48. Jahrgang Tnleisenge Bhürew. 100 bfg. für bis Sund gespalt. Drahthsehes gelle Auswärie 120 Vso., für die Emz'ehlungszelle 400 Pfa. Erfullungsort Castrop. Der etwa gewährte Rabatt erlischt bei Ronkarsen, Zwangsvergleichen und gerichtlichen Klagen. Pröhere Anzeigen werden bis mittags, Heinere bis 4 Uhr undmitags vor Ausgabe der Zeitung erbeten. Postscheckkonto: 40 150 Aöin.— Fernsprech=Anschluß Nr. 4. Verantwortich für den Sckiliell: Franz Jeseph Pruya Cakteg. Du Taftroper Zinung erschemr tüglich mutt aulsnahute der Somund Feierlage und kostet durch Boten frei ine Haus gebracht 30.00 Mark(im voraus zahldar) für den Monat. Postbezug 90.00 Mk. für das Viertelsahr. ohne Postbestellgeld. Falle wir in der Hereusgabe und Zustellung der Zeitung gehindert sind, hat der Beher keinen Anspruch auf Lieserung oder Nachlieserung des Blattes der auf Räckzahlung des Pezugspreises, Geschäftstelle u. Schristaitung: Castrop, Wönsterstrabe 24. Sprechstureden der Schritleitung: u tritc.#—-7 Uli.achlt i Rauxeler Neueste Nachrichten Rotationsdruck und Verlag: Castroper Zeitung(Geschw. Schmitz), Castrop Bladenhorster Tageblatt Amtl. Veröffentlichungsblatt für den Landgerichtsbezirk Dortmund, für die Stadt Castrop und die Amter Rauxel und Bladenhorst Alle amtlichen Bekanntmachungen der Stadt Castrov, der Amter Raurel und Tadenborß erlangen nach Veröffentlichung in obigen Blättern rechteverbindliche Krost. Nr. 174 Samstag, den 29. Juli 1922 In aller Kürze. Neuigkeiten von Nah und Fern. Wie der Deutsche Handelsdienst erfährt, hat das Lirektorium der Reichsbank den Bankdiskont von 5% auf 6% erhöht. * Das Schreiben des Reichspräsidenten an den erischen Ministerpräsidenten enthält keine direkte Aufforderung an die bayrische Regierung, die Verordnung zurnückzuzlehen aber sie empfiehlt, dem Kabinett nahezulegen, diese Entschließung aus eigenem Willen zu fassen und zu verwirklichen. * Der Reichsrat nahm das deutsch=polnische Bergwersabkommen für Oberschlesien an. * Der nächste kommunistische Parteitag wird, wie der Haller Klassenkampf mitteilt, Ansang Oktober in Halle stattfinden. * Nach dem vorläufigen Abschluß des ordentlichen Haushaltes der Reichspost für 1921 bekrugen die Einnahmen 10.287 Milliarden, während lich die Ausgaben auf 13252 Milliarden Mark beliefen. Demnach stellt sich der voraussichtliche Fehlbetrag auf 2950 Milliarden aMrk. * Der neue Verband deutscher Lokomotivführer Peie der Srage besd Beamtenstreits aul den Boden der vom Deutschen Beamtenbund eingehommenen Holtung. Von Beamten der politischen Polizei wurden in einer Villa in Lichterfelde zwei Maschinengewehre, zwei Maschinenpistolen, 120 Gewehre. Heerespistolen, Handgranaten Stahlhelme, Seitenwehre und zahlreiche Munition gefunden. * Die thüringische Regierung hat alle Versammgen des deutschnationalen Handlungsgehilfenhandes, sogar interne Vereinsversammlungen, veiboten. * Gegen den Fraktionsführer des Bayrischen Bauernbundes, den bekannten Abgeordneten Ganghofer, hat die Staatsanwaltschaft Regensburg das Strafverfahren wegen falschen und Meineides in einer Prozeßsache eingeleitet, in der Ganghofer als Zeuge vernommen wurde. * Die Moskauer Regierung hat ein neues Volkskommissariat für die Bergung der Erntegeschaffen. * finden gegenwärtige in London englischrussische Verhandlungen statt, deren Zweck der Abschluß eines Vertrages ist. * Das englische Luftfahrtsministerium plant eine sofortige Vergrüßerung der englischen Luftflotte. Der Plan siebt die Erhöhung der Luftstreitkräfte im Mutterlande auf 20 Geschwader a 15 Flugzeuge vor. * Die irischen Nationaltruppen warfen Bomben in den Strafen von Dublin, woburch 7 Zivilisten getötet wurden. * Die Wiener Polizei verhaftete den 36jährigen Direkto; einer kleien Privatbank, namens Salo Eliin einen ehemaligen Fahrkartenagenten der ein Lururtöses Leben führte und seine Bank um 60 Millignen Kronen geschädigt hatte. * Aus Budapest wird gemeldet, daß die Staatsanwaltschaft Heias auf freien Fuß gesetzt hat. * Auch der Populari Medas hat die Bildung des italienischen Kabinetts abgelehttt. Wahrscheinlich wird nunmehr der Demokrat de Nava berufen. * Die bulgarische Regierung arbeitete einen Gesetzentwurf aus, durch den die Advokatur in Bulgarten verstaatlicht wird. * Dem persischen Parlament wurd eine Gesetzentwurf unterbreitet, der die persische Staatssinanz unter die Verwaltung amerikanischer Finanzleute stellen wird. * Der amerikanische Bergarbeiterstreik hat durch teilweise Verkündigung des Generalstreiks eine wesentliche Verschärfung erfahren, * Die englische Petroleumgesellschaft Shell und die Firma Vickers legten der englischen Regierung den Vorschlag eines Luftschiffdienstes für Post und Reisende nach Indien vor. Der Schiffstnv soll 1100 Kubikmeter groß sein, 80 engliche Meilen in der Stunde zurücklegen und 200 Reisende tragen. Die Reisezeit ist auf dreieinhalb Tage festgesetzt. Dollarkurs am 28. Juli: 883.00 Leßzler Kurs: 525,00, Höchster Kurs: 535,00 Diief an Terchenseld! der Wertlaut des Schreibens. i M ü n c h e n, 2 8. J u l i. R e i c h s p r ä s i d e n t E b e r t h a t an den bayrischen Ministerpräsidenten folgendes Schreiben gerichtet: „Hochverehrter Herr Ministerpräsident! Die Stellungnahme der bayrischen Staatsregierung gegenüber dem Gesetz zum Schutze der Republik erfüllt mich mit ernster Sorge und zwingt mich, Ihnen folgendes mitzutellen: Die von der bayrischen Regiekung zu biesem Gesetz erlassene Verordnung steht nach meiner und der Reichsregierung Aufassung und Ueberzeugung im Widerspruch zur Reichsverfassung. Sie stellt eine schwere Störung der deutschen Reichseinheit dar, die bei ähnlichen Schritten auch anderer Länder den Bestand des Reiches gefährden müßte. In meiner Aufgabe als Hüter der Reichsverfassung und des Reichsgedankens erwächst mir daher die Pflicht, gemäß Artikel 48 der Reichsverfassung auf die Aufhebung der bayrischen Verordnung hinzuwirken. Ich möchte mich zu diesem mir durch die Versassung gewiesenen Schritt erst entschließen, wenn ich die Ueberzeugung gewinne, daß auch die letzten Mittel zu einer Verständigung über die schuelle Beilegung dieses Koufliktes erschöpft sind. Ich bitte Sie daher, sehr geehrter Herr Ministerpräsident, im Interesse unseres deutschen Volkes und Landes, das uns beiden gleichermaßen am Herzen liegt, nochmals in Erwägung einzutreten, ob es nicht möglich erscheint, Ihnen und mir diesen mir so unerwünschten Schritt zu ersparen. Ich benutze diese Gelegenheit, um gegenüber den in Bayern aufgetauchten Befürchtungen mit allem Nachdruck zu betonen, daß die Aufsassung durchaus irrig ist, in dem Gesetz werde die sustematische Beseitigung der bayrischen Hoheitsrechte eingeleitet. Die aus der schwersten Not geborenen und für einen gemessenen Zeitraum geltenden Bestimmungen sind durchaus notwendig für das bedrohte Staatsdasein; sie sollen und können aber in ihrem Vollzuge in keiner Weise den staatlichen Charakter der einzelnen Länder beeinträchtigen, der in der Reichsverfassung fest begründet, gerade die Stärke des Reiches darstellt und dessen Wahrung während der Dauer meiner Amtsführung ich mir zur be= sonderen Aufgabe gemacht habe. Im Interesse der beschlennigten Klärung der der innen= und außenpolitisch gleichermaßen gefährdeten Lage und angesichts der mir aus der Reichsverfassung obliegenden Verpflichtung darf ich mir die Bitte erlauben, mir in tunlichster Bälde Ihre Antwort zugehen zu lassen. Mit dem Ausdruck meiner aufrichtigen Hochschätzung Ihr ergebener Ebert. Seine Bedeutung. Berlin, 28. Juli. Die Kundgebung des Reichs präsidenten, die erste dieser Art, die seit Begründung der Republik sich als notwendig erwiesen hat, so schreibt das„Berl. Tagebl.“ ist nach drei Richtungen bedeutungsvoll. Der Reichspräsident stellt zunächst in Uebereinstimmung mit der Reichsregierung fest, daß die bayrische Verordnung der Reichsverfassung widerspricht und deshalb ihm als dem Hüter des Reichsgedankens nicht nur das Recht, sondern die Pflicht erstehe auf Aufhebung der den Bestand des Reiches gefährdenden Verordnung hinzuwirken. Er weist dann aber darauf bin, daß er in demselben Maße die Wahrung der Rechte der deutschen Länder während der Dauer seiner Amtsführung sich zur besonderen Aufgabe gemacht hat. Es kann in Bayern nicht unbekannt sein, daß der Reichspräsident vielfach in diesem Sinne tätig gewesen ist. Bayrischer Kabinettsrat. Berlin, 28. Juli. Der Brief des Reichspräsidenten Ebert an den bayrischen Minister Graf Lerchenfeld ist gestern abend durch einen Sonderkurier von Berlin nach München gebracht worden. Der Kurier ist heute morgen um 8 Uhr in München eingetroffen und vom Bahnhof sogleich zum Ministerpräsidenten gefahren, wo er den Brief des Reichspräsidenten übergab. Ministerpräsident Graf Lerchenfeld ist alsbald mit dem bayrischen Kabinett in das Studium des Briefes eingetreten. Der Beratungen dauern noch an. Rasche Antwort zu erwarten. Berlin, 28. Juli. Wie wir von zuständiger Stelle erfahren, beschäftigte der Brief des Reichspräsidenten an den Grasen Lerchenfeld nach den hier eingetroffenen Nachrichten bereits den bayrischen Ministerrat. Die Antwort der bayrischen Regierung wird heute am späten Abend hier erwartet. Offener Brief an den Reichspräsidenten. München, 28. Juli. Die„Münchener Neuesten Nachrichten“ veröffentlichen einen umfangreichen offenen Brief des Chefredakteurs Dr. Gerlich an den Reichspräsidenten Ebert. Dieser Brief gebt von der Behauptung aus, daß der Staatsvertrag vom April 1920 betr. den Uebergang der bayrischen Eisenbahnen und der Post auf das Reich anerkannt habe, daß die Hoheitsrechte Bayerns von der Weimarer Verfassung nicht berührt werden, sofern Bayern nicht ausdrücklich verzichtet. Die übergroße Mehrheit des bayrischen Volkes wird es nicht verstehen können, wenn eine demokratische Republik, die nach ihrer Auffassung es als ihre Hauptaufgabe ansieht, das Reich in Freiheit und Gerechtigkeit zu erneuern und zu festigen, keine Achtung vor den wohlbegründeten Rechten der Einzelstaaten zeigt. Graf Lerchenfeld nach Berlin? München, 28. Juli. Der„Bayr. Kurier“ gibt eine Berliner Meldung wieder, wonach der bayrische Ministerpräsident Graf Lerchenfeld demnächst nach Berlin kommen soll. Ein bayrischer Senat beim Staatsgerichtshof? München, 28. Juli. Zu einer Berliner Meldung von einem Kompromiß, wonach Bayern den Widerstand gegen das Reichsgesetz zum Schutze der Republik aufgeben wolle, wenn ein eigener bayrischer Senat beim Staatsgerichtshof geschaffen werde, schreibt heute der„Bayr. Kurier", dieser Vorschlag eines besonderen bayrischen Senats werde nur unter einer doppelten Voraussetzung zur Diskussion stehen Zum ersten dürfe die Zusammenstellung des Richterkollegiums in der bayrischen Abteilung den grundsätzlichen Einwänden nicht ausgesetzt sein, die von Bayern gegen den Staatsgerichtshof erhoben worden sind, und zum andern müssen die Rechte Bayerns durch einen Staatsgerichtvertrag gewährleistet und dadurch der Willkür enzogen werden. Zein Autwortschreiben Lerchenselds. München, 28. Juli. Wie die T. U. von gut unterrichteter Seite erfährt, wird mit einem unmittelbaren Antwortschreiben des Grafen Lerchenfeld an den Reichspräsidenten nicht gerechnet. Der bayrische Gesandte in Berlin, von Preger, wird den Auftrag erhalten, die Stimmung der Reichsregierung vorher zu sondieren. Wie in Berlin, so ist auch in München der ehrliche Wille vorhanden, auf gütlichem Wege die Zwistigkeiten zu beenden. Man rechnet allgemein mit einer Einberufung des Staatsgerichtshoses. Kundgebung der bayrischen deutschnationalen. München, 28. Juli. Die Deutschnationalen veranstalteten eine große Versammlung. Der Führer der bayrischen Mittelpartei, Abgeordneter Professor Dr. Hilpert, erklärte, als Wirth ans Ruder gekommen sei, habe der Kampf gegen Bayern erst recht begonnen. Der Sturz Kahrs sei ein glänzender Erfolg Wirths gewesen.„Wir bedrohen die Republik nicht. Wir warten in aller Ruhe ab. bis sie an sich selbst zugrunde geht. Wir wellen diese Staatsform bekämpfen(Minutenlanger stürmischer Beifall), aber wir wollen sie bekämpfen mit den verfassungsmäßigen Mitteln. Um den französischen Gesandten in München. Berlin, 28. Juli. Im Zusammenhang mit der Rede des Grafen Lerchenfeld, der erklärt hatte, die banrische Regierung nerde in Berlin wegen der Abberufung des französischen Gesandten vorstellig werden, bestätigt sich nunmehr die Nachricht, daß der französische Gesandte in Berlin, Laurent, bei der Reichsregierung mündlich vorstellig geworden sei wegen der Einbeziehung der französischen Regierung in den Prozeß Leoprechting. die Beziehungen zwischen Leoprechting und Weißmann. Berlin, 28. Juli. Von amtlicher preußischer Seite wird über die Beziehungen des preußischen Staatskommissars Weißmann zu dem französischen Agenten Leoprechting nunmehr mitgeteilt, daß das Staatskommissariat aus seiner Pflicht und Kontrolle heraus auf das ihm von Leoprechting angebotene Nachrichtenblatt abonniert hat. Leoprechting ist persönlich bei einem Reflektanten des Staatskommissariats erschienen und hat erklärt, daß er auf Grund hochbezahlten Materials in der Lage sei, Aufklärungen über die rechtsradikale Bewegung in Bayern zu geben. Es ist darauf, ohne daß der Staatskommissar persönlich mit Leoprechting jemals zusammengekommen sei, ein halbjähriges Abonnement zum Preise von 15000 Mark probeweise bestellt worden. Der Staatskommissariat hat das ihm zugestellte Material persönlich geprüft und bereits nach dem vierten oder fünften Bericht feststellen können, daß das Material auf Schwindel beruht. Der Staatskommissar hat daraufhin alle Meldestellen vor Leoprechting gewarnt. Die Verhaftung des Agenten enthob den Kommissar weiterer Schritte. Zum Ambau des Reiches und der Länder. Von Staatsministr a. D. Stegerwald. Von dem früheren preußischen Ministerpräsidenten Stegerwald erscheint in diesen : Tagen eine von uns bereits erwähnte Bro 0 schüre: Stegerwald, Zusammenbruch und Tiederaufbau. Verlag von Leonhard Sinon Nachs., Berlin, Preis 12 Mk., in der ber die Frage, wie wir in Mitteleuropa zu einem festen Staatsgefüge kommen können, folgendes ausgeführ wird: An dem Bismarck'schen Reichsbau vom Jahre 1871 konnte im einzelnen dies und jenes ausgesetzt werden. Im ganzen war er für mitteleuropäische Verhältnisssse eigens konstruiert und von einer ungeheuren Festigkeit. Bismarck hat erst 1864=66 Preußen zu einem abgerundeten Großstaat gemacht. Dann hat er nach 1871 um diesen Großstaat einen Kranz von Mittel= und Kleinstaaten gruppiert. Durch die Personalunion zwischen dem König von Preußen und dem Deutschen Kaiser einerseits, dem Preußischen Ministerpräsidenten und dem Deutschen Reichskanzler andererseits und damit daß die Verfassung von 1871 auf dem Vertrag der Fürsten, dem sogenannten Schwur zum Ewigen Bunde aufbaute, beruht das alte Reich aus einem festen Fundament. In Weimar konnte nach dem Zusammenbruch nicht mehr auf die alten Fundamente aufgebaut werden, weil sie meistens gar nicht mehr vorhanden waren. Nun hat man als neue Klammern für den Zusammenhalt des Reiches ge: wählt die Einheit des Heeres, die Verkehrseinheit und die Finanzhoheit des Reiches. Die Weimarer Konstruktion des Reichsbaues ist aber, selbst von den heute fehlenden äußeren staatlichen Machtmitteln abgesehen, sehr viel schwächer als jene von 1871. Die Bismarcksche Verfassung beruhte auf starken Imponderabilien. In ihrem Wortlaute sagte ste weniger als sie war; die Weimarer Verfassung dagegen sagt ihrem Inhalte nach mehr als sie ist. Dazu kommt, daß, solange wir ein schwacher Staat sind, die einzelnen Bezirke Deutschlands wieder genau so wie vor 1870 den Einflüssen fremder Staaten ausgesetzt sind. Das wird begünstigt dadurch, daß ein großer Teil des Deutsches Reiches besetztes Gebiet ist. Schließlich ist zu berücksichtigen, daß das ganze mitteleuro* päische