Lüner Zeitung Volksblatt für Lünen und Umgegend. Unparteiisches Tageblatt für alle Stände Amtliches Organ für Lünen. Generalanzeiger für Lünen, Altlünen, Nordlünen, Wethmar, Alstedde, Gahmen, Horstmar, Lippholthausen, Beckinghausen Erschelut 19g 2. iu i0 tauntag. 2 Arzeigenprels: 1 mo, Joch aund W vam. Prck. 10. Sole. 5 God pfennig per mm. Regelmäßige Beilagen:„Das Leben im Bild“,„Mußestunden" und„Unterhaltungsblatt“. Rotationsdruck und Verlag von Wilh. Bongers, Lünen a. d. L. Geschäftsstelle: Langestraße 21/23. Fernruf Nr. 188 Amt Lünen. Telegramm=Adresse: Bongers Lünen. Scheckkonto: Sparkasse der Stadt Lünen Nr. 47. Bankkonto: Darmstädter und Nationalbank Lünen. Postscheckkonto: Dortmund 1711 Lin Garantie übernommen. K 48. Jahrgang* Im Falle höherer Gewalt, Streik, Sperre, Verbot, Betriebsstörung, wird keine Gewähr für Lieferung geleistet. Für Aufnahmen von Anzeigen anvorgeschriebenen Lagen und Pläze wird keie Garante übernommen. k 45. Japrgang 2. Ju guur rr.—.—.—. Nr. 49 Zwischenlösung in der Hauszinssteuerfrage Erst ab 1. Juli 40 Prozent Berlin, 23. Febr. Im Landtag gigen am Freitag Gerüchte um, die Regierung werde den Erntwurf über die Hauszinssteuer zurückziehen. Wie wir dazu hören. trifft dies nicht zu, es soll vielmehr mit Rücksicht darauf, daß die volle Friedensmiete erst ab 1. Juli obligatorisch sein soll, eine Zwischenlösung dahin gefunden werden, daß am 1. April anstatt 40 Prozent der Friedensmiete, wie die Regierung vorgeschlagen hatte, für die Monate April. Mai und Juni 36 Prozent setzgesetzt werden und daß die Festsetzung auf 40 Prozent erst am 1. Juli eintreten soll. Es ist damit zu rechnen, daß dieser Vorschlag noch einmal dem Hauptausschuß zur leberprüfung überwiesen wird, so daß die Vorlage erst nach Abschluß der Beratungen im Hauptausschuß zur Verabschiedung gelangen kann. Ab 1. April 92 Prozent Miete Berlin, 26. Febr. Das preußische Wohlfahrtsministerium hat die Absicht, die Miete im nächsten Quartal von April bis Ende Juni um 8 Prozent zu erhöhen. Im März bleibt die bisherige Miete von 84 Prozent bestehen. Ab 1. April gilt die Miete von 92 Prozent. Am 1. Juli wird dann die Miete um weitere 8 Prozent auf volle 100 Prozent erhöht, womit dann der Friedensstand erreicht ist. Ar eit am preußischen Handelselat Berlin, 26. Febr. Der preußische Landtag beschloß heute zu Beginn der Sitzung, den von den Kommunisten beantragten und von den Sozialdemokraten unlerstützten Untersuchungsausschuß zur Prüfung von Bergarbeiterbeschwerden mit 15 Mitgliedern zu besetzen. Darauf wird die zweite Beratung des Haushalts für Handels= und Gewerbeverwaltung fortgesetzt. Beim Etatsabschnitt„gewerbliches Unterrichtswesen“ erklärt ein Regierungsvertreter u. a., daß jahrzehntelange Erfahrungen gelehrt haben, daß die Berufsschule nich gedeihen könne ohne Schulpflicht. Es sei das Streben der Regierung, möglichst bald zu einer besonderen gesetzlichen Regelung des Berufsschulwesens zu kommen. Es folgt die zweite Beratung des Gesetzentwurfes einer Gebäudeentschuldungssteuer. Berichterstatter Abg. Falk(Dem.) legte dem Hause die Anträge des Hauptausschusses vor. Der Ausschuß hat auch die Einbeziehung der landwirtschaftlichen Gebäude in die Hauszinssteuer beschlossen und das Gesetz auf zweijährige Gültigkeit bis zum 31. März 1928 befristet. Die Besprechung des Hauszinssteuergesetzes wird am Sonnabend beginnen. Das Haus setzte dann die Einzelberatung des Handeldetats fort. Die Abstimmung über vorliegende Anträge zum Handelsetat wird ausgesetzt. Samstag, den 27. Februar 1926 Französische Siegesgewißheit Auch Japan und Brasilien gegen eine Vermehrung der Ratssitze? Chamberlain soll zurücktreten! London. 27. Febr. Die heutigen Wochenschriften„Nation".„Spectator".„New Statesman" und „Saturdav Revieuws“ üben einmütig scharfe Kritik an Chamberlains Völkerbundspolitik. Neu ist, daß sich der Sturm der Erregung nur noch gegen Chamberlain richtet. Der„New Statesman“ schreibt, man habe Chamberlain in der letzten Woche zu viel Kredit gegeben; nun aber wüßte man, daß er nicht nur die Kandidaturen Polens, Brasiliens und Spaniens unterstütze, sondern daß er sich auch Briand gegenüber verpflichtet habe. Der ehrenvollste Ausweg aus dieser Lage sei für Chamberlain der Rückteitt.— Der„Star“ fordert auch die Demission des Staatssekretärs des Innern und des ersten Lords der Admiralität. Rückschau Geheime Verpflichtungen Chamberlains London, 26. Febr. Der diplomatische Korrespondent des Llovd George=Blattes,„Dailv Chronicle“, schreibt: Chamberlain habe, wie erzählt wird, am Mittwoch das Kabinett durch die Mitteilung von einer geheimen Verpflichtung Briand gegenüber überrascht und diese Verpflichtung habe sich auf die Gewährung eines ständigen Sitzes an Spanien und eines ständigen Sitzes an Polen bezogen. Der Berichterstatter fragt, ob Polen als Lohn für die viermalige Verböhnung des Völkerbundsrats einen Ratssitz erhalten solle. Die Mitglieder aller Parteien seien über diesen flagranten Vertrauensbruch gegenüber Deutschland entrüstet. Das Kabinett trete heute wieder zusammen und man hoffe, daß das nabezu einstimmige Gefühl des Landes und des Parlaments, wonach der Geist des Locarnovertrages gewahrt werden muß, im Kabinett ein Echo finden würde. In einem, von der„Times“ veröffentlichten Brief wenden sich 6 hervoragende konservative englische Parlamentarier scharf gegen eine Erweiterung des Völkerbundsrates. „Jür Frankreich erledigt sich..“ Paris, 26. Febr. Für Frankreich erledigt sich die Angelegenheit des Völkerbundsrates in folgenden zwei Punkten: 1. Jrgendwelche Verhandlungen in dieser Angelegenheit werden vor der Eröffnung der Tagung des Völkerbundes nicht geführt werden, sondern alle mit dem Bescheid abgelehnt werden, daß es sich um eine Sache des Völkerbundes handelt, die dieser zu entscheiden habe. Man rechne damit, daß der Bölkerbund einstimmig einen ständigen Sitz Spaniens zuerkennt und daß er dann mit Mehrheit den erledigten temporären Sitz Polen zuerkennen werde. 2. Beharrt man hier steif und fest darauf, daß Deutschland seit langem wisse, daß auch andere Staaten sich bewerben würden. Angeblich soll Stresemann seit langem unterrichtet sein. Der„Matin“ behauptet sogar. daß Stresemann die Sache vielleicht vergessen habe, und wenn er sich in einer schwierigen Situation befinde, so sei dies zum größten Teil auf seine Unklug„Locarno allein genügt nicht, um Frankreichs Sicherheit zu garantieren!“ Die Aussprache in der französischen Kammer Paris, 26. Febr. Vor Schluß der gestrigen Kammersitzung entspann sich zwischen dem früheren Kriegsminister Fabro und Briand ein Wortwechsel. Fabry sagte, Stresemann boffe mit Hilfe des Locarnovertrages eine beschleunigte Räumung der Rheinlande berbeizuführen. Briand entgegnete, wenn Stresemann seine Hoffnung auf eine beschleunigte Räumung der linken aufgebe, so stütze er sich damit nur auf Aktikel 131 des Versailler Vertrages, das sei sein gutes Recht, venn dieser Artikel besage, daß die Räumungsfristen, wenn Deutschland die Bedingungen zur Zufriedenheit der Alltierten erfülle, verkürzt werden können. Fabro behauptete dagegen, Stresemann stütze sich vielmehr auf die Abmachungen von Locarno, auf die sogenannten Rückwirkungen. Darauf erwiderte Briand, daß sei nicht der Fall. Stresemann habe sich nur auf den Versailler Vertrag berufen. Der Locarnovertrag enthalte nicht ein einziges Wort, das die geringste Hoffnung auf eine frühere Räumung geben könnte. * Paris, 26. Febr. Die Kammer beschäftigte sich heute vormittag mit den von der Regierung beantragten provisorischen Krediten für den Monat März in Höhe von insgesamt 2647 467 572 Franken. In der Debatte bringt der sozialistische Abgeordnete Mistrel einen Antrag ein, die geforderten Kredite um 1 Milliarde zu kürzen, damit die Kammer dadurch ihren Wunsch zum Ausdruck bringe, daß die Aktionen in Marokko und Sorien möglichst rasch beendet werden. Kriegsminister eve erklärte, dieser Antrag Mistral könne im Ausland salsch ausgelegt werden. Die Regierung widersetzt sich desbalb diesem Abstrich. Der Antrag Mistrals wurde mit 264 gegen 246 Stim men angenommen. Die Kammer setzte in ihrer gestrigen Nachmittagssitzung die Diskussion über die Verträge von Locarno fort. Der deutsche Boschafter wohnte der Sitzung bei. Abg. Plaisant von der radikalen Linken trat für die Ratifizierung ein. Er suchte in längeren Ausführungen klarzulegen, daß die Verträge von Locarno in keiner Weise die Vorteile vernichten, die der Friedensvertrag in den Art. 42—44 festlegte. Allerdings sei das Protokoll von Genf den Abmachungen von Locarno vorzuzieben gewesen. Im Laufe der Debatte ergriff Ministerpräsident Briand das Wort. Er wolle, sagte er, nicht das kleine Spiel spielen, das darin bestehe, zu untersuchen, ob dieser oder jener juristische Akt diesem oder jenem Volke Vorteile bringe. Das Abkommen von Locarno müsse nach seinem wirklichen Geiste beurteilt werden, der nicht ein Geist engberzigen Nationalismus sei, sondern ein europätscher Geist, ein Geist des Friedens. Wenn man ihn frage, oo Locarno allein genüge, um Frankreichs Sicherheit zu garantieren, so sage er: Nein! Briand erinnerte daran, welche unerquicklichen Diskussionen im Augenblick der Ratifizierung des Friedens von Versailles innerhalb des Kammerausschusses für auswärtige Angelegenheiten über das Thema stattgefunden bätten, ob die von England und den Vereinigten Staaten von Amerika gegebenen Garantien im Augenblick der Gefahr erfüllt wurden. Clemenceau habe die Hoffnung ausgesprochen, daß Amerika den Vertrag ratifizieren werde. Das sei aber nicht erfolgt. Diese Lücke habe er auszufüllen versucht. heit zurückzuführen. Man scheine in Deutschland glauben zu wollen, daß es sich bei den neuen Sitzen um ein Mannöver handele. Auf Grund von Londoner Berichten behauptete man in Berlin, daß die Kandidatur von Polen und Spanien nicht ernst zu nehmen sei und daß sie sofort beseitigt werden könnte. Jetzt aber sebe man, daß man sich geirrt habe. Daß Deutschland sein Aufnahmegesuch an den Völkerbund zurückzieben könnte glaubt übrigens der„Matin“ nicht, zumal Luther und Stresemann in diesem Falle ihre eigene Politik, näm lich die Politik von Locarno, verleugnen müßten. Der Berliner Berichterstatter des„Echo de Paris“ hält die Drohung von der Zurückziehung des Ansuchens wegen Eintritts in den Völkerbund für eine Komödie. Stresemann wisse sehr gut, daß er in diesem Falle zwischen zwei Stühlen zu sitzen käme. Die deutschen Mi nister würden sich lächerlich machen und die ganze Welt würde seben, von welchen Absichten sich Deutschland lei ten lasse. Diplomatische Schritte bei den Alliierten? Berlin, 26. Febr. Ein Berliner demokratisches Blatt meldet aus London: Die japanischen diplomatischen Vertreter bei den Regierungen der Alliierten haben die Erklärung abgegeben, daß Japan im Völkerbundsrat gegen jede Vermehrung der ständigen Ratssitze über Deutschland hinaus stimmen werde. Brasilien hat gleichzeitig erklärt, daß es seine Kandidatur auf einen ständigen Ratssitz fallen läßt. wenn ihm von den zuständigen Ratsmitgliedern die Zusicherung gegeben wird, daß mit Deutschland kein Abkommen getroffen werde, das geeignet sein könnte, die Wiederaufnahme seiner Kandidatur zu einem späteren Zeitpunkt unmöglich zu machen. Die Tagesordnung für Gen London, 26. Febr. Die provisorische Tagesordnung der nächsten Sitzung des Völkerbundsrates bat, wie nung der niichnen Sionnn der„Daily Telegraph“ mitteilt. in Londoner politischen und diplomatischen Kreisen Ueberraschung bervorgerufen, weil der erste Punkt die Ernennung des Vorsitzenden und der Mitglieder der Saarregierung vorsehe. Da Deutschland seinen Sitz im Rat frübestens am zweiten oder dritten Tage der Tagung einnühmen könne, entstehe die Frage, ob diese Einteilung der Tagesordnung, wenn man an ihr festhalte, nicht letzten Endes die deutschen Vertreter von der Besprechung dieser für Deutschland sehr bedeutsamen Frage ausschließe. Die Frage wird deshalb im Unterhause zur Sprache gebracht werden. Es wird verlangt werden, daß die englische Delegation für eine Einteilung der Tagesordnung sorgt, die Dutschland sein ihm zustehendes Recht sichert. Auch die beabsichtigte Behandlung der Einführung eines besonderen Untersuchungssystems im entmilttarisierten Rheinland bat Ueberraschung bervorgerufen, weil dieser Punkt noch jedesmal verschoben worden sei. G Auf der Tagung des Völkerbundes wird Deutschland durch den Reichskanzler Dr. Luther und den Reichsaußenminister Dr. Stresemann vertreten sein. Deuschland wird dabei als einziges Land seinen Ministerpräsidenten nach Genf schicken, weil der fransösische Ministerpräsident Briand lediglich in seiner Eigenschaft als Außenminister der Genfer Tagung beiwohnt. Aus dieser Zusammenstellung der deutschen Delegation geht bereits zur Genüge hervor, daß man in Deutschland allgemein die augenblickliche Situation für den Völkerbund als sehr ernst ansieht, daß man unter keinen Umständen die voraussichtlich außerordentlich weittragenden, in Genf zu fassenden Entscheidungen dem Zufall und der starren Richtlinie überlassen will, sondern daß der führende deutsche Staatsmann den grundsätzlichen Auffassungen der deutschen Regierung schon durch seine Anwesenheit einen merklichen Nachdruck geben soll. Das hat gewiß seine Bedenken, weil auch der Reichskanzler unter Umständen den Zufälligkeiten von Stimmungen unterliegen kann und doch von seiten der Regierung das endgültige Wort gesprochen ist, aber andererseits wissen nun die Gegenspieler der Entente, daß Deutschland nicht gewillt ist, sich übertölveln zu lassen, und daß Deutschland ebenso gut auch bereit ist, durch seinen Kanzler im letzten Augenblick noch den Schritt des Eintritts in den Völkerbund rückgängig zu machen, wenn die bei der Einreichung des Antrages gegebenen Voraussetzungen hinfällic werden sollten. So hat die Kanzlerreise den Vorteil, daß Deutschland sich nicht die geringste Blöße zu geben braucht, aber doch konsequent auf seinem eindeutigen Rechtsstandpunkt beharren kann. Gerade im Hinblick auf die letzten Reden des englischen Außenministers Chamberlain im englischen Parlament und auf die Veröffentlichungen über die Unterhaltung zwischen Chamberlain und Drummond hat auch Dr. Stresemann erklären lassen, daß es Deutschland ruhig darauf ankommen lassen würde, notfalls den Eintritt i# den Völkerbund auf einen späteren Zeit inkt zu verschieben, bis man bereit ist, eindentige Abmachungen auch ebenso eindentig zu halten. Daß Deutschland den ihm zustehenden Ratssitz im März auch erhalten wird, unterliegt keinem Zweifel, es handelt sich aber im Grunde genommen um die Frage, die durch die Ansprüche Polens, Spaniens und Brasiliens auf gleichzeitige Ueberlassung eines Ratssitzes aufgeworfen worden ist. Es sei von den Aeußerungen der ausländischen Presse ganz abgesehen— wir haben noch konkretere Beweise dafür, daß die Ratssitzfrage noch keineswegs gelöst ist. Aus der Tagesordnung zu der Versammlung des Völkerbunds ergibt sich nämlich, daß die Entscheidung über die Ratssitzfrage erst fallen soll, wenn die Aufnahme Deutschlands in den Bund bereits vorhergegangen ist. Durch diese Fassung der Tagesordnung will man dem von der deutsche Regierung ins Auge gefaßten Eventualschritt, oas Aufnahmegesuch rückgängig zu machen, vorbeugen. Zu demselben Ergebnis kommt man, wenn man die Haltung der verschiedenen Regierungen einer näberen Prüfung unterzieht. Sie scheinen sich bis zuletzt die Möglichkeit offenhalten zu wollen, gegebenenfalls auch Polen oder Spahien schon im März mit einem ständigen Ratssitz zu beglücken.(Daß zumindest Polen wenn nicht im März. dann bestimmt im September in den Rat ausgenommen werden wird, erscheint kaum zweifelhaft, ist jedoch eine Angelegenheit, die die deutsche Regierung weniger interessiert, da eine Aufnahme Polens erst im September nicht mehr als eine Brüskierung Deutschlands betrachtet werden kann.— Im Hinblick auf die erwähnte Erklärung Stresemanns, daß es Deutschland darauf ankommen lassen würde, den Eintritt in den Völkerbund zu verschieben, ist um so beachtenswerter, daß gleichzeitig von führenden Kövfen der Deutschen Volkspartei, und zwar im Einverständnis mit der Parteileitung, grundsätzliche Erwägungen veröffentlicht worden sind, in denen die Zweckmäßigkeit einer vertrauensvollen Zusammenarbeit der beiden großen Rechtspar= teien, der Deutschnationalen und Deutschen Volkspartei, betont wurde. Mag man das auch darauf zurückführen können, daß die Außenpolitik Stresemanns letzten Endes doch jetzt an einem Punkte angelangt ist, wo sie zunächst nicht mehr weiter kann, ohne sich selbst aufzugeben, so spricht aus den Aeußerungen doch die Erkenntnis, daß es für beide Teile nicht angängig ist, eine verantwortungsbewußte nationale Polilik nach innen und nach außen zu treiben, solange die eine der beiden Parteien ausgeschaltet und in die Opposition gedrängt ist. Es kommt heute noch nich darauf an, welches Tempo die Annäberung zwischen den beiden Rechtsvarteien annehmen wird, es ist auch für die Deutschnation en klar, daß sie nicht ohne weiteres die Verantwortung, besonders in der Außenpolitik, für viele der seit ihrem Austritt aus der Regierung unternommenen Scheitte übernehmen können, aber es ist schon ein Zeichen der inneren Klärung, daß man überhaupt ernsthaft von beiden Seiten die Voraussetzungen der Zusammenarbeit erörtert. Die Erwerbslosenunterbringung Der Sozialausschuß des Reichswirtschaftsrates zu dem Entwurf der Gewerkschaften Mac Vonald gegen einen polnischen Ratsät London, 26. Fedr. In der Sozialistenrenne nimmt Mac Donald zur Völkerbundskrise Stellung und spricht sich gegen eine vorläufige Erweiterung des Völkerbundes aus. Spanien könne man allerdings ein gewisses Recht auf einen Ratssitz nicht absprechen, während Polen keinen Anspruch auf einen Sitz erbeben könne. Eber müsse man einen der baltischen Staaten bei einer Ratserweiterung in Betracht zieben. * In Londoner politischen Kreisen herrscht zur Zeit große Aktivität. Der Generalsekretär des Bölkerbundes, Drummond, spricht saft täglich im auswärtigen Amt vor und verhandelt mit Mitgliedern des Kabinetts Chamberlain hatte Besprechungen mit dem französischen und dem spanischen und gestern abend mit dem italienischen Botschafter. Gleichzeitig verhandelt der englische Gesandte in Warschau mit dem polnischen Außenminister Skrzunski und schließlich berät die englische Regierung mit den Regierungen der Dominien. Norwegen ist standhaft London, 26. Febr. Der norwegische Gesandte stattete dem Foreign office einen Besuch ab, wobei er auf Grund einer von seiner Regierung erhaltenen Sonderinstruktion Erklärungen über die Haltung Norwegens zur Erweiterung der ständigen Ratssitze abgab. Der norwegische Standpunkt ist fast der gleiche wie der Schwedens. Norwegen wünsche keine Kandidatur außer der Deutschlands auf der Märztagung des Völkerbunbes behandelt zu sehen. Bukarest und Belgrad gegen die polnische Kandidatur rondon, 26. Febr. Wie der„Dailv Telegraph“ berichtet, würde in Bukarest und Belgrad größte Unzufriedenheit entstehen, wenn Poken Nachfolger der Tschechoslowakei im Völkerbundsrat würde. Dort werde darauf hingewiesen, daß stets Einstimmigkeit zwischen den Mitgliedern der Kleinen Entente darüber bestanden habe, daß sie abwechselnd im Völkerbundsrat vertreten lein würden. Spanien bleibt bei seiner Forderung Madrid, 26. Febr. Außenminister Banquos veröffentlicht eine Erklärung, in der es heißt, daß Spanien unter voller Anerkennung der Rechte Deutschlands am 8. März in Genf als Vertreterin von 17 Staaten spanischen Blutes einen ständigen Ratssitz fordern werde. Polen wird in der Erklärung nicht erwähnt. Argentiniens Haltung Paris, 26. Febr. Dem„Newyork Herald“ wird aus Buenos Aires berichtet, daß der Eintritt Deutschlends in den Völkerbund von der argentinischen Oeffentlichkeit mit großer Genugtuung ausgenommen worden sei. Die Haltung der Regierung, die seinerzeit aus dem Völkerbund ausgetreten ist, weil Deutschland nicht zugelassen wurde, hat bis zurzeit noch keine Veränderung erfahren. Die Entscheidung über die zukünftige Haltung der argentinischen Regierung zum Völkerbund wird in nächster Zeit das Parlament beschäftigen. China will einen Sitz London, 26. Febr. Wie die„Times" berichten, haben die Vertreter Chinas in verschiedenen Städten Europas ihre Absicht kundgetan, daß, wenn außer Deutschland noch andere Staaten in den Bölkerbundsrat ausgenommen werden sollten, auch China die Absicht haben wird, Zuweisung eines Ratssitzes zu beantragen. Rintschitsch im Palazzo Chigi Paris, 26. Febr. Nach einer Radiomeldung aus Kom hat Nitschitsch mit Mussolini über die Erweiterung der Kleinen Entente und die Aufnahme Polens verhandelt. Der ingoslavische Außenminister wird sich von Rom direkt nach Genf und nicht, wie beabsichtigt, erst nach Paris begeben. * Der polnische Seim überwies den Antrag auf Rafizierung des Locarnovertrages der auswärtigen Kommission. Berlin, 26. Febr. Der sozialpolitische Ausschuß des Reichswirtschaftsrates bebandelte die Vorschläge des Arbeitsausschusses zu dem vom Gewerkschaftsbund der Angestellten eingereichten Entwurf eines Gesetzes über die Unterbringung erwerbsloser Angestellter. Der Ausschuß stimmte mit 27 gegen eine Stimme folgenden Leitsätzen zu: 1. Arbeitgeber, die mehr als fünf Angestellte beschäftigen, sind verpflichtet, alle offenen Stellen, die für eine Besetzung mit versicherungspflichtigen Angestellten in Betracht kommen, bei öffentlichen oder sonstigen nicht gewerbsmäßigen Arbeitsnachweisen des Bezirks anzumelden. 2. Aeltere Angestellte im Sinne des Gesetzes sind versicherungspflichtige Angestellte beiderlei Geschlechts, die das 40. Lebensjahr vollendet haben. 3. Die Arbeitsnachweise sind verpflichtet, bei der Stellenvermittlung in erster Linie geeignete ältere Angestellte und Versorger von Familienangehörigen vorzuschlagen. Die Arbeitsnachweise haben der Fürsorgegebebörde unter eingehender Schilderung der Lage solche Fälle mitzuteilen, in denen ältere Angestellte oder Versorger von Familienangebörigen drei Monate hindurch erwerbslos gewesen sind. 4. Ein Arbeitgeber, der mehr als fünf Angestellte beschäftigt, darf einen älteren Angestellten, der mindestens fünf Jahre hindurch in seinem Betrieb gearbeitet bat, nur unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von mindestens drei Monaten für den Schluß eines Kalendermonats kündigen. Die gesetzlichen Bestimmungen über Kündigung ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist oder im Einzelfall für den Angestellten günstigere Regelung der Kündigungsfrist bleiben hierdurch unberührt. 5. Arbeitgeber, die den Bestimmungen der Ziffer 1 schuldhaft zuwiderhandeln, werden in jedem Falle mit einer Geldstrafe bis 500 Mark bestraft. 