Tienstag, 10. Januar. Der Westfäl. Werkur erscheint täglich sweimal, am Tage nach Bonn- und Teiertagen einmal. Reilagen: Illustrierte Unterhaltungs=Beilage(wöchentlich) von Wertpapieren(3 mal monatlich), nedaktion: lütkegasse 1—3. Sprechstunde 10—11 Uhr Vorm. Königltr. 59. Geöffnet 8 Uhr vorm. bis 7 Uhr abds. Verlag und Notationsdruck der Westsälischen Vereinsbruckerei. Prodenummern: Achttägiger Probeversand des Westsätischen Merkur gratis und franko. Bestellungen mit deutlicher Adressenangabe wolle man richten an die Geschäftsstelle, Königstraße 59. Telegramm-Adreile: IIlerkur, Ilüniterweitt. cerniprech-Anichluß: Redaktion Nr. 203, Seichdttsitelle Nr. 112. 1911.— Nr. 16. Bezugepreife: Pierteljährsich: In Münster bei der Geschäftsstelle Mi. 8.60 al.“ wärts bei allen deutschen Postämtern Mt. 8.60. Postämtern Mt. 3.6 ster bei der Geschdltenelle NI. 209 ausSegründet 1822. AN F 4er 0AK. Die„konfessionelle Abschliefung“ der Drotestanten. Pastor Bunke hat in der von ihm herausgegebenen „Reformation“ einen Artikel über Wittenberg und Rom veröffentlicht, der in der Tagespresse mehrfach Beachtung gefunden hat. Die konservative„Kreuzztg.“ beruft sich auf das Zeugnis dieses protestantischen Predigers, um ihre Partei gegen die Vorwürfe wegen des Zusammenarbeitens mit dem Zentrum zu verteidigen und die positiv=evangelischen Kreise zu warnen gegenüber dem liberalen Versuche,„den Kampf zwischen Wittenberg und Rom wieder einmal in den Reichstag, vor das konfessionslose Forum, zu verlegen“. Die gute Absicht des Pastors Bunke erkennen auch wir gerne an, und wir halten es für sehr richtig, wenn er darlegt, der vielfach angestrebte„Zusammenschluß aller Protestanten ohne Unterschied gegen das Zentrum“ würde nicht der katholischen Kirche, sondern vielmehr dem positiven Bekenntnis gefährlich werden. Herr Bunke begleitet aber diese friedliebenden Ausführungen mit einer Aufzählung der protestantischen Vorwürfe gegen den Katholizismus, und da zeigt es sich, wie tief auch der wohlmeinende Protestant in den Vorurteilen steckt. Wir wollen heute nur einen Punkt aus der Anklageliste hervorheben, der gerade mit dem Hauptthema des Bunke'schen Artikels in innerem Zusammenhange steht. Herr Bunke sagt nämlich: auf protestantischer Seite mißbillige man durchweg die„Abschließungspraxis, die von der katholischen Kirche gepflegt wird“. Auf protestantischer Seite wolle man„keine geistigen Mauern aufrichten zwischen den Gliedern unseres Volkes“, usw. Nun, wenn die Abschließungspraxis auf katholischer Seite so schrecklich wäre, so müßten doch die katholischen Wähler und deren Abgeordnete auch auf dem politischen und besonders dem parlamentarischen Gebiete die Absonderung betreiben. Das Zentrum, das die Gegner stets als eine katholisch=konfessionelle Partei hinstellen, müßte demgemäß vor jedem Bündnis oder sogar vor einem freundschaftlichen Zusammenarbeiten mit andersgläubigen Parteien zurückschrecken. Und wenn das Zentrum mit der konservativen Partei, die sich als Anhängerin von Wittenberg bekennt, in der Finanzreform und andern großen Fragen zusammengeht, so müßte sich doch auf katholischer Seite die Abschließungspraxis geltend machen in Widerspruch und Auflehnung gegen den sog. schwarzblauen Block, in Aufwalltg des angeblichen kuror catholicus. Aber was sehen wir? Wie liegen die Tatsachen!— Umgekehrt wird ein Schuh daraus. Auf katholischer Seite regt sich niemand auf über die Arbeitsgemeinschaft mit Evangelischen oder über das ganze liberale Gerede von dem„Block“, der die Konfessionsgrenzen überspringe. Vom kuror catholicus keine Spur. Desto mehr aber vom furor protestanticus, der schon bei den Wahlen von 1907 nach dem Zeugnis des Bülow'schen Wahlmachers Keim die treibende Kraft war, und der jetzt aufgepeitscht wird von den Gegnern der Konservativen. Pastor Bunke stellt in dieser Beziehung fest: „Derjenige Weg, der gegenwärtig in den weitesten Kreisen der evangelischen Kirche den meisten Beifall findet, ist der des Zusammenschlusses aller Protestanten ohne Unterschied gegen das Zentrum. Da haben wir die allerschärfste Abschließungspraxis, nicht bloß auf religiös=sittlichem, sondern auf dem ganzen politischen Gebiete,— eine Abschließungspraxis mit feindseliger Tendenz gegen jene Partei, deren Abgeordnete und Wähler größtenteils dem katholischen Bekenntnis angehören. Gegen diese protestantischen Abschließungs= und Kampftendenzen müssen Herr Bunke und die konservative Presse mit viel Mühe und Klugheit zu Felde ziehen. Es macht ihnen Sorge, wie sie die protestantischen Wähler vor der Irreleitung durch die konfessionelle Hetze bewahren sollen. — Und auf unserer Seite— gibt es da überhaupt einen katholischen Wähler, der sagt oder denkt:„Ich wähle den alten Zentrumsabgeordneten nicht wieder, weil er mit einer protestantischen Partei ein Bündnis eingegangen ist?“ Auch der Abg. Roeren und alle diejenigen Zentrumsanhänger, welche die katholische Weltanschauung in der Ausführung des Zentrumsprogramms mehr betont wissen wollen, haben stets erklärt, daß sie keine„konfessionelle" Partei aus dem Zentrum machen wollten— was ihnen wiederholt fälschlich nachgesagt worden ist— und daß sie gegen den Eintritt von Protestanten in das Zentrum nichts zu erinnern hatten, daß sie an dem politischen nicht=konfessionellen Charakter der Partei festhielten usw. Von einem„Zusammenschluß aller Katholiken ohne Unterschied gegen die evangelischen Parteien“ hat überhaupt niemand auch nur geträumt. Wir erwähnen diese unbestreitbaren Tatsachen, um zu zeigen, daß die„Abschließungspraxis“ und die konfessionelle Unverträglichkeit ganz wo anders blüht, als auf katholischer Seite. Beutschlane. Berlin, 9. Januar. „* Sind sie Sozialdemokraten oder Nationalliberale? auch in Bochum haben— ebenso wie in Essen, Gelsentirchen, Dortmund, Rath usw.— viele„Genossen" bei den Stadtverordnetenstichwahlen zwischen Zentrum und Nationalliberalen für die letzteren gestimmt, obwohl gerade die Cheinisch=westfälischen Nationalliberalen Gegner der Sozialvolltik, dafür aber um so eifrigere Scharfmacher sind. In Dochum hat die Zahl nach Ausweis der Listen rund 300 vetragen. Das ist immerhin nur eine Minderheit und das Otalistische Organ für Bochum ist mit ihrem Verhalten ticht einverstanden. Es kann die Tatsache nicht leugnen, daß die Dreihundert nationalliberal gewählt haben, aber hüft sich, indem es ihre Genossenqualität in 61e9t. Die Ausrede ist nicht ganz ehrlich, aber soviel sieht nan doch, daß das Bochumer Sozialistenblatt im Unterschlede von seinem Dortmunder„Bruderblatte“ jene StichWahlabstimmung mißbilligt. Besonders heiter ist nun, daß die Dreihundert auch von den Nationalliberalen nicht als Sezialdemokraten, sondern als ihre Gesinnungsgenossen engesprochen werden. Ihre Parteileitung hat ein Zirkular ellassen, das die Freude über den errungenen Sieg aussPricht, den braven Mitstreitern dankt, aber auch betont, Laß noch erhebliche Kosten zu decken sind, und den AdressaEen um einen Beitrag bittet. Dieses Zirkular ist auch den Preihundert oder wenigstens einem Teile von ihnen zug Zangen. Die Nationalliberalen stehen sonst in dem schein##nllte Kassen zu verfügen. In Bochum dagegen weinen sie über wenig Geld, dafür aber um so mehr über keine Ironie und Witz zu verfügen. Die strittigen Dre dundert sitzen nun da und wissen selber nicht recht, 0 Sozialdemokraten oder Nationalliberale sind. I Eine protestantische Marienpredigt. Von befreundeter evangelischer Seite werden wir aufmerksam gemacht auf eine Predigtsammlung der beiden zur modern liberalen Richtung gehörenden Nürnberger Pastoren Dr. Geyer und Dr. Rittelmeyer, unter dem Titel:„Gott und die Seele", in 8. Auflage erschienen. Darin kann man lesen in einer „Maria“ überschriebenen Predigt, die am Magnifikat und an das Wort„Selig werden mich preisen alle Kindeskinder“ anknüpft: „Ist dieses Wort nicht in Erfüllung gegangen? Ach, wenn wir denken an alle die Ave Maria, die gebetet werden, und an all die Marienlieder, die seit diesem Magnisikat gesungen worden sind, wenn wir die Altäre zählen, die der Mutter Jesu errichtet wurden, und die Marienbilder, vor denen die fromme Einfalt(!) ihr Lichtlein anzündet; wenn wir die Marienlegenden(!) lesen von ihrer unbefleckten Empfängnis, die zum Glaubenssatz gemacht worden ist, bis zu ihrer leiblichen Himmelfahrt, die zum Dogma erhoben werden soll, und von den Marienfesten hören, die jahraus jahrein gefeiert werden... dann möchte es uns schier schwer ums Herz(!) werden. Und sicherlich, wenn die Maria des Neuen Testaments, wenn diese demütige und glaubensstarke Maria durch all die Kirchen wandeln würde, die ihr zu Ehren gebaut sind, und sähe die Opfer, die ihr gebracht werden, sie würde bis in die innerste Seele hinein ergrimmen(!) über die Erfüllung ihres Wortes. Wie Paulus und Barnabas ihre Kleider zerrissen und unter das Volk sprangen, als ihnen die Priester Opfertiere und Kränze entgegenbrachten, so würde sie rufen: Ihr Männer und Frauen, was macht ihr da? Aber daß Maria vom Unverstand(1) mit Ehren überhäuft wird.. daß das Bild ihres Sohnes verdeckt und übermalt worden ist mit Linien, die ein irregeleiteter Glaube(]) gezogen und mit den Farben, die eine mehr heidnische alschristliche (!) Frömmigkeit aufgetragen hat...“(S. 50). Wir wollen uns begnügen, die Tatsache festzustellen, daß hier zwei Pastoren von der katholischen Marienverehrung reden in einer Weise, die zeigt, daß sie nicht die geringste Ahnung von der Sache haben. Die Geschichte von dem Auftreten der Apostel Paulus und Barnabas in Lystra steht in der Apostelgeschichte 14, 8 ff. wo man lesen kann, daß die dortigen Priester und das Volk den beiden opfern wollte, weil sie glaubten, Zeus, der höchste Gott, und sein Bote Hermes sei in ihnen erschienen. Meinen vielleicht Herr Rittelmeyer und Herr Geyer, die Katholiken sähen in Maria eine Göttin, der sie opferten? Dann allerdings wird ihr törichter Ausfall begreiflich, aber dann verraten sie eine Unkenntnis der Sache, von der sie reden wollen, die nur als Schande bezeichnet werden kann. Und die Ehre des Sohnes ist durch die Verehrung des Sohnes verdeckt? Seltsam! das zu hören von Leuten, die die Ehre des Sohnes längst preisgegeben haben und ihm die Gottheit, die er sich selbst zuschreibt, absprechen! Bei dieser Gelegenheit sei verwiesen auf das Buch von Dr. Rieder, Zur innerkirchlichen Krisis des heutigen Protestantismus, Freiburg 1910, Herder, das die für die Ehre des Sohnes höchst traurigen Ergebnisse eines Ganges durch die Predigtliteratur des modernen liberalen Protestantismus enthält. Auf den Anhang, „Der Katholizismus in den modernen protestantischen Predigten", sei besonders aufmerksam gemacht. Man wird dann verstehen, woher so manch unbegreifliches Mißverständnis der katholischen Kirche beim protestantischen Volke stammt, aber auch begreifen, wie dieses inhaltleere „Christentum“ dem ersten Ansturm des Freidenkertums hilflos erliegen muß. * Ein evangelischer Preßverband für Deutschland ist nach einer vom Wolffschen Telegraphenbureau verbreiteten Meldung ins Leben getreten. Die in Berlin unter dem Vorsitz des Admirals Büchsel geschaffene Zentrale, der zurzeit 42 Provinzialpreßverbände und Vereine angehören, will in voller Unabhängigkeit der deutschen Presse zu dienen suchen durch schnelle, umfassende und zuverlässige Berichterstattung über die Lebensäußerungen der evangelischen Kirche, sowie durch Darbietung sachkundiger Erörterungen über aktuelle Fragen, wie sozialethische Probleme, Frauen=Frage, literarische Erscheinungen, Kunst, Theater, Sittlichkeit, Alkohol, Wohnungsfrage usw. Parteipolitische und theologische Streitfragen sollen ausgeschlossen bleiben. Der Verband erläßt soeben einen Aufruf, der 86 Unterschriften trägt. Ob parteipolitische und theologische Fragen wirklich ausgeschlossen bleiben werden, kann füglich bezweifelt werden; eigentümlich berührt es, daß wieder ein„Admiral“ an der Spitze des Verbandes steht. * Ansiedelung deutscher Eisenbahnarbeiter in der Provinz Posen. Die Königliche Eisenbahndirektion Stettin hat folgende Verfügung erlassen: Um dem Mangel an deutschen Eisenbahnarbeitern in der Provinz Posen abzuhelfen und deutsche Arbeiter dort seßhaft zu machen, werden an den Eisenbahnstrecken, auf den Bahnhöfen oder ganz in deren Nähe Rentengüter gegründet. Zu jedem Rentengut gehört ein eingeschossiges Wohnhaus für eine Familie und ein Stallgebäude; daran schließt sich außer einem Stück Gartenland von etwa 10 Ar eine Landparzelle von etwa 50 Ar an, die die nötigen Feldfrüchte für den Haushalt und Futter für etwa 4 Schweine liefert. Im allgemeinen stellen sich die Kosten für ein Rentengut auf 3800 bis 4000 A; davon sind von jedem Ansiedler 500 A bar anzuzahlen. Das Restkaufgeld von 3300 bis 3500 M ist mit 3½ Proz. zu verzinsen und mit 1½ Proz. zu tilgen. Für Verzinsung und Tilgung sind somit zusammen 5 Proz.= 165 bis 175 A jährlich aufzubringen, solange bis das Restkaufgeld getilgt ist, was in etwa 35 Jahren geschieht. Für die zum Rentengut gehörigen etwa 50 Ar sind jährlich ungefähr 20 M Pacht zu zahlen.