Staatensystem durch den Krieg eine völlige Umgestaltung erfahren hat. Anstelle des ehemaligen Rußland, Oesterreich und Deutschland sind etwa ein Dutzend Staaten entstanden. Da=m neben ist am Balkan eine völlige politische) Machtverschiebung im Vergleich zu früher eingetreten. Bei solcher Sachlage ist das Deutsche Reich; der Gegenwart künftig in starkem Maße dem internationalen Intrigenspiel ausgesetzt. Diesen„ Dingen gilt es klar ins Auge zu sehen.. Es ist daher auch falsch, wie vielfach im Süden angenommen wird, daß die gegenwärtigen Meinungsverschiedenheiten über die deutsche### Staatskonstruktion sich auf die Formel: Zentra= n lisation oder Dezentralisation bringen lassen. Ichyn für meinen Teil bin der schärfste Gegner einer überspannten Zentralisation im Reich. Das deutsche Volk kann nicht zur politischen Einsicht erzogen werden, wenn es lediglich alle vier Jahre einige hundert Reichstagsabgeordnete wählt, die dann die politischen Notwendigkeiten des Reiches zu ordnen suchen, sondern nur dann, wenn es von unten herauf durch Teilnahme an der Selbstverwaltung in die Erkenntnis der Staatsmöglichkeit und Staatsnotwendigkeit hineinwächst. Die Streitfrage dreht sich vielmehr darum, inwiemett bei den total veränderten Verhältnissen im Vergleich zu früher neben dem Reich den Ländern noch Staatssouveränttät eingeräumt werden kann. Die Lösung dieser Frage ist sehr schwierig, dennoch muß sie versucht werden. Ich habe lange über die Möglichkeiten der Lösung des Problems einer neuen festen Staatskonstruktion für Deutschlund nachgedacht. Die alte Vormachtstellung Preußens kann aber ebenso=u wenig in Frage kommen, sie würde meiner festen##. Ueberzeugung nach der Anfang vom Ende eines festgefügten Reiches in Mitteleuropa sein. Die durch die Weimarer Verfaffung vorgesehene## Halbheit läßt sich aber für einen längeren Zeitraum auch nicht aufrechterhalten.. p Bei solcher Sachlage bin ich der Meinung, c daß zur Gewinnung der Grundmauern für einen festen mitteleuropäischen Staatsbau Preußen den na. Anfang machen muß. Preußen muß meines Er= jan achtens seinen Provinzen größere Kompetenzen eich einräumen, den Oberpräsidenten mit dem Lan=heu deshauptmann vereinen, seine Regierungspräsidenten beseitigen und evtl. den Aufgabenbereich ein der Landräte vergrößern. Sobald diese Aufgabe:n durchgsführt ist, und sich die Neuregelung eingeführt hat, hat meines Erachtens Preußen organisch im Reiche aufzugehen. Die preußischen sten Ministerten würden mit den Reichsministerien zu vereinigen sein, Preußen wird Reichsland. Manche Kreise sagen, daß das ein Aufgehen Preukens im Reiche bedeute, andere umgekehrt Weis10 es Erachtens ist das ein Mittelding zwischen geiden. Dieses geschlossene Reichsland würde auf die künftige Entwicklung im Innern ohne Zweiel einen starken Einfluß ausüben können, der ber von den übrigen deutschen Ländern durch RReichsregierung und Reichstag reguliert werden önnte. Die anderen Länder könnten bleiben, oas sie sind. Der Einwand, daß das Reich nur aus gleichArtigen Lündern bestehen könne, ist gegenstandsos. Auch das Reich von 1871 bestand nicht aus leichartigen Bundesstaaten. Preußen hatte die Vormachtstellung. Bayern eine Anzahl Reservat= #echte und schließlich existierte das Reichsland elsot=Lothringen. Die preußischen Provinzen kwürden beim Aufgehen Preußens im Reiche elbstrerständlich reichsunmittelbar, die übrigen ’änder könnten meines Erachtens reichsmittelar bleiben. Das Reich könnte seinen norddeutschen Prarinzen etwa die gleichen Ausgaben als luftragsangelegenheiten zur Durchführung übersen zu lessen, die stets von oben oktrovieren müssen, ein Iustand. der das Entgegengesetze vom Tormalen darstellt. Aus dem Reiche. Die ersten Verhandlungen vor dem Staatsgerichtshof. Berlin, 28. Juli. Die erste öffentliche Verhandlung vor dem Staatsgerichtshof in Leipzig wird voraussichtlich am 10. August in Leipzig stattfinden. Es werden vier bis fünf Fälle zur Verhandlung kommen. Beschimpfung des Reichspräsidenten, der Reichsfarben, Begünstigung des Nordes an Rathenau und Unterstützung zum Norde. In der Mordsache Rathenau sind die potzeilichen Erhebungen abgeschlossen. Die Vorintersuchung wird immerhin noch einige Tage in Anspruch nehmen. Dank des Reichspräsidenten an die Quäker. Berlin, 28. Juli. Der Reichspräsident empfing gestern nachmittag die Mitglieder der Kinderhilfsnission der Quäker, um dem amerikanischen Hilfswerk nochmals den Dank des deutschen Voles auszusprechen. Ferner waren noch erschienen die Vertreter der Behörden und der im Zentralausschuß für die Auslandshilfe zusammengefaßen deutschen Wohlfahrsorganisationen, die mit den Quäkern zusammengearbeitet haben und runmehr das Werk der Kinderspeisung fortsetzen werden. Die Kreditbeschaffungsstelle für Lebensmittelversorgung. Düsseldorf, 28. Juli. Eine der gefährlichsten Erscheinungen auf dem Gebiete der deutschen Volkswirtschaft infolge der Auswirkungen des Friedensvertrages ist die seit einigen Monaten zu verzeichnende Versteifung des Geldmarktes auf allen Gebieten des Wirtschaftslebens. Anstatt höhere Kredite zu bewilligen, sehen sich in der letzen Zeit alle führenden Bankinstitute veranlaßt, die ihren Kunden in Industrie, Handel und Gewerbe bisher gewährten Kredite erheblich zu bechneiden. Diese Lage erweckt ernste Besorgnis in der Bevölkerung, ob es im kommenden Wirtchaftsjahr dem Großhandel und den Konsumvereinen, denen im wesentlichen die Heranschafsung von Lebensmitteln obliegt, möglich sein wird, diese Aufgabe zu erfüllen. Zur Besprechung dieser wichtigen Frage einer Kreditbeschafung für den Lebensmittelgroßhandel und die Konsumvereine hatte der Regierungspräsident zu Düsseldorf für heute vormittag eine Besprechung der Landräte und Oberbürgermeister des Bezirks, der Handelskammern Düsseldorf, Duisburg, Essen und Krefeld, der Vertreter verschiedener führender Industriegruppen, der Konsumvereine jeder Art, sowie der Gewerkschaften aller Richtungen einberufen. An der Besprechung nahmen auch der Oberpräsidialrat Dr. Brandt=Koblenz, sowie Vertreter der Regierungspräsidenten von Arnsberg und Münster teil. Der Regierungspräsident teilte seine Wahrnehmung mit, daß es dem freien Handel und den Konsumvereinen nicht gelingen werde, sich die nötigen Kredite im komnenden Wirtschaftsjahre zu beschaffen. Es sei ihm gelungen, die Seehandlung dazu zu veranlassen, recht erhebliche Mittel für die Lebensmittelversorgung des Bezirks und darüber hinaus zu günstigen Bedingungen zur Verfügung zu stellen, sofern es gelinge, für diese Kreditgewähtung aus Kommunalverbänden und Industrie= zruppen einen rechtsfähigen Träger zu bilden, dem die betreffenden Banken die Kredite zur Weitergabe an den Großhandel, die Konsumvereine, usw. zur Verfügung stellen werden und sosern die Komunalverbände und Industriegruppen den Kredit ihrerseits durch einfache Sichtwechsel oder Bürgschaftserklärungen sichern wollten. Die Bedeutung dieser Maßnahme bestehe daein, daß für die Lebensmittelversorgung des Regierungsbezirks Kredite zur Verfügung gestellt würden, ohne daß die Kommunalverbände und Industriegruppen ihrerseits eine sinanzielle Belastung erführen. In der Aussprache wandten sich die Vertreter der großen Gemeinden gegen die Uebernahme einer Bürgschaftsverpflichtung durch die Städte. Oberbürgermeister Dr. Luther betonte, daß die Städte kaum die Mittel hätten, ihre unmittelbarsten Aufgaben zu erfüllen, sie kaum wüßten, womit sie die Gehälter für die nächsten Monate bezahlen sollten. Wenn die Städte jetzt für die Zwecke der Lebensmittelversorgung neue Verpflichtungen übernehmen würden, dann würden die Kredite auf der anderen Seite bestritten. Wenn die Seehandlung bereit sei, Kredite für die Lebensmittelversorgung zu gewähren, warum müsse das wieder auf dem Wege über die Kommunen geschehen? Warum gebe die Seehandlung die Kredite nicht direkt an die Konsumgenossenschaften? Der Handel müsse sich, wenn der freie Händler keinen Kredit mehr bekomme, zusammen44 schließen und dann werde er auch von der Seehandlung Geld bekommen können. So sehr das Vorgehen der Seehandlung und des Regierungspräsidenten zu begrüßen sei, die Kommunen könnten sich durch Uebernahme der Bürgschaft an dieser Sache nicht beteiligen. Im gleichen Sinne sprachen sich Beigeordneter Dr. LehrDüsseldorf, sowie Oberbürgermeister Dr. Jarres=Duisburg aus. Letzterer verwies darauf, daß der Erzeuger sich nun wieder daran gewöhnen müe, einen gewissen Kredit einzuräumen. Wenn er früher Dreimonatskredite gewährte, könne er heute doch wenigstens einen kurzen Kredit bewilligen. Oberbürgermeister Dr. Johannsen sprach sich für die vorgesehene Kreditbeschaffungsstelle aus. Von den Vertretern der Konsumgenossenschaften wurde der vorgeschlagene Weg als nicht zweckmäßig erklärt. Die Konsumgenossenschaften verhandelten schon seit längerer Zeit wegen der Kredite für die Kartoffelversorgung. Wichtig sei es, die Verbraucher darauf zu verweisen, daß sie sich selbst helfen müßten. Ohne dies sei eine Gesundung unserer Verhältnisse nicht herbeizuführen. Wenn die Industrie wieder der Bevölkerung bei der Kartoffelversorgung durch Vorschüsse helfe, dann sei der von der Seehandlung vorgesehene Weg überflüssig. Von den Vertretern des Bergbaues und der Groß=Industrie wurde erklärt, daß sie in gleicher Weise wie im Vorjahre ihre Belegschaft bei der Kartoffelversorgung durch Vorschüsse und Akkreditive in dem Handel behilflich sein werden. Auch die Vertreter des beteiligten Handels kamen zur Ablehnung der vorgesehenen Kreditbeschaffungsstelle. Der Regierungspräsident faßte das Ergebnis der Aussprache dahin zusammen, daß ein Interesse an der vorgesehenen Kreditbeschaffungsstelle nicht besteht, daß Bergbau und Industrie in der bisherigen Weise die Kartoffelversorgung der Arbeiterschaft erleichtern werden und daß die Kommunalverbände es begrüßen würden, wenn die von der Seehandlung vorgesehenen Kredite den Svarkassen des Industrie= gebiets eingeräumt würden. Zu diesem Zwecke sollen die Verhandlungen mit der Seehandlung weitergeführt werden. Als Vertreter der beteiligten Gemeinden wurde hierzu Oberbürgermeister Dr. Luther=Essen und Beigeordneter Dr. Lehr=Düsseldorf gewählt. Um den Zahlungsansschub. Die Autwort iuf das deutsche Ersuchen. Berlin, 28. Juli. Wie die T. U. erfährt, ist die von der Pariser Presse bereits angekündigte ablehnende Note auf das deutsche Ersuchen beir. eines Moratoriums im Ansgleichsverfahren in Berlin eingetroffen und dürfte noch im Laufe des Tages veröffentlicht werden. Der Heilige Versailler Vertrag. London, 28. Juli. Bei einem gestern abend zu Ehren des französischen Botschafters gegebenen Festessen hielten der Präsident des Handelsamtes und der Unterstaatssekretär des Auswärtigen Amtes Harmsworth Reden, in denen sie ausführten, daß, wenn auch augenblicklich Mißverständnisse eingetreten seien, Frankreich und England doch enge und herzliche Beziehungen unterhalten müssen. Der französische Botschafter sagte in seiner Rede, der Versailler Vertrag sei ebenso beilig, wie die Verträge, die Deutschland bei Ausbruch des Krieges absichtlich verletzt habe. Ein neuer französischer Reparationsplan. Paris, 28. Juli. Die ausgesprochene Absicht Lloyd Georges, das gesamte Problem der Reparationen in London aufzurollen und womöglich einen fertigen Plan dazu mitzubringen, hat in Frankreich die Wirkung gehabt, daß man dort überaus bemüht ist, die Initiative in der Moratoriumsfrage zu ergreifen und einen eigenen Plan zu entwerfen. Die französische Regierung hat angeblich ihre Entschließung in der Reparationsfrage schon gefaßt, wenigstens behauptet dies der „Matin“ in einer an auffallender Stelle gebrachten Veröffentlichung über den gestrigen Ministerrat unter dem Vorsitz des Präsidenten Millerand. Das Blatt berichtet, die Mitglieder des Kabinetts seien der Reihe nach ersucht worden, ihre Ansicht zu äußrn, und es habe sich dabei Einstimmigkeit über die Grundlage der französischen Reparationspolitik ergeben. Diese Politik soll so rasch wie möglich dargestellt werden. Die Finanzlage Frankreichs sei eine derartige, diß es nicht möglich sei, länger in Ungewißheit zu bleiben. Die Mitteilung des„Matin“ schließt mit der Feststellung, daß die französische Reparationspolitik zugleich versöhnlich und fest sei. Falls die englische Regierung die Prüfung deses Programms hinausschieben wolle, da man das Ende der italienischen Krise abwarten müsse, so werde Frankreich deshalb nicht die Darlegung seines Programms hinausschieben, mit dem es der internationalen Wirtschaftslage ebenso wie seinen eigenen berechtigten Ansprüchen Rechnung trage. Christlich=notional oder Gelb=national? Ein evangelischer christlicher Gewerkschaftler schreibt uns: Daß Arbeitgeber mit rückständiger sozialer Auffassung die christlichen Gewerkschaften bekämpfen, ist für letztere nur ehrenvoll. Ist doch daran zu erkennen, daß man in der christlichen Gewerkschaftsbewegung die stärkste Stütze der nach Gerechtigkeit strebenden Arbeiterschaft steht. Daß die christlichen Gewerkschaften von andersorganisierten Organisationen bekämpft werden, ist zu ertragen, denn gegen die Vernunftgründe, von denen wir uns leiten lassen, ist erfolgreich anzukämpfen nicht dauernd möglich. Gefährlicher für die christliche Gewerkschaftsbewegung ist die Tatenlosigkeit so vieler in den eigenen Reihen gegenüber den Bestrebungen der Gelben, Die sogenannten Werkvereine machen sich wieder sehr stark bemerkbar. Geisler und Genossen haben sehr viel Zeit, viel Kräfte und viel Geld zur Förderung ihrer Ideen. An Zeit kann es nicht fohlen, da die Gelben sich ernsthaft mit den Lebensinteressen des Volkes und der Arbeiterschaft nicht befassen. Das Geld wird durch Bettelbriefe besorgt. Und wo Geld ist, da stellen sich, selbst wenn es die schlechteste Sache zu verteidigen gilt, schon Kräfte ein. Vorschub leistet den Bestrebungen der Gelben jene Presse, die in mehr oder minder starker Abhängigkeit von Arbeitgebern und sonstigen geldstarken Leuten stebt. Daß die gelden Vereine das Recht der Arbeit nicht schützen und stützen wollen, ergibt sich aus ihrer Theorie und mehr noch aus ihrer Praxis. Dem standesbewußten Arbeiter müssen deshalb die gelben Vereine in der Seele zuwider sein. Trotzdem aber kriechen immer wieder wenig nachdenkliche Arbeiter auf den gelben Leim. Weil die Beiträge so billig sind, weil besondere Unterstützungen winken und weil es der Herr Direktor nicht ungern sieht, schließt man sich dem Werkverein an. Vom Kommunisten bis zum Deutschnationalen sind hier alle Parteifarben vertreten. Alle politischen Gegensätze werden überbrückt durch die Person des Redners, der jeweils in diesem Kreis„nationaler“ Arbeiter zu sprechen hat. Stets finden seine Ausführungen stürmischen Beifall, stets fallen die Beschlüsse in seinem Sinne aus. Hinterher meldet er dann der Presse von der„wachsenden nationalen Gesinnung“ unter der Arbeiterschaft. Da die Gelben weder aufrechte Arbeiter erziehen, noch solche an sich ketten können, ist die Betonung der nationalen Art der gelben Vereine eine Ireführung derjenigen, denen daran liegt, daß die Arbeiterschaft allgemein wieder national deuken lernt Jeder national Denkende, der sich mit den Gelben einläßt. läuft Gefahr, nicht nur sich selbst, sondern auch den nationalen Gedanken kompromittiert zu sehen. Es erscheint deshalb dringend geboten, daß jene parteipolitisch tätigen Personen, die teils selbst Mitglieder der christlichen Gewerkschaften sind, teils der christlichen Gewerkschaftsbewegung immer sympathisch gegenüberstanden, sich durch das„nationale“ Gebahren der Gelben nicht irritieren lassen, und daß sie sich auch um den „Ruhm“ bemühen dürfen, daß sie als Parteivertreter die christlichen und die nationalen Arbeiter=Berufsvereine als gleichwertig anerkennen. Solche Halbheiten, Schwachheiten und Unklarheiten bringen nicht nur persönliche Gewissenskonflikte mit sich, sondern schädigen auch das Ansehen der Partei. Hier liegen Gegensätze die nicht verhüllt werden können. Wer glaubt, seiner Partei damit zu dienen, daß er diese Gegensätze nicht austragen, sondern verdecken hilft, der leistet der Partei selbst den denkbar schlechtesten Dienst. Und wo soll dann das Vertrauen bleiben, das christliche Gewerkschaftler auf ihre politischen Führer gesetzt haben, wenn diese Führer in gewerkschaftlichen Dingen zu schwanken anfangen? Für uns kann es gewerkschaftlich nur die Losung:„Christlich=national!