August 1912. * geristraße 2 elle Bedienung PSchrbnachn P der Zokunft. des Erreichbaren. 280 Mark. angen gestattet. t, viele Anerkennungen. reter überall gesucht. ie Gratis-Prospekt von ann, Prankfart a K. u. Betrieb billige### K G.E —.—— nd franko durch I., FuIkürE E. L. s Geschenk unberlingt eine Nätragend konstruierte und te Maschinen aller Langschiff, Schwingschiff. entral-Bobbin für Familie Fahrräder mit Aluminiumiks, elektrische Apparate enerzeuge, Rasterayparate# chreiben Sie noch heute K. 8994 Berlin-Halensee 141. ckerkranke is sicherlich nicht, derenen. über, dieses ben. Iutendungigierispergte mik. Knesbach, Niewerie... IIIIIEI ebetbücher Brautbücher einrich Stammin Roggenmarkt 5. HIIIIII Donnerstag, 29. August. aer Westsätische Merkur erscheint täglich zwelmet am Tage nach Sonn- und Jeiertagen einmal. Beilagen: Illustrierte Unterhaltungs=Beilage(wöchentlich), verlosungsliste von Wertpapieren(3 mal monatlich). Redaktion: Lütkegasse 1—3. Sprechstunden 10—11 Uhr vorm. Geschäftsstelle: Königstr. 59. Geöffnet 8 Uhr vormittags bis 7 Uhr abends. Verlag u. Rotationsdruck der Westfälischen Veremsdruckerel. Probenummern: Achttägiger Probeversand des Westfälischen Merkur gratis und franko. Bestellungen mit deutlicher Adressenangabe wolle man richten an die Geschäftsstelle, Königstraße 59. Telegramm-Adresse: Merkur, Münsterwesif. ### R e d a k t i o n N r. 2 0 3, G e s c h ä f t s s t e l l e N r. 1 1 2. 40 Umwälsungen in Spanien. Die Zeit ist nicht mehr fern, da der spanische Ministerpräsident Canalejas aus seinem Amte scheiden muß. menn er bisher alle Gefahren überstand und im Sessel des Ministerpräsidenten bleiben konnte, so hat er das einer ganzen Reihe von Umständen zu verdanken. Die internationale Lage bezüglich Marokkos war noch nicht geklärt, die finanziellen Verhältnisse des Landes in vollständiger Unordnung, so daß niemand das Erbe übernehmen wollte, bevor die nötige Abklärung geschaffen war. Die Marokkosache nähert sich der Liquidation— schon liegt die Feder bereit, mit der Frankreich und Spanien den Vertrag unterzeichnen. Die wirtschaftlichen Verhältnisse haben schlecht und recht eine Regelung erfahren, so daß die Hindernisse für die Bildung eines neuen Ministeriums in Wegfall gekommen sind. Allgemein wurde geglaubt, daß nach Canalejas, der bekanntlich die letztmögliche liberale Kombination nach dem Verbrauch zahlreicher anderer Ministerien darstellte, wieder ein konservatives Ministerium Maura ans Ruder käme. Die ganze Lage würde darauf hinauslaufen, ihm eine sehr lange Existenz zu sichern. Spanien bedarf wieder einmal konservativer, erhaltender Politik statt der liberalen schwankenden Taktik, die fortwährend dem Umsturz Konzessionen macht, um ihn zu besänftigen. Doch taucht in letzter Stunde vor dem Rücktritt Canalejas eine eigenartige politische Erscheinung auf. Canalejas soll seinen Vertrauensposten als Parteichef der Liberalen verlieren. Das könnte die Konservativen ziemlich kalt lassen, wenn dahinter nicht ein anderer Schachzug sich verbergen würde. Der erzwungene Rücktritt des Premiers vom Amte des Parteichefs wäre sogar rückwirkend, indem die liberalen Frondeure behaupten, er habe überhaupt keine liberale Politik getrieben, sein Ministerium sei infolgedessen kein liberales Ministerum gewesen. Schlußfolgerung? Ein liberales Ministerium muß an die Stelle des Ministeriums Canalejas treten! Cobian, Gasset, Burell, Merino, Ugarte, Moret, Calbeton — das sind die Namen der Liberalen, die jetzt erklären, Canalejas sei nicht liberal gewesen. Fast jeder von ihnen hat einen Grund, sozusagen. Gasset und Burell sind im Unfrieden aus dem Ministerium geschieden, Cobian hatte auch Zerwürfnisse, Moret kann immer noch nicht vergessen, daß er von seinem Ministerium vorzeitig zurücktreten und Canalejas den Platz überlassen mußte. Die anderen Namen wurden bei der Kabinettsbildung Canalejas übergangen, so daß auch sie grollend beiseite standen. Nicht weniger als 14 Exminister und nicht weniger als 75 liberale Deputierte, die zu ihrer Gefolgschaft gehören, wollen nun, um ihren Zweck zu erreichen, dem König eine Denkschrift überreichen, in der gezeigt wird, daß Canalejas das liberale Programm nicht ausgeführt habe und daß kein Anlaß dafür bestehe, daß jetzt schon die Liberalen den Konservativen das Feld räumen. Die liberalen Exminister erwarten, daß ihre Denkschrift beim Könige ihre Schuldigkeit tut und daß Canalejas nicht mehr länger am Ruder bleiben kann, wenn ihm in so feierlicher Weise das Vertrauen der liberalen Unterführer gekündet wird. Sie rechnen mit dem Rücktritt Canalejas schon in den ersten Tagen des September. Canalejas ist über die Lage befragt worden, und der Ministerpräsident, der sonst immer den Mund recht voll nimmt, erklärte den Ausfragern:„Was soll ich sagen, wenn soviele Exminister gegen mich intrigieren?“ Er hätte dazu sagen können: Also muß ich gehen. Die spanische Tradition erlaubt es nicht, daß ein Ministerpräsident am Ruder bleibt, wenn in seiner Partei solche schwere Palastrevolutionen auftreten. Auf konservativer Seite geht man noch weiter und verweist darauf, daß eine Krisis durch die liberale Partei geht, die mehr und mehr ihre Existenzberechtigung verliert. Was noch staatserhaltend und monarchistisch denkt, schließt sich den Konservativen an, und was davon nichts wissen will, rückt von selber nach dem Radikalismus ab und llebäugelt mit den Republikanern. Ein bestimmtes Programm hat der Liberalismus in Spanien längst nicht mehr er wird zwischen den Programmen der Konservativen und der revolutionär=sozialistischen Parteien zerrieben, weil er zwischen beiden hin= und herschwankt. Segründet 1822. Illorgen-Husgabe. 91. Jahrgang. nenden Preisen ihr Vieh zu verkaufen, ersuchen Sie mich welche Stellung ich zu der Forderung des anonym Sinlenders die Reicheregierung zu verantassen, die Einsuhr Deutschland. Berlin, 28. Aug. .* Zur Fleischeinfuhr aus Südwestafrika. Vor einiger den hatte die„Deutsche Fleischerzeitung“ eine Rundfrage in eine Anzahl Reichstagsabgeordneter gerichtet, wie sie sich a einer Fleischeinfuhr aus Südwestafrika stellen würde. Anlaß zu dieser Rundfrage gab ein namenloser Brief anes Farmers aus Südwestafrika. Die„Post“ ist in der Lage, das Schreiben zu veröffentlichen, mit dem der Reichstagsabgeordnete Freiherr von Gamp die Anfrage beantwortete. Aus begreiflichen Gründen hat die„Fleischerzeitung“ es bisher unterlassen, diesen Brief mitzutellen. Dem Schreiben des Freiherrn v. Gamp entnehmen wir folgende Stelle: "„Der Inhalt Ihres Schreibens vom 31. Juli hat mich im höchsten Maße befremdet. Unter Bezugnahme auf ein anonymes Schreiben eines angeblichen Abonnenden Ihrer Zeitung, daß es gewissen Farmern in Südwestafrika schwierig sei, zu lohum anonymen Sinlenders die Rezcheregierung zu veranlassen, die Einsuhr von Vioy aus Südwest=Afrika nach Deutschland zu gestatten, einnehme. Es hätte Ihnen bekannt sein müssen, daß unsere Fleischeinfuhr aus Südwest=Afrika ebensowenig verboten ist, wie die aus dem Auslande. Allerdings unterliegt die Einfuhr aus Südwest=Afrika den gleichen sanitären Beschränkungen, wie die Einfuhr aus anderw Staaten. Sollen für unsere Kotonien erleichternde Bestmmungen zugelassen werden, so muß nachgewiesen werden, daß die im Interesse unserer einheimischen Viehzucht erlassenen sanitären Bestimmungen im Verkehr mit Südwest=Afrika nicht notwendig sind. Ein solcher Nachweis ist nicht einmal versucht, geschweige denn geführt Sie muten dem Reichstagsabgeordneben geradezu eine Leichtfertigkeit und eine Verletzung der ihm obliegenden Pflichten zu, wenn Sie von ihm ohne den erwähnten Nachweis eine Stellungnahme wünschen." Freiherr v. Gamp hat sich mit diesem Schreiben keineswegs gegen eine Fleischeinfuhr aus Südwestafrika aussprechen wollen. Voraussetzung muß natürlich sein, daß die gesundheitlichen Bestimmungen, die nun einmal zum Schutze der deutschen Viehzucht notwendig sind, auch von Südwestafrika aus eingehalten werden. Wenn überhaupt eine Fleischeinfuhr notwendig ist, dann ist es natürlich volkswirtschaftlich besser, wenn sie aus unseren eigenen Kolonien erfolgt, als aus dem Auslande. Einen ähnlichen Standpunkt scheint auch der Staatssekretär des Kolonial amtes einzunehmen, worüber folgendes mitgeteilt wird: „Nach einer soeben eingetroffenen Meldung der Windhuker Zeitung„Südwest“ soll der Kolonialstaatssekretär Dr. Solf bei seiner Anwesenheit in dem nördlichen Bezirke Grootfontein auch zu der in letzter Zeit viel erörterten Frage der Fleischeinfuhr von Deutsch=Südwestafrika nach Deutschland Stellung genommen haben. Landesratsmitglied Prion hatte als Vertreter des Bezirks darauf hingewiesen, daß die Schaffung von Absatzmärkten für südwestafrikanisches Vieh den Farmern schwere Sorge bereite, und gleichzeitig den Kolonialstaatssekretär ersucht, der Fleischeinfuhr nach Deutschland die Wege ebnen zu wollen. Darauf erwiderte Dr. Solf folgendermaßen:„Die Frage der B'ehausfuhr ist meiner Ansicht nach ja noch nicht so brennend, und ich glaube, daß, wenn der Zeitpunkt eintritt, Sie auch den Markt offen finden werden. Deutschland muß noch etwa 5 Prozent seines Fleischbedarfs einführen und Sie können versichert sein, daß Ihr Fleisch willig Aufnahme finden wird. Als Beruhigung mag Ihnen dienen, wenn ich Ihnen erkläre, daß einer der hervorragendsten Agrarier und Reichstagsabgeordneten Mitglied der Liebig=Kompagnie ist. Außerdem wird Südafrika Ihnen einen sicheren Markt bieten.“ Wir pflichten durchaus der Auffassung des Herrn Staatssekretärs bei, daß die Frage noch keineswegs brennend ist. Allerdings hat die Zahl des Viehes in Südwestafrika in den letzten Jahren in erfreulicherweise zugenommen. Aber einstweilen ist der Viehpreis noch nicht so tief gesunken, daß eine Ausfuhr nach Deutschland besonders lohnend sein könnte. Die Liebig=Kompagnie, die bekanntlich ein gewaltiges Gebiet in den Komasbergen zur Viehzucht gepachtet hat, ist auch der Meinung, daß erst in vier bis fünf Jahren so viel Vieh im Lande ist, daß es sich für sie lohnt, ihre Schlächtereien in Betrieb zu nehmen. Wenn EnglischSüdafrika aber ein guter Markt für unsere Kolonien werden soll, dann müßten zunächst noch bessere Verbindungen zu Lande geschaffen werden. * Der bekannte Kulturkämpfer Dr. v. Campe ruft jetzt im Organ des Evangelischen Bundes, der„Tägl. Rundschau“(Nr. 398), zum Streite wider das Eindringen des Ultramontanismus in deutsches Recht auf, wie es seiner Ansicht nach durch die Eingabe der bayerischen Bischöfe an den Bundesrat versucht wird. Als aufrechter deutscher Mann wirft es sich zum Hüter des Gesetzes auf, das dem Buchstaben, dem Geist und Sinne nach zu beobachten sei, und stellt die Jesuiten als den Popanz hin, mit dem man Kinder und Leute, denen die Jesuitenangst schon in die Glieder gefahren ist, bange machen kann. „Um Gesetzesauslegung handelt es sich zunächst. Von Recht und Gerechtsgkeit war zu reden, wir hörten nichts davon oder doch kaum. Von Recht umd Gerechtigkeit war zu reden, aber von dem Recht, dau mit uns geboren ist, von dem Rechte des Deutschen Reiches, von dem Rechte, das das deutsche Volk sich geschaffen und gesetzt. hat.“ Unseres Wissens war es aber stets ein Appell an Recht und Gerechtigkeit, womit die Katholiken ihre Forderung auf Fall des gesamten Jesuitengesetzes begründeten. Wir Katholiken sind nun einmal der Ansicht, daß das Recht auf Freiheit der Kirche und all ihrer Mitglieder auch ein Recht ist, das mit uns geboren ist, ein Recht, das die Katholiken Deutschlands, die doch auch ein gut Bestandteil des deutschen Volkes sind, anerkannt wissen wollen. Niemand verlangt, daß die„ultramontane Auffassung“, wie Herr v. Campe sich geschmackvoll ausdrückt, für die Auslegung eines deutschen Gesetzes maßgeblich sein soll. Aber wo das Recht der Katholiken nicht anerkannt und geknebelt wird, da ist es ihr gutes Recht und ihre Pflicht, mit aller Energie Rechtsgleichheit zu verlangen. Daran sind wir nachgerade allerdings Wissen, Welt und Leben. * Von der Altenburg bei Merseburg. Durch die Erkankung des Kaisers ist auch eine wissenschaftliche Arbeit mtbetroffen, die seit drei Jahren die alte Bischofsstadt nerseburg durch die mit vieler Liebe und großem Fleiß echgeführten Forschungen einer deutschen Archäologin eem önteresse weiter Kreise näher gerückt worden, zumal eeren Besichtigung durch den Kaiser gelegentlich der Merseburger Manöver vorgesehen war. Es handelt sich dabei um Ne vielbesprochenen Ausgrabungen aus der Alten= burg in Merseburg, die Frau A. Baumann=Seyd is Hamburg auf dem Hügel von Merseburg vorgenommen dur und die ergeben haben, daß die Altenburg bereits in eer vorgeschichtlichen Zeit bestand und das AltenburgVerseburger Grabungsgebiet bisher einzig für die Forbung dasteht als ein hochbedeutender Kulturmittelpunkt, eessen Entstehungszeit wohl um 4000 Jahre zurückdatiert „:“ darf. Aus den vorausgegrabenen Maurerresten nd den übrigen Fundgegenständen, sowie der Art und wie dieselben im Erdreich zerstreut lagen, kann der Drittef 8°3ogen werden, daß die Altenburg bereits im ersten fäßige d“ 10. Jahrhunderts eine starke und widerstandsneicge Festung gewesen ist. Frau Baumann=Seyd gibt jetzt den„Leipziger Neuesten Nachrichten“ eine fesselnde Schüderung des Verlaufes der einzelnen Ausgrabungen, eenen zu entnehmen ist, daß mit den letzteren in den Tagen * duni 1910 begonnen wurde. Bei den Grabungsarbein wurden allenthalben bis zu einer Tiefe von 7 Metern zulasser: Erdschichten zutage gefördert, welche den Schluß daß die Altenburg eine gewaltige vorgeschichtliche unstliche Erdaufschüttung ist. Bis auf den Urboden abgeeine T: d. h. bis zur Kiesschicht, fanden sich, eingebettet in r Humusschicht, verschiedene Scherben aus der Steinzeit, denen mehrere mit sogenannter Stichkeramik versehen Sicen. Aus dieser Feststellung kann mit Sicherheit gefolssch., a die Erdschichten auf der Ostseite ebenfalls des aufgetragen sind. Da auch auf dem neuen Teil u von der duger Friedhofs sogenannte Steinkistengräber mit“ bekannten langen Art gefunden wurden, so ist da“ der Beweis erbracht, daß diese Erdbewegungen bis auf 2Acolithikum zurückzuführen sind und von Menschenhand aufgetragene Lehmmassen darstellen; da diese Lehmmassen gleichmäßig bis zum Hügelrande durchgeführt sind, dürfte der Schluß nahe liegen, daß alle diese Erdbewegungen in zeitlich ziemlich zusammenhängenden Zeitabschnitten vorgenommen worden sind. Im September und Oktober 1911 wurde das erste große Steinkistengrab, das in der Richtung von Westen nach Osten angelegt war, in einer Hülle von festem Lehm aufgefunden; den Inhalt bildete aber lediglich eine durchbohrte Muschel und ein kleines Quantum Holzkohle. Im Laufe des Sommers dieses Jahres wurden weitere Steinkisten ausgegraben, von denen eine allerdings großenteils zerstört ist, doch wurde bei derselben ein sogenannter Langschädel von ungewöhnlicher Größe aufgefunden. Zu gleicher Zeit wurden eines Tages die Reste einer schön geschliffenen Handmühle, ein zerbrochenes Tongefäß und ein sehr gut erhaltener Knochendolch zutage gefördert. Diese Fundgegenstände wurden von Sachverständigen als zur älteren Bronzezeit gehörig erklärt, womit der Beweis erbracht ist, daß zu dieser Zeit die Erdaufschüttungen bereits vorhanden waren. Bei den weiteren Ausgrabungen an der Nord= und Westseite des Gebietes wurden Herdstellen aus der Stein= und Bronzezeit nur spärlich aufgefunden, dagegen enthielt die meist tiefschwarze Erde zahlreiche Kulturreste, besonders viele Scherben von Herdstellen der Eisen=, Slawenund Uebergangszeit. Außerdem wurden mehrere Feuersteinartefakten, Messer usw., sowie Pfriemen aus Knochen gefunden. In den tiefsten Schichten wurde auch eine Muschelart, in den oberen Schichten Knochen von Pferden, Rindern, Schweinen, Hunden, aber auch von Hirschen und Rehen gefunden. Am Osthange wurden auch die Grundmauern einer Bastion mit einem sehr gut erhaltenen Halbturm ausgegraben. Die Nachforschungen werden fortgesetzt. 6' Eine Vorhersage der Flugtechnik aus dem Jahre 1789. Der Vater des bekannten Erasmus, der auch schon ein bedeutender Zoologe und Botaniker war, veröffentlichte 1789 ein umfangreiches Lehrgedicht„The botanic Garden“, in welchem er nicht nur Pflanzen beschrieb, sondern sämtliche naturwissenschaftlichen und technischen Errungenschaften seiner Zeit behandelte. Gleich im ersten Gesang behandelt er die Dampfmaschinen, und da findet sich, wie Prof. Dr. K. Schreber=Greifswald in 1912.