Beeeun pupe un rmr Konkursen Zwangsvergleichen und gerichtlichen Klagen. Gröhere Anzeigen werden die mittags. kleinere bis 4 Uhr nachmittags vor Ausgabe der Zeitung erbeten. Postscheckkonto: 40 150 Köln.— Fernsprech=Anschluß Nr. 6. Verantwortlich sur den Schriftteil: Franz Joseph Pruys Castrop Güfteper WgH.. Pesich uid Whachil A. Schist eihe be. be ausgabe und Jukellung der Zeitung gebindert sind, hat der Do zieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung des Blattes oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. Geschäftsstelie u. Schrife lettung: Castrop, Mänsterstraße 14. Sprechstunden der Schrite leitung: werktags 6-7 Uhr nachmittags. 48. Jahrgang Rauxeler Neueste Nachrichten Rotationsdruck und Verlag: Casiroper Zeitung(Geschw. Schmitz), Castrop Amtl. Veröffentlichungsblatt für den Landgerichtsbezirk Dortmund, für die Stadt Castrop und die Amter Rauxel und Bladenhorst Alle amtlichen Bekanntmachungen der Stadt Castrop, der Amter Rauxel und Bladenhorst erlangen nach Veröffentlichung in obigen Blättern rechtsverbindliche Kraft. Bladenhorster Tageblatt Nr. 139 Samstag, den 17. Juni 1922 In aller Kürze. Neuigkeiten von Nah und Fern. Auf der Werft von Bloom und Voß ist gestern morgen der für die Wörmanulinie be stimmte 8100 Tonnen große Fracht= und Passagierdampfer„Adolf Wörmann“ vom Stapel gelassen worden. * Die Bank von England hat den Diskont von 4 auf 8½% herabgesetzt. Die Agencia Stefani dementiert offiziell die englische Meldung über den bevorstehenden Abschluß eines englisch=italienischen Wirtschaftsabkommens. * Die Verhandlungen über den Abschluß eines neuen italienisch=französischen Handelsvertrages werden in den nächsten Tagen wieder ausgenommen werden. * Ein Aufstand, der die englische Schiffahrt lahmzulegen droht, brach, wie die„Cologne Post“ meldet, in Kalkutta aus und umfaßt 12000 indische Seeleute, die Stewards einbegriffen. Dollarkurs am 16. Juni: 316,75 Letzter Kurs: 311.00, Höchsler Kurs: 338,66 Tehle Brährneleungen. Aus dem Sozialdemokratie und Schuldfrage. Berlin, 16. Juni. Der Parteiausschuß der sozialdemokratischen Partei hat folgende Entschlietung angenommen: Der Nationalverband deutscher Offiziere und die nationalistischen Verbände ehemaliger Soldaten beabsichtigen, wie verlautet, am 26. Juni als dem Tage der Unterzeichnung des Versailler Vertrages zur Bekämpfung der Behauptung der Alleinschuld Deutschlands im Reiche Demonstrationsversammlungen ab zuhalten Veranstaltungen von dieser Seite sind bis jetzt noch immer zu militärischen monachistischen Kund gebungen ausgeartet. Am 27. Juni würden sie nach alter Erfahrung zu einer wüsten Hetze gegen die Republik ausgenutzt werden. Der Parteiausschuß empfiehlt daher den Parteiorganisationen, auf der Wacht zu sein und überall dort Versammlungen einzuberufen, wo Anhänger des alten Systems unter dem Deckmantel von Kundgebungen zur Schuldfrage eine solche das deutsche Volk schwer schädigende Politik zu treiben versuchen. Der Nachfolger Carlins. Berlin, 16. Juni. In hiesigen politischen Krei sen beschäftigt man sich lebhaft mit der Besetzung des zum zweiten Male so plötzlich verweisten Gesandtenpostens in Berlin. Für Berlin kommt der Leiter der Gesandtenabteilung Dr. Dinichert in Betracht, oder der jetzige Gesandte in Japan, Lardy. Als Parlamentarier steht die Person des in Berlin wohlbekannten Ständerates Dr. Wettstein im Vordergrund, doch machen sich, wie es heißt, gegen seine Ernennung sehr starke Widerstände auf schweizerischer Seite geltend. die Wahl des Reichspräsidenten. Berlin, 16. Juni. Wie eine Parlamentskorrespondenz mitteilt, ist nach den bisherigen Besprechungen mit den Reichstagsparteien und der Regierung der Anfang des Oktober für die Neuwahl des Reichspräsidenten festgesetzt. Vorher werden dem Reichstag noch weitere mit der Wahl zusammenhängende Gesetzentwürfe zugehen, von denen der eine die Pensionsverhältnisse des Reichspräsidenten regelt. Ueber die Aufstellung von Kandidaten ist noch keine Besprechung erfolgt. Das Landessteuergesetz. Berlin, 16. Juni. Die Novelle zum Landessteuergesetz, die dem Reichstag noch im Juni zugehen soll, regelt die Anteile der Länder und Gemeinden am Aufkommen der Reichssteuern und erweitert die Steuerbefugnisse der Länder und Gemeinden Für jede Gemeinde kommt hauptsächlich die Erhebung einer Fahrzeugsteuer für die Wegebenutzung, eine obligatorische Vergnügungssteuer und eine kommunale Getränkesteuer in Frage. Die Getränkesteuern sind vom Kleinhandelspreis zu erheben, und zwar nach Hundertsätzen des Umsatzes oder nach der Menge der verkauften Gebinde. So können erhoben werden vom Branntwein 10 Prozent, vom Schaumwein 5 Prozent, sonst 2 Prozent oder bei Einzelbesteuerung für das Liter Bier 10 Pfg., Selterwasser 2 Pfg., andere kühl bereitete Getränke 5 Pfg., Wein 50 Pfg., Trinkbranntwein 7,50 Mk., Fruchtschaumwein 1 Mk., Schaumwein 4 Mk. Die Gemeinden könen außerdem Zuschüsse zur Grunderwerbssteuer und zur erhöhten Umsatzsteuer erheben. Die Länder erhalten Anteile an der Einkommensteuer 2300 Millionen Mark, Körperschaftssteuer 4000 Millionen Mark Erbschaftsdas Oppelner Räumungsabkommen. Die Uebergabebestimmungen. Oppeln, 16. Juni. Die Bestimmungen, die die Bedingungen für die Uebergabe der Deutschland und Polen zuerkannten Gebietsteile durch die Interalliierte Kommission betreffen, werden heute veröfentlicht. Kapitel I enthält die allgemeinen Grundsätze und Maßnahmen zur Durchführung. Es handelt sich um 1) vorbereitende Maßnahmen, 2) Uebergabe der Baulichkeiten und des Materials, 8) Uebergabe der Akten und Archive, 4) Ersatz des Verwaltungs= und technischen Personals. Kapitel II handelt von der Uebergabe der öffentlichen Dienstzweige und der allgemeinen Verwaltung der Kreise. Die einzelnen Punlte betreffen 1) die Uebergabe der öffentlichen Dienstzweige teilen, RDGOPC in den an Polen fallenden Kreisen oder Kreisteilen. 2) Räumung des Kreisgebietes durch die alliierten Truppen und Besetzung durch die deutschen oder polnischen Truppen, 3) Polizei, 4 Uebergabe der allgemeinen Verwaltung des Kreises an die deutschen oder polnischen Behörden. Berlin, 16. Juni. Im oberschlesischen Räumungsabkommen ist die Festsetzung der Zonen und der Zeiten der Interalliierten Rheinlandkommission überlassen worden. Sobald die Uebergabe in einem Abschnitt erfolgt ist, wird die Regierungsgewalt der Regierungskommission ihr Ende nehmen und der Abschnitt tritt unter die Herrschaft der deutschen oder polnischen Regierung, die ihrerseits die Verwaltung übernimmt und die Polizeigewalt sicherstellt. Die Räumung selbst geht in 24 Tagen vor sich. Der heutige Tag ist freigelassen, so daß Samstag der erste Räumungstag ist. Die Anleihefrage. Berlin, 16. Juni. Entgegen hier vorliegenden Nachrichten, wonach man in Regierungskreisen der Ueberzeugung sei, daß der Wiederherstellungs= der unabhängig=sozialdemokratischen Partei angeoberschlesischen Abstimmung in geheimer Wahl. Im Dorfe Haatsch stimmten von 937 Stimmberechtigten 859 für Deutschland, 6 für die Tschechoslowakei, 72 Stimmen fehlen noch; im Dorse Ouschutz von 473 Stimmberechtigten 449 für Deutschland, 3 für die Tschechoslowakei, 21 Stimmen fehlen noch. Ministerkrise in Thüringen. Weimar, 16. Juni. Wie aus zuverlässigen Kreisen verlautet, ist mit einem baldigen Rücktritt des Ministers des Aeußern Hermann, der ausschuß Verhandlungen mit der deutschen Regierung wegen einer kleinen Anleihe einleiten werde, wird uns von zuständiger Stelle mitgeteilt, daß eine kleine Anleihe nur in Frage kommen könne bei Aussicht auf eine große Anleihe, wodurch die kleine Anleihe abgedeckt werden könnte. Eine neue Denkschrift des Reichsverbandes der Deutschen Industrie. Berlin, 16. Juni. Veranlaßt durch die vielfach aus allen Wirtschaftskreisen laut gewordenen Stimmen über die Wirtschaftspolitik der Reichsbahnen hat Minister Gröner vor einiger Zeit in einem Rundschreiben an den Reichsverband der Deutschen Industrie den Industrie= und Handelstag und sämtliche Handelskammern über TarifWirtschaftspolitik zu rechfertigen versucht. In eingehenden Darlegungen tritt jetzt der Reichsverband der deutschen Industrie den in diesem Schreiben ausgestellten Behauptungen des Verkehrsministers im Einzelnen entgegen. Wenn insbesondere Minister Gröner auf die reibungslose Abwickelung des Verkehrs in den letzten Wochen hinwies, so müsse man erst die Verkehrsgestaltung im kommenden Herbst abwarten, wenn man glauben soll, daß die Betriebsschwierigkeiten jetzt überwunden seien. Deutschlands Wirtschaft scheint jetzt einer kritischen Lage entgegen zu treiben. Soll die Krise überwunden werden, so dürfe sich der Forderung zur Stunde: Verringerung der Selbstkosten und Erzielung der größtmöglichsten Wirtschaftlichkeit, auch die Reichsverkehrsverwaltung nicht verschließen. steuer 700 Millionen Mark, ferner an der Grunderwerbs=, Umsatz= Rennweitt=, Gewerbeanschaffungs= und Kraftfahrzeugsteuer. Für die Länder kommen insgesamt 22500 Millionen Mark, für die Gemeinden etwa 1½ Milliarden Mark schätzungsweise in Betracht. Die kommunalen Getränkesteuern sollen allein 600 Millionen Mark awerfen. Aussprache über die steuerpolitischen Fragen Berlin, 16. Juni. Die Koalitionsparteien sind, wie das„Berl. Tagebl.“ hört, am Freitag vormittag 11 Uhr im Reichstag zu einer Besprechung der Lage zusammengetreten. Zur Erörterung stand vor allem die Erledigung der Zwangsanleihe, der Erbschaftssteuer und der Getreideumlage. Es handelt sich also um die drei steuerpolitischen Fragen, die zurzeit im Vordergrund des politischen Interesses stehen. Heute nachmittag wird der Reichskanzler Dr. Wirth mit den verschiedenen Parteiführern zu dem gleichen Zweck eine Aussprache herbeiführen. die Verhandlungen über die Arbeitsfragen im Ruhrbergbau. Berlin, 16. Juni. In den schwebenden Arbeitsfragen des Ruhrbergbaues fanden in den letz ten Tagen erneut Verhandlungen zwischen dem Zechenverband und den Bergarbeiterverbänden im Reichsarbeitsministerium statt. Im Verlaufe der Verhandlungen wurde zur Regelung der Lohnfrage ein Schiedsspruch gefällt, der den durch den Abbruch der Anleiheverhandlungen veränder ten Verhältnissen Rechnung trägt. In der Frage des Manteltarifs konnte über eine Reihe weiterer Punkte eine Verständigung zwischen den Parteien gefördert werden. Die beteiligten Parteien werden sich bis zum 29. Juni schlüssig sein, ob sie den Schiedsspruch und den Manteltarif in der abgeänderten Form annehmen wollen und ob auf der durch die Verhandlungen geschaffenen neuen Grundlage der Abschluß des Ueberstundenabkommens möglich ist. Oberschlessen. Polenempfang in Kattowitz. Breslau, 16. Juni. Die Stadt Kattowitz ist in fieberhafter Tätigkeit. Nachdem bereits seit einigen Tagen Ehrenpforten für die einziehenden vol nischen Truppen in den Vororten errichtet worden sind, haben die Polen jetzt auch mit dem Bau klei ner Anlagen an dem Stadttheater begonnen. Für die Bewirtung der einziehenden Truppen— für Kattowitz kommen rund 2100 Mann in Frage— soll mit den gleichfalls im Plan vorgesehenen Ehrengeschenken der Betrag von 1 Million ausgegeben werden, von denen die Stadt aus den allgemeinen Mitteln 150000 A bewilligen, während der Rest durch Sammlungen innerhalb der Bürgerschaft aufgebracht wird, Calonder in Oberschlesien. Kattowitz, 16. Juni. Calonder traf gestern nachmittag in Oberschlesien ein. Er wurde uitf der Station Dambrau von dem deutschen Gesandten Dr. Eckardt namens der Reichsrgierung begrüßt. Der erste Räumungstag. Berlin, 16. Juni. Als erster Räumungstag Oberschlesiens ist nach dem von der Interalliierten Kommission in Oppeln festgesetzten Plan Sonnabend, der 17. Juni, bestimmt worden. An diesem Tage flaggen im ganzen Reiche die Behörden halbmast zum Zeichen der Trauer über den Verlust des losgerissenen Teils von Oberschlesien, Hindenburg an die Ostpreußen. Königsberg, 16. Juni. Generalfeldmarschall v. Hindenburg, der gestern Ostpreußen auf dem Seewege verlassen hat, erläßt folgende Kundgebung: In dem Augenblick, in dem ich Ost= und Westpreußen nach unvergeßlichen Tagen wieder verlasse, ist es mir Herzensbedürfnis, allen denen innigst zu danken, die mir durch ihren treuen Villkommengruß eine unendliche Freude und liebe Erinnerung bleiben werden. Ich weiß wohl, daß der mir entgegengebrachte Jubel und die überwältigenden Stunden der mir zuteil gewordenen Ehrungen weniger mir persönlich gelten, als vielmehr als ein lebendiges Zeugnis der tiefen Liebe zum deutschen Vaterland anzusehen sind. Aber gerade deshalb nehme ich das erhebende Bewußtsein mit mir, daß meine alte preußische Heimat fest entschlossen ist, auf ihrem Pesten als östlicher Vorkämpfer des Deutschtums auszuharren und damit ihre Pflicht der ganzen deutschen Stammesgemeinschaft gegenüber treulich zu erfüllen. So scheide ich denn mit Genngtuung und Zuversicht von den vielen Tausenden gleichgesinnten Landsleuten, denen ich ins