8 Freitag, 26. März. Der Wessälsche Merkur erschelnt täglich zwelmal. am Tage nach Sonn= und Feierlagen einmal. Grakis-Beilage, zweimal wöchentlich: Das Geben im Bils“ (Aufnahmen vom Kriegeschauplatz). Verlag u. Rotationsdruck der Westfälischen Vereinsdruckerei. brobenummern: Bestellungen mit deutlicher Adressenangabe wolle man richten an die Geschäftstelle, Königstraße 59. Telegramm=Adresse: Merkur. Münsterwesi. 8—— Redaktion Nr. 203, Geschäftstelle Nr. 112. Redaktion: Lütkegasse 1—3. Sprechstunden 10—11 Uhr vorm. Geschäftstelle: Königstr.59. Geöffn. SUhr vorm. b. 7Uhr abde. Gegründet 1822. Uorgen=Ausgabe. 94. Jahrgang. 1915.— Nr. 160. Bezugspreis: Vierleljährlich: In Münster bei der Geschäftstelle i 3.00; auswärte bei allen deutschen Postämtern i 3.50. Zweimonatlich: In Münster bei der Geschäftstelle K 2.00; auswärts durch die Post KA 2.34. Einmonatlich: In Münster KK 1.00; auswärts durch die Post (für s. einzelnen Monat d. Vierteljahres zulässig) MK 1.17: Einzelnummer: Zu haben in der Geschäststelle, an den Bahnhösen 2c, das Stück 5 Pfg. Anzeigenpreis: Für die Petitzelle oder deren Raum 25 3, Reklamezeile 75 J. Anzeigen=Annahme: In Münster Königstraße 59, sowie sämtliche Annoncen=Bureaus des In= und Auslandes. Des Rätfets Balti an Sas Jeutsc,s Sonn. WTB. Berlin, 25. März.(Telegr.) Amtlich wird gemeldet: Der Reichs= und Staatsanzeiger veröffentlicht folgenden an den Reichskanzler gerichteten Erlaß: In dem alle Erwartungen übertreffenden, in der Finanzgeschichte aller Zeiten beispiellosen Ergebnis der Zeichnungen auf die zweite Kriegsanleihe sehe ich die Bekundung des zu jedem Opfer und jeder Leistung entschlossenen Siegeswillens und der gottvertrauenden Siegeszuversicht des deutschen Volkes. Mein kaiserlicher Dank gilt allen, die zu dem großen Erfolge beigetragen haben. Wie die ruhmreichen Taten meines Heeres und meiner Flotte, erfüllt mich dieser Sieg der Daheimgebliebenen mit Freude und Stolz, in solcher Zeit der erste Diener einer solchen Nation zu sein. Ich ersuche Sie, diesen Erlaß zur öffentlichen Kenntnis zu bringen. Großes Hauptquartier, 24. März 1915. Wilhelm I. R. 00 Unsere Anleihe in der feindichen Prese. Die sonst so redseligen Gegner verraten jetzt Trappisten=Neigungen. Das große Ereignis der deutschen 9 Milliarden=Anleihe wird zumeist mit Stillschweigen aufgenommen, was wohl ein Stillschweigen der Verlegenheit genannt werden darf. Die wenigen Auslassungen, die bisher bekannt geworden sind, bekunden ebenfalls eine arge Verlegenheit. So bringen die„Times“, die noch das erste englische Weltblatt sein sollen, eine Plauderei von ergreifender Minderwertigkeit. Da wird lang und breit von dem „Rekord“ geredet, als ob es dem Reichskanzler und dem Schatzsekretär weniger auf das Geld ankäme, als auf das Uebertrumpfen der Ziffer der englischen Anleihe. Dann heißt es:„Wir alle wissen ja, durch welche Finanzmethoden der Erfolg erreicht worden ist". Und schließlich wird versichert, wenn auch der„Ruhm“ auf seiten der Deutschen wäre, so doch der Erfolg auf seiten der Engländer. Damit soll offenbar die leichtgläubige Welt in den Glauben versetzt werden, man habe in Deutschland mit künstlichen„Methoden“ prunkhafte Scheinzeichnungen in Gang gebracht, während die englische Anleihe allein den greifbaren, reellen Erfolg gehabt habe. Wir können ruhig antworten: Umgekehrt wird ein Schuh daraus. Gerade in England hat man„Finanzmethoden“ angewandt, die den Zeichnern der Anleihe ermöglichte, sich vor der übernommenen Ausgabe zu drücken. Denn es war dort den Zeichnern verheißen worden, daß die Bank von England die gezeichneten Schuldscheine auf drei Jahre hinaus beleihen würde zu einem Zinsfuß von 1 Prozent unter der Bankrate. Das bedeutet einen dreijährigen Aufschub der Leistung! So etwas gab es bei uns nicht und gibt es nicht. Wer zeichnet muß zahlen, und wenn er im Hinblick auf künftige Einnahmen gezeichnet hat, so muß er sich durch Verpfändung anderer Werte einen Vorschuß bei den Darlehnskassen geben lassen, und zwar zu einem Zinsfuß, der über den Zinssatz der Anleihe selbst hinausgeht. Die Frist ist nicht drei Jahre, sondern 6 Monate. Gegen ein solches Lombardgeschäft bei den Darlehnskassen ist nichts einzuwenden. Uebrigens haben die genaueren Nachweisungen über unsere erste Anleihe gezeigt, daß die Darlehnskassen nur in verhältnismäßig geringem Umfange zur Hilfe herangezogen werden; auch ohne diese Vorschüsse wäre der Erfolg großartig gewesen. Der durchschlagende Beweis für die Reellität der Zeichnungen war schließlich die prompt ausfallende Baarzahlung zu den festgesetzten Terminen. Das Reichsschatzamt hat nicht bloß die„Ehre“, sondern auch das Geld eingeheimst. So wird es auch die neun Milliarden der zweiten Anleihe in reellen Zahlungsmitteln einheimsen, und wenn die Engländer im„Erfolg“ voraus sein wollen, so müssen sie gefälligst noch eine neue Anleihe von 7 Milliarden auflegen und in reellen Zahlungsmitteln decken. Ein französisches Blatt hat in der Verlegenheit nach einer anderen Ausrede gegriffen: Die deutschen Sparkassen hätten es gemacht, und diese Sparkassen seien so wie so Gläubiger des Staates, hätten also durch die Zeichnungen auf die Anleihe sich selbst bezahlt gemacht. Welch' ein krampfhafter Unsinn! Die Sparkassen sind insofern Staatsgläubiger, als sie von altersher einen Teil ihrer Gelder in Staatspapieren anlegen. Aber nur einen Teil, zum Unterschied von dem französischen Zwangssystem. Von einem„sich selbst bezahlen“ könnte man doch höchstens dann reden, wenn die Sparkassen die alten Staatsanleihen gegen die neue Reichsanleihe in Zahlung geben könnten, was bekanntlich ausgeschlossen ist. Allen Respekt vor unseren Sparkassen; aber daß sie ganze 12 Milliarden aus ihren flüssigen Mitteln aufbringen, das ist ihnen doch nicht zuzumuten. Eine beträchtliche Mitwirkung der Sparkassengelder ist selbstverständlich. Denn dazu sind ja die Sparkassen da, daß sie die erübrigten Gelder der breitern Volksschichten sammeln und verwahren, bis die Sparer selbst oder die Kassenverwaltung als ihre Geschäftsführerin die rechte endgiltige Anlage bestimmen. Wenn die feindlichen Blätter nichts gescheiteres vorbringen können, so darf man mit Goethe sagen:„Ihres Bellens lauter Schall beweist nur, daß wir reiten!“ Es gibt nur ein Mittel, um den Eindruck der deutschen Anleihen abzuschwächen: die Engländer und Franzosen sollen es uns nachmachen. Der Tagesbericht der beautschen Hereletung, WTB. Großes Hauptquartier, 25. März.(Telegr.) wetlicher Kriegeschauat, Abgesehen von unbedeutenden Gefechten auf den Maashöhen südöstlich von Verdun und am Hartmannsweilerkopf, die noch andauern, fanden nur Artilleriekämpfe statt. Oestlicher Kriegsschauplatz. Russische Angriffe östlich und südöstlich von Augustow sowie bei Jednorozek, nordöstlich von Praszuysz, wurden abgeschlagen. Oberste Heeresleitung. Die letzten Tage von Przemysl. WTB. Wien, 25. März.(Telegr.) Das„Neue Wiener Tageblatt“ veröffentlicht eine Reihe von Feldpostkarten und Briefen aus Przemysl, von denen einige von einem in der letzten Nacht vor der Vernichtung der Festung aufgestiegenen Flieger übermittelt worden sind. Aus sämtlichen Zuschriften geht hervor, unter wie großen physischen Entbehrungen die Besatzung heroisch standgehalten hat, bis die allerletzten Vorräte aufgezehrt waren. Tragisch berührt die Versicherung, daß die Festung andernfalls noch jahrelang zu halten gewesen wäre. Fast sämtliche Zuschriften fordern die Angehörigen auf, nicht mehr zu schreiben, da in der Lage der Besatzung bald eine Aenderung eintreten müsse.— Die Blätter enthalten ergänzende Berichte der Kriegsberichterstatter über die letzten Stunden vor der Abfahrt von Przemysl. Danach war bereits die halbe Besatzung von Przemysl dienstunfähig. Trotzdem wurden die russischen Sturmangriffe, welche dem Ausfall vom 19. März folgten, mit dem Aufgebote der letzten heroischen Energie vollständig zurückgeschlagen. WTB. Wien, 25. März.(Telegr.) Das„Neue Wiener Tageblatt“ bespricht den im deutschen Generalstabsbericht ausgesprochenen Dank des deutschen Heeres an die Besatzung von Przemysl und sagt: Diese Worte, die ein Freund zum Freunde, ein Bruder zum Bruder sprach, sollen nicht vergessen sein in den Tagen der Schlachten, nicht in der Zeit, da Ruhe und Frieden wieder eingekehrt sind. Zur gelegenen Zeit. WTB. Frankfurt a. M., 25. März.(Telegr.) Die „Frankf. Ztg.“ meldet aus Amsterdam:„Nieuwe van den Dag“ veröffentlicht einen Brief des holländischen Ministers des Aeußern, Loudon, auf eine Eingabe an die Königin, die mit vielen Tausenden von Unterschriften bedeckt ist und in der die Königin um ihre Hilfe zur Herbeiführung des Friedens ersucht wird. Der Brief lautet: „Durch Sie und viele andere ist eine Adresse an die Königin gerichtet worden, in der die Königin ersucht wird, den verschiedenen Regierungen der kriegführenden Länder ihre Vermittelung anzubieten, damit ein Waffenstillstand zur Abhaltung einer Friedenskonferenz oder zur Erörterung von Maßregeln geschlossen würde, die für das baldige Zustandekommen eines raschen Friedens dienlich sein können. Auf diese durch Ihre Majestät in meine Hände gegebene Adresse habe ich die Ehre Ihnen mitzuteilen, daß die Regierung die darin ausgedrückten Gefühle vollständig tellt und den feurigen Wunsch hegt, zu gelegener Zeit, soweit es in ihrer Möglichkeit liegt, im Interesse des Friedens und einer einträglichen Zusammenarbeit der Völker wirksam zu sein. Loudon.“ „Die Sprache englischer Staatsmänner"! „WTB. London, 25. März.(Telegr.) In einem Leitartikel über Grey schreibt der„Manchester Guardian“: Wenn Grey sagt, dies müsse das letzte Mal gewesen sein, daß ein Krieg auf solche Weise entstand, so kann das wenig oder viel besagen. Zu diesem Wunsche sagen wir alle „Amen“. Wenn man ihn aber durch einen Friedensvertrag zum Ausdruck bringen will, so sieht man erst, wie wenig wirksam das sein wird. Für den Durchschnitts=Engländer kann das bedeuten, daß, soweit dies durch Friedensvertrag möglich ist, die Herrschaft des Gesetzes aufgerichtet werden soll. Für die Deutschen aber kann es bedeuten, daß Deutschland so gedemütigt werden muß, daß er niemals mehr imstande ist, Krieg gu führen, das heißt, daß er zerstückelt oder dauernd besetzt werden soll. Wenn man den Deutschen klar macht, daß wir die Existenz ihres Landes vernichten wollen, so werden sie auch das Aeußerste tun. Gerade darum sollten es unsere Staatsmänner vermeiden, eine solche Sprache zu führen. Davon gerade kann es abhängen, ob der Krieg ein Jahr oder kurze Zeit dauert, oder zwei oder drei Jahre. Die bisherigen Wirkungen des U-Boot=Krieges. Welche Wirkungen der Unterseebootkrieg gegen England bisher ausgeübt hat, darüber kann sich der Leser aus den zerstreuten täglichen Notizen in den Zeitungen kein rechtes Bild machen. Hierzu ist eine Zusammenstellung der bisherigen Vorgänge nötig. Einer derartigen, auf den Mitteilungen der Auslandspresse beruhenden, am 18. März, also einen Monat nach dem Beginn des Unterseebootkrieges abgeschlossenen Zusammenstellung seien folgende Angaben nach der„Köln. Ztg.