saüle Auswärte 109 Ofg., für die Empfehlungszelle 40. vig. Erfullungsort Castrep. Der elwa gewährte Radatt ertischt bei Konkursen Zwangsvergleichen und gerichtlichen Klagen. Anzeigen werden dis mittags. kleinere bis 4 Uhr nachmittags vor Ausgade der Jeitung erbeten. Postschedkonto: 40 150 Köln.— Fernsprech=Anschluß Nr. 6. Verantwortlich für den Schriftleil: Franz Joseph Prupo Castro, Baftteree •••••• D• Terlage und ber∆ 25 I. ssasiss ud lstet surch beten fut ins Haus gchact 27. Marr(im vgraus zahlhgr) für den Mongt. Postdezug 96.0 Mk. ausgabe und Jus=lin zieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung des Blatter oraus zahlbart für das Vierteljahr, ohne Poltbestellgeld. Falls wir in der Hem ellung der Zettung gehinder: sind, hat der De ode: aud Bächzohhun a. Veerung oder Nachlieserung des Blatieg oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. Geschäftostelle u. Schrif# leitung: Castrop, Münsterstraße 24. Sprechstunden der Schrifo lettung: werklags 6—7 Uhr nachmittags. Rauxeler Neueste Nachrichten 48. Jahrgang Rotationsdruck und Verlag: Casiroper Zeitung(Geschw. Schmitz), Casirop Blädei Lier enhorstel Tagebian on alter Kurzt. Neuigkeiten von Nah und Fern. Gestern nachmittag fand eine Kabinettssitzung statt, die sich mit der Besoldungsfrage beschäftigte. * Man rechnet in London damit, daß Lloyd George im Laufe des Juni in Paris einen öffentlichen Besuch abstattet. * Die Vorlage über die Kredithilfe für Oesterreich wurde im tschechlschen Parlament nach lebhafter Debatte in erster und zweiter Lesung angenommen. * Zum neuen Generalsekretär der Reparationskommission wurde einstimmig Andre Max Fadycau gewählt, der sein Amt am 1. Juli antritt. * Nach dem vorläufigen Ergebnis der Zwischenwahlen zum irischen Parlament sind 35 Vertragsanhänger, 31 Vertragsgegner, drei Vertreter der Arbeiterparteien und zwei Unabhängige gewählt worden. Griffith wurde in der Graf schaft Caran wieder gewählt. Große politische Aussprache im Reichstag.] Aus dem Reiche. Am Reaterungstische Reichskanzle: Dr Wirth Die Linie.cen au: kars.:— das Firkeiteprogramm des Reichttatee. Berlin, 21. Juni. Der Aeltestenrat des ReichsAm Regierungstische Reichskanzler Dr. Wirth und Kommissare. Die Reparationsabkommen. Auf der Tagesordnung steht die zweite Lesung des Gesetzentwurfes betr. das Bemelman=, Wiesbadener= und Gillet=Abkommen, sowie die Vereinbarung über die Ausführung der Reparations= sachleistungen. Sechs Interpellationen werden mit der Aussprache verbunden und zwar eine. Interpellation Arnstadt(Dn.) betr. die Ratifizierung der Wiesbadener Protokolle ohne Zustinmung des Reichstages, eine Interpellation Dr. Stresemann(DVP.) betr. Neutralisierung der Rheinlande durch England und Frankreich, eine Interpellation Crispten(Unabh.) über das Ecgebnis der Verhandlungen mit der Reparationskom mission, eine Interpellation Dr. Lauscher(IZtr.) betr. Einstellung bezw. Zerstörung von Eisenbahn bauten im besetzten rheinischen Gebiet, sowie Interpellationen Marx(Ztr.) und Bartz(Kom.) betr. die Zustände im Saargebiet. Abg. Dernburg(Dem.) berichtet über die Nachen=Köln darf nur zwischen Aachen und Düren viergleisig ausgebaut werden. Diese und Düren viergleisig ausgebaut werden, Diese###erlin, 21. Juni. Der Aeltestenrat des ReichsForderungen lassen jede Rücksichtnahme auf das tages trat heute während der Plenarsitzung rheinische und damit auf das deutsche Wirtschafts= einer Sitzung zusammen, um die Tagesordnung leben vermissen. Es handelt sich hiar uim Eisen= für morgen zu nereinheren. Es murde heschlofrheinische und damit auf das deutsche Wirtschaftsleben vermissen. s handelt sich hier um Eisenbahnbauten die lange vor ihrem Ausbau für das Wirtschaftsleben dringend benötigt wurden. Wie Habn klingt es, wenn erklärt wird, Deutschland „parch die Nichtausführung der geplanten Bauten und könne dadurch seine finanzielle Lage verbessern,„Unverhesserlich und unversöhnlich ist der Vernichtungswille der Entente, dessen kalten Hauch wir zum ersten Male am Waffenstillstands tage gespürt haben. An der Haltung des Rheinlandes kann sich aber ganz Deutschland ein Muster nehmen.(Lebhafter Beifall.) Abg. Dr. Bell(Ztr.) schildert die Zustände im Saargebiet, wo ein Vernichtungsseldzug gegen das Deutschtum eingesetzt habe. In der Bevölkerung herrsche große Empörung, weil deutsche Beamte des Landes verwiesen und Ausländer hereingezogen wor den seien. Der Friedensvertrag werde von der Saaregierung dauernd verletzt. Eine skrupelDer Großfürst Dimitri Pawlowitz, der it eines Teiles der monarchistischen Emigranten hat sich einige Tage lang in Holland aufgehalten und ist Dienstag abgereist Verhandlungen des Auswärtigen Absschusses, der lose Propaganda sei am Werk, um die Be gegen die Stimmen der beiden Rechtsparteien die rung zu zermürben und das Land Reparationsabkommen gebilligt hat. freif zu machen Es wird offen ausgesprochen, Abg. Dr. Reichert(Du.) begründet dann daß man den Anschluß die deutschnationale Interpellation, die gegen die land billigen wolle, wenn das S= hiet Wiesbadener Beschlüsse Einspruch erhebt, bei de Frankreich käme glaubt melden zu können, daß Joffe schon seit Freitag in Holland sei. zulge Tage lung muteae. Glslke,=Zutzpelaton, Ve. gegen die, laund bisigez, wole, wenn Dienstag abgereist nen man den Reichstag völlig beiseite geschoben die Saarländer verschachern.(Pfuirufe.) Hände habe. Das Londoner Ultimatum fei undurchführ= weg von deutschem Jandf a Psutruse.) Hände bar. Diese Politik der Erfüllung führe zum Ruguckes in Dostein k an der hrigen Frida nuckes in Jostein vegangene: nord ist, wie risze Ferfesgestelt wurde, dutog zwel marotkahrei mach ut verübt worden, die erst etwa vor ### wochen direkt aus Afrika herübergekommen * Der französische General Manquin ist in Metz Liedenbosen in a dfe. Truppen, die bier in in Kasernen liegen, besichtigen. Voraussichtlich wird er die Manöver leiten, die in der Gegend von Novean stattfinden. kurs am 21. Juni: 326,50 Letzter Kurs: 319,00, Höchster Kurs: 338,66 in. Schuld daran sei die Regierung.(Unruhe gierung nicht einschreitet. Das deutsche Vo links.) Ein Hauutsehler der Nathenauschen Vo. ziergue nicht einschreitet. Das deutsche Volt wird links.) Ein Hauptfehler der Rathenauschen Politik ist, daß in der Welt der Eindruck erweckt wurde, als könnte das deutsche Volk noch mehr #leisten. Rathenau ist in Wiesbaden tüchtig einweg von deutschem Land! Der Völkerbundsrat verletzt seine Ehre, wenn er gegen die SaarreAbschluß der Ernährungsdebatte im Landtag. Preutzischen 9 Verlin, 2. Juni. die Ernährungss hateau Fsltz“s am Mitwoch surach der uuus seduttr.. Fll, die Demokraten Verwahrung einzule“e verevale, um zunächst die Fuum per Abg. Schreiver=Halle, um zunächst von der Landwirtschaf behaltung der Gana im Feldzug gegen die Bel Der Reduer ar.... betrieben wird. Veibehaltung der Getreideumlage die dau der gierung nicht einschreitet. Das deutsche Volk wird die Saarländer niemals im Stich lassen(Beifall.) Darauf beantwortet Staatssekretär Müller vom Wiederaufbauministerium die Interpellottogeseist worden.(Zuruf des Abg. Bernstein(Soz.)1 klärt, das der Auswärtige Ausschuß den Stand„Ihr hättet es besser gemacht“) Sicherlich, wirsrunt der Regierung getellt habe daß die hätten es den Franzosen sehr leicht gemacht. Der stimmung des Reichstages nich notwendige Fond, zu dem sich Deutschland verstand, soll, wiessen set. auch die Sozialdemokraten erklären, zur Stär= Au Natl kung des französischen Militarismus dienen. Das Rußenminister Dr. Rathenau Wiesbadener Abkommen fördert nur den Ausver= beantwortet die andern Fragen. Wegen der Neu kauf Deutschlands. Notwendig sei eine Ermäßi=tialisierung der Rheinlande habe die Regierung gung der, Trihute..... hug keinerlei Nachrichten erhalten. Die Reichsregie Abg. Moldenhauer(DVP.) begründet die rung würde niemals dafür zu haben sein. NieInterpellation betr. die angebliche Neutralisie= mals würde das Rheinland, das unerschütterlich rung der Rheinlande. sam angestammten Vaterlande festhalte, preisgeDie ganze Welt muß auf diese Gefahr aufmerk geben werden.(Beifall.) Bezüglich der Eisenbah haften t, de Kurssturz der Mark aufzusam gemacht werden. Ohne eine erhebliche Ver= nen im besetzten Gebiet habe die Botschafterkon=een. Zuf die Dauer sei oies nicht mehr möringerung der Besetzung ist eine Lösung des Re= ferenz tatsächlich festgestellt, daß die Einstellung 1ich, da sie sonst den Fond an Devisen angreifen perationsproblems unmöglich. Die gesamten Be der Arbeiten für Deutschland eine Ersparnis be= müßte, der für die Reparationsleistungen für satzungskosten haben sich bis Ende März 1922 auf deute, wodurch Deutschlands finanzielle Lage ver= Juli und August angesammelt worden ist. Der sünf acht Zehntel Milliarden Goldmark und 14 bessert würde.(Zurufe: Blutiger Hohn!) Die Kanzler hat deshalb in den Besprechungen mit Milliarden Papiermark belaufen. Dazu kommen Reichsregigrung, die jede Gelegenheit zur Erspar dem warantieromitee vereits darauf noch die Sonderkosten der Besatzungstruppen. Der s"l wayrnimmt, vermag die Anschauung der BotRedner schildert die seelische und wirtschaftliche schafterkouferenz nicht zu: teilen meis haf Finste einer Sitzung zusammen, um die Tagesordnung für morgen zu vereinvaren. Es wurde beschlossen, morgen gemeinsam mit dem Wiesbadener Abkommen auch die fünf Interpellationen auf die Tagesordnung zu setzen, die sich auf die Verhandlungen mit der Reparationskommission und auf die besetzten Gebiete beziehen und ferner auch die verschiedenen dem Reichstag zugegangenen Denkschriften über diese Frage mit zu verhandeln. Des weiteren ist die Disposition für den Beginn der großen Sommerpause dahin geändert worden, daß der Reichstag nicht am 28. Juni seine letzte Sitzung halten wird, sondern nach kurzer Pause, während der er nach München und Oberammergau fahren wird, am 2. Juli nochmals zusammentreten soll. Dies ist notwendig geworden, weil die Verhandlungen über die Zwangsanleihe und die Aenderung der Steuergesetze länger Zeit in Anspruch nehmen. Der Sturz der Mark. Berlin, 21. Juni. In Finanzkreisen sowohl wie in Kreisen der Regierung sieht man der Entwicklung des Markkurses mit großer Besorgnis entgegen. Man befürchtet einen Zusammenbruch #r, Mark und ein weiteres Ansteigen des DolDurch diese neue Markkatastrophe würden alle bisherigen Finanzpläne der Regierung über den Haufen geworfen werden. Es würde die Leistung der Reparationen unmöglich gemacht, es würde die Balanzierung des Etats und die Fixierung der schwebenden Schuld, sowie die Eindämmung der Notenpresse vollständig mißlingen, wenn der Dollar, wie zu befürchten sei, in den nächsten Tagen eine Entwicklung auf 350 und 400 nehmen würde. Dann würde eine Preis= und Lohnbewegung eintreten, die nur durch eine große Anspannung der Notenpresse ausgeglichen werden könnte. In Regierungskreisen ist man deshalb der Ueberzeugung, daß dringend Maßnahmen zur Abhilfe notwendig sind. Der Reichskanzler hat noch im Laufe des gestrigen Tages mit dem Reichsbankpräsidenten Havenstein sich über die finanzielle Lage ausgesprochen. Die Reichsbank habe bisher versucht, durch starke Abgabe aus ihrem Devisenbestand den Kurssturz der Mark aufzuhalten. Auf die Dauer sei dies nicht mehr mögGes Slden. Argiz antwostelte der Aust! esten nagtragich eine leise Rüge des Prast. seseise an, abe, in denen die Landwirschast 41sä uie der Slasichk hanegu, wildte sie olecr. en ugerade in der Ernährungsvolik gewe, ie von die Frage der Kriegsschuld, des Eisnerprozessech in gmalen, mit den Ausgang einbringlicher Anträge Legenstand worden war. Für die gu die Reglerung gemacht der Abg. Dr. Wiemer, Er tra. das uns entrissene Oberschleß uut sehr warm für sich gegen die Autonomie 12 der.gnd e. u mit Preusten Oberschlesie dn der Zulammenbang Sensiationest schiesten nur nüblich sein könne Ministerpräsisent preufischen Gesandlschaft aus Zeutrumsseilte machte. Wertvolle Stück. zu Schleuderpreisen verkauft mars— vom Preusischen Finanzuy kauf beanstragte Geschäftsträger meoner schilbert die seelische uno wirtschaftliche Not des besetzten Gebietes und fordert Abhilfe. Jede französische Kompagnie am Rhein verhindert alljährlich den Wiederaufbau eines französischen Dorfes. Der Redner tritt den hochverräterischen Bestrebungen der Separatisten unter dem Beifall des ganzen Hauses mit aller Schärfe entgegen. Der Redner schließt mit einem Treubekenntnis der Rheinlande zum deutschen Vaterlande.(Lebhafter Beifall.) Abg. Dr. Levi(Unabh.) erbittet der Interpellation seiner Partei entsprechend Auskunft über die letzten Reparationsverhandlungen. Die stärkste Waffe der Regierung müsse das Vertrauen des Reichstages sein. Seine Partei werde die Erfüllungspolitik der Regierung unterstützen, wenn die Lasten nicht allein dem Proletariat zugemutet werden. Abg. Lauscher(Ztr.): Als Zweck der tief einschneidenden politischen Maßnahr die Entente in der bekannten Note fordert, die Entmilitarisierung des rheinischen Eisenvahnwesens angegeben. Die Botschafterkonferenz versichert, auf eine ganze Reihe von Zerstörungen verzichtet zu haben, die sie nach dem Versailler Vertrag hätte fordern können. Ba nach dem Wortlaut des Artikels 43 des Vertrages nur solche Anlagen der Zerstörung verfallen würden, welche zweifellos und ausschließlich militärischen Charakter tragen, so kann man sich diese Behauptungen nur erklären, wenn man annimmt, daß die Botschafterkonferenz sich für berechtigt hält, die Zerstörung des gesamten rheinischen Eisenbahnwesens fordern zu können. Von dieser Tatsache scheint man in Paris ausgegangen zu sein. Man darf angesichts der Ungeheuerlichkeit dieses Projektes mit vollem Recht fragen, ob es denn überhaupt noch einen Sinn hat, im Hinblick auf die deutschen Verhältnisse von strategischen Eisenbahnen zu reden. Das entwaffnete Deutschland hat doch jede militärische Bedeutung eingebüßt, also muß auch sein Eisenbahnnetz jede militärische Bedeutung verloren haben. Es sind vor allem vier Linien, hinlsichtlich derer die Note dem rheinischen Wirtschaftsleben einen so schweren Stoß versetzen will. Für zwei Linien ist die völlige Zerstörung geforsind das.) die Strecke Hamborn=Geldern,.) die Strecke Osterrath=Libier=Dernau. nimmt, vermag die Anschauung der Botschafterkonferenz nicht zu teilen, weil bei Einstellung der Arbeiten die bisher ausgegebenen Millionen nutzlos ausgegeben würden. Die Eisenbahnen militärischer Natur sind bereits zerstört Die deutsche Regierung ist nicht verpflichtet, Einrichtungen zu zerstren oder ihren Bau einzustellen, von denen die Botschafterkonferenz glaubt, daß sie militärischen Zwecken dienstbar gemacht werden könnten. Die Reichsregierung wird diese Forderungen mit allem Nachdruck bekämpfen und beweisen, daß die Ententeforderungen schwere wirtschaftliche Schädigungen hervorrufen würden. Einige der neuen Linien sollten die schnelle Lieferung der Reparationskohlen erleichtern. Es ist zu hoffen, daß die Ententeforderungen aufgehoben werden können. Der Minister bespricht dann die Zustände im Saargebiet und stellt fest, daß das Saarland und die BeAls Zweck der tief wohner deutsch sind. Die Rechte und die Selbstrannaymen, welche bestimmung werden im Saarland verletzt. Die Rote fordert, wird Reichsregierung tut alles, um das schwere Los einischen Eisanbahn= der Saarländer zu erleichtern. Vertragswidrig sei der Aufenthalt der französischen Truppen. Die Existenz der französischen Gendarmerie sei nicht zu rechtfertigen. Die politische Gesinnung der Beamten wird überwacht.