48. Jahrgang Rauxeler Neueste Nachrichten Rotationsdruck und Verlag: Casiroper Zeitung(Geschw. Schmitz), Casirop Bladenhorster Tageblatt Amtl. Veröffentlichungsblatt für den Landgerichtsbezirk Dortmund, für die Stadt Castrop und die Amter Rauxel und Bladenhorst Alle amtlichen Bekanntmachungen der Stadt Castrop, der Amter Rauxel und Bladenhorst erlangen nach Veröffentlichung in obigen Blättern rechtsverbindliche Kraft. er pei ur mmmmmger war. Erfällungoort Castrop. Der etwa gewährte Radatt ertischt bei Konlacsen Zwangsvergleichen und gerichtlichen Klagen. Anzeigen werden dis mittags, kleinere bis 4 Uhr nachmittags vor Ausgabe der Zeitung erbeten. Postscheckkonto: 40 150 Röin.— Fernsprech=Anschluß Nr. 6. nantwortlich für den Schriftei: Franz Joseph Pruya, Castrop Gaftepel *•.. — ichmr Pedenr icher Mer ur Hutl und Heiertage und kostet, durch Boten frei inBleint din Cou ertage und lostet durch Boien frei ins Haus gebracht 27.00 Mark(im voraus zahlbar) für den Monat. 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Mai in Nürnberg abgehaltene deutsche Vertretertag der Reichsvereinigung ehemaliger deutscher Kriegsgefangener hat an die Genueser Konserenz zu Händen des deutschen Reichskanzlers Dr. Wirth einen telegraphischen Appell um endliche Freigabe der letzten deutschen Kriegsgefangenen in Avignon gerichtet. * In Antonienhütte(.=.) ist ein englischer Offizier erschossen worden, ohne daß man des Mörders habhaft werden konnte. * Der englische Staatssekretär teilte auf eine Anfrage mit, daß der auf Grund der deutschen Reparationsverpflichtungen bis zum 4 Mai eingegangene Betrag sich auf 4 350000 Pfund Sterling belaufe. * Der englische König ist gestern in Brüf sel angekommen, von wo er sich zum Besech der englischen Schlachtfelder nach Nordfrankreich begeben wird. * Das Coblogramme erfährt, daß in den Kreisen des Wiedergutmachungsausschusses Hoffnungen auf einen neuen belgischen Plan für die iniernationale Anleihe gesetzt werden. * Der Erzbischof von Reims hat von Papst Pius XI. ein Schreiben erhalten, wonach der Heilige Stuhl eine Beihilfe von 50.000 Lire für die Wiederherstellung der im Kriege zerstörten französischen Kirchen stiften wird. * Das Moskauer Kommissariat für nationale Minderheiten hat den Beschluß gefaßt, Bauern, die unter den von den Weißgardisten inzenierten Progromen gelitten haben, in den Jahren 1922 und 1923 von sämtlichen Steuerleistungen zu befreien. Letzte Drahtmeldungen. Colarkurs am 9. Mai: 288¼ Aus dem Reiche. Der Gesetzentwurf über die Zwangsanleihe. Berlin, 9. Mai. Dem Reichsrat ist nunmehr der Entwurf des Gesetzes über die Zwangsanleihe zugegangen. Die Regierung wünscht, daß die Beratungen in 8 Tagen erledigt werden, damit der Reichstag sich noch vor dem 31. Mai mit der Vorlage beschäftigen kann. Einzelne Punlte des Regierungsgesetzentwurfes dürften zu Debatten im Parlament Anlaß geben. Die Not der Presse. Berlin, 9. Mai. Der Zentrumsabgeordnete Dr. Forstmann brachte im Reichstag eine kleine Anfrage ein, die auf das weitere Anwachsen der der Zeitungen hinweist und fragt, ob die Reichsregierung die angekündigten Maßnahmen auf dem Gebiete der Tarispolitik bereits durchführte oder bis wann sie das zu tun gedenke. Der Zeitpunkt der Uebergabe Oberschlesiens. Breslan, 9. Mai. Wie von zuständiger Seite mitgeteilt wird, dürfte, soweit sich bis jetzt über ehen läßt, die Uebergabe der oberschlesischen Ge biete an Deutschland und Polen im Lause des Juni erfolgen. Die Uebergabe setzt die Ratifikation des Gen ker Abkommens durch das deutsche und polnische Parlament voraus. Es ist nicht zu erwarten, daß dies noch vor Pfingsten möglich sein wird, Der preußische Iustizhaushalt. „Perlin, 9. Mai. Der Hauptausschuß des preuschen Landtags kam bei der Beratung des JuAöhaushaltes zu den Abstimmungen. Der An130 der Mehrheitssozialdemokraten auf Besolzzma der Reserendare wurde angenommen, der ### kratische Antrag aber abgelehnt, wonach die zurag die Entschädigung auch dann nicht osten““ ablen brauchten, wenn der Empfänger ra aus dem Staatsdienst ausscheidet. Ein an gu Abschaffung der Todesstrafe wurde gedie sozialistischen Barteien abgelehnt. Ein Die nächste Goldrate gesichert. Berlin, 9. Mai. Wie die.=U. hört, wird die von Deutschland am 15. Mai zu zahlende Reparationsrate in Höhe von 50 Millionen Goldmark bis zu dem genannten Termin ausgeführt werden Ernährungsfragen. Berlin, 9. Mai. Im Hauptausschuß des Reichs tages wurde die Generaldebatte über den Etat des Reichsministeriums für Ernährung und Land wirtschaft sortgesetzt, in deren Verlauf Reichsminister Fehr bei der Besprechung der Kartoffel bewirtschaftung sich gegen die Zwangswirtschaft der Kartoffeln und gegen die Umlage aussprach. Die Sicherung der Versorgung müsse auf dem Wege der Lieserungsverträge erreicht werden. Ungünstige Ernteaussichten. Berlin, 9. Mai. Im Hauptausschuß des Preu ßischen Landtages wurden heute die Ernteaussichten auf Grund des letzten Saatenstandberichtes als wenig günstig bezeichnet. Gefährdet erscheint besonders die Futterbeschaffung für die Viehhalter. Keine Mißhelligkeiten zwischen Frankreich und dem Vatikan? Rom, 9. Mai. In diesen Tagen waren Gerüchte im Umlauf von schweren Mißhelligkeiten zwischen Frankreich und dem Vatikan infolge der Briefe an den Kardinalstaatssekretär und den Erzbischof in Genua. Angeblich soll der französische Bevollmächtigte beim Vatikan, Jonuard, Rom verlassen haben. Wie von vatikanischer Seite versichert wird, hat Jonnard aber nur einen kurzen Urlaub angetreten. Mißhelligkeiten zwischen dem päpstlichen Stuhl und Jonnard bestehen angeblich nicht. Frankreich kann Amerika keine Zinsen sahsen. Paris, 9. Mai. Einem Mitarbeiter der„Chikago Tribune“ erklärte der französische Finanzminister, daß eine Antwort auf die amerikanische Note wegen der Bezahlung der Kriegsschulden erst nach Schluß der Konferenz von Genua ersolgen soll. Frankreich werde die Bedingung stellen, daß jedes Moratorium für Rußland oder Deutschland auch ein solches für Frankreich durch Amerika zur Folge haben müsse. Irgendwelche Kapitalien könne Frankreich vorläufig nicht gewähren. Zur Deckung seines Defizits müsse es selbst im September eine Anleihe auflegen. In diesem Jahre würden auch die Zinsen nicht bezahlt werden. Massenentlassungen aus dem französischen Staatsdienst. Paris, 9. Mai. Die Bekanntmachung des französischen„Staatsanzeigers“, wonach 50000 Beamte aus Sparsamkeitsgründen aus dem Staatsdienst entlassen werden sollen, hat unter den Beamten großes Aufsehen und Beunruhigung hervorgerufen. Infolge dieses Beschlusses müssen noch weitere 150.000 Angestellte aus dem Staatsdienst ausscheiden. Durch diese Massenent lassungen hofft man in dem nächstjährigen Budget einen Betrag von 300 Millionen Franken sparen zu können. Antrag auf Anregung von Strafbestimmungen gegen terroristische Geheimorganisationen wurde angenommen; ebenso ein Antrag, bei der Reichs regierung darauf hinzuwirken, daß alle deutschen Gerichtsassessoren in jedem deutschen Lande zur Rechtsanwaltschaft zugelassen werden, und daß in zwischen alle diejenigen, die in einem Lande. in dem die Gegenseitigkeit verbürgt ist, die Assessorprüfung abgelegt haben, auch in Preußen zugelassen werden. Ferner wurde ein Antrag angenommen, die mittleren Justizbeamten in= erhöhtem Maße zu richterlichen Geschäften heranzuziehen. Ebenso wurde ein vom Lentrum, den Demokraten und der Deutschen Volkspartei eingebrachter Antrag auf