladen: 1. Simon Ludwig Begemann, geb. zu Hovedissen, 2. Karl Adolf Heinrich Blome, geb. zu Oerlinghausen, 3. Friedrich August Grabe oder Rott, geb. zu Greste, 4. Simon Heinrich August Süllwold oder Gerke, geb. zu Bentorf, 5. Georg Ernst Friedrich Otto Geller, geb. zu Welstorf, 6. Friedrich Anton Asmus oder Stoik, geb. zu Siliren, 7. Konrad Friedrich Simon Ehlebracht oder Blome, geb. zu Stemmen, 8. Anton Wilhelm Friedrich Konrad Pettenpohl, geb. zu Barntrup, 9. Heinrich Wilhelm Coring, geb. zu Schönhagen, 10. Wilhelm Franz Werner Schröder, geb. zu Rickbruch, 11. Heinrich Friedrich Winter oder Giebel, geb. zu Bösingfeld. — Für die Stadt Oetmold ist folgende Polizei=Verordnung erlassen worden: „Unerwachsenen Personen(unter 16 Jahren), Handwerkslehrlingen, Angetrunkenen und solchen, welche ihrer Geisteskräfte nicht mächtig sind, auch Trunkenbolden, rücksichtlich welcher eine desfallsige Weisung von der Obrigkeit ertheilt auird, darf von Wirthen und Branntweinverkäufern, bei Strafe bis zu 15 M. oder entsprechender Haft, Branntwein und sonstige Spirituosen nicht verabreicht werden.“ Lage. Am hiesigen Amtsgerichte haben sich am 18. Februar k. I. Diejenigen zu melden, welche Ansprüche an das für Fräulein Charlotte Meyer zu Iggenhausen auf die Bürgerstätte Wehrmann m. Sprenger Nr. 166 hierselbst unterm 14. Februar 1867 ingrossirte Capital von 400 Rthlr. Ansprüche machen, zu melden. Blomberg. Am 2. k.., Morgens 10 Uhr sollen im Entenkruge beim Norderteiche circa 90 Scheffelsaat von dem Müther'schen Colonate Nr. 6 in Billerbeck, welche sich zu einem besondern Colonate eignen, verkauft werden. Salzuflen. Am hiesigen Amtsgerichte sind am 8. k.., Morgens 10 Uhr, etwaige Ansprüche auf die für Luise Schalk jetzt Ehefrau Schormann Nr. 14 in Bexterhagen unterm 18. Mai 1866 auf das Colonat Schalk Nr. 15 in Wüsten ingrossirte Stätteabsindung anzumelden. — Im hiesigen Firmenregister ist die Firma F. W. Schomeyer gelöscht. Das Kaiserliche General=Postamt macht darauf aufmerksam, daß bei Postanweisungen aus Deutschland nach Italien die auszuzahlenden Beträge in der Frankenwährung angegeben und die wörtliche Wiedergabe derselben in lateinischer Schrift zu erfolgen hat. Wir empfingen für die Nothleidenden in Oberschlesien: Bürgerm. König 30 M. v. Santen 20 M. v. Kapff 30 M. X. 3 M. Jac. Hochfeld 5 M. Gymnasiall. Held 3 M. Wwe. Held 1 M. Hugo Köttgen 20 M. Kaufmann Gottfr. Rehtmeyer 5 M. W. Tintelnot 10 M. Frau Professor Schnittger 2 M. Köttgen sen. 10 M. Baurath Overbeck 3 M. Dr. A. Overbeck 5 M. Gebr. Lenzberg 10 M. Else, Mimi und Hans Borchard 6 M. Subconrektor Hunnäus 3 M. B. Cottmann 5 M. Wwe. Hoffmeister 1 M. Frau Stolte 1 M. B. Lenzberg 15 M. Frieda Lenzberg 3 M. Bürstenfabrikant H. Kuhlmann 5 M. Frau Bauinspector Overbeck 3 M. Rechnungsrath Lindemann 3 M. Rechtsanwalt Schnittger 6 M. Obercontroleur Preßuhn 3 M. Frau Brandt 3 M. Pastor Pothman 3 M. Pastor Knoll 3 M. Frau Posthalter Rehtmeyer 3 M. Katzenstein 3 M. W. Brinkhoff 5 M. H. Känter in Brake 15 M. Frau Superintendent Rohdewald in Brake 10 M. F. M. in Detmold 5 M. R. Theopold in Blomberg 25 M. H. Luetgebrune in Lage gesammelt 21 M. Amtsrendant Landgras das. 6 M. Meier Luttmann in Hörstmar 3 M. Niedermeyer in Lückhausen 20 M.