(Zurufe: Pfui Deiwel!) Die Einrichtung der französischen Kriegsgerichte widerspricht dem Vertrage. Die Massenausweisungen entbehren jeder Rechtsgrundlage. Die Saarländer werden im Inlande von Frankreich vertreten. Man hat Deutschland sogar zugemutet es zuzulassen, daß die Saarländer außerhalb des Saargebietes ebenfalls durch Frankreich vertreten werden. Es zeige sich das typische Bild einer Fremdherrschaft. Die Saarländer halten treu zun angestammten Vaterlande.(Lebhafter Bei199) TisReichsregierung ist bemüht, ihnen in jeder Hinsicht zu helfen. ###### Finanzminister Dr. Hermes berichtet dann über seine Reise nach Paris. Er stellt fest, daß er sich dort in keiner Weise festgelegt habe und daß er auch keine Zusagen hinsichtlich des Abbaues der sozialen Fürsorge oder des Acht stundentages gemacht habe. Die Anleihefrage sei zicht begraben, sondern nur vertagt. Wie die Verhaltnisse sich gestalten würden, wenn keine An leihe gewährt werde, zu dieser Frage habe die Regierung noch nicht Stellung genommen. Wegen der Kapitalflucht finden weitere Verhandlungen mit der Garantiekommission statt. Garautt=krmitzg her eir.. ere hungen mit dem Garantietomitee vereits oarauf hingewiesen, daß die Entwicklung des Markkurses zu schwersten Befürchtungen Anlaß gebe. Es seien sofortige Maßnahmen zur Abwehr notwendig, wenn nicht der ganze Zahlungsplan der Regierung umgeworfen werden soll. Das Garantiekomitee werde deshalb zusammen mit der Regierung beraten müssen, welche Maßnahmen zur Abwehr eines neuen Marksturzes getroffen werden könwerde man daran denken müssen, die für die Reparationszahlungen angesammelten Devisen der Reichsbank zur Sicherung der Mark noch zu verwerten. Das Kabinett werde wahrscheinlich noch heute im Laufe des Tages sich mit der bedrohlichen Lage beschäftigen und auch das Garantiekomitee werde sofort in die Beratung dieser Frage eintreten. Die Beratungen mit dem Garantiekomitee. Berlin, 21. Juni. Die Mitglieder des Garantiekomitees statteten gestern dem Reichskanzler, dem Reichsaußenminister Dr. Rathenau und dem Reichsernährungsminister Dr. Hermes HöflichFitsbesuche ab. Dr. Wirth gab seiner lebhaften Befurchtung vor einem weiteren Marksturz Ausdruck. Er betonte, daß bei einem weiteren Rückgang der Mark Abwehrmaßnahmen notwendig seien, da sonst alle finanziellen Pläne der Regieumgeworfen würden. Die Beratungen mit dem„Komitee werden heute im Reichsfinanzministerium mit Dr. Hermes unter Hinzuziehung der anderen beteiligten Ressorts geführt werden. Wiederherstellung der deutschen Geldwährung. und der Garanteausschuf T# r Haxantieausschuß ziehen gegenwärtig die Schritte in Erwägung, die zur Wiederherstellung Geldwährung unternommen werden könnten. Die„Times“ schreibt, die englische Meinung gebe dahin, daß auf jeden Fall der gegensimske,Peireas der denschen Vergslichlungen die deütschen Kohlenlieferungen und das Garantietomitee. r. Stut hatte un Die, Veichskoblenkommisar am Montag nachmittag bereits den Mitgliedern des GaSahsensian e der rückständigen deutschen comitees Vemekman= Das Mitglied des Garantie. nach den Ber brr ut. du die Rückstände nach den Berewnungen der Reichsregierung 28. 5 gr vromem etwa 8 Prozent betragen. Es wurde vereinbart, daß in weiteren Verhandlungen ein Weg gefunden werden müsse, um die rückständigen Lieferungen so schnell wie möglich auszugleichen. Stellungnahme der Berliner Parteileitung der C. P. d. zur Umlage. Berlin, 21. Juni. In seiner gestrigen außerordentlichen Sitzung, die sich eingehend mit der Getreideumlage beschäftigte, beschloß der Bezirksvorstand einstimmig: Der Bezirksvorstand der S. P. D. von Großberlin erwartet von der Reichstagsfraktion, daß sie in der Frage der Getreideumlage unerschütterlich auf dem bisher eingenommenen Standpunkt beharre und Kouzessionen und Kompromisse zurückweisen wird. Falls die Mehrheit des Reichstages unsere Forderungen nicht auerkennt, erwarten wir den sofortigen Austritt unserer Genossen aus der Reichsregierung und unverzüglich Volksbefragung durch Neuwahlen. Zur Erhöhung der Beantengehäter. Berlin, 21. Juni. Die vom Reichsfinanzministerium mit den Spitzenorganisationen geführten Verhandlungen über die Erhöhung der Beamtengehälter haben gestern in den späten Abendstunden zu einer Verständigung geführt und sollen heute sortgesetzt werden. Berlin, 21. Juni. Die gestrigen Beamtenbesoldungsverhandlungen im Reichsfinanzministerium ergaben, daß bei beiden Parteien darüber Einstimmigkeit bestand, entsprechend dem Anwachsen der Inderziffer die Bezüge um etwa 24 Prozent zu steigern. Der Vertreter der Regierung erklärte aber, daß die Gewährung der Aufbesserung von der Annahme des Arbeitszeitgesetzes durch die Gewerkschaften abhängig gemacht werde. Die Gewerkschaftsvertreter lehnten dies ab. Auf ihren Wunsch wurde die Sitzung unterbrochen. Die Spitzenorganisationen werden heute über das Verlangen der Regierung gemeinsam beraten. Die Aufwendungen für die neuen Bezüge und Löhne sollen sich auf etwa 30 Milliarden Mark belaufen. Die Erinnerungen des Kaisers. Berlin, 21. Juni. Der Generalbevollmächtigte des früheren Kaisers bittet die T. U. um Veröffentlichung folgender Erklärung: Durch die Zeitungen geht die Nachricht, daß S. M. der Kaiser die demnächst herauskommenden Erinnerungen einem englischen Blatt angeboten und nunmehr nach Amerika verkauft habe. Der Kaiser hat die Herausgabe lediglich dem Verlag Köhler in Leipzig angeboten. Allen Verhandlungen zur weiteren Verwertung steht er vollkommen fern. Emeets werbemüde. Koblenz, 21. Juni. Die Werbetätigkeit des Herrn Smeets hat nachgelassen, seitdem für die nächste Zeit Zwangsmaßnahmen der Franzosen gegen Deutschland nicht geplant sind. Immerhin muß man die Bewegung im Auge behalten, denn man schätzt die Zahl der eingetragenen Mitglieder auf 3000. Der König von Italien in Frankfurt. Frankfurt a.., 21. Juni. Der König von Italien ist gestern auf der Durchreise nach Dänemark mittag 11.10 Uhr im Sonderzug auf dem Hauptbahnhof eingetroffen. Ein offizieller Empfang fand nicht statt, da der König inkognito reist. Es waren daher nur der italienische Generalkonsul von Tittara, der Polizeirat Dr. Neuber(in Vertretung des Polizeipräsidenten) und verschiedene Herren der italienischen Kolonie auf dem Bahnhof anwesend. Während des Istündigen Aufenthalts unterhielt sich der König vom Fenster seines Wagens aus mit verschiedenen Herren. Der König wird auf der Durchreise durch Deutschland Berlin nicht berühren. Die Abstimmung über das Volksbegehren in Sachsen. Dresden, 21. Juni. In der Abstimmung über das Volksbegehren standen bis.30 Uhr nachmittags folgende Abstimmungsergebnisse fest: Chemnitz 265.549, Leipzig 221772, Dresden 333281 Stimmen. Zusammengezählt insgesamt 820592 Stimmen, 32 Gemeinden um Meißen stehen noch aus. Erforderlich sind im Freistaat Sachsen etwa Geocd Srimmen.— Preistaat Sachse Bevorstehender Besuch des sächsischen Ministerpräsidenten in München. „31. Juni. Wie jetzt feststeht, erfolgt her Besuch des sächsischen Ministerpräsidenten Buck in München am kommenden Montag. Außer bei wird der Ministerpräsident auch Iu:. Rathause vorsprechen und die Gewerbeschau besichtigen. Graf Lerchenfeld wird dann zu Ehren des Ministerpräsidenten einen Empfangsabend im Hobräuhaus geben. Oberschlesienkundgebung der Berliner Stadtverordneten. „In, der gestrigen Sitzung der Vorsteber. Zad vegengnn aue ammu, gab der die naher Dr. Caspary, der tiefen Trauer um lassenen Oberschlesier Ausdruck. Die radikalen Gruppen störten die Ausführungen Dr. gur“glärmende Zwischenrufe und Hochgise guf die Internationale. Stadtverordneter inischen Foe“ protestierte gegen den nationaRummel, den nach seiner Meinung der Vorsteher gegen den Willen eines Teiles der Versammlung inszeniert habe. Die Erhöhung der Beamteugehälter. Berlin, 2. Juni. Die bei den Verhandlungen der Regierung mit den Spitzenorganisationen erzielte Einigung sieht, wie die T. U. hört, eine Er höhung der Teuerungszuschläge um 40 Prozent vor. Während bisher die ersten 10.000 4 mit einem Zuschlag von 120 Prozent berechnet wurden erhöht sich dieser Zuschlag nunmehr auf 160 Prozent. Für die weiteren Beträge über 10000 M tritt eine Erhöhung des Zuschlags von 65 auf 105 Prozent ein. Die Getreidenmlage. Berlin, 21. Juni. Der volkswirtschaftliche Aus schuß des Reichstages befaßte sich heute mit dem Gesetzentwurf über die Getreideumlage. In drei stündigen Beratungen, während welcher auch der Reichsernährungsminister Fehr das Wort ergriff, konnte die Generaldebatte noch nicht beendet werden. Wie wir hören, besteht nach wie vor die Hoffnung, daß es gelingt, ein brauchbares Gesetz zustandezubringen, das eine Mehrheit im Reichstage findet. Ein kulturelles und wirtschaftliches Attentat. Die fahrbundertalte wdewohmbK, ales Uar Istlich von Deutschland und Oesterreich lag, mit dem Sammelwort Rußland zu bezeichnen, verVerhandlungen mit dem Reichsbankpräsidenten. Berlin, 21. Juni. Heute mittag 12 Uhr empfing der Reichskanzler den Reichsbankpräsidenten Havenstein, um mit ihm über die finanzielle Situation zu beraten. Bei dieser Gelegenheit wurden auch die finanziellen Fragen erörtert, die sich aus den Verhandlungen mit dem Garantiekomitee ergeben. Die Verhandlungen mit dem Garautiekomitee. Berlin, 21. Juni. Die Verhandlungen mit dem Garantiekomitee haben heute nachmittag begonnen. Die Beratungen dürften sich nicht im Rahmen großer Sitzungen abspielen. Sie werden wahrscheinlich von den einzelnen für die betreffenden Probleme zuständigen Referenten des Reichsfinanzministeriums mit den verschiedenen Mitgliedern des Garantiekomitees geführt werden eine sehr freundschaftliche Haltung einnehmen muß. Die Probleme der besiegten Nationen seien überwältigend und selbst fast unlösbar. Wenn die augenblicklichen Verhältnisse fortdauern, wird kei ne dauernde Lösung der Schwierigkeiten gefunden werden können, bevor nicht die Hauptgedanken und Zwecke des Versailler Vertrages abgeändert worden sind. Die Zeiten sind vorbei, wo Männer, Frauen und Kinder in die Sklaverei verkauft werden konnten. Die Idee der Extremisten, Frankreichs insbesondere, scheine zu sein, Mitteleurova finanziell und industriell niederzuhalten. Dies führe zum Rachekrieg und wieder zum Kriege. Der beste Schutz Frankreichs würde eine Politik sein, die es Europa gestatte, sich in freundschaftlichem Einklang mit Frankreich zu sehen. Die deutsch=russische Allianz werde in Frank reich mit Besorgnis angesehen. Wenn diese Allianz jedoch ein Ding sei, das gefürchtet werden müsse, dann hätte Frankreich Deutschland und Rußland nicht in diese Alianz hineintreiben sollen durch seinen eigenen Militarismus und Unterstützung des polnischen Militarismus. Hearst schreibt, seiner Ansicht nach bedeute die deutscha russische Allianz keine Bedrohung Frankreichs; sie sei ein Sicherheitsventil. Dadurch werde die deut sche Entwicklung nach Osten und nicht nach Westen ermöglicht. Deutschland erhalte dadurch eine Gelegenheit, sich ohne Kouflikt mit Frankreich zu entwickeln. Das deutsch=russische Abkommen bezwecke die Schaffung des Friedens und von Bedingungen zur Erhaltung des Friedens. Frankreich würde durch seine anmaßende Stellung einzelne seiner früheren Alliierten sich zu Gegnern machen. In Amerika bestehe nicht mehr die fanatische Ergebenheit für Frankreich, die noch vor kurzem vorhanden gewesen sei. Rückgabe beschlagnahmten Eigentums in Amerika. Newyork, 21. Juni. Wie aus Washington verlautet, wird im Weißen Hause mit Zustimmung Hardines ein Gesetz vorbereitet, nach dem ungefähr 30.000 Deutschen und Oesterreichern ihr wäh rend des Krieges beschlagnahmtes Eigentum zurückgegeben wird, soweit deren Wert 10.000 Dollar oder weniger beträgt. Diesem Plane gemäß würden ungefähr 30 Millionen Dollar zurückerstattet. Von annähernd 14000 beschlagnahmten Vermögen sonderte der Kurator des feindlichen Eigentums diefenigen ans, deren Wert über London, 21. Juni. Der Vertreter des New= hindert noch immer die Verbreitung der Kenntvork American in Berlin meldet seinem Blatte, nis, daß auf dem Teile des ehemaligen russischen daß, wie in wohlinformierten Kreisen der Ent= Reiches, in dem das Sowjetsystem herrscht, durch ente verlautet, das Garantiekomitee für die Sa= die Revolution viele neue nationalpolitische nierung der deutschen Reichsfinanzen bedauerli= Staatsgebilde entstanden sind. Wenn man im che Aenderungen im Staatshaushalt vornehmen Westen Europas von Sowjetrußland spricht, bewill. Die bevorstehenden Besprechungen des Ga= greifen heute noch immer viele darunter entsprerantiekomitees mit der Reichsregierung werdenchend der alten Gewohnheit ein einheitliches russich um die Einzelheiten des zur Kontrolle der sisches Reich. Diese Auffassung ist falsch, und auch Finanzen zu schaffenden Apparates drehen. Maß= im Gebiete der vereinigten Sowjetrepubliken in gebende alliierte Kreise sind auch der Ansicht, daß Osteuropa abgetan. Wohl sind Sowjetrußland ein Teil der zahlreichen staatlichen Unterstützun= und die zahlreichen andern Sowjetrepubliken mit gen, die gegenwärtig Opern, Theatern und an= einander innig verbündet(föderiert), staatsrechtderen künstlerischen und literarischen Unterneh=lich stellen sie jedoch selbständige Gebilde dar, die mungen zufließen, mit der wirtschaftlichen Lage ernstlich bemüht sind, die Schäden des ehemaligen Deutschlands nicht vereinbar sind. Weiter soll in starren russischen Zentralismus aus der Welt zu diesen Kreisen auch die Ansicht herrschen, daß die schaffen. Natürlicherweise geht dieser Prozeß nur gegenwärtigen Fehlbeträge der Eisenbahnverwal allmählich und mit großen Schwierigkeiten vor tung um mindestens 9 Milliarden verringert wer sich. Der Anfang der nationalen Befreiung der den könnten. Der Rest des Fehlbetrages könnte früher von dem Zarismus unterdrückten Völkerdurch eine innere Anleihe gedeckt werden, wobei schaften ist jedoch gemacht, und es hängt von der jedoch das Prinzip der jederzeit einlösbaren weiteren Entwicklung ab, in welchem Tempo die Schatzscheine streng zu vermeiden ist, um einer neu entstandenen, nationalen Sowjetrepubliken weiteren Inflation vorzubeugen. In maßgeben= sich zu völlig selbständigem staatlichem Dasein