48. Jahrgang Rotationsdruck und Verlag: Castroper Zeitung(Geschw. Schmitz), Casirop Rauxeler Neueste Nachrichten Amtl. Veröffentlichungsblatt für den Landgerichtsbezirk Dortmund, für die Stadt Castrop und die Amter Rauxel und Bladenhorst der Stadt Castrov, der Amter Raurel und Bladenborst erlangen nach Veröffentlichung in obigen Blättern rechtsverbindliche Kraft. Bladenhorster Tageblatt ngebühren: 100 Pfg. für die Smai bespan. Auswärte 120 Vsg., für die En # Ronkutsen, Zwangsvergleichen und gerichtlichen Zlagen. Größere Anzeigen weiden bis mittags, kleinere bis 4 Uhr nachmittags vor Ausgabe der Zeitung erbeten. Postscheckkonto: 40 150 Köln.— Fernsprech=Anschluß Nr. 6. Verantwortlich für den Schrifttell: Iranz Joseph Pruys, Castrop. roper .•S Die Castroper Fenung erschemr raguch in undnahmr en und Feieriage und lostet durch Voten frei ine Haus gebracht .00 Mark(im voraus zahlbar) für den Monat. Postbezug 90.00 Mi r das Bierteljahr, ohne Postbestellgeld. Falls wir in der der usgabe und Zustellung der Zettung gehindert sind, hat der Be eher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung des Blattes der auf Ruckzahlung des Bezugspreises. Geschäftsstelle u. Schrifteitung: Castrop, Münsterstraße 24. Sprechitunden der Schriftleitung: wertiage#—7 Uhr nachmittags. Dol Knischen=Wägen in Rätigerni. Aufruf des Alten Verbandes zur Massenkündigung im Bergbau.— Sonderschritt der freien Gewertschaften.— Aufrufe des Gewerkvereins christl. Bergarbeiter.— Die Stellung der Hirsch=Dunckerschen und Polen.— Ausnahmestellung Mitteldeutschlands An die Ruhrbergleute! Der„Alte Bergarbeiterverband“ erläßt folgenden Aufruf: „Zum März 1921 ist der Tarifvertrag für das eheinisch=westfälische Steinkohlenrevier von den en ihm beteiligten Arbeiter=Organisationen gekündigt worden. Seitdem haben fortgesetzt Verhandlungen stattgefunden, ohne zu einem Ergebnis zu kommen. Die Unternehmervertreter des Bergbaues lehnten alle Forderungen der Bergarbeiter ab. Anfang dieses Jahres ist von den Gewerkschaften das Reichsarbeitsministerium um Vermittlung angerufen worden. Selbst das persönliche Eingreifen und die Bemühungen des Reichsarbeitsministers Dr. Brauns vermochten die Zechenverbandsvertreter nicht zu bewegen, nennenswerte Zugeständnisse zu machen. Ein von dem Reichsarbeitsministerium eingesetztes Schiedsgericht fällte nach achttägigen Verhandlungen am 24. Mai d. J. einen Schiedsspruch, der von allen beteiligten Gewerkschaften einmütig abgelehnt wurde, weil er neben einigen Verbesserungen wesentliche Verschlechterungen für die Bergarbetter enthielt. Die Unternehmer haben diesen Schiedsspruch ebenfalls abgelehnt, da sie grundsätzlich keine Zugeständnisse machen wollen. Auf Veranlassung des Reichsarbeitsministeriums haben dann noch zweimal in Essen am 8. und 9. Juni und in Berlin am 14. und 15. Juni Verhandlungen stattgefunden. In diesen Verhandlungen haben die Unternehmer noch einige Zugeständnisse gemacht. Trotzdem dieselben keineswegs den berech#igten Forderungen der Bergarbeiter entsprechen, machten die Unternehmer zur Bedingung, daß das Ueberarbeitsabkommen angenommen würde. Nachdem das Ueberarbeitsabkommen von den am Tarifvertrag beteiligten Organisationen abgelehnt worden ist, liegt bezüglich des Tarifvertrages überhaupt kein Ergebnis vor Diese ergebnislosen Versuche, auf dem Wege der Verhandlungen einen annehmbaren Tarifvertrag für das Ruhrrenier zustande zu bringen, zeigen, daß das angesichts der Stellungnahme der Zechenherren unmöglich ist. Die Verhandlungsmöglichkeiten sind bis zur Neige erschöpft. Soll der Unternehmerstandpunkt gebrochen und ein einigermaßen annehmbarer Tarifvertrag für die Bergarbeiter durchgesetzt werden, dann bleibt nur die Anwendung des letzten gewerkschaftlichen Mittels übrig. In drei Sitzungen haben sich die vier Bergarbeiterorganisationen mit der Lage befaßt. In der ersten Sitzung am 28. Juni machten die Vertreter des alten Beraarbeiterverbandes aus den oben angeführten Gründen den Vorschlag, durch Vorbereitung der Massenkündigung die Bewegungeinzuleiten. Die Kündigung wurde vorgeschlagen, um dem Vorwurf der Ungesetzlichkeit von vornherein zu begegnen. Die Vertreter der anderen Verbände wußten einen anderen Weg nicht zu zeigen. In der dritten Sitzung am Mittwoch, den 5. Juli. vertraten die Vertreter des Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter und der Polnischen Berufsvereinigung die Ansicht, durch die Ermordung Rathenaus sei die Situation eine andere geworden. Ihrer Meinung nach sei der Weg der Verhandlung nochmals zu beschreiten. Die Vertreter des Gewerkvereins der Fabrik= und Handarbeiter(H..), Abteilung Bergarbeiter, schlossen sich der Auffassung des Bergarbeiterverbandes an, daß alle Verhandlungsmöglichkeiten erschöpft seien. Eine einheitliche Stellungnahme der vier Gewerkschaftsrichtungen hat sich leider nicht erzielen lassen. Wir bedauern das sehr, sind aber trotzdem der Ansicht, daß dieses getrennte Vorgehen zu keinerlei Difserenzen zwischen den Funktionären und Mitgliedern der verschiedenen Organisationen zu führen braucht. Wenn auch nur ein einigermaßen annehmbarer Tarif für die Bergarbeiter erreicht werden soll, bleibt nichts andere übrig, als alle gewerkschaftlichen Mittel zur Anwendung zu bringen. Deshalb richten wir an die gesamte Ruhrbergarbeiterschaft die Auforderung, sich dem einstimmigen Beschlusse der Revierkonferenz der freien Gewerkschaften vom 29. Juni d. Is. anzuschließen und sofort die Massenkündigungen vorzubereiten. Zu diesem Zwecke werden auf allen Schachtanlagen Kündigungszettel ausgegeben. Wir ersuchen alle Kameraden dringend, dieselben mit Tinte oder Tintenstift aus zufüllen und zu unterschreiben. Die ausgesüllten und unterschriebenen Kündigungs= zettel sind bis einschließlich 12. Juli an die von den Organisationen ernannten Schachtvertrauensleute abzugeben. Kameraden! Es muß sich jetzt zeigen, ob die Bergarbeiterschaft gewerkschaftliche Schulung und Disziplin genug besitzt, um diesen Weg zu gehen. Wir wissen, daß der Schritt, zu dem wir Euch aufrufen, ein schwerer ist und sind uns der Verantwortung bewußt. Es handelt sich aber auch für jeden einzelnen Kameraden darum, endlich zu einem annehmbaren Tarif zu kommen, in dem die berechtigten Forderungen der Bergarbeiter verwirklicht sind. Es kann nicht länger angehen, daß der Bergmann vier Wochen arbeiten muß, bevor er Lohn bekommt. Das veraltete Gedingesystem muß beseitigt werden. Der Minimallohn muß ein anderer werden. Für die Krankfeiertage fordern wir den Soziallohn, Außerdem kommen noch weitere Forderungen in Betracht. Die Richtlinien zum Betriebsrätegesetz müssen baldigst in annehmbarer Weise verabschiedet werden. Kameraden! Es handelt sich um wichtige Fragen. Kein Zaudern und Zagen darf es mehr geben. Folgt der Parole der Gewerkschaften! Führt die Massenkündigung im Ruhrbergbau durch! Jeder fülle den Kündigungszettel aus! Auf zur Massenknüdigung! Seid einig, geschlossen in ernster Stunde!" Der Aufruf ist unterzeichnet namens der Freien Gewerkschaften vom Verband der Bergarbeiter Deutschlands, vom Deutschen Metallarbeiter=Verband, vom Zentralverband der Maschinisten und Heizer und vom Verband der FabrikArbeiter Deutschlands. Ein Aufruf des Hauptvorsandes des Gewerkvereins christl. Bergarbeiter Deutschlands. Der sozialdemokratische Bergarbeiterverband hat einen Bergarbeiterstreik für das Ruhrgeviet beschlossen. Dieser Beschluß wurde ohne Kenntnis und Mitwirkung der übrigen Bergarbeiterverbände der Arbeitsgemeinschaft gefaßt. Wir sind nach reiflicher Ueberlegung zu dem Entschluß gekommen, die Teilnahme an einem Ruhrbergarbeiterstreik abzulehnen. Die Ablehnung des Streiks erfolgt aus mancherlei Gründen. Zunächst sind die Verhandlungsmöglichkeiten und die Anwendung aller friedlichen Mittel zur Durchsetzung der Forderungen im Manteltarif noch nicht erschöpft. Es besteht die Wahrscheinlichkeit, daß die Unternehmer in der Frage des Manteltarifs ebenfalls nachgeben, wie auch bei der Lohnfrage. Durch die Ereignisse der letzten Zeit ist eine neue Situation geschaffen. Die Haltung der Unternehmer gegenüber den berechtigten Forderungen der Bergarbeiterverbände hat sich wesentlich geändert. Das beweist das Nachgeben der Unternehmer in der Lohnfrage, indem eine weitere Lohnerhöhung von durchschnittlich 30 Mk. pro Schicht erzielt werden konnte. Auch bei der Lohnverteilung in der Bezirksarbeitsgemeinschaft gaben sie den Wünschen der Organisationsvertreter nach. Ein Streik im Bergbau ist ohne Erschöpfung aller friedlichen Mittel unverantwortlich. Er wird unserem Wirtschaftsleben einen gewaltigen Stoß versetzen. Dadurch wird die Geldentwertung und Teuerung ravide zunehmen. Auch wird durch einen Streik die Gefahr einer Besetzung durch die Ententetruppen heraufbeschworen. Der Streik ist ferner eine große Gefahr für den Bestand des demokratischen Volksstaates und wird für die Putschisten von rechts und links den sehnsüchtig erwarteten Bürgerkrieg zur Folge haben. Ein verlorener Streik und eine Niederlage der Bergarbeiter wird ungeheure Schäden nach sich ziehen. Die Bergleute würden auf Jahre hinaus gegen Verschlechterungen im Arbeitsverhältnis wehrlos sein, geschweige denn berechtigte Forderungen durchsetzen können. Diese Erfahrungen haben die englischen Bergleute nach dem letzten Streik gemacht. Nach einer Mitteilung des Vertreters des Internationalen Arbeitsamtes, des Sozialdemokraten Schlicke(Berlin), sind die Bergarbeiter in England zur Mehrarbeit herangezogen, der Lohn aber ist um 33½ Prozent abgebaut worden. Diese Niederlage der englischen Bergleute und die wehrlose Auslieferung an die Arbeitgeber ist die bittere Folge eines unverantwortlichen Streiks, vor dem die weitsichtigen Bergarbeiterführer in England gewarnt hatten. Gewerkvereinsmitglieder! Wir wollen nicht die Verelendung des Bergmannsstandes, sondern seinen Aufstieg. Laßt euch nicht von linksradikaler Seite zu einem Bergarbeiterstreik kommandieren! Nehmt Stellung gegen den Streik, der euch gegenwärtig nur ins Verderben führen kann. Beachtet die Mahnung eurer selbstgewählten Führer und folgt nur der Parole des Gewerkvereins! Imbusch. Effert Kühme. Steger. Vogelsang. Böttinger. Schmidt. Diehl. Esser. Kaufmann. Aufruf an die Bergarbeiter! Ein offenes Wort. Der Soziald. Bergarbeiterverband hat die Massenkündigung für das Ruhrgebiet beschlossen. Massenkündigung bedeutet Streik. Dieser Beschluß ist seitens des Soziald. Bergarbeiterverbaudes einseitig gefaßt worden, ohne Kenntnis und Mitwirkung der anderen Bergarbeiterverbände der Arbeitsgemeinschaft. Wir sind nach reiflicher Ueberlegung zu dem Entschluß gekommen, diesen Unfug nicht mitzumachen. Die Ablehnung der Massenkündigung bezw. Streiks erfolgte aus mancherlei Gründen. Zunächst sind die Verhandlungsmöglichkeiten nicht erschöpft, wie es der sozialistische Bergarbeiterverband angibt, denn der Beschluß des Sozialistischen Bergarbeiterverbandes ist vor der Lohnerhöhung gefaßt worden, was jedem zu denken gibt. Die Frage des Reichsmanteltarifs ist auch noch nicht geregelt und endgüttig abgetan. Das beweist der Ausspruch des Verbandsbeamten August Schmidt gegenüber dem Führer der polnischen Berufsvereinigung Kolpacki. Geheimrat Sitzler aus dem Reichsarbeitsministerium habe ihm, also A. Sch. gegenüber, erklärt, der Rahmentarif sei nach seiner Ueberzeugung auf Verhandlungswege unter Dach und Fach zu bringen. Solange die Hoffnung besteht, auf Verhandlungswege die berechtigten Wünsche der Bergarbeiter zur Durchführung zu bringen, ist ein Verbrechen an der Bergarbeiterschaft, unüberlegt die Bergarbeiter in einen Streik hinein zu kommandieren. Bezeichnend ist die Haltung des sozialistischen Bergarbetterverbandes, besonders ihres Führers Husemann:„es dürfe unter keinen Umständen zu einem Streik kommen. Kameraden! Wenn selbst ein Führer des Alten Bergarbeiterverbandes erklärt:„Es dürfe nicht zu einem Streik kommen“, dann ist daraus nur zu entnehmen, daß er selbst den Streik für ein Unglück hält. Weil wir einsehen, daß ein verlorener Streik ein unübersehbares Unglück für die Bergarbeiter sein wird, sind wir gegen diese Massenkündigung. Kameraden! Auch der Führer der polnischen Berufsvereinigung erklärte bei den Besprechungen:„Wir wollen nicht kündigen, sondern erst verhandeln.“ Kameraden! Unser Weg ist klar! Folgt der Parole des Gewerkvereins und jener Organisationen, die sich auf den Boden der Vernunft stellen. Die Vergangenheit hat gezeigt, daß die Taktik des Gewerkvereins immer noch die richtige war. Gebt denen. die Euch ins Elend stürzen wollen, die richtige Antwort am 12. Juli indem Ihr Euch der Kündigung enthaltet. Die Zukunft wird uns recht geben und Euch zeigen, wo Eure Interessen richtig und ehrlich vertreten werden. Glück auf: Gewerkverein chri“ icher Bergarbeiter, Bezirk Dortmund. Willenberg, Kortmann, Närdemann, Koza. Warum streikt der Alte Verband nicht in Mitteldeutschland? Die Bezirksleitung des Gewerkvereins christl. Bergarbeiter, Dortmund, Westerbleichstraße 64, schreibt uns: „Wer die unverantwortliche Streikhetze besieht, die der sozialdemokratische Bergarbeiterverband augenblicklich im Ruhrrevier betreibt, dem wird unwillkürlich die Frage aufsteigen: Wie kommt es, daß der Verband in Mitveldeutschland bisher Streiks unterdrückt hat, trotzdem die Verhältnisse in Mitteldeutschland schlechter sind als im Ruhrrevier? In Mitteldeutschland ist der alte Verband dominierend. Hier hat er die Massen seiner Mitglieder sitzen. Es steht hier nicht wie im Ruhrrevier das drohende Gespenst der Besetzung im Wege, vor allen Dingen wühlen nicht die Kommunisten derart zersetzend in seinen Reihen wie hier im Ruhrrevier. Diese Fragen sind für einen nachdenkenden Menschen leicht zu beantworten. Mitteldeutschland muß der alte Verband die ganze Verantwortung, die ein Streik mit sich bringt, allein auf sich nehmen. Im Ruhrrevier ist die Sache anders. Hier tragen vor allen Dingen auch die anderen Bergarbeiterverbände, besonders der Gewerkverein, eine ebensostarke Verantwortung. Was den alten Bergarbeiterverband aber besonders dazu treibt, hier im Gegensatz zu Mitteldeutschland für einen Streik zu hetzen, ist die Tatsache, daß im Ruhrrevier die Leitung des alten Verbandes immer mehr in ein radikaleres Fahrwasser gedrängt wird, und zwar von den eigenen Moskaujüngern, die im Verband eine immer größere Rolle spielen. Daß dieses der Fall ist, beweist uns die Konferenz der vier Verbände in Bochum. Husemann setzte sich mit seiner ganzen Ueberzeugung für die Annahme des Abkommens ein. Vornehmlich das Ueberschichtenabkommen empfahl er zur Annahme, um besonders den seiner Ansicht nach bedeutend verbesserten Manteltarif zu retten. Erst durch ein starkes Mißtrauensvotum, das ihm seine radikalen Genossen ausstellten, hat er seinen Standpunkt geändert. In Bochum empfiehlt er den Manteltarif wegen der bedeutenden Verbesserungen dringend zur Annahme, und jetzt auf Drängen der Radikalen stellt er ihn als Streikobjekt, wert eines Streiks. hin, spielt den starken Mann, der nie anders ge, dacht hätte der in Wirklichkeit aber nur ein willenloses Werkzeug in den Händen seiner radikalen Genossen ist.