— Die Beschäftigung erfolgt zunächst im Bahnunterhaltungsdienst. Je nach Führung und Leistungen können tüchtige Leute in die besser bezahlten Hilfsbeamtenstellen(Hilfsbahnwärter, Hilfsweichensteller usw.), sogar in die Stellen von Unterbeamten aufrücken. Den für den Eisenbahndienst angenommenen Arbeitern, sowie ihren Familien, wird nach dem Dienstort freie Eisenbahnfahrt und freie Beförderung der Wirtschaftssachen auf der Eisenbahn gewährt, außerdem zur Bestreitung der Uebersiedelungs= und ersten Einrichtungskosten Beihilfen bis zum Höchstbetrage von 60 A, von denen die erste Hälfte sogleich nach dem Umzuge und der Rest nach Jahresfrist gezahlt wird. Arbeitern, die nicht in der Lage sind, die zur Anzahlung sofort erforderlichen 500 A aus eigenen Mitteln aufzubringen, soll versucht werden, diese Anzahlung zu erleichtern. Geeignete, möglichst nicht über 35 Jahre alte, verheiratete Bewerber erhalten weitere Aufklärung durch die vorgesetzte Inspektion. An diese sind Bewerbungsgesuche zu richten. Die reichsländischen Verfassungsdemonstrationen. * Mülhausen i. E., 8. Jan. Die für heute angesetzten Demonstrationsumzüge gegen den Regierungsentwurf für eine Verfassung von Elsaß=Lothringen haben sich programmäßig abgewickelt und, soweit sich bis jetzt übersehen läßt, zu keiner besonderen Störung geführt. Besonders zahlreich war die Beteiligung in Straßburg, Colmar und dem industriereichen Mülhausen. Die Teilnehmer an den Umzügen waren in der Hauptsache Sozialdemokraten, da die Liberalen und Demokraten eine offizielle Anteilnahme abgelehnt hatten. Sehr entgegenkommend hatte sich der hiesige Kreisdirektor, Polizeipräsident Dieckmann, gezeigt, der auf Ansuchen des Reichstagsabgeordneten Engel fast alle Wünsche des Organisationskomitees für den Umzug erfüllt hatte. Nach Schluß der öffentlichen Volksversammlung in der neuen Markthalle, in der die Verfassungsvorlage der Regierung in Grund und Boden kritisiert worden war, bewegte sich der lange Zug durch die Belforter=, Straßburger=, Colmarer=, Zeughaus=, Lange=, Linné=, Fabrik= und Dornacherstraße, wo sich der Zug an der Ueberdeckungsstrecke auflöste. In der Erlaubnis des Polizeipräsidenten hieß es:„Gemäß§ 2 der Ortspolizeiverordnung vom 1. Dezember 1886 genehmige ich, daß an der Spitze des Zuges Trommler und Pfeifer spielen, daß in der Mitte des Zuges die Arbeitermusik abwechselnd den Sozialistenmarsch und den Andreas=Hofer=Marsch spielt, und daß Arbeitergesangvereine die„Internationale“ und den„Weckruf“ singen.— Genau nach dieser polizeilichen Genehmigung spielte sich die ganze Sache ab. Das Publikum betrachtete den Zug mit großer Neugierde. Parteitag der bayerischen Zentrumspartei. □ München, 8. Januar. Die abgeschlossenen Beratungen des Parteitags der Zentrumspartei in Bayern waren getragen von einer geradezu überraschenden Einigkeit, so konstatierte Abg. Held am Schlusse des Parteitags. Dies Wort stellen wir voran. Es gilt für alle Einzelstadien dieses Parteitages, sowohl für die Beratungen des geschäftsführenden Neunerausschusses und des Zentralkomitees als auch jene der Delegierten selbst. In der sozialdemokratischen Presse werden eine Reihe von Geschichtchen über den Parteitag verbreitet, die ins Reich der Fabel gehören. Vor allem hat der Parteitag wie früher, so auch jetzt, nicht öffentlich getagt, um den Delegierten freieste Aussprache zu ermoglichen und sie dazu zu ermuntern. Es sollen auch jene sprechen, die nicht redegeübt sind. Das ist der Haupt=Grund des Abschlusses des Parteitags gegen die Oeffentlichkeit. Der zweite Grund ist der Wunsch, die Kundgebung des Parteitags nachdrucksvoller zu gestalten durch die bloße Mitteilung der Beschlüsse und der Gesamthaltung des Parteitags, ohne die Einzelheiten der Beratungen. In Wirklichkeit könnten die Reden und die Einzelausführungen ruhig mitgeteilt werden. Es ist gar kein Grund vorhanden, etwas zu verschweigen. Die Sache ist ja ausgezeichnet gegangen, sie hat das Licht der Oeffentlichkeit nicht zu scheuen. Den Vorsitz auf dem Parteitag führte Abg. Dr. v. Daller, der trotz seiner zurzeit weniger günstigen Gesundheitsverhältnisse tapfer ausharrte, soweit er es vermochte, ohne die notwendige Schonung zu versäumen. Es war eine geradezu rührende Szene, als Abg. Dr. v. Orterer den greisen Parteiführer feierte in herzlichen Worten der Liebe und des Dankes und als Dr. v. Daller in bescheidenen Worten sein ehrliches Streben zum Ganzen welches ihn durch ein langes Leben geleitet hat, kundgab. An seiner Seite wirkte und ihn vertrat als stellvertretender Vorsitzender der Abg. Giehr!, der zugleich die Hauptlast der Referate zu tragen hatte. Er ist auch Vorsitzender des Neunerausschusses. Seiner Hingabe, Umsicht Tüchtigkeit und Gewandtheit ist es mit zu danken, daß der Parteitag einen so glatten, schönen Verlauf genommen hat. Der Parteitag hatte für die Reichstagswahlen die Wahlparole festzusetzen. Das ist mit hinreißendem Elan und mit einer nicht einmal in Einzeldingen abweichenden Einigkeit geschehen. Das kommt daher, weil die beschlossene Wahlparole etwas Selbstverständliches enthält und dem zwingenden Gebot der Lage entspricht. Merkwürdig ist nur, daß die sozialdemokratische Presse sich so verdutzt stellt, wobei der Berliner„Vorwärts" sich durch ein arges Geschimpf zu helfen sucht. Die Wahlparole wendet sich mit voller Wucht gegen die Sozialdemokratie und den Linksliberalismus, während sie die Unterstützung der rechtsstehenden Parteien(Bayerischen Konservativen, Landwirtbündler) ohne weiteres proklamiert, die der Nationalliberalen je nach den Verhältnissen von Fall zu Fall in Aussicht stellt. Ein zu unterstützender Nationalliberaler darf kein Kulturkämpfer sein, und er muß für die Fortführung der bisherigen Schutzzoll= und Wirtschaftspolitik eintreten. Nach der Schutzzoll= und Wirtschaftspolitik dwird ausgeschieden, sie ist das positive Ziel, um das gekämpft wird. Wenn die Nationalliberalen die Zeichen der Zeit verstehen dann fliegen aus Speyer=Ludwigshafen und Landau=Neustadt die Sozialdemokraten hinaus und in anderen Wahlkreisen kommen sie nicht auf, wo sie knapp vor dem Siege stehen. Die Wahlparole wurde im jetzigen Wortlaut vom Neunerausschuß im Zentralkomitee eingebracht; nicht ein Jota wurde an der Formulierung geändert. Alle Redner äußerten im Zentralkomitee rückhaltlos ihre Zustimmung. Das Gleiche geschah auf dem Delegiertentag von Reichsräten, Abgeordneten, von Vertretern aller Stände, insbesondere von Vertretern der christlich organisierten Arbesser, welche im heißen Kampfe gegen die Sozialdemokratie stehen. Die „Fränkische Tagespost“ behauptet, die Zentrumspresse sei von den Beratungen des Zentralkomitees ausgeschlossen gewesen. Das ist unrichtig. Es wohnte ein Mitglied der Zentrumsparlamentskorrespondenz denselben bei dem es völlig anheimgestellt war, von den Beratungen zu berichten. Der Kampf gegen die Schundliteratur. cpc. Berlin, 8. Jan. In der Vortragsreihe anläßlich der Ausstellung gegen die Schundliteratur im Reichstage wiederholte am Donnerstag Dr. Schultze seinen einleitenden Vortrag über die Geschichte und die Verbreitung der Schundliteratur, da am Mittwoch Hunderte von Personen wegen Ueberfüllung des kleinen für die Ausstellung bereitgestellten Saales zurückgewiesen werden mußten. Aber auch der neugewählte Saal, der größte in den oberen Räumen des Reichstags, erwies sich als fast zu klein, um die Masse der Hörer zu fassen. Die weiteren drei Vorträge sollen die Frage beantworten, wie der Kampf gegen die Schundliteratur zu führen sei. Am Freitag behandelte der Generalsekretär der Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung Joh. Tews das Thema: Die Erziehung der Jugend und des Volkes für den Genuß guter Literatur. Einleitend stellte der Vortragende fest, daß Schundliteratur nicht nur das sei, was in der Ausstellung zum abschreckenden Exempel gezeigt werde, sondern auch alle Literatur, in der die Verfasser mit der Miene des Arztes und Erziehers des Volkes, in Wahrheit als Lakaien einer dekadenten Gesellschaft, mit Wollust die Laster und Gebrechen unserer Zeit schildern. In Berlin W. werde ebenso gut Schundliteratur gelesen, wie in Berlin N., vielleicht nicht dieselbe, aber sicher sehr viele und mit den gleichen schlimmen Wirkungen. Die Schundliteratur ist eine Ware, die gefragt und angeboten wird. Würde sie nicht mehr verlangt, würde auch das Angebot bald aufhören, dann wäre der Kampf gegen die Schundliteratur entschieden. Wir können das Bedürfnis wie nach schlechten, so auch nach guten Büchern in der Jugend wecken. Aber jeder im ganzen Volke muß dazu mitwirken. Zunächst im eigenen Hause, in der Familie. Auch die Schule muß mehr mit den Kindern lesen. Bei der Jugend muß das Bedürfnis nach guter Literatur geweckt und auch in den Jahren nach dem Schulbesuch weiter gepflegt werden. Dazu dienen Lesevereine, Volksunterhaltungs= und Elternabende. Auch der Staat hat die Pflicht, hier zu helfen. Preußen gibt heute für die Volksbibliotheken die lächerlich geringe Summe von 100000 M, dagegen für den Ankauf antiker Münzen sechsmal so viel. Man kann oft den Einwand hören, die Sache werde übertrieben. Wer durch die Schundliteratur zu Verbrechen veranlaßt werde, der würde auch ein schlechter Kerl geworden sein, wenn es keine Schundliteratur gebe. Das mag richtig sein, aber diese Auffassung verfehlt das Problem. Nicht darum handelt es sich, daß und ob ein einzelner verdorben wird, sondern daß die Gesamtheit Schaden leidet. Alles Gute und Edle liegt in der Literatur, aber auch alles Gemeine und Niedrige. Sorgen wir, daß unser Volk das Große und Schöne in der Literatur sucht, und nicht das Häßliche. Gute Bücher kaufen für uns selber und für andere— das muß unser Entschluß sein. Am Samstag Abend erörterte der Generalsekretär der Deutschen Dichter=Gedächtnis=Stiftung, Dr. Coerper, das Thema: Schundliteratur und Jugendpflege. Das Problem der Schundliteratur ist nach seiner Auffassung ein Teil des großen sozialen Problems, das durch den Massenzuwachs der Bevölkerung des Deutschen Reiches seit der Reichsgründung entstanden ist. Wir haben in dem letzten Jahrzehnt einen kräftigen Anlauf zur Begründung einer neuen Kultur genommen, aber gerade in diesem Jahrzehnt ist auch die Schundliteratur so groß geworden. Dies lag daran, daß wir es daran fehlen lassen, für den Massenzuwachs der Bevölkerung eine gute Literatur zu schaffen. Die Schundliteratur beruht auf dem Prinzip der Massenfabrikation. Erst dann wird die Besserung eintreten, wenn das dichterische Schaffen sich dem Massennrahlem gemachsen zeigt. Es ist unbestreitbar, daß in der bezeichneten Zeit zwischen dem deutsch Volk und den deutschen Dichtern sich eine große Kluft auftat, eine natürliche, aber darum nicht weniger verhängnisvolle Entwicklung. Erfreulicherweise mehren sich die Anzeichen, daß diese Kluft sich schließt. Wir haben bereits zahlreiche Dichter, deren Schaffen volkstümlich und zugleich im höchsten Sinne künstlerisch ist. Verschiedentlich wird die Auffassung vertreten, daß man die Schundliteratur am besten bekämpfen könne durch Entgegenkommen, durch Anpassung an den schlechten Geschmack der Leser der Schundliteratur. Mehrere praktische Versuche nach dieser Richtung hin haben indes mit einem kläglichen Fiasko geendet. Jeder Gedanke an eine besondere Literatur für das„Volk“ ist in seiner Wurzel verkehrt, gerade die höchste dichterische Kunst muß volkstümlich sein. An die eigentlichen Schundleser kommen wir mit unseren Bestrebungen nicht heran, auch durch gesetzliche Maßnahmen können wir ihnen den Schund nicht entziehen. Damit ist klargestellt, daß es sich in der Hauptsache um ein Problem der Jugendpflege handelt. Erst seit den 6—7 Jahren, wo die Schundliteratur an die Jugend herankam, ist sie zum eigentlichen Massenproblem geworden. Es muß etwas sehr faul sein in unserer Jugend, daß sie dem Schund Geschmack abgewinnt. Der Gedanke, gegen die Schundliteratur mit gesetzlichen Maßnahmen vorzugehen, ist schon um deswegen abzuweisen, weil leicht die Gefahr entsteht, dann die Aufgabe als erfüllt anzusehen, während gerade die Volksbildungsbestrebungen das Wichtigste sind. Zunächst ist notwendig die Bildung von lokalen Ausschüssen aus allen beteiligten Organisationen, die in allen Orten, auch den Zweimonatlich: Iu Mung.“ wärts durch die Doh jedoch nur für die beiden letzten######### eines Quartals, Mi. 2.34. Einmonatlich: In Münster Mk. 1.00; auswärts durch die Gest('se jeden einzelnen Monat des Quartals zulässig) 2# 4.17. Einzelnummer: Zu haben in der Geschaftsstelle, an des Deon hosen 2c. 2 Sxemplar 10 Pfg. Anzeigenpreise: Für die Betitzette oder deren Raum 20 Ufg., B#eklamessde#### Anzeigen-Aanchme: In Ianiter Königitraße 59, fone sam dde Annoncen=Bureaus des In= und: slandes. kleinsten, notwendig sind, mit einem Zentralausschuß Berlin an der Spitze. Ihre Aufgaben sind: Auftlätung etwa 1: und Pelehrung, Ueberwachung, Unterstutzung poltur Voiksbildungearbeit. Die moderne Schundliteratur is(2#.