Einstellung neuer Direltorstellen in den Staatshaushalt von 1923, damit die dauernd notwendigen Kammern für Handels sachen mit Direktoren als Vorsitzenden besetzt werden könnten, angenommen. Freispruch im Fluchtvrozeß des Oberleutnauts Boldt. Naumburg, 9. Mai. Die Flucht des Oberleutnants zur See a. D. Boldt beschäftigte das Landesgericht, Strafkammer 1. Drei Gefängnisbeamte, 2 Wachtmeister und 1 Bureaugehilfe waren beschuldigt, Boldt aus Fahrlässigkeite die Fiucht ermöglicht zu haben. Sie wurden freigesprochen und die Erstattung der entstandenen Auslagen der Landeskasse auferlegt. Entscheidende Stunden in Geuua. Die Spannung in Genua hält im Hinblick auf die erwartete Antwort der Russen an. Den vorliegenden Nachrichten zufolge ist jedoch mit der russischen Aeußerung zu der alliierten Denkschrift kaum vor Mittwoch zu rechnen. Dagegen sollen die neuen Richtlinien aus Moskau bereits bei den russischen Genuavertretern eingetroffen sein. Wie von vorherein zu erwarten war, werden die Russen die Denkschrift in grundsatzlich ablehnender Form beantworten. Trotzdem will man englischerseits anscheinend trotz aller Drohungen gegebenenfalls ein Sonderabkommen mit Moskau zu treffen, die Hoffnung noch nicht ganz aufgeben, in letzter Stunde noch den Franzosen einen gangbaren Ausweg zu schaffen. Dabei denkt man an ein Fallenlassen des Unglücksartikels 7 der alltierten Denkschrift betr. Rückstellung des Privateigentums, der sowohl von Moskau als Frankreich=Belgien abgelehnt wird, vom beiderseitigen entgegengesetzten Standpunkt als zu weit gehend. Ob es noch zu einem Kompromiß kommen wird, hängt davon ab, ob es gelingt, von den Russen wenigstens eine grundsätzliche Annahme der alltierten Denkschrift zu erlangen und die Franzosen dafür zu bewegen, sich ebenso grundsätzlich mit einer solchen russischen Antwort zu bescheiden. Einstweilen steht jedoch die französische Abordnung noch auf dem alten Standpunkt, nur ein unkommentiertes russisches oder Nein als Antwort anerkennen zu wollen. Dabei ist aber zu bedenken, daß man in Paris bis zum letzten Augenblick mit der Hilse der kleinen Entente und Polens rechnet. und wenn diese, wie es allerdings scheinen will, sich auch in letzter Stunde, nicht dem französisch=belgischen Standpunkt anschließen, vielleicht doch noch nachgeben wird. Lloyd Georges Entschlossenheit, sich diesmal von Paris aus nicht terrorisieren zu lassen, scheint sowohl in der russischen Frage festzustehen, wie bezgl. der Zwangsmaßnahmen gegen Deutsch land. Dabei ist jedoch Punkt 2 mit besonderer Vorsicht zu genießen: wenn es auch aus der Fassung der Nachricht nicht hervorgeht, so darf man vielleicht doch in der von dem englischen Premier aufgegebenen Hoffnung, sich mit Paris in der Reparationsfrage vor dem 31. Mai einigen zu können, ein verklausuliertes Zugeständnis an Frankreich entdecken, sich nach Gutdünken an Deutschland für ein Nachgeben in der russischen Frage schadlos zu halten. Es wäre nicht das erste Mal, daß wir den Kitt für die aus dem Leim gehende Entente abgeben müssen und daß uns Lloyd George mit den schönsten Redensarten— übers Ohr haut. Lloyd George über die Rasichten der Konserenz. „Alles hängt von der russischen Antwort ab.“ Genua, 9. Mai. Lloyd George erschien gestern nachmittag um 6 Uhr in einem Saale der Universität vor einer Versammlung englischer und amerikanischer Pressevertreter und beantwortete im Verlaufe etwa einer Stunde eine größere Reihe von Fragen, die an ihn gerichtet wurden. In den ersten Antworten führte er ungefähr folgendes aus: Die russische Antwort wird vielleicht morgen abend, wahrscheinlich aber erst Mittwoch vormittag erfolgen. Auf die Frage, ob die Antwort ja oder nein lauten würde, so wie es Barthon gefordert habe, erwiderte Lloyd George: Alles hängt von dem Charakter der russischen Antwort ab. Wenn sie die Hoffnung bietet, hier in Genua eine Lösung zu finden, wird man sicher mit den Verhandlungen fortfahren. Bei seinen Besprechungen mit Tschitscherin und Krassin habe es sich darum gehandelt, daß das Memorandum, welches von mancher Seite als klar und deutlich erachtet würde, von den Russen in vielen Punkten unklar gefunden würde. Außenminister Schanzerhabe der Besprechung heute vormittag beigewohnt. Auf die Frage, ob man bereit sein würde, den Russen von Regierung zu Regierung eine Anleihe zu gewähren, erwiderte Lloyd George mit einer Verneinung. Die internationalen Korporationen genügten für diesen Zweck vollständig. Auf eine Frage bezüglich der in London über seine Besprechung mit Barthon veröffentlichten Berichte erklärte Lloyd George, die Behauptung der„Times“, er habe Barthou unter anderem erklärt, die Entente sei zu Ende, sei absolut tolle Erfindung. Kein Wort sei wahr. Er, Llond George, habe nur gesagt, er habe nichts gegen die Veröffentlichung der Protokolle der Besprechung durch die französische Regierung. Auf die Anfrage, welchen Standpunkt er bezüglich der Idee, die Signatarmächte des Versailler Vertrages zu einer gemeinsamen Besprechung zusammen zu bringen, einnehme, erwiderte der englische Premierminister, er habe niemals diese Idee aufgegeben, und er hoffe, daß es doch noch zu dieser gemeinsamen keratung kommen würde, Bezüglie.##s Burgfrieden=Paktes sagte er, dieser Pakt hänge durchaus von einen befriedigenden Regelung mit den Russen ab. E. wiederholte, die russische Antwort müsse nac. ihrem Charakter beurteilt werden. Sollte dies, Antwort zeigen, daß man auf russischer Seite der aufrichtigen Wunsch nach einer Verständigung habe, dann werde auch eine Lösung möglich sein Er, Lloyd George, werde solange in Genua blei ben, als die Möglichkeit bestehe, zu einer Eini, gung zu gelangen. Auf die Frage ob er glaube daß Frankreich sich von der Konferenz zurück, ziehen würde, erwiderte Lloyd George mit nein Frankreich werde wie bisher mit den anderen Nationen gemeinsam handeln, wenn die russische Antwort befriedigender Natur sei. Auf die Frage, ob heute die Lage besser sei, als gestern, erwiderte Lloyd George, er könne darauf nicht antworten! bevor er die russische Antwort gesehen habe. Bes ihrem Besuche hätten die Russen nur Fragen gestellt, aber nichts über den Charakter ihrer Antwort verlauten lassen. Hierauf wurde Llond George über die Angelegenheit des Artikels 7 im Memorandum an Rußland befragt. Er erwiderte, man müsse sich deutlich vor: Augen halten, daß es zwei Punkte in der Resolution gebe, die beide ihren besonderen Charakter; hätten. Der erste erkenne das absolute Recht Rußlands an, das Regierungssystem und das Eigentumssystem so zu wählen, wie es ihm gut scheine. Artikel 3 der Resolution besage, daß die Russen alle beschlagnahmten Güter in Rußland ihren Eigentümern zurückgeben oder dafür Entschädigung leisten müßten. Auf eine Frage bezüglich der de jur=Anerkennung der Sowjetregierung verwies Lloyd George auf den Wortlaut der Resolution von Cannes und seine Erklärung im englischen Unterhause. Zu Artikel 7 führte=Lloyd George noch aus: Artikel 7 ist durch drei Juristen verfaßt worden, einem Franzosen und einem Engländer, die bereits bei dem Versailler Vertrag gemeinsam gearbeitet haben; der dritte sei ein Belgier, und zwar nicht nur Jurist, sondern auch Bankier und Geschäftsmann. Diese drei Personen haben einen Text redigiert, der von den Engländern und Franzosen und allen Vertretern der Mächte angenommen wurde, mit Ausnahme des Vertreters Belgiens, der protestiert hat. Frankreich hat den Artikel mit einer