Mikratilmarchin 2. Auikrotimsrchi der deutschsprachigen Presse eIV. Enrricher GNRes Gireise Das Wittgensteiner Kreisblatt erscheint jeden Mittwoch und Samstag.— Vierteljährlicher Bezugspreis 1.05 Mark frei ins Haus. Durch die Post: 1.10 Mark, mit Bringerlohn 1.28 Mark. Anzeigengebühr: Die 5gespaltene Garmondzeile oder deren Raum 15 Pfg., Reklamen 25 Pfg. die Zeile; bei Wiederholungen Rabatt. Annahme der Anzeigen bis Dienstag bezw. Freitag vorm. 9 Uhr. Gratis=Beilagen: 1. Illustriertes Unterhaltungsblatt(wöchentlich Samstags); 2. Landwirtschaftlicher Ratgeber Soierzehulgsg Mitmache), A. Biehungelsen der Köriglich Preußischen Alasenloterte. Anüiche. . Mit Bezug auf die Bekanntmachung in Nr. 100 des Kreisblattes vom 16. d. M. betr. Reichstagswahlen, bringe ich gemäß der Bestimmung im§ 6, 7 und 8 des Regle die Spzaichung der Bastlckale und de Bestalung der Wastoersichger und denean Sichorteten zur sfenlchen Kantaig. Veschals eien die Aegenzung dr Behitziht, un ie binier ie cun unt muihen Gemnt ungene beichen Der ieht ir anr Wichn Pei be büin P K. 1d en us uld un Alshande Chrachahe Nr un u sceleseden 4 mit antlichem Siempen verschenen Unschlage, der sonst Eein Kennzeichen haben darf, abzugeben. Die Unschlüge werden in der erforderlichen Anzahl bereit Zum Wahlkommissar ist Herr Landrat Dr. Bourwieg zu Siegen ernannt worden. verlebura, den 11. Dezember 1911. 0— Ochrst brn Cerim.„“ gnungg van##,###### hgs. vonurot. p# ettn Nr. eatlbgtete Bermershausen, Gemeinde Holzusen mit Forsthaus Foßnacker. Gemeinde Saßzmannshausen mit Domäne und Zigeunerkolonie Saßmannshausen Gemeinde Aue mit Sehlbergerhammer Balde mit Melbach und Rohrbach Birkelhach mit Rösge Virrefeyl. Berghausen Hoster Hemschlar mit Rinthe „ Raumland „ Wingeshausen mit Paulsgrund, Ihrige und Casimirstal Perneiide Momeicher Erndtebrück Benfe und Ludwigseck Schameder Oberndorf * „ * * * * * * * * * * 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 28 24 25 26 27 29 90 81 32 33 94 35 95 97 88 39 40 41 42 48 44 45 46 ** bezüglich der Versteuerung der Mietund Pachtverträge. Die Versteuerung der Miet= und Pachtverträge und zwar sowohl der schriftlichen als auch der mündlichen hat in diesem Monat durch den Vermieler oder Verpächter zu erfolgen. Unterlassang zieht die gesetzlichen Strofen nach sich. Verleburg, 9. Dezember 1911. Der Landrat. von Hartmann=Krey. Es wied wiederbolt darauf aufmerksam gemacht, daß bei der Musterung und Aushebung Wünsche von Militärpflichtigen um ZuStung za bestimmten Wassengaltungen und Truppenleilen im allgemeinen nicht berück werden Eunen. Den Militärpflichtigen gier anheimgestelt, sich freiwillig vor der #rueg bei dem Truppentelt, ino ftr eintreten wollen, zu melden. Verleburg, den 28. Dezembrr 2911. Dor Landrat J. E.: Wedrr, Areisschorthr. Stadt Verleburg, Neuwieserhammer, Fürstl. Vorwerk, Altengraben u. Schloßpolizeibezirk Stadt Laasphe mit Laaspherhütte Gemeinde Elsoff mit Christianseck und fürstl. Domäne Christianseck Gemeinde Alertshausen „ Beddelhausen „ Schwarzenau mit fürstlicher Domäne Schwarzenau, Jagdschloß, Mühle, Höfchen, Stationsgebäude und Haus Nr. 100 daselbst Zemeinde Arfeld, " Richstein mit Forsthaus Hälshof " Sassenhausen „ Weidenhausen " Stünzel mit Forsthaus Leimstruth " Banfe mit Bauernschaft Lindenfeld und Forsthaus Ilsenburg Gemeinde Bernshausen und Heiligenborn. : Fischeldach mit Bauernschaft Sohl und Zechenhaus Gonderbach Gemeinde Herbertshausen mit Forsthaus Hof Breidenbach, Gemeinde Hesselbach mit Forsthaus Ditzrod Ziederlaasphe „ Amtshausen mit Forsthaus Immergrün Gemeinde Rückershausen=Weide Resen Becdater Hhiedamshaufen Diedenshausen Wunderthausen Langewiese mit Hoheleye Neuastenberg mit Mollseifen Girkhausen mit Rehseifen .: Wemlighausen m. Schüllar, Schüllarhammer, Kühhude und Homrighausen Witgenstein, besteht aus a) dem Schloßbezirk Wittgenstein, b) den fürstlichen Besitzungen: Amtshaus und Oberbeamtenwohnung in Kamen und Wohnort der Wahlvorsteher Gmtmann a. H. Kollmer, Verlebung Beigeordneter Melsheimer, Laasphe Gem.=Vorsteher Georg Geßner, Elsoff " Althaus. Alertshausen " Heinbach, Beddelhausen „ Kuhmichel, Schwarzenau „ Schneider, Arfeld „. Althaus, Richstein —. Dornhöfer, Sassenhausen " Müsse(Wilhelms), Weidenhaus. „ Bald, Stünzel „ Althaus, Banfe „ Frank, Bernshausen „ Rau, Fischelbach „ Bode, Herbertshausen“ „ 9 Messerschmidt, Hesselbach „ Schäfer, Niederlaasphe „ Schäfer, Puderbach „ Schäfer, Bermershausen Knebef— bel, Rohrbach Müsse, Birkelbach Lange, Birkefehl Born, Berghausen Benfer, Doßzlar Treude, Hemschlar Womelsdorf, Raumland Koch, Wingeshausen Woneicher Rektor Hansmann, Erndtebrück Landmann Ludw. Althaus, Benfe Namen und Wohnort der Stellvertreter der Wahlvorsteher „Wendner Abolf Schalte, Verlburg Hofapotheker Cobet, Laasphe Landwirt Georg Batta II., Elsoff " Jakob Spies(Eckhardts), Alertshausen „ Braun, Beddelhausen Zimmermann Gelbach, Schwarzenau Fahrik, Heinr. Hartmann(Schäfers), Arfeld Schmied Georg Hüster, Richstein Schmied L. Schneider sen.(Kappes), Sassenh. Kaufmann Wilhelm Reppel, Weidenhausen Landwirt L. Knebel, Stünzel Schuhmachermeister Heinr. Schmidt, Banfe Landwirt Ludw-Blecher, Bernshausen Bäcker Ferdinand Ochsenfeld, Fischelbach Landwirt Wilh. Frank II., Herbertshausen Maurermeister Friedr. Weiß, Hesselbach Karl Zimmermann, Amalienhütte Förster Frank, Puderbach Gem.=Vorsteher Weber, Saßmannshausen Lehrer Schenkel, Aue Förster Klingspor, Balde Friedrich Lange, Birkelbach, Johann Georg Dreisbach, Birkefehl Albrecht Radenbach, Berghausen Ludwig Martin, Dotzlar Gem.=Vorsteher Bald, Rinthe Buchhalter Scheffel, Raumland Ludwig Walter, Wingeshausen Erndtebrück Tern.=Vorsteher, Wickel, Rüppershausen Schreiner Reinhard Heinrich, Amtshausen Lehrer Süling, Rückershausen ghausen, Zinse che e che u uien Stellmacher Wilh. Wunderlich, Volkholz " Steinmeyer, Wunderthausen en Rerichen Pich Vereaer Krach, Schalar, i dehen Hommerrat Odtermann, Blldgenstekn Gem.=Vorsteher eibesitzer Heinr. Vorsteher Schmidz, Wied, Rückershausen Hocheinz, Volkholz gesT Hackler, Feudingen Johannes Kuhn, Diedenshausen C. Kroh, Wunderthausen Franz Gerke, Langewiese Gem.=Vorsteher Benfer, Mollseifen Heinr. Krämer(Jeide), Girkhausen Gem.