“ Dollarkurs am 7. Juli: 530—536 Letzter Kurs: 460,00, Vorletzter Kurs: 413.00 Der Gefahrenpunkt der Mark. London, 7. Juli, Der Berliner Vertreter des „Daily Telegruph“ meldet, nach Ansicht dortiger nichtdeutscher Finanzleute habe die Mark den Gefahrenpunkt erreicht, und nur sofortiges Eingreifen der Verbündeten könne ein Sinken Deutschlands in die Finanzlage Oesterreichs und Polens verhindern. Bis Oktober zu warten, wäre verhängnisvoll. Nur ein Darlehen oder Suspendierung jeder Zahlung könne die Katastrophe verhindern. Englische Besorgnisse. Paris, 7. Juli. In der gestrigen Sitzung des Unterhauses erklärte Schatzkanzler Lord Robert Horne auf eine Anfrage wegen der Wirtschaftslage in Deutschland wegen der Aufnahme einer internationalen Anleihe, daß nach den Ergebnissen der Verhandlungen des Garantieausschusses er nicht voraussehen könne, welche Maßnahmen die deutsche Regierung in der nächsten Zukunft ergreisen könne, um eine solche internationale Anleihe zustandezubringen. Die Lage in Deutschland bilde übrigens fortwährend eine Quelle der Unrus für die englische Regierung. In aler Kürze. Neuigkeiten von Nah und Fern. Der Reichsbankausweis vom 30. Juni zeigt eine über jedes Maß hinausgegangene Inanspruchnahme. Der Papiergeldumlauf erhöhte sich um 179,6 Milliarden Mark. * Freiherr von Schorlemer, der frühere preußische Landwirtschaftsminister ist Donnerstag abend im St. Hedwigskrankenhause gestorben. Er war erst vor 14 Tagen in Berlin eingetroffen, wo er sofort an Lungenentzündung erkrankte. * Beschwerden über Verbote von Versammlungen. Vereinigungen und Druckschriften auf Grund der Ausnahmeverordnung des Reichspräsidenten müssen an die Landeszentralbehörden und nicht an die Reichsbehörden gerichtet werden. * Im Reichsministerium für Wieder. aufbau fand eine Sitzung des bei ihm bestehenden Beirats für Wiedergutmachungsfragen statt. Den Gegenstand der Verhandlungen bildete die Durchführung des freien Verkehrs bei den Reparationslieferungen auf Grund der kürzlich vom Reichstag angenommenen Abkommen mit der Reparationskommission und mit Frankreich. * Die Mutter der Exkaiserin Zita hat in der Nähe von München Wohnung genommen und steht wegen Ankaufs einer Villa in der nächsten Umgebung Münchens in Unterhandlungen. * Der polnische Ministerpräsident Sliwinski hat in seiner Programmrede im Seim festgestellt, daß das für 1922 vorgesehene Defizit von 132 Milliarden sich auf 400 Milliarden erhöht habe. Unter diesen Umständen werde die Regierung genötigt sein, zur Aufnahme einer Anleihe zu schreiten. * Tschitscherin weilt zurzeit in Innsbruck und hat einen längeren Aufenthalt hier vorgesehen. Der Landeshauptmann von Tirol erwiderte den Besuch, den Tschitscherin ihm auf seiner Rückreise von Genua hier gemacht hatte, * Die französische Kammer hat nach Beendigung der Aussprache über die Kriegsschuldinterpellation der Regierung mit 532 gegen 65 Stimmen ihr Vertrauen ausgesprochen. * Die schweizerische Kommission für die Rheinfrage wählte zum Präsidenten den Bundesrat Motta. * In Dublin ergaben sich sämtliche Aufständischen. Die Befestigungen sind niedergebrannt, * Der spanische Ministerrat billigte den Handelsvertrag mit Frankreich. * In Rio de Janeiro wurde das Kriegsrecht verkündet. 373 esweg Reichstag und Berlin, 7. Juli 1922. Sehte Err., 9 Neichswehr entwickelt. Schon zu Veolpg der u zeille der Präsident mit Reicgowege: bieser Angelegenbeit besaserzug, megefet#. e zwischendurch erledigt wurde, paßte auch nach den Bieblieferungen, die dauezur„an Seut H gaßz bis zum 3. Juli d. J. an die Entente 000 Rinder, Hühner und und 77.000 Lieferungen Schafe hehen von lüddeutschland aus. Der Rechtsausschuß und der Schutz der Republik. Berlin, 7. Juli. Der Rechtsausschuß tages, dem die Gesetze zum Schatze, der Bazuhett überwiesen sind, wird am Sonnaveno den Tag und auch Sonntag zusammentreten. Er hofft, daß er bis Sonntag abend seine Arbeiten wird abschlleßen können. Im Plenum soll Montag mündlich Bericht erstattet werden. Renderung des Einkommensteuergesetzes. Berlin, 8. Juli. Im vorläufigen Reichswirtschaftsrat wurde ein Antrag des finanzpolitische Ausschusses auf Aenderung des Einkommensteuergesetzes einstimmig angenommen. Entsprechend Darauf wurde die Besprechung über Sonstedias Silene de. Bilalfsier Kuten eit.) Die Antersachung in Oldendurg. sot, boys, Dieznal bieb alls rubig, obwohl den Verliner Kriminalbeamten in Ttegnburg og ve Tribünen sich ein neues Spektä=(gen der Verschwörerorganisatien vezuger wird, e Oschge cen hatten Sozialisten und De= nimmt weiter ihren Fortgang. Auch am gestrigen keltück versorogen Auu, Sov,., Redner Tage wurbe eine Unmenge belastendes Materiat motraten verließen jedoch eZarauf hinzuweisen, beschlagnahmt. Die Beamten steben mit der Verbegnügte sich domi, 9 sammenarbeit aller Par= liner Zentrale in steter Fühlung und berichten dab er immer für die Sousonuu.., seine Tätig=]fortgesetzt über die Ergebnisse ihrer Tätigkett. teien etggetreten sei und verwies aud v. Einzelbeiten werben noch im Interesse des guten Von der Rechrenzent Fe Srhungseuse erteiste gesendrits ger Untersuchung nicht bekannt ge. ud zwanr an Aigeorbnete, Die Ke. 3- ZSporgelon! Die Fessetzung des Goldzolausgelzes. am Dongerstag sich sonder: Zeipzigs ve, Berlin, 7. Juli. Die Festsetzung des Goldzoll, vorgetragen werde, obwohl selbst der frühere Veniche Bronprin, Auo goden Hreis in Angat Htnasge und Kommanisten verabhsösehel..1. 1914 besiegelt war. Er beklagte die parteipoltiche Sonnabend 10 Uhr: Schutzpolizeibeumtenn„et. die Siedlungswesen in Oberschlesien. Kleine Vorein Stucg des bentich-Dapfts besgrach eingeßens lagen. Stürmisches Finale im Tandtag. Beicich der einat wurichig et. dr Zage(Cauas ies Situngteriches uon.821. Sschces echceltee Prchtieg becitute be eine organserte V Geshaz bogröültgen ateiher, Der Sonnabend bleibst sitzungsfrei. zwar genau nach der Höhe des Dollarkurses, erstmalig für die Woche vom 11. bis 18, Juli in der Höhe von 7900 Mark zu 100 Mark. Das bedeutet also den 80fachen Zollaufschlag. Neue Teuerungsaktion für die Beamten. Berlin, 7. Juli. Die Beamtengewerkschaften sind erneut mit Forderungen an die Regierung herangetreten, um entsprechend der gesteigerten Teuerung eine Aufbesserung der Beamten= und Staatasngestelltengehälter herbeizuführen. Wie die T. U. hört, hat heute vormittag bereits eine Besprechung mit der Regierung stattgefunden, die aber zu keinem Ergebnis geführt hat. Mord anknüpfenden unwahrhaften Deven gegen rechts und die Ausnahmeverordnung des Gesetzes zum Schutze der Republik; das unentwegt von der Partei festgelegte Ziel,„die im Geiste christlicher und deutscher Gesinnung begründete Volksgemein. schaft, die jede Gewaltat und jede unangebrachte Kampfesweise verwirft und mißbilligt". Alle anderen Auslegungen des„Vorwärts“ und ähnlicher Blätter sind frei erfunden zu dem Zwecke, Erbitterung hervorzurufen. Aufruf an die Oberschlesier. Berlin, 7. Juli. Wie die P. P. N. erfahren, hat der Reichskanzler folgenden Aufruf erlassen: „In wenigen Tagen wird die interalliierte Kommission Oberschlesien verlassen haben. Mit ihr zugleich verlassen die fremden Truppen und Behörden das Land. Der deutsch gebliebene Teil Oberschlesiens wird wieder mit dem Mutterlande vereinigt. Ein jeder, der durch gesetzwidrige und unbesonnene Taten gegen die Angehörigen der fremden Mächte neue unabsehbare Verwicklungen heraufbeschwört, fügt Oberschlesien und dem ganzen deutschen Reiche schweren Schaden zu. Im Namen der Reichsregierung ermahne ich daher die gesamte Bevölkerung, sowie insbesondere alle mit Angelegenheit wird mit der Organisation„8. iU/der Durchführung des Abtransportes der interunter Kuschlus der Oesentlichkeit bot, sligen Hansluge, gegen die interanlerten Trusvon Falschmünzern. pen und Behörden zu enthalten, um so an der Verhastunge. ener Polizel=sschnellen und reibungslgsen Durchführung der Müucker, 8. Juli. Der Bünden.:z aien(Räumung mitzuarbetten“.6 ut, Marichaet Es wäre erfreulich, wenn auch die Warschauet Regierung in ähnlicher Weise ihre Volksangehörigen an ihre Pflichten erinnerte, denn sonst könnte der einseitige Aufruf ein falsches Bild der Hauptschuldigen erzeugen. Mitglieder der Organisation„C' vor einem feanz. Kriegsgericht. Breslau, 8. Juli. Durch französisches Kriegs: gerichtsurteil wurde der Breslauer Kartiner zu 20 Jahren und der Oppelner Petzold zu 2 Janzeg Gefängnis verurteilt wegen versuchter Spienage und wegen Gefährdung der Besatzungtarmeg,„#e Aus dem Auslande. Die deutschen Arbeiten für Frankreich. weiche rchts gerichteten Kreise, Ze peichegr BBgrie Mordbuben begünstigt haben. Die Vrt/g.g, wor, buben, die auf Maximilian Harden gehe####—.. den sind, haben bereits einen Teil ihres Mordsolstelt Den=Prgister dies Buslagez, eiher lie „ im Landtag. Berlin, 7. Juli 1922,(haben ihnen das Handwerk gelegt. Landtag erledigte am Freitag aber nur durch gesetzgeberische Maßnahmen geDer Preußtscgeo ge Gesetzentwürfe die schehen. Ich bekomme jeden Tag Drohbriefe. Anzst tach Annahme einer beig und Entwürfe zum habe ich aber nicht. Die Maßnahmen müssen soAussprache über die Has Amnestiegesetzlfort unter Dach und Fach gebracht werden. Schute der Vepgbltk., 1inar: Abg. Dr. Mever(Komm.) fordert Bewasfsowie die beiden Rovellen Zum purde unter nung der organisierten Arbeiterschaft. gesetz der Beamter,ind tichte Abänderungs= Abg. Kuttner(Soz): Aus den Reden des V Erlebnung einer Hauptsache von der äußersten Abgeordneten Deerenberg erkennen wir, daß dieA gtträge, die in e gußersten Linken kamen, in ser Seite jedes Gefühl von Moral abhanden geV Rechten und von der dugersten Linken b, ange,s kommen in. Direktion gelang es, einen Monteur und einen Kraftwagenführer zu verhaften, die alle Vorbereitungen zum Anfertigen von brasilianischen Banknoten in größeren Mengen getroffen hatten. In der nächsten Woche sollte einer der Verhafteten nach Brasilien fahren, um die Falsifikate dort untrshrheen. setz zum Schutze der Republik, wie es unter den augenblicklichen Umständen erforderlich ist, nur Dir beni##n burch eine Lintsmehrbeit erledtgt werden kann, Paris, 4. Juli. Nach einer Mitteilung, des. Diese Linksmehrheit ist jedoch nur mit dem Ein=„Echo de Paris“ ist der Entwurf für die schluß der Unabhängigen zustande zu bringen. In rung öffentlicher Arbeiten fertiggestellt. der Deutschen Volkspartei scheint sich seit der Rück= sollen große deutsche Arbeitermassen nicht in die kehr Stresemanns die Geneigtheit, an der Regle Nähe der Größstädte gebracht werden. Die. Arrung teilzunehmen, stark bemerkbar zu machen, beiten werden mit deutschem Material und### us esunchnet lschen Arseltern ausgestort, Die benischen urbset, Werden ter werden in Arbeiterstädten einquartiert und um die deutsche Volkspartei. ben der Verliun, 7. Juli. Die beiden bügzorstand der entlohnt werden. Der französische Anteil an der dem se anfragen ob de Deuische Voltspustetern, Raterial lesen, wibtend für de Llesteiten reit sei in die Regierungskroalitton ein ,ote der Anlagen der Trurpe von Frankreich das gesamte In dem Schreiben wird zunächt auf bie T,ran, Material bestellt wird. Der deutsche und franStunde bingewiesen, die mehr denn se die Vern., zösische Anteil ist zahlenmäßig festgelegt worden ziehung aller, die zur Mitarbeit an der Erhaltung Die Zeutschen Arbeiter werden in einer Gesamt4 und am Wiederaufbau des Staates auf dem Boden„ ug, 12000 Mann auf 10 Jahre verpflichtet, der heutigen Verhältnise mitzarbetep. vereit, Zie Trurpegesellschaft stell 1800 Mann für 4 Jahre sind, verlangt. Es wird dann darauf biz=gilfe und die Dordogne 250 Arbeiter auf die Dauer von 4 Jahren. at Ra Ra sen, daß wir vom Ausland Verständnis und H# nur zu erwarten haben, wenn die Politik der Regierung von den breitesten Schichten des Volkes unterstützt wird und dadurch die Gewähr für die Schaffung und Erhaltung dauernder Zustände im politischen und wirtschaftlichen Leben mit sich trägt. Deshalb halten die beidex. Parteien ein Rockefeller. at Be sel In er mm of ek n3 er ra ## ∆ 4 % 1 Ma 3 a 197 zweiter Lesung gegen dieselbe Oppostion.—. Abg. Hermann(Dutl.) erhält zu der am Toge durg hext vorzeitigen rem Ausbruch gekom perbeigefährt hatte, hatte sich Unabhängige an die Reönertribüne heran. Auf bruch der Sbeun erlehigte man noch die neuen der Linken setzt ein ungebeurer Lärm ein, Deutsch. : efür schlesten, die Regelung der nationale Abgeordgete,„hringen unter Fühgze Gesetze für Obersch““] Fropinz und die vor= des Abgeordneten„eippet zum Schutze des Selbständigkeitsrechte, Vexwaltung, allerdings erst ners heran. Unter lauten Zwischenrufen der Linläufige Regelung der Verwit..—,——erowd, ken versucht der Abgeorbnete Hermann eine Ere dwvete, Sesc„sten Lesung des Haushalts klärung zu verlesen. In dichten Scharen um8is dann be ve: H. Zähler erneut ge stehen die einzelnen Parteien, vor allem Unaber denschnut, Gesege o. Schute der Republik, hängige und Kommunisten, Len. Stenograpßen, en die venen, beope e, Shezeichnete, voleni= tsch., Abg. Schulb==guiezg,(Konze), pigf. es die er als Ausnahmegere zichte zitierte, um dar= Abg. Hermann einen Band Stzungsprotokolle ins serte und den Gest de, Oeschlzimmer das Gegen=[Gescht, Der Abg. Knotb(Komm) wirst. einen vlegen, dop Vu hichtege“ Zweck erreicht hätten, zweiten, der den Reöner aber nicht erreicht. teil von dem beabichtigten, sprechendes Beispiel Schließlich durchbrechen Unabhängige und sromdas Soztalistenaesep set ein„aldgmokratischen munisten, an der Spitze Abg. Jürgensen(Unabh.), — da erstand iom i em„Harfer Widersacher, die Reihen der Deutschnationalen. Abg. JürgenRedner Heilmann ein). Sturmszenen des sen wird eingekeilt und fällt rückwärts die Treppe, gewillt ist. dab man schon besürchtete, e Zuflage erleben. Finunter. Der Komm. Katz ergreift die Präßben: Vortages würden ev Zeutschnationalen hinüber; tenglocke und bringt die Paviere auf dem etnz nis Heimann du den deg„onen Gesetzes wird dententisch in Unordnung. Es entwickelt sich ein “: Der eiserzFzhrung: ve Dr. Kähler alle wüstes Handgemenge, besonders zwischen den Abnach der Veweiostgrnng oes Avo.