Gezugspreis- vierteljührluß Uusgabe# tohnp „Wochenschaa“) in Münster zweimal täglich frei ins Haus gebracht 2 Mt. 70 Pfg.,— auswärts von der Post ab geholt 2 Mk. 70 Pfg., durch den Driefträger gebracht bei einmaliger Bestellung 8 Mk. 12 Pig., bei zweimaliger Bestellung 3 Mr. 42 Pfg.— Ausgade 8(mit„Wochenschau“) vierteljährlich 60 Pfg. mehr. Fernspr.: Redaktion u. Verlag Nr. 2643, 2440 u. 2450. Geschäftsstelle(Michaelisplatz 9) Nr. 26. Postscheck=Konte Köln 42114. Anzeigen: Der Raum für die Anzeigenspalte, 20 mm breit, 2mm hoch 30 Pf bei Anzeigen aus dem R.=Be. Münster 25 Pf., aus der Stadt Münster 20 Pf.(für Aktiengesellschaften 2c. Vereine und Behörden 30 Pfl. Reklamen: Der Raum für die Reklamespalte,#7mr breit, 2mm hoch, 1.20 Mt.—Für Erfüllung von Platz= vorschriften wird keine Gewähr, sowie für Druckfehler keine Haftung übernommen. Etwaiger Rabatt gilt als Kassenradatt u. kann verweigert werden, wenn Zahlung nicht binnen 4 Wochen nach Erhalt der Rechnung erfolgt.— Gebühr für Beilagen nach Gewicht. Zweite Ausgabe. Samstag, 11. Januar 1919. 68. Jahrgang. Nr. 18. Gebundene Listen und verbundene Wahlvorschläge. Über keinen Punkt des Wahlgesetzes zur Nationalversammlung herrscht in den weitesten Kreisen noch eine solche Unklarheit und irrtümliche Auffassung, als über die Begriffe der gebundenen Listen und verbundenen Wahlvorschläge. Sollen nicht zahlreiche Stimmen bei den bevorstehenden Wahlen für ungültig erklärt werden und dadurch den Parteien verloren gehen oder gänzlich unwirksam sein, so erscheint eine zuverlässige Aufklärung dringend erforderlich. Bei den bisherigen Wahlen zum Deutschen Reichstage, denen ja vom Anfang an das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahlrecht zugrunde lag, hatte jeder Wahlberechtigte unumschränkte Freiheit, irgendeinem Mitbürger als Kandidaten seine Stimme zu geben. Es war nur die einzige Bedingung vorgeschrieben, daß der Betreffende den Anforderungen hinsichtlich des Alters, der Staatsangehörigkeit usw. entsprach, welche das Gesetz verlangte. Da in den einzelnen Reichstagswahlkreisen ausnahmslos nur je ein Abgeordneter zu wählen war— als Durchschnittsziffer sollte auf je 100 000 Scelen ein Vertreter entfallen—, so waren bei allen Wahlen nicht wenige Stimmen zersplittert, wenn auch die bei weitem größte Zahl aller Wähler nur die offiziellen Kandidaten der verschiedenen Parteien bevorzugte. Immerhin wurden aber auch die zersplitterten Stimmen bei der Ermittelung der absoluten Mehrheit für den als gewählt zu erklärenden Kandidaten mit berücksichtigt. Eine noch größere Freiheit war den Wahlmännern bei der Auswahl der Kandidaten für das preußische Abgeordnetenhaus eingeräumt. In Preußen waren, wie bekannt, fast ausschließlich mehrere landrätliche Kreise zu einem Wahlkreise zusammengelegt, welcher mehrere Vertreter in das exeuhische Parlament zu entsenden hatte. Dabei bot sich den Buhlmännern die Möglichkeit, unter den Kandidaten der verschiedenen Parteien eine Auswahl zu treffen, die Liste der eigenen Partei entweder ganz oder nur zum Teil zu wählen, ja sogar Männern die Stimme zu geben, welche von keiner der um die Mandate ringenden Parteien als Kandidaten für die Wahl aufgestellt waren. Alle diese Stimmen waren gültig. Im Reiche wie in Preußen war mithin den Wahlberechtigten ein verhältnismäßig großer Spielraum bei den Wahlen zu den parlamentarischen Vertretungen eingeräumt, der nur durch die Novelle zum Reichstagswahlgesetz im vorigen Jahre für einzelne stark bevölkerte Industriebezirke durchlöchert, aber praktisch bisher gar nicht zur Ausführung gekommen ist. Die vorstehend geschilderte Freiheit der Wähler bei der Auswahl der Abgeordneten im Reiche und in Preußen ist nun durch das neue Wahlgesetz für immer dahin, die Revolution, die namens der Freiheit proklamiert wurde und Freiheit nach allen Seiten versprach, hat dem Wahlberechtigten die Freiheit verkürzt und beschnitten. In Zukunft kann nicht jeder Wähler einem beliebigen Manne seines Vertrauens die Stimme geben, vielmehr sind die Wahlberechtigten— Männer und Frauen— an die Kandidatenliste gebunden, welche von den verschiedenen Parteien an bestimmten Terminen vor der Wahl dem Wahlkommissar eingereicht werden müssen und zu veröffentlichen sind. § 14 Absatz 2 des Reichswahlgesetzes bestimmt ausdrücklich und unzweideutig, daß jeder Wähler nur Namen aus einem und demselben der öffentlich eingereichten und bekanntgegebenen Wahlvorschläge auf seinen Stimmzettel setzen darf und oadurch gehalten ist, sich zu einem der genannten Parteiwahlvorschläge zu bekennen. Stimmzettel, welche Namen aus verschiedenen Wahlvorschlägen aufweisen, sind ungültig. Desgleichen sind angültig Stimmzettel, welche nur die Namen don Wilden, d. h. von solchen Männern und Frauen enthalten, die auf keinem der eingekeichten Wahlvorschläge vorkommen. Stimmzettel dagegen, auf denen die offiziellen Kandioaten einer Partei in einer andern als der öffentlich verkünoigten Reihenfolge verzeichnet sind, oder auf denen einzelne Namen, weil nicht genehm, gestrichen wurden, sind gültig, aber die Anderung der Reihenfolge bzw. die Streichung einzelner Namen ist gänzlich unwirksam und auf die Wahl ohne jeden Belang. Das Entscheidende