Neck Pöllmann obte. Dortmund, n 1898. glonnerniag den 2. Juni. (61) Nr. 64. Kurriändischrr Aitsriger. 1898 62. Jahrgang Erschetm Dienstags, Donnerstags u. Sonnabends und kostet in Brilon, bei der Expedition 1 Mk. 15 Pf. eie der, Fligt= Erpeditionen in P. Marsberg u. Büren Verdickung un bei , pierte ffägerechurn vie Von bezogen 1. Nr. 44 Inserate und Anzeigen werden mit 10 Pf. die 1=spaltige Petitzeile oder deren Kaum berechnet. Anzeigen 2e., welche gleichzeitig in en bei uns erscheinenden„Waldeckschen Anzeiger, ufgenommen werden sollen, kosten für beide Blätter nzur 15 Pf. die 1eswaltige Pettzeile oder deren Raum. Zugleich KuttigheVerkeisrratt für den Kreis Brilon. Briefe und Gelder für die Redaktion oder Presse# grassiche dieses Blattes „Sauerinbilch erbeten. 5 2 90 Wlerch An den Anzeiger entgegen. ans fhenchrce! lerstraße 4. chötzenser-Festen. en Aufgabe meines haltene Schärpen, e, Helme, Säbel, #s, VereinsabzeiOrdensbänder u Preisen. Dem Anzeiger wird une utgeltlich beigegeben: Wöchentlich, Sonnabende, das„Auusriatz Aaterhaltugoblatr“ Für den Monat Juni nehmen die betr. Postämter und die d. Bl. Bestellungen auf den Anzeiger entgegen. sa, Cassel. (LX 62058 k) Hosenträgern! ält jeder frco. geg. 1 GesundheitsIter, bequem, stets altg, kein Druck. sein Schweiss, kein Briefm.(3St 3M. warz, Berlin, 2881 Amtliches. bekannte, große rn-Lager V Unna b. Hamburg sen Nachnahme rantirt Ausführung: tfedern 50, 60 u. d. Pfd. Sorten für 1 M. 25 M. (besond. empfohl.) „60 M. ilbdaunen nur 2 ). Pfd. u nur 2,50 M. k. d. Pfd. Personal=Chronik. Die von der Gemeindevertretung zu Bruchhausen unterm 13. d. M. gethätigte Wahl des andwirths Franz Meyer zu Bruchhausen zum Vorsteher und des Landwirths Otto Busch dasselbst zum stellvertretenden Vorsteher der Geeinde Bruchhausen für die Wahlperiode 1898/1904 ist heute von mir bestätigt worden. Brilon, den 26. Mai 1898. Der Königliche Landrath Federath. stande war. Durch jenes Exerzieren ist der Brigade eine große Ehre widerfahren, die Ehre, unter dem brechenden Auge des Siegers von Königgrätz, von Weißenburg und Wörth und des Helden von Sedan zu exerzieren. Damals haben wir uns gelobt, dieses denkwürdigen Tages stets eingedenk zu sein. Deshalb exerziere ich alljährlich an diesem Tage mit der Brigade und ich hoffe, daß Ihr durch Fleiß und treue Pflichterfüllung im Frieden und frisches unaufhaltsames Draufgehen im Kriege mir Ehre machen werdet. Der Monarch äußerte sodann seine Zufriedenheit mit der Brigade und schied zum erstenmal mit dem Gruße„Adieu Kameraden!" Berlin. Der„Reichsanzeiger“ schreibt: Trotz dem Dementi vom 11. Mai ist in der Oeffentlichkeit neuerdings die Behauptung aufgestellt worden, daß man innerhalh der Regierung die Absicht hege, das verfassungsmäßige Wahlrecht zu beseitigen. Der„Reichsanzeiger“ ist im Interesse der Wahrheit zu der wiederholten Erklärung ermächtigt, daß diese Behauptung jeder thatsächlichen Grundlage entbehrt. Politische Rachrichten. Berlin. Eine Ansprache hat der Kaiser hn die zweite Garde=Infanteriebrigade nach dem Exerzieren auf dem Uebungsplatz Döberitz gehalten. Der Kaiser sagte u. a.: Jetzt sind es ehn Jahre her, daß ich die hohe Ehre hatte, als Kommandeur der Brigade mit Euren Vorhängern sie meinem hochseligen Vater in Parade vorzuführen. Es war dies die einzige Parade, die weiland Kaiser Friedrich III. abzuhalten im — Anläßlich der Reichstagswahlen hat die Regierung in Potsdam eine Versügung an die Schulbehörden erlassen, der zufolge überall da, wo mangels anderer geeigneter Wahlräume die Schulen zur Vornahme der Wahlen in Anspruch genommen werden müssen, dies ohne weiteres zu gestatten sei. Da durch die gesetzliche Form des Verfahrens bei den Reichstagswahlen jedem Lehrer auch bei ordnungsmäßiger Abhaltung