=Vorsteher Dickel, Wemlighausen Kammersekretär Marburger, Laasphe In Monat Dezember 1911 wurden an Jahres=Jagdscheine erteilt: 1. Ladw. Schneider, Landwirt, Sassenhausen, Erusehgeue Paishkanzfhen, 8. August Söder, Forsthilfsaufseher, Hofbreitenbach, * Wotk“ 2. zes bu ungerhansen, 5. Wilh. Krang, Forstauff., Wunderthausen, 6. Otte Strack, Mühlenbesitzer, Laasphe, K G. mmn. da. 1..: 8. Og. Weder jur.,„„ 9. Rober! Weber, Seminarist„ 10. Chr. W.gandi, Landwirt, Beddelhausen, Bürgermeister, Verleburg, 18 Sctuv. Riedesel, Zimmerm, Wemltghansen, 14. Bschaee. 4# u, Wmn Duieburg, den 27. Dezember 1911. Dyr Londrut. J. S.: Weder, Kreissekreihe. Wahllokal Shungtsanl des Falhguseh Wohnung des Gem.=Vorstehers Geßner, Elsoff „„„„ Althaus. Alertshausen „„„„ Heinbach, Beddelhausen „„„„ Kuhmichel, Schwarzenau „„„„ Schneider, Arfeld „„„„ Althaus, Richstein „„„„ Dornhöfer, Sassenhaus. „„„„ Müsse, Weidenhausen zu Hause. Saitz, Stingt "„ Bernshausen :„ Fischelbach „„ Herbertshausen "„ Hesselbach „„ Niederlagsphe „„ Puderbach „„ Saßmannshausen „„ Aug „„ Balde „„ Birkelbach „„ Birkefehl „„ Berghausen „„ Doßzlar „„ Hemschlar „„ Raumland „„ Wingeshausen Dies Shale, Gemosaeiche du Schule zu Benfe „„ Zinse *„ Schameder „„ Oberndorf „„ Rüppershausen Wohnung des Reinhard Heinrich, Amtshausen Schule in Rückershausen „ zu Volkholz *„ Feudingen „n„ Diedenshausen —„„Wunderthausen Evangl. Schule zu Langewiese Schule zu Neuastenberg „„ Eirkhausen „„ Schüllarhammer Fürstliche Rentkammer zu Wittgenstein Die Termine der im Jahre 1912 an der Königl. Lehranstalt in Geisenheim stattfindenden Obstbau= und Baumwärterkurse, welche aus dienstlichen Gründen verlegt werden 8. Baumwärterkursas vom 4. bis 16. März, 3. Obstbau=Nachkursus vom 15 bis 20. Juli, 4. Baumwärter=Nachkarsus vom 22. bis 27. Jali. Die Direktion der Königlichen Lehranstalt. * 5.(Fortsetzung.) das Fab85 Jahr 1911 im Juni Neuwahlen zum Reichsrate nach der im März vorangegangenen Auflösung des arbeitsunfähigen alten Reichsrates. Das hervorragendste Resullat der Neuwahlen bildeten einerseits die vernichtende Niederlage der christlichsozialen Partei, anderseits die Verstärkung der deutschnationalen Parteien des österreichischen Abgeordnetenhauses. Die direkte Folge dieses Wahlausfalles war die Demission des Kabinetts Bienerth, welchem das mit den Klerikalen und den Tschechen liebäugelnde Ministerium Gautschnachfolgte. dieser seiner inneren Politik ver“ mochte sich die Regierung des Herrn von Gautsch nicht lange gegenüber den deutschen Parteien zu halten, sie sah sich ebenfalls zum Rücktritt gezwungen, worauf das dritte, österreichische Kabinett des Jahres 1911= unter dem Grafen Stürgkh, dem bisherigen Unterrichtsminister, nachfolgte. Aufsehen in weiteren Kreisen erregte der plötzliche Rückrrikt des österreichischzungarischen Generalstaßzchefs Conrad u. k eines Günstlings des Thro herzogs Franz Ferdinand; Hötzendorf wird vielfach als auswärtigen Politik Oeste * Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse e.V. betrachtet, wenigstens verlautet bestimmt, daß er als Generalstabschef dem Bündnisverhältnisse zwischen Oesterreich=Ungarn und Italien geopfert worden sei. Der Nationalitätenstreit in Oesterreich trat während des Jahres 1911 nicht so scharf hervor, wie in den letzten Jahren, immerhin ist das Scheitern der jüngsten deutschtschechischen Ausgleichsverhandlungen in Wien bemerkenswert. Der greise Kaiser Franz Josef war wiederholt unpäßlich, so auch in der letzten Zeit; glücklicher weise haben sich die über seinen Gesund. heitszustand aufgetauchten beunruhigenden Gerüchte als unbegründet herausgestellt. Ein frohes Ereignis im Kaiserhause bildete die Verlobung des jugendlichen Erzherzogs Karl Franz Josef, des dereinstigen Kaisers, mit der Prinzessin Zita von ParmaBourbon.— Italien hat im Jahre 1911 ziemlich unüberlegt einen Krieg mit der Turkei begonnen, um in den Besitz der Provinz Tripolis zu gelangen. Bislang ist indeß dieser Krieg nicht allzusehr nach den Wünschen Italiens verlaufen. Zwar haben die Italiener die Stadt Tripolis selbst und ihre nächste Umgebung, sowie die wichtigsten anderen Punkte der Küste von Tripolis besetzt, aber wesentlich in das Innere von Tripolitanien hinein vermochten sie noch nicht zu dringen, weil einem solchen Vormarsche der Italiener die vereinigten Türken und Araber erbitterten Widerstand entgegensetzen und weil auch sonst die Verhältnisse dem italienischen Vormarsche keineswegs sehr günstig sind. Die Mitwirkung der italienischen Flotte im türkischen Kriege ist über kleinere Aktionen noch nicht hinaus gekommen. Die wiederholt aufgetauchten Gerüchte über angeblich bevorstehende oder sogar eingeleitete Friedensverhandlungen zwischen der Türkei und Italien haben sich bis jetzt noch immer als haltlos erwiesen. Kurz vor dem Ausbruche des italienisch=türkischen Krieges trat das Ministerium Luzatti zurück, es wurde durch ein Kabinett unter Giolitti, einem der früheren italienischen Ministerpräsidenten, ersetzt. Begeistert beging man in Italien die 50jährige Gedenkfeier der Errichtung des Königsreichs Italien, aus welchem Anlaß besonders in Rom monatelange Festlichkeiten aller Art stattfanden. — In Frankreich demissionierte im Februar das Kabinett Briand, ihm folgte ein Kabinett Monis nach. Ihm widerfuhr das eigentümliche Mißgeschick, daß bei der bekannten Luftschiffkatastrophe auf dem Flugplatze von Issy=les=Moulineaux der Kriegsminister Berteaux getötet, der Kabinetschef Monis schwer verwundet wurde; das Kriegsministerium übernahm anstelle Berteaux der bisherige Korpskommandeur General Goiran. Schließlich sah sich auch das Ministerium Monis zum Rücktritte genötigt, es wurde durch das jetzt noch amtierende Kabinett Caillaux ersetzt. Aufregung in weiten Kreisen des französischen Volkes rief der durch eine Pulverexplosion herbeigeführte Untergang des Panzerkreuzers„Liberté“ im Hafen von Toulon und der hierbei erfolgte Tod des größten Teiles seiner Besatzung hervor. Die wegen angeblicher Verschuldung dieser Katastrophe angeklagten Offiziere der„Liberté“ sind indessen vom Kriegsgericht zu Toulon freigesprochen worden. In der Champagne fanden wiederum ernste Vinzerunruhen statt, welche von der ReGieruns nur mit Mühe beigelegt werden „ Die deutsch=französischen Marokkoverhandlungen riefen selbstverstandlich auch in der französischen Nation, geradeso wie in Deutschland, lebhaftes Interesse hervor; die Deputiertenkammer stimmte dem ihr zur Genehmigung unterbreiteten deutschfranzösischen Marokko= und Kongo=Abkommen nach mehrtägigen Verhandlungen mit erdrückender Mehrheit zu. Dies erscheint ja auch ganz begreiflich, ist doch Frankreich durch diesen Vertrag unbestritten der Herr in dem von ihm während des Jahres 1911 noch weiter militärisch besetzten scherisianischen Reiche geworden, egen welchen Erwerb die Abtretung eines Teiles von Französisch=Kongo an Deutschland wohl schwerlich besonders ins Gewicht fällt.