Auge blicken durfte und von denen ich jedem gern die Hand gedrückt hätte. Die Kürze der mir zur Verfügung stehenden Zeit und die Fülle der Veranstaltungen macht es mir leider unmöglich, allen freundlichen Einladungen zu entsprechen und an allen Orten zu erscheinen, die meine Anwesenheit gewünscht hatten. Möge die Heimat dem Sturm und den Tagen der Not trotzen und mögen sich alle meine Landsleute in Einigkeit zusammenschließen, um in treuer Liebe zum deutschen Vaterlande an dessen Wiederaufstieg brüderlich zusammenzuarbeiten. Das ist mein treuer Wunsch beim Scheiden. Habt Dank! Seid einig! (gez.) v. Hindenburg, Generalfeldmarschall. Hultschiner wollen bei Deutschland bleiben. Ratibor, 16. Juni. Die freiwillige Volksabstimmung im Hultschiner Ländchen zur Klärung der Nationalitätenfrage ergab eine überwältigende Mehrheit für den Verbleib bei Deutschland. Abgestimmt wurde nach dem Muster der hört, zu rechnen. Der Rücktritt des Ministers ist auf Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Finanzminister Hartmann und dem Minister des Innern zurückzuführen. Regierungsniederlage in Sachsen. Dresden, 16. Juni. Der sächsische Landtag hat den Polizeietat mit den Stimmen der Kommunisten und der Bürgerlichen abgelehnt. Ein argentinisch=deutsches Warenlieserungsabkommen. Buenos=Aires, 16. Juni. Ein Vertreter der argentinischen Regierung unterzeichnete unter Vorbehalt der Zustimmung seiner Regierung einen Vertrag, in dem sich Argentinien verpflichtet, jährlich einem deutschen Syndikat 60000 Stück Vieh unnd 60000 Tonnen Fleisch zu liefern. Die Gegenleistungen sollen in Waren bestehen. die Schlichtungsorönung vor dem Reichstag. Berlin, 16. Juni 1922, Präsident Loebe eröffnet die Sitzung um 2,20 Da die Kommunisten Einspruch dagegen erheben, daß der Erbschaftssteuerantrag gemeinsam mit der Zwangsanleihe=Vorlage und dem Einkommensteuerantrag heute behandelt wird, wird auf Antrag des Abg. Schultz=Bromberg die Zwangsanleihevorlage und der Einkommensteuerantrag von der Tagesordnung abgesetzt. Sie sollen morgen wieder auf die Tagesordnung kommen und dann mit dem Erbschaftssteuerantrag dem Ausschuß überwiesen werden. Das Gesetz zur Erhöhung des Budgets der Unfallfürsorge für die Gefangenen wird angenommen. Der Entwurf eines Ausfuhrabgabengesetzes wird dem Ausschuß überwiesen. Die Vorlage für eine Vergütung für Leistungen der bewaffneten deutschen Macht wird ange nommen. Es folgt die erste Lesung der Schlichtungsordnung Hierbei erklärt Abg. Giebel(Soz.), die Unternehmer hätten an diesem Gesetz nur dann Geschmack, wenn die Bewegungsfretheit der Gewerkschaften dadurch eingeschränkt wird. Vor jedem Streik müßten alle Verhandlungsmöglichkeiten erschöpft werden. Reichsminister Dr. Braun führt aus: Das Streikrecht werde durch die Vorlage absolut nicht illusorisch gemacht. Es sollen aber vor Beginn der Kämpfe alle Verständigungsmöglichkeiten erschöpft werden. In letzter Zeit sei mancher Streik selbst gegen den Willen der Gewerkschaften begonnen worden. Von Strafbestimmungen sehe die Vorlage ab. Abg. Ehrhardt(Zentr.) erklärt, das Bedürfnis nach Ruhe sei heute in der ganzen Welt vorhanden. Nur wenn das ganze Deutsche Volk einig sei, werde es die schwere Wirtschaftskrise überwinden. Darum sei der Arbeitsfriede notwendig. Streiks aus parteipolitischen Gründen seien geradezu ein Verbrechen. Die Freiheit der Gewerkschaften solle nicht angetastet werden, aber ihrer Radikalisierung müsse ein Ziel gesetzt werden. Abg. Gräfe=Thüringen(Dutl.) bezeichnet es als auffällig, daß die stärkste Regierungspartei an der Vorlage soviel auszusetzen habe. Man solle zivilrechtlich beim Schadenersatz auf halbem Wege nicht stehen bleiben, sonst sei die jetzt vorgesehene Stellungnahme gegenüber den Gewerkschaften nur eine schöne Geste. Dem Ziele des Entwurfes könne man zustimmen. Eine Kontrolle der Streikabstimmungen sei notwendig. Abg. Aufhäuser(Unabh.) nennt das Gesetz keine Schlichtungsordnung sondern eine Vorlage gegen den Streik. Abg. Moldenhauer(D. V..) erinnert daran, daß die Volksgemeinschaft über allem stehen müsse, und nicht der rücksichtslose Kampf einer Schicht gegen die andere. Arbeitskämpfe müßten möglichst vermieden werden. Es sei wirklich kein Schaden für unser Volk wenn einmal eine Zeit ohne Streik kommen würde. Im Interesse des sozialen Friedens und der Volkswohlfahrt habe der Staat auch das Recht des Eingriffs in die Freiheit des Einzelnen und die der Organisationen. Abg. Dr. Fick(Dem.) steht in dem Entwurf einen bureaukratischen Ausbau der sozialen Selbstverwaltung. Es wird hier eine Verschwendung der Volkskraft getrieben. Bei gemeinntzigen Betrieben seien Streiks überhaupt morasisch stimmungen des bürgerlichen Gesetzbuches für genügend, um die Arbeitnehmer zur Beachtung der Schlichtungsordnung zu zwingen, Das Haus vertagt sich auf Sonnabend 12 Uhr: Zwangsanleihe, Erbschaftssteuer= und Einkommensteueranträge, Weiterberatung. Schluß 6½ Uhr. Der Innenminister vor dem Preußischen Tandtag. Berlin, 16. Juni 1922. Präsident Leinert eröffnet die Sitzung um 11,15 Uhr. Die Beratung des Haushaltes des Ministeriums des Innern. wird fortgesetzt. Abg. Leonartz(Ztr.): Die Koalitionspolitik soll vor allem auf Arbeitsgemeinschaft sußen. Solange die Notwendigkeit eines Zusammenarbeitens besteht, darf der Bestand nicht gefährdet werden. Jede Revolution lehnen wir ab. Der Staatsgedanke darf keine Zersetzung finden. Die Finanzen müssen aus ihrer mißlichen Lage herauskommen. Die Interessen der Landkreise verdienen größte Berücksichtigung in der kommenden Landgemeindeordnung. Abg. v. Osten(Dn.): Die Staatsautorität kann sich nur durchsetzen, wenn alle Völker mit dem gleichen Maße gemessen werden. Der Minister hält aber in allem an den Richtlinien fest, die auf dem Parteitag in Goerlitz bestimmt worden sind. Freilich, die Begeisterung für die Republik kann nicht groß sein, wenn man nur aus Zweckmäßigkeitsgründen, wie es Abg. Leonartz gesagt hat, an dem neuen System festhält. Wirtschafts= und finanzpolitisch ist in den letzten Jahren Bankerottpolitik betrieben worden. Nur die Rückkehr zu dem guten Alten kann uns heifen. (Zurufe: Hurra! Hurral Heil Dir im Siegerkranz!) Abg. Leidig(D. V..): Wir brauchen eine geschlossene Front nach außen durch Absteilung aller politischen Streitigkeiten und allen politischen Haders im Innern. Das alte Berufsbeamtentum muß uns erhalten bleiben. Außenseiter sollten nur ganz ausnahmsweise unter die Beamten ausgenommen werden. Besonderer Wert ist auf die Heranbildung und die Diszivlin des Beamtenkörpers zu legen. Preußen muß sich vor der Bildung zu vieler großstädtischer Herzogtümer durch weitgehende Eingemeindungen hüten. Abg. Rabold(Unabh.): Man darf in der Polizei nicht eine zweite Reichswehr schaffen wollen. Die in der letzten Zeit zunehmenden monarchistischen Kundgebungen sind nur Kontrollversammlungen, damit in einem gekommenen Zeitpunkt wieder auf die Republik losgeschlagen werden kann. Die Geheimbündeleien der Rechten haben namentlich im Rheinland und in Westsalen eine gefährliche Stimmung erzeugt. Minister des Innern Severing: Für die schleunige Reformarbeit bedeutet gerade die Tätigkeit der Deutschnationalen ein großes Hindernis. Im Herbst wird ein neues Disziplinargesetz für Beamte zur Vorlage kommen. Die Deutschnationalen erklären sich für die Beschützer des Staatsgedankens, tun aber alles, was die Autorität der Regierung zu untergraben geeignet ist. So sanfte Töne wie sie heute seitens des Herrn v. d. Osten angeschlagen wurden, hört man aus der deutschnationalen Presse nicht heraus. Ich bin nicht Beauftragter der sozialdemokratischen Partei, wenn ich mich dagegen wehre, daß die Reichswehr und Schutzpolizei von staatsfeindlichem Geiste durchdrungen wird. Das Verbot der Teilnahme an der Hindenburgfeier war kein Affront. Es lagen damals besondere, außenpolitische Gründe vor im Zusammenhang mit der Umbildung der Schutzpolizei. Zur Schupo sind viele Armeeoffiziere aus dem Grunde übergetreten, weil sie in ihr eine wirtschaftliche Stütze finden. Was wir in diesen heißen Tagen brauchen, ist ein klarer Kopf und gute Nerven. (Beifall!) Abg. Charpentier(Komm.): Wir verlanzen Ausrottung des reaktionären Geistes in den Kreisen der Polizeioffiziere. An allem Elend, das über die Arbeiterschaft hereingebrochen ist, haben sich die Sozialdemokraten mit ihrer Politik einer Koalition mitschuldig gemacht. Königsberg sollte ein Kulminationspunkt für reaktionäre Umtriebe sein. Sonnabend 11 Uhr: Innenministerium, Fortsetzung. Kleine Vorlagen, Schluß 6 Uhr. die Haager Konserenz. Formlose Eröffnung der Dorkonferenz. Die Platzordnung der Vertreter. Paris, 16. Juni. Der äußere Anblick des Haag ist in keiner Weise verändert. Die Bevölkerun geht ihrer gewöhnlichen Beschäftigung nach. Ke nerlei Straßenausschmückung, keine Fahnen, ke uch nach Scheum aum; daß die Touristen d sih nuch Schebeningen begeben, sich vor dem FriErsgas# aufhalten. Die Delegierten tageni Erogeschoß des rechten Flügels des Frieden palastes in dem großen Saal, in dem die St# tuen der Wahrheit und der Gerechtigkeit aufg seut sind. An einer Tafel sitzen die Vertreter de verschiedenen Staaten in alphabetischer(weil d Deutschen diesmal nicht dabei sind) Ordnung. Fü England und Polen sind je fünf Sitze, für It Sitz des Pränzr au zugewiesen. D0 abmesens, gräuventen befindet sich zwischen de endau##en Vertreter Albaniens und dem anw Vertreter Oesterreichs. Es sind 34 Statr eutweder durch eigene Delegatione Der Aus ihre diplomatischen Vertreter im Haa marsen enminister van Carnebeek erklärte d „stonierenz der Haager Konferenz für eröffn der Stadt wilkommen, gemäß sich immer haun die ihrer Ueberlieferun Femlaß flih immer bemühte, die Wahrheit zu so einigen Worten Firte zn Ppekt zu verschaffen. M Anigen Wörlentegleer den Zweck der Versamn Arbeit zu begeben. zegterten ein, sich an ihi Nicht öffentliche Verhandlungen. Haag, 16. Juni. Gestern nachmittag hat i Friedenspalast die Eröffnung der Haaaer Konf Bsnn Verwaltungsbericht für 1920. Der Allgemeine Knappschaftsverein zu Bochum hat soeben seinen Verwaltungsbericht für 1920 herausgegeben, dem wir folgendes entnehmen: Die Entwickelung des Mitgliederbestandes in den letzten drei Jahren zeigte ein ständiges Steigen der Mitgliederzahl in allen drei Kassenabteilungen. Es betrug die durchschnittliche Zahl der Mitglieder: in der Krankenkasse 1918: 365 300, 1919: 415 736, 1920: 483 570; in der Pensionskasse 1918: 270 944, 1919: 820 009, 1920: 385 796; in der Invaliden= und Hinterbliebenen= Versicherungskasse 1918: 345 651, 1919: 387 449, 1920: 454 517. Infolge der Entwertung des Geldes mußten die Leistungen und dementsprechend auch die Beiträge in allen drei Kassenabteilungen gesteigert werden. Es betrugen die Einnahmen: in der Krankenkasse 1918: 36 898 494,46 M, 1919: 82 842 410,75 M, 1920: 230 681 080,57„A; in der Pensionskasse 1918: 30 597 774,93 M, 1919: 49 174736,58 M, 1920: 95 443 584,22 MA; in der Invaliden= und Hinterbliebenen=Versicherungs=Kasse 1918: 10 602 098,78 Mark, 1919: 10 910 790,02 M, 1920: 23 578 330,05 M. Die Ausgaben beliefen sich in der Krankenkasse 1918: 46 245 294,24 M, 1919: 49 993 955,48+, 1920: 155 509 778,48„; in der Pensionskasse 1918: 24427 095,06 M, 1919: 27379098,34 M, 1920: 36 818 392,88 M; in der Invaliden= und Hinterbliebenen=Versicherungskasse 1918: 13 134 985,32 M, 1919: 15 758 486,44 M, 1920: 28 796 554,65 J, Außerdem wurden an Teuerungszulagen aus Mitteln des Vereins für die bergbaulichen Interessen im Oberbergamtsbezirk Dortmund in Essen gezahlt: 23 407 740,58 M. An eigenen Verwaltungsgebäuden besaß der Verein im Jahre 1920 folgende: Das Hauptverwaltungsgebäude in Bochum, zwei Verwaltungsgebäude in Dortmund und je eins in Essen, Gelsenkirchen, Herne, Oberhausen, Buer und Dinslaken. An eigenen Krankenanstalten waren vorhanden: Die Knappschaftskrankenhäuser in Gelsenkirchen, Recklinghausen, Derne und Laugendreer, ferner die Lungenheilstätte in Beringhausen bei Meschede, das Genesungsheim für Mitglieder der Arbeiterabteilung in Volmarstein und die Erholungsheime für Beamte in Winterberg und Rothenfelde. In diesen Anstalten wurden im Jahre 1920 11 148 Mitglieder an insgesamt 392264 Pflegetagen behandelt. Die Zahl der in 118 fremden Krankenhäusern verpflegten Mitglieder belief sich auf 53444 Versicherte mit 1 509870 Pflegetagen. Die Zahl der Aeltesten hat sich im Laufe des Jahres um 57 vermehrt. Am Schlusse des Jahres waren 433 Aelteste und 49 gemäß§ 114 Absatz 4 der Satzung ernannte Verwalter vorhanden. Die Auszahlung der Invaliden=, Witwen= und Waisenrenten erfolgte zu Beginn des Jahres in 237 Zahlstellen. Da im Laufe des Jahres 65 neue Zahlstellen gebildet wurden, waren am Jahresende insgesamt 302 Zahlstellen vorhanden. Das aus 1416 Angestellten bestehende Personal der Hauptverwaltung, der Zweigbureaus und Zahlbezirkbureaus setzte sich am Schluß