der Schulstunden das Wahlrecht ermöglicht ist, so darf wegen der Reichstagswahlen der Schulunterricht nur da ausgesetzt werden, wo das Schulzimmer als Wahlraum in Arspruch genommen, oder wo der Lehrer von dem Wahlvorsteher zum Protokollführer berufen wird. — In einem unter dem Vorsitze des Königs von Italien abgehaltenen Ministerrath einigte man sich über eine Steuer für Befreiung vom Militärdienste, der diejenigen unterliegen sollen, die mit Rücksicht auf Familienverhältnisse befreit werden, deren Zahl jährlich etwa 60000 beträgt. Der Ertrag soll zur Unterstützung bedürftiger Angehöriger von Dienenden verwendet werden. — Die üble finanzielle Lage Italiens und besonders der Nothstand der großen Massen der Bevölkerung nöthigen die italienische Fivanzverwaltung zu immer größerer Sparsamkeit. Wie weit dieselbe geht, zeigt z B. der Umstand, daß die Truppenmanöver für dieses Jahr abbestellt worden sind. Leicht ist der Heeresverwaltung dieser Verzicht gewiß nicht geworden, schon die Rücksicht gegen die beiden anderen Dreibundstaaten ließ den Ausfall der Manöver recht peinlich erscheinen. Aber die Nothlage war stärker als der freie Wille. Hoffentlich leidet die Schlagfertigkeit und Tüchtigkeit der italienischen Armee durch den Manöverausfall keinen Schaden. — Der Präsident Faure verweilte Pfingsten in St. Etienne, wo ein Denkmal für 1870/71 enthüllt wurde. Faure wies auf das russisch= französische Bündniß hin, bedauerte den amerikanisch=spanischen Krieg, erklärte aber strengste Neutralität Frankreichs. Die Friedensliebe der Republik, die sich immer größerer Anerkennung erfreue, wurde nachdrücklich hervorgehoben, dann sprach der Präsident von der Kulturmission und schloß, daß Frankreich im Interesse eines ruhmund würdevollen Friedens auf die Stärkung seiner Land= und Seemacht sehr bedacht sein müsse. London. Hier cirkuliett das Gerücht, Frankreich und Deutschland hätten in Washington erklären lassen, daß die Besetzung Honolulus als Japanische Frauentoilette. (Fortsetzung und Schluß.) Der Obi ist ein drei bis vier Meter langes und etwa einen Meter breites, viereckiges Stück bereitwilligst. berall gesucht. und Händler eise. apreis. 500 Kraut Es giebt Obis, welche Hunderte von Mark kosten, und gewöhnlich ist der Preis dieses Gürelbandes höher als jener aller anderen Kleidungsstücke, welche die Japanerin trägt, zusammengekommen. Um den Obi anzulegen, ist immer die Hilfe einer zioeiten Person erforderlich, und es scheint in der That eine wahre Kunst zu sein, den Obi zu knüpfen. Zunächst wird über die bangen, faltenreichen Kleider eine Schärpe aus erguistes,„Leauchangen, faltenreichen Kleider eine Schärpe aus Tiis Frepp, der Hosoobi, gebunden, dann wird der Obi der Länge nach zu einer etwa fußbreiten ber m Seelens,„Whärpe zusammengefaltet und mit der Faltung otem bach oben zwei bis dreimal um den Leitz geSptrunden. Die Enden werden rückwärts in kunsts0 ge##oller Weise zu einer riesigen Masche gebunden, von 10 Psg. b#und diese zwölf bis fünszehn Lagen des ungemein „ 20"„##hweren, dicken Stoffes bilden eben das eigend neuesten Muster####rtige Kissen, das die Japanerin unter ihrem beraulhin franco.##ücken trägt. Um seinerseits wieder den Obi Ziegler Nu halten, wird darüber ein elastisches, dünnes fineburg. Kbeidenband mit kleinen kunstvollen Goldschließen den Enden, das Obi=dome. gebunden. In den Falten des Obi verbirgt die Japanerin eine ganze Menge kleiner Artikelchen, die sie stets bei sich zu tragen pflegt, und was im Obi nicht Platz findet, wird in die weiten, sackartig herabfallenden Aermel des Kimono gesteckt. Da sind zunächst die kleinen, weichen Papierchen, welche die Japanerin statt des Taschentuches zu benutzen pflegt; ferner Pfeise, Tabackbeutel und Zünoholzschachtel, denn