### Verbrecher= Literatur. Wir wollen nicht unsere Jugens. c. d# steten Gesellschaft von Verbrechern sehen. Wir beklagen dei Ugseter Jugend den Mangel an Gemüt, kein Uebermaß von Berechnen; und Verstand. Daraus erklärt sich zum Teil ihre Verteete fer die Schundliteratur, aber diese trägt auch außerordentlich daze bei, jenen Mangel zu vergrößern. Nicht daß sie Verdrecher züchret, ist die Gefahr der Schundliteratur, sondern daß sie aaulszale Neigungen wachruft und fördert. In Amerika ist die Enmielung bereits so weit, daß der schlaue Verbrecher der Heit des Tages ist, in Deutschland sind wir auf dem besten Wege daze. Das beste Gegenmittel ist eine systematische Jugendpflege bie in das militärpflichtige Alter hinein. Aber es darf kein Masse== betrieb sein, es muß persönliche Arbeit sein. Die Jugendoflege schreit förmlich nach Persönlichkeit. Der Weg zum Vel.; fichrt durch seine Kinder. Zu dem letzten Vortrag„Die Familie und die Schundliteratur“ war Prof. Dr. Brunner=Psorzheun, gewonnen worden, der seit langen Jahren mit dem warmherzigen Eifer des Pädagogen, dessen größte Liebe die Jugend ist, in Wort und Schrift sich dem Kampfe gegen die Schund= und Schmutzliteratur widmet. Aus genauer Kenntnis der Linge und aus liebevollem Verständnis für die Kindesseele heraus zeichnete er ein erschreckendes Bild von den Verheerungen, welche die Schundliteratur in der Schuljugend anrichtet. Wo auf redlichem Wege das Geld zur Anschaffung der bunten Hefte nicht erlangt werden kann, werden bereits die Kinder zu unredlichem Erwerb veranlaßt. Von der Verbreitung der Schundliteratur in den Schülerkreisen kann man sich kaum eine Vorstellung machen. Zu beachten ist, daß vielfach Dienstboten als Vermittler der Schundliteratur wirken. Schwere Schäden für die Gesundheit sind die Folgen des vielen Lesens während der Abend= und Nachtstunden, die vielfach für die Lektüre benutzt werden müssen, da ja die Eltern nichts davon erfahren dürfen. Am verhängnisvollsten aber wirkt die Schundliteratur dadurch, daß sie das Werk der Erziehung stört und vernichtet. Ihr Grundsatz ist, wie es einer der Schundverleger selbst bekennt, das va banque=Spiel auf dem grünen Tisch des Lebens. Wo ein solcher Grundsatz in die Seele des Kindes hineingepflanzt wird, daß nicht Arbeit, Ringen, Selbstzucht im Leben zum Erfolg führen, da muß eine tiefe Kluft zwischen Eltern und Kindern sich auftun. Während die Erziehungsarbeit bezweckt, die guten Anlagen im Kinde zu entwickeln, geht die Schundliteratur systematisch darauf aus, die Bestie im Menschen wachzurufen. Die Familie hat deshalb keinen schlimmeren Todfeind als die Schundliteratur. Zu beachten ist auch, daß in der Schundliteratur sich vielfach eine erotisch=sexuelle Neigung verbirgt. Der Gifthauch der Unsittlichkeit weht breit über die ganze Schundliteratur, und besonders das Gebiet der per versen Sexualität findet ausgiebige Benutzung. Man kann sagen daß in der Schundliteratur die gleiche Tendenz vorhanden ist, wie in der eigentlichen Schmutzliteratur, und sie wirkt, weil versteckt, noch gefährlicher. Beachtung verdient auch der Anzeigenteil der Schundhefte, in denen Bücher, die auf die Dummheit oder die Gemeinheit spekulieren, angepriesen werden. Man irrt sich, wenn man glaubt, daß die Kinder für solche Bücher kein Interesse zeigten. Wachsame Aufmerksamkeit seitens der Eltern und Erzieher verdienen auch die Schaustellungen in Jahrmarktsbuden usw., wo oft auch den Kindern die gemeinsten oder für die kindliche Phantasie gefährlichsten Sachen gezeigt werden, wie auch die Zeitungen, deren Berichte über Verbrechen und Prozeßverhandlungen oft den Boden für die Schundliteratur bereiten. Was soll die Familie im Kampfe gegen die Schundliteratur tun? Sie muß mitwirken, denn es handelt sich um ihre eigene Angelegenheit. Bei der Erziehung ist vor allem darauf zu achten, daß nicht durch Zurückstoßen der Kinder, die uns ihre Eindrücke und Erfahrungen mitteilen wollen, sich ihre Seele gegen uns verschließt. Gerade dadurch erlangen jene Miterzieher ihren Einfluß. Weiter ist es unsere Pflicht, die Personlichkeitsbildung des Kindes zu respektieren. Achten wir sie nicht, wird das Kind leicht dazu gedrängt, eigene Wege hinter unserm Rücken zu gehen. Hinsichtlich des Lesens darf keine Heimlichkeit bestehen. Es ist nicht tadelnswert, wenn die Kinder gerne lesen, sondern wir müssen darin die beste Hilfe in der Erziehung schätzen und den Drang zur Weiterbildung begrüßen. Die Lesewut natürlich ist zu unterdrücken. Haben wir das Vertrauen des Kindes, so wirkt auch der Appell an den Verstand und an die Anständigkeit, um ihnen die Schundlektüre zu verekeln. Der Vortragende schloß seine lehrreichen und überzeugenden Darlegungen mit der Hoffnung, daß der Reichstag demnächst zu seinem Teile den Kampf gegen die Schundliteratur dadurch unterstützen möge, daß er durch einen Zusatz zur Gewerbeordnung das öffentliche Feilbieten und Ausstellen aller Schund= und Schmutzliteratur untersage und mit der ernsten Mahnung vornehmlich an die gebildeten und vermögenden Kreise zur tatkräftigen Mitarbeit: es handelt sich nicht um die elenden Hefte da draußen, sondern um den Idealismus unseres Volkes, dem Fonds innerer Erneuerungskraft für die kommende Generation, es handelt sich um das Riesenproblem der sittlichen Verantwortlichkeit unserer Generation gegenüber der zukünftigen. 9 Oesterreich-Ungarn. Die Kabinettsbildung in Oesterreich. Baron Bienerths Bemühungen um die Neubildung des Kabinetts schreiten so rüstig fort, daß man fast schon von einer fertigen Ministerliste reden kann. Unbesetzt sind derzeit nur noch die Portefeuilles des Innern, der öffentlichen Arbeiten und des Ackerbaues, wenn auch für diese drei Ministerien schon Anwärter genug genannt werden. Feststehen dürfte bis dato folgende Liste: Ministerpräsident: Dr. Frhr. v. Bienerth. Landesverteidigung: FML. v. Georgi. Finanzen: Präsident Dr. Robert Meyer. Handel: Dr. Weiskirchner. Eisenbahnen: Professor Dr. Glabinski. Unterricht: Graf Stürgkh. Justiz: Dr. v. Hochenburger. Minister für Galizien: Sektionschef Zaleski. Für das Innere dürfte sich die Wahl entscheiden zwischen den Herren Sektionschef Baron Hein und dem Statthalter Heinold, wenn nicht Baron Bienerth es vorziehen wird, dieses Ressort selber zu verwalten. Bei dem Ministerium für öffentliche Arbeiten kämen Sektionschef Marek und in erster Linie Professor Gruber von der tschechischen Universität in Prag in Betracht. Politisch hat sich Professor Gruber bisher nie betätigt; er ist der Oeffentlichkeit nur als Autor zahlreicher nationalwirtschaftlicher Artikel, die in verschiedenen tschechischen Revuen erschienen sind, bekannt. Frankreich. Das Porlament tritt morgen, am 10. d. Mts. zu seiner regelmäßigen Tagung zusammen. Die Kammer wird zunächst die Budgerberatung fortsetzen, und zwar kommt das Budget des Auswertig#n an die Reihe, so daß der Minister des Aeußern, Herr Pichon, sofort eine große Rede über die auswarlige Politik Frankreichs halten kann. Man steht ihr mit wachsender Spannung entgegen, zumal die Nachrichten üder das deutsch=russische Abkommen immer lebhafter verfolgt und erörtert werden. Recht bemerkenswert äußert sich der Leiter der„Patrie“, der nationalistische Abgeordaete Millevoye über die Sache. Er stellt zunächst fest, detz seit der Begegnung von Potsdam alle Stirnen heiter geworden seien und alle Hände sich einander entgegenstrecken, so daß man überall nur noch Freunde kenne. Dann stellt er weiter fest, daß„jenes rutschland, das aus einen einzigen Beistand, den Oesterreichs, beschränkt gewesen war, jenes Deutschlans, das keine Bewegung nach rechts noch nach links noch nach vorn wagen konnte, ohne auf drohende Hindernisse zu stoßen, jenes Deutschland,„das von der wachsemen Vorsicht der drei Mächte in Schranken gehalten wurde“, setzt eis der Schiedsrichter des Geschickes der Nationen vorgestell werde; das Außergewöhnlichste sei aber dubei, daß man weder Angst noch Mißmut hierüber bekunde, sondern sich in die Sachlage wie in eine notwenbige Tatsoche, wie in einer vielleicht für die freie Entwicklung der internatio nalen Beziehungen notwendige Tatsache füge. Nänzlich### Frankreich. Aber so optimistisch will Herr Millevoye nicht sein, um nicht zu sehen, was vorgegangen sei. Nämlich: „Man kann tausendmal wiederholen, daß das Bündni## 4 Nr. 16.(orgen-Ausgabe. von Kronstadt durch den Flirt von Potsdam nicht erschüttert worden ist und daß die germanisch=moskowitische Walzertour nicht einmal einen Federmesserstich in das russisch=französische Bündnis bedeutet. Man wird sich auch vergeblich bemühen, wieder zu beteuern, daß der Wahlsieg der englischen Liberalen den weitsehenden und tiefen Gedanken Eduards VII. unberührt läßt, daß die TripleEntente ebenso unverletzlich und ebenso unverwundbar ist die der Dreibund und daß weder auf der einen noch auf der anderen Seite der Wall beschädigt ist. Die Tatsache bleibt bestehen, daß sich seit einem Jahre in der Welt etwas geändert hat. Ein Diplomat allererster Ordnung ist von der politischen Bühne verschwunden, die durch vie seinnervige und hartnäckige Hand des Königs Eduard zeknüpften Bande sind seit seinem Tode wenn auch nicht gelöst, so doch erschlafft. Die Pakte sind nicht gekündigt noch zerrissen, aber ihre Deutung ist schon weniger streng. Rußland zieht von der deutschen Grenze seine erste eventuele Kampflinie zurück. Rußland verhandelt mit Deutschtand über das Schicksal Persiens, über das Eindringen in Kleinasien. Und in London spricht eine Partei der Transaktion, vielleicht der Ergebung, offen von intimer Annäherung an die deutsche Regierung und die deutsche Nation. Solche Wahrheiten verkennen, sie mit Illusionen verhüllen, sie vor den Augen Frankreichs verheimlichen oder abschwächen, hieße Frankreich selbst auf verhängnisvolles Aufrütteln vorzubereiten. Wenn die Erklärungen Herrn Pichons nur den Zweck haben, den trügerischen Ruhezustand zu verlängern, so muß ich das tief beklagen; denn die Stunde ist nicht mehr fern, da unsere Nation einsehen wird, daß sie bei sich und in sich selbst die Hauptelemente ihrer Unabhängigkeit und ihres Heiles suchen muß.“ Herr Millevoye hat offen ausgesprochen, was viele seiner Landsleute denken, ohne es zu sagen. Wenn also Herr Pichon sich wirklich darauf beschränken sollte, zu behaupten, daß sich nichts geändert habe, so wird er überall, und nicht zum wenigsten bei den Franzosen, recht viel Kopfschütteln erregen. Spanien. Die Freimaurer. Der ewige Kreislauf blutiger und unblutiger Krisen in Spanien mußte endlich auch den geduldigsten Beobachter zeitgenössischer Ereignisse ermüden. Für die katholische Welt insbesondere ist Spanien seit hundert Jahren und mehr das Schmerzenskind, welches alle Hoffnungen auf die Wiederkehr seiner ruhmreichen Vergangenheit immer wieder täuscht. Ebenso ist es die Quelle der ungerechtfertigten Vorwürfe gegen die Katholiken, denn jeder Blick auf das spanische Elend ruft notwendig die Frage wach: Wie konnte ein so herrliches Land und ein so hochbegabtes Volk nach seiner Vergangenheit, deren Glanz in der Christenheit kaum seinesgleichen hat, so tief herunterkommen und so hilflos werden? Und die Antwort aller Gegner des Katholizismus lautet kurzweg: Seht da die Folgen und Früchte des Katholizismus in Spanien! Was ist aus dieser katholischen Nation geworden! Aber nicht nur Spanien ist auf die abschüssige Bahn geraten; alle Länder und Völker müssen dahin kommen, wenn ihre Regierungen, wie es in Spanien der Fall ist, dem Einflusse der geheimen Gesellschaften, insbesondere der Freimaurerei in ihren verschiedenen Zweigen und Ausläufern unterliegen. Die gleichen Wirkungen können und müssen eintreten, wenn, wie ein spanischer Royalist über Ferdinand VII. schrieb:„Der König Teig ist". Die Gründung der spanischen Logen kann mit Recht auf das Schuldkonto Ferdinands VII. gesetzt werden. Unter seinem Regime hat die Freimaurerei mit Hilfe der Cortes und in ihnen zum ersteumale öffentlich die Zügel der Regierung ergriffen, als die geheime Verbrüderung durch die Mittel der Staatsgewalt ihre volle Ausdehnung und innere Feitigkeit erlangt hatte, konnte der französische Jakobiner Julian in seinem historischen Abriß der spanischen Revolution dem„hochherzigen Vereine" zu dem erwünschten Erfolge gratulieren:„So bot Spanien, durch diese insurrektionelle Organisation in drei Kreise geteilt, wovon jeder nur dem Eingeweihten bekannte Namen hatte, das Bild von zwei Nationen dar, deren eine ohne Wissen der anderen ein neues Los vorbereitete.“ Bei der Existenz dieser zwei Nationen in einem und demselben Volke ist es in Spanien bis heute geblieben. Allerdings kann man heute nicht mehr sagen, daß die Logenwelt in Spanien der wirklichen spanischen Nation„ohne ihr Wissen ein neues Los bereite“". Die Macht und Gewalt ist nun einmal in den Händen der ersteren; aber letztere weiß sehr gut, daß die ewigen Krisen in den Regierungen nichts anderes sind als Rivalitätskämpfe zwischen den verschiedenen Logenführern oder hungriger Geheimbünde gegen die, welche sich an der Staatskrippe bereits gesattigt haben. So lösen sich die Regierungen ab. Der Monarch wie der Republikpräsident, mit dem es Spanien bekanntlich auch schon versucht hat, ist imger zur der Ball in diesem Spiele. Wie kann es sonst „unders sein, wenn sich der freimaurerische Ministerprandent Canalejas offen brüstet, der König habe sein Progrerez ehiba angenommen. Wäre der König nicht so hatte Canalejas' Programm einige Abmussen, weil es eine bedenkliche Krise muß, da gs gicht nur eine Kriegserkläausch aesen dae:sche Bale in m algemeinen, sondern us katholische Volr in Spanien und gegen die Cortes darstellt. Bleibt die Logenpartei SpaPrüdern Tür und Par eim Perrer Tage der MNonarchse gezäht. Dann fud aber auch de Weftfällscher(erkur. Dienstag, den 10. Januar 1911. unnstig und jedenfalls nicht kollegialisch. Und ebenso unerguicklich scheint der öfsentliche Streit darüber, ob die Verliner Polizei über dieses oder jenes Vorhaben der Anarchisten früher unterrichtet gewesen und die Londoner Polizei davor gewarnt hat oder nicht. Ist schon im gewöhnlichen Leden ein„Ich habe es dir vorher gesagt“ in den meisten Fällen tirlos und gewöhnlich ein Zeichen rechthaberischen, irritierenden, kleinlichen Charatters— selbst wenn man wirklich vorher einmal weise gewesen— so trifft das doch wohl auch auf Behörden zu und noch dazu Behörden, die besonderen Grund haben sollten, Hand in Hand— und unter der Hand, in Stillschweigen— zu arbeiten, wenn ihre Weisheit dann auch wirklich nicht gleich an die große Glocke kommt. So denkt man wenigstens hier. Kirchliche Nacbrichten. Großbritannien. Anarchister Umsang hervor und die gsestechenen vig Sscrichenr:. De. orechextum tritt in immer ausgedehnterem hervor und die Sachlage wird dazu auch noch Chandam zeroe Auch der Mord auf dem Anger von dürfte wohl damit in Verbindung zu bringen .. Die Leiche hat sich als die eines Polen herausgeosienbar des Verrats verdächtig, nachseen und Annahme sind Verbundaung 2. Fhigen die der Mörder in des Gesch woch. Gladen die Vegdeset. Ze sans dern Misichen. Velagerung ins Wert gesetz, noch z. deun uoch manche schlagen- und— wos für manck. n manche-Schlacht bean der ganzen Soche st a. lseh das drgersichste lands zu erragen sein. Doß g des 8u8 sonnenen Engländer;, der doch sonft uu gerade den abeveriert, so eiwas passeren mußtel— Indest doch auch nicht vergesen, daß fricher ga sien wit woten Anzahl Polizisten von der u gon eine gröbere sollte, ohne daß das Leben Bande niedergeschossen war, sie auf das Spiel gesetz werde, Scucleute unndtiger Weise nicht wieder entgehen; daß die große Jap) ven Schickhel durch eine gründliche Absperrung sämtlicher Za zumal auch gegen die ungeheueren= 8an6e— forderlich war, daß die 17 Gardisten.. den, weil ihre Bewaffnung eine so viel beff die Kanonen—.