den alliierten Kreisen glaubt man auch, daß die durchringen werden. Kulturstuse, Wirtschaftsvon der Garantiekommission für notwendig gehal form, sozialer Zustand der einzelnen in Frage tene praktische Revision des Staatshaushältes kommenden Bölker ist dafür entscheidend, in welzwar keine bedeutende Kurssteigerung der deut=lchem Maße diese Völker von ihrer Autonomie schen Mark erzielen, demgegenüber aber wahr= Gebrauch zu machen verstehen. scheinlich eine Stabilisierung der Mark ermögli=] Von den neu entstandenen Sowjetrepubliken chen lasse. ist die Sowjetnkraine der Größe und Bedeutung Deutschland und der Völkerbund. nach an zweiter Stelle innerhalb der großen Sow London, 21. Juni. Die liberalen Dailn News jetföderation. In der Sowjetukraine sind es vor beschäftigen sich setzt mit der Zulassung Deutsch= allem wirtschaftliche Momente, die in der Richlands zum Völkerbund. Das Blatt geht davon tung einer immer ausgesprochener werdenden aus, daß die Forderung Deutschlands in den Rat Selbständigkeit wirksam sind, Die Ukraine zeichaufgenommen zu werden, vollkommen berechtigt uet sich von allen Staaten Enropas dadurch aus, sei. Wenn Frankreich dieser Forderung zustimme daß sie alle Voraussetzungen für eine wirtschaftlisei die Angelegenheit geregelt. Im anderen Fallsche Autarkie besitzt. Dazu kommt, daß das ukraini aber werde die Lösung der Schwierigkeiten da=sche Volk schon durch seine zahlenmäßige Größe durch erleichtert werden, daß England die Zu= und durch seinen gesellschaftlichen Aufbau— es lassung Deutschlands in den Rat vorschlägt und besteht zu fast neunzig Prozent aus bodenständtes sei mit größter Wahrscheinlichkeit anzunehmen, gen, durch die Revolution zum Bewußtsein nadaß diese Zulassung auch tatsächlich erfolgen werde tionaler Eigenart gelangter Bauern— vor einer nationalen Amalgamierung gefeit ist. Insolange die ukrainischen Volksmassen ein Helotendasein Handlungsfreiheit vorbehalten für den Fall, daß führten, war es für die herrschenden russischen Frankreich sich weigern sollte, auf Angora einen Schichten leicht, den ukratnischen Städten einen Druck auszuüben. Der Inhalt der gestern über= russischen Charakter aufzudrücken und der Welt reichten Note war bekannt. Der„Daily Tele= vorzutäuschen, daß es keine Ukraine im nationagraph“ versichert, daß die Note nur den Willen len Sinne gebe, Nun, da die arbeitenden= niedes englischen Kabinetts festigen könne, die Frage mals entnationalisiert gewesenen ukrainischen so zu lösen, daß die volle Handlungsfreiheit Eng= Massen durch die Revolution befreit wurden und ihrer nationalen Eigenart bewußt geworden sind, ist die Entwicklung des ukrainischen Volkes zu lands auch in Zukunft gesichert sei. der Niederbruch Oesterrreichs. Die Radikalkur zur Sanierung der öffentlichen Finanzen. voller nationaler Selbständigkeit durch keine Macht der Welt mehr aufzuhalten. Der Nationalisierungsprozeß geht sehr rasch vor sich und Wien, 21. Juni. Uehar den neuen Finanzplan beute nach fünfjähriger Entwicklung verfügt das „h3T 9atg Iaantraten der ukrainische Volk bereits über tausende von nader Regierung erhält der Wiener Vertreter der tionaler Schulen bis zu einer eigenen Akademie cnthentische Seite folgende und über eine vollständig ukrainisierte Kirche, die 1. in das Wrahlem der Ering.“ zerfällt seit dem letzten Kirchenkongreß ein eigenes Ober1. in das Problem der Ersparungen und der Sa= haupt hat. e 86e nierung der staatlichen Betriebe. 2. Die Sicher= Das ukrainische Volk ist wieder als Subjekt neuer etenerr und Erhshang henskenri- sübrung in die Geschichte eingetreten. Diese Erkenntnls bestehender Steu= ist nicht nur Allgemeingut der Ukrainer, sondern langt die Abstoßzung der Bundeshahnmerft(auch der gegenwärtis in der gesanten Sowietibund deren Ueberführung in Privathetriebe sowie deration herrschenden politischen Richtung, die die Abstoßung der staatlicher##duetntamgauses2 während ihres Aufstieges dur Macht allen auf ten. Bezüglich des Personalabgabenaei.. dem Lebiete des ehemaligen Zarenreiches wohnen langt der Finanzplan, saß die Feater. den Nationen(wenigstens theoretisch) das„Selbs Necht zuerkannt erhält, die überzähligen Be bestimmungsrecht“ bis zur Losreisung zuerlannt gegen Abfindung zu entlar.. se zu ut Selbstverständlich bilden bistorische Gegenieren, Uieber Tariferhöhungen auf zu." benheiten, das gemeinsage kommamistiche Prosowie auf dem Gehiete der Bist. des Teie“ sramm und vor allem die gemeinsamen Feinde sowie auf dem Geviete der Post, des Telegraphen= um Sowjetrußland und die Sowjetukraine ein sod) Ler Herekekelintaister Preik Persgen“ Pe ami. diese Talache scdsch nicht darider Ginwesneuen Steuern werden erst in Kraft treten dur t“ daß sich die Ukraine zu immer größerer ten, wenn die neue Rotenbank gegründet ist und reit Selbstäudiakett „55Völkerrechtlich bildet die Sowjetukraine im steuer, der Alkoholsteuer, einer Holzproduktions= Siune der bestehenden Verträge einen vollkomwerden noch Verhältnis zu Sowielrußland ist in einem am nahmen in Vusicht genommen. Die von der Bo. F. 2e3g ber 1920 abgeschlossenen Arbeiter= und nahmen in Aussicht genommen. Die von der Regierung geplante innere Anleihe ist auf den Grundsätzen aufgebaut, die gelegentlich der Völkerbundstagung gegeben worden sind. Vanderlip in Wien. Berlin, 21. Juni. Der amerikanische Bankier Bauern=Zündnisvertrag rechtlich umgrenzt. Die ser Vertrag ist von Lenin und Tschitscherin nainens Rußlands und von Rakowski namens der Ukraine unterzeichnet und vom russischen beziehungsweise vom ukrainischen Zentral=Exelutivkomitee ratifiziert worden. In diesem Vertrage an Frank Banderlip ist auf seiner diesjährigen euro= erkennen Sowjetrußland und Sowjetukratue gepäischen Studienreise in Wien eingetroffen. Er genseitig ihre Unabhängigkeit und Souveränität wird sich von Wien aus nach Ungarn und Rums= und schtießen zum Zwecke der Verteidigung sonien begeben und von dort möglicherweise auch die wie im Interesse ihres wirtschaftlichen Aufbaus Der Abzug der Franzosen aus Oberschlesien. ZastzeP#estern wurde hier ofiziell Trippen gus She-öhses czug der französischen Truppen aus Oberschlesien gegen den 30. Juni zugeteilt werden. Hearst über Europas Wiederaufbau. 31.Juni.„Evening Standard“ veröffentlicht einen Artikel des von seiner Europazurückgekehrten amerikanischen Zeitungsmag naten Hearst, n dem er schreibt, er kehre nach Hause zurück, mehr als je zuvor davon überzeugt hesten feruise fich von den europäischen Angelegenheiten fernhalten, zugleich aber Europa gegenüber 10000 Dollar beträgt. Bezüglich dieser wird die Türkei besuchen, um ein Gesamtbild von der ein Militär= und Wirtschaftsbündnis. Beide Staa Rill dte tailmeise Mückgabe empfahlen somatt dia wirtschaftlichau, Paga.##. Lelamtbilh von der foi: T 1/2ut;, gu, Frücksich Haß aug dar.45=6e Bill die teilweise Rückgabe empfehlen, soweit die Gerechtigkeit und Notwendigkeit diesen Schritt erheischen, Harding, so heißt es, ist der Ansicht, daß die amerikanische Regierung niemals Privat besitz beschlagnahmen sollte, um darauf Ansprüche an andere Regierungen zu begründen. Die Freigabe alles dessen aber, was der Kurator in Händen hat, und die Rückgabe dieses Eigentums an die früheren Besitzer sei gegenwärtig unmöglich, weil der Umstand, daß die amerikanische Regierung diesen Besitz in Händen hat, eine gewisse Gewähr dafür biete, daß diejenigen Amerikaner, deren Eigentum von der deutschen und anderen ehemals feindlichen Nationen weggenommen wurde, schließlich eine Entschädigung erhalten. England und die deutsche Frage. Paris 21. Juni. In der französischen Presse ist in der letzten Zeit wiederholt die Vermutung kommentiert worden, daß England sich der deutschen Frage bediene, um auf Frankreich einen Druck zur Erlangung von Zugeständnissen im Orient ausznüben. Seit einigen Monaten war wirtschaftlichen Lage Europas zu gewinnen. Die Haager Konferenz. Neuer russischer Vorschlag für den Haag. Amsterdam, 21. Juni. Aus London wird gebringen die rufischen Delegierten die sich jetzt del. Finanzen, Arbeit, Verkehrswesen sowie Bok auf dem Wege von Moskau nach dem Haag be Telegrachie für gemeinsam. Die gemeinsaten erklären ausdrücklich, daß aus der Tatsache der ehemaligen Jugehörigkeit der Sowjetukratne zum russischen Zarenreiche für die Sowjetukraine keine Verpflichtungen erwachsen können. Zur Durchführung der gemeinsamen Aufgaben erklären die Vertragsparteien die Kommissariate für Krieg und Marine, Volkswirtschaft, Außenhauche vun giheran nach dem Hagg befinden eine Anzahl Vorschläge mit, für den Zweck, men Volkskommissariate sind dem Rate Sowjetein Kompromiß zwischen den Allierten und der Heslands angesliedert und haben im Rate der Sowjetregierung zustande zu bringen. Aus dem Auslande. Polen. Eine russische Antwort an die Polen. Warschan, 21. Juni. In der Antwort zu der r letzten polnischen Note hat der sowjetrussische Ge Durch die gemeinsamen Kommissariate mächtigten, die im Einvernehmen mit dem ukratnischen Zentral=Exekutivkomitee und dem ukratnischen Rätekongreß ernannt und von diesen kontrolliert werden. Die Bevollmächtigten der gemeinsamen Kommissariate sind somit dem ukratnischen Rätekongreß verantwortlich und haben im ukrainischen Rate der Volkskommissare Sitz und Stimme. polnischen, Note hat der sowjetrussische Ge Durch die gemeinsamen Kommissariate siyd schäftsträger in Warschau die volnische Regierung Sowsetrußland und die Sowestukraine sehr innig davon unterrichtet, daß die Moskauer Regierung miteinander verbunden, geographische Tatsachen, er, eitzäre, Trurpenkörper versetzt werden sol Rede. Es is deshafß se haachtenswert, daß Kustr Tktionen herausgegeben habe, um in Zu Figztschaftliche Momente und besondere nationale migeteiss. 151. Jnl.-Regt, wird der Rheinarmee der Petie a deshalb dovveut veamrenswexr, baß kunft bolschewistische Bandeneinfälle auf nalnisches Eigenart wirken jedoch in der urraine in der der„Petit Parisien“ heute in einem von Harven ga#. p 9tschewistische Bandeneinfälle auf polnisches Eigenart wirken jedoch in der Ukraine in der r. Reut Parisien; heute in einem von Harvey Gehiet zu unterhinden Richtung einer umfassenderen als im Ründnisverfaßten und inspierierten Leitartikel auf den Gedanken eines derartigen Interessenausgleichs zurückgreift und eine entsprechende Politik empfiehlt. England, Frankreich und das Problem des nahen Ostens. 21. Juni. Der„Matin“ versichert, aus amtlicher Quelle erfahren zu haben, daß das fran zösische Außenamt auf das letzte Memorandum Lord Balfours über die Frage des nahen Orients geantwortet habe. Die englische Regierung hat sich bekanntlich in diesem Memorandum volle Gevier zu untervinden. Ungarn. Sperrung der serbischen Grenze gegenüber Ungarn. „ vertrage vorgesehenen Selbständigkeit. Nach außen tritt die Ukraine als sonveräner Staat auf. Sie hat in zahlreichen Ländern neben den sowjetrussischen eigene diplomatische Vertretungen Belgrad, 21. Juni. Die Regierung ordnete die und eigene Handelsmisionen. Im Frieden von Sperrung der Grenze gegenüber Ungarn an Riga war die Ukraine besonderer, selbständiger Anlaß dazu gab der Umstand, daß in letzter Zeit Vertragspartner. Gegenwärtig ist die Sowietund zwar wie angeblich felgestellt wurde, nur ukraine bemäht, mit einer Reibe von Siaten, ten hoben. dugoslamische Grenze überschritz sung der Ukraine zu vollständiger Selbständigkett ist unverkennbar. Se Von einem vo aus geschrieben: Wenn man vor meint man damit wird, daß die Mar wirtschaftlichen An dber es liegt auch Auf ihren Wunsch blan in Ordnung Anfang sein. Abe heute nicht. Nicht fortdauern, auch nnere Geldentwer nag einen Ausgle möglich halten. jed das weitere Forts hicht aufhalten k Reichstages, die in achterversammlung streitbare Verdien Regierung ein Gut kung der Mark er Kernfrage vorgehe umstellen, weil ein eines dauernde ar weder erreicht Lösung vorläufig ben Augenblick, in Höchst= und ein M würde, würden all Auslande jedes In huthaben festzuhal Bapiermark, die si Markt geworsen mi bilisierung bereitsi über solchem Anstu * Man muß sich v haben des Ausland bisher gewährte A. heutigen Verrechnt Nicht nur, weil der Deutschland durch Zahlungsmittel erw Ferche weil diese 1 her wich ver tnoll iüt u. werden braucht. etwa 4 bis 5 Golon hen ist, die katastr Währung nicht hat weniger einer verzi Boldmilliarden für den Wert beimessen hofft. Professor Bon schule, welcher der Butachten über die hat nimmt an, daß ehen von den Ren und daß, sobald d Jahre durch eine An intreten müßte, an des Markkurses Au bei von der Finanzg bei der besonders d englische Regierung hngewandt hat, wo linkzehntel Teil ein Staoilisierung setzte Ausgleich in der g Handelsbilanz erfolg hhnlichen Vorgängen daß nur dann eine wird, wenn die Zahl längere Frist günstig er Voraussetzung se des deutschen Währn Unter dem Druck der deutschen Zahlu der Ausfuhrwerte u Es hängt alles davor Ultimatums soweit siche Kredit die Schn hneulich erklärt, daße kionen auf den tatsä Verzicht Englands an Schuld einen Ausglei weit, aber selbst di Vorschlages würde g das heutsche Volksver nn von London inzn Vorkriegswertes günstigsten Falle ### senen Rest der pis ist eine höchst aut sich, daß auch m erprobten Methoden hanzen noch ein sehr Hyaiene d. Gefährdung de Krankheiten als Beg Staubentwicklung Pflanzliche Es liegt im Wese Berufslebens heute zewidmet wird. Be durch die Arbeit selbs pielen körperliche U ker Inanspruchnahm zu lange ausgedehnte physikalisch=mechanisch Feuersgefahr und Ste Würzburger Hygleni! kürzlich über diese kenswerte Mitteilungen ist durch schwere dder Beanspruchung harakterisiert. Zu de digungen gehören die drückung des unter Schusterbrust, zahlreich Überstarken Druck ar brachstörungen und SEIEREIEEFEPEEEREEREEEEEREEE # Der Markkurs. anmmmeerum Sozidie Knnaschau, erscheinende Mitteilungen für soziale und wirtschaftliche Fragen. Hosnensssmrur 2 Von einem volkswirtschaftlichen Mitarbeiter wird aus geschrieben: Wenn man von Stabilisierung der Mark spricht, so meint man damit eine Regelung, durch die verhindert wird, daß die Mark weiter fällt. Das ist das Ziel aller wirtschaftlichen Anstrengungen der deutschen Regierung, er es liegt auch im Interesse der Gläubigerstaaten. Auf ihren Wunsch hat Deutschland seinen Haushaltsblan in Ordnung zu bringen versucht. Das sollte der Infang sein. Aber dieses Rechenexempel stimmt schon heute nicht. Nicht nur, daß die Devisenschwankungen fortdauern, auch der Etat erfährt durch noch größere innere Geldentwertung dauernde Verschiebungen. Man inag einen, Ausgleich in Einnahmen und Ausgaben für möglich halten, jedenfalls haben die geschehenen Schritte das weitere Fortschreiten der Papiernotenüberflutung sicht aufhalten können. Die Sozialkommission des Reichstages, die immer mehr eine wirtschaftliche Gutächterversammlung geworden ist und als solche unbestreitbare Verdienste