(Fortsetzung folgt.) Politische Rundschau. Deutschland. Im Weißen Saale des Berliner Residenzschlosses hat am Neujahrstage die übliche große Gratulationskur vor dem Kaiserpaare in den hergebrachten Formen stattgefunden. — Der neue japanische Boischafter am Berliner Hofe, Koitschi Songlmoura, ist nunmehr vom Kaiser in offizieller Audienz im Berliner Residenzschlosse empfangen worden. Der Andsenz wohnte als Vertreter des Auswärtigen Amtes Unterstaatssekretär Zimmermann bei; der neue Botschafter war von den Herren der japanischen Botschaft begleitet. Der Kaiser hat den beiden höheren Beamten, die an der Vorbereitung und Durchführung des Schiffahrtsabgabengesetzes am hervorragendsten beteiligt waren, soeben besondere Auszeichnungen verliehen. Der Unterstaatssekretär im Ministerium der öffentlichen Arbeiten, Dr. Frhr. v. Coels von der Brügghen, erhielt den Stern zum preußischen Kronenorden 2. Klasse, und der Ministerialdirektor in demselben Ministerium, Wirkl. Geh. Oberregierungsrat Peters, der„Vater" des Gesetzes, den Stern und die Krone zum Roten Adler= orden 2. Klasse mit Eichenlaub. Der langjährige Botschafter Rußlands am Berliner Hofe, Graf v. d. Often= Sakken, wird nächstens von seinem Posten scheiden, um in den russischen Reichsrat einzutreten, zu dessen Mitglied er vom Zaren ernannt worden ist. Als seinen mutmaßlichen Nachfolger in Berlin hört man teils den General Tatischtschew, der dem deutschen Kaiser attachiert ist, teils den Handelsminister Timirjasew nennen. Von offiziöser Berliner Seite wird der neue preußische Haushaltsetatfür 1912 in seinen Grundzügen bekannt gegeben. Er schließt in Einnahmen und Ausgaben mit 4301 242250 Mk. ab. Das neue Reichsgesetz über die Versicherung der Privatbeamten ist jetzt im„Reichsgesetzblatt" verkündigt worden. Ausland. Oesterreich=Ungarn. In der soeben zu Wien stattgefundenen Vorsession der österreichisch=ungarischen Delegationen ist in der österreichischen wie in der ungarischen Dele6) In der Brandung des Lebens. Von O. Neinholdt. (Nachdruck— verboten.) Else hatte kaum ausgesprochen, als ein schwerer Schritt die Kajütentreppe herunterpolterte, während eine laute Stimme schrill ertönte. „Alle Passagiere an Deck!— Keinen Augenblick verlieren!— Rettungsgürtel umlegen!“— Die beiden jungen Mädchen stießen gleichsam einen Schrei des Entsetzens aus. Else stand wie festgewurzelt und bebte am ganzen Körper. Alice aber, welche ihre Geistesgegenwart behalten, wandte sich nach der Kajütenwand, um die über den Lagerstätten hängenden Rettungsgürtel herabzunehmen. Noch bevor sie dieselben aber ergriffen hatte, erfolgte ein furchtbarer Stoß, verbunden mit einem entsetzlichen Kreischen und Krachen; die beiden Mädchen wurden zu Boden geschleudert und ein gellendes Angstgeschrei tönte durch alle Räume des Schiffes. Alice war es, welche sich zuerst wieder emporraffte; aber auch sie dachte in diesem Augenblick des Schreckens nicht an die Rettungsgürtel, sondern sie umschlang die zitternde Else, welche keines Wortes und keines selbstständigen Entschlusses fähig war und sie drängte sie nach dem Ausgange und nach der Kajütentür hin. Die heftigen und unregelmäßigen Bewegungen des Schiffes drohten sie immer von neuem zu Boden zu werfen und Else würde das Verdeck überhaupt nicht erreicht haben, wenn sie nicht von Alice geführt und gestützt worden wäre. Eine schauerliche Szene war es, als sie die letzte Stufe der Kajütentreppe glücklich erstiegen hatten. Wüste Unordnung herrschte auf dem Verdeck. Alle Passagiere des„Albatros" — und unglücklicherweise war ihre Zahl gerade bei dieser Fahrt eine sehr große — schienen sich auf der einen Seite zu einem unentwirrbaren, schreienden, jammernden und tobenden Knäuel zusammengeballt zu haben, und das angstvolle Kreischen der Frauen, wie das verzweifelte Hilferufen der Männer übertobte selbst das grausige Heulen des Sturmwindes und die Kommandoworte des Kapitäns und seiner Offiziere. Dabei herrschte eine Finsternis, welche Menschen und Gegenstände nur in Umrissen erkennen ließ und nur dazu beitragen konnte, die Schrecken der Lage zu vergrößern. Anf den schlüpfrigen Brettern des Verdecks vermochte man sich kaum auf den Füßen zu halten. Das Schiff war offenbar im Begriff, sich auf eine Seite zu legen, und uberdies schlugen in jedem Augenblick Sturzseen über Bord, welche wohl im Stande waren, einen Menschen mit sich fortzureißen. Von einer solchen Sturzsee bis auf die Haut durchnäßt, klammerten sich die beiden Mädchen an eine mitten auf dem Verdeck stehende Bank. Sie durften sich nicht von der Stelle wagen, denn sie fühlten, wie sich das Schiff unter ihren Füßen immer mehr nach einer Seite hin neigte, und wie schwer, ja geradezu unmöglich es war, auf dem schragen, schlüpfrigen Boden auch nur einen einzigen Schritt zu tun. Da tauchten unmittelbar neben ihnen aus der Oeffnung der Kajütentreppe zwei wohlbekannte Gestalten auf, deren Nähe sie gation das viermonatige Budgetproviserium bewilligt worden. Ferner wurde dem Minister des Auswärtigen Grafen Aehrenthal von beiden Delegationen ein Vertrauensvotum für seine Leitung der auswärtigen Angelegenheiten Oesterreich=Ungarus erteilt, und zwar auf Grund seiner vorher in den Delegationsausschüssen gegebenen Darlegungen über die auswärtige Politik. Der Annahme des Budgeiprovisoriums war in beiden Delegationen eine längere Debatte über die auswärtige Politik voraus gegangen, wobei in der österreichischen Delegation die Redner der Tschechen abermals ihre Abneigung gegen Deutschland und den Drei bund bekundeten. Das offiziöse„Wiener Fremdenblatt“ weist die kürzlichen Angriffe tschechischer und polnischer Blätter gegen den Dreibund und die hierbei aufgestellten Behauptungen von angeblichen Unstimmigkeiten zwischen den amtlichen Vertretern Deutschlands und Oesterreich= Ungarns energisch zurück. Das Blatt beiont weiter, in allen Fragen der auswärtigen Politik herrsche volle Uebereinstimmung zwischen dem Grafen Aehrenthal und den Leitern der auswärtigen Politik Deutschlands. Frankreich. Die Marokkoverhandlungen der Senatskommission, die durch den Jahreswechsel eine Unterbrechung erfuhren, haben die politische Welt Frankreichs in hochgradige Erregung