—. Mörder geordneten Jürgensen und Klausners einerseits dentschnationalen und deutschevdtische, ollte der und Deutschnationalen anderersetts. Schließlich und Mordhelfer dulammerichmt zgpr. bo wost, verläßze Präsident Leinert seinen Präsidentenplatz. vontan einsebende Entrutungsturm bei den B, Eitzung ist aufgeflogen. Noch lange steven Deutschnatongsen kein Ende nehmen, Herr Hol, die Abgeoröneten in erregten Gruppen zusammann batte sic aber mit autem Viaterio., zeigeg, men Der Reltestenrat bielt eine Sitzung ab. Prdnet. Er kam mit der Enthüllung, um uu.—.——(Rdent Leinert eröffnete um 634 Uhr die neue die Autemichter begen Horden Heszestl sder Parteier unumginglich sel. die Autoritäst des de deus ho dt sesen, fndem er unter ieb=(Prästhenten zu Kärken, um eine Weiterzghzung und bezahlt, worden geien, ragziak er unter eb, der Verhandlungen zu ermöglichen. basten Hörtl Hörtl=Rusen berichtete, doß ein deg vertagte sich das Haus auf Freitag 11 Uhr: Forteschepötischen Schutbundes worden setzng, Hanshalt, Kleine Vorlagen. uts Hobschzet,., Vhiresat burch Beamte" Schluß gegen Uhr. sei. Dadurch sei der norenal durch Brumie, die sich sofort im Flugzeug nach Nordwestdeutschland Aus dem begeben hätten festgestellt worden. In seiner Ueberraschung habe der Anstifter ein umfassendes Geständnis abgelegt, das die Richtigkeit dieser Be=) Dex 9. November Nationalfeiertag? hauptung erweise. Das, was im Hause beschlossen Beglin, 7. Juli. Von der USPD, ist im Reichswerde an Gesetzen zum Schube der VerFusizter tagsausschuß des Reichstages folgender Antrag nicht das, was die Kreise, in denen die unzister) gestellt worden: Der Reichstag wolle beschtließen, sößen, verdient hätten. Natürlich erhob sich, als Sie Feichsregierung zu ersuchen, dem Reichstag der Redner gendet batte, kürmische Ope antal, alsbald den Entwurf eines Gesetzes vorzulegen, bei den Angegriffenen, die aber durch den anyr, tenden Beifall der Partei des Redners, der schließlich in Händeklatschen überging, übertönt wurde. ] Im Hammelsprung wird der demokratische Antrag, daß am Jahrestag der Reichsverfassung alle staatlichen Gebäude und Schulen die Reichsnach dem der 9. November zum Nationalfeiertag des deutschen Volkes erklärt wird. Kommt die Linksmehrheit? Berlin, 7. Juli. Unter schrift schreibt der Vorwärks: Die nichtoffiziellen der Koalitionsparteten wurden uie bog ucden, ebo, die erforderlichen Flaggen Besprechungen der Koaltionsgarteien von den Behörden rechtzeitig zu beschaffen sind, Donnerstggtegt schzefept. nan gemeinsamen mit 272 gegen 119 Stimmen angenommen. Fer=sdie Demorraleg rachreten einen gemeiung; mit 272 gegen 119 Stimmen angenommer ,,ivaz, Brief an die Deutsche Volkspaxtek, und an die ver wird angenommen der Antrag, oezgren, so. Bayerische Volkspartei, der diese Parteien aufbozenten ein Eristenzminimum du geroo um, not., forbert, sich an der Regierung aktiv zu beteiligen. wie eine Vermitungspe, ein gesetrendaren Ve. In Kreisen der sozialbenotratigher Zeiseicgser “ soatoungswdg. Beratung des Haushaltes Le= Koaltionsparteien äußerst pessimistisch gegenendet. Das Haushaltsgesetz somie anschließend über. zumal man sich klar darüber ist, daß ein In der gewaltigen Aufregung und in dem Wirrwarr der letzten Tage ist für die OeffentlichZusammenarbeiten mit der Deutschen Volrspartei keit eine Meldung verloren gegangen, die in runach den Ausführungen der Abgeordneten Becker, higeren Zeiten in der gesamten Presse Stresemann und Heinze in den Reichstagssitzun= dehnten Besprechungen Veranlassung gegeben hagen der letzten Tage über die außen= und innen= ben würde. In Amerika ist ein Mann gestorber, politische Lage für möglich, wenn guter Wille auf der fast zwei Menschenalter lang als einer der beiden Seiten vorhanden ist. Es wird zunächst größten Finanzgewaltigen aller Zeiten im Mittelvorausgesetzt, daß ein Wiederaufbau des Staates spunkt des Interesses gestanden hat: John unter Fortführung einer gesunden sozialen Poli=feller, genannt der Petroleumkönig,„Im. Jauf tik nur auf dem Boden der verfassungsmäßigen der Jahre war er zu einer Art republikanischen Staatsform möglich ist. Deshalb geworden, die mit dem märchenhaften Reichtum müssen die in der Regierung sitzenden Parteien und dem Entwicklungsgang des Mannes auf oie jede Agitation gegen die Verfassung der Republik, Einbildungskraft seiner Mitwelt starken Eindruch ssene des States aufersalb und funerhalb des!“ Die Lausbahn Roceselers wax, pois, Parlaments vermeiden und gegen jeden Angriff großen Geschäftsmänner, die die gegen die Republik zu verteidigen gewillt sein.]rikas zu ihrer heutigen Höhe Deshalb ist dem Staate durch das Gesetz zum zugleich auch für die früheren Verhältnisse drüben Schutze der Republik ein Mittel zu gewähren. Die die allein die Möglichkeiten zur Entfaltung solcher Unterzeichner der beiden Parteien, Zentrum und Persönlichkeiten boten. Aehnlich, wie, sein, zu Ant rung der Deutsher Fegserung uch hur Felesigen diew Canergie, wie der erste Eisenhasterpie Die Antwort der d. D. P.(frühzeitig auf den Erwerb seines Lebensuntere 7. Juli. Die dentsche Volkspartet bot kas unmittelbar nach dem Bürgerkrieg lag dort flür die von den bürgerlichen Koalitionsparteten, Zen= Leute mit offenen Augen, scharfen Sinnen und trum und Demokraten, an se gerichtete Anfrage robustem Gewissen das Geiz, huchzlößeich, og nach einer in der gestrigen Abendhbung er Herstanzen ihre Ellenbogen rücksichtslos zu gei Reichstagsfraktion beschlosenen Entschliebung,„in hrauchen, leicht und schnell in die Höhe arbeiten dem Sinne beantwortet, daß sie die am Schruß damals wurde der Grund zu den Riesenvermögen dieser Anfrage gestellte Frage, ob sie nicht unter gelegt, die heute noch in der Hand den ihr aufgestelten Voranssebungen Jum Sin, Grinders und Homals wurde in Amerike gegräutrit in die Regierung bereit seit, mit Bezug auf Hert wag irgendwie zu gründen war, selbt das die setzige Regierung betaßen könne. Aus Unwahrscheinlichste, wenn es möglich gewesen wüdem Wortlaut der Note geht zur Genüge hervor, re, hätte man auch zugleich den Mond und den daß eine gleichzeitige Erweiterung der Koalition Mars gegründet. Es war die Zeit, in der die Ernach links für die Deutsche Volkspartet vicht i— und=Bazzegeänderte pi, nöch vor kurzem Frage kommé...., dianern und Büffelherden bevölkert waren, AnKein Ausschluß deutsch=völkischen Fuugeis. siedlerstaaten entstanden und junge Städte rlameniskorresvondenz ersährt, bat der deutsch, Zeit, wo die Goldfunde in Kalifsornten das ganz vattonale Partelausschuß den Bruch Böolispar, Dhrang nach Gold geschüttelt, zu Fuß und Waget Dentschrötischen der dentschngtguteleg. g.Peg. abenteuerlichen Zug vom Atlantischen zur K14 tei mit großer Mehrbeit abgeieont, nucg ein be, ster detz, Sillen Ozeans unternahmen, um unters sonderer Antrag, den Abg. Wule auszuschlieben, wegg im Schnee des Felsengebirges oder in der kand keine Annahme. Gluthitze der Prärie umzukommen. Es war bit die Deutschnationalen dementieren! Zeit der Berlin, 7. Juli. Von der deutschnationalen Anternehmen, der Standard Dil Co, die mit geVolkspartet erhält die T. u. folgende-Bureauz waltiger Schnelle wuchs und beute ihre PolppenDie veittellung be oohagz Hex zeuschnationale orme über die ganze Welt erstreckt. Witzehzansz vom 7. Juli morgenz, daß oer venu,„ zcepöst, rikanischer Rücksichtslosigkeit„schritt Rockesz.“ Partetausschuß den Bruch mit dem Fostspartel über alle bingwg, die sich iym in den Weg neuten, schen Flügel, der deutschnattopol=pejonzere zn. Pher auch mit echt amerikanischer Freigebigketz abgelehnt habe, und daß auch der oesongere 4iy= gaß er Millionen über Deiulonen aup, wo es ul. trag, den Abgeordneten Wulle auszuschließen, keine Annahme gefunden habe, ist frei Richtig ist, daß überhaupt kein Antrag auf Ausschluß des Abgeordneten Wulle vorlag und darüber überhaupt nicht verbandelt wurde###auch nicht abgestimmt worden ist. Die zur lung stebenden Punkte maren danach: Die an den Forschung. über auch mit echt, angristoncghe g. Freigebteosicz, gab er Millionen über Millionen aus. w es s um planmäßige Förderung der Wissenschafterz der Volksbildung handelte. Nicht minder, berpu als die Standard Lil Co. und sehr viel#1 reicher ist das Rockefeller=Institut wisseg Przamg# Nr. 156. Kiutt Aet Gaftn.gn. * Bladenhorster=Tageblatt.= Samstag, den 8. Juli 1922 Aus Castrop und Umgegend. C' Die Wochenplauderei„Durch dick und dünn“ mußte aus besonderen Gründen für eige spätere Ausgabe zurückgestellt werden. Fahrplanwünsche. In der jüngsten Vollversammlung der Bochumer Handelskammer wurde bei Besprechung des Eisenbahnfahrplaus das Bestreben der Eisenbahndirektion begrüßt, aus dem Pendelzugverkehr Wanne=Bochum durch Zusammenlegung mit dem Pendelzugverkehr Bochum=Witten und darüber hinaus einen guten durchgehenden Nord=Süd=Verkehr durch das mittlere Industriegebiet zu schaffen. Man sprach den dringenden Wunsch aus, daß die Eisenbahndirek= tion in diesem Bestreben fortfahren, insbesondere diesen durchgehenden Verkehr schon in Reckling= hausen beginnen und regelmäßig erst in Hagen endigen lassen möge. Ebenso sei ein Ersatz des Pendelzugverkehrs Essen=Gelsenkirchen Hbf. durch Weiterführung dieser Züge über Recklinghausen nach Münster und über Herne bezw. Castrop nach Dortmund dringend notwendig. Größere Aufmerksamkeit als bisher verdiene die Verbesserung der Anschlüsse von Wanne in Richtung BuerDorsten=Winterswyk. Des weiteren wurden zahlreiche Wünsche zur Reform der Reichspost durchberaten, die in einer ausführlichen Denkschrift den maßgebenden Stellen zugeleitet werden sollen. (9) Zur Nachahmung empfohlen! Der Wanderklub„Wanderfalke“ stiftet in anerkennenswerter Weise als weitere Rate für die Kinderhilfe den Betrag von 80 Mark. E Eine interessante Wanderung machten vor einigen Tagen eine Anzahl von Mitgliedern des Dortmunder Naturwissenschaftlichen Vereins. Sie besichtigten unter der sachkundigen Führung der Herren Studienrat Dr. Bieker, Rektor Kramwinkel und Lehrer Lünschermann=Merklinde die Flora der hiesigen Wälder und Wiesen. □ D..=B. Auf die Sonntag, den 9. d. Mts., morgens 7 Uhr stattfindende Tageswanderung wird an dieser Stelle noch einmal hingewiesen. Diejenigen Mitglieder, die sich in der beim Vereinswirt Lueg aufliegenden Liste noch nicht eingezeichnet haben, werden gebeten, dies bis heute Abend zu tun. Zu der heute Abend 8 Uhr stattsindenden Versammlung wollen sämtliche Mitglieder pnüktlich erscheinen. Der Stenographen=Verein Stolze=Schrey Ranxel=Castrov hält am heutigen Tage abends 5 Uhr in der Wirtschaft Karl Hovemann zu Merklinde seine Jahreshauptversammlung ab, an die sich ein gemütliches Beisammensein der Mitglieder anschließen wird. se] Zur Aufklärung. Herr Malermeister Ewald Neufeld bittet uns mitzuteilen, daß er mit dem Tennisklub 04 nichts zu tun hat. * Das Metrovoltheater bringt z. Zt. einen Spielplan der Sensationen. Eröffnet wird er mit dem beim hiesigen Kinopublikum als Stern ersten Ranges bekannten Luciano Albertini, der in dem fünsaktigen„Samson, der Fürst der Hölle“ die Hauptrolle mit seiner oft erprobten Meisterschaft spielt. Tragisch und schicksalsreich ist das Drama „Der Verfluchte“. in dessen 6 Akten Violetta Navierska und Fritz Greiner im Mittelpunkt des nie Ausführung als die ersten, im Jahre 1919 herausgegebenen Flugpostmarken zu 10 und 40 Pfg. Mitte Juli folgt eine weitere Reihe von Flugpostmarken in den Werten zu 1, 2, 3 und 5 Mk. Die Marken sind für Flugpostsendungen bestimmt und dienen zu ihrer vollständigen Freimachung für sich allein oder als Zusatzmarken zu den gewöhnlichen Freimarken. Die Verwendung von Flugpostmarken für Flugpostsendungen empfiehlt sich, um diese Sendungen vor anderen besser kenntlich zu machen. Flugpostmarken sind bei den Postanstalten in den Flugorten und bei einer größeren Anzahl anderer Postanstalten erhältlich. Postanstalten, die keine Flugpostmarken führen, vermitteln auf Wunsch den Bezug der Marken. Sicherem Vernehmen nach sollen künftig Flugpostmarken in Pfennigwerten nur noch zum Betrage von 25 und 50 Pfg. hergestellt werden. ( Rauxel.(Kinderhilfe.) Am Freitag wurden vom hiesigen Wohlfahrtsamt 7 Kinder aus Rautel auf 4 Wochen zur Erholung nach Eickelborn entsandt. L Bövinghausen.(Eine grundsätzlich wichtige Entscheidung) wurde am 7. Juli von dem Castroper Schössengericht gefällt. Es wurde dort verhandelt wegen eines Vergehens gegen das Betriebsrätegesetz Der BetriebsratsVorsitzende der Chemischen Werke Lothringen hatte Klage erhoben gegen den ehemaligen Betriebsleiter Oberingenieur Griesmann(jetzt Hattingen) wegen Behinderung in seinen gesetzlichen Rechten und Pflichten„Es. war ihm nämlich von dem genannten Herrn verboten worden, den Betrieb zu befahren. Das Schöffengericht verurteilte den Beklagten zu 3000 Mk. Geldstrafe. Im Unvermögensfalle tritt für je 50 Mk. ein Tag Haft ein. ∆ Sodingen.(Verkehrs=„Verbesserung.“) Der letzte Wagen der Linie B(HerneSodingen=Castrop), welcher 12,08 Uhr von Herne abgeht, fuhr früher durch bis nach dem Amtshause in Sodingen. Seit einiger Zeit fährt er nur noch bis Möller. Man muß aber immer noch bis zum Amtshause bezahlen, obschon man doch zwei Drittel hat. es setzung zu bis zum Amtshause durchzuführen. fort der Festball. Den Abschluß des dreitägigen Festes bildet ein Konzert mit anschließendem Ball, das am Montag nachmittag 6 Uhr bei Middelanis(Richter) beginnt. An allen 3 Festtagen wird auf dem Sportplatz an der Alleestraße großer Volks=Jubel und=Trubel herrschen. Durch den bestens bekannten Unternehmer Beckmann (Herne) ist dort ein Riesen=Lunapark mit allen möglichen„Attraktionen“ aufgebaut. Wir wünschen dem Verein, der in seiner Vergangenheit manches Gute für in Not und Elend geratene Mitglieder tun konnte, und der heute von sich singen und sagen kann„Schier dreißig Jahre bist du alt“ für die Zukunft ein recht kräftiges Blühen, Wachsen und Gedeihen, damit er nach weiteren 20 Jahren die von einer zahlreichen Vereinsgenossenschaft umstandene Fahne mit dem goldenen Jubelkranz zieren kann. 6' Habinghorst.