aufzuweisen hat, sollte nun der Regierung ein Gutachten über die Frage der Stabilisiekung der Mark erstatten. Doch ehe sie überhaupt zur Kernfrage vorgehen konnte, mußte sie ihre Aufgabe umstellen, weil eine Stabilisierung, d. h. die Festsetzung ines dauernden Verhältnisses der Mark zum Dollar weder erreichbar sein, noch eine wünschenswerte Lösung vorläufig darstellen würde. Denn in demselben Augenblick, in dem für die deutsche Mark ein Höchst= und ein Mindestpreis festgesetzt und garantiert würde, würden alle Besitzer von deutscher Mark im Auslande jedes Interesse daran verlieren ihre Markguthaben festzuhalten, und wenn die 70 Milliarden Papiermark, die sich im Auslande befinden auf dem Markt geworsen werden, so würde der Versuch der Stabilisierung bereits im Keime erstickt werden, weil gegenüiber solchem Ansturm kein Kurs zu halten wäre. Man muß sich vergegenwärtigen, daß die Markgutaben des Auslandes für Deutschland die bedeutsamste bisher gewährte Anleihe bedeuten, die nicht nach dem heutigen Verrechnungskurse gewertet werden kann. Nicht nur, weil der Kurs der Mark zu der Zeit, als deutschland durch Verkauf seiner Geldwerte fremde Zahlungsmittel erwarb, beträchtlich höher stand, sondern auch, weil diese Auslandsguthaben deshalb außerordentlich wertvoll sind weil diese Anleihe nicht verzinst zu werden braucht. Wenn aber dieser Kredit, der auf etwa 4 bis 5 Goldmilliarden mindestens zu veranschlagen ist, die katastrophale Entwicklung der deutschen Währung nicht hat aufhalten können, kann man um so Besbminarshen den Wert, haeimestrd Regulierung des Markkurses #######t vermessen, den man gewöhnlich von ihr erProfessor Bonn von der Berliner Handelshochschule, welcher der Sozialkommission ein eingehendes Butachten über die Stabilisierung der Mark erstattet hat nimmt an, daß die deutsche Zahlungsbilanz, abgesehen von den Reparationen, sich ausgleichen würde, und daß, sobald die Reparationen für die nächsten Jahre durch eine Anleihe gedeckt würden, der Zeitpunkt eintreten müßte, an dem Maßnahmen zur Regulierung des Markkurses Aussicht auf Erfolg böten. Er geht dabei von der Finanzgeschichte der letzten Jahrzehnte aus, bei der besonders die Methoden lehrreich sind, die die englische Regierung in den neunziger Jahren in Indien angewandt hat, wo sie den Kurs der Rupie auf den fünfzehntel Teil eines Pfund Sterling festsetzte. Die Stabilisierung setzte jedoch erst ein, als der natürliche Ausgleich in der günstigen Gestaltung der indischen Handelsbilanz erfolgte. Die Folgerung, die aus allen ähnlichen Vorgängen in der Welt hervorgeht, ist die, daß nur dann eine Regulierung der Valuta möglich wird, wenn die Zahlungsbilanz eines Landes für eine längere Frist günstig gehalten werden könnte. An dieser Voraussetzung scheitern alle Versuche zur Lösung des deutschen Währungsproblems. Unter dem Druck der Reparationen ist eine Aktivität der deutschen Zahlungsbilanz. also ein Ueberwiegen der Ausfuhrwerte über die Einfuhrwerte, unmöglich. Es hängt alles davon ab, ob die Summe des Londoner Ultimatums soweit herabgesetzt wird, daß der natürliche Kredit die Schwächen ausgleicht. Asquith hat neulich erklärt, daß er in der Herabsetzung der Reparationen auf den tatsächlichen Schadensersatz und einen Verzicht Englands auf Zurückzahlung der französischen Schuld einen Ausgleich sehe. Es ist noch lange nicht soweit, aber selbst die Durchführung dies günstigsten Vorschlages würde große Schwierigkeiten machen, da das heutsche Volksvermögen durch den Milliardenwahnsinn von London inzwischen auf den fünften Teil seines Vorkriegswertes zusammengeschrumpft ist. Ob diese im günstigsten Falle 75 Goldmilliarden Volksvermögen für jenen Rest der Reparationssumme noch tragfähig sino, ist eine höchst zweiselhafte Frage. Jedenfalls ergibt sich, daß auch mit den aus Erfahrung gewonnenen, erprobten Methoden die Gesundung der deutschen Finanzen noch ein sehr unsicheres Experiment bleibt. Hygiene des Berufslebens. Gefährdung der Arbeiter durch die Arbeit. Krankheiten als Begleiterscheinung bestimmter Berufe. Staubentwicklung. Chemische Einwirkungen. Pflanzliche und tierische Parasiten. Es liegt im Wesen der Zeit, daß der Hygiene des Berufslebens heute ganz besondere Aufmerksamkeit gewidmet wird. Bei der Gefährdung des Arbeiters durch die Arbeit selbst und durch physikalische Einflüsse pielen körperliche Ueberanstrengungen infolge zu starker Inanspruchnahme einzelner Muskelgruppen oder zu lange ausgedehnter Arbeitszeit oder aber bestimmte physikalisch=mechanische Momente, wie Wärme, Kälte, Feuersgefahr und Staub, die entscheidende Rolle. Der Würzburger Hygieniker Prof K. B. Lehmanns machte kürzlich über diese gewerblichen Gefährdungen beachkenswerte Mitteilungen. Eine ganze Reihe von Beruen ist durch schwere und gleichmäßige Arbeitsleistung der Beanspruchung bestimmter Muskeln und Knochen hharakterisiert. Zu den dadurch hervorgerufenen Schädigungen gehören die sog. Bäckerbeine, die durch Einbrückung des unteren Brustbeinrandes entstehende schusterbrust, zahlreiche Schwielenbildungen, die durch berstarken Druck auf gewisse Hautstellen entstehen, Grachstörungen und chronische Heiserkeit bei Leuten. die viel sprechen oder schreien müssen, die Häufung von Leistenbrüchen in Berufsarten, die mit dem Schleppen schwerer Lasten zu tun haben, dann die Berufsverletzungen durch mechanische Gewalt, so bei Steinhauern und Metallarbeitern Verletzungen durch Stein= und Metallsplitter. Besonders unangenehm sind Schädigungen des Auges, deren Verhütung am besten durch Schutzbrillen oder Schutzgitter geschieht. Durch die Schwerhörigkeit der Schmiede: ungenügende Beleuchtung begünstigt die Kurzsichtigkeit der Näherinnen und Stickerinnen sowie der gelehrten Berufe. Auch die Zitterkrankheit der Bergarbeiter, die in lebhaften, zuckenden Bewegungen der Augen besteht und bis zur Arbeitsunfähigkeit führen kann, wird durch ungenügende Beleuchtung der Arbeitsstätten begünstigt. Andererseits gibt z. B. bei Feuerarbeiten und Glasbläsern zu starke Lichtstrahlung zu Sehstörungen Anlaß, während in noch höherem Maße durch Röntgen= und Radiumstrahlen und-besonders durch den elektrischen Strom Gesundheitsstörungen bewirkt werden. Praktisch von der größten Bedeutung sind in dieser Gruppe der beruflichen Schädigungen diejenigen, welche durch den Staub verursacht werden. Diese Gefährdungen, die für Glas= und Steinschleifer, Porzellanarbeiter, Metallschleifer, Kohlenarbeiter, Kalkbrenner und viele andere Berufsarten in Betracht kommen, können auf der besonderen giftigen Beschaffenheit des Staubes oder auf der Schädigung der Atmungsorgane beruhen, sind aber vor allem deshalb von so weittragender Bedeutung, weil die Staubeinatmung die Ansiedlung krankheiterregender Keime, vor allem der Tuberkelbazillen, begünstigt. Die Staubbeseitigung in den Betrieben ist daher von höchster Wichtigkeit. Die Gefährdung des Arbeiters durch chemische Einwirkungen, also durch die sog. Gifte, geschieht durch Einatmung, durch Aufnahme kleiner Mengen in die Verdauungswege oder schließlich durch örtliche Einwirkung auf die verletzte oder unverletzte Haut. Viel häufiger als akute Vergiftungen, für die etwa Schwefelkohlenstoff, Blausäuredämpfe, Arsenwasserstoff, Kohlenoxyd, Leuchtgas in Betracht kommen, sind die durch fortgesetzte Berührung mit den giftigen Stoffen stattfindenden chronischen Schädigungen. Das bekannteste Beispiel dafür bildet die gewerbliche Bleivergiftung. Neben der Einatmung minimaler Mengen kommt sie im wesentlichen dadurch zustande, daß die geringen, an den Händen noch haftenden Bleiteilchen auf natürlichem Weg in den Mund und in den Verdauungskanal kommen, allmählich resorbiert werden und mit dem Blutstrom in die Gewebe des Körpers gelangen. Der wirksamste Schutz gegen solche Schädigungen liegt in der persönlichen Sauberkeit. Die besonderen Schutzeinrichtungen in den Betrieben müssen Hand in Hand mit solcher individuellen Vorsicht gehen. Die Schädigung des Arbeiters durch pflanzliche und tierische Parasiten, die die dritte Kategorie der Lehmannschen Einteilung bildet, hat fließende Grenzen, da die Ursache bei ansteckenden Krankheiten, die auf der Infektion mit Kleinlebewesen beruhen, im Einzelfall fast nie nachzuweisen ist. Eine parasitäre Erkrankung, die zweifellos zu den Gewerbekrankheiten zählt, ist der Milzbrand, der beim Umgehen mit Häuten und Haaren entstehen kann. Die Krankheit, die für Gerber, Abdecker, Tierärzte in Betracht kommt, ist allerdings verhältnismäßig selten, ebenso wie der gefährliche Rotz. Um so häufiger, aber auch um so weniger einseitig als Berufskrankheit zu charakterisieren, ist, wie schon erwähnt, die Tuberkulose. Von großer Wichtigkeit für die Erforschung der Tuberkulose ist die verschiedene Schädlichkeit der einzelnen Staubarten. Am schädlichsten erscheint Sandsteinstaub, dann Granit und dann Marmor, so daß unter den Mühlsteinarbeitern, Metallund Glasschleifern die Opfer der Tuberkulose verhältnismäßig am zahlreichsten sind. Auffallend ist, daß bei den Kohlenarbeitern dagegen wenig Lungentuberkulose vorkommt. Vereinzelt, weil durch tierische Parasiten hervorgerufen, steht die Wurmkrankheit der Bergarbeiter, die zeitweilig im niederrheinischen Kohlenrevier erhebliche Ausdehnung angenommen und in ausländischen Bergwerken schon zu großen Epidemien geführt hat. M. S. kann noch Milch kaufen, wenn das Liter 9 Mark kostet, wurde die mißbräuchliche Be wiche Lebenomitel se mit hren beschränkten Miteln Schellsorderungen in eigener Verhandlung nit bauarten hat dann gleichfalls bezirklich zu erso Steigerung der Gütererzeugung. (Die folgenden Ausführungen stammen von einem hervorragenden Sachverständigen des Bergbaues. Wir geben sie wieder, sind aber bereit, Gegenausführungen in der nächsten Nummer unserer„Soz. Rundschau“ zu veröffentlichen.— Die Red.) Die Bevölkerung Deutschlands beginnt unruhig zu werden. Das Steigen der Preise für alle Lebensbedürfnisse will nicht aufhören. Wenn auch zur Zeit noch der größte Teil der im Erwerbsleben stehenden Bevölkerung seine Einnahmen durch Lohnforderungen oder Preissteigerungen erhöhen und mit seinen Ausgaben ins Gleichgewicht bringen kann, so wächst doch unverkennbar das Elend der nicht mehr erwerbsfähigen Kreise, der Kleinretner, der Pensionäre, der Witwen und vieler anderer bis zu einem kaum noch erträglichen Maße. Hinzu tritt die Besorgnis des nachdenklichen Teils der Arbeiterschaft, wie lange die Möglichkeit noch anhält, die Löhne noch weiter zu steigern, da auch das einmal sein Ende erreichen muß. Und was dann? Schon heute beginnt die Lebenshaltung in fast allen Bevölkerungsschichten merklich zurückzugeben. Wer Dreis ein Ernde machen vil, und in der Verzwessung zu dem schlechtesten Mittel greift, welches aber die Not nicht beseitigen, sie viel mehr nur noch weiter steigern kann. Eine unbestreitbare Tatsache ist es, daß wir mehr Güter verzehren, als wir erzeugen. Wir zehren also unser Vermögen auf und stehen schließlich vor dem Nichts, denn jeder Topf, aus dem mehr geschöpft wird, als ihm zufließt, muß einmal leer werden. Diese klare Schlußfolgerung müßte, doch zwingend zu Maßnahmen führen, die entweder eine Steigerung der Gütererzeugung bewirken oder den Konsum soweit herabdrücken, da er mindestens der Gütererzeugung entspricht. Das Letztere geht zweifellos unter den heutigen Verhältnissen nicht mehr an, da unsere gewiß an Einschränkungen gewöhnte Bevölkerung bereits an der Grenze des Möglichen angelangt ist. Wir sind also auf den ersteren Weg angewiesen, die Gütererzeugung um jeden Preis zu steigern und zwar bald. Die Frage ist, wo können wir damit beginnen? Greifen wir zum Beispiel aus den vorliegenden statistischen Zahlen des Jahres 1921 die wichtigsten über die Steinkohlenerzeugung heraus, so ersehen wir, daß im Ruhrbezirk an Kohlen gefördert wurden: im Jahre Zahl der Arbeiter Menge der Kohlen 1921 524000 94000 000 To. dageg. 1913 410000 114000000 To. Trotzdem also die Zahl der Arbeiter von 1913 bis 1921 um 114000 oder 27.8 v. H. zunahm, ging im gleichen Zeitraum die Förderung um 20 Mill. To. oder 17,5 v. H. zurück. Das besagt, anders ausgedrückt, im Jahre 1918 entfielen auf einen Arbeiter 278 To. und im Jahre 1921 nur 180 To. Kohlen. Während wir also nicht nur den Verlust großer Kohlendistrikte wie die Saar= und die lothringischen Gruben zu beklagen haben und jetzt auch noch den größten Teil der oberschlesischen Gruben verlieren, erleiden wir in dem uns verbliebenen Hauptkohlenbezirk einen schweren Rückgang in der Kohlenerzeugung. Es ist das eine erschreckende Tatsache. Ihre Erwähnung geschieht nicht, um nach irgend einer Richtung einen Vorwurf zu erheben. Sie darf aber nicht unterbleiben, da an ihr kein gewissenhafter Volkswirt vorübergehen darf, ohne Abhilfemaßnahmen in Anregung zu bringen. Die dringende Frage lautet also: Läßt sich die Leistungsfähigkeit unserer westfälischen Gruben nicht in dem der Belegschaftsvermehrung entsprechenden Maße wie in der Vorkriegszeit steigern? Das ganze Land leidet unter einem unerträglichen Kohlenmangel. Große Werke nicht nur im Osten des Landes, sondern im Ruhrkohlenbezirk selbst müssen englische und amerikanische Steinkohlen beziehen, um ihren Betrieb notdürftig aufrecht zu erhalten. Muß da nicht mit allen Mitteln eingegriffen werden, die Kohlenerzeugung zu steigern? Die große Vermehrung der Arbeiterzahl ohne Erzielung einer entsprechenden Mehrförderung muß ja auch eine erhebliche Verteuerung der Kohle zur Folge haben. Der Mehraufwand an Löhnen für 114 000 Bergleute entfällt auf eine geringere Kohlenmenge. Im Jahre 1913 betrug die Steinkohlenförderung Deutschlands 190 Mill. To. Sie ging im Jahre 1921 bis auf 136 Mill. To. zurück. Durch den Verlust des größten Teils der oberschlesischen Gruben werden wir weitere 24 Mill. To. einbüßen, so daß uns nur 112 Mill. To. Kohlen verbleiben, von denen jedoch die Entente etwa 23 Mill. To. beanspruchen wird. Gelingt es da nicht, die Kohlenförderung in den uns verbliebenen Kohlenbezirken zu steigern, so muß unser Volk und Land mit seiner Industrie verkümmern, da ihr die nötigen Kohlen nicht geliefert werden können. Viel haben wir durch den unglücklichen Kriegsausgang verloren. Geblieben ist uns aber die Freiheit unserer Entschließung und unsere Arbeitskraft. Werden sie auf das rechte Ziel gerichtet, das uns aus dem Elend hinausführt, so kann auch aus dem verstümmelten Deutschland eine Wirtschaftsmacht erwachsen, groß genug, um unseren Feinden den Erfolg ihres Sieges streitig zu machen. Allerdings müssen wir wollen und den Willen in Tat umsetzen, ehe es zu spät ist. Die bisherigen Arbeiten und Vorschläge des G. T zum Reichsknappschaftsgesetzentwurf wurden gutg ßen und dem Vertreter im Reichswirtschaftsrat befondere Forderungen übergeben. Die Reichs gruppe Bergbau beschloß einstimmig die Kollegen Reichsfachgruppe Knappschaft in ihrem Kampfe g die Uebernahme der einseitigen Reichsbeamtenpflie und für die Erhaltung der bisher erworbenen Re ganz energisch zu unterstützen. Mit Entrüstung men die Vorstände beider Reichsfachgruppen de Kenntnis, daß weder die Regierung, noch der A meine deutsche Knappschaftsverband auf Aufforder etwas getan habe, um die Angestellten der Oberst sischen Knappschaftsvereine, die nicht von Polen u nommen werden, im Reiche unterzubringen. Es delt sich hier um 40 Knappschaftsangestellte, zumeist jüngeren Alter, die sich um das Deutschtum verdient macht haben und in den nächsten Tagen stellungsbrotlos werden. Der Bundesvorstand wird be tragt, noch einmal an die Regierung und an den Al meinen Knappschaftsverein, zwecks Unterbringung Angestellten, heranzutreten.