Toi Answärte io Osg., sir die Emptedlungegele 200 Pig. Ltüllungsort Castrop. Der etwa gewährte Radatt erlischt bei Konkursen Zwangsvergleichen und gerichtlichen Klagen. Sröhere Anzeigen werden bis mittags, kleinere bis 4 Uhr nachmittags vor Ausgabe der Zeitung erbeten. Postscheckkonto: 40 150 Köln.— Fernsprech=Anschluß Nr. 6. für den Schriftteil: Franz Joseph Pruys. Castrop Rauxeler Neueste Nachrichten Basneper 48. Jahrgang *•••* Dne donumenr grung ungom ungog un ummntent der Soo und Feiertags und lostet durch Boten froi ins Haus gebrach 77.00 Mark(im voraus zahlber) für den Monat. Postbezug 65,00 Dk für das Bierteljahr, ohne Postdestellgeld. Falls wir in der Herausgabe und Zustellung der Zettung gedindert#nd, hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung des Blattes oder auf Rückzahlung des Bezugspreiseo. Geschäftestelle u. Schriftlettung: Castrop, Münsterstraße 24. Sprechstunden der Schrifeleitung: werktags—7 Uhr nachmittags. Rotationsdruck und Verlag: Casiroper Zeitung(Geschw. Schmitz), Casiroo Bladenhorster Tageblatt Amtl. Veröffentlichungsblatt für den Landgerichtsbezirk Dortmund, für die Stadt Castrop und die Amter Rauxel und Bladenhorst Alle amtlichen Bekanntmachungen der Stadt Castrov, der Amter Rauxel und Bladenhorst erlangen nach Veröffentlichung in obigen Blättern rechtsverbindliche Krast. Nr. 110 Donnerstag, den 11. Mai ∆9 In aller Kürze. Neuigkeiten von Nah und Fern. Die Frankfurter Handelskammer teilt mit, daß laut Rundschreiben des Reichskommlssars für die Kohlenverteilung die Einfuhr von Kohlen aus dem Auslande nunmehr gestattet ist. Dem Großhandel wird auf Ersuchen die Einfuhrerlaubnis erteilt. Steuern und Zölle werden auf diese Auslandskohlen nicht erhoben. * Am Donnerstag den 23. Mai hält der preußische Landgemeindeverband West seine Verbandstagung in Essen ab. Geschäftsführer Bürgermeister a. D. Kuth wird über den Entwurf der neuen Landgemeindeordnung sprechen. * Da die Prüfung der einzelnen Paragraphen des deutsch=polnischen Vertrages in Kürze beendet sein wird, wurde die Unterzeichnung der Konvention auf Montag den 15. Mai festgesetzt. Sie wird unter dem Vorsitz Calon= ders in öffentlicher Sitzung erfolgen. * Schanzer erklärte in einer Unterredung, daß die Konferenz zwischen dem 20. und 30. Mai ihren Abschluß finden werde. Der Minister sprach sich durchaus optimistisch über den Verlauf der Konferenz aus. * Zwischen der italienischen Regierung und der deutschen Delegation haben dieser Tage Verhandlungen über einen deutsch=italienischen Arbeitsvertrag stattgefunden. * Wie italienische Blätter bereits mitteilen, wird Italien in das zwischen England und Frankreich in St. Remo abgeschlossene Petroleumabkommen eintreten. * Von der Petersburger städtischen Verwaltung wurde der Preis für einen Eimer Wasser aus dem Wasserwerk auf 1500 Rubel festgesetzt. * Aus Philadelphia wird am 25. Mai eine Expedition abgehen, die sich zum Ziele gesetzt hat, die Hebung der„Lusitiania“ und anderer wähcend der letzten Jahre gesunkener Schiffe zu versuchen. Besonders was die„Lusitania“ anbetrifft erhofft man einen Erfolg, da die Lage des Schif fes genau bekannt ist. Dollarkurs am 10. Mai: 284½ Diederzusommentritt des Reichstages. Berlin, 10. Mai. Wa##uo der Reichskanzler noch in Genua weilt, hat der deutsche Reichstag sei# Arbeit am Mittwoch wieder begonnen. Als der Präsident um 3,20 Uhr die Sitzung wieder eröffnete, wiesen die Bänke der Abgeordneten noch große Lükken auf; aber jeder Fernzug brachte Verstärkungen heran. Der Präsident widmete dem verstorbenen Abgeordneten Hue, dem sozialistischen Bergarbeiterführer, einen herzlich gehaltenen Nachruf. Er wies darauf hin, daß Hue in Spaa in aufrechten Worten die Interessen des deutschen Volkes vertreten habe. Einem Ruf nach Genua konnte er nicht mehr Folge leisten, weil seine Krankheit ihn niederzwang. Als erster Punkt stand auf der Tagesordnung eine volkspartetliche Interpellation über die dro hende Gefahr der Neutralisierung der Rheinlan de durch Frankreich und England. Die Interpellation wird nach der Rückkehr des Außenministers beantwortet werden. Das Haus beschäftigte sich dann mit der zweiten Beratung des Reichshaushaltes, die bis Pfingsten möglichst abgeschlos en werden soll. Es stehen freilich noch einige wichtige Haushaltspläne aus. Man beschäftig.e sich zunächst mit dem Verkehrsministerium. Hier wunschte der Hauptausschuß eine allgemeine Aus behnung der Vororttarife. Der Bildungsausschuß trat für Preisermäßigung für Schüler in haitgehendem Maße ein. Staatssekretär Stieler vni seooch, diese Anträge auf Fahrpreisermäßidung wegen ihrer finanziellen Bedeutung noch einmal im Hauptausschuß zu prüfen. Darauf Pirien“ die einzelnen Fraktionsredner zu der „chaftspolitik des Verkehrsministers Gröner Ftelgung. Der sozialistische Eisenbahngewerkschaft ter Brunner bekämpfte die schonungslose Steigekung der Tarise, unter der vor allem das arbeizu leiden habe. Er warnte vor einer Nachepolitik anläßlich des Eisenbahnerstreikes u. „derte rücksichtslose Abstoßung aller Elemente, z“ sich der Demokratisierung widersetzen. Der zuntrumsgewerkschaftler Dr. Höfle hob herbei den'gnicht nur eine Erhöhung der Einnahmen vor an Verkehrsanstalten notwendig sei, sondern Gn.#m eine Verringerung der Ausgaben. Von erinatisierung der Reichseisenbahnen wollte Der Inhalt der Berlin, 10. Mai. Die Reichsregierung hat unter dem 9. Mai an den Präsidenten der Reparationskommission die nachstehende Note gerichtet, die heute in Paris übergeben wurde: Nach den vorangegangenen Besprechungen glaubt die deutsche Regierung aus der Note der Reparationskommission vom 13. April 1922 entnehmen zu können, daß es der Reparationskommission ebenso wie ihr selbst daran gelegen ist, gewisse Mißverständnisse, die über die beiden vorher gewechselten Noten entstanden sind, zu beseitigen und durch vertiefte Besprechungen die Lage auch in sachlicher Hinsicht zu klären. Um diese Arbeiten zu fördern, beehrt sich die deutsche Regierung. Folgendes mitzuteilen: .) Es entspricht der Auffassung der deutschen Regierung, daß es grundsätzlich notwendig ist, die gesamten in Papiermark entstehenden Staatsausgaben durch Einnahmen aus Steuern und innere Anleihen ohne Vermehrung der Geldinflation zu decken. Die deutsche Regierung erkennt auch an, daß es notwendig ist, alsbald weitere Schritte für die Durchführung dieses Grundsatzes zu tun. Andererseits wird es mit Rücksicht auf die Lage der deutschen Wirtschaft und auf die finanziellen Verpflichtungen gegenüber dem Auslande unumgänglich notwendig sein, daß erhebliche vom Reich in ausländischer Währung zu leistende Zahlungen durch äußere Anleihen beschaffen werden. Mit Rücksicht auf die erst in letzter Zeit beschlossene außerordentliche Erhöhung der Steuern ist es nicht möglich, dem Verlangen der Reparationskommission auf Einführung weiterer Steuern im Betrage von 60 Milliarden Mark vor dem 31. Mai 1922 zu entsprechen; die deutsche Regierung ist aber bereit, vor diesem Tage der Reparationskommission einen eingehenden Plan mit zuteilen, der das Ziel verfolgt, den eingangs auf gestellten Grundsätzen Rechnung zu tragen. .) Die deutsche Regierung nimmt gern davon Kenntnis, daß die Revarationskommission die Sou veränität Deutschlands bei der Feststellung seiner öffentlichen Ausgaben sowie in der Frage der Besteuerung und der allgemeinen Finanzpolitik anerkennt. Sie nimmt ferner davon Kenntnis, daß die Kommission den Wunsch hat, die deutsche Regierung bei der Ordnung der Reichsfinanzen zu unterstützen. Sie wird zu diesem Zweck der Reparationskommission alle Möglichkeiten für gewünschte Auskünfte eröffnen. Sie wird„deshalb auch für die Dauer der Regelung einer Zah lungsverlängerung, wie sie die Entscheidung der Kommission vom 21. März 1922 vorsieht, mit der er nichts wissen. Er verlangte bessere Berücksich, tigung des Handwerks und des Kleingewerbes bei den Lieferungen und eine Verminderung des Personals. Früher kam auf 20 Köpfe ein Aufsichtsbeamter, jetzt sogar schon auf 15. Die Politik müsse aus den Betrieben heraus Regierung und Reichstag müssen endlich den Mut zu einer rechtlichen Regelung des Streikrechts aufbringen. Im Falle eines Streiks müsse der Not betrieb weiter ausgedehnt werden. Zum Schluß kennzeichnete der deutschnationale Abg. Reichert die gesamte Verkehrslage als wenig erfreulich. Er verlangte eine zuverlässige Statistik des Verlehrs und eneraische Personalverminderung. Die Republik habe die nötige Autorität und Diszivkin noch nicht aufbringen können. Am Donnerstag geht die Aussprache über die Eisenbahnstagen weiter. Beratungen zum Beamtenrätegesetz. Berlin, 10. Mai. Das Beamtenrätegesetz war gestern wieder Gegenstand der Beratungen im Beamtenausschuß des Reichstages. Nach längerer Aussprache wurde der Paragraph 32 betr. die Rechte der Beamtenräte, Anregungen zu geben, in der Regierungsfassung mit einem neuen Zusatz angenommen. Bei der Abstimmung über den§ 33 (Mitwirkungsrecht) wird die Regierungsvorlage bei Stimmengleichheit abgelehnt, ebenso§ 34. Die Anträge zu diesen Paragraphen bezweckten, entweder ein allgemeines Mitbestimmungsrecht in persönlichen Angelegenheiten oder dasselbe Recht für bestimmte Fälle festzulegen.§ 35(Zuziehung von Beamtenvertretern zu Prüfungsausschüssen) wurde in der Fassung der Regierungsvorlage angenommen. Die Beratung wandte sich darauf den seinerzeit zurückgestellten§§ 28 und 29 zu. Angenommen wurde schließlich§ 28 in folgender Fassung: „Die Verwaltungsstellen übermitteln alle Entwürfe, Verordnungen, Erlasse und Verfügungen, die die persönlichen und allgemeinen Dienstverhältnisse der Beamten berühren, den Beamtenräten rechtzeitig. Alle bei Dienststellen eingehenden Verfügungen, deren Kenntnis für die Beamtenräte zur Erledigung ihrer Aufgabe notwendig sind, sind den Beamtenratsvorsitzenden zur KeKnntnisnahme mitzuteilen. Ferner ist den Beamtenräten auf Wunsch, soweit es zur Erledigung ihrer Aufgaben notwendig ist, Einsicht in Gesetzentwürse, Verordnungen und Verfügungen, die sich in Vorbereitung befinden, sowie in die Learscheil=Lote. Reparationskommission über die von ihr geplanten gesetzgeberischen Schritte auf dem vorher bezeichneten Gebiet der Finanzgebahrung ins Benehmen treten. .) Die deutsche Regierung wird sich im übrigen nach Kräften bemühen, den von der Reparationskommission in ihrem Brief vom 21. März ausgesprochenen Bedingungen zu entsprechen. Sie hält indessen an der Auffassung fest, daß einige dieser Anforderungen unerfüllbar sind. In diesem Zusammenhang bezieht sie sich auf das im Schreiben am 13. April gemachte Angebot der Kommission,„jeden praktischen Vorschlag zu prü sen, welcher von der deutschen Regierung zur Be hebung der Schwierigkeiten, in denen sie sich befindet, gemacht wird.“ Da wegen der Konferenz in Genua mehrere Mitglieder der Reichsregierung geraume Zeit von Deutschland ferngehalten worden sind, ist es der deutschen Regierung zu ihrem Bedauern nicht möglich gewesen, verschiedene der im Brief vom 21. März gestellten Fristen innezuhalten. Sie ersucht die Reparationskommission, sich mit einer angemessenen Verlängerung dieser Fristen einverstanden zu erklären. I. V. gez. Bauer. Bei französischer Besetzung des Ruhrgebietes „eine parallele Aktion" durch Polen. Kowno, 10. Mai. Das Weißruthenische Preßbüro meldet aus Warschau: An die Spitze der chauvinistischen Hetzpropaganda gegen den deutschrussischen Vertrag hat sich nunmehr auch der polnische Generalstabschef Sikorski gestellt. In einer Brandrede beschuldigt er Deutschland und Rußland kriegerischer Absichten gegen Polen, der Ver trag bedrohe die Unabhängigkeit und die Existenz des polnischen Volkes. Von Abrüstung könne keine Rede sein. Die heutige polnische Armee sei schon zu schwach, um einen Druck von Norden, Westen und Osten auszuhalten. Nur die rücksichts lose Durchführung des Versailler Vertrages kön ne Polen Erlösung schaffen. Dabei müsse Polen das Recht haben, seinerseits Sanktionen militärischer Natur gegen Preußen anzuwenden. Noch deutlicher wurde diese Forderungen Sikorskis auf dem Parteitag der polnischen Volkspartei, an deren Spitze Vitos steht, formuliert, auf dem eine Entschließung angenommen wurde, worin im Fal le einer Besetzung des Ruhrgebietes durch Frank reich„eine parallele Aktion durch Polen“ gefordert wird. Der französische Vormarsch ins Ruhr gebiet müsse automatisch den polnischen Vormarsch nach Masuren auslösen. Personalakten zu gestatten oder mündlich Auskunft zu erteilen.