versetzt. Keiner der Minister wußte anzugeben, von wem eigentlich die Anregung, Deutschland durch Kongoteile Kompensationen zu gewähren, ausgegangen sei. Der Schuldige soll nun Herr Cruppi gewesen sein, der zur fraglichen Zeit Minister des Auswärtigen war und in seiner hilflosen Unerfahrenheit einen Schwupper über den andern begangen haben soll. Auch Spanien gegenüber sei alles dermaßen verfahren worden, daß die jetzige Forderung Frankreichs, Spanien solle Larrasch und Elksar räumen, mehr als naiv erscheine. Die Pariser Blätter sprechen von Leichtfertigkeit in der Behandlung der Auswärtigen Angelegenheiten Frankreichs und fordern, daß die Schuldigen zur Verantwortung gezogen werden. Die Kommission des französischen Senats für das Marokko=Abkommen hat sich am vergangenen Samstag bis zum 9. Januar vertagt. In der letzten Kommissionssitzung im alten Jahre gelangte ein Brief Cruppis, des Ministers des Auswärtigen im Kabinet: Monis und Caillaux zur Verlesung, in welchem Cruppi versichert, er habe niemals in seinen Unterredungen mit dem französischen Botschafter in Berlin auch nur andeutungsweise auf die Möglichkeit territorialer Kompensationen oder eines Gebietsaustausches am Kongo hingewiesen. Italien. Aus Italien sind in der letzten Zeit wiederum verhältnismäßig bedeutende Truppenverstärkungen nach dem tripolitanischen Kriegsschauplatze entsendet worden. Speziell die italienischen Streitkräfte in Benghasi sind durch die dort neuerdings angekommenen Verstärkungen auf ca. 25000 Mann gebracht worden; der italienische Oberbefehlshaber in Benghasi hofft, mit dieser Streitmacht einen möglichen Angriff der Türken und Araber auf die dortigen italienischen Stellungen unbedingt abwehren zu können. Rußland. Die Ausdehnung der asiatischen Mach: Rußlands durch Teile Chinas und Persiens ist nur noch eine Frage der Zeit. dem wie durch einen Zauberschlag mit wunderbarsten Troste erfüllte. Es war Erwin, welcher die halb ohnmächtige Frau Brückner auf den Armen emportrug. Trotz der Dunkelheit erkannte er die jungen Damen sofort, und wie ein Jubelruf entrang es sich seiner Brust. „Dem Himmel sei Dank, daß wir wieder beieinander sind! Ich war in Todesangst, da ich Eure Kajüten leer fand! Jetzt aber faßt Mut. Wir werden sicherlich alle mit heiler Haut davonkommen!“ Erwin ließ die alte Dame sanft aus seinen Armen niedergleiten und trat, sie sorgsam unterstützend, zu den jungen Mädchen, die es nicht gewagt hatten, die Bank, an der sie sich hielten, loszulassen. „Aber, was um Himmelswillen ist denn geschehen?“ rief Else.„Ist das Schiff gescheitert?“ „Vielleicht etwas Schlimmeres als das! Es ist von einem anderen Dampfer angerannt worden, und wie mir scheint, sehr übel zugerichtet. Aber ich fürchte nicht, daß es eine Gefahr für uns hat. Der „Albatros“ ist mit Rettungsbooten in genügender Zahl versehen und außerdem wird man uns von dem anderen Schiffe zu Hilfe kommen!“ Als sollten seine beruhigenden Worte nur zu schnell durch die Tatsachen eine Widerlegung erfahren, krachte es in diesem Augenblicke aufs neue in allen Fugen und zugleich sank der vordere Teil so tief hinab, es von den hochgehenden Wogen völlig überspült wurde. Das Angstgeschrei erhob sich in verstärktem Maße und Erwin sah mit Schrecken ein, daß die Hilfe in der Tat sehr rasch erfolgen müßte, wenn sie nicht Die Mongolei sieht Rußland nach deren Unabhängigkeitserklärung von China für einen so gefährlichen Nachbar an, daß es deren umgehen zu können glaubt. msichen liegen die Dinge bei Peissen. Die Kimmend das a. elhren zwpar“ Abrein. gucheab, duß sie die Truppen des Zaren aus Persien abberufen würden, sobald ge„Zustände herrschten. Wie man sie von Miersburg aus verlangt, sind sie jedoch in Persien unmöglich, dessen Schicksal damit besiegelt ist. Ob die entgültige Einverleibung Nordperstens durch Rußland eiwas rüher oder später vollzogen wird, darauf kommt es ebenso wenig an, als auf die täglichen kleinen Scharmützel und diplomatischen Schachzüge, die nur den Zweck haben, die letzten Pläne zu verhüllen. Türkei. Die innere politische Krisis 1. des Fürkei ist jetzt mit der Demision Ausbruch: Pasche zum offenen gerommen. Der Großvezier Said Pascha hat das Demissionsgesuch des Kabinetts bereits dem Sultan unterbreitet. Marokko. Ueber die jüngsten Kämpfe zwischen den Spaniern und den Riffkabylen bei Melilla sind weitere Nachrichten in Madrid eingelaufen. Ihnen zufolge sind die Verluste der Spanier in diesen Kämpfen höher, als sie in den ersten amtlichen Meldungen hierüber angegeben wurden. Jetzt werden nämlich die spanischen Verluste in den Gefechten am Kertflusse auf 69 Tote, unter ihnen 8 Offiziere, und auf 228 Verwundete, darunter 28 Offiziere beziffert. Es sind neue Truppenverstärkungen nach Melilla aus Malaga abgegangen. China. China, dessen südliche Hälfte schon einmal während des großen Taipingaufstandes, der von 1850—61 dauerte, acht Jahre lang Republik war, wird jetzt zweifellos wiederum eine republikanische Verfassung erhalten, nachdem sich der Süden des Reiches bereits zu ihr durch die Ernennung Sunjatsens zum Präsidenten bekannt hat. Nach der Vereinbarung der Revolutionsleitung und Yuanschikais wird die Nationalversammlung die für beide Teile bindende Entscheidung fällen. Es aber ganz außer Frage, daß diese Entscheidung zugunsten der Umwandelung Chinas in eine Republik ausfallen wird. Bis zum Spruche der Nationalversammlung ruht jede politische und militärische Aktion sowohl der Kaiserlichen wie der Revolutionäre. Die Mitglieder der kaiserlichen Familie mit dem sechsjährigen Kaiser Puyi scheinen Peking bereits verlassen zu haben. Bother gab es großes Wehklagen im Kaiserpalast, die Kaiserinmutter fiel wiederholt in Ohnmacht. Einige Prinzen erklärten, lieber sterben als sich dem Beschlusse der Nationalversammlung fügen zu wollen; schlossen sich nach ruhigerer Ueberlegung jedoch den anderen Mitgliedern des Hofes an. Viele Millionen in barem Gelde und an Kunstschätzen waren für die Angehörigen des Kaiserhauses schon vorher in Sicherheit gebracht worden. Provinzielle Nachrichten. Verleburg, 2. Januar 1912. —(Nun schreiben wir 1912.) Die guten Wünsche gingen von Mund zu Mund und von Haus zu Haus, daß die Postverwaltung besondere Hilfskräfte für die Neujahrstage einstellen mußte und mancher das Zeitungsinserat zu Hülfe nahm, um seine „Verpflichtungen“ summarisch—„auf diesem nicht mehr ungewöhnlichen Wege“— zu erledigen. Gute Wünsche, wahrhafte Wünsche, zu spät kommen solle. Er rief den Frauen zu, sich an ihrer bisherigen Stütze festzuhalten und unter keinen Umständen vor seiner Rückkehr den Platz zu verlassen, an welchem sie sich befanden. Dann warf er sich ohne Besinnen in den tobenden Menschenknäuel hinein und rief einem Manne von der Besatzung des Schiffes, der in seiner Nähe bemüht war, die vor Angst halb wahnsinnigen Passagiere zu beruhigen, zu, warum die Rettungsboote nicht herabgelassen seien. „Es geht ja nicht, Herr" war die Antwort.