(Flüchtige Dieve.) Im hiesigen Ledigenheim stahlen angebliche Vertriebene aus Oberschlesien 2 Flüchtlingen aus Polen, während diese die erste Schicht verfuhren, aus den erbrochenen Spinden einen Anzug, Hemd Schuhe, Zivilsägerrock und 500 Mk. in barem Gelde. Nach der Tat sind die Diebe flüchtig geworden. Am Tatorte ließen sie den Schlüssel ihrer Stube zurück. Wohin sie sich gewandt haben, ist noch nicht ermittelt. (*) Turnen, Spsel und Sport. Dortmunder Rennen. Der morgige Schlußtag der Sommerrennen des Dortmunder Rennvereins am Sonntag, 9. Juli, wird weitaus am schärfsten umstritten werden. War der Westfalenvreis infolge der heute geradezu unheimlichen Kosten eines Pferdetrausvortes, der bei Teilnahme eines auch nur vermeintlich überlegenen Pferdes wie König Midas sofort abschreckend wirkt. der Zahl nach mäßig bestritten, so hat der„Große Preis von mund“ eine glänzende Besetzung gefunden. Dies alte schöne Rennen des Dortmunder Rennvereins, das viele immer noch als sein schönstes ansehen, Aus dem Emschertal. erlahmenden Interesses stehen. Außerdem glbt Herr Wessels die beide bereits 30 Jahre dem wohl noch das eine oder andere Pferd hinzu kommt, ist es also eine schöne, stolze Entscheidung. Der Tag wird überhaupt im Zeichen großer Felder stehen und ganz besonders interessant werden. Das gilt sowohl für die Flach= wie für die HinHabinghorst.(Das Jubelfest des Beig= dernisrennen. Insgesamt werden für den letzten wanns=Unterstützungsvereins Ha= Juli=Tag noch 350000 Mk. an Preisen gegeben. binghorst=Rauxel), das so lange schon von Ti### beginnen punkt 3 Uhr. allen Seiten mit größter Spannung erwartet wurde, und das dank der vom rührigen Festausschuß mit aller Emsigkeit getroffenen Vorbereitungen recht glanzvoll zu werden verspricht, steht vor der Tür. Heute abend 7½ Uhr wird es mit dem Abholen der Vereinsfahne eingeleitet; es folgt dann um 8 Uhr die Eröffnungsfeier bei Middelanis(Begrüßungsansprache, Vortrag des.=.=V. Rauxel=Bahnhof, Festprolog, Ehrung der Jubilare). Unter diesen befinden sich der Vorsitzende Herr Anton Giesberg und der Vereinswirt Eingelandt. es als Extraeinlage noch die 5 Akte aufweisende Detektivaeschichte„Entlarvung“, die voll aufregender Momente und spannender Handlung ist. □ Die Roland=Lichtspiele haben wieder den beliebten„Ulkbruder“ Seff bei sich zu Gast, der sich diesmal als Bücherwurm produziert. Die „alles sehende". Detektivin Emilie Sannon vollbringt in„Panopta“ staunenerregende Leistungen. Gut leitet sich der amerikanische Episodenfilm „Der Feuerkreis von Kaltfornien“ mit Mary Anderson und Franklin Farnum in den Hauptrollen ein. Neue Flugpostmarken. In den nächsten Verein angehören. Im ganzen sind 16 Jubilare vorhanden, die 30 bezw. 25 Jahre Mitglieder des Vereins waren. Um 9½ Uhr wird sich ein großer Fackelzug durch die Straßen der Gemeinde Habinghorst bewegen. Den Abschluß des 1. Festtages bildet ein Ball beim Festwirt Middelanis. Der Hauptfesttag, der Sonntag, wird durch ein musikalisches Wecken bereits um 5 Uhr in der Früh eröffnet. Von 1,30—.30 Uhr werden die zahlreichen auswärtigen Verein, die sich zur Teilnahme am Jubelfeste meldeten, empfungen. Um 3 Uhr beginnt der große Festzug der voraussichtlich eine solche Beteiligung ausweisen wird, wie sie HaTagen erscheinen neue Flugpostmarken zu 25 Pf., binghorst noch nicht sah. Nach dem Eintreffen des 40 Pfg., 50 Pfg., 60 Pfg. und 80 Pig, in anderer Festzuges im Festlokale(Middelanis) beginnt soganz unerreichbar sein? Jedenfalls hätten Sie doch Zu dem Eingesandt: An den Schandpfahl! Man gestatte uns einige sachliche Bemerkungen, zu der„Würdelosigkeit“ wie sie leider bei uns in Castrov möglich geworden ist. Mancher biedere Bürger hat doch wohl den Kopf geschüttelt und dem Tennisklub 04 soviel Ehrgefühl zugetraut, daß er sich beim Lesen des Eingesand sagen konnte: es ist nicht möglich. Leider Gottes gehen uns allen die Augen auf, jetzt nachdem der Tennisklub 04 es tatsächlich fertig gebracht hat, durch einen gewiegten Rechtsanwalt Stellung zu dem ersten Eingesandt zu nehmen. Es steht uns nicht an, abzuwägen, was wahr und was unwahr ist; das mögen die tun, die hoffentlich nicht zu sehr vom Internationalismus angekränkelt und kraft ihrer Stellung dazu berufen sind. Daß es überhaupt möglich geworden ist, daß in Castrop ein Vertreter der Nation, die uns den„Versailler Frieden“ diktiert hat, in bürgerlichem Kreis hat Aufnahme finden können, ist überaus tief bedauerlich— um nicht einen anderen Ausdruck zu gebrauchen! Ob der„gute“ Mann nun als Mitglied oder vorübergehend Gast beim Tennisklub 04 war, ist doch ganz belanglos Zugegeben ist, daß er Aufnahme gesunden hat Trotz aller aufklärenden Arbeit, die in der Presse, in öffentlichen Versammlungen usw. geleistet worden ist,„scheinen“ sich die Damen und Herren vom Tennisklub 04 noch kein Bild davon machen zu können, wie wir ehem. Kriegsgefangene in Frankreich„Aufnahme“ gefunden haben. Die Damen und Herren„scheinen“ weiter nicht zu wissen, daß bis heute noch 23 Deutsche Stammesbrüder in den Gefängnissen von Avignon und Toulon— wegen Mundraubs und ähnlicher Vergehen, wozu sie die Not getrieben hat— darauf warten müssen, daß ihnen dieselbe Nation, die uns den Monsieur Dreysuß hierhergesandt hat, die„Gnade“ angedeihen läßt, sie in ihre Heimat zu schicken. Hat den Damen und Herren nicht der „Groschen“ in den Fingern gebrannt, den sie für das„national=deutsche“. Fest angeblich ausgeben mußten, das sie im Beisein des Monsieur Dreyfuß in der größten Notzeit Deutschlands gefeiert haben?! Unseres Erachtens hätte der Vorsitzende vom Tennisklub 04 seine patriotische Gesinnung besser durch Taten als durch schönklingende Worte beweisen können. Wir müssen gestehen, daß gerade der Schlußgedanke in Absatz 4 Ihrer Erwiderung unsere Lachmuskeln nicht wenig gereizt hat— eine„Entschuldigung“ liegt in dem Schlußgedanken, der dem Tennisklub 04 alle„Ehre“ macht. Wahrscheinlich hat„Jungdeutschland“— Tennisklub 04— sich wohl deswegen einen deutschen Schauspieler verpflichtet, um einem Franzosen„national=deutsche Vorträge halten zu können. „Daß du die Nase ins Gesicht behältst!!“ Ja, wenn die Sache nicht so furchtbar ernst wäre, man dürfte Freude haben über diese„national=deutsche", Betätigung im Tennisklub 04. Sollten Sie in Zukunft— jetzt nachdem Monsieur Dreyfuß nicht mehr Ihr Gast ist— nicht wissen, was Sie mit Deutschlands„Notgroschen“ anfangen sollen, so wenden Sie sich an den Verein ehem. Kriegsgefangenen. Wir verpflichten uns die Spenden— mit Ihrer Anschrift— den deutschen Brüdern in Anignon und Toulon zukommen zu lassen. Vielleicht haben Sie dann ein größeres Gefühl der Befriedigung, als wenn Sie in Gegenwart des Franzosen„national=deutsche“ Vorträge halten und auf vielleicht echt„nationaldeutsche Weise" das Tanzbein schwingen. Der Vorstand d. Vereins ehem. Kriegsgefangenen Ortsgruppe Castrop. Gottesösenstordnung. Kath. Kirche Castrop. 6 Uhr 1. hl. Messe. 6,15 Uhr 2. hl. Messe mit Prediat. 7,45 Uhr Polenmesse. 8,30 Uhr Kindermesse mit Predigt. 930 Uhr Hochamt mit Prediat. 10,45 Uhr letzte hl. Messe mit Prediat..30 Uhr Andacht, 5 Uhr Andacht. Evgl. Kirche Castrop. ½8 Uhr Frühgottesdienst, Pastor Ruwe. ½10 Uhr Hauptgottesdienst, Pastor Bläsing. 4 1 A8s Evgl. Kirche Habinghorst. 9½ Uhr Gottesdienst Evangelist Vier. 11 Uhr Kindergottesdienst. 5 Uhr Andacht in der Kirche. Kath. Kirche Henrichenburg. 7 Uhr Frühmesse, ¾ 10 Uhr Hochamt....113, Evgl. Kirche Ickern. 9¼ Uhr,„Religion ist Tat“. 103 Uhr Bücherei und Taufen. 11 Uhr Kinderkreis. 1 Uhr Jugendkreis. 4 Uhr Mädchenkreis. Kirchl. Blaukrenzverein. Abends 7½ Uhr Blaukreuzstunde im Gemeindehaus. Kirchl. evgl. Gemeinschaftsbund Amtsstr. 17 Sonntag 3 Uhr Missionsfest im Wäldchen an der Amtsstraße. Mitwoch 6 Uhr abends Bibelstunde. 8 Uhr Jugendbundstunde. Kirchl. Gemeinschaft im Ev. Gemeindehaus. Sonntag Beteiligung am Missionsfest des Kirchl. evgl. Gemeinschaftsbundes an der Amtsstraße. Dienstaa. abends 8 Uhr, Bibelstunde von Gem.= Helfer Mescher, Sodingen. Freitag, abends ½8 shr Staaftunde des ltem tstart 24 Ein Vermächtnis. Roman von W. Waldbröhl., „Sicherer als mein Haus?“ fragte Doktor Wachtmann mit einem kleinen Stirnrunzeln höchsten Besremdens„Das ist eine Auffassung, die mich wohl einigermaßen in Erstaunen setzen muß!" „Es ist nichts dabei, was Sie kränken müßte,“ versicherte die Gesellschafterin.„Sie werden mir darin beipflichten, nachdem Sie alles gehört haben. Aber ehe ich Ihnen die Sachlage erkläre, muß ich bemerken, daß ich Ihnen diese Mitteilungen nur in Ihrer Eigenschaft als Rechtsanwalt mache, und daß ich deshalb Amtsverschwiegenheit von Ihnen verlange.“ Sie hatte diese Erklärung mit so viel Nachdruck und Feierlichkeit abgegeben, daß sich die verdutzte Miene des Justizrats alsbald in eine belustigte verwandelte. „Diese Einleitung ist wohl schwerlich Ihrem eigene Kopfe entsprungen, mein wertes Fräulein Zorka,“ sagte er.„Aber wenn es Sie beruhigt, will ich Ihnen gerne bestätigen, daß Sie auf meine Berufsverschwiegenheit 21 rechnen haben. Von dem Herrn Doktor haben Sie a vermutlich bereits die gleiche Zusage erhalten.“ Sein Augenzwinkern zu Hellbach hinüber ließ erennen, daß er in ihm den Lehrmeister der würdigen Dame vermutete, und das Lächeln auf dem Gesicht des ungen Arztes konnte ihm wohl als Bestätigung gelten. Die Gesellschafterin aber, die viel zu sehr mit ihrer wichtigen Angelegenheit beschäftigt war, um auf das Mienenspiel der beiden Herren zu achten, sagte nach einem tiefem Atemzuge: „Was ich Ihnen da erzähle, setzt allerdings ein Vertrauen voraus, dessen Mißbrauch schwerstes Unheil heraufbeschwören könnte. Es ist ja vielleicht ein großes Unrecht, daß ich meine Schweigepflicht breche, aber ich weiß keinen anderen Ausweg. Der einzige Mensch, der mich beraten und mir mein Verhalten vorschreiben könnte, ist für mich unerreichbar, und ich kann darum nur so handeln, wie es meinem einfältigen Verstande als das für meine Pflegebefohlene Richtigste erscheint.“ „Sehr wohl gesprochen, bestes Fräulein Zorka!“ nickte der Justizrat, der wie alle vorsichtigen Leute ein gewisses Widerstreben gegen Dinge hatte, die mit übergroßer Heimlichkeit behandelt werden sollen,„aber noch gestern Gelegenheit gehabt, sich mit ihr zu besprechen; denn ich nehme an, daß es der Vormund des Fräulein von Reichenau ist, den Sie meinen.“ „Ihr Vormund?— Nun ja, man kann ihn wohl so nennen, wenn er es auch vielleicht nicht im gesetzlichen Sinne ist.“ Verwundert blickte Doktor Wachtmann auf. „Nicht im gesetzlichen Sinne?— Wie meinen Sie das? Herr von Hagen hat sich meines Wissens in volkommen ausreichender Weise als der gerichtlich bestellte Vormund der beiden Fräulein von Reichenau ausgewiesen.“ Zorka zuckte die Achseln. „Ich kann nicht wissen, was Herr von Hagen gelan oder nicht getan hat. Und ich bin auch nicht dafür verantwortlich. Aber wenn ich wirklich auf Ihre Verschwiegenheit rechnen darf——“ „Die habe ich Ihnen bereits zugesichert," bestätigte der Justizrat mit einem kleinen Anflug von Ungeduld. „Aber ich möchte allerdings hoffen, daß Sie sich meiner nicht dazu bedienen wollen, irgend welche Dinge auszuführen, die mit den Gesetzen kollidieren.“ „Nein, das verlange ich nicht! Aber ich muß Ihnen sagen, daß Herr von Hagen nicht der gesetzliche Vormund der Zwillinge ist, sondern nur der Geheimsekretär und Bevollmächtigte des Herrn, der in Wahrheit die Sorge für sie übernommen hat Dieser Herr kann aus triftigen Gründen mit seiner eigenen Persönlichkeit nicht hervortreten, und alles, was Herr von Hagen tut, geschieht nur in seinem Auftrage. Damit ist es aber ebenso gut, wie wenn er es selber getan und angeordnet hätte.“ Wiederholt hatte der Justizrat während ihrer Rede den weißen Kopf geschüttelt. Das Unbehagen, das ihm die Sache bereitete, war offenbar im Wachsen. „Und die Legitimationspapiere?“ fragte er.„Die Urkunden, die Herr von Hagen nach seiner Versicherung dem Untersuchungsrichter vorgelegt hat? Es kann sich dabei doch unmöglich um gröbliche Fälschungen gehandelt haben!" „Selbst wenn es Fälschungen waren, würde damit noch niemandem ein Unrecht zugefügt worden sein, sondern es würde nur ein Mitel zum guten Zweck sein! Aber Sie müssen mich zu Ende bären, ehe Sie lollte die betreffende Persönlichheit für Sie schon sa. sich ein Urteil. darüber bildenls „Nun wohl, so sprechen Sie! Aber ich glaube Ihnen nicht nur in meinem eigenen Namen, sondern auch im Namen meines jungen Freundes dort von vornherein erklären zu können, daß wir uns zu etwas Gesetzwidrigem nun und nimmer hergeben werden!, „Wäre es etwas Gesetzwidriges, meine junge Herrin von hier an einen anderen Ort zu verbringen?" „Sosern sie sich selber damit einverstanden erklärt, und sofern jener andere Ort an und für sich unbedenklich ist— nein!“ „Nun denn, das ist alles, was Ihnen schließlich zugemutet wird! Alles ander soll Ihnen nur als Erklärung dienen. Die Kranke da oben ist im Besitze eines Geheimnisses oder eines Teiles von einem Geheimnis, das zu erfahren ein anderer, der ihr nahe verwandt ist, das allergrößte Interesse hat. Ich selbst kenne dies Geheimnis nicht, sondern ich weiß eben nur, daß es existiert. Und die Möglichkei besteht, daß auch Adas Kenntnis von der Natur der Sache eine nicht viel größere ist, und daß es ihre verstorbene Schwester war, die den Schlüssel besaß. Vielleicht auch hat Ada alles gewußt und jetzt alles vergessen. Das sind Möglichkeiten, von denen die eine so viel Wahrscheinlichkeit für sich hat wie die andere, aber darauf kommt es jetzt nicht an. Das Wichtigere ist, daß jener Verwandte, der eine hochgestellte und sehr mächtige Persönlichkeit ist, sich unter allen Umständen in den Besitz des Geheimnisses zu bringen trachtet, und daß ihm dazu jedes Mittel recht ist. Ich bin überzeugt, daß er auch vor einem Verbrechen nicht zurückschrecken würde, oder nicht zurückgeschreckt ist, um zu seinem Ziele zu gelan„Was sagen Sie da?“ fiel der nunmehr höchlich interessierte Justizrat ein.„Ist das dahin zu verstehen, daß Sie die erwähnte Persönlichkeit für den Mörder der Baronesse Hilda von Reichenau halten?" „Nicht für ihren Mörder im eigentlichen Sinne des Wortes; denn mit der Ausführung einer solchen Tat würde er sich selbstverständlich niemals befassen. Für den Anstifter ihrer Ermordung aber halte ich ihn freilich!“ „Und damit kommen Sie erst setzt heraus? Warum haben Sie es nicht auf der Stelle gesagt? Warum wenden Sie sich mit dieser Enthüllung setzt an mich und nicht an die zuständige obrigkeitliche Stelle?" „Weil es keinen Zweck haben würde!