6. Dieses Gesetz tritt durch Verordnung der Reichsregierung außer Kraft. Vor Erlaß dieser Verordnung hat die Reichsregierung eine Aeußerung des Reichswirtschaftsrates über die Lage des Arbeitsmarktes unter besonderer Berücksichtigung der älteren Angestellten einzuholen. Unveränderte Erwerbslosenzisser in der ersten Februarhälfte Brlin, 27. Febr. Während der Monat Januar noch ein beträchtliches Anwachsen in der Zahl der unterstützten Erwerbslosen gebracht hatte, ist diese Zahl in der ersten Hälfte des Februar im wesentlichen unverändert geblieben. Unveräudert ist insbesondere die Zahl der männlichen Hauptunterstützungsempfänger mit 1 773 000. Eine Zunahme, nämlich von 257.000 auf 285 000 hat bei den weiblichen Hauptunterstützungsempfängern stattgefunden. Insgesamt betrug die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger am 15. Februar 2059 000 gegenüber 2031 000 am 1. Februar. Andererseits hat sich die Zahl der Zuschlagsempfänger(Unterhaltungsberechtigte Angehörigen von Hauptunterstützungsempfängern) von 2 363 000 auf 2332.000 gesteigert. Die Entwicklung innerhalb der einzelnen Wirtschaftszweige ist noch sehr ungleichmäßig. Unverkennbar hat im Zeitraum des Berichtes wie alljährlich, der Bedarf nach landwirtschaftlichen Arbeitskräften eingesetzt. Anschluß Mecklenburgs an Preußen? Schwerin, 26. Febr. Im Hauptausschuß des Schweriner Landtags wurde mit den Stimmen der Deutschen Volkspartei und der Deutschvölkischen Freiheitspartei eine sozialdemokratischer Antrag angenommen, die Staatsregierung zu ersuchen, zu prüfen, ob und welche sinanziellen Ersparnisse von einem Anschluß Mecklenburgs an Preußen zu erwarten seien. Ehrung der„Westphalia“ Hamburg, 26. Febr. Der Landeshauptmann der Provinz Westfalen, Dr. Diekmann, drabtet der Hamburg=Amerika=Linie:„An der heldenhaften Rettungstat der Besatzung der„Westphalia“ nimmt der Provinzialverband von Westfalen, stolz darauf, daß Westfalens Namen ruhmreich über die Meere getragen worden ist, freudigen Anteil und sendet der„Westphalia“ und der Hamburg=Amerika=Linie berzliche Grüße. Dr. Diekmann Abberufung des Kattowitzer Wojewoden? Kattowitz, 26. Febr. Wie hier verlautet, soll sich der Wojewode von Schlesien, Bilski, ab 1. März auf einen längeren Urlaub begeben, von dem er auf seinen Posten in Kattowitz nicht mehr zurückkehren dürfte. Als sein Nachfolger nennt man den jetzigen Landrat Potyka=Schwientochlowitz, den jetzigen Wojewoden von Kielce, und den früheren Wojewoden von Krakau. Calonder beschwichtigt Kattowitz, 25. Febr. Der Präsident der gemisch ten Kommission, Calonder, äußerte sich über die derzeitigen Vorgänge in Oberschlesien in der Hauptsache wie folgt: Vor allem nehme ich an, daß die Untersuchungen, vom juristischen Standpunkt aus betrachtet, nicht gegen den Deutschen Volksbund als solchen gerichtet sind. Der Deutsche Volksbund ist eine für den Minderheitenschutz im Sinne der Genfer Konvention unerläßliche Organisation, deren Statuten vollkommen im Einklang mit dem erwähnten Staatsvertrag steben. Ich muß auch betonen, daß der Deutsche Volksbund in allen den zahlreichen Streitfragen, in welchen er vor der gemischten Kommission die Rechte der Minderheiten vertrat, diese seine Aufgabe stets in loyaler und korrekter Weise erfüllt hat. In Wirklichkeit wird es sich wohl um Strafverfolgungen bandeln, die gegen bestimmte Personen gerichtet sind. Die verhafteten Personen, darunter einige Angestellte des Volksbundes, werden beschuldigt. Verbrechen gegen den polnischen Staat begangen zu haben. Die Strafverfolgungen kiegen in der Hand des Untersuchungsrichters. Die Beurteilung dieser Strafprozesses ist einzig und allein Sache der zuständigen polnischen Gerichte. Weder die gemischte Kommission, noch deren Präsidenten sind kompetent, sich mit dieser Angelegenheit in einem prozessualem oder Beschwerdeverfahren zu befassen. Dagegen besteht gemäß Artikel 585 der Konvention ein allgemeines Aufsichtsrecht des Präsidenten der gemischten Kommission, das sich auf die richtige Ausführung des ganzen Vertrages und auch auf alle Fragen, die das Verhältnis der zwei Vertragsparteien zu ihren Minderheiten in Oberschlesien betreffen, erstreckt, sowie auf Situationen, die durch die strafrechtliche Verfolgung von Minderheitangehörigen wegen politischer Verbrechen entstehen. Dieses Aufsichtsrecht übt der Präsident auf diplomatischem Wege aus. Ihm ist dabei an der Vermeidung unnötiger Verhaftungen, Beschleunigung des Verfahrens, Oeffentlichkeit der Gerichtsverhandlungen und Rücksichtnahme auf die Familien und die Minderheit gelegen. Die jetzige Angelegenheit ist in den Händen des Richters. Dabei sollten sich alle Kreise bernihgen können, denn das Amt des Richters steht boch über den Leidenschaften der Tagespolitik. Der polnische Staatssekretär hat mir die Erklärung abgegeben, daß alle Strafuntersuchungen mit größter Beschleunigung geführt und in kürzester Zeit zum endgültigen Abschluß gelangen werden. Verbilligung der Verwaltung Berlin, 26. Febr. Im Haushaltsausschuß des Reichstages wurde heute der Haushalt des Reichsfinanzministeriums beraten. Augenommen wurde in kommunistischer Antrag, wonach eine Zentralstelle für den Buchführungsdienst im Reichsfinanzministerium eingerichtet werden soll. Ferner wurde einem Antrage des Abg. Schmidt=Stettin(Dutl.) zugestimmt, der zur Verbilligung der Verwaltung folgendes verlangt: 1. Die Höhe der Reichskosten in allen Verwaltungen ist herabzumindern. 2. Die Reichskasse ist mit anderen Kassen zu vereinigen. 3. Die Kanzleien und Registraturen sind zu vereinfachen. 4. Durch maschinelle Einrichtungen in allen Verwaltungen sind Vereinfachungen zu schaffen. 5. Die Zahl der Dirigenten in den einzelnen Ministerien ist zu vermindern. Englands Lustsahrtprogramm London, 26. Febr. Der englische Luftfahrtminister Sir Samuel Heare verteidigte im Unterbause seinen Etat. Der Minister erklärte, 52 Geschwader ständen zur Verteidigung der Heimat bereits zur Verfügung und 3 weitere würden im laufenden Finanzjahr noch hinzukommen. Hinter anderen Staaten ständen die englischen Luftstreitkräfte jedoch noch weit zurück. Bei der Gefährlichkeit der Luftwasse müsse sie in England trotz der freundnachbarlichen Beziehungen zu den anderen Staaten immer weiter ausgebaut werden. Dabei Winzerdemonstrationen in Berncastel Berncastel, 26. Febr. Für gestern nachmittag war hier eine Winzerversammlung angesetzt, in der u. a. die Reichstagsabgeordneten Kaas und v. Guerard sprechen sollten. Schon vor Beginn der Versammlung hatten sich 1500 bis 2000 Personen versammelt, die unter Vorantragung einer schwarzen Fahne und unter Mitführung von zahlreichen auf die Not der Winzer bezugnehmenden Schilder vor das Finanzamt zogen, dort sämtliche Fenster einwarfen und das Finanzamt stürmten. Dann warfen sie sämtliche Akten auf die Straße, wo sie angezündet wurden. Das gleiche Schicksal erlitt die Finanzkasse und das auf der anderen Moselseite liegende Zollamt. Die angekündigte Versammlung fand schließlich statt, verlief jedoch ohne weiteren Zwischenfall. * ## n a c h d e n D e m o n s t r a t i o n e n s c h l i e ß l i c h u n t e r freiem Himmel zustandegekommenen Versammlung verurteilten die Redner die der Versammlung voraufgegangenen Ausschreitungen auf das schärfste und mahnten eindringlich zur Besonnenheit. Einstimmig wurde eine Entschließung angenommen, die die einzelnen aus den früheren Kundgebungen bekannten Forderungen aufstellt. Nach Schluß der Versammlung gingen die Winzer ruhig auseinander. * Freitag vormittag wurden 14 Personen verhaftet. Die Untersuchung geht weiter. Gegen die Schuldigen wird wahrscheinlich Verfahren wegen Aufruhr und Landfriedensbruch eingeleitet. *. Die Leitung des Winzerverbandes für Mosel, Saar und Ruwer hat die für den 7. März in Trier angesetzte große Winzerdemonstration im Hinblick auf die Unruhen in Berncastel abgesaat. In einem Aufruf des Winzerverbandes werden die Vorkommnisse in Berncastel gemißbilligt. Der Landtagsausschuß für Wohnungs= und Siedlungswesen nahm einen Antrag an, auf die Reichsregierung einzuwirken, daß sie die viel zu umfangreichen und verwickelten Bestimmungen des Mieterschutzgesetzes durch kurze klare Bestimmungen ersetze. Wie wir hören, liegt dem Kabinett der Gesetzentwurf zur Errichtung des Reichsverwaltungsgerichts vor. Nach Blättermeldungen aus München hat Fechenbach nunmehr den Wiederaufnahmeantrag gegen das Urteil des Volksgerichts in München 1 vom 20. 10. 1922, das auf 11 Jahre Zuchthaus und 10 Jahre Ehrverlust lautete, durch seinen Verteidiger einreichen lassen. Der französische Senat hat vier Artikel des Finanz= vorschlages der Regierung angenommen. spielte der Minister deutlich auf Frankreich und Nußlands Luftrüstungen an. Die britische Regierung hat sich trotz allem unter dem Eindruck von Locarno zu einer langsameren Verwirklichung ihres Luftprogramms entschlossen. Der Minister begrüßte weiter die erfreuliche Entwicklung der zivilen Luftfahrt Englands. Gaus besondere Anteilnahme erweise die Regierung der schnellen Aufwärtsentwicklung des Flugsports, für den in England schon fünf Klubs mit eigenen Gleitflugzengen und über 1000 Mitgliedern tätig seien. Tientün vor dem Fall London, 26. Febr. Wie die„Times“ berichten. befinden sich die Truppen Lui=Ching=Lins im Anmarsch auf Tientfin. Zahlreiche Flüchtlinge strömen ans dem Süden in die Stadt. Die Missionare, die aus Sinnang gekommen sind. berichten, daß in der von Wupeinn belagerten Stadt schreckliche Zustände herrschten. Die Verteidigungstruppen plündern, rauben und morden. und ihr Vorgehen übertreffe alles, was man in den letzten Kriegsmonaten in China erlebt habe. * Das Dreierkomitee in Kauton hat die beschlagnahmten Schiffsladungen wieder herausgegeben und der internationalen Zollkommission versichert, den Schiffs= und Hafenverkehr in keiner Weise zu stören. Darauf hat die Zollkommission beschlossen, die Hafenfperre morgen wieder aufzuheben. Der Etat des Reichsfinanzministeriums Bodenverhältnisse in und um Herne Von S. Lindemann. (Fortsetzung.) 1. Die Kreidezeit An der Straße vom Holthauser Bruch nach Castrov reiht sich Quelle an Quelle. Desgleichen ist der Abhang zur Mont=Cenis=Straße sehr quellenreich. Wird beim Ausschachten eine Wasserader angestochen, so fließt das Wasser mit ziemlicher Stärke heraus, wie es augenblicklich bei der Kanalisation der Hermannstraße in Holthausen der Fall ist. Das Arbeiten wird dadurch sehr erschwert. Letzten Endes hat die allgemeine Kanalisation in biesiger Gegend den Zweck, für gentigenden Abfluß zu sorgen, der durch den Emscher Mergel wenig gefördert wird.— Im Zusammenhang hiermit soll auf die Wasserführung des Emscher Mergels und der ihn einschließenden Schichten eingegangen werden. Wo die Kreide vollständis ausgebildet ist, da finden wir über dem Emscher Mergel eine Wechsellagerung von lockeren Sanden und festen kalkreichen Merselbänken, das Senon, das erst im Recklinghäuser Gebiet angetroffen ist. Unter dem Emscher Mergel liegt das Turon, ein weißer Mergel. Darunter befindet sich dann noch das zur Kreide gehörige Cenoman(Essener Grünsand), bis wir ans die Schichten der Kohleformation stohen. Das Senon ist sehr wasserreich, das Turon bald sehr wasserreich, bald wasserarm. Der Grund dafür liegt in der Beschaffenheit des Gesteins. Der Essener Grünsand und der Emscher Mergel sind meist so tonreich und plastisch, wie schon oben erwähnt, daß sich weder Klüfte darin offen halten, noch von oben die Wasser durchsickern können. Der harte, feste Mergel des Turons ist an vielen Stellen von einem Netzwerk offener Austrocknungsklüfte durchzogen, die zur Wasseransammlung geei##et sind. Di. Recklinghäuser Sande des Senons vermögen sich infolge ihres lockeren Gefüges und des Mangels toniger Bestandteile nicht gegen die vom Tage ber eindringenden Wasser abzuschließen.— Die Wasser des Emscher Mergels sind größtenteils Süßwasser, dagegen ist das Turon reich an Solen. Im Senon ist bisher noch nie eine Solquelle entdeckt worden. Es ist demnach der Emscher Mergel das oberste Glied der Kreide des Münsterschen Beckens, welches Sole führt. Beim Abteufen der ersten Schächte der Zeche Constantin der Große stieß man in dem klüftigen, weißen Mergel auf salzhaltiges Wasser. Der Bergmann kennt die Kluftsvalten des Turons, die oft Solquellen mit freier Kohlensäure und Petroleumgasen führen. Nach Huyssen hat man in einer ganzen Anzahl von Bohrungen im Turon schon 1855 schwache Solen angetrossen, so z. B. bei Herne und Haus Bladenborst. Der Emscher Mergel ist das mächtigste Glied der Kreideformation, das für den Bergmann in Frage kommt. Aufschlüsse in unserer Gegend auf Constantin 6, Graf Schwerin und König Ludwig 4 zeigen Werte für die Mächtigkeit des Emscher Mergels von 58 Meter, 107 Meter, 320 Meter. Mit der Entfernung von der Küfte nehmen die Ablagerungen des Meeres an dehnung in der Tiefe zu. Bedenken wir, daß wir in der Näbe des südwestlichen Rüstenrandes des ursprünglichen Emscher Meeres liegen, so ist es erklärlich, daß die Mergelschichten nach Nordosten zu mächtiger werden. Dies geht schon aus den obigen Werten hervor. Das nordöstliche Profil durch die Ablagerungen des Kreidemeeres zeigt die Gestalt eines Keiles, dessen obere Kante etwa horizontal verläuft, während die untere nach Nordosten zu mit 2—3 Grad einfällt. Wir können daraus in etwa die Mächtigkeit der Kreide in den einzelnen Zonen berechnen, die in der Gegend von Ahlen i. W. 700 bis 800 Meter beträgt. Als Meeresablagerung ist der Emscher Mergel geschichtet. Die Schichtung tritt deutlich in die Erscheinung in der„Mergelkuble" des Beimbergs=Sodingen, der Holthauser Ziegelei, des Weinbergs in Holthausen und des Hüpenbergs in Holthausen=Castrov. Ueberhaupt sind diese Aufschlüsse für das Studium der Verhältnisse im Emscher Mergel wohl geeignet. Sonst sind gute Einblicke in den Mergel infolge der leichten Verwitterbarkeit des milden grauen oder bläulichen Gesteins an der Tagesoberfläche spärlich. Der leicht zerfallende Mergel dient infolge seines Kalkgehalts zur Düngung der Felder. Aus den wie Inseln aus der Landschaft hervorragenden Mergelerhebungen fährt ihn der Bauer auf sein Geld, wodurch er in der„Mergelkuhle" zugleich die Schichten freilegt. Die leichte Verwitterbarkeit ist die Ursache, daß Versteinerungen in den Aufschlüssen nicht sehr häusig angetroffen werden. Diese sucht man am besten in frischen Aufbrüchen. Bei hiesigen Ausschachtungen wurden neuerdings wieder einige große Exemplare von Inoceramen gefunden. 2. Die Eiszeit Die erwähnten Mergelinseln sind Erhebungen, die in das ruhige Bild der Landschaft etwas Abwechslung bringen. Wie erklären wir uns deren Entstehung? Um diese voll zu würdigen, müssen wir eingehen aus die Geschehnisse, die sich in der Nachkreidezeit in unserer Gegend abspielten. Mit der Kreideformation schließt das Mesozoikum, das Mittelalter der Erdgeschichte, ab. Es folgt das Känozotkum oder die Neuzeit. Dieser Zeit gehören an das Tertiär und das Quartär. Das Tertiär, wohl auch Braunkohlenformation genannt, liegt bei normaler, d. b. dem Alter entsprechender Folge den Schichten der Kreideformation auf, ist jedoch in unserem Gebiet nicht vertreten.— Der Name Tertiär ist unvassend. Er stammt aus der Zeit, da man die Schichten der Erdrinde in vier Gruven einteilte: Primär=, Sekundär=, Terttär= und Quartärfarmation.— Um so wichtiger ist für uns das dem Tertiär folgende Quar= tär. Das jüngste Glied desselben ist das Diluvium, dem das Alluvium folgt, die Zeit, in der wir heute leben. Diluvium bedeutet Sündflut. Die Diluvialablagerungen wurden nämlich früher als„Schwemmland“, und zwar als Absatz aus dem Wasser der Sündflut aufgefaßt Heute weiß man jedoch, daß die Ablagerungen einer Zeit angebören, die das Festland mit gewaltigen E.s massen bedeckt sab, und die man deshalb besser als E.szeit bezeichet. Die folgenden Ausführungen sollen vom Einfluß derselben in unserer Gegend handeln. (Fortsetzung solgt.) Im Fluge über den Ozean Die Aufmerksamkeit der Oeffentlichkeit ist in der letzten Zett wieder auf die Ueberquerung des Autantischen Opeaus mit Luftfabrzeugen gelenkt worden durch den Flug des spanischen Majors Franco, der kürzlich in einem Dornier=Wal=Flugboot, demselben Flugzenatun, der durch Amundsens Nordvolflug bekannt wurde, den Ueberflug von Spanien nach Rio de Janeiro beendete. Bekannt ist ja, daß dieser Ueberflug nicht der erste war. Der Flug des deutschen Revarationsluftschiffes L. Z. 126(Z. R. 3), der dieses in den Tagen vom 12. bis 15. Oktober 1924 von Friedrichshafen nach dem amerikanischen Luftschiffhafen Lakehurst führte, wird bei uns nicht vergessen werden. Aber auch vorher ist der Ueberflug des Ozeaus schon oft versucht worden, und verschiedene Male gelungen. Schon im Jahre 1919 gelang das Unternehmen viermal. Der Amerikaner Read brauchte allerdings eine verhältnismäßig lange Zeit, nämlich vom 8. bis 31. Mai, um die Strecke Plymouth— Newyork zurückzulegen. Dagegen flog im Juni desselben Jahres der Engländer Alcock in einem ununterbrochenen Fluge in knapp einem Tage von England nach Neufundland. Die dritte und vierte Ueberauerung im Jahre 1919 gelang dem englischen Marineluftschiff R. 34, das im Juli den Hinflug von England nach Nordamerika in 108 Stunden, den Rückflug sogar in 75 Stunden ausführte. Vom Mißgeschick verfolgt war der vortugiesische Flieger, Captain Gago=Cotinho, der beinabe ein Vierteljahr, vom 30. März bis zum 17. Juni, brauchte, um die Strecke Lissabon—Rio de Janeiro zurückzulegen. Die Ursache der Verzögerung war der häufige Flugzeugwechsel— erst mit dem vierten Flugzeug— alles englische Fairev=Doppelschwimmerflugzeuge— konnte das Ziel erreicht werden. Am 17. März starteten in Los Angelos vier amerikanische Militärflieger zu einem Fluge„Rund um die Welt“, von denen zwei, die Leutnants Smith und Nelson, den Flug am 28. Septembei am Ausgangspunkt beenden konnten. Deutschland ist an diesen Flügen leider nicht in einem dem hoben Stande seiner Flugtechnik entsprechenden Maße beteiligt. Das liegt aber nicht an dem mangelhaften Wagemut unserer Piloten oder dem Können unserer Konstrukteure, sondern an den„Gesseln“, die der deutschen Luftfahrt ganz zu Unrecht auferlegt sind. Sollten diese Fesseln,— wie wir hoffen, bald— fallen, so werden auch wir uns an der Lösung dieser großen Probleme des Weltlufwerkehrs sicherlich an erster Stelle beteiligen können. Die Inflation in Frankreich ehn git nicht wie zu Zeiten der Hochbtütc der Iuflation i Deutschland und Oesterreich, als der m aller . un aller Kürfen sontende Doiler fogsaglech dir zulFen Zllimmzdge vollkührte und jeder die chen emnfangenen Papiergeldbündel schnellstens zu ver„sachwerten trachten mußte. Von einem solchen Tempo war die Inflation m Frankreich me befessen und wird sie me besallen werden, weil die Rotenvresse die zusätzliche Kaufkraft stets nur in kleinen Dosen veravreicht. Aber wirkungsvoll sind diese Dosen nicht minder. Jeder Aufbläbung des Geldumlaufs durch ousätzliche Kaufkraft folgt ruckweise die Entwertung des Gelbes, u vo Sheigen der Pretse.„Das Leben wind teurer“, so fühlt der Einzelne die Inflation, so ist es zu einem geflügelten Wort m Frankreich geworden Eine Preiserhöhung folgt langsam der anderen, die Ta. ofe und öffentlichen Gebühren schließen sich der Aufwärtsbewegung an. Die Kleinbandelsvreise. 1914— 100. stellten sich Ende November 1825 auf 444, Ende Dezember 1925 auf 463 Ende Januar 1926 auf 480. Die Lebenshaltungskosten für eine vierkönfige Familie in Paris(1914= 100) erhöhten sich von Ende September 1925 bis Ende Dezember 1925 von 401 auf 421. Der französische Franken ist jetzt auf weniger als ein Fünftel seines Goldwertes gesunken. Dem würde, die allgeweine Weltteuerung verücksichtigt, eine Verteuerung der Lebenshaltung in Frankreich am das Sieben bis Achtfache der Vorkriegszeit entsprechen. In Wirklichkeit haben sich die Lebenshaltungskosten, wie aben angeführt, nur auf das Vier= bis Fünffache erhöbt, weil eben die Inflation Frankreich von den Preisgesetzen des Weltmarktes abriegelt und einen besonderen Inlandspreis schafft. Auf diese Tatsache ist es zurückzuführen, wenn der Ausländer das Pariser Leven verbältnismäßig billig findet, wenn audererseits die franzäsische Industrie auf dem Weltmarkt billiger liefern kann alk wre Konkurrenten, wenn infolge der günstigen Ausfuhrmöglichkeiten Frankreich keine Arbeitslosigkeit kennt. Die zwar an sich noch in engen Grenzen bleibende Geldentwertung nimmt in Frankreich einen besonders ernsten Ebarakter an, weil Frankreich der Reutnerstaat var excellence ist. und weil auch die Angestellten und Arbeiter meist ererbte oder erarveitete Svargroschen ihr eigen nennen. In den nominell gleichbleibenden Sparguthaben wird die Kaufkraftverminderung des Geldes am deutlichsten fühlbar. Für die Angestellten und Arbeiter kommt erschwerend hinzu, daß die Löhne und Gehälter sich bei weitem nicht der Geldentwertung angepaßt haben. Ein Bankbeamter beziebt beispielsweise ein Monatsgehalt von 750 Franken, gleich 115 Goldmark. Die genannten Schichten sind daber am meisten an einer Stabilisierung des Franken interessiert. Ihrer bemächtigt sich eine wachsende Beunruhigung. Obwohl die Dollarsteigerung— die Inflation— erst den Grad angenommen hat, wie beispielsweise in Deutschland Ende 1919, ist die Gewitterschwüle in Frankreich schon eher der zu vergleichen wie sie zu Zeiten der 12 Rullen Ende 1923 in Deutschland brütete. Die öffentliche Meinung Frankreichs verlangt gebieterischer denn je ein Abstoppen der Inflation, Ruse nach einer Diktatur werden laut. Das Vertrauen in Regierung und Parlament schwindet immer mehr und mehr. Die wechselnden Regierungen bemühten sich vergebens, die Staatsschulden zu konsolidieren. Ordnung in die Staatsfinanzen zu bringen und die Notenpresse entbehrlich zu machen. Alle Finanzminister haben bisher enttäuscht— und man glaubte stets die tüchtigsten berufen zu haben— sie sind an der Schwere der Aufgabe und an den politischen Widerständen der Parteien gescheitert. Ob es Briand, der immerhin Vertrauen genießt, zusammen mit dem setzigen Finanzminister Doumer gelingt, Parlament und Volk zu einer rücksichtslosen und erfolgreichen Finanzund Steuerpolitik zu einen? Vielleicht muß die Geldentwertung noch weiter fortschreiten und muß die Not noch fühlbarer werden, ehe aus der Not oevoren die Sanierung erwäck mächtigen, für Rechnung des Staates Gold= und Silbermünzen anzukaufen. Der Kaufpreis soll auf dem Verordnungswese festgesetzt werden. In ein paar Zeiten Briand hat in den Wandelgängen der Kammer erklärt, im Auslande verfnige man mit Beunruhigung die Diskussionen über das Finanzgesetz. Allein seine schleunige Erledigung durch den Senat könne Frankreichs Kredit wiederherstellen. Der Abg. Borel bat in der Kammer einen Gesetzentwurf zur Stabilisierung des Franken eingebracht. Der Gesetzentwurf sieht vor, den Finanzminister zu erDer preußische Ministerpräsident batte Mittwoch abend zu einem Bieravend in den Räumen des Staatsministeriums eingeladen, dem der Reichskanzler mit fast sämtlichen Reichsministern, die preußischen Staatsministr und jablreiche andere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens folgten. Der preußtsche Minister des Innern bat einen Runderlaß veröffentlicht, der die erforderlichen Anordnungen zur Durchführung des vom Reichsminister des Innern zugelassenen Volksbegehrens„zur Enteignung der Fürstenvermögen" bekanntgibt. Der Erlaß enthält die zur Durchführung des Volksbegehrens notwendigen Anweisungen an die nachgeordneten Behörden. Am Todestage Friedrich Eberts, dem 28. Gebruar, wird die Reichsregierung einen Kranz am Grabe Eberts in Heidelberg niederlegen lassen. Donnerstag mittag überreichte der brittsche Botschaftsrat Addison in der Lloydbabubofshalle in Bremen dem von der Amerikafahrt zurückkehrenden Kapitän des deutschen Lloyddampfers„Bremen" im Namen des britischen Königs einen silbernen Pokal. Nach einer Meldung des B. T. aus Breslau wurde in der Nacht vom 24. 2. in Laurabütte vor dem Fenster der Wohnung eines Grubensteigers, der den Polen seit langem verhaßt war, eine Sprengkapsel zur Explosion gebracht. Verletzt wurde niemand. Die deutsche Fraktion des polnischen Seims bat der polnischen Regierung eine zweite Intervellation eingebracht, in der die Regierung aufgefordert wird, gegen die Terrorakte der Aufständischen und die Mitglieder des Westmarkenvereins an Deutsche in Oberschlesien energisch einzuschreiten. Wie uns gemeldet wird, wird nach einer zwischen der deutschen und der japanischen Regierung getroffeuen Vereinbarung der Sichtvermerkzwang für die beiderseitigen Staätsangehörigen vom 20. März d. Is. ab aufgehoben. Ein Vertreter des belgischen Außenministeriums traf in Paris ein, um mit Rakowski Vorbesprechungen über ein belgisch=russisches Handelsabkommen aufzunehmen. Die griechische Regierung hat den Völkerbund ersucht, den griechisch=türkischen Grenzstreit an der Ma rizamündung dem Haager Schiedsgericht zu überweisen. Die britische Regierung hat amtlich mitgeteilt, daß der deutsch=engtische Handelsvertrag vom 2. Dezember 1924 auch auf die Kolonie Süd=Rhodesien ausgedehnt wird. Nach Agenturmeldungen ist der Assistent des Generalstaatsanwalts Simson nach Deutschland abgereist, um mit Gebrüder Merten in Frankfurt a. M. den Skandal, durch den der Verwalter des fremden Eigentums in Amerika. Miller, schwer belastet worden ist, zu besprechen. Wie aus Rom gemeldet wird, berief Mussolini am Mittwoch die Admirale zur Besprechung eines neuen Marinebauprogramms zusammen. Die Flottenrüstung soll mit der größten Energie betrieben werden. Der frühere Pressechef der faszistischen Regierung, Rossi, der in den Mateottivrozeß verwickelt ist, ist nach Nizza geflohen. Aus Madrid wird berichtet, daß Primo de Rivera in einer Erklärung an die Presse mitteilte, die Regierung könne dem Wunsche Francos, die Rückkehr nad Spanien auf dem Luftwege vorzunehmen, nicht nachkommen, weil dieser Flug Spanien vier seiner besten Flieger berauben könnte. Der Nationelrat der englischen Gewerkschaften bat mit einer Mehrheit beschlossen, Kommunisten aus der Arbeiterpartei auszuschließen; beinahe 80 000 Bersonen haben an der Abstimmuns teilgenommen. De Jouvenel erklärte nach seiner Rückkehr aus Angora, das Abkommen mit der Türkei sebe als wichtigste Punkte die Versicherung der Freundschaft und die Regelung der Arbitrage für Fragen vor, die die Souveränität der Staaten nicht berührten. Wie aus Konstantinovel gemeldet wird. haben der bürkische Außenminister und der amerikanische Oberkom. misser einen Modus vivendi unterzeichnet, wadurch den Vereinigten Staaten auf sechs Monate die Meistbegünstiguns gewährt wird. Der amerikanische Konqreß bat mit 354 gegen 28 Stimmen eine Gesetzesvorlage über die Steuerberabsetzungen im Gesamtbetrage von 378 Millionen Dollar angenommen. Die ungarische Nationalversammlung hat mit der Beratung des Ausschußberichtes über die Frankenfälschungsäffäre begonnen. Der belgische Senat hat der von der Kammer angenommenen Finanzsanierungsvorlage mit 295 gegen 4 Stimmen zugestimmt. Die volnische Regierung hat beschlossen, vom 1. März ab einen neuen Abbau der Staatsbeamten durchzuführen. (Letzie Drahinachrichten) Richard=Strauß=Ehrenabend Berlin, 27. Febr. Zu Ehren von: Burd Strauß fand in den Festräumen des Kultusministeriums gestern ein von Staatsminister Dr. Becker und Frau Becker veranstalteter Empfang statt, zu dem unter anderen Reichskanzler Dr. Luther, Ministerpräsident Brann, der österreichische Gesandte Dr. Frank, der baurische Gesandte Dr. von Perger sowie führende Vertreter des musikkünstlerischen Berlins und hervorragende Mitglieder der Staatstheater, der Presse und Berliner Musikkritik erschienen waren. Internationaler Flugverkehr ab 1. Mai? Berlin, 26. Febr. Ein Kölner Blatt veröffentlicht eine Mitteilung der Königlich Holländischen Luftfahrtsgesellschaft, wonach der Kölner Flughasen am 1. Mai für den internationalen Luftverkehr eröffnet werden wird. In der Mitteilung werden bereits die internationalen Strecken genannt, an denen sich die Luftverkehrsgesellschaften Deutschlands, Hollands, Dänemarks, Englands und Frankreichs beteiligen. Wie wir hören, ist offiziell von diesbezüglichen Abmachungen in Berlin noch nichts bekannt. Es wäre aber nicht ausgeschlossen, daß der internationale Flugverkehr schon am 1. Mai aufgenommen werden kann, wenn bis dahin die Pariser Verhandlung mit den fünf in der Botschafterkonserenz vertretenen Mächten über die Aufhebung der Begriffsbestimmungen, Aufhebung des Garantiekomitees und Anerkennung der Lufthoheitsrechte Deutschlands in der besetzten Zone zu einem für Deutschland befriedigenden Ergebnis geführt haben. Die erregten Winzer + Trier, 27. Febr. Der„L. Ztg.