des Jahres 1920 zusammen aus: 1 Generaldirektor, 2 Direktoren, 1 Direktor der mathematisch=statistischen Abteilung, 3 Abteilungsdirektoren, 2 Geschäftsführern, 1 Oberarzt, 4 Stellvertretern des Oberarztes, 3 Assistenzärzten des Oberarztes, 1 Ober= apotheker, 3 Apotheker, 1 Baurat, 5 Architekten, 1 Rendanten, 28 Bureauvorstehern, 71 Abteilungsvorstehern, 215 Obersekretären, 162 männlichen Sekretären, 5 weiblichen Sekretären, 56 männlichen Assistenten, 32 weiblichen Assistenten, 427 männlichen Bureaugehilfen, 216 weiblichen Bureaugehilfen, 140 Lehrlingen, 33 männlichen Unterbeamten, 3 weiblichen Unterbeamten. Für die ärztliche Behandlung der Erkrankten sorgten am Ende des Jahres 1920: 419 Bezirks= und 118 Fachärzte. Am Schlusse des Jahres 1920 dienten zur Auszahlung der Invaliden=, Witwengelder und Waisenunterstützungen 302 Zahlstellen, die den Zweigbureaus in Bochum, Dortmund, Essen, Gelsenkirchen, Herne, Oberhausen und den Zahlbezirksbureaus in Borbeck, Bottrop, Buer, Castrop, Dinslaken, Gladbeck, Hamborn, Hamm, Hattingen, Hörde, Kamen, Lünen, Lütgendortmund, Recklinghausen, Steele und Wattenscheid angegliedert sind. Im Gesundheitsbericht für das Jahr 1920 heißt es u..: Die durchschnittliche Belegschaftszisfer, welche im Jahre 1919 415736 betrug, stieg auf 483 570; dieser Aufstieg erfolgte ziemlich gleichmäßig fortschreitend; im Januar betrug die mittlere Belegschaftsziffer 465 356, im Dezember 508146. Die Zahl der im Laufe des Jahres im Bergbau durchschnittlich beschäftigten weiblichen Personen betrug im Januar 6011, im Dezember 3274, gegen 18014 im Januar 19•0 und 7862 im Dezember 1919. Die Zahl der Erkrankungen, bei denen ärztlicherseits Arbeitsunfähigkeit bescheinigt wurde, betrug im Berichtsjahre 259 134 gegen 249946 im Jahre 1919 und 382 478 im Jahre 1918. Die Zahl der Todesfälle insgesamt betrug 4138(4113 männl., 25 weibl.) gegen 3479(3665 männl., 84 weibl.) im Jahre 1919. Im Betriebe verunglückten tödlich, einschließlich 12 Gasvergiftungen, 951 Personen gegen 932, einschließlich 19 Gasvergiftungen, im Jahre 1919. Die Jufluenza, die nach ihrer schweren epidemischen Verbreitung im Jahre 1918 mit 108 320 Erkrankungen und 280 Todesfällen, im Jahre 1919 nur noch 29.807 Erkrankungen mit 74 Todesfällen aufwies, stieg im Jahre 1920 wieder an; es wurden 40 268 Krankheitsfälle und 410 Todesfälle gezählt. Es sind besonders die Monate Januar mit 4155, Februar mit 15522 und März mit 7956 Krankheitsfällen, die von der Krankheit betroffen wurden; die niedrigste Erkrankungsziffer zeigt der Monat Mai mit 996 Krankheitsfällen; im Jahre 1919 lag die Höchstzahl im Februar und März und die Mindestzahl im Inni. Gleichwie in den früheren Jahren zeigt die Häufigkeit der Lungenentzündung einen mit der Jufluenza gleichlaufenden Aufstieg und Abfall. Auch bei dieser Krankheit fallen auf die Monate Februar mit 678 und März mit 315 die höchsten Erkrankungsziffern, während die Monate Juni, Juli, August, September, Oktober mit 105, 106, 96, 92, 99 einen gleichbleibenden niedrigen Stand ausweisen. Im ganzen wurden 2361 Lungenentzündungen mit 589 Todesfällen gezählt gegen 2377 mit 540 Todesfällen im Jahre 1919. Die Sterblichkeitsziffer, die sich auf 24,0 Prozent berechnet, steht demnach etwas höher als im Jahre 1919, wo sie 22,7 Prozent betrug. Die Ruhr zeigte gleich wie in den früheren Jahren eine nicht unerhebliche Verbreitung in den Monaten Juli, August, September mit 185 bezw. 395 und 100 Erkrankungen; einzelne Krankheitsfälle wurden im Laufe des ganzen Jahres beobachtet. Die Gesamtzahl der Erkrankungen betrug 757 mit 35 Todesfällen, somit eine Sterblichkeit von 4,6 Prozent. In den Jahren 1919 und 1918 war die Zahl der Erkrankungen mit 272 und 559 geringer, die Prozentzahl der Todesfälle mit.6 Prozent und 7,3 Prozent aber höher. Die Zahl der Zuckerkranken betrug 37: 1919: 45; 1918:43; 1917: 40; 1916: 55. An Alkoholvergiftung erkrankten 11 Personen, tödlich verlief ein Erkrankungsfall; im Jahre 1919 wurden nur zwei Erkrankungsfälle gemeldet. Die Zahlen beweisen eine bedenkliche Zunahme des Alkoholmiß= brauches An Anchylostomiasis(Wurmkrankheit) wurden 76 Fälle ermittelt. Im Jahre 1919 wurden nur 18, im Jahre 1918 35 Personen als wurmbehaftet festgestellt. Wegen Augenzittern(Nystagmus) kamen 135 Personen in ärztliche Behandlung. Im Jahre 1919 wurden 322, im Jahre 1918 788 Fälle gemeldet. Es ist anzunehmen, daß die Nustagmuskranken gegenwärtig trotz des Augenleidens der Bergarbeit nachgehen und nur wenig ärztliche Beratungen in Anspruch nehmen. Die Zahl der Nervenkrankheiten betrug im ganzen 6285 gegen 5562 des Vorjahres. Die Zahl der Neuralgten einschließlich Ischias betrug 3749(1919: 3550), der Geisteskrankheiten 86(1919: 72), der Fallsuchtkranken 252(1919: 242), die Zahl der Neurastheniker betrug 978(1919: 1049). An Rückenmarksschwindsucht und Rückenmarksentzündung wurden 7 und 18 gleich 25 Krankheitsfällen gezählt gegen 14 des Vorjahres. Bei den Geschlechtskrankheiten haben die in der Gegenwart so hoch bewerteten Aufklärungs= und Beratungsmaßnahmen eine Abnahme der Erkrankungsziffer nicht bewirkt. Im Jahre 1919 erkrankten 2089 Personen, im Jahre 1920 2767 Personen, und zwar an Gonorrhoe 1703, an Syphilis 1064, von den letzteren waren 762 ledig und 302 verheiratet. Die Zahl der nicht näher bezeichneten, aber zweifellos zum größten Teile den Geschlechtskrankheiten zuzuzählenden Entzündunden und Lähmungen der Harnwege betrug im Jahre 1919 844, im Jahre 1920 810, In der Beratungsstelle für Geschlechtskranke wurden beraten und untersucht 1919: 3840 Männer und 425 Frauen; 1920: 3435 Männer und 1835 Frauen. renz in Anwesenheit von 26 Staaten stattgefunden. Das 1. offizielle Communique gab ihr einfach diesen neutralen Namen und setzt noch etwas rätselhaft dahinter(1. Kommission nicht russisch, 2. Kommission russisch.) Die Formulierung wird wahrscheinlich auch wieder eine Vorgeschichte haben. Die Zusammensetzung der Delegation, die noch nicht alle eingetroffen sind, ist ziemlich bunt. Die meisten Staaten haben ihre hiesigen Gesandten als Stellvertreter genannt. Die Delegationen erscheinen in ziemlicher willkürlicher Form, so haben die Engländer 5, die Franzosen nur 1 Platz belegt, die Italiener 2 und die Oststaaten meistens auch 2. Morgen wird in die Besprechung über die Geschäftsordnung für die Vorverhandlungen eingetreten. Jedenfalls kommt zur Sprache, in welcher Weise die Teilnahme der Rus sen an den Verhandlungen geregelt werden soll. Vor der Sitzung kam es zu einer zweimaligen Durchbrechung der Absperrung durch die Journalisten. Es war vorher bekannt geworden, daß es keine öffentliche Sitzung sein werde. Die Entrüstung ist nicht begreiflich. Vielleicht ist aber der Zwischenfall eine nützliche Erinnerung daran, daß die Presse das Recht hat, über den Gang der Ereignisse ausreichend unterrichtet zu werden. Die Sowjetdelegation für den Haag. Moskan, 16. Juni. Als Vertreter der Sowjetregierung für die Haager Konferenz wurden Rakowsky, Krestinski und Sokolnikow bestimmt. Sechun# der Haager Verhandlungen dürfte Tschitscherin voraussichtlich in Berlin bleiben um die direkte Fühlungnahme mit der Haager Delegation aufrecht zu erhalten. Die italieinischen Delegierten für die Haager Konferenz. Rom, 16. Juni. Italien wird bei den Haager Verhandlungen durch den Gesandten Baron Avez zano und durch Giannini vertreten sein, dem noch 7 Sachverständige sowie mehrere höhere Beamte und zwei Vertreter der in Rußland geschädigten Italiener beigegeben sind. Sessionseröffnung des internationalen Gerichtshofes im Haag. Paris, 16. Juni. Zugleich mit der Haager Kon ferenz wurde gestern die Session des internationalen Gerichtshofes eröffnet. Der internationale Gerichtshof soll sich u. a. darüber aussprechen, ob die wichtige Frage der Einführung des Achtstundentages in der Landwirtschaft unter die Kompetenz der internationalen Arbeiterorganisationen fällt oder nicht. Angriffe gegen Stinnes. Haag, 16. Juni. Der aus der Kriegszeit nicht nur wegen seiner Deutschfeindlichkeit unvorteilhaft bekannte Amsterdamer Telegraaf greift heute Stinnes in plumpster Weise an und droht, man werde auf seine Machenschaften achten. Das Blatt weiß also nicht, daß Stinnes bereits abgereist ist. Ich kann, und zwar nicht nur, weil Stinnes mir die Versicherung gegeben, feststellen, daß seine zweieinhalbtägige Anwesenheit nur zufällig mit dem Vorabend der Konferenz zusammengetroffen ist und nicht das allermindeste mit dieser zu tun hat. Stinnes hat mit einem alten Geschäfts= und Familienfreund eine Besprechung gehabt. Der Vertreter des Telegraaf batte die England und der Garantiepakt. Paris, 16. Juni. Der englische Botschafter Hardinge hat Poincare ein Memorandum der englischen Regierung überreicht. Darin wird erklärt, daß der in Cannes projektierte englisch=fran zösische Schutzvertrag nicht eher endgültig abgeschlossen werden könne ehe nicht alle zwischen England und Frankreich schwebenden Streitfragen gelöst sind. Die Streitfragen beziehen sich vor allem auf den nahen Orient und auf Tanger. Da die Lösung dieser beiden Fragen bisher keinerlei Fortschritte gemacht hat, so sei ein Abschluß des englisch=französischen Schutzvertrages in diesem Augenblick nicht möglich. Roms lakonische Antwort auf Polncares denkschrift. Paris, 16. Juni. Graf Ssorza übermittelte gestern dem französischen Außenministerium die Antwort der italienischen Regierung auf die fran. zösische Denkschrift vom 2. 6. bezüglich der Haager Konferenz. Das kurze Dokument begnügt sich mit der Erklärung, daß der französische Stand punkt„zur Kenntnis genommen“ sei. Italien sei nicht der Anschauung, daß die Bedingungen, unter welchen die Haager Konferenz stattfinden sol le, abgeändert werden müßten. Englische denkschrift zum Schutzvertrag. Kein englisches Vorschußbündnis auf Pariser Treibereien. Paris, 16. Juni. Poincare reist morgen um 3,45 Uhr nachmittags nach London ab. Paris, 16. Juni. Der diplomatische Korrespondent des Dailn Herald glaubt zu wissen, daß der englische Botschafter Lord Harding Poincare eine Denkschrift überreichte, worin ausgeführt wird, daß der englisch=französische Schutzvertrag, der in Cannes projektiert worden war, der Lösung aller zwischen Frankreich und England schwe benden Streitfragen nachfolgen und nicht vorangehen soll. Unter diesen Streitfragen besänden sich auch die des nahen Orients, Tangers usw. Da keinerlei Fortschritte in der Lösung dieser Frage gemacht wurden, so könne von einer Erörterung des französisch=englischen Schutzvertrages keine Rede sein. Die Lage im nahen Orient werde täglich unbefriedigender. Die Konferenz, die gelegentlich der Versammlung der Außenminister geplant wroden war, fand niemals statt. Die An regung der Kemalisten, daß eine Besprechung zwischen den Alltierten und der Türkei stattfinden solle, von der die Griechen ausgeschlossen wären— eine Besprechung, die von der französischen Regie rung begünstigt wird— begegne in England einstimmigem Widerspruch. Der Rapallovertrag. Lloyd George war informiert. London, 16. Juni. Im Unterhause richtete Thorne an den Premierminister die Anfrage, ob Reichsminister Dr. Rathenau in Genua vor der Unterzeichnung des Vertrages von Rapallo drei Versuche gemacht habe, eine private Zusammenkunft mit Llond George zustande zu bringen und ob eine Zusammenkunft zustande gekommen sei, bevor Rathenau den Vertrag von Rapallo unterzeichnete. Lloyd George antwortete: „Die Genueser Konferenz sei am 10. 4. eröffnet, der Vertrag am 16. 4. unterzeichnet worden und erklärte dann wörtlich: Ich habe Dr. Rathenau am ersten Tage der Woche wenige Minuten gesehen und da ich den Sinn von zwei Mitteilungen, die mir durch Vermittlung eines meiner Privatsekretäre gemacht worden waren, wohl zu deuten wußte, sagte ich, ich würde mit Rathenau und dem Reichskanzler zusammentreffen, sobald die erste anstrengende Periode der Konferenzarbeiten vorüber sei. Es wurde auch völlig klar gemacht, daß keinerlei Fragen, die Deutschland besonders interessieren, in Abwesenheit der deutschen Vertreter behandelt weren würden. Ich versuchte nunmehr ein Zusammentreffen mit dem Reichskanzler und Rathenau zustande zu bringen, aber die Abwesenheit Rathenaus, der sich in Rapallo befand, verhinderte dies. Shirley Benn fragte ob der Premierminister eine Information darüber erhalten habe, daß das Abkommen vor Genua zustande gekommen set. Lloyd George antwortete: „Ich hatte Informationen, daß derartige Verhandlungen in Berlin geführt worden waren und daß in Rapallo lediglich das letzte Stadium zum Abschluß gebracht wurde.