“ lautete die mit großer Rube und Entschlossepbeit abgegebene widerung.„Denn ich habe keine Beweise, und es würde niemals gelingen, diese Beweise zu beschaffen. Außerdem aber würden damit Dinge preisgegeben werden,### die niemals an die Oeffentlichkeit kommen dürfen, und: es würde meine junge Herrin sein, die in erster Linie# den Schaden davon hätte.“.7 „Das alles sind Erwägungen, die für Sie nicht maßgebend sein dürfen!“ widersprach der Justizrat streng. „Die Gerechtigkeit über alles! Wenn Sie begründeten Verdacht gegen iemangen haben, so ist es Ihre heilige# Pflicht, diesen Verdacht auszusprechen. Die Rücksicht auf die hohe Stellung des vermeintlichen Verbrechers darf Sie nicht davon abhalten! Und ebensowenig dür. fen Sie danach fragen, ob möglicheweise für einen andern, Unschuldigen, üble Folgen daraus entstehen könnten! Ich erwarte, daß Sie das bisher in sträflicher i# Weise Versäumte noch in dieser Stunde nachholen werden!" 5 „Nein, Herr Justizrat, das werde ich ganz gewiß! nicht tun! Keine Macht der Erde würde imstande sein.“ mich dazu zu zwingen. Auch wenn man mich auf die* Folterbank legte, niemand würde den Namen jenes: Mannes aus mir herausbringen.“. „Welcher unbegreifliche Starrsinn!“ rief der alte# Herr, der in seiner Erregung aufgestanden war und im Zimmer auf= und niederzugehen begann.„Wollen Sies denn dazu beitragen, daß ein furchtbares Verbrechen#: ungestraft, eine Blutschuld ungesühnt bleibt?“ „Sie wird ihre Sühne finden! Darum ist mir nicht bange, Herr Justizrat. Da oben über den Wolken gibt# es einen Richter, der um vieles klüger und um vieles gerechter ist als die weisen Herren, die sich das k; Richteramt hier auf Erden anmaßen. Und es ist meine? heilige Ueberzeugung, daß er keine Missetat ungerächt: läßt, denn vor ihm gibt es in Wahrheit kein Ansehen der Person. Und ein Sprichwort, das man mich in; meiner Jugend gelehrt hat, lautet:„Gottes Mühlen mahlen langsam, aber sicher.“ Eine so schlichte Würde, eine so ruhige Selbstsicherheit war in ihrer Erwiderung gewesen, daß der Justizrat stehen blieb und sie ganz betroffen ansah. Hinter=k. den scheinbaren Wunderlichkeiten dieser seltsamen Person schien doch mehr zu stehen, als er bisher dahintern vermutet hatte, und es würde jedenfalls der Mühe# wert sein sie weiter anzuhören. (Fortsetzung lolatP 813 Reswee e 65 95 e 25 Ein Vermächtnis. Roman von W. Waldbröhl., „Nun denn,“ sagte der Justizrat in verändertem Tone,„lassen Sie mich zunächst auch das Weitere hören, was Sie mir noch anzuvertrauen gedenken! Davon wird es abhängen, ob ich mich irgend wie mit der Angelegenheit befassen kann oder nicht Sie vermuten also, daß der gewaltsame Tod des Fräulein von Reihenau durch das Verlangen ihres hochgestellten Vervandten, sich in den Besitz eines von ihr gehüteten A heimnisses zu bringen, mittelbar oder unmittelbar veranlaßt worden sei?“ Zorka nickte stumm. Und der Justizrat, der setzt, hne sich dessen bewußt zu werden, ganz die Art eines nquirierenden Untersuchungsrichters angenommen ie, bp er gehnliches auch dde.—. „Und Sie fürchten Rehnisches auch für die überbende Zwillingsschwester? Haben Sie einen greiferen Anhalt für diese Besorgnis?“ Einen sehr greifbaren! Ich begegnete gestern nach r Beerdigung der armen Hilda einem Menschen, von n ich weiß, daß er bei allen lichtscheuen Handlungen ies Mannes, den ich nicht nennen darf, die rechte nd seines Gebieters ist. Wenn ich bis dahin noch sen Zweifel gehabt hätte, wen die Verantwortung ; d a s V e r b r e c h e n t r i f f t, s o w ü r d e e r d u r c h d i e s e B e gnung beseitigt worden sein. „Wohl man wird also diesen Menschen verhaften sen. Ist Ihnen bekannt, wo er sich aufhält? „Nein.— Und Sie werden ihn auch nicht verhaften sen. Denn man würde ihm nicht das Geringste nachisen können, und ich selber würde die Erste sein, de Aussage gegen ihn zu verweigern. Solange man n oder seine Helsershelfer nicht auf frischer Tat erppt, ist man vollständig ohnmächtig gegen ihn. Darin rften Sie mir schon Glauben schenken; denn das s ich besser. se, wa „Und wenn man ihn auf frischer Tat erlappte, wurn dann nicht ebenfalls jene üblen Folgen für Ihre hutzbefohlene eintreten, vor denen Sie sich angeblich sehr fürchten?“ „Nein, das wäre etwas ganz anderes. Denn oamit irden wir jene hochgestellte Persönlichkeit in unsere ind bekommen, und der Mann, den wir jetzt als uneren befährlichsten Feind betruchten müssen, würde In seinem eigenen Interesse gezwungen sein, meine junge Herrin in Frieden zu lassen.. gg „Das sind Geschichten, aus denen kein Mense.,..... werden kann!" seufzte der Justizrat kopfschüttelnd. „Sie sprechen von einem Geheimnis. und konnen nicht einmal eine Andeutung darüber machen, worin dies ürchterliche Geheimnis besteht.“ Sie sind in Furcht vor einem Menschen, dem Sie die schlimmsten Verbrechen zutrauen, und weigern sich doch, den Behörden, die ehr wohl die Macht hätten: Sie vor ihm zu schützen, auch nur seinen Namen zu nennen“ „Muß man da nicht auf die Vermutung kommen, fuhr der Justizrat, zu Zorka sprechend, fort, ganze Geheimniskrämerei sich auf lauter Phantasien und Hirngespinsten aufbaut?— Wenn wir von den in Dunkel gehüllten Ereignissen der Mordnacht absehen — können Sie dann jenen großen Unbekannten irgend eines nachweisbaren Unrechts, einer Schlechtigkeit oder Gewalttätigkeit gegen die beiden jungen Damen be„.H sa, das kann ich sehr wohll, Kurze Zeit nach ihres Vaters Tode wußte er sie auf Grund der verwandtschaftlichen Rechte, die er für sein Verlangen geltend machen konnte, in seine Gewalt zu bringen. Und während dieser Zeit, die nichts weiter als eine regelrechte Gefangenschaft für die Zwillinge bedeutete, hat er kein Mittel unversucht gelassen seine Absichten bei ihnen zu erreichen. „Welche Absichten?“ Ihnen das Geheimnis zu entreißen, dessen Besitz ür ihn Wähtneen umc„. Werte sein muß. Als es ihm in Güte nicht gelingen wollte, versuchte er es für ihn wohl von unschätzbarem vn.# Und“.: Henkersknecht. mit brutaler Gewalt. uno kein penkerzknecht, hütte zu Werke gehen können, als er. mit brutaler Gewalt. und nein Henkersknecht dabei brutaler"„In, als er. Hatten wir uns nicht in einem Lande besunden, wo der Reiche und Mächtige sich beinahe jeder Willkür erdreisten darf, so würden seine Abscheulichkeiten sicherlich sehr schwere Sühne gefordert haben.“ „Wollen Sie damit sagen, daß er sich bis zu Mißhandlungen der ihm anvertrauten jungen Mädchen 0, zuletzt waren es nicht bloß Mißhandlungen, sondern eine richtige Tortur! Sie müssen ja die schreckliche Narbe an der Schulter meines armen jungen Lieblinas gesehen haben. Herr Doktor! Sie ist als.# Spur einer jeuslischen Marter zurückgeblieben, der sie von senem Elenden unterworfen worden war, am sie Aber ich fand zu meiner großen Ueberraschung eine ganz ähnliche und genau an der nämlichen Stelle auch an dem Körper der Ermordeten. Vergeblich habe ich mir über die Ursachen dieser sonderbaren Uebereinstimmung den Kopf zerbrochen. Sie ist leicht genug erklärt! Jede Mißhandlung oder Züchtigung, die die eine der beiden Schwestern erfuhr, mußte auch die andere über sich ergehen lassen. O, Sie konnen nicht ahnen, eine wie grausame Zeit die unglücklichen Wesen damals durchleben mußten! Der Schurke!“ murmelte Doktor Hellbach, dem die Vorstellung der von seiner jungen Patientin ausgestandenen Leiden das Blut in die Stirn getrieben hatte.„Und Sie wollen uns zumuten Zorka, ihn ungestraft zu lassen?"—„ Ich sagte Ihnen ja schon, daß er nicht ungestraft bleiben wird! Die Rache ist mein; ich will vergelten, spricht der Herr. Ihm wollen wir darum die Sühne überlassen. Nicht darum kann es sich für uns handeln, das Geschehene zu rächen, sondern darum, neues Unheil zu verhüten. Und ich hatte eigentlich erwartet, daß die Herren mir dazu mit Freuden behilflich sein würden. Denn ich war töricht genug. Sie für unsere S seunde— dn Glauben haben Sie sich gewißz nicht getäuscht," versicherte Doktor Hellbach, der Antwort des bedächtigeren Justizrats zuvorkommend„Daß die geheimnisvolle Romantik Ihrer Geschichte einige Zweife und Bedenklichkeiten rechtfertigt, müssen Sie bei ruhiger Ueberlegung doch wohl selbst zugeben! Und wir befinden uns hier außerdem in einem Lande, wo man in Bezug auf kleine und große Gesetzesübertretungen versteht. Die Vorsicht des Herrn Justiz= rats hat also ihre guten Gründe und sie bedeutet gewiß keinen Mangel an Interesse für Ihren Schützling Davon, daß er der Baronesse seinen Schutz versagen könnte, ist, soweit ich meinen verehrten Freund kenne, „Nur meine ich, daß es keiner besonderen Maßnahmen bedürfte, um ihr einen Schutz zuteil werden zu lassen, dessen sie sich in Wahrheit bereits erfreut. Ich stehe dafür ein, daß ihr unter dem Dache meines Hauses von keinem Menschen ein Ungemach widerfährt. —„Sie kennen diese Leute eben nicht! als es mit Hilfe des Herrn, der jetzt die Pflichten eines Vormundes gegen mein armes Fräulein erfüllt, gelungen war, mit den Zwillingen aus dem Hause ihres Verwandten zu entfliehen, haben wir alles getan, was möglich war, um ihm unseren Aufenthalt zu verheimlichen, und die Ruhe, deren wir uns eine Zeitlang hier zu erfreuen hatten, ließ uns hoffen, daß es giumlich gelungen sei. Vielleicht hate ich mich dadurch allzusehr in Sicherheit wiegen lassen, und ich werde niemals aufhören, mir dieser Sorglosigkeit die bittersten Vorwürfe zu machen. Aber ich bin freilich überzeugt, daß auch die größte Wachsamkeit nicht imstande gewesen wäre, das Unheil zu verhüten. Es würde dann eben auf eine andere Weise geschehen sein. Sobald unser Feind er einmal den Aufenthalt der Schwestern ausgekundschaft tet hatte, gab es auch keine Möglichkeit mehr, sin, boe ihm zu schützen. Und nachdem ich gesterrz jenen Menschen gesehen, nachdem ich aus seinen Worten und seinen Anerbietungen, die er mir gemacht hat, ersehen habe, daß er seinen Zweck noch nicht erreicht hat und noch etwas Weiteres im Schilde führt,— nach alledem werde ich keinen Augenblick Ruhe haben, ehe ich nicht das Fräulein an einem anderen Orte weiß— an einem Orte, wo er es nicht vermuten kann, und wo er es „und wohin sollen wir die Patientin Ihrer Meinung nach bringen!“....2 F. 6s= „Das weiß ich nicht. In unser Haus durf sie feiest verständlich nicht zurück, denn das würde der Sch sicherlich sehr bald herausgebracht haben. Und ic., habe keine Verbindungen in dieser Stadt, in der ich außer Ihnen fast niemand kenne, und in der ich mich nie mandem anvertrauen darf. Ich hatte gehofft, daß Sie mir einen Rat geben würden. Und der Doktor hatte ja auch halb und halb versprochen. „Ein Versprechen, das ich hiermit feierlich wiederhole, und auf dessen Erfüllung Sie sich unbedingt verlassen können. Seien Sie versichert, daß wir einen **„Und warum sagten Sie vorhin, daß Ihnen der der Post und des Telegraphen muß sich jemand doch wahrlich shon=Haß er nicht mehr zu ereichen seiAe a1 Statt Karten. Gertrud Piolaender Samuel Kleczewski Verlobte Beuthen.-Schl. Castrop Juni 1922. 8903 Statt Karten. Susanne Helene Kühn Bernhard Thies Verlobte 3877 I Castrop-Schwerin, im Juli 1922. Geschäfts=Eröffnung. Den geehrten Bewohnern von Castrop und Umgegend zur gefl. Kenntnis, daß ich im Hause Widumerstraße 20. ein Kaufhaus für Arbeiter=Garderobe eröffnet habe und bitte um geneigten Juspruch. Achtungsvoll 3942 Meier Jell. 73 Die desten und billigsten Patterartiker für Pferde, Kühe und Schweine erhält man bei de. Reckefuss, Muhle am Schlachthof.— Teleson 123. Preiswerte NEÖWTT wie Nüchen in natur lackier und Kochen gestrichen Schlatzimmer Spiegel“ Piaschsbtas la Verarbeitung 3944 Vertikows- Trumeauxspiegel Bettstellen- Kleiderschränke erhalten Sie noch zu billigen Preisen im Castrop Viktorlastraße Auf Wunsch Zahlungserleichterung. Gmtoro : glam Ordenliches zuverläsiges seiouioneleistreurcr“. 2,64242.67 Meter von 18—19 Jahren füe Grüße„ 54 18re r 1d mit Säule und Rolladen sofort gesucht. zu verkaufen. 3926 Bladenhorsterstr. 39. Neuer[3940 TARE für großen starken Herrn preiswert zu verkaufen. Witlenerstr. 26, 3. 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Is. wie folgt festgesetzt: I. für Anfertigung einer Gruft: a) für Kinder bis zu 1 Jahre= 30,- M. b)„„ von—10„— 45, c)„ ältere Personen.— 70,-M II. für Umbettung einer Leiche: a) f. Kinder bis zu 10 Jahren— 300,-M b)„ ältere Personen—600,-M Rauxel, den 5. Juli 1922. 2321 Der Amtmann: Schulze. Platin, Gold,„ Silber, Juwelen kauft 8896 Rupert Schmudve, Juweilel, Castrop, Wittenerstraße 3 am Markt n( S t a a t s m e d a l l l e, g o l d. A u s s t e l l u n g s p r e i s e) Dinnme flügel, Marmoniums u. PAROS unübertroff. an Qualität 7501 und Preiswürdigkeit v. R. G. u. sin Roth& Junlus Hol-Plaso- a. Pügeliabekk Hagen I.., Bahnholstr. 29. sb keller mit verwalten kann. Dauerstellung auch für arbeitsfähige Kriegsinvaliden. 4 Zimmerwohnung vorhanden. 3918 Bewerbungen erbeten unter Dd. 1394 an die Ala Dortmund, Brückstraße 12/14 K *" Gtena in Maschinenschreiben und Stenographie bewandert zum sofortigen Eintritt gesucht. Baugeschäft Nik. Haase, Gerthe b. 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Habinghorst Mobl. Einer parterre. Offerten unt. 3911 an die Geschältsstelle d. 3 Staranenallee Nr. 14. Roman von Dr. P. Meitner. Amerikanisches Copyclaht 1916 by Robert Lutz, 12 Stuttgart. Nachdruck verboten. Helmstedt nickte befriedigt. „Also, lieber Doktor, ich bin seit Jahren mit Ribbentrop befreundet. Wir kennen uns schon seit jener Zeit, wo er das Konservatorium, ich die Universität besuchte. Wir wohnten bei derselben Wirtin. Sie wissen ja, ich habe mich ganz der Kriminalistik zugewandt und bin, das kann ich wohl sagen, ein recht bekannter, viel beschäftigter Verteidiger geworden. Na, nun brachte es unsere Freundschaft mit sich, daß ich Ribbentrop in juristischen Fragen eft beriet. Prozesse führte der gute Kerl ja keine. Mit wem auch, er hatte keine Feinde; ich half ihm seine Engagementsverträge machen, kurz, er konsultierte mich, wenn er eben einen Juristen brauchte. Als er vor zehn Jahren sich von der Bühne zurückzog, fing er so langsam an, sein Hauswesen in Ordnung zu bringen, und so kam er schließlich auch auf den sehr vernünftigen Entschluß, sein Testament zu machen. In diesem Testament, das vor etwa vier Jahren entstand, hatte er seinen Neffen, eben diesen Ralf Cooper aus Mexiko, zu seinem Universalerben eingesetzt, daneben eine Reihe von Legaten und eine Renke auf Lebenszeit für sein Mündel Lilly Kerfack und seinen Diener Jakob. Wie hoch sich sein Vermögen beläuft, weiß ich nicht. Er hat mir niemals Zahlen genannt, aber nach der Höhe der von ihm bestimmten Renten muß es sehr bedeutend sein. Die Verwaltung liegt in den Händen der Deutschen Bank. Nun kam Ribbentrop gestern zu mir, um mich en fragen, wie er am besten hunderttausend Mark flüssig machen könne. Er wolle diese Summe seinem Neffen als Hypothek auf seine Plantage geben. Ich sollte ihm raten. Das konnte ich natürlich nicht und riet ihm. zur Deutschen Bank zu gehen. Das muß er wohl auch getan haben, denn gegen sieben Uhr gestern abend kam er wieder und teilte mir mit, das Geld sei da,'ch möchte ihm das Hypothekeninstrument vorbereiten. Das habe ich natürlich getan und mit ihm auf heute nachmittag eine Zusammenkunft mit dem Kollegen Marwitz, der Notar ist— ich bin es nicht— verabredet. Das ist alles, was ich weiß.