— nun sie sind jedensalle lich ins Treffen geführt. Immerhin fehlt es na hier nicht an mancherlei Spöueleien, die umso geäußert werden, als es heißt, daß der den Kon'. so verhaßte Minister des Innern, Herr Wipavoiiven chill, der sich selbst auf dem Kampfplatze. 4 tatsächliche Leitung des Angriffs übernon Derübg, wpird das Parlament wohl noch Auftlätung brinJasow nag wosteine zchisse Henr Sumd deur ven finden, daß in Verlin— sa und selbst in aP soiche Vorkommnisse nicht möglich sind, Penc öfsentlich sich auszulassen, scheint, nach dep nde und da mag man dann auch wohl anderwärts * Jur Judizierung Dr. den Hompels. Die Kardinäle der Inderkongregation haben, wie wir bereits berichteten, in ihrer Sitzung vom 2. Januar er. unter anderen Schriften auch die Broschüre des Rechtsanwalts Dr. ten Hompel: Uditore Heiner und der Modernisteneid, Grenzfragen: Erstes Heft, Münster 1910, verworfen und auf den Index der verbotenen Bücher setzen lassen. Damit ist über ein kleines Buch, das— man muß es leider sagen— in unerhörter Weise den niederen Klerus gegen eine Maßnahme des obersten Lehrers und Hirten der katholischen Kirche, nämlich den Antimodernisteneid, zu revolutionieren versuchte, das Urteil von zuständigster Stelle gesprochen. Wir wollen ausdrücklich hervorheben, daß wir an dem subjektiv guten Willen des katholischen Verfassers dieser Broschüre trotz ihres Inhaltes und ihrer Tendenz glauben festhalten zu müssen. Herr Rechtsanwalt Dr. ten Hompel ist in dieser Sache ebenso wie in seiner ganzen Tätigkeit um die AntiIndexliga und die geplante Münstersche christliche Kulturgesellschaft das Opfer einer irregehenden und irreleitenden Bewegung im deutschen Katholizismus unserer Tage. Sie zeigt sich ebenso auf philosophisch=theologischem, wie auf literarisch=schöngeistigem Gebiete, in der Auffassung der sozialen Frage und ihrer Lösungen wie in der Politik und den Lebensfragen des Zentrums. In dem Bestreben, die katholische Religion und die moderne Kultur zu versöhnen, werden unaufgebbare Wahrheiten und Grundsätze der katholischen Kirche außer Acht gelassen oder vertuscht und dadurch in ihrer Bedeutsamkeit geleugnet, in ihrer Wirksamkeit lahm gelegt, für's praktische Leben gefährdet und ausgeschaltet. Dabei spielen falsche Unterstellungen und Entstellungen des wirklichen Sachverhaltes eine Hauptrolle. Falsche Unterstellungen, um nur eine hervorzuheben: als ob irgend ein gebildeter Katholik, der treu zu seinem Glauben und seiner Kirche hält, auch nur einen Augenblick daran dächte, die Katholiken auf den Isolierschemel zu stellen und aus dem Kontakt mit der sie rings umflutenden modernen Kultur herauszuheben. Und Entstellungen: als ob z. B. irgend ein solcher Katholik, und wäre er ein leibhaftiger„Osterdienstagsmann", das Zentrum anders als eine politische Partei, wirksam im Sinne der Verfassungsurkunde für das Gemeinwohl des ganzen Vaterlandes, auffaßte. Aber bei allem Zusammengehen mit der ganzen modernen Kultur muß oberste Regel und Richtschnur bleiben, daß dem Katholiken seine Weltanschauung, die katholische, als einzig vollwahre und gesicherte dasteht, daß er nach ihr in allen großen und kleinen Fragen des Lebens auf allen Gebieten sich zu richten hat, und daß darum insbesondere ein falscher Interkonfessionismus ausgeschlossen bleiben muß, der den Irrtum der Wahrheit gleichstellen möchte, indem er ihn al pari mit ihr behandelt. Wir sind auf die in Rede stehende Broschüre bisher absichtlich nicht näher eingegangen und tun das auch heute noch nicht. Wie sehr im Irrtum der Verfasser war, der sich in seiner irrigen Auffassung des sog. Laienapostels ungerufen als Laie zum Vormund und Anwalt angeblich bedrängter Priesterseelen machen zu müssen glaubte, ähnlich wie er früher aus falsch verstandenem Mitleid mit dem indizierten Schell die Anti=Indexliga in Szene zu setzen suchte, das zeigen die unerbittlichen Tatsachen. Wer ist denn von den durch das Motu proprio Pius X. Tecrorum antistitum zum Eid der Reinheit des Glaubens verpflichteten Geistlichen zurückgeblieben? Unseres Wissens in der ganzen Kölner Kirchenprovinz kein einziger, und in Süddeutschland, wie es heißt, ein einzelner hie und da unter Tausenden. Also ganz„unnötige Beunruhigung“, wie wir seiner Zeit gegenüber einem Punkte ausführten, der aus Mangel an Verständnis der geforderten Eidesformel vielleicht ein Bedenken wecken konnte. Im übrigen haben wir die in Aussicht gestellte Erwiderung des vornehmlich angegriffenen Prälaten Heiner abwarten wollen, die in den nächsten Tagen wohl erscheinen wird. Inzwischen ist ein oberstes Tribunal in Sachen der katholischen Glaubensreinheit mit seinem Spruch dazwischengekommen. Unsere alten Bedenken wegen der Münsterschen Kulturgesellschaft, deren Programm in dem ersten Hefte der„Grenzfragen" enthalten ist, haben damit neue Nahrung erhalten. An Herrn Dr. ten Hompels strenggläubiger Katholizität, womit die liberale Presse ihn auszeichnet, wird es nun sein, das zu tun, was Sache des gläubigen Katholiken ist gegenüber dem Ausspruche solcher Autorität. Wir hoffen es von der kirchlichen Treue des irre geleiteten Herrn Dr. ten Hompel. Trinkgeld verabreicht worden war, was ihn zu versteckten Drohungen gegenüber seinem Arbeitgeber veranlaßte. Am 14. August, an einem Sonntag, sprach der Angeklagte mit einem Arbeitskollegen reichlich dem Branntwein zu und machte seinem Unmut durch Schimpfereien Luft. Des Abends geriet er mit dem Wirt Westermann in Wortwechsel, bei dem er gegen seinen Herrn tätlich vorging. Mehrere Gäste nahmen sich des Ueberfallenen an und hielten den Angeklagten nach vieler Mühe zurück. Er wurde aber erneut ausgebracht, da ihm der Schnaps von der Familie Westermann verweigert worden war. Aus Rache hierfür schlug er mit einer Gabel drei Fensterscheiben der Wohnung seines Arbeitgebers ein und flüchtete. Etwa eine Stunde später mußte die Familie Westermann die Wahrnehmung machen, daß ihre große Scheune, die etwa 25 Meter von der Behausung entfernt liegt, in Flammen stand. Bei den reichen Getreidevorräten brannte das Gebäude in kurzer Zeit vollständig nieder; nur einige Wirtschaftsgeräte konnten gerettet werden. Der Verdacht der Täterschaft richtete sich anfänglich gegen den auf dem Westermannschen Hofe beschäftigten Arbeiter Wyne; eine Vermutung, die sich bald als haltlos herausstellte. Nun verdichtete sich die Annahme der Brandstiftung auf den jetzigen Angeklogten Fackert, der gleich am Morgen nach dem Brande verdaftet wurde. Als sich die Polizei aus Haltern auf dem Gutshose Westermann einStädtisches. Mänster, 9. Januar. O Eisenbahnpersonalien. Bersetzt sind die Bahnhofsvorsteher Scharlemann von Holzhausen=Heddinghausen nach Lübbecke und Woydt von Lübbecke nach Ibbenbüren; die Eisenbahnassistenten Humbeck von Meppen nach Bocholt, Lottmann von Norden nach Aurich und Wagemann(als Bahnhofsverwalter) von Rotenburg(Hann.) nach Holzhausen=Heddinghausen; die k. Eisenbahnassistenten Droste von Bünde nach Rotenburg (Hann.), Robert Müller von Diepholz nach Bünde Wilkens von Bocholt nach Coesfeld; die Bahnmeister Haas von Emsdetten nach Münster und Baumkotter von Ochtrup nach Burgsteinfurt; die Bahnmeisterdiätare v. Postert von Billerdeck nach Bünde und Hilf von Münster nach Emsdetten. Die Prüfung zum Lokomotivführer haben bestanden die Lokomotivheizer Frobitter, Langen, Wandsrat und Joseph Wensky in Osnabrück. Beignachese Vereia. Eine schön verlausene it#eier versammelte am Dreikönigsfeste die Mitglieder aes C. gamiliegggge horigen und den Freunden des Vereins Vorsitgenden, Herrn Kauf. 1d Begrühungsworten durch den des Vereine Dau cuid; hielt der Gestliche liche Festrede üder die Vedeutung den un; eius vorrcht2 Dur aesestenerpen, wiche einen guen Ernog brache. 8 Schwurgericht. begonnene Schwurgerichsperiade dürste eten. ie chesheaue Lauchen, der unter der Anlage der du granominung steht. Er soll am 14. August r I. Lutobesitzers und Wirts Vernhard Weste.. Sceume des Haltern angezündet haben, wodurch ein eraun i Lauesum bei verursacht würde. Der Angellagte facken sy bei Neuwied geboren und wegen Körperverletzung Gesängnis und wegen Beleidigung mit 2 g vorbestraft. Im Juni 1909 trat er in die Dienste der Bestermann in Lavesum. Er Pelt sch die Landoine bis er wegen vermeintlscher Zurücher an: Seit recht on, und anlözich eines Tierverkauss in Bu u der Beicttgung ut geriet, da ihm kein legitimieren, erhielt ein Deamter sofort einen Nevolverschußz in den Unterkiefer und einen Messerstich in die Schulter. Hieraut suchten die Eindrecher nochmals das Weite. Während drei enz, kamen, wurde einer durch den Polizeihund gestellt und solange festgehalten, bis er nach starker Gegenwehr verhaftet werde, konnte. Der schwerverletzte Beamte wurde nach Anlegung eines Notverbandes in seine Wohnung gebracht. Wie verlautet, stam, men die Einbrecher aus Dortmund; sie hatten es auf die Stationskasse abgesehen. hagen, 9. Jan. Die Errichtung eines neuen Hauptzoll. amtes in Hagen ist, nach dem„W. Tagebl.“, geplant, um dadurch das Hauptzollamt in Dortmund zu entlasten. Ueber die Frage wo das neue Amt seine Unterkunft finden wird, schweben noch Verhandlungen, jedoch soll nur der Mittelpunkt der Stadt in Aussicht genommen werden. Man denkt an das Gebäude am Neumarkt, in dem früher die Verwaltung des Verbandes der Kaltwalzwerke untergebracht war. Eine Aufhebung des Bahn, hofszollamtes und des Zollamtes im Postgebäude soll mit der Neuerrichtung des Hauptzollamtes, das wirklich einem längst degten Wunsche der Inieressenten entspricht, nicht beabsichtigt sein Die ganze Angelegenheit wird demnächst definitiv zur Entschei, dung kommen. Wsche * Essen, 8. Jan. Heute fand in Anwesenheit des Regierungs. groidanten Dr. Kruse. Digsechort, sie K.... der neuen stellte und der Angeklogte ihrer ansichtig wurde, ergriff er die präsidenten Dr. Kruse=Düsseldorf die Konstituierung der Flucht und suchte sich in einem benachbarten Walde zu verstecken. yandeiskammer für die Kreise Essen, Mütheim=Nuhr und OberMan entdeckte ihn jedoch bald und nahm ihn fest. Vor der Polizei hausen zu Essen statt. Zum Vorsitzenden der neuen Handelskam, legte Fackert das Geständnis ab, den Brand angelegt zu mer wurde Geh. Kommerzienrat Karl Funke=Essen, zu stellver, haben. Aus Aerger über schlechte Beköstigung und wegen Ver= tretenden Rarsiganden Ged Fipanzrot H.#elver: weigerung des Schnapses habe er sich betrunken und die Tat begangen. Diese Aussage wiederholte er auch vor dem Untersuchungsrichter Freiherrn von Korff am 16. August. Nach Münster übergeführt, erklärte er bei wiederholter Vernehmung, er habe dem Geständnis nichts hinzuzufügen. Trotz dieser Eingeständnisse legte sich der Angeklagte heute hartnäckig aufs Leugnen; auch die eindringlichsten Ermahnungen des gewandten Vorsitzenden vermochten ihn nicht umzustimmen. Immer und immer wieder gab er an, die Scheune nicht angesteckt zu haben. Er kam mit der wenig glaubhaften Einwendung, daß der Mitknecht Wyne der Schuldige sei. Dieser hätte ihm die Tat eingestanden und mit Fackert nach Ostpreußen gehen wollen. Die Verdächtigung erhob der Angeklagte zuerst in der Verhandlung des Schwurgerichts vom Oktober vorigen Jahres. Da man über die Angabe vollständig überrascht war, konnte das Gericht nicht gubin, eing, Vegtagung der Sache eintreten zu lassen, um den Heugen Tohne herveizuschaffen. Auch in der jetzigen Verhandsich in Recklinghausen=Süd befindet, nicht zur Stelle. Es wird versucht, ihn zu laden.— Nach der eingehenden Angersantem Pragn Zweisel an der Täterschaft des ungeklagten Fackert bestehen. Seine Angaben über die Zeit des werden widerlegt. Er gibt aber zu, bei der BrandDer. Frau, Westermann gegenißerte er sich bei seiner Veryafrung:„Ihr solltet mir Schnaps gegeden haben, dann wäre es nicht passiert.“ Während Isi., Ppsstggte früher Trunkenheit vorschützte, weiß er sich heute mume Joc=Zeuten zu erinnern. Er verharrt auf seinem Stand. punn, den Jeugen Wyne herbeizuschaffen. Zu diesem Zweck wird die Verhandlung auf heute abend 5½ Uhr ausgesetzt.— Die vertritt Staatsanwalt Müller, während dem Angeklagten als Offizialverteidiger Rechtsanwalt Dr. Ebert beigegeben ist. Dienstag, den 10. Jonuge, 3, Prarich Höltimann Steßenaubea; Sanzug, ar Ver. e eier daes hrel Prsans Herse 4. 10 denJanuar, gegen den Anstreicher Bernard Bi Januar, findet vorauschlich keine Sitzung stat. tretenden Vorsitzenven weh. Finanztal Dr. Hugenverg=Essen und Kommerzienrat Gerh. Küchen=Mülheim=Ruhr gewählt. .“ M.