“ entnommen: Am Tage der Ankündigung des U=Boot=Krieges stellten die Withe=Star=Linie und 27 weitere englische Schiffahrtslinien ihre Fahrten ein. In der Zeit vom 18. Februar bis 5. März wurden die Häfen Hollands und Skandinaviens von nur 300 englischen Handelsschfifen angelaufen, gegen 1500 im Vorjahre. Ausgelaufen sind aus englischen Häfen in der letzten Woche des Februars nur 174 Schiffe gegen 830 in der ersten Februarwoche. Die „Times“ selbst stellte am 11. März fest, daß der Personenverkehr über den Atlantischen Ozean ganz erheblich gesunken sei, und am 13. März berichtete dieselbe Zeitung den„in diesem Jahrhundert noch nicht dagewesenen Fall. daß 14 Tage lang kein Personendampfer von Amerika nach England gelangt sei. Die Tagesfahrten zwischen Dieppe und Folkestone wurden eingestellt. Bereits am 21. Februar war die Dampferverbindung zwischen Göteborg und England unterbrochen, und am 27. Februar stellte die Enar=Reederei, die den regelmäßigen Schiffahrtsdienst zwischen Schweden und Hull aufrechterhalten hatte, ihre Fahrten ein. " Am 14. Februar hatten die norwegischen Schiffahrtsgesellschaften beschlossen, den Handelsverkehr mit England vorübergehend einzustellen mit Ausnahme der Postdampfer und der auf englisches Risiko fahrenden Schiffe. Die holländische Batavier= und Zeeland=Linie, sowie die Fährdampfer von Rotterdam und Blissingen nach England stellten ihren Dienst ein. Die Seeleute und Heizer in England und den neutralen Ländern weigerten sich, zu fahren, und die Löhne stiegen auf den von der englischen Nordostküste auslaufenden Kohlendampfern auf den höchsten je dagewesenen Stand. Am 28. Februar lagen auf den Flüssen Tyne, Humber und Themse über 130 Schiffe, deren Mannschaften sich weigerten, auszufahren. Die Leser der „Kölnischen Zeitung“ erinnern sich der Nachricht, daß in Gibraltar die Mannschaft des großen Hilfskreuzers„Carmania“ sich weigerte, in See zu gehen. Auf norwegischen Dampfern weigerten sich die Mannschaften ebenfalls, auszufahren, und forderten höhere Löhne. Derartige Weigerungen erfolgten in großer Zahl, wie zahlreiche Meldungen neutraler Zeitungen beweisen. Man erinnert sich der Aufsehen erregenden Erklärung der britischen Regierung, daß das Hissen der neutralen Flagge eine allgemein bekannte Kriegslist sei. Die Wirkungen dieser Kundgebung waren außerordentlich, wie die Erklärungen des Vorsitzenden der norwegischen Reedereivereinigung und die empörten Aeußerungen der schwedischen und dänischen Blätter beweisen. Wies doch die Zeitung„Politiken“ am 9. Februar darauf hin, daß nunmehr bald keine Grenze zu sein scheine für die Unsicherheit und Vernichtung auf See. Eine weitere Folgeerscheinung des U=Boot=Krieges war die Erhöhung der Frachten und Versicherungsprämien. Am 12. Februar prophezeite die„Morning Post“, daß die an sich schon erhöhten Frachten im Laufe weniger Monate erheblich steigen würden. Am 18. Februar wurde in verschiedenen englischen Handelsblättern vor dem Ausbruch einer Panik gewarnt. Am 19. Februar stiegen an der Rotterdamer Börse die Prämien für Schiffe nach England für neutrale um 50 Prozent, für englische um 100 Prozent. Am 24. Februar erhöhte Lloyds die Kriegsrisikoprämie von 25 auf 50 Prozent. Nach dem„Economist“ sind die Frachtsätze für La Plata, Karachi, Burma, Bilbao, Port Said(Kohlen), Lissabon(Kohlen) um durchschnittlich mehr als 300 Prozent gestiegen. Nach den Meldungen der großen englischen Zeitungen von Mitte März hielt die Steigerung der Prämien an. Am 16. März meldete z. B.„Daily Chroniele“, die Frachten nach den Häfen des Aermelkanals und London wären um 7¼ Prozent, die Prämie für Kriegsversicherung von den englischen Häfen nach den nordfranzösischen seien seit dem 10. März um 30, diejenigen nach den amerikanischen Häfen um 20 Prozent gestiegen. Eine Folge der Erhöbung der Frachten und Versicherungen war natürlich die Erschwerung der Zufuhr nach England. So teilte am 8. Februar„Berlingske Tidende“ mit, daß die Getreidetransporte über See wegen der amerikanischen Frachtsätze so gut wie aufgehört hätten. In den englischen Gas= und Elektrizitätswerken machte sich Kohlenmangel geltend. Bald trat auch eine Teurung in England zutage. Am 11. Februar teilte Asquith im Unterhause, mit, daß der Weizenpreis im Februar 1915 gegenüber den gleichen Monaten der letzten drei Jahre um 66 Prozent, ja gegenüber dem Februar 1914 um 72 Prozent, der Mehlpreis um 75 Prozent gegenüber dem Februar 1914, das englische Fleisch um 12 Prozent, eingeführtes Fleisch um 19 Prozent, Steinkohlen um 14 Prozent, Zucker um 72 Prozent gestiegen seien. Die Gewerkvereine protestierten gegen diese Besorgnis erregende Steigerung. Am 16. Februar war der Preis für ein Vierpfundbrot auf 8½ Pence, eine noch nicht, dagewesene Höhe, gestiegen. Unter diesen Umständen mußte in der Arbeiterschaft eine steigende Unruhe Platz greifen, die den Arbeiterführer Snowden im Unterhaus zu dem Ausspruch veranlaßte: Wenn die Regierung nicht bald energische Abhilfe schafft, so wird ihr im Lande selbst ein Feind erstehen, der gefährlicher ist als der im Felde kämpfende. Wenn man so einige der bedeutsamsten Wirkungen des nunmehr erst einen Monat sich abspielenden U=BootKrieges in ihrem Zusammenhang betrachtet, so kann man mit dem Erfolg nur zufrieden sein. Noch ein Erfolg des„U 29“? WTB. London, 25. März.(Telegr.) Das Reutersche Bureau meldet aus Fecamp vom 22. d. Mts.: Wie verlautet, wurde die Bark„Jacques Coeur“ auf der Fahrt nach Neu=Fundland am 14. d. Mts. 85 Seemeilen von Lizard von einem deutschen Unterseeboot, das 5 englische Schiffe versenkte, angerufen und ersucht, die Mannschaft eines durch ein Torpedo versenkten englischen Dampfers an Bord zu nehmen. Der französische Kapitän nahm die Mannschaft auf und erhielt die Erlaubnis, weiterzufahren. Er gab die englische Mannschaft später an einen englischen Dampfer ab. * Weitere Wirkung der deutschen Maßnahmen. WTB. Amsterdam, 25. März.(Telegr.) Den Blättern zufolge werden die Postdampfer der Dampfergesellschaft „Zeeland“ keine Engländer. Belgier, Russen und Franzosen im Alter von 18—45 Jahren mehr befördern. * Arbeiterstreitfragen in England. WTB. London, 25. März.(Telegr.) In der gestern unter dem Vorsitz von Sir George Asquith abgehaltenen Konferenz ist eine Einigung zwischen den Arbeitern und Arbeitgebern der technischen und der Schiffsbauindustrie in den Bezirken am Kanal, von Bristol und in Südwales über verschiedene Streitfragen erreicht worden. Die„Times“ meldet aus Liverpool von vorgestern: Lord Klicheners Aufforderung an die Dockarbeiter von Liverpool und Birkenhead, auch am Samstag zu arbeiten, hatte bisher keinen Erfolg. Die Gewerkschaftsbeamten veranstalteten Versammlungen, in denen sie die Arbeiter zum Nachgeben zu überreden suchen. Die Gewerkschaft sieht die Lage als ernst an und beabsichtigt, eine eindringliche Aufforderung an die Arbeiter zu erlassen. Eine neue Denunziation der„Daily Mail“. TU. Amsterdam, 25. März.(Telegr.) Die am letzten Montag verbreitete deutsche Erklärung, daß von Portsmouth aus Munition in Hospitalschiffen nach Frankreich befördert wird, veranlaßt die„Daily Mail“ zu der Frage, wer die Deutschen seien, die kürzlich in Portsmouth waren. Die Zeitung weist die deutsche Erklärung keineswegs zurück, sondern fügt lediglich ein Gespräch hinzu, das am 12. Februar im Unterhause zwischen Lord Beresford und Churchill über die Gefangenenschiffe im Hafen stattfand, wobei Churchill zugab, daß von 4000 Internierten 351 entlassen worden seien. Das Märchen von der„Makedonia“. WTB. London, 25. März.(Telegr.) Gegenüber der Meldung des Reuterschen Bureaus aus Las Palmas vom 16. ds., daß der deutsche Dampfer„Makedonia“ während der Abwesenheit des Wachschiffes abfuhr, erfährt der Korrespondent der„Times“ in Madrid, daß die Nachricht unrichtig sei und die„Makedonia“ noch im Hafen liege.(Also weder entwischt noch gekapert!) * Eine Weizenenteignungsbill in Australien. WTB. London, 25. März.(Telegr.) Die„Times“ meldet aus Sidney von vorgestern: Der oberste Gerichtshof entschied einstimmig, daß die Weizenenkeignungsbill der Regierung von Neusüdwales nicht gegen die Gesetze verstoße, und mit vier gegen zwei Stimmen, daß das Bundesparlament kein Recht habe, eine zwischenstaatliche Kominission mit Machtbefugnissen eines ordentlichen Gerichts einzusetzen. Der Kampf der Türkei. Die englischen Verwundeten auf Malta. WTB. London, 25. März.(Telegr.)„Daily Telegraph“ meldet aus Malta vom 22 März: Der Gouverneur sagt in einer Mitteilung an die Bevölkerung, daß die Lazarette des Heeres und der Flotte 3000 Mann aufnehmen könnten; möglicherweise werde die Jahl der Verwundeten höher sein. Er fordert deshalb die Bewohner der Insel auf, bei der Fürsorge für die Verwundeten zu helfen und Leichtverwundete und Rekonvaleszenten in ihren Häusern aufzunehmen. 500 kranke Soldaten seien von Aegypten hierher unterwegs. Rekognoszierungskämpfe im Kaukasus. WTB. Konstantinopel, 25. März. Aus Erzerum wird gemeldet: Türkische Rekognoszierungskolonnen begegneten am 20. März feindlichen Rekognoszierungsabteilungen, die dem Feuer der Türken nicht standhalten konnten und in wilder Flucht ihr Heil suchten. Der Versuch der Feinde, Schützengräben auszuwerfen, wurde von der Artillerie vereitelt. China und Japan. WTB. London, 25. März.(Telegr.) Die„Times“ meldet aus Peking vom 22. März: Die Japaner erkennen an, daß Schwierigkeiten aus der Exterritorialität japgnischer Ansiedler in der Mandschurei entstehen könnten. Sie sind bereit, in dieser Frage wesentliche Zugeständnisse zu machen, welche den chinesischen Interessen in der Mandschurei gerecht werden ohne den Wert der erstrebten Vorrechte zu verringern. Die Bitterkeit, welche die erste Phase der Verhandlungen charakterisierte, scheint etwas nachgelassen zu haben. Lonstige Meldungen. TU. Genf, 25. März.(Telegr.) Wie aus Paris hierher gemeldet wird, wurde am 23. d. Mts., abends 10¾ Uhr in Paris und Umgegend ein neues Jeppelin=Geschwader gesehen. Weitere Einzelheiten sind bisher nicht gemeldet worden.(Bergl. 2. Seite.) WTB. Wien, 25. März.(Telegr.) Die„Reichspost“ meldet aus Sofia: Das serbische Blatt„Tribuna“ gibt den Tod der Vorsteherin der englischen Sanitätsmission in Serbien, Lady Paget, an Flecktyphus bekannt. Ein Dementi. WTB. London, 25. März.(Telegr.) Das Reutersche Bureau ist von der italienischen Botschaft ermächtigt worden, festzustellen, daß keine Bestätigung für die in den letzten Tagen von der Presse gebrachten Nachrichten über die Einstellung des Verkehrs mit Deutschland oder über die Bewegungen des Heeres und der Flotte oder eine Aenderung der italienischen Politik vorliegt; es wird erklärt, daß der italienische Standpunkt heute derselbe ist, wie früher. Südwesiafrika. WTB London, 25. März.(Telegr.) Reuters Bureau bringt folgende Meldung von Kapstadt vom 23. März: Der Feind griff am 19. März eine Abteilung des Obersten Verange in Schelpkolt an. Am 20, verwickelte der Oberst den Feind, der sich durch Rietsontain im Betschuana=Land über die Grenze auf eine vorbereitete Stalluing zurückzog, in ein Gefecht und vertrieb ihn aus seinen Stellungen. Der Feind ging nach Hasuur in Deutsch=Südwestafrira zurück. Die Engländer hatten drei Verwundete, der Feind hatte anscheinend auch einige Verluste.(Also eine typische Reutermeldung.) Keine Todesstrafe für die südafrikanischen Aufständischen. WXB. London, 25. März.(Telegr.) Reuter meldet aus Kapstadt: Das Abgeordnekenhaus hat einstimmig eine Indemnitätsbill und einen Zusatzantrag von Smuts angenommen, daß die Todesstrafe für die Rebellen nicht angewendet werden soll. Handels=Nachrichten. (Vergleiche 4. Seite.) WTB. Düsseldorf, 25. März.(Telegr.) In der heutigen Hauptversammlung des Stahlwerksverbandes wurde über die Geschäftslage mitgeteilt: In Halbzeug hat der Inlandversand infolge besserer Beschäftigung der Verbraucher eine weitere Steigerung erfahren. Der Versand nach dem neutralen Auslande hat sich gegenüber dem Vormonat ebenfalls etwas gehoben. In Oberbaumaterial wurden die Zuweisungen über den Nachtragsbedarf der preußischen Staatsbahnen an Kleineisenzeug den Werken überschrieben. Die Nachtragsmengen für diese Bahnen an Schienen und Schwellen werden im nächsten Monat zugewiesen werden. Das Auslandsgeschäft in schweren Schienen war in der Berichtszeit ruhiger, nachdem die vom neutralen Auslande übersprlebenen, Nengen sämtlich hereingekommen sind. Das Rilenschienengeschaft verlief, den gegenwärtigen Verhältnissen entsprechend, toeiter ruhig; dagegen hat sich der Abruf von Grubenschienen im Februar und März gegenüber den Vormonaten etwas gebessert, wozu die Bestellungen der Heeresverwaltung mit beitrugen. In Formeisen hat die Belebung des inländischen Geschäfts bisher angehalten. Nach den vorliegenden Berichten ist zwar von der privaten Bautätigkeit ein erhöhter Formeisenabsatz vorläufig nicht zu erwarten, dagegen werden Staats= und Gemeindebauten im Rahmen der zur Verfügung stehenden Mittel und mit den vorhandenen Arbeitskräften nach Möglchteit gefördert. Konstruktionswerkstätten und Wagenbauanstalten haben ebenfalls guten Bedarf, so daß wohl mit einer weiteren Zunahme des Absatzes für die nächste Zeit gerechnet werden darf. Aus dem neutralen Auslande hat sich ebenfalls der Eingang von Lieferungsaufträgen gebessert.