bei der Gültigkeit der Stimmzettel ist Aso einzig, daß das Bekenntnis des Wählers zu einem offiziellen Parteivorschlage deutlich erkennbar sein muß. Und in dieser Beziehung geht das Wahlgesetz recht weit. Es nimmt dieses Belenntnis schon dann als gegeben an, wenn auf dem Stimmzettel nur ein einziger Name aus einem Wahlvorschlage genannt wird, also z. B. der erste Name, der nach § 27 der Wahlordnung zur Bezeichnung des Wahlvorschlages oient. Die Liste des Zentrums wird für unsern Wahlkreis also die Liste Schiffer sein. Wenn der Wahlzettel also auch nur auf diesen Namen lautet, so ist er gültig und wird für die Liste des Zentrums gezählt. Bei der erwähnten Novelle zum Reichswahlgesetz von 1918 hatten die verbündeten Regierungen nicht das System der gebundenen, sondern der freien Listen vorgeschlagen. „Vom technischen Standpunkte aus betrachtet, so heißt es in oer amtlichen Begründung(Drucksachen des Deutschen Reichstages 1288), bietet das System der gebundenen Listen den großen Vorteil, daß die„Wahlergebnisse einfach und schnell festgestellt werden können: Materiell aber hat dieses System eine Bindung der Wähler zur Folge, die mit dem Geiste des Reichstagswahlrechts, des freiesten aller Wahlsysteme, nicht in Einklong zu bringen ist. Eine Regelung, die die Bestimmung darüber, wer eine Partei im Reichstag vertreten soll, in die Hände einer kleinen, gesetzlich nicht bestimmten Zahl von Personen legt und den Wählern an deren Entscheidung in der Weise bindet, daß er höchstens die Reihenfolge der Bewerber bestimmen kann, erscheint mit dem verfassungsmäßigen Grundsatze der direkten Wahl kaum mehr vereinbar.“ Entgegen diesen Erwägungen hat der Reichstag das System der gebundenen Listen zum Beschluß erhoben.„Die freien Listen, so wurde im Verfassungsausschuß betont(Drucksache 1681), bedeuteten eine Diskreditierung des ganzen Systems der Verhältniswahl, machten es bei den Wählern, weil sie sich nicht hineindenken könnten und weil es andererseits zu Mißbräuchen führe, unbeliebt. In der Flut der Stimmen gehe die einzelne doch verloren. In den großen Wahlkreisen seien die Parteien organisiert und vermöchten so dem Willen ihrer Anhänger bei Aufstellung der Liste genau und zweifelsfrei zu folgen. Die persönlichen Momente schieden aus und sachliche träten an ihre Stelle. Eigenbrödler und Quertreiber könne man nicht unterstützen. Unehrliche Machenschaften innerhalb der Parteien und bei der Wahl, wozu die Freiheit der Wahl einzelnen Personen oder das Streichen der Namen der Parteiführer oder die Zusammenstellung der Stimmzettel aus verschiedenen Wahlvorschlägen führen könnte, sollten verhindert werden. Wo das System der gebundenen Listen, wie z. B. bei der Wahl zu den Kaufmanns= und Gewerbegerichten eingeführt sei, habe es sich durchaus bewährt.“ Aus diesen Erwägungen wurde das System der gebundenen Listen bei der Neueinführung der großen Industrie= wahlkreise angenommen und so ist es aus der Novelle zum Reichstagswahlgesetz in die Bestimmungen über die Wahlen zur Nationalversammlung übergegangen. In gleicher Weise ist es bei den Wahlen zur preußischen Landesversammlung verbindlich. Aufgabe unserer Parteifreunde wird es sein, die Wähler allerorten über diese höchst wichtige Frage aufzuklören, damit keine Stimme aus Unkenntnis der Verhältnisse verloren gehe. Der Grund der vielen Irrtümer und Mißverständnisse hinsichtlich der gebundenen Listen liegt wohl einmal darin, daß die Verzeichnisse der Wähler auch Wahllisten genannt werden, eine Verwechselung der Begriffe also leicht eintreten konnte. Mehr aber noch wird die Schuld an der Unllarhett von den sog. verbundenen Wahlvorschlägen rühren, über welche demnächst noch ein besonderes Wort gesprochen werden soll. * Die Westsälische Zenzrumspartei schreibt uns: Die Stimmzettel der Zentrumspartei im Wahlkreise Münster=Minden=Lippe=Schaumburg zur deutschen Nationalverammlusng tragen nach einem einstimmigen Beschlusse der Wahlkreisvertretung nur den einen Namen Mathias Schisser=Düffeldorf. Auch die Stimmzettel zur preußlschen Nationalversammlung tragen nur den einen Namen: Generalsekretär Adam Stegerwald=Köln. Die übermäßig großen Wahlbezirke machen es vielen Wählern unmöglich, ihr Wahlrecht auszuüben. Unsere Eingaben um Verkleinerung der Wahlbezirke, namentlich auf dem Lande, waren erfolglos. Die Wahlhandlung einschließlich der Vorbereitungshandlungen(§ 35 der Wahlordnung) dauert 11 Stunden. In den meisten städtischen Bezirken sind mindestens 12—1300 Wähler vorhanden, so daß jeder Wähler höchstens 25 bis 30 Sekunden Zeit hat. Dies ist ganz ungenügend; man braucht nur an die vielen umerfahrenen Frauen denken. Dazu ist mit planmäßiger Behinderung des Wahlgeschäfts durch unsere Gegner zu rechnen. Sie werden namentlich im Industrierevier schon vor 9 Uhr in großen Mengen anrücken und die Wahlhandlung künstlich in die Länge ziehen, so daß die bürgerlichen Wähler nur sehr schwer oder überhaupt nicht zur Ausübung ihrer Rechte kommen können; zum mindesten besteht die Gefahr, daß sich viele Wähler infolge des langen Wartens davon abhalten lassen, ihrer Wahlpflicht zu entsprechen. Ein Antrag der Westfälischen Zentrumspartei, die Wahlzeit um eine Stunde zu