— Der Reichsfachgrup; tag für die Fachgruppe Bergbau findet im Oktobe J. in Halle statt. Versammlung des G. d. A. Die Vorstände der Reichsfachgruppen Bergbau und Knappschaft im Gewerkschaftsbunde der Angestellten hielten Mitte dieses Monats in ihrem Verbandshause zu Leipzig eine zum Teil gemeinsame Sitzung ab. Man nahm Stellung zum Entwurf des Arbeitszeitgesetzes für den Bergbau. Dieser wurde einmütig in seiner jetzigen Verfassung abgelehnt, weil hier auf Umwegen versucht werden soll, das Ueberschichtenwesen im Bergbau zum Dauerzustande zu machen. Namentlich die Angestellten würden dabei auf Arbeitszeiten von 10 bis 11 Stunden pro Schicht kommen. Schark verurteilt. Warum die„Hetze“? Bei jeder Beamtenbesoldungserhöhung taucht re mäßig auch die Berechnung auf über phantastische? liardenzahlen, die nun wieder„das Reich“ aufbrin müsse. Es liegt System darin. Warum wird denn bei den Arbeitern immer nur Stundenlohnerhöhung pfennigweise angegeben, bei Beamten dagegen die Gesamtauswirkung? Warum die Beamtengehaltserhöhungen stets mit den Tari höhungen zusammengestellt? Ist die materialliefert Industrie ganz unschuldig an der Verkehrsverteueru Wäre nicht auch einmal eine Zusammenstellung ge interessant, wieviel Villen, Rittergüter, Automobile 1 Brillanten(in Kilogramm angegeben) sich die Liefer ten des Eisenbahnmaterials im letzten Jahre kaufte Warum wird der Oeffentlichkeit nicht vorgerecht wieviel Milliarden es dem Reiche einbringt, wenn Beamtern ihre Steuern sofort und auf Heller u Pfennig genau durch entsprechenden Steuerabzuge richten müssen? Bei jeder Gehaltserhöhung müssen auch die Bezi der Alterspensionäre, der Beamtenwitwen und=wai erhöht werden. Daß dies nötig ist, wird wohl niema bestreiten. Aber muß die dadurch notwendig werden Summe den Zeitungslesern als„Beamtengehalt" v. gespiegelt werden? Wieviel Beamte werden von Gemeinden, Kreist Körperschaften oder erwerbenden Anlagen erhalte Muß man dem Leser vorerzählen, mit ihrer Erhöhn würde„das Reich" belastet? Die Milliardenzahlen klingen so schön phantastif und es ist dann so leicht, über die„Arbeitsunlust“ d Beamten zu schimpfen. Warum findet man denn n mals eine Angabe, auf wieviel Menschen sich die Sur me verteilt und was dabei auf den einzelnen komm Die Hauptsache aber: Wie sind die Milliardenzahl errechnet worden? Stimmen sie auch? Eine gerechte Entlohnung der Beamten ist bei di heutigen unübersichtlichen Wertverhältnissen unser Geldes nur möglich bei einer gleitenden, der jeweilig Wirtschaftslage sich anpassenden Besoldung. deutsche Beamtenrecht Die Schaffung eines einheitlichen, den gegenwärt gen Verhältnissen angepaßten Beamtenrechts wird zu immer dringenderen Forderung. Bisher galten a diesem Gebiete noch die von früherer Zeit her— tei weise seit Anfang vor. Jahrhunderts— bestehenden G setze. Das heißt, sie galten, soweit ihnen nicht ander lautende Anordnungen jüngeren Datums entgegenst hen oder sie etwa gegen Verfassungsbestimmungen de Reichs oder der einzelnen Länder verstoßen. Alles 1 allem ein recht komplizierter Zustand, der reichlich ir übersichtlich ist. Ein seitens der Spitzenorganisation der deutsche Beamtengewerkschaften, dem Deutschen Beamtenbun! eingesetzter Ausschuß hat den Entwurf eines Beamter gesetzes ausgearbeitet, der in 626 Paragraphen di, ganze Materie einheitlich regelt. Die umfangreich Arbeit, deren Fertigstellung beinahe ein Jahr in An spruch genommen hat, will die Grundbegriffe des Rech tes für das deutsche Beamtentum festlegen. Es ist i diesem Entwurfe nicht nur eine genaue Bestimmun des öffentlich=rechtlichen Charakters des Beamtenver hältnisses enthalten, sondern auch die daraus hervorge henden Pflichten und Rechte werden genau umrissen, Die Veröffentlichung dieses gesamten Gesetzmaterial im Berliner Verlag des Deutschen Beamtenbunde. wird zurseit vorbereitet und Ut in Bälde zu erwarten Hereiauf 95 D bedingt in heutiger Zeit gründliche Ueberlegung und Vertrauen. Kauflustigen empfehlen wir daher die Besichtigung unserer Läger. Sie werden sich überzeugen, daß wir dauerhaft gearbeitete und geschmackvolle Einrichtungen äußerst preiswert liefern. Sie finden eine große Auswahl in den verschiedensten Preislagen. Entgegenkommende Bedingungen auf Wunsch. Poter-Mohnien, Sustros Größtes und ällestes Möbelhaus der Landkreise Dortmund und Bochum. Münsterstraße 30—32. 3448 Pernruf 149 Geschäftszeit—12, 2½—7 Uhr Idurch Schimmel u. 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Juni 1922 verlängert. Diejenigen Steuerpflichtigen, die ihre Steuernarken noch nicht abgeliefert haben, werden daher aufgefordert, dieselben umgehend bei der Stadt= bezw. Amtskasse einzuliefern. Die Nichteinlieferung hat wirtschaftliche Nachteile, da im Falle der Ungültigkeitserklärung der Marken die bereits vom Lohn abgehaltenen Steuern nochmals entrichtet werden müssen. Es ist daher die schleunigste Ablieferung der Marken im eigenen Interesse geboten. 3894 Dortmund, den 20. Juni 1922. Finanzamt Dortmund=Land. Siemon, Regierungsrat. Bekanntmachung. Hund zugelaufen! Eigentümer wolle sich umgehend melden, anderfalls wird der Hund am 23. Juni 1922 nachm. 3½ Uhr in der Verwaltungsstelle Habinghorst öffentlich, meistbietend versteigert. Rauxel, den 20. Juni 1922. 2311 Die Polizeiverwaltung. Bekanntmachung. Das Verzeichnis der abgabepflichtigen Tierbesitzer der Gemeinde Bladenhorst liegt auf Zimmer 2 des Amtshauses vom 24. Juni ab 14 Tage lang zur Einsicht offen. Anträge auf Berichtigung des Verzeichnisses ind spätestens binnen 10 Tagen nach Ablauf der luslegungsfrist auf dem Amtsbüro anzubringen. Bladenhorst, den 20. Juni 1922. Der Gemeindevorsteher: Riegel. CAFE METROPOL Täglich Konzert v.—11 Uhr d. Damen-Stimmungskapelle * D’ Gebirgs’s Stern: ff. Stimmungerepertoire, Ia. Geigen- u. Zithersoll. Viele Gesangeinlagen der beliebten Stimmungsmacherin Li1l1. Sonntags Frühkonzert von 11—1 Uhr. Märkisch, Zorte, Sonnenschutztücher liefer prompt 3347 Herner Jackehaus Herne, mechan. Sack- u. Planfabrik Garlenstraße 24. Tel. 872 Nagut Geflügelfutter zur Erzielung unglaublich vieler Eier auch ohne freien Auslauf sowie: 2029 Kükenlutter zur Aufzucht von Küken empfehlen: C. Wimmers, Drogerie, H. Reckesuß jr. Mühle, Castrop. Wilhelm Griesel, Habinghorst. 5 junge Legehühner Zahlstelle sämtl. an die Stadtkalle zu entrichtenden Hbgaben wie Steuern ulm. 8918 Einlölung sämtlicher Zins- und Dividenden-Scheine. Kalleitunden:—1 Uhr vormitlags. 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Der Schrechen des Tages. Ein Filmsensationsbarsteller u. OriginalMexikaner, der in den bekanntesten Wildwest=Filmen„Caro Aß“,„Mit Büchse und Lasso" und„Radiumgeheimnis“ die Hauptsensation vollführte, ist zum perVsönlichen Auftrelen für die obengenannten * Tage in meinem Theater verpflichtet. DON ALFONSO Weltmeister Füncht aus fesselr. und Herher Er zeigt uns die tollkühnsten Attraktionen so„Die Flucht aus dem Kerker“, „Befreiung aus den manigfalligsten Gesselungen". Don Alsonso ist der Mann, der sich vor keinem Teufel fürchtet, die Herzen der Zuschauer vor Aufregung schneller schlagen läßt und dessen Entfessellungskünste Veranlassung begeisteter Kundgebungen der Besucher sein werden. Fesseln, Kassetten, Kellen und Stricke können vom Publikum milgebracht werden. Don Alfonso befreit sich von allem und öffnet jede Kassette. Don Alfonso ist erst einige Wochen in Deutschland. Hrense Ainn del Gchtopel Iunluug, Nr. 143. Rauxeler Neueste Nachrichten.e Bladenhorster Tageblatt. D. 950 Ein Erfolg des Bürgervereins Rauxel=Bahnhof. Wenn genügende Beteiligung, halten die billigen Sauerland= und Rheinzüge am Bahnhof Rauxel. Der Bürgerverein Rauxel=Bahnhof hat es sich angelegen sein lassen, mit dem Verkehrsverband „Industriebezirk“ Essen in Verbindung zu treten, um das Halten der billigen Sonderzüge zum Sauerland und zum Rhein zu erwirken. Wie der Verband Industriebezirk nun schreibt, ist das Halten dieser Züge nur dann möglich, wenn eine größere Zahl der Fahrkarten hier aufgebracht wird. Um dem Verkehrsverband den Nachweis zu erbringen, welche Zahl von Fahrkarten in Frage kommt, bittet der Bürgerverein RauxelBahnos um entsprechende Mitteilung. Diese kann mündlich oder schriftlich in der Buchhandlung Morjan abgegeben werden. Es wird bemerkt, daß jedermann die Züge benutzen kann, auch wenn er keinem Wanderverein angehört. Es kommen folgende Züge in Frage: 1. 1½ Tagesausflug am 24. Juni 1922 nach Attendorn. 25. Juni zurück. Hinfahrt: Rückfahrt: ab gegen.30 uchm. von Raurel an gegen 10,10 5,27 uchm. v. Plettenberg 8,23 5,48 uchm. v. Finnentcop.05 6,14 uchm. v. Attendorn 7,40 Fahrpreis für die Rückfahrkarten von Rauxel nach Attendorn ca. 45 Mk. Bel starkem Andrang fährt derselbe Zug nochmal am 1. Juli, zurück 2. Juli 1922. Ausflüge von Attendorn nach Attahöhle, Schloß Schnellenberg, Domäne Ewing=Listertal= sperre, Nordhelle=Robert Kolbturm=Plettenberg, Heiligenstuhl-Rönkhausen=Wildwiese, Plettenberg. Bilstein, Grevenbrück, Fretter, Finnentrop. Finnentrop, Gebirgsweg, nach Olpe=Listertalsperre, Fahlenscheld=Olpe=Listertalsperre. Am 10. 11, 1922 feiert Attendorn das 700jährige Stadtsubiläum. Ausflüge von Plettenberg nach Heiligenstuhl, Finnentrop. Bilstein, Attendorn. Hohe Molmert, Kordhelle, Attendorn. Affeln, Wildewiese, Glinge, Faulebutter, Finnentrop. Schwarzenberg, Wildewiese, Affeln, Plettenberg. Ausflüge von Finentrop nach Heiligenstuhl, Rönkhausen, Wildewiese, Affeln, Plettenberg, Deutmecke. Fretter, Faulebutter. Bilstein, Eringhausen. Förde Bilstein, Fahlenscheid, Listertalsperre. Attendorn. Klosterbrunnen, Wildewiese, Rönkhausen, Schwarzenberg, Plettenberg. 2. Tagesausflug: 9. Juli 1922 Honnef.(Personalausweis mit Lichtbild erforderlich.) Hinfahrt: Rückfahrt: ab gegen 6,15 von Rauxel an gegen 11,50 936 Niederdollendorf 832 .43 Königswinter.25 9,51 Rhöndorf 8,16 957 Honnef„.„.10 Bei starkem Andrang fährt derselbe Zug nochmals am 16. Juli 1922. Fahrpreis von Rauxel für Rückfahrkarte nach Honnef, ca. 60 Mk. Ausflüge von Niederdollendorf, Königswinter. Rhöndorf nach dem Siebengebirge(Basalt=, Trachyt= und Dolomitkegel), Drachenfels, Petersberg, Wolkenburg, Oelberg, Bömenburg, Lohrberg, Nonnenstromberg, Ruine Heisterbach, Margaretenhof. §. Von Königswinter und Honnef Rheinfahrten nach allen Richtungen. „ 8. 1½ Tagesausflug: 22 Juli 1922 Arnsberg. Zurück 23. Juli 1922. e Strsabrt:„ Rückfahrt: ab gegen 3,20 von Rauxel an gegen 10,00 .03 Neheim=Hüsten.25 .07 Arnsberg„ ab gegen.10 Bei starkem Andrang fährt derselbe Zug nochmal am 29. Juli 1922. Zurück 30. Juli 1922. „Fahrpreis für Rückfahrkarte von Rauxel nach Arnsberg ca. 30 Mk. Ausflug von Arnsberg nach „Rückfahrt: an gegen.55 .14 7,57 .47 Arnsberger Wald, Möhnetalsperre. Arnsberger Wald, Warstein, Herdringen, Essenberg, Sanssouci, Röhrtal, Kloster Oelinghausen, Warsteiner Höhle, Stimmstamm, Meschede. 4. Tagesausflug am 6. August 1922 Iserlohn. Rückfahrt am 7. August 1922. Hinfahrt:„ Rückfahrt: ab gegen 6,45 von Rauxel an gegen.25 8,19 Iserlohn=Hbf. ab gegen.55 Bei starkem Andrang fährt derselbe Zug nochmal am 13. 8. 22. Ausflüge von Iserlohn nach Dechenhöhle, Grüne, Wirberg, Altena i.., Evingsen, Jomert, Iserlohn. Kalle b, Sundwig, Felsenmeer, Stefanopel, Ihmert Iserlohn. Ihmert, Stefanopel, Balver Wald, Saussonei, Hönnetal, Deilinghofen, Sundwig, Iserlohn. Dechenhöhle, Letmathe, Bahnfahrt nach Altena, Wirberg, Stadtwald Iserlohn. Bismarckturm, Menden(Heimatmuseum), Apricke, Felsenmeer, Westig, Iserlohn. Fahrtkosten für Rückfahrkarte nach IserlohnHbf. von Rauxel ca. 20 Mk. b. 1½ Tagesausflug: 19. August nach Balve. Zurück am 20. August 1922. Hinfahrt: ab gegen.20 von Raurel 5,12 Klusenstein .28 Saussonci 5,37 Balve Bei starkem Andrang fährt derselbe Zug nochmal am 26. August. Zurück am 27. August 1922. Fahrpreis für Rücksahrkarte nach Balve von Rauxel ca. 26 Mk. Ausflüge von Klusenstein und Vinolen nach Hönnetal, Deilinghofen, Felsenmeer, Iserlohn, Dechenhöhle. Hönnetal, Balper Wald, Aussichtsturm, Kulturhöhle, Volkringhausen, Saussouci, Balve, Affeln, Neuenrade. Von Balve nach Affeln, Wildewiese, Hagen, Allendorf, Amecke, Sorpetal, Beckum, Sanssonci. Stefanopel, Leveringhausen, Dahle, Neuenrade, Affeln, Langenholthaus, Amecke, Allendorf, Hagen, Wildewiese, Rönkhausen, Bahnfahrt bis Werdohl, Neuenrade, Dahle, Stefanopel, Saussouci. 6. Tagesausflug: 3. September 1922.