— Die nächste Hauptversammlung ist auf Mittwoch, den 28. Aprll, anberaumt. Nr. 169. Morgen=Ausgabe. Westsälischer Merkur. Irettag, ven 2v. dearz 1913. V. K. England und die Nordseeküste. Als England vor Jahrbunderten begann. aus einem „ziemlich bedeutungslosen Randstuck der zivilisierten Welt" sich zu einer beachtenswerten Macht unter den Staaten Europas aufzuschwingen, machte es zunächst angestrengte Versuche, auf dem europäischen Festland selbst fenen Fuß zu fassen. Ein Jahrbundert lang dauerten die Kampfe der weißen und der roten Rose“, die den Norden und Osten Frankreichs verwüstend. um den Besitz der England gegenüberliegenden Küstengebiete des Aermelkanals geführt wurden. Noch heute ragt aus jenen Tagen die Gestalt der „Jungfrau von Orleans“ als ein Wunderbild aus wilden Kriegszeiten in unsere Zeit herein. Die Festsetzung auf dem Festland gelang den Engländern nicht. Sie bauten nun mit eiserner Folgerichtigkeit und Zähigkeit an ihrer See= und Handelsmacht und erkämpften sich gegen Spanien. Frankreich Holland die Vorderrschaft auf den Meeren und in den überseeischen Kolonialgebieten. Die hatten sie seit dem Falle der Weltherrschaftspläne Napoleons I. denn auch durchgesetzt. Sie ließen darum aber das Festland trotzdem nicht aus den Augen. Es wurde eine der wichtigsten Sorgen der britischen Politik. sich den überragenden Einfluß auf den Meeren auch dadurch zu sichern, daß man darauf hinarbeitete, wichtige Küstenstriche und Hafenplätze nicht in den Besitz europäischer Großmächte gelangen zu lassen. Blieden sie in Händen kleiner Küstenstaaten, so fehlte dann diesen die wirtschaftliche und finanzielle Kraft, die günstige Kustenteldung zur Entwicklung einer bedeutsamen und selbständigen Seegeltung auszunutzen: den Hasenplätzen fehlte das wirtschaftlich tragfähige Hinterland, um gegenüber dem englischen Handel einen konkurrenzkräftigen Eigenhandel großm zieben: und überdies konnten die politisch schwachen Küstenstaaten ständig unter dem einschüchternden Druck der englischen Politik und insbesondere der britischen Seemacht gehalten werden. Und nun besehe man sich einmal eine Karte Europas und man wird finden. in welch erstaunlichem Umfang der Gedanke der Sicherung der Meeresküsten zugunsten der englischen Seeberrschaft sich in ihr ausgeprägt zeigt. Im Atlantischen Orran sind es Norwegen. Dänemark. Holland. Belgien. Spanien und Portugal. die als kleine Küstenstaaten zwischen den europäischen Großmächten und den Meeren Enalands geradezu eine Barriere bilden. Vor der französischen Küste lag, zur Zeit als Frankreich noch eine Grotzmacht mit selbständiger Machtgeltung war. England selbst als großer Wachtposten, der eine Reubildung früherer französischer Seemachtsansprüche nicht zuließ. Und wer sich vergegenwärtat, wie dazumal. vor 1870. die Besitzverhältnisse der Nordseeküste an der deutschen Bucht geregelt waren, wird billig staunen, mit welcher Kunst der„Wiener Kongreß". der 1815 nach dem napoleonischen Zusammenbruch die Grenzen Europas ordnete. im Interesse Englands jene wichtigen Küstenstriche zerstückelt hat. Sie waren aufgeteilt an Holland. Hannover. Bremen. Oldenburg. Hamburg. Schleswig=Holitein. Eine irgendwie bedeutsame, für Englands Intereisen unliebsame Seehandels= oder Machtentwicklung konnte da nicht Platz greifen. Das wurde anders, als durch die Ereignisse von 1866 und 1870„die deutsche Bucht" Kustengeviet des Deutschen Reiches wurde. Die dort liegenden Häfen der Nordiee erhielten min ein breites Hinterland auf einheitlich geleitetem und kraftvoll ausblübendem Wirtschaftsleben. Die Nordieebäfen wurden Ausfalltore einer neuen Weltwirtschaftsmacht, der deutschen. England hat in seinem Eigendünkel. mit dem es auf den deutschen Vetter vom Lande" herabseh. völlig übersehen und verkannt, was sich auf dem deutschen Wirtschafts= und Verkehrsgebiet, gefördert durch eine geschickte inneren und äußere Wirtschaftspolitik, da in den 8Der Jahren des vergangenenen Jahrkumderts allmählich anbahnte. Sonst dätte es unmöglich um die„Sansivarhose" den„Hosenknovf“ Helgoland in dem vielberufenen deutschenglischen Sausibarvertrag von 1890 weggegeben. So aber reiften seit Mitte der 90er Jahre. was deuticher Fleiß und deutsche Organisation seit Gründung des Reiches in Industrie und Handel angebahnt hatten. Die deutiche Nordieeküste wurde eine machtvolle Operationsbasis deuticher Handels= und Seegeitung. Die engtische Küsten=Schutzbarriere war durchbrochen. Seither starrte England mit steigendem auf diese-offene Stelle". Uro es int gar kein Zweifel, daß eines der Ziele. die Eugland zur Teilnahme am Weltkrieg trieb, darin besteht, diese wunde Stelle in seinem Seemachtsorgansmus wieder zu schließen und mit der Zerschlagung des Deuichen Reiches auch wieder die deutsche Nordieeküste zur gleichen Ohnmacht zu verdammen. in der sie vor der Gründung des Reiches gestanden batte. Wir sind freilich der Ueberzeugung, daß es trotz allen Aufgebots der englischen Politik diesmal nicht gelingen wird. jene ihr schmerzliche Wunde zu schließen, die allem Anschein nach viel eher zu noch schmerzlicherer Beeinträchtigung des engtischen Alleinherrschansanspruchs sich entwickeln wird. Präsidenten Havenstein herzlche Gückwunschschreiben gerichtet. Der Reichsvankpranident drückte in den wärmsten Ausdrücken dem Aeltesten Kollegium seinen Dank aus; von dem Staatssekretär des Reichsschagamtes lief folgendes Dankschreiben ein: Den Aeltesten der Kaufmannschaft von Berlin spreche ich für die herzüichen Glückwünsche zu dem alle Erwartungen übertrefsenden Ergebnis der zweiten Kriegsanleihe meinen aufrichtigsten Dank aus. Ich kann allerdings die Glückwünsche nur mit Einschränkung für mich annehmen. Denn die Hauptarbeit der Organisation ist auch dieses Mal von der Reichsbank geleistet worden. In allererster Reite aber ist der in der Finanzgeschichte aller Zeiten beispieklose Erfolg das Werk der zu jedem Opfer und jeder Tat entschlossenen Willenseinheit des deutschen Volkes, und deshalb durfen wir alle in diesem Erfolg die sicherste Siegesbürgschaft erblicken. Dr. Helfferich. Jum Ersoig der Kriegsanleihe. Zu dem gewaltigen Erfola der Kriegsanleibe hatten die Aeltesten der Kaufmannschaft von Berlin an den Staatssekrtär des Reichsschatzamtes sowie an den Reichsbank„Moralische Vergiftung“. Die„Times“ teilt aus Delhi unter dem 18. März mit. daß der Vizekönig Lord Hardinge dem Generalrat einen Gesegentwurf vorgelegt hat. der verschärfte Maßnahmen für die öffentliche Sicherheit und die Verteidigung von Britisch=Indien vorsieht. Der Gesetzentwurf wurde einstimmig angenommen. Der Vizekönig sagte in seiner Begründung. die Maßregeln seien durchaus notwendig, wenn man gewissen Möglichkeiten zuvorkommen wolle. Sir Reginald Cradock legte Nachdruck darauf. sie als Kriegsmaßregein zu bezeichnen: manche Inder seien mit verderblichen Ansichten und moralisch vergiftet in den letzten Monaten nach Indien zurückgekehrt und hänen Gewalttaten begangen: in Bengalen zeige die aufrührerische Tätigkeit, obwohl nicht neu. Anzeichen neuen Aufflammens und sei kühner geworden, und beide Bewegungen seien durchaus nicht ohne innern Zusammenhang. westlichen Pandschab seien. großenteils unter dem Druck der wirtschaftlichen Verhältnisse. vielfach Pünderung. Brandstiftung und Rassenkämpfe zwischen Mohammedanern und Hindus vorgekommen. Der Gesetzentwurf zerfällt in zwei Teile; der erste gibt dem Generatrat das Recht, eine Verordnung für die Sicherung des Landes nach dem Muster des englischen„Reichsverteidigungsgesetzes“(Deience ef the Realm Act) zu erlassen. der zweite Teil sieht die Schaffung eines Sondergerichtshofs aus drei Konnnissaren vor. die alle ihnen überwiesenen Fälle von Verstößen gegen jene Verordnung, soweit sie nach dem Gesetz mit dem Tode. der Deportation oder Gefängnis von mindestens sieben Jahren strafdar sind, ohne Berufung abzuurteilen hat. Das Aufbringen des„Zaanstrom“ und der Batavier!“ TU. Umsterdem, 24. März. Der„Telegraaf“ bringt ausführliche Schilderungen über das Anhalten und Aufbringen der beiden niederländischen Schiffe„Zaanstroom“ und„Batavier[•“. Am Donnerstag morgen um ½7 Uhr. als sich der„Batavier I 17 Meilen außerhalb des neuen Wasserweges, also außerhalb der niederländischen Terrttorialgewasser befand. tauchte plötzlich unvermutet hinter dem Tampfer das deutsche Unterseeboot„U 28“ auf. das den„Vatavier V“ schnell einholte und aufforderte, anzuhalten. Dieser Aufforderung entprach Kapitän Rindermann. Darauf signalisierte das Unterseeboot„die Schiffspapiere zur Kontrolle". Kurz darauf erschien ein deutscher und befahl dem Schiffe, mit dem deutschen Unterseeboot Offizier mit einem Matrosen an Bord des„Vatavier V“ nach Zeebrügge zu fahren. Der deuiche Offizier versiegelte mit Hilfe eines Matrosen die Tür. die zum Schiffsapparat für drahtlose Telegraphie führte. Am selben Tage ungefähr 12 Uhr mittags kam der„Batavier V“ in Zeebrügge an, wo er vor dem Kai Halt machen mußte. Niemand durfte von Bord. Eine Abteilung von Seesoldaten besetzte das Schiff. und vor dem Schiff trat gleichzeitig eine Abordnung Soldaten zur Bewachung an, die um 4 Uhr abends abgelöst wurden. Nach der Aussage der holländischen Matrosen, die freigelassen wurden, waren die Soldaten sehr gemütlich und rauchten ihre Pfeise oder ihre Zigarre. Von Zeebrügge sahen die Holländer nichts besonderes, sie sahen nur das Unterseeboot„U 28“ das sie nach Zeebrügge eskortiert hatte. Bis Samstag mittag 3 Uhr erfolgte nichts Besonderes. dann begannen die deutschen Soldaten die Ladung. die größtenteils aus Fleisch und Muscheln bestand, zu löschen. Der Marconiapparat wurde unbrauchbar gemacht. Die Besatzung erhielt dann die Nachricht, daß sie sich nach Hause begeben könne. Der Kapitän, die zwei Steuerleute. der Maschinist, zwei Matrosen, ein Heizer und ein Verlader mußten jedoch an Bord kleiden. An Land stand ein Zug bereit, in dem alle Fe ster durch Gardinen geschlossen waren. Es wurde den deutschen Marinesoldaten blieben an Vord und wurden um bestimmten Stunde abgelöst. Die Bewachung war streng Bis nachts schliefen die von der Wache Kommenden in de# Messe. Freitag morgen benachrichtigte der Steward den Kapitän, daß der Proviant für die Mannschaft zur Reige ginge. Der Kapitän teilte dies den deutschen Offizieren mu die 20 Kilogramm kleine, harte, schwarze Brote an Bord bringen ließen: Kartoffeln konnte man der Mannschaft des „Zaanstroom“ nicht.....„Wir haben selbst keinesamstag morgen, den 20. März wi „Zaanstroom nicht verschaffen.