— Ferner Kleidungsstücke von Isaac Hochfeld, Professor Bernhardt, Capitain Barth, Jos. Lenzberg, Wwe. Schafmeister, v. Santen, B. J. Sternfeld, Jacob Hochfeld, Frau Professor Schnittger, W. Tintelnot, Wwe. Petri, Drechsler Tille, Paul Overbeck, Dr. Becker, Heineberg, B. Lenzberg, F. Block, F. BrinkWwe. Halle, Frau Jagdinspektor Röttcken, Oberlehrer Uhmeyer Carl Jasper, Rechtsanwalt Schnittger, Küster Kligge, A. Thaler, Frau Stolte Wwe. Hoffmeister, Lehrer Siekmann in Voßheide D. Riechers 25 Paar Galloschen. Ernst& Lienekogel. Zur Anfertigung von Rechnungsformularen halte ich meine Buchdruckerei sowie lithographische Anstalt bestens empfohlen.— Anfertigung prompt und geschmackll, Preise billigst. F. I. Wagener. Strafanstaltbau zu Herford. 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Abonnements tendes In=u. auf den jeden Sonntag erschei= Auslandes. nenden Frankturter Cours-& Verloosungs-Anzeiger enthaltend Börsen= und Handelsberichte, vollständiges Coursblatt, sowie ein für jeden Besitzer von Loosen und Werthpapieren unentbehrliches, alle Verloosungen enthaltendes Verloosungs-Blatt nehmen zum Preise von 1 Mark pro Jahr excl. Postzuschlag alle Postanstalten entgegen. Hierzu als Gratis=Beilage eine Verloosungs=Kalender Inserate pro 1880 und ein Verzeichniß Inserate p. Petitzeile aller bis jetzt gezogenen Serien. p. Petitzeile 20, finden„„ 20 finden die weiteste Eine Mark Dro Jällf die weiteste Verbrei= Verbreitung. tung. Bekanntmachun Selbst gezogenen Runkelnsaamen der bekannten Eckendorfer Art, verkaufe ich, bei billiger Berechnung der Verpackung bei Abnahme 1. von einzelnen Pfunden das Pfund zu ek.1,50. 2.„ zehn Pfunden und darüber das Pfund##. 1,25. 3.„ hundert Pfunden und darüber das Pfund##. 1. Eckendorf bei Heepen im December 1879. „„ W. von Borries. 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Für die unparteiliche Vertheilung und pünktliche Auszahlung des ganzen Capitals von 9,718,000 Mark hat der Staat die Garantie übernommen. Die Ziehung der Nummern und Gewinne geschieht durch zwei Waisenknaben unter steter Aufsicht einer dazu eingesetzten obrigkeitlichen Behörde im öffentlichen Saal, wozu der Eintritt Jedem frei gestattet ist. Nach geschehener Ziehung werden die Nummern und Gewinne noch Mal auf das Genaueste revidirt, reihenfolgend geordnet und dann die, unter Aufsicht in der Staatsdruckerei gedruckten, amtlich gestempelten GewinnZiehungs=Listen ausgegeben. Man verwechsele diese Prämien=Verloosung nicht mit den vielen Privat=Lotterien, auch bitte ich, mich nicht etwa mit jenen Loose=Händlern zu verwechseln, vor welchen in den Zeitungen gewarnt wird. Ich stehe mit der hohen Behörde in direkter Verbindung und kann Jeder, der sich an mich wendet, der reellsten und pünktlichsten Bedienung versichert sein. Auch bei der vor Kurzem beendeten Capital=Verloosung hatte ich wieder das Vergnügen, sowohl hier am Platze, wie nach entfernten Orten viele der größten Gewinne auszuzahlen; für meine