unze gengeduhlen:.00 Mr. für die Amal gespalt. Millimetel. zeile Auswärte 5 10 Mt., für die Empe lungszelle 12.00 We. Ersallungsort Catop. Der etwa gewagnteanatt ernicht ven Ronkurten, Zwangsvergleichen und ger„luchen Rlagen. Stötete Unseigen weiden bis vorm 11 Uhr kleinere bis 8 Uhr nat. u. ttage ver Aus„dus bei Jeitung erscten. Totderionte: 41 150 Noln.— keineb=Anch un Nr. 4. Gelantwoitlich für den Scintten: Tinni Jbeph Lruhs Calttop. Rzeiger Die Castroper Zettung erschemt täglich mit Ausnahme der Ooah und Feiertage und kostet durch Poten frei ins Haus gebracht 270 Mark(im voraus zahlbar) für den Monat. Postbezug 270 Mk. für den Mionat, ohne Postbestellgeld. Falls wir in der Herausgabe und Zustellung der Zeitung gehindert und hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieserung oder Nachlieferung des Bia ies oder auf Ruckzahlung des Bezugspreises. Geschaftsstelle u. Schr iLitung: Castrop, Münsterstraße 24. Sprechtunden der Schei# leitung: werktags—7 Uhr nachmittags. 48. Jahrgang Rauxeler Neueste Nachrichten Rotationsdruck und Verlag: Castroper Zeitung(Geschw. Schmitz), Castrop uns euisen Seindtusghenn.r Gostaschau er Auter Zunid wst Bunrzint, Arsosteut Guitgnisan ie Stur Zädum raunchusdter gort Bladenhorster Tageblatt Vogel Strauß=Polikik und(durch Staatseinnahmen decken, und anfangen, die Lachint Cchaft. Einfuhr ausländischer Waren mit der Ausfuhr von vereiendende Doltswirtschaft. Sachwerten, nicht von Papiergeld, zu bezahlen, Drei Wahrheiten will die Mehrheit des deutschen auch das Protzenlehen so vieler neuer Reichen und kalkoe nicht ins Auge sehen trotzdem sie Hannt= so nielor ingandlicher(Halda#dioner## nterdrücen Vones nagr us uunge sehen, trosdem se Hautgründe der wachsenden Verarmung unserer Wirtschaft sind. 1. Seit vier Jahren verbrauchen wir wehr, als wir an Gütern erzeugen. So muß die Teuerung wachsen, d. h. so muß es dahin kommen, daß wir immer schwerer an Waren herankommen und immer eurert sie bezahlen müssen, an das Ausland und im Inlande. Weil wir die Einfuhr benötigter Rohstoffe und Lebensmittel dem Auslande nicht mit Sachwerten, sondern mit Papiergeld bezahlen, davon schon 450 Milliarden im In= und Auslande: umherliegen und dessen Umfang wöchentlich wächst, rechnet das Ausland eine Mark nur mehr mit einem Zehntel Pfennig. Warenmangel wird eben nur durch Erzeugung von Waren beseitigt, aber nicht durch Papiergeld. Wir müssen also fortan wenigstens soviel Güter erzeugen, als wir im Lande verzehren. Dazu rechnet auch die Erzeugung jener Ausfuhrwaren, die wir zur Begleichung der Einfuhrwaren brauchen. Vermehren wir nicht die Gütererzeugung über das heutige Maß hinaus, so sind wir selbst Schuld daran, daß die Teuerung immer höher wächst. Die Tatsache, daß alles teurer wird, ist kein Teufelswerk, sondern das Werk des deutschen Volkes selbst, das mehr verzehren will, als es herstellt. Dieses Einmaleins des Wirtschaftslebens müssen wir endlich allgemein begreifen, sonst hilft alles Politisieren nichts, sonst muß es wie bisher so bleiben, daß wir nach jeder Preis= und Lohnerhöhung mit den erhöhten Preisen und Löhnen weniger kaufen könso vieler jugendlicher Geldverdiener zu unterdrücken Die Amerikaner insbesonders haben uns all das wiederholt deutlich zu verstehen gegeben, in breiten Massen„hofft man" trotzdem weiter unentwegt wie einst auf Wilson, so jetzt auf. die. Gutmütigkeit der Amerikaner in Geldsachen. Darin aber sind sie alles andere als gutmütig. Landauf, landab muß diese Vogelstraußpolitik in Versammlungen, Vereinen, in der Presse, vor allem im tagtäglichen Gespräch ausgerottet werden. Dabei mag jeder mitwirken, der genügend volkswirtschaftliche Schulung, klaren Blick und Vertrauen auf die eigene Kraft und Deutschlands Zukunft besitzt. tragen. So gebe es Pfarrerwitwen, die monatlich zeiger verleiht in schmerzlichen Worten der Be100 Mark erhalten.(fürchtung Ausdruck, daß in Sachsen nunmehr alles Wiedereinführung des Zeitungsbestellgeldes. beim alten bleiben werde.— Die Germania bedauBerlin, 7. Nov. Wie die T. U. aus unter=ert, daß es nicht möglich geworden ist, mit der richteten Kreisen hört, ist die Reichspostverwaltung einseitigen Partei= und Klassenherrschaft in Sachsen nicht in der Lage, dem Ersuchen des Reichspostge= zu brechen. Sie forscht den Gründen des sozialistibühren=Ausschusses des Reichstages, von einer Wie= schen Sieges nach und findet, daß dieser der eifrigen dereinführung des Zeitungsbestellgeldes avzusehen, sozialistischen Agitation und der Verzettelung instattzugeben. Das Zeitungsbestellgeld wird also ab nerhalb der nichtsozialistischn Parteien zuzuschleben 1. Januar wieder erhoben werden. Vom Kongreß der Verörängten. Berlin, 7. Nov. Am heutigen, zweiten Tage des Kongresses der Verdrängten, wurden Arbeitsausschüsse gebildet und zwar für das Liquidations= schädengesetz. Der Ausschuß für das letztere gliedert ist.— Die Vossische Zeitung glaubt, daß durch den Ausfall der Wahlen das Problem der Regierungsbildung nicht gelöst worden ist.— Das Berl. Tageblatt gibt seiner Befriedigung Ausdruck, daß weder eine Radikalisierung nach rechts noch nach links eingetreten ist.