16 ∆ en Kalkstein, ftlichen Versuchs. lligen Preisen ab. zeller Hosenträgern! Alt jeder frco. geg. 1 Gesundheitster, bequem, stets altg., kein Druck, ein Schweiss, kein Briefm.(38y 3M. vorn, derin. 866. rtr. 185 Nr. 49. Biensing den 26. April Kurrieneh., echrigrt. 1898 62. Jahrgang Erschetm Dienstags, Donnerstags u. Sonnabends und kostet in Brilon, bei der Expedition 1 Mk. 15 Pf. bei den Filial=Expeditionen in N.=Marsberg u. Büren 1 Mk. 25. Pf. und durch die Post bezogen 1. Mk. 45 Pf. vierteljährlich. Inserate und Anzeigen werden mit 10 Pf. die 1=spaltige Petitzeile oder deren Raum berechnet. Anzeigen ze., welche gleichzeitig in den bei uns erscheinenden„Waldeckschen Anzeiger, aufgenommen werden sollen, kosten für beide Blätter uur 15 Pf. die 1ewpaltige Petitzeile oder deren Raum. Zugleich für den Kreis Brilon. Briefe und Gelder für die Redaktion oder Exr dition dieses Blattes werden portofrei unter de Adresse„Sauerländischer Anzeiger und amtliches [Sreichlate wocken. Unsere Filial=Expeditionen für NiederMarsberg und Büren, sowie sämmtiche Annoncen=Expeditionen nehmen Anzeigen für den Anzeiger entgegen. Dem Anzeiger wird uneutgeltlich beigegeben: Wöchentlich, Somnabende, das„Zluktriate Aatertzallungblat“ Für die Monate Mai und Juni nehmen die betr. Postämter und die Exped. d. Bl. Bestellungen auf den Anzeiger entgegen. id bei Krankgens, sind ein irliches= nutes olksmittel eit, Schwäche übelriechendem , saurem Aufbrennen, übereimproduction, und Erbrechen, Hartleibigkeit hmerz, falls er hrt, Ueberladen t Speisen und er=, Leber= und den als heilrprobt. n Krankheiten Mariazeller en seit vielen Beste bewährt, von Zeugnissen à Flasche sammt ung 80 Pfg., 1.40. Central= lpotheker Carl e zum„König Vien 1 FleischApotheke zum emsier(Mähren). die iterschrift zu eller Magencht zu haben in k. Cohaus. R. Oestreich. los 15,00 Zimmtrinde chelsamen, Anissamel olz, Calmuswuzeln# anwurzel, Rhabardo## Weingeist 60% bis r M. 3.60 ostkolli Käse Mark ab hier r, Neumünster i. H. (412) Angesichts des spanisch=amerikanischen gewinnt ein Vortrag des Professors Bruns=Tübingen auf dem Chirurgenkongreß in Berlin über inhumane Geschosse ein aktuelles Interesse. Der Vortragende schilderte die grausigen Wirkungen der modernen Geschosse, besonders aber derjenigen, Adie im indischen Aufstande von den Engländern angewendet wurden, und verlangte im Namen der Humanität Abschaffung solcher den ganzen Körper zerreißender Geschosse. Die gefährlichsten, die sogenannten Dum=Dum=Geschosse, dürften Vaber nach englischem Vorbilde auch von den Amerikanern angewendet werden. Wena nun auch die Forverung des Tübinger Gelehrten, das Geschoß müsse so eingerichtet sein, daß es den Gegner nur kampfunfähig mache, nicht aber töte, geschweige zerreiße, in dem bevorstehenden Kriege nicht zur Durchführung gelangen wird, so sollte doch strengstens darüber gewacht werden, daß die barbarischen Dum=Dum=Geschosse nicht zur Anwendung gelangen, denn auch im Kriege, der als ein nothwendiges Uebel anzusehen ist, wie das Gewitter in der Natur, dürfen die Gebote der Menschlichkeit nicht außer Acht gelassen werden. Darf das schon im Kriege schlechthin nicht geschehen, so am wenigsten in einem solchen, dessen Anlaß ausschließlich in der Geldgier und der Bereicherungssucht zu erblicken ist, wie das bei dem von den Nordamerikanern vom Zaune gebrochenen Kriege doch der Fall ist. Professor Bruns aber hat sich ein Verdienst damit erworben, daß er die Augen der Welt auf die inhumanen Geschosse gelenkt hat. Politische Rachrichten. Berlin. Nach einer kaiserlichen Verordnung vom 22. April sollen die Neuwahlen zum Reichstag am 16. Juni stattfinden. Berlin. Die Kommission des Abgeordnetenhauses hat in