die Töchter Japans sind eingefleischte Raucherinnen und ziehen alle Augenblicke die winzigen Pfeifchen mit den fingerhutgroßen Köpfen und den bleistiftlangen Stielen hervor, um sich diesem Genuß hinzugeben. Dann kommen allerhand Toilettenartikel, Kamm, Nadeln, Puderbüchse, Schminkkästchen, Schwärzestifte für die Augenbrauen, ein kleines Spiegelchen und schließlich der unentbehrliche, allgegenwärtige kleine Papierfächer. Noch häßlicher als der Obi erscheint dem Europäer die Fußbekleidung der Japanerin. Diese zarten, ätherischen, reizenden Geschöpfchen gehen bekanntlich ihr ganzes Leben lang auf schweren Holzschuhen einher. Schon in den ersten Jahren ihrer Kindheit werden ihre winzigen Füßchen in zolldicke Holzsandalen gesteckt, die durch Lederstreifen an den Füßen festgehalten werden, und ein anderes Schuhweik bleibt ihnen bis zu ihrem Tode unbekannt. Die Japanerin trägt keine Strümpfe. Ihre Waden bleiben nackt und gehen sie im warmen Sommer in den Straßen oder den schattenreichen städtischen Parks spazieren, dann legen sie wohl auch ihre Kimonos über den Arm. Aber auch bei den herabfallenden Kimonos öffnen sich diese Gewänder beim Gehen mehr oder weniger bei jedem Schritte. An Stelle der Strümpfe trägt die Japanerin etwa bis über die Fußknöchel reichende Leinenoder Seidensocken mit einer Abtheilung für die große Zehe und fester Sohle aus dickem Baumwollstoff. In ihren Häusern, im Theater, in Tempeln und Theebäusern gehen die Japanerinnen vur in diesen Socken einher und die Holzsandalen bleiben vor der Thüre stehen. Treten sie auf die Straße, so schlüpfen sie mit ihren Füßchen wieder in die schweren Klötze und schleifen damit mühsam und mit gebeugten Knien, vornvornüber geneigt, einher. Stehend oder sitzend ist die junge Japanerin von unsagbarem Reiz, der aber sofort verschwindet, wenn sie auf der Straße einherschlürft. Evensowenig wie die Japanerin ihren Odi binden kann, ebensowenig kann sie ohne fremde Hilfe ihre Haare frisieren, und auf der Reise durch Japan ist es eine der gewöhnlichsten Scenen, zwei weibliche Wesen in ziemlich tiefem Neglige bei dieser ihrer Meinung nach wichtigsten Verrichtung zu erblicken. Bei der peinlichen Sorg= falt, die sie auf ihre Haarfrisur verwenden, und amerikanische Operationsbasis nicht ihre Zustimmung fände. MeKinley beabsichtigt aus diesem Grunde, die Annektion der Hawaii=Inseln sofort zu proklamieren. New=York. Die hiesizen Blätter vermerken eine Unterredung, welche der MarineUntersekretär Bliß gehabr hat, worin dieser erklärte, der Präsident McKinley werde einen Versuch von seiten der Spanier zur Beilegung der Streitigkeiten in diesem Augenblick günstig aufnehmen. Er sei bereit, jede von den Spaniern gemachte und für Amerika annehmbare Bedingung zu acceptieren, da er den Krieg als das größte Uebel betrachte und sich glücklich schätzen würde, den Frieden herbeizuführen, um weiteres Blutvergießen einzustellen. Mittheilungen aus dem Kreise Brilon, 1. Juni. Bei der heute hier vorgenommenen Stadtverordneten=Ersatzwahl der zweiten Wählerklasse wurden an Stimmen abgegeben für die Herren Franz Strake 27 Rendant Wigge 25 Adam Schulte 1 Clemens Niemann 1. * Es wird somit eine Stichwahl zwischen den Herren Strake und Wigge stattfinden. Brilon. Wir machen dacauf aufmerksan, daß die Zahlung der Pensionen an die Lehrer aus der Ruhegehaltskasse innerhalb des deutschen Reichs im Wege des Postanweisungsverkehrs ohne Monatsquittung zugelassen ist. Brilon, 1. Juni. Die Pfingstfeiertage waren, mit Ausnahme des ersten Tages, nicht von gutem Wetter begünstigt, es war kühl und regnerisch; auch heute ist das Wetter noy schlecht. — Der„wunderschöne" Monat Mai war dieses Mal nichts weniger als schön und hat das Wachsthum der Saaten nicht geföcdert. Es ist hohe