“ zufolge hält die Erregung unter den Winzern noch an. Mehrere Finanz= ämter des Moseltales sind seit Freitag morgen durch Schutzpolizei abgesperet. Die Gewerkschaften haben sich für die Forderungen der Winzer erklärt. Doch Todesurteil gegen Stratil=Sauer + London, 27. Febr. Wie die„Morning=Post“. wissen will, hat das Oberste Gericht in Kabul das Todesurteil gegen den deutschen Forscher Dr. Stratil=Sauer bestätigt. Es heißt, daß die Intervention des deutschen Gesandten, das zu verbindern, von den übrigen Divlomaten unterstützt wird. Ungenugende Mitteilungen Namel Wien, 27. Febr. Im Auswärtigen Ausschuß Bundesrates machte gestern Bundeskanzler Dr. Ramek Ausführungen über die durch die Reden Mussolinis geschaffene Lage. Die drei im Bundcorat anwesenden Vertreter Tirols erklärten sofort, daß sie diese als nicht genügend betrachten. Die frechen Polen + Danzig, 27. Febr. In Posen und Bromberg ist es Freitag früh zu Anrempelungen deutscher Personen durch den polnischen Mob gekommen. In Posen sind Flugblätter abgeworfen worden, in denen die Bevölkerung zur Teilnahme an polnischen Demonstraz' tionen gegen deutsche Geschäftsleute aufgefordert wird. Folgenschwere Explosion in Posen Posen, 27. Fehr. Gestern nachmittag entstand in der hiesigen Gasanstalt durch Kurzschluß ein Fouer. durch das eine Explosion verursacht wurde. 25 Perionen sind schwer verletzt. Die Polen drohen + Warschau, 27. Febr. Die Seimfraktionen hielten gestern große Sitzungen ab; nach einer Agenturmeldung soll ein gemeinsames Vorgehen beschlossen worden sein. Es wird erklärt, daß man Polens Zugehörigkeit zum Völkerbund von der Zuteilung eines Ratssitzes abhängig machen wolle. der Ratisikationsurkunden zum deutsch=französischen Handelsabkommen Berlin, 27. Febr. Die Ratisikationsurkunden über das am 12. 2. getroffeue deutsch=französische Handelsabkommen sind gestern in Paris ausgetauscht worden. Das Abkommen tritt in der Nacht vom 28. 2. zum 1. 3. in Kraft. Schweres Bauunglück in Lothringen Frankfurt, 27. Febr. Aus Luremburg wird gemeldet: Als eine Anzahl Arbeiter den großen Kamin auf der Milchvillihütte in Billerupt reuarieren wollten. fiel der Ofen unter gewaltigem Getöse um und begrub acht Arbeiter uner den Trümmern, die nur noch als Leichen geborgen werden konnen. Eine Anzahl anderer Arbeiter soll verwundet sein. Die definitive Zahl der Toten steht noch nicht fest. Heute Abstimmung in der Kammer + Paris, 27. Febr. Nach dem„Journal“ sollen sich die Kartellparteien dahingehend geeinig haben, in der Locarnodebatte nur je drei Redner sprechen zu lassen. Es heißt, daß am Samstag die Abstimmung stattfinden wird. Drummond geht nach Geuf + Genf, 27. Febr. Bis Freitag früh lag im Generalsekretariat des Völkerbundes noch keine Erklärung über einen angeblichen Verzicht Brasiliens auf die Zuteilung eines vermanenten Sitzes vor. Durch die Auswirkung des Koufliktes um die Ratssitze veraulaßt, will Sir Eric Drummond unverzüglich nach Genf aufbrechen. Eine Aufforderung an Chamberlain Genf, 27. Febr. Aus London wird gemeldet, daß der Völkerbundsausschuß des Unterhauses den Außenminister Chamberlain aufgefordert habe, noch vor seiner Abreise nach Genf im Unterhaus zu sprechen Auch Litauen gegen die Ratserweiterung + Kowno, 27. Febr. Die litanische Regierung hat eine Note an den Völkerbund gerichtet, in der sie gegen eine Erweiterung des Rates über Deutschland hinaus schärfsten Einspruch erhebt. Handel und Wirtschaft Börse Sta.tsan 1. Donarschatsanl 93.00 Goldanleihe1 99 45 5 D. Reichsan O. 375( 2 D. Reichsan! O. 355.0 * D. Reichsan! O.350.0 %% D. Reichasl. 0.48 D. Sparp. Anl.1 0.22 2# Pr. Konsole 0.355 27 Pr. Konsols 0.360, 0 2 Pr. Konsols 10.360.9 Westf. Kohle I 9.5 Zwangsanleihe!— Schift-Aktien. Hapagl 132.06 Hamburg-Sad 102.0 Nordd. Lloyd 126.75 Bank-Aktien Barmer Bankv. 84.12 Berl. Handeleg 145.00 Com. u. Privath 1108.00 Darmet. u. Natb 1126.67 Deutsche Bank 126.50 Diskontoges. 120.00 Dresdner Bank!— Besener Oredit!— Beichsbank 1156.75 Brauereien Dortm. Aktien 110.25 Dortm. Union 122.25 Müser Langend.] 47.25 Schlegelbräu 100.00 Wicktler Küpp.] 127.0 Industrie-Akt. Akkumulatoren 102.00 Adier-Werke 39.00 A. G. f. Anilin Alexanderwerk 74.00 Allg. Blekt.-Ges.) 95.00 Berlin, den 26. Februar 1926. (In Billionen Prosent.) heutig. Gelsenk-Bergw.] 88.50 Geleenk. Guß 2400 Ges f. eick. Unt 128.50 Girmes 116.00 Geb. Goedhardt 35.75 66.75 90.00 45.50 Hannov. Wagg. Harkort Brüchb Harpener Berg 62.75 15.25 34.50 46.00 32.00 106.50 56.00 89.00 000.00 84.87 Hoffm. Stärke 61.00 11.75 34.50 33.75 104.50 51.00 39.75 115.50 22.00 69.50 9200 87.12 82.25 29.62 140.50 68 00 106.00 34.50 44.75 145.00 39 50 54.00 66.00 78.00 Rohr 88.00 24.75 128.00 120.00 35.50 67.50 93.75 45.50 81.75 15.00 34.00 9925 31.00 107.00 53.5 82.00 C000 83.50 4400 11.10 33.12 33.50 105.00 50.25 00.00 117.25 10.50 66.00 95.25 85.25 83.00 28.00 68.00 69.00 108.00 35.00 45.00 138.00 42.25 60.75 83.25 75.00 Mot. Deutz Mühl. Bergw. Oberbedart Oberschl. Caro Oeklng Stahl Oresel. Koppel Kupfer Bergbau Braunk. Metall Rhein. Stahlw. Rh.-W.-Kalkw. Rh.-W.-Sprengs „W.-Zement Rthenaa chgn Riedel Rombach. Hütte Rüttgerswerko Saroft Schuck. Klek. Siem.& Halcke StettinerVufkan Stinnes Riebe Stöhr Kammg. Stolberger Zi Leonha d Tietz V. Otsch. Nickw V. Glanzst. Elbf V. Zypen& Wies Wasserw. Gelek Wesl. Draht H. W. Eis. u. Draht. Weatt. Kupfer Wicking Po.-Ze Wttener Gaß Zellstoff-Verein Zellstetl-Wald Amtliche Berlin. Devisenkurse Berlin, den 26. Februar 1926. Berliner Produktenbörse. Preise in Sillionen 1000 kgab. Stai Weizen märk. Wintergerste Sommergerste Hafer märk. Mais ab Berln 100 kg ab Stat. Weizenmeh Weizenkleie Roggenmehl Roggenkleie Leinsaat Viktoriserbsen Speieeerbeen 247—251 143—148 136-150 164-188 152—161 32.25—35 75 10.— 21.00—23.00 9.00 26.00—33.00 23.00—25.00 Berlin, den 26. Puttererbeen Peluschken Ackerbohnen Wicken Lapisen biaue Lapisen gelbe Seradella alte Seradella neue Rapekuchen Leinkuchen Trockenschnitz. Zeckerschnitzel Tortmelaa# Kartoffelflocken Kartoffeln weiße Karte flein gei Kartolfeln, rote Februar 1926 20.00—22.00 20.00—21.50 20.00—21.00 23.00- 25.0 11.75—1250 13.75-14.50 24.00 26 00 14.00—14.50 1950 19.90 8.20 8.50 18.80-19.00 14.40—14.60 Kohlen Kuxe Alte Haase Carol. Mag. Const. d. Gr. Ewald Graf Biemarck Graf Schwerin Heinrich Deimelsb König Ludwit Langenbrahm Trappe Westialen W. Mevissen Kohlen-Aktien Adler-Bergbau Prasident Ker Essener Börse Essen, den 26. Februar 1920. Bergwerksmarkt. (In Billionen Mark.) Angeb.1[Fachtr. Angeb. Dahlbusch 91.0 1 92 Lothringen 59.0 61.0 Westf. Bergban 3.00 4.0 Kal-Kuxe und -Aktien Alexanderh. Belenrode Burbach Einigkeit Nachtr. 270 4250 26 000 35 000 00.000 4800 2800 0000 75 500 370 4650 00 37000 31000 5250 3000 00 12750 0000 0000 2700 26.00 58.50 6.00 00 2800 2900 35.0 59.5 7.00 26500Felsenlest 13 750 Friedrichsroda Glück Son. ren Volkenroda Walbeck Wutershal Wilbetmshall Industrie-Aktien (In Billionen Prozent) Gebr. Alsberg Becker Stahl Benz& Co. Chem. Fab. Obk. Otsch. Lastauto Dortm. Zement Dortm. Vulk.A.G Eisen Krone Eisen Lünen Eisen Lüdingb. Eleas junior Emswerke 42.0 I— 15 1— 185 1— 20 Eschw. Rat. Ne ieb. Funke Dai Italbach M. Ilammersen Hansa Llovd Hansn Rth. I.B. Houbenwerke Kabelw Rheydt Langsch. Walz. R W. Elektr. h. W. 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Zur Vornahme der Neuwahlen setze ich als Wahlkommissar Termin auf Mittwoch, den 24 März, vormittags 10¼ Uhr, im hiesigen Rat haussaale, Langestraße 44, an, wozu die Wahl berechtigten hiermit eingeladen werden. Eine Liste der stimmberechtigten Hausväter der jüdischen Synagogengemeinde liegt vom 1. bis 4 März auf dem Verwaltungsbüro, Langestr. 18, Zimmer 1—3 zur Einsicht aus. Lünen, den 20. Februar 1926. Becher, Erster Bürgermeister. Vereinl elnlgte Bühn Städt Dortmund Bekanntmachung. Die Amtsdauer der Mitglieder der jüdischen Schulrepräsentation ist abgelaufen. Es sind neu zu wählen: 6 Repräsentanten und 2 Stellvertreter auf die Dauer von 6 Jahren. Zur Vornahme der Neuwahlen habe ich Cermin im hiesigen Rathaussaale am Mittwoch, den 24. März, vormittags 10 Uhr, anberaumt und lade ich die stimmberechtigten Hausväter der üdischen Schulgemeinde Lünen dazu mit der Maßgabe ein, daß nur die in der Wahlliste stehenden Personen wahlberechtigt sind. Eine Liste der stimmberechtigten Hausväter liegt vom 1. bis 4. März auf dem Verwaltungsbüro, Langestraße 18, Zimmer 1—3 zur Einsicht aus Lünen, den 20. Februar 1920. 658 Becker, Erster Bürgermeister Stadttheater Sonntag, den 28. Februar. abends 7—10 Uhr. Preise 1 Die Atrikanerin Montag, den 1. März. Geschl. Vostelung * Burgwalltheater Sogntag, den 28. Februar vormittags 11½ Uhr Volkstümliches Sypphonie Konzert bends 7½—9¾ Uhr. Preise 3 Jpbigenie auf Tauris Montag, den 1. März, abends 8 Uhr Zwangsversteigerung. Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen am 3. Mai 1920, vormittags 10 Uhr, an der Gerichtsstelle Zimmer 25 versteigert werden die im Grundbuche von Lünen, Band 11, Artikel 55 (eingetragene Eigentümerin am 20. September 1925, dem Tage der Eintragung des Versteigerungsvermerkes: die Ehefrau Zimmermeister Anton Mengelkamp, Mathilde geb. Dahmann in Lünen mit ihrem Ehemann in allgemeiner Gütergemeinschaft nach den Vorschriften des Bürger lichen Gesetzbuches lebend) eingetragenen Grund stücke Flur 7 Nr. 1175/77, 617/64 und Flur 7 Nr. 1174/64 etc. der Gemarkung Lünen bebauter Hofraum und Hausgarten, Mauerstraße 73 und 75, Hofraum Mauerstraße, Größe 77 gm, 2 ar 48 qm und 0.6 qm groß, Grundsteuermutter rolle Artikel 1105, Nutzungswert 1050 Mk Gebäudesteuerrolle Nr. 135. Es eigeht die Aufforderung, Rechte, soweit sie zur Zeit der Eintragung des Versteigerungs. vermerkes aus dem Grundbuche nicht ersichtlich waren, spätestens im Versteigerungstermin vor der Aufforderung zur Abgabe von Geboten an zumelden und, wenn der Gläubiger widerspricht, glaubhaft zu machen, widrigenfalls sie bei der Feststellung des geringsten Gebots nicht berück sichtigt und bei der Verteilung des Versteigerungs erlöses dem Anspruche des Gläubigers und den übrigen Rechten nachgesetzt werden. Funen, den 19. Februar 1920. Das Amtsgericht. — Realyympasiun und Höhere Mädchenschule zu Lünen Das neue Schuljahr beginnt Dienstag den 20. April 1926. Für das Realgymnasium gilt der Lehrplan der Reformanstalten: Fremdsprache in allen Klassen Französisch, von Untertertia ab Lateinisch, von Untersekunda ab Englisch. Die 6 Klassen der höheren Mädchenschule entsprechen ganz den Klassen I—VI der Lyzeen. Die Aufnahmeprüfungen der Knaben finden Preit den 26. März um 9 Uhr, die der Mädchen Sonnabend den 27. März um 9 Uhr statt. Für den Besuch der untersten Klasse beider Anstalten kommen nur solche Kinder in Betracht, die 4 Jahre lang die Grundschule mit Erfolg besucht haben und höchstens 11 Jahre alt sind. An Papieren sind erforderlich: Geburtsurkunde, Impfschein, Schulentlassungszeugnis nebst Gutachten des Klassenlehrers(der Klassenlehrerin). Schriftliche und mündliche Anmeldungen nimmt der Unterzeichnete bis zum 25. März entgegen(Sprechstunden an den Wochentagen 11—12 Uhr). 95 Der Direkfor: Dr. Saarmann. Feauenleiden und Grundursache erklärt und behandelt 356 Raturheiter Psucho. Voigt. Dortmund, Lortzingstr. 40. zu verkaufen. Ickerodt, Münsterstr. 48. Schweinsköpfe mit dicker, durchwachsener fleischiger Backe. 9 Pfd. Postkolll 5.75 9„ Euter-Rauchfl.„ 5.85 9" Schweinekleinfl.„ 4.20 Käse 9 Pfd. gelbe Broden KK 3.95 9" rote Kugeln„ 3.95 9„ dän. Edamer.„ 7.90 9" dto. Schweizer„ 9.90 ab Nortort— Nachnahme. Call Hamm, Hotoff(Holst. 5088-90] Nr. b. 177 Brauchen Sie einen So besichtigen Sie ohne Kautzwang meine große Auswahl.— Zirka 100 Stück am Lager.—[5220 E. Kirehbrücher, Bächerst. 21 BUCHHANDLUNO W. BONGERS „Ich wer am ganzen Leibe mit Stosston e eicht aich hurrheh " GOLDFULLFEDERN * Sicherheits-System OEOEN AUSLAUFEN, UNDICHTWERDEN UND UEBERDREHEN OESICHERT D. R. Patente und Auslands-Patente Präzisionsarbelt ist das hervorragendste Merkmal der Soennecken- Goldfüllfedern. Die drei Sicherungen machen jed. SoenneckenHalter zu einem wirklichen Gebrauchsgegenstand. 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Februar ist als Gedenktag den Gefallenen geweibt. Gewiß, alle Mütter und Väter, die im Weltkriege ihre Söhne verloren haben, alle Frauen, die ihre Männer hingeben mußten, alle, denen der Tod Angehörige oder in treuer Liebe Verbundene entrissen hat, si brauchen keinen besonderen Gedenktag. Die Lücke, die durch den Tod in ihrem Leben entstanden, die Leere im eigenen Herzen erinnert sie immer und immer wieder an den herben Verlust, den die grausamen Kriegsjahre ihnen gebracht haben. Das sind Wunden, die sich nicht schließen: Narben, die nie verharrschen. Aber der Sonntag Reminiscere soll ein Volksgedenktag sein, soll auch die besinnlich machen und auf das große Sterben einstellen, die keinen Toten zu beklagen haben. Mitten aus dem Getriebe des tagtäglichen Lebens heraus, aus all der Unruhe, dem Hasten und Jagen der Gegenwart auch für sie einen stillen Tag der Erinnerung an die vielen, die ihr Leben für uns alle hingeben mußten, draußen im Kampf oder hier in der Heimat. Reminiscere! Ein Tag treuen Gedenkens, stiller Besinnung und herzlicher Dankbarkeit! Aber damit kommt auch wieder die bittere Frage: Warum all das Leid? Wozu all die schweren Opfer Solange wir den Sieg erhofften, glaubten wir den Zweck zu erkennen. Es genügt uns die Erkenntnis: Es ging um Heim und Herd, um Heimat und Vaterland! Wir waren so fest überzeugt von der inneren Gerechtigkeit unserer Sache, daß ein schlimmer Ausgang uns unmoglich schien. Mehr noch! Wir hielten unsere Sache für unseres Herrgotts Sache. Wir zweifelten, im Glauben an eine sittliche Weltordnung, nicht am Siege. Dann kam der unglückliche Ausgang. Und wir alle erlebten an uns und an unserem Volke das alte Hiobvroblem: Warum muß so oft im Leben der relativ Gerechte mehr leiden als der weniger Gerechte, oder auf das deutsche Volk angewandt, warum muß ein Volk mit solch starken sittlichen Kräften, wie wir sie im Weltkrieg zeigten, ein kulturell so wertvolles Volk wie das deutsche unterliegen und an den Rand des Untergangs gebracht werden? Der Einzelne mochte noch so viele Fehler haben, ganze Volksschichten mochten versagen, das Volk als Ganzes war sicher nicht schlechter als die 25 anderen, die uns ein Versailles auferlegen durften, die mit Lug die Völker betört und mit Trug uns die Waffen entrissen hatten. Die Kraft des Widerstandes während langer vier Jahre, die Ausdauer in der Verteidigung, die stille Heldenhaftigkeit der Tausende in der Heimat zeigten sittliche Werte, wie sie kein zweites kriegfübrendes Volk aufweisen konnte. Dazu kommt noch der objektive Wert unseres Volkes als Kulturvolk. Auch hier ist das deutsche Volk ein Spitzenvolk. Es ist das Volk der Reformation, das seine Lebensaufgabe im Geiste des Evangeliums neu einstellte und sittlich=religiös befruchtend aus viele Völker der Erde eingewirkt hat: das Volk, aus dessen neuem Seelengehalt beraus eine Kantsche Sittenlehre entstand, ein Goetbe seine Werke schuf und so viele geistige und kulturelle Führer auf allen Gebieten des praktischen Lebens erwuchsen. Und dann solches Ende und die sieben Jahre der Not unter dem Joche von Versailles! Nein! Und immer wieder nein! Wir sind als Volk mindestens nicht weni.r wert als die besten der Völker, die, nach menschlichem Maßstabe gemessen, obsiegten. Noch mehr! Mit innerer Berechtigung sträuben wir uns geradezu bagegen, mit den meisten der kriegführenden Völker auf gleiche sittliche Kulturstufe gestellt zu werden. Nahm es da Wunder, daß es Stunden und Tage gab, an denen viele der besten unserer Volksgenossen an einer sittlichen und gerechten Weltordnung verzweifelten? Mischlich verständlich ist dieser badernde Pessimismus, menschlich das Klagen über nutzlos gebrachte Opfer. Warum muß das deutsche Volk mehr leiden als andere Bölker? Das Problem des großen Sterbens bleibt bestehen. Leicht finden diejenigen eine Lösung, die alle Opfer den Machthabenden von damals als belastende Schuld zuschreiben. Auch die Antwort: Sterben ist Kriegslos! genügt uns nicht. Der Lösungsversuch bringt uns keinen Trost, daß heute diese, das nächste Mal andere oblegen, daß es ein Spiel sei der Kräfte, ganz unabbängte davon einer sittlichen Weltordnung, daß Gott mit den Die Fahnen gesenkt! Von Ernst Kleuker=Flensburg Deutsche, nun laßt uns die Fahnen senken, Wir wollen der Toten, der Toten gedenken: Unsere Treusten sind tot und Deutschland zerschlagen, Und wir— wir stehen vor schwarzen Tagen Mit leeren Händen. Unser feldgraues Heer, unsers Friedens Wächter, Uns're meergraue Flotte, der Feinde Verächter, Sind dahin, sind gewesen.- Das Glück sprang in Scherben, Durch Deutschland stampfte das große Sterben. Und wir— wir leben? Dank sei Gott, daß wir heute daß Licht noch sehen, Wir wollen leben und sonnenwärts gehen: Achtzehnhundert und dreizehn, wir haben's getragen, Achtzehnhundert und siebzig, wir haben's geschlagen. Und jetzt??— Wir zwingen's!! Wir zwingen das Schicksal, daß uns bezwungen, Wir ringen zu Boden, was mit uns gerungen. Doch zum Himmel heben wir heischend die Hände: „Die Eintracht, Herrgott, zum Wollen sende, Gib uns die Eintracht!“ Deutsche, nun laßt uns die Fahnen heben: Wir wollen wagen, wir wollen leben! Unser Deutschland steht auf, wenn zusammen wir stehen. Einst dämmert der Tag, wo die Fahnen wehen Am freien Rheine!! stärksten Bataillonen sei, mit der Zahl der Bajonette, der schiffe. Wir lebnen diese materialistische Lösung av. Alles Weltgeschehen ist kein Zufall oder ein entwicklungsgeschichtliches Muß, ist kein End odukt menschlichen Wollens und damit Diagonale menschlicher Macht und Gewalt. Die Weltgeschichte ist immer noch menschliche Erziebungsgeschichte, Hilfsstrecke im Werdegang des Reiches Gottes. Nein! Allen, denen die sittliche Weltentwicklung eine sittliche Forderung ihrer Weltanschauung ist, muß das Opfer der Gefallenen mehr sein als ein schlechthinniges Sterben. Der gewaltsame Tod so vieler Jugendlicher als das Sterben derer, die die Lebensgrenze erreicht haben, als das der Kranken und Siechen, denen ein früher Tod bestimmt ist. Gerade in dem früheren Sterben liegt das unerforschliche Problem. Auch die Inschrift auf dem steinernen Portal zum deutschen Friedhofe in Sedan bringt die Lösung nicht:„Kämpfend für Kaiser und Reich nahm Gott uns die irdische Sonne, jetzt von dem Irdischen frei, strablt uns ein ewiges Licht!" Es führt uns über den tröstlichen Sinn des Einzelsterbens nicht hinaus. Der Tod der vielen Gefallenen muß schon einen tieferen Sinn haben, Volksbedeutung, auch für uns Hinterbliebene erkennbar. Die geschichtliche Erfahrung, daß unser Herrgott vor alles Große und den Menschheitsfortschritt Bedingende das Opfer gestellt hat, muß uns den Weg weisen und uns trösten im Gedenken an die vielen vorzeitig Gestorbenen. Auch ihr Tod ist ein Opfertod gewesen, dargebracht auf dem Altar des Vaterlandes. Sein Segen erwächst uns täglich. Das Deutschland, das dem Materialismus zu er liegen drohte, das in verzehrendem Egoismus alle Ideale zu verlieren schien. hat in dem Sterben der Hunderttausenbe erfahren, daß das Leben mit an seiner Arbeit und seinen Freuden der Güter Höchstes nicht ist: hab#### und wertvollere Güter gibt, deren zusammenfassender Inbegriff das Wort Vaterland ist, für deren Sicherung die Hingabe des nicht zu wertvoll ist. Ihr Sterben ist sein Gewinn und wird es immer mehr werden. Wir besinnen uns wieder auf die sittlichen Güter und damit auf die sittliche Aufgabe, die es weltgeschichtlich zu erfüllen hat. Für alle Besinnlichen ist der Opfertod der Gefallenen die kraftvolle Bejahung der Wirklichkeit einer sittlich idealen Welt, wie wir sie als inneres Wesen des Deutschtums erkennen. Ihr Tod ist allen nachkommenden Geschlechtern somit eine lebendige Predigt, besonders der Jugend, die in ihrer seelischen Einstellung den Idealen am nächsten steht und in ihrem besten Teil sich noch begeistern kann für alles Hohe und Heilige, was in unserem Volke lebt und seine Zukunft bestimmt. Hier lernt sie Großes und Größtes unterscheiden. Das dürfte der für uns erkennbare Ewigkeitssinn des großen Totenopfers sein, daß aus den Gräbern draußen und drinnen die Kraft erwächst, Materialismus und Egoismus zu überwinden und wieder den Idealen nachzuleben, für die jene gestorben sind. Reminiscere! Ein Volkstag der Erinnerung und Dankbarkeit. Die Inschrift, die das dankbare Deutschland auf den Grabstein seines großen Dichters Klovstock setzte, setzen wir heute auch unseren Toten:„Saat, von Gott gesät, am Tage der Ernte zu reifen!“ Möge die Ernte für Volk und Vaterland umfassend und reich sein. Vom deutschen Heimweh Von Dr. Otto Conrad(Charlottenburg). Mit Schmerz und Kummer denken wir immer wieder an die mehr denn 9 Millionen Deutschen, die das Unrecht von Versailles aus dem deutschen Staatsverband gerissen hat, an unsere Brüder und Schwestern in ElsaßLotbringen, in Polen, in Dänemark und Belgien. Das Heimweh quält ihre Seelen. Sie halten dem deutschen Vaterland die Treue. Möchten wir immer dessen eingedenk sein, daß wir auch ihnen zur Treue verpflichtet sind! Aus alter Zeit klingt uns ein gutes Wort entgegen: Selig sind, die Heimweh haben, denn sie sollen nach Hause kommen. Das Wort stammt nicht aus der Heiligen Schrift: es ist von einem Freunde Goethes aus der Straßburger Zeit, von Jung=Stilling. Doch der Spruch ist so schön, daß er unter den Seliovreisungen der Bergpredigt steben könnte. Aber sind denn wirklich die selig zu preisen, die Heimweb haben? Heimweh ist die Sehnsucht nach der Heimat, der man fern ist, die man vielleicht ganz verloren hat. Wie furchtbar ist es, keine Heimat mehr zu haben! In einem ergreifenden Gedicht„Vereinsamt“ klagt Friedrich Nietzsche, der fern von Deutschland weilt: Weh dem, der keine Heimat hat! Unsern Vorfahren erschien es als das schlimmste Schicksalslos, in der Fremde weilen zu müssen. Wer der Volksgemeinschaft fern war, der war im alilanti, im Elend. Wie schwer das ist, wenn man die Heimat aufgeben muß, das kann man an dem Dichter Theodor Storm seben. Er mußte die trüben Zeiten durchmachen, als die Schleswig=Holsteiner 1848 einen Verzweiflungskampf um ihr Deutschtum führten. Der Streit endete mit der Unterwerfung der Länder unter die dänische Herrschaft. Da Storm den dänischen Untertaneneid nicht leisten wollte, mußte er seine Vaterstadt Husum verlassen. Da steht er zum letzten Male vor seinem Hause in Husum. Er wendet sich an sein jüngstes Kind mit den ergreifenden Worten: Und du, mein Kind, mein jüngstes, dessen Wiege Auch noch auf diesem teuren Boden stand, Hör' mich— denn alles andere ist Lüge— Kein Mensch gedeihet ohne Vaterland! Ihr deutschen Brüder und Schwestern, die ihr nun fremden Staaten angehört, die noch dazu unserm Heimatlande feindlich gesinnt sind, es wird der Tag kommen, wo eure Knechtschaft zu Ende geht. Haltet fest an deutscher Kultur und deutscher Sitte. Euch allen gilt die Verbeißung: Selig sind, die Heimweb haben, denn sie sollen nach Hause kommen! Das Wort gilt aber nicht nur für die Brüder in der Fremde, es gilt auch für uns, die wir die Heimat noch haben. Ein tieferer Sinn, ein ewiger Gedanke liegt hier verborgen. Der Christ hat ja nicht nur die irdische Heimat. Die menschliche Seele sehnt sich zu ihrem Gott zurück, von dem sie gekommen ist. Der große Kirchenvater Augustin drückt das in dem schönen Worte aus: „Du Gott, hast uns zu dir hin geschaffen, und unser Herz ist unruhig, bis es wieder ruht in dir."