zweiter Lesung den Gesetzentwurf betreffend das Anerbenrecht für die Provinz Westfalen mit 10 gegen 2 Stimmen angenommen. — Die zur Eröffnung der Kortes verlesene Botschaft der Königin schließt:„So dunkel die Zukunft sich auch darstellt, die Schwierigkeiten werden nicht größer sein, als die Kraft und die Energie des Landes, um sie mit einer Land= und Seestreitmacht zu befiegen, deren ruhmreiche Tradition seinen Muth stählen. Mit der gegenüber einem Angriff von außen einigen und geschlossenen Nation und mit der Hülfe Gottes, der unseren Vorfahren in den großen Krisen unserer Geschichte jederzeit den Weg zeigte, werden wir auch ebenso ehrenvoll diejenige bestehen, die man ohne Grund und ohne Gerechtigkeit gegen uns heraufzubeschwören versucht.“ Washington, 23. April. Me. Kinley übermittelte heute dem Kongreß eine Botschaft, in welcher er vorschlägt, die Kriegserklärung zu votieren. Das Geschwader der Vereinigten Staaten ist abgedampft, um unverzüglich die Blockade der Häfen von Kuba und Portorico zu beginnen. Die Stadt New=York zeigt vielfach Flaggenschmuck. New=York. Ein hiesiges Blatt bietet 500 Dollars an für die erste spanische Fahne, die erobert wird, ein anderes Blatt bietet dem Ergreifer des Generals Weyler 1000 Dollars an. Die Blätter verzeichnen infolge der großen Aufregung zahlreiche Fälle von Wahnsinn und Selbstmord, sowie blutige Schlägereien und Mordthaten. New=York. Wie es hier heißt, ist dem Präsidenten McKinley bereits eine Höllenmaschine zugesandt worden. McKinley entzog sich aber der Gefahr. Man sagt, seit einigen Tagen sei man im Weißen Hause sehr vorsichtig. Als nun ein verdächtiges Paket für den Präsidenten eingegangen, habe man dasselbe zur Vorsicht erst in Wasser getaucht. Es stellte sich auch heraus, daß eine Dynamitpatrone und eine Vorrichtung, dieselbe zum Explodieren zu bringen, in dem Pakete enthalten war. Ungeheure Aufregung entstand nach dem Bekanntwerden dieses Anschlages. — Die täglichen Ausgaben für Unterhaltung der amerikanischen Armee und Flotte werden auf zwei Millionen Mark berechnet. Die wohlwollende Neutralität Englands wird in New=York unglaublicherweise als der Vorläufer eines BündDer liebe, bunte Rock. Von E. v. Waldt=Zedwitz. Nachdruck verboten.] (Schluß.) Ein Jahr war wohl vergangen, ein Jeder wunderte sich im Städtchen, daß Rosel so auffallend ernst geworden, man fand es unerhört, das sie die Werbung des jungen Apothekers, des reichsten, angesehendsten Mannes aus dem ganzen Orte, abgelehnt, man zuckte die Achseln und sprach:„Hochmuth kommt vor dem Fall“, doch wer den Bürgermeister darauf anredete, konnte auf eine gehörige Grobheit rechnen. Rosel ertrug die Vorwürfe des Vaters, mehr als diese schmerzte sie das kummervolle Gesicht der Mutter, dennoch war sie überglücklich, war doch seit kurzer Zeit ein Liebeszeichen Berenhorfts ihr köstlicher Besitz, ein Brief, der ihr das stille Hoffen treuer Gegenliebe zur Gewißheit machte. Er kam, er bat um ihre Hand und mußte ohne sie von dannen ziehen, denn bei allem guten Willen der Eltern— der irdische Besitz war zu gering, um der Herzen heiße Wünsche zu erfüllen.— Das war ein harter Tag, und dennoch schön, denn das Gelöbniß ewiger Treue verband im Stillen Rosel und den schönen Adjutanten. Jahr um Jahr zog hin, still ging das sonst so heitere Rosel seine Straße, auch Beerenhorft, der flotte, lebenslustige Kavalier, einst so strahlend in dem Uebermuth der Jugend, war ernst geworden. Die Bürgermeisterin lag schon im ewigen Frieden unter der Linde draußen auf dem Gottesacker, der Vater sollte den Kummer nicht lange überleben, da endlich rief er Beerenhorst und legte in der letzten Stunde die Hand der Tochter in die seine. Ein füßer Trost im