— Für den Vorwärts bedeutet das Gesamtergebnis und die einzelnen ResulAus dem Reiche. Hermes und die deutsche Industrie. Berlin, 7. Nov. Die Pariser Blätter beziehen sich in ihren Besprechungen über die Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Reichskanzler Dr. Wirth und dem Reichsfinanzminister Dr. Hermes in der Frage des Höchstmaßes der deutschen Leistungen in auffallender Weise auf ein Einvernehmen, das angeblich zu ischen dem Reichsf nanzminister Dr. Hermes und den maßgebenden Kreisen der deutschen Industrie bestehen soll. Wie die Telegraphen= Union hierzu erfährt, kann von einem derartigen Einvernehmen zwischen dem derzeit gen.ichssmanzminister Dr. Hermes. und maßgebenden Industriekreisen, die sich selbstverständlich mit dem Reparanen als vorher. Die sozialistischen Führer tonsproblem belschätiot haben, keine Rede sein, das sen Monaten tlipo und klar ihren vrae /Velwehr,hgtaiztg, wischen den Entwürsen des alse die 1ia ue Haheade ei daun Gchontegchabs und de etueten Redtmit dem Zahlungsmad.: t aus den Wahlkreisen eine Niederlage der bürmit dem Zahlungsmoous und dem Ausgleich an aber diese haben seit fünfzig Jahren stets gehört, daß nur die bürgerliche Staats= und Gesellschaftsordnung, daß der Kapitalismus allein schuld sei an aller wirtschaftlichen Not. Das steckt zu fest in den Köpfen, und darum predigen ihre Führer, die jetzt die Macht und Verantwortung haben, noch fruchtlos den sozialdemokratischen Massen die Wahrheit der harten wirtschaftlichen Tatsache, daß man mindestens soviel Güter erzeugen muß, als man verbrauchen will. Bei den Massen der Nichtsozialisten ist es vielfach nicht besser bestellt mit der Einsicht wirtschaftliche Einmaleins. Auch hier enthart, wer mag sie he... ist jerner noch immer nicht das seit Monaten slinn und flax.r Anhangern Dielmehr bestehen zwischen den Entwürfen aber diese haben seit fünfzig Jahren stets gehörtschrift der Waicher.g; au0 soweit sie in der Dentschrift der Reichsregierung zum Ausdruck kommen und zwischen den Ansichten, die von jeher in den malg..nden deutschen Wittschaft kes.n hnschtlich der erwähnten Frage bestehen, ausgesprochene Gegensätze. die Politik der deutschen Volkspartei. Dresden, 7. Nov. Der Reichstagsabg. Stresemann sprach in Dresden über die schwebenden politischen Fragen und erklärte, die Deutsche Volkspartei dürfe nur dann in die Regierung eintreten, wenn eine Verständigung über die Außenpolitik und verschiedene Wirtschaftsfragen erfolgt sei, vor allem über die Rückkehr zur Qualitätsarbeit und die Beseitigung der Gleichstellung junger und ungeEin.min Massen int jerner noch immer nicht die Beseitigung der Gleichstellung junger und ungezum Bewußtsein gekommen, daß das deutsche Volk lernter Arbeiter mit gelernten und arbeitsfähigen. den Krieg verloren und nun in vreiftcet Wil# Ferner müsse der Achtstundentag der normale bleiben, aber Arbeitnehmer und=geber müßten ohne und nun in dreifacher Weise zu bezahlen hat. Erstens müssen wir den Siegern von den Früchten unserer durch Arbeitszeitverkürzung verringerten Arbeit furchtbar schwere Abgaben vorweg bezahlen: durchschnittlich muß jeder Deutsche täglich eine Arbeitsstunde Strafarbeit für die Sieger machen. Das geht ab von dem, was wir zur Zeckung unseres eigenen Volksbedarfs nötig haben. Was wir dem Sieger an Kohlen, Vieh, Holz usw. behördliche Einmischung Ueberstunden vereinbaren dürfen. Die Volkspartei denke nicht daran, die Mitverantwortung zu übernehmen, wenn die Regierung nicht den Mut habe, dem Volk zu sagen, daß es so nicht weiter gehe. Wenn das Parlament nicht netmache, würde die Volkspartei über dasselbe hinweg an das Volk appelieren. Die Losung Sieger an Kohen, Dieh, Holz usufselbe biubeg an das Volt abgeben müssen, bringt dann Mangel und Teue= würde sein: Freiheit und mehr Arbeit! rung hervor, solange wir die Produktion darin nicht vermehren, nimmt die Devisen in Anspruch mit denen wir notwendige Waren vom Auslande kaufen könnten. Zweitens haben wir unsere eigenen Kriegskosten zu decken, die Kriegsanleihen zu verzinsen, die Renten für die Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen zu zahlen. Drittens haben wir die eigenen Kriegsschäden in unserm Lande wettzuwachen, d. h. unseren im Kriege abgenützten Wirtchaftsapparat wiederherzustellen. Auch die Sieger müssen das tun, zwingen dazu aber uns als die Beliegten. Der verlorene Krieg bedeutet also für uns Eössloziel, als wenn wir alle abgebrannt wären. herausar an arm; muh und will man sich #tpeiten, so darf man nicht weniger arbeiEr##dern muß eine Zeitlang überarbeiten. Dam laßt die Natur der Dinge nicht mit sich spaßen. Nicht zu vergessen ist, daß der neue Volksstaat teuwoie Peschate“ Stack von dem Kriege. Siaat unzeben immer mehr Aufwand in Reich, Staat und Gemeinde. Vom Einsparen an dieser Stelle redet man bisher bloß. .3. Wir erwarten immer noch zuerst vom Ausland statt zuerst von uns selbst. Das Ausland Gredi#n# ast aber umgekehrt, daß es erst dann Kredit geben und an sonstige Hilfsaktionen denken nne, wenn wir vorchst unsere„Staatsausgaben Siedlungs= und Wohnungsfragen im Reichswirtschaftsratsausschuß. Berlin, 7. Nov. Der Ausschuß des Reichswirtschaftsrates für Siedlungs= und Wohnungswesen hörte in seiner Sitzung vom 2. November d. Is. eine Reihe von Interessenten über die Lage der Gastwirtschaften und ähnlicher Betriebe. Er wird daraufhin in seiner nächsten Sitzung Beschlüsse fassen. Weiter beschäftigte sich der Ausschuß mit der Lage auf dem Baustoffmarkt. Nach längerer Erörterung, besonders auch der gesamten Wirtschaftslage und des Einflusses der Geldenkwertung auf sie wurde beschlossen, den Einfluß, den die Sachlieferungsabkommen mit Frankreich auf die Baustoffversorgung Deutschlands haben, nachzuprüfen. Die nächste Sitzung findet am 24. November statt. 