Zeit, daß die Witterung besser wird, sonst sieht es in Garten und Feld sehr traurig aus und es giebt am Ende ein schlechtes Jahr. Falb prophezeit für den 4. d. Mis. einen kritischen Tag zweiter Ordnung und für den 19. d. Mts. einen solchen dritter Ocdnung, aber wie die Erfahrung lehrt, sind dessen Prophezeiungen nicht immer eingetroffen. Provinzial=Nachrichten. — Während des Mittagessens erstickte in Menden ein 65 jähriger Mann. Ein Stückchen Fleisch war ihm in die Luftröhre gekommen. Trotz sofortiger ärztlicher Hülfe kam der noch rüstige Mann elendiglich um. — Die Erhebung einer Balkonsteuer wurde von den Stadtverordneten in Münster beschlossen; es sollen danach gezahlt werden: für einen einfachen Balkon 75 Mk., einen darüberliegenden 50 Mk., einen Erker 200 Mk., einen darüberliegenden Balkon 50 Mk. Die Abgabe ist eine einmalige; die bereits vorhandenen Balkons und Erker bleiben davon befreit.(Dieser Beschluß dürfte wohl nicht aufrecht zu erhalten sein, da nach gerichtlichen Entscheidungen eine derartige Steuer ungesetzlich und unzulässig ist). — Zur Warnung der Radfahrer sei folgende Mittheilung aus Münster wiedergegeben: Ein Radfahrer, der in schnellem Tempo die Warendorfer Straße dahinfuhr, bemerkte nicht, daß seine Kleidung Feuer gefangen hatte. Von Passanten aufmerksam gemacht, stieg erschleunigst vom Rade, und es gelang ihm alsbald, sich des gefährlichen Elements zu entledigen, wobei ihm einer der Passanten Hülfe leistete. Körperlicher Schaden ist nicht entstanden, jedoch ist der Rock unbrauchbar geworden. Der Brand ist durch die Funken einer brennenden Cigarre entstanden. — Die Generalversammlung der Mitglieder der Lehrer=Wittwen= und Waisenunterstützungskasse für die Kreise Lippstadt, Soeft, Hamm, Arnsberg, Meschede und Brilon fand in Erwitte statt. Aus der Rechnungslage des Rendanten ging hervor, daß im verflossenen Jahre an Peusionen und Sterbegeldern die Summe von 1860 Mk. verausgabt worden ist. Der Etat für das laufende Jahr wurde in Einnahme und Ausgabe auf 226238 Mk. festgesetzt. Von den vorhandenen 15 Witwen erhält auch in diesem Jahre jede wiederum 120 Mk. Pension. Das Stammvermögen der Kasse hat die Höhe von 7200 Mk. erreicht. — In Düren machte der Oberpräsident Nasse auf dem Verbandsfest der rheinischen Feuerwehr in seinem Kaiserspruche folgende interessante Bemerkung: Als Se. Majestät der Kaiser unlängst den Reichstag schloß und dabei der Landesvertretung seinen Dank für die Arbeiten der letzten fünf Jahre aussprach und das Facit dieser Arbeiten zog, da erhoben sich— ich erinnere nur an die Aeußerungen französischer Blätter— Stimmen des Neides um ein solches Staatsoberhaupt, dessen sie entbehren. Und vor kurzer Zeit sagte mir ein deutscher Bischof, daß ein großer Franzose ihm erklärt habe:„Ja, geben Sie uns nur Ihren Kaiser, dann sind wir wieder die große Nation, die wir früher gewesen. dem bedeutenden Zeitaufwand, der dafür erforderlich ist, muß es ihnen ein Trost sein, daß die zu so hübschen Bändern und Maschen zusammengeleimten Haare beiläufig eine Woche lang halten. Würden die Japanerinnen ihre Nachtruhe auf ähnlich weichem Pfühle verbringen wie ihre abendländischen Schwestern, dann müßten sie sich natürlich, gerade so wie diese jeden Morgen der Haarfrisur unterziehen. Deshalb legen sie ihre Köpfchen keineswegs auf schwellende Federkissen. An Stelle derselben tritt ein Holzklotz, den sie sich beim Schlafengehen unter den Nacken schieben und über den ihre Köpfchen frei herabbaumeln. Aber lieber erdulden sie diese von frühester Jugend auf gewohnte Qual, als die schön pomadifierten Haare in Unordnung zu bringen. Wie mögen manche von ihnen die Damen des Kaiserhofes wie der feudalen Fürstenhöfe aus früheren Zeiten beneiden, wo es Mode war, die reichen