=Gladbach, 8. Jan. Vor der hiesigen Strafkammer hatten sich mehrere Arbeiter wegen Erpressung zu verantworten. Sie hatten im vergangenen Sommer auf einem Felde bei Erkelenz das Schleppseil des Vallons„Hildebrandt“ aus Köln ergriffen und es festgehalten, so daß die fünf Insassen in Lebensgefahr gerieten. Erst nachdem die Luftschiffer den Arbeitern das verlangte Geld herabwarfen, ließen sie das Schleppseil los. Die Angelegenheit wurde zwecks weiterer Zeugenvernehmung vertagt. — Auf der Viersener Landstraße wurde gestern nachmittag Franziskusheilstätte von vier Männern angerempelt Als die Männer auf ihn eindrangen, zog der Arzt einen Revolver und gab auf seine Angreifer mehrere Schüsse ab. Während drei der letzteren entflohen, wurde der vierte schwer verletzt. Er erhiet ws Shafe un die Brach.— Er a. * Köln, 9. Jan. Bekanntlich wurde bei dem anfangs Oktober in Deutz stattgefundenen Krawall beim Abbruch des Forts ein Schutzmann durch einen Stich in den Arm schwer verletzt, daß er nach einiger Zeit stard. Während damals einige an dem Krawall beteiligte Personen festgenommen werden konnten, flüchtete der Haupttäter, der von seiner Frau getrennt lebende etwa 30 Jahre alte Erdarbeiter Peter Duppe nach Luxemburg. Gestern ist es gelungen, den Aufenthalt des D. in Luxemburg zu ermitteln und ihn dort zu verhaften. Die einzuleitenden Auslieferungsverhandfür den Köln, 9. Jan.(Tel.) Zwei Straßenräuber überfielen einen von hier nach Rodenkirchen heimkehrenden Lehrer in der Nähe der Marienburg und warfen ihn eine Mauer hinunter. Darauf raubten sie ihn unter Bedrohung mit einem Messer vollständig aus. Der Lehrer ist schwer verletzt worden. Die Täter sind entkommen. Drovinzielle Nachrichten. 4 Lüdinghausen, 8. Jan. Die Stadtverordnetenversammlung vom gestrigen Abend hatte eine ungewohnt kurze Tagesordnung. Bürgermeister Effing führte die neugewählten Stadtverordneten in ihr Amt ein. Sodann wurden die einzelnen Posten im Kollegium durch Zettelwahl neu besetzt. Das Bureau erhielt durch einstimmige Wiederwahl ein glänzendes Vertrauensvotum: die Herren Fabrikbesitzer B. Heitmann als Vorsteher, Kreisbaumeister Wethmar als dessen Stellvertreter, Dr. med. Schäper als Schriftführer, Dentist Kleymann als dessen Stellvertreier.. amam abe dest §§ Werne(Bez. Münster), 8. Jan. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten, der ersten im neuen Jahre, waren zunächst die notwendigen Wahlen vorzunehmen. Herr Bürgerter Hartmann bemerkte zuvor, daß er bezüglich der Wahl des Schriftführers wünsche, daß für diesen Posten, der in den letzten Jahren von einem Stadtverordneten verwaltet worden sei, ein Bureaubeamter gewählt werde. Er lege Wert darauf, daß die Protokolle, die mitunter mangelhaft geführt worden seien, in Anbetracht der Bedeutung, die sie für die Nachwelt hätten, auch ordnungsmäßig geführt wurden. Als Schriftführer wurde Stadtsekretär Bülow durch das Los bestimmt und Stadtv. Gräve als Stellvertreter gewählt. Bei einer Revision der Stadtkasse haben sich einige Beanstandungen ergeben. In der Stadtkasse ist, so heißt es in einem Bericht des Bürgermeisters Hartmann, infolge unvorhergesehener Ausgaben am Schlusse des Jahres Ebbe. Seitens des Magistrats sind, um die laufenden Verpflichtungen zu decken, in der Regel die vorhandenen Fonds angegriffen worden. Das ist nicht zulässig, gesetzlich sogar unstatthaft. Infolge der Ausschulung der Kinder aus der Gemeinde Werne ist zwischen der Stadt und der Landgemeinde eine Vermögensauseinandersetzung erforderlich, die Stadt wird als Ausgleich eine erhebliche Summe an die Landgemeinde zu zahlen haben. Um flüssige Mittel zur Verfügung zu haben, die nötig sind, um Vorschüsse zu besen und eigeg, Zeriebsfonds zur Verfügung zu haben, beanze der Rugistrat vie Aufnahme einer Anleihe in Höhe von von welcher Summe 10000 A als Betriebsfonds anzusehen sind. Auf Antrag des Stadtv. Koch wurde indessen mit bei der Sparkasse nur eine Anleihe in Höhe von 20000 M aufzunehmen. Durch die Ausschulung der Kinder der Landgemeinde Werne sind andere Schulverhältnisse eingetreten. Mit 1. Januar 1911 sind 316 Kinder ausgeschult orden, so daß noch ein Bestand von 666 Kindern verbleibt. Da zwölf Lehrkräfte vorhanden sind, würde jede Lehrperson 55 KinSchekrätte aus um, die auf neun herabzumindern. Die Schulbehörde machte aber darauf aufmerksam, daß unter Hinzurechnung der zu Ostern aufzunehmenden Kinder jede Klasse wieder mit 78 Kindern beletzt lein würde. Das sei unter keinen Umständen zu dulden. Die Schuldeputation wie auch der Magistrat beantragten beim KolleSirr,gfagz, Sahe Lehgkräfte auf zehn festzusetzen, sobald aber eine Klage über 70 Kinder zähle, eine neue Klasse einzurichten. Vorsitende, Dr. Hegemann, bemerkte, die Verpflichtung, bei der Zahl 70 sofort eine neue Klasse einzurichten, gehe doch wohl zu weit. Sparen sei bei der Finanznot der Stadt Su#e goten. Er glaube, daß der Magistrat dem Kollegium einen Elar vorlegen werde, der eine Steuererhöhung bis zu 100 Prozent vorsehe. Die Regierung werde sich bei der schlechten Finanzlage wohl dazu herbeilassen, die Vorschriften nicht in der sonst üblichen Weise zu handhaben. Herr Bürgermeister Hartmann machte darauf aufmerksam, daß man damit kaum durchsommen werde, die Regierung werde unter Umständen über den dtverwaltung verfügen, neue Klassen einzurichten. Es werde immer von mißlichen finanziellen Verhältnissen geari sämen elen 1891 Antrag des Vorsthenden Dr. Hegemann, wonach zwor die Jahzi gerichtsneubaues in geheimer Sitzung u eredigen. Leipziger Aerzteverbandes Dr. Kuhns hersgng in Schoise saent. ude Jagen zag uin iur Nur. des Krankenkassenverdandsvorstandes Jassenärzten zur Folge hatte.— Die hier derrschende don Raopandior Karden inerstabs ia Lagen Aatdurschast vor Schaste hecrentungen fnd auc vise Rigu. uude: Schen eranmt, uuag diese Kranchest frin bösartig Kinder hinweg,. Das fortwährende Umsich est wanche den Krankheiten mag zum Teil auf die eser anstecken. ees ehrn.— Bumg in der vorvergangenen Nacht zwel Polizeideamten borten Mengede. Von einem Stationsbeomten uux in denuch omten auf vier auffällge Personen, die sich Statonstase zu schassen machen, aufmersaon u benster eendrecher hieg beobachtet sahen, goben de ihren wurden aber in Mengede gestellt. Auf die Vermischtes. Berlin, 9. Jan. Direktor Clarke=London ist jetzt im Wiederaufnahmeverfahren wegen versuchten Betrugs, begangen an dem Prinzen Franz Josef von Braganza, zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden. Die Strafe gilt als durch die Untersuchungshaft verbüßt. Die Verhandlung über weitere Versuche und vollendete Betrugsfälle wurde vertagt. Der Angeklagte wurde aus der Haft entlassen. Berlin, 9. Jan.(Tel.) Heute begann der Schwurgerichtsprozeß wegen der Moabiter Krawalle. Angeklagt sind 18 Personen wegen Aufruhrs und Landfriedensbruch. Hamburg, 8. Jan. Ein Brandstifter beunruhigt in den letzten Monaten die Elbdörfer. Gestern früh erfolgte die 22. Brandstiftung. Das ganze Gewese des Landmanns Ramcke in Sulldorf ging in Flammen auf. Der Brandstifter konnte noch nicht ermittelt werden. 8 Jan. Der Kontorist einer hiesigen Maschinenfahrik, Otto Naue, hat bei einem Halleschen Bankhaus mit einem gesalschten Scheck 8500 a erhoben und ist damit geflüchtet. 8. Jan. Der Amtsvorsteher und Oberamtmann Haberland der anhaltischen Gemeinde Drödel hat sich vor den Toren seines Gehöfts, nachdem er gestern aus einem Sanatorium zurückgekehrt war, erschossen. Ses sen eweigt, 8. Jan. Das große Holzsägewerk der Firma per Steigerstraße zu Holzminden ist in der vorigen Nacht vollständig niedergebrannt. Der Schaden ist betröchtlich. Stuttgart, 8. Jan. In Ebingen(Württemberg) brach gestern nacht in dem Warenhaus Kahn Feuer aus, durch das fünf einfache und drei große Doppelgebäude bis auf den Grund nieder brannten. Der Eigentümer des Warenhauses, Kaufmann Mehl. konnte sich mit seiner Familie nur durch einen Sprung aus dem dritten Stockwerk retten. Der ledige Kaufmann Theodor Beck wird vermißt. 28 Familien sind obdachlos. Diedenhosen, 8. Jan. In der hiesigen Steuerkasse wurde Tätern sehst jese Spur. 0 u graubt wunden. Von den Lätich, 9. Jan. Für heute ist eine Ausdehnung des Berzareenerausslandes zu erwarten, da für Herve und Umgegend evenfaus der Streik beschlossen worden ist. Der heutige Sonntag ist axscheinend guhig perlausen. 88n8 ###aris. 8. Jan. Bei Busygny stießz gestern abend auf der am amie der, Brüsseler„Schnelzug mit einem Lokalzug zuLiensteter den Sdeig, wurden zerträmmert, doch ist nur eim Vetoß fand Wäpagg an udet. Ein zweiter Zusammender Nähe des Pariser Nordbahnhofes heute nachmittag durch einen Leerzug und einen Personenzug statt. NieSesignen soll an 110 Schüler und Schülerinnen telnehnen Lalen, 9. Jan.(Tel) Am Samstag begab sich der Landwirt Schoneck aus Sandberg nach einem Streite mit seiner Frau in den nahegelegenen Wa um seinem Leben ein Ende zu machen. se dorch einen Schaß samen dann im Wade. oran nach Hause und erzängte 14 Gestern nachenittes aus. Siebden Arbeiter sind den gitr Verichen Tuio em Beass Huelog, 8. Jan. In einer Mine wurden durch Nachgeben des Erbreiche mehrere Ardeiter gurgeberget und fnf Verwundete wurde in den letzten Tagen schwache Gofeze 9 Uhr ein starter Erdstoß verspirt. deite vermitng un ten sch die Bodenschmantdungen, de. ir Wichertol Restaurant in Whtechapes im Tase vorigen Woche in der Vorstadt Chapge Juden Veron verübten geheinmisvollen Mord du iunetchen dem angenommen wird, daß er an dur Kaunheditch. beteiligt sei.—. Jounvoblich=Angelegenheit ans Santiage de Chle. Gien.2„in Blestors Blat machtet Geseenei Prisigruigen B, Ardn, Aur Pd eengen us Brischrnten erbranien. vermutlich durch auständige Eiendahnbediensteie Schaden wird auf 150000 Bid, aeuuusarrngennete gnoggpt. Der verbrannt.000 Prv. Sterling geschätzt. Ein Mann ist Haiffa, wo die Blutat an dem deusche, sche Austenkatt gengen, wusdt, nur an d. d. A. der uuesiaumn brdr er Rordes. Der Deusche Weberug v., Schauplatz eines nauen hinterrücke angegrissen worden kein aul ven einem Einmobur: in Netwchr, den Angreser(.“ woraut Beberut, angebitg chlug. Dos Konsalat imn Hassiaun eientück gleder: hastung des Beberus vrantatzt.=se t1g“ Berlin, 9. Luftschiffabrt. wesichenr bechiltern uch fef dinter fur uund Wrsicere hoben bereits eine Moschne gebaut, die Juuenieur. St: ds schr Rabl und sicher glellend e den Protrtahten dal den Erdauern die Nachrsche vie Biliktveruatung abgeneigt sei, nach Ferigsiedlung den wr. usen. bb Ee suche ausounehmen und Die Ppakaine eeraten die Bioger werden. dir Maschme eventuell käuflich zu erbrond- sel bei Aouannar 12. Kul.it: Rochrlcht, der Daies-Juhe Hogenas in nattegat nach der See zu treibend geA' s A' reihreter essen* köln Nr. 16.(Dorgen-Ausgabe. Westfälischer(Derkur. Dienstag, den 10. Jonuar 1911. sehen worden, schickte der Kommandant der Marinestation der Ostsee, der Bitte der Angehörigen der vermißten Luftschiffer entsprechend, die beiden Torpedoboote„V 164“ und„V 170“ auf die Suche nach dem Ballon und seinen Insassen. Die Boote wurden beauftragt, den südlichen Kattegat abzusuchen. Da diese Aufgabe durch die früh einbrechende Dunkelheit wesentlich erschwert ist, wurden den Booten drei Tage zur gründlichen Ausführung des Auftrages zur Verfügung gestellt. Neueste Nacbrichten. Berlin, 9. Jan.(Tel.) Nach einem bei der hiesigen portugiesischen Gesandtschaft aus Lissabon eingegangenen Telegramm des Ministers des Auswärtigen hat die portugiesische Depeschenzensur aufgehört. Bisher habe die Zensur alle falschen und beleidigenden Nachrichten unterdrückt, was als Vorwand gedient habe, der provisorischen Regierung vorzuwerfen, sie habe dem Auslande die wahre Lage des Landes verheimlichen wollen. In Zukunft werde die portugiesische Regierung sich jeden Eingriffs in die Uebermittlung der Telegramme enthalten. Berlin, 9. Jan.(Tel.) Der Landtagsabgeordnete v. Neumann= Hanseberg(deutschkons.) ist gestorben. Bielefeld, 9. Jan.(Tel.) Der Landtagsabgeordnete Meyer (kons.)(2. Mindener Wahlkreis) ist heute gestorben. Hamburg, 9. Jan.(Tel.) Der Kaiser bewilligte aus dem Dispositionsfonds für die afrikanische Expedition des Herzogs Adolf Friedrich von Mecklenburg, die unter dem Protektorat der Hamburgischen Wissenschaftlichen Stiftung steht, 50000 AA. Nach den letzten telegraphischen Meldungen, die bis zum 28. November reichen, sind sämtliche Teilnehmer der Expedition wohlauf. Die hauptexpedition unter dem Herzog selbst dürfte sich gegenwärtig in der Nähe vom Tschadsee befinden. Metz, 9. Jan.(Telegramm.) Eine Festveranstaltung des Lorrain sportive im Terminus=Gasthof ist gestern abend polizeilich aufgelöst worden. Ueber 2000 Personen waren anwesend. Die Veranstaltung war bereits vorgestern untersagt worden. Der Vorsitzende ließ sie trotzdem zu, da er meinte, es sei eine geschlossene Versammlung. Der Verein durchzog später unter Absingen von Liedern die Stadt und demonstrierte vor dem Ney=Denkmal. Verhaftungen wurden nicht vorgenommen. Zwei Personen sollen verletzt worden sein. Metz, 9. Jan.(Tel.) Zu dem gestrigen Verbot der Verantaltung des Lorrain Sporkif erfahren wir weiter: Die Polizei atte die Erlaubnis verweigert, weil es sich um eine öffentliche Veranstaltung handele. Ferner wurde ein Stück des Programms beanstandet. Der Wirt im Hotel Terminus verweigerte die Hergabe des Saales. Die Vereinsmitglieder stürmten in den Saal und hielten eine Aufführung ab. Ein anwesender Polizeiinspektor machte den Vorsitzenden auf die Straffälligkeit der Handlungsweise aufmerksam, erntete jedoch nur Hohn. Ein Polizeikommissar forderte die Versammlung auf, auseinander zu gehen. Der Saal wurde geräumt. Auf der Straße spielten sich dann die bereits gemeldeten Kundgebungen ab, wobei drei Personen verhaftet wurden. Eine von ihnen wurde freigelassen. Wien, 9. Jan.