1 Milliarde für die gemeinnützigen Anstalten. Berlin, 7. Nov. Im Haushaltungsausschuß des Reichstages wurde ein Antrag des sozialpolitischen Unterausschusses auf Gewährung von einer Milliarde Mark zur Unterstützung gemeinnütziger Anstalten genehmigt. Abg. Mumm(tntl.) wies darauf hin, daß Braunschweig, Thüringen und Sachsen den Artikel 173 der Reichsverfassung fälschlich dahin auslegen, daß sie den Religionsgesellschaften ziffernmäßig dieselben Staatsleistungen wie früher gewähren, ohne der Geldentwertung Rechnung zu die Geldentwertung sowie dem Wiederaufbau im Auslande zu beschäftigen haben. Die Resolutionen der Ausschüsse werden am Mittwoch dem Reichspräsidenten überreicht werden. Deutsche Wahlerfolge in Oberschlesien. Eine neue Handhabe gegen den Genfer Entscheid Berlin, 7. Nov. Nach den bisherigen Meloungen scheinen die deutschen Parteien im heute polnischen Oft=Oberschlesien bei den Seimwahlen gute Erfolge gehabt zu haben. In Königshütte fielen von 28380 abgegebenen Stimmen 22225 auf die deutsche Liste. Auch in Kattowitz, Myslowitz und Tarnowitz wird die deutsche Liste an erster Stelle stehen. In Bismarckhütte, Rybnik und Sorau kommt die deutsche Liste kurz hinter der Liste Korfantys. Um die Nachfolge Leechenfelds. Vor der Wahl Knillings. München, 7. Nov. Sämtliche Fraktionen des bayrischen Landtages, mit Ausnahme der Kommunisten, die ja ohne Bedeutung sind, haben für heute nnachmittag Sitzungen mit der Tagesordnung: Wahl des Ministerpräsidenten, anberaumt. Das Plenum ist für Mittwoch nachmittag 4 Uhr zu einer Sitzung zusammengerufen mit der gleichen Tagesordnung. Von verschiedenen Seiten wird versucht, gegen die Kandidatur Dr. von Knillings Stimmung zu machen. Die Münchener Neueste Nachrichten machen sich dabei zum Sprachrohr jener, die an die Spitze des bayrischen Staates einen der bedeutendsten Wirtschaftspolitiker der Bayrischen Volkspartei stellen möchten. Die Bayrische Volkspartei wird aber selbst für Dr. v. Knilling stimmen. Auch für den Bayrischen Bauernbund wird sich kaum ein Grund zur Ablehnung ergeben. Die Bayrische Mittelpartei wird heute nachmittag ihre Entscheidung treffen. Wie die Vereinigten Sozialisten sich verhalten werden, kann man nicht sagen. Doch ist! Wahlkoalition zwischen Law und sicher, daß Dr. v. Knilling auf sich die verfassungs 4 442 Gwrischen Lucd und mäßige Mehrheit der bayrischen Volksvertretung:„ Aisqulth“ vereinigen wird. 1 Paris, 6. Nov. Chicago Tribune und Echo München, 7. Nov. Im Bayrischen Bauernbund de Paris melden übereinstimmend, daß Verhandist eine Spaltung eingetreten oder steht mindestens lnugen zwischen Bonar Law und Asquith geführt unmittelbar bevor. Der Bayrische Bauernbund befindet sich in heftigster Fehde mit dem Bund der Landwirte wegen seiner Haltung in der Frage der Getreideumlage. In der Regensburger Volkszeitung veröffentlichen Kreisvorstandsmitglieder und Bezirksobmänner einen Aufruf, worin sie zum Austritt aus dem Bauernbund und zum Eintritt in den Bund der Landwirte auffordern. Man muß abwarten, ob der Bayrische Bauernbund stark genug sein wird, dieser Spaltung entgegenzuarbeiten. Lerchenselds Roschied. geerlichen Parteien.— Die Rote Fahne frohlockt natürlich über den Sieg der sächsischen Arbeiterschaft. die englischen Wahlen. die ersten Wiederkehrenden. London, 6. November. Die Ueberraschung des Tages bildet die Benennung des bekannten irischen Nationalisten Davlin in Liverpool gegen den früheren Generalstaatsanwalt Leslie Scott. Nach den bis 3 Uhr nachmittags vorliegenden Meldungen kehren 37 Konservative, 7 Nationalliberale, 5 Liberale, 3 Arbeiterparteiler und 1 Nationalist, die keinen Gegenkandidaten hatten, ins Unterhaus zurück. Lloyd George und der neue Generalstaatsanwalt Douglas Hagg sind auf diese Weise schon wiedergewählt. Die Kandidatenaufstellung. London, 6. Nov. In ganz England erfolgte jetzt die Benennung der Kandidaten für die Parlamentswahlen. Bis jetzt wurden 3395 Kandidaten vorläufig aufgestellt, die sich wie folgt verteilen: Konservative 466, Arbeiterpartei 414, Unabhängige Liberale 325, Nationale Liberale 190; gegen etwa 54 Kandidaten, wovon die meisten Unionisten sind, sind keine Gegenkandidaten aufgestellt worden. Figaro meldet aus Athen, Zaimis, der griechische Ministerpräsident, soll Mittwoch eintreffen. Die Regierung werde sofort demissionieren, doch werde die Regierungskrise nicht länger als 24 Stunden dauern. * Auf Samos ist eine Aufstandsbewegung ausgebrochen. Die Bevölkerung verlange die Rückkehr zum alten Zustand und Autonomie unter der Garantie des Völkerbundes. München, 7. Nov. Graf Lerchenfeld hat an den Vorsitzenden der Bayrischen Volkspartei, Speck, ein Schreiben gerichtet, worin es u. a. heißt: Die Gründe für meinen Rücktritt liegen auf politischem Gebiet. Die Schwierigkeiten der Lage können nur von einer Regierung gemeistert werden, die das uneingeschränkte Vertrauen weitester Schichten genießt. Daß diese Voraussetzung in hinreichendem Maße besteht, muß ich nach verschiedenen Anzeichen der letzten Zeit, deren Wurzel übrigens bis in die Zeit meines Amtsantrittes zurückreichen, bezweifeln. die Berliner Presse über den der sächsischen Landtagswahirn. Berlin, 7. Nov. Die Deutsche Zeitung stellt fest, daß die bürgerlichen Parteien in ihrer Gesamtheit ihre Lage gegenüber den Sozialisten verschlechtert haben.