— Nr. 437. Bezugspreise: Vierteljährlich: In Münster bei der Geschäftsstelle 24 3.00; auswärts bei allen deutschen Postamtern K 3.50. Zweimonatlich: In Münster bei der Geschäftsstelle K 2.00; auswärts durch die Post(jedoch nur für die beiden letzten Monate eines Quartals) K 2.34. Einmonatlich: In Münster K 1.00; auswärts durch die Post (für jeden einzelnen Monat des Quartals zulässig) K 1.17. Einzelnummer: Zu haben in der Geschäftsstelle, an den Bahnhöfen 2c. à Exemplar 10 Pfg. Anzeigenpreise: Für die Petitzeile oder deren Raum 25 J. Reklamezeile 75 4. Anzeigen=Annahme: In Münster Königstraße 59, sowie sämtliche Annoncen=Bureaus des In= und Auslandes. gewöhnt, daß, wenn wir uns einmal inne zu werden gestatten, daß auch wir Ellenbogen haben, das ganze kirchenfeindliche Heer in einen Paroxismus von Wut und den lächerlichsten Entrüstungsrummel verfällt. Das wird uns aber niemals abhalten, unentwegt auf unserem Rechte zu bestehen. * Die Vereinigung für staatswissenschaftliche Jortbildung zu Berlin(Behrenstraße 70 II, Telephon Zentrum 5929) veranstaltet im kommenden Winter ihren 22. Fortbildungskursus, der am 30. Oktober beginnt und am 12. März schließt. Der Studienplan, der soeben erschienen und von der Geschäftsstelle unentgeltlich zu beziehen ist, hat eine besondere Ausgestaltung erfahren mit Rücksicht auf die Allgemeine Verfügung des Justizministers vom 3. Juli d. J. über die Beurlaubung der Gerichtsassessoren zum Zwecke ihrer Fortbildung. In viel stärkerem Umfange als bisher sind juristische Vorlesungen vertreten, die von hoher Warte aus die Hauptprobleme der Teildisziplin erörtern. Zahlreiche namhafte Juristen, unter denen wir nennen von der Berliner Universität: Anschütz, von Liszt, Kipp, Seckel, Hellwig, von der Hallenser Universität: Stammler, von der Straßburger: van Calker, von der Kieler: Triepel, von der Marburger: Bredt, aus der Praxis: Heilfron, Edw. Katz, Geheimrat Krohne und die Regierungsräte Lindenau und Kestner, haben mit Eifer die Gelegenheit wahrgenommen, das durch den genannten Erlaß anempfohlene Nachstudium der Juristen zu fördern. Ausgehend von dem Gedanken, daß die Bedeutung der rechtlichen Probleme erst dann ganz erfaßt werden kann, wenn die wirtschaftlichen Vorgänge volles Verständnis finden, sind dem Studium der Volkswirtschaft eine große Reihe grundlegender Vorlesungen gewidmet, die wieder in zahlreichen kleineren Vortragszyklen ihre Ergänzung finden. U. a. werden sprechen die Professoren Bernhard und Herkner=Berlin, Lamprecht und Bücher=Leipzig, Julius Wolf=Breslau, Klumker=Frankfurt a. M., neben ihnen Praktiker wie Präsident Evert, die Geheimräte Strutz und Schwarz=Berlin und Kapp=Königsberg, der Direktor des Berliner Statistischen Amtes Professor Silbergleit. Alle Wirtschaftszweige werden in den großen und kleineren Vorlesungen berücksichtigt. Aber die unendliche Fülle täglich neu auftauchender Fragen in dem weiten Bereich der Volkswirtschaft läßt eine gleich eindringliche Behandlung aller Spezialgebiete unmöglich erscheinen. Es wird deshalb immer nötig sein, wechselnd einzelne fester umrissene Gruppen von Problemen ganz besonders eingehend bis ins Detail darzustellen und zu analysieren. So ist es dieses Mal geschehen mit dem Agrarwesen, über das die Dozenten Dade und Skalweit sowie Ministerialdirektor a. D. Hermes sprechen werden, und mit dem Bank= und Börsenwesen, welches in seiner Bedeutung für die Volks= und die Privatwirtschaft wie wirtschaftstechnisch eine umfassende Darstellung erfährt durch Geheimrat Rießer, Professor Leitner, Dr. Somary und den Staatskommissar an der Berliner Börse Geheimrat Göppert. Mit der steigernden Verflechtung der deutschen Volkswirtschaft in die Weltwirtschaft ist eine genauere Kenntnis der wirtschaftlichen Vorgänge außerhalb deseigenen Landes unbedingte Voraussetzung für die richtige Beurteilung der wirtschaftlichen und wirtschaftspolitischen Weltstellung Deutschlands. Aus diesem Grunde haben Weltwirtschaftsfragen weite Berücksichtigung gefunden. Sie werden behandelt von den Professoren Harms=Kiel, Thieß=Danzig, DoveBerlin, Wirkl. Admiralitätsrat Köbner und von den Dozenten Hoffmann=Kiel und Hennig. Dem System von ganz=, halbsemestrigen und kleineren Vorlesungen tritt ergänzend zur Seite ein sehr reichhaltiges Programm von Einzelvorträgen allgemeinen Inhalts, die von vielen Gelehrten ersten Ranges aus allen Teilen Deutschlands übernommen worden sind, und von Museumsführungen, die insofern eine grundlegende Neuerung erfahren haben, als sie einzelne spezielle Gebiete herausnehmen und eingehend behandeln. Nach altem Brauche tritt neben das Wort die Anschauung. Zahlreiche Besichtigungen industrieller Betriebe und einzelne Studienfahrten sollen einen Einblick in das Getriebe des praktischen Wirtschaftslebens vermitteln. Diesen sowie anderen weitergehenden Aufgaben soll schließlich auch dienen die den Kursus abschließende zwölftägige Studienreise nach Holland. § Erhebungen über die Arbeitsverhältnisse in der Krankenpflege. Bereits im Jahre 1908 hat der Reschstag eine Prüfung der Arbeitsverhältnisse der Krankenpfleger und Krankenpflegerinnen beantragt. Die angestellten Ermittelungen ergaben, daß ausreichender Stoff zur Beurteilung der Frage nicht vorhanden war. Es wurden deshalb in sämtlichen Bundesstaaten sehr ufangreiche Ermittelungen angestellt, welche die ganzen Verhältnisse in den össentlichen und privaten Heilanstalten umfaßten. Die Ergebnisse der Erhebungen weredn gegenwärtig im Kaiserlichen Gesundheitsamt bearbeitet. Eine gesetzliche Regelung würde sich der Hauptsache nach auf die Dauer der Arbeitszeit, die regelmäßigen Arbeitspausen, die Häuftgkeit und die Dauer des Nachtdienster, die danach gewährte Ruhezeit erstrecken. Zuwendungen an Altpensionäre. Für die Gewährung von Zuwendungen an Altpensionäre hatte der preußische Finanzminister im Abgeordnetenhause die Aufstellung neuer Grundsätze versprochen, nach denen diesen Zuwendungen der Charakter als Unterstützung genommen werden sollte. Da diese Grundsätze bisher nicht bekannt wurden, reichte der Verband pensionierter deutscher Reichs=, Staats= undGemeindebeamter sowie Lehrer am 6. Juli ein Immediatgesuch an den König ein. Nunmehr teilt die Bertiner Beamtenkorrespondenz die Grundsätze der neuen Verfügung des preußischen Finanzministers mit, nach denen hinfort Zuwendungen an die Altpensionäre gemacht werden sollen: Die zu oder vor dem 1. April 1908 in den Ruhestand getretenen Pensionäre sowie die Witwen und Waisen dieser Pensionäre und der vor dem 1. April 1908 verstorbenen aktiven Beamten können besondere Zuwendungen nach folgenden Grundsätzen erhalten: 1. Der Antrag auf Gewährung einer Zuwendung ist bei der letzten vorgesetzten Behörde des pensionierten oder verstorbenen Beamten einzureichen. 2. Die letzte vorgesetzte Dienstbehörde hat die in dem Antrag enthaltenen Angovon zu prüfen und den zuständigen Ministern mit einer gutachtlichen Aeußerung über die Höhe der befürworteten Zuwendung zur Entscheidung vorzulegem Eine Zuwendung kann nicht gewährt werden, wenn auf Grund bestimmter Tatsachen bei der Person, für die sie nachgesucht wird, der„Deutschen Luftfahrer=Zeitschrift“ mitteilt, folgende interessante Stelle: Bald wird des Dampfes Kraft den flüchtigen Wagen Die Straß' entlang, Die Barke durch die Wellen tragen In sichrem Gang. Ja, wie des Windes leicht bewegte Schwingen Durch's luft'ge Reich, Ein neu Gefährt ans Ziel zu bringen, Dem Adler gleich. Bemerkenswert ist auch die Anmerkung, die er zur Dampfmaschine macht. Da heißt es: Vor einigen Jahren verbesserte Herr Watt aus Glasgow diese Maschine und wandte sie dann in Gemeinschaft mit Herrn Boulton aus Glasgow zu sehr verschiedenen Zwecken an, zum Treiben der Blasebälge beim Ausschmelzen von Erzen, zur Versorgung der Städte mit Wasser, zum Mahlen von Getreide und vielen anderen Arbeiten. Ja man hat Grund, anzunehmen, daß sie in kurzer Zeit angewandt wird, Schiffe zu treiben und Wagen auf der Straße entlang zu bewegen. Da die spezifische Leichtigkeit der Luft zu groß ist, um schwere Lasten durch Ballone zu tragen, so erscheint als zum Fliegen einzig brauchbare Methode die mit Hilfe des Dampfes oder eines ähnlich explosiblen Stoffes; den ein weiteres halbes Jahrhundert wahrscheinlich entdecken wird.“ In bezug auf Eisenbahn und Dampfschiff hat die Geschichte Darwins Vorhersagung sehr bald gerechtfertigt; in bezug auf Automobil und Flugzeug hat sie aber ein volles Jahrhundert gebraucht. Dafür aber hat sich seine Kritik der Luftballone und die Vorhersage der Verwendung von Explosionsmaschinen an Stelle der Dampfmaschinen glänzend bewährt □ Das Leuchten der Organismen. Die alte Auffassung, daß es sich beim Leuchten der Johanniswürmchen um einen Verbrennungsprozeß handle, hat jetzt Weitlaner durch seine Forschungen außer Zweifel gestellt. Er zeigte, wie die Naturwissenschaftliche Umschau der„Chemiker=Zeitung" mitteilt, daß der Leuchtkäfer, wenn man ihn in kleine Spritzen einschließt und den Stempel niederdrückt, hell aufleuchtet und ebenso, wenn er in die ihm sehr unangenehme Wasserstoffsuperoxydlösung gebracht wird. Weitlaner sieht die Ursache des Leuchtens mancher Tiere in ihrer Nahrung, die ein Bedürfnis oder die Würdigkeit nicht anerkannt werden kann. Die Nachprüfung hat in wohlwollender Weise an Hand der Akten, deren Inhalt zur Ergänzung der Angaben heranzuziehen ist, zu erfolgen. Sind weitere Aufklärungen nötig, so ist der Antragsteller selbst zu hören, wobei jedoch jedes peinliche Eindringen in die privaten Verhältnisse des Antragstellers nach Möglichkeit zu vermeiden ist. Feststellungen untergeordneter Polizeiorgane in der Wohnung oder Nachbarschaft des Antragstellers sind unter allen Umständen ausgeschlossen. 3. Bei Gewährung von Zuwendungen sollen besonders berücksichtigt werden; a) eigene Krankheit und Krankheit der Familie; d) Pensionäre, die in jungen Jahren pensioniert oder unversorgte Kinder haben: c) Witwen und Waison von Beamten, die vor dem 1. April 1897 pensioniert oder verstorben sind. 4. Die Höhe der zu gewährenden Zuwendungen bemißt sich mindestens a) bei den Pensionären auf den Unterschied zwischen dem jetzigen Einkommen und dem Betrage, der nach Artikel 2§ 8 der Pensionsgesetznovelle vom 27. Mai 1907 zu zahlen wäre; d) bei Witwen und Waisen dieser Pensionäre auf denselben Unterschied. 5. Die Zuwendungen werden fortlausend unter dem Vorbehalt des Widerrufs gewährt. Die Empfänger sind verpflichtet, eine wesentliche Besserung ihrer Verhältnisse unverzüglich anzuzeigen. 6. Stirbt ein Pensionär, der eine Zuwendung bezog, so kann von ihr den bedürftigen Hinterbliebenen, worunter nur Witwen und Waisen zu verstehen sind, nicht aber sonstigen Angehörigen, ein Gnadenvierteljahr gezahlt werden. Eine Informationsreise der Wassergesetzkommission nach dem Rhein wird Mitte September stattfinden. Die Kommission wird voraussichtlich am Abend des 15. September von Rüdesheim mit einem Dampfer in Düsseldorf eintreffen. Am 16. September morgens fahren die Abgeordneten nach Ruhrort, um dort die Hafenanlagen zu besichtigen, dann zu Schiff nach der alten Emscher, um dort die Abwässerkläranlagen der Emscher=Genossenschaft, das größte Abwässerpumpwerk in Deutschland, anzusehen, und dort die Bauausführung des Rhein=Herne=Kanals zu besprechen. Daran schließt sich eine Fahrt nach der alten und neuen Emschermündung und über Schloß Oberhausen rach Essen, nach deren Besichtigung die Rückkehr nach Berlin erfolgen soll. Wenn die Zeit ausreicht, ist auch ein Besuch der Kläranlagen und der städtischen Kanalisation in Düsseldorf beabsichtigt. □ Die sozialdemokratische Frauenbewegung. Es gab einmal eine Zeit in der Sozialdemokratie, wo die organisierte„Genossin“ mehr als ein Parteimitglied zweiter Klasse galt. Diese Zeit scheint aber nunmehr endgültig vorbei zu sein. Der vor einigen Tagen erschienene Bericht des sozialdemokratischen Parteivorstandes an den im nächsten Monat stattfindenden Parteitag spendet vor allem der organisatorischen und agitatorischen Tätigkeit der„Genossinnen" hohes Lob und verleiht ihnen den„Anspruch darauf,(daß sie Wesentliches zu dem glänzenden Wahlsieg der Sozialdemokratie beigetragen haben.“ Unter dem Einfluß der Wahlbewegung und Agitation nahm auch die Zahl der im Sozialdemokratischen Verein politisch organisierten Frauen sehr stark zu, und zwar von 107 693 im Jahre 1911 auf 130 370, im Jahre 1912, d. i. um 21 Prozent. Fast in gleichem Maße, um 18,4 Prozent, steigerte sich die Zahl der in den sozialdemokratischen Gewerkschaften organisierten„Genossinnen“. Ihre Zahl beträgt 191 332 gegenüber 161 612 im Jahre 1911. Es entfielen von der Gesamtzahl auf die einzelnen gewerkschaftlichen Verbände: Textilarbeiter 45 651, Metallarbeiter 25 103, Fabrikarbeiter 21 853, Tabakarbeiter 16 870, Buchbinder 14 127, Schneider 9363, Buch= und Steindruckhilfsarbeiter 9323, Handlungsgehilfen 8679, Schuhmacher 7939, Transportarbeiter 6479, Holzarbeiter 5819, Hutmacher 4414, Bäcker und Konditoren 3736, Porzellanarbeiter 2260, Kürschner 1451, Gemeinde= arbeiter 1169, Sattler und Portefeuiller 1161, Brauereiund Mühlenarbeiter 1154, Lederarbeiter 1096, Zigarrensortierer 953, Gastwirtsgehilfen 744, Glasarbeiter 705, Blumenarbeiter 567, Bureauangestellte 206, Lagerhalter 154, Tapezierer 129, Fleischer 106, Steinarbeiter 62, Maler 31, Gärtner 17, Lithographen 9, Friseure 1 und Glaser 1. Dieses auffallende Erstarken der sozialdemokratischen Frauenorganisation macht es notwendig, vornehmlich die Arbeiterinnenbewegung innerhalb der christlich=nationalen Arbeiterbewegung weiter hochzubringen. An die bürgerliche Frauenwelt ergeht aber die dringende Bitte, mehr wie bisher den Fragen des öffentlichen Lebens Interesse zuzuwenden. Metz. 27. Aug. Die am letzten Samstag vom Oberkriegsgericht des 16. Armeekorps zu sechs Monaten Festungshaft verurteilten katholischen Vikare haben beim Reichsmilitärgericht Revision eingelegt. Straßburg, 28. Auz.(Telegr.) Nach einer von zuständiger Stelle#estätigten Meldung richtete der katholische Geistliche Hennequin, der vom Oberkriegsgericht des 16. Armeekorps zu sechs Monaten Festungshaft verurteilt war, ein Gnadengesuch an den Kaiser. Luxemburg. Luxemburgs Kulturkampf. Die Sozialdemokraten und Freimaurer werden im Lande Luxemburg munter. Da das auf kirchenfeindlichem Grund ruhende „liberale“ Schulgesetz nun von der Großherzogin sanktioniert ist, gehen bereits die Kirchen= und Religionsstürmer fest ans Werk. Ein krasses Muster lieferte bereits der Gemeinderat Esch a. d. Alzette. Einen Erfolg jedoch zeitigte das kirchenfeindliche Verhalten der Bürgermeisters dieser Industrie=Stadt nicht. Esch hat seit nicht S aus verwesenden tierischen oder pflanzlichen Stoffen besteht. Er zeigte ferner, daß eine mit Natriumbicarbonat getränkte Aufschwemmung von Humus mit Wasserstoffsuperoxyd ebenfalls leuchtet. Auch Tiefseefische und Leuchtbakterien leben wahrscheinlich von verwesenden Stoffen, wobei allerdings die Frage offen bleibt, warum unter vielen Pflanzen und Tieren, die das Gleiche tun, so wenige mit derselben Fähigkeit zu leuchten ausgestattet sind. Der französische Parsifal. Auch in den Ländern französischer Sprache beschäftigen sich die Theaterdirektoren mit dem Plane, den„Parsifal“ aufzuführen, sobald das Musikwerk freies Kunstgut geworden sein wird. Wie der Brüsseler Korrespondent des„Berl. Tagebl.“ meldet, soll der französische„Parsifal“ zum ersten Male in Brüssel am Monnaietheater gespielt werden. Es wird schon jetzt eine französische Uebersetzung des deutschen Textes vorbereitet. * Eine Expedition in die grabische Wüste. Dr. Hume, der Direktor des Geologischen Museums in Kairo, hat zusammen mit dem Königlich dänischen Oberleutnant Davidsen von Ende Februar bis Ende Mai 1912 eine schwierige Expedition in die arabische Wüste zwischen dem Nil und dem Roten Meere durchgeführt. Die beiden Forscher hatten sich mit 32 Kamelen, 25 Beduinen, Proviant für drei Monate und 14 Wasserkisten von Assint in Oberägypten auf den Weg gemacht und haben Gebiete abgeritten, in denen außer unserm Landsmann Professor Georg Schweinfurth kaum je ein Europäer gewesen ist. Ein besonderer Glückszufall ist es, daß man am 5. März bei Umm el=Abbas auf eine Quelle stieß; diese wird vielleicht noch einmal für die Errichtung einer Karawanenstraße wichtig werden. Nachdem der südliche Teil der Wüste kartographisch aufgenommen war, wandte man sich dem sogenannten Roten Meer=Gebirge zu, um geologische, meteorologische und botanische Studien zu machen; hierbei war der Wassermangel sehr empfindlich. Die Expedition überschritt das Gebirge und fand auf einer Koralleninfel an der Küste Lei Gifati alte Begräbnisplätze der Küstenbeduinen. Die wer len Aufnahmen und Fundstücke konnten glücklich nach Kenne in Oberägypten gebracht werden, von wo sie in das Geologische Museum zu Kairo überführt wurden. Weftfällscher(Derkur. u# hem Tchochm dontdochem. Der Nadücke Dr. Jarn khue egen auf, daß in einer neuen Schue bolen Als erage Stadrran für de Krupfire enerrcch weider:.„Den orlaggen wir. dos Bud des Moies und das Symbol der Freidenter audgedang weche. Als der Kredu von 300 Franier für die Kntzäpe mu emer Semmme Nehchen anggen deßz sich der Fredenter Dr. Jhry zu den Worten danri#n. 4c oertmge deu der nächem Tagesorbrung des Borm. Krodt für die Arschoffung des Büdes von Lucher und der GeDie Fredenker sind aber schon weizergegangen in ihnren kanen und Versolgimgen gegen— schwache Sch gern. Funf Schatschwestern haben dereis um ihre Emtoffungg nachgesucht, da ihnen die Hetereien der Liberalen, Sozildemokraten und Freummmer doch zu bimn wurden. Die Bürger Eschs werden bald lehen, wie went sie mit einem derortigen Regimem des Bürgermeisters konnnen. enmonen Italien. Der eigetüchte Exgeiltiche Murc. V. Nox, 24. August. Br dauen schon güher berite## M. Rom, 26. August. Wir hauen schon früher bericheet, daß der radikale Deputierte und frühere Gentuiche Von Murri sich Südamerika begeben habe, um dort eine Serie von Vorträgen zu halten, die ganz wie seine Kammerreden auf den antiklerikalen Ton gestimmt waren. Mit diesen Vorträgen, die in Argentinien begannen, hat Murri aber wenig Glück gehadt. Fast alle Parteien lehnten diese Vorträge mehr oder minder deutlich ab. Noch schwerer wird Murri aber die finanzielle Ennäuschung gewesen sein, denn er ist im letzten Grunde nach Argentinien gegangen, um sich ein kleines Vermögen zu erwerden, das er für seinen neu gegrundeten Hausstand bedarf. Das Beispiel der Enrico Ferri und Tlemenceaus, die schöne Honorare erhielten, mag ihn geloch haben. Die„Nocion“ stell: fest, daß die Neise Murri's ein finanzieller Mißersolg gewesen sei. Die Telegramme aus Argentinien an die italienische Presse berichten aber außerdem, daß bei der Abfahrt nech Brosilien Murri Gegenstand feindleliger Demonstrationen seitens breiter Volksmassen gewesen ist, die ihm„Weg mit dem Ausgesprungenen!