— So geseben, ist Religion im letzten Grunde Heimweh, die bitterfüße Sehnsucht des Kindes, nach Hause zu kommen. In dieser schweren Zeit, in der wir leben, empfinden wir diese Sehnsucht stärker als jemals. Ich glaube, Gott selber hat sie in die Herzen gepflanzt. Und so ist diese Sehnsucht nach dem Ewigen eine Büraschaft dafür, daß wir dereinst nach Hause in die ewige Heimat gelangen. Uns allen gilt die Verheißung: Selig sind, die Heimweb haben, denn sie sollen nach Hause kommen! Lünen und Nachbarorte. Lünen, den 27. Februar 1926. Zum Volkstrauertag. Endlich hat das deutsche Volk seinen Volkstrauertag. Aus den Freiheitskriegen heraus ist einst die Feier des Totenfestes erwachsen, das ursprünglich für die Gefallenen der Freiheitskriege bestimmt war. Aus dem großen Weltkrieg wird von nun an ein zweiter Totengedenktag erstehen, der uns an die ungeheuren Opfer des Krieges und an die lieben teuren Toten, die wir verloren haben, erinnert. Verwirrung und politischer Tagesstreit ließ uns bisher zu keiner Einigkeit kommen. Wir waren auch zuviel mit Gegenwartsaufgaben belastet, und 1918 und die folgenden Jahre richtete sich unser Blick in die Zukunft. Viele hofften, daß Glück und Freiheit schnell zum deutschen Volke kommen würden. Inzwischen sind unsere Zukunftshoffnungen zerschlagen. Wir mochten auch nicht mehr an den Krieg mit all seinen Schrecken und seinen furchtbaren Folgen erinnert werden. In den Herzen Einzelner blieb aber trotz der Unruhe der Zeit die Erinnerung an die Toten lebendig. Nun haben wir endlich einen großen Volkstrauertag, der uns in unseren gemeinsamen Gefühlen und Stimmungen zu einer großen Trauergemeinde und ernsten Bruderschaft vereinigt. Das Gedächtnis an die Toten wird nun bei allen lebendig, wenn es eine gemeinsame Volksstimmung wird und einer den andern an dankvares Erinnern ermahnt. Wir werden allmählich nachdenklicher und besinnlicher. Wenn Vieles nach dem Kriege anders und schlechter geworden ist, so liegt das daran, daß wir uns von dem Geist entfremdet haben, der in dem Opfertod unserer gefallenen Brüder uns entgegentritt. Wir sind in Selbstsucht und Hadergeist aufgegangen. Jeder hat in brutaler Rücksichtslosigkeit nur an sich gedacht, die Volksgemeinschaft ging verloren und der Geist des Mammonismus riß immer neue Gräber und Klufte in unserer Mitte auf. Wenn es anders werden soll, dann kann es nur dadurch geschehen, daß der Geist unserer Helden wieder in unserer Mitte lebendig wird. Diese haben teilweise mit bewundernswerter Freudigkeit ihr junges, herrliches Leben für das Volksganze dahingegeben. Sie waren getreu bis in den Tod. Wir fühlen uns gerade an dem heutigen Tage mit unsern Toten auf das innigste verbunden. Wissen wir doch, daß sie uns in die Ewigkeit nur vorausgegangen sind und daß wir ihnen früher oder später nachfolgen. Unsere Toten sind zumeist mit großen stolzen Hoffnungen für ihr Volk und für ihr Vaterland in den Tod gegangen. Sie haben Schande und Schmach, Unruhe und Streit des Volkes und des Vaterlandes nicht mehr erlebt. Wenn wir über die Nöte der Gegenwart hinwegkommen wollen, so muß uns der heutige Tag zu einem Tag der Mahnung werden, daß wir ihnen in der Treue und in dem Opfersinn nachfolgen. Der Volkstrauertag fällt in die Passionszeit, und wir stehen in Gedanken unter dem Kreuz, wo der Heiligste und Reinste sich für die Sünder der Welt hingeopfert hat, und sein Opfer ist nicht vergeblich gewesen. Er hat Leben und volles Genüge der Welt gebracht. Als wir während des Krieges inmitten des großen Sterbens auf den Schlachfeldern standen, da ist uns vielfach erst so recht die Wahrheit von dem stellvertretenden Leiden klar geworden, da haben Viele unter uns erst das Geheinnis des Kreuzes begriffen. So hoffen wir auch, daß der Tod unserer gefallenen Helden nicht vergeblich gewesen ist, so schmachvoll und geknechtet unser Volk auch daniederliegt. Es wird ein Segen von diesen Toten ausUnstye Frühjahrs ist eröffnet und bitten wir um zwanglose Besichtigung! Die ganze nächste Woche soll ferner eine Sonderschau in sämtlichen Abteilungen und Schaufenstern sein. Besonders unsere großen Abteilungen für Damen-, Backfisch- und Kinder-Bekleidung und Kleiderstoffe und sonstige modische Neuheiten werden ihre neuesten Schöpfungen vorführen. Die sehr preiswerten Neuheiten werden wohlverdienten Beifall bei allen Damen auslösen und von neuem den unumstößlichen Beweis unserer Leistungsfähigkeit auf dem Gebiete hochmoderner volkstümlicher, billiger und qualitätsreicher Kleidung liefern. 387 Damen- und Kinderstrümnfa insämtichen Modetarhen u. schwarz Meschurbeh niech unübertrefflichen Qualitäten.— Bereiten Sie sich u. uns die Freude einer Besichtigung% Bünen Das Haus der guten Qualiläten gehen. In Gott fühlen wir uns, die Lebenden, mit den Toten verbunden, und der Tod wird auch für uns Schrecken und Grauen verlieren, wenn wir uns in treuer Arbeit für die Brüder verzehren. Und das ist letzten Endes der tiefste Sinn des Volkstrauertages. D Drillinge angekommen! Reicher Kindersegen ward den Eheleuten Josef Gotsmann, hier, Krummerweg 49, zuteil. In der Nacht vom Dienstog zum Mittwoch hinterlegte dort Freund Adebar 3 kräftige Mädchen, ohne sich um deren weiteres Woh und Wehe zu kümmern. Da die Familie nicht mit Glücksgütern gesegnet ist, wäre zunächst Wäscheausstattung sehr erwünscht. Vielleicht finden sich mildherzige Menschen, die sich der bedrängten Familie annehmen. E Vaterländisches Konzert. Im Restaurant E. Hartmann, Kappenbergerstraße, findet morgen avend 7.30 Uhr ein großes vaterländisches Konzert statt, das von der gesamten Lüner FeuerwehrKapelle ausgeführt wird. Musikfreunde seien auf diese Veranstaltung besonders aufmerksam gemacht. (S. Anz.) O Der Westf. Kaninchenzucht-Verein Lünen und Umgegend veranstaltet heute und morgen Sonntag in den Sälen des Schützenhofes eine große LippeRuhr-Kaninchenschau verbunden mit großer Pelzmodenschau. Heute abend 8 Uhr findet im Schützenhof ein Kommers unter Mitwirkung des M.=G.= V.„Soncoroia" statt. Eine Besichtigung der reich beschickten Ausstellung ist allen Freunden des Kaninchen=Sports bestens zu empfehlen. *„Gacragan". Im Central=Thealer Lünen gelangt dieser Tage der größte Schlager der Saison, der 6=aktige abenteuerliche Film=Roman „Garragan" zur Vorführung. Der ungemein fesselnden Handlung, die über die schönsten Plätze der Welt führt, liegt der von Millionen gelesene gleichnamige Roman von Ludwig Wolff in der„Berimer Illustrierten Zeitung" zugrunde. Die Direktion des Central=Theaters hat damit ein Filmwert erworven, dessen Besichtigung kein Kinofreund versäumen sollte. Sind doch die mannigfachen abenteuerlichen Schicksale Garragans derart fesselnd, daß das Publikum in atemloser Spannung den einzelnen Szenen folgt. Auch der 6=aktige Großstadtroman „Der Roman einer Kammerzose“, mit Marie Prevost in der Hauptrolle ist dazu angetan, das gegenwärtige Programm zu einem auserlesenen Klasseprogramm zu stempeln. Die amerikanische Groteste„Lloyd Mill als Salonheld" wird allen denen, die das Lachen als beste Medizin betrachten, gute Dienste erweisen. Allen Freunden des Hauses sei deshalb der Besuch dieser Vorstellungen besonders warm empfohlen. ? Der Schützen-Verein Lünen hält am Freitag, den 5. März, abends 8 Uhr, im Schützenhof seine Jahres=Hauptversammlung ab, worauf wir die Mitglieder an dieser Steile besonders aufmerksam machen. S Feierschichten. Auf. der Zeche„Viktoria“ wurde heute aus betriebstechnischen Gründen für die Nachtschicht eine Feierschicht eingelegt. Auf den Zechen Preußen 1 Gahmen und Preußen 2 Horstmar wurde am Freitag die zweite Feierschicht wegen Absatzmangel für die gesamte Belegschaft eingelegt. Ebenso wurde auf der anliegenden Zeche Waltrop am Donnerstag, sowie auf den Zechen„Kiebitz“ und„Grillo“ am Freitag und auf Zeche„Grimberg“ in Bergkamen heute eine Feierschicht wegen Mangel an Absatz eingelegt. * Aufhebung des Visums im Verkehr mil Danemark. Die Verhandlungen zwischen Deutschland und Dänemark sind bereits soweit vorgeschritten, daß die Aufhebung des Paßvisums für Reisende, ausgenommen für Arbeitsuchende, in Bälde zu erwarten ist. Mit der Regierung von Schweden schweben gleichfalls Verhandlungen, das Visum zwischen Deutschland und Schweden aufzuheben. * Verzeichnisse der Postscheckkunden bei den Postscheckämtern im Deutschen Reich nach dem Stande vom 1. Januar 1926 werden in nächster Zeit erscheinen. Bestellungen nehmen alle Postanstalten entgegen, die auch über die Preise Auskunft erseilen. Postscheckkunden erhalten die Drucksache auf Wunsch von ihrem Postscheckamt unter Abbuichung des Preises von ihrem Konto; auch können sie sich den regelmäßigen Bezug durch einmalige Bestellung bei ihrem Postscheckamt sichern. * Die Wohlfahrtsbriesmarken. An 14. Febr. hat die Opferwoche der Deutschen Nothilf ihren Arschluß gefunden. Der Markenverkauf findet jedoch nach wie vor noch statt, wird also noch nicht eingestellt. Vielmehr ist die Genehmigung zum Verkauf der Wohlfahrtsbriefmarken, die zuerst nur bis zum 28. Februar befristet war, vom Reichspostminister bis zum 15. April verlängert worden. Die Gültigkeit dauer der Marken im Postverkehr im In= und Ausland läuft bis zum 31. Mai. Eine Hausfrau ist kein Chemiker Erst im Gebrauch, aiso meist, wenn es schon zu spät ist, vermag sie 20 erkennen, ab ein als unschädlich angepriesenes Waschmittel auch tatsuchlich unschädlich ist. Das Vertrauen, das die gesamte deutsche Haustrauenwelt dem Dr. Thompson's Selfenpulver entgegenbringt, rechttertigen wir selt Jahrzehnten immer wieder aufs nieue. Die Besestigung, Wehrversassung und Schützengeselschaft der Stadt Lünen. Von Josef Lappe. 2. Die Wehrversassung. Die Errichtung, Unterhaltung und Verteidigung der Festungswerke lag den Bürgern der Stadt ab. Gerade deshalb wurde die Zahl der Einwohner künstlich gehoben, indem drei benachbarte Landgemeinden in die Stadt verpflanzt wurden und das Handwerk auf dem platten Lande verboten wurde, sodaß die Krämer und Handwerker sich in Lünen niederlassen mußten. Die Bürger bildeten also die Garnison dieser märkischen Grenzfeste Ihre erste Aufgabe war es daher, nachdem in jahrelanger, mühevoller Arbeit die Wehranlagen geschaffen waren, diese in brauchbarem Stande fortwährend zu erhalten. So berichten denn die Geschichtsquellen immer wieder, daß die Bürger die Landwehren und Schlagbäume ausgebessert, die Gräben um All= und Neulünen ausgeworfen und gereinigt, die Mauern, Türme, Tore und Brücken ausgebessert haben usw. Besonders wenn in langen Friedenszeiten die Wehranlagen versallen waren, wurden sie bei Kriegsgefahr wieder instand gesetzt, und wenn sie in Kriegen zerstört waren, nach Rückkehr des Friedens wieder aufgerichtet. Zu diesen Arbeiten mußten die Bewohner der Stadt Mann für Mann erscheinen, und wer ohne Entschuldigung fern blieb, wurde schwer bestraft. Die wichtigste und ernsteste Aufgabe der Burgei war es jedoch, ihre Stadt mit Gut und Blut zu verteidigen. Wer ins Bürgerrecht aufgenommen wer den wollte, mußte den Nachweis führen, daß er im Besitze der vorgeschriebenen Wassen war, während das übrige Kriegsmaterial, seit dem Ausgange des Mittelalters vornehmlich die schweren Geschütze und die Munition, von der Stadt selbst beschafft wurden. Zur Erledigung der militärischen Aufgaben war die Stadt mn vier Bezirke geteilt, die„Rotten" oder „Schichte“ genannt wurden. An der Spitze des Rotts stand der Wachtmeister, der jährlich nach der Ratswahl vom Bürgermeister und Rat ernannt wurde. Ihre Aufgabe war es, darauf zu achten, daß die Bürger ihre Waffen, seit dem Ausgange des Mittelalters„Rohr und Seitengewehr“ in Ordnung hatten, damit sie jederzeit zum Schutze der Vaterstadt auf die Festungswerke steigen konnten. Zu Uebungen sowohl wie im Ernstfall boten sie die Bürger ihres Bezirks auf und führten während dieser Zeit das Kommando. Ungehorsam und Widersetzlichkeit gegen die Wachtmeister wurde vom Rate aufs schärfste geabgüe! Nicht blaß in kriegerischen Zeiten, auch im Frieden wurden die Bürger ununterbrochen zum Dienste aufgeboten. Zum Schutze gegen äußere und innere Feinde waren Nacht für Nacht Wachen ersorderlich, damit nicht im Innern die Bewohner von Raub und Mord heimgessicht und von außen durch Feinde überrumpelt wurden. Daher waren die Bürger der Reihe nach verpflichtet, wie sie von ihren Wachtmeistern nach der Liste aufgeboten wurden, zum Wachtdienst bei Tag und Nacht zu erscheinen. Die Hauptwache lag im Rathause oder in der Kirche, kleinere Abteilungen gengen durch die Straßen oder standen an den Toren auf Posten, um Leben und Eigentum der Ein wohner zu schützen. In friedlichen Zeiten versahen diesen Dienst zwei Nachtwächter, die von 9 Uhr abends bis 4 Uhr morgens die Runde durch die Stadt machten und jede Stunde an bestimmten Stellen zu blasen und zu singen pflegten. Da sie wegen der kärglichen Besoldung diesen Dienst im Rebenamt versahen und des Tags über arbeiteten, schliefen sie oft des Nachts vor Müdigkeit ein. Daher degegnen in den Lüner Ratsprotokollen fortgesetzt Klagen über die Nachtwächter wegen Vernachlässigung ihres Dienstes, und wenn Warnungen und Strafen erfolglos blieben, wurden sie ihres Amtes entsetzt. Den Dienst an den Toren versahen die Pförtner, die bei Antritt ihres Amtes vor dem Rate eidlich geloben mußten, ihren Pflichten gewissenhaft nachzukommen. Ihre Aufgabe beftand darin, auf alle, die in die Stadt kamnen, Obacht zu geben, verdächtige Personen anzuhalten, gestohlenes Gut zu beschlagnahmen u. a. m. Abends schlossen sie die Pforten und brachten die Schlüssel zum regierenden Bürgermeister, um sie am folgenden Morgen von seinem Hause wiederzuholen und die Tore aufzuschließen. Um ihren Pflichten nachkommen zu können, waren neben den Stadttoren für sie die Pförtnerhäuser errichtet, die an der Bäckerstraße heute noch erhalten ind. Pförtner und Nachtwächter genügten i ruhigen Zeiten, wenn aber Krieg herrschte und Gefohren drohten, wurden in der Stadt und auf den Festungswerken bei Tag und Nacht Wachen aufgestellt, wozu die Bürger in feststehender Reihenfolge aufgeboten wurden, selbst Frauen waren zu diesem Dienste verpflichtet. An den Toren sollte einer immer auf Wache sein, während die andern besonders bei schlechtem Wetter und bei Kälte auf dem Torhause Schutz su chen dursten. Zuweilen waren die Bürger so pflicht vergessen, daß sie ihren Posten verließen und nach Hause gingen und so die ganze Stadt in Gefahr brachten. In Kriegszeiten wurde auch am Rathause eine starke Wache aufgestellt, die sofort bei einem Angriffe dem Feinde entgegentreten sollte. Dann wurde die Sturmglocke geläutet, die Bürger griffen zur Wehr, und jeder eilte auf seinen Platz auf der Mauer und auf den Türmen, um den Feind abzuwehren. Die Wehrpflicht der Bürger beschränkte sich nicht auf die eigentliche Stadt d. h. den von Mauern und Graben umschlossenen Raum, sondern erstreckte sich auch über die zugehörige Feldmark. Gerade hier drohte den Bürgern die größte Gefahr, Habe und Leben zu verlieren. Daher war jeder verpflichtet, wenn ein Feind nahte, nach der Stadt zu eilen und ein Waffengeschrei zu erheben, um auf die drohende Gefahr aufmerksam zu machen. Dann rotteten die Bürger sich zusommen, zogen bewaffnet an die Landwehr, die die Feldmark umschloß, und empfingen an den Schlagbäumen den Gegner, um ihm den Eintritt in das Stadtgebiet zu wehren. Wenn es gar so weit gekommen war, daß die Herden vom Feinde weggetrieben wurden, dann setzten sie ihm in Eilmärschen nach, um ihm den Raub wieder zu nehmen, und bei solchen Gelegenheiten ist es zuweilen zu blutigen Kämpfen gekommen. Zu der gleichen Maßregel wurden die Bürger gezwungen, wenn Nachbargemeinden in die Stadtmark eindrangen und die Nutzungsrechte der Bürger zu schmälern suchten, indem sie ihre Herden in die Weiden eintrieben, Plaggen mähten oder Zuschläge anlegten. Sobald solche Eingriffe dem Rate gemeldet waren, ließ er durch die Wachtmeister die Bürger der einzelnen Rotten aufbieten, mit bewaffneter Hand zu erscheinen und solchen Eigenmächtigkeiten der angrenzenden Bauern und Gutsherren zu wehren. Um nun die Rechte in den Marken zu erhalten und den Nachkommen ungeschmälert zu überliefern, hielten die Bürger von Zei zu Zeit Umzüge um die Marken, die sogenannten Schnadzüge. Am festgesetzten Tage erschienen morgens früh Bürgermeister und Rat sowie die Bürger, alt und jung, an dem Stadttor. um unter Führung kundiger Leute mit fliegenden Fahnen und Trommelschlag die Grenzen zu umschreiten und dem Gedächtnis der Teilnehmer einzuprägen. In der Regel nahm ein Notar mit zwei Zeugen aus einer Nachbarstadt teil, der über den Verlauf des Schnadzuges ein genaues Protokoll führle, das wegen seiner Wichtigkeit für das Gedeihen der Stadt im Ratsarchiv oder gar in der Kirche den kommenden Geschlechtern aufbewahrt wurde — AALA * Aufwertung von Kaulstonen. Die Froge der Aufwertung von Kautionen wird nach der Art und Form der Sicherheitsleistung zu beantworten sein. Im allgemeinen findet eine Aufwertung grundsätzlich statt. Ist bei der Rückzahlung vor 1922 ein Vorbehalt gemacht worden, so kann man annehmen, daß auch sie aufgewertet wird. Bei allen späteren Rückzahlungen entstehen jedoch Aufwertungsansprüche. Dadurch, daß die Rückzahlung vorbehaltlos angenommen wurde, wird der Aufwertungsanspruch nicht aufgehoben, denn dem Gläubiger war der heutige Rechtsstandpunkt nicht bekannt. Nach der bisherigen Rochtsnrechuna unterliegt die Aufwertung von KauRechtsprechung unterliegt die Aufwertung von Kau tionen nicht den einschränkenden Bestimmungen des Aufwertungsgesetzes, da eine Kaution keine Vermögensanlage im Sinne des§ 63 Abs. 1 ist. Nicht als „Kapital“ im Interesse der Nutznießung hat der Kautionssteller die Summe hergegeben, sondern als Sicherung für einen Dritten, in diesem Falle den Arbeitgeber. Es liegen somit hier, abgesehen von Treu und Glauben, Ansprüche aus gegenseitigen Ver trägen vor, über die nicht die Aufwertungsstelle, son dern das ordentliche Gericht entscheidet. * Keine Aufwerlung der allen Reichsbanknoten. Aus Berlin wird gemeldet: In verschiedenen Zei tungen sind in den letzten Tagen Berichte über Ver sammlungen des sogenannten Reichsbankgläubiger verbandes erschienen. Einer der Verbandsredner hat n diesen Versammlungen verschiedene Behauptungen aufgestellt, die den Tatsachen nicht entsprechen. Insbesondere hat er behauptet, die Reichsbank habe nunmehr ihre Bereitwilligkeit zum Abschluß eines Vergleiches über die Aufwertung der Reichsbanknoten erklärt. Das Reichsbankdirektorium teilt hierzu mit, daß diese Behauptung unwahr ist. Es ist niemals von der Reichsbank oder auf ihre Veranlassung von rgendeiner anderen Seite die Aufwertung der alten Reichsbanknoten erhoben oder eine Aufwertung ver gleichsweise zugestanden worden. Vielmehr sind der artige Vorschläge ausnahmslos abgelehnt worden. * Falsche Reichsbanknoten zu 20 RM. Von den im Umlauf befindlichen Reichsbanknoten über 20 RM. mit dem Datum des 11. Oktober 1924 ist eine neue Fälschung festgestellt worden, die zum Unter schied von der Anfang September d. I. bekannt ge gebenen, an nachstehenden Merkmalen unschwer zu erkennen ist: Papier aus zwei zusammengefügten Blättchen, einem kräftigeren, leicht gelb getönten und hauchartigen, bräunlich gefärbten Deckblatt bestehend; Pflanzenfasern durch falsche, zwischen den Blättern gelagerte, dünne Fasern ersetzt; Vorderseite gröberes verwischtes Gesamtbild. Vor Annahme dieser falschen Banknoten wird gewarnt. * Neue 50 Pfennigstücke aus Nickel. Wie wir erfahren, beabsichtigt die Reichsfinanzvermaltung, die bisher im Umlauf befindlichen 50=Pfennigstücke einzuziehen und durch Nickelstücke zu ersetzen, da die bisherige Bronze=Aluminium=Legierung zu umfangreichen Fälschungen verleitet habe. * Verkehrsunterricht an Schulkinder. In einigen Großstädten Westfalens und Rheinlands ist man dazu übergegangen, den Schulkindern in den ver kehrsschwachen Vor= und Nachmittagsstunden Ver kehrsunterricht zu erteilen. Dabei wird besonders auf die Gefahren des Straßenverkehrs aufmerksam gemacht und an praktischen Beispielen gezeigt, wie man ihnen entgehen kann. Durch leichtverständlichen Anschauungsunterricht werden in der Schule die theorethischen Erörterungen über den Verkehr und alle damit zusammenhängenden Fragen praktisch illnstriert * J a h r p r e i s e r m ä ß i g u n g f ü r J u g e n d p f l e g e v e r eine. Da die Neuregelung des Anerkennungsverfahrens noch nicht abgeschlossen ist, wird die Geltungsdauer der von der Eisenbahnverwaltung für 1925 den Jugendpflegevereinen ausgestellten Bescheinigungen(gelbe Karten) abermals verlängert und zwar bis zum 30. April 1926. Die betreffenden Bescheinigungen berechtigen zur Inanspruchnahme der Fahrpreisermäßigung. * Keine Fahrpreisermäßigung für Schüler= und Gesellschaftsreisen an Ostern und Pfingsten. Im letzten Jahre sind während des starken Reiseverkehrs zu Ostern, Pfingsten und zum Sommerferienbeginn in der Abbeförderung der Reisenden Unzuträglichkeiten und betriebliche Schwierigkeiten dadurch entstanden, daß zahlreiche Schüler= und Kindertransporte unter Inanspruchnahme der Fahrpreisermäßigung ausgeführt wurden. Obwohl in vielen Fällen die Anträge der Schulen und sonstigen Körperschaften auf Gestellung von Sonderwagen und Freihaltung von Plätzen abgelehnt werden mußten, führte die Abbeförderung der unangemeldet aufgetretenen Transporte zu erheblichen Schwierigkeiten, wie Platzmangel, Zugverspätungen usw. Im Interesse einer möglichst rei bungslosen und glatten Abwicklung des Ferienreise verkehrs sieht sich die Eisenbahnverwaltung veranlaßt in diesem Jahre die Fahrpreisermäßigung für die vorbezeichneten Transporte und für sonstige Gesellschaftsreisen in der Zeit vom 1. bis 6. April, 21. bis 26. Mai und 27. bis 31. Juli nicht zu gewähren. * Die Reichsbahn will Kilometerhefte einführen. In dem Bestreben, ihr Möglichstes zur Hebung des Verkehrs und zur Zufriedenheit ihrer„Kunden" zu tun, plant die Reichsbahngesellschaft jetzt eine bemerkenswerte Neuerung. Sie beabsichtigt, sogenannte Kilometerhefte herauszugeben, die es dem Reisenden ermöglichen, ohne bestimmtes Ziel sich der Bahn zu bedienen und jederzeit nach Bedarf seine Reise zu un terbrechen oder die Richtung seiner Fahrt zu ändern Diese früher im Badischen, in der Schweiz noch heute gebräuchliche Einrichtung würde insbesondere für Geschäftsreisende und für solche Vergnügungsreisende von Wert sein, die sich nicht gern an bestimmte Routen binden. Die Verhandlungen über die Einrichtung von Kilometerheften sind zurzeit noch in der Schwebe. Es ist aber zu erwarten, daß sie denächst zu einem Ergebnis führen werden. * Das Betrelen der Speifewagen der Schnellzüge durch die Reisenden durfte bisher erst 20 Minuten nach Abfahrt der Züge von den Abgangsstationen erfolgen. Nun hat die Reichsbahnverwaltung, vielfachen Wünschen Rechnung tragend, diese Bestimmung mit sofortiger Wirkung aufgehoben, so daß die Speisewagen nunmehr sofort nach Abfahrt der Züge von den Reisenden aufgesucht werden können. * Polizeihunde bei der Reichsbahn. Zur Sicherung der Gleisantagen und zum Schutze der in den Zügen befindlichen Reisenden unterhält die Reichsbahn einen ausgedehnten Sicherheitsdienst, dem insbesondere auh„Bahnschutzstreisen" zugeteilt sind. Um die Wirkung des Sicherheitsdienstes zu erhöhen, und in erhöhtem Maße Diebstähle im Bahngebiet zu verhindern und aufzuklären, haben die Bahnschutzstreisen jetzt besonders ausgebildete Polizeihunde als Spür= und Schutzhunde erhalten. * Von der Schwarzdrossel oder Amsel. Hier und da hört man jetzt in den Gärten und Anlagen die Frühlingsfanfaren der Schwarzdrossel oder des Amselmännchens. Auf der höchsten Spitze eines Baumes, mit Vorliebe einer Fichte, sitzend, läßt sie ihren Ruf weithin erschallen: Dulde, gedulde dich fein, über ein Stündlein kommt Frühling und Sonnenschein. Kein anderer Singvogel ist von der Natur mit einem so kräftigen und volltönenden Organ zum Singen ausgerüstet wie die Schwarzdrossel, kein Vogel mit Ausnahme der Nachtigall kann soviel Schmelz in seine ergreisenden Strophen hineinlegen wie die Amsel, aus ihrem Gefang spricht mit jedem Tone die Sehnsucht nach dem kommenden Lenz und die Freude über das Wiedererwachen der Natur. Aber dieser Vogel und herrliche Sänger, der im Vorfrühling die Herzen der Menschen so erfreut, hat auch seine Nachteile für andere Vögel. Im Winter ist er es, der seine hungernden Genossen vom Futterplatz vertreibt. Es sind noch nicht viele Jahre verflossen, da war die mißtrauische und zänkische Schwarzdrossel in Deutschland eine ausgesprochene Bewohnerin des Waldes, die dem auf dem Anstand sitzenden Jäger das Herannahen des erwarteten Wildes und dem Wilde das Heranschleichen des pirschenden Jägers durch ihr Alarmsignal tir! tix! tir! verriet. Seitdem dieser Vogel aber ein Bewohner von Anlagen, Parks und Obstgärten in der Nähe der Menschen geworden ist, vertreibt er im Winter auch die nützlichen Insektenfresser, namentlich die Meisen, aus seiner Nähe, und wo einst im Sommer die Nachtigall ihre feurigen oder schluchzenden Lieder hören ließ, da ist sie durch die Amsel vertrieben worden. O Hund zugelaufen. Näheres zu erfahren auf dem Polizeibüro, Rathaus, Zimmer Nr. 6. E Hinweis. Der Gesamtauflage unserer heutigen Nummer liegt ein Prospekt über Dr. meo. H. Schulze's„Fregalin" bei, worauf wir unsere Leser besonders hinweisen. Der Allonatswechsel steht wieder vor der Tür, und mit ihm tritt an viele Zeitungsleser in Stadt und Land auch wieder die Frage heran: Wbeiche Zeitung soll ich leien? Die Zeitverhältnisse gestatten es wenigen Leuten, mehrere Blätter zu halten, und so schaut man sich mit Recht nach einem Blatt um, das das in sich vereinigt, was politische Tageszeitung, Lokalblatt und Wochenzeitschrift dem Leser zu bieten vermogen. 