“ geben. Die Wendung von den christlichen und nationalen Verbänden sieht aus wie ein Ausweichen vor einem ehrlichen Bekenntnis. Sie ist für die Gelben nur ein neuer Ansporn, weil sie darin ihre Anerkennung erblicken. Würden im katholischen Lager in der Zeit des sog. Gewerkschaftsstreites die politischen Arbeiterführer in ihrer Partei auch so zimperlich, so wenig selbstbewußt für ihre Gewerkschaftssache, so nachgebend, zu Werke gegangen sein, so wäre dieser Gewerkschaftsstreit entweder heute noch nicht erledigt, oder er hätte ein Ende gefunden, das das Ende der christlichen Gewerkschaften bedeutet haben würde. Eine zweite Auflage des Streites um den Gewerkschaftscharakter liegt durchaus im Bereich des Möglichen, wenn auf evangelischer Arbeiterseite in allen Parteilagern nicht kraftvoll und entschieden für die Gewerkschaft und für deren christlich=nationalen Charakter Stellung genommen wird. Wer aber die Volksgemeinschaft will, muß auch wollen, daß die Arbeiter=Angehörigen der beiden großen christlichen Konfessionen in einer Gewerkschaftsbewegung zusammenstehen. Was not tut, fasse ich dahin zusammen: 1 Jeder christliche Gewerkschaftler und jeder wirkliche Freund unserer Sache muß ganz zu uns stehen Es darf für ihn nur eine richtige Gewerkschaftsbewegung geben: die christlichnationale. 2. Wer von den Genannten sich in politischen Parteien betätigt, wo die Gelben sich eingenistet haben, der muß stets darauf bedacht sein, die Partei von den Gelben zu säubern. Jedwede Konzession an die Gelben, und sei es auch nur eine Scheinkonzession, ist zu bekämpfen, weil diese die Anmaßlichkeit der Gelben stärkt und die ehrliebenden Arbeiter an der Partei irre werden läßt. 3. Es ist der ganze Einfluß aufzubicten, daß die Parteipresse den Unterschied zwischen christlichnationaler Gewerkschaftsbewegung und den gelben nationalen Berufsverbänden und Werkvereinen begreift und von einer Förderung der Gelben absieht. 4 Die Uebertragung politischer Mandate an Gelbenführer ist im Interesse der Partei zu bekämpfen. Jedwede Partei, die im Volke wurzeln will, muß Wert darauf legen, die vernünftigen, selbständig denkenden Arbeiter für sich zu gewinnen. Die Bedenkung der Gelben mir Parteimandaten stößt diese Arbeiterschichten ab. 5. Wo immer der gewerkschaftlichen Verständigung das Wort geredet wird, ist nachdrücklich hervorzukehren, daß diese Verständigung nur im Anschluß an die christlich=nationale Gewerkschaftsbewegung bestehen kann. Eisenbahntarise und Von Dr. Rudolf Krauß=Stuttgart. Kein zweites Volk hat sich unter so schweren und heißen Kämpfen das für andere Nationen fast selbstverständliche Gut der äußeren Einheit erringen müssen wie das deutsche, und bei keinem zweiten bedurfte es der Ueberwindung so vieler Vorurteile, daß sich die einzelnen Glieder zu einem Ganzen zusammenfügten. Mit der Reichsgründung waren keineswegs alle Unstimmngkeiten wie auf einen Zauberschlag verschwunden. Es galt vielmehr in zäher Arbeit ein besseres Sichverstehen unter den deutschen Stämmen anzubahnen und die Bedingungen zu schaffen, durch die sich die Vernunftehe zwischen Nord und Süd zu einem Herzensbunde veredeln ließ. Der beste und sicherste Weg, um das durch Jahrhunderte festgewurzelte Mißtrauen vollends zu beseitigen, war der, sich gegenseitig genauer kennen zu lernen und einander durch nähere persönliche Berührungen von den wechselseitigen Vorzügen zu überzeugen. Dazu diente die Freizügigkeit im weitesten Sinne, deren Vorausseyung die Erleichterung der Verkehrsmittel durch planmäßige Verbilligung war. Die Stämme nivellierten sich nicht auf diese Art, was auch gar kein begehrenswertes Ziel gewesen wäre, und mischten sich auch nur im bescheidensten Ausmaß: aber die einen lernten die angeborenen oder erworbenen Besonderheiten der andern würdigen und begannen zu schätzen, was vorgefaßte Meinung früher mißachtet hatte. Wanderfahrten durchs weite Reich non einer Grenze zur anderen wurden unLetzte Drahtmeldungen. der Weg zu den Verhandlungen geebnet. Berlin, 28. Juli. Der Münchener Korrespondent des=Uhr=Abendblattes erfährt, daß diese Woche kein Ministerrat mehr stattfindet, da sich der bayrische Ministerpräsident erst mit den Pare teien besprechen will, damit diese Gelegenheit zur Stellungnahme haben. Der Ministerrat wird voraussichtlich erst Mittwoch zusammentreten um sich mit dem Briefe des Reichspräsidenten zu befassen. An den offiziösen Stellen ist man der Ansicht, daß durch den Inhalt des Schreibens an Ebert der Weg zu Verhandlungen geöffnet sei. Beschleunigung der Antwort. München, 29. Juli. Zu dem Brief des Reichspräsidenten an den Minister=Präsidenten Graf Lerchenfeld schreiben die„Münchener Neuesten Nachrichten“, daß Graf Lerchenfeld mit größter Beschleunigung. innlichst noch heute, eine Aussprache mit der Bayrischen Volkspartei herbeiführen werde, um dem Wunsche des Reichspräsidenten auf baldige Beantwortung des Brieses zu entsprechen. die neuen Löhne der Bergarbeiter. Essen, 29. Juli. Die T. U. meldet, daß bei den gestrigen Verhandlungen zwischen dem Zechenverband und den Bergarbeiterverbänden über die Lohnabänderung zum 1. August ein Uebereinkommen nach folgenden Richtlinien getroffen wurde: die Gesamtlohnerhöhung ohne die Speziallöhne beträgt 26%, das Hausstandsgeld je Schicht beträgt 7 Mk., das Kindergeld je Kopf und Schicht 8 Mk. Der Mindestlohn für Gedingearbeiter einschließlich der Untertagezulagen loll 280,90 Mk., der Durchschnittslohn der Gedingearbeiter bei normalen Arbeitsverhältnissen 337.30 Mk. betragen. Vanderlips Münchener Besprechungen. München, 29. Juli. Die Besprechungen des amerikanischen Finanzmannes Banderlip mit Münchener Kreisen nahmen einen ungewöhnlich großen Umfang an. Der Ministerpräsident und der Landwirtschaftsminister gaben ihm festumrissene Finanzhilfsvorschläge mit auf den Weg. Auch mit dem Münchener Filialleiter der Diskoniogesellschaft und dem früheren Handelsminister und Wirtschaftspolitiker der Bayrischen Volkspartei Dr. Schlickenbacher und dem Vorsitzenden der sozialdemokratischen Fraktion Tiemm hat Vanderlip Beratungen gepflogen, die sich u. a. auch auf die Frage eines Moratoriums bezogen. ternommen, Erholungsbedürftige und Sommerfrischler aus dem Norden und Osten siedelten sich in den Alpen und im Schwarzwald, aus dem Süden und Westen an der Nord= und Ostsee an. Von den entlegensten Winkeln strömte es nach Berlin, um in kürzeren oder längerem Aufenthalte die hart angesochtene und trotzdem maßgebende Kultur der Reichshauptstadt aus unmittelbarer Nähe zu sehen. Norddeutsche Studenten suchten für ein oder mehrere Semester München oder die landwirtschaftlich reizvollen kleineren Hochschulen des Südens auf, Bayern, Schaben, Hessen pilgerten dafür nach Berlin und Leipzig, Breslau und Kiel, und in der Brüderlichkeit des akademischen Zusammenlebens fielen so manche Schranken, verminderten sich die Reibungsklächen. Das wenige, was heute von all dem noch übrig geblieben ist, wird in kurzer Frist vielleicht vollends ganz verschwunden sein, Dafür sorgt unsere Eisenbahntarifpolitik. Es soll hier nicht davon die Rede sein, daß infolge der immer rascheren und höheren Steigerung der Frachtpreise sich allmählich unübersteigbare Grenzen zwischen den einzelnen Reichsteilen auftürmen, die den Austausch der Landeserzeugnisse fast zur Unmöglichkeit machen: nur an das soll erinnert werden, was wir einbüßen, wenn sich künftig nicht mehr deutsche Menschen zu deutschen Menschen finden können. Es mag ja sein, daß der Eisenbahnverkehr nicht oder doch nicht wesentlich zurückgegangen ist. Noch immer sind die Schnellzüge überfüllt, die das Reich durchqueren und aus der fernsten Provinz in die Reichshauptstadt münden. Aber wo sieht man noch die harmlos fröhlichen Gesichter, die mit erwartungsvollen Mienen in die weite Welt hineinfahren, um geistige Eroberungen zu machen und sich erobern zu lassen? Nichts als Menschen, die nichts als ihre Geschäfte im Kopf haben und nach Erwerb hasten und jagen, die keine Minute übrig haben, geistiger Aufgaben eingedenk zu sein. Das Recht zu reisen ist mit der finanziellen Möglichkeit dazu auf ganz andere Schichten und Stände unseres Volkes übergegangen. Gerade die zu Förderern jenes geistigen Ausgleichs zwischen Nord und Süd in erster Linie berufenen Höhergebildeten sind heute von der wirtbenschaftlichen Not besonders stark betroffen und bleiben so bei den unerschwinglichen Fahrpreisen an die Scholle gebunden. Und der junge Deutsche, infolge des unseligen Valutastandes des früher für ihn so wichtigen Bildungsmitteks der Auslandsreisen ohnehin beraubt, müßte zum Ersatz dafür wenigstens das Vaterland bereisen und mit dessen verschieden veranlagten Bewohnern Kultur austauschen können. Wenn die bewußten Vertreter des Gedankens der Reichseinheit zu landwirtschaftlicher und stammheitlicher Selbstgenügsamkeit verurteilt werden, muß allmählich die Freude am Reiche verloren gehen und es zu guter Letzt als entbehrlich empfunden werden. Alle manchmal gar zu gewaltsamen und oft gegen offene oder geheime Widerstände in den einzelnen Ländern unternommenen Zentralisierungsmaßregeln sind wertlos, wenn man gleichzeitig die geistige Fühlung der einzelnen Teile, statt sie zu fördern, unterbindet. Denn keine Politik und keine politische Weisheit kann auf die Dauer aufrecht erhalten, was in den Herzen nicht mehr Wurzel schlägt. Es ist ein höchst bedauerliche Erscheinung, daß solche Fragen immer nur unter dem Sehwinkel der Ressortverwaltung und nie von einer höheren Warte herab betrachtet und behandelt werden. Man registriert befriedigt, wieviel Mehreinnohmen durch jede neue Erhöhung der Eisenbahn= und Posttarife erzielt worden sind, und vergißt darüber, was an Kulturarbeit auf diesem Wege vernichtet wird. Falls aber die Forderungen des Feindbundes die Schuld an unserer rein mechanischen Tarispolitik tragen, müßten alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, daß wir die gebundenen Hände hierin wieder frei bekommen. Nr. 174. „**F• Honlunge Rauxeler Neueste Nachrichten. Bladenhorster Tageblatt. W Die deutsche Presse vor einer Katcstrophe. Die gewaltige Teuerungswelle, die über die deutsche Wirtschaft dahinbraust, hat auch die deutschen Zeitungen mehr und mehr in ihren Strudel gezogen. Ein Blatt nach dem anderen geht wirtschaftlich zu Grunde. Mit dem 1. August hört nun auch das seit 30 Jahren in Dortmund erscheinende demokratische Partetorgan„Die westfälische Morhenzeitung" zu erscheinen auf, weil sie von den sortwährend steigenden Papierpreisen erdrückt worden ist. Unter diesen traurigen Umständen ist es die Pflicht des deutschen Volkes, die noch lebensfähigen Zeitungen opferwillig zu unterstützen, damit nicht schließlich die ganze deutsche Presse zu Grunde geht und mit ihr ein unentbehrlicher Faktor in unserem Slaatsleben verschwindet. Wer also sein Blatt liebt und es sich erhalten will, der muß vor den notwendig gewordenen Abonnementserhöhungen nicht zurückschrecken. Die Berliner Zettungen haben bereits ihre Bezugsgebühren bis zu 100 Mark monatlich erhöht. Es bleibt den Zeitungen des Industriegebietes, die unter denselben teuren Verhältnissen arbeiten, nichts anderes übrig, als ihnen, wenn auch in bescheidenerem Maße, zu folgen. Deshalb haben die unterzeichneten Zettungen in einmütigem Zusammenstehen gegen die Ungunst der Verhältnisse gleichfalls allgemeine Erhöhungen der Bezugs= und Einrückungsgebühren beschlossen und bitten die Leserwelt, die trostlose Lage des Zeitungsgewerbes gebührend zu würdigen. Castroper Zeitung, Emscher=Zeitung, General=Anzeiger für Dortmund und die###ovinz Westfalen, Dortmunder Zeitung, Zeitung„Tremonia", Dortmund, Westfälische Allgemeine Volkszeitung, d. Annener Zeitung, Westfälischer Anzeiger, Hamm, Hamm=Soester Volkszeitung, Hamm, Hellweger Bote, Unna, Hörder Volkszeitung. Hörder Volksfreund, Schwerter Zeitung Hagener Zeitung. Westfälisches Tageblatt, Hagen, Westdeutsche Volkszeitung, Hagen, Gelsenkirchener Zeitung, Gelsenkirchener Allgemeine ZeitenWittener Volkszeitung Wittener Tageblatt. Langendreerer Zeitung, Werner Zeitung. Bochnmer Anzeiger, Volkszeitung Bochum. Herner Leitung, Herner Anzeiger, Wanner Zeitung, Soester Anzeiger. Soester Kreisblatt. Aus Castrop und Amgegend. § Vom Wohlfahrtsamt wird uns mitgeteilt: Die im Kinderheim Haus Carola zu Bad Waldliesborn untergebrachten Kinder treffen am Montag, den 31. Juli 1922, nachm. 7,06 Uhr in Dortmund Hptbh. ein. Die Eltern werden gebeten, die Kinder dort in Empfang zu nehmen. Gelegenheit zur Rückfahrt bietet sich mit dem Zuge ab Dortmund.40 Uhr. * Der Jungborn Castrop wird unserer Auregung Folge leisten und schon am morgigen Sonntag nach Schluß des 11 Uhr Gottesdienstes auf dem Marktplatz erneut die alten deutschen Volkslänze zur Vorführung bringen, welche am Donnstaa bereits bei den Zuschauern so großen Beifall fanden. Mögen sich auch am Sonntag recht viele Freunde einer gesunden Jugendbewegung einfinden, um sich an dem erhebenden Spiel zu erfreuen. [2) Die Jugendwoche konnte gestern bei leidlich günstigem Wetter ihr Programm glatt abwickeln. Die heute und morgen noch ausstehenden Veranstaltungen sind aus dem Anzeigenteil zu ersehen. Es wird hier insbesondere auf die jeweils nachmittags 8 Uhr auf dem Renngelände stattfindenden Sportkämpfe hingewiesen, die für die Zuschauer recht intertessante und abwechselungsreiche Momente bieten. Sonntag nachmittag wird die teilnehmende Jugend in großem Festzuge zum Kampfplatz hinausziehen. Wollentsunne-Castrop ∆ Die Festpostkarte der Jugendwoche, welche bekanntlich die Wiedergabe des eigens zu diesem Zwecke geschaffenen Scherenschnittes der Münchener Künstlerin Hertha von Gumppenberg ist, findet allgemeinen Anklang und recht flotten Absatz. Sie ist bei den Verkäufern auf dem Rennplatzgelände, soweit der Vorrat noch reicht, zum Preise von 1 Mk. zu haben. C) Freilichtbühne. Im Gegensatz zu den Aufführungen für Erwachsene, die am Sonntag und Montag abends 6 Uhr stattfinden, beginnt die heutige Vorstellung für Schüler bereits um 5½ Uhr. amp; Bücherausstellung. Es sei an dieser Stelle nochmals auf die im Anschluß an die Jugendwoche im Evgl. Gemeindehaus stattfindende Bücherausstellung hingewiesen, die einen sehr guten Ueberblick über empfehlenswerte Bücher für die Jugend gibt. * D i e Z i e h u n g d e r L o t t e r i e z u m B e s t e n d e s Synagogenumbaues steht jetzt vor der Tür. Sie findet Anfang der nächsten Woche statt. Die Gewinnliste wird, sobald sie festgestellt ist, von uns veröffentlicht werden. Wer noch Lose zu haben wünscht, muß sich beeilen, da der Vorrat naturgemäß bald erschöpft ist und wettere Lose nicht ausgegeben werden dürfen. 6' Im Silberkranze. Die Eheleute Hubert Becker, Kaiser=Friedrichstr. 14=16, feiern am heutigen Tage das Fest der Silberhochzeit. Wir wünschen ihnen als alten Beziehern unserer Zeitung, daß sie in gleicher körperlicher und geistiger Frische auch noch erleben, daß sich das Myrtenreis in Gold verwandelt. 