verlängern, wurde abgelehnt. Die einzige Rettung bietet die Aufstellung zahlreicher Wahlzellen in jedem Wahlraum. Das ist nach § 33 Abs. 3 der Wahlordnung zulässig. Dann können mehrere Wähler gleichzeitig den zeitraubendsten Teil des Wahlgeschäfts, das Hineinlegen des Stimmzettels in den Umschlag, vornehmen. Durch Ausstellung von z. B. 8 Wahlzellen könnten ten für das Wahlgeschäft für jeden Wähler 3 Minuten zur Verfügung gewonnen werden. Wir bitten unsere Ortsvertretungen bzw. Vertrauensmänner, schleunigst auf die Wahlbehörden in diesem Sinne einzuwirken. Wenn das Ersuchen von allen bürgerlichen Parteien gestellt wird, muß ihm entsprochen werden, aber größte Eile ist geboten. * Nach der umseitig abgedruckten Bekanntmachung des Magistrats ist die Stadt Münster in 44 Stimmbezirke eingeteilt, 5 davon entfallen auf die militärischen Formationen. Um eine glatte Abwicklung des Wahlgeschäfts herbeizuführen, sind für die Stimmbezirke, die über 1000 Wähler zählen, zwei Listen ausgelegt, so daß jedesmal zwei Wähler abgefertigt werden können. Wahlvorbereitungen. * Münster, 11. Jan. Liebfrauen hielt gestern im großen Saale des Zoologischen Gartens seine zweite Bezirks=Versammlung ab. Dr. med. Kösters begrüßte mit herzlichen Worten die Männer und Frauen, die wieder außerordentlich zahlreich erschienen waren, sodaß der Saal bis auf den letzten Platz gesüllt war. Es sprach Redakteur Hom über das Thema:„Sozialdemokratie. Cbristentum, Zentrum“. Es ist ein seliges Gefühl, so begann der Redner, dessen gedankenreiche Ausfübrungen von hinreißendem Schwung getragen waren, in einer so großen Versammlung von Glaubensgenossen und Parteifreunden sprechen zu dürfen über Dinge, die uns allen das Heiligste und Teuerste sind, über Religion und Volk. Heimat und Vaterland. Der andauernde Dienst auf den vorgeschobenen Posten, auf den Feldwachen der Parteifront. macht müde. braucht eine ganze Kraft auf. Und wenn man dazu in gegnerischen Versammlungen Angriff um Angriff variert hat, so manches an Unwahrheit. Schimpf und Haß sich anbören mußte, dann geht man wohl recht zerschlagen und zermürbt nach Hause und kommt sich so beschmutzt vor, als wenn man in trüben Wassertümveln herumgewatet wäre. Aber die Zuversicht auf den Sieg und die Größe der eigenen Sache aibt immer wieder neuen Mut, stählt immer aufs neue die berabgedrückten Nerven. Bis zur Erschönfung zu arbeiten, müsse jetzt die Parole sein für alle, die zu Cbristentum und Zentrum stehen, denn es komme jetzt letzten Endes darauf an. ob Christentum oder Atbeismus. ob Sozialdemokratie oder christliche Demokrati“. In einem gedrungenen geschichtlichen Rückblick zeigte der Redner, der oft von starkem Beifall unterbrochen wurde. wie der Krieg seine tiefsten Ursachen hatte in dem Militarismus bezw. der Großmachtvolitik Englands und Rußlands, dort im englischen Imverialismus, hier im russischen Panslavismus, wie die Divlomatie jedes christliche Sittengesetz beiseite setzte, wie die volitische Intriaue arbeitete. bis man das in Ehren und in friedlicher Konkurrenz groß gewordene Deutschland eingeschnürt und eingekreist hatte. Die Febler und überspannten Formen des deutschen Militarismus wurden dabei nicht verschwiegen, sondern in einem maßvollen. nicht verallgemeinernden Urteil besprochen und zurückgewiesen. Durch die Übermacht der Feinde. an zerrütteten Nerven. durch Hunger, und den Mangel an technischen Hilfsmitteln für die Kriegführung sei Deutschland zusammengebrochen. leider allerdings auch durch die unverantwortlichen Wühlerien des Sozialismus und Bolschewismus im Heer und in der Marine. Mit warmen, anerkennenden Worten wurden die übermenschlichen Leistungen der deutschen Soldaten gewürdigt, die unbesiegt und in ihrer überwiegenden Mehrheit in alter Volkstreue und Tavferkeit zurückkehren mußten und mit aller Liebe und Innigkett in der Heimat empfangen wurden. Scharfe Worte kand der Redner gegen die Sozialdemokratie, die er, anknüpfend an das letzte Hirtenschreiben der Bischöfe, an Aussprüchen ihrer Gegner in ihrer ganzen Religions= und Kirchenfeindlichkeit charakterisierte. Für den Arbeiter als solchen trat der Vortragende mit tiefem sozialen Fühlen ein. und gerade das Zentrum sei es gewesen, das immer in arbeiterfreundlichem Sinne gearbeitet und gewirkt hat, wie es die deutsche Sozialvolitik beweist, die das Zentrum in bervorragender Weise gestützt und ausgebaut bat. Übergehend auf die sozialen Segnungen des Christentums wurde an einem Rückblick in die Kirchengeschichte in lichtvoller Weise gezeigt. wie christliche Liebe in allen Jahrhunderten selbstlos und erdumspannend im schönsten Sinne sozial newirkt hat in der Menschheit zur Linderung aller Not. Auf den Schultern christlicher Mönche stehen wir alle. so bewies der Redner, auch die Sozialdemokratie. An Namen wie Karl Borromäus, Johann von Gott. Vinzenz von Paul. Ketteler, Kolving. Leo XIII. u. a. wurde gezeigt, wie das Christentum seine soziale Befähigung in allen Fahrhunderten in leuchtendster Weise erwiesen und erfüllt hat. Auf dieser christlichen Grundlage wolle die Zentrumsvartei ihre altbewährte Politik der ausgleichenden Gerechtigkeit aller Stände und Volksschichten weiter fortsetzen. Keine andere Partei gebe