schwarzen Haare lose herabfallend zu tragen! Daß in diesen Haar= und Kleidertrachten der Japanerinnen durch die Einführung europäischer Moden bald eine Aenderung eintreffen dürfte, ist nicht anzunehmen. Man geht in Europa fehl, wenn man glaubt, die Verordnung der japanischen Regierung hätte im Volke irgendwelche Wirkung gehabt und das alte Japan hätte seine bisherigen Trachten modernen Kleidern, Miedern, Federhüten und Stöckelschuhen geopfert. Ausschließlich bei Hofe werden diese Produkte der europäischen Modeknechtschaft getragen, und die in solcher Maskerade erscheinenden Damen mögen wohl als abschreckendes Beispiel für all ihre nicht hoffähigen Schwestern gedient haben, denn, der Vorsehung sei es gedankt, man begegnet in Japan, wohin man auch reisen mag, in Städten und auf Dörfern, bei hock und niedrig, nur japanischen Toiletten. Statt dieselben durch europäische ersetzt zu sehen, müßte man eigentlich herzlich wünschen, daß der japanische Kimono, aber ohne Obi und Holzsandalen, im Abendlande Einführung fände. —(Kasernenhofblüthe.)„Unteroffizier:„Einjähriger Steinmann, Ihre krumwen Beine sind noch der Nagel zu meinem Sarge!“ —(Aus der Instruktionsstunde.) Unteroffizier:„... Der Friede ist blos dazu da, damit im Kriege alles klappt!“ —(Gnädig.)„Ich danke Ew. Hoheit für die Ehre, die mir bewiesen worden ist—“— „Was denn, mein lieber Hofrath?“—„O, Hoheit hatten die Gnade, mir in verflossener Nacht im Traume zu erscheinen.—„Hat nichts zu sagen, lieber Hofrath, ist gern geschehen.“ Damit ist allerdings die Stimmung zahlreicher Franzosen gegenüber ihren inneren Zuständen und der imponiecenden Persönlichkeit des deutschen Kaisers vollkommen zutreffend wiedergegeben. Aus dem Rechtsleben. — Fällt der an einem Festtage unternommene Gang zur Schuldeintreibung und letzterer selbst unter den Begriff der Sonntagsentheiligung? Die Strafkammer zu Hanau hatte in Uebereinstimmung mit dem Vorderrichter diese Frage bejaht und einen Hänoler, der in der ausgesprochenen Absicht, einen Betrag einzuziehen, an einem Sonntag Vormittag zweimal zu einem Schuldner gegangen war und dessen Frau gemahnt hatte, zu einer Geldstrafe verurtheilt, indem angenommen wurde, daß sowohl der Gang zum Zwecke der Mahnung als letztere selbst als „Arbeit“ angesehen werden müßten. Jeder, der den Angeklagten und seine Gewohnheit, am Sonntag Schulden einzukassieren, kannte, konnte über den Zweck seines Ganges gar nicht im sein, und zwar um so weniger, als hier die Annahme eines etwa freundschaftlichen oder verwandschaftlichen Besuches durchaus ausgeschlossen war. Auf die Revision des Angeklagten hat indeß nunmehr der Strafsenat des Kammergerichts in Berlin die Vorentscheidung aufgehoben und auf Freisprechung erkannt, da das Hingehen zu einem Schuldner keine öffentlich bemerkbare Arbeit sei, und sich ein solches Gehen auch nicht von anderem Gehen unterscheide. Auch das Eintreiben einer Schuld könne als eine öffentlich bemerkbare Arbeit nicht angesehen werden. Daß sich der Angeklagte hierbei und auf seinem Gange etwa auffällig benommen habe, sei aber nicht festgestellt worden. Militärisches. — Aus dem 26. Jahresbericht des deutschen Kriegerbundes heben wir hervor, daß derselbe zur Zeit in 273 Bezirken bezw. Verbänden und 12165 Vereinen 1048515 Mitglieder vereinigt. Das Bundesvermögen beläuft sich auf rund 900000 Mark. An Unterstützungen hat der Bund im Jahre 1897 an 4305 Kameraden und 2572 Wittwen 102148 Mark gezahlt. Hierzu kommen die Kosten der Waisenpflege mit rund 56000 Mark, die beiden Kriegerwaisenhäuser des Bundes in Römhild und Canth(Schlesien) ersetzen 169 Kindern das Vaterhaus. Der Bau eines dritten Waisenhauses ist in Osnabrück begonnen worden. Der deutsche Kriegerbund umfaßt gegenwärtig 456 Sanitätskolonnen. Dieselben