1 L Händler Vorsicht! Am Donnerstag nachmittag versuchte ein Mann aus BövinghausenLütgendortmund bei einem hiesigen Althändler 2 Paar neue Herrenstiefel zu verkaufen. Der Händler schöpfte aber Verdacht über den einwandfreien Ursprung der Stiefel. Er benchrichtigte die Polizei, die dann auch ermitteln konnte, daß der Mann die Stiesel bei einem Kaufmann in Bövinghausen=L. auf Borg geholt hatte und sie jetzt unberechtigter Weise zu Geld zu machen versuchte. Die Stiefel wurden beschlagnahmt und dem rechtmäßigen Eigentümer zurückerstattet. Da anzunehmen ist, daß der Gauner sein Betrügerstückchen noch wiederholen wird, so seien die Händler vor ihm gewarnt. (2 Ein unehrlicher Nachbar stahl einem Anwohner der Widumerstraße ein paar Teppiche aus dem Hausflur. Der Täter wurde ermittelt und zur Anzeige gebracht. 9 Im Metropoltheater bietet sich z. Zt. die gewiß einzige Gelegenheit, zwei bekannte Kinosterne, nämlich, die Sensationsschauspieler Harry Hill und Marga Lindt sowohl in den Hauptrollen eines großen fünfaktigen Films an der Leinwand als auch als Alleindarsteller eines überSchntag und Mohtag „MIENEEI TEEE 42 Ein Vermächtnis. Roman von W. Waldbröhl., Wieder hatte die Gesellschafterin Zorka den vorkehmen, stolz und gebieterisch aussehenden Herrn mit allen Zeichen tiefen Respekts und großer Ehrerbietung begrüßt, und wieder hatte er ihr mit etwas herab lassender Freundlichkeit die Hand gereicht. „Ich freue mich, daß Sie eine Möglichkeit gefunden haben, meinem Rufe Folge zu leisten. Es ist mir immer wieder eine Beruhigung, zu sehen, daß man sich in allen Stücken auf Sie verlassen kann.“ Die Gesellschafterin knixte dankend, aber sie schlug zugleich wie in Beschämung die Augen nieder. „Ich wollte, gnädiger Herr, daß ich dies Lob als ein verdientes hinnehmen dürfte," erwiderte sie mit gepreßter Stimme.„Aber ich bin leider nicht imstande gewesen, ein schreckliches Unglück abzuwenden, und bis an das Ende meines Lebens werde ich mir den Vorwurf machen, daß ich es in jener Nacht an der nötigen Wachsamkeit fehlen ließ.“ Mit einer Handbewegung wehrte der andere ab. „Lassen wir die Tote ruhen!— Es gibt Dinge, gegen die alle menschliche Voraussicht machtlos ist. Und an dein, was einmal geschehen ist, läßt sich auch durch die bittersten Selbstvorwürfe nichts mehr ändern.— Sie haben sich gewundert, daß ich wieder hier bin— nicht wahr?“ „Ich war allerdings sehr überrascht, als ich die Degesche erhielt.— Und es war immerhin gut, daß ich meine Gesichtsmuskeln von jeher gut in der Gewalt habe. Denn ich mußte das Telegramm in Gegenwart anderer erbrechen, um bei ihnen nicht den Verdacht zu erregen, daß es sich um gefährliche Geheimnisse handeln könnte.“ Zuhörer schien ein wenig beruhigt. „Ah, Sie fürchten doch nicht, daß man mißtrauisch beworden ist— daß man Sie vielleicht beobachtet?“ „Nein, gnädiger Herr, das ist nach meiner Ueberzeugung vollständig ausgeschlossen!“ „Nun, wir wollen es hoffen! Setzen Sie sich, Zor##l: sprach der vornehmne Unbekannte weiter.„Isch #ur meine Reise unterbrechen müssen, weil sich aller wahrscheinlichkeit nach große kriegerische Ereignisse und wichtige politische Umwölzungen vorbereiten, die L Ein betrübender Unglücksfall hat sich am gestrigen Nachmittag gegen 3½ Uhr auf der Kaiser=Friedrichstr. in der Näbe des Metropoltheaters ereignet. Beim Spielen lief dort das 5 Jahre alte Söhnchen Franz des Landesrates Rediger über den Fahrdamm, als es von einem von Herne kommenden Personenauto erfaßt und überfahren wurde. Das Kind erlitt am Kopfe stark blutende Verletzungen und soll außerdem einen Beinbruch davongetragen haben. Das Auto, das den spielenden Kindern ausweichen wollte, wurde vom Führer mit solcher Macht herumgerissen, daß es mit aller Gewalt auf den Bürgersteig gegen einen Laternenpfahl fuhr und ihn abbrach. Das Auto wurde dabei selbst auch schwer beschädigt. Der Schaden an ihm wird auf etwa 20—22000 Mk. geschätzt. Das Auto konnte aber nachher die Fahrt fortsetzen. Der Besitzer nahm sich sofort des verletzten Kindes an und überführte es ins kath. Krankenhaus und erstattete darauf selbst der Polizei Meldung. Den Autolenker trifft keine Schuld; im Gegenteil seiner Geistesgegenwart ist es zu verdanken, daß das Kind keinen größeren Schaden nahm 4 raschenden Bühnensketsch persönlich auftreten zu sehen. Wem von den Kinobesuchern wäre wohl noch nie der Wunsch gekommen, einmal in unmittelbarer Folge von denselben Künstlern sich Filmstück und Bühnenstück anzusehen und ihre Leistungen in beiden Formen auf sich einmirken zu lassen. Das Metropoltheater kommt jetzt diesem Sehnen entgegen und wahrlich, das Experiment glückt tadellos! Nur echte Künstler, wie Harry Hill und Marga Lindt es sind, können auf der Leinwand und den Brettern, die die Welt bedeuten, solche Erfolge erzielen und solche Eindrücke hinterlassen. Allein der Film„Das unbewohnte Haus“ und der Sketsch„Der Mann im Schrank“ lohnten schon die Besichtigung des Metrovolpro= gramms. das überdies durch die fünfaktige humordurchwirkte Abenteurergeschichte„Der vergiftete Strom“ trefflich erweitert ist. Harrn Hill und Marga Lindt hatten den rauschenden Beifall und die Kranz= und Blumenspenden, die ihnen zuteil wurden. wirklich verdient. &am Die Roland=Lichtspiele bringen die 4 Episode des erfolgreichen Fortsetzungsfilms„Feuerkreis von Kalifornien“, die wieder reich an spannenden Momenten und tollkühnen Wagehalsigketten ist.„Dorrit erhält Dauerstellung" bietet in 9 Akten dank des urwsichsigen Humors sehr häufig Gelegenheit zu von Sorgen befreiendem Lachen. Viel Anklang fand bisher auch überall der heuer ebenfalls auf der Vorführungsfolge stehende Kriminalschlager„Das Diadem der Zarin", dessen 5 Akte erste Filmarößen beschäftigen und daher eine nachhaltige Wirkung erzielen. Samstag, den 29. Juli 1922 erhöhung und zwar Zahlung des Wassergeldes. Als dieser nicht darauf eingehen wollte, ließ er kurs entschlossen die Wasserzufuhr sperren. Der Mieter strengte darauf einen Prozeß wegen Erpressung an und erreichte jetzt vor der Dorkmunder Strafkammer, daß Kl. zu 2 Wochen Gefängnis oder ersatzweise zu 1000 Mk. Geldstrafe verurteilt wurde. " C] Ickern.(Fahrraddiebstahl.) Einem hiesigen Einwohner wurde am Montag in einem unbewachten Augenblick ein wertvolles Fahrrad Trotz aller Nachforschungen konnten bisher Täter und Rad nicht aufgefunden werden Schachtunglück. 5 Tote, 10 Verletzte. Langendreer, 28. Juli. Auf der Zeche„NeuIserlohn!“, Schacht 3, bei Langendreer(Eigentum der Harpener Bergbau=.=.) sind gestern mittag gegen 1 Uhr bei der Ausfahrt der Morgenschicht 5 Bergleute dadurch zu Tode gekommen, daß der Förderkorb im Schacht mehrere Spurlatten losriß und der Korb sich im Schacht festklemmte. Die Verunglückten stürzten in die Tiefe und waren sofort tot. Außer den 5 Toten haben noch 7 Bergleute und 3 Beamte Verletzungen davongetragen die zum gröbten Teil erfreulicher Weise nur leichter Natur sind. Bergarbeiterausstand. Wanne, 28. Juli. Auf den der Gelsenkirchener Berawerks=.=G. gehörigen Schachtanlagen Plu( to Wilhelm" und„Pluto Thies“ sind 5000 Mann der Belegschaft in den Ausstand getreten, weil der Zechenverband die im Essener Abkommen vereinbarte Lohnabschlagszahlung erst am 3. August zahlen will, während die Streikenden darauf bestehen, diese Abschlagszahlung noch in diesem Monat zu erhalten. Der Reichskommissar hat die Bergarbetter bekanntlich öffentlich darauf hingewiesen, daß es den Zechen nicht immer möglich sein werde die Mehrzahlungen schon im Juli zu leisten, weil die Reichsbank(besonders infolge des Streiks der Drucker in der Reichsdruckerei) nicht in der Lage sei, für alle Zechen das dafür notwendige Geld heranzuschaffen. Infolgedessen werde auf einer Reihe von Zechen erst in den ersten Tagen des August die in Aussicht gestellte Abschlagszahlung geleistet werden können. Irgend ein böser Wille liegt hierbei nicht vor. 4 er 1 —# 0 Seginn 8 Uud abenus Aus dem Emschertal. ∆ Habinghorst.(Auszeichnung.) Der Bergmann und frühere Desinfektor Wilhelm Frese von hier erhielt für treue Dienstleistungen während des Krieges den Verdienstorden für Kriegshilfe. Herr Frese hat sich während der Kriegsjahre als Desinfektor während der Scharlach= und Typhusepidemie, sowie als Vorkämpfer für die Hebung der damals so nützlichen Kleintierzucht hervorgetan. O Habinghorst.(Unerlaubte„techische Nothilfe“.) Der Hausbesitzer Kl. verlangte von seinem, Mieter„widerechtlich MietsSysel und Sport. Castroper Turnverein 1874. Vorigen Sonnabend und Sonntag fand in Unna das Gauturnfest des Hellweg=Märkischen Turngaues statt. Der Castroper Turnverein nahm mit 8 Turnern und 7 Turnerinnen an dem Wetturnen teil Da der Gau 71 Bereine umfaßt, gab es einen scharfen Wettbewerb. Um so erfreulicher ist es daher, daß von den 15 Teilnehmern 13 einen Kranz errangen. Sieger im Zwölfkampf: Paul Wiemann und Adolf Opalka; im volkstümlichen Dreikampf für die Jahrgänge 1903, 1902 u. 1901: Alfred Matschull(als Zweiter), Erich Wolkewitz, Wilh. Göddeke, Norbert Steinbach und Theo Schulte. Siegerinnen im Vierkampf der Turnerinnen: Frl. Lies Daniel, Irene Neppe, Klara Peitz, Liesel Löker, Lili Steinbach, Liese=„ lotte Müller. Pokalspiele in Ickern. Dienstag, den 1. August, spielt B. V. 11 gegen Mengede im Vorrundenspiel. Mengede hat die Krisis wieder überstanden und ist augenblicklich in guter Form. B. V. 11 tritt für den erkrank m ten Torwart Welsch mit Ersatz an. Jedoch könnt man bei der augenblicklich hervorragenden Form) trotz des Ersatzes auf einen Sieg des B. V. 11 hoffen. Anstoß in Ickern 6½ Uhr. Sammeln ½5 bei Lambent..##. cg, orte. eine teilweise Aenderung meiner Absichten und Pläne notwendig machten.— Aber das sind Dinge, die für Sie kein Interesse haben, und deren ich nur beiläufig Erwähnung tue, um Ihnen meine vorzeitige Rückkehr zu erklären. Auch ist es nur eine Rückkehr für zwei oder drei Tage.— Ich werde vielleicht noch heute wieder abreisen müssen. Und eben deshalb lag mir außerordentlich viel daran, Sie vorher zu sprechen.— Hat sich in Frankenthal inzwischen etwas Neues zugetra„O ja, gnädiger Herr!— Er hat einen Versuch gemacht, Fräulein Ada mit Gewalt entführen zu lassen. Und die Leute, die er damit beauftragt hatte, befinden sich hinter Schloß und Riegel.“ Der aristrokratisch aussehende Unbekannte gab seinem Sessel einen Ruck und sprang auf. „Also wirklich?— Aber das ist ja von der höchsten Wichtigkeit— dann stehen wir ja möglicherweise dicht vor der Katastrophe!— Erzählen Sie mir alles, Zorka — alles, bis in die kleinste Einzelheit!— Wann ist es geschehen?“ „In der vorletzten Nacht— nachdem wir schon seit einer ganzen Reihe von Tagen darauf gewartet hatten.— Denn seitdem ich diesem Baptiste in den Straßen von Frankenthal begegnet war, und seitdem ich mit ihm gesprochen hatte, wußte ich auch, daß sie noch einen weiteren Anschlag planten.“ Um seine offenkundige Unruhe zu meistern, hatte der andere begonnen, auf dem dichen Teppich, der den Klang seiner Schritte bis zur Unhörbarkeit dämpfte, auf= und niederzugehen.. „Weiter!“ drängte er.„Weiter!— Lassen Sie mich zunächst die nackten Tatsachen erfahern!" Die Gesellschafterin gehorchte dem Befehl und erzählte mit jener erschöpfenden Klarheit, die ihre Ausdrucksweise in wichtigen Augenblicken haben konnte, alles, was sich seit ihrer Begegnung mit Baptiste in Frankenthal zugetragen hatte. Als sie in ihrem Bericht bis zu jenem Augenblick gelangt war, wo sie sich genötigt gesehen hatte den Doktor Hellbach und sodann auch den Justizrat Wachtmann teilweise ins Vertrauen zu ziehen, zog der Hörer seine Stirn in unmutige Falten. „Das war ein sehr bedenkliches Beginnen!— Gab es denn gar keine andere Möglichheit, der drohenden Gefahr vorzubeugen „Nein, gnädiger Herr— es gab keine!“ erwiderte sie mit beschaldenen Keitigkeit.„Eine ganze Nachs hindurch hatte ich mir den Kopf darüber zerbrochen, was ich tun sollte. Aber ich konnte keinen anderen Ausweg entdecken.— Sie waren für mich unerreichbar, und ich bin doch nur ein schwaches, unwissendes Weib.— Außerdem aber wußte ich, daß es keinen vertrauenswürdigeren Menschen auf der Welt gibt, als diesen jungen Arzt, und daß er unbedenklich alles tun würde, wus zum Schutze seiner Patientin notwendig „Nun gut— ich will zu Ihrer Klugheit das Vertrauen hegen, daß Sie keine verhüingnisvolle Torheit begangen haben. Fahren Sie also in Ihrer Geschichte Nun unterbrach er sie nicht mehr, bis sie zu Ende gekommen war. Gegen den Schluß ihres Berichtes hatte er sich wieder in den Sessel vor dem Schreibtisch niedergelassen und den Kopf nachdenklich in die Hand gestützt. Auch als sie schon seit einigen Minuten schwieg, verharrte er noch immer in dieser Stellung. Endlich richtete er sich auf, aber der Ausdruck seines Gesichts war sorgenvoller als vorher. „Wir haben es mit inem furchtbaren Gegner zu tun, Zorka— mit einem Gegner, der vor keinem Mittel zurückschreckt, um seine Ziele zu erreichen, und der noch gefährlicher ist, als ich es vorausgesehen halte. — Aber dies Unternehmen erscheint mir so abenteuerlich und so gewagt, daß ich mich noch immer eines leisen Zweifels nicht erwehren kann, oo er diesmal auch wirklich seine Hände dabei im Spiel gehabt. Vielleicht handelte es sich doch um einen gewöhnlichen Einbruchsversuch.“ „Ich bitté um Verzeihung, gnädiger Herr— aber ich vergaß, Ihnen zu sagen, daß man mir Gelegenheit gegeben hat, die drei Verbrecher zu sehen, und daß ich einen von ihnen mit aller Bestimmtheit erkannt heie „Ah, das ändert freilich die Sache!— Und wer ist es Ihrer Meinung nach gewesen?" „Ein gewisser Milan Gruitsch— ein übel beleumundetes Individuum, das einmal auf den Befehl des Herzogs wegen wiederholter Diebstähle und Gewalttätigkeiten bis aufs Blut ausgepeitscht wurde. Er hätte sich wahrlich kein besseres Werkzeug aussuchen können als diesen Menschen, der nach meiner Ueberzeugung auch vor dem entsetzlichsten Verbrechen nicht zurückschrecken würde.“ „Haben Sie irgend lemanden pon Ihrer Entdeckung Mlltschlung gamacht!“ ##Zein,„dazu glaubte ich mich nicht berechtigt. Ich habe vielmehr, als man mich befragte, geantworte# daß mir die drei Leute vollständig unbekannt seien „Aber jener Gruitsch selbst?— Er muß Sie do ebenfalls erkannt haben.— Hat er sich denn nich“## raten?" „Er hat mich gar nicht zu Gesicht bekommen, d. ich beobachtete die drei durch eine Türspalte, ohne sie eine Ahnung davon hatten.“ „.„A, das ist gut„das ist sehr gut!— Geschah so auf Iyren Wunsch?“ „Nein, der Polizeikommissar, der die Ueberrur pelung und Verhaftung der Verbrecher bewirkte, hat es selbst vorgeschlagen.— Er wollte mir, wie er sag ersparen, ohne Not auch noch in diese zweite Angegenheit verwickelt zu werden.“ Wieder machte ihre Mitteilung den andern na denklich. „Diese Rücksichtnahme will mir beinahe etwas re oachtig vorkommen.— Ich kann überhaupt in d ganzen Sache noch nicht völlig klar sehen.— Bris man denn die beiden Anschläge nicht miteinander Zusammenhang? Und hält man die Einbrecher n für dieselben Uebeltäter, die die Brandstiftung u die Ermordung unserer armen Hilda auf dem.###### sen haben?“ * Zorka zuckte mit den Achseln. „Wahrscheinlich hat man wohr ansangs an### Derartiges gedocht. Lber es scheint, daß die kenthaler Behörden nicht an einem Uebernaß v. Scharfsinn leiden.— Ich habe bei jener gestrigen Ko frontation auch einen Teil der Vernehmung mit anhört, der die drei Verhafteten durch den Krimina. kommissar unterworfen wurden. Und da sah es gan, so aus, als ob man es cen Leuten geflissentlich leich machen wollte, den Kovf aus der Schlinge zu ziehen ohne daß sie ihren Auftraggeber preisgeben müßten — Aber wie auch immer es damit sein mag, das ei## ist jedenfalls gewiß: dieser Gruitsch wird seinen Herrr nicht verraten, auch nicht, wenn er sich damit ein paai Jahre Zuchthaus ersparen könnte.