gewissenhafte Handlungsweise erhielt ich eine Menge Dankschreiben. Meiner strengen Redlichkeit habe ich es auch wohl zu danken, daß meine Loose zum größten Theil im Voraus feste Abnehmer haben. Man mache daher die Bestellung sofort, zumal schon am 15. Januar 1880 die 1. Ziehung beginnt und über die voraus bestimmte Zahl, den Gesetzen nach, keine Loose nachgeliefert werden. Um Jedem die Betheiligung nach seinen Verhältnissen zu ermöglichen, ist von hoher Regierung der Preis für diese 1. Ziehung in humanster Weise für ein ganzes Original=Loos zu 16 Mark, # halbes 8 5 viertel### ee## 4 achtel„„ 2„ festgestellt und versende ich zu diesem Preise die mit dem Staatswappen und meinem NamensStempel versehenen Loose gegen Einsendung des Betrages durch Postanweisung oder Brief, oder auf Wunsch auch gegen Postnachnahme, mit amtlichen Prospect oder Plan, nach allen Gegenden. Es werden nur Gewinne gezogen, und sende ich nach der Ziehung die amtlich gestempelte GewinnZiehungsliste, sowie die Gewinngelder prompt und verschwiegen. Gesang=, Turn=, Schützen= und anderen Vereinen, auch Clubs und Spielgesellschaften, kann ich noch mit Partien in beliebiger Theilung dienen, wenn mir die Aufträge baldigst zugehen. Hiesige Firmen, wie hohe Behörde selbst können die beste Auskunft über mich ertheilen. Man wende sich nur stets direkt an den Haupt-Collecteur Carl Hemme in Braunschweig, Bohlweg 7, gegenüber dem Herzogl. Residenzschloß. NB. Wer es unterläßt, dem Glücke ein Fensterchen zu öffnen, hat es oft sich selbst zuzuschreiben, daß er trotz aller Mühen und Arbeiten nie auf den Standpunkt des Wohlergehens gelangt, wohin ihn ein derartiger Versuch so schnell erheben kann. EKKAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAEEEE E. Holz=Auction. 30. d. M sollen im hiesigen Stadtforste, am goldenen Winkel 100 Stück starke Buchenhaufen und einige Nummern auf dem Stamme, auf der Feulenwiese 40 Haufen Birken und Erlen, und am Kleinsorgenberge 25 Haufen Tannen zu Latten und Leiterbäumen meistbietend verkauft werden. Käufer wollen sich des Morgens 10 Uhr bei Steinmeier vorm Holze einfinden. Lemgo den 23. Decbr. 1879. Der Magistrat. Den 12. Januar 1880 findet in Lemgo im Gasthause des Herrn Fritz Weege Versammlung der Ziegler=Krankenkasse des I. Bezirks Ostfrieslands, Hollands, behufs Rechnungsablage statt, wozu die Mitglieder hiermit einge, laden werden. Der Vorstand. Generalversammlung der Mitglieder des Ziegler=Vereins ist angesetzt: a) auf Montag, 12. Januar k. I. Morgens 10 Uhr, beim Gastwirth Herrn Potthast in Lage, b) auf Dienstag den 13. Januar k. I. Morgens 10 Uhr beim Gastwirth Herrn Harke in Lemgo. Lage den 26. December 1879. A. Hanke, Agent. Würde es wohl nicht angebracht sein, wenn in Lippe ein Organ gegründet würde, welches es sich zur Aufgabe machte, jede Woche die neuesten Bulletins von der Schlanger Orgel zu bringen? Kölner Dombau=Loose, Ziehung am 15.,16. u. 17. Januar 1880. Hauptgewinne 75,000 Mark 30,000 Mark 2c. liefert franco gegen Einsendung von etl. 3, 35, Friedr. Crüwell, Dortmund. Redaction, Druck und Verlag von F. L. Wagener, Lemge.