“ „Wissen Sie, daß der Ermordete, als ihn der Tod ereilte, im Begriff war, an Sie zu schreiben?“ „Ich habe aus der Zeitung davon gehört, weiß selbst nichts davon.“ „Sie können sich auch nicht denken, was dieser Brief für einen Inhalt hätte hoben können?“ „Keine Ahnung, lieber Doktor. Vielleicht war es eine Absage der heutigen Verabredung.“ „Nein, nein, es ist in dem Brief von dem Testament und von Ralf Cooper die Rede.“ „Das verstehe ich nicht. Ic, kann mir absolut nicht denken, was mein Freund wollte. Das Testament liegt seit Jahren in seinem Geldschrank, eine Abschrift habe Johanntsfeuer. Skizze aus Tirol von R. Gebhardt. (Nachdruck verboten.) Von leuchtender Junisonne umflimmert, reckten sich die Berggiganten und hoben ihre stolzen, schneebedeckten Kronen in die blaue Luft. Wo das Hauptmassiv in steilen Geblöck zu dem Almen abfiel, stand auf grausioer Anhöhe das Forsthaus. Von dort krachte Schuß auf Schuß und das Echo rollte donnernd an den Hängen hin. Um die Schießstände waren alle Jäger und Schützenfreunde der Umgegend versammelt, heute wie stets am Johannitage. die Kunst des vertrauten Stutzen darzutun. Die Büchse in den pulvergeschwärzten Händen, standen sie beieinander, besprachen das Programm der herkömmlichen Sonnwendfeter wie all die kleinen Zufälle und Fährlichkeiten, die von Glück und Geschick abhängen und oft gerade den besten Schützen unterkommen. Abseits, unbekümmert um die anderen, lehnte am Eingang des Schießstandes ein Bursch in Lederhose und Lodenjoppe,— ein Prachtbursch mit brauner Haut. Adlernase und Falkenblick. Seine Gedanken waren offenbar nicht bei der Schießerei. Seine Augen suchten unter den sauberen Dirndeln, die da drüben zwischen Alt und Jung an langen Tischen saßen, die allersauberste: die blonde Eva aus der Sturzbachmühle. Aber er fand sie nicht. Das gab ihm zu denken. Beinahe schreckhaft fuhr er auf, als ihn der Kohlhofer Xaver ansprach. „Was ist denn heut dir. Lärchgauer? Bist doch sonst gern dabei, wo's kracht? Willst heut keinen Schuß tun?" Der Lärchgauer Quasi sah den Fragenden zerstreut an.„Es ist schon zu spät. Die Sonne geht bereits nieder „Aber die Bestfahne ist noch alleweil da. Magst net?“ Da leuchteten des Burschen Augen auf.„Die Bestsahne sagst? Da mag ich freilich. Bin sogar froh, wenn ich vor Nacht noch die Ladung anbring'. Schuß im Lauf— Setzt Unglück auf, heißt'.“ Der Quasi faßte also seine Büchse und ging zum Schießstand, von mißtrauischen Blicken gefolgt. Die Jäger und Grenzer hatten ihn alle auf dem Strich. Der Gütler im Lärchgau stand nämlich im Verdacht, zu wildern und zu schwärzen. Es war ihm zwar nie etwas nachzuweisen, wenn er tagelang im Gelände herumkletterte und seine Verfolger über scharfe Kämme und verwickelte Trümmerfelder lockte. Wo's getuscht hatte, sah man ihn nicht und wo man ihn sah. da tuscht es ich hier, darf dieselbe aber nur bekannt geben, wenn des Originaltestament eröffnet ist.“ „Natürlich, das verstehe ich. Sagen Sie bitte, Herr Justizrat, ist es denkbar, daß irgend jemand von dem Inhalt des Testaments etwas weiß, einer Ihrer Büroangestellten?“ „Das ist ganz ausgeschlossen. Ribbentrop hat das Testament in meiner Gegenwart und nach meinen formellen Angaben hier bei mir geschrieben, ich habe eigenhändig eine Kopie genommen und in ein Kuvert verschlossen, das dort im Geldschrank liegt.“ „Wußte Herr Cooper von dem Inhalt des Testaments?“ „Ich glaube sa. aber sicher nur aus mündlichen Mitteilungen des Verstorbenen.— Warten Sie— sa ganz sicher, ich erinnere mich, vor drei Jahren war Nibbentrop mit seinem Neffen bei mir. Ich kannte den jungen Mann noch nicht, und er stellte ihn mir mit den scherzhaften Worten vor: „Hier, mein Lieber, mein lachender Universalerbe“ — oder so ähnlich.“ „Was für ein Mensch ist nach ihrer Ansicht Ralf Cooper?“ „Ein Prachtkerl, grade und offen, lebenslustig, lebensmutig, ganz anders, wie die vielen Lebejünglinge, die man hier sö herumkaufen sieht.“ „Er ist verhaftet worden wegen Mordverdachts.“ Der Justizrat war aufgesprungen. „Das ist doch nicht möglich! Solch ein Blödsinn, der und einen Mord begehen! Ist denn die Polizei verrückt geworden?“ „Ich halte ihn vorläufig auch nicht für den Mörder, obwohl er sehr schwer belastet ist, aber gesetzt den Fall, er wäre es nicht, so ist mir seine Verhaftung ganz willkommen.“ Ein Zug des Verständnisses glitt über das Gesicht des Justizrates. „Der wahre Mörder wird in Sicherheit gewiegt.“ Helmstedt nickte. Der gewandte Kriminalverteidiger da vor ihm verstand seinen Gedankengang. „Selbstverständlich übernehme ich die Verteidigung. Das ist gerade etwas für mich, schon wegen Fräulein Lilly muß ich das tun.“ „Sie wissen?" „Natürlich weiß ich, daß die Beiden verlobt sind, der alte Ribbentrop konnte ja nicht schweigen. Der hat es mir erzählt und mir oft gesagt, wie lieb und sympathisch ihm diese Verbindung sei.“ „Wenn Sie die Verteidigung übernehmen, dann wollen wir beide zusammen arbeiten, Herr Justizrat. Auch ich möchte den Nachweis erbringen, daß meine Kollegen von der Polizei auf falscher Fährte sind.“ „Es muß uns gelingen! Wenn Ralf ein Mörder ist, dann glaube ich nichts mehr.“ „Ich muß fort und habe Ihnen schon so viel Zeit geraubt.“ „Aber ich bitte Sie, lieber Doktor, ich bin Ihnen dankbar, daß Sie gleich zu mir gekommen sind.“ Sie schüttelten sich die Hände und Helmstedt eilte seiner Wohnung zu. Er war befriedigt von seinem Besuch. Er hatte ihn in seiner Anschauung bestärkt. nicht. Ein ganz geriebener Bursch... Und seit der Forsteleve einen Wischer bekommen hatte, weil sein stets aufgeleinter Dackel eines Tages ohne Halsband das Königliche Revier beunruhigte und erschossen wurde, legte auch dieser Weidgerechte in der sicheren Annahme, daß Quasi der Missetäter war, für ihn kein gutes Wort mehr ein. Alles was schoß und treffen wollte, schaute neugierig und mißgünstig zugleich, als der Quasi im Anschlag lag. Schon krachte der Schuß, sofort antwortete von draußen ein zehnmal stärkerer Knall und hinter der Scheibe stieg eine weiße Rauchwolke auf. Die Jäger erschauerten wortlos und sahen einander an. „So ein Teuselsker!!" bewunderte unwillkürlich der Oberförster.„Schießt in der halben Finsternis auf sechzig Gänge nach dem Punkt.“ Und ihm die Bestfahne überreichend,— ein seidenes Halstuch an einer weiß=rotbemalten Fahnenstange, von der, in seidene Bändchen gefaßt. Geldscheine hingen, fügte er noch hinzu:„An dir ist ein Jäger verloren gegangen..“ „Kein Wunder,“ bemerkte der Grenzer bissig.„Hat ja auch den Schießprügel fleißiger in der Hand als Mistgabel und Dreschflegel... „Hast etwas dagegen, weil ich dich hinuntergetan hab'?“ rief ihm Quasi lachend zu. „O na,— ich vergönn' dir's! Ich seh' jetzt, daß du's kannst und net bloß im Gewänd umeinandersteigst, um dir einen schönen Durscht zu holen.“ „Steig mir am Buckel nauf. nachher wirst net so müd, als wenn du alleweil hinter mir her bist, wenn mich das Kraxeln freut!" „Wir kraxeln net, wo man uns sieht und schießen net, wo man uns net sieht,“ warf der Forstgehilfe ein. „Wie wer?“ klang's drohend zurück.„Sag's nur, wie wer, hä? Traust dich net zu reden? Dann erlaub' ich dir,'s Maul zu halten, du trauriger Tropf.“ Jetzt rumpelte der Andere auf.„Ich laß mich von dir keinen Tropsen heißen, du!“ Und rollenden Auges stand er vor seinem Gegner. Da trat der Pfarrer dazwischen.„„Seid stad! Muß es denn an solchem Tag des Herrn alleweil Wortwechsel, Hallodri, Püffe und Räusch geben?!"" Brummend wichen sie auseinander. Quasi verließ den Schießstand und lenkte die Schritte hinüber zum Forstwirtshaus. Mochten die alten Bauern seinen ersten Preis noch so loben, die jungen Dorfschönen ihn eng umringen— für ihn gab's nur die Ev, die auf einmal neben ihrem Vater auftauchte und mahnte:„Zeit zum Heimgehen wär's,— Vater!" Als Irma und Lilly bei der Mutter ankamen, war diese gleich voll sorgender Rührigkeit. „Das arme Kind muß zunächst ins Beit!“ Sie ließ Lilly gar keine Zeit zur Antwort oder zu einem Protest; mit sanfter Gewalt zog sie die Weinende in das reizende Fremdenzimmer. Schließlich fühlte Lilly selbst, daß ihre Kräfte am Ende waren und ließ sich willig entkleiden und sorglich ins Bett packen. „So, mein Döchting, nun nehmen wir noch ein bißchen Brom. und dann werden wir schlasen. Morgen ist auch noch ein Tag.“ Als Mutter und Tochter in dem behaglichen Wohnzimmer beim Kaffee saßen, berichtete Irma über alles. Als sie von Helmstedt sprach, war ihre Stimme wohl wärmer als sonst, denn die Mutter konnte es nicht unterlassen, einen heimlichen Seitenblick auf Irma zu werfen. Mütter haben ja einen so seinen Instinkt für so etwas. „Na, Kind, Ralf kennen wir doch beide. Traust du dem das zu?“ „Nein, Mutter, gewiß nicht, aber du weißt doch auch, wie heftig und jähzornig er sein kann. Erinnerst du dich noch vor vierzehn Tagen, wie wir in Wannsee waren?" „Ja, Kind, das war aber etwas anderes, der Lump hatte doch auch das arme Pferd wahnsinnig gequält. Da hat ihn eben Ralf ordentlich verhauen.“ „Ja, daß er blutend davon rannte.“ „Na ja, er hat eben Temperament. Weißt du, in Mexiko haben sie eben kein Fischblut, wie hierzulande.“ „Ich kann es mir ja auch nicht denken, aber bei so heftigen, jähzornigen Menschen kann man ja nie wissen...“ „Weißt du denn Genaueres über seine Verhältnisse in Mexiko? Er hat ja wohl eine Baumwollenplantage?“ „Ja, Näheres weiß ich auch nicht, nur was mir Lilly erzählt hat. Er war auf der Plantane mit einem Teilhaber zusammen, mit dem hat er sich gezankt und ihn Knall und Fall vom Hof gejagt. Nun muß er ihn auszahlen und deshalb ist er hierüber gekommen, um seinen Onkel um das Geld zu bitten.“ „Also das ist die Sache! Ja, aber warum wollte denn Ribbentrop seinen Neffen enterben?“ „Von Enterben kann doch keine Rede sein, davon steht in dem angefangenen Brief nichts, so viel mir Lilly sagt. Er wollte nur das Testament ändern.“ Schweigend saßen die beiden Frauen da. Jede hing ihren Gedanken nach. Sie konnten sich nicht verhehlen, daß Ralf schwer belastet war, aber sie mochten diesen Gedanken keinen Raum lassen. Ralf war ihnen zu lieb geworden, und ihr Gefühl sagte ihnen, daß sie sich nicht so getäuscht haben könnten. „Wir müssen handeln, Mutter, das ist doch jetzt das Einzige, ich möchte am liebsten mal zu Ralf fahren.“ „Das ist vielleicht nicht falsch, Irma. Wenn du ihn triffst, wirst du ja sehen. Ist er nicht da, dann schreib ihm ein paar Worte auf!“ Aufgebracht, daß sie gleichgültig über ihn hinwegseh, rief der Lärchgauer dem Sturzbachmüller zu: „Dann richt' dich nur gleich'samm. Bauer! Deine Tochter führt scheints ein strenges Regiment. Wenn die einmal einen Mann hat, holt sie ihn noch vor dem Ave Maria aus der Schenk.“ Ev erwiderte ernst:„Fehlg'schossen, Quasi! Ich sperret mein Haus zu und ließ den Loder da, wo er gern is.“ Alles lachte. Der Quasi aber biß sich auf die Lippen und da der Bauer keine Anstalt machte, zu gehen und Xaver die Ev ins Forstgärtel geleitete, stahl sich Quasi unversehens aus der fröhlichen Runde und folgte dem Paar. „Geh' jetzt, Xaver,“ befahl er kurz und rauh. Ich hab' zu reden mit der Ev.“ Der Kohlhofer entfernte sich ohne weiteres. Nun waren sie allein und schauten aneinander vorbei in den Abendschatten, der die soatbestandenen Felder und grünen Matten umfing, über denen sich wie ein Gewölbe auf Bergsäulen der sternbesäte Himmel aufbaute. Da und dort blinkten Johannisfeuer von schneefreien Gipfeln. Endlich brach die Ev das Schweigen und spottete: „Is ja eine besondere Ehr, daß der Schützenkönig zu mir kommt... Ich komm' net wegen der Ehr,— ich komm' wegen dir. Ev. Dir zieh ich nach, wie die Schwalbe dem Sommer.“ sagte er leidenschaftlich. Sie aber erwiderte kühl:„Hast darum den armen, harmlosen Xaver so hart angelassen? War dir doch sonst ein wohlgelittener Kamerad?“ Seine Stimme grollte, als er sagte:„Wenn der Xaver in der Bedrängnis einmal eine vierzehnte Nothelferin braucht, mag er dich aufsuchen. Sonst soll er dich aber stehen lassen. Das rat' ich ihm. Ich hab's mir einmal in den Kopf gesetzt, daß ich dich keinem andern laß.“ „Und wenn ich net will?“ trotzte sie. „Dann hab' ich am längsten gelebt.“ war seine ruhige Antwort. Ev schwieg erschrocken. Ein Bursch wie der Quasi machte keine leeren Sprüche. Der handelte. Und sie liebte ihn ja doch, liebte ihn aus tiefster Seele. Ohne ihn war ja auch ihr Leben freudlos. „Bua,“ sagte sie weich und stahl ihre Hand in seine braune Faust.„Es tut mir blutig weh. daß du so daherredst. Möchtest du's wagen, in solcher Gemütsverfassung vor dem ewigen Richter zu erscheinen, eh er dich ruft? Hast du mir sonst nix zu sagen? Is net heut Johannik. Wolltest mir net heut ein Geheimnis Ein Auto brachte Irma schnell nach dem Schönebergerufer 11, da wohnte Ralf. Sie war zwar noch nie bei ihm gewesen, aber sie und Lilly hatten den Freund und Verlobten oft bis vor die Tür begleitet. Der Pförtner gab ihr Auskunft. Zwei Treppen wohnte die Witwe Keifer, die ein Privatlogis hielt, und bei ihr hatte Ralf sein Heim aufgeschlagen. Als Irma vor der Tür stand und klingeln wollte, schlug ihr das Herz hörbar. Es war ihr zu neu, die ganze Situation brachte sie aus der Fassung. „Tag, Freilein, zu wen!“ Die Inhaberin dieser„modernen Pension“, wie auf dem Schilde stand, erschien im Rahmen der Tür. Ein schmutziger Schlafrock, ein ausgedunsenes Gesicht, gerötete Augen und etwas Fettiges in der sonoren Stimme stießen Irma unwillkürlich ab. Sie wäre am liebsten umgekehrt. „Ich möchte Herrn Cooper sprechen.“ „Zu Herrn Cooper wollen Sie. Ja Freilein, der is nich da, der is schonst heite morsen weggegangen.