“ zuriefen. Dabei kann man nicht einmal sogen, daß das argennnische Volk besonders kirchlich gesinnt sei, es will nur vom Raditchismus und der Freidenkerei nichts wissen. Neue Anschläge der Anfrührer. Solonikl, 28. Aug. Die von Mohamedanern bewohnte Ortschaft Jowice bei Kolasin ist von Montenegrinern eingeäschert und ausgeplündert worden.— In der Gegend von Elbossan hat ein heftiger Kampf zwischen türkischen Truppen und Malissoren stangefunden. Die Truppen hatten drei Tote und mehrere Verwundete. Die Malissoren zogen sich zurück, nachdem sie 19 Mann verloren hatten. Eine bulgarische Bande, die aus 20 Mann bestand, drang in die Ortschaft Lenischte bei Perlepe ein und warf eine Bombe in das Amtslokal, das durch Explosion zerstört wurde.* (Darokko. Cosablanon, 28. Aug. Das Lager von Suk el Arba wurde am 25. d. Mts. um 6 Uhr früh von einer starken Harka des Kalisen El Hibah angegriffen. Der Angriff dauerte bis gegen Mittag. Der Feind wurde energisch zurückgewiesen und hatte beträchtliche Verlufte. Bier Frauzosen wurden leicht verletzt. Die Harka zog sich 15 Kilometer weit nach Süden zurück. General Liautey ist gestern abend nach Casablanca zurückgekehrt. Afrika. Ein Uebersoll auf Deutsche in Oiberia. Ueber einen Uebersoll, der am 28 Juli von Liverianern und Eingevorenen auf die Argestellzen der WoermannFoktorei verittt wunrde, erhätt die„Badische Landes=Zeiumg“ von einem Augenzeugen folgenden Bericht:„Am 28. Juli tag der Dampfer Irmfried der Hamburg=Bremer=Afriko=Linie auf der Reede von Monrovia. Da Woermann die Vertreumg von sämtlichen deuschen Afrika=Lunnien hat, begaben wir uns alsbald an Vord. Rainn an Bord angelangt, erschren die liberjanische Polizei, um den Kapitän und einen Mam der Besatumg (wegen eines wicht gen Grundes) verhaften zu wollen. In einer geradezu pöbelhaften Art und Weise wurde der Koals Prokurskt ader Geschöftsführer Nachwets ausreicherder Temt nisse in Buchführung und Handels= und Wechseirech Kommission von Kaufleuten und Vertreiern der Behr##. u hierauf Verleihung des Titels„Kaufmann“ mit dem Rechte der Led Dach üngenr Deteu arsihtm st die Vertgagung, ir Prinzig mit der Einführung eines Bejähigungen## den Kaufmannsberuf einverstanden, und sie beschloß, um die Ausarbeitung näherer Vorschläge nach dieser Großbritannien. England und der Ponamakanal. London, 28. Aug. Die„Times“ melden aus Washington vom 27. d. Mts.: Der britische Geschäftsträger hat von neuem Vorstellungen wegen der Panamakanalgebühren erhoben und dem Staatsdepartement angezeigt, daß England an seiner bereits mitgeteitten Ansicht festhält. Voraussichtlich wird auf diese Vorstellungen ein motivierter Protest erfolgen, sobald der Text des Gesetzes in London geprüft worden ist. Falls die Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden Regierungen nicht durch diplomatische Verhandlungen beigelegt werden können, wird England ein Schiedsgericht fordern. Kanoda und das Wettrüften.. London, 28. Aug. Die„Morningpost“ meldet aus Ottawa vom 27. d. Mts.: Der frühere Premierminister Wilfried Laurier hielt bei einem Lunch, das zu Ehren einer Gesellschaft von kanadischen Finanzleuten gegeben wurde, und an dem mehrere Mitglieder der Regierung teilnahmen, eine Rede, in der er folgendes sagte: Es sei für Deutschland genug Platz an der Sonne neben den anderen Nationen. Er wandte sich gegen das unsinnige Wettrüsten von dem der amerikanische Kontinent bisher Gott sei dank frei geblieben sei. Er plädierte für Schiedsgerichte und sagte weiter, daß die Kanadier ihre Schuldigkeit tun würden. Er wandte sich aber gegen die Idee einer schärferen Organisation des britischen Reiches, da die Probleme der einzelnen britischen Nationen sehr verschieden seien; während England beständig an Rüstungen denke, dächte Kanada beständig an Eisenbahnen. Die beste Methode für das Reich sei, sich auf der Grundlage der Autonomie zu entwickeln. Englands und Deutschlands Erlegsflotte. London, 28. Aug. Lord Brassey, der Begründer der Naval Annual, sagte gestern in einer Rede in Sandwich, er könne auf Grund persönlicher Mitteilungen hervorragender Persönlichkeiten die Versicherung geben, daß die verantwortlichen deutschen Staatsmänner nicht danach strebten, mit der britischen Flotte zu konkurrieren. Lord Brassen betonte, daß die Kritiker der britischen Flottenstärke stets die Kreuzer außer Acht ließen. England besitze 5 Schlachtkreuzer des Dreadnoughttyps und Deutschland nur zwei. Wenn man die älteren deutschen Panzerschiffe in Rechnung stelle, müsse man auch die britischen Panzerkreuper mitzählen, und dann kämen die britischen Schlachtschiffe der Heimatflotte auf 35 mit 9 Schiffen der Vordreadnoughtklasse in der Reserve gegen 25 deutsche ohne eine solche Reserve. Bei der Stapellegung neuer Schiffe sei England neuerdings in Rückstand gekommen, aber das sei nicht bedauerlich, da die Schiffe jetzt so schnell veralteten und Englands Hilfsquellen im Schiffsbau unerreicht wären. pitän verhoftet. Auf halbem Wege zum Land kam die Gegenorder des deuschen Konkuls, daß die Angelegenden erledigt sel. Der Kapuön fuhr mm zu seinem Scheff zurück. Als die Angestellten von Woermann an Land kamen, winden wir von emer zirta humndert Köpfe storden Merischemmenge in Empfang genonnnen, die uns mit Schimpfworten wie„Jon german #wm“ überhäufze. Die ganze Menge bestehend aus Liverianern und Kroonegern, war von der hohen Polizei und von den liverinnischen Customofficers gegen uns aufsgetzegt. Als wir nun den Versuch machten, durch die Menge zu gehen, wunrden wir angehalten, und es entiparm sich eine wüste Schlägerei. Da wir vollständig waiferlos waren, wurden wir übel zugerichtet. Nur meinem starten Tropenhelm hatte ich es zu verdanken, daß mir der Schadel nicht eingeschlagen wurde. Durch einen Hieb über Nase und Mund wurde mir eine düuende Verletzung an der Oberuppe beigebracht. Meine beiden Kameraden kamen schlechter weg. Während der eine durch Stockschläge über den Kopf und durch einen Stemwurf an die Schlöse eine zumlich schwere Gehirnerschütterung erlitt, wurde dem anderen Herrn ebenfalls durch Stockhiebe eine Wunde himer dem üinken Ohre beigebracht. Außerdem wies er mehrere bimuterlaufene Stellen am ganzen Körper auf. Das allerschönste bei der Sache ist, daß 2 liberianische Potizisten in unserer Nähe standen und zuschauten. Auf unsere Aufforderung, uns zu heifen, lachten sie ums aus und riefen uns noch einige Schimpfworte zu. Ich erlaube mir, Ihnen dies, um Ihnen ein Bild zu geben, mitzutellen, wie es um die Sicherheit der Europäer in der Republik Liberja bestellt ist. Das einzige, was die Regierung bis jetzt unternommen hat, war eine Bekanntmochung, worin 100 Dollar Belohnung ausgesetzt sind für den, der die Angreiser namhaft macht Selbstverständlich wird dies zu nichts führen und die ganze Sache wird im Sande verlaufen. Der hiesige deutsche Konsul hat schon vor einigen Tagen einen brieflichen Bericht an das Auswärtige Amt in Bertin abgehen lassen. Wir hoffen, daß uns auf diesem Wege Gemgtumg verschafft wirh. * der Vorstand Richrung zu ersuchen. Em Antrag Kramer=Harmover verlangt eine reichsgesetzliche Bestimmung, durch welche die Vermengung von gerofietem Bohnenkaffer mit Kofferersatzstoffen verboten wird. Der Antrag Das Reierat über„Putere Hoffnungen und Pflichten auf dem Gediere des Flugweseno“ fiel wegen der vorgerückten Zeit aus; Syndikus Dr. Rocke=Hannover richtere aber einen warmen Appell an die Anwesenden, sich an der Flugspende als einer großen nanonalen Sache, die auch für die Wirtschaftspolitik von eminenter Bedeutung sei, zu bereitigen. Ein wenterer Punkt der Tagesordnung betraf die„Stellungnahme gegen die undegründete und willkürliche Erhöhung des Petrolenmpreiser durch die Deutsch=Amerikanische Petroleumgesellschaft", worüber Schulzz=Creußen i. Th. referierte. Er wies darauf hin, daß die Veiroleunfrage keine kleulliche Frage zwischen Grossisten und De####händlern sein dürfe, sondern zu einer nationalen Frage geworden sei, weshalb auch der gesamte Kaufmannsstand dazu Stellung nehmen müsse. Der Referent gab einen Ueberblick über die Entstehung des Petroteummonopols der Amerikaner und die großen Verlufte, welche namentlich die deutschen Händler dadurch erlirten. Durch das Vorgehen Rockefellers und der übrigen Petroleummagnaten sei es so weit gekommen, daß der Petroleumhandel vom kaufmännischen Standpunkt aus betrachtet wenig erfreuliche Momente aufweise; vom nationalen Standpunkte aus müsse bedacht werden, daß, wenn die österreichische nachhaltig umerftütt werde, die Oesterreicher in dem Kampf gegen die amerikanische Konkurrenz unterliegen müsse und den Schaden das deutsche Nationalvermögen zu tragen haden werde. Nunmehr müsse der Staat eingreifen. Gegenüber dem Rockesellerschen Monopol sei ein Staatsmonopol immer noch das geringere Uebel, nur dürfe das Reichspetroleum=Monopol keine Militärversorgungsanstalt werden, sondern der Betrieb müsse dem Kaufmann überlassen bleiden. Dann werde auch das Reich eine gute Einnahmequelle haben, ohne daß der Preis für das Perroleum erhöht zu werden brauche. Der Antrag des Referenten, eine in diesem Sinne gehaltene Eingabe an Bundeorat und Reichstag zu richten, wurde durch die Mitteilung des Vorsitzenden erledigt, daß seitens des Vorstandes bereits vor kurzer Zeit eine im Sinne des Antrages gehaltene Pernion adgrsandt wurde. Nach Erstattung des Kassenberichtes durch Tripp= Kassel wurde die Wahl des Vorsigenden vorgenommen und im Anschluß hieran die Wahl des Vorstandes. Tamm=Leipzig wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Neugewählt wurden in den Ausschuß Reim=München, Dannenberg=Aschersieben, Rehn=Lübeck, Borkel=Freivurg und Stadtrat Droßler=Dresden.— Der Vorstand und die übrigen Mitglieder des Ausschusses wurden wiedergewählt.— Der nächste Verbandstag findet in Leipzig statt. Eine Anregung, einen großen Jubiläumssonds zu sammeln, zu dem jeder Verein eine Mark pro Mitglied beisteuern solle, wurde lebhaft begrüßt, und es wurden sofort 3000 A gezeichnet. Man rechnet auf ein Gesamtergebnis von 25.000 Hierauf wurde die diesjährige Hauptversammlung durch den Vorsitzenden mit den üblichen Dankesworten geschlossen. Städtisches. (. Von der umbeesnat. Weftfälne Donnerstag, den 29. Ruguft 1912. Bad Oepuhansen, 27. Aug Gemeintam in den Tod gegange sind die beiden Brüder Paut und Ferduund Schtüter in Regmt. Beide sind Zigarrenarbetter und stehen im Aler von 20 umnd 18 Jahren. Sie wurden seit Samstag vermißt Heue fand man Nr. 437.(Dorger den ätteren von ihnen erhängt auf dem Friedhof auf. In seiner Tosche wor ein Brief, worin er murellt, daß er mit seinem Bider beschlossen habe, gemeinschafttich in den Tod zu gehen. Den jüngeren Bruder hat man bis jetzt noch nicht aufgefunden Irgend ein Grund zu diesem seltsamen Doppekselbstmord ist nicht bekannt. * Podervorn, 27. Aug Der Kauf eines Bauplapes für #äude der hier zu errichtenden Maschinengewehrabteilung in nunmehr perselt geworden. Es sind für diesen Zweck zwei Morgen von dem Jacobschen Grundstück neben der Insanteriekaserne## worden worden. * Essen, 27. August. Im benachbarten Kenwig verübte gestern Mann einen Mordversuch an einem iomn abend ein junger Mann einen Moroversuch an einem jungen Mädchen und verwundete es ledensgefährlich. Als der Täter, der Arbeiter Jakob Z. aus Essen, von der Kriminalpotizei in seiner Wohnung festgenommen werden sollte, gab er, bevor die Beamten in die verschlossene Wohnung dringen konnten, 3 Revolverschüsse auf sich ab. Die Kugeln drangen in seinen Kopf. Der Täter und sein Opfer dürsten kaunn mit dem Leden davonkommen.— Das Ende der Olympia-Billards. In allen Städten und Dörsern des Industriegebiets hanen oder haben die Olympia=Billards noch heue ihr Domizil. Große Plakate„Olympia=Billard",„freier Emtritt für Jedermann" locken die Spiellustigen an, Leute aller Bevölkerungsschichten wollen an dem Segen Fortunas teilnehmen. Jeder setzt einen Nickel und auf das Kommando„Los“ werden die Kugeln auf den acht besetzten Feldern mit Billardstöcken m Bewegung gesetzt. Die höchste Nummer, die ein Ball beim Rollen in die halbrunden Vertiefungen erreichen kann, hat gewonnen. Der glückliche Gewinner erhält 6 Nickel, 2 fließen in die Tasche des Geschäftsinhabers. Gewinn und Anteil des Geschäftsinhabers werden entsprechend herabgesetzt, wenn weniger als 8 Spieler teilnehmen. Das kommt aber seiten vor. Selbst wenn das Geschäft nur in den Abendstunden betrieben wird verdient der Geschäftsinhaber an manchen Plätzen 30—60 M. In Essen wurden drei solcher Glückstempel unterhalten, bis die Polizei die Sache als Glücksspiel betrachtete und ihr ein Ende machte. Heute hatten sich die Inhaber dieser drei Geschäfte wegen gewerbsmäßigen Glücksspiels vor dem Schöffengericht zu verantworten. Sie legten eine Entscheidung des Bezirksausschusses Berlin vor, nach der Olympia=Billards sogenannte Geschicklichkeitsspiele seien, also unbedenklich aufgestellt werden könnten. In der Beweisaufnahme wurde festgestellt, daß 1. Das Die Opposition Ulsters gegen die Homerule. I. London, 25. August.(Eig. Bericht.) Man weiß heute, wie die Provinz Ulster sich gegen die Homerule auflehnen wird, wenn Irtond vom englischen Unterhaus seine Autonsmie erhält. Es war in der letzten Zeit viel von der Waffeneinfuhr nach Irland die Rede gewesen, vom Drill der Revolutionssoldaten; von nächtlichen Versammlungen zur Beratung des Kriegsplanes und zur Uebung in der Führung des Kleinkrieges. Es wurde auch gesagt, daß die Zivil= und Militärbehörden von Dublin Maßnahmen getroffen hätten, um beim ersten Zeichen einer Rebellion in Ulster diese niederzuschlagen und die verantwortlichen Persönlichkeiten, die zum Teil sehr hochgestellt sind, zu verhaften. Heute wird festgestellt, daß nichts an den Gerüchten ist, und daß die orangistischen Führer nicht daran denen, sich an die Spitze einer revolutionären Bewegung zu stellen. Die„Times“ kündigt an, daß der Plan der Orangemen weit weniger revolutionär ist. Wird das Parlament in Dublin eingerichtet, so wollen die Leute von Ulster nur die Anerkennung verweigern und diese Weigerung dadurch zum Ausdruck bringen, daß sie seine Gesetze mißachten und vor allem die Zahlung der Steuern verweigern. Es steht nicht ganz fest, wie hoch die Steuerzahlung der Provinz Ulster im Vergleich zu jener von ganz Irland ist, sicher ist aber, daß sie einen unverhältnismäßig großen Bestandteil bildet. Die in Irland ansässigen Aristokraten, die Pers und die Vertrauensleute der Krone werden die ersten sein, die die betreffende feierliche Verpflichtung unterzeichnen. Dann kommen die Gutsbesitzer, die Industriellen und Bauern, die Angestellten und Bauern, die Arbeiter und alle übrigen Klassen der Bevölkerung. Den feierlichen Schwur werden etwa 500000 bis 700000 Personen leisten. Das soll der Feldzugsplan der Unionisten sein. Es muß hervorgehoben werden, daß der zu leistende Eid, der bis zum 28. September gesprochen werden muß, bedingungsweise ist. Selbst im besten Falbe kann die Homerule und die Selbstverwaltung Irlands erst nach zwei Jahren in Kraft treten. Und von heute ab in zwei Jahren kann sich gar manches zutragen. Bis dorthin können die heutigen Minister Führer der Opposition sein, und eine Wahl zum Unterhause kann den Unionisten die Mehrheit, der Homerule eine Minderheit verschafft haben. Immerhin können die Drohungen der Ulstermen nicht als eine leere Formel oder als eine Spielerei angesehen werden. Der passive Widerstand in der Provinz Utster geht von Fanatikern aus, und es ist nötig, darauf hinzuweisen, daß diese nur mit Mühe dazu gebracht wurden, von drastischeren und schnelleren Methoden Abstand zu nehmen. Diese Leute pflegen wegen ihres Fanatismus ihre Versprechungen zu halten. Auch bei der Steuerverweigerung handelt es sich um eine sehr ernste Sache, denn die Ulstermen sind die reichsten Leute von Irland. In Ulster befindet sich die trische Industrie. Ohne sie hat das irische Parlament gar nicht genügend Einkünfte, um sich über Wasser zu halten. Militärische Maßnahmen gegen passiven Widerstand fruchten nichts, und jede gerichtliche Aktion könnte die verhängnisvollsten Folgen haben. Aus allen diesen Gründen ist die Opposition Ulsters durchaus nicht als eine leichte Sache zu nehmen. Zeutralverband für Handel und Gewerbe. III. Sh. Hannover, 27. August. Heute vormittag wurden die Verhandlungen des 25. Deutschen Zentralverbandsrages für Handel und Gewerbe sortgesetzt. Zunächst referierte Kaufmann Bauer=Hamburg über„Befleuerung der Konsumvereine und Filialgeschäfte". Er betonte, daß durch die Errichtung von unzähligen Verkaufsstellen seitens des Zentralvereins der deutschen Konsumvereine und der Hamburger Großeinkaufsgenossenschaft der Stand der mittleren und kleineren Kaufleute dezimiert werde. Die organisierten Konsumvereine bilderen einen Staat im Staate und gefährdeten den letzteren. Es sei nicht zu verstehen, daß der Detaillistenverband sich nicht der besonderen staatlichen Fürsorge erfreuen könne. Der Reserent schlug vor, zu beantragen, daß die Konsumvereine zu einer stärteren Besteuerung herangezogen werden, und zwar bei Umsätzen bis zu 1 Million Mark mit 1 Prozent, bei 20 Millionen mit 4 Prozent und bei mehr als 20 Millionen mit 5 Prozent; ferner solle eine progressio steigende Steuer für alle Filialgeschäfte gefordert werden. Nach einer kurzen Diskussion wurde der Antrag dem Vorstand überwiesen, der denselben weiter prüfen soll. Sandquist=Mogdeburg hielt das Referat zur„Bekämpfung der Warenvereine nach Magdeburger Art und der Versandtgeschäfte". In der von ihm vorgelegten Resolution wurden die Warenvereine nach Magdeburger Art als eine Gefahr für den gesamten Kleinhandel bezeichnet und der Vorstand ersucht, dieselben mit allen zu Gebote stehenden Mittel zu bekämpfen, daneben aber auch den Kampf gegen die Versandtgeschäfte wieder aufzunehmen. Die Resolution fand einstimmige Annahme. Körner=Magdeburg sprach über das Thema: „Wie ist der Detailhandel am gerechtesten zu besteuern?