“ Der§ 29 wurde bei Stimmengleichheit abgelehnt. Darauf vertagte sich der Ausschuß auf Donnerstag. Wirtschaftliche und politische Fragen im Hauptausschuß. Berlin, 10. Mai. Im Hauptausschuß des preußischen Landtages wurden bei dem Haushalt des Staatsministeriums zunächst Ernährungsfragen besprochen. Die Sozialdemokraten verlangten die Aufrechterhaltung der Reste der Zwangswirtschaft. Deutschnationale führten die Teuerung auf die Markentwertung zurück und erklärten, daß nur die freie Wirtschaft die Erzeugung heben könne. Die Ernteaussichten wurden auf Grund des letzten Saatenstandsberichtes als wenig günstig bezeichnet. Gefährdet erscheint besonders die Futterbeschaffung für die Viehhaltung. Die Aufhebung des ständigen Staatskommissars für die Volksernährung und die Uebertragung seiner Befugnisse auf den Landwirtschaftsminister wurden von dem Redner der Deutschen Volkspartei als zweifelhafte Maßnahme bemängelt. Die Ausschaltung des Kommissars sei nicht zweckmäßig bei dem Abbau der Zwangswirtschaft denn er habe große Erfahrung gesammelt und sich insbesondere auch um die Versorgung Berlins verdient gemacht. Auch erscheine es zweifelhaft, ob auf ein vertrauensvolles Zusammenwirken der landwirtschaftlichen Organisationen mit dem jetzigen Landwirtschaftsminister zu rechnen sei. Der Abg. Dr. v. Eynern(D..) kritisierte, daß bei der Vorbereitung von Gesetzgebungswerken sogenannte Referentenentwürfe veröffentlicht würden. Das sei meist eine Mißgeburt aus Angst und Unentschlossenheit. Der Vertreter der Unabhängigen wandte sich scharf gegen die schamlose Lebensmittelspekulation, insbesondere auf dem Zuckermarkt, und forderte die Beibehaltung des Getreideumlagenerfahrens für Zucker und Kartoffeln. Der Ministerpräsident Braun trat der Befürchtung entgegen, daß die Umorganisierung des Staatskommissars für Volksernährung preußische Interessen schädigen werde. Bei dem Zusammenschrumpfen der Aufgaben sei die Einsetzung eines Staatssekretärs entbehrlich geworden. Die Veröffentlichung der Entwürfe der neuen Stadt= und Landgemeindeordnung sei erfolgt, damit die Oeffentlichkeit sich rechtzeitig äußern könne. Mit der Frage eines Notgesetzes, wonach Neuwahlen der kommunalen Körperschaften vor dem Zustandekommen der Verwaltungsreform ermöglicht werden, habe sich das Staatsministerium noch nicht beschäftigen können. Es werde aber jedenfalls Vorsorge getroffen werden, daß bei Ablauf der Wahlperiode die Neuwahlen stattfinden können. Auf eine kommunistische Anfrage erwiderte der Ministerpräsident, daß Radek in Berlin als Mittelsmann zwischen der Räteabordnung in Genua und der Moskauer Regierung tätig sein sollte und versprochen habe, bei seiner Anwesenheit in Berlin nicht agitatorisch tätig zu sein. Wenn er sich gleichwohl propagandistisch betätige, müsse er sich auch gefallen lassen, daß ihm diese Tätigkeit untersagt werde. Die Differenzen zwischen der Staatsregierung und dem Staatsrat seien auf unklar Fassung der einschlägigen Verfassungsbestimmungen zurückzuführen. Es sei fraglich, ob es sich empfehle, einen preußischen Staatsgerichtshof mit einer Entscheidung darüber zu befassen. Der Ministerpräsident verteidigte schließlich seine Ausführungen in Breslau zur Frage der Autonomie Oberschlesiens. Er habe es für notwendig gehalten, dabei auch auf die wirtschaftliche Frage der Seite hinzuweisen. Ueber die Angelegenheit Groß=Hamburg habe die preußische Regierung eine abschließende Stellung noch nicht eingenommen, er hoffe aber,, daß man den Hamburger Wünschen entgegenkommen könne. Der Ministerpräsident Braun führte aus, man könne in der Frage Groß=Hamburg den Hamburger Wünschen ohne Schädigung Preußens so weit entgegenkommen, wie es die allgemeinen deutschen volkswirtschaftlichen Notwendigkeiten erheischen; darüber hinausgehende Hamburger Wünsche zu erfüllen, läge nicht im preußischen und nicht im wohlverstandenen deutschen Interesse. Der Landwirtschaftsminister Dr. Wendorff würdigte die Verdienste des bisherigen Staatskommissars für die Ernahrung Dr. Hagedorn und besprach dann die Ursachen der Teuerung und die Notwendigkeit der Arbeitssteigerung sowie scharfen Vorgehens gegen die Wucherpreise. Der Zuckermangel sei zum Teil darauf zurückzuführen, daß Zucker zuerst in das besetzte Gebiet, dann in das Ausland verschoben werde und von dort als Auslandszucker zu hohen Preisen wieder zurückkehre. Der Minister dankte der amerikanischen Nation aufs wärmste für das hochherzige Eintreten für die Ernährung deutscher Kinder und bat, dies auch weiter zu tun. Staatskommissar Gebhard machte Mitteilung über das mit den Polen abgeschlossene oberschlesische Abkommen, das in etwa 14 Tagen unterzeichnet werden solle. Das Abkommen sei nicht bloß wirtschaftlicher Art, sondern regle auch andre Fragen. Es müsse aber durch weitere Abkommen ergänzt werden. Auch bleibe für einen Handelsvertrag mit Polen ein weiter Spielraum. Wünschenswert sei es, wenn die Deutschen in Polnisch=Ober= schlesien die polnische Staatsangehörigkeit erwürben und den Minderheitsschutz in Anspruch nähmen. Nur so könnten sie den ihnen zukommenden Einfluß in Polen erringen. Ein preußischer Staatsgerichtshof? Berlin, 10. Mai. Vom preußischen Mininerium des Innern sind, wie wir hören, im Anschluß an den Konflikt zwischen der preußischen Staatsregierung und dem preußischen Staatsrat Vorbereitungen für die Schaffung eines Gesetzentwurfes über die Errichtung eines preußischen Staatsgerichtshofes angebahnt worden jedoch steht noch nicht fest, ob die preußische Regierung nicht letzten Endes doch noch auf die Errichtung eines eigenen Staatsgerichtshofes verzichtet und dem Reichsgerichtshof die preußischen Angelegenheiten, die einer Entscheidung durch einen Obersten Verwaltungsgerichtshof bedürfen dann gleich falls unterbreitet werden. Der Fähnrich v. Hirschfeld ist geisteskrank. Berlin, 10. Mai. Der frühere Fähnrich Oltwig v. Hirschfeld, der wegen seines Attentates auf Erzberger verurteilt worden war, ist für geisteskrank befunden worden. Bei der Berliner Strafvollzugsbehörde soll der Antrag gestellt werden, Hirschfeld mit Rücksicht auf seinen Zustand aus der Strafhaft zu entlassen. Seine Strafe wäre im Februar d. Is. verbüßt gewesen, wenn sein Aufenthalt in der Irrenanstalt auf die Strafzeit angerechnet worden wäre. Die Banden in Antonienhütte. Breslau, 10. Mai. Außer dem englischen Major Suesser ist auch ein englischer Feldwebel den Polen zum Opfer gefallen. Der englische Vizefeldwebel Storer wurde in einem Kaffee in Antonienhütte von Bewaffneten überfallen, seines Geldes beraubt, mißhandelt und dann im Hofe des Lokals erschossen. Die unverschämten Forderungen der Besatzungsbehörden. Berlin, 10. Mai. Wie die„Deutsche Allgemeine Zeitung“ hört, wurde von der Stadtverwaltung in Mainz verlangt, trotz der bis aufs ußer ste gestiegenen Wohnungsnot abermals Räumlich keiten für 100 Militärpersonen, darunter auch Unteroffiziere mit Familien, zur Verfügung un stellen. 9 Die Ueberreichung der russischen Antwortnote. Benna, 10. Mat. Die offizielle Ueberreichung russischen Antwortnote hat erst heute vormitstatlgesunden, nachdem sie gestern abend beits dem Präsidenten der Konferenz de Facta * T s c h i t s c h e r i n z u r K e n n t n i s g e b r a c h t w o r d e n ar. Für heute nachmittag hat der Vorsitzende r russisch=ukrainischen Delegation Ratowskt e Jvurnalisten in die Aula der Universitat geten, wo er ihnen Mitteilungen über den Inilt der Antwort machen wird und diesen Mitilungen ein Kommentar beifügen wird. Von m Inhalt der Antwort ist nur noch wenig anjAhren. Der Artikel 1, der von der Propagan: s p r i c h t, s t ö ß: a u f d e n W i d e r s t a n d d e r R u s s e n. m weichtigsten ist die Erledigung des Artikels 7 er die Frage der Anerkennung des Privateigen ims in Rußland behandelt. Sowjetrußzland slägt vor angesichts der mannigfachen Schwoieigkeiten, die die Erledigung dieser Frage mit ch bringt, sie an elne Spezialkommission zu verzelsen. Es wird bezweifelt, ob diese Antwort en Franzusen die verlangte Auskunft gibt, zutal aus Parts Meldungen von einer une schüterlichen Haltung des Ministerrats vorliegen. Die russische Antwort. Genua, 10. Mai. Die russische Antwort beeht aus 20 mit der Schreibmaschine geschriebenen eiten. Sie ist von einem Brief begleitet, in dem Lschttscherin erklärt, die Antwort basiere auf dem Prinziv von Cannes. Es werden dabet die 13 Artikel des Memorandums einzeln geprüft. In 1 wird gesagt, daß die Bestimmungen betrefsend die politische Propaganda und die Nichtinteessierung der Sowjetrepublik in der Ortentfrage hicht angenommen werden können. Bei dem 2. bis 4. Artikel, die sich auf die alten Vorkriegschulden beziehen, stellt die Antwort das Prinzip der Anerkennung auf. Aber es wird dabei bemerkt, daß diese Schulden so lange nicht bezahlt werden können, wie die Sowjetregierung die nöigen Kredite nicht erhält. Auf den Artikel 5 wird seantwortet: Die russische Regierung betrachtet ie Zurückzahlung ihrer Schulden an die kleinen läubiger als Ehrensache. Sie kann aber so lange icht bezahlen, wie sie keine Kredite erhalten habe dem 7, Artikel betr. Rückerstattung des Privalbesitzers führt die Antwort zunächst die Geschichte der Sozialisierung dieses Besitzes an und bemerkt, daß während der französischen Revolution das Privateigentum ebenfalls konfisziert u. nie zurückerstattet wurde. Auch die Eutschädigun gen wurden damals nicht bezahlt. Die russische Delegation schlägt daher vor, diese Frage einem Sachverständigenausschuß zu übertragen und inzwischen an die Erörterung der übrigen Punkte zu gehen. Der kritische Artikel VII. Die Erörterungen drehen sich im Augenblick vornehmlich um den Artikel VII, der von der Wiedererstattung des von der Räteregierung beschlagnahmten Privatbesitzes handelt. Der Hauptinhalt des Artikels lautet wie folgt: Unbeschadet des ihr von den Entschließungen von=Unnes zuerkannten Rechts, nach ihrem Willen im Innern des Landes die Eigentums= und Wirtschaftsformen und die Regierungsform zu organisieren und selbst das System zu wählen, das sie in dieser Beziehung vorzieht, erkennt die russische Regierung in Gemäßheit der genannten Entschließung ihre Verpflichtung an, alle ausläudischen Iuteressen an Verlusten oder Schäden, bewirkt durch die Tatsache der Konfiszierung oder des Sequesters von Eigentum, zurückzugeben, wiederherzustellen oder im Falle, wo das nicht ge'schsetzt zu entschädigen. Im Falle, wo der vorherige Besitzer nicht in 1 den Besitz derselben Rechte gesetzt werden lann, die er vorher besaß, wird die russische Räteregierung eine Ersatzleistung bieten müssen. Im Falle des Richtzustandekommens einer Einigung zwischen den früheren Besitzern und der russischen Räteregierung über die Art und den Betrag der Ersatzleistung wird der frühere Besitzer die Möglichkeit haben, die Frage einem gemischten Schiedsgericht zu unterbreiten. Wenn dieses entscheidet, daß die Ersatzleistung gerecht und befriedigend ist, so wird sie vom früheren Besitzer angenommen werden müssen. Entscheidet es aber, daß sie nicht gerecht und befriedigend ist, und wenn die russische Räteregierung und der vorherige Besitzer noch keine Verständigung erzielt haben, wird es dem vorberigen Besitzer von der russischen Rätereglerung zur Wahl gestellt werden, den Nießbrauch des Eigentums zu übernehmen unter für ihn mindestens so günstigen Bedingungen hinsichtlich alles dessen, was gebrauchfreies Verfügungsrecht anlangt, wie sie aus seinem vorherigen Bicht sich herleiten lassen. Wenn jedoch der gensichte Schiedsgerichtshof entscheidet, daß die Gewährung des Nießbrauches des Eigentums praktisch unmöglich ist, so wird der Betrag der Entschädigung im Falle daß keine Einigung erzielt g wird von dem Gerichtshof festgesetzt werden und # in Gutscheinen zahlbar sein. Wo die russische Rätereglerung das Eigentum selbst nicht zurückgeben kann, wird sie nicht das Recht haben, es später andern Konzesstonären zu übertragen. Wenn die russische Räteregierung später die Absicht hat, zu einem solchen Uebertrag zu schreiten, wird den vorherigen Besitzern ein Vorzugsrecht eingeräumt werden müssen. Wenn die Ausnutzung des Eigentums nur erreicht werden kann, indem man es i einer allgemeinen Wirtschaftsgruppe einverleibt, wird der vorhergehende Besitzer das Recht haben, 1 an dieser Gruppe nach Maßgabe seiner alten [Rechte teilzuhaben. Der Ausdruck„vorheriger oder alter Besitzer“ schließt diejenigen russischen Handels= und Inbustriegesellschaften ein, die beim Zeitpunkt der Nationalisierung von ausländischen Staatsangehörigen kontrolliert(geleitet) wurden, oder in welchen am gleichen Zeitpunkt die Genannten verltnismäßig wichtige Interessen(Aktien oder Obligationen) innehatten, und in dem Fall, wo eine Forderung auf Grund des gegenwärtigen Absatzes nicht vorgebracht werden kann, kann jeder ausländische Staatsangehörige, der Interessen in einer russischen Gesellschaft besitzt, auf Grund des vorangegangenen Artikels eine Entschädigung für verursachte Schäden an einem Interesgenten in der genannten Gesellschaft verlangen. Ger, wo das Eigentum Schäden davon getragen K, und wo sie dem Vorgehen oder dem Unteren der ruslischen Näteregierung zuzuschreiben WDies Don Sean brersegarem—....