“ Irma fuhr zusammen. So lange war er schon fort! Jetzt war es etwa 5 Uhr. „Wo ist denn Herr Cooper hingegangen?“ „Genau weiß ich das auch nicht. Er sagte heute morsen so was von Frijahrsparade. Außerdem, Freilein—“ Ihre Stimme sank zu einem vertraulichen Flüsterton herab. „Was ich sagen wollte—— Herr Cooper ist verlobt!“ Wie ein Peitschenhieb trafen diese Worte Irma,f eine brennende Röte stieg ihr ins Gesicht. Wofür hielt4 sie denn dieses Weib? Ein Ekel überlief sie. „Ich weiß, und bin die Freundin von Fräulein Kerfack. Ich möchte einige Worte für Herrn Cooper aufschreiben.“ Ihre Stimme klang schneidend und hart, nicht frei von Stolz. „Nehmen Se es man nicht übel, Freilein, jewiß, jewiß, wollen Se gitigst näher treten, jnädiges Fräulein!" 4 Als Irma in Ralfs Zimmer allein war, atmete siel auf. Die Frau war ihr auf die Nerven gefallen. War es eigentlich recht, was sie tat? Durfte sieb hier in Ralfs Zimmer sein, wenn er nicht da war? Was würde der Doktor dazu sagen? Warum kam ihr immer wieder sein Name in den Sinn? Das Zimmer war das übliche. Häßliche Möbel, noch geschmackloserer Wandschmuck, alles kalt und unpersönlich. Nicht unsauber, das mußte sie anerkennen.“ In der Ecke stand ein Kabinenkoffer, beklebt mit vielen Hotelreklamen, die von all den Reisen erzählten.g die sein Besitzer schon gemacht. Auf dem großen„Diplematen=Schreibtisch" wohl der Stolz dieser Fraus: Keifer, standen zwei Bilder Lillys und ungerahmt noch ein drittes, kleines Bild. Ein süßer Mädchenkopf,g, dunkelhaarig, lebhafte Augen, aufgeworfene Lippen. (Fortsetzung folgt.) anvertrauen? Und für mich ganz allein droben aufsder Königscharte ein Feuer anzünden, zum Zeichen, daß du an allem üblen Gered' unschuldig bist?" Der Bursch holte tief Atem. Dann legte er Ev's# Hand auf sein Herz und erklärte feierlich:„JaL. Ev.. ich hab' dir was zu beichten. Nix Schlechtes. Nur Uebermut. Die Jäger und Grenzer zu frozzeln. nachdem sie überall Unrat wittern und mir meine Kraxel=# freud und die Lust am Wild net glauben, bloß. weilich gut schieß'. Alles, was mir zur Last gelegt wird. geht den Faver an. Aber seinen Hehler hab' ich ge## macht aus Bosheit. Ich hab' ihn geschützt, gewarntze mit meinem Ansehen gedeckt. Bloß, daß sich die anderen giften sollen. Seit ich dich kenn wird mir das zu dumm. Von mir aus tut der Kaver, was er mag. Ich scheer' mich den Teufel um ihn... B. Als sich die Ev von ihrem Erstaunen erholt hatte.] fragte sie leise,— immer noch in bangem Zweifel:, „Und warum brennt kein Feuer von der Königscharte,1, nieder?" 1 „Bald wird's brennen, Made!! Der Xaver kanng, noch net oben sein. Der zündet's an. Das ist das Eing zige, was ich von ihm als Sühne verlangt hab'. Dass Feuer von der Königscharte soll dir heut nacht noch lang ins Kammerl scheinen und mich reinbrennen vor dir. Jetzt aber möcht ich bei dir sein, Ev, mit dir,: durch's Dorffeuer springen und mich vor aller Augen; reinigen von Verdacht und Büberei.“ „Wenn's so ist, hab' ich freilich kein Wörtel mehen, drein zu reden.— wehr' mich auch nicht.“ sagte die Ev,!! verschämt seine Liebkosungen erwidernd. 10. Als der lodernde Schein des drüben angezündetente Holzstoßes ihre Gestalten beleuchtete, faßten sie sich bete, den Händen, gingen hinüber, sahen eine Zeit lang denrer, übermütigen Paaren zu, die gemeinsam durch die Glutri## hüpften und deren Sprung vom Publikum kritisiert wurde. Gelang er beiden, war das Paar für einander,, bestimmt. Brannte das Feuer niedriger, oder zogen die Flammen seitlich, mahnte es zu nochmaliger Prüfung. Endlich nahmen Quasi und Ev gemeinsam langemer; Anlauf, strauchelten nicht und kamen durch hohe, kläre.? rauchlose Flammen ohne die mindeste Schwankung und ter vielstimmigem Bravo der Umstehenden drüben anzerz Gleichviel, ob manch einer an Quasi zweifelte,— manch einer ihr aus den knisternden Flammen Glücku prophezeite,— für Ev war sein Geständnis allein die Feuerweihe seiner Liebe und Schuldlosigkeit, und, ein: beseligtes Weib, schmiegte sie sich an ihn, von dem set viel Tollkühnheit und Lebenskraft ausströmte CGEREEEEEEEEEEEE SZIIS LTKNG s.# LOEZEEESEEEEEEEEESE G 12 tt. DERELICLE 2 Kinwerbung von Bergleuten nach Spitzvergen. t4 Wie in früheren Jahren, so wird auch jetzt wiederversucht, deutsche Bergleute für Spitzbergen anzuUeber die dortigen Verhältnisse gehen die die Bautätigkeit fast ganz geruht, und danach ist bis heute nur in sehr geringem Umfange gebaut worden, weil die immer wachsende Steigerung der Baukosten die rein privatwirtschaftliche Bautätigkeit fast unmöglich macht. Nur durch umfangreiche Maßnahmen des Reichs, der Länder und der Gemeinden gelang es. die Neubautätigkeit in sehr beschränktem Umfang wieder in Gang zu bringen. Es würde zu weit führen, hier an#tung, die Maßnahmen, die von Regierungsseite der zunehinungen sehr welt auseinander. Die Verrrerung menden Wohnungsnot entgegengesetzt worden sind, einben. pik 5 dortigen Werksleitung in Deutschland schildert Verhältnisse so, daß man annehmen muß, es hansich hier um eine reine Erholungsstätte für die koarbeiter. In einem kürzlich in der Presse veröfgestlichten Artikel heißt es ausdrücklich, daß kranke ##kgleute als gesunde Menschen wieder zurückgekehrt Un. Von Arbeitern, die in Spitzbergen gewesen ##d. wird dagegen anders berichtet. Allerdings soll es sich Arbeitnehmer geben, die erklären, daß der AuKisthalt in Spitzbergen angenehm gewesen sei. Doch dem, wie es wolle. Es ist die eine Frage aufzusen, daß die Werksleitung den deutschen Arbeiter bt holt, um ihm etwas Gutes zu bieten, sondern daß sihn holt, weil er als billige Arbeitskraft in Frage amt. Die Gesellschaft hat ihr Anlagekapital in ändischer Währung aufgenommen. Sie macht also, Uhn sie die Arbeiter nach deutscher Währung bezahlt, sehr gutes Geschäft. Es ist festgestellt worden, daß wegische Arbeiter, die auf Spitzbergen unter denden Bedingungen angestellt sind, aber nach norweben Kronen bezahlt werden, pro Tag 25 Kronen eren. Das macht bei einem Kurs von Mk. 50.— die Krone Mk. 1250.—. Diesen Lohn erhält der usutsche Arbeiter nicht. Wenn die Werksleitung en Lohn zahlen wollte, dann würde sie zweifellos JJug norwegische Arbeiter bekommen, sie brauchte re deutschen Arbeiter heranzuholen. Da nach den #etzlichen Bestimmungen ein Verbot nicht ausgeListichen werden kann, bleibt es jedem Bergarbeiter Erlassen, ob er sich nach Spitzbergen anwerben las## will oder nicht. zeln aufzuführen. Da Wohnungsbauten von der heutigen Unsicherheit der wirtschaftlichen Zustände, insbesondere der Währung, wesentlich beeinflußt werden, wird es schwerlich möglich sein, sowohl bei der Verwaltung der bestehenden Wohnungen wie bei der Errichtung neuer Wohnungen und neuer Siedlungen das System der freien Privatwirtschaft wieder einzuführen, bevor nicht eine Stabilisierung der wirtschaftlichen Verhältnisse eingetreten ist. II. Soweit eine Förderung der darniederliegenden Bautätigkeit mit den gegebenen Mitteln möglich ist, soll!! das Gesetz über die Wohnungsabgabe(Mietsteuergesetz), auf das wir weiter unten kurz zurückkommen zu einer Belebung der Neubautätigkeit beitragen. Als unbedingt notwendig hat es sich erwiesen, die in den einzelnen Ländern und Gemeinden bisher verschieden geübte Praxis der Vermietung von Wohn= und GeschäftsMieter wesentlich gemildert. Die Mittel für diesen Ausgleichsfonds sollen durch eine besondere Steuer zusammen mit der Wohnungsabgabe aufgebracht werden. SoweitHauskonten nicht bestehen. ist von dem Mieteinigungsamt für eine seit Oktober 1920 ausgeführte oder eine in Zukunft notwendig werdende große Instandsetzungsarbeit für das betreffende einzelne Haus ein besonderer Zuschlag zu der Miete festzusetzen. Bei gewerblichen Räumen kann eine weitere Erhöhung der Miete eintreten. Zunächst können die genden Terminen den Mietzins oder einen erheblichen Teil des Mietzinses nicht bezahlt hat falls er sich nicht etwa in unverschuldeter Unkenntnis über die Höhe des Mietzinses befunden hat; 3. wenn der Vermieter aus besonderen Gründen ein so dringendes Interesse an der Erlangung des Mletraumes hat, daß auch bei Berücksichtigung der Verhältnisse des Mieters die Vorenthaltung eine schwere Unbilligkeit für den Vermieter darstellen würde. Die Absicht des Vermieters, den Raum selbst in Gebrauch zu nehmen, soll jedoch allein nicht genügen; es soll damit vor allem also verhindert werallgemeinen Zuschläge für gewerbliche Räume höher den, daß sich jemend durch Ankauf eines Hauses eine festgesetzt werden als für Wohnräume. Erfordert ein gewerblich benutzter Raum besonders hohe Betriebsund Instandsetzungskosten, so kann das Mieteinigungsamt einen weiteren Zuschlag zulassen. Schließlich kann darüber hinaus ganz allgemein für gewerbliche Räume noch in besenderer Zuschlag zur Grundmiete festgesetzt werden, auch wenn dieser zur Deckung von Betriebsund Instandsetzungskosten nicht mehr erforderlich ist. Wohnung verschafft. Wird das Mietverhältnis aus den zuletzt genannten Gründen aufgehoben, so kann das Gericht anordnen, daß der Vermieter dem Mieter die Umzugskosten zu ersetzen hat, falls dies nach Lage der Sache, vor allem nach den Vermögens= und Erwerbsverhältnissen der Beteiligten der Billigkeit entspricht. räumen und der Festsetzung der Mieten für das Re'ch Hitwirkung bef der Beschaffung, Lagerung und Vereinheitlich zu regeln. Es soll im folgenden versucht wendung der Heizstoffe vorgesehen: auch kann für derwerden, die wesentlichen Bestimmungen des Gesetzes, artige Räume die Bildung einer Mietervertretung von dao diase Regelung unternimmt, kurz zusammenge Hax zharsten Landesbehörde vorgeschrieben werden Tedas diese Regelung saßt wiederzugeben. der obersten Landesbehörde vorgeschrieben werden. Jeder Beteiligte soll sich ferner in Streitfällen an die Reichksmietengesetz hringt eigehende Bestim, Mietervertretung wenden, diese soll den Sachverhalt Beichsmietengesen, pringt elgehende Vestzy= möglichst klären und eine gütliche Einigung herbeizuDis Vermietung von Wahnungen.(e uhren Die Kesten der Heizstoffe für Sammelheizung und Warmma'serversorgung sind getrennt von der gesetzlichen Miete zu berechnen. Die näheren Anordnungen trifft die oberste Landesbehörde. In Fällen der Untermieter, also vor allem bei der Vermietung möblierter Räume, muß der Mietzins in einem angemessenen Verhältnis zu dem auf den Raum entfallenden Teil der Hauptmiete stehen. Auch hier soll die oberste Landesbehörde nähere Bestimmungen erlassn. und Wohnungspolitik. I. Eine der schwersten Sorgen auf dem Gebiete der inen Politik bereitet der Oefsentlichkeit seit Kriegsle und sicher noch auf lange Jahre die ungeheure Ahnunganot. Gewiß gelingt es immer noch manIn Behnungssuchenden, durch unlautere Mittel sich hen Besitz von Räumen zu setzen, auf die er nach den schriften keinen Anspruch hat. Aber es handelt Das Reichsmierengesen br mungen üiter die Vermietung von Bohnungen, Geschäfts=, Pilro=, Lagerräume usw., sowie über die Höhe der bei Mietsverhältnissen zu entrichtenden Miete. Es sieht in den Grundsätzen folgende Regelung vor: Grundsätzlich kann zunächst ein Mietzins völlig frei vereinbart werden. Das Gesetz gibt dem Vermieter wie dem Mieter das Recht. jederzeit dem anderen Teile gegenüber zu erklären, daß an Stelle der vereinborten Miete die„gesetzliche Miete“ gelten solle. Der Vermieter hat dieses Recht auch bei laufenden, also auch bei langfristigen Verträgen. Da das Gesetz fnätestens am 1 Juli 1922 in Kraft kreten soll, können Vermieter und Mieter von diesem Tage ab dem andern Teile gegenüber die erwähnte Erklärung abgeben. Zu unterschelden ist hierbei folgendes: Ist der Mietzins vierteljährlich zu zahlen, so muß die Erklärung spätestens am dritten Werktage des Vierteljahres erfolgen, da in diesem Jahre der 2. Juli ein Sonntag ist. also spätestens am 4. Juli. Von dem ersten Tage des nächsten Vierteljahres, also von dem 1 Oktober ab. gilt sodann die gesetzliche Miete. Für die Zeit vom 1. Juli bis 1. Oktober ist noch die bisKasciaese Kand haeslsäses Alaela b i. 3ge die gesotzliche Miete zu entrichten. Ist eine mschentdabei, wie nicht bestritten werden kann, immer um liche Miete zu zahlen, so muß spätestens am Montag der Woche die Erklärung abgegeben sein. Mit dem Beginn der nächsten Woche beginnt die gesetzliche Miete. Die Erklärung muß in schristlicher Form abgegeben werden; es genügt ein einfacher Brief. sbore Ausnahmefälle: im allgemeinen kann man h sagen, daß die Wohnungsämter in den Städten issenhaft über die Zuteilung freiwerdender Wohgen an die der Reihe nach nächsten Anwärter wasehl. Gleichmohl lätzt sich natürlich nicht leuonen, daß Zwanoswirtschaft auf dem Gehiete des Wohnungsens längst nicht dem Geschmack eines jeden entscht. wie sa auch überhaunt staatlicher Zwang. Geund Verbote, die einschneidende Wirkungen auf ### tägliche Leben haben, wohl nur von wenigen Meni als angenehm empfunden werden. Und daß die ebesitzer über diese Zwangswirtschaft. die Beschräna ihrer Verfügungsfreiheit über die ihnen gehöriHäuser recht wenig erfreut sind, ist sehr begreifdenn es kann nicht bestritten werden, daß ihr Eium eirem Ausnahmegesetze unterworfen ist: nur Ist einer der unter 1 bis 3 angeführten Gründe ge=h: geben, so hat der Vermieter seinen Anspruch auf AufDie Bildung einer Mietervertretung wird hebung des Mietvertrages bei dem ordentlichen Gericht für Zulckssta erklärt, jedoch nicht als unbedingt notwen=(Amtsgericht— nicht also bei dem Mieteinigungsdig vorgeschrieben. Besteht eine Mietervertretung, so amt—) durch eine dem bisherigen Recht unbekannte werden ihr bestimmte Befugnisse zugewiesen: insbe= Aufhebungsklage geltend zu machen. Eine Kündigung sondere hat sie nehen und an Stelle des Mieters das der Mietverhältnisse durch den Vermieter soll nicht Recht, bei Streitigkeiten über die Vornahme von lau= mehr stattfinden können Hierdurch wird eine mesentsenden Instandsetzungsarbeiten die Entscheidung der liche Vereinfachung des Verfahrens erreicht. Während bereits erwähnten Stelle anzurufen. Bei Räumen mit nach dem jetzigen Rechtszustand der Vermieter zunächst Sammelheizung und Warmwasserversorgung wird ihre in einem Verfahren vor dem Mieteinigungsamt die Geituu# dar Roschaffung. Lagerung und Nar= nehmigung zur Kündigung erwirken und sodann die Räumungsklage bei dem Gericht erheben mußte, wird er jetzt sofort auf das gerichtliche Verfahren verwiesen. Wie die Begründung darlegt, soll hierdurch eine Entlastung