“ Er führte im wesentlichen aus: Die durch die Interessenvertretung nach langer Arbeit erreichte Besteuerung der Konsumvereine könnte einigermaßen befriedigen, wenn sie nicht, wie die Hamburger Verhältnisse zeigen, doch wieder umgangen werden könnte. Das bisher betreffs der Warenhausbesteuerung Erreichte bietet dem Kleinhandel nicht den geringsten Schutz. Als Gegner des Kleinhandels sind nicht nur Konsumvereine und Warenhäuser, sondern seit einigen Jahren auch die Warenvereine nach Magdeburger Art zu betrachten, die eine große Zahl Fitialen unterhalten und deren Geschäftsgebahren fast noch ruinöser und rücksichtsloser gegenüber dem Kleinhandel ist, als die Warenhäuser, da sie eine gewaltige Reklame machen und außer niedrigen Preisen auch noch hohe Ravatte gewähren. Gegen das Ueberhandnehmen der großkapitalistischen Unternehmungen im Kleinhandel müssen die Detaillisten vom Staate energisch Unterstützung fordern. Diese Hilse kann aber nur darin bestehen, daß endlich einmal Gesetze geschaffen werden, welche alle Betriebe steuerlich gerecht umfassen und keine Umgehung zulassen und das ist eine direkte Besteuerung des Umsatzes im Kleinhandel.— Hierzu machte der Referent folgende Vorschläge:„Die Besteuerung des gewerblichen Einkommens nach Staats= und Gemeindeeinkommensteuer und Gewerbesteuer muß fortfallen und an ihre Stelle müßte eine neue Steuerform, die das gewerbliche Einkommen umfaßt, unter dem Sammelnamen„Umsatzsteuer" treten. Alle drei Jahre müßte von den großen Interessenverbänden des Detailhandels eine Normalskala festgelegt werden, nach der die verschiedenen Branchen besteuert werden können. Die so festgelegten Ertragssätze würden für solche Betriebe, die mehrere Branchen in sich vereinigen, durch entsprechende Zuschläge erhöht werden müssen. Bei der neuen Art der Besteuerung müßten die verschiedenen heute üblichen Namen wie Konsumvereine, Warenhaus, Warenverein, Nahrungsmittelversandtgeschäft, fortfallen und unter der Bezeichnung„Kleinhandelsgroßbetrieb“ in einer Türkei. Saloniki, 28. Aug. Von Adrianopel nach Köprüla entsandte Truppen sind nach Adrianopel zurückgekehrt. Der Korpskommandant Said Pascha ist von Köprülü nach Saloniki zurückgekehrt. Die Regierung hat eine strenge Untersuchung angeordnet, ob die Gerüchte sich bewahrheiten, daß die serbische Bevölkerung im Vilajet Kossowo Belästigungen ausgesetzt und zahlreiche Serben ermordet worden seien. Amtliche Meldungen hierüber liegen nicht vor. Weiter hat die Regierung angeordnet, daß in Anbetracht der den Arnauten gewährten Amnestie, die Zerstörung der Waffendepots und die Oeffnung der Gefängnisse els Revolte anzusehen und die Schuldigen zu verfolgen und den Gerichten zu übergeben seien. Münster, 28. August Auiversität. Wie wir hören, wird die an der tfalischen Wühelmsuniversität neuerrichtete außerordentliche Prosessur für Sanskrit dem Privatdozenten Prof. Dr. Richard Schmidt hier übertragen werden. Dr. Schmidt ist am 29. Januar 1866 zu Aschersleben geboren. Am Gymnasium zu Eisleven vorgebildet, studierte er in Halle a. S. besonders bei Prof. Pischel und promovierte 1890 mit einer Differtation:„Vier Erzählungen aus der Sukasaptati, Sanskrit und deutsch." Damn unternahm er eine Studienreise nach London und war später als Privatgelehrter in Gsleben tätig. Juli 1898 habikitierte er sich in Halle a. S. für das Fach der indischen Phäologie, erhielt 1908 den Titel Professor und wurde am 24. Juni 1910 als Privatdozent in die philosophische und naturwissenschaftliche Fakulltät zu Münster übernommen. Prof. Schmidt gab verschiedene Texte der Sukasoptati mit Uebersetzung heraus und veröffentlichte Beiträge zur indischen Erotik, Liebe und Ehe. im alten und modernen Inden, über Fakire und Fakictum usw. Er ist Mtglied der Deutschen 1 a Morgenländrchen Gesellschaft. se! Zur Ueberfahrung des haltesigvals. Um konstafieren zu nen ob ein Lokomotioführer ein Haltesignal überfahren hat, eim Untoll sich dahes wicht ereigmet hos bat die(Filenkonnen 50 em Lolononbfühle. auch wenn em Umau suag auwer unngt ererzuer vont, han die Eitenbahnverwaltung noch eine von der Firma Siemens u. Halske konstruierte neue Einrichtung eingeführt. Sie besteht aus einem Schienenkontakt und einer Alarmglocke mit Abstellvorrichtung. Wenn das Signal auf Halt steht und der Zug darüber hinausfährt, wird durch die Durchbiegung der Schienen und der Zugtast der Kontakt geschlossen, sofort ertönt auf der folgenden Station eine sehr haut schallende Alarmglocke. Diese ist nur durch Drücken auf einen bestimmten Knopf wieder abzustellen. Der Knopf steht wiederum mit einem Zählwerk in Verbindung, das jedesmal beim Drücken des Knopfes um eine Nummer weiter springt. Ueber jede der Nummern, die das Zählwerk zeigt, hat der Staconsvorsteher ein Protokoll vorzuweisen. Diese Emrichtung ist bereits an fast 2000 Signalen angebracht. selbst Schulknaben in den Glückstempeln spielten. Das Gericht war der Ansicht, daß es weniger auf die Geschicklichkeit ankomme, sondern in der Hauptsache die Erzielung materieller Vorreile durch einen Zusallsgewinn maßgebend sei. Zwei Besitzer der Billards wurden, weil vorbestraft, zu je 100 MA, der dritte zu 20. Geid strafe verurteilt. Auch wurde auf Einziehung der vier Billarderkannt. * Mörs, 27 Aug. Ein schwerer Sturmwind hat in der per flossenen Nacht die gesamte Obsternte zu Boden geworfen. * Köln, 28. Aug. Am 1. Oktober d. J. trit eine neue Polizeiverordnung für die öffentlichen Droschken in Kraft, Nach ihr müssen alle Droschken mu Preiszeigern versehen sein. Nach dem 1. Oktober werden Droschten ohne Preiszeiger nicht mehr zu Betrieb zugelassen.— Sechs Riesengeschäftspaläste, deren Baukosten jeder einschließlich Grunderwerb sechs bis acht Millionen Mark betragen, erstehen demnächst in Köln Zurzeit ist die Ficma Leonhard Tietz A.=G. mit der Niederlegung ihrer gesamten bisherigen Warenhäusergruppe an der Hohestraße beschäftigt, deren Grundstück noch um die nebenanliegenden Bauten, die zu insgesamt 1½ Millionen# angekauft wurden, vergrößen worin ist, so daß der neue Warenhauspalast der Firma Tietz bis in die neue Gürzenich=Durchbruchstraße an der Hohestraße heranreichen wird. Der Neubau soll bis Weihnachten kommenden Jahres in Betrieb genommen werden. Ferner wird das bieherige Bankhaus Deichmann, das um den Preis von mehr als 3 Millionen A in andere Hände übergegangen ist, gegenüber dem Bahnhof und Dom niedergelegt werden. An seine Stelle wird ein Geschäftspolast modernsten Stils errichtet, dessen Unterhaus als Bierrestaurant dienen soll, während die oberen Stockwerke zu Bank= und Kontorzwecken ausgebaut werden sollen. 4 Wittlich, 27. Aug. Auf der Kol. Domäne Rohscheiderhof stürzte der Gefängnisaufseher Felzen, der die bei den Weinbergsarbeiten beschäftigten Gefangenen beaufsichtigte, infolge Emgleisung eines Kippwagens, den er selbst führte, so unglücklich eine Böschung hinab, daß der Wagen auf ihn fiel. Den erlittenen schweren Verletzumngen ist der Unglückliche, der eine Frau und sechs Kinder hintertäßt, bald erlegen. * Eupen, 27. Aug. Im belgischen Grenzort Memboch beschlagnahmten die Zollbeamten einen deutschen Kraftwagen mit 300 Liter Alkohol. Zwei Insassen entkamen, einer wurde verhaftet. * Koblenz, 27. Aug. Der Kaiser hat an den Oberpräsidenten Frhrn. v. Rheinbaben folgende Drahtachricht gesandt:„Ich spreche Ihnen und den Ihrigen zu dem tragischen Ende Ihres Bruders meine herzliche Teitnahme aus und bedaure selbst aufrichtig den Verlust dieses durch Charakter und Tüchtigkeit ausgezeichneten Offiziers. * Göttingen, 27. Aug. Gegen den Rechtsanwatt und Bürgervorsteher Dr. Otto Deneke, der bereits Ende Juni unter dem Verdacht der Untreue und Unterschlagung auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft verhaftet, aber gegen Stellung von 10000 Mark Kaution wieder auf freien Fuß gesetzt worden war, ist von neuem Anklage wegen Untreue erhoben worden, weil Deneke einen bei ihm von einem Klienten hinterlegten Betrag von 35000 A widerrechtlich in seinem Interesse verwendet hatte. In einem anderen Falle hat er als Konkursverwatter die eingegangenen Gelder für verkaufte Waren in Höhe von 21000 A nicht vorschriftsmäßig belegt. Deneke war persönlich sehr anspruchslos, war großer Literaturfreund und als Sammler wertvoller Manuskripte bekannt, wofür er Unsummen opferte. Seine Sammlung seitener Handschriften soll allein den Wert von über 100000 M repräsentieren. Orovinzielle Nacbrichten. X Rheine, 27. Aug. In der Nacht zum Montag nahmen zu Polizeibeamen auf ihrem Patrouillengange einen jungen Steuerstala vor mar ginam: Der Reterent schlug dann eine gößung einer zwejährigen, Sozuncghschuge velt er sich länge Steuerstalg vor mit einem umsatz von 20000—30 000 4 upenige Zeit im Auslande auf.„Als er nach peutschland zurückgekef Gesamtsteuer von 80—120 4 bis zu einem Umsaßz von 5—8 Miuuv= war, wurde er wegen Meineds und Gesamtsteuer von 60—1n0# vis gu einem umfug von 5—8 Milllo= nen Mark und einer Gesamtsteuer von 125000 bis 200000 M. Diesen Beträgen wären noch die etwaigen Zuschläge für verschiedene Branchen hinzuzurechnen. Eswürde wenig Schwierigkeiten bereiten, die nach obiger Skala aufkommenden Gesamtsteuern dem Staate und den Kommunen prozentual zuzuweisen.— Bei der Besteuerung der Filialen sind zu unterscheiden die Filialen ortsansässiger Gewerbetreibender und solcher nichtortsansässiger. Der Umsatz der ersteren ist dem Hauptgeschäft hinzuzurechnen, bei den . gguß dem Dommeenen einder ul leßzteren muß den Kommunen unter allen Umständen das Recht eingeräumt werden, eine ähnliche Steuer wie von den Wandergewerbetreibenden zu erheben. Das Arbeitsfeld des heimlichen Warenhandels ist leider nicht zu kontrollieren und sein Umsatz und Verdienst schwer festzustellen; diesen Betrieben ist nur mit festen Steuersätzen gerecht zu werden. Der Redner legte schließlich folgenden Antrag vor:„Die Hauptversammlung des Deutschen Zentralverbandes für Handel und Gewerbe wolle den Vorstand beauftragen, baldigst Schritte zu unternehmen, damit eine direkte Besteuerung des Umsatzes im Kleinhandel herbeigeführt werde.“— Der Antrag wurde dem Vorstand zur weiteren Beratung überwiesen. Hierauf referierte Kaufmann Kiernschmidt=Verden über „Die Notwendigkeit der Einführung eines Befähigungsnachweiser für den Kaufmannsberuf.“ Der Referent faßte seine Vorschläge in folgende Forderungen zusammen:„I. Nachweis eines näher festzusepzenden Mindestmaßer von Kenntkissen bei Eintritt in die Lehre; 2. Besuch einer Handelsschulk während der Lehre und zwar auf die Dauer von drei Jahren: 3. Nach beendeter Lehrzeit nach Maßgabe des Lehrelans der Handetsschule, nach bestandenem Examen Ernennung zum Gehilfen; 4. Festsetzung der Gehilsenzeit auf mindestens fünf Johre; 5. bei Selbständigmachung oder Uebernohme einer Stellung zwei Polizeibeamten auf ihrem Patrouillenge Mann fest. Die Ermittelungen ergaben, daß es sich um einen Deserteur vom 76. Infanterieregiment in Hamburg handelte, der seinem Truppenteil wieder zugeführt wurde. * Lippstadt, 27. Aug. Das diesjährige Bezirksverbandsfest der Jänglingssodalitäten der drei Dekanate Büren, Geseke, Rüthen fand om Sonntag hier statt. Außer den Vereinen von Mellrich, Wewelsburg und Langestraße waren sämtliche 24 Vereine angetreten. Die Predigt in der Festandacht hielt Diözesanpräses Pfarrer Sandhage=Hamm. Gegen 3 Uhr bewegte sich ein pröchtiger Jestzug durch die Straßen der Stadt. Kurz nach 4 Uhr gelangte der Zug auf dem Waldschlößchen an, wo sich ein frohes Leben und Treiben entwickelte. Pfarrer Becker brachte das Papst= und Kaiserhoch aus. Die Festrede hielt Vikar Heinemann=Warstein. * Haltern, 27. Aug. Verliehen wurde dem Eisenbahnmaschinenputzer Vernhard Bohr zu Haltern das Allgemeine Ehrenzeichen in Bronze. * Wanne, 28. Aug.(Telegr.) Unter dem Verdacht der Spionage wurde gestern der Polier Haeußner verhaftet, der bei der Tiefbauunternehmerfirma Moll in Dienst steht. Hmeußler war früher Zimmermann und hat dann die Fachschule besucht. Als solcher wurde er früher schon wegen versuchter Spionage verhaftet. Wie verlautet, soll er in anderer Beziehung bereits Freiheitsstrafen verbüßt haben. Seit etwa zehn Tagen befand er sich in der Stellung eines Poliers in Wanne. Die Behörde wurde auf ihn aufmerksam, beobachtete seine Korrespondenz und fand ihren Verdacht bestätigt. Haeußner wurde gestern verhaftet und dem Amtsgericht in Geisenkirchen zugeführt. Von anderer Seite wird noch berichtet: Bei dem Verhafteten handelt es sich um Spionage mit Frankreich. Haeußner war früher Diplomingenieur. Als solcher wurde er bereits vor einigen Jahren der versuchten Spionage überführt. Nach VerGefängnisstrafe hielt er sich längere kgekehrt Einbruchs zu längern ZuchtGegen den Tipster-Unfug. * Bochum, 27. Aug. Wohl nirgends wird gegen das Totatisatorgesetze mehr gesündigt als im rheinisch=westfälischen Industriebezirk. In jeder größeren Stodt, aber auch in den kleineren Orten bestehen geheime Wettbureaus oder gibt es sonstige Gelegenheiten, die es den Wettlustigen ermöglichen, ihre Pfennige auf den Rennplätzen des In= und Auslandes loszuwerden. Von Gewinn ist dabei nur in den allerseltensten Fällen die Rede. Als Vertrauensleute der von der Tip=Leidenchaft Ergriffenen fungieren zahlreichen Fällen Kellner, Friseure, Zigarrenhändler und Anin zahlreichen Fällen Kellner, Friseure, Zigarrenhandter und Angehörige ähnticher Branchen, die ihre Klenten in ihrem Stamn— war, wurde er hausstrafen verurteilt. Seit einiger Zeit stand er in Wanne unter g. Er wurde ständig von einem Kriminal= polizeilicher Beobachtung. Er wurde st beamten überwacht. Haeußner ist 48 Jahre alt und Vater mehrerer Kinder. :) Soest, 28. Aug Aus Westsalens Kornkammer. Die groden Erwartungen, die man im Frühjahr auf die diesjährigen Ernten gesetzt hatte, zerfließen infolge der ungünstigen Witterung in Nichts. Gerste, Roggen und der größte Teil des Weizens sind allerdings bei einigermahen gutem Wetter unter Dach und Fach gebracht. Dagegen siehts mit dem so vorzüglich geratenen Hafer sehr schlecht aus. Er liept zum Tel noch ungebündett auf den Feldern und beginnt auszuwachsen. Die Karroffeln zeigen bedenkliche Neigung zur Fäulnis, die Kappus=Körfe platzen vom Regen auf. Der größte Teil des strichweise verhältnismäßig gut geratonen Obstes wird von dem orkanartigen Winde herabgesegt und kann nur noch als Fallobst verwertet werden. Der 2. Grasschnitt, der zum Teil noch auf den Wiesen lag, versaiclt. Trotz der reichlichen Niederschläge ist in den Heerdörfern immer noch nicht der alte Grundwasserstand erzielt worden. *) Dortmund, 27. Aug. Vor etwa acht Tagen wunde in einem Walde bei Brechten ein etwa 25jähriger Mann ermordet ausgefunden. Der Tote war bis aufs Hemd ausgeraubt worden. Vis jetzt ist es noch nicht gelungen, die Person des Ermordeten festzustellen; auch die Täter sind nicht ermittelt. Heute setzte die Staatsanwaltschaft auf die Ermittelung der Mörder eine Beloh. nung von 1000 A aus. * Werdohl, 27. Aug. Auf dem Tanzboden im nahen Eveking kam es zwischen jugendlichen Arbeitern zu einer Schlägerei, bei der der 22jährize Arbeiter F. Belder aus Eveling mit Stöcken so zugerichtet meirde, daß er nach kurzer Zeit starb. Vier Beteitigte wurden verhaftet, gast= oder Kundenkreise suchen und finden. Die Gerichte suchen dem Wett=Unfug mit allen gesetzlichen Mitteln zu steuern; der Erfolg ist allerdings nicht allzugroß. In der Regek suchen sich die Buchmacher in der Gerichtsverhandlung damit herauszureden, daß sie die Wettvermittlung nicht gewerbsmäßig, sondern lediglich aus Gefälligkeit ihren Kunden oder Freunden gegenüber betrieben hätten. Auf diesen Einwand zog sich auch der Friseur August Peters aus Recklinghausen=Süd zurück, der heute wegen Vergehens aus§ 63 des Totalisatorgesetzes vom 4. Juni 1905 vor der Bochumer Strafkammer stand. Peters hatte in seinem Geschäft zahlreiche Rennwetten entgegengenommen, die er meist an eine Stelle in Herne weitergab. Die Wetten liesen auf in= und ausländische Plätze. Em Geschäft will Peters aus der Vermittlung nicht gemacht haben. Sein Verteidiger beantragte aus diesem Grunde die Freisprechung. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft führte demgegenüder aus, daß nach mehrfachen Entscheidungen des Reichsgerichts der Begriff der Geschäftsmäßigkeit auch schon dann gegeben sei. wenn der Angeklagte, ohne für seine Tätiakeit eizentlich entschädigt zu werden. Rennwetten für seinen Kundenkreis vermittle. Es handle sich hier um ein Vergehen, dem energisch gesteuert werden müsse; durch die gemeingefähricch Handlungsweife der Wettvermittter würden viele Leute unglückich gemocht. Er beantrage gegen den Angeklagten, eine Geld#t#e; gemacht. Er beantrage gegen den Angeklagten eine G von 300 Mark. Das Gericht folgte diesen Darlegungen kannte auf die beantragte Geldstrafe, wobei es ausführte, i sächlich nehme der Wertunfug im Industriebezirk gefährliche#n men an; dem Publikum werde hier viel Anregung gegeben, an Rennwetten zu beteiligen und so in unvernünftiger Weise Vermögen zu vergeuden. Das müsse bei der Strafzumessung Betracht gezogen werden, zumal es sich oft genug um Personen hand'e, die ihr Geld besser zu nützlicheren Dingen als zu Remr wetten gebrauchen können. Vermischtes. lug. Für die zwette Hafenerweltgtnn; 5827000 M und für den Bau des ausgegeben bis Ende l. Die Abmessungen Bremerhaven, 26. Aug. sind bus jetzt im ganzen 25 82 Trockendocks 8 750000 A bewillig März d. J. 18633 000 K und 5 204 000 K., zimzien### von des Trockendocks entsprechen den Größenverhau Ds Norddeutschen Lloyd im Frühjahr der Schichauwerft in Danz'g Auftrag gegebenen 35 000=Tonnendampfers„Colerzing Nordhausen, 27. Aug. Werra, Fulda, Seacle, Unstrut, Eo# und Diems führen seit nachmittag Hochwasser. 610 Schin, Hanau, 27. Aug. Die Unterschlagungen des Direnor,## berger von Gioths Seisenfabrik betragen, wie nach dem der Bücherrevision festsieht, 58 200 A.„ gäße erschug Danzig 28 Aug. In Ohra, im Kreise Danziger Hohe der 19jährige Arbeiter Franz Rappel den Schmiedemeist brecht und tötete den Arbeiter Friedrich Lehmann durch einn Wiesthaten, TI. Aug, In etuer hursigemn Berstig, e Gäctes seit mehreren Monatn zur Kur hier wellende, or, gean gl. der Wartburg, der Millionär Wieprecht und ergz# Unten schossen aufgefunden. Wieprecht hat nach der andeseen###### suchung seine Frau erschossen und dann Selbstmord##### Grund zur Lat liegt in ehelichen Zerwürfrsienz München, 27. Aug. Heute vormittag Turm der Josephskioche mit Dochreporatunarbeiten## Klempner gehise vom Sturm ersaßt und auf den Joser## Genf, 27. Aug Ein gechwache bedrohte hier p# er zu hoch fand, mit Stadt Genf eine Schuldsun schen Konsulat machte iin Irrenanstalt gebracht: wien, 27. Aug. Heute rch zufällige Umstände, d jadecken. Die Einzelheiten nicht ganz sicher aufgeklän Stamek in die Lehre gegeb Fehler zuschulden kommen, Februor d. J. hatte er ein füihrt; er wurde deswegen ate verschollen die eine Prämse aus. Pohnung der Eltern ein witte mit, daß er über nachen könnte. Wegen sein heft genonnnen, doch besd, zuubte, es min enem Sch knd man aber in der De Leiche eines jungen Mens elem idemifiziert wurde. D der schließlich gestern gestan haben, weil er ihm kein GWien, 28. Aug. Gester dene Versöhnungstermin zu Frau Anna Hofrichter richter, dem bekannten Gi ihren Mädchennam w. der unter starker mit Snsoget, bestengehr# eines Rechtsbeistanges dar. Versöhnungstermin fortzuse Prag, 28. Aug. Bei? eine Revolte tschechischer Re Früg, 28. Aug, Bier rossen hatten, sind mit ihn Mul eine Kur in Vichy gespende ine Kur in Bichy gespen Freigevigkeit verausgabt Trocknen. Als alle Gesuche beschieden wurden, schloß läßt niemanden vor. Amsterdam, 26. Aug. Eingel zu Amsterdam bef namens Konrad Brands, di und in der Kirche begraben goße Reichtümer gesa die in Deutschland leben, h des Geheimnis zu erforsch erborgen sind. Es wird Bbel befindet, die Dokumdie Hinterlassenschaft aufwe gelischen Kirche hat die Erl Untersuchung des Sarges b London, 27. Aug. In verhaftet und im Polizeige wei sie des Königs Rock Sonntag bei Morgengrau die Straße entlang schwan der Gang und manches and beiden an. Der eine Sold des Polizisten. Er sagte, Rekrut, aber das gehe die sogt, erklärte der Soldat: zu ihm gesellt und ihm er die Uniform des Königs „Rekruten" nach einer Poli er Mabel Walker hieß. Soldaten genom anpezggen ihr Beglei weiblichen Geschlechts war. Christiania, 27. Aug. wird in diesem Winter in den. Die Kohlengruben: Coal Company“ in der A 100 Mann Arbeitskraft 2. geben, die im nördlichen N elschaft verstärkt nun den nn diesem Sonmer von Bohngebäude aufführen.“ lield, von dem es hieß, Spitzbergen entdeckt hat, beitern von Tromsö nach E einer Fahrt geheim. Eine verhängnisvolle Finanzwachee Runn zug vrkannte Pfer Die hiesige Nacht zwei bekomnte russische Grenze zu bringe im Wagen in der Nacht ül amtsverwalter Baczinski be Kutscher zu, anzuhalten ur Amdlings mehrere Schüsse tötet wurden. Baczinski Landiten angefallen zu sei sich der Irrtum heraus. Zorschunge Berlin, 26. Aug öffentlicht in der„Täg Frühjahr d. J. sind in Eduard Oehler aus Fran Deusch=Ostafrika aufgebi uhungen im Kilimandso von 1906 bis 1907 mit birge Afrikas gearbeitet (0010 Meter) mit erforsa lutersuchungen zunächst elsigen trotzigen Mawe haben die beiden Reisen hochtouren ausgeführt, Gipsel erstiegen, eine ge Oebtrgsstockes gemacht Von besonderem Interess enst in ausgedehntem M ind die beiden Reisend gsiedelt, um dort ihre A # Der setend der Sammlung demseiben Tage zu geb nach künstlerisch= un 90 3 M0 gele guphilh! lteidung über uberlassen und wie der Vater honstige Vereine cun großer ung. Er ber ber Set in den söter gelege burde vom s5 Anstaltso Latienten be Beiien ##nftrogt se asge eh e ra Sarenen Er ee u rbrachten ## Srung er # Kopen ## Bertim ##en sein abgeschleudert. Er stard an den uguft 1912. Schtüter# negmt, der von 20 umnd 18 Heuue fand man hof auf. In seiner mit seinem Bruder ehn e ubge uden Eagerh rd ist nicht bekannt. Santagen für be ge.chrabteilung ist Zweck zwei Morgen nianderstolerne##twig verübte gestern an einem jungen Als der Täter, der inalpotizei in seiner bevor die Beamten u, 3 Revolverschüsse opf. Der Täter und entomnnen.— Dge en und Dörfern des mpia=Billards noch pia=Billard", Ifreier igen an, Leute aller fortungs teilnehmen. ando„Los“ werden Billardstöcken m BeBall beim Rollen in hat gewonnen. Der n die Tasche des Gehäftsinhabers werden Spieler teilnehmen. Geschäft nur in den Geschäftsinhaber an n drei solcher Glücks. e als Glücksspiel betten sich die Inhaber Glücksspiels vor dem eine Entscheidung des ympic=Billards sogentlich aufgestellt werirde festgestellt, daß sielten. Das Gericht chicklichkeit ankomme, erieller Vorreile durch Besitzer der Billards witte zu 20 4 Geld ng der vier Billardwind hat in der per den gewarsen tritt eine neue PoDroschken in Kraft, eigern versehen sein. dne Preiszeiger nicht Riesengeschäftspaläste, rwerb sechs bis acht in Köln Zurzeit ist liederlegung ihrer geer Hohestraße beschafliegenden Bauten, die rden, vergrößert worer Firma Tietz bis in er Hohestraße heranihnachten kommenden ter wird das bieherige in mehr als 3 Milliogenüber dem Bahnhof Stelle wird ein Geessen Unterhaus als dberen Stockwerke zu n sollen. vomäne Rohscheiderhof je bei den Weinbergsichtigte, infolge Emsrie, so ungücklich eine fiel. Den erlittenen der eine Frau und Menbach Ischen Klatwagen mit nen, einer wurde vern den Oberpräsidenten nachricht gesanke: I# tragischen Ende Ihres nd bedaure selbst aufund Tüchtigkeit ausgeechtsanwatt und Büreits Ende Juni unter fung auf Veranlassung n Stellung von 10000 st worden war, ist von den, weil Deneke einen Betrag von 35000 A u hatte. In einem ane eingegangenen Gelder nicht vorschriftsmäßig helos, war großer LiManuskripte bekannt, nnlung seitener Hand000 M repräsentieren. ird gegen das Totachwestsälischen dt. aber auch in den oder gibt es sonstige ichen, ihre Pfennige loszuwerden. Von fällen die Rede. Als rgriffenen fungieren renhändler und Ann in ihrem StannDie Gerichte suchen In zu steuern; der Regek suchen sich die amit herauszureden, ßig, sondern lediglich m gegenüber betrieder Friseur August ck, der heute wegen un 4. Juni 1905 vor hatte in seinem Geten, die er meist an liesen auf in= und s aus der Vermittcantragte aus diesem r Staatsanwaltschaft ichen Entscheidungen mäßigkeit auch schon e für seine Tätigkeit für seinen Kunbenein Vergehen, dem e gemeingefährliche dete Leute ungküalh eine Geldstrafe Darlegungen und erei es ausführte, tatzzirk gefährliche Fortregung gegeben, sich unvernünftiger Weise r Strafzumessung in genug um Personen dingen als zu Renn(Dorgen-Ausgabe. Nr. 437. Grenger: schen Kraft Hafenerweiterung en Bau des neuen zegeben bis Ende Die Abmessungen iltnissen des vom verft in Danzig in alientas! waie, Unstrut, über Direktore Scha; nach dem Absch.. mann der königlich spanischen mache bedrohte hier plötzlich einen Chauffeur, dessen FahrV####zu doch fand, mit einem Revolver und verlangte von der Ereks. ganf eine Schuldsumme von 400000 Francs. Auf dem #tab:" Zonsulat machte er einen derartigen Lärm, daß er in on Frenanstalt gebracht werden mußte. un Sien 27. Aug. Heute ist es, nach sechs Monaten, unterstützt a ufällige Umstände, der Poligei gelumngen, eine Mordtat aufn Die Einzelheiten der Tat, sowie das Motiv sind noch sicher aufgeklärt. Der Armeediener Jerusalem hatte ch Esßlährigen Sohn Joseph zu einem Bäcker namens Alfred in die Lehre gegeben. Der Junge ließ sich hier mehrere „uc zuschulden kommen, wegen deren er gerugt wurde. Im sehlt: 28 g. hatte er einen Auftrag des Meisters nicht ausgeisem Tage blieb der ihres eine Prämie aus. Nach einigen Tagen erschien in der mohnung der Eitern ein funger Mann namens Schöffel, und mit daß er über das Verschwinden des Knaben Mitteilungen könnte. Wegen seines sonderbaren Betragens wurde er in goß genonnnen, doch bald darauf wieder entlassen, da die Polizei Laupte, es mit emnem Schwindler zu tun zu haben. Im Mai uund man aber in der Donau in der Nähe von Preßburg die gache eines jungen Menschen, in der der verschwundene Jerudenifiziert wurde. Darauf wurde Schöffel wieder verhaftet, Ere schreßlich gestern gestand, den Knaben ums Leben gebracht zu saben, well er ihm kein Geld geben wollte. mien, 28. Aug. Gestern fand in Baden der erste vorgeschrieuus versöhnungstermin zwischen der auf Ehescheidung klagenden Sann Anna Hofrichter und dem früheren Oberleutnant Hofdem bekannten Gistmischer statt. Frau Hofrichter hatte c“, zeren Mädchennamen Geresdörfer angenommen. Hofrichder unter starker mititärischer Bedeckung von der nahen snaianstalt herbeigebracht wurde, besteht, trotz des Abratens eines Rechtsbeistandes darauf, auch den zweiten vorgeschriebenen Versöhnungstermin fortzusetzen. prag, 28. Aug. Bei der Rekrutenaushebung in Semil brach iue Revolte tschechischer Rekruten aus. 45 Demonstranten wurden Prüx, 28. Aug. Vier Vergleute, die giftige Schwämme gewassen hatten, sind mit ihren Familien, im ganzen 20 Personen, paris, 28. Aug. Muley Hafid hat die von Frankreich für eine Kur in Vichy gespendeten 400 000 Francs durch Ankäufe und Freigebigkeit verausgabt, und sitzt jetzt in Versailles auf dem Frochnen. Als alle Gesuche um eine neue Liebesgabe abschlägig beschieden wurden, schloß er sich in seinem Hotelzimmer ein und läßt niemanden vor. Umsterdam, 26. Aug. In den kutherischen Kirche auf dem Eingel zu Amsterdam befindet sich das Grab eines Deutschen namens Konrad Brands, der im Jahre 1791 in Holland gestorben und in der Kirche begraben worden ist. In Ostindien hatte Brands goße Reichtümer gesammelt. Die Verwandten des Brands, die in Deutschland leben, haben jetzt die Leiche ausgegraben, um us Geheimme zu erforschen, wo die großen Schätze des Toten erborgen sind. Es wird behauptet, daß sich in dem Grab eine ucbel befindet, die Dokumente enthält, welche Mitteilungen über die Hinterlassenschaft aufweist. Das Gemeindekollegium der evanglischen Kirche hat die Erlaubnis zur Ausgrabumng der Leiche und Untersuchung des Sarges bereits gegeben. London, 27. Aug. In Leeds wurde gestern ein Mädchen verhaftet und im P# wen sie de Straße entlang schwanken. Die Figur eines der„Soldaten", der Gang und manches andere schien ihm verdächtig. Er hielt die beiden an. Der eine Soldat war entrüstet über die Einmischung des Polizisten. Er sagte, sein Kamerad sei zwar ein grüner Zetrut, aber das gehe die hohe Obrigkeit nichts an. Weiter besagt, erklärte der Soldat: Der„Kamerad“ habe sich erst soeben z ihm gesellt und ihm erzählt, daß er erst seit sehr kurzer Zeit die Uniform des Königs trage. Der Schutzmann führte den „Rekruten" nach einer Polizeistation, wo es sich herausstellte, daß er Mabel Walker hieß. Miß Mabel hatte die Kleider eines nnden Soldaten genommen und sich aus Scherz die rote Untangezogen; ihr Begleiter hatte keine Ahnung, daß der Rekrut reiblichen Geschlechts war. Christiania, 27. Aug. Der Kohlenbergbau auf Spitzbergen vird in diesem Winter in vergrößertem Ausmaße betrieben werden. Die Kohlengruben der amerikanischen Gesellschaft„Arctic Coal Company“ in der Adventbai haben im letzten Winter mit 100 Mann Arbeitskraft 25000 Tonnen vorzüglicher Kohlen ergeben, die im nördlichen Norwegen sofort Absatz fanden. Die Geellschaft verstärkt nun den Betrieb um weitere 100 Mann und läßt n diesem Sonmer von 60 Zimmerleuten neue Betriebs= und Bohngebäude aufführen.— Der englische Ingenieur Mansield, von dem es hieß, daß er große Marmorlager auf Spitzbergen entdeckt hat, ist in der vorigen Woche mit 30 Arbeitern von Tromsö nach Spitzbergen abgereist, hält aber das einer Fahrt geheim. Eine verhängnisvolle Verwechselung. Krakau, 27. Aug. die hiesige Finanzwache erhielt Nachricht daß in der gestrigen Nacht zwei bekannte Pferdeschwindler zwei Schimmel über die russische Grenze zu bringen beabsichtigten. Zufälligerweise fuhr in Wagen in der Nacht über die Grenze, in dem sich der Steueramtsverwalter Baczinski befand. Die Finanzwachleute riesen dem kutscher zu, anzuhalten und gaben, als der Wagen nicht stand, Amdlings mehrere Schüsse ab, durch die die beiden Pferde getötet wurden. Baczinski und sein Kutscher, die glaubten, von Landiten angefallen zu sein, flüchteten. Erst am Morgen stellte sch der Irrtum heraus. Jorschungen im Kilimandscharo-Gebiet. Berlin, 26. Aug. Professor Hans Meyer=Leipzig verösfemtlicht in der„Tägl. Rundschau" folgende Mitteilung: Im Frühjahr d. J. sind in aller Stille zwei deutsche Forscher, Herr Bduard Oehler aus Frankfurt a. M. und Herr Dr. F. Klute, nach deusch=Ostafrika aufgebrochen, um nähere geographische Untersichungen im Kilimandscharo=Gebiet anzustellen. Herr Oehler hat von 1906 bis 1907 mit Dr. Fritz Jäger auf diesem höchsten Geenge Afrikas gearbeitet und namentlich die Westseite des Kibo 010 Meter) mit erforscht. Diesmal galten die Besteigungen und Umersuchungen zunächst dem östlichen Nachbarn des Kibo dem etigen trotzigen Mawenfi(3355 Meter). Zwei volle Monate een die beiden Reisenden dem Mawensi gewidmet, zahlreiche Gr aueführt, den bisher noch unbezwungenen höchsten eesa rischepen, eine genaue photogrammetrische Aufnahme der bebtigsstockes gemacht und umfangreiche Sammlungen angelegt. den besonderem Interesse ist der Nachweis, daß auch der Mawensi eunst in ausgedehntem Maße vergletschert gewesen ist. Mitte Jusi #io die beiden Reisenden in die Hochregionen des Kivo überEedelt, um dort ihre Arbeiten fortzusetzen. Abschlußtag der Nationalflugspende. der leitende Ausschuß für die Nationalflugspende beabsichtigt, „Jammlung durch eine einheitliche, für ganz Deutschland an heolg geplante Kundgebung einen möglichst bedeutsamen noch:3 zu geben. Es ist geplant, am 2. Sepetember eine euch kunstierischen Entwürfen hergestellte Medaille zum Preise ende„.“ zu vertreiben und den Ueberschuß der Natonaltftug zuzuführen. Die Bestellung der Medaillen und die Ent199 über die Art des Vertriebes wird den Behörden usw. eeiasen und zur Erwägung gestellt, inwieweit auch Verbände, houf. Vaterländische Frauenverein, die Kriegervereine oder ieh Vereine für die Angelegenheit zu gewinnen sein werden. einem Lelungene Köpenickiade leistete sich dieser Tage ein in groben Berliner Krankenhaus untergebrachter FürsorgezögLerschaffte sich einen weißen Arztmantel und begab sich eiten in den mu) dem Mittagessen, wo die Krankenwärter sich höher## Salen der Patienten aufhalten, im Fahrstuhl in eine — beiezene fremde Krankenstation. Seine Anstaltskleidung und Modiggm öllig verdeckt, und einige ärztliche Utensilten As Anst:... die er in den Hönden hielt, legitmierten ihn Latienzen? Er schritt in die nächste Krankenstube, wo die eine Meiz Eintritt des Arztes sofort aufstanden und sich auf dauftragt#es“ auszogen. Er stellte sich als Dr. Cohn vor, der knstgerecht; sie sofort zu untersuchen. Herr Dr. Cohn setzte auch kopfte unds Stethoslop seinen Patienten auf die Brust, benichts. s betastete sie, und seinem gewissenhaften Auge entging Latzentensiert hörte er sich die Krankheitsgeschichte der sucht, g. m. Einer der Kranken wurde besonders genau untererzählen übte seine Geschichte bis in die kleinsten Einzelheiten sebrachten M. schließlich eine gehörtge Portion der mitder ahnungs9. Es war das wohlbekannte Rizinus, von dem dr Dottor: Latient vier Löffel schluckte. Dann verklebte ihm Wrloht uch u enem riesigen Heftpflofgg,##, Gegensette, und Llasterv: Erst als die Wirkung der Medizin eintrat und das D Köpenichiag Streich des Fürsorgezoglings zutage. die Wire wurde in dem Krankenhause viel belacht, zumal besen sein den Zustand des also Behandelten nicht übel geloll. Si non à vero... seseges Steckbrief des Reisekoffers. Während der diesjährigen eie beach. Zeitg. d. Ver. D. Eisenb.