Abänderung, die von Barthou vorgeschlagen worden war, und in der der Wortlaut der Cannes=Resolution zitiert wird, angenommen. Nach dieser Annahme ist Barthou abgereist. Der Protest Frankreichs ist gekommen, nachdem Barthou von Genua abgefahren war, Artikel 7 ist in dieser Fassung selbst von den belgischen Sachverständigen als ein vollständiger Schutz der Privatrechte angesehen worden. Der Artikel 7 ist durchaus nicht, wie behauptet wird, englischer Redaktion, sondern von den drei Sachverständigen verfaßt worden. Das sei die wirkliche Geschichte des Artikels 7. Lloyd George fuhr fort: Man hätte ihm gesagt, Barthon habe jetzt erklärt, er habe vor Schluß der Sitzung der Unterkommission seinen Vorbehalt ausgesprochen. Wenn Barthou sagte, daß er eine solche Erklärung abgegeben habe, so könne er nur erwidern, daß er es nicht gehört habe. Wenn aber Barthou versichere, er hätte diesen Vorbehalt gemacht, dann habe er es auch getan. Frage: Ob Lloyd George glaube, daß im Falle, daß die Antwort der Russen nicht befriedigend sei, die Franzosen abreisen würden. Antwort: Nein. Wir haben bereits viele Schwierigkeiten besiegt, größere, als die gegenwärtigen, und wir werden noch weitere Schwierigkeiten besiegen. Darum sind wir ja auch nach Genua gekommen. Wenn es ein Abkommen mit den Russen gibt, werden alle anderen Fragen sich von selbst lösen. Natürlich wird noch immer große Arbeit für die Sachverständigen übrig bleiben. Frage: Kann vor der Abreise Barthous nach, Paris davon die Rede gewesen sein, die Frage der interalliierten Schulden aufzuwerfen? Antwort: Nein. Er sei stets der Ansicht gewesen, daß die Frage der Reparationen erst an dem Tage gelöst werden könne, an dem die Frage über den Krieg und die internationalen Schulden gelöst sei. England sei nicht die einzige Weltgläubigernation. Im gegenwärtigen Augenblick könne man diese Frage also nicht lösen. Frage: Welches ist der Gegenstand der Besprechungen mit dem Reichskanzler Dr. Wirth und Dr. Rathenau? Antwort: Es habe sich um eine allgemeine Besprechung gehandelt, in der die Gesamtlage, also Deutschlands, Rußlands und der Konserenz zur Sprache kam. Er suche mit allen Delegationsführern in direkten Meinungsaustausch zu treten. Frage: Ob es richtig sei, daß Lloyd George gegenüber Barthou erklärt habe, die Entente stehe an einem Wendepunkt? Antwort: Ich habe niemals etwas derartiges gesagt, aber ich möchte sagen, daß Genua wohl der Wendepunkt der Angelegenheit Europas sein wird. Auf die Frage, wenn die Russen nein sagen sollten, würde das das Ende der Konferenz bedeuten und die Engländer und Franzosen in Dir Zurulst des 7 Konferenz beenden.„ Barthous Leumundszeugnis für Eine Rede des Ministers a. d. Bell. .=Gladbach, 9. Mai. In einer sehr stark beLloyd Geore. Genna, 9. Mai. Wie der Reutervertreter erört, erhielt Lloyd George gestern abend einen #ief von Barthou, in dem es heißt:„Sie sor#ru mich auf, Zeugnis abzulegen über unsere nterredung von Samstag, die so viele Kommen #re hervorgerufen hat. Hier ist meine Antwort: Ge haben nicht erklärt, daß die Entente zwischen kroßbritannien und Frankreich zu Ende sei, auch Ischt. daß Ihre Berater Sie drängten, zu einer #erständigung mit Deutschland zu gelangen. Sie Prachen nur von den Schwierigkeiten, denen die #eziehungen zwischen unseren beiden Ländern sterliegen, aber Sie haben nicht ein einziges Vort gesprochen, das so ausgelegt werden konnte, #s wollten Sie damit die Absicht ausdrücken, die reundschaft zu brechen, die unsere beiden Länder nt.“ Der Brief Barthous schließt:„Ich beahre unverbrüchlich mein Vertrauen auf diese nichtige Einigkeit.“ Bedingtes Ausharren Frankreichs M. in Genua. Die Russen und Deutschen als Ssindenböcke. Paris, 9. Mai. Einem Vertreter des„Echo Paris“ wurde auf dem Quai’Orsay erklärt, llaß die wettere Teilnahme Frankreichs an der Konferenz an die Bedingung geknünft sei, daß die [ussen 1. die Bedingungen von Cannes, 2. die „Denkschrift der Londoner Sachverständigen, 3. die HDenkschrift von Genua und 4. die Formel annehsh#en, welche die Belgier bezüglich des Artikels 7 Vvorschlagen werden. Nur wenn die Russen alle Riese vier Bedingungen annähmen, würden die FFranzosen die Besprechungen fortsetzen; sonst 4ispürde Frankreich an den weiteren Verhandlun zen nicht mehr teilnehmen. Falls die Russen #eine Vertagung der Erörterung über den Artikel verlangen, würde Frankreich sich ebenfalls zu#ückziehen. Es sei falsch, daß Frankreich die Kon ferenz von Genua zum Scheitern bringen wolle. Falls dieses Ereignis eintreten sollte, wäre dies ausschließlich die Schuld der Russen und der Deut Ischen, der Russen deshalb, weil sie keine vernünf ###tige Haltung einnahmen und der Deutschen, weil iRe sich dem Versailler Vertrag zu entziehen suchFrankreichs Rückhalt an Amerika? Verletzte Interessen Belgiens. s. Paris, 9. Mai. Die Unnachgiebigkeit der „französischen Regierung gegenüber der von Lloyd George befolgten Polttik kann man nicht anders Verklären, als daß Frankreich bestimmte Zusichekrungen von Amerika erhielt, wonach die amerikkautsche Regierung in Paris zur Unnachgiebigkeit In der Frage der Rückstellung des Privateigenkums aufgefordert hätte. Die Franzosen sollten keinen Fußbreit zurückweichen. Dieses Interesse Amerikas für die französische Politik erklärt sich natürlich ausschließlich badurch, daß Frankreich mit Amerika in der Frage der Petroleumkonzeskonen Hand in Hand gehen kann. Die Standard „Otl Company hat noch immer nicht die Hoffnung nufgegeben, daß es ihr möglich sein werde, ihre „beiden Hauptkonkurrenten, die Seel Company sund die Royal=Dutsch, bei der Verteilung der Konzessionen im Kaukasus aus dem Felde zu (Ablagen. Da nunmehr feststeht, daß die Standard Otl Campany sich in den Besitz von 40 Proz. der suchten Versammlung der Zentrumspartei sprach Reichsminister a. D. Dr. Bell=Essen über das Thema„Genua und die Rheinlande“. Er führte dabei u. a. aus: Man spricht von einer möglichen Besetzung des Ruhrgebietes. Dies wäre gegen das Bölkerrecht und würde gegen den Versailler Vertrag verstoßen, fände auch keinerlei Grundlage im Rheinlandabkommen. Man macht uns Vorhaltungen, daß wir mehr sparen müßzten, um unsere Verpflichtungen erfüllen zu können. Dabei sind uns aber Besatzungslasten auferlegt, welche unsere Kräfte übersteigen. Zwei Cntentegenerale kosten z. B. uns mehr als der Reichspräsident mit sämtlichen Reichsministern zusammengenommen. Ist in einem entwaffneten Land ein so großes Heer nötig? Wir sehen, wie man bestrebt ist, mehr und mehr den germanischen Geist auszurotten und den romanischen zur Geltung zu bringen auf dem Gebiete des Theaters, der Sprache und der Kunst. So sucht man das Rheinland einzuschläfern und für die Annexion reif zu machen. Wir hoffen, mit Frankreich und Belgten zur Versöhnung zu kommen, aber nicht um das Opfer unserer nationalen Selbständigkeit. Auch den Gedanken einer Neutralisierung der Rheinlande mit militärischer und wirtschaftlicher Aussicht Frankreichs weisen wir mit aller Entschiedenheit zurück. Wir werden kämpfen um die deutsche Seele und unsere rheinische Seele bis zum letzten Atemzug, und wir müssen es uns auf das entschiedenste verbitten, daß unsere inne re Wirtschaft, die deutsche Frage und das Rheinlandproblem mit Hilfe des Auslandes gelöst wer den sollen. Gegen die Annezion Eupen=Malmedys. Protestbrief des Prinzen Max von Baden. Köln, 9. Mai. Die„Kölnische Volkszeilung“ veröffentlicht eine Zuschrift des