(Brügge.) Hinfahrt:„ Rückfahrt: ab gegen 5,25 von Rauxel an gegen.55 .07 Dahl.20 8,24 Dahlerbrück.04 .40 Brügge„ 7550 Bei starkem Andrang fährt der Zug nochmal am 10. September. Fahrpreis für Rückfahrkarte von Rauxel nach Brügge. Westfalen, ca. 28 Mk. Ausflüge von Dahl nach Breckerfeld, EnnepeTalsperre, Glörtalsperre. Dahlerbrück, Großendrescheit, Fülbecker Talsperre. Lüdenscheid, Brügge, Dahlerbrück, Schloß Oedenthal, Lüdenscheid, Brügge, Zurstraße, Haspesperre. Ausflüge von Dallerbrück nach Glörtalsperre, EnnepeTalsperre. Halver, Brügge, Schalksmühle, Bocksberg, Drescheid, Fülbecker Talsperre, Lüdenscheid, Homert, Versetalsperre, Kierspe, Lauenscheid, Golsberg, Horst, Schloß Oedenthal, Brügge. Die Züge sind Gesellschafts=Sonderzüge und führen nur 4. Klasse. Jeder, der sich rechtzeitig eine Fahrkarte besorgt, kann sie benutzen. Die Fahrkarten werden nicht an der Fahrkartenausgabe, sondern in der vorherge#enden Woche bis Donnerstag abend in der Buch sandlung Morjan am Bahnhof Rauxel ausgegeben. Für genügend Platz wird gesorgt, sodaß jeder Tourist einen Sitzplatz erhält. Die Eisenbah verwaltung hat zugesagt, nur gutes Alle Wandervereine, Sauerlands= usw. Ortsgruppen, Jugendorganisationen, Schulen, Sportklubs, Behörden usw. überhaupt alle interessieten und geschlossenen Vereine, welche die oben genannten Züge vom Bahnhof=Rauxel ab benutzen wollen,„werden gebeten, dem Bürgerverein Rauxel=Bahnhof oder der Buchhandlung Morjan dieses umgehend mitzuteilen. Einzelbesteller können sich dort ebenfalls melden. Bei einer Anmeldung von 100—200 Karten zu jedem der Sonderzüge hofft der Bürgerverein es bestimmt durchsetzen zu können, daß die Züge im Bahnhof Rauxel halten. Die Mitteilungen an den Bürgerverein Rauxel=Bahnhof oder an die Buchhandlung Morjan werden bis spätestens 28. d. Mts erbeten. Dem Bürgerverein Rauxel=Bahnhof muß man für seine Bemühungen aufrichtig dankbar sein. Wir freuen uns umsomehr, dieses günstige Ergebnis der von ihm eingeleiteten Verhandlungen bekannt geben zu dürfen, als wir in dieser Zeitung s. Zt. durch längere Ausführungen den Bürgerverein ersuchten, im Interesse der erholungsbedürftigen Bewohner unserer Gegend, sich für diese Angelegenheit ins Zeug zu legen. Möge nun die Kartenbestellung seitens aller Kreise so zahlreich sein, daß die Bedürfnisfrage in günstigem und bejahenden Sinne gelöst wird, damit RauxelBahnhof wirklich Sonderzughaltestelle wird. Donnerstag, den 22. Juni 1922 Außerdem sollen kurze Richtlinien für die weitere Tätigkeit der Interessengemeinschaft ausgearbeitet werden; hierfür werden Redakteur Rütten(„Bergknappe“), Redakteur Wiedfeld(„Jugendverband"). Redakteur Pierenkämper(Bochumer„Volksblatt“), Redakteur F. Schmidt(„Heimatblätter für das Industriegebiet"), Lüstner, v Bülow, Miese und Tragbar bestimmt. Die Unkosten sollen durch freiwillige Beiträge der angeschlossenen Körperschaften gedeckt werden. Wagenm iterial zu stellen, Die Wagen werden in der 9 eihenfolge von vorn nach hinten besetzt, sodaß die zuletzt eingestiegenen hinten im Zuge Platz finden. Ein Vermachtnis. Roman von W. Waldbröhl. „„(Nachdruck verboten.) * Der Amtsgerichtsrat fuhr fort:„In den Meldezegistern der hiesigen Polizei findet sich lediglich der Vermerk, daß irgend welche Bedenken gegen ihre Eiederlassung in Frankenthal nicht vorlägen. Aber auf Brund welcher Legitimationspapiere man seinerzeit zu biesem Schluß gekommen ist, ist nicht angegeben, und ie Papiere selbst sind ihnen offenbar damals zurücksegeben worden. Es scheint, daß sie elternlos sind und hier keine Verwandten haben. Aber wir haben bis setzt noch nicht einmal herausbringen können, wer ihr Vormund ist, der ihnen doch bei ihrer Minderjährigkeit dach den Bestimmungen des Gesetzes bestellt worden ein muß. Die einzige Person, die allem Anschein nach nstande ist, darüber Auskunft zu geben, ist diese sosenannte Gesellschafterin. Ich habe sie vorhin zu einer Vernehmung holen lassen wollen, aber dem Schutzmann Ist im Hause des Justizrats Dektor Wachtmann gesagt vorden, daß sie bereits zu Bett gegangen sei, weil sie sch infolge der ausgestandenen Aufrezungen sehr angedriffen fühle. Und ich habe mich deshalb damit begnügt, sie auf morgen früh vorzuladen. Hossentlich gelingt es mir dann, die Person zum Reden zu bringen.“ !„Sie werden einen schweren Stand mit ihr haben, Herr Amtsgerichtsrat.“ * W i e s o?. W a s b r i n g t S i e a u f d i e s e V e r m u t u n g? Laß der Herr Staatsanwalt und Ihr Vorgesetzter, der Herr Polizeidirektor, nur unbefriedigende Auskünfte von ihr erhielten, erklärt sich doch vielleicht aus der mangelhaften Uebung dieser Herren in der Zeugenverdehmung und aus der begreiflichen Aufcegung des Rädchens. Ich traue mir schon zu, mit ihr fertig zu werden. Beschränkten und unbeholsenen Personen kuch, nan eben bei einem Verhör etwas zu Hise zu nien verstehen.“ !„Nur daß es sich in diesem Falle vielleicht weniger um Unbeholfenheit und Beschränktheit, als um bösen Willen und wohlberechnete Absicht handelt. Auch Dokhr. Hellbach hat sich, wie er mir eben sagte, nach cr#aten bemüht, Ausklärungen von dieser Jorka zu erhalten, und es waren nur die harmloseften und underlänglichsten Dinge, die er im Interesse seiner Panav ihr zu erfahren wünichte. Aber sie hat Mar Aus Castroy und Umgegend. Interessengemeinschaft für Heimatschutz im Industriegebiet. ist kürzlich durch die 1. Sitzung des Arbeitsausschusses in Essen in Tätigkeit getreten. In seiner Begrüßungsansprache betonte Verbandspräsident Mülhens, aus zustimmenden Aeußerungen der Oberpräsidien svon Rheinland und Westfalen glaube er schließen zu dürfen, daß diese ihre ablehnende Haltung nach näherer Prüfung der Sache aufgegeben haben und nun zu einer Unterstüt zung der Interessengemeinschaft bereit sind. Die alten Provinzverbände für Heimatschutz sollen in keiner Weise beeinträchtigt, sondern vielmehr unterstützt werden. Schriftsteller Wagenfeld=Münster machte an Hand einer Provinzkarte einige Angaben über die jetzige Verbreitung des Westfälischen Heimatbundes und glaubt, daß ein gedeihliches Zusammenarbeiten durchaus möglich und auch erwünscht ist und will auf der nächsten Vorstandssitzung des Bundes dafür eintreten. In zustimmendem Sinne äußerten sich weiter die Herren Weiß, Wildschrey. Hugo Otto, Reven, Miese, Tragbar, Pohl und Groß. Beigeordneter Otto zeigte an einem bestimmten Beispiel(Verunreinigung von Klarund Grundwasser eines ganzen Gebiets durch industrielle Einflüsse), wo eigentlich die Nöte des Heimatschutzes liegen und wie schwierig ihnen auch aus der Nähe und bei größter Sachkenntnis zu begegnen ist. Kulturingenieur Miese machte Mitteilungen über die in Vorbereitung befindlichen Naturschutzplakate des Siedlungsverbandes und über den Naturschutzbund, der demnächst vom Verbandsdirektor ins Leben gerufen werden soll. Seminarlehrer Weiß machte darauf aufmerksam, daß nach seinen Erfahrungen in Hattingen in den Kreisen und bei der Presse der Linken Unterstützung der Heimatschutzfragen zu erwarten ist und schlägt vor, daß sie weitgehend herangczogen werden. Verbandspräsident Mülhens stellte auf Grund der Aussprache fest, daß in vielen Fragen des Heimatschutzes das Industriegebiet einen Sonderfall darstellt, der auch eine besonders eingehende Behandlung an Ort und Stelle ersordert. Da die Interessengemeinschaft nur die schon vorhandenen Bestrebungen zusammenfassen und verstärken will, kann sie auf besondere Satzungen und einen weiteren Vorstand verzichten. Dagegen wird es nötig sein, einen Geschästsführer zu bestimmen. Als solcher wird auf Vorschlag des Vorsitzenden einstimmig Dr. Wefelscheid gewählt. eigenartiger Eisenbahnunfall. Als am Mittwoch abend der letzte von Dortmund kommen de Personenzug der Emschertalbahn über die Brücke in der Nähe des evangelischen Friedhofes wollte, fielen brennende Kohlen aus der Lokomotive und setzten Holzteile der Brücke in Brand. Das Feuer wurde sofort durch das wachsame Per sonal bemerkt, das den Zug beim Friedhof zum Halten brachte und das Feuer noch im Keime erstickte. So ist der angerichtete Sachschaden nur gering. Nach nur kurzem Aufenthalt setzte der Zug seine Fahrt fort. (2 Kinderhilfe. Vom hiesigen städtischen Wohl fahrtsamt werden am heutigen Tage 5 erholungs bedürftige Kinder auf 4 Wochen in das Kinderheim zu Wittbräucke(Ruhrtal) entsandt. 8 Gewerbliche Berufsschule in Castrop. Eine beträchtliche Anzahl Handwerker hat nach dem Kriege ein Geschäft gegründet, und mancher steht im Begriffe, diesen Schritt zu tun. Zur Ablegung der Meisterprüfung sind aus leicht begreiflichen Gründen viele von ihnen nicht gekommen. Das Recht, den Meistertitel in Verbindung mit dem erlernten Handwerk zu führen und Lehrlinge anzuleiten, ist ihnen versagt. Sie sind den Meistern gegenüber im Nachteil und genießen nicht das Ansehen und das Vertrauen, das ein selbständiger Handwerker besitzen muß, wenn er im Konkurrenzkampf bestehen will. Die Schneiderinnung ist an die gewerbliche Berufsschule her angetreten, einen Kursus zur Vorbereitung auf die Meisterprüfung zu veranstalten. Diesem Wunsche ist entsprochen. Der Kursus soll in den ersten Tagen der nächsten Woche beginnen und ca. 60 Stunden umfassen. Vorgesehen sind 45 Stunden für Buch= und Rechnungsführung, Kalkulation Wechsel= und Scheckkunde, Reichsversicherungsordnung, Genossenschaftswesen und die gesetzlichen Vorschriften betr. das Gewerbewesen und 15 Stunden für Fachkunde. Es können noch Gesellen oder selbständige Handwerker anderer Berufe an dem Kursus teilnehmen. Meldungen werden bis Samstag d. W.(24. Juni) schriftlich= oder mündlich in der Berufsschule, Mühlenstr. 4, vom Berufsschuldirektor Bohle entgegengenommen. ( Ueber Walter Röseler, den in den Osterferien verstorbenen Zeichenlehrer des hiesigen Realgymnasiums, schreibt anläßlich einer in dieser Woche im Kunstsalon Utermann in Dortmund Betenstraße veranstalteten Gedächtnisausstellung der bekannte Dortmunder Kunstkritiker und westfälische Heimatschriftsteller Fritz Mielert u..: „Verdient schon die hinterbliebene Familie unsere Teilnahme, so wird man doch angesichts der vorliegenden Bilder auch als Kunstfreund ohne Bedenken zum Erstehen eines oder des anderen Blattes dieses leider allzu früh verstorbenen west fälischen Künstlers geneigt sein. Denn einer wirklichen Künstlernatur hat hier der Schnitter Tod die Hände gelähmt. Die Holzschnitte haben eine Ausdruckskraft, wie sie den besten alten Holzschnitten der Renaissance gleichkommt und wie man denn überhaupt an jene stark prägende Zeit erinnert wird. In den Federzeichnungen, die durchweg Landschaften wiedergeben, zeigt sich Röseler als ein das Magische in den Lust= und sich dabei nach seiner Versicherung so halsstarrig und hinterhältig gezeigt, daß er den Eindruck gewann, sie habe die ganz bestimmte Absicht, die Behörden über die Verhältnisse der jungen Damen im Dunklen zu lassen oder sie möglicherweise sogar geftissentlich irrezuführen.“ Der Untersuchungsrichter setzte seine allerstrengste Amtsmiene auf. „Wenn ich zu dem nämlichen Schlusse gelangen sollie, so werde ich der Frau schon zeigen, daß wir nicht gesonnen sind, uns am Narrenseil herumführen zu lassen. Es gibt glücklicherweise auch in unserer von Humanitätsduselei angekränkelten Zeit noch Mittel und Wege, um böswillig verschlossenen Zeugen die Lippen zu öffnen. 6. Kapitel. Zorka. Als Frau Rembold, die wachere Haushälterin des Justizrats, die während der letzken Nochtflunden die Pflegerin abgelöst hatte, das Krankenzimmer verließ, stieß sie auf Zorka, die zu Ihrer Ueberraschung vollständig zum Ausgehen angekleidet war. Die Gesellschafterin hatte offenbar auf sie gewartet und erkundigte sich nun mit allen Anzeichen der Spannung und des höchsten Interesses nach dem Befinden der Kranken. Als sie gehört hatte, daß in dem Zustande der Kranken noch immer keine wahrnehmbare Veränderung, jedensalls aber keine besorgniserregende Verschlechterung eingetreten sei, nickte sie zufrieden vor sich hin und erklärte dann, daß sie vor ihrer Vernehmung bei dem Untersuchungsrichter noch einen kleinen Spaziergang machen wolle, um ihre Gedanken ein bißchen zu sammeln. „Diese Herren fragen so viel, daß man davon ganz wirr im Kopse wird,“ sagle sie. Und wenn man dann nicht gleich nach ihren Wünschen antwortet, wird man angefahren. Es ist ein richtiger Jammer.“ Frau Rembold fragte mitleidig, ob sie nicht wenigstens ein kleines Frühstück zu sich nehmen wolle, aber Fräulein Zorka lehnte mit der seufzenden Erklärung ab, daß ihr über den vielen Kummer nachgerade schon aller Anpetit vergangen sei und machte sich auf den Weg. Anfangs schlenderte sie langsam die Straße hinunter wie jemand, der kein bestimmtes Ziel hat, und dem es wirklich nur darum zu tun ist, die frische Morgenlust zu genießen. Als sie dann aber sicher war daß man sie nom Haule des Justizrats nicht mehr jeben konnte, beschleunigte sie ihre Schritte und bog in die Seitenstraße ein, die dem Bahnhofe zuführte. Sie mußte sich ziemlich genau über die Abfahrtszeit der Züge unterrichtet haben; denn sie hatte kaum am Schalter eine Fahrkarte nach der Hauptstadt gelöst, als auch schon der Schnellzug herandonnerte. Noch einmal schaute sie vorsichtig umher, bevor sie auf den Bahnsteig schlüßfte. Aber sie konnte nirgends etwas Auffälliges wahrnehmen, denn der einzige Mensch, der müßig in der Vorhalle herumlungerte, schien der Abreisenden nicht die mindeste Beachtung zu schenken, und in dem Abteil, das ihr der Schaffner öffnete, war sie ganz allein. Die Fahrt, zu der sie mit jedem anderen in Frankenthal haltenden Zuge ungefähr vier Stunden gebraucht hätte, währte jetzt wenig länzer als die Hälfte dieser Zeit, und es war noch ziemlich früh am Vormittag, als sie ihr Reiseziel erreichte Sie wußte in der Millionenstadt offenbar sehr gut Bescheid; denn sie schritt schnurstracks dem Holtplatz der Autodraschken zu und nannte dem Chauffeur eine ziemlich entlegene, Straße. Nach der Ankunft an dem bezeichneten Orte lohnte sie den Mann ab und wartete, bis er mit seinem Wagen außer Sehweite war. Dann ging sie ein paar Straßen weiter bis zu einer Haltestelle der Straßenbahn und fuhr seltsamerweise fast genau in derselben Richlung zurück, aus der sie gekommen war. Sie mußle viel überflüssiges Geld hazen und mußte außerdem von einer ganz besonderen Leidenschaft für das anscheinend planlose Hin= und Herfahren in den Straßen der Großstadt besessen sein; denn sie wiederholte, dasselbe Spiel, das sie nacheinander ohne jeden sichtlichen Zweck in die verschiedensten Stadtviertel brachte, noch zweimal, ehe sie endlich vor der Gartenseite eines kleineren Hauses landete, dessen Vorderfront nach einer ziemlich vornehmen, aber sehr stillen Privatstraße hinaus gelegen war. Hier drückte sie auf den Knovf einer Klingelleitung, und der ältliche Mann in gestreifter Dienerlacke, der alsbald durch den Garten kam, um ihr zu öffnen, mußte sie wohl gut kennen, da er sle ohne eine weitere Frage nach kurzem Gruße einließ. Erst nachdem sie die kli#ne, nach dem Garten gelegen Vorhalle des Hauses betreten hatten, kam etwas wie Erstaunen in seinem Benehmen zum Ausdurch. sche „Woher kommen Sie denn so plötzlich. Jorka!.— Willen Sie nicht, daß der gnädige Herr nicht da Ut1“ Die kluge Hausfrau macht sich die Erfahrungen anderer zunutze und kauft nur die millionenfach bewährten Brauns Haushaltfarben. Ueberall zu haben. 64 S „„Ich bin gekommen, weil ich ihn unter allen Um ständen sprechen muß. Sie müssen ihn unverzüglich von meinem Hiersein benachrichtigen. Charles!“ gnädige Herr hat Besehl gegeben. ihn nm aus dem wichtigsten Anlaß durch seinen Sekretär anrufen zu lassen. Und Sie wissen, Zorka, daß es nicht geratan ist, gegen seine Befehle zu handeln!“ „Die Verantwortung dasür nehme ich auf mich! Soweit sollten Sie mich doch kennen, Charles, daß auch ich es nicht darauf ankommen lasse, den gnädigen Herrn zu erzürnev.“ „Aber was sokl ich denn dem Sekretär als Grund Ihres Wunsches angeben? Er wird dech eine Erklurung verlangen, ehe er Ihre Bitte meitergibt“. „Sagen Sie ihm nur, es hätten sich in Frankenth.“ schreckliche Dinge ereignet, und es stände alles auf der Spiel. Sagen Sie ihm, daß ich mir durcheus nich mehr zu helsen wüßte und unbedingt der Weisunger des gnädigen Herrn bedürfte.