=Verw. zufolge, eine 1 Späckabhisdungg.9 die Probe zu bestehen: das Es ist dies eine Sammlung von Abbilden Musser. Verkehr gebräuchlichsten Formen von kaufmännidachtein Mzla Reisekoffern Reise körben, Reisetaschen, Hut#uzen enha. Gesäcken, Plardhüllen, Schirmfutteralen usw. Im ##ert und in 8. Deft 92 Abbildungen, die fortlaufend nume1#eichret sind gtscher, französischer und englischer Sprache näher den Nied—•s Heft stellt eine Einrichtung dar, die sich bereite 6s son zie ggnden, in Belgien und Frankreich bewährt hat. W##e Gepächstich. Verständigung üder fehlende und über1 zwischende zwischen Reisenden und Gepäckabfertigungen #ender d# letzteren unter einander erleichtern. Meldet ein Scstohl### Fehlen eines Gepäckstückes, so wird ihm wie dem pas Verbrecheralbum, das Gepäck=Abbildungsheft Verkust geratenen Gas.euide Bild heraussuchzt, das dem in Nummer“ mit de.. genau entspricht. Die gefundene dann einem ig aus gevenen„besonderen Kennzeichen“ büldet Geväck, daß d venauen Steckbrief fur das in Verlust geratene leschtert und Erereitung des Ausreißers in hohem Maße erdie Poamtem wird. Nach diesem Steckbrief brauchen und alle Zmestef ausetragten Station nur ihr Heft aufzuschlagen gesche Vwetzel und Mißverständnisse sind von vornherein aus„Augussen. Das Gepäckabbildungsheft hat sich namentlich im mächsg sund die der deutschen Sprache nicht Westfällscher(Derkur. Donnerstag, den 29. Ruguft 1912. Kempinski wünscht!“ Wir lesen in der„Deutschen volksvinget in aug Korrespondenz“: Das Weinrestaurant von Kem„nnm Derei ist weltbekannt, allerdings wie Feinschmecker bewicem Sprecht wegen der Mannigsaltigtent und der Billigkeit, als Egen del Gute seiner Speisen und Getränke. Es entspricht indessen, wie der starke Besuch zeigt, einem Bedürfmis; um die Frühstücks= oder Mittagsstunde ist dort kein Platz zu haben. Das Restaurant bietet auch dem, der nur ein bescheidenes Frühstück einwill, eine reiche Auswahl und einen angenehmen Aufent. 9 Diese Tatsache ist um so höher anzuschlagen, als in Berlin die unzahl der Frühstückslokale nicht gerade reichlich ist, und als sich die Sitte, um 1 Uhr einen Imbiß zu nehmen und die eigentliche Hauptmahlzeit in die Abendstunden zu verlegen, immer mehr und mehr ausbreitet. Nicht nur zahlreiche Bureaus privater Art, auch schon verschiedene Behörden haben dieser Gewohnheit in der Einteilung ihrer Arbeitsstunden Rechnung getragen. Nun ist es eigentlich selbstverständlich, daß derjenige, der unmittelbar nach dem-Fruhstück wecterarbeiten muß, keine geistigen Getränke und ei es auch nur in der Form eines Schoppens leichten Mosclweins zu suy nehmen kann, wenn er nicht für den Nachmittag schläfrig und damit arbeitsunfähig werden will. Herrn Kempinski aber scheint der Brauch, daß in seinem Lokale Wasser getrunken wird, nicht zu passen, sei es nun, daß er seine„stärkeren“ Getränke mit Gewalt los werden, oder daß er die allgemeine Fröhlichkeit in Berlin fördern will. Demsenigen, der zum Frühstück Wasser bez, und sei es auch naturliches Mineralwasser zum Preise von 60§ für die kleine Flasche, wird angekündigt, daß er für die Speisen 50 S mehr zu bezahlen hätte. Auf eine Beschwerde bei einem der Geschäftsführer wird erwidert, daß strikter Befehl„von Oben“ gekommen wäre, in dieser Weise zu verfahren, und daß dieser Besetll auch trotz zahlreicher Reklamationen nicht aufgehoben würde.„Herr Kempinski wünscht eben, daß Wein in seinem Restaurant getrunken würde. Nun könnte man sich ja ein Glas Rotwein, das schon für 50 J zu haben ist, kommen und den Wein unberührt stehen lassen. Ein solches Verfahren entspricht aber weden deutschem Durst, noch deutscher Sparsamkett. Steht einmat Wein da, so trinkt man ihn auch aus, und beginge man selbst damit einen Verstoß gegen Grundsatz und Arbeitsfähigkeit. 50 J aber ohne jede Gegenleistung zu zahlen, liebt der Deutsche auch nicht. Der„Befehl des Herrn Kempinski" bringt also denjenigen, der sein Frühstück bei ihm verzehren möchte, in schwere Zweifel. Dabei verdient Herr Kempinski an einer halben Flasche Mineralwasser sicherlich mehr als an einem Glase Rotwein. Er wütet gegen sein eigenes Wohl, wenn er den Mineralwasserverbrauch künstlich unterbindet.— Und numn noch einige Worte ernst gesprochen! Ist es wirklich zu dulden, wenn Berlins besuchtestes Weinrestaurant nicht zugeben will, daß man sich gelegentlich mit Mineralwasser begnügt? Ueberall im Auslande steigt der Verbrauch an Mineralwassen, der auch den meisten Wirten als vollwertiger Ersatz für den Weinverbrauch erscheint Was sollen Amerikaner und Engländen, die bei Kempinski einkehren, von uns Deutschen denken, wenn sie ihre Absicht, alkoholfrei zu speisen, mit einer Strafe von 50 J auf den Kopf bezahlen müssen? Sie müssen uns für eine Nation von Säufern oder von Räubern halten und damit geht die hier behandelte Frage über den Raum einer Berliner Lokalangelegenheit hinaus! Eine Operette von Frau Toselli. Das geschiedene Ehepaar Toselli hat mit dem Mailänder Musikverlag Sonzogno einen Vertrag für die Aufführung einer von ihnen in Vorbereitung begriffenen Operette abgeschlossen. Der von Frau Toselli verfaßte deutsche Text wird von Paolo Rent ins Italienische übersetzt. Die Aufführung soll in diesem Winter gleichzeitig in Deutschland und Italten stattfinden. Ein„Druckfehler". Ein Setzer, der im Sommer keine Kondition erhalten konnte, nahm eine Aushülfestellung als Kellner in einem Restaurant an. Ein Gast forderte eine Suppe und er servierte sie ihm. Doch kaum hatte er den Rücken gewendet, als ihn der Gast zurückrief:„Sagen Sie, Kellner, ich finde hier eine Nadel in der Suppe, was ist denn das?!“„Ein Druckfehler, Herr,“ erwiderte der Jünger Gutenbergs,„es soll eine Nudel sein.“ Unwetter. Dortmund, 27. Aug. Durch den seit vergangener Nacht herrschenden, mit starken Regengüssen verbundenen Sturm sind im rheinisch=westfälischen Fernsprechnetz große Störungen verursacht worden. Im hiesigen Stadtgebiet allein sind über hundert Leitungen gestört. Der Sturm druckte zahlreiche Fensterscheiben ein und richtete in Gartenanlagen großen Schaden an. Arnsberg. 27. Aug. Im Sauerlande hatte man allgemein mit einer guten Roggen= und Haferernte gerechnet. Nach dem Roggenschnitt setzte der Regen ein, der fast ohne Unterbrechung bis heute angehalten hat. Nur wenige Stiegen konnten eingebracht werden. Der übrige Roggen ist vollständig verdorben. Ebenso schlechte Aussichten bestehen bei dem Hafer. Dieser liegt zur Erde und beginnt zu faulen. Auch der zweite Grasschnitt wird den gewünschten Ertrag nicht bringen. Hält der Regen noch längere Zeit an, dann wird auch die Kartoffelernte ungünstig beeinflußt werden. Elberfeld, 27. Aug. Ein in solcher Stärke und Ausdauer in hiesiger Gegend setten beobachteter Sturm, der in vergangener Nacht wütete und zur Stunde noch unvermindert anhält, richtete an den Telegraphenleitungen großen Schaden an. In Gärten und Anlagen wurden viele Bäume entwurzelt und die Obstbäume zum großen Teil ihrer Früchte beraubt. Auch viele Dächer wurden beschädigt. Köln, 27. Aug. Seit gestern nacht tobt ein außerordentlich heftiger Weststurm, der besonders an den Obstbäumen großen Schaden anrichtet. St. Avold, 27. Aug. Vom Blitz erschlagen wurden vorgestern abend drei Personen, die bei stromendem Regen unter einem Garbenbund auf freiem Feide unweit Oberhomburg in Lothringen Schutz suchten. Die Leichen wurden heute früh gefunden. Kreuznach, 26. Aug. Infolge der starken Niederschläge sind die Nahe und ihre Nebenbäche stark angeschwollen. Da die Regengüsse anhalten, besteht Hochwassergefahr. Einige Bäche sind bereits über die Ufer getreten und brachten den Feldern erheblichen Schaden. Vom Harz, 27. Aug. Die außerordentlichen Niederschläge haben alle Harzbäche und die große Zahl der kleinen und größeren Wasserreservoire des Oberharzes zum Ueberströmen gefüllt. Rhume und Leine gehen infolgedessen mit Hochwasser und überfluten weite Wiesengelände. Elbing, 2e. Aug. Gestern ging über den südlichen Teil der Provinzen Ost= und Westpreußen ein außergewöhnlich schweres Gewitter nieder, verbunden mit woltenbruchartigem Regen. Dabei wurden der Besitzer Quaß bei Bischofsburg und sein zwölfjähriger Sohn vom Blitz getötet. Eisenach, 27. Aug. Fortgesetzte Regengüsse verursachen schwere Ernteschäden. Der Werraftuß ist über seine User getreten. Karlsruhe, 27. Aug. In der vergangenen Nacht richtete ein orkanartiger Sturm in der ganzen weiteren Umgebung von Karlsruhe in den Obstkulturen großen Schaden an. Unter den Bäumen liegt das vom Sturm heruntergeschlagene Obst in großen Massen. Haag, 27. Aug. Ein orkanartiger Sturm richtete heute nacht im ganzen Lande, besonders in der Nähe der Küste, ungeheuren Schaden an. Um 3½ Uhr erreichte das Meer den Scheveninger Strandboulevard und spülte Badekutschen, Strandkabinen usw. fort. Von der Küste werden mehrere Schiffsunfälle gemeldet. Im Haag stockt der Verkehr teilweise, da Beleuchtungsmasten umgeworfen und Leitungsdrähte zerrissen wurden. Der Schaden ist berthtch Sport. + Waltrop, 28. Aug. Der Waltroper Rennverein hat sein diesjähriges Jahresprogramm auf die Hälfte reduziert, und hält nur einen Renntag ab, der auf Mittwoch, den 11. September, festgesetzt ist. Es kommen fünf Konturrenzen zum Austrag, sämtlich Jagdrennen, die von Jockeys zu reiten sind. Das wertvollste Ereignis des Tages ist das Unionkub=Jagdrennen in Höhe von 1700 A für dreijährige und ältere inländische und österreichischungarische Pferde, die 1912 kein Rennen von 1600 A gewonnen haben, und führt über die Distanz von 3200 Meter. Doch hebt sich dieses Rennen nicht wesentlich aus dem Rahmen des Ganzen heraus. Die Preise dieser Rennen bewegen sich zwischen 1200 und 1400 M, die Distanzen zwischen 3000 und 3500 Meter. Im ganzen kommen 7000 M zur Verteilung, die bis auf 650 M, die der Unionklub gestiftet hat, vom Verein garantiert werden. Hiervon entfallen 1200 AA auf dreijährige Inländer, 3000 A auf inländische und österreichisch=ungarische Pferde und 2800 A auf Pferde aller Bünder. Luftschiffahrt. Gotha, 28. Aug.(Telegr.) Heute nachmittag 2.10 Uhr stieg das Luftschiff„Viktoria Luise“ mit vier Passagieren zur Fahrt nach Frankfurt a. M. auf. Ein Iliegeroffizier verbrannk. Laon(Dep. Alsne), 28. Aug.(Telegr.) Der Illegerleutnant Chandenier, der mit seinem Doppeldecker von Douai nach Chalons fliegen wollte, ftürzte bei Crécy=fur-Serre ab. Der Apparat ging in Fiammen auf. Der Illegeroffizier verbrannte. Redente Näurichten. Zur Erkrankung des Kaisers. Berlin, 28. Aug. Es soll, nach Blättermelom n, feststehen, daß die Schweizerreise des Kaisecs aufgegeben wird. Der Leibarzt Dr. Niedner machte starke Bedenken gegen die Reise geltend, die infolge der offiziellen Verpflichtungen große Anforderungen an die Kräfte des Kaisers stellen würde. Der Kaiser habe sich diesen Bedenken nicht verschließen können und in eine Aufgabe der Reise eingewilligt. Nach Meldungen aus Bern gehen jedoch Verhandlungen mit Berlin über eine Progragamanderung dahin, daß der Kaiser nur einen Tag den Manövern beiwohnen dürfte und die Reise nach der Jungfrau und nach Scheidegg aufgibt. Der Kaiser gab dem Wunsche Ausdruck, den Schlußgefechten des Kaisermanövers in den Tagen vom 11. bis 13. September beizuwohnen, um die Kritik abhalten zu können. Es ist nicht daran zu denken, daß er, wie ursprünglich beabsichtigt, in den Baracken wohnen kann. Auf Veranlassung des Militärkabinetts sind unverzüglich Schritte unternommen worden, um für geeignete Quartiere für den Kaiser Sorge zu tragen. Die Teilnahme des Kaiserpaares an dem Festessen für die Provinz Brandenburg am 31. August im Schlosse bleibt sicher gestellt. Ebenso ist bestimmt, daß der Kaiser persönlich am 2. September die Parade auf dem Tempelhofer Felde abnehmen wird. Berlin, 28. Aug.(Telegr.) Wolffs Bureau verbreitet folgende Meldung: Die Entzündungserscheinungen sind beseitigt. Die Schmerzen haben sich verloren, zur völligen, Wiederherstellung bedarf der Kaiser noch einige Tage der Schonung. Wilhelmshöhe, 28. Aug.(Telegr.) Der Kaiser machte heute vormittag bei günstigem Wetter einen längeren Spaziergang. Köln, 28. Aug.(Telegr.) Zwei Bertiner Telegramme der „Köln. Ztg" über die Aussichten der Schweizer Reise des Kaisers besagen, daß das letzte Wort natürlich den Aerzten zufällt. Jedenfalls ist der schweizerischen Regierung bis heute keine Absage übermittelt worden. Infolge der Besserung im Befinden des Kaisers ist die größte Wayrscheinlichkeit vorhanden, daß die Abreise stattfindet. Auch dürfte das Reiseprogramm mit einigen unwesentlichen Aenderungen durchgeführt werden. Die Kaisermanöver in Sachsen. w Dresden, 28. Aug. Die Stadt ist anläßlich der Manöverfestlichkeiten mit Tannenreisig, Blumenkränzen und Fensterteppichen geschmückt, die im Verein mit über die Straße gespannten Guirlanden und im Winde flatternden Fahnen ein buntfarbiges, malerisches Bild ergeben. Am Eingang der Pragerstraße erhebt sich eine imposante Ehrenpforte. Auf dem Platze vor dem neuen Rathause ragen über 20 mächtige in Rot gehaltene Pilonen empor, die oben mit Grün und Gold dekoriert und mit Blumenkörben geschmückt sind. Die vornehm wirkende Dekoration des Altmarktes schließt das ganze Festgepräge harmonisch ab. Die Morgenblätter widmen dem deutschen Kronprinzen sowie den anderen als Gäste des Königs von Sachsen eintreffenden Fürstlichkeiten herzliche Willkommenartikel. Prinz Ludwig von Bayern traf heute früh 8,35 Uhr in der Uniform des Infanterie=Regiments 102 auf dem hiearm Hanendapuhof ein, wo er vom Könige, der die Umr bayerischen Infanterie=Regiments angelegt hatte, herzlich begrußt wurde. Zum Empfange waren außerdem erschienen: Der bayerische Gesandte Graf von Montgelas, der bayerische Generalkonsul Reichel sowie der dem Prinzen zugeteilte Ehrendienst. Auf dem Wiener Platz vor dem Hauptbahnhof nahm der Militärverein 102 mit Fahne Aufstellung. Der Prinz schritt die Front des Militarvereins ab. Nach einem vom Vorsitzenden des Vereins ausgebrachten Hoch auf den Prinzen fuhr Prinz Ludwig an der Seite des Königs in das Residenzschloß, wo er Wohnung nahm. Um 9,30 Uhr traf Fürst HohenloheBartenslein ein. Er wurde im Auftrage des Königs vom Kronprinzen empfangen und nach dem Schloß geleitet. Merseburg, 28. Aug.(Telegr.) Der Kronprinz ist heute vormittag 11,40 Uhr zu den Manöverfestlichkeiten nach Dresden abgefahren. In dem Zuge befand sich auch Prinz Eitel Friedrich, der um 11,30 Uhr in Merseburg mit dem fahrplanmäßigen Zuge von Halle eingetroffen war. Dresden, 28. Aug.(Telegr.) Der deutsche Kronprinz traf in Begleitung des Prinzen Eitel Friedrich heute nachmittag 3 Uhr im Sonderzuge auf dem Hauptbahnhofe ein. Zur Begrüßung hatte sich der König und der Kronprinz von Sachsen eingefunden. Es fand ein großer militärischer Empfang statt. Das Wetter hat sich aufgeklärt.— Der Großherzog von Baden traf vormittags 11,20 Uhr auf dem Hauptbahnhof ein, wo sich der König zur Begrüßung eingefunden hatte. Außer dem Ehrendienst erschien der badische Gesandte in Berlin Graf Berchheim. Der König fuhr mit seinen Gästen zum Residenzschloß, wo der Großherzog wohnt. Auch Generalfeldmarschall v. Bock und Polach und Kriegsminister v. Heeringen sind eingetroffen. Wien, 28. Aug. Der„Wiener Allgemeinen Zeitung" zufolge soll der Besuch des Königs von England bei Kaiser Franz Josef erst im April nächsten Jahres stattfinden. Paris, 28. Aug. Der französische Botschafter in Petersburg, Louis, wird demnächst einen zweimonatigen Urlaub antreten und im November auf seinen Posten zurückkehren. Konstankinopel, 28. Aug.(Telegr.) Der Wasi von Monastir, ein Jungtürke namens Munif, wurde abgesetzt. Enver Bey und zwei andere Führer, die den Widerstand in Tripolis und Benghast leiten, sollen vom Komitee abberufen werden, um an dem jungtürktschen Kongreß teilzunehmen. Beirut, 28. Aug. Viele Hundert Drusen griffen nach einer Meldung des„L.=A.“, in dem Libanonorte Ain Sofar die christlichen Milizsoldaten an, die von der christlichen Bevölkerung unterstützt wurden. Auf beiden Seiten gab es zahlreiche Tote. Das von Europäern besuchte größte Gasthaus wurde beschossen. Alle Fremden sind geflüchtet. Sandels-Nacbrichten. Eigene Drahtberichte des„Westl. Merkur“. Getreide. Berlin, 28. Aug. Produktenbörse. Weizen Sept.(212½) 213¼, Okt.(212) 213 1/. Dez.(211½) 212 1/. Mai(213½) 214 1/1. Roggen Sept.(173¼) 173 ¼, Okt.(173½) 173 1/, Dez.(173¼) 173 ¼1, Mai(176) 176. Hafer Sept.(176¼) 176, Okt.(175½) 176¼, Dez.(—)—. Mai(—) 178. Mais amer. Sept. (147) 147, Dez.(147) 147. Mehl 27.00—29.50. Roggenmehl 21.00 bis 22.80. Stimmungsbericht. Die andauernd ungünstige Witterung im Verein mit der festen Haltung der amerikanischen Märkte ließ den Weizenmarkt in sehr fester Haltung verkehren. Auch Hafer tendierte bei lebhaftem Geschäft nach oben, bei Preissleigerungen bis zu 1 M. während Roggen den gestrigen Stand nur behaupten konnte. Mais und Rühöl waren träge. Wetter bedeckt. * H a m b u r g, 2 8. A u g. P r o d u k t e n b ö r s e. G e r s t e, s ü d russ., cif August 125, ruhig, schwimmend 139—000, Sept-Dez. 124¼—000. * Paris, 28. Aug. Wetter schön. Anfang Schluß Anfang Schluß Hafer Aug. Sept Sept-Dez. Nov.-Febr. Roggen Aug. Sept. Sept-Dez. Nov.