-....Entschädigung festgesetzt werden gemäß den allgemeinen Grundsätzen des internationalen Rechts. das Selbsibewußtsein des Chefs der Roten Armee. Kopenhagen, 10. Mat. Nach einer Moskauer Meldung erklärte Trotzki gegenüber einem Vertreter der Associated Preß: Daß die leitenden europätschen Diplomaten in Genua die Wiedereinführung des abgeschafften Eigentumsrechtes vorgeschlagen haben, widerspricht der Vernunft, und wir haben nur damit antworten können, daß wir verlangen, daß die europäischen Kapitalisten ihre Fabriken, Gruben usw. den Arbeitern übergeben sollen. Eine Versöhnung zwischen den beiden Besitzformen kann nur erreicht werden durch eine prattische Kombination und durch Nachsicht von beiden Seiten. Wenn diese Kombination nicht gelingt, wird die Wiederaufrichtung Rußlands aufgehalten werden, und der Verfall Europas wird beschleunigt. Wird die Konferenz abgebrochen, so wird sie bald wieder aufgenommen werden, und zwar in mehr gesellschaftlichem Ton. Ich hoffe und glaube, daß ein mißlungenes Genna nicht bedeuten wird, daß die Feindseligkeiten gegen uns wieder ausgenommen werden sollen. Wir haben Abrüstung vorgeschlagen, wurden aber zurückgewiesen. Ist ein Sieg denkbar für eine Regierung, die uns augreift, um uns dafür zu strafen, weil wir Frieden wünschen und weil wir es abgelehnt haben, ausländischen Kapitalisten Tribut zu zahlen? Ich erwarte keine Invasion, wenn sie aber kommt wird das Rote Heer seine Pflicht tun! Lloyd George hat sein Land hinter Paris, 10. Mai. Der Londoner Berichterstatter des„Petit Journal“ will von einem englischen Parlamentarier, einer anerkannten Persönlichkeit in Wirtschaftsfragen gehört haben, man solle sich in Frankreich keiner Täuschung hingeben. Mit Ausnahme einiger Schreihälse habe Lloyd George alle lebenden Kräfte seines Landes hinter sich. Er befinde sich in Genua kraft des Willens der ganzen Nation, und wenn es sich um die nationale Existenz handele, halte das gesamte Volk zusammen. Wiederholen Sie unaufhörlich, so habe das Parlamentsmitglied gesagt, daß es ein großer Irrtum sei, anzunehmen, der Erfolg von Genua sei für Lloyd George eine starre Notwendigkeit. Wer ihn auch morgen ersetzen wird, für England gibt es nur eine Frage, Handel zu treiben oder unterzugehen. London, 10. Mai. Die Frage der englischfranzösischen Beziehungen wird im Zusammenhaug mit der Unterredung zwischen Barthon und Lloyd George von der gesamten Presse eingehend erörtert: „Pall Mall and Globe“ schreibt:„Großbritannien werde mit dem ganzen Herzen Lloyd George bei dem großen Werk unterstützen, das er in Genua verrichte. Lloyd George zeige sich als der wahre Führer Europas in Krieg und Frieden. Er könne einer Politik nicht zustimmen, die bedeute, daß Europa und Asien in einer nicht endenwollenden Stimmung des Kampfes gehalten wer den. Wenn es zu einem Bruch in der Entente kommen sollte, sei dies sehr zu bedauern. England sei jedoch nicht verpflichtet, mit einem Partner zu gehen, der die Interessen Englands unberücksichtigt lasse. „Westminster Gazette“ schreibt: In den verantwortlichen Kreisen Englands bestehe kein Wunsch nach formellem Bruch mit Frankreich. Es sei jedoch heute bekannt, daß die Entente nicht mehr die Bedeutung habe, wie vor und während des Krieges. Alles wünsche die freundschaftlichen Beziehungen mit Frankreich aufrechtzuerhalten. Man sei aber nicht bereit, diese Beziehungen als Vorbedingung für den Abschluß eines Uebereinkommens oder sogar für Freundschaft mit anderen europäischen Nationen anzusehen. Wenn die Entente eine exklusive Freundschaft bedeute, wür de die Erklärung, daß sie zu Ende gehen soll, keineswegs eine Drohung, sondern nur eine Feststellung der Tatsache sein. Augenblicklich bestehe kein Einklang zwischen den Ausichten der Politik Frankreichs mit der Großbritanniens. Die Entente habe demnach überhaupt keine praktische Bedeutung. Wenn das an und für sich wünschens werte englisch=französische Zusammenwirken an dem Wiederaufbau Europas unmöglich sei, wie es augenblicklich den Anschein habe, könne durch eine falsche Freundschaft nichts gewonnen werden. Die erste unmittelbare Gefahr sei, daß die französische Regierung ihre Leute habe, die der unehrlichen Haltung der Northeliffe=Blätter zustimmen.„West minster Gazette“ schließt ihren Leitartikel über die französisch=englischen Beziehungen folgendermaßen: Die britische öffentliche Meinung wünscht in Wahrheit keine Erklärung ihrer formellen Freundschaft. Sie wünsche mit Frankreich ebenso wie mit Rußland Frieden zu haben. „Manchester Guardian“ erklärt: Falls er zu einem Bruch kommen sollte, werde dieser nicht ge schehen wegen einiger in Privatgesprächen gefalle nen Worte, sondern wegen der steigenden Verschiedenheit der Ansichten in europäischen Fragen die jedesmal tiefer werden, wenn wichtige Uebereinkommen getroffen werden müßten. Früher oder später müsse diese Meinungsverschiedenheit zur Krise führen. George an Barthon. Genna, 10. Mai. Die englische Delegation gibt den Wortlaut des Briefes Lloyd Georges an Barthou bekannt, auf den der letztere mit einem bereits veröffentlichten Schreiben antwortete. In dem Briefe Lloyd Georges heißt es: Ich bin benachrichtigt worden, daß heute in englischen Zeitungen ein Bericht über unsere Unterredung am Sonnabend erscheint, wonach ich er klärt haben soll, daß die Entente zwischen Frank reich und England zu Ende sei und daß meine Ratgeber in mich dringen, ein Abkommen mit Deutschland abzuschließen. Ich habe bereits Herrn Chamberlain der mich während meiner Abwesenheit als Premierminister vertritt, ersucht, diese böswillige Erfindung heute nachmittag im Parlament zu dementieren. Ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie Ihrerseils diese beiden Behauptungen richtigstellen würden. Ich ersuche darum, weil ich, wie Ihnen bekannt ist, die französisch=englische Zusammenarbeit zu hoch einschätze, um zuzulassen, daß in der Oeffentlichkeit lügnerische Behauptungen über diesen Gegenstand verbreitet werden, und dies in einem Augenblick, der von der größten Wichtigkeit für die Beziehungen der beiden Länder ist. Lange vor dem Kriege bin ich ein aufrichtiger Anhänger der Enteute zwischen England und Frankreich gediese Freundschaft um so größeren Wert, als sie durch gemeinsame Opfer geheiligt worden ist. Daher ist mein lebhafter Wunsch, daß nichts geschehen möge, was die Aufsassung unserer beiden großen Demokratien trennen könnte, deren Zusammenhalten von so großer Bedeutung für den Frieden in Europa ist. Einlenken Barthous. Genua, 10. Mai. Barthou hat zu verstehen gegeben, daß ihm viel an einem normalen Verlauf der Konserenz gelegen sei. Er beabsichtige nicht, die Verhandlungen abzubrechen, wenn die eiste Antwort der Russen nicht in allen Punkten befriedigend sein sollte. Sollte sie in allen Punkten unbefriedigend sein, so würden die Franzosen darauf bestehen, daß den Forderungen der europäischen Westmächte der Charakter eines Ultimatums gegeben werde. Poincare bei Millerand. Paris, 10, Mai. Der Präsident der Republik, Millerand, hatte gestern, sofort nach seiner Ankunft in Paris, noch am Vormittag mit Poincare eine Unterredung. Nachmittags sand eine Kabinettssitzung statt. Der einzige nicht anwesende Minister war Barthon. Das amtliche Communique berichtet, daß Millerand die Minister über seine Reiseeindrücke unterrichtet habe, und daß Poincare die mit der französischen Abordnung in Genua ausgetauschten Telegramme vorgelesen habe; ferner daß ein neuer Ministerrat auf Don nerstag morgen anberaumt sei. Ueber das Verhältnis zwischen Poincare und Millerand wird versichert, daß der Präsident die Politik Potucares in allen Punkten billige. Man bläst zum Rückzug. Paris, 10. Mat. Die Pariser Abendpresse, soweit sie sich mit der Lage in Genua beschäftigt, bläst merklich zum Rückzuge. Der„Temps“ findet heute, daß die Entente noch fortdauere. Lloyd George habe, auf die Erregung der öffentlichen Meinung aufmerksam geworden, die Drohungen, die man verbreitet habe, dementiert. Das Blatt glaubt, daß er damit augenscheinlich die Drohungen ableiten wolle, die gewisse mintsterielle Blätter unausgesetzt gegen Frankreich reichten. Das„Journal de Debats“ schreibt, für den Augenblick habe Lloyd George es für nötig gehalten, Aeußerungen zu dementieren, die Frankreich nicht zum Nachgeben veranlaßt hätten. Hoffentlich würden seine Ausleger, nachdem sie über das Ziel hinausgeschossen hätten, ebenfalls Rückzugsstellungen einnehmens Es ist Zeit, daß man ernst werde und auf theatralische Methoden verzichte. Die„Liberte“ spricht von einem mißlungenen Erpressungsversuch Lloyd Georges, der gedroht haben solle, Frankreich zu isolieren und einem persönlichen unfeinen Feldzug gegen Poincare zu entfesseln. Auch Belgien gegen Reparationsberatungen vor dem 31. Mai. Paris, 10. Mai. Der„Matin“ glaubt zu wissen, der belgische Ministerpräsident Theunis sei vollkommen einverstanden mit Poincare, den Obersten Rat nicht vor dem 31. Mai einzuberusen, d. h. bis Deutschland offiziell der Reparationskommission geantwortet wabe. Der Sonderberichterstatter des„Echo de Paris“ berichtet in einem Telegramm aus Genua von dem Plane, Lloyd George habe, um die Konserenz von Genua wieder fest zu machen beabsichligt, Frankreich und Belgten für das Memorandum zu gewinnen und die Beratungen mit Rußland dadurch zu ermöglichen, daß man erklärt, die Frage des Privatbesitzes zwischen Moskau und den interessierten Regierungen direkt erörtern zu lassen. Was die Reparationen anlangt, so werde man Frankreich den Plan einer internationalen Anleihe unterbreiten, den der Sonderausschuß der Reparationskommission ausarbeiten werde. Paris, 10. Mai. Wie„Havas“ halbamtlich ver öffenklicht, wird in offiziellen französischen Kreisen angenommen, daß die englische Delegation sich in Genua bemühe, die Verhandlungen mit den Delegierten von Moskau wieder aufzunehmen, im Falle diese nicht mit einem kategorischen Nein antworten würden. Die französische Regierung sei fest entschlossen, ihre Solidarität mit Belgten aufrecht zu erhalten. Die Entente zwischen 2 Ländern habe niemals die Unterordnung des einen unter den anderen bedeutet. Man darf sich nicht wundern, daß die gegenteilige These in Genua verbreitet und heimtückisch von den ausgesprochenen Gegnern Frankreichs unterstützt würde. Sollte jedoch das Unmögliche wahr sein und die englische Regierung eine derartige Stellung einnehmen, so glaube man allgemein, daß die öffentliche Meinung in Frankreich sie als absolut unannehmbar bezeichnen werde. Trotz des Tones einiger englischer Blätter bleibe man in politischen Kreisen überzeugt, daß die große Mehrheit des englischen Volkes der Entente Cordiale tief ergeben sei und man sei der Ansicht, daß die demnächstige Reise Königs Georges V. zum Besuch der brittschen und französischen Soldalenfriedhöfe eine Gelegenheit bieten werde, die beiden Länder an die gemeinsamen Opfer zu erinnern, die sie miteinander verbinden. Erhofftes Einlenken Belgiens. Genna, 10. Mai, Jaspar empfing gestern die Vertreter der kleinen Entente, der Schweiz und Hollands. Ferner hatte er eine lange Besprechung mit Schanzer. Bei dieser Gelegenheit schlug letzterer eine neue Fassung des Artikels 7 bezüglich der Rückstellung des Privateigentums vor Eine endgültige Zustimmung zu der neuen Formel von Schanzer wurde seitens der belgischen Abordnung nicht gegeben, doch hält man es für wahrscheinlich, daß ein Einvernehmen in diesem Punkte rasch zustande kommen wird. Heute morgen und heute nachmittag hatte Barthou zwei lange Besprechungen mit Jaspar. Die einer Anleihe für Deutschland. Genua, 10. Mai. Eine Persönlichkeit, die bei den Beratungen der Finanzkommission eine her