— Er rechnet jeden falls auf eine große Belohnung, und für eine genügende Summe Geldes läßt sich das Volk da unten wenn es sein muß, lebenoig die Haut vom Leibe zie hen: Kortsetzung kolat. Lagint Archt Gasnr, Die Freilichtbühne. Im Hinblick auf den erstmaligen Versuch einer Freilichtaufführung in der hiesigen Gegend, welche uns in Castrop am Sonntag und Montag abend unter Mitwirkung von 120 Personen die Wiedergabe von Schillers„Wilhelm Tell" bringen wird, dürften unseren Leserkreis nachstehende Ausführungen besonders interessieren, welche Edmund Schopen in einer der letzten Ausgaben der„Köln. Ztg. unter der Ueberschrift„Für oder wider die Freilichtbühne" machte. „In Kunstkreisen ist die Naturtheaterfrage noch keineswegs einhellig gelöst. Geguerschaft ist an und für sich das Näherliegende, wenn auch vielleicht zum Teil durch konservatives Beharrungsvermögen erklärt. Zweifellos ist das Freilichtspiel der geschlossenen Bühne gegenüber eine Vergröberung der schauspielerischen Kunstmittel. Die Modulationsskala ist im freien Raum, der größern Stimmaufwand fordert als der geschlossene beschränkter. Das Freilicht verlangt dem Ramvonlicht der künstlichen Beleuchtung gegenüber eine ganz andere Schminktechnik und Kostümfarbenwahl. Die Regier kann die Szenerie nicht der Handlung. sondern muß die Handlung der gegebenen, im wesentlichen unveränderlichen Szeverie anpassen. Es läßt sich nicht mit der freihaffenden Künstlerphantasie jede beliebige Illukon wecken die in den Möglichkeiten einer sich imnier mehr vervollkommnenden Theatermaschinerie berettliegt, vielmehr ist die Handlung in die feste nierlage des gegebenen Naturbildes hineinzukomponieren. Das sind unleugbar starke Beschränkungen des freischaffenden Künstlers der Regie. Er hat im Grunde nur eine Kulisse, nur eine Beleuchtung, nur ein Bühnenbild zur Verfügung, das innerhalb der Aufführung nicht die geringste Veränderung erfahren kann. Er kann nicht mit dem Vorhang arbeiten. Das sind alles Umstände, die die Regiemöglichkeiten einschränken und die Regieaufgaben erschweren. Aber reizt nicht die Erschwerung der Aufgabe den echten Künstler erst recht zu ihrer Lösung? Wenn diese Lösung ein größeres Kunstwerk verheißt als das des Innentheaters, dann gewiß! Und hier liegt eben die entscheidende Frage: Wie ist die Freilichtaufführung künstlerisch zu beurteilen gegenüber der geschlossenen Bühne? Das Formideal des Theaters ist die Illusion der Naturechtheit. Unter Naturechtheit ist nicht nur die Realistik des äußern Bühnenbildes gemeint, sondern vor allem die anscheinende Wahrhaftigkeit der innern Handlung. Auch die stilisierte Bühne, auch die neutrale Bühne können in diesem Sinne das Gefühl der Naturechtheit wecken, ja, sie steigern es noch sogar durch Beseitigung jeder leicht durchschaubaren Illusion äußerer Realistik und durch straffe Konzentration auf diese innere Handlung. Gerade die stilisierte und neutvale Bühne bezeugen die Selbsterkenntnis der Regie, daß keine gemalte Theaterkulisse die wirkliche Illusion der äußern Naturechtheit zu geben vermag, daß nur die innere Naturechtheit im Spiel des Schausvielers erfolgreich vorgetäuscht werden kann. Vielleicht ist gerade aus diesem Empfinden heraus, das sich in der freilich nicht überall duuchführbaren Bevorzugung des neutralen Bühnenbildes immer bewußter aussprach, die Flucht in die echte Natur selbst entstanden. An Stelle der gemalten Reälistik die naturechte Realistik zu setzen, war allerdings die radikale Lösung der tastenden Versuche um Naturechtheit, um Beseitigung der unvollkommenen Illusion auch in der äußern Handlung. Das altgriechische Theater der attischen Tragödie war in der Tat ein Freilichttheater in diesem Sinne, das unter echtem Himmel und in natürlicher Beleuchtung und mit einem im Wesentlichen unveränderlichen Bühnenbild spielte. Die Rückkehr zu diesem Prinzip erzielt zweifellos das größte Kunstwerk und die vollkommenere, theaterflitterfreie Illusion.“ Verzeichnis der Sieger „ in den Reschssugendwettkämpfen. III. Altersstufe(Jahrgang 1905=04). Sechskampf: 100 Meter=Lauf. Weitsprung, Kugelstoßen, Reck, Barren, Pserd. 1. Heinrich Becker*, Realg., 106 Punkte. 2. Franz Gottlardts, Realg, 94 P. 3. Aug. Wortmann, Castr. Turnver., 98 4. Herbert Fischer“, Realg., 91 5. Heinrich Papenheim“, Realg., 90 P. Dreikampf: 100 Meter=Lauf, Weitsprung, Kugelstoßen. 1. Erich Wolkewitz*, Realg., 75 Punkte. 2 Heinrich Becker Realg., 56 P. 3. Theo Schulte, Castroper Turnver., 51 4. Franz Gotthardt, Realg., 48 P. 5. Wilh. Göddeke, Castroper Turnver., 44 P. 6. Herbert Fischer, Realg., 44 P. 7. Wilh. Nierhoff, Castr. Turnver., 42 P. 6. Heinr. Papenheim, Realg., 42 7. Heinr. Otting, Castr. Turnver., 40 7. Aug. Wortmann, Castr. Turnver., 40 II. Altersstufe(Jahrgang 1907/06). Sechskampf: 100=Meter=Lauf, Hochsprung, Schlagballweitwurf, Reck, Barren, Pferd. 1. Friedhelm Linkweg*, Realg., 108 Punkte 1. Werner Kleiner, Realg., 108 2. Wilh. Gerstokrax, Castr. Sportv., 104 P. 3. Ewald Recktewald, Castr. Turn., 103 P. 4. Fritz Salomon, Castr. Turnv., 103 5. Wilh. Schul. Castr. Turnv., 101 6. Franz Rothmanns Realg., 100 P. 7. Edmund Fisseler*, Realg., 96 P. 8. Karl Peiner, Realg., 95 P. 9. Erich Kaltenpoth“, Realg., 87 P. 10. Wilh. Mündelein* Realg., 82 P. 11. Heinr. Schulte=Mausbeck“, Realg., 81 P. Dreikampf: 100=Meter=Lauf, Hochsprung, Schlagballweitwurf. 1. Friedhelm Linkweg. Realg., 59 P. 1. Wilh. Schul. Castr. Turnv., 59 P. 2. Franz Rottmann. Realg. 55 P. 3. Karl Peine, Realg., 54 4. Werner Kleine, Realg., 53 P. 5. Fritz Salomon, Castr. Turnv., 51 P. 6. Ewald Recktewald, Castr. Turnv., 49 P. 7. Edmund Fisseler, Realg., 48 P. 7. Hermann Nolte“ Realg., 48 P. 8. Wilh. Mündelein, Realg., 41 P. 8. Emil Scheer, Gewerkv. christl. Bergarb., 41 P. I. Altersstufe.(1909/08). Dreikampf: 100=Meter=Lauf, Weitsprung, Schlagballweitwurf. 1. Heinr. Dickel“ Realg., 89 P. 2. Heinr. Altheide“, Realg., 79 P. 8. Heinr. Grüning. Augustasch., 76 P. 4. Hubert Kuttler, Realg., 74 P 5. Karl Wörmsdorf“ Realg., 70 P. 6. Friedr. Besser, Augustasch., 66 P. 7. Friedr. Scherer, Augustasch., 62 P. 8. Friedr. Stickel, Viktoriasch., 60 P. 8. Theodor Sorge, Viktoriasch., 60 P. 8. Friedr. Waskönig*, Realg., 60 P. 9. Alois Kessebohm. Augustasch., 59 P. 9. Haus Sembdner“ Realg., 50 P. 9. Heinr. Komvernaß, Melanchthonsch., 52 P. 10. Rudolf Broder, Melanchthonsch., 58 P. 10. Rudolf Babel. Augustasch., 58 P. 10. Josef Deus, Augustasch., 58 P 10. Heinr. Kühn, Franziskussch., 58 P. 11. Fritz Weiland, Altstadtsch., 57 P. 11. Wilh. Fröhling, Altstadtsch., 57 P. 11. Rudolf Stratmann“, Realg., 57 P. 12. Bernh. Bertels. Altstadtsch., 56 P. 12. Friedr. Wolkenhauer, Luthersch., 56 P. 13. Franz Lasickt. Franziskussch., 55 P. 14. Wilh. Hensel“ Realg., 54 P. 14. Josef Schaperdot. Augustasch., 54 P 14. Wilh. Balera, Luthersch., 54 P. 15. Heinr. Schulze, Viktoriasch 53 P. 15. Robert Jungs. Realg., 53 P. 15 Ernst Middel“ Realg., 53 P. 16. Alfred Schmirt, Melauchthonsch.. 52 W 16. Herbert Joswig. Melanchthonsch., 52 9“ 16. Heinr. Kemna, Viktorisch., 52 P. 16 Otto Müller“ Realg., 52 P. 17. Heinr. Tacke? Realg., 51 P. 17. Albert Wagner, Altstadtsch., 51 P 17. Wilh. Ovalka, Viktoriasch., 51 P. 17. Stefan Kwiatkowski. Augustasch., 51 P. 18. Anton Pineremski. Viktoriasch., 50 P 18. Wilh. Lipperheide, Altstadtsch. 50 P. 18. Kurt Sehne, Castr. Turnv., 50 P. 18. Joh. Eleganczik, Altstadtsch., 50 18. Artur Möller*, Realg., 50 P. 18 Heinr. Mozarka, Luthersch., 50 P. 18. 19. 19. 19. 19. 19. 20. 20. 20. 20. 21. 21. 21. 21. 21. 21. 22. 22. 22. 22. 22. 22. 22. 23. 23. Karr Bagemeler, Franziskussch., 60 p. Cäsar Schirmer, Luthersch., 50 P. Wilh. Sasse, Franziskussch., 49 P. Artur Schewe, Melanchthonsch., 40 P. Heinr. Rottmann“, Realg., 49 P. Paul Kurp, Viktoriasch., 49 P. Fritz Kröselber, Altstadtsch., 49 P. Wilh., Grundmann, Melauchthonsch., 48 P. Hans Bieröpel, Luthersch., 48 P. Rudolf Höchst“, Realg., 48 P. Eugen Weskamp, Viktorisch., 48 P. Hans Müller, Castr. Turnv., 47 P. Kasimir Rydzynski, Augustasch., 47 P. Erich Schween“ Realg., 47 P. Fritz Westerbusch. Altstadtsch., 47 P. Jos. Ohlberger, Franziskussch., 47 P. Friedr. Guthoff. Franziskussch., 47 Franz de Hooghe. Viktoriasch., 46 P. Artur Joswig. Melanchthonsch., 46 P. Michael Suinka. Augustasch., 46 P. Michael Luffa, Augustasch., 46 P. Heinr. Schmidt. Relauchthonsch., 46 P. Walter Sach, Mittelfeldsch., 46 P. Wilh. von Hören, Luthersch., 46 P. Erich Träger, Melauchthonsch., 45 P. Franz Haremsa, Mittelseldsch., 45 P. 23 Heinr. Krumtäneer. Augustasch., 45 P. 23. Herm. Wolff, Melanchthonsch., 45 P. 23. Alvis Schulte. Altstadtsch., 45 P. 23. Josef Blum, Augustasch., 45 P. 23. Rolf Froböses Realg., 45 P. 28. Walter Friebel“ Realg., 45 P. 23. Johann Wichlacz, Mittelfeldsch., 45 P. 21. Walter Jäger, Lutbersch., 41 P. 24. Roman Gbiorcenk, Franziskussch., 44 P. 24. Friedr. Hiller, Augustasch., 44 P. 24. Herm. Radihke, Mittelfeldsch., 44 P. 24. Hubert Wadenpohl. Augustasch., 44 P. 24. Max Erfkemver“ Realg., 44 P. 24 Heinr. Steden, Altstadtsch., 44 P. 25. Otto Weimenn, Franziskussch., 43 P. 26. Paul Lorenz. Melauchthonsch., 42 P. 26. Franz Brodziak. Altstadtsch., 42 P. 26. Karl Kovotz. Mittelseldsch., 42 P. 26. Heinr. Reich, Mittelfelfsch., 42 P. 26. Heinr. Nacke“. Realg., 42 P. 26. Bernh. Komalewski. Franziskussch., 42 P. 27. Josef Tewes. Altstadtsch., 41 P. 27. Gustan Curtinat, Luthersch., 41 P 27 Joh. Witzak, Franziskussch., 41 P. 27. Wladislaus Bartkowiak, Franziskussch., 41 P. 27. Wilh. Sasse, Augustasch., 41 P. 28. Erasmus Ciszemski. Franziskussch., 40 P. 28 Franz Sofka, Viktoriasch., 40 P. Die mit einem* versehenen Wetturner sind zugleich Mitglieder des Castroper Turnvereins 1874. 43 Ein Vermächtnis. Roman von W. Waldbröhl., der Eieler Freiha'en u. das Reich. Noch kurz vor seiner Ferienpause hat der Reichstag das Gesetz über die Schaffung eines Freihasengebietes im Kieler Hafen in allen drei Lesungen angenommen. Diese einmütige Unterstützung, die der Reichstag damit den Bestrebungen der Stadt Kiel, ihren alten Kriegshafen zu einem Umschlag= und Stapelplatz für den Ueberseehandel auszugestalten, angebeihen läßt, stellt nur einen gerechten Ausgleich dar für die schweren Schädigungen, die die mächtig aufblühende Hauptstadt Schleswig=Holsteins durch den Kriegsausgang und den Verlust der mächtigen deutschen Kriegsflotte erlitten hat. Kiels Entwicklung zur Großstadt, die in den letzten Jahrzehnten immer rapider vor sich ging, datiert seit dem Aufblühen des Reichskriegshafens. Noch 1895 eine bescheidene Provinzialhauptstadt von 85000 Einwohnern zählte es 1914 bereits 220 000, bei Kriegsausgang 243000 Einwohner. In dieser Aufwärtsentwicklung spielte aber das Aufblühen der Schifsswerften und ihrer Hilfsindustrien, bei denen zeitweise mehr als 40000 Arbeiter Beschäftigung fanden, die Hauptrolle. Es konnte nicht ausbleiben, daß bei dieser einseitigen Gestaltung, die sich ganz den Bedürfnissen der Marine anpaßte, manche andere an sich aussichtsvolle Zweige des Erwerbslebens, wie die Handelsschiffahrt sowie der Holz=, Getreide= und Speditionshandel, leiden mußten, weil ihnen nicht die gleiche Aufmerksamkeit und Förderung, wie den Interessen der Reichsmarine zugewendet werden konnte. Reiche Zukunftsmöglichkeiten, die die Lage am NordOstseekanal der Stadt und ihren Handel= und Gewerbebetreibenden bot, mußten mangels genügender Förderung vernachlässigt werden. So blieb Kiel als Handelsstadt weit hinter seinen „Nun, jedenfalls können wir im Augenblick nicht pas Geringste tun, um einen Einfluß auf den Verlauf der Dinge in Frankenthal zu gewinnen. Wir müssen sie vlelmehr gehen lassen, wie es nun einmal im Rate des Schicksals beschlossen ist. Und da es sich wahrscheinlich überhaupt nur noch um ein paar Wochen handelt, bis die endgültige Entscheidung fallen muß, scheinen nir die Enthüllungen, die dort erfolgen könnten, auch eicht das Wichtigste zu sein.— Die rechte Erklärung ür den inneren Zusammenhang und die wahre Bedeuung der Ereignisse würden die dortigen Behörden ja ach nicht ergründen können.— Von viel größerer chtigkeit ist für mich jetzt das Befinden Ihres Schütz13s.— Deshalb vor allem wünschte ich mit Ihnen zu rechen. Adas Genesung hat, wie ich hoffe, inzwiheu weitere Forischritte gemacht?“ „Sie ist außer jeder Gefahr, gnädigster Herr! Nur hre Fähigkeit, sich zu bewegen, läßt noch einiges zu vünschen übrig. Aber Doktor Hellbach sagt, daß auch die Wiederkehr dieser Fähigkeit nur noch eine Frage von Tagen sein wird.“ „Sehr schön!— Aber ihr Geist?— Hat sich ihr geschwundenes Erinnerungsvermögen nun endlich wieder eingestellt?“ „Ich kann darauf weder mit einem einfachen Ja, noch mit einem runden Nein antworten.— An einiges aus ihrem vergangenen Leben erinnert sie sich mit erstaunlicher Deutlichkeit; anderes aber scheint ihrem Gedächtnis noch immer vollständig entschwunden zu sein.“ „Hat sie sich auf die Vorgange in jener Nacht besennen!“ „Nein— wenigstens nicht mit voller Klarheit.— Gerade an diesem Morgen allerdings richtete sie einige Fragen an mich, aus denen hervorging, daß es auch da chon zu dämmern anfängt.— Vielleicht geschah es deshalb, weil wir uns gestern endlich entschlossen haben, sie von dem Tode ihrer Zwillingsschwester nach schonender Vorbereitung in Kenntnis zu setzen.“ „Ah!— Und wie hat sie die Nachricht aufgenommen?“ „Ganz so ruhig, wie ich es vorausgesehen hatte. Elbda war eben die jetzt für sie nur noch ein Schatten. die wahre Trauer um sie wird sich wohl erst mit der Wiederkehr des vollen Erinnerungsvermögens einstellen. „Haben Sie nicht versucht, mit Fragen und Erzählungen ein wenig nachzuhelfen?“ „Nein.— Das durfte ich nicht!“ Warum nicht?— Wer hatte es Ihnen verboten?“ „Doktor Hellbach. Er fürchtete davon eine nachteilige Wirkung auf Adas Zustand und meinte, daß man dem natürlichen Verlauf des seelischen Genesungsprozesses in keiner Weise vorgreisen dürfe." „Nun, es ist möglich, daß er damit recht hatte. Aber die Umstände gestalten uns leider nicht, bis ins Unbegrenzte zu warten. Die Zeit drängt, und die Folgen ließen sich gar nicht ausdenken, wenn Ada nicht längstens inerhalb eines Monats wieder in den vollen Besitz ihrer Geisteskräfte gelangt wäre. Sind Sie nach Ihren Teobachtungn der Ansicht, daß es der Fall sein woird?" „Ich habe darüber kein Urteil. Der Einzige, der Ihnen auf diese Frage Antwort geben könnte, wäre wohl der Doktor Hellbach.“ „Ja, wenn man wüßte, inwieweit man sich diesem Manne anvertrauen darf!— Ich gestehe, daß ich bereits mit mir zu Rate gegangen bin, ob ich nicht wirklich am besten täte, selbst mit ihm zu sprechen. Aber es ist ein großes Wagnis. Und ich kann mich noch immer nicht recht dazu entschließen. „Wenn es nur auf die Frage ankommt, ob der Doktor ein Mann von Ehre und Rechtschaffenheit ist, so möchte ich jede Bürgschaft für ihn übernehmen.— Obwohl ich weiß, daß er mir mißtraut und hinter meinem Verhalten vielleicht allerlei sträfliche Geheimnisse vermutet, hat er sich doch mir gegenüber immer musterhaft benommen.— Und für das gnädige Fräulein würde er vollends unbedenklich durch Feuer und Wasser gehen. Ohne sogleich zu antworten, griff der Unbekannte nach einem auf dem Tische liegenden Kursbuch und begann darin zu blättern. Nach einer Weile sagte er: „In einer halben Stunde geht ein Schnellzug nach Frankenthal. Halten Sie es für möglich, noch in später Abendstunde eine Unterredung mit Doktor Hellbach zu erlangen? Denn ich könnte nicht länger als eine einzige Nacht dort verweilen und müßte unbedingt morgen mit dem ersten Zuge hierher zurückkehren.