stellen sich im Kriege dem Roten Kreuz zur Verfügung, befähigen ihre Mitglieder aber auch, im Frieden bei plötzlichen Unglücksfällen willkommene Dienste zu leisten. Das Kaiser Wilhelm=Denkmal auf dem Kyffhäuser, das große und bedeutsame, dem Begründer des deutschen Reiches gewidmete Denkmal, ist auch im Jahre 1897 wieder von vielen Tausenden besucht worden, allein 51203 Personen haben den Turm desselben bestiegen. Der Bericht giebt wiederum einen schönen Beweis von der patriotischen und gemeinnützigen Thätigkeit des Kriegervereinswesens im allgemeinen und des deutschen Kriegerbundes im besonderen. Havdel und Industrie. — Von dem Vorrath der Reichsbank an halben Kronen sollen, nach einem Beschluß des Bundesrats 22 Millionen Mark in Kronen umgeprägt werden; ferner soll von dem Baarvorrath an silbernen Zwanzigpfennigstücken 8 Millionen Mark umgeprüägt werden und zwar 5 Millionen der Summe in Fünf und drei Millionen in Zweimarkstücke. Eisenbahnangelegenheiten. — Amtlich wird aus Kassel gemeldet: Sonnabend nachmittag fuhr eine aus dem Maschinenhause im Bahndreieck kommende leere Lokomotive gegen einen von Kassel—Ost kommenden Uebergabegüterzug. Ein Heizer ist tot, zwei Lokomotivführer schwer, ein Heizer und drei Rangirer leicht verletzt. Der Führer der leeren pkomotive hat das achtet. Zehn R 1. Wenn ma körper in dem n muß man spä 2. Körper u Hottes, für dere verantwortlich sin 3. Körperliche Insere physischen bendige Stärke, Viderstand zu le 4. Bewegung elle Uebungen heist werden dad 5. Plato nan elbe wohl seinen Essigte, seinem Kö ngedeihen zu la 6. Um einen hnnen, muß man körper besitzen. 7. Körperliche Nanne, ein keusc 8. Verschieden örperliche Uebung ördern die Gesu sesser als alle an 9. Das Eisen brauch genommen Frank, wenn man äßt. 10. Ein Men um für seine handwerker gleich chäftigt erscheint, r Ordvung z Berleburg. better am vorige sich nach sachverst heinde Feudingen —(Schlimm ieser Ueberschrift bitz=Raudten in Rahnung an die hrer Halmfrüchte, aldigst zu besor #uchtbarer, aber dr. Er stützt hs ein hoher C Sommers in der keljahre zusamme hir auch jetzt ei# ie er seit sechs“ us einem andere er Sommer 189 ingen wird. E nen übermäßig Uhr heißer und nd mit den Gem bäden auf. 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Körperliche Uebungen vergrößern stufenweise Insere physischen Kräfte und geben uns die nothbendige Stärke, um Krankheiten genügenden Piderstand zu leisten. 4. Bewegung ist für den Körper, was intellekhelle Uebungen für den Geist find; Körper und keist werden dadurch erzogen und gestärkt. 5. Plato nannte einen Mann lahm, weil derelbe wohl seinen Geist stählte, aber es vernachEssigte, seinem Körper die nothwendige Bewegung ungedeihen zu lassen. 6. Um einen Erfolg im Leben aufweisen zu Hnnen, muß man vor allen Dingen einen gesunden Körper besitzen. Bewegung hilft uns dazu. 7. Körperliche Uebungen helfen dem jungen Nanne, ein keusches Leben zu führen. 8. Verschiedenartige und nicht zu anstrengende örperliche Uebungen im Verein mit dem Schlaf kördern die Gesundheit des ermüdeten Gehirns, besser als alle anderen. 9. Das Eisen rostet, wenn es nicht in Gebrauch genommen wird, und der Körper wird Frank, wenn man ihm keine Bewegung angedeihen äßt. 10. Ein Mensch, welcher zu sehr beschäftigt #n, um für seine Gesundheit zu sorgen, ist dem handwerker gleich zu stellen, welcher zu sehr bechäftigt erscheint, um sein Handwerkszeug in uter Ordvung zu halten. Wetterbericht. Berleburg. Der Schaden, den das Unbetter am vorigen Freitag verursacht hat, beläuft ich nach sachverständiger Schätzung in der Geheinde Feudingen auf 12000 Mark. —(Schlimmes Hageljahr in Sicht.) Unter ieser Ueberschrift veröffentlicht Herr von Deschbitz=Raudten in der„Allg. Vers=Presse“ eine Mahnung an die Landwirthe, die Versicherung hrer Halmfrüchte, sofern es noch nicht geschehen, saldigst zu besorgen; denn es steht zwar ein tuchtbarer, aber sehr hagelreicher Sommer bekor. Er stützt sich hierbet auf die Erfahrung, bß ein hoher Grundwasserstand woährend des Kommers in der Regel mit einem schweren Haljahre zusammenfällt, und thatsächlich haben hir auch jetzt einen so hohen Grundwasserstand, die er seit sechs Jahren nicht gewesen ist. Auch as einem anderen Grunde ist anzunehmen, daß er Sommer 1898 viele Hagelschäden mit sich tingen wird. Es ist eine Thatsache, daß auf nen übermäßig milden Winter fast stets ein Ehr heißer und gewitterreicher Sommer folgt, und mit den Gewittern treten auch die Hagelhäden auf. Der Winter 1897/98 war ähnlich m von 1883/84, und das Jahr 1884 brachte en heißen Sommer und sehr schwere Hagelbläge.— Thätsächlich sind auch schon im Königsich und in der Provinz Sachsen, sowie in ayern und Thüringen recht heftige Gewitter mit bwerem Hagelschlag niedergegangen, wodurch die heorie des Herrn von Deschbitz ihre Bestätigung finden scheint. Literarisches. — Wohin das Verlangen der Menschen jetzt sht: an die See, in Wald und Flur versetzen #s die herrlichen Genrebilder des gegenwärtig phrenden Modenblattes„Große Modenwelt", bit bunter Fächer=Vignette(Verlag, John Henry Schwerin, Beriin W. 35), deren erste Junikummer mit farbigem vielfigürlichen Modenkableau, großer Handarbeitenbeilage und großem pppelseitigen Schnittmusterbogen(zu jeder 14= tägigen Nummer) soeben zur Ausgabe gelangt ist. Prächtige Zeichnungen von Künstlerhand bringen die Moden der bevorstehenden Saison zu vollendeter Darstellung, derart, daß auch ein Männerauge auf diesen Bildern gern verweilen wied. Und zu allen diesen zahlreichen bildlichen Darstellungen, in denen auch Kindermoden nicht fehlen, liefert der Verlag Gratisschnitte genau nach Köspermaß zu den minimalen Selbstkosten, so daß, abgesehen von der großen Ersparniß, die Kostüme schnellstens hergestellt werden können. Eine illustrirte Belletristik, desgl. HausfrauenZeitung und v. a. erhöhen den Werth der„Großen Modenwelt, so daß der Abonnementspreis von nur Mk. 1,— vierteljährlich dagegen kaum in Betracht kommt; Abonnements bei allen Buchhandlungen und Postanstalten. Gratis=Probenummern bei ersteren und beim Verlage John Henry Schwerin, Berlin W 35, Steglitzerstraße 11. —„Am Seestrande“ ist das reizvollste Kinderbild, welches Künstlerhand je geschaffen. Wir finden dasselbe aber auf keiner Kunstausstellung, sondern in dem schönen, reich illustrirten Gebrauchsblatt„Kindergarderobe, Verlag John Henry Schwerin, Berlin. Wir sehen auf diesem einen Bilde allein zehn Kindergestalten in anmuthigster Gruppirung, an denen natürlich die am Strande und beim Baden getragenen Kostüme zur Darstellung gelangen. Nicht minder lieblich ist das Titelbild. Dazu Gratisschnitte nach Maaß(gegen Erstattung der minimalen Selbstkosten), Schnittmusterbogen, illustrirte Märchen, ärztliche und häusliche Winke für Mütter 2c. 2c. — was kann man mehr von einem solchen Blatt verlangen!„Kindergarderobe“ ist zu beziehen für 60 Pfg. pro Quartal mit den Beilagen„Für die Jugend“ und„Im Reiche der Kinder" von allen Buchhandlungen und Postanstalten. GratisProbenummern durch erstere und den Verlag John Henry Schwerin, Berlin W. 35, Steglitzerstraße 11. — Die soeben zur Ausgabe gelangte Nr. 22 des„Reporter", illustrirtes Weltblatt, Berlin,(Preis 10 Pfg, Postzeitungsliste 6038) hat u. A. folgenden Inhalt: Die Schreckenstage in Mailand(mit 1 Tableau).— Die Preis=Vertheilung unseres großen Preis Räthsels aus Nr. 12 d. J.— Sir William Ewart Gladstone F(mit 1 Porträt).— Die Mastvieh=Ausstellung zu Berlin(mit 5 Illustrationen).