Prinzen Max v. Baden an die englische Zeitschrift„Foreign Affairs“ sowie ein Expose einer Anzahl Einwohner der Kreise Cupen und Malmedy, das ebenfalls abgedruckt ist. Der Brief wendet sich gegen die Sanktionierung dieser Annexion durch den Völ kerbund. In dem Expose wird zum Ausdruck gebracht, daß in Eupen und Malmedy keine Abstimmung. sondern nur eine Protestaktion stattgesunden hat. An dieser Methode sei auch in Bel gien scharfe Kritik geübt worden. Nur durch die ungeheuren Gefahren, denen man sich ohne Aussicht auf einen Erfolg ausgesetzt haben würde (Ausweisung, Entziehung des Personalausweises, Verweigerung der Geldumwechselung, Entziehung der Lebensmittel usw.), sei es möglich gewesen, daß von den 32000 protestberechtigten Einwohnern nur 300 von ihrem Recht Gebrauch gemacht hätten. Das Erpose geht auf die zerrüttete Wirtschaftslage des Gebietes ein, das von seinem Hin terlande weggerissen ist und seine Absatzgebiete verloren habe, ohne neue zu finden. Es seien 10bis 15mal mehr Beamte tätig als früher. Trotz der hohen Besteuerung betrage das Defizit noch mehrere Millionen. Die Schulen gingen zurück, die Selbstverwaltung schwinde. Ein Wahlrecht zum belgischen Parlament, bestehe nicht. Der „Oberste Rat“ habe keinen Einfluß und sei seit 1921 überhaupt, nicht zusammengetreten. Blühende Fabriken müßten ihre Betriebe schließen. Gewerbe, Landwirtschaft und Industrie lägen dar nieder usw. Antwort nicht genügend bestimmt fänden und die Fortsetzung der Verhandlungen ablehnten, würde Lloyd George sich auf den Standpunkt stellen, daß dann die Konferenz von selbst zu Ende gehe. Er würde sich vielleicht noch bemühen, bei anderen Mächten die Fortsetzung der Verhandlungen durchzusetzen, um sobald wie möglich zu einer Verständigung mit den Sowjets zu kommen. Ein russisches Kommunique. Genna, 9. Mai. Ein von der russischen Delegation herausgegebenes Kommunique sogt,„### gewisse Delegationen bemüht seien, die öffeuniche Meinung dadurch zu beeinflussen, daß sie den Mißerfolg der Genueser Konferenz voraussagen für den Fall, daß Rußland das ihm angebotene Memorandum nicht annehmen sollte. Was die russische Frage betrifft, so sei es notwendig, darauf hinzuweisen, daß diefenigen, die die bedingungslose Annahme des letzten Memorandums über die rufsische Frage verlangten, sich vollkommen von diesem Memorandum losgelöst hätten, indem sie es ablehnten, diese Bestimmungen bezüglich einer der wichtigsten Seiten des russischen Problems anzunehmen. Die russische Delegation sei nach Genua gekommen in versöhnlichem Geiste, bereit, auf die Anwendung der grundsätzlichen Gerechtigkeit zu bestehen. Die Verantwortlichkeit bleibe ihr Ziel. In Erwartung. Genna, 9. Mai. Man erwartet die russische Autwort für heute. Man glaubt, daß sie für den künftigen Verlauf der Konferenz von Bedeutung sei. Die gestrigen Erklärungen Lloyd Georges haben die ungeheure Spannung zerstreut, mit de trat oft als vermittelnder Faktor auf. Eine aufklärende Denkschrift über die Hilfsabsichten der Alliierten. Genna, 9. Mai. Zu der von dem Präsidium der Konferenz der Sowjetregierung überreichten Note erfahren wir noch folgende Einzelheiten: Zur besseren Aufklärung der Sowjeldelega tion über die Hilfsabsichten der Alliierten haben die italienischen und englischen Sachverstandigen ein erläuterndes Memorandum ausgearbeitet, das Tschitscherin am Sonntag abend zugestellt wurde. Die Russen haben nämlich die im Vorwort des Memorandums ihnen von den europäischen Mächten angebotene Iinanzhilfe als nicht befriedigend bezeichnet und sie bestehen auf der Gewährung einer Anleihe, die aber aufzubringen zurzeit nicht möglich ist. Um nun die russischo Delegation von der genauen Tragweite der ihe im Memorandum angebotenen Hilfe zu überzeugen, wurde dieses Memorandum ausgearbeitet. Es enthält alle von Lloyd George und Schanzer gemachten Erklärungen. Nach einer kurzen Einlettung legt es die Kredithilfe an Rußland dar. Vor allem erklärt es, was der Abschluß einer Verständigung für den russischen Kredit im allgemeinen bedeuten würde, und welche Folgen dagegen der endgültige Abbruch der Verhandlungen haben könnte. Den ersten Stützpunkt eines Landes bilde das internationale Vertrauen und das System seiner Handelsbeziehungen mit andern Ländern. Das Abkommen von Genua wolle gerade den Russen den Anteil einer wirtschaftlichen und finanziellen Gleichstellung gegenüber der Bank= und Geschäftswelt der Welt ermögltchen. Das Scheitern der Konferenz aber würde Rußland wieder in seine wirtschaftliche Isolierung zurückwerfen. Nach der Aufstellung dieser Grundsätze erklärt das Memorandum in allen Einzelheiten die Zusammensetzung der Tätigkett des internationalen Konsortiums für die russtschen Kredite. Wenn das Anfangskapital dieses Konsortiums auch nur 200 Mill. Pfund betrage, so konnten doch damit sehr umfangreiche GeBedingungen, die politischen Charakter werden abgelehnt, weil die Konferenz ausschließ lich wirtschaftliche Zwecke verfolgen soll. Deshalb wenden sich die Russen gegen die Bedingun= so könnten gen zur Unterdrückung der Propaganda und ge= schäftsbeziehungen in Rußland eingeleitet weren die Forderung, im türkisch=ariechischen Kon=sden. Dabei müßten aber die Hilfsquellen wirtgen die Gotbelung, im türkisch=griechischen Konflikt neutral zu bleiben. Das Verlangen der umetgeiu der Denkschrift, den. Dabei müßten aber die Hilfsquellen schaftlicher Natur wieder in Gang gebracht und Unterzeichner der Denkschrift, den territorialen die Produktion wieder ausgenommen werden, und politischen status quo aufrechtzuerhalten, ley Das Memorandum erläutert auch die praktische nen die Russen ab, weil sie nicht gestatten wollen, Bedeutung des englischen Ausfuhrkredits, den die daß Bessarabien bei Rumänien verbleibe. Was englische Regierung im Ausfuhrhandel gewähren die Kriegsschulden anbelangt, so fordern die Rus=will. Mit allgemeinen Bemerkungen versucht sen das formelle Versprechen, daß sie abgemindert schließlich das Memorandum, die russische Delewerden sollen. Die bloße Zusage erscheine ihnen gation von den wirklichen Vorteilen des europäht ungenügend, daß bei einer künftigen Regelung schen Angebots für den russischen Wiederausbar der interalliierten Schulden auch Rußland be=.: Aherzeugen dacht werden solle. Besonders nachdrücklich verlangen sie, daß ein Kredit sofort gewährt werde. Was die beschlagnahmten Privateigentümer von Ausländern anbelangt, so stellen sie sich auf den Staatsmänner verzweifelte Anstrengungen, un Standpunkt, daß allgemeine Entschlüsse iv„##ege ein Scheitern der Konserenz zu vermeiden. De Angelegenheit vorläufig nicht gefaßt werzen„u0##talienische Minister des Aeußern hat die Ber zu überzeugen. Eine Belehrung für die Russen. Genna, 8. Mat, Angesichts der schwieriger Lage machen die englischen und italienischer Staatsmanker der zweiselle Gufttengungen nen. Man könne nach der Konferenz von Geuua eine besondere Konferenz zur Prüfung dieser Frage einsetzen. Die verschiedenen Staaten könn ten auch mit Rußland Einzelabmachungen treffen, schwedischen Aktien setzte, glauben die Amerika=nen man den russischen Erklärungen entgegenner, auf dem Umweg über Stockholm zu ihrem sah, und dem Ganzen das Wesen einer Manifem Kaukasus zu kommen. Die Belgier ba- station genommen, die zum gSttsgemenerhrich#e ben einstweilen alle Hoffnungen fahren gelassen, Kouferenz führen könnte. daß diese Interessen im Kaukasus, die sich auf die nes Nein der Russen läßt die Möglichkeit einer Höhe von 800 Millionen Franken belaufen, zu= Weiterverhandlung über andere Fragen vu. Es Höhe von 800 M tückgegeben werden könnten. Die Belgier be= ist natürlich nicht zu erwarten, daß die Russen sitzen nur kleine, weitzerstreute Petroleumgebiete, erklären, sie würden den Franzosen den Gefallen hud gerade auf diese hat es der Zusatzantrag tun, sich als Sprenger der Konferenz aufzuspieBlopd Georges im N. nu dir Kassen abgesehen. Kreditbereitschaft der U. S. R.? Paris, 9. Mai. Während die gesamte franzöische Presse den Zusammenbruch von Genna verAlund Georges im artikel 7 des Memorandumsslen. Ob die russische Antwort ein besonderes an die Russen abgesehen. Moment enthalten wird, weiß kein Mensch. Einen großen Raum wird das beschlagnahmte remde Eigentum einnehmen. Das von den Russen beschlagnahmte fremde Eigentum besteht in der Hauptsache aus Grund und Boden. Keine Macht der Welt wird heute den russischen Bauern zwinLündet, is der Sonderberichterstatter des Rewyork...