vorragende Rolle gespielt hat, erklärte bei einer Unterredung über die wichtigsten finanziellen Fragen, die auf der Konferenz erörtert wurden, und insonderheit über die Aussichten für die Gewährung einer internationalen Anleihe an Deutschland u. a. folgendes: liche Arbeit der Konferenz ist in den Ausschüssen geleistet worden, die sich fern von politischen Redekämpfen innerhalb des ihnen zugewiesenen Kompetenzbereichs hielten und die Vorbediugun gen für die so notwendige Lösung der Entschadigungsfrage und damit für einen erfolgreichen wirtschaftlichen Wiederausbau geschaffen haben Es ergab sich das nicht zu unterschätzende Pioment, daß Franzosen und Belgier, obwohl sie sorgsam eine offizielle Erörterung der Entschact. gungsfrage zu vermeiden suchten, trotzdem die Notwendigkeit eines gemeinsamen Vorgehens mit den Deutschen in der Frage der Fundierung eines Teils der deutschen Entschädigungsverpflichtungen durch eine internationale Anleihe erkannten. Denn darin berühren sich die Interessen dieser drei Länder. Die Lage ihres Staatshaushalls er fordert Flüssigmachung beträchtlicher Geldmittel zur Bezahlung ihrer Verpflichtungen. Hätte der Abschluß des Vertrages von Rapallo nicht auf französischer Seite eine Atmosphäre des Mißtrauens geschaffen, wäre man wahrscheinlich schon in Genua zu positivern Ergebnissen gelangt. Es bleibt das Verdienst des deutschen Ministers Her mes, daß er mit Unterstützung des Staatssekre= tärs Bergmann durch geschickte persönliche Fühlungnahme die Nachwirkungen dieses Zwischenfalles ausgeschaltet und freie Bahn für weilere Beratungen geschaffen hat. Das Schwergewicht dieser Verhanblungen liegt jetzt nicht mehr in Ge nug, sondern in Paris. Die mannigfachen Anregungen in der Anleihefrage werden sich hier zu konkreten Entwürfen verdichten. Allerdings wird von Deutschlands Antwort an den Wiederberstel lungsausschuß sehr viel abhängen. Erst wenn die deutsche Reglerung annehmbare Gegenvorschläge überreicht hat, kann ernsthaft weiterverhandelt werden. Was die Aussichten für die Gewährung einer internationalen Anleihe an Deutschland betrifft, so haben ja die Beschlüsse der verbündein Finanzminister vom März d. Is. bereits die Notwendigkeit einer solchen Anleihe, ohne die Deutschland seine Verpflichtungen nicht erfüllen kann, nachgewiesen. Die Voraussetzung hier#ür bilden eine Herabsetzung der deutschen Entschädigungsschuld gemäß den Vorschlägen Sir Robert Hornes und die Stabilisierung der deutschen Währung, da sonst Amerikas Beteiligung nicht zu erzielen ist. Ein gemeinsames Abkommen der Zentralbanken Europas unter Beteiligung des Federal Reserve Board hätte durch Schaffung einer Aufsichtsinstanz zur Regulierung von Angebot und Nachfrage die gegenwärtigen Schwankungen der deutschen Valuta auszuschalten. Gelingt diese Stabilisierung, und hierau darf erns lich nicht gezweifelt werden, ist eine Anleihe für Deutschland möglich, vorausgesetzt, daß die seutsche Regierung den Kredttgebern genügende Bürgschaften bietet und einen ausreichenden Zinsendienst sicherstellt. Dies wäre allerdings nur mit Genehmigung des Wiederherstellungsausschusses möglich, der fedoch selbst das größte Interesse an einer Fundierung der deutschen Schuld durch eine internationale Anleihe hat und daber seine Erlaubnis nicht versagen würde, wenn Deutschland als Bürgschaft für die Anleihe einen Teil des Goldbesitzes der Reichsbank verpfändete, sowie genügend große Erträge aus seinen Zolleinnahmen oder der Kohlensteuer als Sicherheit für den Zinsendienst zur Verfügung tellte. Die ungeheure Wichtigkeit der Verhandlungen, die in Paris von den deutschen Vertretern mit dem Wiederherstellungsausschuß in den nächsten Wochen zu führen sind, liegt also klar auf der Hand. Bietet die deutsche Antwortnote an den Wiederherstellungsausschuß eine geeignete Grund lage für weitere Verhandlungen, und man darf es nach den gründlichen deutschen Vorberettunge wohl erwarten, wird die Gewährung einer internationalen Anleihe an Deutschland nur noch eine Frage kurzer Zeit sein, und das wäre letzten Endes auch ein Erfolg der Konferenz von Genua. Die deutsche Antwort. Paris, 10. Mai. Heute traf hier der deutsche Staatssekretär Fischer ein, der, wie hier angenommen wird, die deutsche Antwort auf die letzte Note der Reparationskommission überbringen wird. Ein Berliner Korrespondent hat von einem einflußreichen Parlamentarier erfahren, was die Antwort enthalten werde. Die deutsche Regierung soll in dieser Mittetlung zunächst erklären, daß es ihr unmöglich sei, bis zum 31. Mai 60 Milltarden Mark neuer Steuern aufzubringen, daß sie aber bereit sei, bis zu diesem Tage ein neues Finanzprogramm vorzulegen. Die Regierung glaubt, daß es ihr möglich sein werde, mit Hilfe der bereits bestehenden Steuern und einiger neuer Reformen das innere Budget in Ordnung zu bringen. Die Kriegsschulden und die Wiedergutmachungskosten könnten jedoch nur durch eine internationale Anleihe gesichert werden, die nach deutscher Berechnung—9 Milliarden betragen müßte. Die Regierung stellt mit Genugtuung fest, daß die Alltierten nicht die Absicht haben, in das Souveränitätsrecht des Rete ches einzugreifen und steht unter diesen Umstäuden keinen Grund, die letzte Frage der Reparationskommission bei der Diskussion über die Finanzreform diskutieren zu lassen. Sie erklärt sich dazu bereit, der Kommission den Plan vorzulegen. Der Korrespondent des„Journal“ erklärt, daß diese Antwort der deutschen Regierung von den früheren Antworten sich erheblich unterscheidet. Der Reichsfinanzminister wird einige Tage später, als anfangs beabsichtigt war in Paris eintreffen. Er hat die feste Absicht, eine Eint gung zwischen Frankreich und Deutschland über die Frage der Wiedergutmachung herbeizuführen Englisch=italienischer Sondervertrag? Genua, 10. Mai. Es verlautet, daß ein allgemeiner politischer und wirtschaftlicher Bertrag zwischen Italien und England ausgearbeitet wurde. Lloyd George hatte heute mehrere Unterredungen mit seinen hauptsächlichsten Beratern über die Lage, Fremde Staatsmänner hat der englische Premierminister nicht gehört. Ausrufung der kroatischen Unabhängigkeit. Genna, 10. Mai. Die serbischen Blätter melden heute abend, daß die Kroaten einen unabhängigen Staat proklamiert haben, der unter Re gierungspräsidentschaft von Raditsch steht. Die Städte und Dörfer sind beflaggt. Da die Konferenz sich ihrem Ende nähert, kann man schon jetzt das Fazit aus den hier gepflogenen Beratungen ztehen, wenigstens soweit de Die Unzufriedenheit mit der Belgrader Bevormundung ist ja bekannt; doch fragt es sich, wie sich das autonome Kroatien seine Stellung innerhalb Sühllamtens unn weiter denkt. H. un der Gättope. Henlung Nr. 110. Rauxeler Neueste Nachrichten.: Bladenhorster Tageblati. Entwurf eines Gesetzes über die Arbeitszeit in Steinkohlenbergwerken. Berlin, 9. Mai. Der Reichsarbeitsminister dem Reichstag den Entwurf eines Gesetzes über die Arbeitszeit in Steinkohlenbergwerken nach Zustimmung des Reichsrats zur Beschlußfassung vorgelegt. In der Begründung zu diesem Gesetzentwurf, heißt es: Die zurzeit nicht ausreichende Kohlenversorgung zwingt dazu, in den Steinkohlenbergwerken Ueberschichten zu verfahren. Die Einführung solcher Ueberschichten stößt jedoch auf den Widerstand der Bergarbeiterverbände. Sie befürchten, es möchte hierdurch eine dauernde Verlängerung der tariflich vereinbarten Arbeitszeit, die der Ueberlieferung dieses Berufszweiges entsprechend kürzer ist als in den meisten anderen Betrieben, entstehen. Der Entwurf will derartigen unbegründeten Befürchtungen vorbeugen, indem er die regelmäßige Arbeitszeit gesetzlich festlegt. Ueber die Abgrenzung des Begriffs der Abeitszeit herrschen in den einzelnen Bergwerksgebieten verschiedene Auffassungen. Der Entwurf legt den Begriff der Schichtzeit zugrunde und bestimmt diesen durch sichere Merkmale. Die wichtigste Aufgabe des Entwurfs ist die Festsetzung einer Höchstarbeitszeir. Als solche soll die in den einzelnen Bergbaubezirken am 1. Oktober 1921 tarifvertraglich vereinbarte Schichtzeit gelten. Gemäß diesen Tarifverträgen wird die Höchstarbeitszeit für den oberschlesischen Steinkohlenbergbau siebeneinhalb Stunden, für die andern Reviere sieben Stunden betragen. Daneben muß der Entwurf eine Reglung nur noch für einzelne Bergwerke treffen, die keiner Tarifgemeinschaft angehören und für Steinkohlenvorkommen, die etwa künftig noch erschlossen werden. Für die keiner Tarifgemeinschaft angehörenden einzeinen Bergwerke setzt der Entwurf in Uebereinstimmung mit dem Gutachten des vorläufigen Reichswirtschaftsrats die Schichtzeit auf sieben Stunden fest und überträgt für besondere Verhältnisse dem Reichsarbeitsminister das Recht der Verlängerung bis zur Dauer einer halben Stunde. Eine hiervon abweichende Reglung der zulässigen Arbeitszeit soll in Uebereinstimmung mit den Bestimmungen des Gesetzentwurfs über die Arbeitszeit gewerblicher Arbeiter durch allgemeinverbindlichen Tarifvertrag erfolgen können. Eine Verlängerung könnte zum Beispiel auch nach dem Vorbild des englischen Steinkohlenbergbaues in der Weise herbeigeführt werden, daß ein Teil der auf die Ein= und Ausfahrt entfallenden Zeit nicht auf die Arbeitszeit angerechnet wird. Die Anpassung der Arbeitszeit an besondere Wärmeverhältnisse innerhalb der Betriebe soll gleichfalls in erster Linie den Tarifgemeinschaften obliegen. Nur wo eine tarifliche Reglung nicht zustande kommt, soll in Uebereinstimmung mit dem Gutachten des vorläufigen Reichswirtschaftsrats die Bergbehörde in Verbindung mit den beteiligten Berufsverbänden eingreifen. In dem dem Reichsvorgelegten Entwurf war dem Gutachten des vorläufigen Reichswirtschaftsrates entsprechend, eine verschiedenartige Abstufung der Arbeitszeit vorgesehen, je nachdem die Wärme 28 bis 32, 32 bis 36 oder mehr als 36 Grad Celsius beträgt. Bei den Verhandlungen des Reichsrats wurden lebhafte Einwände gegen eine solche Festlegung auf genaue Temperaturgrenzen laut, da außer der Wärme auch noch andere Umstände, wie die Feuchtigkeit oder die Staubentwicklung, bei der Bemessung der Arbeitszeit in Betracht gezogen werden müßten. Im Hinblick auf diese Bedenken wurde die Bestimmung unter Zustimmung der Reichsregierung in der Weise geändert, daß die erforderlichen Abstufungen der Arbeitszeit der Reglung im Einzelfalle überlassen bleiben. Aus Castrop und Umgegend. Pläne für das Fernsprechwesen im Ruhrgebiet. In der letzten Sitzung der Handelskammer zu Bochum berichtete Herr Telegraphendirektor Schleypen vom Telegraphenbauamt Bochum aus führlich über die Entwicklung des Fernsprechwesens im Handelskammerbezirk Bochum. Er teilte des weiteren mit, daß das unterirdische Bezirks netz im laufenden Jahre erheblich weiter ausgebaut werden solle. Soweit es die Finanzlage gestatte, sei auch in nicht allzu ferner Zeit mit der Errichtung von automatischen Aemtern und im Zusammenhang damit mit besonderen Knotenämtern zu rechnen. Die Telegraphenverwaltung beabsichtige, das Selbstanschlußsystem nicht nur in großen Ortsnetzen in Verbindung mit ersorderlich werdenden Neueinrichtungen, sondern auch in kleineren Fernsprechnetzen zur Auwendung zu bringen, um damit zugleich bei den kleinen Anstalten eine Vereinfachung des Betriebsdienstes zu erreichen, sobald ausreichende Leitungsverbindungen geschaffen werden, werden auch Bochum und Gelsenkirchen an dem Schnellverkehr mit Düsseldorf, Köln und Elberfeld teilnehmen. In der weiteren Aussprache wurde von der Handelskammer darauf hingewiesen, daß innerhalb des Bezirks noch manche notwendige Fernsprechverbindung geschaffen werden müsse. Es wurden insbesondere verlangt: Fernverbindungen: von Gelsenkirchen nach Frankfurt, Berlin und Arnsberg, Bezirksleitungen: von Bochum nach Dortmund, Duisburg, Hagen, Gelsenkirchen, Essen, Castrop, Herne, Wilten, Hattingen, Recklinghausen, von Gelsenkirchen nach Bochum, Dortmund, Duisburg, Witten, Lütgendortmund, Oberhausen Hattingen, Hörde, Kupferdreh, Unna, Lünen, Schwerte, von Herne nach Dortmund, Mengede. Unna, Hamborn, Kupferdreh, Witten, Schwerte, Bottrop, Wetter, von Witten nach Bochum, Schwerte, Herne, Hörde, Unna, Gelsenkirchen, Duisburg, WicedeAsseln, von Hattingen nach Gelsenkirchen und Essen. + ∆ Gehaltsabkommen im Ruhrbergbau. Die Gehälter der technischen und kaufmännischen Angestellten im Bergbaubetrieb werden ab 20. 4. 