es sonst für das christlich gläubige Volk. die so vom lebendigen Christentum durchdrungen und so altervrobt und bewährt sei. wie die christlich demokratische Volksvartei. Man müsse sich die Parteivrogramme, deren wirtschaftliche Forderungen sich vielfach decken, vor allem darauf ansehen, wie sie zum positiven Christentum stehen. Es genüge nicht, daß ein Parteivrogramm sich nicht gegen das Christentum ausspreche, es könne für uns nur in Frage kommen, ob die Partei mit dem Christenrum und für das Christentum zu arbeiten gedenke. Der Redner lehnte die Deutsche Demokratische Partei entschieden ab. Er kennzeichnete sie scharf nach ihrer Weltanschauungsgrundlage. die der der Sozialdemokratie sehr nabe kommt. Dernburg hat es selbst ausgesprochen, daß die Deutsche Demokratische Partei auf dem Boden des Humanismus aufbauen wolle. Sie babe kein Wort der tieferen Anteilnahme übrig für die forderung eines positiv christlichen Bekenntnisses. Hinter der Partei steben großkavitalistische Kreise, die vor allem durch die Zugehörigkett des„Berliner Tageblattes" und der „Frankfurter Zeitung" zu der Partei gekennzeichnet sind. Hervorgegangen aus dem alten Freisinn, den Bismarck einmal den„Schrittmacher der Sozialdemokratie“ nannte, lehnt die Partei jetzt an vielen Orten das Zusammengeben mit den anderen bürgerlichen Parreien ab und verbindert so die ge#r#e, bürgerliche„Vhalaus gegen die Sontaldenoszatz. In der Deutschen Lolksvartei berüore angenehm die scharte wiage an die Sozialdemokratie, die Deutschnationale Volksvartei bekenne sich in Worten, die wohltun, zu einem lebendigen Christentum. stehe aber den Kreisen der früheren Konservativen, der Partei der„Junker“ und Schwerindustriellen. immer noch ziemlich nahe. Außerdem bekennt sich die Bartei offen zur Monarchie der Hohenzollern und zu einem Reich Bismarckscher Art. Allein die Christlich=Demokratische Volksnach näherer Prüfung die wahrhafte Partei des gläubigen christlichen Volkes. Deshalb gelte es am Tage der Wahl. geschlossen für sie einzutreten.— Redakteur Hom erntete für seine Ausfübrungen außerordentlich starken, anhaltenden Beifall. An den Vortrag schloß sich eine Aussorache an, an der sich u. a. Universitäts=Professor Dr. Naendruv. Kavan Rotert und Dr. Schöne beteiligten, und die sich, oftmals in sehr bewegter Form, bis gegen 12 Uhr hinzog. Einige in der Versammlung anwesende Sozialdemokraten versuchten mit aller Gewalt durch fortgesetzte Zwischenrufe die Versammlung zu stören. Es gelang idnen jedoch nicht. Der sozialdemokratische Redner, der sich zu Wort gemeldet batte. trat nach wenigen Worten wieder ab. Eine junge Dame von der Deutschen Volksvartei wandte sich in trefflichen Worten, die viel Berfall sanden, gegen die Sozialdemokratie. Der Hauptredner sprach noch ein kurzes zusammenfassendes Schlußwort, worauf Dr. Kösters die sehr angereat und aufklärend verlaufene Versammlung mit berzlichen Dankesworten schloß. Christentum und Sozialismus stehen sich gegenüber wie Feuer und Wasser. Der Spartakusaufstand bricht zusammen. Berlin, 9. Jan.(WTB.) Die„Deutsche Allgemeine Zeitung“ schreibt: Von Stunde zu Stunde festigt sich in Berlin die Stellung der Regierung. Neue Verhandlungen mit den Gegnern wurden nicht ausgenommen. Heute vormittag haben die Volksbeauftragten ihre gewöhnliche Sitzung avgehalten. Der Zuzug von Freiwilligen ist gegenwärtig sehr stark. Die Gesamtverluste der letzten Tage bezissern sich auf 200 Tote und Verwundete.— Über die Stimmung der Garnisontruppen erhält die„Deutsche Allgemeine Zeitung aus führenden Mannschaftskreisen der Berliner Ersatzbataillone Mitteilungen, nach denen die Ersatzbataillone sich auch hinter die Regierung Ebert=Scheidemann stellen. Sie haben eine gemeinsame Vertretung in der Kommandantur, die in engem Einvernehmen mit dem Volksbeauftragten Noske arbeitet. Berlin, 11. Jan. Einer vom WTB. veröffentlichten amtlichen Darstellung über die Lage entnehmen wir folgende Sätze: Der Spartakusausstand bricht zusammen. Die Initiative liegt in den Händen der Regierungstruppen. Die Aufständischen sind vollständig in die Verteidigung gedrängt und können auch diese nur mühsam durchführen, sodaß mit Sicherheit auf die günstige Fortführung der Operationen gerechnet werden kann. Durch ihre nicht zu verkennende Niederlage haben die Spartakisten sich um den letzten Rest politischer Disziplin gebracht. Sie enthüllen sich durch ihre Taten immer mehr als gewissenlose Verbrecher. So erschien am Mittwoch nachmittag eine Abordnung der Spartakusleute in Siemensstadt und verlangte dort die Räumung des Verwaltungsgebäudes. Als ihnen diese verweigert wurde, begannen sie eine einseitige Schießerei, bei der zwei Arbeiter getötet wurden. Eine weitere Gewalttat verbrecherischer Art verübten sie in der Druckerei Bürenstein, dessen Besitzer sie in seiner Villa gefangen setzten und dessen Villa und Druckerei sie mit Beschlag belegten. In der Druckerei wollten sie die Arbeiter zwingen, für sie Banknoten zu drucken, was die Arbeiter ablehnten, wie ebenso die weitere Forderung im Interesse der Spartakisten tätig zu sein. Es sind Anzeichen vorhanden, daß die hiesige Arbeiterschaft unter allen Umständen bereit ist, der spartakistischen