„Die Passagiere sind zu unvernünftig! Ein Boot ist bei dem Zusammenstoß verloren gegangen! Unglücklicherweise das größte! Die beiden andern konnten ja längst im Wasser sein; aber wenn wir sie jetzt flott machen, sind sie auf der Stelle vollgeschlagen! Erst müssen wir Ordnung haben sonst gehen wir mit Mann und Maus zu Grunde!“ In der Tat wurde um den Besitz der Boote zwischen der Schiffsmannschaft und den männlichen Passagieren ein förmlicher Kampf geführt. Die wackeren Matrosen taten musterhaft ihre Pflicht, aber von den Reisenden dachte jeder nur an die Erhaltung seines eigenen Lebens. Es schien, als solle in der Tat wirklich die unvernünftige Selbstsucht dieser Reisenden das ganze Rettungswerk vereiteln.(Forts. folgt.) 1 Mibrofilmarchiv O der deutschsprachigen Presse e.V. konventionelle Wünsche, fromme Wünsche, kindische Wünsche! Wer wird die seinen erfüllt sehen? Daß die Zukunft eiwas absolut Ungewisses ist, wird zwar von Niemand bestritten, aber von Wenigen ernstlich geglaubt. Ungefähr ebenso steht es mit der Erfahrung, daß die sogenannten Glücksgüter des Lebens — Reichlum, Gesundheit— nicht immer Gewähr für ein glückliches Leben bieten. Und doch ist die Frage nach dem Weg zum Glück eine der tiefsten Fragen des Menschenherzens und eine der berechtigsten. Gewiß aber ist nur dies, daß ein gutes Gewissen die Quelle aller inneren Befriedigung bleibt. Wer in ehrlicher Arbeit und treuer Pflichterfüllung, in aufrichtiger Gesinnung und ernster Selbstbeherrschung seinen Weg vollendet, der wird auch sein reiches oder bescheidenes Maß von Glück davontragen. Das sind die Grundlagen, auf denen wir das neue Jahr, das Gott uns schenkte, aufbauen sollten. Auonnurttttutt Noch fortwährend nehmen sämtliche Postanstalten, Briefträger und für die Stadt Berleburg die Expedition und unsere Zeitungsträger Bestellungen auf das„Wittgensteiner Kreisblatt“. pro i. Quartal 1912 entgegen. Die bereits erschienenen Nummern des Vierteljahres werden, soweit der Vorrat reicht, neuen Lesern auf Verlangen nachgeliefert. 's- Der Stenographen=Verein„StolzeSchrey“ feierte am Samstag im Saale des Hotel Bald sein diesjähriges Stiftungsfest. Nachdem durch einen Einführungsmarsch der Ball eröffget war, betrat der Vorsitzende des Vereins Herr Carl Sauer die Bühne und hieß die anwesenden Damen und Herren herzlich willkommen und erwähnte weiterhin den Nutzen der Stenographie. Sodann folgten einige theatralische Aufführungen, welche von Mitgliedern des Vereins ausgeführt wurden. Den Aufführungen wurde reicher Beifall gezollt und sind diese als wohlgelungen zu bezeichnen. In den anschließenden Tanz reihten sich noch einige sonstige Darbietungen. Die Feier verlief aufs Gemütlichste und hielt fast alle Anwesenden bis zur frühen Morgenstunde zusammen. —(Kgl. Preuß. Klassenlotterie.) Die Erneuerung der Lose zur 1. Klasse kann noch bis zum 10. Januar, abends 6 Uhr, erfolgen. Die Ziehung der 1. Klasse findet am 12. und 13. Januar 1912 statt. * In der Jahreswoche vom 17. bis 23 Dezember kamen im Kreise Wittgenstein zur Anmeldung: 4 Erkeankungen an Diphiherie (3 Berghausen, 1 Raumland), 4 Erkrankungen an Scharlach(1 Laasphe, 3 Dotzlar), 1 Todesfall aus anderer Ursache. * Einen Wandkalender für das neue Jahr legen wir auch diesmal wieder allen Exemplaren unseres Blattes bei, in der Hoffaung, daß die kleine Gabe freundliche Aufnahme fiaden wird, sowie mit dem Wunsche, daß es Alt und Jung vergönnt sein möge, auf dem neuen Kalender recht viele frohe Tage verzeichnen zu können. —(Befreiung von der Versicherungspflicht.) Sämtliche Personen, welche seiner Zeit wegen Bezugs einer Pension, einer Unfall= oder Altersreute von der Invaliden= versicherungspflicht befreit worden sind, werden vom 1. 1. 12 ab wieder versicherungspflichtig. Auf einen neuen Antrag hin können sie aber wieder von der Versicherungspflicht befreit werden, sofern ihnen außer ihrer Pension usw. auch eine Anwartschaft auf Wutwen= und gewährleistet ist. Ausgenommen sind 70 jährige oder Altersrentenempfänger; diese können fortab nicht mehr befreit werden. — Es sei auch an dieser Stelle darauf hingewiesen, daß vom künftigen Jahre ab anderweite Marken für die Invalidenund Hinterbliebenenversicherung zur Einfuhrung gelangen. Der Wert der Marken beträgt: in Klasse 1= 16 Pfg.(bisher 14), "* 8„„ „" 111= 32„„ 24), „„„ V= 48"„ 36), Vom 1. 1. 12 ab dürfen nur die neuen Marken verwendet werden, es sei denn, daß noch Marken vor diesem Zeitpunkte fällig sind. Wenn beispielsweise ein Arbeitgeber im April 1912 für sein Dienstmädchen noch Marken für die Zeit vom 1. 10. 11 bis 1. 4. 12 zu kleben hat, so muß er für die Zeit vor dem 1. 1. 12 alte Marken, nach dem 1. 1. 12 neue Marken kleben. Zweckmäßig erscheint es, Ende Dezember d. Is. sämtliche Quittungskarten fertig zu kleben. Ueberzählige alte Marken können bei den Postanstalten gegen neue umgetauscht werden. Auch neue Quittungskarten gelangen vom 1. 1. 12 ab zur Ausgabe, indes können die im Gebrauch befindlichen Karten alten Musters weiter benutzt werden. * Von einem auswärtigen Leser unseres Blattes wird uns die Abschrift eines Dankschreibens aus alter Zeit zugesandt, mit der Bitte, es zu veröffentlichen. Da für viele unserer Berleburger Leser das Dokument nicht ohne Interesse sein dürfte, kommen wir der Bitte hiermit nach. An die Ehefrau Giebel zu Neuwieser=Hammer. Sie haben am 16. Jan. v. J. das in den Hammergraben gefallene Kind des Hammerschmidmeisters Sonneborn ohne Rücksicht eigener körperlicher Schwäche und augenscheinlicher Gefahr, von dem Ertrinken gerettet. Diese schöne That, welche ich der Hochlöblichen Regierung angezeigt habe, und welche durch diese selbst Se. Majestät dem Könige bekannt geworden, ist höhern und höchsten Oris mit dem verdienten Beifall aufgenommen worden. Ich bin von der Hochlöblichen Regierung beauftragt worden, Ihnen zum Zeichen der Anerkennung Ihres Verdienstes beikommende Medaille zu behändigen, und die RettungsPrämie von 5 Berl. Thalern auszahlen zu werden dieses Geld auf die gleichfalls beigefügte Anweisung von der Königlichen zu Laasphe gegen Quittung ausgezahlt bekommen. Wenn der Staat Ihre verdienstliche Handlung auszeichnend anerkennt, so ist dieses nur ein Beweis, daß er edle Thaten zu schätzen weiß. Den schönsten Lohn Ihrer Handlung werden Sie in Ihrem Herzen— in dem Bewußtsehn finden, die Retterinn eines Menschen gewesen zu seyn. Berleburg, d. 3. Dec. 1822 Der K. Landrath. gez. Jost. 2.