— Die Kreuzzeitung führt den Ausgang der Wahlen auf die Art des Wahlkampfes der„Sozialisten zurück.—.Der Berliner Lokalanwerden, eine neue Koalition zu bilden. Die Konservativen seien entschlossen, Lloyd George mit seiner Partei unbedingt in die Minderheit zu drängen. Um diesen Preis wären sie sogar bereit, mit Asquith Vereinbarungen zu treffen. Riesen=Falschgeldfabrik ausgehoben. Der„organisierte" Betrieb. Eine Geldscheinfälschung größten Stils ist in Berlin von der Falschgeld=Abteilung der Reichsbank aufgedeckt worden, bevor sie Schaden angerichtet hat. Der Fälscher ist ein Buchdruckereibesitzer Otto Wiehle aus der Jahnstraße 7, der in der Orgnienstraße 62 seinen Betrieb hat. Wiehle wurde gestern von Beamten der Falschgeld=Abteilung der Reichsbank auf offener Straße festgehalten und sofort abgeführt. Unmittelbar darauf durchsuchte der Leiter der Falschgeld=Abteilung mit seinen Beamten die Wohnung und die Geschäftsräume auf das gründlichste. In der Druckerei fand man in einem sorgfältig gewählten Versteck einen ganzen Stapel von falschen Fünfhundertmark=Scheinen der weißen Hilfsbanknote vom 7. Juli 1922. Als dann die Beamten die Wohnung in der Jahnstraße betraten, warf Frau Wiehle eiligst eine Blechdose in das Herdfeuer. Die Beamten holten die Dose noch unversehrt aus dem Feuer heraus. Sie enthielt zwei Schlüssel. Mit ihnen probierte man nun sämtliche Schlösser ab, die in Betracht kommen konnten. Keiner der beiden Schlüssel paßte jedoch zu irgendeinem Schloß. Man probierte nun auf dem Boden weiter, und da ergab sich denn, daß die Schlüssel des Schloßz einen Verschlages Rädsicht auf Versräneigung. öffneren, der Wiedle nicht gehört. In fremden Verschlage fand man ebenfalls eine große Menge Falschscheine und alle Druckplatten, die zu ihrer Herstellung gedient haben, außerdem auch noch einen Stoß falscher Steuerwertzeichen mit den dazugehörigen Druckplatten und mehrere gefälschte Aktienbogen mit Zinsscheinen. Für den Vertrieb hatte der Fälscher bankmäßige Zählbänder mit der Aufschrift„Ohne Gewähr, daher beim Empfang zu zählen“, hergestellt. Einen Teil seiner Falschscheine hatte er auch bereits zu je 20000 Mark gebündelt. Im Verkehr sind nur eine kleine Anzahl der Falschscheine außerhalb Berlins aufgetaucht. Zum Vertrieb hatte Wiehle viele Leute gewonnen. Mehrere dieser Verbreiter konnten in Berlin verhaftet werden. Doch steht schon jetzt fest, daß er noch weit mehr Vertreiber an der Hand hatte. Letzte Drahtnachrichten. Unsere ernste Ernährungslage. Berlin, 8. Nov. In der gestern abgehaltenen Schlußo rsammlung des Deutschen Landwirt chat:rates kam es zu einer lebhaften Aussprache über die ernste Ernährungslage. Staatssekretär Heinrici vom Reichsernährungsministerlum charakterisierte die augenblickliche Situation folgendermaßen: Bei der Versorgung der Bevölkerung mit Markenbrot ist darauf hinzuweisen, daß wir schon heute zu ihrer Aufrechterhaltung mehr Brotgetreide einführten als im Vorjahre. Dieses hat seine Ursache darin, daß von der Umlage, von der im Vorjahre bis Ende Oktober 1,14 Millionen Tonnen eingegangen waren, diesmal nur 400000 Tonnen eingelieefrt wurden. Da die öffenltiche Hand immer wenigstens sechs Wochen vorher im Besitze der zur Verteilung notwendigen Getreidemengen sein muß, so wird am Anfang des nächsten Jahres mit ernsten Schwierigkeiten zu rechnen sein. Das erstandene Auslandsgetreide in Verbindung mit den jetzt eingebrachten Umlagemengen reicht gerade bis in die ersten Tage Januar. Heinrici richtete namens der Reichsregierung einen dringenden Appell an die Landwirtschaft, die Ablieferung des Umlagegetreides soweit als möglich zu beschleunigen. die Erhöhung der Beamtenbezüge. Berlin, 8. Nov. Im Ueberwachungsausschuß des Reichstages wurde ein Gesetzentwurf als sechster Nachtrag zum Reichshaushaltsplan 1922, die neue Erhöhung der Beamtenbezüge bewilligt. Geheimrat Kühnemann vom Reichsfinanzministerium gibt bekannt, daß unter Berücksichtigung der allgemeinen Teuerung eine Herabsetzung(?) des verhältnismäßigen Teuerungszuschlags um 38 Pr. angenommen sei. Auch soll der erhöhte Frauenzuschlag ebenso wie der Kinderzuschlag den Ruhegehaltsempfängern in gleicher Höhe gewährt werden wie den Beamten. Zur vorübergehenden Stärkung der ordentlichen Betriebsmittel der Reichshauptkasse sei durch das Haushaltsgesetz für 1922 ein Kassenkredit in Höhe von 12 500 Millionen Mark bewilligt worden. Dieser Kredit sei zur Fortführung der laufenden Kassengeschäfte erforderlich. Der Ueberwachungsausschuß genehmigte einstimmig die von der Regierung vorgeschlagene Erhöhung. Demnach wird ab 1. Nov. d. Is. zu dem Grundgehalt, den Diäten, dem Ortszuschlag und dem Kinderzuschlag ein Teuerungszuschlag von 49 Prozent so schnell wie möglich ausgezahlt. Hierzu kommt ein Frauenzuschlag von monatlich 1000 Mark. Zentrum hält fest zur Regierung. Berlin, 8. Nov. Im Zusammenhang mit der eigentümlichen Begleitmusik der Pariser und zum Teil auch der Berliner Blätter zu den Berliner Verhandlungen der Reparationskommission, die den angeblichen Mißerfolg dieser Verhandlungen mit der