„Wir haben##ost keine wurde gesagt. Am Sumtlag awig. 5 von deutichen Soldaten mit der Ausladung des Schiffe# begonnen. Um 9 Uhr. nachdem der Kapitan mit den schen Offizieren eine längere Unterredung gehabt hatte wurde ein Teil der Bemannung in den Salon gerusen, mo ihnen mitgeteilt wurde, daß Schiff und Ladung als verfallen erklärt würden. Inzwischen löschten die deutschen Marinesoldaten die Ladung, die aus Eiern, Stückan; Kisten mit Aalen. Fässern Bier und anderen Lebensmuteln bestand. Samstag mittag wurde um 1 Uhr auf dem Tanmast die deutsche Kriegsflagge gehißt. Später wurde auf dem Schlagmast die niederländische Flagge heruntergeholt und die deutsche Flagge gehißt. Gegen 3½ Uhr erhielt der Bootsmannsmaat und der zweite Maschinist, der steward, der Zimmermann, acht Matrosen, ein Leich matrose, zwei Heizer und ein Trimmer Befehl, das Schi zu verlassen und sich mit einem am Pier bereititehenden g nach der niederländischen Grenze zu begeben. D General Bernhardi über Deulschlands Kampf. WIV. Berlin, 25. März. Mit einem Artikel des Generals Bernbardi in der„Newyork Sun“ über Deutschlands Kampf für die Freiheit beschäftigt sich die gesamte englische Presse. Die„Times“ druckt. laut„Voss. Zig." den Arnkel wörtlich ab und widmet ihm einen langen Leitartikel. Bernhardi sagt: Großftaat oder Verfall. das ist die Frage für Deutschland. Ein Großstaat bedeutet aber nicht Herrschsucht. Vernhardi betont, daß Belgien seine eigene Neutralität längst verlassen hatte und der Kriegsplan der Alliierten auf dem Durchmarsch durch Belgien basierte. Er erinnert an den Burenkrieg, an Irland. Aegypren. Indien und die Aufteilung Persiens zwischen England und Rußzland und sagt: Nur ein Sieg Deutschlands kann die Weltherrschaft Englands verhindern. Deutschland kämpft für die Entwickelungsfreiheit und das Recht anderer Völker. Der Geist der Selbsterteidigung, nicht der der Eroberung erfüllt Deutschland. Sorgen der Pariser. WTV. Paris, 24. März.„Echo de Paris" berichtet. daß am Montag abend Jeppeline zwei Gruppen bilderen und Paris in weitem Umkreis umflogen, ohne das befeitigte Lager überfliegen zu können.(?)„Petit Parisien“ sagt, daß Zeppeline über Le Precey für Oise 48 Kilometer von Paris gesetzen, gorden feien #####. Paris, 24. März. Ein höderer Offizier des Verteidigungswesens von Paris erklärt im Journal“ es sei unrichtig, daß die Flieger des verschanzten Lagers um Paris nicht die Hauptstadt verteidigt hätten. Sobald A geschlagen war, seien die Flieger zum An eg bereit wesen. aber der Gouverneur von Paris habe angeordnet. daß die ersten Aufstiege wegen des Artilleriefeners verschoben werden sollten. Der erste Aufftieg sei um 3.20 Uhr morgens. die Rückkehr um 5 Uhr erfolgt. WTV. Bertin. 25. Närz. Der„Lok.=Anz meldet aus Wie bereits gemeldet worden ist. sprach gest Delegation von Kammerdeputierten bei dem Ministerpräsidenten Viviani vor, um die Regierung um Auskunft über die Abwehrmaßnahmen zu ersuchen, die gegen die Zeppetinangrifie daß alle InPariser Lagers durch Flieger und Artillerie zu verstärken bolländischen Matrofen verboten, diese Gardinen zu öffnen; bis Brügge. wo das Verbot ausgehoben wurde, sahen sie auch nichts von der Außenwelt. Mit demselben Zuge wurden auch die Passagiere befördert. Auf einer kleinen Station wurden die belgischen Männer und Franzosen. die zu den Passagieren gebort hatten, unter militärischer Bemachung weggeführt. Der Kommandant. die Offiziere und die Vemannung von„U 28“ waren, wie die bolländischen Matrosen alle hervorhoben, außerordentlich liebenswürdig und höflich. Sie erzählten, daß sie den„Leeuwarden" in den Grund gebohn hänen. Hierauf waren sie auf den Meeresboden untergetaucht, um auszuruhen und gerade wieder an die Oberfläche gekommen, als der„Vatavier!“ vordeigefahren kam. Die Leute der Besatzung des„Zaanstroom“ erzählten über ihr Abenteuer folgendes: Der Dampfer war in der Nacht vom Mitwwoch zum Donnerstag aus Amsterdam mit der Bestimmung London ausgefahren. Am Donnerstag morgen gegen 7 Uhr erblickte die Beinannung den„Batavier l“. in dessen Nachbarschaft das deutsche Unterseeboot„U 28“ lag. Kaum wurde man auf dem Unterseeboote des Zaanstroom“ ansichtig, als die Manosen mit der deutschen Fingge winkten und signalisierten, daß der Kapitän mit den Schiffspapieren nach dem„U 28“ herüberkommen sollte. Kapitän Visser fuhr mit fünf Matrosen nach dem Unterseedoot und erfuhr dort nach einer Unterredung von zehn Minuten, daß sein Schiff nach Jeebrügge aufgebracht werden sollte. Ihm wurde ein stroom“ und die Leute des„Vatavier V" befördert. In jedem Abteil nahm ein deutscher Soldat mit Gewehr Diese Bedeckung fuhr bis zur Grenzstation Salzraete Die Mannschaft des„Zaanstroom“ erklärte, daß die deurschen Soldaten und ihre Vorgesetzten in der höflichiten nftr Weise auftruln. Shrentafel. Das 2. Vataillon eines Infanterie=Regiments lag in ter Linie und war in einem Dorf untergebracht, das weine.—..—„„„ plötzlich von schwerer Artiuerie unter Feuer genommen Die zweite schwere Granate legte ein Gehöft in Trümmer, in dem 1! Züge der 5. Kompagnie untergebracht waren. Einige Leute wurden durch Sprengstücke gerötet, einige verwundet und viele wurden verschüttet. Trotzdem noch vier schwere Granaten in das Gehöfte schlugen, lief der Sanitätsunteroffizier Rhode aus We Kreis Hümmling, sofort nach den eingestürzten Häusern und rersuchte, die Verschütteten aus den Trümmern zu reuen. Ohne die Gefahr zu achten, verband er 15 Soldaten an Ort und Stelle. 34 Stunden lang machte er an einem Erstickten Wiederbelebungsversuche. Auch an der Bergung der 9 und ein Marrose mitgegeben, die nach ihrer Ankunft auf nstroom“ sich sofort auf die Brücke begaben. Anfänglich ging die Reise in folgender Weise vor sich: Vorauf hr der„Baravier I, dahinter das Unterseeboot, zum Schluß der„Zaanstroom“. An der belgischen Küste wo in dem tiefen Fahrwasser zwischen den Sandbergen deutsche Minen gestreut find. nahm das deutiche Unter##eboot die Spite und in seinem Kielwasser folgte erst„Batavier V“ dann-Zaanstroom“ Ein als Kriegsfahrzeug eingerichteter Fischdampfer kam längseits des Zcanstroom" und brachte bewaffnete Matroien an Land. Der Fischd fuhr in der Richtung nach Zeebrügge und kam in einer Viertelstunde zurück. Die Sciffe blieben eine halbe Stunde vor Anker vor Zeebrügge liegen und fuhren dann in den Am Hasen war eine große Anzahl Marinesoldaten. die die eingebrachten Schiffe mit Jubel begrüßten. Zaanstroom“ und„Vatavier I“ wurden an den Innenviers. wo eine große hölzerne Saracke aufgeschlagen war. #e#stgemacht. Die holländiichen Ratrosen brauchten sich gar nicht zu bemünen, die deutschen Marinesoldaten überdas Feitmachen der Schiffe selbst. Als diese vere deutsche O#####ere an 2 e 123 5. Auf ih Uhr. Komuerbord bege Den bollän Die bugegen aren ten nahm er Anteil. ungeachtet der noch fortwa abstürzenden Balken und Steine. Sanitätsunteroffizier Rhode, der in der Schlacht Chatelet schon das Eiserne Kreuz 2. Klasse erworben, weil er in vorderster Linie Verwundete verbunden hatte. wurde wegen seiner hervorragende Tapferkeit mit dem Eisernen Krenz 1. Klafse ausgezeichnet. Am 24. Oktober wurde von der 1. Kompagnie eines Posenschen Pionier=Regt. ein Sturmangriff auf die feindliche Stellung gemacht. Die Stürmenden mußten durch dichtes, fast undurchdringliches Untervolz hindurch. Allen voran die Pioniere Lehmann aus Rolben. Kr. Meseritz, und Kolke aus Essen a. Rh. Ohne sich durch das mörderische Gewehrfeuer der Franzosen, die die Annäherung der Deut. schen am Knacken der Zweige bemerkt hatten stören zu lassen, drangen die Beiden ganz allein dis an die feindlichen Unterstände vor. Sie warfen Handgranaten hinein, wurden jedoch beide hierbei schwer verletzt und der Pionier Lehmann ist später im Lazarett seinen ehrenvoll erworbenen Wunden erlegen. Die Tapferkeit der beiden Leute jedoch hatte den gewünichten Erfolg, ihre Unerschrockenheit sand Nachahmer, und die feindliche Stellung konnte genommen werden Daß auch unsere Telegrapbentruppen häufig in die Lage kommen, im feindlichen Feuer fürs Vaterland einzustehen, zeigt folgendes Stückchen, das Leumant Winigens aus Minden i. Westf. mit zwei Mann einer Armee= Telegraphen= Abteilung(Frankiur a. O.) in Poien rie dringend eine Verbindung erwa 2 Kilom. vorwarts zu einem Bahnwärterbause verlangt. von dem aus man die russischen Schützengräben auf wenige Hundert Meter vor sich sah. Da die Truppenfernsprecher kein Kabel mehr darten erbot sich Leumant Winigens am Bahngestänge eine Leitung durchzubringen. Ueberall ungläubiges Lächeln, denn elt es für möglich, an den weithin sichtbaren Stangen zu arbeiten. Mit zwei Freiwilligen. den Gefr Wunderlich aus Wiesenburg(M.) und Rohloff aus Ang munde(Mark), zog der Leumant los, die ersten 1000 Meter gingen leidlich, denn die Schrappnells, die den dreien zuge s Skizzen vom Kreuzerkrieg.“) S. M. S.„Karlsrube“. (Schluß.) Auf der Prise ist der schlonke Oberleumant mit Schärpe tätig und macht kurzen Prozeß, als die Besatzung den allen Dampfern unter uns feindlicher Flagge zu d fünfzehn Meilen öftlich des Trecke geraten habe, damit sie nicht in die Hände des deutschen Kreuzers fallen. Ueber Warten oder Plaudern kommt die„Karlsrube“. pflückt den und Englander und virlor für Tone auf ven fhr von der brin len westlich feindliche Kreuzer nach ihr suchen. rikas und Englends gebört. Seine Herren sollen sie berudigen. Auch haben sie Auftrag, zu begutochten ob der„Vandyke“ in u einen ndern Morgens tennte amerikanische Entrüstung d er verm Der Kommandant, der so. ewig gesucht und gejagt niemals gefunden, seit einem dalben Jahr Kreuzerkrieg führt. muß neben der Gabe zu sicherem Disponieren viel kübnen Wagemut. ein starkes Herz und das Talent, seine Leute bei Laune zu halten, haben. I Sonnenbrand und der schwulen, die Glieder und den Willen lähmenden Hige jener Breiten, hat die Mannschaft bei Tag sie zur Hälfte als Kriegswache bei den Geschünen oder geladenen Torpedos. und Arbeit genug bat auch die wochfreie tun. Aus den Kleidern kommt für Tag schen Passagierdamfern— alle Boore des„Veienke" leck waren. HKorlsrube“ schickte die ihren. Auf Begleitdampfer zur Fadrt in Sicherheit und einen Hafen gebracht. schlossen die feindlichen Venern Frieden, um einmutig ihre Namen unter ein Dankichreiben an Kapitän Köhler zu setzen. Auch die WanneRanm. auf den Begleitdampfern und unseren Handelsschiffen sind manches Wort wert. Gerufen oder ungerufen kamen alle. alle. um in Stunden von Gefahr und Not treu und deursch ihr Leben dem Vaterland zu bieten. Wie jeder unserer Kreuzerkommandanten im Gelben Meer. in der Südiee und längs der Küfren Amerischer Pflicht. Er bai sie getan und tut sie noch. dis Kaiser und Reich sein Schiff einmal sterben muß. Dabei kamen die Männer draußen nicht wie wir dat Krieg. Sie konnten Siegen wärmen Während Neutrale Löhne boten, hörten sie, daß die deutsche Welt in Trünn falle Sie lasen, daß deutsche Soldaten Henker und deu Seeleute Piraren seien. und anmeten auf dem Meer wit Hasen den heißen Haß der ganzen. auch neutraten De die nach Sühne für Schandiaten und Rache an allen 2 schen schrie. Das fraß an der Seele und weckte im e##### chen Monn wohl gar Schan leumdung nicht ein Körnchen Wahrheit trage, denn die wußte bis zum Auguft des Jahres 1914 noch nicht Menschen lügen können. Sie hört ja erst jerzt, daß tischen Sioatsmännern vor ihr Volk englische Her als Lügner vor die eigenen Truppen treten und. neral Haig. nach dem Ruhm trachten, auf den T Leinamen Lügner m. verließ er wie die Mannschaft in Hast ohne gar Trauer. Auf dem Pert gabs nichts me Nr. 168. m dacht waren, ging aus den russische und Maschineng nicht und nur W Schlimmste kam Kabel oben an d zum Bahnwärter stieg der Gefreit Stange, währen Rohloff unter ei Kabel und die Ar gut gegangen; al die Weiterführun da sie zum Feind wäre, mitzuhören. nant Wintgens biner zwei Isole Eisendrähte rissen derung der Kam Wunderlich zum Drähte abzuschne bares Gewehr= Ur öffnete. Aber un schluß durchzubrir zu setzen, sich gen zuschießen. Die 2 Vor einiger in einer österr einer Photograpt stellt den greisen Haupt in die Hä Die Aufnahme, e entstanden, als de zum ersten Male kapelle beiwohnte die Veröffentlichu wurden nun nach von Vervielfältigt Zeitung aus den drahtet wird, von reichische Kai seiner