“ „Ich bin sicher, daß Sie ihn in seiner Wohnung antreffen, und daß er zu jeder Stunde des Tages oder der Nacht zu sprechen sein wird, wenn er hört, daß er sich um Fräuleln##da bandest.? Konkurlenten Hamburg und Lübeck zurück. Um so größer mußte der Schaden sein, als nach Kriegsausgang die deutsche Flotte zertrümmert wurde und der Reichskriegshafen, der der wirtschaftlichen Entwicklung Kiels als Grundlage diente, völlig verödete. Die Marinegarnison, die den Bewohnern mannigfache Verdinstmöglichkeiten geboten hatte, verschwand fast restlos. Die Werften und ihre Hilfsindustrien büßten die großen Aufträge der Reichskriegsmarine ein und waren darauf angewiesen, sich auf die Bedürfnisse der Handelsschiffahrt umzustellen. So bleibt auch der Stadt Kiel selbst nichts anderes übrig, als ihre ganze Eristenz auf eine neue Grundlage zu stellen, nachdem sie die alte verloren hatte. Dazu ist aber vor allen Dingen der Ausbau des Kieler Hasens zu einem Handelshasen die notwendige Voraussetzung. Kiel liegt für diesen Zweck überaus günstig, da es zugleich der östlichste Nordsee= und der westlichste stseehafen ist und außerdem durch den NordOstseekanal den besten Verkehrszweig für die Schiffahrt zur Verfügung hat. Der Kieler Hasen ist der von der Natur gegebene Sitz des Umschlagverkehrs von der atlandischen auf die Ostsee=Tonnage, der heute in Hamburg und Kopenhagen sich konzentriert. Damit aber Kiel den Hamburger Hasen entlasten und mit ihm in einem gesunden Wettbewerb treten kann. ist in erster Linie die Genehmigung des Reichs zur Errichtung eines Freihafens notwendig, die, nach mancherlei bedauerlichen Verzögerungen, Reichsregierung und Reichslag nunmehr erteilt haben. Darüber hinaus hat die Kieler Stadtverwaltung an das Reich und au Preußen einen Antrag auf inanzielle Unterstützung gestellt, dem gegenüber das Reschsfinanzministerium angesichts der bekannten Finanzlage des Reiches sich leider abkehnend verhalten hat. Trotzdem darf man wohl hossen, daß die Reichsregierung, die in der Freihafenfrage beim Reichstag auf die bereitwilligste Unterstützung aller politischen Parteien gestoßen ist. auch in der Frage sinanzieller Unterstützung noch nicht das letzte Wort gesprochen hat. Der enge Zusammenhang zwischen der heutigen Notlage Kiels und der Verödung des Reichskriegshafens ist unbestreitbar. Reich und Staat find durch ihre eigenen Interessen verpflichtet, der infolge des traurigen Kriegsausgangs und des harten Schicksals, das die deutsche Kriegsflotte betroffen hat, besonders schwer bedrängten Stadt Kiel zu Hilfe zu kommen. Das Geld, das hier aus Mitteln der Allgemeinheit aufgewendet wird, wird nicht vergeblich ausgegeben sein, sondern es wird reichste Früchte tragen, nicht nur für Kiels in Not und Bedrängnis geratenen Bewohner, sondern für die Volksgesamtheit, die mehr denn je auf die Wiederaufrichtung und Förderung von Handel und Industrie, Verkehr und Schiffahrt die allergrößte Aufmerksamkeit richten und hierfür zunächst wo es notwendig und angebracht, auch finanziell Opfer bringen muß. Sottesdienstordnung. Kath. Kirche Castrop. 6 Uhr 1. hl. Messe..45 Uhr 2. hl. Messe mit Prediat. 7,45 Uhr Polenmesse 8,30 Uhr Kindermesse mit Predigt. 9,30 Uhr Hochamt mit Predigt. 10,45 Uhr letzte hl. Messe mit Predigt..30 Uhr Andacht. 5 Uhr Andacht. Evgl. Kirche Castrop. ½8 Uhr Frühgottesdienst, Pastor Hies. ½10 Uhr Hauptgottesdienst, Pastor Balster. 10¾ Uhr Kindergottesdienst. Evgl. Kirche Habinghorst. 9½ Uhr Gottesdienst, Pastor Rüping. 10½ Uhr Taufen. 11 Uhr Kindergottesdienst. Donnerstag, 3. August, nachm. 2½ Uhr Ausflug des Frauenvereins nach dem Kanal= schloß. Katb. Kirche Heurichenburg. 6 Uhr Frühmesse. ½10 Uhr Hochamt. Evgl. Kirche Ickern. 9¾ Uhr Gottesdienst, Pastor Bastel. 10¾ Uhr Taufen. 11 Uhr Kindergottesdienst. Kirchl. Blankrenzverein. Abends 7½ Uhr im Gemeindehaus Vortrag, Bundessekretär Veer, Weitmar. Kirchl. ergl. Gemeinschaftsbund Amtsstr. 17. Sonntag nachm. 3½ Uhr Evangelisation. 5 Uhr Uebungsstunde. Mittwoch 6 Uhr abends Bibelstunde. 8 Uhr Chor=Uebungsstunde. Kirchl. Gemeinschaft im Ev. Gemeindehaus. Sonntag abend 6 Uhr Evangelisation, Herr Rektor Ewald. Herne. Dienstag abend 8 Uhr Bibelstunde, Br. Vetter, Werne. Freitag abend 8 Uhr Singstunde des Gem. Chors. „Nun gut, dann erübrigen sich einstweilen alle weiteren Auseinandersetzungen zwischen uns beiden! Denn von dem Ausfall meiner Unterredung mit dem Arzt wird es abhängen, welche Aufträge ich Ihnen noch zu erteilen habe. Möglicherweise kann er selber ihre Vermittlung übernehmen. Selbstverständlich darf bei unserer Ankunft in Frankenthal niemand etwas davon merken, daß wir zusammengehören. Ich empfehle Ihnen also, sich schon jetzt zum Bahnhof zu begeben und weder hier noch in Frankenthal irgend wie zu verraten, daß Sie mich kennen. Die Wohnung des Doktor Hellbach ist mir bekannt, und ich werde mich gleich nach meinem Eintreffen zu ihm begeben. Allerdings hätte ich es vorgezogen, die ganze Reise in meinem Kraftwagen zu machen, aber damit würde zuviel kostbare Zeit verloren gehen, die ich unter den obwaltenden Umständen nicht mehr zur Verfügung habe.“ Zorka war entlassen, und der draußen harrende Gruber sah sie schneller, als er erwartet hatte, wieder aus dem Hause zum Vorschein kommen. Sie auf ihren weiteren Wegen zu verfolgen, hatte keinen Zweck, denn seine Wißbegierde galt nicht ihr, sondern dem geheimnisvollen Unbekannten, dem sie ihre Berichte erstattete, und von dem sie ihre Weisungen empfing. Und er hatte Vorsorge getroffen, diesen nicht so leicht aus den Augen zu verlieren, wenn er in seinem noch immer wartenden Auto davonfahren würde. Die Worte, die er vorhin mit dem Kriminalbeamten an der anderen Seite des Hauses gewechselt, hatten diesen veranlaßt, sich an die nächste erreichbare Fernsprechstelle zu begeben und eine Meldung beim Polizei=Präsidium zu erstatten. Dann war er auf seinen Posten zurückgekehrt, eine Viertelstunde später aber war ein zweiter Beamter auf einem Motorrad herangesaust, hatte in der Nähe des Kollegen haltgemacht und sich eine kleine Weile mit ihm unterhalten. Das Ergebnis der Besprechung war gewesen, daß der Mann mit dem Motorrad um den Häuserblock herum zu dem vorderen Eingang fuhr und auf einen Wink des Frankenthaler Polizeikommissars sein Fahrzeug in ziemlicher Nähe des Luxusautos an einen Baum lehnte, um sich selber alsdann irgend wohin zurückzuziehen. Er war keineswegs zu früh gekommen, denn schon wenige Minuten, nachdem die Gestalt der Gesellschafterin den Blicken Grubers entschwunden war, öffnete sich die Haustür, und der Unbekannte trat heraus. Was4 #r den Thaufleur saate, konnde der Kommisson nichts verstehen, weil sein Beobachtungsposten zu weit fernt war. Aber es bedurfte dessen so auch nicht.# ihm seine guten Augen zu ersetzen vermochten, wa sein Ohr nicht hatte erhaschen können. Fast in den nämlichen Augenblick, da das Automodll sich in Bewa gung setzte, saß er schon im Sattel des Motorrades, an dessen Handhabung er sich ebenso gut verstand wie an hundert andere für einen tüchtigen Kriminaldeamten unentbehrliche Dinge, und in so kurzem Abstande fuhr er jetzt hinter dem Kraftwagen her, daß die Möglichkeit, er könne ihm im Straßengewühl entwischen, aus geschlossen blieb. Sobald er die Gewißheit erlangt zu haben glaubte, daß der Bahnhof das Ziel des Verfolgten war— ein paar Dutzend Schritte vor dem Bahnhofsgeände—, ratierte er sogar an dem Auto vorüber, ließ sein Rad vor der Tür der Gepäckexpedition stehen, erteilte einem rasch herzugeeilten Kofferträger einen kurzen Auftrag und gelangte dann eben noch rechtzeitig in die große Eingangshalle, um zugleich mit dem stattlichen Unbekannten an den Fahrkartenschalter zu treten. Er hörte, daß jener sich eine Fahrkarte erster Klasse nach Frankenthal löste, und selten war er voll so hoher Genugtuung über das Gelingen eines kecken Streiches gewesen, als in diesem Augenblick 14. Kapitel. Der Schlelek beginnt sich zu heben. Doktor Hellbach saß mit einem Buche in der Hand aber mehr träumend als lesend. in seinem Arbeitszimme, als die Glocke anschlug. Mit einem kleinen Seuf zer legte er seine Lektüre beiseite, um sich zum Ausgehen bereit zu machen. Denn er zweifelte nicht, daß zu einem Erkrankten gerufen werden sollte; und ob wohl er viel lieber an seinen sonnigen Luftschlösser weitergebaut hätte, dachte er doch keinen Augenblic daran, sich seiner ärztlichen Pflicht, die ihm heilig war als sonst etwas auf der Welt, zu entziehen. Das Mädchen, das dem späten Besucher geöffne hatte, kam herein, um zu melden:„Es ist ein Herr da, der fragen läßt, ob der Herr Doktor ihm trotz der soch ten Stunde in einer sehr wichkigen Angelegenheit Ge hör schenken möchte. Er würde dem Herrn Doktor### außerordentlich dandbar setn. Gertebung Um nach amert wirtdlage 1. die ichleiDie ground edürfnichts eine alte ingen Kiel 8 zulichste Nord= die Hasen UmOstopenden in eiist in zur nach eichssaben. ltung a auf nüber r ber abwohl Freilligste stoßen itzung Der Notriegssind der d des flotte Stadt hier wird, rn es Kiels ihner, denn ; von ffahrt hierracht, .45 messe Hoche mit ottesdienst, t. dienst, nderI. 2½ analmesse. Pargot ir im Veer r. 17. Uhr Zibelhaus. RekZibelUhr glaubte, r— ein ände— sein Rad te einem Auftrag die große en UnbeEr hörte, ich Fran: Genuges geween. er beitszim en Seuf um Aust t, daß er und ob schlösser ugenblich heilig R geöffne Herr da 7735.-:0 .— 1— 13•—; ur Wöchentlich erscheinende Mitteilungen R Png für soziale und wirtschaftliche Fragen 973 Mbnigegeunungaun unsenean e 95 unschesehhrhche Brüder in Rot. Es sagt ein Schrei sernüberher, Der weint so wild, der klagt so schwer, Vom Morgenlicht ins Abendrot: „Brüder in Not! Brüder in Not!“ Kyrie eleison! Deutsche Brüder in Nacht und Not! Der Hunger frißt, es würgt der Tod! Ist keine Seel, ist keine Hand, Die sich erbarmt im Heimatland Unsrer, die wir sterben? Oh. Bruder mein, oh, Bruder mein, sch will dein Bitter und Fürsprech sein. Wir schiagen wild an Deutschlands Tür, Will weinen und flehn und schrei'n mit dir: „Brüder in Not!“ Wer ist, der da noch lacht im Licht Und hört den Schrei und weinte nicht? Bräch' nicht hervor aus seinem Haus Und schüttet seine Gaben aus Mit Freuden? So kommt, die ihr noch habt und lebt, Und gebt und schenkt und schenkt und gebt! Brüder In Not““ hörst du es. Land? Gott sieht und segnet jede Hand, Die hilft und opfert. Amen! Ad. Holst. G genwart und Zukunft des deutschen Handiverks. Von Dr. E. Wienbeck=Hannover, Mitglied des Reichstags(Deutschnational). Die sogenannten Kathedersozialisten, das heißt die wolkswirtschaftlichen Hochschullehrer der sechziger und siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts, hatten ziemlich widerspruchslos die sozialistische Prophezeiung übernommen, daß die Entwicklung der Maschine und der Fabrik das Handwerk allmählich vernichten müsse. Die deutsche Gesetzgebung beugte sich ebenfalls zeitweise dieser Lehre, man zerschlug durch Einführung der Gewerbefreiheit im Jahre 1869 die alte strenge Organisation der Zünfte und Gilden, ohne etwas Neues an deren Stelle zu setzen. Der hierauf einsetzende Niedergang des Handwerks war schlimmer, als man je gedacht hatte. Außer dem Geschmack für gute Form wurden gute Ausbildung und die gute technische Ueberlieferung im Handwerk allmählich zugrunde gerichtet. Es gab Schneiderlehrlinge, die sich nach einjähriger Lehrzeit selbständig machten, den Meistertitel wollte niemand mehr führen, sondern jeder legte sich die Bezeichnung„Fabrikant" bei. Die Verwüstung allen guten Geschmacks im Bauwesen und im Innenausbau erregt noch Grausen bei rückschauender Erinnerung. Die Mietshäuser der neueren Stadtteile in ganz Deutschland sind hierfür ein trauriger Beweis. Alte Führer des Handwerks suchten zu retten, was zu retten war. Die öffentliche Meinung wurde allmählich umgestaltet. So war im Jahre 1897— leider viel zu spät— eine Reichstagsmehrheit, die ein neues Handwerksgesetz schuf und dadurch wenigstens die Innenorganisation, wenn auch in etwas schwächerer Form wieder erweckte. Das Hauptstück des Gesetzes war der Schutz der Meisterlehre un ddes Meistertitels, die Einführung der Gesellen= und Meisterprüfung und die Errichtung von Handwerkskammern, die als Selbstverwaltungskörper das Gesetz durchführen sollten. Das war im Jahre 1897; heute nach 25 Jahren kann man von einem wiedererstandenen deutschen Handwerk sprechen Die Tätigkeit der Kammern und Innungen schuf vor allem Aufklärung über den Bestand und Wert des alten deutschen Handwerks und erweckte dadurch so nachhaltige Eindrücke, daß nicht nur die Staatsverwaltung und die Parlamente, sondern auch schaffende Künstler aller Art, Architekten, technische Sachverständige, die unentbehrliche Handwerksarbeit für die deutsche Gewerbeentwicklung erkannten und betonten. Ja selbst im Fabrikgewerbe, in der Großindustrie, die nach der alten Lehre das Handwerk beseitigen sollte, empfand man deutlich, daß gute handwerkliche Technik die unversiegliche Quelle aller sogenannten Qualitätsprodukten bildet. Dieser Gedanke wurde vor allem in dem 1908 gegründeten Deutschen Werkbund anerkannt, der schon in seiner ersten großen Ausstellung zu Köln 1914 und noch mehr in der diesjährigen Gewerbeschau zu München klar bewies, daß alle gute Werkkunst auf ein gutes Handwerk zurückgeht. Auch die Kunstgewerbeschulen und die erst seit 20 Jahren stark erblühten Fortbildungsschulen haben sich auf diesen Gedanken eingestellt. Die Meister, Gesellen und Lehrlinge, die unter der geordneten Zucht des Gesetzes von 1897 nunmehr groß geworden sind, haben wieder etwas von dem alten Selbstbewußtsein des stolzen mittelalterlichen Handwerks gewonnen. Der Meistertitel kommt wieder zu Ehren. Nachdem nun auch die wissenschaftliche Statistik und Lehre, freilich noch immer etwas widerwillig, feststellen mußten, daß das Handwerk durch die Maschinen keineswegs verdrängt, und daß die Zunahme der Handwerkerbetriebe— heute schätzt man sie auf 1700000 in Deutschland— unverkennbar sei, hat man das Handwerk als vollberechtigten freien Berufsstand neben Handel. Industrie und Landwirtschaft überall wieder anerkannt und hat ihm z. B. in dem Reichswirtschaftsrat eine verhältnismäßig starke Vertretung zugebilligt. Der Reichsverband des Deutschen Handwerks, der sich nach dem Kriege aus den Innungen und Handwerkskammern, aus den Genossenschaften und Gewerbevereinen des Handwerks zusammengeschlossen hat, ist nun heute der Sprecher für neue Wünsche seines zukunftfrohen, starken Berufsstandes. Demnächst wird der Reichstag ein neues Perufsgesetz für das deutsche Handwerk beraten müssen. Hierin wird hauptsächlich eine lückenlose Pflichtorganisation für jeden selbständigen Handwerker in fachlichen Pflichtinnungen gefordert. Diese Innungen bleiben in Handwerks= und Gewerbekammern vereinigt, denen man einen starken Einfluß auf die gesunde Ausbildung des Nachwuchses und auf die Beteiligung des Handwerks an den deutschen Wirtschaftsaufgaben zubilligen will. Trotzdem muß das Handwerk einen starken Kampf gegen den in der Revolution hervorgerufenen marxistischen Einfluß führen. Die Gedanken, den selbständigen Gewerbebetrieb durch Sozialisierung und Kommunalisierung zu verstaatlichen, die Gesellen und Lehrlinge des Handwerks in die allgemeine Arbeiterarmee zu überführen und den Großbetrieben eine herrschende Stellung im deutschen Wirtschaftsleben zu geben, werden von gewissen Parteien unablässig verfolgt. Sie suchen heute ihren Niederschlag in den neuen Gesetzesvorschlägen über den Arbeitsnachweis, über die Schlichtungsordnung, über das Tarifrecht und über den Achtstundentag. Auch die immer neuen Steuern, namentlich die Gewerbesteuer, bedrohen das Handwerk mit tatsächlicher Vernichtung. Die Beteiligung des Handwerks an den großen Aufgaben der Städte und Gemeinden, an den Reparationsleistungen für den Friedensvertrag, versucht man immer wieder abzuschwächen, obwohl die Kriegswirtschaft sich sehr stark auf das Handwerk stützen mußte. Man darf hoffen, daß das neu erstarkte deutsche Handwerk, wenn es weiter einig bleibt, diese Gefahren überwindet. Es hat sich neben den gesetzmäßigen Organisationen noch außerdem starke politische Kampfverbände in den allerorts gegründeten großen Handwerkerbünden geschaffen, deren kraftvolle Kundgebungen in den großen Handwerkertagen verbunden mit Demonstrationszügen namentlich in Norddeutschland viel Beachtung finden. Auch