—(Himmelserscheinungen im Januar.) Die Sonne, deren Anblick bei dem trüben Wetter des Dezembers uns ziemlich ungewohnt geworden ist, erhebt sich nun allmählich wieder von ihrer tiefsten Stellung zum Himmelsäquator und verlängert dadurch langsam die Tagesdauer. Weil auch die „Zeitgleichung“ im Januar rasch wächst, macht sich das Längerwerden der Tage verhältnismäßig stark bemerkbar, indem nämlich dadurch der Nachmittag in gewissem Sinne dem Vormittag gegenüber bevorzugt wird. Zu erwähnen ist auch, daß am 3. Januar die Erde dem Tagesgestirn am nächsten steht und sich infolgedessen nach dem zweiten Keplerschen Gesetz dann auch am schnellsten bewegt. Der Mond wendet uns am 4. Januar seine voll beleuchtete Scheibe zu und steht dabei in diesem Monat auch der Erde am nächsten. Am 11. Januar haben wir das Litzte Viertel und am 19. Neumond. Am 27. hat unser Trabant schon wieder das Erste Viertel seiner Bahn um die Erde durchlaufen und bietet dann ein besonders reizvolles Bild im Fernrohr, besonders wenn man das wild zerklüftete Südpolargebiet mit seinen zahllosen Kratern genauer betrachtet, die sich durch die langen Schatten jetzt sehr gut abheben. Schlittensport gewidmet. Am Nachmittag des 28. Januar kommt das Einsitzer=Rodel=Rennen um die Meisterschaft von Rheinland, Hessen und Westfalen und den Ehrenpreis des Protektors des Klubs, Fürst Richard zu Sayn=WittgensteinBerleburg, zum Austrag. Weitere Schlittenrennen werden abgehalten am 4. Februar(Internationales Bobsleigh=Rennen um den Damen=Preis), am 18. und 25. Februar und am 4. März. Dortmund, 30. Dez. Vor einigen Jahren rettete ein Einwohner von Koblenz einen Menschen mit eigener Lebensgefahr vom Tode des Ertrinkens. Nach der Tat erkrankte er infolgedessen an einer Lungenentzündung, an deren Folgen er starb. Dieser Tage wurde nun der hier wohnenden Witwe eine freudige Ueberraschung zuteil, indem sie eine Zustellung von der CarnegieStiftung erhielt, von der ihr 2000 Mark aus. bezahlt werden. Münster, 30. Dez. Die auf Beschluß des westfälischen Provinzial=Lehrertages an die drei Bezirksregierungen gerichtete Bitte um Verlängerung der Pfingstferien ist von allen drei Regierungen abschlägig beschieden worden. Die Invaliden= und Hinterbliebenen. versicherung nach den Bestimmungen der Reichsversicherungsordnung. (Fortsetzung.) 6. Freiwillige Zusatzversicherung. Hinterbliebenenfürsorge. Alle Versicherungspflichtigen und alle Versicherungsberechtigten können zu jeder Zeit und in beliebiger Zahl Zusatzmarken einer beliebigen Versicherungsanstalt in di Quittungs= karte einkleben. Sie erwerben dadurch Anspruch auf Zusatzrente für den Fall, daß sie invalide werden. Die Zusatzversicherung gilt also nur für die Javalidität, sie bewirkt nur eine Erhöhung der Invalidenrente, nicht auch der übrigen Leistungen(Hinterbliebenenrenten). Der Wert der Zusatzmarke beträgt 1 Mk. Die durch Zusatzmarken erworbene Anwartschaft erlischt nicht. Für jede Zusatzmarke, die der Versicherte eingeklebt hat, erhält er als jährliche Zusatzrente so vielmal 2 Pfennig, als beim Eintritt der Invalidität Jahre seit Verwendung der Zusatzmarke vergangen sind. Gezählt wird von dem Kalenderjahr, in dem die Quittungskarte aufgerechnet worden ist, bis zu dem, wo die Invalidität eintritt. Der Wert der Zusatzmarken, die danach ausfallen, wird dem Versicherten oder seinen Hinterbliebenen erstattet. Beispiel: Ein Versicherter hat im Alter von 25 Jahren 20 Zusatzmarken, im Alter von 26 Jahren 30 Zusatzmarken geklebt, für jedes Jahr die Quittungskarte aufrechnen lassen und wird im Alter von 60 Jahren invalide. „ Beim Eintritt der Invalidität würde er jährlich als Zusatzrente erhalten: (60—25) 35 Jahre. 21.20= 14,00+ (60—26) 34„ 2.80— 20,40„ a. Kinterberg, 29. Dezbr. Der Sauerländische Bobsteigy=Klub für Rheinland, Hessen und Westfalen, der schon im vorigen Winter für die Verbreitung des Schlittensports in Westdeutschland und seine Förderung Tüchtiges leistete, hat für diesen Winter ein reichliches Programm zusammengestellt, das sich den Veranstaltungen anderer Wintersportplätze ebenbürtig zur Seite stellen darf. Die Bobbahn wurde im letzten Sommer in Einzelheiten vervollkommnet, insbesondere durch Verlängerung der Bahn selbst sowie durch Erhöhung und durch weiteren Ausbau der zahlreichen Kurven, jetzt wirklich erstklassig dasteht. Die Rodelbahn, die im letzten Winter noch nicht ganz fertiggestellt war, ist durch Erdarbeiten und Planierung, ebenso durch Aufrichtung von Seitenwänden in einen tadellosen Zustand versetzt. Im letzten Jahre hatte man schon mit dem Bau des Klubhauses begonnen, jedoch waren die Arbeiten durch den Winter unterbrochen worden. Nunmehr ist das Gebäude fertig; es gereicht in seiner bergischen Bauart der Stadt Winterberg zur wirklichen Zierde und wird den Klub in seinen Bemühungen, den hochinteressanten Schlittensport immer weiter zu verbreiten, tatkräftig unterstützen und so die aufgewendete Mühe berohnen. Die festliche Einweihung des Hauses ist auf den 7. Januar 1912 festgesetzt. Der Tag ist ganz dem Jeden Donnerstag: freschen Schellsisch empfiehl: Heiur. Unebel, vorm. Albr. Schadt. Zusatzrente 34.40+4 Je mehr Zusatzmarken in den einzelnen Jahren geklebt sind, um so höher wird selbstverständlich für den Versicherten die im Falle seiner Invalidität ihm zustehende Zusatzrente. Die Zusatzrente wird gezahlt, solange die Invalidität dauert. Die Zusatzrente wird steis voll ausgezahlt und zwar mit der Invalidenrente zusammen oder für sich monatlich im voraus, jedesmal auf volle 5 Pfennig aufgerundet. Beträgt die Zusatzrente nicht mehr als 60 Mk. jährlich, so wird auf Antrag eine einmalige Abfindung in Höhe des Kapitalwertes gezahlt. Geben die Empfänger ihren Wohnsitz im Jaland auf, so können sie mit dem Kapitalwert der Zusatzrente abgefunden werden. Die Berechnung der Kapitalwerte regelt der Bundesrat. Die wichtigste Neuerung der Reichsversicherungsordnung ist die Hinterbliebenenfürsorge, die