“ Keine weitere Beschränkung der Militärdienstzeit in Frankreich. Paris, 16. Juni. Bei Eröffnung der gestrigen Nachmittagssitzung der Kammer ereignete sich ein Zwischenfall, der vielleicht weitere Kreise ziehen dürfte. Der frühere französische Kriegsminister Lefevre behauptete, daß bei der Abstimmung vom letzten Dienstag über das Militärgesetz eine Unregelmäßigkeit vorgekommen sei, die allein es ermöglichte, daß der Gesetzantrag, für den ältesten Sohn für Familien mit mindestens 4 Kindern die Dienstzeit auf ein Jahr herabzusetzen, nicht durchdrang. Kriegsminister Maginot sowie Poincare erklärten darauf, daß sich die Regierung entschieden allen weiteren Ausnahmen für die 18monatige Dienstzeit widersetzen werde. Der eingebrachte Gesetzantrag für die Dienstbeschränkung für Soldaten aus kinderreichen Familien wurde dann mit einer Mehrheit von 100 Stimmen abermals zurückgewiesen. Ministerrat in Paris. Paris, 16. Juni. Poincare tritt heute morgen um 4 Uhr seine Reise nach London an. In der gestrigen Sitzung des Ministerrats hat Poincare noch einmal einen Ueberblick über die letzten Ent wicklungen gegeben, der, wie erzählt wird, sehr unvorsichtig bemessen war. Der amtliche Bericht enthält nur die übliche Formel. Der Ministerpräsident unterrichtete die Minister über die Lage in der äußeren Politik. Außeramtlich wird angedeutet, daß die Worte Poincares hauptsächlich der Konferenz im Haag und dem Reparationsproblem gegolten haben, daß aber auch die Frage des englisch=französischen Garantievertrages gestreift worden ist. Mit Sicherheit läßt sich über die Absichten Poincares im Augenblick nichts sagen. u M Wg ###grgs#n BasonSann- Tnn PSPTSPTRAENNT G STTSTAUNTTAATS Esogene-ag-ura „MES„TDNEn" SSSTETOSSTOSSSTRE S. ###* ZmabyTer. W 2 8 S. c *##0 ##n * S* S P 8n * En er Füange..aAud. - Sgagsg Daggshgr *„ KSSBSEBEGE 829 S 83T .## 9 8 * „Hetmatblätter“. Zeitschrift des Vereins Heimatpflage für Cahtrov und Umgegend. .) die Vormünder der noch minderjährigen Frau des Freiherrn von Boenen. Gegen den Verkauf wurden Einwendungen nicht erhoben. Die Fürstäbtissin zu Essen bestimmte im Testamente vom Jahre 1776 ihr ganzes Vermögen für die Gründung eines katholischen Waisenhauses zu Steele. So ist seit 1776 das Waisenhaus zu Steele, das unter staatlichem Patronate steht, Besitzerin des Hauses Henrichenburg. Eine Beschreibung der Stadt Castrop aus dem 18. Jahrhundert. Von Lehrer i. R. Karl Schröder. Eine 125 Jahre alte„Erdbeschreibung der Preußischen Monarchie, herausgegeben von F. G. Leonhardi, ordentlichem Professor der Oekonomie und Cameralwissenschaften an der Universität Leipzig, der Leipziger Oekonomischen Societät Ehrenmitglied usw., Vierten Bandes zweyte Abtheilung, Halle, bey Hemmerde und Schwetschke 1797“, ist mir zum Durchstöbern überlassen worden. Der alte gilbte Band behandelt„die Grafschaft Mark oder die Westphälische Mark, nebst dem Preußischen Antheile an Lippstadt und der Grafschaft Limburg". In dem Abschnitt„Städtekreis nordwärts der Ruhr“ wird unser Cast rop beschrieben, wie folgt:„Castrop oder Kastrop, eine kleine Stadt und Freyheit, ringsumher mit einem Graben umgeben, 2½ M.(Meile) von Herdicke(Herdecke) und 3 M. von Camen, hatte 1719 nur 77 Häuser, worunter 13 mit Strohdächern, 45 Brunnen und 321 Einwohner, worunter sich befanden 6 Wollenarbeiter und 1 Huthmacher, welche 21 leichte Stein Wolle verarbeiteten, 3 Grobschmiede, 2 Zimmerleute, 12 Schuster, 2 Glaser, 1 Tabakspinner, 2 Becker, 6 Brauer, welche 48 Wispel 12 Schesfel Malz nöthig hatten, 16 Brandtweinbrenner, welche 392 Schfl. Schroot brauchten, 3 Schlosser, 15 Schneider, 1 Tischler, 2 Knopfmacher, 1 Ziegelbrenner, 1 Drechsler, 3 Krämer und eine Judenfamilie. In der Kümmerey kamen 46 Rthlr. 39 Stbr., in der Accise 815 Rthlr. 36 Stbr. und beym Stempelpapier 29 Rthlr. 40 Stbr. ein. An erblichen Ländereyen besitzt die Stadt nur 16 Schefsel und an Pachtlanden gegen 172 Scheffel, wovon das dritte und vierte Korn gewonnen wird; allein der Wiesenwachs fehlt. Uebrigens ist noch hier eine lutherische, reformierte und katholische Kirche. 1765 zählte man 502 Einwohner, als: 110 Männer, 123 Frauen, 102 Söhne, 121 Töchter, 1 Geselle, 7 Knechte, 8 Jungen, 30 Mägde; und 1776 nur 76 Hauswirthe. Sie haben ihre meiste Nahrung aus dem Ackerbaue und der Viehzucht.“ (Vergl. die„Histor. Beschreibung“ der Freiheit Castrop auf S. 35 des Buches„Beistäge zur Geschichte der Stadt Castrop“. vinghausen, Frolinne, Merklinne, Holthausen Obern=Castrop, Sodingen und Rauxel; zum neuen Gericht hingegen, außer verschiedenen Einwohnern der ebengenannten Dörfer und Bauerschaften, noch die Dörfer Habichhorst und ein Theil von Pöppinghausen an der Emscher und von Bladenhorst, 1 Std. von Castrop und 2½ Std. von Bochum, mit einem Rittersitze und einer Capelle. Außerdem noch folgende vier Rittersitze, als: Giesenberg oder Gysenberg, 2 Std. von Bochum; Goldschmeding, 2 Std. von Bochum, nahe bey Castrop; Schadeburg, 2 Std. von Bochum und ½ Std. von Castrop westwärts und Vörde, 2 Srd. von Bochum nordwärts, ohnweit der Einscher.“ Ein Testament aus dem Jahre 1792. Aus Familienpapieren des Das Frengericht Castrop. Das Freygericht und Kirchspiel Castrop, 4 Std. nordwärts von der Siadt Bochum, vird in das alte und neue Gericht eingetheilt. Zum alten Gerichte gehüren verschiedene Einwohner von nick, Berninghausen, BöSchuhmachermeisters Heinrich Brüggemann. Actum im Gericht Altcastrop, den 12. März 1792. Erschien der Georg Henrich.... und Anna Maria B...... und präsentierten eine unterm 21. Januar a. c. errichtete Disposition und respee Vereinigung. Auf Befragen sagten dieselben, Er, der B.... sei 52 Jahre alt und Sie, die Maria B... ohngefähr 60 Jahre alt und daß sie wechselseitig zu der jetzt überreichten Vereinigung und Disposition durch Licht oder Schmeichelei oder sonstgefährliche Art nicht verleitet, vielmehr ihre ungedrungene und ungezwungene, auch wohl überlegte Vereinigung sei und baten die präsentierte Disposition oder Vereinigung von Obrigkeitswegen gerichtlich zu bestätigen. Nachdem nun selbige beiden Teilen nochmalen vorgelesen und von selbigen überal genehmiget, so ist selbige von Obrigkeitswegen konfirmiert worden. Sigillumet actumutsupra. v. Essellen. Jörgen Heurich B. Handzeichen jif der Anna Maria B Wir haben in denen unter uns endesunterschriebenen Eheleuten Jurgen Henrich B..... und Anna Maria B. unterm 28ten April 1767 errichteten Ehepakten§ 4 festgesetzet, daß der oder die letztlebende Komparent derselben des Zuerststerbenden Güter haben und behalten solle, auch damit nach Gefallen schalten und walten möge, wobei es auch ferner verbleiben soll. Weil aber Gott unsere Ehe mit keinen Kindern gesegnet und wir besorgen, daß nach unser beiderseitigem Absterben unseres Nachlasses halber unter unseren nächsten Verwandten Streitigkeit entstehen möchte, So haben wir nach vorhergepflogenem Rat u. reiflicher Ueberlegung bei annoch, Golklob, vollkommenen Geistesgegenwart und Kräften gut gefunden, solgendes als unsere letzte Willensmeinung festzusetzen und zu verordnen, .) Behält, wie obgesaget, der Letztlebende das ganze Vermögen, es bestehe, wie es wolle, nichts ausgeschlossen, bis zu seinem SterLetage zum freien Genuß unter, kann auch, 28 falls es ihm an benötigter Pflege fehlen sollte, zu seiner Notdurft dasselbe angreisen: nach des letzteren Tode soll aber .) Unser ganzes Vermögen unseren beiderseitigen Vetter und Nichte Caspar.. aus Castrop und Gertrud B. aus Grumme ohne die mindeste Ausnahme anheimfallen, als welche beide hiermit und kraft dieses zu unsern alleinigen Erben benennet und eingesetzt sein sollen, dergestalt daß sie .) Auf unser Verlangen zu uns ins Haus kommen, in der Arbeit assistieren und, falls wir Alters oder Schwächlichkeitshalber nicht mehr arbeiten, uns die gehörige Pflege reichen, besonders aber in kränklichen Tagen allen Beistand leisten und verpflegen, auch sich miteinander, jedoch nicht ehender als mit unserer Bewilligung verheiraten sollen, wenn es sich .) Wider Verhoffen zutragen sollte, daß einer dieser instituierten Erben vor uns mit Tode abgehen, ehe die Heirat vollzogen, so behalten wir uns ausdrücklich bevor, daß der oder die Letztlebende einen anderen benennen und zu sich ins Haus nehmen könne, .) behalten wir uns ferner bevor, daß auf den Fall einer oder ander der instituierten Erben diese Erbschaft aufzunehmen oder demjenigen, was hierinnen verordnet, nachzukommen, Bedenken haben möchte, dessen Anteil demjenigen zufallen soll, welcher alsdann von uns benennet oder eingesetzt werden wird. Und da dieses alles unser ernstlicher Wille und Meinung ist und wir hierzu auf keine Art und Weise überredet, sondern aus freien Stücken hierzu bewogen werden, so erklären zugleich, daß, falls diese unsere letzte Willensmeinung nicht als ein zierliches Testament, demnach als ein Kodizill oder wie es sonst in Rechten am besten und bündigsten bestehen kann, gelten und angesehen werden soll; zu welchem Ende wir ein wohllöbliches Gericht zu Altcastrop geziemend allen dieses von Amts= und Gerichtswegen zu konfirmieren und darüber Testimoniales zu erteilen, zu wessen Feststellung wir dieses nach geschehener deutlicher und verständlicher Vorlesung und darauf erfolgter nochmaliger Genehmigung unterschrieben und unterzeichnet. Sogeschehen Castrop in unserer Behausung in der Stube hinter dem Kamin, den Diten Januar 1792. Jörgen Henrich.... sf daß die Ehefrau Jörgen Henrich B..... Anna Maria.... nebenstehende drei Krenzzeichen in meiner Gegenwart eigenhändig gezogen, weil Schreibens unerfahren, solches habe auf deren Verlangen altestion fasen, Ch. T. Bordeling. als Zeuge. A sie Ehelente Georg B. laut beigefügtem abschriftlichen Protokolli vorstehende Disposition nach vorheriger deutlicher Vorlesung nochmals genehmiget, So wird selbige gebotenermaßen hiermit von Obrigkeitswegen in allen Punkten und Klauseln bestätiget. Urkundlich des Gerichts Unterschriften und beigedrückten Gerichtssiegels. So geschehen im Gericht Altcastron, den 12. März 1792. Frid. von Essellen. SSasgag SASSRRSS SSSSEEE SgE,SSRSRASSS S 3 STISEMSSRRSOETSOSSSg„ souunxGraßfa -a SSOgS, S S 8 3 SSÄBSSS * c„„*** Zeitschiift des Verens Hemnatpslege furschhopund Nr. 7 Castrop, den 15. Juni 1922 1. Jahrg. „Heimat! Dieses wundersame Wort ges hört uns Deutschen ganz allein, ist eine Perle in dem reichen Wortschatze unserer Spraché, die so herrlich zu malen weiß, die mit allen Wurzeln aus deutscher Erde heraufgespressen. ist, aus der es uns heraufklingt wie Abendsäuseln und dann wieder wie einherbrausendes Sturmeswetter. Kein Volk der Erde besitzt ein gleiches Wort, es ahnt aber auch nicht, was aus ihm für das deutsche Gemüt-hindurchzittert. Alle versonnene Innigkeit, die ganze Verträumtheit unseres eigensten Wesens, das Bodenständige, die heiße Liebe zu der Scholle, die uns geboren, dies alles flutet in diesem kleinen Wort zusammen: Heimat! Jauchzen und Wehmut, Mutterliebe und verhallendes Abendgeläut, so umweht es uns mennn sieses Wort an unser Ohr schlogt.“ August Trinius. im RuhrVon Rektor Schonelatte. Das Komitee für Naturdenkmalspflege in Ruhrkohlenbezirk hielt am 3. Aptil im Museum für Heimatkunde in Essen eine Hauxtversammlung ab, zu der auch unser örtlicher Verein einen Vertreter entsandt halte. Aus der Erkenntnis heraus, daß nur eine große umfassende Organisation die Aufgaben erfüllen kann, die das durch die Ausdehnung der Großindustrie gefährdete Gebiet an den Schutz der Natur und Heimat stellt, ist die Zahl der Vereine, die sich dem Komitee angeschlossen haben, im Laufe des letzten Jayres von 63 auf 103 gestiegen. Entsprechend war auch die Versammlung recht zahlreich besucht. Vorsitzender des Komitees ist der Verbandspräsident des Siedlungsverbandes Ruhrkohlenbezirk, Herr Mülhens. Auf dessen Anregung ist am 1. März d. Is. eine Interessengemeinschaft zur Förderung der Naturdenkmalspflege im Ruhrkohlenbezirk gegründet, die im engen Einvernehmen mit den Regierungsstellen und den Provinzorganisationen arbeiten will, und in der sich Vertreter aller Berufe und in Betracht kommender Organisationen zu gemeinsamer Arbeit zusammenfinden. Aus dem Geschäftsbericht ist ferner zu erwähnen, daß das Arbeitsamt Essen eine Polizeiverfügung der Düsseldorser Regierung zum Schutze der Weidenkätzchen, des Wacholders u. sonstiger gefährdeter Pflan zen erwirkt hat. Gewiß wäre auch für un. sern engeren Bezirk eine solche Verfügneg willkommen, die von unserer Feld= und Forst polizei als ein Fingerzeig für ihre Betätigung freudig begrüßt würde. Besonders dankbar würden unsere braven Bienenvölkchen in ihrem ihnen hier ohnehin erschwerten Daseinskampf den Schutz der Weidenkätzchen begrüßen. Sie erhalten in dem Blütenstoub die erste Frühlingsnahrung für ihre Brut und müssen es immer wieder ansehen, wie durch das sinnlose Abbrechen der Weidenzweige, die manchmal bündelweise nach Hause getragen werden, ihnen diese wichtige Nahrungsquelle entzogen wird. Auch der Minister für Landwirtschaft hat eine Anzahl Pflanzen und Vögel unter Schutz gestellt. So begrüßenswert nun auch derartige Maßnahmen sind, sie werden wenig nützen, wenn nicht die Gesamtbevölkerung für die Erhaitung und Pflege des Naturschmuckes