66 Dortmund, 26„Febr.(Der entlaufene Kraftwagen.) Der Kaufmann W. Sch. aus Lünen hielt Donnerstag mittag gegen 12 Uhr mit seinem offenen Personenkraftwagen IX 10943 auf dem oberen Heiligenweg. Vermutlich war der Wagen nicht genügend abgebremst, denn plötzlich setzte er sich rückwärts fahrend zunächst langsam, dann immer schneller die abschüssige Straße herunter in Bewegung. An der Ecke der Feldstraße riß der führerlose Wagen einen Laternenpfahl um und wurde durch dieses Hindernis zum Halten gebracht. Von einem des Fahrens kunDie„Lüner Zeitung ersetzt eine große politische Tageszeitung, denn was diese in langgezogenen Artikeln und Berichten bietet, bringt sie ihren Lesern ebenso in knapper Form, aber nicht minder genau und klar. Ein Parteiblatt ist die„Lüner Zeitung" nicht. Sie vertritt lediglich den nationalen Standpunk. Das Wirken aller Parteien wird gleichmäßig unparteiisch den Lesern vermittelt. Die„Lüner Zeitung“ bringt täglich gediegene Leitartikel aus der Feder anerkannter Politiker. Ferner ist die„Lüner Zeitung" für jedermann im Kreise das geeignete Lokalblatt. Zuverlässige Berichterstatter besorgen lokalen uund provinziellen Teil. Das Vereinsleben findet liebevolle Pflege, die kommunalen Fragen finden stets sachliche Behandlung vom Gesichtspunkte des Allgemeinwohls aus. Ein jedem Leser offensteheilder Sprechsaal ermöglicht sachliche Erörterung lokaler Interessen und Fragen aus dem Leserkreis heraus. An geistig=unterhaltendem und=bildendem Stoff bringen wir nur das Beste, da infolge der reichen und guten Korrespondenzen uns dieses sehr gut möglich ist Jeder Zeitungsleser, der das hier Angeführte ernstlich nachprüft, bestellt ohne Besinnen die Taubenwelle Zarteste Zephinwolle zum Sticken und Häkein Obesallernältlicht auf Wunsch Bezugsaue##g Sternwoll- Spinnerel Bahrenfeld G. m. b. H., Altona-Bahrenfeld Die Taube bürgt für digen Polizeibeamten wurde das Auto, da der Besitzer nicht zu finden war, zum Polizeipräsikium gebracht. Hier hat ihn Herr Sch. nach etwa einer Stunde wieder in Empfang genommen.— Da an dem umgerissenen Laternenpfahl die Gaszufuhr beschädigt worden war und das Gas in großen Mengen entströmte, benachrichtigte ein Polizeibeamter die Gasanstalt, die den Schoden beseitigte Bork, 27. Febr.(Flugzeuglandung.) Zwei Flugzeuge des Flugsportvereins Osnabrück landeten gestern mittag hier mitten im Dorfe auf der Nierhaus'schen Wiese, um, nachdem sie sich wieder orientiert hatten, nach ihrem Heimathafen Osnahrück zu Die sparsame Hausfrau verwendet MAGGP'. Würze, 159 denn sie weiß, daß es nur weniger Tropfen bedart. um dünnen Supnen. Fleischbrühe, Gemüsen und Soßen sofort einen kräftigen Wohlgeschmack zu geben.— Vortellhaftester Bezug in großen, plomblerten Originaltlaschen zu RM. 6.50. — Man verlange ausdrücklich MAGGls Würze.— 55 Vom Glück vergessen Roman von Gr. Lehne. 16. Nachdruck verboten. „—oder vielmehr die, einem Manne, dem Mann, der neben dir geht, ein geliebtes Weib zu werden! Hast du vergessen, Gwendoline?" fraote er vorwurfsvoll. „Ich habe gedacht, ob du nicht doch vorschnell gehandelt hast. Arel— was kann ich dir bieten?„Ihre Gewissenhaftigkeit ließ sie ihre Zweisel aussprechen, bis er ungestüm ihr Hand faßte. „Kein Wort, Gwendoline, wenn du mich necht ergürnen willst!“ sagte er erregt.„Wie schätzest du mich nieorig ein! Ich liebe dich! Und das muß dir genügen. Ich kann nicht viele Worte machen. Du wirst mein geliebtes Weib! Die drei bis vier Jahre bis zu meinem Hauptmann werden auch vergehen!“ Beglückt börte sie ihn an. Nun hatte sie doch ein Ziel erreicht, für das es sich lohnte, zu leben— zu hoffen! Seine Augen konnten doch nicht bügen, die so beib und därtlich die ihren suchten— nein.— Rubiger zuversichtlicher gestimmt kam sie nach Hause. Die Mutter lag auf dem Divan, entgegen ihrer sonstiden nimmer rastenden Art. Swendoline war darüber erschreckt. „Es ist nichts. Kind, ich bin nur ein wenig mütde!“ wehrte die Baronin, und immer suchten ihre Blicke die Türe als ob da somand kommen müßte—— Malte, um sie aus ihrer Herzensruhe zu reißen. Doch der kam nicht: der mußte Blankas Partner sein deim Tennis. die sich zu einem Tourwier einspielen wollte. Sie spielte sehr gern mit ihm, da er gewandt war und ihre Freundinnen sie um den eleganten und amitfanten Kavalier benetdeten. waren die letzten auf dem Platze; alle anderen waren schon gegangen; doch Blanka war unermüdlich; ne wollte ihre Ausdauer genau erproben; ihr Ebraeiz stredte Fräulein von Reblina zu überilügeln, ihre geMalte war von dem stundenlangen Spiel im Sonneubrande heiß und rot beworden. „Jetzt aber Schluß, Btauche! Ich bekenne mich besiegt— morgen ist auch noch ein Tag.“ Er reichte Blanka sein Ziearettenetui u. brannte sich dann auch eine Ziearette an nachdem er sie bedient. Verliebt soh er sie an. Wie eine reizende Puppe war sie in dem engen, weißen Kleidchen mit der ausgeschnittenen Bluse und dem beruntergebogenen Panama“ hut auf dem braunen lockeren Haar, das Gesicht raum mehr als fonst gerötet. Bequem lehnte sie sich in den roten Korbstuhl zurück, die weißbeschuhten Füße übereinandergeschlagen, das Rakett auf den Knleen, den Rauchringen vorer Zigarette nachsehend. Er legte sein Rakett beiseite, warf seine Zigarette fort und fabte nach ihrer Hand. „Blanche!" flüsterte er zärtlich und rückte dicht an sie heran. Sie hörte seine weiche, schmeichzerische Stimme vern und blickte gern in seine schwermütigen Zigenneraugen. Er streichelte Uhren Unterarm, schob den schweren goldenen Avmreif zurück und legte seine Lippen auf das feine Gelenk. „Halt, mein Freund.— nicht so kühn—!“ Doch ihre Augen straften ihre Abwehr Lügen, und er wußte dieser Augen Sorache gut zu deuten. „Blanche, belle Blanche, meinen Lohn!" Er suchte und fand ihre Lippen ohne großen Widerstand zu begegnen. Seine Art war unwiderstehlich. Dazn weiche, schmeichelnde Maienluft, das Locken des Frühlings———„Blauche, füße, beliebte Blanche— Jetzt war vielleicht der Augenblick gekommen, sie seinen Wünschen geneigt zu machen— wer weiß, wann er wieder die Gelegenheit batte, so ungestört mit ihr zusammenm zu sein: sie schien in einer weichen, bingebenden Stimmung, und da begann er in keisen, zäulichen, vorsichtig gewähtten Worten von seiner Liebe zu sprechen. Plötzlich wurde sle aufmerksamer; ein spöttisches Licht glomm in ihren Augen auf— sie lächette in unbestimmter Weise— die kleine klune. kübl abwägende Blanka hatte sich wieder ganz in der Gewalt, hatte die verliebte Regung abgeschüttelt. Doch noch ließ sie ihn weiter reden. Aber als er immer kühner beworden, den Wunsch aussprach, sie bald sein geliebtes Wetb,„keine Muse“ nennen zu dürfen, da brach sie plötzlich in ein tolles, nicht aufhörenwollendes Lachen aus. Sie schüttelte sich förmlich. Verdutzt sah er sie an, verdutzt und mit einem nichts weniger els geistreichen Gesichtsausdruck. „Blanche, es ist mein Ernst,— mein heiliger Ernst — mein Wort darauf—“ galube es Ihnen auch ohne eine Beteuerung, mein Ritter ohne Furcht und Tadel!— Aber so hoch versteigt sich mein Ehrgeis nicht. Ihre„Muse“ werden zu wollen— „Blanche— nur Sie. Ich habe keinen anderen Gedanken aks Sie!" Bittend hiel er ihre Hand. Da sprang sie auf; ihr hübsches Gesicht trug jetzt einen kalten hochmütigen Ausdruck. „Genug. Baron Malte won Reinhardt, ich sage „ein!“ Sprechen wir also nicht davon! Verderben Sie unser freundschaftliches Verhältnis nie wieder durch solche— kühnen Phantaftereien! Es würde mir aufrichtig leid tun. Sv. Schluß für heute!" Er biß sich auf die Lippen. Teufel! Hatte er sich doch verrechnet! „Also ein Korb, ein reuetrechter—“ Er nagte an seinem Bärtchen und sah vor sich hin. Die Schuvermutsmiene stand ihm gut. „Aber ein zierlich geflochtener Korb! Sie haben nicht schwer daran zu tragen— seien Sie zufrieden!" Sie beobachtete ihn von der Seite. Und sie lächelte verstohlen. Sie, die eine so gute Komödiantin war, verstand auch das Komödiensviel der anderen zu beurteilen! „Uebrigens, was ich Sie noch fragen wollte, Malte, wer war einentlich das kleine, bübsche, rothaarige Ding. mit dem Sie vorgeurn auf dem Rennvaitz sprachen? Ja, ja, tun Sie nicht so dumm, ich hab' sie ja gesehen— „In der Tat, ich weiß wirklich nicht— Sie sich geirrt haben, delte Blanche—“ „Ach was verstellen Sie sich nicht, das hat bei mit keinen Zweck! Ihre schönen Rebensarten sind ja bei der Kleinen besser angebracht als bei mir!—— Jetzt wollen wir gehen!— Seien Sie gescheit, und„mucksens Sie nicht mehr!“ Sie drückte den Hut fester auf dg# Haar.„Sie kommen doch mit mir und enen bei uns zu Abend—“ „Ich bedaure—“ „Ab, empfindlich, mein Freund?" Sie schlug mut dem Rakett durch die Luft,„so müssen wir halt heute auff das Vergnügen Ihrer Gegenwart verzichten!— Das wird Jeannerte besonders schmerzlich sern, dem inen Ding—“ Sie läckelte spöttisch dabei. Da sprang ein Funke in seinem Ange auf und mit „„ er einem schrägen, tücktschen Blick streifte er sie. nun Ernst bei Johanna machte? Wer hätte da den größten Schaden? Doch nur Blanka, die sicher von Hannas großes Vermögen als das ihrige betr# dessen Verlust sie schwer empfinden wurde! Und da nahm er sich vor, alles paran zu Hanna zu erringen— und donn Posgugoueg##ne Ungunde fühlen! Er war nicht der Mann, geschehene Beleidigungen und Kränkungen zu n jetzt auch nure Miene zum bösen Sviel machen mußte! Und es mußte bald sein„daß Hanna seine Braut wurde — denn er war in fürchterlicher Klemme. Die zweie tausend Mark, die ihm die Mutter gestern gegeben, waren ja nur ein Tropsen auf den hoißen Stein„ wesen. Er begleitete Blanka bis zu ihrer Villa, sich dann mit einem Handkuß von ihr verabschiedend. „Kommen Sie wirklich nicht mit? Haben Sie sich inzwischen nicht anders besonnen? Es gitt heute abend Krebse—“ Melancholisch schüttelte er den Kopf. „nuch dem Schmarz den Sir mir bereitet haben, grausame Blanka—“ „Dann haben Sie wenigstens Stoff für ein Liebeslied spottete sie. Kurtsetzung volgt. starten.—(Arge Schlägerel.) Vor eimer Heligen Wirtschaft entwickelte sich an einem der letzten— eine schwere Schlägerei zw'schen 3 angetrunkenen Bergleuten. Zaunlatten, Spazierstöcke und Bierseidel waren die Schlaginstrumente, mit denen sie sich gegenseitig bearbeiteten. Teils trugen sie schwere Verletzungen davon und mußten die Kampfhähne von der Polizei auseinandergebracht werden. Der Haupttäter wird wahrscheinlich als erster auf der Raufboldliste glänzen, die ihm jeden Wirtschaftsbesuch in kunft auf eine begrenzte Zeit untersag. Westfalen und Rheinland. Lüdinghausen, 25. Febr. Von giftigen Gasen betäubt wurden bei Schachtarbeiten von ausströmenden Gasen zwei hiesige Arbeiter, die erst nach längeren Wiederbelebungsversuchen zu sich kamen. Ein dritter Arbeiter, der sich an den Rettungsarbeiten beteiligte, verfiel demselben Schicksal. Auch diesem Verunglückten konnte noch im letzten Augenblicke zuteil werden. Annen, 26. Febr.(Leichenfund.) Auf der rheinischen Eisenbahnstrecke Annen— Löttringhausen wurde heute morgen in der Nähe der Glashütte Hoffmann eine mehrfach zerstückelte männliche Leiche gefunden. Wie festgestellt worden ist, handelt es sich um den 30 Jahre alten Bergmann Bernhard Wöstmann aus Kruckel. Wöstmann arbeitete auf der Zeche Kaiserstuhl in Dortmund. Vermutet wird, daß Wöstmann den Bahnkörper betreten und vom Zuge erfaßt worden ist.— In der Wirtschaft von Klamer am Annerberg drangen Diebe, nachdem sie die Lichtleitung durchschnitten hatten, in das Lokal ein und raubten eine Anzahl Zigarren, Zigaretten usw., auch einen grauen Herrenüberzieher nahmen sie mit. Buer, 25. Febr.(Tödlicher Unfall.) Auf der Zeche Graf Bismarck verunglückte in der Nacht zum Mittwoch im unterirdischen Betriebe der Bergmann Ant. Latta, Buer=Erle, Teutstraße, tödlich. Der Bedauernswerte geriet beim Fahren im Stapel zwischen Korb und Stapelzimmerung, so daß der Tod sofort eintrat. L. hinterläßt eine Witwe und drei unmündige Kindet. Vereinigte städtische Bühnen Dortmund. Stadttheater. Samstag, 27. Febr. 3—5,15 Uhr. Preise 4. „Der wahre Jakob.“— 7,30—10 Uhr. Preise 2. „Das verfemte Lachen“. Sonntag, 28. Febr. 7—10 Uhr. Preise 1.„Die Afrikanerin". Montag, 1. März Geschl. Vorstellung. Dienstag, 2. März, 7,30—10,30 Uhr. A25. Preise 3.„Louis Ferdinand— Prinz von Preußen". Vorverkauf ab Samstag Mittwoch, 3. März. 7—11 Uhr. B25. Preise 3.„Die Räuber". Vorverkauf ab Sonntag. Donnerstag, 4. März. 7,30—9,30 Uhr. Kammerspielvormiete 3. Preise 3. Zum 1. Male.„Ueberfahrt". Schauspiel in 3 Akten von Sutton Vane. Deutsch von Karl Klement. Vorverkauf ab Montag. Freitag, 5. März Geschl. Vorstellung. Samstag, 6. März. 7,30—10 Uhr. Erhöhte Preise. Gastspiel Heinrich Schlusnus, Staatsoper Berlin.„Rigoletto“ Rigoletto: Heinrich Schlusnus Es hat Gott dem Allmächtigen gefallen, am Donnerstag, den 25. Februar, morgens 3½ Uhr, unsere liebe Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Witwe Franziska Bürger geb. Blerenfeld nach kurzem, schweren Leiden, wohlvorbereitet durch den Empfang der heiligen Sterbesakramente im Alter von 54 Jahren zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Um stille Teilnahme bitten: Die trauernden Hinterbliebenen. Lünen, Elberfeld, Amerika, den 27. 2.1926 Die Beerdigung findet am Sonntag. den 28. Februar, nachmittags 3 Uhr, vom Marienhospital aus statt. Das felerliche Seelenamt ist Montag, den 1. März, morgens 7¼ Uhr, in der Herz-Jesu-Kirche. Sollte jemand aus Versehen keine Nachricht erhalten haben, so diene diese als solche. 095 Für die uns erwiesene innige Teilnahme beim Verlust unserer lieben Verstorbenen danken wir herzlichst. Familie Siepmann. Lünen, den 27. Februar 1926. 3002 Vorverkauf ab Mittwoch. Sonntag, 7. März. 3—5,15 Uhr. Preise 4.„Der wahre Jakob“.— 7—10 Uhr. Preise 2. Neu einstudiert.„Der Waffenschmied". Komische Oper mit Ballett in 3 Aufzügen von Albert Lortzing. Vorverkauf ab Donnerstag. Burgwalltheater. Samstag, 27. Febr. 7,30—10,45 Uhr Preise 3 Der Orlow“.„ Sonntag, 28. Febr. 11,30 Uhr. Volkstümliches Symphoniekonzert.— 7,30—9,45 Uhr. Preise 3. „Iphigenie auf Tauris". Montag, 1. März. 8 Uhr. Symphoniekonzert. Dienstag, 2. März. 7,30—10,30 Uhr. Preise 3. „Die Perlen der Cleopatra“. Vorverk. ab Samstag. Mittwoch, 3. März. 7,30—10,45 Uhr. Preise 3. „Der Orlow“. Vorverkauf ab Sonntag. Donnerstag, 4. März. 8 Uhr. Symphoniekonzert. Freitag, 5. März. Geschl. Vorstellung. Samstag, 6. März. 7,30—10,30 Uhr. Zum 1. Male. Preise 3.„Die Mädels von Davos.“ Operette in 3 Akten von H. A. Bühler. Gesangstext von Theo Halton. Musik von Martin Knopf. Vorverkauf ab Mittwoch. Sonntag, 7. März. 11,30 Uhr. Volkstümliches Symphoniekonzert.— 3—0 Uhr. Preise 3.„Die Mädels von Davos“.— 7,30—10,45 Uhr. Preise 3. „Der Orlow“. Vorverkauf ab Donnerstat Turnen und Sport. Sportklub 19 Lünen-Nord. Am Sonntag muß der Sportklub zum letzten Meisterschafts=Spiel nach Marl. Sollte die Mannschaft so kämpfen, wie sie es in den letzten Spielen getan hat, so kann man am Sonntag nur mit Ruhe und Zuversicht dem letzten Kampf entgegensehen. Die Mannschaft fährt mit dem Zuge 1,20 Uhr vom Bahnhof Lünen=Süd. Die Jugend erwartet zum Diplom=Spiel„Germania"=Datteln. Das Spiel beginnt pünktlich 3 Uhr. Anläßlich des Volkstrauertages treten sämtliche Mitglieder des Sportklubs am Sonntag. den 28. Febr., morgens 10 Uhr, im Lokale Wienecke=Nordlünen an. Erscheinen eines jeden ist unbedingt Pflicht. Außerdem findet am Samstagabend um 8 Uhr im Vereinslokol eine Zusammenkunft statt. Da etwas wichtiges zu besprechen ist, muß jedes Mitglied erscheinen. Turn-Club Lünen. Am Sonntag, den 28. Februar, nachm. 5 Uhr, findet beim Turnfreund Gastwirt W. Heitbrink eine Besprechung über Vereinsangelegenheiten statt, wozu sämtliche Turnfreunde eingeladen werden. Der Volkstrauerlag der Deutschen Turnerschaft. Der Volkstrauertag am 28. Februar wird in der Deutschen Turnerschaft, die im Weltkriege über 150000 Mitglieder verloren hat, dem Ernst des Tages entsprechend begangen werden. Alle Wettspiele und Veranstaltungen sind abgesagt worden, soweit dies noch möglich und eine spätere Durchführung angängig war. Bei den nicht mehr zu verlegenden Spielen usw. wird man überall den Gefallenen Minuten des Gedenkens durch Spielunterbrechung weihen. In zahlreichen Vereinen kommen die Turner und Turnerinnen zu einer Gedenkfeier an die Toten des Weltkrieges zusammen. Die T. u. B. B. von 1862 versammelt sich am Sonntag vormittag 11 Uhr am Lüner Hof, um gemeinsam mit den anderen Vereinen der Stadt die Gedenkfeier zu begehen. Ein eigenes Sechslage-Postamt in der Westfalenhalle. Um dem zu erwartenden starken telefonischen und telegraphischen Verkehr während des Sechstagerennens zu genügen, wird im Südflügel der Westfalenhalle ein eigenes Postamt eingerichtet, das während der ganzen Dauer des Rennens Tag und Nacht ununterbrochen geöffnet ist. Die Direktion der Westfalenhalle hofft mit dieser großzügigen Einrichtung sowohl den Wünschen und Bedürfnissen der Presse, wie des großen Publikums, das sicherlich häufig auch eine ständige Gelegenheit zum Telefonieren usw. ersehnt, auf das Weitgehendste entgegenMfomwes. Letzte Nachrichten. Schweres Aulounglück. Lüneburg, 26. Febr. Heute morgen fuhr in der Nähe der Roten Schleuse ein mit zwei Harburger Herren besetztes Auto gegen einen Baum und stürzte um. Beide Insassen und der Chauffeur wurden schwer verletzt. Der Chauffeur schoß sich in der Aufregung eine Kugel in den Kopf; an seinem Auskommen wird gezweifelt. Muttermord. Danzig. 26. Febr. Heute nachmittag wurde, wie die„Danziger Ztg“ meldet, eine Frau Bieber ermordet aufgesunden. Sie ist von ihrem Sohne, der schwachsinnig ist vermutlich im Laufe des Vormittags ermordet worden. Der Täter hatte die Wohnungstür verstellt und wollte auch noch die Schwester ermorden. Er wurde mit Gewalt aus der Wohnung entfernt und ins Gefängnis übergeführt. Französisches Fliegerunglück. Mainz, 26. Febr. Bei einer Uebung der französischen Fliegertruppe in der Nähe von Mainz stießen zwei Flugzeuge zusammen. Einer der beiden Apparate stürzte aus über 1000 Meter zu Boden. Die beiden Insassen wurden auf der Stelle getötet. Verhaftung eines Raubmörders. Frankfurt a. M., 26. Febr. Der von der Leipsiger Kriminalpolizei wegen Beteiligung an dem Raubmord bei Lockstädt in Sachsen steckbrieflich gesuchte Händler Adam Schmidt wurde verhaftet und heute vormittag nach Leipzig gebracht. Raubüberfall auf einen Kassenboten. München, 25. Febr. Zwischen Erding und Aufkirchen wurde am Donnerstagabend ein Bote der mittleren Isar=Aktiengesellschaft, der Lohngelder nach Aufkirchen zu bringen hatte, überfallen und der Lohngelder in Höhe von ca. 12000 Reichsmark beraubt. Der Kassenbote erhielt einen Stich und Schläge auf den Kopf und wurde besinnungslos aufgefunden. Von den Tätern hat man noch keine Spur. * Schweres Hochofenunglück. Luxemburg, 26. Febr. Auf der Hütte Michelville im französischen Villerupt stürzte, laut„Escher Tageblatt“, die 80 Meter hohe Esse der Hochöfen 3 und 4 zusammen. Eine Anzahl Arbetter wurde unter den Trümmern verschüttet. Die Zahl der Opfer beträgt schätzungsweise 10 Tote und viele Verwundete. Die Rettungsarbeiten wurden sofort in Angriff genommen. * Ein griechischer Riesendefraudant verhaftet. Agram, 26. Febr. In Agram wurde der griechische Bankdirektor Spiridien Skiades aus Korsu verhaftet, der nach Angaben der ihn seit einigen Tagen steckbrieflich verfolgenden griechischen Behörden 32 Millionen Drachmen etwa 1884000 Mark veruntreut hat. Bei der Gepäckuntersuchung und Leibesvisitation wurden Schecks im Werte von mehreren Millionen Drachmen und in bar eine Million in griechischer Valuta gefunden. Skiades gab an, daß er aus politischen Gründen geflüchtet sei, da man ihn verhaften wollte. Verantwortlich: Christl Bäumler, Lünen i. W. losens, lindernd, Tabletten in allen Apotheken u. Drogerien Ml. 1.— erfrischend Kirchliche Nachrichten. Kathol. Gotlesdienstordnung. Sonntag, den 28. Februar Pfarrgemeinde Altlünen. 6 und 7 Uhr hl. Messen, 8 Uhr hl. Messe mit Predigt, 9 Uhr Kindermesse mit Predigt. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. 4 Uhr Fastenpredigt und Andacht. Herz-Jesu-Pfarrgemeinde. 7,30 Uhr Frühmesse mit gem. hl. Kommunion des Müttervereins. 10 Uhr Hochamt. 2,30 Uhr Andacht zum leidenden Heiland.— Nächsten Sonntag ist gem. hl. Kommunion des Männerapostolats und der Schulknaben. Pfarrei Lünen-Süd. Samstag 3 Uhr Kinderbeichte, 5 Uhr Beichtgelegenheit. Sonntag 7,30 Uhr Frühmesse mit gem. hl. Kommunion der Mütter. 10 Uhr Hochamt. 6 Uhr Fastenandacht mit Predigt. Donnerstag 5—7 Uhr Beichtgelegenheit. Freitag Herz=Jesu=Freitag: 6 Uhr Kreuzwegandacht. Pfarrgemeinde Lünen=Beckinghausen. 7,30 Uhr Frühmesse mit gem. hl. Kommunion der Mütter und Gedächtnisfeier für die im Kriege Gefallenen. 10 Uhr Hochamt. 3 Uhr Andacht für die im Kriege Gefallenen(Todesangstbruderschaftsandacht). Nach der Andacht Predigt für die Mütter und danach Generalversammlung in der Schule zu Beckinghausen mit Jahresbericht und Vorstandswahl. Pforrgemeinde Lünen-Horstmar. 7,30 Uhr Frühmesse mit gem. hl. Kommunion des Müttervereins. 10 Uhr Hochamt 2,30 Uhr Andacht; danach Vortrag für die Mütter in der Kirche. Baptistengemeinde„Eben-Ezer“-Kapelle. Steinstraße. (Prediger Pohl.) 9,30 Uhr Predigt. 11 Uhr Sonntagschule. 4.30 Uhr Predigt. Abends 6 Uhr Jugendverein. Mittwoch abend 8 Uhr Bibel= und Gebetsstunde. Krieger-und landwchrVorein Linen GefallenenEhrung am 28. Februar 1926. 9.15 Uhr Antreten zum Kirchgang b. Kameraden Hartmann. 372 11.15 Uhr Antreten zur Trauer-Feier im Vereinslokal Hartmann. Es ist Ehrenpflicht jedes Kameraden, sich zu beteiligen. Der Vorstand. Kythäuser-Techalkum Frankenhausen Ing.-Schule f. Masch.- u. Automobilbas, Rlektrotechn. Binz. Sond.-Abt. f. Landm. u. Flagtechn. Damen und Herren jeden Altere und Standes, viele mit Vermögen, wünschen baldige 76 HEIRAT Auskunft sofort„Eidenheim’. Essen R. Postfach Nr. 795. 60 HIbh. wöchentl. kann jeder durch d. Verkauf meiner Artikel an Prlvate verdienen. Auch als Nebenerwerb. Sofort Verdienst. Rud. Klöckner, Erbach, 346 Westerwald. Reimarbeit Durch schriftlliche Arbeiten ermöghe ich jedem einen wöchentlichen Verdienst von 30—50 Mark. Angebote an A. Oexmann, 347 Eickel I. b. Wanne Ktttttttlllllllt Gasthof zum Bahnhef Preußen Besitzer Fritz Hagedorn * Zum 1. mal! Sonntad, den 28. Pebruar 1. Sonder-Konzert des Linde-Salonorchesters unter selbsttätiger Leitung Kapellmeister A. Lindé. 002 Ab 4 Uhr: Familien- Konzert, folgend Heiterer Nunschabend FRISCH GEIRNT Fordern Sie die„Blauband-Woche“ zu jedem Pfund. Vertriebsstellen für feste Rechg. ev. auch gegen Mk. 150.— Gehalt und Provis. zu vergeben.