Heere Rußland gelangte sorgte auf alle r gefälschten Bildes es. Auch in den Händler zum Ver Soldaten erhielte selbst in Armeeb darauf hingewiese kämpfen!" hieß es über eure Siege, geschah aber das Fälschung eine ga Die galizischen B Bild förmlich aufe ein weinender, so diesen Darstellung bild schlossen siee Hände umklammt den Russen nicht gegeben. Die 2 Strafe verbo Besitze befindliche Beschäften noch v X Paragraphen Es ist durchat zialdemokratischen genwärtigen Krie Pflichten stellt.! ihrer Mitglieder, liche Mißbilligu male Disziplinal nossen Liebknecht stimmt, trotz des erlaubte, vor der Fraktion hat diese die das Zentralor verurteilt". Rühl beschluß, der die 2 dann gestattet, wi für die Arbeiterkle ben würde". Da hat Rühle in der Ledebour gegenüt standes nur form trag überschritten Auftrag hinaus Die sachliche Mißl Weise hat sich de gegriffen wurde, die betreffenden der Gewerkschafter der Paragraphen quemes Mittel, zwischen der vate Gruppe von Lieb Mit Mann Kriegs Copyrigh Inzwischen erfreulichsten D Anni Lindema Das junge Mäl ters geschoben mit ihrer jauchz lieder mit, hatt regung fieberro sicherte ihrem der schönste Ta wäre, daß er si Don Fernportugiesischer Kieshaufen her Nähe des respe gewaltige Stim marckdenkmal, Reichstages, sei schaft, wo sich elektrischen Wa Weg zu bahne Zurück schl noch dem Reic um sich dann a Mittlerweil worden, an die zu denten. Wobei nu nung wert sch Dame, ohne da guten Geistern Heimweg dacht Als sie nä „Don Fernand „„Weiß du, fort! Dieserha wir trinken erst Kaffee. Und ic salat doppelt gu Fraulein 2 ßen die beiden Terrasse des A Minutenlal Gewimmel her Punkt der Rei Nr. 169. Morgen=Ausgabe. Westsältscher Merkor. Frektag, den 29. März 1915. dacht waren, gingen meist zu hoch. Aber dann bekamen sie aus den russischen Schützengräben ein furchtbares Gewehrund Maschinengewehrfeuer. Deckung gab es überhaupt nicht und nur Meter für Meter ging es vorwärts. Das Schlimmste kam erst, als 500 Meter von dem Feinde ein Kabel oben an die Leitung gelegt werden mußte, das bis zum Bahnwärterhause reichen sollte. Mit Todesverachtung stieg der Gefreite Wunderlich auf die weithin sichtbare Stange, während der Leutnant selbst und der Gefreite Rohloff unter einem Hagel von Geschossen kriechend das Kabel und die Apparate vorbrachten. Soweit war alles noch au gegangen; aber nun stellte sich heraus, daß auch noch die Weiterführung der Leitung abgeschnitten werden mußte, da sie zum Feinde führte und dieser in der Lage gewesen wäre, mitzuhören. Auf dem Rücken liegend gelang es Leutnant Wintgens mit 2 glücklichen Schüssen aus dem Karahiner zwei Isolatoren herunterzuholen, aber die starken Eisendrähte rissen nicht; und nun stieg zur größten Bewunderung der Kameraden von der Infanterie der Gefreite Wunderlich zum zweiten Male auf die Stange, um die Drähte abzuschneiden, trotzdem die Russen jetzt ein furchthares Gewehr= und Schrapnellfeuer auf die drei Braven eröffnete. Aber unverwundet gelang es den Dreien, den Anschluß durchzubringen und damit die Artillerie in die Lage zu setzen, sich genau auf die feindlichen Schützengräben einzuschießen. Die Schicksale eines Kaiserbüldnisses. Vor einiger Zeit erschien, wie die Kreuzzeitung schreibt, in einer österreichischen Zeitschrift die Wiedergabe einer Photographie, betitelt: Der Kaiser betet. Es stellt den greisen Kaiser Franz Joseph dar, wie er, das Haupt in die Hände gestützt, tief im Gebet versunken ist. Die Aufnahme, ein Werk der Enkelin des Kaisers, war entstanden, als der Kaifer nach seiner schweren Erkrankung zum ersten Male wieder einer stillen Messe in der Hofburgkapelle beiwohnte. Als dann der Krieg ausbrach, wurde die Veröffentlichung des Bildes gestattet. In Frankreich wurden nun nach dem Bilde aus der Zeitschrift Millionen von Vervielfältigungen angefertigt, die, wie der Vossischen Zeitung aus dem österreichischen Kriegspressequartier gedrahtet wird, von dort mit der Unterschrift:„Der österreichische Kaiser weint über den Untergang seiner Heere und das Ende seiner Monarchie" nach Rußland gelangten. Die russische Heeresleitung besorgte auf alle nur mögliche Weise die Verbreitung des gefälschten Bildes. Alle russischen Blätter veröffentlichten es. Auch in den von den Russen besetzten Gebieten wurden Händler zum Verkauf des Bildes gezwungen. Alle rufsischen Soldaten erhielten es in Form von Ansichtskarten, und selbst in Armeebefehlen wurde, wie Gefangene erzählen, darauf hingewiesen.„Ihr braucht nicht mehr lange zu kämpfen!“ hieß es da,„schon weint der österreichische Kaiser über eure Siege, die seine Armee vernichtet haben.“ Nun geschah aber das Merkwürdige, daß die Wirkung dieser Fälschung eine ganz andere war, als man beabsichtigt hatte. Die galizischen Bauern, namentlich die Frauen, denen das Bild förmlich aufgezwungen wurde, erkannten, daß es nicht ein weinender, sondern ein betender Kaiser ist, den sie auf diesen Darstellungen abgebildet sahen. Wie ein Marienbild schlossen sie es nun in ihre Gebetbücher ein, und heiße Hände umklammerten es beim Gottesdienst. Das blieb den Russen nicht verborgen, und sofort wurde Gegendampf gegeben. Die Weiterverbreitung des Bildes wurde bei Strafe verboten, und jeder Soldat hatte die in seinem Besitze befindlichen Exemplare herauszugeben. Die in den Beschäften noch vorhandenen Stapel wurden vernichtet. Deutschland. X Paragraphen, Instanzenzug und Kompetenzkonflikte. Es ist durchaus anzuerkennen, daß die Mehrheit der sozialdemokratischen Partei und Reichstagsfraktion sich im gegenwärtigen Kriege auf den Boden der vaterländischen Pflichten stellt. Bedenklich aber ist, daß sie denjenigen ihrer Mitglieder, die sich anders verhalten, nicht ihre sachliche Mißbilligung ausspricht, sondern ihnen nur formale Disziplinarverletzung vorzuwerfen wagt. Die Genossen Liebknecht und Rühle haben gegen den Etat gestimmt, trotz des Fraktionsbeschlusses, der ihnen höchstens erlaubte, vor der Abstimmung den Saal zu verlassen. Die Fraktion hat diesen„Disziplinarbruch“ in einer Erklärung, die das Zentralorgan veröffentlicht,„aufs entschiedenste verurteilt". Rühle wieder beruft sich auf den Parteitagsbeschluß, der die Annahme des Budgets ausnahmsweise nur dann gestattet, wenn die Ablehnung„die Annahme eines für die Arbeiterklasse ungünstigeren Budgets zur Folge haben würde". Da der Parteitag über der Fraktion steht, so hat Rühle in der formalen Frage sogar recht! Auch Ledebour gegenüber war die Erklärung des Fraktionsvorstandes nur formeller Natur: Ledebour habe seinen Auftrag überschritten und trage für das, was er über den Auftrag hinaus gesagt habe, allein die Verantwortung. Die sachliche Mißbilligung blieb aus. Ganz in der gleichen Weise hat sich der„Vorwärts", wenn seine Haltung angegriffen wurde, immer auf den Einwand zurückgezogen, die betreffenden Instanzen— z. B. die Generalkommission der Gewerkschaften— seien nicht zuständig. Dieses Betonen der Paragraphen und der Kompetenzen ist zwar ein bequemes Mittel, den Austrag der sachlichen Differenzen zwischen der vaterländisch gesinnten Mehrheit und der Gruppe von Liebknecht und Ledebour zu vermeiden oder Mit Mann und Roß und Wagen... Kriegsroman von Hanns Reska. Alle Rechte vorbehalten. Copyright 1914 by Carl Duncker, Berlin. (4. Fortsetzung.) Inzwischen trugen sich in dem Demonstrantenzuge die erfreulichsten Dinge zu— wenigstens soweit sie Fräulein Anni Lindemann und Don Fernando Talarna betrafen. Das junge Mädchen hatte die Hand in den Arm ihres Vetters geschoben und marschierte tapfer in der Reihe, sang mit ihrer jauchzenden hellen Stimme alle Schutz= und Trutzlieder mit, hatte vor vaterländischer Begeisterung und Erregung fieberrote Wangen und strahlende Augen; und versicherte ihrem Kavalier ein über das andere Mal, daß dies der schönfte Tag ihres Lebens sei und wie dankbar sie ihm wäre, daß er sie mitgenommen. Don Fernando wiederum erwies sich als untadeliger portugiesischer Königssproß, lanzierte seine Duenna um alle Kieshaufen herum und sorgte, daß er sie jedesmal in die Nähe des respektiven Festredners brachte, sobald dieser seine gewaltige Stimme erhob... sei es vor dem ragenden Bismarckdenkmal, sei es an den Stufen der Freitreppe des Reichstages, sei es im Engpaß vor der Oesterreichischen Botschaft, wo sich die Masse undurchdringlich staute und die elektrischen Wagen mit verzweifeltem Klingeln sich einen Weg zu bahnen suchten. Zurück schlug der Zug einen anderen Weg ein, machte noch dem Reichslanzler in der Wilhelmstraße eine Visite, um sich dann allmählich in der Friedrichstraße aufzulösen. Mittlerweile war es auch halb acht und damit Zeit geworden, an die Tante Lindemann und ihren Kartoffelsalat zu deuten. Wobei nur die Tatsache sonderbar und der Aufzeichnung wert scheint, daß sowohl Don Fernando wie seine Dame, ohne daß sie es recht merkten, die Chausseestraße allen guten Geistern befahlen, vorläufig aber noch nicht an den Heimweg dachten. Als sie nämlich an der Kranzler=Ecke standen, schlug „Don Fernando“ vor: „Weiß du, Anni— die Tante rennt uns sicher nicht fort! Dieserhalb und demgemäß hielt ich es für praktisch, wir trinken erst noch im„Viktoria“ auf der Terrasse einen Kaffee. Und ich garantiere, daß uns nachher der Kartoffelsalat doppelt gut schmecken wird.“ Fraulein Anni war sofort einverstanden; und bald saten die beiden an einem kleinen Tisch, den sie sich auf der Terrasse des Viktoria=Cafés wirklich noch erkämpft hatten. Minutenlang schwiegen sie und schauten auf das bunte Gewimmel herab, das sich an diesem vielleicht historischsten Punkt der Reichshauptstadt zusammendrängte. hinauszuschieben. Aber es liegt doch eine entschiedene Schwäche darin, daß man den— tatsächlich maßgebenden — vaterländischen Standpunkt hinter dem Hinweis auf die Kompetenzen vervirgt. Das Volk, insbesondere auch die Arbeiterklasse, verlangt eine klarere und mutigere Haltung. Städtisches. Münster, 25. März Die Nachmusterung der Untauglichen 2c., die für Freitag und Samstag angeordnet war, sindet nicht stalt, ebenso auch nicht die für den Landkreis Münster angeordnete Nachmusterung. Das Eiserne Krenz 2. Klosse erhielt Leutnant Schmülling vom Landwehr=Infanterie=Regiment Nr. 13, Sohn des Professors Schmülling vom hiesigen Städtischen Gymnasium. q' Militärische Veränderungen. Befördert zum Leutnant der Reserve: der Vizefeldwebel Jungmann(II Dortmund) im Landsturm=Infanterie-Bataillon Münster 4; zum Leutnant der Landwehr=Infanterie 2. Aufgebots: der Vizefeldwebel Lander (Elberfeld) im Landsturm=Inf.