Gewaltherrschaft ein Ende zu bereiten. C) Berlin, 11. Jan. Die Regierung richtete an die mehrheitssozialistischen Arbeiter einen Aufruf, in dem sie die Manöver der Unabhängigen kennzeichnet, die unter den mehrheitssozialistischen Arbeitern Mißtrauen gegen die Regierung säen wollen. Sic zeigt, wie eine Verständigung auf diese Weise unmöglich gemacht wird. Die unabhängigen Sozialdemokraten bemühen sich sortgesetzt, eine Einigung der Massen herbeizuführen und behaupten, daß diese Bemühungen in der Arbeiterschaft Anklang gefunden hätten, die entschlossen sei, über den Kopf der Führer weg sich zu einigen. Aber diese vermittelnden Elemente werden von den Unabhängigen und Spartakisten nur gebraucht, um gegen die Regierung verwandt zu werden. Die Verhandlungen, die im einzelnen geführt wurden, haben gestern abend beim Verlagshaus Mosse zu einer Einigung geführt, aber an verschiedenen Stellen der Stadt wurde in den Abendstunden bis Mitternacht heftig mit Maschinengewehren geschossen. Heute früh um 8 Uhr setzte dann heftiges Geschützfeuer ein, das von ununterbrochenem Maschinengewehrfeuer begleitet war. Es handelt sich dabei anscheinend wieder um Kämpfe um das Verlagshaus Mosse und um das Wolffsche Telegraphenbureau. Die Kanonenschüsse folgten dicht auseinander. Es kann schon darum keine Rede davon sein, daß Einigungsverhandlungen jetzt schon zum Ziele geführt haben. Wie die„Politischen Parlamentarischen Nachrichten“ melden, sind die Vertreter der Arbeiterschaft der Allgemeinen Elektrizitätsgesellschaft und von Schwartzkopff, denen sich eine Reihe anderer Berliner Großbetriebe angeschlossen haben, gestern morgen mit den Mandaten zur Fortführung der Einigungsverhandlungen betraut worden. Sie erschienen um 2 Uhr aufs neue in der Reichskanzlei zur Besprechung mit der Reichsregierung und dem Parteivorstande der Berliner Wahlkreise. Von beiden Seiten wurde ihnen wie am Donnerstag vom Zentralrat übereinstimmend erklärt, daß man zu Verhandlungen bereit sei, sofort nach der Wiederherstellung der Preßfreiheit. Was ihre Forderung anlange, den neuen Berliner Polizeipräsidenten im Einverständnis mit den Unabhängigen zu ernennen, wies die Reichsregierung darauf hin, daß es sich um eine Angelegenheit Preußens handele, in die sich die Reichsleitung nicht einmischen könne. Die Deputation billigte den Standpunkt bezüglich der Räumung des„Vorwärts" und versprach, in diesem Sinne auf die in Betracht kommenden Organisationen einzuwirken. Wie gering diese Einwirkungsmöglichkeit ist, zeigte sich schon eine Stunde später, als eine Deputation der Besatzung des„Vorwärts"=Gebäudes erschien. Als auch hier die selbstverständliche Bedingung genannt wurde, daß die Räumung des„Vorwärts" allen Verhandlungen vorangehen müsse, verweigerten sie das rundweg mit den Worten: „Der„Vorwärts“ wird nicht geräumt.“ Bei solcher Haltung sind natürlich Einigungsverhandlungen unmöglich. Im „Vorwärts“ liegen übrigens brei Kompagnien der Spartakusleute zu je 80 Mann. Die Zahl der bisherigen Opfer der Kämpfe läßt sich noch nicht übersehen. Nur in einzelnen Fällen sind die Zisfern bekannt. So liegen im Leichenschauhaus 30, im Garnisonlazarett 16, im Polizeipräsidium 5 Leichen, die Gesamtzahl der Opfer beläuft sich aber sicher auf über 100, darunter befinden sich viele harmlose Passanten. Die Zahl der Verwundeten ist so groß, daß die Hilfsstellen dauernd zu tun haben. Spartakistenputsche im Reich. In Dresden kam es zu einer Schießerei auf den Straßen, als bewaffneten Banden durch aufgebotenes Militär das Eindringen in das Gebäude der„Dresdner Volkszeitung" verwehrt wurde. Man spricht von 20 bis 30 Toten und Verwundeten. Der Kommunistenführer Rühle wurde durch Matrosen verhaftet.— Auch in Stuttgart kam es zu lebhaften Kundgebungen mit Schießereien. Spartakisten besetzten das Rathaus und erklärten den Oberbürgermeister für abgesetzt. Das„Neue Stuttgarter Tageblatt“ ist vom Landesausschuß der A.=S.=Räte beschlagnahmt.— In München kam es bei der Säuberung des Bahnhofsvorplatzes zu einer folgenschweren, bisher noch unaufgeklärten Schießerei, bei der 2 Frauen und 3 Männer getötet und 16 zum Teil schwer verletzt wurden. Düsseldorf, 8. Jan. Der Verein Düsseldorfer Presse veröffentlicht folgende Erklärung:„In der Nacht zum Mittwoch ist die Spartakusgruppe in den Gebäuden der Düsseldorfer Freien Presse, der Düsseldorfer Lokal=Zeitung, der Düsseldorfer Nachrichten, des Düsseldorfer Tageblattes und der Düsseldorfer Zeitung erschienen und haben mit Hilfe Bewaffneter, die dem sogenannten Düsseldorfer Sicherseitsdienste(Polizeihilfstruppe) angehören, von den Zeitungsbetrieben gewaltsam Besitz ergriffen, das Erscheinen von drei Zeitungen verhindert und die Düsseldorfer Nachrichten unter Androhung von Gewalt gezwungen, mit dem Titel„Rote Fahne vom Niederrhein“ als Organ der Spartakusgruppe zu erscheinen. Die in die Betriebe Eingedrungenen haben sich ferner in mehreren Betrieben Zerstörungen und Verwüstungen schuldig gemacht. Die gegen diese Gewalttat zu Hilfe gerufene städtische Obrigkeit erklärte, Polizeihilfe nicht gewähren zu können und daß sie machtlos sei. Wir stellen demnach mit Bedauern fest, daß es in Düsseldorf keinen Schutz für Person und Eigentum mehr gibt, und daß die Pressefreiheit vernichtet ist. Wir protestieren gegen diese ungesetzlichen Gewaltakte, die aller Zivilisation Hohn sprechen, mit aller uns zu Gebote stehenden Kraft. Wir protestieren gegen diese Herrschaft der Anarchie in Düsseldorf, auch deshalb, weil der Feind vor den Toren steht und politisch die Folgen für die Rheinlande und ganz Westdeutschland nicht abzusehen sind. Von der Reichsregierung haben wir Schutz gegen diesen Gewaltakt gefordert. Verein Düsseldorfer Presse. I. A.: Gottfried Stoffers.