(Tel.) Wie das Wiener Korrespondenzbureau erfährt, genehmigte der Kaiser die Vorschläge über die Kabinettsbildung. Danach setzt sich das Ministerium in folgender Weise zusammen: Ministerpräsident Freiherr v. Bienerth: Minister des Innern der bisherige Sektionschef im Ministerium der öffentlichen Arbeiten Graf Wickenburg: Kultusminister Graf Stuergkh; JuStizminister Ritter v. Hachenberger: Finanzminister der bisherige Bräsident der Statistischen Zentralkommission Dr. Robert Meyer; Handelsminister Weißkirchner: Minister der öffentlichen Arbeiten der bisherige Sektionschef im Eisenbahnministerium Universitätsprotessor Glabinski; Ackerbauminister der bisherige Hofrat bei der Landesregierung in Troppau Freiherr v. Widmann: Landesverteidigungsminister Feldmarschall=Leutnant Georgi; Minister ohne Porteseuille der bisherige Sektionschef im Ackerbauministerium Ritter von Saleski. Die bezüglichen amtlichen Mitteilungen werden niorgen in der„Wiener Zeitung“ veröffentlicht werden. Der Kaiser verlieh den scheidenden Ministern hohe Auszeichnungen. Lissavon, 9. Jan.(Tel.) Die Regierung beschloß wegen des getingen Angrisses auf drei monarchistische Zeitungen eine gezichtlsche Untersuchung einzuleiten. Wegen der großen AnsammUngen dor den Redaktionslokalen war es der Polizei unmöglich, in Schuldigen sofort zu ermitteln. Drei Zeitungen veröffentlichtea in der letzten Zeit wiederholt gegen die portugiesischen Repubeskenei chwere beschimpfende Angriffe. Der Ausbruch der Volksleedemcha ist diesem Umstande zuzuschreiben. Nach erfolgter Beradigung der Menge zog diese an den geschlossenen Gebäuden der fremden: Legatianen vorbei und veranstaltete Sympathiekundgebungen. Die Bttoslwohnungen der betroffenen Redakteure wurden zu hrem Schuze poltzeilich bewacht. London, 9. Jan.(Tel.)„Daily Telegraph“ schließt seinen Artik=l öder die Verhandlungen zwischen Rußland und Deutschland mit folgenden Aueführungen: Die Zeit scheint reif zu sein für ein 2 bkommen zwischen Deutschland und England über die Bagdadbahn. Ein Aufschub möchte eine ernsthafte Reibung zu einem socteren Zeitpunkte hervorrufen. Das Problem am Persischen Golf bildet fast das einzige Beispiel von dem, was man die Möglichkeit einer territorialen Reibung zwischen uns und Deutschland nennen könnte. Der kommerzielle Wettbewerd muß eigens eine wirtschaftliche Lösung ohne Verträge und Konventionen finden, aber in dem Projekte der Bagdadbahn haben wir ein Problem, das empfindlich ist und eine diplomatische Lösung erfordert. Es gibt in England niemanden, der nicht eine schleunige und würdige Beilegung der Frage willkommen heißen würde, welche die Ehre und die Interessen beider Mächte so eng berührt. Konstantinopel, 9. Jan.(Tel.) Das Blatt„Turquie“ meldet über einen Kampf der Truppen mit den Rebellen im Jemen: Die Rebellen hatten 288 Tote. Sie wurden in die Flucht geschlagen. Die Truppen hatten 45 Tote und 80 Verwundete. Said Idsis soll in der Richtung auf Sana vorrücken. Die Regierung beschloß drei Bataillone=nach Jemen zu entsenden. Hagen, 9. Jan.(Tel.) Im Sauerlande ereigneten sich verschiedene Rodelunfälle. Ein junger Mann erlitt einen Schädelbruch und starb bald darauf. Mehrere andere Personen zogen sich teils schwere, teils leichte Verletzungen zu. Berlin, 9. Jan.(Tel.) Den Blättern zufolge wurden durch das Glatteis, das heute früh eintrat, gegen 100 Unfälle verursacht. 17 Kinder erhielten auf den Unfallstationen die erste Hilfe. Später wurden etwa 80 Erwachsene dort und in den Krankenhäusern eingeliefert.— Der Oberprimaner Borchherd aus Friedrichshagen, der gestern beim Umschlagen seines Rodelschlittens mit dem Kopf gegen einen Baum geschleudert wurde, ist heute den erlittenen Verletzungen erlegen. Hamburg, 9. Jan.(Tel.) Die Hamburg=Amerika=PacketfahrtA.=G. teilt mit, daß Direktor Ballin, der schon mehrfach an Blinddarmreizungen litt, während der letzten Erholungsreise an einem ernsten Anfall von Blinddarmentzündung erkrankte. Gestern wurde er vom Hofrat Dr. Sick mit dem besten Erfolge operiert. Nach Ansicht der Aerzte ist zu erwarten, daß der Heilprozeß normal verläuft. Das Befinden Ballins ist heute befriedigend. Wien, 9. Jan.(Tel.) Hier ereigneten sich zahlreiche Rodelunfälle, die zum Teil zu schweren Verletzungen der Betreffenden führten. Am Semering kamen 9 Rodelschlitten schwer zum Sturz. Der norwegische Skiläufer Solberg brach dabei ein Bein. Bandels-Nacbrichten. * Wechen-Uebersicht der Reichsbank vom 7. Januar. Aktiva: 1) Metallbestand(der Bestand an kursfäbigem deutscher Gelde oder an Gold in Barren oder ausländischen Münzen, das Kilogramm a Laits an 2734 M berschnst)H g 15800 *—— 983594 300) H ·# 00 2) Deutsche Reichskassenscheine 55 372300+ 8 3) do. Noten anderer Banken 31 411000+ 4) de. an Wechseln 1 106 273000— 5) do. an Lombardforderungen 116 474000— 254 303 000 6) de. an Effekten 117500000— 30 255 000 7) de. an sonstigen Aktiven 225298000— 17688000 9) das Grundkapitel 180 009000 unverändert 9) der Reservelond. 61 814000 unversngen# 10) der Betrag der umlauf. Noten 1 788 058 000— 454 706 000 9) der vonst. iäglich lligen Ver..6000 957 8900 bindliohkeiten 553 059 000— 157 890 000 2) die sonstigen Passiva 54 991 000+ 247 000 *) darunter Ool 720 379000 M+ 59342 M Bielefelder Maschinenfabrik vorm. Dürkopp& Co., Bieleeld. Dem Geschäftsbericht zufolge brachte das abtelautene Geschäftsjahr eine wesentliche Umeatzsteißerung, #n welcher sämtliche Abteilungen des Betriebes beteiligt sind. Dem flotteren Geschäftegang entsprechend ist auch das allsemeine Gewinaresultat besser gewesen als im Jahre vorher: dach hat das Grazer Unternehmen einen günstigeren Ertrag nis pro 1906.09 zu verzeichnen, doch wird dies erst dem neuen beschäftsjahre zugute kommen. Die Abwicklung der Ent ssnaditzung von seiten der Feuervereicherungs-Gesellschalten den im Januar erlittenen Brandschaden ist erfolgt; es sind die für Gebäude und Maschinen bezahlten Beträge bei den diesjährigen Zugängen in Abzug gebracht. Die im Vorjahre aus dem Gewinn zurückgestellten 100000 M für Neuaufwendungen sind an den diesjährigen Zugängen von inssesamt 373779 M vorweg abgesetzt worden, so daß auf dem BilanzKonto nur noch 274 779 M als Zugang figurieren. Nach Abzug der Abgänge von 9904 M und den Abschreibungen von 193875(168 091) M stehen die sämtlichen Anlage-Konten noch mit 1 125 005 M zu Buch, gegen 1055 005 M im Vorjahr. Die Ausgaben für Steuern sowie die Beiträge zur Krankenkasse, Alters- und Invaliden-Versicherung und Unfall-Versicherung beliefen sich auf 165 536(159 715) M. Die direkten Abgaben stellten sich demnach auf 5½ Proz, des Aktienkapitals, gegenüber 5,32 Proz. im Vorjahre. Der Reingewinn beträgt einschließlich 22159 M. Vortrag aus dem Vorjahr 1 160 063 (878 925) M, der wie folgt verteilt werden soll: 28 Proz. Dividende= 840000 M(23 Proz.= 690000 M), Tantieme an den Aufsichtsrat 76 343(56 766) M, Unterstützung- und Pensionsfonds für Beamte und Arbeiter 10000 M(wie i. V.), Rückstellung für Neuaufwendungen 200000(100000) M, Vortrag auf neue Rechnung 33720 M. Die Rückstellung von 200 000 M hält der Vorstand für erforderlich, da für die beabsichtigten Betriebserweiterungen bedeutende Barmittel notwendig sind. Die Aussichten für das neue Geschäftsjahr erscheinen bis jetzt durchaus befriedigend. Kaiserbrauerei A.-G., Brüninghausen b. Dortmand. Die Hauptversammlung genehmigte einstimmig alle Punkte der Tagesordnung und setzte die Dividende auf 5(4) Proz. fest. Die Aussichten für das laufende Jahr berechtigen zu den besten Hoffnungen, so daß mindestens das gleiche Resultat wie in diesem Jahre zu erwarten stcht. Rheinische Bergbau- und Hüttenwesen A.-G.(Niederrheinische Hütte), Duisburg-Hochteld. Wie verlautet, hat das Unternehmen den Betrieb seiner Zementfabrik eingestellt und das Zementwerk der Firma Kaufmann& Lipmann, Düsseldorf zum Abbruch verkauft. Der Platz, auf dem die Zementfabrik steht, soll zur anderweitigen Betriebserweiterung der Hütte verwendet werden. Düsseldorfer Baubank, Düsseldori. Die Gesellschaft wird voraussichtlich für das verflossene Jahr keine Dividende geben, da das in Düsseldorf so lange brachgelegene Grundstückgeschäft sich in diesem Zeitraum noch nicht genügend erholt hat. Der Betrieb des der Gesellschaft zugehörigen Hotels„Breidenbacher Hof“ hat auch im vergangenen Geschäftsjahre wiederum größere Umsätze erzielt. Im übrigen scheinen sich die Aussichten der Gesellschaft auch im Immobiliengeschäft, nachdem mit dem Bauen auf dem im Norden gelegenen Grundbesitz schon jetzt ein guter Anfang gemacht worden ist, für das laufende Jahr günstiger zu gestalten. Unionbrauerei, A.-G. in Düsseldorf. Das am 30. September abgelaufene Geschäftsjahr hat obiger Gesellschaft weiteren Verlust gebracht, so daß die Unterbilanz nunmehr, wie schon gemeldet wurde, mehr als die Hälfte des Aktienkapitals von 1 Mill. M erreicht. Verhältnismäßig ist ja das Ergebnis besser ausgefallen, als das des Vorjahres, da der Umschlag um 50000 M höher war. Jedoch sind größere Aufwendungen für Abschreibungen und neue Einrichtungen gemacht worden, so daß das Erzeugnis nicht ausreichte, die Unkosten und die ordentlichen Abbuchungen zu decken. Ueber die Neugestaltung der Gesellschaft sind innerhalb der Verwaltung schon verschiedentlich Verhandlungen gepflogen worden; indessen soll zunächst die weitere Entwicklung des Unternehmens, von der die Verwaltung hofft, daß sie sich nach oben bewegen wird, abgewartet werden, ehe man mit Vorschlägen an die Aktionäre(man denkt an Zusammenletung der Aktien unter gleichzeitiger Ausgabe neuer Aktien) herantreten will. Im neuen Geschäftsjahre hat die Steigerung des Absatzes zugenommen. * D e m S i e g e n- S o l i n g e r G u ß s t a h l- A k t i e n- V e r e i n i n S o l i n gen ist jetzt die schon vor längerer Zeit nachgesuchte Genehmigung zur Entnahme von elektrischer Kraft bei dem Bergischen Elektrizitätswerk erteilt worden. Das Unternehmen sei nunmehr in die Lage setzt, in Kürze seine neuen, für elektrischen Betrieb bestimmten Anlagen in Betrieb zu nehmen. In Verwaltungskreisen verspricht man sich nach dem„Berliner Börs.-Cour.“ von der neuen elektrischen Betriebsanlage so bedeutende Ersparnisse bezw. Verbilligung der Fabrikation, daß für die Aktionäre in Zukunft zufriedenstellende Ergebnisse erwartet werden dürften.„ * A u s z e i c h n u n g e n. D e m K o m m e r z i e n r a t B e r t h o l d K ö r ting in Hannover wurde der Charakter als Geheimer Kommerzienrat sowie dem Kaufmann Arthur Alexander Katz in Görlitz, dem Fabrikanten Paul Delius in Bielefeld und dem Fabrikbesitzer Fritz Güth in Gütersloh der Charakter als Kommerzienrat verliehen. * Die Warenkreditanstalt in Hamburg verteilt 4½ Proz. Dividende(1. V. 6½ Proz.). Das Unternehmen muß 100000 M Reserve stellen zur Deckung eines Verlustes durch die Unredlichkeit eines Lagerhalters. “ In dem Konkurs der Holzhandlung Edmund Schramm in Berlin machten dem„Berl. Tagebl.“ zufolge die beiden Inhaber ein Vergleichsangebot von 12 Proz, unter Bürgschaft der Ehefrau des einen Inhabers. Im Konkurs stehe eine Quote von etwa 7,75 Proz. in Aussicht. In der Gläubigerversammlung stimmten 44 Gläubiger mit 622 492 M Forderunden für den Versleich, eine Warschauer Firma mit 47000 M dagegen; 73 037 M waren nicht vertreten. Das Gericht wird sich später entscheiden. * I t a l i e n i s c h e M e r k d i o n a l b a h n a k t i e n. N a c h e i n e r P a r i s e r Meldung soll die Rückzahlung, welche auf diese Aktien geplant ist, 150 Lire pro Aktie betragen. * K o n v e r s i o n d e r b u l g a r i s c h e n A n l e i h e. W i e a u s W i e n gemeldet wird, sind dort der buldarische Ministerpräsident Malinow und der Handelsminister Krestew eingetroffen. Der Zweck des Besuches ist, Verhandlungen wegen Konversierung der öproz. bulgarischen Anleihe vom Jahre 1892 einzuleiten. * D i e G e s c h ä f t s l a g e i n d e r a m e r i k a n i s c h e n T e x t i l i n d u s t r i e soll sich nach den neuesten Berichten erheblich gebessert haben. Insbesondere sollen die Baumwollspinnereien von Nord-Carolina bedeutende Aufträge erhalten haben. Die geplante Betriebseinschränkung ist aufgegeben worden. * Der nordamerikanische Zementverband ist jetzt aufgelöst worden. Nach den bereits in der letzten Zeit vorgenommenen Preisermäßigungen seitens der einzelnen Firmen wird ein Preiskrieß erwartet. * Ein neuer Bankkrach in der Union. Die Carnetie Trust Company in Newyork, Broadway 115, auf die schon seit einigen Wochen und besonders nach dem Zusammenbruch der Northern Bank of Newyork ein stiller Run stattland, der d Institut erhebliche Depositen entzog, hat sich an die Staatsbehörde dewandt, um die Schließung ihrer Kassen zu beantragen. Die Staatsbehörde gibt darüber folgende Erklärung: Das Institut, welches im Jahre 1907 gegründet wurde, sicht sich außerstande, seinen gegenwärtigen Verpflichtungen nachzukommen. Eine Prüfung der Verhältnisse, soweit eine solche bisher möglich war, zeigt, daß die Finanzen sich in ungesunder Verfassung befinden. Unsicher ist, ob das Institut den Geschäftsbetrieb fortsetzen kann.