22 auf der ganzen Linie um 31%6 erhöht. Das Kindergeld steigt auf 300 MA, das Hausstandsgeld auf 300 M, die Stellenzulage um 150 MA. Die Tachzahlung für April beträgt 11/5 dieser Sätze. ∆ Gewerkschaften und Presse. Vom Gewerkschaftsbund der Angestellten(GDA) wird uns geschrieben: Die Not der Presse wird immer größer. Das erkennen auch die Gewerkschaften, die eigene Zeitschriften herausgeben, die nur durch die Beiträge der Mitglieder aufrechterhalten werden können. Auch für die Gewerkschaftspresse trifft es zu, daß die Kosten des Papiers um 8000 Prozent, des Druckes um 3000 Prozent, des Portos um 2000 Prozent gestiegen sind. Aus dieser Kenntnis heraus gehören wohl die Mitglieder der Gewerkschaften nicht zu den Lesern, die wegen der Preiserhöhung ihre Tageszeitung abbestellen. Im Gegenteil wird in den Kreisen der Gewerkschaften immer darauf hingewiesen, daß die Mitglieder sich auch durch die Tageszeltungen unterrichten müssen, da die gewerkschaftliche Presse ja nur in achttägigen, wenn nicht größeren Abständen erscheint. In dieser für die gesamte Presse kritischen Zeit hat nun der Verein„sudwesideutscher Zeitungsverleger“, einen Beschluß gefaßt, mit dem er sich gegen das Verlangen unentgeltlicher Hinweise auf abzuhaltende Versammlungen (sollen nur veröffentlicht werden, wenn gleichzeitig eine Anzeige aufgegeben ist), behördliche Bekanntmachungen unter Umgehung des Anzeigenteils und gegen jede direkte oder versteckte Geschäftsreklame wehrt. Man wird mit dieser Abwehr durchaus einverstanden sein können. c' Von der Emschergenossenschaft. In der am Montag im Emscherhause in Essen abgehaltenen Hauptversammlung der Emschergenossenschaft erstattete der Baudirektor einen eingehenden Bericht über das Rechnungsjahr 1921 und über den Stand der Bauarbeiten. Im Berichtsjahre waren 35 Baustellen im Betrieb. Die wichtigste und diejenige, die aus dem Rahmen der Genossenschaft etwas herausspringt, befindet sich dort, wo die Emscher in den Rhein mündet. Die Emschermündung ist umgebaut worden und zwar derart, daß die Emscher nicht mehr direkt in den Rhein fließt, vielmehr das Emscherwasser in Kanalrohren aufgefangen und so in den Rhein weiter geleitet wird. An Bächen wurden ausgebaut der Piekenbrockbach bei Bottrop, ferner die Bäche bei Gladbeck, Katernberg und Wattenscheid, an der Grenze Oberhausen=Essen und eine Anzahl Bäche in der Dortmunder Gegend, darunter der Deininghäuser Bach. Das Hauptgewicht in der Emschergenossenschaft lag bislang auf der Vorflutregulierung. Die Aufgabe wird aber jetzt mehr und mehr auf die eigentliche Entwässerung gelenkt werden müssen. Auch Kläranlagen und Pumpwerke sind im Berichtsjahre eine größere Anzahl gebaut worden. Für das nächste Jahr ist der Ausbau einer weiteren Anzahl von Bächen, wie des Lampferbaches bei Buer, des Baches bei der Zeche Zentrum, bei Bottrop, sowie einer Anzahl von Bächen bei Dortmund, ferner einer Reihe von Kläranlagen vorgesehen. In dem letzten Jahre sind 44 Millionen Mark verbaut worden. 300 Millionen Mark sind für das nächste Jahr vorgesehen. Sie werden aber wahrscheinlich nicht in vollem Umfang verbraucht werden, und man hofft mit einer Summe von 250 Millionen Mark auskommen zu können. Im Berichtsjahre sind 1200 Erwerbslose bei den Arbeiten der Emschergenossenschaft beschäftigt gewesen. Hierauf beschäftigte sich die Versammlung eingehend mit dem Haushaltsplan für das Jahr 1922. Der außerordentliche Haushaltsplan schließt ab mit 300 Millionen Mark, der ordentliche mit 68.300000 Mark. Die Versammlung genehmigte den Voranschlag mit allen gegen die sozialistischen Stimmen. * Gründung eines„K. K..“ in Castrop. In kath. kaufm. Kreisen hat man seit langem den: Wunsch, eine Lücke im kath. Vereinsleben Castrops und der Umgegend auszufüllen durch Gründung eines kath. kaufm. Vereins Castrop und Umgegend. Wie wir erfahren, erregt dieser Gedanke in den Kreisen der kath. Kaufleute und Angestellten lebhaftes Interesse. Die Existenzberechtigung eines solchen Vereins in unserer Stadt liegt auf der Hand. Geplant wird, in der nächsten Zeit eine Vorbesprechung der beteiligten Kreise stattfinden zu lassen. Herren, welche sich für die Gründung eines kath. kaufm. Vereins interessieren, wollen ihre Adressen dem Vorsitzenden des Westf. Südgaues der kath, kaufm. Verein, Kaufmann Math. Wiemers, Bochum, Bahnhofstr., mitteilen. (9 Castroper Turnverein 1874. Mehrfach geäußerten Wünschen entsprechend beabsichtigt der Castroper Turnverein 1874 eine Altherrenriege ins Leben zu rufen. Sie soll älteren Herren die Möglichkeit bieten, durch regelmäßige, dem Alter und der Turnfähigkeit des einzelnen angepaßte Uebungen den Körper gesund und leistungssähig zu erhalten. Die Leitung der Altherrenriege wird der 1. Vorsitzende des Vereins, Herr Dr. Sommer, der geprüfter Turnlehrer ist, übernehmen. Diejenigen Herren, die genannter Riege beizutreten wünschen, werden gebeten, Freitag, den 12. Mai, abends 8 Uhr im Gasthof zur Post, Markt, sich einzufinden.— Die Zöglingsabteilung des Vereins zählt bereits 60 Mitglieder, sie ist für 12. bis 16jährige eingerichtet. Uebungszeit: Mittwochs von—5½ Uhr. Auch die Mitgliederzahl der Damenriege ist in erfreulicher Zunahme begriffen. Nur die Zahl der aktiven Turner im Alter von 17 bis 25 Jahren läßt bislang noch zu wünschen übrig. Doch darf man erwarten, daß auch diese Schar sich nach und nach erheblich vermehrt, sobald man sieht, daß im Castroper Turnverein allseitige Leibespflege getrieben wird, daß neben dem Geräteturnen die Leichtathletik, Spiel und Wandern in ausgiebigem Maße berücksichtigt werden. * Erfolg eines heimischen Taubenzüchters. Einer unserer ersten hiesigen Taubenzüchter, der sich auch als heimischer Dichter eines guten Namens erfreut, hat gestern ein sehr interessantes Experiment gemacht. Er fuhr gestern morgen! mit einem seiner hiesigen Freunde nach BadenBaden zur Kur. Um seiner zurückbleibenden Gattin nun möglichst schnell seine glückliche Ankunft mitzuteilen, nahm er eine seiner besten Tauben mit auf die Reise, um sie auf dem Bahnhof Baden Oos auffliegen zu lassen. Der geflügelte Depeschenbote ließ sich gestern abend 9,34 Uhr bereits wieder auf dem heimischen Schlage nieder. Vetebredungsgemäß durfte er nicht vor .25 Uhr aufgelassen werden, da der=Zug nicht eher in Oos eintraf. Wenn sich der Taubenbesitzer wirklich an diese Bestimmung gehalten hat, so hat seine Taube, wie man sagt, einen DerbyRekord aufgestellt. Den beiden Castroper Herren, die auf diesem auch in der Zeit der Postkalamitäten noch immerhin„ungewöhnlichen Wege“ die glückliche Ankunft an Ort und Stelle mitteilten, wünschen wir gutes Wetter und beste Erholung. § Verband Westfälischer Krankenkassen. Seine achte Hauptversammlung hält der Verband Westfälischer Krankenkassen am 13. und 14. Mai in Unna im Kurgarten ab. Aus der reichhaltigen Tagesordnung ragen hervor ein Vortrag des Mi nisterialrates Grieser vom Reichsarbeitsministerium über„Die gesetzliche Regelung der Arztfrage“. Ferner ein Vortrag des Medizinalrates Donnerstag, den 11. Mai 192: Dr. Quadflieg aus Hamm über„Die Mitwir kung der Krankenkassen bei der öffentlichen Ge sundheitspflege“, sowie ein Vortrag des Ge schäftsführers Schönwald aus Düsseldorf übe „Zweckmäßige Ausgestaltung des Verwaltungs dienstes der Krankenkassen“. O Der Paketverkehr zwischen Deutschlans Lettland und Litanen wird am 15. Mai neu auf genommen. Es sind zunächst nur gewöhnliche nicht sperrige Postpakete ohne Nachnahme bis 1 Kilogramm Gewicht zugelassen, die auf den Landwege nach Litauen in unmittelbaren Aus tausch, nach Lettland über das Memelgebiet un Litauen besördert werden. Nähere Auskunft er teilen die Postanstalten. 2) Rauxel.(Ein Einbruch) wurde in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch in der Warthalle auf der Wilhelmstraße verübt. Den Dieben sielen für 700 4 Bonbons, 30 Sooleier, für 100„A Bratheringe usw. in die Hände. Sie hatten sich Eingang durch Eindrücken der Tür verschafft. Bis zur Stunde sehlt von ihnen jede Spur. □ Merklinde.(Kircheneinbruch.) Unbekannt entkommene Diebe statteten in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch der hiesigen kath Kirche einen Besuch ab. Sie versuchten das geld schrankähnliche Gelaß in der Sakristei auszubrechen, hatten hier aber ebensowenig Erfolg wie beim Tabernakel, an dem sie die Beschläge lösten sodaß sie unverrichteter Dinge abzogen. S Frohlinde.(Betriebszuschuß.) Die Gemeinderatssitzung des benachbarten Kirchlinde beschäftigte ein Gesuch unserer Gemeinde. Frohlinde bittet für die Zeit von 1917 bis 1922 um einen Betriebszuschuß. Die alljährlich eingereich ten Ankräge sind zurückgestellt worden, weil eine anderweitige staatliche Regelung in Aussicht stand. Da letztere nicht stattgefunden hat, wurde der Jahressatz von 800 JA wie früher bewilligt. Turnen, Spiel und Sport. Dortmunder Rennen. Das Mai=Meeting des Dortmunder RennVereins findet am Sonntag, den 21. Mai und am Himmelfahrtstage, den 25. Mai statt. Auf dem Programm stehen an jedem Tage 7 Rennen mit insgesamt 650000 JA Preisen und Prämien. Gelaufen werden neun Flach= und fünf Jagdrennen. Die Hauptrennen sind das Graf Ferry=Rennen mit 50000 Mk., 2000 Meter, das BlankensteinRennen mit 50000 Mk., 1400 Meter und das Hohensyburg=Jagdrennen 50.000 Mk., 4000 Es wird kein Rennen gelaufen unter 25 000 Mk. dem ersten. An beiden Tagen fährt ein SonderEilzug ab Duisburg Hbf. nach Station Brackel. Die Rennen beginnen um 2½ Uhr. Aus dem Emschertal. ∆ Rauxel=Bahnhof.(Konzert des M. G. V. Rauxel=Bahnhof.) Das gestrige Konzert des M. G. V.„Rauxel=Bahnhof, das um 8 Uhr im Richterschen Saale(Middelanis) begann, bewährte die alte Anziehungskraft, welche die Veranstaltungen unseres M. G. V. seit langen Jahren besitzt. Trotz der Mission, die gewiß manchen treuen Besucher abhielt, war der Saal bei Stuhlreihen fast ausverkauft. Der Verein ist dieser äußere Erfolg sehr wohl zu gönnen, da der künstlerische dahinter nicht zurückblieb. In der jetzt 56 Mann starken Sängerschar wohnt eine erfreuliche Chordisziplin. Jeder noch so geringen Weisung seitens des tüchtigen Dirigenlen, Herrn Siepmann, wird unverzüglich und ohne beschwerlichen Anlauf stattgegeben, sodaß der Ge samtvortrag sehr flüssig und aus einem Guß ist. Von kaum nennenswerten kleinen Mängeln abgesehen, die im wesentlichen auf die erbliche Belastung der westfälischen M..=Vereine, der Schwäche der Tenöre zurückzuführen waren, war jeder Liedvortrag so sauber in langem, eifrigem Proben herausgearbeitet, daß das Anhören jetzt durchweg reiner, ungetrübter Kunstgenuß war. Welche Kleinarbeit und welches vorzügliche technische Können, aber auch welche Durchgeistigung und Verinnerlichung steckte nicht im Hauptcho“ Die kluge Hausfrau macht sich die Erfahrungen anderer zunutze un kauft nur die millionenfach bewährten Braun Haushaltfarben. Ueberall zu haben. 64 21 man von Paul Oskar Höcker Copyright by I. Engelhorn, Stuttgart. Die Leutchen ahnten ja gar nicht, konnten es ja gar bicht ermessen, wie wunderbar die Harmonie war, die vischen ihm und seiner Fränze herrschte. k. Des Doktors tollkühnes Wagnis am Abend des Eisgangs war viel besyrochen worden. Auch Fränze hörte davon. Sie fragte Zuvitza voller Sorge, was denn Bahres an dem Gerücht sei— und woarum in aller Belt er so leichtsinnig sein Leben aufs Spiel gesetzt sabe. Er sah ihr nur lächelnd ins Auge:„Weißt du's pirklich nicht, Fränze?“ .„Sie, wollte ihn auszanken, brachte es aber doch Eicht übers Herz. Seine Liebe machte sie stolz und glück66.„Es war wie ein neues Aufleben. Tag ist mir jetzt wie ein Geschenk!“ sagte sie ihm einmal, als er sie in der Mittagssonne im Hofe fraf und sich über ihr junges, frisches Aussehen, ihre telle Stimme, ihre strahlenden Augen freute. Sie stand auf einem Stapel Bretter, der Wind trieb hr die Röcke prall an die Glieder, machte das Cape lattern u. drobte ihr die Haare zu verwirren. Sie hatte teide Arme erhoben, hielt die Locken fest und schützte .so gleichzeitig gegen das Blenden der Sonne. Er ggte, bewundernd den elastischen Bewegungen, den shlanken Linien ihrer jungen, anmutigen Gestalt. Er pfand ihre Nähe, ihren Anblick wie eine Liebkosung. ist summte oder sang sie nun auch fröhlich vor sich an de taggsber aut dom Stähllensah der and andungssteg mit Zählen und Notieren beschäftigt war der wenn sie drüben auf den Reiseschiften. Fahrt übers Haff oder übers Baltische Meer antreten sollten, das Verstauen der Bauhölzer beaufsichtigte. Sie merkten es alle auf Sakuthen: ihre Herrin war rdentlich verjüngt. Für die Arbeiter, die längere Zeit auf dem Werk tätig waren, hatte sie manchmal auch freundliche Fragen. Ein patriarchalisches Verhältnis existierte ja nicht mehr; aber zuweilen lief ein drolliges Wort, das sie zu dem oder jenem gesagt hatte, durchs ganze Werk, und dann ward die Stimmung trotz der harten Arbeit doch gleich viel fröhlicher. „Gewiß machen Sie heuer wieder flotte Geschäfte da drohen!