— Eine Jubelfeter der Berliner Turnerschaft(mit 2 Gruppenbildern). Buntes. Berlin. In der Grünenthalschen Angelegenheit hat die Verwaltung der Reichsdruckerei ein Gutachten erstattet, welches bezüglich der von ihrem ehemaligen Oberfaktor gefälschten Tausendmark= und Hundertmarkscheine die beruhigende Erklärung abgiebt, daß die unechten Noten an ihren Nummerstempeln auch von jedem Laien unschwer als Falsifikate zu erkennen seien. Bekanntlich hat Grünenthal die gestohlenen Scheine selbst mit Nummern versehen, wobei er sich eines Stempels(bei jedem Schein zweimal hintereinander) bediente, während bei den echten Scheinen beide Nummern gleichzeitig aufgedruckt werden, wodurch eine größere Akkuratesse des Drucks sowohl wie ein gleichmäßigerer Abstand zwischen den Nummern erzielt wird, als dies bei nacheinander erfolgten Stempelungen geschehen kann. — Das größte evanzelische Kirchspiel der Welt ist das Irkutsker, denn es umfaßt einen. Flächenraum von nicht weniger als 96563 geographischen Quadratmeilen, ist also größer als halb Europa. Diesem gewaltigen Kiraspiel steht nur ein Prediger, Pastor Eduard Beckmann in Irkutsk, vor. Im ganzen Kirchspiele wohnen insgesammt etwa 2000 Evangelische, darunter 800—900 deportierte Anfiedler: Die Evangelischen dieses einen Kicchspiels sprechen neun Sprachen: deutsch, russisch, esthnisch, finnisch, lettisch, schwedisch, dänisch, po nis v, französisch. Pastor Beckmann predigt in zwei Sprachen— der finaischen und lettischen— Lesegottesdienste ab. — Die Vervollkommnung des Telephons ist den Amerikanern geglückt In New=York, Washington und Philadelphia sind jetzt Telephonapparate mit Zifferblättern versehen worden, die den Abonnenten gestatten, fortan direkt miteinander, ohne Amtsvermittelung zu telegraphieren. Will man z. B. die Nummer 9862 anrufen, so hat man einfach hintereinander auf die Z ffern 9, 8, 6, 2 zu drücken. Ist die Unterhaltung beendet, so hat man nur durch eine mechanische Vorrichtung das Zifferblatt auf Null zu stellen, und die Verbindung ist sofort abgeschlossen. Riga. In der 16000 Einwohner zählenden Stadt Stuzh, Gouvernement Minsk, find 500 Wohnhäuser und 4 Gotteshäuser niedergebrannt. Viele Menschen kamen in den Flammen um. —(Kleines Mißverständniß.)„So, Du warst in Tharandt, Else? Eine reizende Gegend. Da soll man ja so wunderschöne Partien machen können!“—„Ja, aber nur mit Forstkandidaten.“ —(Reflexion.) Junge Frau(welche selbst kocht):„Nein, dieser Mann, mich möchte er aufessen und den Braten rührt er nicht an!“ —(Solides Geschäft.) Zechpreller(der aus einer Wirtschaft hinausgeworfen wurde):„Wirklich solides Geschäft, sogar einen besseren Hut haben sie mir nachgeworfen!" Albumblätter. Wenn sie dich loben, wenn sie dich tadeln, So wolle bedenken: Ein Tadel kann adeln, Ein Lob kann kränken. Ist dir der Tadel unbequem, Frag' auch beim Lob: von wem, von wem? „* Das ist die wahre Liebe, die immer und immer sich gleich bleibt; Wenn man ihr alles gewährt, wenn man ihr alles versagt. ** Nichts ist schön, als unsere Empfindung des Schönen, nicht der körperliche Gegenstand. ** Ach, was sind die See'n, die himmlisch blauen, Was die Berge mit beschneiter Spitze, Bunte Wälder, taubeglänzte Auen, Wenn ich liebend nicht besitze, Dem ich, was ich fühle, kann vertrauen. Redigiert unter Verantwortlichkeit des Verlegers. KESS#n = OSSTUDEC ETRTSEGET H obgH. 85%## 355 53,8388562 G S S5SSESSTORSSE D EEE EOEAEEEBES S S#uc 6 .3? 8 58 8 5 * 9s 55. 8 S 8 8 855 80 SbgSES 5 5 **„So 8 8 806 B8SEE TESESSE 82389 50 S SSg•#1 505"" 58U2SUE onSun 9 B 9.6 C Bon-Wett GHETBERRE 0U5 S 28 S 8 B 5 S s 100000 Harmonika's mit meiner selbsterfundenen, garantiert unzerbrechlichen Spiral=Claviatur=Federung habe ich bereits seit kurzer Zeit verkauft. 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