bittern Leid und dennoch auch jetzt noch ohne Hoffnung auf baldiges Vereinen. Still wars geworden im Bürgermeisterhause, die Beiden durften nun wohl vor der Welt den Bund des Herzens offen zeigen, doch fehlte es Berenhorst noch immer an den Mitteln lein Rosel ganzzu besitzen. So konnte, so durfte es nicht bleiben, jetzt hieß es männlich handeln. Das war ein harter Kampf, doch half die Liebe ihn fiegreich zu bestehen, so sehr auch Rosel dagegen sprach, so war sein Wille fest, er zog ihn aus, den„lieben, bunten Rock“, als schlichter Bürgersmann stand Berenhorst, der einst so schöne Adjutant, am Schreibpult im Rathaus des kleinen Winkelbach, arbeitete, schaffte redlich, und ehe ein Jahr ins Land gezogen, da fiel die Wahl der Bürgersleute auf ihn— von Berenhorst ward Bürgermeister und Rosel Frau Bürgermeisterin. Manch Jahr war hingegangen, froh=frisches Leben war ins öde Haus am Marktplatz eingezogen, in üppiger Fülle stand Rosel inmitten ihrer Kinderschaar, der Fritz, der ganze Vater, das kleine Gretchen just wie ihre Mutter, und bei den anderen war man nicht recht einig, wem von den Eltern sie wohl glichen. Die Rosel meinte mit Stolz, sie ähnelten nicht nur dem Vater, nein, sie wären sogar sein treues Ebenbild, und Berenhorft dagegen sagte, sie wären ihrer lieben Mutter wie aus dem Gesicht geschnitten. Das war ein stilles Glück, wie es nur treue Liebe schaffen kann, und war das Mahl auch manchmal knapp, klopfte Frau Sorge auch hier und da an die Thüre, ein Blick auf all die blonden Kinderköpfe, ein Blick in Rosels hoffnungsvolles Auge— bald war sie verscheucht und Beerenhorft hatte es noch nicht bereut, daß er ihn ausgezogen— den„lieben, bunten Rock“.— Der Herbst reifte goldene Früchte, der Wind strich über Stoppelfelder, der alte Weibersommer zog Silberfäden von Ast zu Ast. Das kleine Winkelbach, sonst so oed und still, war heute gar so belebt, wieder wogte laut schreiend die Straßenjugend auf und ab, wieder verließen Meister und Altgesellen Webestuhl und Hobelbank, und wieder standen die Mädchen erwartungs nisses mit den Vereinigten Staaten und des Abschlusses eines Schiedsgerichtsvertrages angesehen. Mehrfach wird behauptet, daß solche Verträge bereits abgeschlossen seien.— Trotz des Protestes des spanischen Konsuls, daß der Krieg noch nicht erklärt sei, konfiszierten die Hafenbehörden in New=Orlans tausend schon für Havanna eingeschiffte Maulesel als Kriegskontrebande. Mittheilungen aus dem Kreise Brilon. Nach den Fortschritten zu urtheilen, die von der westfälischen Landeseisenbahn beim Bau der Bahn Soest=Belecke=Brilon während des günstigen Winters gemacht sind, ist begründete Hoffnung vorhanden, daß die genannte Strecke noch im Laufe dieses Jahres in Betrieb gesetzt werden wird. Da nun der Ausbau der schon im Jahre 1895 genehmigten Strecke Brilon= Büren noch in weiterer Ferne zu liegen scheint, so wurde von zuständiger Seite der Minister für öffentliche Arbeiten in einer Eingabe gebeten, wenigstens den Theil der Linie, die unsern Ort mit dem über eine Stunde weit entfernt liegenden Bahnhof Brilon verbindet, so schleunig ausbauen zu lassen, daß er ebenfalls im Laufe dieses Jahres eröffnet werden könne. Aus dem Berichte über den Stand und die Verwaltung der KreisKommunal=Angelenheiten des Kreises Brilon für 1897 ist auf Grund eines Bescheides der Eisenbahndirektion zu Münster zu entnehmen, daß die Eröffnung der genannten Theilstrecke von hier zum Bahnbof wahrscheinlich nicht vor dem 1. Oktober 1899 erfolgen könne, da sie bedeutende Terrainschwierigkeiten verursache. Provinzial=Nachrichten. — Die landespolizeiliche Abnahme der RuhrLippe=Kleinbahn fand, wie aus Soeft berichtet wird, am Mittwoch statt. An der Bereisung