—..— den Grundbesitz wieder abzugeben. Herald in Genua anßerordentlich optimistisch, Er An hstorschen Beispielen wird nachgewiesen, daß erklärt, die Frage: Krieg oder Frieden in Europa pe xg,Portsuoe, eiungen a Hodens keine mittlerrolle mit großem Eifer und Geschick der ausgenommen und hierzu eigens das Einver ständnis Lloyd Georges eingeholt. Vor allem hatte er eine längere Unterredung mit Tschiischeworaus die Rückerstegtegrg, beichlgsnahmten rin, der ausschlaggebende Bedeutung beigerzessenz wird. Tschitscherin wiederholte die bereits Lio## George gegenüber erhobenen Zweifel und Eigentums in die Wege geleiter werden könnte. Genua, 9. Mat. Lloyd George und Schanzer, begleitet von englischen und italtenischen Sach“sche. Schanzer richtete eine eindringlich verständigen in der russischen Frage, namentlich nung an den russischen Vertreter, indem er von den Herren Gianini und Weght, konferierten aufmerksam machte, daß die Konferenzstaaten miteinander über die Stellung, welche gegenüber den Bedingungen der Denkschrift die äußer Rußland einzunehmen sei., Bsn#### Grenze ihres Entgegenkommens für Rußland Tschitscherin hatte eine lange Besprechung mit reicht hätten; mehr dürfe die Räteregierung### Wirth und Rathenau. Man glaubt, daß die deut„#fen d# hie Verhündeten und Veutralen u schen Minister den Russen rieten, Artikel 7 der Denkschrift betr. die Beschlagnahme des Prtpateigentums anzunehmen, um den Bruch ver Konferenz zu vermeiden. Genna, 9. Mai. In Konferenzkreisen erklärt Grenze ihres Entgegenkommens, für Rußland erhoffen, da die Verbanbeten und Neutralen um mit größter Mühe sich bewegen ließen, in#### Kompromißformel der Denkschrift einzuwilliger Die Möglichkeit, von den Regierungen mehr Barkredite für Rußland zu erhalten, schloß Schal zer von vornherein aus und verwies zugleich man, daß die Sachverständigen eine neue Denk= die Vorteile der von den Verbündeten dem ruf schrift für die Russen ausarbeiten sollen. Die schen Handel versprochenen Hilfe, wodurch### ganze Arbett soll heute neuerdings in Angriff ge diesen zu seiner Veubelehung Hauge nommen werden. llege in den Händen der Vereinigten Staaten. Wenn diese, wie man anzunehmen Anlaß habe, bereit wären, für Deutschland Anleihen zu un) sterschreiben, so sei die Situation gerettet. Tatsächlich habe das Weiße Haus bereits bekanntgegeben— diese Mitteilung wird in einer Washing##tauer Reldung der Chikago Tribune bestätigt— verärtige Neuausteilungen des Bodens Neuheit in der Geschichte bilden. Selbst Restgurg tionen nach Revolutionen hätten an diesem punk te nie etwas geändert. Was nun die Frage des eingezogenen Besitzes von Nichtrussen anlangt, so steht das russische Reich vor schweren Entscheidun gen, wenn man ihm ein zweifaches Recht ausdränsi toner Meldung der Chiago Tribune bestättgt.—. sen, wenn m. Betspielzweise eine Domäne, die 1 baß es gegen eine Beteiligung von amertkanischen Ven Hbelgischen Staatsangehörigen gebörte und 1. Bankiers an einer Revarationsanleihe nichts ein= einem beigischen Enamrangehörigen„hörte#und i, Bankters an einer Reparationsanleihe nichts einzuwenden hätte. Einem Vertreter des Newyork iu1 Herald wurde von einem Mitglied der deutschen : Abordnung erklärt, daß in der Besprechung, die Wirth und Rathenau mit Lloyd George hatten, sein Mittel gefunden wurde, wie den Forderungen der Reparationskommission am 31. Mai entsprochen werden könne. Die deutsche Delegation 1 habe angeblich endgültige Zusicherungen von dem Baukhaus Morgan erhalten, daß eine Anleihe gezeichnet werden würde, wodurch die Repara# Ronsforderungen auf 3 bis 4 Jahre erfüllt weri den würden. Demselben deutschen Delegierten 1 zufolge habe Morgan von Belgien und den Neu1 tralen die Zusicherung erhalten, daß diese derartige Anleihen mitunterzeichnen würden. Auch Industrielle hätten zugesagt, in großem Umsang * Reparationsanleihen zu zeichnen. Als Sicherheit “ würden angeblich Industriewerte oder nach anperer Darstellung die deutschen Reichseisenbahnen " dienen. 1 1. Die verschiedenen Möglichkeiten. Paris, 9. Mai. Der Berichterstatter von Havas n Genua meldet heute nachmittag, in italienischen kreisen gehe die allgemeine Meinung dahin, daß e Vertreter Frankreichs und Belgiens zu neuen eratungen zusammenberufen würden, falls die issische Antwort wenigstens im ganzen befriedtind ausfalle und die Fortsetzung der Verhandingen erlaube. Man hoffe, daß die beiden lächte eine entsprechende Aufforderung nicht abchnen würden. Wenn dagegen die russische Antrt vollkommen unnachgiebig sei, werde mit ihr Eutscheidung über das Schicksal der Konferenz ea. England und Italien würden unter diesen inden getrennt mit Rußland verhandeln. In ltschen Kreisen habe man heute vormittag erwean Beloien und Fronkreich die rustische betrage aufgebracht werden könnten, abgesehe von den umfangreichen Warenforderungen Rußland. Tschitscherin wurde auch erschöpfe Aufklärung über die in Aussicht stehenden Haus delskredite ausländischer Banken gegeben, mn# denen Rußland den Handelsverkehr wieder in *. Lage hat uich Gang bringen könnte. Diese Aufklärunger unz Die Lage har#9 Mitteilungen wurden von der russischen Rar#. ing zwischen Schan: ug nach Moskau gefunkt, um der russte als weitere Unterlage### ingungen zu dienen. Schanzers Bemühungen um die Lösung der Krise. London, 9. Mat. Reuter berichtet aus Genua, daß Schanzer die Anstrengungen, die augenblickliche kerise zu lösen, fortsetze. Die Lage hat sich infolge der gestrigen unterreon# abordnung aach Moskau zer und Tschitschertn etwas gebessert, es(##,#e- schen Zentralregierung all doch vorläufig unmöglich, eine endguttige Vor=#ie Prüfung der Bedingu stellung von der Lösung zu haben, in Anbetracht der großen Zahl von Vorschlägen und Gegenvorschlägen. Die Russen zeigten etwas versöhniden, daß auf firgend einer Seite Grund be= mitgeteilt, Rußland müsse darauf besteben, vorban.——, um).peu..9er Seite, Orup zum bie Türken zu der Konfereng von Genna zuge tebe, das vorgeschlagene hie verafische Autwvort lassen werden. Rußland und die Türkei seien Scheitern du bringen,„„Ctef.