“ * Eisners Zorn gegen Berlin. München, 9. Jan.(WTB.) Amtlich. Der bayerische Ministerpräsident Kurt Eisner sandte folgendes Telegramm an die Reichsregierung in Berl'n: „Mit wachsendem Entsetzen verfolgen wir den mörderischen Bürgerkrieg in Berlin. Das muß ein Ende haben, wenn nicht ganz Deutschland zugrundegehen soll. Das Beispiel Berlins wirkt überall zerrüttend und erzeugt eine Massenepidemie des Wahnsinns. Eine von dem Vertrauen des Volkes getragene Regierung, die alle Richtungen des Sozialismus zusammenfaßt und entschlossen ist, auf dem Boden der Revolution, der Demokratie und des Sozialismus bis zum Siege durchzuführen, scheint die einzige Rettung. Überall im Süden steigt der Zorn gegen Berlin, während zugleich dunkle Elemente auch hier zum Brudermord schreiten.“ (Ist er nun gegen Ebert oder Spartakus=Liebtnecht zornig?) Aus der Stadt. Münster, 11. Januar. 1 Das Einkommen der katholischen Geistlichkeit bildet zurzeit so sehr den Gegenstand der Unterhaltung gewisser Kreise, daß man wohl nicht fehl geht mit der Annahme, Gegner des Zentrums seien da am Werke. Mit Genugtuung hat Schreiber dieser Zeilen daher jüngst die Klarstellung bezüglich der Staatszuschüsse zum Gehalt der katholischen Pfarrer in der Briefkastennotiz des Münst. Anz. gelesen. Zur weiteren Klarstellung Folgendes: Das Gehalt der katholischen Hilfsgeistlichen(Vikare und Kapläne) reicht oft nicht an das Durchschnittseinkommen unserer Arbeiter. Staatszuschüsse erhalten die Hilfsgeistlichen gesetzlich nicht.„Ich sehe nicht ein.“ meint jüngst ein ehrsames Bäuerlein, das aus seinem Herzen keine Mördergrube machte,„warum unser Pastor zu seinem Einkommen aus dem Kirchendienst noch vom Staate jährlich, 4000 Mk. Zulage erhält.“ Nun der Mann war dahin aufzuklaren, daß der Staat dem Pfarrer nur so viel Zulage zahlt, als an 4000 Mk. Jahreseinkommen aus sämtlichen Kirchendiensten fehlt.— Aber, so heißt es dann, woher denn die hohen Gebühren an Begräbniskosten usw.?“ Nun, daß ein gut Teil dieser Posten in die Kirchenkasse fließt, damit die Kirchensteuern zur Unterhaltung der Kirchengebäude u. a. nicht ungebührlich steigen, die Geistlichkeit aber von den Begräbniskosten u. a. nur ein winziges Teilchen erhält, weiß man eben nicht. Da tut Aufklärung not. Auch meinen wir, sollte man dem Volke es mehr auseinandersetzen, daß jeder katholische Geistliche im Gewissen schwer verpflichtet ist, alles, was ihm aus kirchlichen Diensten über das Bedürfnis eines. standesgemäßen Lebens hinaus zufließt, den Armen zu geben oder zu kirchlichen Zwecken zu verwenden. Es ist falsche Bescheidenheit, wenn unsere katholischen Geistlichen über diesen Punkt schweigen, zumal heute. #. Von der Westfälischen Wilhelms=Universität. Um den Studierenden der Medizin. die durch Ableistung von Kriegsdienst in der Fortsetzung ihrer Studien wesentlich behindert garen, Gelegenbeit zu geben, die Studien in möglichst kurzer stät Wänsen“ wird an der Westfälischen Wilhelms=Univerfür diese Kriegsteilnehmer vom 1 Februar bis 16. Avril 1919 ein besonderes Semester eingeschaltet. Die Lebrgänge in diesem Semester werden ganz nach dem Vorgang der normalen Semester eingerichtet, und zwar wird es. da es drei Monate umfaßt, einem Sommersemester gleichkommen. Die Einrichtung ist sowohl für die Studierenden in vorklinischen Semestern als auch für die Studierenden in klinischen Semestern bestimmt. Aus den Provinzen. O Burgsteinfurt. 9. Jan.(Stadtverordnetensitzung.) Der Herr Bürgermeister machte die Mitteilung. daß die Firma Fr. Rottmann zu den früher gestifteten 100 000 Beodsanstalt und Mark gestiftet babe für den Bau einer Es boben sich bis lesr 190 männische Aebesglose eimurichten. von sind 119 untergebracht, ferner haben sich 70 weibliche Arbeitslose gemeldet, davon ist eine untergebracht. Die Unterstützungssätze wurden wie folgt festgesetzt. Es erhalten: männliche Personen über 21 Jahren für den Tag 4 Mk., von 17—21 Jahren 3.50 Mk., von 14—17 Jahren 2 Mk.: für weibliche Personen über 21 Jahren für den Tag 3 Mk., von 17—21 Jahren 2.75 Mk., von 14—17 Jahren 1.75 Mk. Eine Ebefrau. deren Mann arbeitslos ist, erhält ertra 1 Mk. und für jedes Kind 0.50 Mt. Der Höchstsatz der Tagesunterstützung beträgt 6 Mk. Zur Sicherheit der Bürgerschaft soll hier eine Sicherheitswehr eingeführt werden. Es sollen 50 Mann hierfür jederzeit zur Verfügung stehen und mit Waffen und Munition versehen werden. Als Notstandsarbeit soll der neugevlante Marktvlatz in ar 2og Enommen werden. Die Kosten belaufen sich auf rund 105 U00 Mart, die bei der Städt. Sparkasse ausgenommen werden sollen. Professor Dreuer fragt nach der Teuerungszulage der städtischen Beamten. Über diese Angelegenheit wird in der nächsten Sitzung verhandelt werden. Osnabrück, 10. Jan.