der Strecke, welche vom Bahnhof Neheim aus. ging, nahmen auch mehrere Mitglieder der Königl. Regierung theil. Bielefeld. Im hohen Alter von 106 Jahren ist Herr Abraham Vorreuter in Enger, die älteste Person im ganzen Umkreise, gestorben. Der Entschlafene war vor Jahresfrist körperlich und geistig verhältnißmäßig noch recht rüstig, erst im letzten Jahr kränkelte er. — Nach amtlicher Mittheilung find von den 116 Bergleuten, die am 17. Februar d. Is. auf Zeche„Karolinenglück" bei Bochum den Tod gefunden haben, 77 verbrannt und 39 erstickt. Die Zahl der Witwen beträgt 58, die der reutenberechtigten Kinder 105. In 31 Fällen ist voll am Fenster und schauten nieder auf die muntere Schaar bewehrter Krieger, die eben so lustig durch die Gassen zogen. „Bum— bum“— die große Pauke— „Ich bin ein Preuße“— die Regimentsmusik. — Ruhig gelassen der Major vor seinen Truppen, elegant und schaeidig daneben auf dem Rappen der Adjutant. Wie guckten da des Bürgermeisters Kinder, wie röteten sich da die zarten Wangen, ein jedes drängt zu dem Fenster hin, blond, noch immer schön, dicht hinter ihnen Mutter Rosel, etwas zurück der Vater Bürgermeister. Keins sprach ein Wort, just wie in der Kirche wars, die Jungens staunten, und die Eltern dachten, dachten— woran? Da ruft der kleine Fritz:„Stehst Du, so ist Papachen auch ins Städtchen eingeritten, die Mutter hat es mir gesagt, nicht wahr, Mama?“ Die Mutter nickt, der Vater fühlt einen leisen, süßen Schmerz im Herzen, und wenn auch süß, so ist es doch ein Schmerz. „Nicht wahr, Papa“ sagt Gretchen—„da trugst Du noch den lieben— bunten Rock?“ Da feuchten sich des Vaters Angen auch, Rosel hält sich nicht länger und siakt dem geliebten Gatten in die Arme. „Die Einquartierung— der Herr Major sind da“ meldet die Magd und sieh, da steht er schon.— Der weiß, was Beider Herzen heut der Antrag auf Zahlung einer Ascendentenrente gestellt. Köln. Daß Höflichkeit des Schutzmanns Zier ist, wird der Kölner Schutzmannschaft in diesen Tagen wohl besonders eingeprägt sein. Es wird nämlich von den Tagen der Anwesenheit der Kaiserin Friedrich in Köln ein eigenartiger Vorfall gemeldet: Die Kaiserin und ihr Gefolge waren von einer zahlreichen Menschenmenge begleitet, als sie in den Dom traten. Sie verließen die Domkirche durch das Seitenportal, wo sich auch eine Menschenmenge ansammelte. Ein Schutzmann auf dem Wallrafsplatz bemerkte die Leute, kam sofort hinzu und stellte sich vor die Kaiserin und den Prinzen und fragte:„Was ist hier los?“ Lächelnd machte sowohl die Kaiserin wie der Prinz dem Schutzmann Platz, und nun bedeutete ein Herr dem verdutzt dreinschauenden Polizisten, an wen er sich gewandt habe. Havdel und Industrie: — Die Getreideausfuhr Amerikas nach Deutschland ist in Folge des Krieges mit Spanien bereits vollständig ins Stocken gerathen und Rußland hat bereits den Platz als erste Absatzquelle für Getreide eingenommen, wodurch die Getreidepreise selber enorm in die Höhe gegangen sind. Aus dem Rechtsleben. Berlin. Ein eigenartiger Rechtsstreit wegen Lieferung von— tausend Särgen gelangte vor dem Kammergericht zur Entscheidung. Saßen da an einem molligen November=Abend des Jahres 1896 zahlreiche Stammgäste des Wirthshauses „Zum Pilsener" um den runden Tisch herum und kamen mit jedem neuen„Ganzen“ oder „Schnitt“ immer mehr in die bekannte gemüthliche Stimwung, in welcher ganz gehörig aufgeschnitten wird. Thränenden Auges erzählte unter anderem auch der Wirth, wie fidel es auf dem Begräbnisse seiner Frau hergegangen sei; herzzerreißend sei sein Schmerz aber doch gewesen, als ihm die Rechnung für den Metallsarg in Höhe von dreihundert Mark präsentiert wurde. Kaum hatte letzteres ein an diesem Abend an dem Stammtisch