Kanzlerschaft Dr. Wirths zu erklären versuchen, schreibt die„Germania": Die Vorschläge, die die deutsche Regierung der Reparationskommission gemacht hat, sind einstimmig gefaßt und in den offiziösen Kundgebungen als Vorschläge der gesamten Regierung bezeichnet worden. Die Oeffentlichkeit ist also berechtigt anzunehmen, daß es sich hier um einstimmig gebilligte Vorschläge der gesamten deutschen Regierung handelt und daß die anders lautenden Gerüchte bestimmten Zwecken dienen oder die Verhandlungen mit der Reparationskommiisson stören sollen. Mit der Feststellung, daß die Haltung der Regierung durch einstimmigen Beschluß des Kabinetts festgelegt worden ist, ist den Zweckmeldungen über die angeblichen Meinungsverschiedenheiten und Differenzen der Boden entzogen. Wenn wir das feststellen, haben wir nur noch folgendes hinzuzufügen: Der Träger der Politik, die wir seit Mai 1921 verfolgen und zu der die Verhandlungen mit der Reparationskommission einen wesentlichen Teil bieten, ist der Reichskanzler Dr. Wirth. Das Zentrum stützt diese Politik und betrachtet den gegenwärtigen Reichskanzler als seinen Vertrauensmann, was die zuständige Instanz der Partei vor kurzem in einer Entschließung zum Ausdruck brachte. Was für Pläne und Absichten die Erfinder und Verbreiter des Gerüchtes über die Differenzen in der Regierung auch beschließen mögen, sie werden gut tun, das Zentrum sicht als unterstützenden Faktor in ihre Reihen inzustellen. Wiederaufnahme der Ausschußberatungen des Preußischen Landtages. Berlin, 8. Nov. Der Preußische Landtag nahm ## eine Arbeiten in den Ausschüssen wieder auf, Berlin, 8. Nov. Die politische Lage hat gestern nachmittag eine gewisse Entspannung erfahren. Wie schon kurz mitgeteilt, ist der Regierung heute das erste Sachverständigenurteil zugegangen. Weitere Gutachten werden erwartet. Auf dieses Gutachten hin wird die Regierung nach erneuter Stellungnahme im Laufe des heutigen Tages der Reparationskommission eine Antwort in Gestalt detailierter Vorschläge auf ihre Rückfragen erteilen. In politischen Kreisen hegt man die Hoffnung, daß es gelingen wird, mit internationalen Kreisen unter Mitwirkung der Reichsbank ein Finanzsyndikat zusammenzubringen, dem die Unterstützung der Mark obliegen würde. Die Voraussetzung hierfür wäre, daß die Reparationskommission auf Grund der wirtschaftlichen Lage Deutschlands aktiv an der Sanierung mitwirkt und gewisse Sicherungen für diese Stützungsaktion freigibt sowie zum wenigsten eine Bankierkonferenz zusammentreten läßt, die über die notwendigen Maßnahmen frei und ungehindert beschließen kann. Dadurch würde die Frage der Notwendigkeit eines Moratoriums von selbst mit zur Diskussion gestellt sein. Nach Auffassung maßgebender politischer Kreise ist die Voraussetzung für das Gelingen irgendeines internationalen Bankkreditpro= jekts die ruhige Entwicklung der innerpolitischen Lage Deutschlands und auch die Verbreiterung der Regierungsbasis durch Hereinnahme der Deutschen Volkspartei in die Regierung. Ziel der Regierungspolitik. Berlin, 7. Nov. In Berliner politischen Kreisen herrscht die folgende Auffassung über die augenblickliche Lage und ihre Entwicklung: In Regierungskreisen wurde auf das entschiedenste bestritten, daß in diesen Tagen die Gefahr einer Regierungskrise in irgend einer Beziehung bestanden habe. Das Ziel der Regierungspolitik ist nach wie vor die Erlangung eines großen Moratoriums und einer Anleihe zu annehmbaren Bedingungen gewesen. Bei der Zuspitzung der internationalen Lage, die insbesondere auf die Kabinettswechsel in England und Italien zurückzuführen ist, hätte ein unmittelbar rücksichtsloses Hinarbeiten der Regierung auf dieses Ziel sicherlich einen schweren Mißerfolg nach sich gezogen. Auf dem Wege der Einsichtnahme der finanziellen Notlage Deutschlands ist erreicht worden, daß die Reparationskommission sich tatsächlich davon überzeugt hat, daß die Inflation eine Folge der Markentwertung ist und daß die Budgetumgestaltung wiederum eine Folge der Markentwertung und der Inflation war. Der Weg einer isolierten Stützungsaktion, die etwa durch das Einsetzen des Reichsbankgoldes, wie es von der Sozialdemokratie vorgeschlagen war, sich ermöglichen ließe, hat sich nicht beschreiten lassen, weil im Augenblick des Flusses aller Dinge auch das Reichsbankgold nur in den Strudel mit hineingerissen worden wäre. Eine Stützungsaktion mit dem der Reichsbank verbleibenden Goldbestande hat nur Erfolg, wenn sie im Zusammenhang mit einer auswärtigen Finanzaktion vorgenommen wird, für die durchaus die Möglichkeit vorliegt. Wie wir erfahren, haben nunmehr die internationalen Finanzsachverständigen nicht nur theoretisch zu den ihnen vorgelegten Fragen Stellung genommen, sondern durchaus ernste Anerbieten maßgebender ausländischer Bankkreise vermittelt, die im Einvernehmen mit den betreffenden Regierungen erfolgten. Aus diesem Grunde hat einer der wohlmeinenden Sachverständigen dringend vor einem isolierten Vorgehen der deutschen Regierung in der Frage des Einsetzens des Reichsbankgoldes gewarnt. Es handelt sich bei der genannten Finanzaktion nicht um eine Anleihe, sondern um einen Bankkredit. Bereits am vergangenen Sonnabend ist die deutsche Regiewährend, wie gemeldet, das Plenum erst am 21. November wieder zusammentritt. Der Hauptausschuß beschäftigte sich