(Eine Komvagniekasse mit rund 15400 Mark) ist in vorletzter Nacht gestohlen worden. Es war die Kasse einer Komvagnie unseres 78. Reaiments. Man ist dem Täter auf der Svur. X Bocholt. 9. Jan.(Wobl 500 Frauen) hatten sich beute morgen vor einem hiesigen Kolonialwarengeschäft eingefunden, das rohen Kaffee zu 4 Mk. das Pfund verkaufte. Auf jedes Brotbuch wurden 100 Gramm abgegeben. Als vor etwa 14 Tagen der erste Tabak wieder in den Geschäften erschien, war von einer Ansammlung nichts zu bemerken. () Gelsenkirchen, 9. Jan.(Eine interessante Entbüllung.] In der Nacht zum 31. Dezember wurde. wie wir mitteilten, die„Gelsenkirchener Zeitung" von bewaffneten„Spartakusleuten", die angeblich aus Mülheim kamen, beimgesucht, die die Schließung des Betriebes und das Nichterscheinen der Zeitung unter Drohungen mit Gewaltanwendung erzwangen.— Wie jetzt der ASR. Wattenscheid in einer öffentlichen Erklärung, in der er den Austritt der Mehrbeitssozialisten aus dem Arbeiterrat Wattenscheid begründet bekonntaibt, wurde die„Gelsenkirchener Zeitung" unter Mitwissen des Mehrheitssozialisten Scheidt gestürmt. wobei die beteiligten Mannschaften des Gelsenkirchener Sol. ihre Armbinden ablegen mußten, um als Täter Mülbeimer Spaxtakusleute oder Unabhängige zu verdächtigen.(!)— Wie uns weiter mitgeteilt wird, habe der Gelsenkirchener Soldaten=Rat in der berreffenden Nacht das Erscheinen der Mülbeimer Spartakusleute erwartet, habe, um diete zu erwischen, die nötigen Wachmannschaften alarmiert. sei aber leider zu spät gekommen.(Was sagt der Gelsenkirchener„S.=Rat zu obiger„Entbüllung“, die der ASR. in der„Wattenscheider Zeitung“ vom 8. Januar veröffentlicht. „.- Gelsenkirchen. 9. Jan.(Ein Volksschullehrer als Schuldezernent.) Gelegentlich eines Elternabends der hiesigen vier höheren Lehranstalten. der sich u. a. gegen die Errichtung von Schulgemeinden und Schülerräten aussprach, teilte Professor Dr. Feldvausch mit. daß der evangelische Volksschullehrer Hohmann hier(der sich öffentlich zur Sozialdemokratie bekennt), vom hiesigen ASR mit der Beaufsichtigung des gesamten städtischen Schulwesens einschließlich aller Fachschulen und höberen Schulen beauftragt worden ist, er soll an allen beratenden und beschließenden Sitzungen teilnehmen. Gegen diese Maßregel haben, die hiesigen rektoren der höberen Schulen und alle akademisch gebildeten Lehrer und Lehrerinnen beim Ministerium Einspruch erhoben und deren Aufbebung beantragt. Handel und Industrie. 9. Jan. Der heutige Wiebmarkt erfreute sich eines guten Auftriebes und Besuches. Es kosteten 6 Wochen alte Ferkel 80 bis 90 Mark. ¼ Jahr alte Schweine 180 bis 200 Mark. ältere Schweine 250 bis 300 Mark Bessere Pferde kosteten 4—5000 Mark. mittlere Sorte 2—3000 Mark. Arbeitspferde 500—1000 Mark.— Der nächste Viebmarkt(Schweine= und Pferdemarkt) findet am 30. Jan. statt. Hauptredakteur Rudolf Strietholt.— Es verannwvorten: den redaktio: nellen Teil Paul Koene, die Peklamen und Inserate Auton Busch, alle in Münster.— Druck und Verlag der Aschendorssschen — in Münder. S— Saurmm — Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse eNV. Bekanntmachung. Gemäß§ 30 der Wahlordnung für die Wahlen zur verlessunggebenden deutschen Nationalversammlung vom 30. NoFmnder 1918 wird folgendes bekannt osmacht: Die Wadlen Rnden am Sonntag, den 19. Januar 1919 Die Stadt Münster ist zum Zwocke der Stimmabgabe in folgende Stimmbezirke eingeteilt: Stimmbezirk 1: Aegidiikirchplatz, Aegzidilstraße, Domplatz, kanstraße Verbegasse Rothen): Epiegelturm raßze, Wverpeogwe, naenburg, Spiedentutm Wahllotal: Wests. Wilhelmsuniversität, Dompl. 21/29 Wahlvorstoder: Kriesen, Ang, Bandirektor, RothenStellvertr. Rincklate, Theod., Kaufmann, Rothenb. 14. Stimmbezirk 2: Breitegasse, Grünegasse. Gruetgasse, Königpraße, Krummestraße, Prinzipalmarkt, Schützenstraße, Sondllatgass, Spndikätylatz, Wallgaßs.—stt gg. Li. Aren Wahllokal: Landespersichgrungsu#gen für die Prov. Westfalen, Bispinghof 2/6(2 Räume). Wahlvorst.: Emmerich, Ferd., Kaufm.. Prinzapalm. 46. Stellvertr.: Rentm. Humperdinck, Th., Krummestr. 1. Stimmbezirk 3: Hagedornstraße, Harsewinkelgasse, Loerstr., Budgeristr., Stubengasse, Verspoel, Marievengasse. Mahllof: Stadt Beklidunasstelle, Servati bekanntgegebenen lauten. 1 84 Mehrerg in einem umschlag P#r#utr, Frnschlag ansStimmzettel gelten als eine Stimme; in einem Unischlag entWahllok.: Stadt, Berlihungsstelle, Fervazikirchpl. 4/8 Wahlvorst.: Osthues, Bernh., Juwelier, Ludgeristr. 92. Stellvertr: Esch, Bernh., Kaufm., Ludgeristr 53. Stimmbezirk 4: Alter Steinweg, Arztkarrengasse, Bolandsgasse, Clemensstr., Kirchherrengasse, Kleyboltengasse, Lambertikirchplatz, Lvergasse, Ringoldsgasse, Salzstr., ServatitArchplat, Telaterstr., Winkelstraße, gaemdkatpl s Wahllok.: Städt. Gymn. u. Realgyinn., Syndkatpl. 1 Wahlvork.: Kayser, Cd., Weinbändl., Altersteinw. 9. Stellv.: Schmedding, Ferd., Weinhandl., Altersteinw. 15 Stimmbeziek 5: Alter Fischmarkt, Bült, Corduanenstr., Druvbel, Hörsterstr., Mauristr., Petersiliengasse, Roggenmarkt, Steinw. 