eingeführter Fabrikant von MetallSärgen aus Westfalen vernommen, als er sich feierlich zu der Erklärung erhob, daß er vermöge einer von ihm gemachten Erfindung einen solchen Metallsarg wie der vorgeschriebene schon zum Preise von 35 bis höchstens 60 Mark liefern bewegt, ihm rinnen wieder seit langer Zeit die Thränen in den jetzt ergrauten Bart, stillschweigend schließt Major Brand die alten Freunde in die Arme, er schluckt und drückt, da endlich sagt er weich:„Seht Kinder— der eine das blonde Rosel mit den blonden Sprossen— der liebe Gott behüts— der Andere nichts auf der Welt, als nur den lieben— bunten Rock!“— —(Ein Schnelldrama.) Junger eifersüchtiger Ehemann(in das Zimmer seiner Frau tretend):„Ha, was verbirgst Du vor mir? Ein Liebesbrief!(Entreißt ihr das Papier.) Ab, die Rechnung von der Schneiderin! Hier, nimm sie zurück! Ich will nichts gesehen haben!“ (Schnell ab.) —(Ritter Blaubart.) Chef(zu seinem Lehrling):„Karl, geh mal aus Telephon und stelle eine Verbindung mit meiner Frau her— Nr. 31.“ Lehrling(für sich):„Mein Jott, hat der schon eine Menge Frauen jehabt!“ —(Unsere Kinder.) Herr(zur kleinen Elsa, die mit ihrer Gouvernante spazieren geht): „Sag''mal, mein liebes Kind, wie heißt Du denn?“— Elsa: O, ich kenne das— Sie meinen ja das Fräulein. könne. In der Annahme, daß dieses Angebot sich nur in dem Rahmen der allgemeinen Flunkerei bewege, erwiederte der Wirth:„Wenn Sie das können, so bestelle ich sofort 1000 Särge!“ Einem der Theilnehmer, der ganz ernsthaft fragte, ob er nicht auch etwas bei der Sache verdienen könne, sagte der Wirth mit fürstlicher Grandezza sofort eine notaciell zu sichernde Provision von 5000 Mk. zu. Von allen Zeugen der damaligen Stammtischgesellschaft hatte nur einer den betr. Auftrag für ernst gehalten, nämlich jener provisionslüsterne Herr, der dann auch fest auf seiner Riesenprovision bestand. Der Sargfabrikant aber, welcher die Bestellung anfänglich auch nur als Scherz angesehen hatte, ließ sich durch seinen hiesigen Agenten bewegen, am nächsten Tage noch einmal zu dem Restaurateur hinzugehen, um in Gegenwart eines Zeugen— eben dieses Agenten — festzustellen, ob der Bestellung nur ein bloßer Scherz oder doch vielleicht eine ernstliche Absicht zu grunde gelegen habe. Auf die Aussage des Agenten nun, daß der betreffende Gastwirth—. derselbe war später Kaufmann geworden— bei dieser Zusammenkunft die Bestellung aufrecht erhalten habe, wurde der wegen Abnahme der Särge Verklagte, der übrigens die betreffenden Angaben bestritt, zur vorläufigen Abnahme von 500 Särgen im Werthbetrage von 17500 Mark verurtheilt, wobei dem Kläger auch die Verfolgung des weiteren Anspruchs vorbehalten blieb. Das Kammergericht hat nun aber die Vorentscheidung aufgehoben und die Klage abgewiesen, indem es auf grund der Beweisaufnahme annahm, daß die qu. Bestellung am Stammtisch nur ein Scherz gewesen, und das auch bei der späteren Zusammenkunft ein Geschäftsabschluß zwischen den Parteien nicht zustande gekommen, sondern nur eine Vertretung in Aussicht genommen worden sei. Landwirthschaftliches. —(Zur Frühjahrsdüngung.) Von den von der Landwirthschaft zu verwendenden künstlichen Düngemitteln kommen, abgesehen von der Kalkfrage, hauptsächlich der Stickstoff, die Phosphorsäure und das Kali in Betracht. Das Kali wird im Herbst verwendet, Phosphorsäure je nach ihrer Beschaffenheit im Herbst und im Frühjahr, ebenso der Stickstoff, und da wir jetzt hart vor der Frühjahrsdüngung stehen, so wollen wir uns nur mit dem Stickstoff beschäftigen, welcher für die Frühjahrsdüngung geeignet ist und das ist der Chilisalpeter. Es ist darum als Kopfdüngung so vorzüglich geeignet, weil ja dieselbe nur dann einen Zweck hat, wenn