im Reichstag und in den Landtagen hat sich die Zahl der Handwerkerabgeordneten stark vermehrt. Gegenwärtig bricht sich die Ueberzeugung Bahn, daß auch der Handwerkerberuf geistig und körperlich gut gebildete Kräfte für seinen Nachwuchs braucht. Junge Leute mit dem sogenannten Einjährigenzeugnis, ja selbst mit dem Reifezeugnis entschließen sich mehr und mehr zu diesem Beruf. So geht das alte deutsche Handwerk einer neuen Zukunft entgegen, einer Zukunft, die allerdings getragen werden muß von einer kräftigen Anerkennung dieses Standes in der Gesetzgebung, in der Verwaltung, in der Wirtschaft und in der öffentlichen Meinung. stiegenen Kartoffeln(alter Ernte) in der Berichtsze überall wesentlich verbilligt. Die erheblichen Preise höhungen infolge der neuerlichen Valutaverschlecht rung kommen in der Inderziffer für Juni noch nie zum Ausdruck. In den mittleren und kleineren Stä ten zeigt sich diesmal meist ein stärkerer Fortschritt zi Teuerung als in den Großstädten. Aus der Teuerungs= und Verhältniszahlen für Gemeinden nach den Erhebungen vom April 1922 b Juni 1922 ergibt sich u. a. für die nachstehenden Städ folgendes Bild: ist Von Alfred Biese=Frankfurt a. M. Idealismus ist der Glaube an Ideen. Ideen sind Mächte des Gedankens. sind geistige Kräfte. Man kann sie nicht mit Händen greifen, nicht mit Augen sehen. Es ist mit allem Geistigen so: du hörest sein Sausen wohl, aber du weißt nicht, woher es kommt und wohin es fährt. Das Geistige ist der Gegensatz zu dem Stofflichen. Sinnlichen, Nützlichen. Der Idealismus fragt nicht nach Schaden oder Gefahr. nach Tod und Teufel, er will nur das eine: das Wahre, das zugleich gut und schön ist. Der Idealismus kann nicht leben ohne Glauben an das Ewig=Dauernde, ohne Hoffnung auf die Zukunft, ohne Liebe zu Gott. Natur. Kunst und zu einem Menschentum, das in des eigenen Volkes Vollendung seine Gipfelung finden soll. Idealismus ist Stolz und Demut zugleich. Stolz auf die Gaben und Aufgaben, die dem Volke von der Vorsehung verliehen wurden, Stolz auf eine Geschichte geistigen und sittlichen, kriegerischen und wirtschaftlichen Heldentums, Demut vor der Größe des Wollens und der Höhe der Ziele. Idealismus ist Kraft, ist Mut, ist Zuversicht, ist Gottesgewißheit. In Gottesgewißheit aber wurzelt alles, was das Menschenherz fest und sicher und stark macht. Idealismus ist der Flug zu den ewigen Sternen am Himmel eines geistgenährten und geistgerichteten Lebens. Idealismus ist Weltüberwindung. ist Sieg im Reich des Ewigen. der Wachsende Teuerung. Die nach der Erhebung des Statistischen Reichsamts über den Aufwand für Ernährung, Heizung, Beleuchtung unud Wohnung berechnete Inderziffer für die Lebenshaltungskosten ist im Durchschnitt des Monats Juni auf 3779 gestiegen, gegenüber 3462 im Monat Mai. Die Steigerung beträgt demnach 9,2 v. H. gegen.0 v. H. vom April zum Mai. Die Ernährungskosten haben sich in ungefähr gleichem Maße wie die Gesamtausgaben erhöht (um.4 v..) Die Reichsindexziffer für die Ernährungskosten stellt sich im Durchschnitt des Monats Juni auf 5119. Die Steigerung der Lebenshaltungskosten ist hauptsächlich durch wesentliche Preiserhöhungen für Nährmittel. Fleisch, Fette. Zucker, Eier und Milch verursacht. Auch Brennstoffe sowie Gas und Elektrizität sind überall teurer geworden. Andererseits haben sich die in den Vormonaten besonders stark im Preise geDeutsche Wirtschaftszahlen. (Nach den Angaben des Statistischen Reichsamts „Wirtschaft und Statistik“.) Steinkohlenförderung(ausschließlich Saargebie 1921: September 11,6 Mill. T. Oktober November Dezember 11,9 Mill. T. 11.7 Mill. T. 11,9 Mill. T. 1922: Januar 12,1 Mill. 2 Februar 11,4 Mill. 2 März 13.1 Mill. 2 April 11.2 Mill. 2 Mai 12,1 Mill. 2 raunkohlenförderung: 1921: September 10,3 Mill. T. Oktober 10,5 Mill. T. November 10,4 Mill. T. Dezember 11,4 Mill. T. 1922: Januar 10,9 Mill. 2 Februar 10,0 Mill.? März 12,2 Mill. Aprtl 10,6 Mill. 2 Mai 11,4 Mill. 2 Koksproduktion: 1921: September 2,2 Mill. T. Oktober 2,3 Mill. T. November 2,3 Mill. T. Dezember 2,4 Mill. T. Kohlenlieferung 1921: September 1,6 Mill. T. Oktober 1,5 Mill. T. November 1,4 Mill. T. Dezember 1,4 Mill. T. 1922: Januar 2,4 Mill. Februan 2,1 Mill. März 2,5 Mill. April 2,5 Mill. Mai 2,5 Mill. an die Entente: 1922: Januar 1,6 Mill. 2 1,2 Mill. 7 1,7 Mick.? .7 Mill. 2 1,8 Mill. 2 Februar März April Mai von Kurt Münzer. Der Menschengeist, der begreift, ist er nicht#### als das Begriffene? Darf man einem, der ertrinken will, eine Plan zuwerfen? Warum dankt man nicht dem Stuhl. auf dem m sich ausruht? Was frommt uns ein Sieg mit durchschossener Bru Vermag Demosthenes etwas gegen einen stumm Frauenmund? Liegt der Genuß wirklich in der Befriedigung? * Ich begriff nie, daß man schöne Gefäße noch zu Trinken benutzen kann. Oder gibt erst Gebrauch d letzte Weihe? Not der Junglehrerschaft. Von Dr. Deermann=Köln. Mitglied des Reichstages. Die Not der Junglehrerschaft, der semenarisch wie r akademisch vorgebildeten, ist außerordentlich groß. m 20. Juni 1921 gab es in Preußen ohne Oberlesien 17·826 Schulamtsbewerber bei 83537 Lehrerstellen. Im gleichen Gebiet waren 8236 Bewerberinnen bei 25 644 Lehrerinnenstellen vorhanden. Es entsielen also auf je 100 Lehrerstellen 20 Junglehrer und auf se 100 Lehrerinnen 33 Junglehrerinnen. Diese Verhältnisse verschlimmern sich bis zum völligen Abbau der Seminare, welcher erst im Jahre 1926 eintritt, so daß dann rund 36000 Junglehrkräfte vorhanden sein werden. Die Lage der Studienassessoren ist noch hoffnungsloser. Unter den 17000 Mitgliedern des Preußischen Philologenverbandes sind 4600 Studienreserendare und Studienassessoren vorhanden, auf 100 besetzte Stellen kommen also 37 Anwärter! Diese Lage wird aber noch grotesker, wenn man sich die Zukunftsaussichten der Studienassessoren vor Augen hält. Insolge der Planwirtschaft, die besonders auf dem Gedes höheren Schulwesens betrieben wird, können in Zukunft nicht mehr wie bisher 500 Studienassessoren jährlich mit der festen Anstellung rechnen, sondern vielleicht kaum ein Drittel. Die Zukunftsaussichten dieser Leufe, die über 30 Jahre, zum Teil 35 und mehr Jahre alt sind, sind geradezu trostlos Die Ursachen der Not sind verschiedener Art. Sie liegen vor allem in dem verlorenen Kriege. Durch den Friedensvertrag sind weite Gebiete, besonders Preuhens. vom Reiche abgetrennt worden, und Tausende von Lehrern sind infolgedessen in das deutsch gebliedene Land zurückgeströmt und haben den Junglehrern die Unstellungsmöglichheit genommen Ferner ist die Kinderzahl infolge des Krieges außerordentlich zurückgegangen. Die Geldnot der Länder und Gemeinden ist so groß geworden, daß sie sich gezwungen sahen, statt für die notleidenden Junglehrer ein übriges zu tun, Stellen einzusparen, die Not also zu vergrößern. Die Gefahren, welche sich aus diesem Zustande für die Junglehrer ergeben, sind zunächst eine körperliche Verelendung und eine geistige Depression, die ihnen die Freude an ihrem Berufe, überhaupt an der menschlichen Gesellschaft stark rauben muß. Ein alter pädagogischer Grundsatz lautet: Sei heiter und gesund! Ich möchte aber einmal sehen, wie diese Junglehrer, die 5. 10 und noch mehr Jahre nicht im Schuldienst beschäftigt werden konnten, die sich mühsam durch das Leben schlugen, nachher gesund und heiter vor ihre Schüler treten und sie zu freudigen, das Leben bejahenden Menschen erziehen sollen.— Sozial werden diese Junglehrer vielfach so herabgedrückt werden, daß sie eine Gefahr in der Erziehung der Jugend bedeuten werden. Pädagogisch verlieren sie den lebendigen Kontakt mit der Weiterentwicklung der Erziehungswissenschaft, die in stetem Flusse ist. Es geht ihnen, die fern vom Schulleben stehen müssen, die Liebe, der Idealismus für die Jugenderziehung in dem Elend des Kampfes um das notwendigste tägliche Brot verloren. Aber auch der Staat, unsere deutsche Kultur leiden. Wenn jahrelang die besten jungen Kräfte der Volksbildung ferngehalten werden, so werden uns im Jahre 1933. wenn wir wieder eine normale Besuchsziffer der Schulen haben, die Lehrer fehlen. Dann haben wir, wenn es so wie bisher weiter geht, veraltete und geistig nicht so fortgebildete Lehrkräfte zur Verfügung, wie wir sie dringend notwendig gebrauchen. Viel ist zur Behebung der Not der Junglehrerschaft bisher in den meisten Ländern nicht geschehen. Hamburg und Berlin haben beachtenswerte Anstrengungen zu ihrer Milderung gemacht. Am meisten ist seitene Bayerns geschehen. Dort ist in einer fortlaufenden amtlichen Statistik die soziale Lage der Junglehrerschaft und ihr Examensalter vermerkt. Je nach der sozialen Bedürftigkeit erhalten sie, wenn sie nicht mit der Wahrnehmung einer bezahlten Vertretung usw. betraut sind. trotzdem 25—70 Prozent des Anfangsgehalts nach der festen Anstellung. Außerdem sind in Bayern Schulklassen mit weniger als 40 Schülern nicht geschlossen worden. Andererseits gibt es verschiedene Länder und Gemeinden. in denen noch heute mit 70. 80 und mehr Schülers vorhanden sind. Das ist eine falsche Sparsamkeit. Wenn gleichzeitig viele neue soziale Gesetze erlassen und Hunderte von Millionen dafür ausgegeben und auf der anderen Seite bei den Wurzeln unserer Bildung gespart wird, so heißt das tatsächlich nicht eine vorausschauende Kultur= und Sozialpolitik treiben. Am verderblichsten ist die Planwirtschaft, die gerade den Studienassessoren jede Aussicht auf Anstellung selbst mit 40 Jahren nimmt. Wenn mit dieser Planwirtschaft bei den höheren Schulen so fortgefahren wird, dann kann das Ende nur eine Katastrophe unter den Studienassessoren sein. Zur Behebung der Not hat der Bildungsausschuß des Reichstages schon im Februar einmütig eine Reihe wirksamer Hilfsmaßnahmen seitens des Reiches verlangt und seine Forderungen neuerdings energisch wiederholt. Die Durchführung derselben ist zwar Sache der Länder, aber das Reich muß führend. anregend und helfend eingreifen. Es muß den Ausgleich der Junglehrer unter den Ländern in die Wege leiten Vor allem aber ist das Reich verpflichtet, den Ländern die für die Durchführung der geforderten Notmaßnahmen notwendigen finanziellen Mittel zu geben. Denn der Krieg und seine Folgen sind die wesentlichste Ursache für die Not, und das Reich hat die Haupteinnahmequellen an sich gezogen. Mit Ressortbesprechungen, mit Zuständikeitsstreitereien, mit dem Fangspiel zu schen den Ressorts. dem Reich und den Ländern üb die verelendeten Junglehrer hinweg muß endlich e Ende gemacht werden. Bisher haben die Länder no nicht einmal einen Pfennig der Kosten der Unterbeigung der verdrängten Lehrer erhalten! Besonders könnte das Reich nach Ansicht des 8 Ausschusses zunächst einmal mit den Mitteln der pr duktiven Erwerbslosenfürsorge eingreifen. Demgege über hat die Regierung eingewandt, daß diese Mitt nur für Kanalbauten usw. als für produktive Arbeite ausgegeben werden könnten. Ist aber die Förderun# der Geistesarbeit, die wir mit der Unterstützung de Junglehrer leisten, nicht ebenso produktiv, wie die Föl derung der Handarbeit? Ist es nicht benso wichtig. Junglehrer uns für die Zeit zu erhalten, wo wir wil der mehr von ihnen gebrauchen werden? Auch in der Frage der Hineinleitung der Junglehr in andere Berufe haben die Regierungen der Länd und besonders des Reiches nicht alles Mögliche getEs ist besonders den Studienassessoren der Uebergl in andere Berufe außerordentlich schwer gemacht wi den. Ich erinnere nur an die Frage der Aufnahn der Studienassessoren und Seminariker in den Lehre beruf hinübergeführt werden können. Wer Lust un Fähigkeit hat dem muß der Weg in einen andern B ruf leicht gemacht werden, und zwar rasch Die beste Kräfte müssen aber auch in schlechter Zeit in genügen der Zahl für die Zeiten steigenden Bedarfs dem Lehre beruf erhalten werden. Es ist sehr zu begrüßen. de der Bildungsausschuß des Reichstags schon lange d Not und die Mittel zu ihrer Anwendung energisforderte. Hoffentlich versagt die Reichsregierung nich infolge des Widerstandes des Reichsfinanzministerium Denn die Junglehrernot st die Not des deutschen Kit des, sie ist die Not der deutschen Volksbildung, sie die Not der deutschen Kultur! rit. al. beor: 00 let er en 5lt Nr n. er* .2 e 10 0 eilt e n 24 t n 45 e e 9 12 91 * Rütze dein Herdfeuer! H[DräpatBS Gott dem Allmächtigen hat es in seinem unerlorschlichem Ratschlusse gefallen, heute morgen 7½ Uhr unseren innigstgeliebten Sohn, Bruder, Schwager, Onkel, meinen innigstgeliebten Bräutigam Hugo Brandscheidt nach kurzem, schweiem Leiden im Alter von 24½ Jahren zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. In tiefer Trauer: Familie August Brandscheidt. Eltriede Winter als Braut, Castrop, Habinghorst, Essen, Bövinghausen, Heven und Loigendortmund, den 28. Juli 1922. Die Beerdigung findet am Montag, den 31 Juli, nachm. 3½ Uhr vom Sterbehause Bochumerstraße 137, aus statt. 4294 Hausandacht ½ Stunde vorher. Kohl mit Hamnelfleisch geköcht Iat noch jeder gern gemocht And mit Rämmel mögen gern Ihn insonderheit die Merra. — Bei des Mahles Subereitung Roch die Eläscte in Begleitung. *) Perall, das selbsttätige WDoschmttel, reinigt, bleicht und desinfiziert die Wäsche in einmaligem kurzen Rochen und bringt durch Mitbenutzung des täglichen Nerdjeuers für die Reläsche gräßta ohleneruparnin.### ussshnensschnsechmgbunemmmgmue ungnggunnen runinmmninmnarihschbnumninrenbonuneüisaunnuinhsbnusinu tischenseaunu al chushheshen heoheananseeslnhzichiunishiunsistsbhninun hie Drucksachen, wie Besuch karlen, Briefdogen, Korrespondenzkarten, Berlodungsund Vermählungsanzeigen. Dankkarten, Traueranzeigen und Dankschreiden liefert schnell, sauber u. preiswert die Druckerei Geschw. Schmits Castrop Fernsprecher 6. uis 8ss Auf jeden Fall hoch- und POPUrs heigei, la emailliert und vernickelt. Kumo, Oefei unbedingt preiswert, allererste Fabrikate sowie sämtliche Bedarisartikel für den Haushalt Münsterstraße 32. Telefon 343Haltestelle sämtlleher Straßenbahnen. 4208 sollten Verlobte vor dem Einkauf ihrer Aussleuer meine Ausste lung besichtigen und Kosten-Ausstellung einfordern, da ich das bringe. was heute gesucht wird. Qualitäts-Möbel zu wohlfeilen Preisen. 8 5 C 31-MaUS Warh, SCactfes Ausstellung: Münsterstrasse 8. 4288 S 2 gg gg Somoshinnsbhushugusou se li uiciunbinunhunnununiginumunumpmrnignpununummprnumnsurunuoen ls 8 81 8 7e Paslor Feikes Reiiais: homöopathle, Naturheilveriahren. Spezialität: Gallensleine Entiernung ohne Operation. Veraltete Magen-, Herz-, Nerven-, Nierenleiden, Beine=schwüre, Haut eiden. Bandwurm- und Entfeitungskuren. — Erlolg garantiert.— Blutuntersuchuugen(nach Wassermann Frauenerden und Kinderkrankheiten. ierne. Vnckestr. 9, Sprechst. v.-12 u. 2½-5 Uhr, Sonntags geschlossen Für mein Manufakturwarengeschäft suche ich zum Mar zum1 Okloder einen aufgeweckten, intelligenten jungen Mann nicht unter 16 Jahren, mit guter Schulbildung als Schriftliche Angedote unter Beifügung eines seldstgeschriebenen Lebenslaufes sind zu richten an 4277. J. Ortmann, Castrop, Widumerstraße 16. Der bekannte Haturheilkundige Haverkump ist nur jeden Mittwoch von morgens 9 Uhr bis abends 6 Uhr in Habiaghorst, Bülowstr. 