— morgen erwarlsich darin einig, daß der rusischstürkische Vertra beschlagnahmt wurde. Sie gehört nach der kom muntstischen Auffassung genau so den Arbeitslosen wie die Güter der russischen Artstokraten. Wenn die Bolschewisten in diesem Punkte nachgäben, so würden die Feinde in Rußland mit Recht darauf hinweisen können, daß der russische Staatsbürger in bezug auf die Expropriation schlechter gestellt sei als Fremde. In der Note wird weiter darauf hingewiesen, daß selbst ein bolschewistisches System in Rußland die Güteraufteilung durchführen mußte, dabei wären die Güter der Fremden in erster Linie einbezogen worden, wie dies übrigens in Rumänien, Polen und den Nachsolgestaaten von Oesterreich=Ungarn ohne Widerspruch der Entente, ja mit deren Einverständnis geschehen sei. Was die Frage der Entschädigung des fremden Güterbesitzes betreffe so sei diese Frage finanziellen Charakters. In diesem Punkte wird die Denkschrift eine Zweideutigkeit enthalten, nämlich nicht klar aussprechen, daß die Sowjetregierung die Entschädigungs verpflichtung auerkennt, oder sie weist mit aller Klarheit darauf hin, daß von einer Bezahlung im gegenwärtigen Augenblick keine Rede sein könne. Mit besonderer Eindringlichkeit wird sich die Note der Frage der Anerkennung zuwenden. Rußland könne keine Verpflichtungen auf sich nehmen, ohne bindenden Zusagen zu erhalten. Grundsätzlich ablehnende Antwort Moskaus. Vermittlungsversuche der Deutschen. Genua, 9. Mat. Die Russen erklären ausdrück lich, daß ihre Autwort sich nur an die Unterzeichner der Denkschrift wende. Sodann werden die einzelnen Artikel von den Russen kritisiert. Alle könne beute abend oder vuteneug—... dafür, unberührt weiter bestände und daß endlich di tet werden. Es beständen aucg Angerich.— Lefrig,). 7 Jgrigm Mächte wenn sie wirklich eine Beeintabenden Nachle, wean sie wirklich eine das die Belgter sehr bestredt hu), za sich die friebtgung im Ortent erzielen wollen, aucdh gend, bestung der, potrschaftlichen in eine vo= Türten zu den Versandlungen etrlaben müsterg, Lage aus einer rein wirtschäftlichen in littsche verwandelt habe, was ihnen nicht erwünscht sei. Die ttalienische Delegation bemühe sich, nicht nur eine freundschaftliche, sondern soThomas redet. London, 9. Mai. In einer Rede in Derby klärte der englische Arbeiterführer Thomas, sei gar kameradschaftliche Verbindung mit Grobgzz, 1914 sei man einem Kriege nicht so nabe gewese tannien zustande zu bringen. Italienische Kreis, wie augenblicklich. Es heißt, vie erklärten, die Sympathie zwischen Italten und ferenz stehe vor dem Abruch. Frankreich vernich England sei ntemals so stark gewesen wie setzt, zurch seine Militärpolitik den Frieden. D# italienische Vermittlungsvorschlag. überwältigende Masse des englischen Volkes zwar so, daß ein Teil des Geldes den induh, wpieh, wortung Lafür übernehmen, das englische Bo Unternehmungen dur Verfügung oestez“.fnehz, werden jedoch nicht daran teilnehmen. Es sei be die dann sofort ihre Arbeit in Rublauo an josle ser, daß Frankreich klar verstebe, daß das br men würden. Der andere Teil des Kapttale loue tische Bolt Frieden haben wolle und sich künstig der Sowjetregierung übergeben werden, sttiche Volk Frieden bech„.## werde für#. Kriegen widersetze. Weurscgtun, mug, geigten Vensch über die Zehier der Konsernz, 1Pvio He begenen Gimne. 88, K un u. Prag, 9. Mat.„Pravo Lidu“ veröffentlicht Pflicht der Alliierten, Deutschlauo zu vrasech, sei eine Unterredung ihres Genueser Korrespondenten mit dem Ministerpräsidenten Benesch. Dieser erklärt, der Hauptfehler der Konferenz bestehe darin, daß die russische Frage als der wichtigste Punkt bezeichnet würde, während das hauptsächstlichste wirtschaftliche Problem Europas die Frage ist, wie die Reparationsnotwendigkeiten Deutschlands mit den Erfordernissen des wirtschaftlichen Wiederaufbaus Europas in Einklang zu bringen sind. Auch war es ein methodischer eigenes Land wieder aufzubauen. Die Rückkehr der Deutschen. Berlin, 9. Mak. Die meisten Abgesandten Genua sind wieder in Berlin eingetrosfen oder befinden sich noch auf dem Wege hierher. Die Sachverständigen sind bereits bis auf Professot Bonn, Georg Bernhard und Dr. Hilferding, bie angelangt. Morgen wird der Hauptteil der heim kehrenden Abgesandten hier erwartet. In## nua bleibt mit dem weichskanzler Dr. Wirth, Hehler, dur Kozserenz nicht mit einem vengz, Auhenminister Dr., Rauthenan und den. Beleusgearbeiteten erggramg zu kommen. Ost ve.).p. zemtrigeg Schmizt nur ein Reiune## stimmten innerpolitische Interessen den Stand=wirtschaftsmmster#######is ein eletng punkt dort, wo nur sachliche Rücksichten hätten zurück. * D Stadtverorbueter Otto Berg v. Als spädes Kriegsopfer erlag jetzt Herr Otto Berg einem langen, schmerzvollen Leiden, das seinen Anfang mit einer schweren Kriegsverwundung nahm. Der Verstorbene wurde am 8. Septemver 1885 zu Lüttringhausen(Kreis Lennep) geboren. Nachdem er 1902 auf dem Lenneper Realgymnasium den Berechtigungsschein zum Einjährig=frei willigen Dienst erworben hatte, trat er bei der Stadtkasse seines Heimatortes ein, wo er bis Fe bruar 1903 tätig war, um dann zum eigentlichen Verwaltungsfache überzugehen. Bis Oktober 1907 war er beim heimischen Bürgermeisteramte beschäftigt; nachdem er darauf beim 1. GardeRegt. z. F. sein Militärjahr abgeleistet hatte, trat er Anfang Oktober 1908 bei der hiesigen Stadtverwaltung ein. Am 1. April 1910 wurde Berg Stadtasststent, ein Jahr später Stadtsekretär, am 1. 4. 1920 Oberstadtsekretär und vor kurzem injeige der neuen Besoldungsordnung StadtoberInspektor. Als der Krieg ausbrach, wurde Berg, der als Offiziersaspirant abgegangen war, sofort zum Militärdienst eingezogen. Er rückte als OfFizierstellvertreter mit dem 2. Garde=Res.=Regt. ins Feld u. wurde am 4. 12. 1914 zum Leutnant d. R. befördert. Zwei Tage später zog er sich im Kampfe gegen die Russen die schwere Verwundung zu, an deren Nachwirkungen er setzt gestor den ist. Notdürftig genesen, wurde er Frühjahr 4915dauernd garnisondienstfähig und war dann als Adjutant und Kompagnieführer bis zum Kriegsende in der Heimat tätig. Nach Friedensschluß bekam er den Charakter als Oberleutnant d. R. Infolge seines offenen, geraden Charakters war er bei seinen Kollegen und Vorgesetzten, sowie bei allen, welche dienstlich oder sonst mit ihm zu tun hatten, sehr beliebt. Die Stadtverwaltung verliert mit ihm einen tüchtigen, ge swissenhaften Beamten. Politisch gehörte Berg zur deutschen Volkspartet. Als einer ihrer Verfreter zog er 1919 ins Stadtparlament ein, zu dessen Vorstand er als stellv. Protokollführer gehörte.„Berg war außerdem Mitglied verschiedener staotischer Kommissionen, sowie des VorRandes der Ortskrankenkasse. Des weiteren war er Schriftführer des Mietseinigungsamtes und des Gewerbegerichtes. Ueberall wurde er bank seiner Charaktereigenschaften, seines Wissens und Könnens und seiner Erfahrung geschätzt, sodaß die Lücke, welche der Tod riß, wohl noch oftmals in die Erscheinung treten wird. § K Vom Stadtverordnetenkollegium. Eine Sitzung der Stadtverordneten findet am Samstag nachmittag im Sitzungssaale in der höheren Mäd schenschule statt. Die Tagesordnung ist aus der Bekanntmachung im Anzeigenteil der vorliegenden Ausgabe unserer Zeitung zu ersehen. 9 Castrop und die Teuerung. Fast auf das Dretfache gestiegen ist innerhalb Jahresfrist für Castrop die vom Stattstischen Landesamt für Preußen in Berlin ermittelte Teuerungszahl. Sie betrug im März 1921 erst 941, erreichte aber nach der jetzt erfolgten Veröffentlichung im März 1922 die Höhe von 2708, während sie im Februar 1922 noch auf 2081 stand. ∆ Zur Nachahmung empfohlen! Die Kellnerzereinigung Castrop stiftete für die Kinderhilfe per Stadt Castrop den Betrag von 200 M. X Bergarbeiter und Reichskuappschaftsgesetz Freitag, den 12. Mai findet im Saale der Wirtschaft Haller am Markt eine große öffentliche Bergarbetterversammlung statt. Der Entwurf (zum Reichsknappschaftsgesetz, der in kürzester Zeit den Reichstag beschäftigen wird, erfüllt wiederum nicht eine alte Forderung der Bergarbeiter. Es handelt sich um die Einführung der freien Der ses en eeen gehörige von allergrößtem Interesse, weshalb der Besuch nur dringend empfohlen werden kann. Möge die Versammlung dazu beitragen, daß die berechtigten Wünsche der Bergarbeiter in Erfüllung gehen. K M. S. V.