— Näheres durch Seisenjebrik Sfrörer. Düsseldorf-Oberkassel(903) 376 Bis 25 M. tägl. nachweislich verdient. 2754 Prospekt gratis. Bukaversand Abl. 475 Leipzig, Schließfach 130. g. Eilderfetthäse 9 Pfd. 6.00 Mark franko Dampfhässtabrik, Rendsburg. ObstBeanntwein, 50 T stark, naturrein, versendet in Korbflaschen von 5 Liter. a Liter ca. 8.— Mark die 206 Obstbranntweinbrennerei Jakob Rosar. Beuren, Kreis Trier. Chauffeur-Schüler werden angenommen Verlangen Sie Gratisprospekt! 5035 Chauffeurschule des Dortmunder Auto-Hausen Pleischer& Co., Bornstr. 25. Telefon 9694/9693 Zahle gute Treise für Kaninchen-, Hasen-, Ziegen- und sonstige Felle F. Nrümpelmann, Ullauerstraße nion Anrche. raße. 4.30 RittNeue Frühjahrs-Kleidung Solide Herren-Anzüge soften, neue Muster.. Moderne Herren-Anzüge gar und Gabardinestofte, gute Qualitäten Neue Uebergangs-Mäntel und ohne Rückencurt, aus Covercoat-, Oabardine- und Cheviotstoffen Dogan Mäntel aus wetterfest impräguierten Loden- u. wasserRegen-Wlaiter dichten Qummistoffen, in 1- u. 2reihig. 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Ersparungen ermöglichen sich: durch Vereinfachung der Verwaltung in Richtung auf den Einheitsstaat. Durch Befreiung der Länder von den ungerechtfertigten Abfindungen an Fürsten und Fürstenfamilien. Durch Ersparnisse am Beamtenapparat der Heeres= und Marineverwaltung. Streichung des Neubaues von Kriegsschiffen, wie überhaupt durch äußerste Einschränkung in Etat des Reichswehrministeriums. Die freigewerkschaftlichen Spitzenorganisationen fordern in erster Linie: Offenlegung der Steuerlisten. Abbau der Umsatzsteuer, Reform des Einkommensteuer tarifs zur Entlastung der unteren Stufen und schär. fere steuerliche Erfassung des höheren Einkommens. Volle Verwendung der Hauszinssteuer für den Wob nungsbau. Tarifgestaltung der Eisenbahnen und Post. Der Forderung des Reichsverbandes der Deutschen Industrie auf Herabsetzung der Telegraphen= und Fernsprechgebühren der Post schließen sich die freigewerk schaftlichen Spitzenverbände an. Aufgabe der Reichsgesetzes vom August 1924 gezwungen ist, auf dem bahnleitung muß es sein, die Ueberschüsse, wozu sie durch Reparationslasten und die Bestimmung des ReichsWege der Steigerung des Verkehrs zu erzielen, anstatt durch Tarifsteigerung den Verkehr zum Schaden der Wirtschaft zu hemmen. Zusammenfassend ist zu sagen. daß Post und Bahn sich den Erfordernissen rationeller Preisgestaltung anvassen mussen und daß die Verkehrsverwaltungen in ihrer Politik den Grundgedanken verwirklichen sollen. Diener der Gesamtwirtschaft zu sein 9. Die sozialen Aufgaben: Die sogenannten sozialen Abgaben dienen dem Schutz der menschlichen Arbeitskraft. Die freigewerkschaftlichen Spitzenverbände lehnen deshalb jeden Rückschritt der Leistungen auf diesem Gebiete ab. Dagegen fordern sie Ausgestaltung der Leistungen der bestehenden SozialVersicherungen und vor allen Dingen schnellste Durchfübrung einer ausreichenden Arbeitslosenversicherung. Lohn= und Arbeitszeit: Die Erhöhung des Lobnniveaus ist nicht nur sozial erwünscht, sondern auch als Antrieb zur Rationalisierung unter Voraussetzung der Markterweiterung für die Gecymtwirtschaft dringend notwendig. Desbalb fordern die freigewerkschaftlichen Spitzenverbändee Aufrechterballung und Ausgestaltung des Tarifsystems. des rechts, und des Schlichtungswesens; gesetzliche Durchführung des 8=Stunden=Tages und Ratifizierung des Washingtoner Abkommens. 5. Bank= und Kreditwesen. Jede künstliche Neuschöpfung von Krediten ist abzulehnen, da sie preistreibend wirken und bei gröberem Umfang die Währung gefährden würden. Durch die Reichsbank, durch die öffentlichen Banken und durch Beeinflussung der Privat=Banken ist ein Abbau der Spanne zwischen Soll= und Haben=Zinsen und eine planvolle Kreditverteilung anzustreben. 6. Handelspolitik. Der Abbau der internationalen Zollmauern, insbesondere aber der deutschen Zollmauern ist das Gebot der gegenwärtigen Lage. Die künftigen Handelsvertragsverhandlungen sind nicht mit dem Ziel der Aufrechterhaltung des eigenen Zolltarifs, sondern mit dem Bestreben nach Abbau des allgemeinen Zollniveaus zu führen. Neue Lohnverhandlungen in der Holzindustrie Der für die Holzindustrie gefällte Schiedsspruch, der die gekündigten Lohnabkommen bis 31. Juli 1926 mit dreiwöchentlicher Kündigungsfrist verlängerte, ist von Arbeitgeberseite abgelehnt worden. Es soll nunmehr bezirklich zwischen den Vertretern der Unternehmer und der Arbeiter der Holzindustrie verhandelt werden. Arbeitsdifferenzen in der Hagener Metallindustrie In der Hagener Metallindustrie war von Arbeitgeberseite ein Abbau der Löhne um 10 Prozent, dagegen von den Gewerkschaften eine Lohnerhöhung gefordert worden. Der Schlichter in Dortmund bat entschieden, daß das bisherige Lohnabkommen wieder in Kraft gesetzt wird mit der Maßgabe, daß die bestehenden festen Bulagen für Akkordarbeiter in die Akkorde umgerechnet werden können. Diese Regelung soll mit einmonatiger Frist zum ersten Male zum 30. Juni gekündigt werden können. Die Stellungnahme der Parteien steht noch aus. Die Angestelltenorganisationen hatten eine 15prozentige Gehaltserhöhung und gleichzeitig Abschluß eines neuen Rahmentarifes gefordert. Vom Schlichtungsausschuß in Hagen ist ein neuer Rahmentarif beschlossen worden. Mit Rücksicht darauf, daß nach Ansicht der Arbeitgeber in diesem Rahmentarif die Urlaubsfrage nicht so geregelt worden ist, wie es die gegenwärtigen Wirtschaftslage erfordert, ist der Schiedsspruch über den Rahmentarif von Arbeitgeberseite nicht angenommen worden. Der Antrag auf Gehaltserhöbung wurde vom Schlichtungsausschuß abgelehnt. Die bisberigen Gebälter wurden mit Wirkung ab 1. März 1926 wieder in Kraft gesetzt. Beginn des Prozesses mit 500 Zeugen. Montag begann der Prozeß gegen den Freiherrn Dr. phil. Kurt von Lützow aus Zossen, der beschuldigt wird. in 75 Fällen Zöglinge des von ihm geleiteten Erziebungsinstitutes schwer mißhandelt und sich in unsittlicher Weise an ihnen vergangen zu haben. Die Verhandlungen finden vor dem zuständigen Schöffengericht Lichterfelde statt, das zu diesem Zweck nach Moabit übergesiedelt ist. Annähernd 500 Zeugen sind genannt worden. Die Eltern der mißhandelten Schüler sind vom Gericht als Nebenkläger zugelassen worden und haben den Rechtsanwalt Dr. Gollnick mit ihrer Vertretung beauftragt. Es ist damit zu rechnen, daß während eines Teiles der Sitzungen die Oeffentlichkeit ausgeschlossen wird. Vor Eintritt in die Verhandlung brachten die Verteidiger einen Haftentlassungsantrag ein. Sie begründeten diesen Antrag damit, daß kein Fluchtverdacht nehr vorliege. Das Gericht verkündete nach halbstündiger Beratung den Beschluß, wonach der vom Untrsuchungsrichter erlassene Haftbefehl aufgehoben worden ist. Der Angeklagte wurde sofort auf freien Fuß gesetzt. Er entfernte sich von seinem Platz auf der Anklagebank und setzte sich neben seine Verteidiger. Im weiteren Verlauf der Verhandlungen im Prozeß gegen Freiherrn von Lützow wurde die Anklage verlesen. Darauf ersuchte der Vorsitzende den Angeklagten, sich zu der Anklage zu äußern. Der Angeklagte ging auf die ihm zur Last gelegten Prügeleien und sittlichen Verfehlungen fast gar nicht ein. Er habe das Kadettenkorps besucht und darauf Landwirtschaft und Naturwissenschaft studiert. Darauf habe er eine Stellung bei der rheinischen Mission in Mörs angenommen. Die Vorwürfe, die man ihm mache, seien gerade von Schülern ausgegangen, die er bei bedenklichen Handlungen abgesaßt habe. Seine Unterrichtsmethode sei in der Kleinstadt Bokuw nicht verstanden worden, und so sei er nach Zossen gegangen, wo sofort eine Hetze gegen ihn inszeniert worden sei. Das schlechte Schülermaterial in Zossen habe ihn gezwungen, mit strengen Grundsätzen vorzugeben, besonders politisch links stehende Lehrer hätten gegen ihn gehetzt. Man habe eine Konferenz gegen ihn einberufen, bei der ihm erklärt worden sei, er sei minderwertig und unfähig für die Erziehung. Damals sei aber nicht die Rede von sittlichen Verfehlungen gewesen. Der Schulrat habe endlich einen Frieden zustande gebracht. Bald darauf sei es zu neuen schweren Angriffen gegen ihn gekommen. Es sei eine Untersuchung eingeleitet worden, die aber zu seinen Gunsten ausgefallen sei. Im Jahre 1924 habe sich der Zustand der Schule noch mehr verschlechtert, so daß er scharf habe durchgreifen müssen. Er habe selbst eine Elternversammlung einberufen und die vollzogenen Strafen verlesen. Die Eltern hätten der Notwendigkeit der Prügelstrafe zugestimmt. Nach Beendigung der Rechtfertigungsrede des Angeklagten wurde die Verhandlung auf Donnerstag trüb vertagt. Auflegung der Städteanleihe in Holland * Die niederländische Handelsgesellschaft Mendelsohn u. Co. Amsterdam, Pierson u. um 1. März einen Zweig von 1 500000 Dollar der siebenprozentigen 15-Millionen=Dollar=Anleibe des kommunalen Städteverbandes zur Einschreibung auflegen werden. Der Ausgabekurs ist 95¼ Prozent. In dem niederländischen Prospekt heißt es: Der Deutsche Sparkassen= und Giro=Verband ist eine unter Staatsaufsicht stehende, durch Zusammenschluß von Sparkassen, Gemeindebanken und Girostellen im Jahre 1924 gegründete Körverschaft, deren Aufgabe die Förderung des Gemeindekredits und der Krediteinrichtungen und Sparkassen von Gemeinden im Deutschen Reich ist. Nach dem deutschen Gesetz kann der Verband nicht eber aufgelöst werden, bis alle Verpflichtungen erfüllt sind. Dem Verband sind mehr als 3000 Gemeinden angeschlossen. Die 15=Millionen=Dollar=Obligationen stellen eine direkte Verpflichtung des deutschen Sparkassen= und Giro=Verbandes dar. Die dem Verband angeschlossenen 3000 Gemeinden sind für die Anleihe haftbar, unbeschadet ob sie an der Anleibe particivieren oder nicht. Ueberdies wird die Anleihe noch garantiert durch bei dem Treuhänder erfolgte Deponierung eines Nominalbe##ages an Obligationen in gleicher Höbe: in ungefähr 120 deutschen Gemeinden, die dem Sparkassen= und Giroverband angeschlossen sind und an der Anleibe teilnehmen. Die Anleihe kann am 1. Februar 1931 oder an jenem Convon=Verfalltag bis zum Verfalltermin der Anleihe mit 100 Prozent vlus Rente abgelöst werden. Die Notierung der Anleiben in Newyork soll beantragt werden. 4 Fürsorge für die weibliche Jugend Eine westsälische Frauenkonferenz * Eine auf Veranlassung der Regierungspräsidenten von Arnsberg und Münster nach Hamm einberufene Frauenkonferenz beschäftigte sich mit der Frage der Fürsorge für die weibliche Jugend im westfälischen undustriebezirk. Nachdem die Not der weiblichen Jugend in düsteren Farben geschildert worden war wurde beschlossen, einen Fragebogen zu entwerfen, der von den Regierungspräsidenten den in Frage kommenden Ortsstellen zur Beantwortung vorgelegt werden soll. Auf Grund des örtlichen Materials sollen dann beim Wohlfahrtsministerium unverzüglich Schritte zur Behebung der durch d. Erwerbslosigkeit herbeigeführten Not durch Bereitstellung von Mitteln unternommen werden. Eine Kommission soll das Erforderliche vernnlassen. Weiter wurde speziell die Frage behandet, wie der Not gesteuert werden könne. Die infolge, Erwerbslosiakeit sittlich gefährdeten Mädchen müssen, so war die Meinung, an ständiges Arbeiten in Näb= und Haus haltungskursen und dergleichen gewöhnt werden Die so ausgebildeten Mädchen sind dann, möglichst auf dem Lande. in Stellungen zu bringen. Lehrwerkstätten sind für die Mädchen eingurichten, die ein Handwerk lernen wollen. aber nicht unterkommen können. Ueberall durch Ortsstatut zu bestimmen, daß alle erwerbsi#sen Mädchen die Berufsschule besuchen müssen. Schwer wird es sein den jungen Mädchen Arbeitsmöglichkeit zu verschaffen. Da müssen die großen Verbände der Wohlf ahrtspflege hilfreiche Hand anlegen. Das große Los ist heraus! Sämtliche Gewinner in Berlin.— Wen das Glück In der Preußisch=Süddeutschen Klassenlotterie wurde Mittwoch nachmittag das große Lox nen sen. E besteht aus zwei Abschnitten von je einer halben Million Mark, die in lauter Achteln gespielt wurden. Jeder der sechzehn Gewinner erhält nach Abzug der Steuern 50000 Mark. Sämtliche 16 Losabschnitte sind in Berlin gespielt worden, und zwar die eine Hälfte in dem Vorort Lichtenberg und die andere Hälfte bei einem Kollekteur im Zentrum Berlins. Die Lichtenberger Gewinner sind 8 Arbeiterfamilien, darunter ein greises Ebevaar, der Mann seit Monaten arbeitslos und der Verzweiflung nahe. Der Kollekteur setze die Gewinner sofort telegrapbisch von ihrem Glück in Kenntnis und alle fanden sich noch in den späten Abendstunden bei ihm ein. Noch wollten sie nicht an ihr Glück glauben, noch befürchteten sie, daß eine verbängnisvolle Nummernverwechtlung ihnen eine Enttäuschung bereiten könnte, ihre Nummern standen aber schwarz auf weiß in der Gewinnliste. Von den Berliner Gewinnern ist einer ein Kaufmann, den gerade vormittags Konkurs angemeldet hatte. Wie wählen die Alter und Geschlechter? Um die Wahlbeteiligung in den verschiedenen Lebensaltern zu ermitteln, ist auf Veranlassung des Reichsministeriums des Innern für die Reichstagspahl vom 4. Mai 1924 das Material aus vier charakteristischen unteren Verwaltungsbezirken ausgewertet worden, und zwar aus der Stadt Nürnbera. der vorwiegen. industriellen Hauptmannschaft Borna in#### en, dem Landkreis Hanau mit seinen teils n der Industrie, teils in der Landwirtschaft tätigen Einwohnern und dem überwiegend ländlichen Kreis Lauenburg in Pommern. Die Wahlberechtigten bis zum 70. Lebensjahre St ga At stufen zu je 5 Jahrgängen, die Jahre alten zu einer Altersstufe zusammenDie Wahlbeteiligung ist bei den Frauen dis auf einen Fall(2. Altersstufe in Borna) in allen Stufen durchweg geringer als bei den Männern. Sie steigt von 82.9 v. H. der Wahlberechtigten bei den Männern und 86,8 v. H. bei den Frauen in der 1. Altersstufe(20 bis 25 Jahre) allmählich an den Frauen mit 85.7 v. H. in der (40 bis 45 Jahre), bei den Männern mit 91,4 v. H. in der 7. Altersstuse(50 bis 55 Jahre) den Höhepunkt. Sie hält sich bei den Männern hie ztwg zur 10. Altersstufe(65 bis 70 Jahre) auf be trächtlicher Höhe(sie ist in dieser Altersstufe zum Ssit dan, eier gais bei den 2d bis Bscheigen) und fällt dann beträchtlich bis zur 10. Stufe(65—70 ##0 hgt in der letzten Altersstufe mit 5/4 # nahezu die Hälfte der Wahlberechtigten „h, gder bo sie dann erst einsetzt, wenn eitwalge Verluste aus dem Russengeschäft die Höbe von 40 Prozent überschritten haben. Politisch genommen dokumentiert der RegierungsVertrauen der deutschen Regierung Diese prinzipielle Ein####werung würde dadurch aber etwas eingeschränkt werden, wenn ihre Ausfallsgaranzig nur an zweiter Stelle zu buchen wäre. Das würde den politischen Wert des deutschen Schrittes zwar nicht aufheben, aber doch ziemlich stark einTranken, And schließlich handelt es sich ja in der Hauptsache darum, die Wechsel der Sowjets diskontfähiger zu machen, also dem deutschen Industriellen äs s paßet guss, leiger Heschäfte mu erleichtern. Es ware daher dringend zu wünschen, daß die Reichsan die Abwicklung des Geschäftes praktisch herantreten kann. Russengeschäft. 95 Exports nach Ruhlan, eine sogenanat= Muesa ür das Keuticr##. ecgussung von Industriekrediten s deutsche Einfuhrgeschäft nach Sowjetrußland schon vorgesehen. In diesen Tagen wird sich bereits er Unterausschuß des Reichstages darüber klar geworden sein, welche endgültige Form des Regierungsdem Haushaltsausschuß vorschlagen wird Der Regierungsentwurf sieht vor, daß sich auch die Lä cd.r an er Uebernahme einer Ausfallgarantie dern brcd Jis ia. De Verhandlungen mit den Länschen, daß wenigstens soweit Reich und Länder in Frage kommen, die beabsichtigte Grundlage für die Einanzierung des Russengeschäftes durch die Fest Sowjetregierung hat sich bereit erklärt. Aufträge zm Seigxutbetrage von 300 Millionen Reichshierdurch dür bus.,Jsotstrit zu übermitteln. hierdurch für umere industriellen Erzeuanisse ein neues, sehr willkommenes Absatzgebiet gefunden ist ist die deutsche Industrie selbstverständlich bereit. den Auftrag anzunehmen, aber nur unter der Bedingung Sschaste Se ders Krickeie Aurseligermute der in dieter Angesa Vorschlag, den die Reichsregierung Regierung selbn gs u. nu 2t i hestchelegt, daß die g selbst sich nur zu einer Uebernahme einer zur Höhe von 35 Prozent verstehen kann, während die Länder eine weitere Ausfallgarantie von 25 Prozent übernehmen müßten Hierzurch wäre das Riflio, das die deutschen Indu„( rge diesem Geschäft übernehmen müßten, nur auf 40 Prozent eines etwaigen Verlustes beschränkt 5 Hele L.=hse c. eie, Klarzeit, doeriber, po diese behördliche Ausfallgarantie an erster Stelle Der Einheitsgedanke in Südamerika. Weltwirtschaft treibt immer ten m einem a ste bestehender Jolschtanseng au einem Zusammenfassen mehr oder weniger Volksgruppen zu einem einheitlichen Zollgebilde, zu einer Union einander vielleicht rassefremder Völker. Die Vereinigten Staaten von „Juca geben ein solches Beispiel. Auch in Europa mehr Stimmen laut, die von der NotSchfasies der Räiter Due wirtschaftlichen Zusammenschlusses der Völker des Kontinents reden. Diese Entwicklu., hat ihren Weg nicht an der Staatengruppe vorbei genommen, die das weite Gebiet Südder Zusammengehörigkeit der latein=amerikanischen Völker hat in Reden der Polititer und in amtlichen Dokumenten Ausdruck gefunden, es ist schon tief in „Finsicht, der Volksmassen hineingedrungen. Die jüngste Geschichte der südamerikanischen Entwicklung ### da manche Beispiele. Kun nach dem Weltkriea brach zwischen Panama und Costarica ein Krieg aus ßlich zugunsten des ersteren Landes entchieden wurde. In dieser Zeit der Kämpfe fand sich die Sympathie aller südamerikanischen Staaten für geographisch und rassenmäßig nähertehende Costarica in lückenloser Geschlossenheit zuChränste u.#)#es Zusammengehörigleitsgefühl begrsucte ich, aver keinezwegs nur auf eine Demonser Sympathien, es führte auch zu einer krätuigen m. terieuen Unterstützung des befreungeien Landes. Freiwillige aus fast allen Staaten Südamerikas traten in die kleine Armee Costaricas Wohi ertannie Warie Justrom. Tohl erkannte Washington, daß diese Aeußerung der Semrathig iore Spitze nach Nordamerika richtete, Erkemmin pierud, war viel zu klug, um aus dieser r.##n. ISs uch zu irgendwelchen Taten hinreißen zu lassen. Panama verlor den Krieg und überließ dem Sieger ein kleines Stück Grenggebiet. Zum zweiten Mal fand dieses südamerikanische Zusammengehörigkeitsgefühl einen starken Ausdruck als die Spannung zwischen Chile und Pern vor einigen Monaten sich sehr bedrohlich zuspitzte. In Mexiko andssade s grobe Straßenzemonstrationen statt, die gegen das Widerfinnige eines solchen Bruderkrieges protestierten. Man ist im gesamten Südamerika der felsenfesten Ueberzeugung, daß dieser Konflikt von Gashington her kräftig genährt wird Gute n gu. Staaten das größte Feresse daran hätten, den Frieden in Südamerika nicht allzufest werden zu lassen. Diese mehr gefühlsmäßige Ueherzeugung in allerdings durch keinerlei vrgeunt ur anegioensche, Malte u. Miaiskethz scre hans vurer de Kaue Kesben. be Seseche Aihe Staaten Rarager. 1merikanischen Staaten Nordamerika davor warnen, durch Parteiur einen od den anderen der sich zurzeit schluß Südameritge Lers. e Zusammenschluß Südamerikas herbeizufuhren. Ein solches einiges Sudamerika wäre eine Macht, mit der nord or der wie sier ua daex Laige b 2a., ertig werden enge Formen an größte Vorscht Washingtone in der Vehandlung d ergen. hen d d Dauer nicht vrhzindern dach eriolat. Zusammenschlutz eines Tages Klschen hurntel. Per, Kaszen Meitoeg en anderes esesc eie Aaice Aaesch esece e... ehr, wichuge Frage gestellt: wirtschaftlicher Anschluß an Nordamerika oder wirtschaftlicher Anschluß an Europa oder schließlich Anschluß an— Javan. Die Lösung all dieser Fragen wird angesichts der ae sun e, lüdamerikanischen Bevölkerung stark von dem Rassenproblem abhängig sein. Die kus inr farbig. In den meisten Staaten. vielleicht ausgenommen in Chile und Argentinien, ist die weiße Vertr.es“ Je“ ga enen Peitischen Ohnmaht eldzee. berinkiasen, Gh Sibanu., seinen galitten Wirtschaftskörpern, also Nordamerika und Shmnsede trg f Sschen, dren Foigen nichzt „Diese Erwägungen sind sehr ernster Natur. Sie nupzten die verantwortlichen Politiker Wahingtons Eche SueteP andg mit ganz besonderer Vorbegrüößer Das Güntigr. lage der Grichichur gurgmnß für die Wirschafts. gae. ia#rtlichen Länder herausspringen würde Sipter erhee#oct in bein Gegenteil verwandein, wenn erncge getschen mo... dal kenat. Körper, daraus heror, bereit Pekröftizter zu widersteben.„Krans. u g reni Pl. kampfen und Die moderne Fran und die Ehe. Von Elsa Klein=Solingen. Giaeug c was ist die moderne Frau? grissanee, Wan... i Werden be„— Man kann noch nicht darüber urteilen Sei gergr„Plenden und beim Wetter sel man nie gas Ende voraussagen. Auch nicht bei der Frau Aber man kann doch Glauben setzen in starke Fähig„ Hran aus der Biedermeierzeit mit dem dunk len gocheeschlossenen Reformkleid, das nur die Fußpitzen, sechen ließ und mit denselben Anschauungen wie die Kleidung war, eng, hochgeschlossen streug und vie erit Fät mates. Begriff von Ehrbarkeit, fühlt, daß sie der Zeit fortschreiten mußte und sie reckte und streckte sich, dehnte sich und stürzt sich nun in einem Taumel in das goldene Licht der Freiheit, das sie is etwas Köstliches und Neues empfindet, das aber vie. Dunkelheit gewöhnten Augen blei det Heairender Vercheunhan den eier ndends, 21 H5 ... T##enschenkind, das aber zu stelz ist, seine Hilflosigleit, einzugestehen und— emanzipiert wirk Männg g wpeniae Menuurn— und vor allem wenig wisen Die sag u diele Frau richtig zu deurteilen wissen. Die sog. Männer vom alten Schlage sehen den . fur hoffnungslos an und wenden sich entrüstet seihe n de. Ssshr, Vur. der Zeit gesczrillenen. de . in der Sphäre der Neuentwicklung stehen bewoslen, der Fibesausgzmudt en. 1 demrahnenfallenMoloch Berlin! Was Berlin in seinen Bann zieht.— Die 17jährige Plez,.— Der Busche Jonz.— Ais„Fouieunr uag — Die Rettungsarbeit des Jugendamtes.— Liefert eure Kinder nicht der Sroßzstadt aus! Von Renate Hall. Seshe ie r ie e. ee. Serscheig elice daher mancher den Augenblick herbei. der ihn durch einen schulentlossenen Sprößling, eine Erleichterung schwierigen Daseinsbedingungen erhoffen läßt Sei es auch nur, daß der nunmehr erwachisene Sohn in. dis, Stende dechen, und wnächt Seasesleshteis eite Dies Fan hund üite ein er der da. e ie, Tercerel, bleidt zuch eine Biser Keim, der durch das ganze Leben geschleppt, erden Be der. Peiche n n. eie, aian Mlachoen Nie ui. 123, win Lita Hile vort den Schmierseheita, due belegzenbeit versöinlich losen Jngend u. Ghergengen.rten, wittel e den Bänren im Korridor vor der WohlfahrtsMäd aggi i. Dutenden, hunge Burschen und chons###le gehr ooer minder verwahrlost ausJe nach der Witterung richtet sich die Angahl der, Hilfeheischenden. Jeder erhält eine Nunmer vora-chrie paung. Daurger. au die Reithe kommt. Die vorgeschriebenen Diensktunden haben die mätterlichle Ve. Maite#r, Verziugerug, dei Wirschafs, #uen beitragen. Daß auf einen späteren pekuniären Sesdtr Festise ese Beheictg gmartiel vich ..## es nun um die Arbeitsaussichten in Verjealichen Altere S.aaf. Iremde mgereiste Personen ##glichen#rs Geschlechts und Berufs haben augenblicklich nicht die geringste Aussicht, bei uns eine Arbeitsmöglichkeit zu finden. Berlin deherbergt zur seit„#4#amtliche. Mitteilung, 250 000 Arbeitslose! Für diese hat es in erster Linie zu sorgen un Borten und Aren Quartals, Eltern aus der Provinz oder vom Lande Kinder auf Arbeitebag.elassenen al scen euer diche. die unz eie Besheunon shgelschen Schiähel iu beposten.— Hause am Alexanderplatz. dem Polizeipräsidium, befindet sich eine Zweiastelle jugendamtes Berlin, die Wohlfahrtsstelle. Ihr ist eine besondere Abteilung angegliedert, die dem Schube der wandernden. Adachelten, und dadunch kommt es mehr wie einmal vor, daß se sich dem Ansturm da draußer gercht ##nm seezdmaschinen klavvern. Die Blattsammlung füllt sich unheimlich rasch mit den Bersonalangaben der Hilfesuchenden, die, soweit es möglich agdeurt Die, Cerbinzugen mit dem Eiowohnet echalten die Jagendichen dier Rat und hisfe. en. e e ecsenhe i sescbegt per und Verschentust une dr Tragr, Prachst, für der ausehender P.dau. i undheit“ Se ael e iet uer ie. c. Seobsch. salsende langen geistigch und Virperlichen Küchte schaft von dem Manne, der sie im Kampfe um ein einigermaßen menschenwürdiges Dasein zu tausend esten ger, Kotterze zwang,—grtungen und steht Ztigen Pag s1 noch wantt und den richt en weg noch suchen muß,— auch in ihrer setzt so ganz geanderten Stellung zum Manne! „Damit kommen wir auf die wichtigste Frage im Leben der Frau, auf die Frage der Ehe. Das sogeguns. Heslück it viel mehr, als man ost dent.