-Febr. Sucker. * H a m b u r g, 2 8. A u g., n e c h m. 3 U h r.( M i t t e l b e r i c h t.) R ü b e n Robrucker 1. Produkt Basis 88% Rendement neue Usance frei an Bord Hamburg. Aug.(12,80) 12.321„, Sept.(12.02½) 11.55, Okt.(10.10) 9,97½. Dez.(10.00) 9.92½. Jan.-März (10.13) 10,05, Mai(10,30) 10,20. Alles die S0kg. ruhig. Magdeburg, 28. Aug. Kornzucker 88% ohne Sack 11.55-1 Nachprodukte 75% ohne Sack 00.00-00,00. Stimmung Brodraffinade 1. ohne Fass 24,50-24.50. Krystallzucker 1. m. 00,00-00,00. Gem. Raffinade mit Sack 24,25-24,25. Gem. Mellmit Sack 23.75-23,75. Stimmung geschäftsl. Bei Abnahme von mindestens 200 Zentnern alles netto Zentner. Rohzucker 1. Prodult Transito frei an Bord Hamburg. Aug. 12.55 Gd., 12.75 Brt., Sept. 11.70(d., 11.85 Brf., Okt. 10,00 Gd., 10.05 Brf., Okt. Dez. 9.95 Gd., 9.97½ Brf., Jan.-März 10.05 Gd., 10,10 Brt. Mai 10.20 Gd., 10,22½ Brf. Alles die 30kg. ruhig. Raffee. * Hamburg, 28. Aug., nachm. 3 Uhr.(Mittelbericht.) Goog average Santos Sept.(63¼) 64. Der.(64¼) 64½. Märt (64¼) 64 1/1. Mai(64) 6411. stetig. “ Havre, 23. Aug., nachm. 3 Uhr 30 Min. Kaffee good average Santos Sept. 79½. Dez. 80¼ März 80¼. Mai 80. stetig. Baumwolle. * B r e m e n, 2 8. A u g. B a u m w o l l e. U p l a n d m i d d l. l o c o( 6 2) 61¼. ruhig. * L i v e r p o o l, 2 8. A u g., m i t t a g s 1 2 U h r 4 5 M i n. B a u m w o l l e. Umsatz 6000 Ballen, davon für Spekulation u. Export 1000 Ballen. Tendenz für Amerikaner loco: ruhig. Preist 6,58. Amerikanische Good ordinary Lieferungen—. ruhig. Aug.(6,45) 6,21, Aug.Sept.(6,15) 6,13, Sept.-Okt.(6,03) 6. 0S, Okt.-Nov.(6,00) 5,99, Nov.Dez.(5.96) 5,95, Dez.-Jan.(5.96) 5.93, Jan.-Febr.(5,97) 5,96, Febr.März(5,98) 5,97, März-April(5.99) 5.98, April-Mai(6,01) 5.99. Oele und Spiritus. * Berlin, 28. Aug. Rüböl. Okt.(67.50)—.—. Der.(67,90) 67.90. * Paris, 28. Aug. Wetter schön. Anfang Schluß Rüböl Aug. Sept. Sept-Dez. Jan.-April Spiritus Aug. Sept. 28. 27. Anfang 26. Schluß 27. willig 50.50 49.25 ruhig 82.— 80.75 79.50 74.— Amerikanische Warenkurse. * New Vork, 28. Aug. Baumwolle. Okt.(10,88) 10,80, Dez.(11,00) 10,94, Jan.(10.88) 10.80, März(11,02) 10,93. schw.beh. * C h i c a g o, 2 8. A u g. W e i z e n. S e p t.( 9 4 ½) 9 4 ½. D e z. (94½) 94 3/8. fest. Mais. Dez.(35½) 55% fest. Hafer. Dez.(33½) 33 * Chicago, 28. Aug. Schmalz. Okt.(11,00) 11,00. Pork. Okt.(17,92) 17,90. * Die A.-G. Vott& Woll in Gütersloh teilt mit, daß Gerüchte über einen etwaigen Dividendenrückgang reine Mutmaßungen darstellen. In keinem Jahre sei die Lage allerdinge s0 schwierig gewesen wie in diesem; die Fleischpreise hätten eine Höhe erreicht wie niemals zuvor, dabei sei die Materialbeschaffung nicht leicht dewesen. Auf der andern Seite habe die Gesellschaft aber auch höhere Preise für die Erzeugnisse erzielen können, und der Absatz sei durchweg gut gewesen. Ueber die voraussichtliche Dividende könnten noch keine Angaben gemacht werden. * Vom Walzdrahtverband. Angesichts der Schwierigkeiten, die sich der Erneuerung des Walzdrahtverbandes infolge der hohen Quotenansprüche entgegenstellen, soll, wie aus Köln berichtet wird, unter den Verbandswerken ein Abkommen getroffen werden, wonach das Syndikat auf etwaein halbes Jahr provisorisch verlängert wird, um dadurch den Zertall des Verbandes zu verhüten und Zeit für weitere Beratungen zu gewinnen. * R h e i n i s c h- W e s t f ä l i s c h e S t a b e i s e n h ä n d l e r- V e r e i n i g u n g i n Essen. Nunmehr hat auch diese Gruppe beschlossen, mit Wirkung vom 20. August ab die Preise für Bleche, Stabeisen und Bandeisen um 5 M die Tonne zu erhöhen. * Die Baufirma Köster u. Schreiber in Essen sucht, Blättermeldungen zufolge, ein Moratorium nach. In einer am 26. d. M. abgehaltenen Gläubigerversammlung wurde festgestellt daß sich die Verbindlichkeiten auf 163 000 M belaufen, denen ar Vermödenswerten 143000 M gegenüberstehen. * E i s e n- u n d F i t t i n g s w e r k e, A.- G. i n M e t t m a n n. A m 2 7 d. M. fand in Mettmann die diesjährige ordentliche Hauptversammlung der Gesellschaft statt; 10 Aktionäre vertraten das Lesamte, 1 Mill. M betragende Aktienkapital. Der Geschäftsbericht stellt am Schlusse des ersten Geschältsjahre.s (1911-12) fest, daß die Erwartungen, die in das usammenarbeiten der beiden Werke Mettmann und Velbert gestellt wurden, sich voll erfüllt haben. Ein Gesamtumsatz von 2211 927 M wurde erzielt. Der Reingewinn betrug, nach Abschreibungen von 110 940 M. 204 919 M. Die Versammlung genehmitte den Abschluß und beschloß, 12000 M der Rücklage zu überweisen, 5000 M dem Delkredere-Bestand zuzuwenden, 27 500 M für VerLütungen an Aufsichtsrat usw. aufzuwenden, eine sofort zahlbare Dividende von 12 Prozent gleich 120000 M auszuschütten und den Rest von 40 419 M auf neue Rechnung vorzutragen. Der bisherige Aufsichtsrat, bestehend aus den Herren Rentner Herm. Hüttenhain-Bonn, Renter Heinrich Heymann, Rentner Hugo Fingscheidt(beide in Düsseldorf) und Kaufmann Paul Dörken-Gevelsberg, wurde wiedergewählt. Die vorgeschlagene Erhöhung des Grundkapitals um 500 000 Mark auf 1 500000 M wurde ebenfalls einstimmit genehmigt; davon bekommt die frühere Gesellschaft Krone G. m. b. H. 300 000 M, während die Aktionäre auf die übrigen 200 000 M das Bezugsrecht mit der Maßgabe erhielten, daß auf je 5 alte Aktien 1 neue entfällt. Die Aktionäre haben diese Aktien vollständin übernommen. Ueber die Aussichten wurde mitgeteilt, daß die Gesellschaft in beiden Abteilungen gut beschäftigt ist. Man glaubt deshalb zu der Annahme berechtigt zu sein, daß im nächsten Jahre wenigstens wieder die gleiche Dividende auf das erböhte Aktienkapital verteilt werden kann. * Verdingung von Zement. Die Finanzdeputation zu Hamburg schreibt zum 10. September d. J. 540000 k4 Portlandzement zur Submission aus. * Dresdner Preßbeien- und Kornspiritus-Fabrik, Dresden. Das Betriebsjahr 1911-12 ergab, dem Geschäftsbericht zufolge, nach Abschreibungen von 67 362(56 757) M und Rückstellungen auf Spezialreservefondskonto von 34 000(36 000) M einen Reingewinn von 160 542(145 723) M. Hiervon sollen 14(13½) Proz. Dividende ausgeschüttet und 2604(4265) M auf neue Rechnung vorgetragen werden. In der Bilanz erscheinen Bestände mit 143929(114 469) M. Wertpapiere mit 365 762(370 792) M. Debitoren mit 374632(380 262) M und Kreditoren mit 120 662 (111 363) Mark, wovon auf Branntweinsteuerkredit 36 520(71 331) Mark entfallen. Die Verwaltung hofft, daß durch das neue Branntweinsteuergesetz das kommende Rechnungsjahr nicht wesentlich belastet werden und daß, im Fall der Verband Deutscher Preßheiefabrikanten sich auflösen sollte, die Gesellschaft dank ihrer vollkommenen Fabrikations-Einrichtungen in freierem Wettbewerb genügenden Absatz bei lohnenden Preisen finden werde. * Porzellan-Konvention. Die zurzeit in Leipzit tagenden Verbände der deutschen Spezialhändlerschaft in Glas und Poszellan sprachen sich für die Verlängerung der PorzellanKonvention mit der Begründung aus, daß während des Bestehene der Konvention die Güte des deutschen Porzellans sich außerordentlich gehoben und dies den Auslandabsatz gefördert habe. * Verbindung des russischen Eisenbahnnetzes mit dem Ostindiens über Persien. Dem„B. L.-A.“ wird berichtet, daß nunmehr eine Gesellschaft zur Ausführung der Vorarbeiten für dieses Projekt gebildet worden ist, in welcher sämtliche Petertburger, Moskauer und Warschauer Großbanken, ferner von französischen Firmen die Banque de Paris et de PaysBas, die Société Générale, der Crédit Lyonnais und das Comptoir National d’Escompte, von englischen Firmen das Bankhaus Baring Brothers sowie die Firma F. D. Sasson u. Co., sowie die Imperial Banc of Persia beteiligt sind. Der Verwaltungsrat besicht aus 24 Personen, von denen je acht dem russischen, englischen und französischen Konsortium angehören. Es befinden sich darunter Hugo Baring, Vicomte John L. Harrington, Fourton, Fischer, Lion, Graf d'Arnou, A. A. Bunge, E. D. Lwow. A. F. Muchin, A. J. Putilow, A. J. Wyschnegradski, P. O. Goukassow, N. Raffalowitsch, Rutkowski und andere. * Dividendenvorschläge. Der Generalversammlung der A.-G. Farbwerke Franz Rasquin in MülheimRhein wird die Verteilung einer Dividende von 13 Proz.(wie i. V.) bei reichlichen Rückstellungen vorgeschlagen werden.— Der Aufsichtsrat des Stahlwerks Becker, A.-G., Willich bei Krefeld, hat beschlossen, der Hauptversammlung die Verteilung einer Dividende von 8 Proz, gegen 6 Proz. im Vorjahre vorzuschlagen.— Der Aufsichtsrat der Wotan-Werke, A.-G. in Leipzig beschloß, für das am 30. Juni beendigte Geschäftsjahr 1911-12 der Hauptversammlung wieder 20 Proz. Dividende vorzuschlagen, bei größeren Abschreibungen und Rückstellungen wie im Vorjahre. Neugründung von Gesellschaften. Unter der Fa. DeutschArgentinische Düngemittel-HandelsgeselI schaft m. b. H. in Berlin ist am 23. d. M. eine Gesellschaft in das Handelsregister Berlin eingetragen, die sich mit dem Vertrieb und dem Handel von künstlichen Düngemitteln allen Art nach Argentinien, Paraguay und Urugav befassen soll. Dat Gesellschaltskapilal beträgt 1 Mill. M. Der Gesellschaft ist die Vertretung des Kalisyndikats in den genannten Ländern ül ertrefen worden. Der Aufsichtsrat besteht aus Herren Richard Fuhrmann-Antwerpen(Vors.), The Lasen-Düsset, dorf(stellv.), Baltbazar-Bonn, Bloem-Barmen, Goedhart-Düsseldorf, Laupenmühlen-Berlin und Müller-Antwerpen. Geschäluführer ist Dr. Pasmana-Berlin.— Die Blechembalageisbelk Anion Reiche in Dresden wurde mit 2 790 000 M Geund. 18 # K Nr. 4J7.(Dorgen Ausgabe. Westtdllscher(Derkur. Donnerstag, den 29. Ruguft 1912. kapital in eine Aktiengesellschaft umdewandelt. Unter der Firme Magia Plaataten C. m. H. wurde in Hauburg ein neues Kolosialusternehmen Segründet, das den Erwerb. Betrieb und die Verwertung der Plantate Matia auf Samos berweckt. Das Stammkapital beträgt 340 000 M. Geschäftsführer et Geort Trapfott Wilhelm Hatedorn.— Ia Petersburg et mit emem Aktienkapttal von 200 000 Rbl. eine Gesellschaft He1o Stinne:" zum Zweck des Erwerbes und der Ausbstrung mechanischer Schwimmdock: und sonsllger aur Verfrachtung von Kohles in den Häfen des Baldischen Meeres, namentuch in denen von Reval und Petersburg eowie im Kronstadter Handelshalen betründet worden. Aus Petersburg, 28. Auf. wird gemeldet: Dieser Tage erhielt die Petersburger Geseilschaft für Elektrisch. Kraftübertragung von Wassertällen die kaiserliche BeDie Gesellschaft, an deren Spitze das Brüsseler Bankhaus Gebr. P. u S. Mottar sicht, kaufte die Wasserfälle Finalands und die Stromschnellen der Wolchow mit den andrenzenden Grundstücken an und sicherte sich auch den Wez nach Petersburg für die eriorderlichen Leitungen. Die Generalversammlung der neuen Gesellschaft, an deren Gründung fünf größere Banken Petersburge beteihtt sind, wählle zum Präsideaten der Verwaltung den Direktor der Russisch-Asiatischen Bank Exzeilenz Putiloff und zum geschäftsführenden Direktor und Vizepräsidenten der Verwaltung den Gch. Staatsrat Paul Bleistättiabrik vorm. Johans Faber, A.-C., Närnberg, Der Abschluß für das Geschäftsjahr 1911-12 ertibt einen Reinzewinn von 888 521(828 324) M. Nach den üblichen Abschreibungen verbleiben 630 355(545 356) M Reingewinn, denen 39 646 Mark (53 635 M) Gewinnvortraß binzutreten. Nach 12000 M Zuweisungen an die Rücklagen und Verwendung von 20 000 M vie i. V.) zu Wohllahrtezwecken schlägt der Aufeichtsse##i:: Berliner Börse. Eigener Drahtbericht des„Westfällschen Merkur“. Schlusskurse. 27.8. 28. 6. Privatdiskont. 4 1* Wechs. Amst. kurz 169.25— " Brüssel„ 80.70— " Italien„ 80.15— Scheck London.. 20.46 20,465 Wechs. Lond. kurz 20.435— Scheck Paris 80975 30.95 Weile Paris kurz 30.975— „ Wien„ 184.825 84.825 4 D. Reichsanl. 100.90 100.90 31.—„„ 89,60 39.50 52„„ 79.60 79.50 1% Preuss. Kons. 100.90 100.90 4 Westf. Pr.-Anl. 31.5 dto. 1915 3%4 Münst. St.-A. 12, Westf. Pfandbr. 3½5 dto. 4# R.-W. Rentenbr 31/2 dto. 1# dto. Bd.-Kr. Pidbr. IX 3 ½4 dto. IV 69.60 89.50 79.60 79.50 99.00 99.00 87.90 188.00 93.25 92.90 97.60 97.60 87.75 87.40 99.80 99.80 88.50 88.50 96.70 96.70 87.80 67.80 dende vor, während 42597 150m—, M der 15 Proz. Di vortetraten werden.„„ * Freiberrlich vos rucbersche Drauerei, A.-u., Nurnberg, Der Abschluß für 1911-12 ertibt nach reichlichen Abschreibunden(i. V. 279 000 M) zuzüglich 183 982(172 707) M Gewinnvortraß einen Reingewinn von 939628(954 438] M, woraus wieder 14 Proz. Dividende bei 172660 M Gewinnvortrag rteschlagen werden. * Die Brown, Boveri u. Cie. A.-G. in Manabeim, die bekannte deutsche Tochtergesellschaft der schweizerischen Browa-Boveri-Gesellschaft, erzielte im Geschäftsjahr 1911-12 einen Fabrikationsgewinn von 3 262 765(2 824 680) M. Nach Abzug der Geseralunkesten und bei Abschreibungen von 504 943(432 116) M verbleibt ein Reingewinn von 435 058(331 789] M, von dem 5(4) Proz. Dividende gleich 300 000(240 000) M zur Ausschuttung kommen. Vorzetragen werden 42 718 M. Wie der Geschältsbericht dazu ausführt, konnte leditlich intolte der bedeutenden Erhöbung der Erzeutung ein besseres Erträgmis als im Vorjahre erzielt werden, da die Besserung der Preise für die hauptsächlich in Betracht kommenden Erzeugnisse gegenuber dem Vorjahr nur schwach gewesen und durch die gesteiterten Rohstoffpreise sowie durch Lohnerhöhungen mehr wie ausgetlichen worden sei. Den größten Anteil an den Erzeugnissen habe wiederum die Herstellung von Dampiturbiaen einzenommen, bei denen der Absatz wieder gesließen sei. Die Maschinenanlagen für die Torpedoboote seien dem Betrieb überteben worden und hätten ihre stark beanspruchten Probeund Abnahmefahrten zur Zutriedenbeit bestanden. Als neue Bestellung habe die Gesellschaft die Turbinenanlaße für den Antrieb des kleinen Kreuzers„Ersatz Geyer“ erhalten. Die Bemühung der„Turbinia, Deutsche Parsoas Marine A.-G., die Schiffsturbinen der Gesellschaft auch in die deutsche Handelsmarine einzuführen, habe den Erfolg gehabt, daß die neuen Riesendampfer der Hamburg-Amerika-Linie mit Turbinen ausgestattet werden, die unter der Lizenz der„Turbinia gebaut werden. Die Gesellschaft selbst habe den Auftrat auf eine Niederdruck-Schiffsturbinenanlage für einen Personendampfer der Hamburg-Amerika-Linie erhalten. Sie treie somit in das neue Geschäftsjahr auch in der Schiffturbinen-Abteilung mit voller Beschäftitzung ein. Die Abteilungen für elektrische Maschinen und Geräte seien ebentalls im vergangenen Geschäftsjahr vollauf beschäftigt gewesen und zwar nauptsächlich mit Erzeugnissen für Bert- und Hüttenwesen und verwandte Betriede. Sehr günstite Ergebnisse habe die Gesellschaft wiederum mit den von ihr eingeführten Systemen von Hauptschacht-Förderanlagen erzielt und viele neue Anlagen in Auftraß erhalten. Besondere Anerkennung haben die neu eingeführten und durchkonstruierten Sicherheits- und Steuerapparate 4efunden, die auch im kommenden Geschäftsjahre erhebliche Aufträße erhoffen lassen. Die Hoffnung, die an die Errichtung der Zweitniederlassung in Saarbrücken unter Trennung des Kleinmotorenbaues von der Herstellung in Maschinen in Maanheim geknüpft worden waren, hätten sich erfüllt. Das Jahresergebnis dieser Abteilung sei, obgleich sie sich infolge der Neueinrichtung noch nicht voll entwickeln konnte, durchaus befriedigend gewesen. Der Auftragsbestand sei so stark gestieten, daß Erweiterungen notwendiß geworden seien. Da die Howaldswerke Kiel, bei denen die Gesellschaft mit nom. 170000 M Vorzugsaktien beteiligt ist, im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder ohne Gewinn gearbeitet hat, sah sich die Gesellschaft veranlaßt, auf ihren Aktienbesitz 42 500 M abzuschreiben. Die übriger Beteilitzungen sind unverändert geblieben. Die Dividende der Turbinia, Deutsche Parsons-Marine-A.-G. in Berlin betrut wieder 8 Proz. für Stammund Vorzugsaktien. Die Cußwerke, A.-G. in Frankenthal verteilten wieder 6 Proz. Dividende. Für 1911-12 hat die Turbinia 10 Proz. Dividende auf die Stamm- und 8 Proz. auf die Vorzugeaktien ausgeschüttet, die im nächsten Jahre verrechnet werden. Die Vorräte stehen mit 3676 620(2 804 073) M und die Rohstoffe mit 2 456 558(2 266 636) M zu Buch. Ueber die Aussichten teilt der Bericht mit, daß die Gesellschaft in das neue Geschäftsjahr mit einem sehr hohen Auftragsbestand in allen Abteilungen eintrete, der ihr volle Beschäftigung für das laukende Jahr ziehere.„ * Oesterreichische Sücbaha. Guter- und Personenverkehr der Südbahn zeigen, einer Wiener Meldung zufolge, steigende Zitlern. Im Güterverkehr hat namentlich die Beförderung von Industrieartikeln, speziell von Massen- und Stückgülern, zugenommen. Der Getreideverkehr ist seit einem Monate schwächer. Der Triester Verkehr entspricht jenem des Vorjahres. * Russische Bank für auswärtigen Humdel in Petersburg. Die Rohbilanz per 1. Juli d. J. weist auf an Zinsen und Kommissionen 6 638 349(4 388 177) Rubel, wovon 1 736 157 Rubel aus 1911 übertragen waren. Anderseits ligurieren an Unkosten 2 750 509 (2682 031) Rubel, Steuersoll 692 957(570 420) Rubel und an Protestwechseln 525 510(295 530) Rubel. Für 1912 30 Mill. Rubel Aktien voll am Erträguis.(Im Vorjahr 40 Mill Rbl. voll und 10 Mill. Rbl. zur Hälfte.) * Die Textilwarenmesse in Nischay-Nowgorod, welche nunmehr beendet ist, hat ein selten günstiges Ergebnis gehabt. Die Vorräte in Woll- und Baumwollstoffen sind sämtlich zu bedeutend erhöhten Preisen geräumt. Für einzeine Artikel herrschte tatsächlicher Mangel.