eingehend mit Anträgen über die Arbeitslosenfürsorge und die Lebensmittelbeschaffung. In den Anträgen werden vorwiegend Maßnahmen zur Verhütung der Arbeitslosigkeit, ferner Vorschüsse für die Kartoffelversorgung der Beamten und Lehrer, Tarifermäßigung für die Beförderung von Lebens= und Düngemitteln sowie andere Bezahlung des Umlagegetreides und Kreditgewährung an Gemeinden zur Beschaffung des Unentbehrlichen verlangt. Da die Anträge durch die Ereignisse bereits überholt sind, wurde beschlossen, einen Unterausschuß zur Umarbeitung der Anträge einzusetzen. Die Abstimmung über die Anträge wird voraussichtlich Mittwoch stattfinden. Keine Arbeisruhe am 9. November. Berlin, 8. Nov. Telunion meldet: Die Gewerkschaftskommission hat ihren Beschluß vom 1. November umgestoßen und beschlossen, von einer Arbeitsruhe am 9. November abzusehen. Dieser Beschluß wird, wie es heißt, auf die ernste politische Lage in Bayern zurückgeführt. Mit Rücksicht auf diese Gründe billigten auch die städtischen Funktionäre den Beschluß mit großer Mehrheit, sodaß also in Berlin am Donnerstag mit großer Mehrbeit in vollem Umfangearbeitet wird. rung mit einem solchen Anerbieten an die Reparationskommiisson herangetreten. Sache der Reparationskommission ist es nun, festzustellen, daß Deutschland zu einer Stützungsaktion bereit ist und ihrerseits Sicherungen für eine solche Aktion nach Modifizierung ihrer Ansprüche zu schaffen. Die Antwort der Reparationskommission ist durchaus nicht negativ ausgefallen. Die Gefahr eines Abbruchs, wie sie auf Grund unkontrollierbarer Beeinflussung in der Presse gemeldet worden ist, besteht nicht. Die Reparationskommission ist ihrerseits der Auffassung, daß Deutschland, nachdem die internationalen Sachverständigen zu Rate gezogen worden sind, weitere Einzelheiten über seine Absichten mitteilen müsse. Es ist anzunehmen, daß Frankreich seinerseits zugunsten der eigenen Finanzlage Vorteile von einem etwaigen Kreditangebot haben will. Uebertriebenen Hoffnungen auf ein Entgegenkommen Frankreichs dürfte man sich auch in Regierungskreisen nicht hingeben. Zusammenfassend kann gesagt werden, daß sich die Verelendung Deutschlands in drei Stufen entwickelt. Die erste, die Unmöglichkeit weiterer Goldzahlungen, ist erreicht; die Frage der Möglichkeit weiterer Sachleistungen hängt mit dem Ergebnis der im Augenblick schwebenden Verhandlungen zusammen; als Drittes, das hoffentlich nicht zur Wirklichkeit wird, ist das Herumsuchen der deutschen Regierung nach Krediten, zur Beschaffung der zur Ernährung des deutschen Volkes dringend nötigen Lebensmittel. Die weitere Entwicklung dürfte sich aus der morgen zur Erörterung gelangenden Stellungnahme der Sachverständigen ergeben. die Kohlen'rage vor Reparationskommission. Berlin, 8. Nov. Die Sitzung, die gestern vormittag im Reichsfinanzministerium zwischen den Vertretern der deutschen Regierung, deutschen Sachverständigen und der Reparationskommission stattfand, um die Frage der Kohlenlieferungen zu erörtern, diente lediglich informatorischen Zwekken. In einer Ansprache wies der Reichsfinanzminister Dr. Hermes auf den Zusammenhang der Kohlenlieferungen mit dem allgemeinen Reparationsproblem hin. Der Reichskohlenverteilungskommissar gab hierauf ein Bild der Lage Deutschlands inbezug auf die Kohlen vom wirtschaftlichen und finanziellen Standpunkt aus und wies besonders auf die ungeheure Belastung des deutschen Devisenmarktes durch die notwendige starke Kohleneinfuhr hin, während auf der anderen Seite die Kohlenlieferungen an die Entente dem deutschen Konto nur zu einem Drittel bis höchstens zur Hälfte gutgeschrieben werden. Da die deutsche Kohleneinfuhr in bisheriger Höhe nicht mehr aufrechterhalten werden könne, würde für unsere Industrie und den deutschen Hausbrand ein unerträglicher Zustand entstehen. Die Darlegungen des Kohlenkommissars wurden durch medizinische Sachverständige durch Hinweis auf die schweren gesundheitlichen Wirkungen für die Bevölkerung infolge des Mangels an Heizung und Belenchtung unterstrichen. Auch Vertreter der dentschen Industrie kamen zu Worte. Hierauf ersuchte Barthon um schriftliche Wiedergabe dieser Darlegungen. Die Besprechungen über die Kohlenfrage werden morgen fortgesetzt. Die Parteiführer beim Reichskanzler. Berlin, 8. Nov. Der Reichskanzler hat im Laufe des gestrigen Nachmittags die Parteiführer empfangen und zwar zuerst die Führer der Regierungsparteien zusammen mit denen der Deutschen Volkspartei und der Bayrischen Volkspartei. Hieran schloß sich eine große Aussprache, die aber nur informatorischen Charakter trug. Später hat der Reichskanzler auch noch kurz die Parteiführer der Deutschnationalen Volkspartei empfangen. Abschluß der deutsch=belgischen Grenzverhandlungen. Aachen, 8. Nov. Gestern fand hier im Regierungsgebäude die Unterzeichnung der von der Grenzkommiisson festgesetzten Grenzbedingungen und Grenzverträge durch die Bevollmächtigten der beiden Regierungen statt. Die deutsch=belgischen Grenzverhandlungen können somit als abgeschlossen gelten. Die Gutachten der Finanzsachverständigen. Eerlin, 8. Nov. Gestern abend haben die vier Sachverständigen Keynes, Jenks, Cassel und Brandt der Reichsregierung ihr Gutachten übergeben. Die vier Sachverständigen haben sich auf eine Stabilisierungsgrundlage geeinigt. Die Sachverständigen Vissering