„Liederhalle". Das Frühjahrskonzert der„Liederhalle“ ist für Castrop schon längst zu einem historischen, alljährlich wiederkeh renden Ereignis geworden. Es hat sein Stamm publikum, das auch gestern wieder den großen Saal des kath. Gesellenhauses besetzt hielt und in andachtsvoller Ergriffenheit den einzelnen Vorträgen instrumentaler und vokaler Art folgte. Bei dem fühlbaren Mangel guter Orchesterkonzerte in Castrop muß man der„Liederhalle“ aufrichtig Dank wissen, daß sie trotz der ungünstig jede Kunstpflege beeinflussenden Teuerung am althergebrachten Brauch festhält und neben den wie stets anerkennenswerten Eigenleistungen mu stergültige Konzertdarbietungen des hier von früherem Auftreten her bestens bekannten Bochu mer Städtischen Orchesters stellte. Anerkenneuswert ist des weiteren, daß man dem populären Rahmen des Männergesanges auch in der Orchesteraufführung Rechnung trug und Musikstücke auswählte, die auch wirklich zu den Herzen aller Konzertbesucher sprechen und nicht nur als schwer verdauliche Delikatesse für einige wenige Feinschmecker berechnet sind und die breite Masse der Zuhörer mehr oder weniger kalt lassen, weil sie unverstanden bleiben. Auch so lassen sich hervor ragende Wirkungen erzielen. Das bewies vor allem der so oft gehörte Walzer Fetras„Mondnacht auf der Alster“, dann aber auch die„Caval= leria Rusticana“ und die Ouvertüre zum„Tannhänser". Aber auch Max Bruchs seines Vorspiel zur„Loreley" und Kretschmers Folkunger Krönungsmarsch fanden ihr dankbares Publikum, dus hier wie stets den Bochumern stürmischen Beifall zollte. Auf den vokalen Teil des Programms werden wir noch in einer besonderen Würdigung näher eingehen. Für heute genüge die Notiz, daß die Liederhalle unter Herrn Peitz nicht auf ihren Lorbeeren ausgeruht, sondern wacker an sich gearbeitet hat. I Deutscher Jugendbund. Die auf heute abend 8 Uhr im Saale des Herrn Lueg angesetzte Generalversammlung muß infolge des plötzlichen Ablebens des Beisitzers Herrn Berg auf Sams tag verlegt werden. Die Teilnehmer an der Kundgebung auf der Hohensyburg am kommenden Sonntag wollen ihren Namen bis heute abend im Kaffee Atmann abgeben. 5' Das Metrovoltheater bietet z. Zt. seinen Besuchern zunächst mal den Schlußteil des orientaltschen Wunderfilms„Das indische Grabmal“, der die nimmer aus dem Staunen herauskommenden Zuschauer an Hand einer überaus fesselnden Handlung in die Pracht der Welt führt, die uns romantisch umwoben äls das Urbild des Zaubers von„Tausend und eine Nacht“ erscheineu möchte. Was wir in der Vorwoche auerkennend und rühmend vom ersten Teile hervorhoben, gilt auch ungeschwächt und ungeschmälert von diesen neuen Akten. Der Kolossal=Film der Usa hält bis zum Schluß, was man sich mit der kühnsten Phantasie von ihm verspricht. Ein wun derbar ausgestatteter und mit möglichster Treue gegenüber Zeit, Ort und Umstände ausgenomme ner historischer Film ist„Der Graf von Cagli= astro“, der nicht zu Unrecht den Untertitel„Ein Drama aus dem Leben des größten Abenteurers aller Zeiten“ trägt. In 6 mit lebendigem Spiel erfüllten Akten, gleitet die von ersten Kinosternen gemimte Handlung über die geschichtlichen Sruest in er ommtrumurtür grrummmmprung und Auch das übrige Programm findet bei den Zuschauern viel Beifall. „„.Die Lehrer=Witwen= und Waisenkasse des Kreises Dortmund=Land und des Kreises Hörde. tst durch den Krieg stark in Mitleidenschaft gezogen und in ihren früheren Leistungen sehr beeinträchtigt worden. Jetzt aber haben sich durch den Beitritt einer erheblichen Anzehl neuer Mitglieder die Kassenverhältnisse so beit gebessert, daß eine günstige Umstellung der Leistungen der Kasse ins Werk gesetzt werden kann. In der Hauptversammlung am Mittwoch, den 24. Mai, im Saale des„Biedermeier" zu Dortmund soll über diese überaus wichtige Angelegenheit beraten und beschlossen werden. Dazu ist es durchaus erforderlich, daß von den über mehr als 500 Mitgliedern der Kasse möglichst alle an der Sitzung teilnehmen.— Für die Bochumer Schwesterkasse für die Kreise Bochum(Stadt und Land), Gelsenkirchen, Hattingen und Witten ist die für die Kreise Dortmund=Land und Hörde geplante Umgestaltung der Kassenleistungsfähigkeit bereits vor einiger Zeit durch einmütige Beschlüsse der Mitglieder durchgeführt. Durch diese Maßnahme hat die Bochumer Lehrer=Witwen= und Waisenkasse von Januar bis Mai um 151 Mitglieder zugenommen. Für die Dortmunder Kasse werden demnächst bei eifriger Werbung ähnliche günstige Erfolge zu verzeichnen sein. Die bisherigen Mitglieder derselben aus der Stadt Castrop und den Aemtern Sodingen und Rauxel werden sicher in der Mehrzahl durch ihr Erscheinen auf der bezeichneten großen Versammlung am 24. d. Mts. ihr Interesse für das Wachstum und Gedeihen der Kasse betätigen. Die sehr vielen Nichtmitglieder aber in den genannten Bezirken besonders aus den Kreisen der jüngeren Lebensalter werden hoffentlich jetzt die sich ihnen bietende günstige Gelegenheit wahrnehmen, nunmehr Mitglieder der so segensreich wirkenden Lehrer=Witwen= und Waisenkasse für beide Konfessionen zu werden. ( Der Wahlkreisfrauenausschuß der Deutschen Volkspartei im 20. Wahlkreis(WestfalenSüd) veranstaltet in der Zeit vom 20. bis 21. Mai eine Tagung in Dortmund(Gewerbeverein), die folgende Vorträge vorsieht:„Die politische Lage“, Rednerin Fr. Klara Mende, Mitglied d. Reichstages.„Ernährungsfragen und ihre Einwirkung auf den Haushalt", Frau Charlotte Mühsam, Mitgl. d. Reichswirtschaftsrates.„Frauenberufsfragen“. Studtenrat Frl. Thoene=Köln.„Kulturund Sittlichkeitsprobleme“(unter Verücksichttgung der Kirchen= und Schulfragen), Frl. v. Kulesca, Mitgl. d. Pr. Landtages.„Das Elend der Kleinrentnerinnen“, Frau Dr. BertelsmannBielefeld, städt. Fürsorgerin.„Die Wünsche der volkspartetlichen Jugendbündlerinnen an die Frauen der Partei“, Frl. Hildegard Hoerster, Schriftführerin des Wahlkreisjugendausschusses der D. V. P. im 20. Wahlkreis. Die Tagung endet mit einer nationalen Kundgebung der volksparteilichen Frauen und einem vorangehenden Abschiedstee, auf dem eine Frau des besetzten Gebietes, deren Namen aus naheliegenden Gründen nicht genannt werden soll, über„die Not des besetzten Gebietes“, sprechen wird. Anmeldungen zur Teilnahme an dieser Tagung der volksparteilichen Frauen sind bereits in reicher Anzahl aus allen Teilen des 20. Wahlkreises und benachbarten Kreisen eingetroffen. Anmeldungen volksparteilicher Frauen zur Teilnahme sind an die Frauenabteilung des Generalsekretariats der D. V. P. im 20. Wahlkreise, Dortmund, Brüderstraße 10II, zu richten. (Konzert.) Die 1 stkliebenden Kreise, insbesondere die Freu des Männergesanges seien nochmals auf das abend 8 Uhr im Saale der Wirtschaft Ric (Middelanis) beginnende Frühjahrskonzert „Rauxel=Bahnhof“ aufmerksam gem Der 1895 gegründete Verein hat namentlich den letzten Jahren, wo er unter der Leitung Herrn Eberhard Siepmann, Recklinghausen ste einen solchen Ausschwung genommen, daß Konzert von ihm immer mehr ein wahres eignis bedeutet. C) Heurichenburg.