erwärmt wird. So lobenswert es auch ist, wenn die Eltern mit ihren Kindern an heiteren Sonntagnachmittagen hinauswandern, um sich zu freuen an Gottes schöner Natur, so verdienen doch die bitteren Tadel, welche mit rohet Hand vernichten oder vernichten lassen, was Allen zur Freude gereichen sollte. Daß seibst Schulklassen auf ihren Wanderungen solchen Vandalismus üben, wie in der Versammlung behauptet wurde, dürfte für unsere Gegend doch wohl nicht zutreffen. Im Anschluß an den Geschäftsbericht hielt Realschullehrer Höppner aus Crefeld einen interessanten Vortrag mit Lichtbildern über aussterbeude Pflanzen am Niederrhein. Nordische, Atlantische, Mittelmeer= und Pontische Pfianzen= 25 arten sieht man hier vertreten, die in versteckten Winkeln niederrheinischer Moore ihre Blütenfülle dem entzückten Auge des Naturfreundes darbieten. Durch die fortschreitende Verlandung der Moore in Verbindung mit der vordringenden Industrie finden immer mehr dieser Pflanzentypen ihren Untergangwenn diesem nicht in planmäßiger Arbeit vorgebeugt wird. Das lenkt unsere Gedan ken wieder auf die heimischen Verhältnisse, Auch unserem hügel= und waldumrandeten Städtchen hat die beherrschende Großindustrie schon so vieles von seinen Naturschönheiten geraubt und bedroht weitere dieser Schmuckstücke mit Vernichtung. Heute sei nur aus ein Wahrzeichen vergangenen Herrlichleit der Blick gerichtet; es ist der verödete Bergabhang am Hause Kallenberg in Obercastror. Dort, wo noch vor einigen Jahren üppiges Grün des Laubwaldes unser Auge erfreute, sehen wir jetzt braunes, reizloses, unfruchtbares Gelände. Wie man hört, ist der beabsichtigte Zweck dieser Verschandelung inzwischen aufgegeben. Sollte es nicht möglich sein, die Besitzerin für eine Wiederbepslanzung des Abhanges zu interessieren und so unserer Stadt ein wesentliches Stück seiner Schönheit wieder zurückzugeben? Ueberall regen sich fleißige Hände und helfen sich im muntern Bund, um dem gefährdeten Industriebezirk die verbliebenen Naturschönheiten zu erhalten. Möge auch bei uns jeder an seinem Teile dazu beitragen, der Heimat ihr heimisches Gepräge zu erhalten, Allen zum Genuß. Plattdeutsch. Gedanken zur Pflege unserer heimischen Mundart. Von Kaplan Franz Tilli, Castrop. Inmitten einer Welt von Eisen und Ki von Hüttenrauch und Hüttenlärm(ämpst Industriemensch einen harten Kampf um tur und Leben. In der Industrie ist alles in strebender Entwicklung. Das Industrie kohle, der Ra 6 S a SGS S 9S u. S 35ET * S BE —*g EE• Sg SPSTESRESSEESRSC ½2 8 Oansscdawsäh „Heimakblätter“. Zeitschrift des Vereins Heimatpflege für Castrop und Umgegend. leben ergibt sich aus Verwischungen des Land lebens und Hineintragung großstädtischer Leensformen. Was die Industriestadt vom landleben gerettet hat, ist nicht mehr typisch. Ules litt unter dem Zuschnitt der Industrie. 's ist ein wahres Wort, daß die Industeic ie Poesie vertreibe. Die Schönheit und Ruhe des Landlebens, der dörfliche Friede mit all seinem stillen Menschenglück verschwinden für immer mit dem Einzuge der Industrie. Sie verändert nicht nur das Angesichzt der Erde, sondern auch die Seelen der Meuschen, die Eigenart der Bewohner der Landschaft, von der sie Besitz nimmt. Viel echtes Volksgut geht dabei verloren. Auch dic ererbte Mundart verliert durch die starke Bewegung der Massen immer mehr an Boden. Immer mehr sterben Ausdrücke und Redensarten, Sprüche und Redewendungen, in denen die Seele der Heimat lebt. Mit jedem verschollenen Wort und Brauch schwindet aber ein Gruß von den Altvordern, und unsere hastende Zeit, die so eifrig bestrebt ist, flüchtige Eintagsregungen in Bild und Schrift zu verewigen, läßt achtlos weiter untergehen, was Jahrhunderte prägten. Leider ist es so schwer, Sinn und Verständnis für die mannigfachen Gebiete der Volkskunde und Heimatpflege in weiten Kreisen unseres Volles zu wecken und zu vertiefen. Gewiß, die Zeiten sind ernst und schwer und schlecht. Aber die Zeiten werden von den Menschen gemacht. Und es kann wieder besser werden, wenn wir wieder zu der alten Sitte und Art, zu der alten Sprache und Bieverkeit zurückkehren, in der unsere Vorfah#ren bessere Zeiten erlebt haben. Die Wiedergewinnung und Erhaltung des echten, heimat lichen Volkstumes kann vor allem nicht ohne die sorgfältige Pflege der heimatlichen Sprache erhofft werden. Sie ist mit der Eigenart des Volksstammes innerlich verwachsen. Wollen wir der Seele des Volkes auf den Grund sehen, müssen wir es in seiner angestammten Mundart sprechen lassen. A Lange hat man diese Notwendigkeit nicht #erkannt oder auch nicht gewollt. Der neuAgeitliche Materialismus mit seinem rückOsichtslosen Verlangen nach Gewinn und Genuß und damit verbunden der sich kalt überhebende Geist der Ueberbildung haben uns Iglauben gemacht, die Sprache des Landbewohners in ihrem schlichten, natürlichen KleiAde sei die Sprache des Ungebildeten. Sie bekam die verächtliche Bezeichnung„plattdeutsch“, angeblich, weil sie die Sprache des platten Landes sei. Sicher wollte man aber damit etwas Gewöhnliches, Plumpes oder Grobes zum Ausdruck bringen. In ihrer eigenen niederdeutschen Heimat fing man an, sich der niederdeutschen Mundart zu schämen. Man hielt sie für eine Entartung des Hochdeutschen. Und doch ist die niederdeutsche Sprache ursprünglich eine voll ebenbürtige Schwester der hochdeutschen, die nur den Vorteil voraus hat, daß sie, durch besondere Um#####stände begünstigt, zur herrschenden SchriftAsprache sich entwickeln konnte. Bis zum An* fang des 16. Jahrhunderts war im Norden Deutschlands die niederdeutsche Sprache ganz allgemein die alleinige Schrift= und Umgangssprache. Ueberall, in Familien und auf der Straße, auf der Kanzel und in den Gerichtsstuben sprach man plattdeutsch. Das Hochdeutsche wurde hier als Fremdsprache betrach####tet. Die mächtige Hansa schuf sich in der niederdeutschen Sprache eine gemeinsame Handels= und Verkehrssprache. Wenn auch die Kirche das Latein im Gottesdienste und in der kirchlichen Wissenschaft bevorzugte, so war doch die mittelalterische Predigt deutsch. In Westfalen predigte man allerdings in der letzten Zeit des Mittelalters zuweilen in lateinischer Sprache; aber dies geschah nur vor dem Klerus, welcher diese Sprache verstand, ferner noch bei den feierlichsten Gelegenheiten, wo neben dem Klerus auch das Volk zuhören mochte. Sonst aber wurde vor dem Volke immer plattdeutsch gepredigt, in Pfarrkirchen, sowohl wie in den Klosterkirchen. Wenn ein fremder Prediger, wie Johann von Capristano, im Jahre 1454 durch Deutschland zog, so ließ er seine lateinische Predigt durch einen anderen auf deutsch wiederholen(Landmann, Predigtwesen in Westfalen.) Ursprünglich hatte das Niederdeutsche eine reiche Literatur. Das hervorragendste Erzeugnis derselben ist das aus dem 9. Juhrhundert stammende, altniedersächsische Heldeagedicht auf den Erlöser, der„Heliand“. Viel Beachtung fand auf niederdeutschem Boden die Heldensage, die von dort in die nordischen Länder wanderte. Aus der mehr geistlichen Literatur des 14. und 15. Jahrhunderts ragen hervor die niederdeutschen Predigten des Münsterschen Predigers Johann Veghe(gest. 1504). Seit Prof. Jostes=Münster sie veröffentlicht hat, wird der Verfasser mit Ehren in der Geschichte der mittelalterlichen Literatur genannt. Aus der weltlichen Literatur ist besonders zu nennen die nach dem Niederländischen geschaffene Bearbeitung des„Reinke de Vos“(1498) und das echt niederdeutsche Volksbuch,„Till Eulenspiegel“. Zahlreiche andere Werke, hervorragende Gesetzbücher, Chroniken und Dramen hat sie hervorgebracht. Leider verschwand das Niederdeutsche allmählich aus der deutschen Literatur. Mancherlei Gründe haben diese beklagenswerte Erscheinung verursacht. Schon der Sieg der Franken über die Sachsen gefährdete die heimische Mundart. Der Einfluß fremder Art und Sitte wurde im Laufe der Jahrhunderte in unserer Heimat immer stärker. So kam auch die niederdeutsche Sprache in Verruf. Sie wurde langsam zurückgedrängt auf den praktischen Bedarf des alltäglichen Lebens und bald auch auf die ungebildeten Stände. Um die Mitte des 17. Jahrhunderts stand sie so verachtet da wie nie zuvor. Zwar nahm sich um diese Zeit der Rostocker Prosessor Laurenberg noch einmal seiner geliebten plattdeutschen Muttersprache an und schrieb seine bekannten Scherzgedichte(1652), Aber der Niedergang war nicht mehr aufzuhalten; der 30jährige Krieg machte der niederdeutschen Literatur ein Ende. Im Jahre 1621 wird zu Goslar die letzte niederdeutsche Bibel, 1630 zu Hamburg das letzte niederdeutsche Gesangbuch gedruckt. Volle zwei Jahrhunderte, von der Mitte des 17. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts, hat es gedauert, bis das Niederdeutsche eine literarische Auferstehung erleben durfte. Es hat zwar nie an Männern gefehlt, die für seine Wiedererweckung eintraten. Ihr Wort verklang ohne Nachhall. Erst in dem niederdeutschen Dialektdichter Klaus Groth erstand der Ritter, dem es gelang, das schlasende Dornröschen zu wecken. Er gab nämlich 1853 seinen„Quickborn“ in dithmarsischer Mundart heraus. Ihm folgte bald der große meck26 lenburger Erzähler und Humorist Fritz Reuter, der mit dem vielverachteten und verwilderten Plattdeutsch Dichtungen schuf, die weit über das Sprachgebiet des Niederdeutschen gelesen und bewundert wurden. Diesen Heimatdichtern folgten viele andere, wie Fricd: Wilh. Grimm, Augustin Wibbelt, John Brink mann, Ferdinand Krüger, Ludwig Schroeder, Hermann Wette, Karl Wagenfeld, Karl Prümer etc. Es entstanden mancherorts plattdeutsche Vereine, die sich die Pflege der plattdeutschen Sprache und Literatur zur Aufgabe machten und heimische Art und Sitte schützen und neu beleben. Dem bekannten„Verein für niederdeutsche Sprachforschung" in Hamburg verdanken wir unter anderem auch die Herausgabe eines Wörterbuches der westsalischen Mundart von Friedrich Woeste. So haben wir wieder eine niederdeutsche Literatur, die allerdings Dialektdichtung ist und bleiben wird, gespalten in viele Mundarten. Aber diese Mundarten sind so nahe verwandt, daß, wer eine beherrscht, auch die anderen leicht versteht. Einige Schwierigkeiten bereitet immer noch die plattdeutsche Rechlschreibung. Schon Jahrhunderte bewegt diese Frage alle Niederdeutschen, die plattdeutsch lesen und schreiben. Soll eine Sprache wachsen und blühen, so bedarf sie notwendig einer bestimmten, einheitlichen Rechtschreibung, die alle die lebensfähigen Mundarten derart berücksichtigt, daß z. B. der Westfale den Mecklenburger ohne viele Schwierigkeiten und Mißverständnisse lesen kann, auch wenn jeder in seiner Mundart schreibt. Damit nun unser Platt nicht völlig dilletantischer Willkür ausgeliefert bleibt, hat vor nicht langer Zeit eine Tagung niederdeutscher Sprachgelehrter, Schriftsteller und Verleger in Lübeck Richtlinien für eine einheitliche plattdeutsche Rechtschreibung aufgestellt. Hoffentlich sind damit einer allgemeinen Verständigung die Wege geebnet. Bedeutet denn dieses alles nicht eine Auflehnung gegen unsere hochdeutsche Schriftsprache? Soll damit wieder das Band gelöst werden, das unsere großen Dichter mit ihren Werken um alle deutschen Stämme geschlungen haben? Keineswegs! Wir freuen uns unserer einheitlichen hochdeutschen Literatursprache und sind stolz auf sie und wollen sie hegen und pflegen als ein teures Nationalgut. Aber damit ist nicht gesagt, daß die deutschen Mundarten und zumal die so reichen und kraftvollen niederdeutschen Mundarten zugrunde gehen sollen. Der anerkannt hohe Wert des Niederdeutschen gibt der niederdeutschen Literatur ohne weiteres Bedeutung und Berechtigung. Kenner der deutschen Literatur haben anerkannt, daß im Dialekt eine lebendige Quelle echtesten Volkstumes sprudelt, und daß in ihm viel altes köstliches Sprachgut geborgen liegt. Heute werden immer mehr Stimmen laut zur Ehrenrettung des Plattdeutschen. Man besinnt sich wieder auf die Schönheit und den Reichtum dieser Sprache. Sie ist eben eine lebendige, wirklich gesprochene Sprache, die in steter Verbindung mit dem wirklichen Leben steht. Darum ist sie so reich an Bildern und Vergleichen, an humorvollen Ausdrücken und Wendungen und an sprichwörtlicher Weisheit. Sie hat die neuhochdeutsche Lautverschiebung nicht mitgemacht und hat sich darum 5 2 S E 8 Seg #Sgg#e DSgs-s S 5 9. 6— * E 5 S S 8g0 8— 2 .5 80 GZGEENUEE GIET *CF *DEE S 268511 Ss BS SS s SaPg, Eng AE □O K— — Zeitschrift des Vereins Heimarpflege für Castrop und Umgegend. einen älteren und auch wieder jugendlichen Charakter bewahrt, weil sie aus der Jugendzeit unseres Volkes stammt. Die hochdeutsche Schriftsprache muß immer wieder, will sie nicht blutleer und volksfremd werden, auf die mundartliche Volkssprache Rücksicht nehmen. Jeder bedeutende Schriftsteller hat darum, wie es auch Luther getan,„dem gemeinen Mann aufs Maul geschaut". Von der niederdeutschen Sprache sagt Adolf Erdmann in den„Internationalen Literaturberichten“(1899):„Nur äußerlich war sie geschändet, innerlich war sie lauter und rein geblieben, nach wie vor die Trägerin und Hüterin der Würde des Volksmundes. Sie hatte es nicht nötig, sich vor ihrer hochdeutschen Schwester zu verbergen; war sie doch der Marmor, aus welchem das Bild der vornehmeren Schwester gemeißelt worden". Rudolf von Gottschall sagt in seiner Poetik:„Der Dialekt hat etwas Knospenartiges, Mädchenhaftes; der nur halb erschlossene Genius der Sprache schlägt in ihm sein träumerisches Auge auf.