“ so erklärten die einen eie unverbennbare Wandlung der Herrin. Andere meinten: es werde wohl mit Lotz einen Aufschwung genommen haben. Der Rest aber dachte sich seinen besonderen Teil. Und ein Berliner Witzbold an der Drehbank in der Schlosserei summte einmal ein altmodisches Couplet:„Das macht die Liebe, heimliche Liebe, von welcher niemand etwas wissen tut.“ Der kleine Alex sollte noch bis zu den Pfingstferien auf Sakuthen bleiben. Das Scharlachsieber war nicht ohne Komplikationskrankheit geblieben. Einer Nierenaffektion halber bedurfte er noch ein Weilchen der Schonung. Als er dann endlich aus der ärztlichen Behandlung als gesund entlassen wurde, begann für ihn eine herrliche Zeit. Er schien unzertrennlich von Tante Fränze. So unbequem der kleine Begleiter zuweilen war, sie kränkte sein Zärtlichkeitsbedürfnis nicht. Es war ihr in manchen flüchtigen Stimmungen selbst eine solche Lust, seinen Blondkopf zwischen ihre Hände zu nehmen. ihm ins krause Haar zu fahren und ihn stürmisch auf den Mund zu küssen. Manchmal traf's auch die kleine Stumpfnase oder das allmählich sich wieder rundende nder her maihen Ruchanhole—#iph bann krähte Alex vor Lachen. Er hängte ostan Arm bei ihr ein— wie ein Großer, sagte er— und sie zogen trällernd über den Hof, beide sorglos, beide fröhlich. Es ward jedesmal auch in Dieters Stube gleich viel heller, wenn sie so selbander den Kranken besuchten. Dieters Zustand hatte sich rapid verschlimmert. Immer schwerer ward ihm nun auch der Gebrauch der Arme. Eines Abends versank Dieter mitten in der Lektüre, für die er sich noch soeben lebhaft interessiert hatte, in ine ohnmachtähnliche Erschöpfung. Sein Kopf fiel auf die Brust— seine Finger krampften sich zusammen und streckten sich darauf lang aus— er bot das Bild eines Toten. Eiskalt überlies es Fränze. Das Buch entfiel ihren zitternden Händen, sie hatte zuerst kaum die Kraft zu sprechen, sich aufzurichten. Zupitza bemühte sich rasch um ihn, allmählich kam der Kranke dann wieder zu sich, aber seine Zunge war schwer, er sprach kallend, unverständlich. Der Unfall schien nicht ohne ernste Folgen bleiben zu sollen. Andern Tags, als Stosentin in Geschäftsangelegenheiten mit dem Kranken verhandelte, stellte sich heraus, daß Dieter die Erinnerung an allerlei erst vor einigen Tagen erledigte Korrespondenzen verloren hatte. a Nun wuchs Fränzes Angst von Tag zu Tag. „Das ist der Anfang vom Ende!“ fragte sie den Freund in bleicher Sorge. Er wich ihr aus. Schon seit Wochen sprach er mit ihr nur das Allernötigste über den Kranken. Sie zog darauf aber wieder ihre Broschüren aus dem Verstechk und las und las. Und Grauen ersaßte sie davor: der 5 Mehrere Tage Hintereinander kam ihr Dieter danwieder, ganz frisch und aufgeweckt vor. Es verlangte ihn sogar selbst nach Anregungen. Fränze soll musizieren, er wollte Gäste bei sich sehen, ja, er ruhte nicht eher, als bis sie ein paar Bekannte zum Abend einlud. Aesthetisch veranlagt, wie er war, machte er zur Bedingung, daß man nicht mehr wie früher an einer gemeinsamen Tafel saß, sondern daß kleine Tische aufgestellt wurden, wo die umständliche Art, in der er seine Mahlzeiten einnahm— Tirsell mußte ihn ausschließlich bedienen— nicht weiter auffiel. Nach dem Essen gruppierte man sich dann zwanglos um ihn herum, es wurde stark pokuliert, und Dieter trank flott mit. Er war der Lebhafteste von allen, seine ausgelassene Laune steckte die anderen Herren an, man wollte sich ausschütten vor Lachen über sein scheinheilig drolliges Wesen, womit er seine Frau und den Doktor über sein Grogkonsum zu hintergehen suchte. Der Abend bekam ihm auch ganz vorzüglich: er schlief dann fest und ohne jede Unterbrechung. Für den darauf folgenden Sonntagmorgen hatte er sich Gamering, Leikschat. Behr und Rotselser zu einem Frühstück eingeladen. Der Rittmeister war mit seiner Frau ein paar Wochen an der Riviera gewesen und hatte aus Monte Curio eine Ronlette mitgebracht. An den Frühschoppen sollte ein Spielchen angeschlossen werden. Das ward aber ganz geheim gehalten. Weder seine Frau noch der Pastor sollten davon etwas erjahren. Fränze bereitete mit der Köchin das Herrenfrühstück vor, das als Mittagessen galt. Sie seldst datte mit dem Doktor eine Fuhri zu Kemenelte im Kahn übes die Wiesen verabredet#### —iesee vsschr r u eliehene belalhl. #es avends, der bekannten Glanznummer des kölner M. G.., Zöllners„Halt"? Das schwieige Chorwerk wurde so gut vorgetragen, daß nau über das etwas zaghafte und verspätete Ein „etzen des ersten Tenorsolos gern hinwegsieht und zu dankbarer Erinnerung sich der reinen, ungeerübten Nachfreude des wahren, tiefen Kunstgekusses hingibt. Reicher Beifall und stürmische Beglückwünschungen wurden dem Chorleiter und Thormitgliedern nach dieser Leistung von allen Seiten wohlverdient zuletl. Ohne alle Fehler war der Vortrag des als Massenchor für das demnächstige Bundesfest in Bochum ausersehene Lied„Heimat“ von Fischer. Ebenso wirkungsvoll war der Auftakt zum Konzert, den der Verein mit dem frisch dargebotenen Chor„Mein Eied“ von Führmann und dem reizenden„Minwnelied“ von de la Hale in der Schreibeischen Be #arbeitung bot. Der 2. Teil des Abends brachte noch Silchers unvergängliches volksliederartige “,O wie herbe ist das Scheiden“, Neumanns herzLinniges„Nachtgebet“ und Kahls, für den Aus'klang besonders geeignete„Serenade“ mit dem wundervollen Lautenklang im Refrain, der denn Pauch seine Wirkung auf das Publikum nicht verPfehlte, sondern stürmtschen, immer wieder sich erFneuernden Beifall hervorrief. Als Solisten hatte der Verein sich die Herren Kurt Haeser(Klavier) und Fritz Muermann(Baß=Bariton), beide aus Dortmund. verschrieben. Ersterer, der auf einem klangvollen Ibach=Flügel Werke von Chovin, Bachmaninoff und Liszt zum Vortrag brachte, konnte in allem gut gefallen. Der in der Fhiesigen Gegend schon bekannte Künstler verfügt über anderkennenswerte Technik und versteht, Seele in den Vortrag zu legen und sich dem Willeu der Komponisten willig unterzuordnen, sodaß seine Nachschönfungen sich von aller Mariniertheit freihielten. Auch als Begleiter bewährte er diese Eigenschaften. Herr Muermann war, schien=s, ; n i c h t v o l l d i s p o n i e r t. N a m e n t l i c h i m 2. T e i l e d e s Programms, wo sich die Nachwirkungen des leiz d i g e n s R a u c h e n s i n d e r P a u s e s t ö r e n d u n d h e m , mend bemerkbar machten, ftel dieses auf, so ins„ besondere im Schlußsatze beim„Wanderer" von Schubert. An der vollen Ausschövfung seines um fangreichen Organz wurde der Sänger überdies durch die ungünstige Plazierung verhindert. Er stand zu wenig erhöht, auch die Klangwirkung des Flügels litt unter dem gleichen durch die Raumverhältnisse- leider gebotenen Mißstand. Es würde aber ungerecht sein, wenn man die Wiedergabe von„In diesen heil'gen Hallen" nicht als Musterleistung erwähnen würde. Mit ihr ließ der , Sänger ahnen, was in ihm steckt. E Habinghorst.(Wem gehört die Taiche?) In Habinghorst ist am 5. d. Mts. eine schwarze Damenhandtasche mit Inhalt gesunden worden. Eigentümerin wolle sich umgehend in der Verwaltungsstelle melden.(*) C Bladenhorst.(Nachrichtendienst des Schiffahrts= und Speditionskontors Herrmann.(Schleuse VII.) Zur Schiffahrtslage auf den westdeutschen Kanälen ist zu berichten, daß auch in dieser Woche eine Besserung in der hiesigen Geschäftslage nicht eintrat. Wenngleich gegenüber der Vorwoche ein kleiner Fortschritt zu verzeichnen war, so haben doch die beorderten Fahrzeuge den hiesigen Liegeplätzen kein anderes Aussehen gegeben. Die Zahl der hier wartenden Schiffe beträgt immer noch weilaus über 100, wovon die ältesten vom 11. Aprik datieren.— Es wurden angeschleppt: am 1. Mai ruhte der Betrieb(Maifeier der Monopoldamp= fer), am 2. Mai 24 Kähne westwärts, 52 Kähne ostwärts, am 3. Mai 38 Kähne westwärts, 30 Kähne ostwärts am 4. Mai 22 Kähne westwärts, 24 Kähne ostwärts, am 5. Mai 28 Kähne westwärts, 28 Kähne ostwärts, am 6. Mai 12 Kähne westwärts, 22 Kähne ostwärts.(*) ( Mengede.(Ueberfahren) wurde 2 Uhr nachmtttags ein 2 Jahre altes Mädchen von dem in scharfem Trabe herankommenden Fuhrwerk des Unternehmers P. Das Kind erlitt einen Schädelbruch, an dessen Folgen es 11 Uhr abends im Krankenhaus starb. Die Schuld trifft anscheinend den Lenker, der auf dem Wagen saß und ohne Leine gefahren haben soll.(*) aus Westbeutschlaus. * Recklinghausen.(Eine Einbrecher= bande), die in letzter Zeit in der Gemeinde Marl eine Anzahl Einbruchsdiebstähle verübt hat, ist jetzt ermittelt und dingfest gemacht worden. Die Haupttäter sind der Arbeiter Willi Letzing aus Marl, der ledige erwerbslose Richard Meisner, der Arbeiter Gottlieb Krackan, beide aus Drewer bei Marl; als Hehler kommen in Frage der Arbeiter Jakob Piasetzkt und denen 15 Jahre alter Sohn aus Marl. Neben vielen anderen Diebstählen wird ihnen zur Last gelegt. aus der Telephonlettung Drewer—Sickinamühle eine Rolle Kupferdraht in einer Menge von 5000 Metern und einem Gewicht von zwei Zentnern gestohlen zu haben. Die Festgenommenen haben bereits ein teilweises Geständnis abgelegt. * Arusberg.(Säger=Bundesfest.) Am Sonntag, dem 14. d. Mts., findet hier das 10. Bundesfest des Sauerländnischen Sängerbundes statt. 22 Vereine mit ungefähr 1000 Saugern haben ihre Teilnahme zugesagt. * Arnsberg.(Die Jagd auf Rehböcke.) Der Bezirksausschuß hat für den Umfang des Regierungsbezirks Arnsberg die Eröffnung der Jagd auf Rehböcke für das Jahr 1922 auf Dienstag, den 30. Mai, und den Beginn der Schonzeit für Birk=, Hasel= und Fasanenhähne auf den 1. Juni festgesetzt. * Meggen.(Schweres Eisenbahnun glück.) Am 6. Mai gegen 2 Uhr 30 Minuten vormitags fuhr zwischen den Stationen Grevenbrück und Meggen der Güterzug 5770 auf den vor dem Bahnhof Meggen haltenden Güterzug 5830. Eine Lokosotive und 12 Wagen entgleisten und wurden teilweise schwer beschädigt. Von den Personalen wurde ein Schaffner tödlich, einer schwer und ein Zugführer leicht verletzt. Beide Hauptgleise wurden gesperrt. Der Personenverkehr wurde durch Umsteigen aufrecht erhalten. Die Untersuchung über die Schuldfrage ist eingeleitet. * Himmighausen.(Mit dem Leben bezahlt.) Bei dem Versuch, auf einen fahrenden Zug zu springen, geriet ein junges Mädchen aus Langeland unter die Räder. Es wurde ihm der Kopf abgefahren. Dieser traurige Fall möge zur Warnung dienen. * Lüdenscheid.(Auf der Fluchterschossen.) Ein junger Mann, der verdächtig war, zahlreiche Diebstähle ausgeführt zu haben, wurde festgenommen. Er ergriff aber die Flucht und wurde, als er sich noch obendrein dem Poltzetbeamten widersetzte, von diesem angeschossen und so schwer verletzt, daß er bald darauf starb. die Sprache der Glocken. Von altersher hat das Volk den Glockentönen bestimmte Worte untergelegt und so eine Art von Glockensprache herausgebildet, die in bald einster, meist aber humorvoller Weise die Klänge des ehernen Mundes ausdeutet. Von dieser Glockensprache erzählt Joh. Pesch in den„Heimatblättern der Roten Erde“. Schon im„Narrenschisf" des Sebastian Brant wird von den drei Glocken in einem Pfarrturm berichtet, von denen die kleinste spricht:„Gem wyn, gem wyn, gem wyn!“(Gebt Wein!). Die andere, größere, spricht:„Wer zahlt's wer zahlt's, wer zahlt'?“ Die dritte aber, die große Sturmglocke, brummt, wer in diesen Tagen vor dem Bauernkrieg die Kosten aufbringen mußte:„Puren, Puren, Puren“(Bauern). An einer anderen Stelle des Narrenschiffs heißt es: „Kling, klang, gloriam.— Die Sau, die hat die Schellen an“, und dieses Sprüchlein kehrt im Kinderreim in mannigfachen Abwandlungen wieder. Neben Klingklang werden die Glockenlöne am häufigsten durch„bim, bam....“ gedeutet, und daran schließen sich dann viele Verschen, wie zum Beispiel die Erklärung des Glockengeläutes im Landkreise Dortmund:„Bimbam, bimbam— bimmelbammel, bimmel,— kömms du nich in use Kärke,— kömms du nich in'n Him mel". Die Glocken von St. Martin in Minden rufen:„Jung und Ohle, kamet bohle". Die Schulglocken der umtlegenden Dörfer rusen folgendes: in Barkhausen:„Pankocken, Pankocken!" in Dützen:„Bierboom, Bierboom“; in Bölhorst: „Paul, Paul, Paul, Paul“ usw. Die Geläute der Dortmunder Kirchenglocken werden folgendermaßen gedeutet: die Reinoldikirche(tief und langsam):„Sett't den grauten Pott up't Fller!"; die von St. Peter(etwas höher):„Daut der Speck un Bauhnen dür!"; die von St. Marien (hoch):„Speck un Bauhnen mag ick nich!