Gewährung von Renten(Witwenreute, Witwerrente, Waisenrente), Witwengeld und Waisenaussteuer für Hinterbliebene. Hinterbliebenenfürsorge wird gewährt, wenn der Verstorbene zur Zeit seines Todes die Wartezeit für die Invalidenrente erfüllt und die Anwartschaft aufrecht erhalten hat, Witwengeld und Waisenaussteuer nur, wenn außerdem die Witwe zur Zeit der Fälligkeit der Bezüge selbst die Wariezeit für die Invalidenrente erfüllt und die Anwartschaft aufrecht erhalten hat. Witwenrente erhält die dauernd invalide Witwe nach dem Tode ihres versicherten Mannes. Als invalide gilt die Witwe, die nicht imstande ist, durch eine Tätigkeit, die ihren Kräften und Fähigkeiten entspricht und ihr unter billiger Berücksichtigung ihrer Ausbildung und bisherigen Lebensstellung zugemutet werden kann, ein Drittel dessen zu erEin edenliches Aabuxen für alle Hausarbeiten gesacht. Geitbet Beüimam, Heisbruch. werben, was körperlich und geistig gesunde Frauen derselben Art mit ähnlicher Ausbildung in derselben Gegend durch Arbeit zu verdienen pflegen. Witwenrente erhält auch die Witwe, die nicht dauernd invalide ist, aber während 26 Wochen ununterbrochen invalide gewesen ist, oder die nach Wegfall des Krankengeldes invalide ist, für die weitere Dauer der Javaliditcht(Witwenkrankenrente). Die Hoye der Witwenrente berechnet sich a) aus einem festen Zuschusse des Reichs(50M.) b) aus einem von der Versicherungsanstalt aufzubringenden Teile. Derselbe beträgt 3/10 des Grundbetrags und der Steigerungssätze der Invalidenrente, die der Eenährer zur Zeit seines Todes bezog oder bei Invalidität bezogen hätte.(Schl. f.) Vermischtes. —(Kurze Nachrichten.) Lublinitz, 28. Dez. Bei der Weihnachtsfeier im Grotowskischen Waisenhause entzündeten sich die Kleider von funf Waisenkindern. Zwei wurden getötet, drei schwer verbrannt.— München, 28. Dez. In Schappach (Rheinpfalz) gab bei einer Komiker=Vorstellung ein Glasbläser auf die Gesangsgesellschaft, weil sie nicht ein anderes Kouplet vortragen wollte, einige Schüsse ab. Ein Komiker wurde getötet, ein anderer tötlich verletzt, 2 weitere schwer verwundet.— Würzburg, 28. Dezbr. Aus dem Schloß des Freiherrn von Gemmingen zu Fränkisch=Grumisch stahlen Diebe Gold= und Silberwaren, Münzen, Altargeräte und Gewänder im Werte von 30000 Mark.— Metz, 30. Dez. Zwei unbekannte Personen versuchten in der vergangenen Nacht in das Pulverhaus zu dringen, das dicht an der Luftschiffhalle auf dem Korpsübungsplatz Freskaty liegt. Der Wachtposten rief dreimal Halt. Dann schoß er und traf einen der Eindringlinge. Berlin, 29. Dez. Das Nachrichtenamt des Magistrats teilt mit: Heute Nachmittag erschien der Kommandant von Berlin, v. Böhn, im Obdach, um im Auftrage des Kaisers über die Vergiftungsvorgänge Auskunft einzuholen, die ihm auch sogleich von dem anwesenden Dezernenten, Stadtrat Jacobi, und dem Oberinspektor Jaeckel erteilt werden konnte. In der Zeit von 2 Uhr mittags bis 8 Uhr abends sind weitere acht unter den bekannten Vergiftungserscheinungen Erkrankte in das Krankenhaus Friedrichshain eingeliefert worden. Die Gesamtziffer der Erkrankten beträgt 111. Gestorben sind im Laufe des Nachmittags fünf Personen(Gesamtzahl der Toten 53). Unter den neuen Fällen sind einige schwer; auch ist bei einigen Erkrankten festgestellt worden, daß sie Bückinge und auch Pferdefleischbuletten, die sie in einem Geschäft in der Danziger Straße gekauft haben wollen, vor der Erkrankung genossen haben. —(Immer neue Erkrankungen im Berliner Asyl!) Der unbarmherzige Würgeengel fordert immer neue Opfer unter den Insassen des Berliner Asyls für Obdachlose, sowohl eine ganze Anzahl neuer Erkrankungen wie neue Todesfälle sind zu verzeichnen. Die Totenliste hat die Zahl 60 bereits überschritten. Der Krankheitsverlauf war bei allen Opfern derselbe. Die Erkrankten wurden ganz plötzlich unwohl, sofort traten Krämpfe auf, die die Befallenen mit furchtbaren Schmerzen peinigten. Viele starben, bevor ärztliche Hilfe zur Stelle sein konnte.— Nach der Ursache der entsetzlichen Epidemie wird fieberhaft geforscht, umsomehr, als jetzt auch die Aerzte erklärt haben, daß die Annahme einer BücklingsVergiftung nicht mehr haltbar sei. Abgesehen davon, daß es unwahrscheinlich ist, daß fast 200 Personen aus derselben Kiste Bücklinge gekauft und gegessen haben sollten, so muß es doch im höchsten Grade verwunderlich erscheinen, daß diese Händler ausschließlich ihre vergiftete Ware nur an Asylisten abgesetzt haben sollten. Auch ist auffällig, daß mehrere Asylisten unter anderen als den bisher beobachteten Symptonen starben. Glatz, 29. Dez. Der französische Spion Hauptmann Lux ist aus der Festung entflohen und bisher noch nicht ergriffen worden. Nach Auskunft der Militär=Verwaltung hat er seine Flucht gestern Vormittag bewerkstelligt. Er soll sich an Bindfaden, die ursprünglich zum Verschnüren von Paketen gedient haben, an der Festungsmauer herabgelassen haben. Nach privaten Meldungen, die viel Wahrscheinlichkeit für sich haben, soll Lux schon vorgestern Nachmittag entflohen sein. Die Militärbehörde verweigert im übrigen jede Auskunft. —(Einer, der sich dem Teufel verschreiben wollte.) Folgende ergötzliche Geschichte, die den Vorzug der Wahrheit hat, wird aus Hamburg mitgeteilt: Ein Klempnerlehrling, der über seine Verhältnisse lebte und deshalb oftmals einen die Kasse seines Meisters tat, wußte sich schließlich keinen Rat mehr, wie er den Fehlveltag aufbringen sollte. Da er eine Entdeckung seitens seines Meisters täglich erwarten konnte, wandte er sich in seiner großen Not an den er einen Brief folgenden Inhalts schrieb: Ich, Gustav Friedrich Josef Kubel beschwöre hiermit, daß, wenn Du mir Geld verschaffst, ich mich Dir auf 40 Jahre verschreibe und nach vollendeten 40 Jahren Dein sein will, was ich mit meinem Blute bekräftige.“ PS:„Wenn Du darauf eingehst, so schreibe Deine Antwort hierunter.“ Den Brief legte er in seiner Schlafkammer unter sein Kopfkissen, wo er auch einige Tage später gefunden wurde. Sein Meister war vernünftiger als er und gab ihm die Unterschrift des Teufels in Form einer tüchtigen Tracht Prügel.„Hoffentlich werden die Prügel ihre heilenoe Wirkung für die Zukunft nicht verfehlt haben. Tourift konristen Skifahrer Rodler Richer verwenden seit vielen Jah. zum Einfetten der Stiefel das durch seine Vorzüglichkeit allbekannte Krebsfett. Keine nassen Füße, keine harten Stiefel, längere Dauerhaftigdes Leders. 