“ Der Wert des Niederdeutschen für unsere deutsche Sprache verlangt es, daß sich unsere Literatur wieder mehr seiner annimmt. Das Plattdeutsche muß literarisch gepflegt werden. Eine volkstümliche, vom Volk gelesene Literatur muß es in seiner Eigenart erfassen und sich entwickeln lassen. Nicht darf man sich darauf beschränken, den Dialekt nur für die Heimatkunst und im Dienste der Heiwatpflege gelten zu lassen. Unsere vielgepriesene, neuzeitliche Heimatpflege ist zudem nicht freizusprechen von einem großen Teil Schuld an der Gleichgültigkeit gegenüber unserer alten Heimatsprache. Auf allen nur möglichen Gebieten war sie tätig; die Wichtigkeit der Sprachenpflege hat sie nicht gebührend beachtet. Auch die plattdeutschen Abende, die heutzutage in Stadt und Land veranstaltet und auch gern besucht werden, lassen bei voller Anerkennung der guten Absicht vielfach ein tieferes Verständnis für den hohen Wert des Niederdeutschen vermissen. Man trägt dabei meistens nur plattdeutsche Witze und Spisse vor, und beim Zuhörer bleibt dann die Meinung haften, als ob das Platte bloß zu Narrenpossen tauglich sei. Wir müssen wieder Heimarfeste feiern, die von der ernsten und sorgenden Liebe zur Heimat getragen sind und zu einer gesunden und kraftvollen Heimatbewegung führen, die dann auch die alte Volkssprache in ihrer erhabenen Schönheit, ihrem heiligen Ernst und ihrer schlichten, urwüchsigen und reinen Art uns wieder näher bringen. Die neue Heimatbewegung will nicht alte Trachten wieder anlegen und alte längst vergessene Gebräuche wieder einführen, nein, sie sucht die Seele des Volkes. Dazu ist aber auch notwendig, daß man das Volk sprechen läßt,„wie ihm der Schnabel gewachsen ist". (Schluß folgt.) Die alten des ehemaligen Rittergutes Henrichenburg. Von Dr. Adolf Dorider. Verfolgt man den Lauf der Emscher durch das alte Emscherbruch, so stößt man auf eine überraschend große Anzahl ehemals adeliger Häuser, die den Lauf des Flusses zu beiden Seiten begleisen"). Wie die übrigen Siedelungen, so sind auch diese festen Häuser der Rittergeschlechter im Sumpfgebiet der Euscher relativ jungen Ursprungs. Denn erst, als die nördlich und südlich der Emscher gelegenen fruchtbaren Höhenrücken keinen Raum mehr boten, drangen unsere Altvordern in die Emscherniederung ein. Die Schutzlage, die dieses Sumpfgebiet von Natur aus bot, lockte besonders die adeligen Herren zur Anlage fester Burgen. Zu diesen adeligen Häusern an der Emscher gehörte auch der ehemalige landtagsfähige?) Rittersitz Henrichenburg'), und er war nicht der unbedeutendste unter den adeligen Sitzen hiesiger Gegend. 41 Bauern und Kötter') mußten ihm vordem zinsen und fronen. Ferner führt ein altes Verzeichnis„der frehadeligen Güter des Vestes Recklinghausen", das von den beiden Ständen Ritterschaft und Städten für steuerliche Zwecke aufgestellt war, Henrichenburg neben den adeligen Häusern Herten, Westerholt und Horst in der ersten Steuerklasse auf. Im folgenden sollen uns nur die Besitzverhältnisse des Hauses Henrichenburg beschäftigen, und diese haben sich im Laufe der Jahrhunderte häufig geändert. Denn Henrichenburg teilt mit den meisten adeligen Häusern der Umgebung das Schicksal, daß die Stammfamilie sehr früh ausstarb, und auch in der Folge die Besitzung verschiedentlich ihren Besitzer gewechselt hat. Genaueres über die Zeit und Umstände der Entstehung des Rittergutes Henrichenburg läßt sich nicht ermitteln. Man nimmt an, Henrichenburg sei durch Teilung eines benachbarten Adelsgutes entstanden. Nach der einen Version soll es vom Hause Ickern abgetrennt sein. Nach der andern Ueberlieferung hat es ursprünglich den ehemals sehr mächtigen Herren von Oer gehört und soll die Vorburg ihres Besitzes Horneburg gebildet haben. Das ursprüngliche Geschlecht der Herren von Henrichenburg scheint schon sehr früh erloschen zu sein. Ein Arnold von Henrichenburg findet man erwähn in den Jahren 1263, 1288 und 1290. *) Vergl. hierzu des V. Jussatz „Von der Emscher und dem Emscherbruch“, Castroper Zeitung vom 23. April 1921, Nr. 94. *) D. h. der Inhaber hatte Sitz und Stimme auf dem Landtage des Vestes Reckling= hausen. Das Vest Recklinghausen, bis zum Jahre 1803 zu Kurköln gehörig, bildete ein eigenes Territorium. *) Vom ehemaligen Schlosse sind weder Ruinen noch Grundmauern übrig geblieben. An der alten Chaussee Datteln—Castrop lag es etwa dort, wo gegenüber der Wirtschaft „Zur Mühle“ heute in einer Wiese, Stügg genannt, ein alter Schafstall einsam und verlassen steht, den man vielleicht noch als Zeugen versunkener Herrlichkeit ansprechen könnte. *) In den Kirchspielen und Bauernschaften Henrichenburg, Habinghorst, Oberwiese, Suderwich. vergl. dazu des Verfassers Aufsatz „Grundherrliche Lasten Habinghorster Höse und der Habinghorster Gemeinheit in alter Zeit". Castroper Zeitung vom 20. Juli 1921, Nr. 6 und vom 28. Juli 1921 Nr. 174. 27 Im folgenden Jahrhundert befindet sich Henrichenburg im Besitze der Famtlie von Düngeln. Dieses ritterbürtige Geschlecht stammte vom Düngeler Hof, der gelegen war am Emscherbruch in der Freiheit Castrop. Die Familie war damals weit verzweigt. Im 14. Jahrhundert sitzt eine Linie auf Bladenhorst, eine zweite auf Ickern, eine dritte auf Henrichenburg. Durch Kauf ging dann im 15. Jahrh. Henrichenburg in den Besitz des Geschlechtes von Ulenbrok über. Die von Ulenbrok haben aber auch schon vordem Ländereien in Henrichenburg besessen. Die Vormünder einer Elsken von Ulenbrok erstanden Haus Henrichenburg von den Düngelern für ihr Mündel. Dieses Elsken von Ulenbrok heiratete einen gewissen Arndt, Herrn zu Gysenberg, der 1500 oder 1591 gestorben ist. Damit kam Heurichenburg in den Besitz der Gysenberger'), die es von allen Besitzern am längsten innegehabt haben. Der letzte männliche Sproß aus der Familie der Gysenberger, Adolf Arnold, Robert von Gysenberg, Domkapitular zu Hildesheim, setzte im Testamente vom 30. März 1725 den Gemahl der Enkelin seiner Schwester, Joseph Clemens August von Westerholt zum Haupterben ein. Das Testament ist erhalten. Klöster, Anverwandte, Dienerschaft werden mit Legaten in verschiedener Höhe bedacht. Interesse beanspruchen dürfte, daß die Pastorat Henrichenburg 500 Reichstaler bekam. Dafür hatte der Pastor wochentlich am Dienstag eine Messe für den Testator zu lesen und außerdem jährlich am Todestage ein Jahresgedächtnis zu halten. Die Kirche erhielt 200 Reichstaler, die Hausarmen des Kirchspiels empfingen 500 Reichstaler. Nach dem Tode des genannten Joseph Clemens August von Westerholt(1767), ging das Gut Henrichenburg in den Besitz seiner Tochter Wilhelmine, Friederike Frauziska über, die den Freiherrn Ludolf Friedrich Adolf von Boenen heiratete. Die Letztgenannten verkauften laut Kaufbrief vom 24. September 1775°) das Rittergut Henrichenburg an die„hochwürdigste und durchlauchtigste Fürstin und Frau Franziska Christine, Fürstäbtissin zu Essen etc.“ für 108000 Taler. Damit dieser Verkauf gültig wurde, mußten dazu ihre Genehmigung erteilen: .) Der Kurfürst von Cöln als Lehnsherr des Rittergutes; .) der König von Preußen wegen der in Märkischen gelegenen Besitzungen des Hauses Henrichenburg.(Diese lagen in den Gemeinden Ickern und Habinghorst.) .) der Abt von Werden wegen seiner an dem mitverkauften Hofe Strathausen habenden Rechte.(betrafen Kornlieferungen.) *) Eine Geschichte der Familie von Gysenberg soll demnächst gegeben werden. * An der Stelle, an der das Schloß Henrichenburg gestanden hat, spukt es natürlich. Dort erscheint z. B. um die Mitternachtsstunde das Klüngellieschen. Außerdem liegt dort der Sage nach ein Goldschatz vergraben, auf den sich die Westerholter in jenem Kaufbrief das Eigentumsrecht vorbehalten haben sollen 95 85 85 5 * 5 K 83 □ u 8 * S 92 25 S 9 8 s # * 8 S 5 95 99 * 5 2 * S 5 ** 90 5 # 0 0 6 * m C9 35 9 5 S 2 92 S 8 S 950 S 95 95 S 9 — S # 8 8 220 #n 9 S 9 # 8 S 8 E7 22 * 8 S 9 S 55 * * S— 2 8 8 K — 3 Hense Einn Fel= Gclope. Zenlung Nr. 139. Aus Castrop und Umgegend. ∆ Der Gaspreis wieder erhöht! Die Teuerung und die Lohnerhöhungen veranlaßten zwischen der Zeche„Graf Schiverin“ und dem die Stadt Castrop bekanntlich mit Gas versorgenden Dortmunder Verbands=Elektrizitätswerk den Abschluß eines neuen Vertrages durch den der Teuerungskoeffizient von 0,1 auf 02 erhöht wurde. Diese Zahl bedeutet, wie unseren Lesern aus früheren Abhandlungen, die wir über die gleiche Materie brachten, die Zahl der Pfennige, um die der Rohgaspreis je Kubikmeter für jede den Friedenskohlenpreis von 13 Mk. übersteigende Mark erhöht wird. Entsprechend dem Koeffizienten 0,1 für die Rohgaslieferung wurde s. Zt. durch Schiedsgerichtsverfahren der Teuerungskoeffizient für die Gebrauchsgasabgabe auf 0,35 Mk. festgesetzt. Das Werk hielt nun diese Ziffer für zu niedrig und beantragte eine angemessene Erhöhung. Nach Lage der Dinge und Einholen von Gutachterauskünften hat der Magistrat der Stadt Rauxeler Neueste Nachrichten. Bladenhorster Samstag, den 17. Juni immen. Die Berechnung des Gasprei= eilzchtrgsenöge, ähnlich wie 1910 zu diesen, Zweche sich nunmehr wie folgt: ein angemessene Summe auszuwerfen. Die Recheitiger Kohlenpreis 1177 4 nungsablage und alle übrigen Belegstücke stehen Teuerungskoeffizie .45 zuzustimmen. ses gestaltet zeitiger Friedens=Kohlenpreis 13 M 1164 M40 &X Teuerungskoeffizient 0,45# 524 M alter Gaspreis(Mittel) 13.#4 Sa. 537 M4 gern und Beamten bestehenden Rechnungsausschusses erfolgten Prüfung und Billigung der Rechnungsablage hervorgeht, eine Einnahme von 162 044,48 M zu verzeichnen, der eine Ausgabe von 41 294,15 M gegenübersteht, sodaß ein Reinüberschuß von 12075033 M zur Verwendung für die Zwecke der„W..“ zur Verfügung steht. Das ist gewiß ein recht schönes Ergebnis, mit dem schon manche Not gelindert und manche Träne getrocknet werden kann, sodaß alle Mitwirkenden bei den Veranstaltungen und in den Ausschüssen, sowie alle anderen Personen, die am guten Gelingen der„W..“ mitgeholfen haben, des Dankes all der vielen Armen gewiß sein dürfen, die aus diesem Fonds eine Unterstützung erhielten. Um nämlich einer weiteren Entwertung des Geldes vorzubeugen, ist bereits gestern nach übereinstimmendem Plane der Armendeputation und des Verteilungsausschusses über die Gelder verfügt worden. 60000 MA sollen zur Ausstattung des Städtischen Altersheims verwandt werden. Das ganze übrige Geld wurde an die Ortsarmen verteilt und zwar empfingen 110 Familien je 500.4 In der auch für Verfügung zu sollen ersucht werden, ähnlich wie 1919 zu diesem Zwecke Erzeugnis beizubehalten. Freilich„Das Geheimnis des Klosters“ klingt sensationeller, wird aber von weiten Kreisen der Bevölkerung als recht abgeschmackt, um nicht direkt zu sagen, beleidigend, empfunden. Den Hauptinhalt der Vorführungsfolge bilden die 11 Akte des Riesen=Filmschauspiels„Der Eisenbahnkönig“, die für Sensationsliebhaber das Menschenmöglichste bringen und mal wieder so recht zeigen, welche technischen Möglichkeiten der Kurbelkasten und die zappelnde Leinwand bieten. Eine Lustspieleiglage sorgt für die nötige Abwechselung im Programm. Aus dem Polizeibericht. Im Ledigenheim auf der Kottenburgerstraße wurden einem Bergmann durch einen Zimmerkollegen Stiefel. Schuhe. Wäsche usw. gestohlen. Der Dieb hat nach der Tat das Weite gesucht und ist flüchtig geworden, sodaß er noch nicht ermittelt werden konnte. ( Neue Lohnbewegung der Straßenbahner. Die Straßenbahnerorganisation hat den Lohntarif der Gruppen Dortmund, Essen, Elberfeld zum 15. d. M. gekündigt. Es wird eine Lohnbelfest so glänzend werden, wie Habinghorst## Rauxel noch keines gesehen hat. An allen tagen finden auf dem Sportplatz an der Au straße, damit auch die Kinder und die Jugend ihrem Rechte kommen, große Volksbelustigung statt. Zum Ehrenkomite des Jubelfestes, der d feiernden Verein in jeder Hinsicht mit Rat n Tat zur Seite steht, gehören die Herren: werksdirektor Russel, Bergwerksdirektor Hu melsiepen, Bergwerksdirektor Grauenhorst, Ar mann Schulze, Polizei=Inspektor Möller, Be meister Liekweg, Betriebs=Inspektor Waskön Grubenverwalter Heckmann Bauunternehm Dreyer, Banunternehmer Bögerbar, Banuntnehmer Köster, Bauunternehmer Voigt, Betriel führer Hoppe, Betriebsführer Klein, Neutmeist Witte und Obersteiger Warnebier. Da der Be ein sich durch Unterstützung von durch Krankh und sonstige Röte in Bedrückung geratenen Ber leuten ein großes soziales Verdienst erworb hat, so sei ihm seitens der Einwohner von 5 binghorst, Bladenhorst, Raurel, Ickern. He zulage von 5 A die Stunde verlangt, außerdem richenburg und Castrop ein recht za an alle Straßenbekner und eine Venderung des lutd gezuknicht und zwar vor allem in der Ho zwecks Einsichtnahme von Interessenten während der Dienststunden im Armenbureau zu jedermanns Verfügung. 