=Bataillon Münster 4. X Bismarck=Gedächtaisfeier. Die Vereinigung alter Burschenschafter hält am 30. März, abends 8½ Uhr, auf der Frankenkneipe, Syndikatsgasse, eine zeitgemäße Feier des 100jährigen Geburtstages des Altreichskanzlers Bismarck ab. Alle alten und jungen Burschenschafter Münsters und Umgebung ladet die V. a. B. zur Teilnahme an dieser Feier ein. □ Brotmarkenausgabe im Bezirk 24. Die Brotmarkenausgabe findet für die Haushaltungen im Bezirk Nr. 24 (Brockhofstraße, Schorlemerstraße, Achtermannstraße, Windthorststraße, Engelstraße, Engelstraße C, Herwarthstraße, Urbanstraße, Bahnhofstraße, Eisenbahnstraße, Friedrich= straße, Johanniterstraße) von jetzt ab nicht mehr in dem Hause Windthorststraße Nr. 11, sondern in dem Hause Achtermannstraße Nr. 5 statt. * Postblatt. Anfang April erscheint eine neue Nummer des„Postblatts“, das eine Beilage zum„Reichsanzeiger“ bildet, aber auch für sich bezogen werden kann. Im„Postblatt", das im Reichs=Postamt zusammengestellt wird, sind die wichtigsten Versendungsbedingungen und Tarife für Postsendungen aller Art sowie für Telegramme enthalten. Auf die seit dem Erscheinen der vorangegangenen Nummer(Anfang Januar) eingetretenen Aenderungen wird in der neuen Nummer durch besonderen Druck (Schrägschrift) hingewiesen. Das„Postblatt“ kann auch neben anderen, umfangreicheren Hilfsmitteln für den Verkehr mit der Post und Telegraphie(Postbücher, Post= und Telegraphennachrichten für das Publikum usw.) mit Vorteil benutzt werden, weil es diese bis auf die neueste Zeit ergänzt. Der Bezugspreis des„Postblatts“ beträgt für das ganze Jahr 40 Pfg., für die einzelne Nummer 10 Pfg. Bestellungen werden von den Postanstalten entgegengenommen. Warnung. „Taschenfilter" oder„Feldfilter" werden häufig als geeignete Gegenstände zum Nachsenden an Heeresangehörige im Felde angepriesen. Mit ihrer Hilfe kann sich angeblich jeder Soldat sein Trinkwasser frei von Krankheitserregern und sonstigen schädlichen Stoffen machen. Vor dem Ankauf solcher Filter muß jedoch gewarnt werden, denn sie leisten nicht das, was an ihnen gerühmt wird. Die Kleinfilter vermögen zwar trübes Wasser zu klären, sie sind aber nicht imstande, krankmachende Bakterien oder Stoffe, wie sie häufig im verschmutzten Wasser sich vorfinden, mit Sicherheit abzufangen. Ein Taschenfilter kann die Gefährlichkeit unreinen Trinkwassers höchstens etwas vermindern, sie aber nicht beseitigen. Ja, ein nicht peinlich sauber gehaltenes Taschenfilter ist sogar imstande, das Trinkwasser zu verschlechtern, weil in ihm Krankheitserreger weiter wuchern, sich vermehren und das durchfließende Wasser infizieren können. Taschenfilter wiegen somit ihre Besitzer in eine falsche Sicherheit und verführen sie zu Leichtfertigkeit beim Wassertrinken. Abgekochtes Wasser ist solchem, das durch Taschenfilter gegangen ist, unbedingt vorzuziehen. Provinzielle Nachrichten. □ Ibbenbüren, 24. März. Gestern fand eine Sitzung der Ibbenbürener Volksbank statt, in der 21 Aktionäre mit 136 Stimmen vertreten waren. An die Interessenten wurden 6 Prozent Dividende verteilt, 3300. fielen einem sogenannten Kriegsfonds zu und 1600 A wurden zu wohltätigen Zwecken ausgeworfen. An Stelle eines verstorbenen Vorstandsmitgliedes wurde der Kaufmann Heinrich Schütte von hier gewühlt. Durch Zuruf wurden die nach dem Statut ausscheidenden Mitglieder wiedergewählt. * Rotthausen, 24. März. Das Hantieren mit einem geladenen Gewehr hat auch hier ein Opfer gefordert. Der 9 Jahre alte Sohn der Familie Baumhove aus der Querstraße machte sich im Keller des Hauses an einem in der Ecke stehenden geladenen Gewehr zu schaffen. Hierbei entlud sich die Waffe und die Kugel drang der 10jährigen Schülerin Hildegard Willms in den Hals. Die Verletzungen waren so schwer, daß das Kind ins katholische Krankenhaus gebracht werden mußte, wo es jedoch bald darauf starb. J' Düsseldorf, 24. März. Ein gewisses Barometer für die Beurteilung der wirtschaftlichen Verhältnisse der Städte bietet die Doch mit dem Schweigen zugleich änderte sich auch die Stimmung. Anni Lindemann wurde nachdenklich, und jetzt schien es, als kämen all die Fragen wieder, die vorhin bei dem unvermuteten Erscheinen des Vetters in ihr aufgetaucht und die sie solange zurückgedrängt hatte. „Ich glaube, Werner— jetzt könntest du mir ein bißchen erzählen.“ Und als er sie unwillkürlich unsicher fragend ansah, ergänzte sie: „Sieh mal— darüber darfst du dich doch eigentlich nicht wundern. Es ist ja auch nicht einfache Neugier. Aber schließlich bist du doch mein Vetter und der einzige Sohn deines alten Vaters. In den letzten Jahren, wo wir nichts von dir hörten, war er übrigens zweimal hier in Berlin und hat uns auch besucht. Hat mit Mama viel allein gesprochen; worüber, weiß ich nicht. Mama hat sonst keine Geheimnisse vor mir und erzählt mir alles— darüber aber ließ sie kein Wort fallen. Ich glaube, es war deinetwegen.“ „Meinetwegen?". wiederholte er; und zwischen seine Augen kroch eine kleine scharfe Falte. Dann hob er unvermittelt den Kopf. „Scheußlich, Anni“,.. versetzte er mit einer Stimme, der man es anmerkte, wie er sich eigentlich gegen das alles sträubte...„ich meine— so als verlorener Sohn und Sündenbock der Familie herumlaufen zu müssen. Dabei ist es ja lächerlich! Mein Vater in Bialla— was hat der schon für eine Ahnung vom Leben und von den Zufällen, die einen jungen Menschen manchmal aus der Bahn schmeißen! „Sieh mal, Kusinchen, damals vor sieben Jahren,wie ich in Johannisburg das Einjährige gemacht hatte und mein Vater mich hier nach Berlin in ein kleines Bankgeschäft in die Lehre schickte... du kannst mir schon glauben, damals hatte ich nicht die geringste Idee und nicht die schattenhafteste Ahnung, wie bald meine Lehrzeit beendet sein würde. Aber der Fimmel für die Kunst, der mir von irgendwoher angeflogen war, und dann der Zufall, daß ich da in Theater= und Zirkuskreise reingeriet...“ Die Falte zwischen seinen Brauen war langsam geschwunden; jetzt sah er seiner Kusine offen ins Gesicht. „Nun ja, Anni— ich hab mir ja selbst gesagt... es ist Wahnsinn, den großen Sprung zu riskieren und mich einer so ungewissen Zukunft in die Arme zu werfen! Aber was nützen alle guten Vorsätze und alles eigene Vernunftpredigen, wenn man gerade achtzehn Jahre ist und unten von der russischen Grenze herkommt und einem Berlin wie ein einziger endloser Sonntag erscheint, wo man vor Uebermut nicht weiß, was man zuerst anfangen soll. Und siehst du— ehe ich mich recht versah, hatte ich den ganzen Bankkrempel hingeschmissen und war unter die Artisten gegangen!“ Und abermals nach einer Pause, während der ihn das Inanspruchnahme der Leihanstalten. Es dürste deshalb die Tatsache von Interesse sein, daß in der hiesigen städtischen Leihanstalt die Außenstände seit dem Beginn des Krieges um 100 000 Mark zurückgegangen find, d. h. es wurden Am den genannten Betrag mehr Pfänder eingelöst als hingebracht.— Dein städtischen Gartenamte sind zur Ausnutzung für landwirtschaftliche Zwecke über 500 Morgen Gelände angeboten worden, von denen schon die Hälfte in Benutzung genommen wurde. Für Parzellen von 300 bis 600 Quadratmeter kamen etwa 1000 Bewerber in Betracht, welchen die Grundstücke pachtfrei unter Berechnung etwaiger, durch notwendige landwirtschaftliche Vorarbeiten entstandenen Selbstkosten vom Gartenamt zur Verfügung gestellt worden sind.— Die hiesige Strafkammer hat den Arbeiter Kaspar Brüggenolt, der aus einem Güterwagen mit Lebensmitteln, die für unsere Truppen in Frankreich bestimmt waren, mehrere Schinken entwendete, bei sofortiger Verhaftung zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Gernischtes. WTB. Lyon, 14. März.„Nouvelliste" meldet aus Paris: Professor Bincent teilte in der Akademie der Wissenschaften mit, er habe ein Choleraserum entdeckt, das durch Impfung einen wirksamen Schutz gegen die Cholera gewähre. Die gescheiterten Anilinpläne. WTB. Manchester, 24. März.„Manchester Guardian" schreibt:„Die Ankündigung der Direktoren der britischen Farbwerke(British dyes limited), daß die Aufnahme ihres Prospektes enttäuscht habe und zur Aufgabe des Planes führen könne, wird mehr Bedauern als Ueberraschung hervorrufen. Von der Gesamtsumme der Ausgabe von einer Million Pfund Sterling wurden tatsächlich nur 448.000 Pfund gezeichnet. Die Barzahlungen betragen nur 122 000 Pfund; da die Zahlungen ratenweise gemacht werden, genügten sie nicht, um den von der Regierung bewilligten Vorschuß zurückzuzahlen. Ein Teil der Zeichnungen ist nur bedingungsweise, da amtlich erklärt wurde, daß der Plan in Gefahr sei, zu scheitern. Es scheint, daß die Regierung zurücktreten will, denn die Interessenten nicht das ganze Kapital aufbringen.“ Französische Fliegerangriffe auf Verwundelenzüge. WTB. Bertin, 25. März. Ueber das Werfen von französischen Fliegerbomben auf Verwundetenzüge heißt es in einem Baseler Telegramm der„Morgenpost": Als am Dienstag nachmittag Verwundetenzüge in den Bahnhof Müllheim einfuhren, fielen auf das Bahnhofsgebiet mehrere französische Bomben herunter, die aber nicht explodierten. Es hatte den Anschein, als ob die französischen Flieger es auf die Verwundetenzüge abgesehen hatten, denn: als diese in den Freiburger Bahnhof einfuhren, wurden ebenfalls sechsmal Bomben geworfen. Sie platzten in den Anlagen des Stühlinger Stadtteils, ohne Personen zu verletzen. Die Mehrzahl der Verwundeten in den Zügen waren Franzosen, die in große Aufregung gerieten und wenig erbaut waren von dem Vorgehen ihrer Landsleute. * Die Cholera ist im Deutschen Reich jetzt auch unter den Kriegsgesangenen vollständig erloschen. In der einheimischen Bevölkerung kommt sie schon lange nicht mehr vor. In der Woche vom 7.—13. März wurden aber noch in je zwei Gefangenenlagern je eine Erkrankung festgestellt. Zum ersten Mal wird jetzt in der Woche vom 14. bis 20. März vom Kaiserlichen Gesundheitsamt mitgeteilt, daß weder unter der einheimischen Bevölkerung noch unter den Kriegsgefangenen ein einziger Fall von Cholera festgestellt worden ist. O Gemüsebau auf Moor. Wiederholt ist in den letzten Monaten auf die Bedeutung des Gemüsebaues für die gegenwärtige Zeit hingewiesen, und das mit Recht, denn der Gemüsebau gehört zu den Maßnahmen, welche vorzüglich geeignet sind, zur Sicherstellung unserer Ernäyrung beizutragen. Besondere Beachtung verdient der Gemüsebau auf Moorboden, nicht nur weil er große Massenerträge der meisten Arten zu liefern vermag, sondern auch der guten Beschaffenheit und des Geschmacks der Ernteprodukte wegen. Wie der Gemüsebau auf Moor im einzelnen durchzufuhren ist, welche Gesichtspunkte bei der Bodenbearbeitung, Düngung, Sortenwahl usw. zu beruaiichtigen sind, lehrt eine Flugscheft des Vereins zur Förderung der Moorkultur im Deutschen Reiche. Diese Flugschrift wird sowohl an Private als auch an landwirtschaftliche Vereine, soweit der Vorrat reicht, kostenlos abgegeben. Bestellungen sind mit Angabe der Stückzahl an die Geschäftsstelle des Vereins, Berlin SW. 11, Bernburgerstr. 13, zu richten. Ein Feuersignal für den lieben Gott. Franz Molnar erzählt im„Az Est“ eine reizvolle Weihnachtsepisode aus den Karpathen, die ihm von einem Offizier#itgeteilt wurde. Der Offizier erzählte:„Am Weihnachtstag sind wir den ganzen Tag über marschiert und sind damals hierher, in diese Berge gekommen. Es gab keine so großen Mengen Schnee wie jetzt, aber doch war die ganze Welt rings beschneit. Als es zu dämmern begann, singen die Soldaten an, vom Weihnachtsabend zu plaudern. Wir waren sehr viele, ganze Regimenter marschierten in Schlangenlinie auf dem hinabführenden Serpentinenweg. Als es ganz dunkel ward, kamen wir in ein breites Tal. Die Spitze des Zuges war zu einem Marienbild gelangt, das an der Landstraße in ein taubenschlagähnliches Steinhäuschen eingebaut war. Aus den ersten Reihen sprang ein Soldat heraus, ging zum Marienbild, scharrte den Schnee vor dem Bild weg, zündete eine Kerze an und stellte sie ins Häuschen vor das Bild. Bald traten andere Soldaten heran, und jeder stellte ebenso eine brennende Kerze vor das Bild. In einigen Minuten war junge Mädchen unverwandt und noch etwas verständnislos anstarrte: „„Artisten“ sagt vielleicht nicht genug. Anni; also mit einem Wort— ich wurde Zirkuskünstler!" Anni Lindemann lehnte sich in ihren Stuhl zurück; wie leiser Spott drängte es sich durch ihre Worte, als sie fragte: „Unter deinem Namen?