— Diese Erklärung rief sowohl in Finanzkreisen, als auch beim Publikum Newyorks große Erregung hervor, obwohl man das Institut schon seit längerer Zeit für nicht ganz sicher hielt, was auch in der Kursgestaltung zum Ausdruck kam. Die Aktien, die noch vor Jahresfrist 173 D notierten, standen jetzt auf 95. Das Institut verfügte nach dem letzten Bankausweis über 1 500 000 D Aktienkapital und über 737000 D Reserven. Die Depositengelder werden mit 3900000 D angegeben. Die Zahl der Debitoren, die vor Jahresfrist sich auf 33000 stellte, ist in letzter Zeit bis auf ca. 20000 zurückdegangen. Zumeist gehören die Einleger den schwächeren Volksschichten an. Das Institut, zu dessen Aufsichtsrat der bekannte Stahlmadnat Schwab zählt. führt seinen Namen mit Erlaubnis des Stahlindustriellen Andrew Carnegie. Trotzdem soll letzterer an dem Institut selbst uninteressiert sein. Der gegenwärtige Präsident ist C. C. Dieckinson. Zeitweise fundierte der frühere Schatzsekretär Shaw als Präsident. Vor Jahresfrist hat das Institut mit der Van Norden Trust Company eine Interessengemeinschaft abgeschlossen. Trotzdem soll für letzteres Institut aus dem Zusammenbruch sich keine Komplikation ergeben. Der Zusammenbruch des Instituts steht in einem moralischen Zusammenhang mit der vor kurzem erfolgten Insolvenz der Northern Bank oi New York. insofern der Präsident letzterer Gesellschaft Grant früher Vizepräsident der Carnegie Trust Company war. Die Prüfung der Staatsbehörde ist noch nicht beendigt und der Status vorläufig ungewiß. Nach den bisherigen Feststellungen sollen jedenfalls manche schwer realisierbaren Aktiven vorhanden sein. Die rasche Aufeinanderfolfe der in letzter Zeit erfolgten Insolvenzen ruft beim Publikum recht unangenehme Erinnerungen wach. Dieser moralische Eindruck dürfte das Gefährlichste an diesem neuen Zusammenbruch sein. Zu den Geschädigten gehört auch die Stadtbehörde von Newyork, die bei dem Institut 650 000 Dollars Guthaben besitst. Die Bank diente nämlich einer Abteilung der städtischen Behörde als Einzahlungs- und Verwahrungsstelle für Kautionen. Wie verlautet, unterstützte Carnezie bereits bei der Panik von 1907 durch namhafte Zuschüsse: man hofft deshalb, daß die Bank sich durch Carnedies Hilfe wieder flott machen könne. Die zusammendebrochene Carnezie Trust Company war seit 1907 die offizielle Hinterlegungsstelle für Konkursgelder, die sich in den Händen der vom Bundesgericht und den Distriktsgerichten ernannten Masseverwalter befanden. Diese Summen betragen 1 Mill. D. Direktor der Carnegie Trust Company war bis vor einem Jahre der jetzt in Untersuchundshaft bafindliche Joseph Robin. Der Präsident der Gesellschaft, Howells, teilt mit, daß die augenblicklich verfügbaren Kassenbestände nicht auereichend jewesen seien, um den starken Ansprüchen zu genügen, aber in 24 Stunden wären ausreichende Barmittel verhanden jewesen. Howells ist der Ansicht, daß die Depositoren völlig befriedigt werden können. Egene drcdsberschie den Zlenl. bertuer. Getreide. * Berlin, 9. Jan. Produktenbörse. Weizen Mai(207½) 207¼. Juli(208) 208, Sept.(—)—. Roggen Mai (156¼) 186¼, Juli(158¼) 158¼, Sept.(—)—. Hafer Mai(156) 156. Sept.(158.) 158. Mais amerik, mixed Mai (—)—. Juli(—)—. Mehl 24,00 bis 27,50. Roggenmehl 18.70 bis 21.10. Stimmungsbericht. Da es an durchgreifender Anregung ichlte, verhielten sich die Interessenten am Getreidemarkte sehr reserviert. Weizen war nominell etwas schwächer. In Roggen erfolgten zu niedrigeren Preisen einige Abschlüsse. Futterartikel und Rüböl waren ohne Verkehr. Das Wetter ist milder. * Liserpool, 9. Jan. Roter Winterw. März(7/1) 7 1½ Mai(71½,) 7,1%. stetig. Mais bunter Amerikaner Febr. (44) 4 4¼, gelber La Plata Mai(4,6⅜) 4, 6½. fest. Raffee. * Hamburg, 9. Jan. nachm. 3 Uhr.(Mittelbericht.) Good Saverage Santos März(58) 58½. Mai(58) 58¼, Sept. (57“,) 57¾, Dez.(56¼) 57. stetig. * Havre, 9. Jan., nachm. 3 Uhr 30 Min. Kaffee good average Santos März 70¼, Mai 71½, Sept. 71¼, Dez. 71½. stetig. Sucker. * Hamburg, 9. Jan., nachm. 3 Uhr.(Mittelbericht.) Rüben1. Prod# p 880 Rend“:. 1“•" 6, Rohzucker Produkt basis 68 kendement neue Usance trei an Bord Hamburg Jan.(8.95) 8,97½. März(9.10) 9.12½. Mai(9.25) 9,27½, Aug.(9.45) 9.45, Okt.(9.42½) 9.42½ Dez.(9.47½) 9.47. Alles die SOkg. ruhig. * Magdeburg, 9. Jan. Kornzucker 88% ohne Sack 8,55-8,65. Nachprodukte 75% ohne Sack 6,90-7,00. Stimmung ruhig. Brodraffinade 1.ohne Fass 18,87½-19,12 1/8. Krystallzuck. 1. m. Sack 00,00-00,00. Gem. Raffinade mit Sack 18,62-18,87“. Gem. Melis mit Sack 18,12½-18,37½. Stimmung ruh. Bei Abnahme von mindestens 200 Zentnern alles netto Zentner. Rohzucker 1. Produkt Transito frei an Bord Hamburg. Jan. 8.95 Gd., 9.00 Brf., Febr. 9.05 Gd., 9.10 Brf., März 9,10 Gd., 9,15 Brf., Mai 9,22½ Gd, 9.25 Brf., Aug. 9.40 Gd., 9,42½ Brf., Okt.Dez. 9.40 Gd., 9,45 Brf. Alles die S0kg. ruhig. Baumwolle. * Bremen, 9. Jan. Baumwolle, Upland middl. loch(76“) 76¼ Pfg. ruhig. * Liverpool, 9. Jan., mittags 12 Uhr 45 Min. Baumwolle. Umsatz 12 000 Ballen, davon für Spekulation u. Export— Ballen. Tendenz für Amerikaner loco: k.stet. Preis: 8,05. Amerikanische Good ordinary Lieferungen—. träge. Jan.(7,84) 7,85, Jan.Febr.(7,84) 7,85, Febr.-März(7,86) 7,87, März-April(7,87) 7,89, April-Mai(7,88) 7,89, Mai-Juni(7,88) 7,90, Juni-Juli(7,93) 7,88, Juli-August(7,91) 7.86, Aug.-Sept.(7,65) 7,66, Sept-Okt. (7.30) 7,31. Oele und Spiritus. * Berlin, 9. Jan. Rüböl. Jan.(58.50) 58,80, Mai(58.30) 38,80, Okt.(—.—)—.— Amerikanische Warenkurse. * New Vork, 9. Jan. Baumwolle. Jan.(14,66) 14,64, März(14,92) 14,91, Mai(15,06) 15,04, Juli(15.05) 15,01. stetig. * New Vork, 9. Jan. Weizen. Mai(105.) 105½, fest. * Chicago, 9. Jan. Weizen. Mai(100⅛) 100¾. Mais. Mai(49“) 50. fest. Hafer. Mai(34¼) 34¼ * Chicago, 9. Jan. Schmalz. Mai Mai(19.20) 19.15. (10,32) 10.27. Pork. Berliner Börse. Eigener Drahtbericht des„Westfälischen Merkur“. Schlusskurse. 9.1. 3½ 9046 30.875 85,00 102.25 94.40 85.50 102.60 94.40 85,30 101.00 92.00 100.60 91.30 100.75 91.80 7.1. Privatdiskont.. 3½ Wechs. Amst. kurz 169.45 „ Brüssel„ 80,675 „ Italien„ 80.45 Scheck London 20,465 Wechs. Lond. kurz 20,435 Scheck Paris 80,925 Wechs. Paris kurz „ Wien„ 85,025 4 D. Reichsanl. 102.25 3 ½%„„ 94.40 3%„„ 85.50 4% Preuss. Kons. 102,60 3½2„„ 94.40 3%„„„ 85,40 4% Westf. Pr.-Anl. 101.00 3½3 dto. 1915 92.00 3½4 Münst. St.-A. 4 Westf. Pfandbr. 100.40 3½2 dto. 91.30 4% R.-W. Rentenbr 100,75 3½3, dto. 91,90 45 dto. Bd.-Kr. Pfdbr. IX 99.50 99.50 3 1/22 cto. VI. 91.50 91.50 Transport-Werte. Canada-Aktien 199,50 199.30 Hamb.-A. Packetf. 142.50 143.40 Hansa Dampfsch. 174,00175.25 Nordd. Lloyd. 107,80 108,75 Banken. Barmer Bankv. 128,00 128,00 Berg.-Märk. Bank 162,00 162.50 Berl. Handelsges. 169.50 169,80 Darmstädt. Bank 130,90 130,80 Deutsche Bank 263,90 263,90 Diskontogesellsch. 195,50 195,50 Dresdner Bank 164,30 164,30 Ess. Kreditanstalt 163,75 164,00 Märkische Bank 109,25 109,00 Nationalb. f. Dtsch. 132,00 132,40 Niederd.Bank—— Osnabrücker Bank 139,00 139.00 Rh.-Westf. Disc. 127,50 127.60 Schaaffh. Bankv. 143,20143.25 Brauereien. Bochumer Victoria 120,00 117,50 Dortm. Aktien-Br. 340,00 341,00 „ Union-Br. 340,50 338,50 „ Victoria 111,40 111,00 Germania Dortm. 141,00 141,00 Glückaufbr. Gels. 134,25 134,25 Isenbeck Hamm 89,25 89.25 Lindenbr. Unna 72,50 72,00 Löwenbr. Dortm. 182,25 182,26 Müser Langendr. 124,50 128,00 Industrie-Aktien. A.-G. f. Verkehrsw. 216,00 219,00 Allg. Elektr-Ges. 266,90 265,75 Anglo Cont. Guano 110,20 110.50 Ankerw. Hengst. 121,00 121,00 Aplerb. Bergbau 144,50 143,90 Aumetz Friede 173,80 175,25 Balcke Maschinen 230,10 231,10 Balcke, Teller.& C. 112.00 112,00 Bergmann Elektr. 242,50 240.75 Biel. Masch. Dürk. 418,50 419.00 Bismarckhütte 182.10 182,00 Bochum. Gußstahl 219,90 219,00 Böhler 212,00 212,75 Bösperde Walzw. 106,00 106.25 Breunk u.Brik-Ind. 188,00 188,25 Buderus Eisenw 111,00 111,00 Chem. Ind. Gelsen. 164,50 163,75 Cölner Bergwerk. 455,25 455,00 Concord. Bergbau 322,25 317,00 Consolidation 363,00 362.50 D.-Lux. Bergw. 194,50 195.25 D. Uebers. Elektr. 184,70 185,10 Deutsch. Gasglühl. 644,50 648.00 „ Tiefbohr 308,00 309,50 „ Waffen-M. 371,00 372,30 Donnersmardhüt. 303,50 302,00 Düss. Eisen Draht 174,00 175.25 „ Eisenhütte 173,75 172.73 Dynamit Trest. 183,00 184,50 7.1. 9.1. Elektr. Lichtu. Kraft 137,00137,00 Eschweiler Bergw. 181,00181,00 „ Eisen—— Ess. Steinkohlen 170,00s172,75 Fag. Mannst. V.-A. 192,00191,90 Felt& Cuill. Lahm. 164,50164,25 FlötherMaschinen 264,00/265,50 Geisweider Eisen 172,75|174,00 Gelsenk. Bergw. 205,90206,60 „ Gußstahl 76,75) 76,75 Georgs-M. St.-Akt. 87,75 88,00 „ Vorz.-A. 114,90 114,80 Ges. f. elektr. Unt. 167,90168,00 Hann. Masch. Egeit. 311,00312,50 Hark. Brück. St.-A. 135, 10135.25 St.-Pr. 151,60 151.75 Harpener Bergbau 182,25/182,80 Hasper Eisen 166,00167,25 Hedwigshütte 197,50198.25 Herbrand Waggon 158,00162,00 Höchst. Farbwerke 528,00529,00 Hoesch Stahlwerke 296,50 300,00 Hohenlohe-Werke 211,25/212,00 Hotelbetr.-GG 199,25/200.75 Humboldt Masch. 136,001136,00 Kön. Wilh. B. St.-A. 247,00245.00 „ St.-Pr. 328,00328,00 Königsborn Bergw. 200,75/200,50 Körting Gebr. 134,25135,00 Küppersbusch 207,50s207,50 Lahmeyer& Co. 118,00|120,00 Laurahütte 168,00168,00 Lüdensch. Metall 139.75/138.25 Magdeb. Bergw. 504,00— Mannesmannröhr. 219,10/218,75 Mark Portl.-Cem. 125,75/125,50 Märk.-Witf. Bergw. 122,50 121,00 Maschinenf. Baum 136,60138,50 Massener Bergw. 113,75/113,90 Mülheimer Bergw. 180,00 179,75 Nordd. Gummifabr 141,75/141.25 „ Wollkämmerei 146,00/146,10 Oberichl. Eis.-Bed. 106,50106,30 „ Eisenindustr. 94,80 95,00 Orenstein 4 Koppel 214,00 215,00 Osnabr. Kupfer 108.00108,00 Panzer 160,75/163.25 Phönix Bergwerk 236,50|237,00 Rheinfelden 155,00 155,00 Rhein. Braunkohl. 176,00 176,00 „ Metallw.St.-A. 95.90 96.00 „ Vorz.-Akt. 94,25 93.50 „ Stahlwerke 160,75 161.50 Rh.-W. Kalkwerke 168,25 169,25 „ Cem.-Industr. 148,25 151.50 „ Sprengstoff /224,75 225,00 Rombacher Hülte 177,00 177.75 Rote Erde, Eisen 117,75 118.25 Rütgerswerke 187,00 188,50 Schuckert Elektr. 157,90 159,40 Schulz-Knaudt 119,75 120,00 Sieg.-Sol. Gussst. 94,25 97,10 Siemens& Halske 245.75 245,90 Steaua Romana 130,00 130,00 Stett. Chamotte-A. 262,75 263,25 Stettiner Vulkan 211,25212,00 Stolberger Zinkh. 144,25 146.50 Thale Eisen St.-P. 215,25 218,50 „ V.-A. 217,75 220,00 Leonh. Tietz. 130,25 130.25 V. Berl.-Frf. Gum. 143,00 149.00 „ Cöln-Rottw. P. 287,00 289,00 „ Dtsch. Nickelw. 281,75/281.75 „ Zypenamp;Wissen 169,00 168,00 Wasserw. Gelsenk. 204,00 204,10 Westeregeln Alkali 222,50 221.50 Westfalia Cement 171,00 170,50 Westf.Drahtinduft. 161,75 163,00 „ Drahtwerke „ Kupfer " Stahlwerke Wick. Portl.-Cem. Wittener Glashütte „ Gussstahl „ Stahlröhren 227,00 225.50 109.30 110.00 51.00 30.75 113,00 114.25 101,00 101.25 189.90 189.90 995 16 19690 Oesterr. Kredit Russenbank Russen 1902 Türkenlose Schantungbahn Lombarden Canada Baltimore Oriental. Eisenb. Warschau- Wiener Bochumer Qussst. Deutsch- Lusemb. Dortm. Union C. Hohenlohe-Werke Laurshütte Otaviminen 146,25 147.30 Deutsche Kali-Akt. 156,30 157.00 Nordhäuser[128,00 128,00 Nachbörse. 237¼ 161“ 177½ 207 183“ 143% 175¼ 108¾ 265⅞ 185 246 159“ 167½ Tendens-Bericht. Berlin, 9. Jan. Es lag auch heute eine Anzahl anregender Momente vor welche die Spekulation wieder zu Käufen ermutigten beziehungsweise zu Deckungen veranlaßten. Dies trat namentlich auf dem Montanaktienmarkte zutage, wo die meisten Werte mit Kursbesserungen einsetzten. Meldungen über eine lebhafte Absatzsteigerung beim RheinischWestfälischen Kohlensyndikate im Dezember und eine fortgesetzte Zunahme der deutschen Roheisenproduktion waren die Motive, welche den Anstoß zu einer günstigen Tendenzgestaltung gegeben haben. Für Elektriztätswerte wirkten die Auslassungen in den vorgestrigen Generalversammlungen von Siemens u. Halcke und der Schuckert-Gesellschaft nach. Schuckert-Aktien gewannen sogar 2 Proz., weil man mit einer erheblichen Gewinnsteigerung der Gesellschaft infolge der geplanten großen Betriebserweiterungen bei den Siemens-Schuckertwerken glaubt rechnen zu können, Im allgemeineff übten auf die Tendenz ferner einen günstigen Einfluß aus die wesentlich gesteigerten Ziffern des englischen Außenhandels sowie die Festigkeit der Newyorker Börse. Eine freundlichere Stimmung machte sich daher auch auf den anderen Umsatzgebieten geltend, insbesondere auf dem Bankaktien- und Fondsmarkte. Auf dem letzteren zeigte sich andauernd ein guter Begehr nach deutschen Anlagewerten. Sproz. Reichsanleihe zogen weiter im Kurse an. Von Bahnen begegneten Baltimore und Warschau-Wiener lebhafterem Interesse, dagegen litten Meridionalbahn von vornherein unter Realisierungen nach der vorhergegangenen Steigerung. Im Verlaufe erlahmte übrigens allgemein das Geschäft und die anfänglichen Besserungen blieben unter leichten Schwankungen nur zum Teil behauptet. Offenbar ist die Spekulation noch nicht geneigt, bei der noch einer Klärung bedürftigen Lage des Eisenmarktes größere Engagements einzugehen. Schiffahrtsaktien stellten sich auf Realisierungen etwas niedriger. Große Berliner Straßenbahn war wiederum etwas höher. Tägliches Geld 4 Prozent. Die Börse blieb weiterhin ruhig. Schiffahrtsaktien waren abgeschwächt auf die Meldung von einer ernstlichen Erkrankung Ballins. Die neue 4½proz. Ungarische Anleihe war per Erscheinen zu 92.50 Geld gefragt. Im übrigen blieb der Verkehr ruhig. In der 3. Börsenstunde war die Tendenz bei meist ruhigem Verkehr fest. Für Kolonialwerte zeigte sich gute Nachfrage. Die Industriewerte des Kassamarktes waren vorwiegend fest. Konkurse. (Reihenfolge der Angaben: Ort, Firma, Tag der Eröffnung, Anmeldefrist). Altena, Westf. Hoteller Friedrich Gobrecht Vergleichstermin 23. 1. Barmen. Butter- und Käsehändler Hugo Mary. 3. 1.— 20. 2. Berlin. Schuhwarenhändler Heimann Jacobsohn zu Berlin, Wrangelstraße 81. 3. 1.— 14. 2. Berlin. Deutsche Patent-Schablonenwerke G. m. b. H.. Bremerstraße 48. 3. 1.— 28. 2. Bielefeld. Offene Handelsgesellschaft C. Gerbe u. Albrecht. Verfahren aufgehoben. Breslau. Papierhändler Gustav Bohlmann. 2. 1.— f. 3. Cöln, Rhein. Uhrmacher und Goldwarenhändler Walter Lennemann. 2. 1.— 10. 2. Detmold. Fabrikant Christoph Strangmeier zu Hiddesen. 3. 1. — 3. 2. Dortmund. Offene Handelsgesellschaft T. u. M. Pinthus in Dortmund, Brückstraße 44. Schlußtermin 18. Januar. Dortmund. Buchhändler Paul Seliger. Verfahren aufgehoben. Dortmund. Möbelhändler Paul Grützmacher, Inhaber der Firma Wilhelm Grützmacher, Kaiserstraße 26 5. 1.