der Mieteinigungsämter herbeigeführt werden. Gleichzeitig wird auch darauf hingewiesen, daß das Verfahren von den Gerichten naturgemäß ein eingehenderes und sorgfältigeres ist als dies vor dem Mieteinigungsemt der Fall sein kann und daß diese eingehende Prüfung sowohl im Interesse des Mieters wie des Vermieters liegt. Das Amtsgericht entscheidet unter Zuziehung von Beisitzern. die zur Hälfte Vormieter aus dem Kreise der Hausbesitzer, zur Hälfte Mieter sein müssen. Der Entwurf sieht weiter einen besonderen Schutz des Mieters bei der Zmanosvollstreckung vor Ist das Mietverhältnis lediglich wegen eines überwiegenden Interesses des Vermieters aufgehoben, so darf der Mieter aus den gemieteten Räumen zwanosweise nur entfernt werden, wenn für Ihn ein unter Berücksichtigung seiner Wohn= oder Geschäftsbedürfnisse angemessener Ersatzraum gesichert ist. Erfolgt die Aufhebung aus einew anderen als dem oben genannten Grunde, so kann es. wie die Begründung ausführt, dem Vermieter regelmäßig nicht zugemutet werden, den im Prozeß unterlegenen Mieter nach länger in dem Raume zu belassen. Zur Vermeidung von Härten kann das Gericht jedoch auch in solchen Fällen anordnen, daß die Vollstrechung erst noch Sicherung eines anderweitigen ausreichenden Unterkammens erfolgen darf. Die Entscheidung darüber, ob die Zwangsvollstreckung erfolgen darf. trifft der Vorsstzende des Gerichts; unter Umständen hat auch das Mieteinigungsamt zu entscheiden, ok ein genügender Ersatzraum vorhanden ist. Für Nubauten oder durch Um= oder Einbauten neu geschaffene Räume, sowie für die Räume gemeinnütziger Bauvereinigungen und Räume in öffentlichen Gebäuden gilt das Gesetz nicht. Mit Rücksicht auf die in einzelnen Ländern bestehenden verschiedenen Verhältnisse ist der obersten Landeshehörde das Recht eingräumt, die Vorschriften ahsen. Wird der Mietzins manatlich des Gesetzes in weitem Umfange, zu ändern und den Das Gesetz tritt, wie bereits erwähnt, spätestens am 1. Juli d. J. in Kraft; die oberste Landesbehörde kann es früher in Kraft setzen. Es soll am 1. Juli 1926 außer Kraft treten. Gegenüber dem bisherigen Rechtszustand bringt das Gesetz wesentliche Aenderungen sowohl für den Vermieter mie für dan Mieter. Für den Vermieter ist das Recht, die Miete auch bei lausenden Mietverträgen zu erhöhen, besonders wichtig; er hat ferner die Sicherheit, daß er die zur Deckung der Betriebs= und Instandsetzungskosten erforderlichen Mittel erhält, und daß die Miete sich automatisch der Steigerung dieser Kosten anpaßt. Um welchen Betrag sich auf Grund dieses Gesetzes die Mieten erhöhen werden, läßt sich allge, nischt sagen. Dag hängt mesentlich von der Höhe Für die Höhe der gesetzlichen Miete ist der Grundsatz maßgebend, daß eine Steigerung nur insoweit zugelassen werden soll, als eine Erhöhung der von dem Vermieter für das Haus, vor allem für die Instandsetzungsarbeiten, aufzuwendenden Kosten erfolgt ist. Im einzelnen wird die gesetzliche Miete folgendermaßen berechnet: :..7 mein nicht sagen. Das hängt wesentlich von der Höhe 1. Jul!###r#n dor einzeln der in der einzelnen Gemeinde zu zahlenden Abgaben, Steuern usw. ab und wird daher in den einzelnen Gebieten und Gemeinden Deutschlands durchaus verschieden sein. Zu beachten ist, daß die Mieter neben der Miete noch eine besondere Wohnungsabgabe in Höhe Ausgegangen wird von der Miete. die am 1914 zu zahlen war(Friedensmiete). Ueber ihre Höhe um einem Ausnahmegesetze unterworfen ist: nur hat der Vermieter dem Mieter Auskunft zu gehen; im man dabei nicht übersehen, daß es ein Notzustand Streitfalle setzt sie das Mieteinigungsamt fest. Von der per dazu geführt hat. und der leider fürs erste noch Friedensmiete werden die in ihr für Betriebs= und In Miete noch eine besondere Wohnungsabgabe in zu beheben ist, daß es wirtschaftlicher Zwang ist, standsetzungskosten enthaltenen Beträge abgezogen, und von 50 p. H. der Friedensmiete zu zahlen haben(Gedies Ausnahmegesetz rechtfertigt. Worin kommt zwar soll allgemein für einen Gemeindebezirk oder setz über die Wohnungsabgabe). Die auf diese Weise gemehr zum Ausdruck, daß wir ein armes Volk ge= einen größeren Bezirk bestimmt werden, welcher Hun= wonnenen Mittel dienen lediglich zur Unterstützung der den sind, als gerade in der Tatsache, daß es in drei dertsatz der Friedensmiete abzuziehen ist. Der veren trotz aller Anstrengungen nicht gelungen ist, die bleibende Rest wird als„Grundmiete" bezeichnet. Zu sch zu mil. dieser Grundmiete treten Zuschläge für die BetriebsAuch eine etwa eingetrenungsnot auch nur einigermaßen merklich zu milJas alles von Regierungsseite an Maßnahmen auf Gebiet des Wohnungs= und Siedlungswesens seit geschehen ist, darüber unterrichtet eine Denkschrift Reichsarbeitsministeriums, die seinerzeit dem hstag zu seinen Beratungen über das neue chemietengesetz zugegangen ist. Es ist eine stattliche Liste derartiger Maßnahmen, die die erung aufführen kann, und sie gibt zum mindesten Anholt und einen Maßstab für die unausgesetzten zewiß dankenswerten Bemübungen unserer regieen Stellen. Weshalb der Erfolg dem aufgewand#iser nur so wenig entsprochen hat, darüber gehen Zeinungen bekanntlich weit auseinander Gerade egen aber ist es zu begrüßen, daß die Regierung rer Denkschrift nehen anderm einmal die rein chen Ursachen der Wohnungsnot in anschaulicher lbersichtlicher Weise zusammengestellt hat. oher kommt es daß trotz der großen Menschen#Aste im Kriege die Nachfrage nach Wohnungsraum aUlgnügend gedeckt ist? Für diese Nachfrage ist nicht #lahl der gesamten Bevölkerung, sondern die Zahl ½ guehaltungen entscheidend: sie hat sich von etwas Ii aushaltungen entscheidend; sie hat sich # 11 Millionen nach der Volkszählung im Jahre 3 auf 12 Millionen nach der Volkszählung im Jahre erhöht. Diese Zunahme erklärt sich durch das ende Heiratsbedürfnis in den Nachkriegsfahren. lage auf dem Wohnungsmarkt wurde verschärft 20 —* 4 die zahlreichen Flüchtlinge schätzt die Zahl der Hausha auf min und Rückwanderer. Haushaltungen, die allein e fallen, auf mindestens 150000. Im besetzten It haben außerdem die ausländischen Besatzungen lloemeinen Wohnungsbedingungen verschlechtert. Düsseldorf, Duisburg und Ruhrort sind im beGebiet rund 15000 Wohnungen in Privathäuer einheimischen Bevölkerung entzogen werden. r auf solche Weise verstärkten Nachfrage nach Wohn steht ein seit 1914 beträchtlich zurückgegangenes ungsangebot gegenüber. Während man im In mit einer durchschnittlichen Neuher ) Wohnungen jährlich rechnete, hat llung von im Kriege und Instandsetzungskosten. tene Erhöhung der Hypothekenzinsen ist zu berücksichtigen. Diese Zuschläge werden In Hundertsätzen der Grundmiete von der Gemeindebehörde festgesetzt. Steigen die Unkosten, so sind die Zuschläge zu erhöhen. Damit erhöht sich auch automatisch ohne weiteres die Miete. Der Gedanke der gleitenden Miete wird hiermit verwirkticht. „Die Instandhaltung der Häuser soll unbedingt gesichert werden. Zu diesem Zweck bringt das Gesetz eine Reihe besonders wichtiger Bestimmungen, vor allem eingehende Kontrollvorschriften. Unterschieden wird zwischen laufenden und großen Instandsetzungarbeiten. Als große Instandsetzungsarbeiten sind anzusehen: die vollständige Erneuerung der Dachrinnen und Ablaufrohre, das Umdecken des Daches, der Anstrich oder Abputz des Aeußeren, der Neuanstrich des ganzen Treppenhauses im Innern, die Erneuerung der Heizanlage bei Sammelheizung und Warmwasserversorgung. Die oberste Landesbehörde kann auch andere Instandsetzungsarbeiten als„große" bezeichnen. Die übrigen Arbeiten sind laufende Instandsetzungsarbeiten. Wird eine notwendige lausende Instandsetzungsarbeit nicht ausgeführt, so kann der Mieter sich an eine von der obersten Landesbehörde zu bestimmende Stelle wenden, welche die Ausführung durch geeignete Anordnungen zu sichern hat. Der Vermieter hat der Mietervertretung nachzuweisen, wie er die Mittel für die laufenden Instandsetzungsarbeiten verwendet hat. Für große Instandsetzungsarbeiten soll regelmäßig die Zahlung eines besonderen Zuschlages zur Grundmiete angeordnet werden. Die danach von den Mietern zu zahlenden Gelder sind auf Hauskonten anzulegen, über die der Vermieter grundsätzlich nur mit ustimmung der Mieter verfügen darf. Zugelassen wird ferner die Einrichtung eines Ausgleichskondo, aus dem Beihilfen an wirtschaftlich schwache Vermieter für die Reparaturen ihrer Häuser gewährt werden können. Damit wird gleichzeitig auch die Belastung der in besonders reparaturbedürftigen Häusern wohnenden Neubautätigkeit. Wenn danach auch weitere in einer Zeit allgemeiner Preissteigerung doppelt empfindliche Belastungen der Mieterschaft eintreten werden, so werden diese doch nur insoweit zugelassen, als sie wirtschaftlich gerechtfertigt sind. Die Mieter erhalten Die vorstehend geschilderten Bestimmungen sollen sich auf Mieträume jeder Art. also nicht nur auf Wohn=, sondern auch auf gewerdliche und geschäftliche Räume beziehen. Für Neubauten gelten sie jedoch nicht ebenso auch nicht für Räume gemeinnütziger Bauvereinigungen und für öffentliche Gebäude. In einem zweiten Abschnitt bringt der Entwur Vorschriften über die Eineichtung der Mieteinigungsämter und über das Verfahren vor diesen Aemtern. Es sollen Mißstände beseitigt werden, die sich bei der jetzigen Regelung ergeben und zu lebhaften Beschwerden aus Vermieter=, wie Mieterkreisen geführt haben. Vor allem wird die bisherige Unanfechtbarkeit der Entscheidungen des Mieteinsaungeamts beseitigt. In Zukunft soll gegen die Entscheidung des Mieteinigungsamts die Anrufung einer Beschwerdestelle zulässig sein. Die Beschwerde soll jedoch nicht in jedem Falle möglich sein, da dann mit einer erheblichen Vermehrung der Beschwerdesachen und daher auch mit der Notwendigkeit einer Vergrößerung des Beamtenapparats zu rechnen wäre. Sie wird nur als Rechtsbeschwerde zugelassen, d. h. nur dann, wenn die Entscheidung des Einigungsamts auf einer Verletzung des Gesetzes beruht. Die Einrichtung der Beschwerdestelle ist der oberandererseits durch eingehende Kontrollvorschriften die sten Landesbehörde Überlassen. Dabei ist, wie die BeSicherheit, daß die von ihnen aufgebrachten Mittel auch tatsächlich für das Haus Verwendung finden, daß vor allem das Haus in der erforderlichen Weise instandgehalten wird. III. Die Bestimmungen des Reichsmietengesetzes finden ihren notwendige Ergänzung in dem Entwurf des neuen Mieeterschutzgesetzes(Gesetz über Mieterschutz und Mieteinigungsämter), das die sonstigen Rechtsbeziehungen zwischen Mieter und Vermieter regeln soll und zusammen mit dem Reichsmietengesetz eine umfassende reichsgesetzliche Regelung des durch die Wohnungsnot erforderlich gewordenen neuen Mietrechts bringt. Diae Reichsregierung hatte bereits im November vorigen Jahres dem vorläufigen Reichswirtschaftsrat und dem Reichsrat den Entwurf eines Gesetzes über Mieterschutz und Mieteinigungsämter zugehen lassen. Der Entwurf ist inzwischen nach einhehenden Beratungen von dem Reichsrat angenommen worden und wird demnächst dem Reichstag vorgelegt werden. Das neue Gesetz sieht eine völlige Neuregelung des Mieterschutzrechtes und des Verfahrens vor den Mieteinigungsämtern vor. Es bezweckt nach der Begründung, den Mieter vor einer gegen seinen Willen erfolgenden Beendigung des Mietverhältnisses soweit zu schützen, als sich dies mit berechtigtem Interessen des Vermieters irgend vereinen läßt. Dies Ziez sucht es auf folgende Weise zu ereichen. Mietverhältnisse sollen in Zukunft gegen den Willen des Mieters nur aus einigen wenigen Im Gesetz ausdrücklich genannten Gründen aufgehoben werden können. Die Aufhebung wird zugelassen, wenn 1. der Mieter oder ein Angehöriger seines Hausstandes oder Geschäftsbetriebes, den Vermieter oder einen Hausbewohner erheblich belästigt oder durch unangemessenen Gebrauch des Mietraumes oder Vernachlässigung der gebotenen Sorgfalt den gemieteten Raum oder das Gebäude erheblich gefährdet oder wenn er unbefugt einem Dritten den Mietraum Überläßt: 2. wenn der Mieter an zwei aufeinander kolgründung ausführt, nicht an die Schaffung neuer hörden gedacht, vielmehr kann die oberste Landesbehörde eine Verwaltungsbehörde, das Landgericht oder ein höheres Gericht mit den Aufgaben der Beschwerdestelle betrauen, auch Vermieter oder Mieter an den Sitzungen teilnehmen lassen. Das Verfahren vor dem Mieteinigungsamt selbst soll vereinfacht werden. Die oberste Landesbebörde kann zulassen, daß der Vorsitzende oder die Beisitzer Vorverhandlungen abhalten und auch selbst Entscheldungen treffen. Um die den Gemeinden durch die Einrichtung des Mieteinigungsamts zurzeit erwachsene finanzielle Belastung zu vermindern, wird die Erhebung von Gebühren vorgesehen. Weitere Vorschriften sollen die Unabhängigkeit des Vorsitzenden und der Beisitzer sichern. Die Amtszeit des Vorsitzenden soll mindestens ein Jahr betragen. Seine Absetzung ist nur aus Gründen zulässig, die auch die Entlassung eines nichtrichterlichen Beamten rechtfertigen würden. Für die Beisitzer gelten gewisse für die Schöffen gegebene Vorschriften entsprechend, insbesondere sind sie in einer bestimmten Reihenfolge zu den Sitzungen heranzuzlehen. Dem Mieteinigungsamt werden ferner sitzungspolizeiliche Befugnisse eingeräumt. Mit Rücksicht auf die in den einzelnen Ländern bestehenden verschiedenartigen Verhältnisse ist den obersten Landesbehörden das Recht eingeräumt, das setz für einzelne Gemeinden außer Kraft zu setzen. Auch in diesen Gemeinden kann jedoch das Gericht Zwangsvollstreckung von der Sicherung eines ausreichenden Ersatzraumes abhängig machen. Der Entwurf steht vor, daß das Gesetz bereite 1. Juli 1922— gleichzeitig mit dem Reichsmietengesetz — In Kraft tritt. .Weiiner Metropol-Theater Castrop, Kalser-Friedrichstraße 21. Aelteste und hervorragendste — Lichtbildbühne am Platze— verbunden mit Cafe-Restaurant Eigene elektr. Lichtzentrale- Zentralbeizung Freitag Samstag Sonntag Montag 7. 7, 8. 7. 9. 7. 10; 7. Luciano Albertini in Sumsen Sensations=Drama in 5 Akten. Violetta Napierska ∆ Fritz Greiner in Der verndchte Ein Drama in 3 Kapiteln 6 Akte von Ernst B. Fey Die Erbin der Südstaaten, Prinzessin Ilhara läßt sich weissagen. Die Wahrsagerin warnt:„Drei Männer stehen in deinem Leben, hüte dich vor dem dritten. Bei nicht zu starkem Audrang die Exlra=Einlage: # oder Die Abenlener einer Braul Sensatonsdrama in 5 Akten. Voranzeige: Vom 28.—31. 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