10/11,(2 Räume). Wahlvorst.: Siebel, Hugo, Kaufmann, Stellv.: Krimphove, Heinr., Bäckermeister, Bült.12 Stimmbeziek E: Herrengasse, Lotharingerstr., Martinikirch. hof. Martinistr., Neubrückenstr., Ritterstr., Sonnenstr., Boßbe be ui, Mieaae, u. Zaushr. Helk.=Shenste. Stellv.: Kröger, Joh., Kaufm., Neubrückenstr. 36. Stimmbezirk 7: Bergstr., Zogenstraße. Mümstr. Maadolenerherzogug, Dar, Tibizstr., Pgegernghe. !" Wabll: Frauenbundhaus, Dompl. 37/38( ,secherge,. Wahldorst., Bispiuck, Franz., Koulm.,„ Spieretzg. 12. Stellv. Rensert, Jul., Härbergihgebzeg, Ferofr. 15. Stimmbezirk 8: Hollenbeckerstr., Judeseldes###.,„Katthagen, Kreuzgasse, Kreuzstr., Kuhstr., Ribbergasse, Rosenstr., Überwasserkirchhof, Wankelgasse. Zwölfmännergaff, um Resische Chesce Keice Kechechece Wchel * Wahll: Amtsgericht,g Verich r Wahlv.: Havestadt, Ludw., Kaufm., Fravzerstr,. 46. Stellv.: Krevert, Bernh., Schneidermstr., Frquenstr. 23. Stelld: Hölscher, Heinr, Lehrer, Häfferstr. 13. 11: uu den Vvesichegeichstraß,. Aörnerstraße, gmpktr., Himmelreichallen, Himmelsetug Abrnerstraße, Wehtl.: Kntontusto, Lauzsche Pieskenitecherser. 1. Steklpi Raue, Korl, Hihgst, 2 Holerbhamm. Liugn. hste Weselerstr Weselerstr. E., F. G. im dorserstr Sandgrube, Teichlr, MasteT, Pr Phurne! G. Wahll.: Laugewerkschule, Weselerste. Wahlv.: Kalt, Hyronimus, Dir., Pluggendorferstr. 7. Wahlv.: Saegen, H., Eisenbahnobers., Maximulianten. 8. Stellv.: Winter, Aug., Lehrer, Konalstr. 49. Stimmbozirk 31: Am Kreuztor, Kettelerstr. Bangenstr., Pergeeut. HAa. hu her. Wermchnostr., Wrmelingkr. B. D. Wahll.: Schillergymnasium, Gertrudenstr. 5(2 Räume). Wahlv.: Tersloth, Rov., Kaufm., Am Kreuztor 1. Stellv.: Weder. Friedr., Rentner, Am Kreuztor d. Stimmbezirk 32: Am Cördeplatz, Cöidestraße, Cordestr. D. F. K. I., Dettenstr., Hopastr., Kampftr., Kleimannstr., Melchersstr., Nordstr., Nordstr. B, Raesfeldstr. Wahll: Kreuzschule, Kampfer. 7(2 Räume). Wahlv: Weppelmann, H., Kohlenhändl., Cördestr. 45. Stellv.: Rode, Heinr., Lehrer, Kampftr. 15. Stimmbezirk 85: Altumstr., Finkenstr., Einkenstr. A. Felostr., Gertrudenstr., Grimmstr., Heerdestr., Kanonierstr., Kellermannstr., Lazarettstr., Marienthalstr., Marienthalstr. A, B. C. D. E, F, G. Kordplatz, Schulstr., Schulftr. A. Studistr., Wahll.: Uppenbergerschule, Schulstr. 22(2 Räumo). Wablv.: Oberg, Heinr, Rekzgr, Hulenstr. 18. Stellv.: Stohldreher, I., Eisenb.=Obers., Finkenstr. 15. Stimmbeziek 34: Gasselstr., Gasselstr. A. Grevenerstr., Kinderhauserstr., Koburgerstr., Uppenbergerstr. Wahll.: Wirtschaft zur Kanone, Inhaber Clemens Hartlage, Grevenerstr. 68/70(1 Raum). Wahlv.: Kampschulte, W., Kaufmann, Grevenerstr. 19. Stellv.: Knollmann, W., Schneidermstr., Grevenerstr, 74. Stimmbezirk 35: Försterstr., Gievenbeckerstr., Kapuzinerstraße, Roxelerstr., Schmalestr., Steinfurterstr., Wilhelmstr., I.: Bürger=Waisenhaus, Schulstr. 24(2 Räume). Wahlv.: Wiemann, Th., Kaufmann, Steinsurterstr. 50. Stell v.: Rammelkamp, H., jun., Fabrikant, SteinfurterStimmbeziek 36: Bauerschaft Necklenbeck. Wahll.: Wirtschaft Ant. Appels, Weseler Chaussee(1 N.) Wahlv.: Lockmana, Wilh., Kolon, Stadtverordneter Stellv.: Averkamp, Heinrich, gnt. Schulze Meckmann. Macklenbeck 15.„. 8 Stimmbezirk 36 g: Bauerschaft Geist. Wahll: Wirtschaft Adolf Metzmann ant. Münstermann, Geist 45(1 Raum).. Auchtlchum Keist 385. Wahlv.: Horsch, Franz, Hauptlehrer, P######. Stellv.: Beckmann, ant. Hovestadt, Josef, Kolon, Stadtverordneter Geist 30. Stimmbezirk 37: Bauerschaft Uppenberg. Wahll.: Schule Kinderhaus, Uppeuberg 30(1 Raum). Wahlv: Frieling, Bernhard, Kolon, Stadtverordneter, Stellv.: Twenhöven, at. Schulze Brüning, Josef Guts=erdeten. besitzer. Uppenberg 28. Stimmbezirk 38: Bauerschaft Gievenbeck. Wahll.: Wirtschaft Ww. August Schulte Pelkum, Gieg6 a ch 5.: Wieskötter, at. Mertens, Hermann, StadtverS te lk v: Gesbert, at. Rottmann, Josef, Kolon, GievenStimmbezirk 30: Bauerschaften Werse, Delstrup, Kemper. Wahll.: Wirtschaft Homann, Heinrich,(Am Kanal). Wolbecker Chaussee.(1 Raum). Wahlv.: Averkamp, Th., Stadtrat, Delstrup 14. Stellv.: Rensmann, Pächter, Delstrup 6. Stimmbezirk 40: 1. Insanterie=Regiment 13, 1.—12. Komp. und 2. Masch.=Gew.=Pgup, esemi 2. Ers.=Batl. Ins.=Regts. 13, 2. und s. Kompagnie. Wahll.: Aegidiischule, Aegidiikirchplatz 5.(2 Räume), Wahlv.: Russing, Jos., Armenkassenrendant, Cördestr.31. Stellv.: Goeken,„Adolf, Stadtlandmesser, Staufenstr. Stimmbezirk 41: 1. Feldartillerie=Regt, 22(Stäbe, 1.— Bat., 3. u. 4. Ers.=Bat.); 2. Kürassier=Regt. 4; 3. Auflösungskommando des Stabes der 27. Res.=Div.; 4. Kriegsbekleidungsamt VII. A.=K.(1.—5 Komp., Zuschneidekomp.); 5. KriegsWahll: Wirtschaft Dortmunder Gildenbräuquelle. Inhaber Gustav Schmieding, Steinfurterstraße 10.(1 Raum.) Wahlv.: Faulwetter, Hermann, Gartenbauinspektor, Etinnbesiet 4. 7. F Ges,pherdedepoi 1; Nche Bahr, reztzeiz Pensien, Alunggrn 3. Ers.= Oserhedepot 9., 4. Immobiles Bferdelazarett 39; 5. zu vermieten. J4atz. wech. bediget erforderlich ist, um den Stiamztel in den Unschlos Huge Mädchen mit Ainen Ammeichen wrsehen semni se sohmn V 1 em Gus m. guheund Haustachet, Soher Bächer in eium mit amtlichen Sharf. heunsatest. Uusoiost, gekaz u Ooheitenr int. S helas Lochesci a. Anen entlich ehgostengelten unschtoe duns 4 du. 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