und Dubois werden heute ihr Sondergutachten überreichen. Aus diesem Umstande ist zu schließen, daß ihr Gutachten von dem der Mehrheit abweicht. Zusammenkunft der Reparationskommission mit Pierpont Morgan. Berlin, 8. Nov. Nach dem„Berl. Tageblatt“ soll die Reparationskommission es mit ihrer Abreise nach Paris deshalb so eilig haben, weil der amerikanische Finanzmann P. Morgan, der sich gegenwärtig in Rom aushält, den Wunsch geäußert hat, spätestens am 26. November nach Amerika zurückzukehren. Man hofft vorher noch mit P. Morgan eine Besprechung in Paris evtl. eine neue Finanzund Bankierkonferenz abhalten zu können, in der auch die Anleihefrage und die Frage der Währungsbefestigung zur Verhandlung kommen kann, Frankreichs Brüsseler Programm. Paris, 7. Nov. Das Zustandekommen der Brüsseler Finanzkonferenz möchte man zwar für gesichert halten, aber der 5. Dezember scheint als Eröffnungstag nicht festzustehen. Vorher dürften in Paris und London und vielleicht sogar in Rom Besprechungen zwischen den beteiligten Regierungen stattfinden, um die gegenseitigen Anschauungen kennen zu lernen. Die Hauptschwierigkeit geht wiederum von Frankreich aus, welches sich grundsätzlich nicht einverstanden erklären will, daß die Frage der interalliierten Schulden auf der Konferenz nicht erörtert werden solle, obwohl diese Ausschaltung Grundbedingung für eine Teilnahme Amerikas an der Konferenz ist; es will auch die Forderung aufrecht erhalten, daß genaue Untersuchungen über die Budgets aller Staaten in Brüssel angestellt werden sollen. Der Matin, sicherlich offiziös beeinflußt, schreibt heute, daß Frankreich derartige Bedingungen nicht annehmen köne, weil die öffentliche Meinung es nicht zuließe, daß die Forderungen gegenüber Deutschland herabgemindert würden, ohne daß erhebliche Abstriche an den alliierten Schulden erfolgten. Um aber aus der Sackgasse herauszukommen, in die man durch die amerikanische Bedingung geraten ist, schlägt der Matin vor, daß man in Brüssel wenigstens die Frage der intereuropäischen Schulden erörtern möge, Devaleras Wahlverbot. London, 7. Nov. Wie bereits hervorgehoben worden ist, hat Nordirland(Ulster) das Recht behalten, eine Anzahl von Abgeordneten in das britische Parlament zu schicken, und die Wahlen werden infolgedessen in Nordirland am Mittwoch über acht Tage ebenso wie in Großbritanien stattfinden. De Valera hat mun ein Manifest erlassen, in welchem er„allen Iren“ die Teilnahme an diesen Wahlen verbietet. Es heißt in demselben, diese Wahlen seien von einer fremden, ausländischen Behörde ausgeschrieben und von dem Dail Eireann nicht gutgeheißen; wer also mitwähle, der erkenne dadurch an, daß eine fremde Regierung in Irland etwas zu sagen und anzuordnen habe. Das würde ein Verbrechen gegen die Einigkeit Irlands sein, lwelches sich schwer an demjenigen rächen würde. der sich desselben schuldig machen sollte. Panik in Konstantinopel. Konstantinopel, 8. Nov. Die alliierten Oberkommissar haben von ihren Regierungen Vollmachten zur Erklärung des Belagerungszustandes erbeten, da er in den nächsten Tagen notwendig werden könnte. Wie weiter berichtet wird, ist es namentlich in den Vorstädten von Konstantinopel zu Unruhen gekommen. Fenster der von den Christen bewohnten Häuser wurden eingeschlagen und britische Soldaten durch Messerstiche rerwundet. Die europäischen Zollbeamten sind aufgefordert worden, so schnell wie möglich zu verschwinden. Die Zolleinnahmen werden beschlagnahmt und der Zolltarif von Angora eingeführt. In Smyrna wurden mehrere Mitglieder der französischen Kolonie belästigt. Der französische Kommissar in Brussa wurde ausgewiesen, später allerdings wieder zugelassen. Risaat Pascha hat den Alliierten eine Note unterbreitet, in der Ausweisungen der britischen Untertanen aus der Stadt gefordert wird. Viele hundert Mohammedaner, darunter der ehemalige Scheich ül Islam haben in der britischen Botschaft Zuflucht gesucht. Handelsteil. Devisenkurse. Dollar 8730—8760. Berlin, 7. Nov. Die Aussichtslosigkeit der Verhandlungen in Berlin ließ die Nachfrage wieder anwachsen. Da Angebote nur in geringem Umfange vorlagen, zogen die Kurse weiter an. Gegen Mittag notierten: Holland 3250, Amerika 8350. Schlußkurse um 6 Uhr: Holland 3425—3475, Amerika 8730—8760, England 38900—39 500, Frankreich 570—575, Schweiz 1590—1610. Dollar bis 9100 Mk. Geld! Essen, 7. Nov. Im Nachmittagsfreiverkehr war die Tendenz für Devisen weiter fest. Die Kurse gingen weiter sprunghaft in die Höhe, bei fast umsaßlosem Geschäft, Gegen ½6 Uhr hörte man die höchsten Kurse mit 40000—41000 A für das Pfund, 9100—9200 A für den Dollar und 3600 A für den Gulden. Gegen Ende des Verkehrs trat eine kleine Abschwächung ein, die aber gegenüber den enormen Steigerungen nicht ins Gewicht fällt. Im Moment nennt man Pfunde 39 500—40000 M, Dollar 9000—9100 M, Gulden 3450—3550 M. Produktenberscht. Berlin, 7. Nov. Am Produktenmarkt gingen die Preise wegen der wahrscheinlichen Ergebnislosigkeit der Verhandlungen mit der Reparationskommisson sprungweise in die Höhe, zumal auch vom Newyorker Markt höhere Notierungen gemeldet wurden. Nur für Kartoffeln wurden heute zum ersten Male die Notierungen etwas ermäßigt. Vom Inlande hat sich das Angebot fast vollkommen zurückgezogen. Hier fehlt jede Unternehmungslust, weil man erst eine Klärung der Lage