“ Da mußte er hell auflachen. „Werner Gurksam!... ach Kind— da hätt' ich das größte Genie von der Welt sein können und würde nicht zehn Mark den Monat mit verdient haben! Nee, Anni— sondern mein erster Direktor... es war ein ganz kleiner Wanderzirkus mit kaum dreißig Pferden und zwanzig Leuten Personal.... der brachte nach langem Nachdenken zustande, daß ich„Don Fernando Talarna“ heiße und ein Verwandter des portugiesischen Königshauses von Braganza sei. Das letztere nur als fabelhaftes unbestimmtes Gerücht, das er aber sehr geschickt zu verbreiten wußte. Und so unglaublich es klingen mag— es gibt wirklich und wahrhaftig Leute, die davon überzeugt sind und in mir eine gewissermaßen verunglückte Königliche Hoheit sehen. „Im Anfang hat mir mit meinen achtzehn Jahren dieser pompöse portugiesische Name natürlich geschmeichelt— ich bitt' dich, Anni, wenn einer aus Bialla und der Sohn des ehrenhaften alten Valentin Gurksam ist! Später allerdings kamen mir mannigfache Bedenken, aber da war es schon zu spät; da hatte ich schon meinen Namen weg! Und ihn jetzt noch zu ändern, war unmöglich; das hätt mir geschäftlich unübersehbaren Schaden getan. „Und siehst du, Kind— so bin ich denn jetzt sechs Jahre als Don Fernando Talarna durch die Welt gezogen, arbeitete mich von dem ersten kleinen Wanderzirkus zu großen Etablissements hoch, schaffte mir als Kunstreiter und Kunstschütze einen in der Artistenwelt sehr angesehenen Namen und habe es auch soweit gebracht, daß ich mir in dieser Zeit fast an vierzigtausend Mark Vermögen gespart habe.“ Anni Lindemann hatte schweigend zugehört; jetzt schüttelte sie den Kopf. „Du wirst entschuldigen, Werner— aber in solche Verhältnisse kann ich mich so furchtbar schwer hineindenken. Nicht wahr, ich kenne doch nur unser festgefügtes bürgerliches Leben; und da erscheint mir das, was du mir da soeben erzählt hast, fast— ein wenig... unsolide!“ Dabei sah sie ängstlich zu ihm hoch, als ob er ihr solche Offenheit vielleicht verargte. Doch Werner Gurksam nickte nur. „Selbstverständlich, Anni. Ich kann dir auch getrost die Versicherung geben, es ist mir oft bei ruhigem Nachdenken ebenso ergangen. Namentlich in den letzten Jahren, wie ich älter wurde. Da sind diese Bedenken eigentlich immer stärker geworden. Und wenn man will, dann kann man als ihren Niederschlag wohl meinen Entschluß auffassen, mit der Raum davor voll von brennenden Kerzen. Als vor dem Bilde kein Platz mehr war, steckte einer seine Kerze neden dem Bildstöckel auf den beschneiten Boden. Es wa: stockfinstere Nacht, nur das Marienbild strahlte, und eili; steckten immer neue vorbeimarschierende Sotdaten ihr Kerzen in den Schnee. Es strahtten bald unzählige Kerzen auf der weißen Decke, und als ich zurückblickte, brannten ihrer schon viele Hunderte auf der Schneedecke, kunterbunt durcheinander wie Feldblumen. Da trieben wir Offiziere nicht mehr zum Marsche an, sondern worttos blickten wir zurück und sahen zu. Aus den Hunderten werden Tausende, und die Schneedecke begann von ihrem Lichte förmlich zu strahlen. Der brennende Teppich rollte sich dann immer breiter auf, und schließlich schätzten wir die Zahl der Kerzchen auf mehr als zehntausend. Wir gingen nun weiter, der Weg zog sich wieder aufwärts, so daß wir von oden die ganze sternenbesäte Schneedecke sehen konnten. Es schneite langsam, die unzähligen Kerzen beleuchteten turmhoch den Schneefall, alle blickten sich fortwährend um, und niemand sprach nur ein Wort..... Dann löschten die Schneeflocken langsam nacheinander die kleinen Flammen aus. Die Lichtpunkte wurden schüchterner. Wir marschierten weiter und blickten stumm hinab— schließlich brannte nur mehr eine Kerze, und dann verlöschte auch sie..... Lange hörte ich die Mannschaft nicht sprechen, bis endlich einer, der in meiner Nähe war, leise zu seinem Nachbar sagte:„Dieses Feuersignal hat der liebe Gott vielleicht doch bemerkt." Anweisung für die Erhebung der Vorräte an Erzeugnissen der Kartosseltrocknerei und Kartoffelstärkefabrikation. Auf Anordnung des Reichskanzlers findet am 29. März 1915 im Deutschen Reiche auf Grund der Bekanntmachung über Vorratserhebungen vom 2. Februar 1915(R.G.B. S. 54) eine Aufnahme von Erzeugnissen der Kartoffeltrocknerei und Kartoffelstärkefabrikation statt, für deren Ausführung im Gebiete de. Königreichs Preußen folgende Bestimmungen gelten 1. Die Aufnahme erstreckt sich auf a) Kartoffelschnitzel, b) Kartoffelflocken, Kartoffelgrießflocken, c) Kartoffelwalzmehl, d) Kartoffelstärkemehl, e) trockene Kartoffelstärke, 1) feuchte Kartoffelstärke, g) Stärkesirup, Bier=, Essig= und Rumcouleut h) Stärkezucker(Traubenzucker), i) Dextrin. 2. Wer Vorräte der vorbezeichneten Waren am 29. März 1913 im Gewahrsam hat, ist verpflichtet, diese Vorräte und ihre Eigentümer anzuzeigen. Vorräte, die sich am 29. März 1915 auf dem Transporte befinden, sind unverzüglich nach dem Empfang vom Empfänger anzuzeigen. Von der Anzeigepflicht sind befreit: a) Diejenigen, deren Vorräte an den vorbezeichneten Waren insgesamt(d. h. alle Waren zusammengenommen) 25 Doppelzentner nicht übersteigen, b) Kartoffeltrockner und Stärkefabriken im Sinne der§§ 1 und 6 der Bekanntmachung über die Regelung des Absatzes von Erzeugnissen der Kartoffeltrocknerei und der Kartoffelstärkefabrikation vom 25. Februar 1915 (R.G.B. S. 118), soweit es sich um die vorstehend unter 1a bis einschließlich f genannten Waren handelt, c) Vorräte im Eigentum der Trockenkartoffelverwertungsgesellschaft m. v. H. 3. Wer der ihm hiernach obliegenden Anzeigepflicht nicht nachkommt, verfällt den Strafbestimmungen des§ 5 der Bekanntmachung über Vorratserhebungen vom 2. Febr. 1915, der lautet: Wer vorsätzlich die Auskunft, zu der er auf Grund dieser Verordnung verpflichtet ist, nicht in der gesetzlichen Frist erteilt oder wissentlich unrichtige oder unvollständige Angaben macht, wird mit Gefängnis bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 10000 A bestraft; auch können Vorräte, die verschwiegen worden sind, im Urteil für dem Staat verfallen erklärt werden. Wer fahrlässig die Auskunft, zu der er auf Grund dieser Verordnung verpflichtet ist, nicht in der gesetzten Frist erteilt, oder unrichtige oder unvollständige Angaben macht, wird mit Geldstrafe bis zu dreitausend Mark oder im Unvermögensfalle mit Gefängnis bis zu sechs Monaten bestraft. 4. Die Anzeige erfolgt nach einem Vordruck, der, soweit er den Beteiligten nicht bereits von der Trockenkartoffelverwertungsgesellschaft m. b. H. durch Vermittelung gewerblicher Berufsvereinigungen zugegangen ist, in Stadtkreisen bei dem Magistrat oder der von ihm bestimmten Stelle, in Landkreisen bei dem Landrate (Oberamtmann) erhältlich ist. Bis zum 31. März 1915 sind die ausgefüllten Vordrucke von den Anzeigepflichtigen, auch denen, die den Vordruck durch die gewerblichen Berufsvereinigungen erhalten haben, in Stadtkreisen dem Magistrate, in Landkreisen dem Landrate(Oberamtmann) zu übermitteln. 5. Die Landräte(Oberamtmänner) und die Magistrate der Stadtkreise sorgen für öffentliche Bekanntmachung der Erhebung und geben die bei ihnen angeforderten Vordrucke an die Anzeigepflichtigen ab. Die Landräte(Oberamtmänner) versenden außerdem je ein Stück dieser Anweisung an jeden Gemeinde= und Gutsvorsteher ihres Kreises mit der Weisung, in geeigneter Weise für öffentliche Bekanntmachung der Erhebung Sorge zu tragen. Die eingehenden Vordrucke prüfen die Magistrate der Stadtkreise und die Landräte(Oberamtmänner) darauf, daß kein anzeigepflichtiger Betrieb fehlt, und senden sie danach unverzüglich unbearbeitet an das Kaiserliche Statistische Amt in Berlin, W, Lützowufer 6/8. Besteht die Vermutung, daß ein anzeigepflichtiger Betrieb keine Anzeige erstattet hat, so ist er unverzüglich zur Aeußerung aufzufordern. 6. Werden bei den zu 4. genannten Behörden mehr Vordrucke als übersandt gebraucht, so ist die benötigte Zahl unmittelbar von der Trockenkartoffelverwertungsgesellschaft m. b. H. in Berlin W 9, Schellingstr. 14/15 nachzufordern. Berlin, am 20. März 1915. Der Rinister des Innern I. A.: Freund. diesem ganzen Vagantenleben von jetzt ab endgültig Schluß zu machen. Ein Karmin freudigen Schreckens überflog das schöne Mädchengesicht. „Wahrhaftig, Werner?“ Er bog sich etwas vor und legte die Hand auf ihren Arm. „Wirklich und wahrhaftig, Kusinchen. Jetzt ist mir ja allerdings der Krieg dazwischen gekommen, aber sobald wir wieder Frieden haben, möchte ich mich hier in Berlin selbständig machen und mich als Variéte= und Zirkusagent niederlassen. Die Verbindungen und die Routine hab' ich; und glaub mir— damit kann man unwahrscheinliche Gelder verdienen. Ich will mich garnicht verschwören, daß ich nicht etwa in zehn Jahren Millionär bin!“ Doch vergebens wartete er auf eine Zustimmung. Im Gegenteil— in den Zügen Anni's stand ein unverkennbarer Ausdruck von Betroffenheit. Sie murmelte halblaut und enttäuscht: „Dann kommst du ja doch wieder nicht aus diesem Artistenleben heraus!“ Werner Gurksam hatte ein silbernes Etui hervorgezogen und steckte sich eine Zigarette an. Cigentlich war es nur so eine hinhaltende Bewegung, um Zeit zu gewinnen und nicht stumm dazusitzen. Denn auf die letzten Worte wußte er nichts zu antworten. Eins nur fühlte er deutlich heraus— die Anni nahm ihn nicht ernst! Die kameradschaftliche Herzlichkeit, wie sie vorhin ihre Hand unter seinen Arm geschoben und im Takt mit ihm marschiert war und sich ganz der harmlosen e des Augenblickes hingegeben— die war vorüber. Er brauchte ja nur den Blick zu heben und in ihrem Gesicht diesen Ausdruck offener Enttäuschung und fast Geringschätzung zu sehen. tenjahren viel Frauen kennen gelernt. Frauen, die dem bunten Flitter seines Handwerks und dem klingenden Klang seines Namens nachliefen. Imponiert hatte ihm keine. (Fortsetzung folgt.) 90 Nr. 169. Morgen=Ausgede. Westsälticher Merkor. Jreilag, den 29. Mörz 1913. Volkswirtschaftliches und Soziales. Der Geschäitsbericht des Rehsverscherungsamtes für des Johr 1914 i dem Reichstag iugegangen. Aus dem Jodelt verdren n#o#ebendes derrer###ehoden zu werden: Die Zuiemmendes Amtes ber geändert. Die Amrsdener der Lertreter der Arde# der Versschenten ist vom Burdeirn ernent dis li wrswirten der gewertichen Ler=fegeneserichefen u. dem Noten Kreuz auf dem Gedeete der ersten Felse der sich ench im vergangenen Johre erine##ich weitereraweselt. Für Grräderr#tum Boden du sich ein Leudesansichuß# bildet. Der Kriegsausdruch stelln das Rudsvericherungt amt vor niange und verermwortungsrollt Aufsaden. Durch Runderlaß vom 3 Augest 1914 wurde den der Aufficht des Nacheversicherungsomts unterbellten La# desversicherung enstalten und Veruisgenoßenscheinen empieblen undeschedet der in dem Re#cdsgesen üder die Kriegsleiiungen rorn 13. Juni 1673 vorgeiedenen Verrsschtmngen idre Krankenhiuser Holstinen und Geneinnasdeime, sowen es ohne Schidigme üderwiegender Innerecen der Veröchenten möslich in der Heeresvermeltung für die Umerdringung von Verwundeten oder im Felde Erkrankter zur Verfägung zu stellen. Die Versicherungeträger bei groden Te#le ihre Arfteiten für zur Verfszms gestelt. Die Lerssgen=Terchofen deteAillionen die Verscherang## in S derastesten rund 150 Ml#en Merk Kreesan zeichnet. Für die Kregswetffedrter##ere der Verscherungeerstelten dor§ 1274 der Recheverficherungsordng die gesenliche Herdbade. Dir zum Jedreswechsel erfielen 90## auf des Zemrelkemie der deurschen Vereine vom Roten Krem 904 100)„A auf die Provinzal- und La#desvereine. Veter! * Tramzzzegen: e desdl. 654/10 A auf die Beicheffong von Beierr: Umerkledung und sonftigen Liedesgaben für das Felddeer 9.K euf die unmimeldere Unterstägung ven Lerpericherware kesel.— 1 766000 M euf er and Vereine ##ung der Ardeusla#rkenn— 4 euf die Unterstigeng der Prroin und der desperöcherrngserßelt O#rrechen.— 276000) K au die Ausresung von Lazorenrügen.