“ Der Diener war zu wenig neugierig oder zu wohl gezogen, um nach der Natur der erwähnten schre: lichen Dinge zu fragen. Er ließ die Besucherin vieimehr durch mehrère mit geschmacktvoller Vornehmhe ausgestattete Räume voraufgehen, bis in eine Art von Arbeilszimmer, wo ein Telephonapparat auf de. Schreibtisch stand. Dort nahm er das Sprechroht von: Gestell und ließ sich mit einer bestimmten Nummer verbinden. Die Meldung erfolgte sogleich und nun richtete der Diener wörtlich aus, was Zorka ihm gesagt hatte. Die Antwort mußte sehr kurz gewesen sein, denn er konnte sich sogleich an die Gesellschafterin wenden: „Sie sollen warten— der gnädige Herr wird in einer Viertelstunde hier sein!“ Ohne sich weiter um Zorka zu kümmern, verließ er das Zimmer, und die Viertelstunde war in der Tat nech nicht ganz verstrichen, als ein großes Automobil an dem Hause vorfuhr. Die wißbegierigen Frankentalerinnen würden in ihm ohne Zwelfel sofort den Wagen wiedererkannt haben, in dem allwöchentlich der geheimnisvolle Besucher zu den Baronessen von Reichenau gekommen war, und vielleicht hätten sie auch den stattlichen Herrn, der ihm entstieg, an Gestalt uns Haltung erkannt, obgleich sie ja niemals das heißersehnte Veranügen gebabt hatten, sein Gesicht zu seheu.“ (Kortetzung Joot.) WE 9 9 8 4 — 9 2 7 Lichtstimmungen der Tag= und Nachtzeiten dichterisch nachfühlender Künstler. Das mantelhaft sich ausbreitende Sonnenlicht, die seltsam gebrochenen Mondstrahlen, die großartig sich ballenden Sturmwolken, die seinfarbige Feuchtigkeit einer schwülen Gewitterstunde, weiß er mit den Dingen der Landschaft in intensiv organische Verbindung zu bringen. Kurz, er ist ein Künstler der roten Erde, dessen Andenken wir in Ehren halten sollten. A Im Metropol=Theater tritt von Freitag bis Montag der den Kinofreunden schon aus manchen Sensationsfilmen bekannte„König der Ein= und Ausbrecher" Don Alfonso“, ein Vollblut=Mexikaner persönlich auf. Wir werden morgen noch näher auf dieses interessaute Gastspiel zurückkommen. 9 Unverbesserlich scheint ein 22 Jahre altes Mädchen aus Oberhausen zu sein, das innerhalb kurzer Zeit schon zum zweiten Male dabei abgesaßt wurde, daß es sich mit durchsichtigem Vorhaben in das Ledigenheim an der Kottenburgerstraße eingeschlichen hat. Es weilte jetzt trotz der seinerzeitigen Verwarnung wieder von Sonntag abend bis Mittwoch morgen im genannten Hause und wird sich wegen Hausfriedensbruch zu verantworten haben. Außerdem wird sich die Sittenpolizei mit ihm befassen. 6' Billige Sonderzüge nach dem Rhein. Der erste billige Sonderzug nach dem Rhein sollte ursprünglich erst am 9. Juli fahren und zwar über Dortmund— Gelsenkirchen— Duisburg. Die Nachfrage nach Fahrkarten ist aber derartig groß, daß außerdem vorher bereits am Sonntag, den 2. Juli ein Zug nach Honnef verkehren wird. Diefer fährt von Dortmund 6,20 Uhr vorm. über Essen Hbf.— Duisburg unmittelbar nach Niederdollendorf— Königswinter— Rhöndorf und Honnef. Fahrkarten werden nur nach Honnef aus gegeben und zwar durch die zuständigen Verkehrsvereine. Der Fahrplan ist derselbe, wie er in der Broschüre über die Sonderzüge für den 23. Juli vorgesehen ist. Diese ist in allen Buchhandlungen und Verkehrsvereinen zu 3 A zu haben. Wegen der Durchfahrt durch das besetzte Gebiet ist Personalausweis mit Lichtbild erforderlich. (2) Rauxel.(Schlägeret.) Am Sonntag abend kam es in später Stunde in der Nähe der Zeche„Graf Schwerin" zu einer wüsten Schlägerei, an der etwa 20—25 Personen beteiligt waren. Ein Polizeibeamter und ein Landjäger forderten Ruhe und Räumung der Straße. Als man dieses verweigerte und sich auch sonst widersetzlich zeigte, machten die Beamten von ihren Waffen Gebrauch und säuberten mit blanken Säbeln die Straße. ∆ Bodelschwingh.(Bazar.) Während des Weltkrieges sind auch die Glocken der hiesigen kath. Kirchengemeinde auf dem Altare des Baterlandes geopfert worden. Ein Notglöcklein rust seitdem zum Gottesdienste, das aber seiner Aufgabe auch nicht im Geringsten gewachsen ist. Der Wunsch der Katholiken wird daher immer dringender, endlich wieder in den Besitz eines den Bedürfnissen entsprechenden Geläutes zu kommen. Durch die Markentwicklung sind die Kosten aber zu enormer Höhe gestiegen, und die Kirchengemeinde ist nicht in der Lage dieselben allein aufzubringen. Darum haben sich die kath. Bürger entschlossen, am., 6. und 7. August in den Räumen und Anlagen der Wirtschaft Drießen einen Bazar abzuhalten. Alle Bewohner von Bodelschwingh und Umgebung seien schon jetzt auf den Bazar freundlichst hingewiesen. Ins besondere werden auch unsere evangelischen Mitbürger, die das Glück hatten, ihre ihnen so lieb gewordenen Glocken ihres historischen Wertes wegen zu behalten, recht herzlich gebeten, sich der Veranstaltung freundlich und wohlwollend gegen überzustellen, Aus dem Emschertal. E Rauxel=Bahnhof.(Besichtigung.) Die Teilnehmer an der Dortmunder Tagung des Ver eins deutscher Ingenieure kamen Dienstag nach hier herüber; sie besichtigten die umliegenden industriellen Werke, so insbesondere die der Gesellschaft für Teerverwertung und Rütgerswerke. Nachher fand im Restaurant Filshaut ein gemeinsames Essen statt.(*) 6' Bladenhorst.(Vermißt) wird seit dem 3. Juni d. Is. die geistesgestörte Ww. Maria Sowa, geb. Weiß. Sowa ist 71 Jahre alt und ungefähr 1,70 Meter groß. Bekleidet war sie mit dunkelkarierter Bluse, grauem Unterrock, blauer Schürze und Holzschuhen. Lebend gesehen ist sie zum letzten Male am 7. Juni. Man nimmt an, daß ihr ein Unglück zugestoßen ist. Die Bladenhorster Polizeiverwaltung bittet um Anstellung von Ermittlungen und gegebenenfalls um Nachricht von allen Personen, die zweckdienliche Angaben machen können.(*) L Bladenhorst.(Nachrichtendienst des Schifffahrts= und Speditionskontors Julius Herrmann. Schleuse.) Wider Erwarten trat eine Verschlechterung des Geschäfts auf den westdeutschen Wasserstraßen im Laufe der Berichtswoche ein. Die hier leer eingetroffenen und für den Nah= bezw. Fernverkehr angemeldeten Fahrzeuge waren wegen der schlechten Zechenaufgabe größtenteils gezwungen, sich einige Zeit an Schleuse 7 hinzulegen. Bei den augenblicklich hier liegenden 50 unverfügten Kähnen handelt es sich in der Mehrzahl um solche, die für die Stationen Emden und Hannover vorgesehen sind. Auch die Ver ladung ist mit Hinsicht auf die äußerst gute Wagengestellung seitens der Eisenbahn in allen Zechenhäfen ausnahmslos schlecht. Es muß daher in Schiffahrtskreisen mit einer vollständigen Aus nutzung der Liegezeiten solcher Fahrzeuge gerechnet werden. Im übrigen wurden während der Berichtswoche einige Ladungen Eisen, Material und Getreide abgegeben. Sonst waren außer Kiesreisen keine Angebote im Frachtenmarkt zu verzeichnen. Es wurden abgeschleppt: am 12. 6. 19 Kähne westwärts, 15 Kähne ostwärts, am 13. 6. 22 Kähne westwärts, 34 Kähne ostwärts, am 14. 6. 21 Sähne westwärts, 18 Kähne ostwärts, am 16. 6. 24 Kähne westwärts, 29 Kähne ostwärts, am 17. 6. 22 Kähne westwärts, 22 Kähne ostwärts. Das Abschleppen erfolgte prompt.(*) Turnen, Spiel und Sport. Fußball. Vertagung der Deutschen Fußballmeisterschaft. Die diesjährige deutsche Fußballmeisterschaft scheint sich zu einer Katastrophe auszuwachsen. Nach dem sensationellen, fast vierstündigen Kampf des I. F. C. Nürnberg und des Hamburger Sport vereins am Sonntag im Stadion— der unentschieden:2 endete— erfährt man jetzt, daß vorläufig keine Aussicht ist, die beiden Mannschaften nochmals zusammen zu bringen. Ein Teil der Spieler von Nürnberg ist bereits abgereist. Der Spielausschuß des D. F.., dem die Festsetzung eines neuen Termins obliegt hat hierzu noch keine Stellung genommen. So dürfte für das Jahr 1922 die Meisterschaft unentschieden bleiben, um so mehr, als, wie wir hören, sich beide Mannschaften weigern, nochmals gegeneinander aufzutreten. Löder Waren Hierdurch empfehle ich mein reichhaltiges Lager in Lederwaren. Preiswerte Möbel! Damen-Koffer u. Besuchstaschen, Portemonnates und Scheintaschen, Brieftaschen und Zigarren- Etuis. In großer Auswahl zu den billigsten Tagespreisen. 1600 J. Niassmann, Wollen Sie wirklich gute Möbel preiswert kaufen, so lade ich Sie zum Besuch meiner Möbel-Ausstellung ohne jede Kaufverpflichtung ergebenst ein. 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Die Mo der du weißt sche wenn ich sechst geh„Wo willst da? „Wo ich imnar fahre mit der Unter aus.“ „Richug, dar ist Während Ribben nahm und zu lesen Ihren Hut und ihr Sie sah an diesem üppige blonde Haar den Matrosenhütche: Kelblaues, einsat a unter dessen fußteet kleinen Lackschuhe war frei und trug al Perlenkette. „Also. auf Wieder nochmais von der Schrittes durch die: Ribbentrop hatte hob sich jetzt, um na Wie von goldenem Raum da, die Verar Blütenduft dieses! Wärme herein. Als eben der Alt besteckt hatte hörte Ralf trat ein. „Nanu, Junge, ie für mich?“ „Morgen, Onkel! weil ich vergaß. dir das Geld für die H1 schlest zu werden, sain eingezahlt wer her, ich habe heute Rechtsanwalt bekom „Schön, Ralf, un ####d, den weiten### Spiegelberg, ich k Ralf lachte erröte Grund zu fadenschein „Du merkst aber a *„Wer denn, wer Kerlchen. Ja, der B dor einer halben Stu „Schade, wohin de „Das sage ich nick „Aber Onkel... „Nein, nein. Uel stern etwas von einer Der Ordentliche mit Freilauf zu verkaufen. Wo, sagt die dieser Jeitung. zu kaufen gesucht. 3625 In erfragen in der Gehäftsstelle diese sorenee##er Zeitung. für den Bezirk Schwerin(Kolonie) zum 1. Juli gesucht. Meldung in der Buchhandlung Krawinkel. Feldberg, ein eines Tages in re siche Dasein der Bombe einer Neu sämtlicher Einwohr sichtigte, sich im St Seit Menscheng vorgekommen. W. die Hände zusamm gewesen. u gottlob zu nun also noch e was daraus werder den„neuen Doktol aus Berlin, und gegen alles, was al Piotzlich aber är Irgend jemand Heimen anvertraut, ner unverheirateter Vermögen besäße Schwerenöter zu se Das stimmte di Sie hatte eine hei schloß sie, von nun zu machen. Es geschah auch, keits in wenigen Te ling sprach— es g Töchter mit hoffnu ; ganz im ten Leutchen zu: soll ja ein arger Se dazu, ein Lächeln u man die interessan Ort wußte, was fü Schaagznötze der u Enolich wur der Neuling seinen Einz sammen, sprach die äuscht, der andere b Dr. Fritz Schu## we des Tages. seimlich löch:::, er ipialte den harmloset fah und hörte. Er ketioren und maßgel wesis, wurde von 3 URETRUIRSS DESE 5 — 2 # 9 00 Sialanenauee Nr. 14. Roman von Dr. P. Meizner. Anzerikanisches Copy###ht 1916 by Rodert Lutz, 4 Stuttgart. Nachdnuick verboten. muß gleich aus den Markt, wir brauchen ällerhand. Die Marie ist zwar sehr brav und tüchtig, der du weißt schon, Onkel, es ist manchmal besser, wenn ich seibst gehe.“ „Wo willst de denn da hingehen?“ „Wo ich imnar eigkaufe, am Wittensergplatz, ich fahre mit der Untergrundbohn vom Reichskanzlerpalast „Richug, das ist ja ganz beauem.“ Während Ribbentrop die Morgenzeitung zur Hand nahm und zu lesen begann, hatte sich Lilly erhoben, ihren Hut und ihr Jackett angezogen, um fortzugehen. Sie sah an diesen sonnigen Morgen süß aus. Das üppige blonde Haar war kaum unter dem kleinen runden Matrosenhütchen zu verbergen. Sie trug ein dunKelblaues, einsotz abe: vornehm gearbeitetes Kostüm, unter dessen futzkreiem Rock die zierlichen Fesseln und kleinen Lackschuhe hervorguckten. Der schlanke Hals war frei und trug als einzigen Schmuck eine ganz seine Perlenkette. „Also. auf Wiedersehen, Onkelchen!“ Sie winkte ihm nochmais von der Tür aus zu und ging elastischen Schrittes durch die Diele. Ribbentrop hatte die Zeitung durchstudiert und erhob sich setzt, um nach seinem Arbeitszimmer zu gehen. Wie von goldenem Feuer überflutet, lag der behagliche Raum da, die Verandatür war weit offen; und all der Blütenduft dieses Maimorgens strömte in wohliger Wärme herein. Als eben der Alte seine Frühstückszigarre in Brand gesteckt hatte hörte er Schritte auf der Verandatreppe. Ralf trat ein. „Nanu, Junge, ich denke, heute hast du keine Zeit für mich?“ „Morgen, Onkel! Ich springe auch nur eben vor, weil ich vergaß. dir gestern abend folgendes zu sagen: das Geld für die Hypothek braucht nicht nach drüben beschicht zu werden, es kann hier bei der Deutschen ann eingezahlt werden und zwar erst am 1. Septemher, ich habe heute morgen ein Kabel von meinem Rechtsanwalt bekommen.“ „Schön, Ralf, und das war wirklich der einzige den weiten Weg hierher zu machen? Du— du — Spiegelberg, ich kenne dir!“ Ralf lachte errötend auf. Er sah ein, daß dieser Grund zu fadenscheinig war, um den Alten zu täuschen. „Du merkst aber auch alles, Onkel! Wo ist sie denn?“ *„Wer denn, wer ist sie? Ach, Lilly meinst du, mein Kerlchen. Ja, der Vogel ist ausgeflogen, die ist schon dor einer halben Stunde auf den Markt gegangen.“ „Schade, wohin denn, Onkel?“ „Das sage ich nicht, das ist Geheimnis.“ „Aber Onkel... „Nein, nein. Uebrigens sagtest du mir nicht gestern etwas von einer Verabredung heute morgen?“ „Ja, ich muß auch fort, also auf morgen, Onkel, sag nicht, daß ich hier war.“ „Ich werde dieses erschütternde Geheimnis bewah. ren. Morgen, Ralf!“ Die Uhr auf dem Kaminsims schlug gerade neun Uhr, als Marie in das Arbeitszimmer ihres Herrn trat. „Herr Kammersänger werden verzeihen.“ „Na man los, Marie, was haben Sie auf dem Herzen?“ „Wenn Herr Kammersänger mit Hammelfleisch und Bohnen einverstanden wären?“ „Warum soll ich damit nicht einverstanden sein, was fragen Sie denn da erst? Ich habe Ihnen doch ein für allemal gesagt, daß Sie das Essen nur mit dem gnädigen Fräulein zu besprechen brauchen, das ist nicht mehr so wie früher.“ „Ich meinte man bloß. Herr Kammersänger, und „Na, was und, was ist noch?“ „Ich wollte jetzt mit Jakob zur Rolle gehen, Herr Kammersänger." „Gehen Sie. gehen Sie, was geht dar mich an.“ „Reil doch das gnädige Fräulein auch fort ist. Herr Kammersänger!" „Ach so, na, es ist guk.“ Marie machte ihren Knix und wandte sich zum Gegen. „He, Marie!“ „Ist Herr Lachner schon auf?“ „Jetzt wird der alte Herr woll so weil sein. Wie ich eben das Frühstück heraufbrachte, hörte ich ihn noch im Schlafzimmer.“ Janka“ *—**.