— ### sagen in der Hauptsache,— abhängig von Mannag Guranaer Frau auf die Eigenart des Mannes. Voraussetzung dafür ist die richtige Errenntnis der männlichen Psyche und des männlichen Bedürfnisses nach Bewegungsfreiheit. Am zu dieser zu kommen, ist es nicht der verkehrte Weg, den die moderne Frau eingeschlagen hat. Die beiden Geschlechter stehen heute nicht mehr gegeneinander, d. 2.#„Frau hi x: in die enggefaßten Sittlichkeitsund Moralbegriffe der Bürgerlichkeit gepreßt, auf die alleinige Tätigkeit im kleinen Haushalt angewiesen und systematisch von aller Bildung, die ihren Weitblick fördern könnte, abgeschlossen, der Mann: durchaus nicht mit dem gleichen Maß der bürgerlichen Moral gemessen, im öffentlichen Leben stehend, während ihm alle Bildungsmöglichkeiten zugänglich sind. Nein, sie kämpfen auf der gleichen Linie, Schulter an Schulter, zwei Menschen mit gleichwertigen inneren und außeren Rechten. Ich glaube, daß unsere deutsche Frau zu stark und zu gesund ist, um in den jetzigen Verirrungen der Emanzipation stecken zu bleiben, sei es auf dem Gebiete der Mode als seiner psychologischer Wertmesser oder des Sportes als äußeres Zeichen von Betätigungsdrang und Anspruch auf Anerkennung. Wenn auch ein Bekannter von mir, ein grundsätzlicher Skeptiker in dieser Beziehung, meinte:„Dann sollen auch die Frauen die letzte Konsequenz ihrer Vermännlichung ziehen und für uns arbeiten!"„Ja“, habe ich ihm lachend zur Antwort gegeben,„das sollte euch so passen! Das ist wieder mal ein recht klassisches Beispiel für die Inkonsequenz der Männer! Ihr werft der Frau Anlogik vor. Aber es ist verdächtig, wenn ihr von der Frau gerade da die letzte Konsequenz verlangt, wo sie eurer Bequemlichkeit Vorschub leistet!"— Es war ein scherzhaftes Gespräch, aber voll seiner psychologischer Perspektiven! Gerade in der Ehe werden die äußeren Freiheiten, die sich die Frau heute herausnimmt und herausnehmen darf, auch einmal zur inneren greiheit,— zum letzten Schluß der Achtung vor dem Wesen und der Eigenart des anderen. Ein unerbittlicher Richter ist das Leben. Gerade in der Ehe nimmt es mehr als bei jeder anderen Art von Gemeinschaft den Platz einer unbestechlichen Nächerin ein, die alle kleinen, auch winzig kleinen Geschehnisse und Handlungen untereinandersetzt und zusammenzahlt— und die Menschen stehen plötzlich vor dem großen„Soll und Haben“, vor großen Erkenntnissen und Entschlüssen, die die Verfolgung unzähliger unbeachteter Voraussetzungen sind. Es gibt Männer, die in der Frau und in der Gemeinschaft den letzten Zweck und die letzte Weisheit des Lebens sehen. Es gibt aber auch Männer— und das sind die meisten,— die die Frau als Mittel zum Iweck ihres Wohlbefindens betrachten und ihre Beurteilung von Fall zu Fall von den Gegebenheiten der Situation abhängig machen. Aber das haben beide gemeinsam: Jeder Mann sucht— bewußt oder unbewußt— in der Frau die ernste, reise Persönlichkeit, als Weib, als Kameradin, die warmherzig und großgibt ohne Anspruch auf Gegenleistung, weil sie erkennt, daß die Freiheit des Rehmens und Gevens die einzige Sicherheit für eine gegenseitige Achtung und innere Gebundenheit bietet! Deshalb, ihr modernen Frauen, haltet fest an dem Ziel: Von der außeren Freiheit zur inneren Freiheit! ## gech.. Stostadt zul## biller Der leise Wink einer der anderen WohlfahrtsWae e eir erscheret ## beit keine Lust hatte, macht ihr schwere Beschmächtiger, verhungert Kindcheno: Ein Underannter! Die 17jährige siel Sescen e, eicen Die Sr., bahegz Ve. Sergiäche u. Cos gumn, De Fa gich Dr. Somer beteit, duns Badcen Aer Gernserech üfier Schesech. Tae, Ensbhndurgekeimne, Vie. in Frage Saes.. 2,.Vexate Hnaus sberzit, endisch Whrsch enge, Sgaute Timd V. Srinen urgwrisetlten rach Arbeit kann leider nicht entsprochen Aber da Pitters Angaben sich als wahrzanlreichen gumenhhe zunächt in einemn der Bugendam, Karn. dem Jugenoamt„Hand in Hand wirken. Denn Jugend# häusig imn Asyl für Obdachlose nächtigen der„Palme“, wie es im Volksmunde genannt wird peraten leicht in die Gefahr, von den hier zusammenmmenpe, ühlen Elemenzen rettungslos verdorben In, Eehsegaer entez, Striden as. Dr. Raisckarte es. Bise er. Saschel bse 2 dangd a. Sietirheien Acet e e ei e. Aer Kchesehee een. Der ie be e. eann, Vessersahndurgslegnmardo in Verbindung mu setzen. Ein bestimmter Lastkahn, der die Gewässer in der Ungegend Verlins regelmäßig passiert, in sofort D S Dexmanpe anzuhalten. Von der Zille ist Sbogen Sden wagee. 15schriges Dienstmädchen weg bringen Laun. Daldwpüchitge pasend umereshen, Laut, Frtest amzhueg, anf dm and isre siererin nach Berlin mitzugeben. Denn Frau hatte versprochen, Hilde eine„pikfeine Stellung in zu verschaffen.„Als Hausangestellte, Frolleinchen, nicht etwa als Dienstmädchen! Statt dessen verkuppelte sie das in der Großstadt völlig fremde Geschöpf, das nicht einmal soviel besaß, um ihren Eltern von ihrem Schicksal zu schreiben, an ihren Schwager, der mit seinen beiden Söhnen Besitzer eines Lastkahnes war. Hilde. die den drei Weshliche maie Wirtschaft fühm, war das einzige an Bord. Das Mädchen machte eine schreckliche Leidenszeit durch, bis eine Schiffersfrau, ###e Aermste leid tat, dem Jugendamt in Berlin nnge smnatte..: Als das Mädchen den unmenschfern abgenommen wurde, sand man Hilde Semun.#e nur, torperlich schwer verssucht, sondern auch seelisch völlig verkommen. Die alte kann sie niemals mehr werden— vielleicht nach Jahren wieder ein gesunder, arbeitsfähiger Mensch der für immer um das Schönste in seinem Leben. um seine Jugend betrogen sein wird... sich legionenweise aufzühlen. ##ch herricht auf dem Lande bitterste Rot an urbeitskräften, weil die Abwanderung Jugendlicher in die großen Städte überhand nimmt. Das Jugendin richtet deshalb an alle Eltern, deren Kinder demnächst in das Erwerbsleben eintreten. die gehen, in lassen, die sie aus der Ferne gar nicht Daher prüfet genau die Lage an ehe ihr eure bis dahin wohlbehüteten Kinder dem Moloch Großfladt ausliefert. der sie euch, wie in zahllosen, nachweisdaren Fällen. nicht wieder herausgibt. Macht die Jugendlichen ie Stice iumer wiedgr da auf aufmersan, weiche . Sou#. wenn sie, ohne genügende Eristenzmittel, nach Bernn wandern. Darum ist es Eitern enen der in eng nicht warm genug ans derf un 2999.——0 ne nach Kräften den begreiflichen Wanderathächee Juc##.#inzndammen suchen: Nur wenn tatsächlich eine Arbeitsgelegenheit in der Großstadt fur. sie vorhanden ist, und es sich um Geschöpfe von o hoher Charakterfestigkeit handelt, daß man sie unbesorgt allein in die Fremde ziehen sollte Kindern und Mündeln erteilt werden. die lassen kann, Erlaubnis dazu gleichen Hotel wohnte, hatte den Preis gehiftet. Aber nicht nur die Schönste mußte es sein, auch die Vornehmste, deren guter Geschmack in der Wahl ihres Schmuckes zum Ausdruck kam. Go war es ein Kampf mit zwei Waffen— Schönheit und Reichtum. Paris sah noch nie ein so glänzendes Fest. Der Amerikaner, selbst Kenner edler Gesteine, sortierte zusammen mit bekannten Juwelieren in einem Zelte die vielen, mit Namen versehenen Perlenketten. Fanfarenklänge—. Preisverteilung— gespannte Erregung unter den Schönen. Mit lauter, weithin schallender Stimme verkündete der Amerikaner den Namen der glücklichen Preistragerin. Es war die reizende Tochter eines bekannten Börsenmannes. Ihr Phantasiekostüm galt als das schönste und die Perlenschnur als die kostbarste. Der Amerikaner näherte sich der Errötenden, legte ihr— so war es ausbedungen für diesen Abend sämtliche Perlenketten, wohl hundert an der Zahl, um den feinen Nacken, reichte ihr galant den Arm, um ihr auch das reizende Auto in der Vorhalle zu präsentieren. Tosender Beifall— lachend folgt der schillernde Zug dem Paare in die Halle, dessen breite Flügeltüren auf die Straße münden. Da die Nacht milde war, schlägt der Amerikaner in einem Anflug von Leutseligkeit gleich eine Probefahrt vor. Man willfahrt dem Wunsche und öffnet die breiten Flügeltüren. Der Amerikaner ließ es sich nicht nehmen— hob unter dem Jubel der Zuschauer die Schöne mitsamt den Perlen, unter deren Last sich ihr schöner Hals fast bog, auf den Sitz und nahm dann selbst Platz. Ein leiser Druck auf den Knopf— bekanntes Surren— das Auto setzt sich in Bewegung, fuhr heraus aus der Halle. Zunächst eine Runde am Platz— noch eine weiter ausholend, sodaß vorwitzige Zuschauer zurückweichen mußten, und dann— verschwunden war es um die nächste Häuserecke. Allgemeine„Verblüffung— war das Scherz?— Entführung? Das Mädchen— die Perlenschnüre! Der Amerikaner ein Gauner? Eine wilde Jagd begann— zu spät! Minuten waren vergangen, hinreichend für den Verbrecher, um zu entkommen bei Nacht und Nebel. Endlich fand man das junge Mädchen— eingeschläfert auf einer Bank des nahen Par####— fürsorglich in weiche Decken gehüllt— aber befreit von der Last der Perlenschnüre. Die Schöne konnte nichts aussagen. Sie erinnerte sich nur, daß sie der smarte Amerikaner küssen wollte. Von da an hatte sie das Bewußtsein verloren. Friedrich der Großt. Zwei Berliner Beamtenfrauen stritten sich,„wesche von ihnen den höheren Rang habe.## kamen zu keiner Einigung und schickten kurz entschlossen ein Hesuch an den König. Nach kurzem Besinien schrieb der Philosoph von Sanssouci an den Rand des Schriftstückes:„Die großte Närrin geht voran.“ Frankreich als Kriestschuldner Daß Frankreich ein oberfauler Schuldn= ist, beweisen die Schwierigkeiten, Esansss an Po Zchilgden an England und Ameria wacht Co denst. Gazgen se ut gen der Sieger gewesen. Wir wissen das am besten aus dem Jahre 1871. Damals bezahlte es die ihm auferlegte Kriegsentschädigung in noch nicht ganz drei Jahren. Dessenungeachtet ist Frankreich aus früherer Zeit auch heute noch nicht kriegsschuldenfrei. Es ist kaum den Franzosen selbst bekannt, daß Spanien noch heutzutage einen Tribut von Frankreich verlangt und auch alljährlich erhält, bestehend in— drei Kälbern von gleicher Farbe! Die Verpflichtung zu diesem alljährlichen Tribut geht bis zum Friedensschluß von 1375 zurück, wo die alten kriegerischen Bergvölker beiderseits der Grenze ihre heftigen Fehden schiedlich und friedlich beendeten. 1670 sträubte sich Frankreich, seine Pflichten noch länger zu erfüllen, aber die Spanier bestanden auf ihren Schein. Wieder 160 Jahre später wünschte Frankreich die Kälberlieferung durch einen Geldbetrag abzulösen, doch auch diesmal ließen die Spanier nicht mit sich reden, und so ist Frankreich eben auch heute noch der Kriegsschuldner Spaniens. Die Uebergabe der drei Kälber findet regelmäßig, wie seit schon 550 Jahren, unter großen Feierlichkeiten und Festlichkeiten am Grenzstein St. Martin statt, der das französische Tal von Bareton von dem spanischen Tal von Roncal scheidet. Die französischen Abgeordneten, welche aus dem Hochland der Pyrenäen stammen, müssen dabei immer aufs neue schwören, „Freundschaft zu halten nach alter Sitte und Ueberlieferung und in ehrlicher Weise dauernd Frieden zu halten.“ Unterschiede. Wenn man aus Liebe heiratet, wird man Mann und Weib; wenn man aus Bequemlichkeit beiratet, Herr und Frau, und wenn man aus Verhältnissen beiratet, Gemahl und Gemahlin.— Wenn man krank ist, wird man gepflegt von einem Weibe, besucht von einer Frau, und nach dem Befinden erkundigt sich die Gemahlin.— Unseren Kummer teilt das Weib. unser Geld die Frau, und unsere Schulden die Gemahlin.— Sind wir tot. so beweint uns uner Weib, beklagt uns unsere Frau, und geht in neuer Trauertoilette unserer Gemahlin. Tagessprüche. Große Eigenschaften entschuldigen kleine Eigenheiten. Andere würdig erfreuen, sei dir die süßeste Freude. Der Fleißige ist nie um eine Arbeit, der Faule nie um eine Ausrede verlegen. Wer immer über sich sieht, verliert zuletzt den Boden unter den Füßen. Wo Eitelkeit und Prunksucht anfangen, hört der innere Wert auf. Was irgend gelten will und walten, muß in der Welt zusammenhalten. Rückert. Näch' an den Feinden dich, so wie sich rächet die Palme: Datteln wirft sie herab, wirfst du Steine hinan. Jul. Altmann. Schwachheiten schaden uns nicht mehr, sobald wir sie erkennen. Lichtenberg. 2 Die Mutter seht, mit süßem Schauern, die auf dem Arm ihr Kindlein trägt! Go lange wird die Liebe dauern, solang ein Mutterherz noch schlägt. Träger. Sollen und Wollen, ein Zwiegespann, passe das eine dem andern an; denn nur, wenn beide richtig gepaart, rechne im Leben auf gute Fahrt. Gertrud Triebel. Eine große Seele verachtet Beleidigungen. Seneca. kriege und glaubt immer noch, daß das de Allertel. Enal. Schmugglerinnen aus Liebhaberei. Die englischen Zollbehörden führen bittere Klagen über einen neuen Sport, dem sich die wohlhabenden Engländerinnen auf der Rückkehr von ihren Reisen ins Ausland immer eifriger hingeben: sie schmuggeln. Und sie schmuggeln im Grunde garnicht, um Zoll zu ersparen: sie schmuggeln, weil das Spannung, Aufregung und Unterhaltung mit sich bringt, und weil es ihnen Freude macht, durch ihre Schlauheit die gestrengen Herren von der Zollbehörde zu überlisten. Neulich entdeckte man eine Dame dabei, eine Dame aus wohlhabenden Kreisen, die sich sogar ein besonderes Kleid hatte machen lassen, um Saccharin einzuschmuggeln. Der Zoll beträgt in England nicht ganz 60 Pfg. für das Pfund, also die paar Schilling. die gespart werden sollten, spielten gar keine Rolle gegenüber dem Aufwand. Ein hoher Zollbeamter, der im Zusammenhang mit dieser Angelegenheit interviewt wurde, erklärte kopfschüttelnd, daß die Angehörigen der wohlhabenden Kreise die schlimmsten Schmuggler seien. Die Herren machen sich ein Vergnügen daraus, ein paar Kisten Zigarren oder Zigaretten einzuschmuggeln, nur um das Gefühl auskosten zu können, die Zollbehörde hineingelegt zu haben; aber die Majorität der Schmuggler bilden doch die Damen. Erst kürzlich hielt man in London die Hutschachtel einer reichen Dame der Gesellschaft an. In der Schachtel lag ein neuer Pariser Frühjahrshut. Aber den Zollbeamten fiel unwillkürlich auf, daß diese Schöpfung einer Pariser Modekünstlerin ganz auffällig nach Tabak roch. Und bei näherer Inspektion zeigte sich dann, daß die Dame sich das Vergnügen gemacht hatte, das Futter ihres Hutes mit Havanna=Zigarren auszufüllen. Aber die Zollbeamten haben auch ihr Vergnügen; mit Behagen beobachteten sie, welche sinnreichen und mühsamen Kniffe die Damen anwenden, um Spitzen einzuschmuggeln. Die Amateur=Schmugglerinnen wissen nämlich garnicht, daß seit 50 Jahren Spitzen in England zollfrei sind. Tragisches Schicksal einer Familie. Im Pfalzstädtchen Odernheim wurde eine Familie Michel seit vielen Jahren vom Schicksal schwer heimgesucht. Ein 15jähriger Sohn wurde das Opfer einer Schießerei, ein zweiter Sohn ertrank beim Baden, als er ebenfalls 15 Jahre alt war, ein dritter Sohn verunglückte tödlich in einem Bergwerk, eine 12jährige Tochter erlag einem Hitzschlag, der Ehemann kam durch einen Autounfall ums Leben. Ganz allein blieb die vergrämte Mutter zurück, die, obwohl sie früher gut dagestanden hatte, in ein Armenhaus gebracht werden mußte. Hier ist sie kürzlich im Alter von 67 Jahren gestorben. Einenelektr. Motor im Fingerring hat ein französischer Ingenieur zuwege gebracht und sein Werk, obwohl nun die kleinste Maschine der Welt, einem Komitee von Fachmännern vorgeführt. Der Motor ist an Stelle eines Steines in einem goldenen Fingerring„einmontiert“. Angeblich soll er in seiner ganzen Anlage den Riesenmaschinen „ähnlich sein. In Betrieb gesetzt wird der Motor durch die Körperwärme, welche in hinreichender Menge die für den Liliput erforderliche Elektrizität liefert. Dehnbares Glas. Viel Beachtung findet der Bericht einer englischen Zeitschrift über die Erfindung einer neuen Art Glas, das biegsam und nicht zerbrochen werden kann. Dieses Glas soll besonders wertvoll sein für Kraftfahrzeuge, da fast neun Zehntel aller durch Kraftwagen usw. hervorgerufenen Todesfälle den Verletzungen mit Glassplittern zugeschrieben werden. Der Preis wird allerdings als ziemlich hoch angegeben. Wenn die Nachricht von der Erfindung auf Wahrheit beruht, dann wäre eines der größten und schwierigsten technischen Probleme gelöst Wissenswertes. Die längste Brücke der Welt befindet sich in China. Es ist die Löwenbrücke bei Santang. Ihre Länge beträgt fast 9 Kilometer; sie überspannt mit 300 mächtigen Bogen die gewaltige Wasserfläche in zwanzig Meter Höhe. In Schweden zahlt man auf allen Eisenbahnstationen, wo Mittagsaufenthalt vorgesehen ist, an der Tür zum Speisezimmer einen bestimmten Betrag und kann dann an reichbesetzten Tafeln essen, was und wieviel man will. Die Schule des Lebens. (Schluß.) Es lag etwas Ueberwältigendes in diesen sanften Tönen. Eine Welt von Leid, von banger, fast erlöschender Hoffnung zitterte aus den Worten, deren süß bestrickender Wohllaut das Ohr umschmeichelte, und deren herzzerreißendes Weh die Seele gefangen nahm. Man weinte mit der Verlassenen, die in der letzten Szene am Ufer des erlenumrauschten Bergsees steht, auf dessen hochgehenden Wogen der kleine Kahn schaukelt, in dem der treulose Geliebte zu Füßen der blonden, stolzen Herzogstochter sitzt, deren kalte, blaue Augen ihn die ferne Marietta vergessen ließen. Aller Herzschlag stockte, wie sie es dumpf aufbrausen hörten in der Flut, wie hohl der Wind durch die ächzenden Erlen strich, der Ritter angstvoll um Hilfe rief, und Marietta mit blitzenden Augen und hochwogender Brust sich zu dem schwankenden Nachen hinarbeitet, aus dem sie den Ritter hinabreißt in die gähnende Tiefe, mit eisernem Griff ihn zwingend zu der todbringenden Amarmung, während Wogengebraus und Sturmessausen mächtig übertönend, ihr wildes, frohlockendes Lied erschallt: „Und kann ich nicht leben, so sterb' ich mit dir.“ Wie sie das in höchster Glut vibrierend hinausschmettert in die erschütterten Seelen ihrer Zuhörer, da fühlen alle mit ahnungsvollem Schauer, das ist nicht Spiel, nicht eingelernte Kunst, das ist Gefühl, echte, im Herzen tief empfundene Leidenschaft. Wie im Traume lassen sie das glänzende Finale der Oper an sich vorüberbrausen, langsam senkt sich der Vorhang— minutenlang atemloses Schweigen, man mußte erst wieder zum Leben erwachen. Dann aber brach er los, der frenetische Jubel, der nicht endenwollende Beifallssturm: „Colonna!“ Tücher wehten, Blumen, Buketts, Lorbeeren rauschten auf die Bühne. Dort stand der junge Künstler, dessen Genius dies Meisterwerk geschaffen. Fieberröte brannte auf den eingefallenen Wangen, stürmisch hob und senkte sich die eingefallene kranke Brust, während Beatrice in stummer Huldigung die Kränze zu seinen Füßen niederlegte. „Eviva, bravo, eviva,“ jubelte die begeisterte Menge, über die weltentrückt der dunkle Blick Adrian Colonnas schweifte. Wie gebannt aber blieb sein Auge an einer Loge des ersten Ranges haften und krampfhaft zuckte die Hand nach dem Herzen:„Toska,“ murmelte er, im Moment alles über dem beseligenden Bewußtsein vergessend, daß sie Zeuge dieser Stunde war. Teatrice trat finster zurück, er aber streckte die Hand in rührender Bitte nach ihr aus: „Geh' nicht von meiner Seite, Beatrice, flehte er.„Bei dir allein ist Licht und Frieden. Sobald ich aufhörte, für dich zu Roman von Herbert von Osten. Gute meines Lebens kam von dir! Sie war mein Schicksal— du mein guter Engel, Beatrice!“ Das Publikum, nicht ahnend, welche erschütternde Bedeutung für ein Menschenherz diese geflüsterten Worte hatten, glaubte, der Komponist wolle die Aufmerksamkeit auf die junge Sängerin zurückführen, und donnernd hallte es wider durch das Theater:„Evivva la Beatrice, evivva Colonna!“ Adrian aber hörte nicht mehr, der Beifallssturm umbrandete ihn wie ein fernes Meer, nur ein unendliches Glücksgefühl schwellte sein Herz zum Zerspringen; nun war sie ihm doch noch zuteil geworden die Erfüllung seiner Sehnsucht, die stets in so verzehrendem Feuer sein Herz durchflammte. „Dank dir, Beatrice!“ flüsterten seine Lippen, noch einmal suchte sein brechendes Auge ihr strahlend verklärtes Antlitz— dann sank er schwer in ihren Arm zurück, ein breiter Blutstreifen quoll aus dem bleichen Munde hervor. Schnell fiel der Vorhang, das Orchester aber intonierte einen schmetternden Tusch, und (Nachdruck sen, und, nicht wahr, diesmal schlägst du mir meine Bitte um eine baldige Hochzeit nich wieder ab?“ Sie war zu tief ergriffen, um Worte sinden zu können, aber in dem innigen Blicke mit dem ihre Augen sich ineinander senkten lag die Gewähr, daß sie im Sturme des Lebens sich ein Glück errungen, das nichts mehe zu erschüttern vermochte. „O, könnte ich dieses einzige Jahr ungeschehen machen,“ sagte Percy, als sie Hand in Hand auf der Veranda standen. Sie aber lächelte aus dunklen Augen selig zu ihm auf: „Nein, Perch, mochte die Schule des Lebens auch hart und schwer für mich sein, sie war notwendig für unser beiderseitiges Glück. Die weltliche, oberflächliche Toska von einst hätte dich nie ganz befriedigen können.“ Er wollte widersprechen, sie aber wehrt. ihm sanft und flüsterte unter Tränen:„Ala deiner Mutter will ich gut machen, was ich an der meinigen gefehlt. Ich will ipe eine liebevolle Tochter sein und stets beherzigen, daß ihr mildes Wort uns wieder zusammengeführt hat.“ Tode ruhte sein Haupt auf der Fülle des Lorbeers, nach dem er lebend sich so heiß gesehnt. Schluchzend neigten sich Beatrice und die alten Eltern über seine Stirn, von der der Tod mit milder Hand das Brandmal der Sünde genommen; schön und geklärt, wie ein Gebilde von Künstlerhand, hoben sich die weißen, edlen Züge von dem dunklen Grün des Lorbeers ab, durchleuchtet von jenem Frieden, den sie im Leben nie gekannt. Der Allbarmherzige hatte die schneidende dieses Herzens in einen harmonischen Aktord gelöst. Toska verließ an Achims Arm schweigend das Theater. Auch Achim war tief bewegt. Angesichts des Todes schweigt aller yaß und aller Groll. „Er war doch ein großer, ein herrlicher Künstler,“ sagte Toska, als die Geschwister am nächsten Abend, von einem Spaziergang zurückkehrend, vor der grünumsponnenen Beranda ihrer Villa standen,„und dennoch, hätte er mir die Lorbeeren unvergänglichen Ruhmes, die Schätze aller Welt, zu Füßen gelegt, nie hätte er Percys Bild aus meiner Seele verdrängen können.“ „Toska,“ klang es da jubelnd an ihr Ohr, und aus dem dunklen Schatten der Veranda trat Salm=Hochstraten. Er zog sie fest an seine Brust und bedeckte ihre Stirn, Wangen und Lippen mit tausend heißen Küssen. „Toska, mein stolzes Lieb," flüsterte er innig.„Glaube mir, dies Wort, das mich der Zufall hören ließ, werde ich dir nie vergesigerungen sum wahren Giad. Pann er den Blick über die mondbeschienene Straße schweifen.„Auf die Dauer wird die Rolldes Elefanten doch höllisch langweilig werden, Kinder," seufzte er.„Ich wollte es fände sich bald ein hübsches, schwarzlockiges Töchterlein Neapels, das sich auch so hingebungsvoll vertrauend in meine Arme schmiegte; das große Muster weckt Nacheiferung, dar ja schon der gute Herr Schiller gesagt!“ Das Brautpaar lachte und Toska legte zärtlich des Bruders Hand unter den Armi „Glaube nicht. Achim, daß wir je über unserem Glücke vergessen können, daß du mein starker Retter aus der Not warst.“ Schluß=Kapitel. Weihnachten war es wieder geworden. Wieder täuteten die Christglocken durch die deutschen Lande und die glitzernde Schneedecke breitete sich schimmernd über Berg und Hoch ragten die Weihnachtstannen. Dei Glanz der unzähligen Kerzen und der he#te Widerschein wahrer Weihnachtsfreu,, wvie gelte sich aus den gluckdurchleuchteten gen des jungen Paares, das Seite an in den hohen Kirchenstühlen der kleinen Dorzkirche zu Hochstraten saß. Es glänzte aus Achims sonngebräuntem Antlitz und aus Edith von augen, die mit gefalteten verklärtem Gesichtchen des alten Geistlichen, tauschte, der, vom Licht der Weihnachtskerzen, am Altar stand und mit seiner milden Stimme sprach: vettnner, euch große„Freude,#e glücklichem, übervollem Herzen stimmten sie alle ein in den. Jubelruf der himmlischen Heerscharen:„Ehre sei Gott in der Höhe.“ Dann fuhren sie heim durch die sternenfunkelnde Winternacht. Achim und Edith voran, in dem kleinen Schlitten, mit Ediths Lieblingspferden, den braunen Ponys. Leise knisterte der Schnee unter den Hufen der Pferde und hell schimer auf Bäumen und Sträuchern. Achim erfaßte warm die Hand des blonden Mädchens an seiner Seite.„Darf ich mir auch von Ihnen ein Geschenk wünschen an dem heutigen Tage, Fräulein Edith?“ leise, während ein heißes Rot Gesichtchen überflutete und Achim beugte sich tiefer zu ihr nieder und fragte kähn:„Wenn das Geschenk, das ich begehre, Pnor## höchste und großte ist, was das Snt denz Algnne schenken kann, wenn es Eeins Zand und demne Liebe ist, sag Edith, #ch dann gewähren?“ ss ühn müt doen auworiete Edüh set und .