— 1300 fs auf die demng der Kriegsversicherung, 3400 K auf Edrewgoden en Himertliedene von erfallenen oder vercerdener Kriesstelnehmnern 725(00 A auf kortige anz der Li#derung der Kneoina uiammbängende Tuserden. die Auwerdungen noch richt derb##chegt die br####cherunssen ten d#rch die Verei 7 Heil##nsteiten für die Kriegskrankennflege und durch Louderdirrung von Verwerteren ensanden sind. der Durchf##rune der Urfelver#cherung heden im Bericherjahr Vewwiegen=#rrscheften und 561 Ausfebrrweidedörden mn 6314135 Verrieden und rund 29 Ml##nen verscherten Personen destanden. Noch einer voräufigen Einelun; delief sich die Jahl eller im Johre 1914 dei den Trögern der Unfelverscherung angeweldeten Unsice auf 704 die der ersowalig echrdigten arf 124 225. Die geze###e Entchidiengen derrugen noch einer vorläufden Er# re 179985249 J. Aus dem Gediete der Kranken. Jeter den. und Hirterbliedener=Verscherrnit felo des uu erwgen: Die Ge##nall der bis z= 31. Je#der 1914 seitgeserten Neuten derräct nach den werrebäbrsichen NocBeiungen an Versicher#ngsmigern 3165 661. Ar Ecs##r#gen aus der Joveliden= und H#erdliedene=Verrne werden im Jehre 1913 21530799#4 grichlt. Der eren der bis Ende 1913 Sberdrrn gezehlnen Er ##igen debes sich ar 2 6 2 176 4. De Vemerseim in Johre 1914 de des Krieges erbeib# agen sein. Aus der Er#### ans dem Verkrrfe - B e m r a s e r k e r m e r i m t ü r d i e # der Kmeges erkengen. Er demot dei der 31 Ver241 924 38) J geber 92 445 526 a in KSoder 1911. Dos Pemmemögen dirc, Erde 1914 une Searnes der Eatmen und der Se##perung der Au## n e d e s T r e g e s d e n V e r r n g v o n 2 M u s s e r Ubrringen * Seten-Seünter Geßstahl-Aktienverein. Seüngen. Die außererdestliche Harptversaunl:s4 an 27. 4 Mts derrtinzie### mit den vorzehigen des Auwertorates für dse zeden ause###i ie Besebailunt weiterer Geldmittel zum vellstäsangen Ausben der sesen Abteiiuen des setzt get beschimntten Vertes Es wurde vergets das Grradkaptal der Gesellschaft ant ver roe Jahres em ihubcbes Vertahres führt wurde. von 1 160 920 M zum Zwecke ven Abschrerbesden. Reservesten#4n und Tuung emer Untert#an un 50# 500 Am der Tene berabrusetren, das en Betrag ven Veerrjahnen rrirhtekant und in öbrizer je 2070 A in 1200 M Verrraaten rasammgelegt werden, dasetzen undererverti weder rur Beschzmt dever Arttel das irnkagrtal un emen Betrat bis za S: * 88 99 M Sarch Arsjabe von bu zu 4503 Seäck Veert####en A Die Arsjabe der Verretsaamen, die. wrr die zar Zminnerleimt eereichten Ahren mit eider Verro###s#ni. der de von 6 Prorent ausestattet werden zelben, ert##gt zum Nezzwerte. Des bester 4es Akteeires urrd ein Ber-##recht auf cie newen Verrrtzaknes un der Nesse engeriut. ür M nene Vorrataahte zs 120 M u:: Di dendesschen i: berreben kionen, in der amfesehnten As#e#rde tecte. lant der-Ri.V. Z“ der Verutrerde. Gebemaat Bechnann mit. das das Werk nach wie vor mit Auttrigen für die M##tinerwatmt sehr zrt desehiimzt bei dal aber über ebe per der Verträße uns öder die Restab-ntit der Arktritze kemerien Arjabes jemacht werden Sirten. Daredes werde das Tert den alten Flan. die Erzenzu### von Gratitsstal #cht taben lassen, sondern nach dem Krete emratihrer Das verlangte Geld sei undesnzimn der(eiorderten Räde sctweac wenn man zioh: woecher wie früder dalde Sache maches welle. Der Aztechtwat sei ven der Rentab#ntit des Vertes vellsiamt iberzergt. Die Termmne für che Eiamta4 ari die neuen Verra#saen schier mötbehst m##eschrbes werden, was mög#ch sei. da da Saskians Bernan Berimn dre Gumate für che Uzterbenzmt der Veerrt#anes 198 Sammer##.#10 M Akteslagtal verraten. de Verschliße der Vervziuz einstinn: as und ernitärtte Dercktston der Beschässe#n treiten. Ferner wurde Direkter Körig von der Grifl Lasdstergsche Vervalmt in Crevenbräck neu n der Arferstws: jevihlt * Bröckenbau Flesder. A.-G. in Berrett. Der des Jahres 1914 steilt sich anf 981 289 M h. V. 8 52S AI werr der Vertrat aus Semz handels-Nachrichten. Ebeunn Sam. Der Ausigat schlügt ver van dem zm##en aler unrnchen mur enter. Frusümiechen Besr#ebsanunen zwun der Azhchsnsen# # Ln A verhienenden Ztadevnn w.a A E T. in N 45m3 354 SINSS Am Aisirehugen.#:00 701 M Tahmssener-##ckinge und 45#N Nwu: V.) als 4“ Furnt ie i. V., Dormente u ür Vazijme z verweicen und von dem Dert ene Drrnbende von i(1) Prsent an hr Suammatnen zu verteihen. De Harrerermmmlun mall zn ber 1. Nx iach Disseremt enterne verten UHertert ür iss zirtich-vesnische Lrtserevier in Geiseniesen. Der Aunmmt bes#n der trer. eunnm üe Verteiun4 von 9 k V. 18 Prerert Dersbente A tritt Nact Decimt der M#/enenen Uzhester Höbe von 59 280(563 5#0 M und der Abschrerb###### ver 190 500(117 750 A vertierbt en Rezjew## vor 221 52 13S 529 M der wie felgr vertellt werdes soll. 8 Prorert Diriderde fl V. 7 Preser: Geich 128 f0 MIMS A Gewmsartene an Veestand e# Anschim: 2on(17 800 M. Talresteverrücklate 2099(2#: M. als Krietsröcklate #oN M. Vortat ar nere Rechamt 20137 M Nach den Geschäftsbericht brachte das ibfelanere Jahr## Anbroch des Kneges pecmale Ver#i##se. Aber aucb narh dem 1. Aufm#t krarte de Gesellso#an den Setreed anrech: halten, wers anci der Ertatr der enberzienen Seantes und Arberter Schwren#eten narte. Die Amn##rrsegen ersodemen woc: se##de: und and rnsen amch (eberkt Urerern#te Amwise later an 1. azar 1915 für üder S MT Mrer. Se Ammciter and bei## reteltem Geschiftsrerizz####s ucht ztiran mu bererchner Anci mlam mi Fesrmr kiste vertere Ar#i#e tir O.:0 A gedner: werden. Tetzen verterer(eiberer Presekte schweber Veriasmgen. Der zubesertender Verzn#ere-Betricb hai apr Gesellschaft in Art#st eirc. A-G. Geert Efertse#s Sairverke ui Oeuische FaHa n Hmorru. Der Ausumu####ig fr 1514 ce um von 9 Praser: □ I. 11 Prarer: Dirfderde ver. ta#nen fir aminscbe Ferter#ungen i veier Eide 20 300 Mark Rürkselmngen v#jenmmen werder and Tertsens Maburger Porüimd-Zementwerke A.-G., HmaDer Auscin stigt den Vernehmen nach. Prsser: k. 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Der Re: get#:s wurde terrach ensunn sereimrtt der Ver## Erthaumt ertert und cre Drrssense von 7 Preses: a V. 19 1 Preses: K. 1. 23 dre Verrrtsaten seöert zal bar festellt Zwei amscheiende Auinchtsrasen 4oeser wurden woederfrv it: aui 10 Presest(wie in Verahre festfesetrt. Wie de Vermötisch, dre Derchscinwirderm; des Jakres 1914 weiche 10 Presest zu überschreiten. Intrete Altaumantels des Jahauf Lager P ges 1913 hatte die Gesemschaft fridere Gebmen mussen, welche r# ben: 1.can wurden bei dem verzréserten Absat## in Jahre 1874 gelanz es diese Aergen zu veilen Pressen abrsenen Daraauch m erster Linse das verhil###snib; inst fe Rerntat azräckrufähren. Von der stuie## mur noch dre Grundstucke und Gebande#:. Barhe. 163 42 dere ist abgeschneben. Ber####ch der Unterschrff de: feren Syndikatsvertrafes wurde erwähst. es echl zu erwarten, das bu I. Ostober d. Ja die heste## erssteherden Zechen gewcanen und sum Beitritt veraz##### vurden. Eine Freude für jeden Soldaten im Felde Sers ua der be aen s 1 Res ecece Westfälischen Uerkur. Dr Sei#i ihe Sertur fare##r gler Stenler. mran dei srrur Ja##elung dart du Felloe: 1 Mk. 17 Pf. 40 Pf ünfs Bekanntmachun 2 2 Normal=Lteueris; Feerver 9. J. in Venzaer an Iutretenszuun von 14: uez, 9. J. K z. 1t Lage.“ ###: für da Oerinn: 2. 75 ve Ertenaerkenn. P. Der Magistrat. Macher, K Inlinder- u. Ablauf- Die Albert Bisping. er!: Bekanntmachung. Nut der jegt beginnenden Lezeisnon ist fängt jer: Siger;, der Wauder an den verigjätrigen Zwe zer und Ende Nai und Anfang Juni werden die diesjährigen Bekanntmachung. eis auf die an anderer Stelle zum Addruck gebrachte Anweisung des es Innern für die Erhedung der Vorräte an Vordrucke für die Anzeigen #enn Immer Nr. 27 des S: Tnede deiaslen. Aus den vorstedenden Angaben ist ersüchtlich, daß der auc noch der Anfang des Mouas Au für die grim###che Verrigen; deies####dlnge die# Jahreszeu#t we#l sich Lerfelde wädrend deier Jen an den San#Irrige oder ger ast de dersttrign Trede dengeracer det#eine gründüche und umfessende Neugung ithen dei Seuem ichweriger. Siederdeitit auch die Arsmerksanfen von Ende 5 an der Her### derdurc zuwenden werl um dese der Tengersgeee Seachen une A=5/2.—ge— in den Magstrat unter Briefnmichlag ein Nünster, den 25. März 1915. Der Mogiiirat. Nau begme jegt iofort mu dem Arsocen der sich #####ch der Seier Frr nrerrker S n n der S###der der Stimme—#=)# # nd Sgtigen Faaceneuue Sa.eP.ugu geuen denegs worden it. e S. Sreise an allen Orten Coheg A. Aierimain der Dominikaner in Venlo. Erpet#ngersseen für dersce Krabes mit Gra###. #seemat tan den grer##sgen Le####lirer. K##s#Sern bes Opessecmis ense Sessun. Prossene tun ie Pritesten, posuagerr: Kalden. ###4 De Leucrzes ergugt wa), weldes un der de#pelten Reuge gewödnüchen Wasser: vermischt werden in oder m einer Abtochung von Sods und Mlan. wobei 1 K#ogr Alam 2 Kuogr. Sode in 15 Liter Saer ##dmt werder ist oder Gymnasial=Konvikt Collegium Sarolinum zu Dorsten. Offers Arn: zam: St#n z Kl## 8 Sra# #n mi Feelleser S##f#lng##n 2 5 6 Greu= F.es a enen Lur Blese odr einer 1e#roz Loschsn oder t aner Riitrz von 1 Luer Verrelenm und 4—5 Weier. Dreie A#####g d oder er e wer bes#ns se:202 u## N## deed#e## sic derfelden durc Heirtengung der rn S# zur gelt man dierde err Gers. Ant men Ort J. Göttke, Pr. Deur der Ar##ers: en#bere Enschetung engewendet#r#. Mänser, den 2 Mir; 1915. Der Regierragsseäident. Vertcerd r e Eaetcee Nürßer der 16. der Lanen D. Sherh## des Landtreises Ränker. Bekanntmachung. St. Auteninskloter Lüdinghaulen i. 2. der Franzisfaserinnen von Ronnen wert## Lyzeum und Overlyzeum #n#in in#ri#n hiegeg: ärbar keinm##; hur: Anzez#den#en Dädagogischer Kursus desen Ledrerinnenprnfung de Leuceihm: ana z: Süganer. z#i gn UniverstättBerache Krauenschale— Hautdaltungsschule. Rheinische Ritter=Akademie Bedburg(Bez. Cöln). Ratb. Bumsnit. Gemratsm und Intermat, and f#t Bürgerliche. B#ren: Les## rrihe n: in Heihn; un EntHuwes#nf die unur braugen Tage verss, Sareren Z#u#r## in krn Zitn de. Juni 19.: Ln n des Herrn nrten. runn I m E scher, Sse er g#.## Alumnat Andernach a. Rh. für Schüler des hiesigen Vollzymnasiume. Kaicker kesinegen Peritren R der— Ga#l. Lenag. Grr Ver#beru#. Gerse#nt###: ###### inn geistlichen Bearter des A.sus31 Fumuleunuibrichten. Erernitien Die Beigemermeitee Sterdefäst: Bekanntmachung. Vereint. Juume 23 x— Särz de. 14. Vorremerter—: Aaiz 2) Reizkeine in den : Rich: Kitglieder — 135 des ume Siteiger Sawaa-gigistate * Ars der A.uraderge. 22t bernergeben wer de Verder. 59 2e de Krear, #en u# S# 1 unsap isteiesiene Nart schet.n Fluß- und Seefische Sertucherte I. Mstinlerte Zuche Marinaden und Konserven Sdaz He„.seg. Neubr.denstr. 2. #r 4 Städtische Svarkasst zu Cocsfeld i. W. Zinsjuß für 4 Prozem Ser 14 1s die Arstarn mer Rathol. Lehrling ##d 55 e ut See R. 3973 u be Seattsich S######nder Lbrr## des Bauifatins-Faranzuler ## SI—tate Hamz. In detingn Engan sne Luafunet S### zn 13. 2Ne 18. Arnl 2 9 Der Westfäll am Tage Gratis„Das (Au Verlag u. RotProbenummern wolle man r Telegre Red Redaktion: Lüt Geschäftstelle: Die„Not Edward Grey Krieges hielt: Die Rede übermittelten daß der Minis guten Geschm Tonart entspr dem Ausbruch tönende 2 daran erinner die loyalen V zweckten, den Völkern Deut iamous propos Grey beh sung des engl schen Oester Mächte zu un zu bringen. Konferenzvors eine nur die legenheit hand chisch-ungarisch nahmen, diee griffe eines k dem Plazet ar hängig zu mamit dem Fürst das österreichi gen zwischen: nicht berühre. hätte Deutschle aufnahm, sich drückenden Ue sehen. Der 26. Juli.(En gramm des Z4 hervor, daß R Maßnahmen renz wären da machung vor Als infol seine diplomat schen Agenten biens gegen L englischen Reg legenheit tatsä und Rußland gierung mit direkte Verstä Ungarn herbei schen Botschaft zwischen Oester sung.(Englis keiner Weise bei. Er tat v vollen Schritt, zu geben, daß sich auf die Se lisches Blaubu# Ilammen! Am 31.: Streitkräfte u austausch, der energischen Vo Wien tatsächli Durch diesen deutschen Arm worden, denn nicht die Zeit seiner Ostgren, den Krieg zu: sischen Mobiln seinem Ultimal Regierung leh daß Grey die machung der haupt nicht ern historischen W Der Mini land wiederhol das Deutsche lehnte, zu ver hens Deutschla ben. Welchen er gibt sich aus trotz der weitg rung bezüglich den Fall abga meiden sein w tiger Weise ku gen Frankreich lischen Regieru wünscht, und Von deutscher Ansinnen geste deutschen aggt