“; die der Provsteikirche(sehr hoch und schuell):„Dann friätt, watt de Düwel fritt!". Den drei Glocken zu Deilinghofen bei Iserlohn legt man folgende Worte in den Mund:„Min Finger, min Dumen — min Jällenbuogen— Sou lutet de Klocken— Van Detlingknoven.“ Die an den äußersten Grenzen des Kirchspiels wohnenden Bauern werden in Buer nach der Volksmeinung durch den Giokkenschall zur Kirche gerufen:„Komm Wivikus (Wibbringhaus), komm Nettelbusch— Komm Vollentin, komm, komm, komm!“ In Besterholt legt man dem Glockenrhuthmus die Worte unter: „Bonenvoatten, Bonenvoatten, Tüdelüttteulaotten. Tüddelüttenlaotten.“ Solche Deutungen des Glockenschalles lassen sich in großer Zahl anführen, und sie wechseln nicht selten von Dorf zu Dorf. Eine feine Verwendung von dieser Glockensprache haben einige westfälische Dichter gemacht, so Wibbelt in seiner Erzählung:„Dat veerte Gebott", und Herm. Wette in seinem Gedicht:„Wat de Klocken von Latov lüt“. Die westfälische Kommission für Volkskunde hat ein reiches Material über diese tiefsinnig, humorvolle Glockensprache gesammelt. Letzte Meldungen. Ein Memorandum des Papstes. Genua, 10. Mai. Der Präsident der Konserenz und die hier vertretenen Delegationen, soweit sie divlomatische Beziehungen zum Vatikan unterhalten, erhielten, wie Steinnt meldet, den Text eines Briefes des Papstes an Kardinal Staatssekretär Gaspart nebst einem Memoranbum, das u. a. besagt: In dem Briefe, den der Heilige Vater am 29. April dem Kardinal Staats sekretär schickte, wurde dieser aufgefordert, den Mächten, mit denen der Heilige Stuhl in diplomatischen Beziehungen steht, die Botschaft, die S. H. der Papst zu einem glücklichen Ausgang der Genneser Konferenz ausspricht, und zwar besonders bezüglich der russischen Nation, zu übermitteln. Da der Stand der Dinge ihm nicht gestattet, jeder der Kanzleien auf dem üblichen Wege durch beglaubigte päpstliche Vertreter diese Mitteilung zu machen, benutzt der Hl. Stuhl die Gegenwart der Delegationen derjenigen Staaten in Genua, mit denen er diplomatische Beziehungen unterhält, um ihnen den Text des päpstlichen Schreibens mitzuteilen und ihre Aufmerksamkeit auf folgende Punkte zu lenken, die von großer Bedeutung sind. In der historischen Stunde, in der man die Wiederzulassung Rußlands zur Gemeinschaft der zivilisterten Nationen behandelt, wünscht der H. Stuhl, daß die religlösen Interessen die Grundlagen jeder wirklichen Zivilisation in Rußland abgeben müssen. Infolgedessen wünscht der Hl. Stuhl, daß in dem Uebereinkommen, welches zwischen den in Genua vertretenen Staaten abgeschlossen wird, in irgendeiner Form aber recht deutlich, folgende drei Klauseln aufgenommen werden: 1. Volle Gewissensfreiheit für die russischen Bürger oder Ausländer soll von Rußland zugesichert werden. 2. Soll die private und öffentliche Ausübung der Religion und des Kultus zugelassen werden. (Diese 2. Klausel entspricht den in Genna von Tschitscherin abgegebenen Erklärungen.) 3. Mobillen, die irgendwelchen religtösen Gemeinschaften gehörten oder noch gehören, werden ihnen zurückerstattet oder sollen ihnen verbleiben. ist die beste Seife Moderne erstkl. verarbeitete FEE-GUUrT in gewaltiger Auswahl u. herver- 1350„ 280000— ragend guten Qualltäten nix 480 9. M. SSUO. Jünglingsanzüge moderne Pormen, gute Stoffe M. 750.-850.-950.- 1100.2569 Prüfen und vergleichen Sie unsere Qualltäten und Preise! # Scbrader-Seiaschhlat, Vormund, Keine Schaufenster!####. Münstorstr. Be 18 Eche Steinplatz. Münsterstr. 18, Verkauf nur 1. Etage 11 50 13 R Bargarn Ihre Vermäblung geben bekannt: Peter Schmitz 6 Ida Schmitz 1 geb. Dispot. Castrop Rauxel den 11. Mai 1922. 2869 Atelier Argleb Münsterstraße 8 uen. Spezihlltät: Vergrößerungen und Maiereien nach jeder 1 PhotoSchütt Sonnlandin ins Benzin reinigt,— verbilligt— spart 2779 bis 50% Benzinersparnis. 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Ich gehe zum Minister für Indien und erzähle ihm die ganze Sache privattm. Und dann kann sich Se. Hoheit meinetwegen grün oder blau protestieren, aber es gibt keinen weiteren Europa=Säfour für ihn und keine Werbungen um schöne weiße Prinzessinnen.“ Der Direktor des großen Hotels wendete die Augen mit einem Ausdruck der lebhaftesten Dankbarkeit himmelwäts und verabschiedete sich, nachdem er dem jungen Bankbeamten die Welsung gegeben, Allan auszuzahlen, was er momentan von ihm haben wollte. ellan wendete sich an den Obersten. „Lann man die Patienten sehen, Herr Oberst?“ 4„Noch nicht junger Freund. Jetzt muß ich selbst hinauf und sie ein wenig beaugapfeln. Wir treffen ans noch!“ Er stürzte davon. Mr. Bowlby sah auf seine Uhr. „Au der Zeit, etwas zu essen,“ sagte er.„Kommen Sie, wir wollen doch sehen, was Susan und Helen machen.“ Sie fanden Mrs. Bowlby und Miß Helen im Sakon der Familie Bowlby. Mrs. Bowlby trug eine spuervurfarbene Toilette, die ihr eine frappante AehnEchkeit mit einem brasilianischen Kakadu gab. 2„Nun endlich!“ rief sie.„Wo hast du dich so lange erumgetrieben, John? Ich und Helen, wir vergehen schon vor Neugierde. Was ist also geschehen? Ist wahr, daß man das Untier halb tot von Auselfungen auf der Straße gefunden hat? Die Dietschaft sagt es. Und den alten grauhaarigen Wüst*. So erzähle doch, John! Und der Dritte aus der hmuberen Gesellschaft soll ja einen Anfall von Delikium gehabt haben, er hat die Leibwache niedergemet((#lt und große Löcher in den Fußboden und die Wäni gestoßen? So erzähle doch, John!“ „Sobald du mich läßt, liebe Susan. Der Ma..“ „Es ist also wahr, natürlich! Halbtot von Ausschweifungen! Helen, du solltest nicht zuhören, mein Kind, aber es kann ganz gut für dich sein, zu wissen, wie e: die Männer treiben. Und der Oberst, John?“ ede Susan, lasse mich doch zuerst nur zwei Worte ###r den Maharadscha sagen.“ „Natürlich, du willst ihn in Schutz nehmen!“ „Der Maharadscha, geliebte Susan, wurde heute Morgen in einem Park in Cast End aufgefunden, be##t..“ „Von Ausschweifungen!“ *„Betäubt mit Aether oder Morphium von der Ban#e, die ihn und den alten Hofdichter geraubt haben.“ „Behaupten sie selbst, haha!“ „Behaupten sie nicht selbst, da die Belebungsversuche des Arztes bis jetzt weder beim Maharadscha, noch bei dem alten Ali gelungen sind.“ *„Hoha. John, du bist wirklich zu nalv!“ „Au right. Aber du hast nach dem Obersten gefragt.“ „Der gestern abend das Delirium hatte, das sagt die Dienerschaft. Ich will ja zugeben, daß der arme Prinz nicht gerade von leuchtenden Beispielen umgeden war. Diese Gerechtigkeit muß man ihm widerFahren lassen. Wenn er von einem alten Wüstling seiner eigenen Religion in entsetzliche Lokale gelockt wird und sieht, wie sich ein weißhaariger Heuchler, der sich Christ nennt, bis zur Besinnungslosigkeit betrinkt, kann man sa verstehen, daß ein Mensch, von schwachem Tharakter in Versuchung geraten kann. Und dann sehlt ihm doch auch die Stütze einer Frau.“ „Er hat doch hundertsünfzig, liebe Susan.“ „Solche nenne ich nicht Frauen, John, das weißt du.“ „Aber du hast es doch bisher getan, liebe Susan.“ „Well ich die Ohren melner kleinen Helen schonen wollte. Sie bekommt ohnehin genug zu hören, das arme Kind.“ „Geuiere dich meinetwegen nicht, Mama, ich weiß sehr gut, was für ein Wort du anwenden wolltest.“ „Gelen!“ „Liebe Mama, es steht doch im Shakespeare und in der Bibel.“ „Mrs. Bowlby wechselte das Gesprächsthema. „Wie ist es also mit dem Obersten, John? in eine Irrenanstalt gebracht worden?“ „Roch nicht, liebe Susan. Wir trennten uns eben vor einem Augenblick. Er ging zu seinen Schützlingen hinauf. Er wawr ein bißchen erregt nach seinen Gesprächen mit dreißig oder vierzig Reportern. Sonst befand er sich ganz wohl. Und wenn du Mr. Cray so halbwegs in Frieden erzählen lassen willst, kannst du hören, wie das mit seinem Delirlum zusammenhängt. glaubst doch Mr. Cray?“ „Soviel ich nach zwanzigjähriger Ehe einem Mann ##den kann, John.“ „Liebe Susan, sei mir nun nicht böse, weil ich dir deine Illusionen über den Maharadscha und die beiden anderen geraubt habe. Erzählen Sie, Mr. Cray!“ Allan wiederholte seinen Bericht über das, was am vorhergehenden Abend passiert war. Mrs. Bowlby hörte halbwegs ruhig zu, bis er zu der Szene kam, die sich dem Obersten und ihm selbst im Arbeitszimmer Herrn van Schleetens geboten hatte. Da stieß sie einen Schrei aus, der der baseballspielenden amerikanischen Nation würdig war. „Der auch! Ein Schwindler! Der alte Roué! Jetzt sind die Juwelen also gestohlen?“ „Noch nicht, Mro. Bowlby. Der Oberst und ich kamen gerade in der letzten Sekunde, um es zu verhindern, und sicherlich hat die Säbelattacke des Obersten gegen die Türe den Dieb in die Flucht gesagt.“ „Den Dieb? Sie meinen den Mitschuldigen!" „Sie sind derselben Ansicht wie der Oberst, wenn Sie das sagen, Mrs. Bowlby. Aber sie ist, mit Ihrer Erlaubnis gesagt, nicht richtig. Es war eine Schwindlerin, die Herrn van Schleeten düpiert hatte In Mrs. Bowlbys Gedankennetz trat ein Kurzschluß ein. „Eine Schwindlerin! Sie haben doch gesagt, daß semand in Männerkleidern, mit ihm hinaufging?“ „Ja, aber es war doch eine Schwindlerin, Mrs. Bowlby, verkleidet.“ „In Hosen! Da würde ich doch lieber.. Helen, du siehst, wie Frauen werden können, wenn sie einmal ansangen. Tausendmal ärger als die Männer. Wer war es, Mr. Cray? Weiß man es? Eine Holländerin?“ „Eine Amerikanerin, Mrs. Bowlby. Schöpfen Sie tief Atem, bevor ich Ihnen den Namen sage.“ „Sie meinen doch nicht—“ „Ja, allerdings: Mrs. Langtrey!“ „Es war offensichtlich, daß Mrs. Bowlby seiner Aufforderung in Bezug auf das Atmen nachgekommen war, denn der Ruf, den sie ausstieß, ging durch Mark und Bein. „Hatte ich also recht, Mr. Crayk!“ „Es sieht so aus, Mrs. Bowlby.“ „So etwas, dieser alte ausschweifende Schwindler läßt sich verlocken, von einem Frauenzimmer— Helen, mein Kind, höre nicht zu was wir sprechen— in Hosen!“ „Er ist seiner Strafe nicht entgangen, Mrs Bowlby. Sie hat ihn chloroformiert und würde alle Juwelen gestohlen haben, wenn wir nicht rechtzeitig gekommen wären. Nun gelang es ihr zu entkommen, aber die Juwelen mußte sie im Stiche lassen. Es war ihr Glück, daß dem Obersten die Hand zitterte. Er hat ihr sechs Schüsse durch das Fenster nachgeschickt. Aber ich muß gestehen, daß ich ihre Kaltblütigkeit bewundere, die Strickleiter anzuzünden!“ „Sie sollen nie etwas bewundern, was unmoralisch ist, Mr. Cray. Und um die Juwelen ist sie also gekommen?" „Ja, und zum Dank dafür bin ich heute durch Herrn Mirzl von dem Rest meines Geldes befreit worden.“ „Now, demmit lively! Was sagen Sie?“ Allan beschrieb, was im Bankkontor passiert war. Mrs. Bowlby hörte ihn mit weit aufgerissenen Augen an. Als er zu Ende war, atmete sie tief und sagte: „Ich muß gestehen, dieser Mirzl... Rein, daß er Langtreys Frau in die Krallen geraten mußte! Ich bin überzeugt, sie hat ihn auf Abwege gebracht wie diesen alten Roués von einem Juwelier.“ „Glauben Sie, sie hat ihn mit Chloroform betäubt, Mrs. Bowlby?“ „Eine Frau braucht zu so etwas kein Chloroform. Ich muß sagen, daß ich diesen Mirzl auf jeden Fall beinahe bewundern muß.“ „Sie sollen nie bewundern, was unmoralisch.. „Keine vorlauten Bemerkungen, sunger Mann. Demnit. Also jetzt haben Sie es das zweitemal verhindert! Glauben Sie, er wird sich damit zufrieden geben?“ „Wahrscheinlich ist er es nicht. Aber sobald der Maharadscha sich erholt hat— die Schnauze in die Luft stecken kann, wie der Oberst sich so schön ausdrückte— soll er wieder nach Indien zurückgebracht werden. Darauf schwor der Oberst. Und dann hat Mirzl keine Chancen mehr.“ Nach dem Lunch unternahm Allan einen Ausflug in das erste Stockwerk. Aber die schwarze Leibwache versperrte ihm den Weg mit einem wiederkennenden Zähneblecken. Vor die Türe, die der Oberst gesprengt hatte, hatte man eine Draperie gehängt. Allan suchte sich den schwarzen Kriegern verständlich zu machen, aber sie antworteten nur mit einem Wort, von dem Allan schließlich begriff, daß es Oberst bedeute. Der Oberst hatte offenbar allen den Zutritt verboten. „Lassen Sie mich mit dem Oberst sprechen,“ sagte er. Sie schüttelten den Kopf und sagten irgend etwas Unverständliches, als sich im selben Augenblicke eine Türspalte öffnete und ein blasser Kopf im Turban sichtbar wurde. Es war der alte Alt. „Verehrungswürdiger Poet,“ rief Allan.