* Kurz bevor man von der Platanenallee den Reichskanzlerpalast erreicht, geht nach Westen zu die Spiesstraße ab, wie alle Straßen hier in Westend villenartig bebaut. Wenn auch die einzelnen Häuser nicht so schmuck, hübsch und klein sind wie die der Platanenallee, so haben sie doch alle die Vorgärten, und die Straße selbst ist von einer doppelten Reihe Linden bestanden. In dem etwas größeren dreistöckigen Haus Nr. 8 befindet sich das Milchgeschäft von Carl Schaffer. Der kleine, nicht übermäßig sauber gehaltene Laden weist die übliche Ausstattung auf. Im schmalen Schaufenster blickt eine auffallend bunt gefleckte Gipskuh melancholisch vor sich hin und deutet an, daß hier Milch, Sahne, Butter und Käse zu haben sind. Zwei angebrochene Schachteln mit„bester Speiseschokolade“ und„Fruchtbonbons“ vervollständigen neben einer Reihe weiß gestrichener Milchflaschen und einigen Käseatrappen die Ausstellung. Oberhalb der schmalen Tür prangt ein Schild„Elektrische Rolle“ und ein farbenlustiges Plakat der Maggi=Suppenwürze klappert an der Glasscheibe der Tür. Herr Schaffer ist ein kluger Geschäftsmann, mit den geringsten Mitteln die größten Wirkungen zu erzielen, ist sein Geschäftsprinzip. Reklame muß man machen, aber dafür viel Geld ausgeben ist Unfug. Schaffer macht das auf andere Weise. Er und seine etwas in die Breite gegangene Gemahlin unterhalten einen ungemein regen und freundschaftlichen Verkehr mit allen Dienstboten der näheren und weiteren Umgebung. Diese freundschaftlichen Beziehungen werden erfolgreich durch die gelegentliche Verabreichung von„guten Kognak“ aus der„Finschampanch“ und von Pralinen unterstützt. Solche Gaben läßt sich Schaffer nicht bezahlen, die bezahlen sich von selbst, denn sie vermehren und unterhalten die Kundschaft. Es gidt ja nichts Geeigneteres, um im behaglichen Geplauder die geknüpften Beziehungen enger zu gestalten, wie eine Wäsche=Rolle, zumal dann, wenn sie elektrisch betrieben wird. Das Wäscherollen dauert immer eine gewisse Zeit, und währenddem kann man manche Neuigkeit erfahren, weitererzählen und dich terisch erweitern. Als Jakob und Marie mit dem vollgepackten Waschkorb den Laden Schaffers betraten, war dieser noch ohne Besucher. Der alte Schaffer stand hinter dem Ladentisch und wog Mehl zu Halbpfund=Paketen ab, im Hinterzimmer wirtschaftete seine dessere Hälfte. „Morgen, Herr Jakob, Morgen Fräulein Marie! Das ist recht, da eist recht, daß Sie mich auch mal beehren.“ „Morgen, Herr Schaffer! Wes macht ihre Frauk“ „Wird gleich kommen, wird gleich kommen.“ „Na, Jakob, was gibt es Neues!“ „Was soll es Neues geben, garnichts. Hört man denn hier draußen in der Einsamkeit irgend was! Wie ist denn das mit dem Stallknecht von Kirchhoffs gewordenf“ „Er geht, denken Sie an, er geht nach zehnjähriger Dienstzeit wegen so'ne Lumperei.“ „Eine Lumperei nennen Sie das,“ fuhr Marie dazwischen,„wenn er seinem Herrn fortgesetzt seit Jahren die teuren Zigarren klaut.“ Jakob und Schaffer brachen gleichzeitig in Lachen aus. „Als ob die Zigarren von die Herrschaften nich auch für die Diener da wären. Er soll sie einschließen!" „Morgen, meine Herrschaften.“ Ich höre eben„einschließen"; hat er ja getan, der olle Kirchhoff, aber er hat vergessen, daß es zu eenem Schloß mehr wie einen Schlüssel gibt, haha....“ Die bessere Hälfte Schaffers hatte es im Hinterzimmer nicht länger mehr gehalten. „Nu siehste woll, Jakob, wat ich dir gesagt habe, ortgesetzter Diebstahl is det, nee, ich kann so wat nich leiden.“ „Unsere Marie is nämlich sehr moralisch, Herr Schaffer, die macht nie nich eenen Schmuhgroschen!" „Halt bloß dein Maul, det is sanz was anderes, det sind Prozente und Pruvision.“ „Keinen Streit, Kinder,“ mischte sich Frau Schaffer ein,„wie wäre es denn mit eenem Finschampanch, Jakob?“ „Et is zwar erst halb zehn Uhr, aber ich bin so frei. „Fräulein Marie, Sie nehmen woll een paar von diese allerfeinste Pralinen.“ „Jerne, Frau Schaffer, ferne.“ Mit sichtlichem Behagen ließ sich Jakob den„echt ranzösischen“ schmecken. Sein glatt rasiertes, typisches Lakaiengesicht heiterte sich auf und man merkte ihm wohl an, daß er solcher Auffrischung nichts weniger als abgeneigt war. Inzwischen ging die Arbeit fleißig fort, und mend zog der Elektromotor unaufhörlich die mit sch ren Feldsteinen bestückte Rolle hin und her.") „Na, nun gibt es woll bald’ne Braut bei Ih im Hause?“ „Was heißt Braut, Herr Schaffer, Sie meinen: den albernen Bengel aus Mexiko?“ „Aber Jakob, warum hast du denn eine solche auf Herrn Ralf?“ fragte Marie. „Ich kann nun mal den Lafsen nicht leiden. der unsereins behandelt, als ob wir jrade gut ge wären, dem sauberen Herrn in die Kleider zu helfe Aus Mexiko ist der junge Herr,— en hübst Mann, jut gewachsen und soll ja so reich sind.“ „Reich?! Hat sich was, warum is er denn h den Alten anpumpen, weiter nischt.“ „Wie kann man nur so reden, Jakob. Was ur gnädiges Fräulein is, die wirft sich nich weg, ich w was ich weiß.“ „Hör bloß auf, Marie, mit jnädiges Fräulein, war die denn! Weest du, wo die her kam? Elt hat se nich gehabt, der Armenpfleger hat sie unser Herrn gebracht ohne irgend was, en paar Lum hatte das Balg am Leibe und heute, heute is se se ne vornehme Dame geworden. Sie führt das R. ment, die hat's nötig. Ne, ne, ich kann so'n Pack: leiden.“ „Jotte doch, Jakob, ick weeß doch Bescheid, ick w ja, woher deine Wut kommt. Du warst ooch mal: liebt in dat hübsche Kind und ick weeß auch, wie dir hat abfahren lassen.“ Ein höhnisches Gelächter kam vom Ladentische! Jakob war blaß geworden und warf Marie zorn Blicke aus seinen listigen kleinen Augen zu, die nie Gutes verhießen. Was weiß du, dumme Pute, denn davon! Is auch egal, ich kann se nun mal nich leiden und den ar rikanischen Laffen auch nich.“ „Du, Jakob, det bloß der Alte das nich merkt, de fliechste.“ „Ach Quatsch, hier wer ick woll sagen können, u ick denke, sonsten beherrscht man sich ja, det is d selbstredend. Uebrigens, ich muß mal eben was bef gen, Marie, ich bin in ne kleine halbe Stunde wiel hier und hol dir und de Wäsche ab.“ Jakob verließ eilig den Laden. „Wo will denn Jakob hin. Freilein?“ „Ich weeß nich, aber er hat in de letzte Zeit imn sonne Heimlichkeiten.“ „Es is doch merkwürdig,“ ließ sich die dicke Fr Schaffer vernehmen,„det die Mannsbilder eenen Ko nich vertragen können, da bricht ihnen zu leichte Verzierung ab.“ (Fortsetzung folgt.) *) In Berlin stehen die Wäscherollen in der Reim Laden. Der gute Ruf. Von Paul Bliß. Feldberg, ein ruhiges, bleines Feldstädtchen, war in regelrechtem Aufruhr. In das beschausiche Dasein der biederen Leutchen fiel plötzlich die Neuigkeit, die geeignet war, die Ruhe zu stören; ein neuer Arzt beab... sich im Städtcen niederzulassen! Se#. Menschengedenken war etwas derartiges nicht vorgekommen. Wozu auch so etwas. Alle Welt schlug die Hände zusammen. Ein Arzt war vollständig genug gewesen, zu gottlob gab es wenig Kranke im Ort. Wo" kun also noch einen zweiten? Man stritt sich herum, was daraus werden sollte, und manches böse Wort über aus enersen Doktor“ wurde laut— noch dazu kam er nus Terlin, und man hatte ein geheimes Mißtrauen es, was aus der Hauptstadt kam. Plötzlich aber änderte sich die Situation. Irgend jemand hatte der Frau Postmeisterin im geheilen anvertraut, daß der neue Doktor ein bildschöVermägen gefaße a set daß er ein immenses Peägerendter zu sein, u dem ut Käodt, Sie#anstimmte die gute Postmeisterin nachdenklich. Khlas sie eine heiratsfähige Tochter, und deshald beu machen.. für den neuen Arzt Stimmung Es geschah auch, und zwar so nachdrücklich, daß bekeits in wenigen Tagen alles von dem neuen Ankömmes gab eben noch mehrere heiratsfähige Töchter mit hoffnungsreichen Müttern in dem Städt—; ganz im geheimen aber flüsterten sich die guten Leuchen zu:„Haben Sie denn schon gehört? Er oll ja ein arger Schwerenöter sein!“. Ein Kopfnicken ....„ und Augenzwinkern, und dann trug nan die interessante Neuigkeit weiter, bis jeder im Ort wußte, was für ein ausgemachter Lebemann und Schwerenöter der junge Arzt sein sollte. Endlich wur der heißrsehnte Tag da, an dem der Neuling seinen Einzug##. Man steckte die Köpfe zusammen, sprach dies und das— der eine war enttäuscht, der andere begeistert, interessiert waren sie alle. Dr. Fritz Schu##lach war mit einem Schlage der we, des Tages. Als er dine wohnachm, mußie er insich löchen:, er tat aber nichts dagegen, sondern splalte den harmlosen Menschen, der von alledem nichts ah und hörte. Er machte seine Besuche bei den Honoeatioren und maßgebenden Persönlichkeiten des Städtdhens, wurde von allen Seiten mit offenen Ammen empfangen und bekam bald soviel Einladungen, daß er Pearia mehr zur Ausübung seiner zu erhoffenden .„ hatte aommen können, wenn er alle diese Festlichkeiten hätte besuchen wollen. Nur einer kam ihm ein wenig kühl entgegen: der alte Arzt.„Nun, lieber Herr Kollege“, sagte der alte Herr,„Sie finden ja allergrten. afser Arme hier, da kann es Ihnen bei dem gurn## Vel Ihnen vorangegangen ist, doch nicht fehlen. Sie werden wohl Ihr Gluck hier machen. Fritz verstand wohl die leise Ironie dieser Worte, und emin der ersten Woche bekam er drei Patienten und wurde, Hausarzt bei Postmeisters. In der zweiten Woche neuten plötzlich bei der Frau Steuersekretür die alten alembeklemmungen wieder ein, natürlich mußte der neue Doktor kommen, der denn auch bald Abhilfe schaffte, und nach sechs Wochen war jedermann darüver einig, daß der neue Arzt neben seinem gediegenen Können und Wissen ein wirklich seiner Mann sei, der sich niemals erlaubt hätte, derartige Grobheiten zu sagen, wie es der alte Arzt so oft getan hatte. Er war der Liebling des Städtchens geworden. Die Männer fanden ihn gesellschaftlich und am Stammtisch als einen Unterhalter ersten Ranges, dem der Ruf des kleinen Schwerenöters mit Recht vorangegangen war, und die Damen sahen in ihm nicht nur den interessanten der so viel schon erlebt hatte, sondern auch den heiratsfähigen Mann, der alle guten Qualitäten eines Mustergatten hatte; denn bekanntlich werden diesenidie besten Ehemänner, die ihre Jugend genossen hatten— so halkulierten sie. alte„ Arzt hatte sich zurückgezogen, er grollte nicht. er Nachelle nur, er kannte die Welt. So verging ein haldes Jahr. Der„neue Doktor“ wie er allgemein genannt wurde, konnte zufrieden sein. Er hatte eine gute Praxis bekommen und war noch immer der interessante und begehrte Mann in den Gesellschaften. Nur eines schaffte ihm oft ein heimliches Unbehagen: daß man ihn immer wieder zwang. etwas aus seinem„interessanten Vorsen zu erzählen; anfangs hatte ihn das ja riesig amüsiert, und er hatte den guten Leuten am Stammtisch derart tolle Geschichten erzählt, daß man ihn nahezu mit Ehrfurcht ansuh, als man aber immer mehr von ihm verlangte und er. um seinem nun einmal bestehenden Ruf nicht zu schaden, immer neue Abenteuer ersinnen mußte, da wurde ihm die Sache schließlich zu fade, und er beschloß, die Situation zu ändern— er achte an eine Heirat. Schwer fallen konnte ihm das gewiß nicht, er brauchte ja nur zuzugreifen; es boten sich ihm ja allerorten Gelegenheiten dazu, aber er wollte auch sicher gehen, und deshalb wählte er sehr sorglich. ##angem Suchen und genauem Erwägen siel . Wuhl auf Fräulein Frida Beckmann, der einzigen Tochter des reichen Amtmanns. Sie war ein hübsches und kluges Mädchen, hatte aber, obgleich sie schon fünfundzwanwzig Jahre zählte, noch keinen Freier gehabt, und zwar deshalb nicht, weil sie in dem Rufe stand, zu herrisch und rechthaberisch zu sein. Auch der Doktor hatte dies wohl gehört, aber es hielt ihn nicht ab, trotzdem um das hübsche und reiche Mädchen anzuhalten, denn er traute sich die Kraft zu, dies wilde Mädchen zu zähmen; auch vertraute er seinem guten Ruf, der ihn ja als einen Frauenbändiger bekannt gemacht hatte. Er hielt also um das schöne Mädchen an und bekam das Jawort von Tochter und Vater. Zufrieden lächelnd erzählte er die Neuigkeit am Stammtisch. Zuerst gab es natürlich im Städtchen eine allgemeine Enttäuschung, denn jede Mutter hatte auf ihn alo Freier gerechnet, endlich aber sand man sich mit der Tatsache ab und tröstete sich, da er doch nur eine heiraten konnte. Nun aber war jedermann begierig. ob es dem Doktor gelingen werde, sich das Recht im Hause zu wahren; obwohl man ihn für einen in jeder Beziehung erfahrenen Mann hielt, so zweiselte man doch an seiner Kraft und Fähigkeit, denn das Fräulein Braut galt eben als herrschsüchtig. Aber man täuschte sich auch hierin wieder. Die Ehe war schlechterdings musterhaft. Anfangs hatte zwar das Frauchen versucht, ihren Willen durchzusetzen, der Doktor aber hatte ihr dies gleich zu Anbeginn der ungen Ehe abgewöhnt, und zwar mit Liebe und Witz, bis sie einsah, daß er ihr wirklich überlegen war und sie sich von der Zeit ab willenlos seinen Wünschen und Anordnungen fügte. Das trug natürlich dazu bei, das Ansehen und die Würde des Doktors in dem Städtchen noch zu mehren und ihm immer neue und gute Eigenschaften anzudichten, so daß sein Einkommen blühte und zunahm... Eines Tages kam Besuch ins Haus des Arztes, und zwar ganz plötzlich, unangemeldet. Es war ein Jugendfreund des Doktors, ein lustiger, escher Mann in den besten Jahren. Als er nach einigen Stunden seiner Ankunft mit der jungen Frau allein war, sprach er zu ihr:„Nun sagen Sie mir nur, gnädige Frau, wie haben Sie es nur angestellt, daß aus unferem Fritz ein so flotter Kerl geworden ist!“ Ganz erstaunt fragte Frau Frida:„Sie sprechen v. meinem Mann?. Ja, der war doch nie anders! Der hier eher solider geworden als das Gegenteil; als hier ankam, ging ihm ja bereits der Ruf eines arg Schwerenöters voraus.“ Jetzt lachte der Freund laut auf.„Fritz ein arg Schwerenöter!? Das ist einfach gottvoll! Nie ist das gewesen, gnädige Frau! Das gerade Gegent sogar war er! Einen Trauerkloß nannten wir! stets!“ Sprachlos sah die junge Frau ihn an, begann di Spiel zu durchschauen, mit dem ihr Mann damals si hier eingeführt hatte, aber sie war doch klug genu sich mit keinem Wort zu verraten. Als der Freund wieder abgereist war, stellte sie ihre Mann zur Rede, was an der ganzen Sache nun eigen lich wayr sei. Und da antwortete der gute Fritz mit einem etwverlegenen Lächeln:„Ja, liebes Kind, es ist wahr, i habe euch allen hier damals eine kleine Komödie vorg spielt, aber nicht ich hatte sie beabsichtigt, sondern wurde mir geradezu aufgezwungen; irgendein Spa vogel mußte jene erste Nachricht über mein Vorlebe hier verbreitet haben, und als ich ankam, und sah. m welchem Interesse man darauf wartete, meine Abe teuer kennen zu lernen, da gab es für mich kein 3 rück mehr, wenn ich nicht meine Stellung preisgebe wollte, da fabelte ich eben tapfer drauf los bis ich al Welt von meiner Abenteuerei überzeugt hatte. Ma wollte es ja so haben.“ Schweigend sah die junge Frau vor sich nieder. Fritz aber sorach schnell weiter:„Und nun, mei Schatz, lassen wir das Geschehene vergessen sein ur freuen wir uns, daß wir beide uns so gefunden habe und dadurch glücklich geworden sind!“ Damit umfaß und küßte er sie. Die sunge Frau mußte sich jetzt natürlich darin fir den, aber auch sie hat das Geheimnie ihres Gatten tre bewahrt, weil sie einsah, er hatte recht: die Welt woll eben getäuscht sein. Eines aber hat sich von nun an doch geändert i dem Hauswesen des Doktors— jetzt ließ sich die klug energische Frau nicht mehr imponieren durch die sog nannten Erfahrungen ihres Mannes, jetzt setzte si. wenn es darauf ankam, ihren Willen durch, was di gute Fritz wohl oder übel auch geschehen lassen mußt Die Nachbarn aber, die diese Aenderung gar bal merkten, sagten dazu nur:„Da kann man doch wiede sehen, wie selbst der tollste Mann zahm wird, sobal er geheiratet hat!“ Blite aufhängen!“ N 38 Juni Atungs=Woch mit Führer durch die hiesige Geschäftswelt. Saaptag Oefen u. Herde in großer Auswahl. 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