19 Nachtige Anstreicher sucht 4261 Auust Malse, Mertlnde, Sauderes Küchenmälchen sowie u. M Seis. Warnung. Wir haben Veranlassung, vor dem Mißbrauch unserer Berflaschen und Flaschenkasten nachdrücklich zu warnen Unsere Flascen und Flaschenkasten sind. unter allen Umständen unverkäuflich und bleiben unser Eigentum, wo sie sich auch befinden mögen. Der dafür gezahlte Betrag stellt in allen Fällen nur das Piand, niemals den Kaufpreis dar. Die Flaschen zeigen, in das Glas eingepreßt, die Firma der Brauerei, deren Eigentum sie sind, vielfach auch die Worte„Flasche unverkäuflich“, die Flaschenkasten einen entsprechenden Stempel. Wer Brauereiflaschen oder Flaschenkasten verhauft oder ka#ft. handelt widerrechtlich und macht sich strafbar und schadenersatzpflichtig. Mißbrauch unseres Eigentums liegt auch vor, wenn in unseren Flaschen oder Flaschenkasten Mineralwässer, Limonaden und andere Ge.ränke vertrieben werden oder wenn sie sonst in gewerblichen Berieben und Haushaltungen irgendwelche Verwendung finden. Wir lösen unsere Flaschen und Flaschenkasten überall gegen das dafür hinierlegte Pfand(gegenwärtig 2 Mh. je Flasche und 10 Mn. je Flaschenkasten) ein und lassen sie auf Benachrichtigung, deren Kosten wir erstatten, abholen. Jedem, der uns hinlerzogene Flaschen oder Flaschenka#en so nachweist, dat wir den Täer belangen können und unser Eigentum zurückerhalten, zahlen wir eine Belohnung von 2 Mk. je Flasche und 10 Mk. je Flaschenhasten, unter Ausschluß des Rechisweges. Im Juli 1922. 1. Bierbrauerei Gebrüder Müser.=., Langendreer. 2. Bürgerliches Brauhaus.., Herne. 3. Schlegel=Scharpenseel=Brauerei.=., Bochum. 4. Vittoria-Brauerei A.., Bochum. 5. Glückauf=Brauerei.=G, Gelsenkirchen. 4022 Drautreute. Ehereute! Eiersind feuer, darum nehmen Sie Jetzt ist es Zeit einzukaufen.— Besichtigen Sie mein großes Lager in NLSDS natur lackiert. 4298 schöneschweie Modelle Küchen Schlafzimmer Plüschsotas- Ledersofas Betistellen- Herde sone Einzelmöbel aller Art zu stau send billigen Preisen. Castrop Viktorlastraße Aut Wunsch Zahlungserleichterung. Lieferung und Lagerung frei. 1. Anott Sienergentten für sofort gesucht. 4279 Johann Weber Wittenerstrasse 917. Imn Eicirerung! Dem Bergmann Ferry Straffer angebl. Landschaftsgärtner zur Erwiderung, daß ihm der Weg zur Klage offen steht. Meine Frau hält ihre Aussagen aufrecht, da sie sogar schriftliche Beweise in Händen hat. Warne hiermit hauptsächlich die Eltern minderjähriger Kinder, da der Bergmann Strasser dieselben durch seine Schwätzereien an sich locken will. 4278 Max Kollek. WaschMasuriden eigene Fabrikation tadellose Ausführung billigste Preise Ch. Neings (Fürma: Fr. Geilmann) Castrop Hint..Post Wellem Ste ein Rad fürs Leben, denn kaufen Sie Alleiniger Vertrieb. Größtes Lager in Ersalzund Zubehörteilen. Bereifungen der führenden Fabriken zu äußerst. Tagespreisen. Einzigste Reparaturwerkstatt d. Gegend ür nur tachgem. Reparatur. Spezialhaus Brune Zander, Ickern Dorfstraße 85. 2583 Flechte Nasse und trockene jedes Hautsuchen, offene Beinschäden und dergleich. heilt totsicher Beißsers„Anti“ Viele Dankschr. Erfolg wird garantiert. Preis 30 Mk. wo nicht in Deogerien und Apo beken erhältlich, direkt u. Nachnahme v. Herste Uer Laboratorium„Central“, Hameln 57. Hühneraugen werden Sie sicher los durch Hühner augen-Lebewohl. Hornhaut an der Fußschle beseitigt LebewohlBallen-Scheiben, Kein Verrutschen kein Festkleben am Strumpf. 798 Dregerie H. Köster, Wittenerstr. 26 Brogerle Fr. Schmitz, Rauxel, Bahnhofftr lohr 13 A Glückauf-Dregerie A. hrer, Schern 4299 Tüchlige KUkSläder für sofort gesucht. p. Eönnecken, Gerthe i.., Bergsraße 77. Besichtigung ohne Kaufzwang. Gustav Liffmann Castrop Wittenerstraße 17. Telefon 583 Wittenerstraße 17 Spezial-Möbelhaus. Enormes Lager in modernen Wohnungs-Einrichtungen u. einzelnen# öhcktcilen Schlafzimmer 2- u.-türig Kleiderschränke Bettstellen Kücheneinrichtungen Speisezimmer So, Soter. Küchenschränke Vertikows Sofas Stühle 4057 Aufbewahrung gekaufter Möbel kostenlos. Komplettes Schlafzimmer und Küche zu verh aufen. Habinghorft, Germanerstr. 12. Ein guterhaltenes Famrau zu verkaufen. Näheres in der Geschäftsstelle ds. Zeitung unter 4295. Schwein zum Weitermästen zu verkausen. 4292 Amtsstr. 54. Zahle höchste Preise für gebrauchte Möbel, Fahrräder, Nähmaschinen, Kochherde, Oefen, Kleidungsstücke usw. Postkarte genügt. 3748 .Otlers, Biesenkamstr. 17 Zahle für Weißweinflaschen 6— Mk. Kognakflaschen 6— Mk. Literflaschen 6— Mk. Sektflaschen 8— Mh. Rotweinflaschen 4— Mk und hole dieselben ab auch auswärts. W. Gunst, Dortmund, Münsterstr. 139. Telekon 8759 421# für desseren Haushalt bei hohem Lohn nach auswärts gesucht. Näheres Drogerie Wimmets, 4281 Münsterstraße. Suche zum 1. oder 4806 6 5• draves, tuchtiges Mäuchen für meinen Privathaushal (2 Kinder). Guter Lohn u. gute Behandlung zugesichert, Waschfrau vorhanden. Frau Karl Schmitl, Rauxei=Bahnh., Gasthof Rombechk, Tel. 45#, Tüchtiges, kath. Madchen per sofort gesucht. Bäckerei Schükt, str. 62. 4309 Mlnkartr. Suche sofort 4286 Mädchen, sowie Mädchen fürklostergutmit3Kächen. Frau Maria Graf. gewerdsm. Stellenvermittl. Odere=Dortmunderstr. 100. Anständige Famille Grei Personen) suchen ein mobllertes oder leeres Zimmer mit Kochgelegenh. in Castrop, und Umgebung. Beitwäsche und Kaution hann gestellt werden. Offerten unt. Nr. 4276 an die Geschäststelle df. Warhung! Warne hiermit jedet, meiner Frau Julianne Kustenhoff geb. Parzyna verw. Poprawa etwas zu dorgen, da ich für nichts aufkomme edenfalls nichts von ihr zu kaufen, da alles mein Eigentum ist. 4244 Bernhard Küstenhoft, Widumerstraße 372. Vereine decken ihren Bedarf in Einladungen, Mitglieds# karten, Propagandadrucken, Satzungen, Mitteilungsdläts tern, Festschriften und allen sonstig. Drucksachen gut in d Druckerei Geschw. Schmita# Castrop Fernsprecher 6. 8 Wssrmeer K * Herrng,W. Unst-op Arrhene UrH.... Aufführungen Sonntag u. Montag abends 6 Uhr:9 Kichsenn=Deit 100 Mitwirkende. Preise der Plätze: 10, 15 u. 20 Mi. Wo gehen wir morgen hin? Der Bandonion-Club„Treubund“ Castrop leiett am Sonntag, den 30. Juli im Lokale des Herra Ferdinand Hasenbein am Markt sein 2. Stiftungsfest bestehend in Konzert und Ball.— Anfang 4 Uhr. Es ladet freundlichst ein Der Vorstand.— Der Festwirt. Die Mitglieder treten um 1½ Uhr Im Vereinslokal au zwecks Abmarsch zum Festlokal. Migsishunugumnn 4283 58 Ab Heute der neue Sensationsspielplan. I. Der große Kriminalschlager: Das Diadem der Zarin Ein Kriminalfall in 5 Akten. Hauptrollen: Carl Auen, Lilli Plohr, Alwin Neuss, Eduard von Winterstein und andere erste Filmgrössen. Das Beste auf dem Gebiete der Kriminalabenteuer interessannt u. spannend. # Krieger- und# Landwehrverein Castrop. Sonnlag, den 30. k. er. vormittags 11 Uhr esihgnng JUGERDMWOCHE der Stadt# Gestran, Castrop. B. Wellner im Vereinslokale H. Lueg.] Tagesordnung wird in der Versammlung bekann! gegeben. 4280 Um zahlreichen u. pünktlichen Besuch bittel Der Vorstand. cntenmaun Ein einfaches wunderbares Mitel teile ich gern jedem kostenlos mit. 1210 Frau M. Pelon!, Hanover, N 245, Schletsach 108. Bis 30. Juli. Sonnabend, den 29. Juli 1922. Nachmittags 2 Uhr: Vortrag und Unterrichtslektion über S die Bedeutung des Films für Unterricht und Erziehung S im kath. Gesellenhaus(Prof. Sellmann-Hagen.) 3 Uhr: Vortrag über Jugendwanderungen und lugend# herbergen(Münker, Hilgenbach.) 3 Uhr: Vorführung von Leibesübungen auf dem Renngelände. Geräteturnen der Vereine, Stabhochsprung, volkstümliche und Mannschafts-Wettkämpfe, Schleuderballweitwurf, Speer- und Diskuswerlen, Gerzielwurt, Kugelstoßen. Sonntag, den 30. Juli 1922. Vormittags 11 Uhr: Fußballspiel der schulentlassenen Jugend (Sportplatz auf dem Renngelände.) Nachmittags 3 Uhr: Festzug der Jugend, Festrede des# Herrn Rektors Kramwinkel, Kundgebung auf dem Renngelände. Anschließend Spiele der Jugend, scherzhafte Wettkämpfe; Tauziehen mit Anlauf, Eierlauf, Bälleauflesen, Dreibeinlauf, Karrenschieben, Reiterwettkämpfe und dergleichen. Uhr: Freilichtauflübrung für Erwachsene„Wilhelm S Tell“(Grund. zwischen Renngelände u. Cottenburgerschlucht.) 58 Montag, den 31. Juli 1922. Nachmittags 6 Uhr: Wiederholung der Freilichtaufführung „Wilhelm Tell“ 4225 5 An sämtlichen Tagen findet eine Ausstellung von Büchern im evgl. Gemeindehaus statt. Metropol-Theater Castrep, Kaser-Friedrichstraße 21. Dorrit erhält Dauerstellung 3 Akte tollen Humors. Haus trolle: Dorrit Weichsler. III. Portsetzung unseres erfolgreichen Episoden-Films: Feuerkreis von Kamforhien 4. Episode: Das Haus des Schreckens 6 Riesenakte. Zur rechten Zeit erscheint der Schatten um Joe zu retten. Zur selben Zeit entdeckt Lou das geraubte Kind in den Handen des maskierten Reiters und nimmt die Verfolgung auf. Beinahe kostet es ihr das Leben, aber„Prinz“ das kluge, fast mit menschlicher Intelligenz ausgestattete Tier ist — wie schon so oft der Retter in der Not. 4275 Vorzügliches Orchester. Wirtschaft Bresser, Obercastrop. Wilhelmstrasse 48. 4290 Sonntag, 30. Juli, nachm. 4 Uhr: Tanzkränzchen. Gasthof„ur Post“ Sonntag, den 30. Juli: Grosser Ball. Anfaug 4 Uhr. 4887 Café Rustemeyer Telefon 323 Castrep Widumerstr. 5 Gemütliches Familien-Caté. Verschiedene Sorten Eis jäglich frisch. — Eigene Conditorei— 655 Senntag, den 30. Juli 1922: Garten-Konzerts und Ball. Musik: Mandolinen- und Gultarren-S Verein„Silberkranz“, Castrop. S Dirigent: Herr Richard Hanisch. fe Wwe. Neukaus-Klöster, 155 4286 Derf Rauxel. fe Sonntag, der 30. Juli findet im Lokale Köhler, Rauxel-Doff ein Zahlstellenfest bestehend in KONZERT u. BALL statt. Anfang 4 Uhr. Die Festkommission. Cenditerel u. Weinstube Weine un“ Liköre preiswert aus dem Hause. 2862 Custroper Turnverein 1874. Dienstag, den 1. August, abends 8 Uhr im Vereinslokal: Monats-Versammlung. Konsum Verein„Glück Auf Castrop. Sonntag, den 6. August, nachm 4 Uhr, im Saale des Herrn Wilh. Sinder: 1. Geschäftsbericht pro 2. Quartal 1922. 2. Ausschließen der Mitglieder nach§ 32. 3. Beschlußfassung üb. Verbandsangehörigkeit 4. Kartoffeleinkauf. 5. Besprechung über Statutenänderung. 6. Verschiedenes. Der Aufsichtsratsvorsitzende: 491 Joh. Gärtner. Aelteste und hervorragendste — Lichtbila bühne am Platze— verbunden mit Cafe-Restaurant ##rene esektr. Liehtrentrale: Zeatralbeizung Wese e Art St KI Freitag Samstag Sonntag Monlag 28. 7. 29. 7. 30. 7. 31. 7. Harry Hill und Marga Lindt in 9. Adenleuer des Meister=Detektios Harry Hill. Außer diesem 5 aktigen Abenteuer=Film geden sich diese beiden derkomten Sensalionsschauspieler Harry RiIl und Marge Lindt die Ehre, die Einwohner von Castrop und Umgegend zu ihrem persönlichen Auftreten in Der Mahn Schrank einem hochinteressant. Sensations=Bühnenstelsch ganz ergebenst einzuladen. Wilhelm Diegelmann u. Cari de Vogt in Abenteuer=Sensationsfilm in 5 Aklen. Was meinen Sie wohl zu folgendem Fall? Wie denimmt sich Mubel Foyg, die bildschöne, extrevaganie Tochter des Multibilliadärs Abraham Foyg aus New Vork, wenn sle in ihrem Riesenreiseflugzeug von einer Bande von Flußpiraien üderfallen wird und sich— in den Anführer bis #der die Ohren verknallt......... Aenderungen im Programm vorbehalten Musik: 4273, Herr Kapellmeister Schmidt mit seinen Künstlern. Presdehen buxengliege unter 18 Jahren haben 5 auch in Begleitung Ervachsener #### heinen Zutritt Wesiseriuhneamungunnmenansunnug 8 Der Verstand. Gallepielverein 11 Castiun Mitglied des Westdeutschen Spielverbandes. Sonntag, 30. Juli, vorm. ½10 Uhr Auberordentliche Versammlung. Tagesordnung wird bekannt gegeben. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen bittet 4300 Der Verstand. Rassildung zumcnauficur erfolgt für jedermann aus jed. Berufe o. Berufs störung i. d. Bochumer Privat=Chauffeur=Schule Hernerstr. 77 u. 89. Von der höh. Verwaltungsbebörde genehmigt. Eintritt tgl. Auskunst kostenl. +-Bei Lungenleiden++Skrofulose. Blutarmut, Appelitlosigkeit, Schwächezuständen engl. Krankheit, Erkrankungen der Stimmorgane und des Magens trinke man läglich. 2962 Maristen-Trank (Medizinale Calkum=Biphosphal=Cöfung) bas ar eeg'e: Mariken Schuldrüder, Nachlng. Sn gi Aoe Fr. Bail Phelsterg hon uun In allen Ländern bewöhrk. Hunderstausenden hal der Maristen=Trank frische Kräfte und neuen Lebensmut gedracht. In allen Apokdeken und besseren Drogerien erhältlich. In haben in Castrop: Otle Hennewig, Heinz Köster, Heinc. Berninghaus, Holihs., A. Fuhrmann, Sodingen, S. Steias, Apoidehe, Rauxel, Th. Holtmann, Rauxel, Franz Schmitz, Rauxol, Ang. Stmpelmans, Ichkern. Wo nicht, wende man sich an General-Vertrette E Nerdd#utschlene E Heinrich Schönzing,„Walkon. CAFEMETROPOL läglich Konzert von—11 Uhr. Gesangseinlagen. Zitber-Soli des Kapellmeist. Roth Bedienung in bekannter Güte. 4. Mttterentantt # der Kündige Gebrauch von Sdermovers Pahsgalecc an Ashhnslng a Fraue Leionders zu endfehlen. Er. haten in alln Poatseimn —b Mort, mar hee. #. a. in der Adler=Drogerie Seins Hößler zu Collres.# a EIEE -er Leder-Waren Hierdurch empfehle ich mein reichhaltiges Lager in Lederwaren. Damen-Holler u. Besuchstaschen Pertemonnaies und Scheintaschen Drieflaschen und Zigarren- Elsis. In großer Auswahl zu den billigsten Tagespreisen. 4301 C. Plassmann, Widumerstr. 15/17 Pernruf 335 1646 Mir Hites DeR CHSTEINJehlmiries zu haben bei BAUER, CASTROP. e Einguterkat. Bielefelder Wäsche! KUN Taschentücher, in grosser Ausvahl, Herren-Oberhemden, Kragen, Manschetten usv. DamenTag- und Nachthemden, Untertaillen, Beinkleider usw. 4302 Kur ersthlassige Bieleielder Qualifälen. Modehaus Deus, Münsterstraße. Ganfe die besten Tagtspteise für Flaschen, Lumpen, Knochen, Papier, Felle und Schrokeisen Spies, Schy Obere=Dortmunderstr. 152. Kleine Anzahlung und 4297 8 geringe Abzahlung Möbelhaus M. Tolcziner Gastrop, Markt 3. Achtung! Achtung! Eine gewaltige Preissteigerung aut allen Gebieten ist im Gange. Jeder Tag bringt uns tieter in die Teuerune hinein. Entgehen können Sie ihr nur, wenn Sie jetzt solort kaufen denn noch können Sie aus unselen g. oß. i ühzen ge. worbenen Vorräten Ab Montag, den 24. de. Mts. Ankauf von Flaschen und Altpapier Zahle die höchsten Preise. für lange Weinflaschen.....— MI. für Rotweinliaschen.......50 Mä. für Sekillaschen.........50 Ml. für Literlaschen und Cognaktlaschen asw..— Mi. für Alipapier...... Plund.— Mi. Die Pre se gelten nur bis zum 5. August. Händler und Oeschättshäuser erhalten Vorzugspreise. Größere Quantne werden abgeholt Max Schwarz, Castrop, Merktstraße 6. 4167 Scherengitter Eigene Anfertigung von Schaufenster-Schutzgitter. Markison aller Art. Sicherung gegen Einbruch sowie sämtliche ScimiedeSchlosser- und Dreherarbet. Aulogen-Schweißerei- Reparaturen Gau- und Maschinenschlosserei W. Tacke, Castrop, Kaiser-Friedrichstraße 39. preiswert Ihre Kleidung für Sommer und Herbst bei uns eindecken. Wir verkaufen noch immer gute Anzüge, schicke Modellanzüge, elegense Gummi-Mäntel, gestreilte Hosen, Loden-Re. genmän'e. le#fskeidung sowie Schuhmaten aller Art zu niedtgsien Preiten. Grosse Auswahl in Taperen=Keatsenten Anfertigung sämtlicher streichfertigen Lack- und Oelfarben. Castrop am Markt Hubert Becker Castrop Haiser-Friedrich-Straße 14-16 gegenüber Metropel-ino Fernsprecher 327 bringt sein reichhaltiges Lager 4298 kompl. Wohnungs- Einrichtungen wie Küchen, Schlafzimmer, Speisezimmer, Herrenzimmer, Einzelmöbel und Särge in empfehl. Erinnerung. Die besten und billigsten Futterartikel für Pferde, Kühe und Schweine erhält man bei H. Reckefuss, Mühle, am Schlachthof.— Teieson 188. 48 Platin, Gold, Silber, Juwelen Prou ungunbhongngnng e e n ngng kauft 8396 Rupert Schmudde, Juwelier, Casirop, Wittenerstraße 3 am Markl Neußerst scharse, wachsame ca. 60 cm hoch, peinlich stubenrein, mit nur guten Eigenschaften, äußerst billig zu verkaufen. Näheres Möbel=Zentrale Lotzgeselle, Raurel=Bahnhof. Hund zugelaufen. Eigentümer wollen sich umgehend melden, andernfalls der Hund am 3. August 1922 des nachm. 3 Uhr in der Verwaltungsstelle Habinghorst zwangsweise versteigert wird. 9331 Rauxel, den 28. Juli 1922. Oele, Lacke, Farben, Pinsel, sowie sämtl. Bedartsartikel. Prima Bohnerwachs, Broncen, Ofenlack u. s. w. 4310 Schhetteiker, eustrop . Geilmann 891 Inh: Ch. Hoings. Castrop, Markt hinter der Post. Eisenwarenhandlung M Herde, Oefen und Kaminösen, Emaille, Glas und Vorzellan, 4307 Einmachtöpfe— Zubindegläser. Kieffer= und Einkochgläser. M Waschmaschinen Eigene Anfertigung. Billigste Preise. Ausführung aller bankmässigen e per beschonr vun derueturn. von per bunottons ut bmnachestern Vonter Butregn 1 K