8„Zur Erntestund.“. Der Plan, dieses einzig schöne Kunstwerk Eckerts in Herne nur bis zum 15. Juni aufführen zu lassen, mußte bei dem Sturm der Begeisterung, den die bereits fünfZur Erhebung gelangt dieser vom Werk nach malige Darstellung in Herne und Umgegend entunten abgerundete Gaspreis in Höhe von.35 fesselt hat. abgeändert werden. Der Charitas= Mt. je Kubikmeter bei der nächsten Gaskosten= verband sieht sich genötigt, noch eine Samstagseinziehung(Junirechnung), während für die Mai= und Sonntagsaufführung anzuschließen. Der Berechnung die Berechnung noch nach dem alten ginn ist pünktlich 8 Uhr festgesetzt, damit der Koeffizienten erfolgt und sich der Gaspreis auf Heimweg für die auswärtigen Besucher rechtzei.20 je Kubikmeter beläuft. Gegen diese Gas= tig angetreten werden kann. preisfestsetzung läßt sich, so empfindlich sie die### Der Paderborner=Verein Castrop=Rauxel Taschen des Einzelnen treffen, angesichts der feiert am Sonntag, den 18. Juni, nachmittags ab ständig in die Höhe gehenden Rohmaterialienpreise und Löhne und Gehälter nichts sagen. Bereits im Mai bezahlten, um nur einige höhere Beispiele aus der Umgegend zu nennen, Herne 450 M, Lünen.50 MK. Weitmar.95 M, Wanne .07„4 und Gelsenkirchen.10 M. Die Junipreise werden voraussichtlich auch hier die Castro= per Gaspreise übersteigen, da die genannten Werke durchweg zur Aufrechterhaltung der Rentabilität mit Erhöhungen rechnen. I Auch das Wasser wird teurer! Das Wasserwerk für das nördliche Westfälische Kohlenrevier in Gelsenkirchen, dem bekanntlich das Castroper Wasserwerk untersteht, hat angesichts des Heraufgehens von Lohn= und Materialpreisen mit Schreiben vom 15. Mai eine anderweitige Regelung des Wasserpreises verlangt und zwar wollte es außer einer Erhöhung der Kohlenklausel auf 009 Pfg. je Kubikmeter(bisher.07) eine Lohnklausel neu eingeführt wissen, die den Wasserpreis je ebm um 03 Pfg. je 10 Pfg. erhöhen soll, um die der Stundenlohn für gelernte Handwerker nach dem zeitigen Lohntarif mehr als 4 Mk. beträgt. Nach diesem Vorschlage wäre der Wasserpreis auf.94.4 je ehm für den Mindestverbrauch und auf 2,79 N je ehm über den Mindestverbrauch gestiegen. Durch Verhandlungen wurde erwirkt, daß das Werk auf die neue Lohnklausel verzichtet. Dafür mußte ihm zwar eine Höhersetzung der Kohlenklausel von 0,09 auf 0,115 zugebilligt werden. Nach dieser Berechnung wird sich der Wasserpreis in Zukunft auf 2,91 M und 2,76 MA belaufen, während er bisher.95 MK bezw..80 M4 betrug. K Die Wohfahrts=Woche der Stadt Castrop hatte, wie aus der gestern seitens des aus Bür4 Uhr im Saale des Gesellenhauses sein diesjähriges Stiftungs= und Verbandsfest, das aus Konzert, Ball und Theater besteht. Alle Landsleute von Hörter, Warburg, Paderborn, Lippstadt und alle Bürger sind hierzu freundlichst eingeladen. 5' Im Metropoltheater erregt z. Zt. der Film „Tarzan“ allabendlich berechtigtes Aufsehen, weil er sowohl inhaltlich, als auch darstellerisch und szenisch sich fern von den so und so oft abgegrasten Gemeinplätzen des Kinos hält. Es ist ein so spannendes und überraschungsreiches Schauspiel, daß man nie mit Bestimmtheit weiß, was die nächste Szene zur Darstellung bringt. Die Geschichte ist eine äußerst interessante und gestützt auf die moderne anthropologische, geologtsche und geographische Forschung komponierte Robinsonade. die geschickt mit einem Detektivroman verquickt ist und so durch die Doppelfolge der Handlungen jeden Zuschauer von Anfang bis zum Ende gefesselt hält. Auf die beiden noch zu erwartenden Fortsetzungen darf man wirklich gespannt sein. Sie bringen das Einfügen des Urwaldmenschen in die zivilisierte Welt und versprechen somit eine neue Fülle interessanter Geschehnisse. Der fünfaktige Sensationsfilm„Der große Dieb“ und das sechsaktige historische Drama Louise de Lavalliere“ vervollständigen den 19 Akte aufweisenden glänzenden Spielplan. (9 Die Roland=Lichtspiele bringen z. It. die Verfilmung der bekannten Novelle„Das Kloster von Sendomir“ von Franz Grillparzer. Es gießt die spannende Handlung der immer noch gern gelesenen Geschichte in einen äußerst anziehenden Rahmen; schade, daß die Filmherstellerin nicht pietätvoll genug war, den Titel der Novelle ihrem straßenvahner und eine Aenderung des Urlaubsabkommens. Der Arbeitgeberverband hat alle Forderungen bis auf die letzte unter Hinweis auf die ungünstige wirtschaftliche Lage abgelehnt. G' Erweiterung der Amtsgerichtzuständigkeit. Der Reichsinstizminister hat den Blättern zufolge dem Reichstag den Entwurf eines Gesetzes zugehen lassen, der die Grenze der Amtsgerichtszuständigkeit von 3000 M auf 10.000 fA erhöht. Gleichzeitig soll die Berufungssumme von 300 M auf 1500 A erhöht werden. Ein weiterer Vorschlag liegt vor, die Revisionssumme für die ans Reichsgericht gelangenden Zivilsachen von 10000 auf 20000 Al zu erhöhen. □ Merklinde=Bövinghausen.(Elternbeiratswahlen.) Für die katholische Schule hierselbst ist nur ein Wahlvorschlag beim Wahlvorstande eingegangen. Die Kandidaten der eingereichten Liste gelten somit als gewählt. Aus dem Emschertal. Rauxel=Habinghorst.(Der BergmannsUnterstützungsverein HabinghorstRauxel) kann am 8. 9. und 10. Juli sein 30jähriges Jubelfest begehen. Das Fest wird eingeleitet am Samstag, den 8. Juli, abends 8 Uhr mit einer Ehrung der Jubilare. Der.=.=V. Rauxel=Bahnhof hat in anerkennenswerter Weise seine Mitwirkung zugesagt. Er wird bei dieser Gelegenheit ein Begrüßungs= und ein Weihelied singen. Die Auszeichnung der Jubilare wird nach einem auf die Feier bezugnehmenden Prologe durch Ehrenjungfrauen vorgenommen. Im Mittelpunkt dieser Veranstaltung steht die Festrede, die einen Ueberblick über die Geschichte, die Entwickelung und das segensreiche Wirken des Vereins in Vergangenheit und Gegenwart, sowie einen Ausblick auf die zukünftige Wirksamkeit geben soll. Abends 8 Uhr beginnt, ein Fackelzug, an dem außer dem Festverein nachstehende Vereine teilnehmen werden:.=.=V. Rauxel=Bahnhof, Freiwillige Bürger=Feuerwehr, Sanitätskolonne, Oesterreicher=Verein, St. BarbaraKnappen=Verein. Die Beamtenschaft der Gewerlschaft Viktor: Am Sonntag, den 9. Juli, geht um 3 Uhr der große Festzug, unter Beteiligung vieler Vereine aus, der sich durch die Straßen der Gemeinde Habingborst und Umgegend zum Festlokal bewegt, wo sich eine seit langem ohne Scheuen von Unkosten vorbereitete Hauptsestfeier anschließen wird. Alle Jubilare werden unter Geleit von ca. 30 Ehrenjungfrauen den Festzug in Kutschwagen mitmachen. Nach den Vorbereitungen, die für die einzelnen Veranstaltungen der 3 Tage getroffen sind, zu schließen, wird das JuEin Vermächrnis. Roman von W. (Nachdruck verboten.) bachet weiß nicht, aber ich kann es sa vielleicht verdioem Bsch te sie mit einem zor7.„Sie sind das unausstehlichste und verstockteste InGidng nit dem ich semals während meiner amtlichen Tätigkeit zu tun gehabt. Aber wenn es nötig perden wir Sie schon zum Reden zu bringen wiserste Vernehmung in der Reichenauschen Mordsache zu Ende. Und die Herren von der hohen Obrigkeit verließen das Haus des Justizrats nicht eben viel klüger, als sie es betreten hatten. 4. Kapitel. In tiefem Dunkel. Vorwürfe. mit denen sie so reichlich bedacht worden war, schienen auf Zorka nicht den geringsten Eindruck gemacht zu haben. Als sie sah, daß man ihrer nicht weiter bedurfte, kehrte sie in den ersten Stock zurück, um wieder ihren Platz an dem Bette der Kranken einzunehmen. * Wie sie ihren Blick jetzt auf dem bleichen Antlitz der Unglücklichen ruhen ließ, schwand allgemach aller Trotz und alle Bitterkeit aus ihren Zügen und es blieb nur noch ein Ausdruck tiefen Kummers, der diesem harten Gesicht etwas beinahe Gewinnendes gab. Auch Doktor Hellbach, der sich nach einer kleinen Weile zu hr. gesellte, mochte etwas Derartiges empfinden; denn zurggen er die Krankenschwester durch einen Wink verznlaßt hatte, sich aus dem Zimmer zu entfernen, setzte er sich neben das alte Mädchen und begann mit freundsichem Tone eine halblaute Unterhaltung mit ihr. „Ich will keine Aufklärung von Ihnen fordern, beshalb Sie sich vorhin den Herren vom Gericht gezenüber so eigentümlich zurückhaltend gezeigt haben,“ bgte er„Denn das sind Dinge, die mich nichts ansehen. Ich bin hier weiter nichts als der Arzt, der en, dringenden Wunsch hat, für seine Patientin alles a tun. was in seinen Kräften steht. Und ich nehme m, daß auch Sie von demselben Wunsche beseelt sind.“ Wenn Zorka ihn im Beginn seiner Rede mit eimitztrauischen Seitenblick gestreift hatte, so mutz:e IR Ziasiskaee ier Stimme eiwas gewesen sein, das atmen sagte se:(immte; denn nach einem fiefen Aus„Sagen Sie mir, Herr Doktor, was ich für meinen Liebling tun kann; und wenn es das Schwerste wäre, das man von einem Menschen verlangen kann, ich Funon„uich wahrhaftig nicht einen Augenblich be„Das weiß ich. Ich habe es vorhin, als ich hereinkam, auf Ihrem Gesicht gelesen. Und darum wollen wir von jetzt an Bundegenossen sein— nicht wahr? Es ist sehr wahrscheinlich, daß die Kranke heute oder morgen vorübergehend zum Bewußtsein erwachen wird. auf längere Zeit— dazu ist sie viel zu schwach, aber doch vielleicht lange genug, um sich mehr oder weniger deutlich an das Vorgefallene zu erinnern, und um Fragen an ihre Umgebung zu richten. Da könnte nun durch ein einziges unüberlegtes Wort leicht das schwerste Unheil angerichtet werden. Denn wir haben für den Augenblick keine dringendere Pflicht als die, der Patientin jede unnötige Erregung zu ersparen.“ Zorka nickte zum Zeichen, daß sie ihn verstanden hatte, und daß sie seine Ansicht teilte. Und indem er sich näher zu ihr neigte, fuhr der Doktor fort: „Vor allen Dingen darf sie vorderhand nichts von dem Tode ihrer unglücklichen Schwester erfahren. Ich vermute ja, daß die Zwillinge mit großer Liebe aneinander hingen?“ g Pr. das weiß Gottl„Seit dem Tage ihrer frühe###chelt sind sie ganz unzerrtrennlich gewesen. Und ich kann mir gar nicht vorstellen, wie nun die eine ohne die andere leben soll.“ „Wir müssen sie also, wenn sie wirklich vorübergehend zu sich kommt, in dem Glauben lassen, daß ihre Schwester nur krank sei. Sie versprechen mir, daß Sie dessen eingedenk bleiben wollen?“ „Ja. Von mir soll sie es gewiß nicht erfahren.“ „Gut. Außerdem darf von den Ereignissen der gestrigen Nacht überhaupt wenig oder gar nicht die Rede sein. Jede Erinnerung an die ausgestandenen Schrecknisse würde ja aller Wahrscheinlichkeit nach eine Aufregung heraufbeschwören, für die ihre körperliche und seelische Widerstandskraft vorläufig nicht ausreicht.“ „Ja. Aber ich darf sie doch wohl fragen, ob sie Hilda oder Ada iss:. Das ist nämlich sehr wichtig. Herr Doktor ## Verständpielor schüttelte Hellbach den Rep) nung, daß so die Festfeier der Unterstützungskaf des Vereins einen namhaften Zuwachs bringt. A Habinghorst.(Unregelmäßigkeite bei der Kartenausgabe) sind, wie sch seit längerer Leit gemunkelt wurde im hiesig Schauburg=Kino vorgekommen. Durch eine unvei mutet seitens der Polizei vorgenommenen 9 vision wurde der Verdacht bestätigt. Die weiteUntersuchung wird nun festzustellen haben, ob 5 Unregelmäßigkeiten tatsächlich, wie nach Lage de Dinge angenommen werden muß, zum Zwecke di Lustbarkeitssteuerhinterziehung erfolgten.( * die neue Lustbarkeitssteuerordnung Amtes Rauxel. Die neuen jüngst für die Gemeinden des Am Rauxel erlassenen Lustbarkeitssteuerordnung veranlassen uns zu den nicht jedem Laien ohn weiteres verständlichen amtlichen Ausführunge einige Aufklärungen und Fingerzeige zu bringet die unseren Lesern im Amte Rauxel gewiß nich unmilkommen sein dürften. bezüglich der Bestimmung„6 schlossene“ und„öffentliche“ Festlichkeiten gleichg stellt. Von Festen beider Art muß Vergnügung steuer gezahlt werden. Sie unterscheiden sich nu hinsichtlich der Genehmigungssteuer von einande Wenn keine Einlaßkarten verausgabt werden, erfolgt auch bei den geschlossenen Festlichkeite die Versteuerung nach dem Flächeninhalt des Fe raumes, zu dem auch die Nebenräume, wie Galrien, Erfrischungsräume, Wandelgänge usw. z# rechnen sind. Werden Einlaßkarten ausgegeber so muß jeder Festteilnehmer im Besitze eine solchen sein, d. h. auch die Mitglieder, Ehrenmit glieder und Gäste des Vereins. Als Festteilnel mer gelten eben alle Anwesenden mit Ausnah me der in Ausübung ihres Berufes oder Gewen bes im Festlokal beschäftigten Personen(Wirl Kellner, Garderobenfrau, Musiker usw.) Es is ein Irrtum, wenn Vereine glauben, ihre Mitz glieder brauchten keine Karte zu lösen. In finat zieller Hinsicht kann eine derartige Annahme zu schweren Schädigungen führen, da§ 13 der Steut erbehörde, d. h. dem Amte das Recht gibt, i# Zweifelsfällen, die Steuer so festzusetzen, als o sämtliche verfügbaren Plätze, verkauft worden# wären. Wie uns mitgeteilt wird, sind die Polt zeibeamten angewiesen, auch bei geschlossenen Fes festzustellen, ob obigen Bestimmunger entsprochen wird und jeder Festteilnehmer im Be wrerzcl sge Einlaßkarte ist. Neu ist die Besim nate Feif auch Hochzeiten und andere pri zeuerüsttzichkeiten in Hotels. Wirtschaften usw steuerpflichtig sind. Der amtliche Kommentar zur Reichsergänzungssteuerordnung besagt: Das gles :„Sie bletben also wirklich dabei, liebes Fräulein Zorka, daß Sie es nicht wissen?