sie sofort wirkt und allgemein anerkannt ist der Satz, daß die Pflanzen den Stickstoff nur in Form von Salpeter aufnehmen. Alle anderen Stickstoffdüngemittel müssen erst langsam in Salpeter übergeführt werden und das geschieht, abgesehen von den bei der Umwandlung entstehenden Verlusten an Stickstoff, mitunter, besonders auf kalkarmen Böden so langsam, daß die sofort beabsichtigte Wirkung nicht mehr eintritt, weil die Ernte dann schon längst in der Scheune liegt. Aber auch der nächsten Ernte kann jene Stickstoffdüngung nicht mehr zu gute kommen, denn nachdem diese Stickstoffdüngemittel zu Salpeter geworden sind, sind sie wie der Salpeter selbst im Boden beweglich, werden in den Untergund gewaschen und sind somit auch für die nächste Ernte verloren. Es werden heute wenn auch noch nicht genügend, so doch große Mengen von Phosphorsäure und Kali in der Landwirthschaft verwandt, welche sich dem Landwirthe als durchaus rentabel erweisen. Noch viel rentabler aber würde sich die Ausgabe für Phosphorsäure und Kali gestalten, wenn es nicht in den allermeisten Fällen im Verhältnis zu genannten Düngemitteln an Stickstoff fehlen würde. Wie aus der Broschüre:„Wieviel Chilisalpeter soll man dem Acker geben und wann muß das geschehen?“ (gratis zu beschaffen durch die Delegation der Vereinigten Salpeter=Producenten, Berlin=Charlottenburg, Uhlandstr. 188), hervorgehl, sind unter der Voraussetzung, daß genügend Phosphorsäure und Kali gegeben ist, durch je 100 Kilogromm Chilisalpeter folgende Mehrerträge zu erzielen: 8 Centner Hafer und das dazugehörige Stroh, 6 Centner Weizen und das dazu gebörige Stroh, 6 Centner Roggen und das dazu ge###ige Stroh, 8 Centner Gerste und dazu gehörige Stroh, 72 Centner Kartoffeln und das dazu gehorige Kraut, 128 Centner Zuckerrüben und die dazu gehorigen Blätter, 110 Centner Futterrüben und die dazu gebörigen Blätter, 106 Centner Möhren und das dazu gehörige Kraut. Das sind Durchschnittszahlen, die aus zahlreichen Vegetationsversuchen genommen sind, welche Laws und Gilbert, Märcker, Völker und Wagner gemacht haben. Diese Mehrbeträge zeigen deutlich, wie außerordentlich rentabel die Ausgabe für den Chilisalpeter für den Landwirth ist un düngung darauf peterpreise in billige sind. — Ein vorz von kupfernen Ge für etwa 10 Pfg wenig schwarze E ung tüchtig durch thue man etwas Kupfer damit a nach. Die Gege viel schöner und bedeutend wenige bräuchlichen Putzp hat, daß sie die Sachen nicht lan — Um Nickel raturwechsels ode sind oder Flecken frischen, ist folg Zu 50 Theilen r 1 Theil Schwefels legt man die auf rend einer Dauer mit solche nicht Gegenständen sch wenige auf einme herausnehmen zu sie in reines Wa worauf man sie Spiritus legt. Sägespähnen ode dieses Verfahren Aussehen wie nei — Der dies werden, wie er den ist. 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Die Gegenstände werden auf diese Weise viel schöner und das Putzen derselben erfordert bedeutend weniger Zeit, als mit der sonst gebräuchlichen Putzpomade, welche noch den Nachtheil hat, daß sie die Loppen sehr beschmutzt und die Sachen nicht lange blank bleiben. — Um Nickelgegenstände, welche infolge Temperaturwechsels oder anderer Einflüsse gelb geworden sind oder Flecken bekommen haben, wieder auszufrischen, ist folgendes Verfahren zu empfehlen: Zu 50 Theilen rektifizirtem Spiritus setzt man Theil Schwefelsäure hinzu. In diese Flüssigkeit legt man die aufzufrischenden Gegenstände während einer Dauer von 10—15 Sekunden. Damit solche nicht länger darin bleiben, was den Gegenständen schädlich sein würde, legt man nur wenige auf einmal hinein, um dieselben rechtzeitig herausnehmen zu können. Hierauf taucht man sie in reines Wasser und spült sie