„Lassen Sie mich hereinkommen und Ihnen die Hand drücken! Wie geht es Ihnen? Erinnern Sie sich meiner nicht aus dem Hause der Tausend Freuden, auch Feuerfresserklub genannt?“ Der alte Hofdichter fuhr sich über die Stirne, „Das Haus der Tausend Freuden war ein vermummter Eingang zum Palast der Plagen,“ sagte er. „Es kommt mir nun vor, daß ich mich Ihrer erinnere, junger Mann. Von Ihnen hat man uns gesprochen! Sie waren es, dem es gelang. von diesen Söhnen Scheitans zu flüchten und es zu verhüten, daß die Juwelen meines Schülers gestohlen wurden.“ „Es war meine Wenigkeit,“ sagte Allan. „Kommen Sie also herein, und seien Sie gesegnet! Nicht so sehr von mir— denn was sind wohl Juwelen anderes als farbiger Kies?— aber von meinem Schüler, dessen Herz in sugendlicher Torheit von den vielfarbigen Lichtnebeln dieser Welt erfüllt ist. von denen diese Steine ein Symbol sind. Beim Propheten, mein Kopf schmerzt. Seit Jamshyd König von Kaikobald war, hat es einen solchen Rausch nicht gegeben, der große Richter sei mir gnädig. Kommen Sie herein!“ Allan passierte ein Spalier von Säbeln. Drinnen fand er den Mann, um den so viele Intrigen gesponnen waren, in derselben Stellung liegen, wie er ihn zuletzt im Feuerfresserklub gesehen, auf einem Diwan ausgestreckt. aber mit einem bedeutend matteren und weniger freudigem Lächeln als damals. In der halbgeöffneten Türe zu einem inneren Zimmer sah er eine Krankenpflegerin. Bei Allans Eintritt hob Yussuf Khan beide Hände zum Gruß. „Seid mehr als tausendmal gegrüßt!“ sagte er mit schwacher Stimme.„Verzeiht mir, daß ich mich nicht erhebe. edelster der Sahibs. Man hat es mir verboten. Sagt, was Ihr als Belohnung für das, was Ihr an mir getan, wünschet! Sprecht frei!“ „Wir wollen ein andermal darüber reden,“ sagte Allan.„es ist mehr dem Zufall als mir zu verdanken, daß den Verbrechern ihr Anschlag mißlungen ist. Lassen Sie mich lieber hören, was für Abenteuer Ew. Hoheit und dieser verehrungswürdigste der Dichter, seit wir uns zuletzt sahen, erlebt haben.“ Der alte Ali sank auf einen Stuhl, nachdem er Allan einen hingestellt hatte. „Setzen Sie sich,“ sagte er.„Ich bin, wie mein Schüler, ermattet von der Behandlung, der die Söhne Scheitans uns unterworfen haben. Nach dem, was mir Oberst Morrel Sahib sogleich, als ich hier wieder zum Leben erwachte, anvertraute, habe ich für immer meinen guten Namen und meinen Ruf verwirkt. Mit Recht sagt der göttliche Zeltmacher von sich selbst: Gurt, Kleid und Seele, alles, was mir teuer, Gab ich als Pfand dem Schenken=Ungeheuer. Nun denn, so bin ich frei von Furcht und Hoffen Und los von Erde, Wasser, Luft und Feuer. Dasselbe sagte Oberst Morrel Sahib von mir, nur nicht in so melodischer Sprache wie der göttliche Omar. Ich weiß kaum, was ich erlebt habe, junger Freund, und noch weniger, was mein Schüler erlebt hat. Von dem Augenblicke, wo ich ihn mit mildem, freundlichen Lächeln um die Lippen auf einem Diwan im Hause der Freuden ausgestreckt sah, habe ich ihn nicht wieder gesehen, bis ich heute die bleischweren Augenlider in diesem Zimmer aufschlug. Da war ich von weißgekleideten jungen Frauen umgeben, die mich rieben, so wie der Wucherer sein Gold reibt und beinahe noch eifriger. Außerdem befanden sich im Zimmer ein weißgekleideter Hakim(Arzt) und mein Schiller sowie Oberst Morrel Sahib, der mir sofort sagte, ich sollte geköpft und vor den Stadtmauern Nasirabads aufgehängt werden, als milde Strafe für meine Untaten, für die es in der Sprache der Sahibs gar keinen Ausdruck gibt.“ „Wo ist Oberst Morrel jetzt?“ warf Allan ein. Er konnte sich die Suada des Obersten vorstellen. „Oberst Morrel Sahib ist ausgegangen, um mit dem Minister für Indien über wichtige Angelegenheiten zu sprechen, die er uns andeutete. Mein Schüler und ich, die wir unseren guten Namen und unseren guten Ruf in dieser Stadt verloren haben, die noch nie von ähnlichen Dingen gehört hat, sollen so still und verschwiegen als möglich wieder heimgebracht werden. Das will Oberst Morrel Sahib als eine Gnade vom Minister zu erwirken trachten, der beabsichtigt hat, uns ohne Turbans und mit geschorenen Köpfen fortzusagen.“ „Aber erinnern Sie sich an nichts aus dem Feuerfresser=Klub bis heute?“ rief Allan.„Das ist ja drei Tage her!“ „Junger Freund,“ sagte der alte Hofdichter,„ich bin ein rechtgläubiger Anhänger des Propheten und habe stets getrachtet, mich unbefleckt von den Irrlehren zu erhalten, die an Nirwana und ähnliche Einfälle einer irregeleiteten Phantasie glauben. Aber wenn ich an den Zeitraum zurückdenke, den Sie eben erwähnt haben, fühle ich eine bedauerliche Neigung zu glauben, daß die Reden dieser Irrlehrer doch etwas für sich haben, so vollständig erloschen war mein Bewußtsein in dieser Zeit, von der Sie sagen, daß sie drei Tage währte. Und mein Schüler, den ich nach seinen Erfahrungen befragt habe, sagt für seine Person das gleiche aus.“ „Das ist wahr,“ kam Yussuf Khans Stimme vom Sofa.„Was mein Lehrer sagt, ist wahr wie der Koran. Ich erinnere mich an nichts anderes, als an eine große Dunkelheit, in der ich auf einem unruhigen Meer zu treiben glaubte und von bösen Träumen gequält wurde. Plötzlich faßte semand meine Seele, wie man einen Ertrinkenden faßt, und als ich den Kopf wieder über das schwarze Meer hob, befand ich mich in diesem Gemach, umgeben von weidgekleideten Krankenpflegerinnen und einem weißgekleideten Hak Verbrecher, die uns in das Haus der Freuden und dann entführt haben, konnten, dank Euch, Juwelen nicht stehlen, aber sie stahlen mir dre meines Lebens.“ „Mein Schüler spricht gut,“ sagte der alte wundernd.„Wenn ich ihm auch, wie Oberst! Sahib versicherte, ein so schlechtes Borbild g bin, daß diese ganze Stadt darüber empört mich in vier Teile zerstückelt sehen will, merke ie daß es mir einigermaßen gelungen ist, seinen Si Poesie und Beredsamkeit auszubilden. Allah— Name ewig gepriesen sei— gebührt die Ehre Jetzt erinnere ich mich doch an etwas, das ich vergessen hatte. Während meine Seele von dieser kelheit umschlossen dalag, wie von einem Gefi mit unendlich dicken Mauern, rieselte plötzlich ei ner Lichtschimmer durch die Mauer hinein.# einem Traum, oder so wie man durch dichten steht, entsinne ich mich, daß ich ausgestreckt auf Lager lag, ob entkleidet oder nicht, weiß ich Nicht weit von mir, auf einem anderen Lager d es mir, daß mein Schüler sich befand. Gerade diese Empfindung hatte, glaubte ich zu sehen, de Mann, der über mich gebeugt dagestanden hatte meinem Lager zu dem meines Schülers ging un über ihn beugte, mit einem bösartigen Grinsen es die Götzenbilder in den Tempeln der Unglär auf ihrem Antlitz tragen. Und seltsamerweise g! ich dicht neben ihm eine Frau zu gewahren. Doch wäre daran sellsam? Wo böse Menschen ihren sammlungsort haben, da ist auch das Haus voll ber, sagt das Sprichwort, und der Koran— de: zeit gepriesen sei— teilt diese Anschauung.“ „Es ist um so wahrscheinlicher, daß Sie richt sehen haben,“ rief Allan,„als eine Frau in da strige Attentat verwickelt war. Vielleicht haben Hoheit und Sie noch nicht davon gehört?“ Yussuf Khan, der sich lebhaft auf dem Ellbogen gerichtet und seinen Lehrer während seiner Erzäl unverwandt angestarrt hatte, schüttelte den Kopf, der alte Ali sagte: „Oberst Morrel Sahib nahm sich wenig Zei anderem, als mir meinen Mangel an guten E schaften vorzuhalten, und wie ich ihn fühnen kö Dann eilte er zum Minister, um einen Aufschub Strafen zu erwirken, die dieser mir zugedacht Oberst Morrel Sahib hat ein gutes Herz.“ Ohne dem alten Hofdichter seine Auffassung Oberst Morrels Maßnahmen zu rauben, erzählte lan, was sich am vorhergehenden Abend zugetr hatte. Die Libationen des Obersten hüllte er ine Schleier, aber machte eine große Nummer aus s Attacke gegen die Türe. Die beiden anderen laus ihm wie einem Märchenerzähler im Basar. Allan! kaum zu Ende gesprochen, als im Korridor Schritt tönten und die Türe aufgerissen wurde. Es war Oberst selbst, in Gesellschaft Herrn van Schleetens. alte Ali erhob sich mit ängstlicher Miene von sei Sitz. „Wie ist es abgelaufen, Oberst Morrel Sah fragte er.„Kann Se. Exellenz der Minister uns zeihen, oder sollen wir wie Pferdediebe aus der S gejagd werden?“ Oberst Morrel zögerte einen Augenblick mit Antwort, während er den Maharadscha und den a Hofdichter fixierte. Endlich sagte er mit derse Langsamkeit wie ein Klassenvorstand, wenn er zu z schlechten Schülern spricht: „Ich habe ein sehr schweres Stück Arbeit geh Ich fand Se. Exellenz, den Minister für Indien, mei hochgeschätzten Freund“(Allan erinnerte sich, die Herrn von Oberst Morrel anders titulieren gehört haben),„in äußerst erregter Verfassung. Die Ansich die er über das Vorgefallene aussprach, und die ich der nicht ganz mißbilligen konnte, die Befürchtung die er davor hatte, was man Allerhöchsten Orts sa und denken würde; die Kommentare, die leider in Presse gemacht werden— all dies hatte seine Gemi stimmung derart beeinflußt, daß ich fürchten mu meine Aufgabe meiner ganzen Ueberredungskunst, durch wiederholte Berufung auf unsere alte Freu schaft und nur indem ich heilig und teuer versprach,? die Abreise Ew. Hoheit augenblicklich erfolgen wür gelang es mir, zu erwirken, daß Se. Exellenz ihr Entschluß änderte. Ich kann also mitteilen, daß unbehelligt abreisen dürfen, wenn dies längstens üb morgen geschieht. Ein Dampfer nach Bombay geht diesem Tage um drei Uhr ab.“ Während der alte All mit einem tiefen Sala seine Hand zu fassen suchte, wischte sich der Oberst Stirne, ermattet von der Anstrengung seiner Re und fuhr in einem völlig veränderten Tone fort: „Jetzt habe ich für Ew. Hoheit getan, was ich kor# te. Nun ist es Ew. Hoheit Sache, mit diesem Hei zu tun, was Sie für angemessen finden. Es hät von Ihnen ab, was mit ihm geschehen soll.“ Der Maharadscha, der nach der Rede des Oberst in die Hände geklatscht hatte und eigentümlicherwe gar nicht enttäuscht darüber schien, Europa so ra verlassen und alle Träume von weißen Prinzessinn aufgeben zu müssen, wendete sich an Herrn von Schle 4en.* Gortkekung folat. , Hrllunge= Wochen=Katender mit Führer durch die hiesige Geschäftswelt. S D. R. G. M. NS 32 Oefen u. Herde in großer Auswahl. Zahlungserleichterung. Jagdmunition erstklassiger Fabrikate. Lager in sämtlichen elektrisch. Glühlampen „Oeram! Paul Schulz Eisenwaren Rauxel, Kaiserstrasse. Th. Machens Uhren und Goldwaren aller Art Castrop, Münsterstr. 48. Schuhwaren-Häuser T. W. Donner h. halsbach-billma Castrop. Preiswerie hebensmitte! Konserpen:: Hufschnittware. Kaufhaus für Volksbekleidung Wieder eingetroften in groß. Mengen engl. Militärschuhe, neu besohlt m. Doppelsohle sehr preiswert. 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Im blühenden Mannesalter wurde uns unser Vereinsmitglied durch den Tod entrissen. Wir betrauern in dem Entschlafenen einen eifrigen Freund und Förderer deuttchen Turnens und werden ihm ein bleibendes Andenken bewahren. Castroper Turnverein 1874 2894 Der Vorstand. Eine grosse Anzahl neuer Stoffe für Anzüge Paletots und Hosen ist eingetroffen, Ich bringe: gute und beste deutsche, aber auch ausländische Fabrikate, die in Güte den Friedensqualitäten nichts mehr nachstehen. Ich verarbeite: s nur erprobte dauerhafte Zutaten und lege ganz besonderen Wert auf sorgfältige innere Verarbeitung meiner Maßsachen. Ich blete: #s Ihnen besondere Vorteile, weil ich durch frühZeitige, günstige Abschlüsse Stoffe und Futtersachen billig einkaufen konnte. Bei Preisfestzetzungen begnüge ich mich mit einem ganz bescheidenen Nutzen. Ich erbitte: zwanglose Besichtigung meiner großen Lagerbestände und baldige Aufgabe Ihrer Bestellung, falls Sie noch vor dem Pfingstfest ein elegantes Kleidungsstück haben wollen. Anzüge nach Maß ab Mk. 3600.Werkstatt im Hause. Werkstatt im Hause. Lastroper Turnverein 1874. Die Mitglieder versammeln sich zwecks Teilnahme an der Beerdigung des verstordenen Vereinsmitgliedes der. Staut Soermspenter Ente Berg un Freitag, den 12. Mai, nachmittags pünktich 3¼ Uhr im Vereinslokal. Der Vorstand. Am Samsing, den 13. d. Mts., morgens 8½ Uhr, werde ich im Lokale des Herrn Hasenbein am Markt folgende Sachen: 1 Küchenherd, Buffetschränke, Anrichte, Eimerschrank, Tische, Stühle, Nachtkonsolen, Kinderbettstelle, Wiege, schön. Kinderwagen, großen Reisekorb, Badewanne, 2 Einmachtöpfe(40 Ltr. Inhalt), 10 Mir. 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