“ zuliebe sollte ich denn da eine Komödie spiegeben Vcnnters frod genug, wenn mir einer Gewibheit aber das klingt beinahe unglaublich! Ich gebe zu, daß die Aehnlichkeit eine außerordentliche, eine nahezu wunderbare ist. Aber die Unmöglichkeit einer Unterscheidung bedingt sie doch Pod., rchr semanden, der, wie ich, die Zwillinge 25425„richt gekannt hat. Wenn man gleich Ihnen jahrelang im engsten und trautsten Verkehr mit den jungen Damen gestanden hat——“ „Dann ist man immer noch nicht so weit, sie bloß nach dem Aussehen voneinander zu unterscheiden! Von dem Augenblick an, wo sie selber ein Vergnügen daran fanden, wenn man sie miteinander verwechselte, und wo sie deshalb unausgesetzt darauf bedacht waalle Unterscheidungsmerkmale zu verwischen, habe ich beständig meine liebe Rot mit ihnen gehabt. Off genug, wenn ich fest überzeugt gewesen war, daß ich mich seit einer Stunde mit Fräulein Hilda unterhalten hätte, wurde ich plötzlich durch ihr übermütiges Gelächter darüber aufgeklärt, daß es Ada gewesen war. Und umgekehrt ging es natürlich ebenso.“ „Es ist ja möglich,“ setzte Zorka hinzu,„daß ein anderer das nicht begreift: aber wenn Sie sie gekannt hätten, würden Sie wohl nicht länger daran zweiseln.“ .„Ich, will Sie nicht durch meinen Unglauben kränken, Fräulein Zorka, und am Ende müssen ja auch gerade wir Aerzte am häufigsten die Wahrheit des Wortes erkennen, daß es mehr Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, als unsere Schulweisheit sich träumen läßt. Aber man sollte doch meinen, daß zwei Wesen. selbst wenn sie einander äußerlich zum Verwechseln sind, in ihrer seelischen Veranlagung und ihren Charaktereigenschaften niemals vollkommen gleich sein können. Der steht. Daß sie sich dabei zu alern Wissenschaft wenigstens ist von einem solchen Fall bis= werden, darf Sie nicht Wunder ne übereig, baß es schon ganz einerlei war, oo man eine oder die andere vor sich hatte.“ „Nun wohl— unter diesen Umständen ist es al gahigricht vor lo besonderer Wichtigkeit, ob Sie Gewißheit, welche von beiden die Ueberlebnde ist. früher oder später erhalten. Es ist möglich, daß Sie gleich beim ersten Erwachen der# nicht der Last sein, sa mastevimnen. Solite es ab nicht der Fall sein, so müssen Sie sich eben geduld cher Art beunruhigen:: i durh Fragen irgend u wichisahsteig hnen aber, Herr Doktor, daß es bt nicht für mich so dack sehr großer Wichtigheik.—, wer msctizar mich, so doch für andere Personen. Es könn möglicherweise sehr viel davon abhängen: .„Sie meinen, daß die Untersuchungsbehörde ein J. teresse daran haben wird es so schnell wie möglich z erfahren. Und darin können Sie allerdings recht h. ben. Wenn man dem Hergang des Verbrechens auf d Spur kommen will, muß man natürlich vor allen Dir gen wissen, wer das Opfer dieses Verbrechens gewasen ist. Aber es wird Mittel und Wege geben, da festzustellen, auch ohne daß die Patientin deshalb m Fragen gequält zu werden braucht. Wir müssen nu shen=uegne Bestes tun, um die Behörden in ihre Verzgugen iu unrzertüten die Bedäirden in dr Behörden sollten sich ihre Bemühungen## sparen. Entdecken werden sie ja doch nichts!“ „Das mag Ihre persönliche Meinung sein, Fräulei### Zorka; aber Sie können doch nicht erwarten und ver langen, daß die hohe Obrigkeit von Frankenthal selbe von vornherein so geringes Vertrauen in ihre eigen Findigkeit setzen soll. Die Herrschaften werden im Gegenteil überzeugt sein, daß sie den Mörder sehr balt sindig gachen werden, und sie werden jedenfallch zu diesem Zweck alles aufbieten, was in ihren Kräfter her nichts bekannt geworden.“ „Ich sage auch nicht, daß es in Bezug auf den Chrakter gar keine Unterschiede zwischen ihnen gegeben hätte. Hilda war wohl von jeher etwas sanfter und weichmütiger veranlagt als ihre Zwillingsschwester, und bei Gelegenheiten, wo sich das offenbaren konnte, war es freilich nicht schwer, sie voneinander zu unterscheiden. Aber im allgemeinen stimmten sie in ihren Reigungen und Gewohnheiten, in ihren IInteressen und kleiven Liebbabereien##.## meist an Sie halten ich mastz. 710h“, Ich habe doch schon alles gesagt, wan „Das glaubt Ihnen kein Mensch! Daß Sie nicht mehr über die persönlichen Verhältnisse Ihrer Schützlinge, über ihre Familie und ihre sonstigen Beziehungen wissen sollten, ist ganz undenkbar. Und Sie werden oder übel dazu bequemen müssen, mit Ihres Wissenschaft herauszurücken, wenn Sie sich nicht sehr ernsten Unannehmlichkeiten aussetzen wollen.“ (Fortsetzung folat.! n Hestlopttesienon Pakrpeilemngenunng: ####ten, die semand außerhalb seiner privaten Wohn räume in Hotels oder Vereinzimmern, wennIllsgleich nur im Rahmen privater Geselligkeit, veranstaltet. Turnen, Spiel und Sport. Turnen. Castroper Turnverein 1874. An dem am Sonntag in Hombruch stattgesundenen Bezirksturnfest des zweiten Bezirks des Hellweg=Märkischen Turngaues der Deutschen Turnerschaft nahmen vom Castroper Turnverein 9 Turner und 2 Turnerinnen teil. Die aus Geräteturnen und volkstümlichen Uebungen bestehenden Wettkämpfe stellten an die Teilnehmer nicht geringe Anforderungen und boten ein erheuliches Bild vielseitigen turnerischen Könnens. Von den 11 Castropern kehrten als Sieger heim: Frl. Daniel und Frl. Neppe, ferner die Turner: Wiemann, Matschull, Göddecke, Pedak, Salomon, Wortmann, Rektenwald, Sehne. Fußball. E. S. V. 02. Sonntag, den 18. Juni 1922. Die 1. Mannschaft fährt um 3 Uhr nach Dorstfeld zum Spiel gegen Spiel=Verein, Treffpunkt 43 Uhr im Vereinslokal. m straße gegen die 1. Mannschaft B. f. B. Suderwich. Anstoß 4 Uhr. Vorher 1. Jad.—B. V. 07 Bochum 1. Jod. Die 3. Mannschaft spielt gegen 2. Mannsch. V. f. B. Suderwich. Treffpunkt 2 Uhr im Vereinsloka. Die 2. Jugendmannschaft spielt gegen B. V. 07 Bochum. Treffpunkt 1 Uhr im Vereinslokal. V. V. 11.—Spiel u. Sport 12 Ickern I.:1.(:). Am Fronleichnamstage weilte B. V. 11 in Ickern, um dort ein Freundschaftsspiel auszutragen. Das ganze Spiel hindurch war eine kleine Ueberlegenheit von B. V. 11 nicht zu verkennen, sodaß B. V. 11 schon nach der 1. Hälfte durch zwei prachtvolle Tore des Halblinken und Halbrechten in Führung ging. Nach Seitenwechsel setzte sofort ein scharfes aber faires Spiel ein. Ickerns flinker Sturm versucht immer wieder vorzukommen, doch alle Angriffe scheitern an der ausopfernd spielenden Läuferreihe und Verteidigung. Schließlich gelingt es doch, dem Halbrechten aus ungedeckter Stellung ein Tor zu buchen, das der B. V. 11=Torwart unbedingt halten konnte.:1 für B. V. 11. Nun gehen beide Mannschaften mit frischem Mute an die Arbeit. Ickern, um den Ausgleich zu holen, B. V. 11 um den Vorsprung zu vergrößern. Beide Torhüter bekommen nun viel Arbeit und legen ihr Können an den Tag. Einige Minuten vor Schluß kann dann der Halblinke B. B 11 eine schöne scharfe Vorlage des aIckern war durchweg gut. Die besten Leute waren Torwart, linker Läufer und vor allem der sehr flinke Sturm. B. V. 11 zeigte seinen früheren Eifer und sein früheres Können, V. V. 11 II.—Spiel u. Sport 12 Ickern II.:2. Die 2. Mannsch. B. V. 11 konnte nach schönem Kampfe ihren Ganer mit:2 abfertigen, sodaß sie jetzt von 39 Spielen 2 verloren, 2 unentschieden und 35 gewonnen hat. Hugo Korte. B. V. 11—Teutonia 08 Lippstadt 1. Am Sonntag hat B. V. 11 die 1. Mannschaft von Teutonia 08 Lippstadt(Liga) zu einem Freundschaftsspiel bei sich zu Gaste. S. Zt. spielte B. V. 11 gegen den Gast in Lippstadt:1. Da beide Mannschaften inzwischen an Stärke zugenommen haben, so ist ein schönes Spiel zu erwarten. Anstoß 4 Uhr. Vorher spielen die 2. Mannschaften, Anstoß 2 Uhr. Alemannia Rau#el. Alemannia fährt am Sonntag mit der 1. und 2. Mannschaft nach Gerthe, um dort gegen Spiel! und Sport Gerthe anzutreten. Bringt Alemannia seine komplette Mannschaft mit, so dürfte es ein äußerst spannendes Spiel geben. Abfahrt 2,15 Uhr ab Nattmann. Gottesdienstorönung. Kath. Kirche Castrop. 6 Uhr 1. hl. Messe. 6,45 Uhr 2. hl. Messe mit Predigt. 7,45 Uhr Polenmesse amt mit Predigt, 10.45 Uhr letzte hl. Messe mit Predigt, 2,30 Uhr Andacht, 5 Uhr Andacht. Evgl. Kirche Castrop. 7½ Uhr Frühgottesdienst, Pastor Bläsing. 9½ Uhr Hauptgottesdienst Pastor Balster und Superintendent Niederstein. 10¾ Uhr Besprechung mit den Kalechumenen und Konfirmanden. 11¼ Uhr Kindergottesdienst. Evgl. Kirche Habinghorst. 9,30 Uhr Gottesdienst Pastor Rüping. 10,45 Uhr Taufen. Kath. Kirche Henrichenburg. 7 Uhr Frühmesse, .30 Uhr Hochamt. Evgl. Kirche Ickern 9¾ Uhr Predigt. 10 ¾ Uhr Tausen und Bücherei. 11 Uhr Kindergoitesdienst. . Kirchl. Gemeinschaft im Ev. Gemeindehause. Sonntag, abends 7 Uhr, Gemeinschaftsstunde gemeinsam mit dem Kirchl. Gemeinsch.=Bund, Suverintendent Niederstein. Dienstag, abends 8 Uhr Bibelstunde, Stadtmissionar Roland, Herne. Mittwoch, abends 7½ Uhr, Singstunde des Gemischten Chors. 900 glänzt Im NU und erhält die Schuh Commerz- und Privat-Bank Aktien-Gesellschaft Zweigstelle Rauxel in Habinghorst, Kronprinzenstrasse 78. Fernsprecher: Amt Castrop 245. Postscheck-Conto: Amt Dortmund 11720. 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Is. im Saale des Wirtes Lueg, Castrop, Wittenerstraße 4, stattfindet. Die Eichpflichtigen der vorgenannten Bezirke sind verpflichtet, sämtliche Eichgegenstände bis morgens 10 Uhr einzuliefern und von 4 Uhr nachmittags ab gegen Zahlung der fälligen Eichgebüh. ren wieder abzuholen. Die Eichgegenstände müssen in gut gereinigtem Zustand eingeliefert werden. Die Unterlassung der obligatorischen Nacheichung zieht strenge Bestrafung nach sich. 354 Castrop, den 29. Mai 1922. Die Polizeiverwaltung. Bekanntmachung. Für den infolge Verzugs ausgeschiedenen Gemeindeverordneten Fritz Ebbert ist der Bergmann Reinhold Pause in Rauxel als Mitglied in die Gemeindevertretung Rauxel eingetreten. 2307 Rauxel, den 12. Juni 1922. Der Amtmann: Schulze. Grasverkauf. Am Monlag, den 19. Juni, nachmittags 4,30 Uhr werde ich für Herrn Schlingermann(Haus Callenberg) in Obercastrop das sehr gut geratene Gras in beiden Hofwiesen öffentlich meistbietend, nummerweise gegen Kredit und Bar versteigern. 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Ab Aplerbeck: 628, 648, 708, 728, 748 usw. alle 20 Minuten bis 1128 und 1250. Ab Gartenstadt zum Hauptbahnhof: an Werktagen von 705 bis 815 und von 1205 bis 745, an Sonntagen von 225 bis 945 alle 10 Minuten. 3543 2. Ab Montag, den 19. Juni 1922 fährt die Linie 13„Castrop—Henrichenburg“ nur noch zwischen Körnerstraße Habinghorst und Henrichenburg. Dortmunder Straßenbahnen G. m. b. 0 1 wieder genau so gut wie früher, auch äußerst billig, sendet Ihnen die bekannte 281 Betten-Fabrik Paul Hoyer, Delitzsch, Provinz Sachsen, Angerstraße 4. Verlangen Sie Proben und Preisliste gratis u. portofre! Dortmund, Brückstr. Tel. 3047/4900. 39/41. Abends 7¼ Uhr. vom 16—30 Juni 1922. 10 seasationelle neue Debüls Neu für Dortmund Hadie Sambalo Comp. in ihrer Pantomime „Das schwarze Schloß“ Elsie Arbra& Partner akrobat. Melange Akt Emil Blume jr. der erfolgr. Bauchredn. ! Apada& Mirmalla? diegroße Tanzattraktion Rudolf Klär Weltmeister in seinen olympischen athletisch. Spielen Drei Hartleins phänom. 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Teil folgt am 30. Juni. Bedlee ue Gafalhere Ein historisch dramatisches Werk in 6 Akten mit Emmy Schaef, Erna Morena. Eva Speyer Olga Engle und Trude Hoffmann in den Hauptrollen Der grosse Dieb Sensationstilm in 5 Akten mit Hermann Pieha. Voranzeige! Ab Freitag, den 23. Juni: Don Alfonso persönlich Der Schrecken des Tages. Ein Film Sensationsdarsteller und Original Mexikaner der in den bekanntest. Wildwestfilmen so, Carro Au“ und mit„Büchse und Lasso“ die Hauptsensationen vollführt. König der Ein- und Ausbrecher so nennt sich Don Alfonso näheres siehe Freitag den 23. Juni. Aenderungen im Programm vorbehalten Musik: 3538 Herr Kapellmeister Schmidt mit seinen Künstlern. Jugendliche unter 18 Jahren haben s auch in Begleitung Erwachsener and keinen Zutritt CARE METROPOL Täglich Konzert v.—11 Uhr d. Damen-Stimmungskapelle * D' Gebirgs's Stern: fl. Stimmungerepertoire, la. Gelgen- u. Zithersoll. Viele Gesangelnlagen der beliebten Stimmungsmacherin LittI. Sonntags Prühkonzert von 11—1 Uhr.