tüchtig ab, worauf man sie noch kurze Zeit in gereinigten Spiritus legt. Das Abtrocknen geschieht mit Sägespähnen oder mit weicher Leinwand. Durch dieses Verfahren werden die Gegenstände im Aussehen wie neu. Wetterbericht. „, der biesätige Sonmer wicd bo G6on „ den, wie er seit Jahrzehnten nicht erlebt wor. den ist. Sonnenhelle Tage, blauer, klarer Himmel und nicht übermäßig hohe Temperatur woer. den angekündigt. Man spricht von einem Wech sel der Witterung, rein, anhaltend soll das heitere Wetter bleiben, nicht durch Tage, sondern durch Wochen und Monate. Es soll nicht nur ein schöner, sondern der schönste Sommer werden. Diese frohe Botschaft verkündet— das Komitee der Wiener Weltausstellung, welches sich an sämtliche meteorologische Anstalten des europäischen FestMandes und an alle berufenen Fachmänner um eine wissenschaftlich begründete Prognose für die Witterungsverhältnisse des Sommers gewandt hat. Eine Ausarbeitung des Grafen Ledochowsky, der die Beobachtungen fast sämmtlicher meteorologischer Anstalten zu grunde liegen, besagt folgendes:„Heuer steht die Erde unter der Regentschaft der Sonne, und zeigt in diesem Jahre in weit geringerem Maße Flecken als in den vorhergegangenen Jahren. Auf Grund dieser Thatsachen und mit Hilfe nicht näher zu rörternder Berechnungen gelangt man zu der begründeten Annahme, daß die Monate Juni, Juli, August und September ein dauernd schönes Wetter aufweisen werden.— Wenn's nur stimnen wird! Literarisches. — Die Wildbraut ist der Titel einer der bekühmten Hochlandsgeschichten Maximilian Schmidt's, welche als 38. Band von„Kürschners Bücherchatz"(Berlin, Hermann Hillger Verlag) zum Preise von 20 Pig erschienen ist. Der Roman spielt in den vierziger Jahren und führt uns in die kleine Welt der Schiffceiter vom Samerberg und des Schiffervölkleins am Inn; er ist nicht nur fesselnd und unterhaltend, sondern auch ulturgeschichtlich interessant. Schmidt entwickelt mit großem Geschick eine ländliche Liebesintrigue und zeichnet neben den Bauern des bayeristhen sandes auch andere Typen mit großer Gewandheit. Auch diese Erzählung ist ein Beleg für Maximilian Schmidt's unvergängliches Verdienst, uns eine Menge von Sagen, Sitten und Gewohnheiten des Gebirglers festgehalten zu haben, die zum Theil Gefahr liefen, von dem nivellierenden Einflusse der Zeit hinweggewischt zu werden. Buntes. —(Eine tapfere Lehrerin.) Wir lesen im „Luzerner Tagblatt": Fräulein W., das Töchterlein eines Professors an der Kantonsschule in Aarau, ist Lehrerin in der Gemeinde Olsberg, Bezirk Rheinfelden. Sie erklärte sich ohne weiteres bereit, den Unterricht an der bürgerlichen Fortbildungsschule, der nicht ohne Grund so vielen Lehrern ein Greuel ist, zu übernehmen, und sie hat die überaus schwierige Aufgabe in trefflicher Weise und bei musterhafter Ordnung durchgeführt. Die kleine Dame stellte sich in der ersten Unterrichtsstunde den 17—19jährigen Jünglingea mit folgendem„Tagesbefehl" vor: „Ich betrachte die Schüler der bürgerlichen Fortbildungsschule als junge Herren. Diese haben die Pflicht, sich allenthalben anständig aufzuführen, insbesondere aber gegenüber jungen Damen. Ich hoffe, daß die jungen Herren von Olsberg sich mir gegenüber so benehwen werden, wie es ihre Pflicht ist.