(„Hann. C.“) * K ü n d i g u n g d e s K a m e r u n e r G u m m i- S y n d i k a t e s. U m d i e starke Konkurrenz beim Einkauf von Kautschuk zu beschränken und sich von den starken Preisschwankungen am Kautschukmarkte beim Einkauf unabhängiger zu machen, schlossen vor einigen Jahren die sechs bedeutendsten Kameruner Firmen im Syndikat ab, das die Maximalpreise für den Einkauf vorschrieb. Die meisten übrigen Firmen Kameruns verpflichteten sich seinerzeit, die Preise des Syndikats anzuerkennen und beim Einkauf zugrunde zu legen. Inzwischen ist nun eine Reihe von Outsiders entstanden, die die Maximalpreise des Syndikats überbieten. Es handelt sich hierbei zum Teil um neue Firmen, zum Teil um Vertreter ausländischer Häuser. Infolgedessen ist, laut„B. T.“, das Syndikat zum 1. Oktober 1912 gekündigt worden. In Fachkreisen hofft man aber, daß es mittlerweile gelingen wird, das Syndikat, das für die Rentabilität der Kautschukfirmen sehr günstig war, entweder zu verlängern oder in einer Transport-Werte. Canada-Aktien 271,00 274.00 Hamb.-A. Packetf. 157.50 156.50 Hanse Dampfsch. 312.25 314.40 Nordd. Lloyd 127,00 129.00 Banken. Barmer Nankv. 118.75 118.70 Berg.-Märk. Bank 150,00 150.25 Berl. Handelsges. 109.40 172.75 Darmstädt. Bank 121,60 122.90 Deutsche Bank 256,00 259.30 Diskontogesellsch. 187.75 189.75 Dresdner Bank 155.00157.50 Ess. Kreditanstalt 160.75 160.90 Märkische Bank 100.00 100,00 Nationalb. f. Otsch. 123.25 125.00 Osnabrücker Bank 127.25 127.00 Rh.-Westf. Disc. 124,00 124,00 Schaaffh. Bankv. 124.25 124.50 Brauereien. Bochumer Victoria 108,00 108.25 Dortm. Aktien-Br. 375,00 375.00 " Union-Br. 435,00 434.00 " Victoria 117.75 117,00 Germania Dortm. 143,60 143.50 Glückaufbr. Gels. 130,50 130,60 Isenbeck Hamm 102,00 102.00 Lindenbr. Unna 73.50 73.75 Löwenbr. Dortm. 178,00 178.25 Müser Langendr. 134,25 134,25 Industrie-Aktien. A-G.f. Verkehrsw. 205,30 207.25 Allg. Elektr-Ges. 269.90 269.50 Anglo Cont. Guano 119,40 119.40 Ankerw. Hengst. 121.75 120,35 Aplerb. Bergbau 164,00 164,00 Aumetz Friede 194,90 195,10 Balcke Maschinen 245.75 245.80 Balcke, Teller.& C. 114.00 115.50 Bergmann Elektr. 137,50 138.00 Biel. Masch. Dürk. 492,50 491.00 Bismarckhütte 159,75 157.75 Bochum. Gußstahl 237.60 238,60 Böhler 228.50 228.50 Bösperde Walzw. 94,00 94.00 Braunk u Brik-Ind. 186.00 185.50 Buderus Eisenw 115,75 115.50 Chem. Ind. Gelsen. 151.50 151.25 Cölner Bergwerk 493,25 492.00 Concord. Bergbau 314,25 314,30 Consolidation 363,25 362,00 D.-Lux. Bergw. 181.70 181,00 D. Uebers. Elektr. 169.80 169.80 Deutsch. Gasglühl 598.00 600,00 „ Erdöl 295,25 293.00 „ Waffen-M. 547.50 550,00 Donnersmardhüt. 321,10 321.10 Düss. Eisen Draht 142.25 142.25 „ Eisenhütte 178,00 180.00 Oynamit Trust 27.8. 28. 8. Elektr. Lichtu. Kraft 138,50 138.50 Eschweiler Bergw. 165,00 165,00 „ Eisen.—— Ess. Steinkohlen. 171.90171.25 Fag. Mannst. V.-A. 142.00:42.50 Felt& Guill. Lahm. 160.25 160.10 Flöther Maschinen 264.50 266.50 Geisweider Eisen 232.00 232.80 Geisenk. Bergu. 201,80 201.10 " Gußstahl 92.60 92.50 Georgs-M. St.-Akt. 103,00 105.00 Vorz.-A. 113,00 113.40 Ges. f elektr. Unt. 177.70 176,80 Hann.Maich. Egeit. 273.00 276,00 Hark. Brück. St.-A. 116.50 116.50 " St.-Pr.—— Harpener Bergbau 197.50 197.30 Hasper Eisen 175.00 175.75 Hedwigshütte 147,00 148,00 Herbrand Waggon 171.50 171.50 Höchst. Farbwerke 645,00 647.50 Hoesch Stahlwerke 334.00 333,00 Hohenlohe-Werke 183.25 184.50 Hotelbetr.-Ges. 180,25 178.00 Humboldt Masch. 123.30123.40 Kön.Wilh. B. St.-A. 266.00 266.00 " St.-Pr. 347,00 346.00 Königsborn Bergu. 247,00 247.90 Körting Gebr. 128.60 128.25 Küppersbusch 213,00214,00 Lahmeyer& Co. 128.50 127.90 Laurahütte 177.10177.30 Lüdensch. Metall 134.50 134.50 Magdeb. Bergw. 520,00 520.00 Mannesmannröhr. 215,25 215.00 Mark Portl.-Cem. 95.00 95.10 Märk.-Witf. Bergw. 129.10 130.00 Maschinenf. Baum 137,10137.50 Massener Bergu.— 8— Mülheimer Bergw. 179,30 178.75 Nordd Gummifabr 78.25 78.50 Wollkämmerei 149.75/149.00 Oberichl. Eis.-Bed. 103.00 103.25 „ Eisenindustr. 83,60 83,80 Orenstein 4 Koppel 216.25/217.00 Osnabr. Kupfer 83,00 85.00 Panzer 11675117.50 Phönix Bergwerk 273.80/274.10 Rheinfelden 153,00 153,00 Rhein. Braunkohl. 169.70 170.00 „ Metallw.-St.-A.—— „ Vorz.-Akt. 88,40 88.00 „ Stahlwerke. 178,00 178.40 Rh.-W. Kalkwerke 169,00 165.00 Cem.-Industr. 134,00 132,75 „ Sprengstoff 230,00232.25 Rombacher Hütte 178,00 177.50 Rote Erde, Eisen—!— Rütgerswerke 197,50 197.75 Schuckert Elektr. 162,00 162,00 Schulz-Knaudt 156,90 157,60 Sieg.-Sol. Gussst. 86,00 85,00 Siemens& Halske 241.10 240,90 Steaua Romana 156,60 156.60 Stett. Chamotte-A. 254,00 256.00 Stettiner Vulkan 197,80 196.10 Stolberger Zinkh. 141.00 140.75 Thale Eisen St.-P. 275,10 275.00 „ V.-A. 275.10 275,00 Leonh. Tietz 125,25125.25 V. Berl.-Fri. Gum. 131,25 136.50 „ Cöln-Rottw. P. 332,00 333.25 „ Otsch. Nickelw. 277.50 277.75 „ Zypenkp; Wissen 184,00 184.50 Wasserw. Gelsenk. 206,50 206,00 Westeregeln Alkali 208,00 208,50 Westfalia Cement 122.00 122.00 Westf.Drahtinduft. 161,00 161,00 „ Drahtwerke 140.00 140.09 „ Kupfer 116,00 117,80 „ Stahlwerke 55,00 55,70 Wick. Portl.-Cem 97,00 97.50 Wittener Glashütte 101.00 101.80 „ Gussstabl 193,80 192,00 „ Stahlröhren 221,50 223.00 Zivilstand der Stadt Münster. (Jachdrut verbolen.) Geburten: 21. August. Sohn des Agenten Ferd. Merkwitz.— S. d. Ziegelearbetters Ludw. Liedtke.— T. d. Fuhrunternehmers Heinrich gt Peer üfesch ners August Hüls.— Aug. S. d. Maurers Josef Tiemann.— G. d. Schundermeisters Franz Poteme.— 25. Aug. S. d. Leutnants Max Pfesser.— 26. Aug. S. d. Mezgermeisters Ludw. Boß.— T. d. Beschäftsboten Karl Klerberg. Aufgebote: 27. Aug. Anstreicher Iunus Toepsch u. Wwe. Karoline Suntrop, d. h.— Bauarbeiter Anton Knapheide u. Maria Gude, b. d.— Bürstenmacher Ferdinand Schlupomann und Anna Müller, b. h.— Schreiner Georg Beste v. d. u. Josesa Rapp v. Grafschaft, Am Schmallenberg.— GerichtsAssessor Alfons Tophof u. Maria Hellraeth, b. h. Deiraten: 27. August. Sergeant Gust. Nitsche und Alwine Steinmann, v. h.— Bäckermeister Walter Oellers u. Maria Frönd, b. h. Sterbefälle: 26. Aug. Orgelbauer Franz Retetzty. 55 J.— Haushältermn Anna Bruns, 65 J. Tianinos, Flugel, Harmoniums von Ibach, Schrel, Lipp, Rosenkranz, Thürmer, Seiler, Neumeyer, Estey, Karn, Hosberg. Hörügel usw. in allen Preislagen.— Hoher Barrabatt.— Teilzahlungen jeder Art. 3064 Gute, gebrauchte Pianos. Neer Kentochel Niemann Rothenburg 22 gegr. 1839. Telephon 581. Qeues wandel P 4*.. Altdeutscher Kuchen: 450 Gramm Mehl, 1 Paket Reese=Puddingpulver(Vanille=, Mandel=, oder Zi. trone=Geschmack), 200 Gramm Zucker, 200 Gramm Butter, 4—5 Eier, 1/ Liter Milch, Rosinen und Sukkade nach lieben, 1 Paket Reese-„Backwunder“. Die Behandlung ersieht man aus Seite 3 des rühmlichst bekannten„Backwunder"= Rezeptbuches der Reese:Gesellschaft, Hameln (in allen„Backwunder“= Verkaufsstellen gratis zu W Bekanntmachung. 178,25 179,40 Nachbörse. Otaviminen. 96.80 94.00 Deutsche Kall-Akt. 159.60 159.00 Noranäuser—— Oesterr. Kredit Russenbank Russen 1902. Türkenlose Schantungbahn Lombarden 162 202¼ 163 Canada 270% 274½ Baltimore 198¼ 108% Oriental. Eisenb. 165“, 165 ½ Warschau- Wiener:—]— Bochumer Gussst. 2381 236 ½ Deutsch- Luxemb. 181¾ 181 Hohenlohe-Werke Laurahütte 183 178½ 184: 178 Phöniz 273 ¼274 Rhein. Stahlwerke 178½ 178“ Rombacher Hütte Gelsenkirchener Harpener Hamb.-A. Packetf. Hansa Dampfschiff Nordd. Lloyd Allg. Elektr.Ges. D. Uebers. Elektr. Siemens& Halske Schuckert Elektr. Ges.f.elekt. Untern South West Africe 141 5/8 178 178 201“.201 197* 197½ 157“ 156 312½315 127 126 270½269“ 169 7170 241 ¾/240 162½162¾ 177 5 Tendenz: fest. anderen Form auszubauen. Verhandlungen, Jaufen, sind bereits im Gange. die hierauf hinaus9. Konkurse. (Reihenfolge der Angaben: Ort, Firma, Tag der Eröflnung. Anmeldefrist. Dortmund. Schreinermeister Eduard Lipproß. Verfahren aufLädenscheid. Walter Schulte, Handlung in Leder und TreibrieHerne. Eheleute Wirt Ernst Rosenkranz. Schlußtermin 25. 9. Herne. Kaufmann B. Sikorski. Schlußtermin 25. 9. Herne. Lederhändler Josef Zita. Schlußtermin 25. Paderborn. Schneidermeister Heinrich Kraft. Soest. Spester Spar- und Creditbank. Verfahren aufgehoben. Unna. In dem über das Vermögen des verstorbenen Buchdruckereibesitzers Fr. Foltz verhängten Konkursverfahren wird an die Gläubiger in den nächsten Tagen eine Abschlagzzahlung von 50 Proz. ausgezahlt, während ihre volle Befriedigung infolge günstiger Verwertung der zur Konkursmasse gehörenden Grundstucke in eicht stcht. Verfahren aufder zur sicherer AusTendenz-Bericht. * Berlin, 28. Aug. Das Hauptinteresse der Börsenkreise wandte sich heute in verstärktem Maße dem Bankenmarkte zu, der seit langer Zeit vernachlässigt war und worin bis zum gestrizen Tage nur ganz geringfügige Umsätze stattgefunden haben. Die schon gestern in Fluß gekommene Aufwärtsbewegung setzte sich heute in kräftigem Maße fort, und das Geschäft auf diesem Marktgebiete nahm einen lebhaften Charakter an. Der Grund für die Hausse ist wohl hauptsächlich darin zu suchen, daß man infolge der großen Ernte und des lebhaften Geschäftsganges der Industrie reichliche Erträgnisse erwartet. Auch verlautete, daß einzelne Institute die in ihrem Besitze befindlichen Effekten zu hohen Kursen abgestoßen haben. Ferner wollte man die Steigerung auch auf das Bestehen größerer Blanco-Engagements zurückführen. Neben dem Bankenmarkte waren es besonders wieder Canada-Aktien, die sehr lebhaft umgesetzt wurden und infolge Newyorker Anregungen ca. 4 Proz. gewinnen konnten. Auf dem Markte der Verkehrswerte erfreuten sich auch Schantungbahn-Aktien einer großen Nachfrage; sie setzten mit einem 2 Proz. höheren Kurse ein und konnten später noch mehr als 1 Prozent anziehen. Wie es hieß, soll die erste Bahn große Posten dieses Papieres aus dem Markte genommen haben. Auf dem Montanmarkte war die Haltung zwar wieder fest, er trat aber heute gegenüber der Lebhaftigkeit am Bankenmarkte mehr in den Hintergrund; die Kursveränderungen waren nur wenig belangreich. Elektrowerte waren gleichtalls etwas gebessert. Von Schiffahrtswerten, die bei Beginn eine schwächere Hallung aufwiesen, zeißte sich später für Hansa erneut gute Meinung, so daß dieses Papier im Verlaufe eine mehr als 2proz. Steißerung erfuhr. Italienische und türkische Werte litten unter Realisierungen.— Als später am Bankenmarkte, namentlich in Deutsche Bank-Aktien, die mit einem um mehr als 3 Proz, höheren Kurse eröffnet hatten, eine leichte Abschwächung eintrat, seizte sich allgemein eine wenn auch nur unbedeutende Herabsetzung des Kureniveaus durch. Tägl. Geld 3.30 Proz., Ultimogeld 4,625 Prozent: Geld einige Tage über Ultimo 4.50 bis 4,75 Prozent. Die Seehandlung blieb bei ihren bisherigen Bedingungen. Am Montanmarkte bröckellen die Kurse später weiter ab, mit Ausnahme von Hohenlohe, für die sich Nachfrage zeigte. Sonst blieb die feste Grundstimmung bestehen. In der 3. Börsenstunde waren Kolonialwerte fest. Im übrigen veränderten sich die Kurse nur wenig. Am Kassamarkte der Industriewerte war die Haltung geteilt. Akkumulatoren 7,75, Ver. Thüringer-Metall 7, Terrain-Nordost 4,75, Schlesische Celluloid 4,50 und Nordd. Lederpappe 4 Proz. höher. Mechanische Linden 4, Kruschwitz-Zucker 4 und Rhein.Westf. Kalk ebenialls 4 Proz. niedriger. Nach dem Versicherungsgesetz für Angestellte vom 20. Dezember 1911(Reichs=Gesetzbl. S. 989) sind von den versicherten Angestellten und ihren Arbeitgebern Vertrauensmänner zu wählen. Diese Vertrauensmanner wählen Beisitzer für den Verwaltungsrat, die Rentenausschüsse, die Schiedsgerichte und das Oberschiedsgericht und können von der Reichsversicherungsanstalt oder den Rentenausschüssen bei Erledigung ihrer Geschäfte zur Mitwirkung in Anspruch genommen werden. Sie sind also die Vertreter der Beteiligten bei der Ausführung und Handhabung des Versicherungsgesetzes für Angestellte. Die Wahlen der Vertrauensmänner werden voraussichtlich im Herbste dieses Jahres stattfinden. Hierbei gilt als Ausweis für die versicherten Angestellten die Versicherungskarte, für die Arbeitgeber eine von der Gemeindebehörde ausgestellte Bescheinigung über die Zahl der von ihnen regelmäßig beschäftigten versicherten Angestellten. Die Versicherungskarten werden von den Ausgabestellen der Angestelltenversicherung für die versicherten Angestellten ausgestellt, insoweit sie nicht Mitglieder von Ersatzkassen sind. Voraussetzung für die Ausstellung der Versicherungskarte ist, daß der versicherte Angestellte zuvor die Vordrucke einer Aufnahme= und Versicherungskarte, welche bei den Ausgabestellen unentgeltlich erhältlich sind, ausgefüllt und der Ausgabestelle eingereicht hat. Alle versicherten Angestellten im Landkreise Münster werden aufgefordert, sich schleunigst von der Ausgabestelle, in deren Bezirk sie beschäftigt sind, oder von ihrem Arbeitgeber, sofern er im Besitze der Vordrucke ist, die Vordruckeiner Aufnahme- und einer Versicherungskarte verabreichen zu lassen und unter Einreichung der ausgefüllten Vordrucke bei der Ausgabestelle ihres Beschäftigungsortes die Ausstellung der Versicherungskarte zu beantragen. Ueber die Ausfüllung gibt die mit den Vordrucken auszuhändigends Belehrung Auskunft. Als Ausweis ist der Ausgabestelle der Steuerzettel und gegebenenfalls die Quittungskarte der Invaliden= und Hinterbliebenenversicherung vorzulegen. Versicherte Angestellte, welche bei den Wahlen nicht im Besitz einer Versicherungskarte sind, gehen ihres Wahlrechts verlustig. Die Arbeitgeber, welche versicherte Angestellte beschäftigen, werden aufgefordert, bis zur Wahl sich von der Gemeindebehörde eine Bescheinigung über die Zahl der von ihnen regelmäßig beschäftigten versicherten Angestellten ausstellen zu lassen. Ohne diese Bescheinigung können sie zur Wahl nicht zugelassen werden. Ausgabestellen im Landkreise Münster sind die Ortspolizeibehörden. Dies ist a) für die Gemeinden St. Mauritz, Handorf, Hiltrup und Amelsbüren der Herr Amtmann des Amtsbezirks St. Rauritz in Münster:. 9.: I Mienburgg umd b) für die Gemeinden Albachten, Bosensell, Rienbeige und Roxel der Herr Amtmann des Amtsbezirks Roxel in c) für die Gemeinde Havirbeck der Herr Amtmann des Amtsbezirks Havixbeck in Havixbeck; d) für die Gemeinden Nottuln, Appelhülsen und Schapdetten der Herr Ehrenamtmann des Amtsbezirks Nottuln in Nottuln:.. W 464, Enas. e) für die Gemeinden Albersloy, Alerp##lichen, Angelmodde, Rinkerode, Wolbeck Wiegbold und Wolbeck Ksp. der Herr Amtmann des Amtsbezirks Wolbeck in Wolbeck Wiegbold: 1) für die Gemeinden Gimbte, Greven, r. d. E. und Greven l. d. E. der Herr Amtmann des Amtsbezirks Greven in Greven:.„ ,.. 6.— Amimamm g) für die Gemeinde Saerveck der Heil Ammann des Amtsbezirks Saerbeck in Saerbeck und h) für die Gemeinden Telgte St., Telgte Ksp. und Westbevern der Herr Amtmann des Amtsbezirks Telgte in Telgte St. Münster, den 26. August 1912. Der Königliche Landrat des Landkreises Münster. MADEIRA Canarischen Inseln ull des erschleeslges Fest- and Posasplordompfern des WOERMANN-LINIE * M ü n s t e r, 2 7. A u g u s t. D e r h e u t e h i e r a b g e h a l t e n e P f e r d e markt war, wohl infolge der sehr ungünstigen Witterung nur wenig besucht und der Auftrieb und Umsatz recht gering. Arbeitspferde bester Qualität waren kaum angetrieben. Für gute Arbeitspferde wurden durchschnittlich 750—900 M Sezahlt. II. Qualität kosteten 450—600 M. Ostpreußische Pferde besserer Qualität kosteten 500—650 M. Litauer Pony: kosteten 350—450 M. Ausranzierte(Schlachtpferde) kosteten 100—175 M. Es waren andetrieben 68 Pferde und 4 Fohlen. Der nächste Viehmarkt findet am Dienstag, den 17. September statt. Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Hauptredakteur Theodor Warnecke, für den Anzeigen= und Reklameteil: Ricola Feegen, beide in Münster. Braut-Seider. u.135 55 — Schon verzollt!— Verlangen Sie Muster!— 935s G. Honneberg, Zürloh. HAMBURG-AMERIKA LINIE nonere Aushuntt worsmann umk bei der Bogernameun (Passage Abtellung), für die Schhte der niansurck. AMERIKR LINIE bei der HAMBURG-AMERIKN LINIE (Afrika-Dienst) oder bei den Agenten beider Gesellichifer Nopa I„ von landwirtschaftlichen Maschinen und Lokomobilen werden prompt und billig ausbeführt. Eisenwerk R. u., Hoerde-Dortmund, Fabrik für Dampfkessel= Eisenkonstr.=Feldbahnen. 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Die Chemnitzer T hinterlassen, als der r gleichfalls im roten S Damals kam es bekan zwischen den sozialder ahnungslose Mitläufer den den Rücken kehrte hat von der Größe u schen Partei nicht viel den. In Chemnitz so 110 Reichstagsmanda renden Genossen sind Sieg im Januar d. J. ken ist, sondern daß und den Brüdern vor muß man auf der he gehen. Man darf nider Revolution und d gilt jetzt, die verbrüde scheu zu machen. Darf man den und es liegen leider 2 hat die rote Propaga Lehrern und sogar d Erfolge erzielt. Vor zialdemokratie darauf Maske anzulegen. I bereits der ehemalige klärt, daß die deutsch alle unsinnigen Gen gespinste verzichten ur Volk in eine Reihe wolle. Auch sonst ist Partei in letzter Zeit revolutionären Ideen Grund hierfür ist au fürchtung der Genosse Maßnahmen gegen kommen. In Bade Genosse Frank von e her gegen die Soziald Darum wird aud Grundton des Maßv nigstens liegt in der Frage aber ist es, ob werden. 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