(Haus= und Grun besitzerverein.) Der neugegründete Hai und Grundbesitzerverein Henrichenburg hielt Saale der Wirtschaft Böhmer eine Mitgliedsve sammlung ab, die im wesentlichen zur Feststelln der Satzungen diente. Aus ihnen geht mit all Deutlichkeit hervor, daß der Verein durchat keine Kampforganisation gegen die Mieter se soll, denn§ 1 Abs. e sagt:„Alle Mietstreitigk ten sind auf Antrag von Mitgliedern oder Aum tern soweit wie möglich auf gütlichem Wege schlichten", und Abs, f sagt:„Der Verein bezwei die Interessen der Mieter zu wahren und zwischdiesen und den Vermietern ein nach jeder Rie tung gutes Einvernehmen zu erstreben.“ Bo den 124 Hausbesitzern Henrichenburgs gehörte bereits 61, also fast die Hälfte, dem neuen Berei an.(*) * Henrichenburg. Der Mieterschutzve ein) hielt eine Versammlung ab, in der#### Vorstandswahl getätigt wurde. In den Vorstau wurden gewählt: 1. Vors. Herr Heinr, Hengst,: Vors. Herr Aug. Pröpper, Schriftführer Her Plein, Kassierer Herr Peter Poth. Das vorgese hene Referat mußte leider ausfallen, weil de Redner nicht erschienen war. Auch der Mieter schutzverein sucht sein vornehmstes Ziel darin zwischen Mietern und Vermietern ein gutes Ett vernehmen zu erzielen.(*) Wir machen unsere Leser auf die Anzeige der Firma Rauchtabakfabrik Emil Köller in Bruch sal(Baden) in der vorliegenden Ausgabe unserer Zeitung aufmerksam. Die Firma liefert beste Ware zu billigstem Fabriktagespreis an Private. Als Beweis diene folgendes Schreiven: „Teile Ihnen ergebenst mit, daß ich jetzt die 200. Sendung bestellt habe. Alle Sendungen, die ich von der Fabrik erhalten habe, sind zur größten Zufriedenheit ausgefallen.“ So schreibt Herr Böcker in Sch. und stellt damit der Firma das beste Anerkennungszeugnis aus. Schneiden Sie diese Zeilen aus und stecken Sie sie in einen Briefumschlag, den Sie auf der Rückseite mit Ihrer Adresse versehen. Nicht zukleben! Als Druck sache mit 50 Pfg. frankiert an die obige Firma senden. Sie bekommen dann die neueste Preisliste. 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II. nach langem, schwerem mit großer Geduld ertragenem Leiden im Alter von 36 Jahren zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Gottergeben und viel zu früh schied er von uns, der seiner Familie so gerne noch ein fürsorglicher Vater geblieben wäre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ida Berg geb. Lueg u. Töchterchen. Castron, Bövinghausen, Eving, Lüttringhausen, Lennep und Vohwinkel, den 8 Mai 1922. Die Beerdigung findet am Preitag, den 12. Mai nachm. 4 Uhr vom Trauerh. Wittenerstr. 4, aus statt. Hausandacht ½ Std. vorher. Von Beileidsbesuchen bittet man Abstand zu nehmen. Nachruf. Am 8. d. Mts. starb nach schwerer Krankheit an den Folgen einer im Felde erlittenen Verwundung 387 im Alter von nahezu 37 Jahren. Seit dem 1. Oktober 1908 stand der Verstorbene in städtischen Diensten. In Treue, mit besonderem Fleiß und großer Gewissenhaftigkeit hat er stets seines Amtes gewaltet. Wir verlieren in ihm einen unserer bewährtesten Beamten, den Tüchtigkeit und Pflichtbewußtsein auszeichneten. Sein zuverlässiger ehrenhafter Charakter sichert ihm allezeit ein ehrendes Andenken. Castrop, den 9. Mai 1922. Der Magistrat: Wynen, Bürgermeister. Nachruf. Am 8. d. Mts. starb nach kurzer Krankheit unser lieber Kollege 2858 im besten Mannesalter. Wir verlieren in dem Entschlafenen einen tüchtigen Mitarbeiter, ein Beispiel treuester Pflichterfüllung. Er war ein eifriger, unermüdlich tätiger Beamter und bestrebt, die Interessen der Stadt, wie auch der Beamtenschaft stets nach Kräften zu fördern. Sein verbindliches Wesen hat ihm die Hochachtung und Wertschhätzung aller verschafft, die mit ihm in Berührung kamen. Wir bewahren dem Verstorbenen alle Zeit ein ehrendes Andenken. Castrop, den 9. Mai 1922. Die Beamten und Angestellten der Stadtverwaltung Castrop. Nachruf! Am 8. Mai ist der 1. Schriftführer der Deutschen Volkspartei Castrop einem schweren Leiden erlegen. Die Partei beklagt in dem Dahingeschiedenen einen Vertreter, der mit leidenschaftlicher Hingabe sich für ihre Ziele einsetzte. Als Stadtverordneter, als Mitglied des engeren Vorstandes der Partei, in dem er mit vorbildlicher Treue und Gewissenhaftigkeit die ihm gewordenen wichtigen Aemter verwaltete, hat der aufrechte deutsche Mann sich Verdienste erworben, die seinen Namen in den Annalen der Partei unvergeßlich machen werden. Namens der Deutschen Volkspartei Castrop 9367 Dr. Küper, 1. Vorsitzender. Furchtlos und treu! Der unerbittliche Tod hat eins unserer treuesten Mitglieder aus unseren Reihen gerissen. Gestern Abend starb an den Folgen eines Lungenschusses Oberleutnant d. Res. im 3. Garde-Regiment zu Fuß. Seine echt deutsch-völkische, treu-kameradschaftliche, vornehme und lautere Gesinnung sichert ihm bei uns ein bleibendes Gedenken. Castrop, den 9. Mai 1922. 2864 Salonalvereand beulscer Cnlalere, Erisgruppe Gusttug. — Nachrull. Am Montag, den 8 Mai wurde uns unser Vereinsmitglied 2857 Weit- Enle Berg nach kurzem Leiden durch den Tod entrissen. Er war ein eifriger Sänger und mit Liebe und Begeisterung für das deutsche Lied erfüllt. Mit seltener Treue hat er seine Pflichten als Vereins- und Vorstandsmitglied erfüllt und sich dadurch ein dauerndes Andenken über das Grab hinaus gesichert. Manner-Gesang-Verein„Karmönie“ Habe mich nach mebrjähriger Tätigkeit als Assistent an der Univers täts- Kinder- Klinik Göttingen(Leitung: Prof. F. GOPPERT) in Herne. Bahnhofstraße 51 (gegenüber der Heinrichstrasse) als Spezialarzt für Säuglings- u. Kinderkrankheiten mmeenenmmnmmmmmsmm niedergelassen. Dr. med. DUSTMANN. Sprechstunden ausser Sonnabend nachmittags: • 9— 1 0 u n d 3— 5 U h r. TELEFON 1331. 2781 Drahtgitter, Zaun-, Schaufenstergitter, Eisenkonstruktion. Ausführung von Reparaturen an Maschinen für alle gewerbliche Zwecke. 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Nachtrages zu der Schankkonzessionssteuerordnung. .) desgl. auf Uebernahme der Kosten für den auf den Amtsbezirk Rauxel entfallenden Betrag für Ausarbeitung des Bahnprojektes Bochum— Lünen.„„„„„ GI. 8. .) desgl. auf Bewinigung der Kosten für Beseitigung von Sturmschäden an städtischen Gebäuden. 10.) desgl. auf Beteiligung der Stadt an der zu bildenden Gemeinnützigen Siedlungsgesellschaft mit beschränkter Haftung in Castrop. 11.) desgl. auf Verkauf eines Teiles des früheren Baak'schen Grundstückes an der Holzstraße an die Siedlungsgesellschaft m. b. H. Castrop. 12.) desgl. auf Errichtung von 4 Wohnungen für städtische Beamte durch die Siedlungsgesellschaft m. b. H. Castrop. 13. desgl. auf Ankauf von Baugelände von der Gemeinnützigen Baugenossenschaft Castrop u. Ueberlassung an die Gemeinnützige Siedlungsgesellschaft m. b. H. Castrop. 14.) desgl. auf Bewilligung eines Zuschusses von 400 000 M zu der von dem Allgemeinen Knapp schaftsverein Bochum zu errichtenden Wohn= und Geschäftsgebäude an der Ecke Markt= und Viktoriastraße. 15.) desgl. auf Uebernahme der selbstschuldnerischen Bürgschaft für den auf die Stadt Castrop entfallenden Anteil von 602071 A für eine von der Westfälischen Straßenbahn G. m. b. H. Gerthe bei der Landesbank in Münster aufzunehmenden Anleihe von 11000000 M. 16.) desgl. auf Erhöhung des Schulgeldes des Realgymnasiums. Geheime Sitzung. 338. Castrop, den 8. Mai 1922, Der Stadtverordnetenvorsteher: Dr. Pegels.