“ Und die jungen Leute von Olsberg täuschten die Erwartung ihrer tüchtigen Lehrerin nicht— was beiden Theilen zur Ehre gereicht. — Die skandinavischen Länder sind schon jetzt allen anderen europäischen voraus, was die Ausdehnung und den Gebrauch des Telephons betrifft. Jetzt wird aber bald in Kopenhagen der Gipfel erreicht sein, indem eine neugebildete Aktiengesellschaft beabsichtigt, ein Telephon in dem Flur eines jeden Hauses anzubringen, das dann gegen eine geringe Zahlung für jedes zu stande gekommene Gespräch zur Verfügung der Hausbewohner stehen soll. — Unter den Vorhaben für die Pariser Weltausstellung von 1900, über die dem zuständigen Ausschuß Bericht erstattet wurde, befindet sich u. a. der Plan einer Kirche für tausend Religionen, eines Kaffeehauses auf dem Meeresgrunde, und einer an einem gefesselten Luftballon 1000 m über Paris schwebenden Stadt. — Eine„Kinderschau“, wie eine solche bisher nur in Amerika zu sehen war, veranstaltete am Sonnntag die Berliner Vegetariervereinigung. An einem gedeckten Tisch hatten einige dreißig Kinder der Obstbaukolonie„Eden" bei Oranienburg Platz genommen, im Alter von 1 bis 6 Jahren, deren blühende Gesichter Zeugniß davon ablegten, daß man auch ohne Fleisch auf der„besten der Welten" leben könne. Die Bäter der Kleinen waren in paradtesartiger Tracht gekommen, d. h. in ganz leichter Sommerkleidung und Sandalen. — Imanuel Kants Denkmal ist in Königsberg Gegenstand eines höchst despektirlichen Scherzes geworden. Zu ihrem nicht geringen Erstaunen bemerkten Frühspaziergänger, wie der große Gelehrte ein gefülltes Bierglas in der Hand hielt und ihnen ein„Schmollis" zuzurufen schien. —(Komisches am Ladentisch.) Folgendes niedliche Geschichtchen schreibt dem„Hann. Cour.“ ein Kaufmann aus Sittensen: Kommt da ein kleines 5jähriges Mädchen zu einem Kaufmann in Sittensen, einem niedersächsischen Kirchdorfe. „Kann ick woll een Pund Syrup kriegen, von den besten?“ sagt die kleine, einen braunen Topf auf den Tresen stellend.„Ganz geern, mien Kind,“ antwortet der Kaufmann, stellt den Topf auf die Waage und läßt aus seiner Kanne die süße Flüssigkeit hineinlausen.„So, mien Kind, hier hest Du een Pund Syrup, det köst 25 Pennen. Stumm sieht die Kleine den Mann an.„Du mußt 25 Pennen utgeben. Wieder keine Antwort.„Hett Mutter Di keen Geld mitgeben?“„Jaaa!“ Na, dann gio mi dat man her!“ Schmunzelnd antwortet die Kleine: „Dat Geld iß in'a Putt!“ Sinnsprüche. Die Augen sind geschwätzige Diener, welche — auch ohne gefragt zu werden, alles heraussagen, was im Kabinett der Seele vorgeht. „ Aufrichtigkeit ist eine Tugend, welche ihren Lohn im Namen mit sich führt: sie richtet auf. „** Die Heirat ist ein sicherer Hafen im Sturw, Aber noch öfter ein Sturm im Hafen. Launen sind die Schatten unserer Vorzüge Viel begehren heißt: viel entbehren. Der Stoffwechsel des Geistes heißt GedankenAustausch. Kreuzräthsel. 1/2 34 Ich saß im alten Jägerhaus Und schaute in die Nacht hinaus. Schnee lagert auf der stillen Flur, Vereinzelt schreit ein 1 2 nur.— Und traurig flog wir durch den Sinn: Wo sind die schönen Zeiten hin, Da noch die holde Förnermaid, Hier waltete im schlichten Kleid! Wie oft auf grünendem 1 4 Band sie 3 4 zum Strauße mir! Wie oft sang sie beim Ernteschnitt Zum hellen Klang der 4 4 mit! Längst ist das aus für immerdar, Ein Stadtherr führt' sie zum Altar. Nie nimmt sie mehr 2 4 zur Hand, Kaum sind 4 4 ihr noch bekannt, Und 3 2 nennt sie ihr Gewand. Mich armen Jägerburschen hat Sie längst vergessen in der Stadt. Auflösung des Rebus in Nr. 45: Jeder will alt werden, keiner will es sein. Redigiert unter Verantwortlichkeit des Verlegers. -6 Meter soliden Waschstoffzum Kleid für M. 1.68 Pf. 6 Meter soliden Sommerstoff zum Kleid f. M.1.80 Pfg. 6 Meter Sommer-Nouveauté zum Kleid f. M. 2.10 Pfg. 6 Meter Loden, vorzgl. Qual., dop. br. zum Kleid f. M. 3.90 Pf. 6 Meter Alpacca Panama z. Kleid f. M. 4.50 Pf. Muster auf Verlangen Modernste Kleider- und Blousenstoffe in gröster Auswahl versenden in einzelnen Metern franco ins Haus. franco ins Haus. Modebilder gratis. Oettinger& Co., Frankfurt a.M., Versandthaus. 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