### den reinen, blauen Kinderangen ehiff sacht leisau misch in seine Arme und ovlecharnna.. ich sah, da zog es wie eine Offenbarung durch mein Herz:„das ist die ersten Male fühlte ich's neian“ und###y zu gerch nur Kinderneigung und Schwärmerei für seine Muthe hingezogen hat, aber glaube mir, ich Irrium schwer erkannt in den Wochen, wo man mich PerJaa meinen Pebens, var die unglücklichste Slamöbt#u, daßz ich dio giuguch zu mavermag?“ fragte Achim, während eine Eue Sieeströhlichkeit aus seinen braunen scherce jetzt bhn ich ganz glücklich,“ wiederholte Edith mit einem tiefen Atem##n Herz, das mehr Wert per mich hat, als alle Güter der Erde.“ Sie sah ihm freimütig mit den hellen 5 ## Mit festem Druck umschlossen sich ihre Dann aber mußte Achim seine Aufmerksamkeit den braunen Ponys widmen, die die Verlobung ihrer jungen Herrin mit lustigen Sprüngen feierten und große Lust verspürten, an diesem festlichen Tage einmal zur Abquerfeldein über die weißschimSchneefläche zu jagen. Mühe überzeugte sie Achim eines Sells 72 r wät, sehr spät erst, hielt der auf der Ramve des Hochstragenschen Schlosses, wo man wohl bereits eine Ahnung hegte, daß sich etwas Außergewöhnliches ereignet, denn ein brausendes Hurrah empfing schon das junge Paar von weitem und ihre glücklichen Gesichter verrieten viel xuger, wie ihre Worte die Ereignisse der Schlittenfahrt. Dann ging es hinein zur Bescherung, und wie Engelsfittiche schwebte um das stille Schloß:„Ehre sei Gott in pohe, und Friede, Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen.“ . Tief im Süden, am Strande des Tiber, laß Beatrice in ihrem eleganten Palazzo am Klavier. Der balsamische Hauch der glühenden Rosen drunten im Garten wehte durch die geoffneren Fenster in das Zimmer und umspielte kosend die Wangen des Mädchens, von devon Lippen die süßen Töne zitterten: Der Nachtigall sehnende Lieder Durchtönen den stillen Hain, O kehre, kehre wieder Du Heißgeliebter mein.“ Adrians Schwanenlied, das sie hinausgetrugen in die Welt, dessen herrliche Melodien sie in das Ohr und in die Seele der Menschen gesungen. Vor Fürsten und Königen hatte sie gesunse wurde getragen von den Wellen des. seifalls, ihr Name durchflog alle Länder. Von St. Peters wunderbarem Dom klang # hinab: Ehre sei Gott in der Höhe!" und in den ehernen Klanz seiner Glocken mischten sich sanft und hell die silbernen Stimmen der kleinen Glocken und Glöckchen von all den unzähligen Kirchen und Kapellen des ewigen Rom. Beatrice schloß leise das Klavier und zog sich einen niedrigen Sessel neben den Lehnstuhl der alten Vittorio, die sie nach des BanColonnas Tode zu sich genommen. Müde lehnte sie das lockige Haupt an der Greisin Knie und hörte geduldig zu, wie diese wohl zum hundertsten male eine Geschichte aus Adrians Kindheit erzählte. Ein wehmütiges Lächeln umspielte der Sängerin Lippen, während sie zärtlich die arbeitsharten Hände der alten Frau streichelte. „Wie gut, daß du nicht weißt, wie schwer dein schöner, herrlicher Sohn gefehlt," dachte Und draußen sangen die Glocken weiter ihr ewiges Lied: „Ehre sei Gott in der Höhe, Friede, Friede auf Erden en Menschen, die eines guten Willens sind!“ Ende! Ruth's Ehe. Der Roman eines Frauenschicksals. Von Erich Ebenstein. Covyright by C. Ackermann Verlag, Stuitgart. (Fortsetzung.) II. Eine Stunde später.— Munk hatte seinen Herrn zu Bett gebracht, und Bernhardine saß, die Hand Rolfs in den ihren, an seinem Lager — erfuhr sie die Vorgeschichte dieses Testaments. Ihr Nefse Bern lag rettungslos verstrickt in den Netzen der schönen Irene von Wildenmark. Vor einem halben Jahr erst, als er auf Urlaub zu seinem Vater kam, hatte er sie kennen gelernt, und seitdem gehörte ihr seine Zeit sein Denken, sein ganzes Fühlen. „Die ganze Welt gilt ihm nichts gegen ein Lächeln von ihr“, sagte Rolf Gildern hitter. „Hardings ist alt, und ich hoffte so sehr, Bernd würde sich ein wenig der Bewirtschaftung Reuttensteins annehmen, wo manches im argen liegt, seit ich selbst nicht mehr nach dem Rechten sehen kann. Aber er denkt nicht daran. Nur sie— immer sie! Ich glaube, er merkt es nicht einmal, daß ich krank bin. Es ist schmählich. Ein Gildern— der letzte— und mein Einziger!“ „Ist sie denn so schön?“ fragte das alte Fräulein leise. „Sehr. Von jener Schönheit, die den Männern leider fast immer den Kopf verdreht. Aber das ist es wohl nicht allein. Sie hat verstanden, ein Mitleid und seine— Ritterlichkeit zu entflammen. Wildenmark, der immer ein brutawar, ist als gelähmter Krüppe! geviß nicht liebenswürdiger geworden. Aui Roen gebettet mag sie ja nicht sein— und sie nützt die Situation. Dabei rechnet sie sehr genau: Wildenmark ist Majorat, und wenn Heir stirbt, was ja nicht mehr lange dauern kann, dann bleibt ihr nichts als ihr Witwenteil. Wie gut, wenn man sich beizeiten einen Ritter bereitstellt, der dann mit Herz und Hand zur Versugung ist!“ „Um Gotteswillen, Rolf, willst du damit sagen, daß...“ „Frau Irene auf ihres Mannes Tod warte Jawohl! Bestimmt tut sie das! So schön sie ist, ebenso herz= und seelenlos ist sie auch. Sie hat ihn um des Geldes willen geheiratet und e.- nun, er sie aus Eitelkeit wach als Krüpvel wollte er der Welt beweisen, daß ein Wildenmark sich auch beim schönsten Weib keinen Korb holt. O ja, sie sind einander würdig, die beiden! ich Fasti.; au solcher Basis! Wie schreck„Nannst du das überhaupt eine Ehe? Ich nicht. Uebrigens: alle Schuld rächt sich auf lings weiß es vom Wildenmarker Inspektor, daß Frau Irene es ihren Gatten sehr deutt., merken läßt, wie sie auf seinen Tod „Schrecklich! Schrecklich!“ „Versteh' mich recht: sie hält ihm äußerlich gewiß die Treue, solange er lebt— ich wette, daß sie Bernd nicht mehr gestattet als einen Handkuß. Das aber ist eben das Gefährliche für einen Mann seines Schlages. Eine Frau von schlechter Moral würde er bald verachten. Ihre klugberechnete Zurückhaltung dagegen macht ihn blind und wahnsinnig!“ „Und er war solch ideal veranlagter, edler Jüngling! Hast du denn nie mit ihm gesprochen, ihm die Augen zu öffnen versucht?“ „Hundertmal! Aber er ist Vernunftgründen unzugänglich. Er betet sein Idol blind an — ich habe nichts erreicht, als daß er sich mir entfremdete und... desto fester zu ihr hält! Und da—“ der Kranke atmete tief auf—„begriff ich endlich, daß nur Gewalt ihn retten kann! Sie— Irene muß ihn aufgeben, anders geht es nicht.“ „Und du glaubst...“ „Sie wird es, wenn er arm ist. Bloß der Pflichtteil— das bedeutet in ihren Augen Armut.“ „Aber wozu dann diese Heirat mit einem unbekannten Mädchen? Man soll nicht Schicksal spielen wollen, Rolf; es rächt sich bitter! Eine Ehe ohne Liebe kann doch nicht zum wahren Glück führen!“ Ueber das düstere Antlitz des Kranken flog ein heller Schein. „In diesem Falle vielleicht doch! Sieh Dina, es gibt Frauen, die des Mannes Dämon, und andere, die sein Segen werden. Wenn ich tot bin, liegen zwei Wege vor Bernd: der zu wahrem, reinem Glück und der in Nacht und Elend. Den letzteren habe ich ihm verrammelt, denn Irene von Wildenmark wird von ihm lassen in dem Moment, wo sie erfährt, daß eine „Verbindung mit ihr ihn sein Vermögen kostet Der andere Weg— der zu Ruth Fabrizius—“ „Aber wer ist dieses Mädchen? Ich habe ihren Namen nie gehört!“ „Ruth ist die einzige Tochter Elisabeth Winters. „O! Du hast Elisabeth wiedergesehen?“ Vor einem Jahre trafen wir uns ganz zufällig in Wien, und seitdem habe ich sie öfter besucht. Sie ist die Witwe eines Stabsarztes und lebt mit ihrer Tochter in sehr bescheidenen Verhältnissen. Aber sie ist immer noch dieselbe, Dina... ganz dieselbe! Licht und klar und voll Frieden. Ach, Dina— jetzt erst, seitdem ich sie als alte Frau mit grauem Haar wiederfand, weiß ich es so ganz, daß Vater damals meines Lebens Glück grausam zerstörte!“ „Armer Rolf!“ Sie streichelte mitleidig zärtlich seine Hand.„Aber rege dich nicht auf! Du sprichst so viel, und Dr. Wartleben sagte..“ „Ach, laß nur! Mir schadet nichts mehr. Tage noch—nur Tage, sagte Wartleben auf meine Bitte, mir die volle Wahrheit zu offenbaren. Schrick nicht zusammen, Dina— ich schein gern. Immer einsam, was bedeutet solch Leben? Und es ist gut für Bernd. Wenn Wildenmark vor mir gestorben wäre, das würde ein Anglück gewesen sein. So aber...“ „Du wolltest von Ruth erzählen!“ „Ja, richtig. Ach, Dina— sie ist wie ihre Mutter! Ganz ihr Ebenbild! Blond, mit solch großen blauen Kinderaugen und dem festen willensstarken Zug um den Mund. Ein Wesen an Charakter, geschaffen, eines schwachen Mannes ganzes und wahres Glück zu werden! Versprich mir.. „Was, Rolf?“ „Daß du alles daran setzen wirst, um Bernd zu veranlassen, daß er Ruth zum Weibe nimmt, wenn ihn die andere aufgibt!“ „Wird sie das?“ „Bestimmt— oder ich hätte nie verstanden. aus eines Menschen Blicke seine Seele zu lesen! Und heute, wenn er heimkommt von.. dort — dann schicke ihn zu mir... ich werde ihn bitten, so recht aus dem tiefsten Grund meines Herzens heraus, meinen letzten Willen zu erfüllen... Das Weitere gebe Gott...“ .. Die Stimme des Freiherrn wurde plötzlich schwach, und Bernhardine sah mit Schrecken, wie ein Gesicht sich bläulich färbte, seine Brust um Atem rang. Hastig klingelte sie nach Munk. „ n u m k e r s o l l s o f o r t z u D i. W a r t l e b e n f a h S5.S5KJE * S1253 S5Sa Sg 0 ga6 F2#.#n „ K ST2x„*„ Als Bernd spät abends beimkehrte, sand er zu seiner Ueberraschung Tante Dina im Speisezimmer seiner harrend. Ehe er seinem Staunen über ihre unerwartete Anwesenheit Ausdruck geben konnte, schloß sie ihn in die Arme. Tränen standen in ihren alten Augen. „Bernd, mein lieber, lieber Junge... dein Vater.. Und dann erfuhr er von ihren stammelnden Lippen allmählich die Wahrheit. Daß sie auf Wunsch seines Vaters hier sei, der seit Monaten schwer krank war und ihn zu sehen wünsche... zum letztenmal wahrscheinlich... „Vor seinem Ende, Bernd... denn Dr. Wartlehen meint, Papa werde die Nacht wohl kaum überleben. Und sei lieb mit ihm, Bernd schlage ihm keine Bitte ab— denke daran, daß du an einem Sterbebett stehst!“ Bernd stand einen Augenblick wie erstarrt. Sein hübsches bräunliches Gesicht mit dem schwarzen Spitzbart sah ganz fahl aus. Zum erstenmal seit Monaten wich der goldblonde Lockenkopf, der ihn beständig umschwebte, wie ein Schemen ins Wesenlose zurück. Er dachte nur an seinen Vater, an all die Güte und Liebe, die er stets von ihm erfahren, und daß er ihn nun verlieren sollte auf immer! . ein Trunkener taumelte er durch die matt erhellten Zimmer und sank am Bett des Vaters in die Knie. .„Nach Wildenmarr natürlich. Zu erfal ihr! Sie sollte aus seinem Munde erfahren was geschäftige Zungen ihr ja doch bald zutragen würden. Und zugleich auch die Berubigung:„Habe keine Sorge, daß ich dieses unbekannte Mädchen, das er mir zugedacht dat. je auch nur kennen lernen will! Für mich geor es nur eine Frau auf Erden, und wenn ich auf sie warten müßte, bis wir beide alt und grau geworden sind!“ wich sprechen lise“ kiebr Pava, du woltest der erste Strahl der Morgensonne das Schieferdach von Reuttenstein traf, zog der Portier dort eben eine schwarze Fahne auf Halbmast, und in der Pfarrkirche von Thalbach begannen feierlich alle Glocken zu läuten. # Soron Rusolf von Gildern hatte ausge" Das Begräbnis war vorüber, und Dr. Ermhatte Bernd in Gegenwart seiner Tante des Testamentes bekannt gemacht.„Jetzt packte er eine Papiere zusammen und griff nach seinem Hut. Niemand sprach ein ich###mant forderte idn, den aiten langjährigen Freund der Familie, zum Bleiben auf. Aber er wunderte sich nicht. Bernhard stand wie vor den Kopf geschlagen, und Tante Dina hatte nur Augen für ihn. ale be 6Xen., sagte sie endlich leise, eine Weile allein waren und Bernhard sich noch immer nicht rührte,„nimms Glein an Beir gidein Later dachte einzs und Ein Ruck ging durch seinen Körper. Wild warf er den Kopf zurück. Dann lachte er birter Glück!!„Willst du mich noch höhnen? Wie er mich höhnte, als er mir Ahnungslolem das„Fersgrechen abnahm, seinen etzten Willen zu ehren? Ich gab's ihm! Jawohl, ich gab's ihm! Obwohl— wenn ich fähig gewesen ware, zu denken... ich wußte doch, wie er dachte... und daß er sie haßt bis in den Tod.“ „Bernd!“ "„Nein, laß mich! Fühlst du nicht, wie alles in mir außer Rand und Band ist? Also nicht nur bis in den Tad— darüber hinaus noch! Darüber hinaus! Sagtest du nicht: mein Gück? O ja— mein Glück! Aber ich werde es trotz Er fand sie, wie immer um diese Stunde, in dem alten dämmrigen Wildenmarker Park gelangweilt in ihrem Korbstuhl liegen, den Schwänen am Weiher zusehend. Wie ein Bild von Meisterhand berührte ihn ihr Anblick: Die zartgrünen Hängeweiden über ihrem von goldblonden Gelock umrankten Haupt, die lässig hingegossene Gestalt in dem weichen weihen Gewand, das Hals und Unterarm frei ließ, der träumerische Blick ihrer merkwürdig wechselnden grauen Augen, die zuweilen so lockend blikken konnten, während um die roten Lippen ein herbjungfräulicher Zug lag... „Wie hübsch, daß Sie kommen, Gildern". sagte sie, ohne ihre Stellung zu verändern.„Ich habe Sie heute noch gar nicht erwartet. Ihre Tante ist ja wohl nach hier? Wildenmark svielt natürlich wieder Schach— zur Abwechselung mit seinem Sekretär— und ich— ab— ich langweilte mich eben gräßlich! Daher... Plötzlich bemerkte sie die Erregung in seinen Zügen und richtete sich auf. „Was ist geschehen? Sie sehen ja ganz verstört aus!“ „Man hat mir soehen das Testament meines Vaters vorgelesen!“ „Nun?“, Sie sah ihn verwundert an.„War das so schrecklich? Drückt es Sie etwa zu Boden. Herr des prachtvollen Reuttenstein zu sein?“ „Ich bin es noch nicht!“ och nicht—? Was soll das heißen?“ Sie saß jetzt kerzengerade und war ganz Aufmerksamkeit. Er zog sich einen Stuhl heran und setzte sich dicht neben sie. „Irene— wir haben nie mit direkten Worten von der Zukunft gesprochen, aber wir wissen wohl heide, wie wir uns dieselbe dahten, nicht wahr? Wenn Sie einst frei sein würden von den unnatürlichen Fesseln, die Ihres Vaters Härte um Sie geschlungen, dann—“ Sie hob abwehrend die Hand. „Nichts davon, mein Freund. Sie wollten mir von dem Testament Ihres Vaters spre„Ja. Aber um Ihnen dasselbe ganz verständlich zu machen, muß ich Ihnen gestehen, daß mein Vater diese meine Zukunftshoffnungen kannte!"„Ol! Wie konnten Sie! Wozu.. „Er war mein Vater! Er hätte gerne geseben, wenn ich mich vermählt hätte:. Da schien es mir unehrlich, wenn ich ihm nicht reinen Wein einschenkte. Außerdem: wozu verbergen, was mein Stolz und mein Glück ist? Ist es etwas Unehrenhaftes in dem Wunsch, Sie dereinst entschädigen zu dürfen durch ein volles wahres Glück für Jahre selbstloser Aufis Unerla ich werbe es dieses erpreßten Versprechens an mich reißen! Ich brauche dazu nict acht Tage. Nicht einmal acht Sekunden... ich wäre kein Mann, wenn ich auch nur einen Augenblick schwankte!“ Wieder lachte er wild auf.„Nie werde ich tun, was da von mir verlangt wird! Nie! Nie!“ Er war außer sich. „Bernd, besinne dich! Dein Vater wollte—“ „Sei beruhigt, ich weiß nur zu genau was er wollte! Aber er hatte kein Recht dazu. Geld und Gut kann er mir meineiwegen nehmen, ich hänge nicht daran! Wo aber Liebe und Lebensglück in Frage kommen, da erlischt seine Macht! Niemals lasse ich von Irene!“ Und ohne dem alten Fräulein Zeit zu einer Antwort zu lassen, stürmte er hinaus. Unten ließ er sich ein Pferd satteln und sprengte mit verhängten Zügeln davgn. opferung? Begehrte ich je etwas Unerlaubtes von Ihnen? Sprach ich bis heute auch nur von meinen Gefühlen? Nein! Denn die Frau, die einst meinen Namen tragen soll, mußte ja so sein, wie Sie: keusch, stolz, rein in jeder Falte ihrer Seele.“ „Nun, und Ihr Vater...?“ „Er kannte Sie nicht— Irene!“ Sie runzelte die Stirn. ichto bein— er biligte Ihre Absichten „Nein.“ Und wir entfremdeten uns darum einander. Aber trotz alledem— er war mein Vater! Er hat mich immer zärtlich geliebt! Ich konnte nicht ahnen, daß er so.. so...“ er rang nach Worten, dann fuhr er erregi fort: „Auf seinem Sterbebett nahm er mir das Versprechen ab, seinen letzten Willen zu ehren. Ich gab es. Ahnungslos. Aber das kann nicht bindend sein— es kann nicht!“ „Beruhigen Sie sich doch, mein Freund! Sagen Sie mir lieber endlich, worin denn dieser letzte Wille besteht?“ „Ich soll ein mir gänzlich unbekanntes Mädchen heiraten— oder enterbt werden! antwortete er mit bitterem Auflachen. Und dann teilde er Uhr in erregt sich Überstürzenden Worten den Wortlaut des Testamentes mit.„Begreifen Sie nun? Ich, der ich stolz und selig war in dem Gedanken, Ihnen dereinst jeden Wunsch erfüllen zu können! Der diesen Reichtum nur liebte, weil ich ihn Ihnen zu Füßen legen wollte, ich soll nun als Bettler vor Sie hintreten!“ Ja— sie begriff. Eine senkrechte Jalte stand plötzlich auf ihrer weißen Stirn, ein böses Leuchten in den Augen. Aber sie schwieg. Kaltblütig erwog sie, ob es keinen Ausweg gab. Aber sie fand keinen. Ein maßloser Zorn gegen den Toten stieg in ihr auf. Auch gegen Bernd. Warum war er so töricht gewesen, dem Alten zu verraten, was doch kaum ihre Augen sich bisher gestanden hatten! Nun war all ihre Mübe, ihn an sich zu fesseln, umsonst gewesen. Umsonst die Hoffnung auf eine glänzende Zukunft, die ihr endlich gestattet hätte, nach ihren Wünschen und Launen wirklich zu leden... Er lag plötzlich zu ihren Füben und preßte den Kovf auf die weißen, im Schoß verschlungenen Hände. Irene— sage mir ein gutes Wort! Einen Trost— die Hoffnung, daß du auch unter den veränderten Umständen...“ Sebstne uet wurenden Bewegung stieb sie den Korbstuhl von sich. Sie vergessen sic. Baron Gildern! Was fällt Ihnen ein, mir Liebeserklärungen zu machen?. Ich habe Ihnen nie ein Recht dasn gegeben! Wenn Ihr Vater Ihnen eine Frau bestimmt bat— geben Sie doch hin und tun Sie nach seinem Willen! Oder denken Sie vielleicht, es würde mir das Herz brechen?“ Er hatte sich erhoben. Schweratmend stand er vor ihr und starrte sie an wie ein plötzlich freid gewordenes Wesen. „Irene #### Bildenmark, wenn ich bitten darft Gräfin„wildenmarl, von der Sie doch nicht im Ernste glauben werden, daß sie das Los an s ehert Snnte 2., ein erstrebenswernes Diel an Fassungslos, bleich bis an die Lippen dinein stand er da und sab sie stumm an. „Gehen Sie! Gehen Sie!“ kam es zischend von ihren Lippen.„Und Haß für Hab! Ihr gehaßt, ich basse ihn nicht minder: Im Grabe noch! Und Ihnen... verbiete ich, sich mir je wieder zu nähern, Schloß Wildenmark je wieder zu betreten!" einen Blick zu gönnen, entSchlaß siag dastig in der Richtung nach dem tand und starrte ihr wie betäubt nach. Erst als er von der Schloßterrasse herüber ihr Lachen hörte, wandte auch er sich und taumelte dem Seitenpförtchen zu, vor dem er sein Pferd gelassen. War das einn böser Traum gewesen? Aein— Wirklichkeit! Sie hatte ihn für immer gehen geheißen! Es war alles zu Ende! Aun mochte er zusehen, wie er das Leben weitertrug... ohne sie! Eine grenzenlose Müdigkeit befiel ihn plötzlich. Er bestieg sein Pferd und ließ es mit schlaffen Zügeln traben, wohin es wollte. Erst als es den bekannten Torweg von Reuttenstein passierte, fuhr er schaudernd zusammen. „O. Vater, Vater!“ stöhnte er,„was hast du mir angetan!“ An diesem Abend mußte Bernhardine allein speisen. Ihr Neffe hatte sich in sein Zimmer eingeschlossen, und so oft sie sich auch heimlich an seine Tür schlich, immer hörte sie ihn drinnen rastlos auf und nieder geben. (Fortsetzung folgt.) Perlenschnüre. Eine Gaunergeschichte von R. Z. .#us war ein Fest! Die schönste Maske sollte einen Preis erhalten, wie er noch nie dagewesen— ein reizendes, kleines Auto— Zweisitzer— sammetgepolstert. Draußen in der Vorhalle des luxuriösen Hotels, in dem der Ball gefeiert wurde, stand das begehrenswerte Kleinod, bereit, die schöne Siegerin aufzunehmen. Ein reicher Amerikaner, bekannt als sonderbarer Kauz, der schon seit Wochen im So endet es mit Siechtum und frühem Tod wenn Sie Ihrem Körper nicht die notwendigen Stoffe zuführen, nach welchen er verlangt. Eine furchtbare Statistit entrollt sich dem Auge! Ist Ihnen bekannt, daß nach statistischen Grundlagen jeder Zweite vor dem 45. Lebensjahr stirbt u. dak noch nicht jeder Dritte das 60. Lebensjahr erreicht? Warum? Weil der zermürbende Existenzkampf, Sorgen, schädliche Gewohnheiten und die ganze Unruhe des modernen Lebens die natürliche Widerstandskraft schwächen, die Säfte verderben, die Nervenkraft verbrauchen! Kein Mensch brauchte früh zu altern!— Kein Mensch brauchte siech zu werden!— Kein Mensch brauchte früh zu sterben! Warum nicht? Das Geheimnis liegt 1. in der frühzeitigen Erkennung allee Warnungszeichen; 2. in der rechtzeitigen Auffrischung des Blutes, der Reinigung aller Säfte und der Erneuerung der Nervenkraft. Man lasse sich warnen! Denn das ist das Wunderbare in unserem Körper, ganz früh schon melden sich die Vorzeichen ernster Krankheiten, ganz früh schon können wir merken, wie mitten in den kräftigsten Jahren vorzeitiger Riedergang und schmere chronische Leiden uns drohen. Man achte also auf die Lungen. nämlich auf: Atemnot, Angst= und Erflichungsgefühl, Auswurf, Husten, Heiserkeit, Neigung zu Erkältungen und Katarrhen, Influenza, Grippe. Brust= und Rückensamerzen, Sliche, Nachtschweiße: auf das Herz. nämlich auf: Herzklopsen, Herzkrämpse, Blutandrang nach dem Kopf. Schwindelanfälle, geschwollene Füße: auf Magen und Verdauung, nämlich auf: Uebelkeit. Aufstoßen. Magendruck, Sodhrennen, Erbrechen, Berstopsung, Diarrhöen, Haemorrhoiden: P zu Leber, Galle und Nieren, nämlich auf: Leberschwellung, Rolihen. Gelbsucht, Kreuzschmerzen, Harn= und Blasenbeschweren: auf die Nerven. nämlich auf: Kopfschmerzen, Migrane. Schwindelanfälle, Ohrensausen, Ohnmachten, Nexvenschwäche, Zittern in den Gliedern, Gedächtnisschwäche, Schlaf: losigkeit, leichte Erregbarkeit, Launenhaftigkeit, Sinken der Arbeitskraft, Mißerfolge. Abnahme der Manneskraft, Störungen im ehelichen Leben. frühes Ergrauen, frühzeitiger Haarausfall; auf Haut und Gelenke, nämlich auf: Ausschläge, Jucken, Unreininkeiten der Haut, Furunkel, unerträgliches Jucken an den Unterleibsorganen. Reiten, Gelenkschmerzen, Ischias. Betrachten Sie solche Zeichen als Warnungssignale denn es sind die Folgen der Bluteindickung, der Sätieverderbnis und der nachlassenden Nervenkraft. Hier abtrennen! Postkarte 5 PfennigMarke Herrn 8 □ Dr. med. H. Schulze G. m. b. H. Berlin W. 62 Warten Sie nicht die ichggre„Stögrngen##ch. chronisch sestsetzen wie: Bluturankheiten, Bleichsucht. Abman# ##per sawere Zettsucht, Arterienvernalkung, Zucherkrankheit. Nernenunterleibsleiden.“ semeeshafte Alle Vorboten beachten und baldigst Maßregeln treffen! en Mate lend Dir Jar aus lehenswichtigen Bestandtelle Sedonpgaele dicher mnd Neneneinlenastselt: Di.sb)! die morderne Heilkunde kennt den Weg zue Regeneration von Blut und Nerven. Darin finden Sie das Gefühl unbedingter SicherVorbeugen ist also oberstes Gebot: ####### da# Blut mit feischen Lebensstosfen frühzeitig die Nerven regenerieren: rühzeitig das Mittel gebrauchen zur Sicherung gegen Leiden! 2 nur noch felten an#bischmerzen nach und habe ick jeht Atemnot mit Schmerzen bis in die Arme Vergleuten austritt. Das Gei: vis.arrme, wie es bei alten Sscais Gesche de fäice bie e sesichen Walter Möbus. Hierdurch telle ich Ihnen mit d 2 90, Jannar 1936 seitdem ich Ihre Fregalin=Tahlatt. 0 mein bessert hat., ach b:“ 927 tten genommen habe. geSesie Kane id di. Palseiet shgege n uedien Bain banke auch herzlich für die Helung. . Josef Kostka. Villen wirben miunraarer. 164), 3. Jebruar 1926 MAIT a1.** Es Dr. med. H. Schulze's„Fregalin“ Ghestechitsececictesicheniche eche 0• WT.##öig gistfreie und absolut unschädzur sicheren Entmischung der einaller Körperzellen mit natäelschem Bege. Regeneration au Nach Gebrauch von Fregalin uns beglückt und dankerfüllt gelten, in wahehe“ e Verjüngune durchmachten. Lesen Sie nebenstehende Urteile: Als Leser der ersuche ich um kostenlose Probedosis Dr. med. H. Schulze's„Fregalin Onie im Aas hilin...—„ er beche e e e ceich ecee August Ventur. Meine Frau sitt saitr p blenz, den 11. Januar 1925. mus. Dieses Leiden verschlimmer, sch La. an RheumatieVenernder, troß Inansgruchnahme von Aerzten die Nachi von dal Veren Veraisten.“ Ja bohen Dhe Frian jedem empsehlen und tue dieses auch, mag redatmn nur en Wchiunen Ve. eche e ce 545 PBaesieäte age. bun Beegalia dei ese e ece ece ce bringt der sofortige Versuch mit einer.. Probepackung Fregalin. Der Versuch bringt volle Gewißheit! Ie Selieri S-8 2! st Sie heben gnen Zgeen wäre Sünde! an at, Absendung anhängender Postkarte erhal. Scheitt: 1shis i„Gratiseprobe Fregalim nobh hörperlichen Keästet“ neine geltigen und Fregalin ist kein Geheimmittel. 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