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Für die vielen Beweise liebevoller Teilnahme beim Heimgange unseres unvergeßlichen Verstorbenen sagen wir allen, besonders den Kriegervereinen von Elsoff, Alertshausen und Schwarzenau und den zahlreich erschienenen Veteranen, sowie dem Herrn Pastor Langhoff für seine täglichen Besuche und trostreichen Worte am Grabe unsern herzlichen Dank. Elsoff, den 1. Januar 1912. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Georg Benner, Karl Benner. Frauenverein. Donnerstag den 4. Jan., nach mitags 3 Uhr im Rathaus.=Saal. Aufrus. Der Krieg zwischen Italien und der Türkei, der seit Wochen die Gemüter bewegt, hat das Deutsche Rote Kreuz entsprechend seiner humanitären Aufgabe veranlaßt, der italienischen Gesellschaft vom Roten Kreuz und der Ottomanischen Gesellschaft vom Roten Halbmond seine Hilfe für die Pflege der Verwundeten und Kranken anzubieten. Von Seiten Italiens ist dieser Antrag mit der Begründung dankend abgelehnt worden, daß das Italienische Rote Kreuz aus eigenen Kräften den Anforderungen dieses Kampfes zu genügen imstande sei. Der Türkische Rote Halbmond dagegen heißt die Hilfe des Roten Kreuzes sehr willkommen. Der Rote Halbmond, eine nach den Grundsätzen der Genfer Konvention zu wirken entschlossene Gesellschaft, befindet sich im ersten Stadium seiner Entwickelung und wird voraussichtlich eine nachdrückliche Wirksamkeit vorerst nicht entfalten können. Einrichtungen zur Behandlung von Verwundeten und Kranken nach den Vorschriften unserer jetzigen Wissenschaft sind nur in spärlichem Umfange vorhanden; es fehlt an Instrumenten, Arzneien und Verbandmaterial ebenso wie an Personal, das solche Hilfsmittel sachgemäß zu verwenden versteht. Das Deutsche Rote kreuz unterzieht sich seiner Aufgabe, zu helfen, um so lieber, als nicht blos aus den Reihen seiner Angehörigen, sondern auch aus vielen anderen Kreisen des Deutschen Volkes die Stimmen sich mehren, die zu einem Hilfsunternehmen drängen, um eine große Anzahl angesehener und mit den Verhältnissen Tripolitaniens wohl vertrauter Männer auch ihrerseits für tunlichst nachhaltige Unterstützung der in Kriegsnot besindlichen Türken und Araber eintreten wollen. An das deutsche Volk richten wir daher die dringende Bitte, Gaben für den beregten Zweck, vor allem Geldspenden an die hierfür bekannt zu gebenden Sammelstellen abzuführen. Jeder, auch noch so kleine Beitrag wird um so willkommener sein, je rascher er dargeboten wird. Das Zentralkomitee der Deutschen Vereine vom Roten Kreuz. Vorstehenden Aufruf des Zentralkomitees der Deutschen Vereine vom Roten Kreuz zu Berlin bringen wir hierdurch mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntnis, daß hier eine Sammelstelle zur Entgegennahme von Beiträgen aus dem Kreise Wittgenstein gebildet ist. Die Annahme erfolgt durch unsern Schatzmeister Herrn Kreissekretär Weber hier. Ueber die der Sammelstelle zugehenden Beiträge wird im Wittgensteiner Kreisblatt quittiert werden. Vorstand des Zweigvereins vom Roten Kreuz für den Kreis Wittgenstein. Bekünnimachung der Krankenkaffe für den Fürftlichen Sutsbezirk Saun-Wittgenstein-Sohenstein. Nachdem die Herren Aerzte in Berleburg und Eendtebrück sowie Herr Medizinalrat Dr. Guder in Laasphe das mit der diesseitigen Kasse Zt. vereinbarte Vertragsverhältnis gekündigt haben, und trotz längerer Verhandlungen ein für die Kasse annehmbarer neuer Vertrag nicht zustande gekommen ist, besteht mit den genannten Herren vom 1. Januar 1912 ab ein Vertragsverhältnis nicht mehr. Kassenarzt ist jetzt nur noch Herr Dr. Hönemann in Laasphe. Indem wir unseren Kassenmitgliedern hiervon Kenninis geben, benachrichtigen wir dieselben, daß die nächst Laasphe woh zenden Mitglieder laut Beschluß der Generalversammlung vom 2. d. Mis. im Krankheitsfalle den Herrn Dr. Hönemann in Anspruch nehmen müssen, andernfalls sie die Kosten selbst zu tragen haben, abgesehen jedoch von dringenden Fällen, in denen sie die Rückkunft des etwa abwesenden Kassenarztes nicht abwarten können. Den nächst Berleburg und Erndiebrück wohnenden Kassenmitgliedern wird einstweilen die Inanspruchnahme der dort wohnenden Herren Aerzie gestattet, jedoch müssen sie die entstehenden Kosten zunächst selbst zahlen, erhalten dieselben aber von der Kasse erstattet, falls sie sich von den Herren Aerzten quittierte Rechnungen über Einzelleistungen, nach den Mindestsätzen der Gebührenordnung für Aerzte berechnet, ausstellen lassen und diese der Kasse vorlegen. Im Uebrigen bleiben die Bestimmungen des Kassenstatuts maßgebend. Wittgenstein, den 29. Dezember 1911. er Vortand. Jeden Donnerstag und Freitag empfehle frischen, Ia. allerfeinsten Schellfisch à Pfund 30 Pfg. Aufträge nach auswärts werden bestens ausgeführt. Ludwig Krämer, Poststr. 17. Telefon 56. Reichstagsabgeordnete Herr Berghauptmann Freitag den 5. Jauuar um 2 Uhr in Dotzlar bei Herrn Hartmann: um 3½ Uhr in Arfeld bei Herrn Henk; um 5 Uhr in Schwarzenau bei Witwe Röser; ur s Suhr in tesah e. dein Weigand; Um 6 Uhr in Etsofs bei Witwe Spies: am Samstag den 6. Januar um 3 Uhr in Hesselbach bei Herrn Saßzmannshausen: um 4½ Uhr in Fischelbach bei Herrn Schmidt: um 6 Uhr in Baufe bei Herrn Blecher; um 7½ Uhr in Herbertshausen bei Herrn Weber: um 8½ Uhr in Laasphe im Koch'schen Saale. finden große öffentliche Versammlungen mit Vorträgen des Herrn Vogel statt. 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Maschinen und Jauchepumpen habe bei höchsten Rabattsätzen noch für einige Bezirke zu vergeben und erbitte Anfragen unter R. 10 an die schäftsstelle dieses Blattes. Runikreis Giegen-Miltgenstein-Bledenkopf. Oeffentliche politische Versammlungen finden statt in: escheiente rate t eg n den 4. er., nachmittags 5 Uhr Alertshgut enz gpggg, den 4. cr., abends 8 Uhr bei Vill Womitsoorf; Redner: Herr Daun. Girkhausen, Freitag den 5. er., nachmittags 3 Uhr bei Wirt Lückel; ue min sshansen, Freitag den 5. er., abends 8 Uhr vei Wirt Tuller, Wemlighausen; Verlehurg, Samstag den 6. er., abends 8 Uhr im Hotel Redner Herr Reichstagskandidat Max Korff. Die Ortsgruppe Berleburg. Fortschrittliche Volkspartei. Oeffentliche Wählerversammlungen, zu welchen Jedermann höfl. eingeladen wird, sind in: Birkelbach, am Sonntag den 7. Januar, nachmittags 3 Uhr bei Wirt Bürger, Erndtebrück, an demselben Tage, abends 8½ Uhr im Gasthofe Dürsch. Redner: Herr Reichstagskandidat Korff. 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