— 25, 1. Dresden. Kaufmann Woldemar Zobel, Inhaber der Firma „Dresdner Kunstinstitut Woldemar Zobel“, deren Geschäft in der Herstellung und dem Vertriebe von Luxuspapier und lithographischen Erzeugnissen besteht. 3. 1.— 3. 2, Dresden. Früherer Zeitungsverleger William Feodor Kutschbach in Weißer Hirsch, 4. 1.— 25. 1. Elmsborn. Schäftefabrikant(Lederhändler) Julius Theodor Friedrich Wilhelm Zucht in Elmshorn, alleiniger Inhaber der Firma G. Zucht. 2. 1.— 16. 1. Großenhain. Druckereibesitzer und Lithograph Arno Richard Schlegel. 2. 1.— 14. 1. Hamburg. Inhaber eines Baugeschäfts Hermann Carl Otto Puhst, in Firma Otto Puhst, Hamburg, Ohlendorffstraße 11. 4. 1.— 4. 3. Herne. Produktenhändler Walter Schäfer, Gläubigerversammlung über Einstellung des Konkursverfahrens mangele Konkursmasse 21. Januar. Herne. Eheleute Wirt Ernst Rosenkranz in Herne. 3. 1.— 17. 1. Iserlohn. Schieferdeckermeister Franz Hester sen. 3. 1.— 28. 1. Könidswinter. Dollendorfer Frauenhülfe, e. V. in Niederdollendorf. 28. 12.— 15. 1. Kottbus. Fabrikbesitzer Albert Valte. 4. 1.— 4. 2. Leipzid. Louise Agnes Valeska verw. Zierfuß in Leipzig-Reudnitz, Rathausstraße 31. Inhaberin des Posamenten- und Kurzwaren-Großdeschäfts unter der Firma: August Zierfuß in Leipzié. Packhoffstraße 7. 2. 1.— 21. 1. Leipzié. Kaufmann Gustav Wirtky in Leipzig-Reudnitz. Eilenburderstraße 26. Inhaber eines Herrenartikel- u. Pelzwarengeschäfts. 4. 1.— 24. 1. Leipzig. Boafabrikant Albert Wuszycki in Leutzech, Lindenauenstraße 47. 4, 1.— 25. 1. Lippstadt. Landwirt Theodor Sterneborg in Lippstadt. Gläubigerversammlung vom 12. 1. auf den 26. 1. verlegt. Melle. Holzwarenhändler Wilhelm Niemeyer in Bakum. 2, 1. — 31. 1. Metz. Firma Hack ur Cie. in Metz, Inhaber Martin Hack. 3. 1.— 21. 2. Münster, Westf. Früherer Bauunternehmer Wilhelm Henke zu Münster. Verfahren aufdehoben. Münster. Westf. Firma Pöpperling u. Scheeie zu Münster. Inhaber Kaufmann Carl Scheeie zu Münster i. W. Schlußtermin 31. Januar. Nürnbert. Kaufmann Isaak genannt Ignatz Ramer, Inhaber eines unter der handelsgerichtlich eingetragenen Firma Leib Herzog betriebenen Abzahlungsgeschäfts. 3. 1.— 4. 2. Rheydt, Bz. Dfisseldort. Witwe Eugenie Pfister, Bahnhofstr. 22 30. 12.— 28. 1. Solinden. Dörner u. Krieger, offene Handelsgesellschaft. 31 12.— 10. 2. Zschonau. Strumpffabrikbesitzer Friedrich Philipp Adol. Scholl in Gornau, alleinider Inhaber der Firma Adoli Scholl ebenda. 4. 1.— 10. 2. Gottesdienst=Ordnung. Besendere Andachten im Lause der Woche: Hoher Dom: Täglich 5½—8 Uhr hl. Messen. 8½ Uhr Chordienst. 9 Uhr Conventualamt. 10 Uhr letzte hl. Messe. Nachmittags 2 Uhr Vesper: Samstag 3 Uhr. St. Aegidiikirche: Dienstag 8½ Uhr Pestmesse. Donnerstag 8½ Uhr Sokramentshochamt. Abends 7 Uhr Sakramentsandacht.— St. Josephskirche: Donnerstag 7¾ Uhr Sakramentshochamt.— St. Josephs=Dominikanerkirche: Jeden Morgen kurz vor 8 Uhr hl. Messe.— St. Lambertlkirche: Donnerstag 8 Uhr Sakramentshochamt. Abends 7 Uhr Sakramentsandacht.— Liebfrauenkirche: Donnerstag 8 Uhr Sakramentshochamt. Samstag 7 Uhr Hochamt. Nachmittags 4½ Uhr Andacht.—St. Ludgerikirche: Mittwoch 8 Uhr Pestmesse. Donnerstag 8 Uhr Sakramentshochamt. Freitag abend 7 Uhr Herz Jesuandacht.— St. Martinikirche: Freitag 7 Uhr Pestmesse und Segen. Samstag 4 Uhr Andacht.— St. Servatiikirche: Dienstag 7 Uhr Pestmesse. Mittwoch abend 7 Uhr Mutteraottesandacht.— St. Klemenskirche: Täglich 6 und 8 Uhr hl. Messen.— St. Magdalenenkirche: Jeden Morgen 8 Uhr hl. Messe.— Franziskanerkirche: Dienstag abend 6 Uhr Antoniusandacht.— Klarissenkirche: Dienstag 5 Uhr Antoniusandacht. Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Hauptredakteur Theoder Waruece für den Anzeigen= und Reklanenteil Wieste Rergen, beibe in Bräuften Zufriedenheit spricht aus jeder Zeise! Bioson wurde von uns bei Blutarmut angewendet. Da wir bereits 4 Pakete verbraucht haben kann ich Ihnen mitteilen, daß wir sehr zufrieden sind. Appetit und Allgemeinbefinden sind darauf sehr gut. Während des Biosongebrauches habe ich 4 Pfund zugenommen. Wir nehmen Vioson mit Kakao, da es sehr wohlschmeckend ist, und wir werden es bestens empfehlen. Zehlendorf (Wannseebahn 13. Juni 10. Malermeister R. Malchin. Unterschrift beglaubigt: Paul Knedel, Notar. Bioson ist das beste und billigste Nähr= und Kräftigungsmittel; erhältlich in Apotheken, Orogerien usw., Paket(circa ½ Kilo) A 3.—, Verlangen Sie vom Biosonwerk, Frankfurt a. M. Gratisproben und Broschüre, Nsr. 16.(Dorgen-Ausgabe. Weftfällscher(erkur. Dienstag, den 10. Januar 1911. F"* Bettrias Pachtuct von hervorragendem Wohlgeschmack. *** Kultr### achingen von grosser Bedeutung für die Gesundheit. Beisrtiche## Sama Literatur auf Verlangen durch die Brunnen-Inspektion In Fachingen(Bez. Wiesbaden). *** Beittiche Hemten Fachingen mnt Sttim u uu gun Terantkenlachung. mil Garken, S0 Ln.=Kulen groß, in der Nähe der Bahn, besonders geeignet für einen Arzt, unter günstigen BeEs wird erneut darauf hingewiesen, daß nach den bestehenden Vorschriften jede Person, die von hier verziehen will, sich vor dem Abzuge bei dingungen zu verkaufen. Aube der Polizeibehörde(Einwohner=Meldeamt) abmelden muß. Wer in hiesiger Stadt seinen Wohnsitz oder dauernden Aufenthalt nimmt, hat sich innerhalb 3 Tagen nach dem Anzuge bei dem Einwohner=Meldeamte anzumelden, auf Ersordern auch über seine persönlichen. lusbesondere über seine Steuer= und Militärverhältnisse Auskunft zu geben. Geschieht der Zuzug aus einer preußischen Gemeinde(Gutsbezirk), ist der Abmeldeschein gleichzeitig, spätestens aber dinnen 8 Tagen nach der Anmeldung einzureichen. Der gleichen Anmeldepflicht unterliegt auch derjenige, welcher seinen bisherigen Wohnsitz(dauernden Aufenthalt), ohne ihn aufzugeben, verlassen hat und in einem anderen Gemeindebezirk vorübergehend zur Ausübung seiner Berufstätigkeit Wohnung nimmt(Saison=Arbeiter). Auch hat derselbe den Wechsel dieses Aufenthaltsortes und die Rückkehr an seinen Wohnsitz anzumelden. der Wohnungswechsel innerhalb der Stadt ist binnen 6 Tagen anzuzeigen. Ueber jede An=, Ab= bezw. Ummeldung wird kostenfreie Bescheinigung erteilt. Zu den vorerwähnten Meldungen ist auch verpflichtet, wer als Vermieter, Quartiergeber, Arbeitgeber oder in sonstiger Weise Personen aufgenommen hat, sofern er sich nicht durch Einsicht in die polizeilichen Bescheinigungen von der geschehenen Meldung Ueberzeugung verschafft hat. Jede Meldung kann mündlich, schriftlich oder durch einen geeigneten Stellvertreter geschehen. Aus der schriftlichen Meldung muß der Vor= und Familienname, stand und Gewerde und der letzte Wohnort des Ermeideren, sowie die hiesige Wohnung und der Name des Hauswirts ersichtlich sein. Zuwiderhandlungen gegen diese Vorschriften unterliegen einer Geldstraf bis zu 60 Mt., im Falle des Unvermögens verhältnismäßiger Haft. kunft erteilt Felix Koesters, Kommissionär, Münster i. 2. Bautstr. 12. Fernruf 605. Verkauf einer Villa. Die an der Chaussee vom Bahnhof zur Stadt Tecklen= burg unter Nr. 186 belegene Villa„Ada“, zur Konkursmasse Rov. Laue gehörend, ist durch mich sehr preiswert zu verkaufen. Die Besitzung ist groß 34,73ar— rund 250 Quadr.-Ruten, hat sehr schön angelegten Garten und eignet sich ihrer hervorragenden Lage wegen für einen Sommersitz oder aber ist dieselbe auch sehr geeignet zur Unterbringung von Sommerfrischlern. 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Auf den Platformen(Außenperrons) der Wagen dürsen auf der vorderen nicht mehr als 5, auf der hinieren nicht mehr als 6 Personen Platz nehmen. Beim Eitönen der Warnungsglocke haben innerhalb des Fahrprofiles befindliche Fußgänger, Reiter, Radfahrer und die Führer von Wagen und Biey das Fahrprosil sofort freizugeben. Reiter, Radfahrer, Fuhrwerke und Viehtrausporte haben außerdem den Straßenbahnwagen steis soweit Raum zu geben, daß weder letztere in der Fahrt, noch die Fahrgäste beim Ein= und Aussteigen gehindert oder gefährdet werden. Die Annäherung von Fuhrwerken, Reuern, Radfahrern, Viehtransporten u. s. w. an die Straßenbahngleise von der Seite(aus Seitenstraßen, Gebäuden, Höfen u. s. w.) der muß so vorsichtig erfolgen, daß weder die Straßenbahnwagen in der Fabit, noch die Fahrgäste beim Ein= und Aussteigen gefährdet werden. Fuhrwerke oder Bieh ohne Aufsicht in dem Gleise oder unmittelbar neben demselben stehen zu lassen, ist untersagt. Aufsichtslos dastehendes Fuhrwerk und Vieh, sowie sonstige Gegenstände, welche die Gleise versperren, können von den Straßenbahnbeamten ohne weiteres entfernt werden. Kinder ohne Aufsicht auf den Gleisen oder in deren unmittelbaren Nähe spielen zu lassen, ist verboten. An die Eltern und Lehrer richten wir wiederholt das dringende Erjuchen, die Kinder vor mutwilligem Betreten der Bahngleise eindringlich zu warnen. Das Publikum wird ersucht, durch Vermeidung unnötigen Aufenthaltes an den Haltestellen, beim Ein= und Aussteigen zur glatten Adwickeluno des Betriebes der Bahn beizutragen. Ferner ersuchen wir bedufs leichterer Abwickelung des Verkehrs auf den öffentlichen, namentlich aber auf den verkehrsreichen Straßen dringend die folgenden Grundsätze zu beachten. 1: Der Straßendamm ist in erster Linie für den Fuhrwerksverkehr bestimmt, deshalb vermeide der Fußgänger jedes überflüssige Berweilen auf demselben, überschreite ihn nur auf dem kürzesten Wege 2. b. senkrecht zur Straße und nicht in der Diagonale und auch in belebten Straßen nicht an jeder beliebigen Stelle, sondern nur an einer Straßenkreuzung. * Jeder Wagenführer soll für sein Gefährt nicht mehr Raum von dem Straßendamm in Anspruch nehmen, als er notwendig gebraucht. Hierzu gehört, daß er stets rechts fährt und beim Eindiegen in eine linke Seitenstraße die Ecke ausführt, d. h. die Ecke nicht in der Diagonale, sondern in voll ausgefahrenem Bogen nimmt. Kein Pferdeführer darf mit lose hängendem Zügel fahren, weil er sonst in belebten Straßen das Pferd nicht rechtzeitig zu lenten vermag. 3) Die Kraftfahrzeuge müssen namentlich in den belebten Straßen in gemäßigtem Tempo fahren. Ganz besonders ist ein langsames und vorsichtiges Fahren beim Kreuzen von Straßen und beim Umdiegen um Ecken erforderlich. Münster, den 3. Januar 1911. Die Polizei=Verwaltung. Lektauf eines Speialationsvoseits. Besitzung(70 Quadr.-Ruten groß), unmittelbar an der Weselerstraße belegen, mit aufstehendem Hause, enthaltend 9 Räume, Keller und sonstigem Zubehör, schönem Garten mit 2 Gartenhausern und 25 tragvaren Odstbäumen ist unter günstigen Bedingunsen preiswert von mir zu kaufen. Felix Koesters, Kommissionär, Münster i. W. Paulstr. 12. Fernruf 605. Die Stelle des Parteisekkeints der Zentrumspartei der Provinz Westfalen soll zu April neu bejetzt werden. 2549 Bewerbungen unter Beisügung von Zeugnissen und Gebaltsansprüchen werden bis zum 1. Februar an den Anterzeichneten erbeten. Atademisch gebildete Herren werden Rvorzugt. Loevelinkloe bei Münster i. W., den 5. Jan. 1911. Der Vorsitzende: Herold. üeksachen, wie Rechnungen, Briefpapler, Portkarten, Kuverte, Wechsel ete. liefert billigst. Muster franco I.. Keseberg, Hofgeismer. Beutscher Verein vom heingen Lande. Auf Veranlassung des Vorstandes des Deutschen Vereins vom heiligen Lande beehren wir uns, alle in der Erzdiozese Köln wohnenden Mitgl eder und Freunde des Vereins zu einer in Köln im Rokokosaale des Hotel Disch(Eingang Herzogstraße) stattfindenden N14r 2 auf Montag, den 23. Januar 1911 nachmittags punkt 5 Uhr Diözesanverbandes des vorbesagten Vereins für unsere Erzdidzese ergebenst einzuladen. Tagesordnung: 1. Begründung des Zwecks der Versammlung 2. Wahl des Vorstandes 3. Besprechung. Herr Kardinal und Erzbischof haben ihr Erscheinen zugesagt. Altred Fürst zu Salm-Reifferscheidt-Dyck W. Farwick Schloß Dyck Bankdirektor Bizepräsident des Deutschen Vereins Köln. vom heiligen Lande. Im Anschluß an die Versammlung findet um 7 Uhr im Hotel an Hermn Rechisanwalt Dre patciens 17. Januar 1911 Römerturm 10, erbeten. Rar Trimborn II in Kön, am Deutscher Creditverein! grodet 16 Mauerstr. 86. 89g,.; J Betriebsmittel. ca. 4600000 Mark Bilngliederahl.. 2400 I Bürsschafts- und Pfanddarlehen " Seie, Tpemasel n# mn knlanten Bedingungen. "—siant guter hypotheken und korstäbiger Wertgspiere. Antragsformulare werden auf Wunsch kostenlos übersandt. Kanss sem 1oher! Durch die spekulative Zurückhaltung von 8 Millionen Sack Kaffee hat die brasilianische Regierung ihren Zweck. die Kaffeepreise hochzuschrauben, nach zahrelangem Bemühen erreicht Kaffee ist seit 1908 unschließlick, Zol! 60% gestiegen Dagegen ist seit jener Zeit die Spekulation in Rohkakao gebrochen, sodaß schon rein zahlenmäßig heute Kands SUiN Linger Ist als Kaffee, nämlich 30—40 4 das Pfund. Es ist also, zumal in Hinsicht auf die herrschenden hohen Fleischpreise, durchaus verständlich, wenn sich das deutsche Volk endlich zu dem aus gesundheitlichen Gründen schon oft geforderten Entschlusse aufrafft nun umsomehr dem Kakao den Vorzug zu aeben. Dieser Entschluß ist besonders dort notwendig, wo das Einkommen keine Ausgaben für Genußmittel gestattet, welche, wie Kaffee, den Hanger nient Silllen, sondern ihn hervorrufen helfen. Wirtschaftlich Gesinnte werden auch ohnehin Kakao dem Kaffee vorziehen, seit der stark entölte Reichardt=Kakao in seinem hohen Nährstoffgehalt besonders viel Eiweiß aufweist; er kann demzufolge einen Teil des Fleischbedarfs ersetzen, während Kaffee zum Fleischgenusse anreizt. Die Ersparnis von 30—40§ an einem Pfund dieses besonders ergiebigen Kakaos gegenüber Kaffee hat somit wegen des Einflusses beider Getränke auf die Gesamternährung eine noch viel größere Bedeutung, zumal wenn man die zum Kaffee übliche Milch auch zum Kakao hinzunimmt. 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