abwartet. Die Preise sind nominell sowohl für Getreide und Mehl wie auch für saaten, Hülsenfrüchte und Futterstoffe bedeutens gestiegen. Castrop und Amgegend S Einberufung des Westsälischen Provinziallandtages. Der Provinzialausschuß hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, bei dem Staatsministerium die Einberusung des Provinziallandtages zu Dienstag, den 5. Dezember zu beantragen. C' Ein Raubüberfall wurde am Montag abend gegen 7½ Uhr in der Gasse, welche bei der Konditorei Henze die Bochumer= und Viktoriastraße verbindet, auf den Reisenden Liese, den Vertreter der Bierbrauerei Wilh. Bergmann in Nahm gemacht. Als der Genannte durch die Gasse ging, wurde ihm plötzlich ein Stich in den Nacken beigebracht; fast gleichzeitig entriß man ihm die Aktentasche, in der sich eine größere Geldsumme befand. Mit dem Raube entfloh der Täter dann über die Viktoria=, Bochumer=, Widumer= und Kaiser=Friedrichstraße. Hier ging die Spur leider verloren, sodaß der freche, gemeingefährliche Räuber bis heute noch nicht dingfest gemacht werden konnte. Der Täter wird wie folgt beschrieben:.75 Meter groß, kräftige Gestalt, 22 Jahre alt, dunkler Mantel, Gamaschen von wahrscheinlich gelbbrauner Färbung. Die geraubte Aktentasche war aus schwarzem Leder. Sie war an beiden Seiten mit Schlössern versehen, ebenso auch an den Enden der Klappe mit Druckknöpfen, von denen— ein besonderes Kennzeichen!— der linke fehlle. Der Besitzer der Brauerei Bergmann in Rahm setzte eine Belohnung von 20000 Mk. für denjenigen aus, der Anhaltspunkte gibt, die zur Ermittelung des Täters führen, sodaß dieser gerichtlich belangt werden kann. Wer also Angaben in dieser Angelegenheit machen kann, möge sich an die Kriminalabteilung Castrop wenden. Da der Täter die Ledertasche vermutlich weggeworsen hat, so wird auch der Finder derselben gebeten, sich zu melden, da der Fund wichtig ist für die Feststellung, in welcher Richtung sich der Räuber entfernte. 2 Das Metropoltheater bringt wieder mal einen der hier so gern gesehenen Maciste=Sensationen. In 5 Akten gibt es Abenteuer über Abenteuer in bunter, unterhaltsamer und spannender Folge. Julius Sternheim legt mit seinem Fünfakter„Die Jagd nach der Wahrheit" alle Ehre ein. Die flotte, gut gefügte Handlung wird von ersten Künstlern wie Margarete Kupfer, Henry Bender, Erica Gläßner und Fritz Kortner ansprechend und lebenswahr dargestellt. Viel Liebhabe dürfte auch der ebenfalls 5 Akte zählende Detektivfilm„Konnyved, der große Unbekannte“, dank der Fülle sensationeller Szenen, die er in meisterhafter Aufmachung bietet, finden. Die Vorführungsfolge wird durch Herrn Kapellmeister Schmidt und seinen Künstlern in gewohnter Meisterschaft begleitet, sodaß der Aufenthalt in dem gut geheizten Vorführungsraum wirklich angenehm ist. * ( Rauxel.(Dienstjubiläum.) Am 1. d. Mts schaute Herr Adam Böhme von hier auf eine 25jährige Tätigkeit als Bezirksschornsteinfegermeister. Als er am 1. No. 97 seine Tätigkeit hier aufnahm, gehörte zu seinem Kehrbezirk außer dem Amte Castrop noch das Amt Mengede, das im Jahre 1901 abgezweigt wurde. Im Jahre 1910 wurde der Kehrbezirk in 3 Bezirke geteilt, sodaß Herr Böhme nunmehr nur für das Amt Rauxel angestellt ist. Herr Böhme, der vor seiner Versetzung nach hier 10 Jahre lang Geschäftsführer des Bezirksschornsteinsegermeisters in Winz=Hattingen gewesen war, erfreut sich hier allgemeiner Achtung und Beliebtheit, obwohl er in bekannter Strenge seines Amtes waltet. Aus seinem Privatleben wäre noch mitzuteilen, daß Herr B. am 11. 3. 97 in Worbis geboren ist und 4 Kinder hatte. Der älteste Sohn, der wegen seiner glänzenden Begabung zu den besten Hoffnungen berechtigte, fiel als Kriegsfreiwilliger im März 15 in Flandern, der zweite ist Bankbeamter und der dritte ist Primaner des hiesigen Gymnasiums. Die einzige Tochter ist verheiratet mit dem Postsekretär, Oberlt. d. Res. Herrn Kleeschulte zu Senne. Wir bringen Herrn Böhme, der 25 Jahre lang ein treuer Bezieher unserer Zeitung ist, unsere besten, innigsten Glückwünsche dar und hoffen, daß er noch weitere 25 Jahre gesund und munter zu Nutz und Frommen des Amtes sein „schwarzes“ Amt ausüben möchte. Aug dom Emschontn! slallsmns in Aeinkultür sel. Für mich Aus dem Enischerkal.(persönlich ist diese Feststellung besonders wichtig, □ Habinghorst.(Diebstahl über Diebstahl.) In der Nacht zum 5. d. Mits. wurden einem Berg=ein, Phitg.“.—*en Bogek#ertennt man mann auf der Friedrichstraße 2 Gänse und 1 Huhnstinen Nuckschluß du tun.., Schreißer den vorgefun an seinen Federn und den Schreiber des fragBlutspuren zu schließen, sind die Tiere an lichen, unterschriftslosen Eingesandts an seinen Ort und Stelle abgeschlachtet. In der Nacht zum erspinzialistisch=marinierten Ausdrücken. Meines 3 5 B48 murde aus er Mannschaftsküche des Wissens stammt nur ein Zahnarzt, der in Ca3. v. Mis, wurde aus der Mannschaftbrucht der strop oder Umgegend praktiziert, aus dem Ledigenheims in der Römerstraße ein gußeiserner Rheinlande. Das liebe Publikum möge sich selbst pero gestohten. hrr ehm###) staßl die Mühe machen, nachzuforschen, wen die Vateren.(Ein Gagradmarder) un, schaft für die Antwort der Zahnärzte zufällt. Ich am 2. November einem Bergmann aus Ickern sehe davon ab, ihn hier namhaft zu machen, weil Mts. vor dem Postamt hier gleichfalls sein Fahrrad gestohlen. An der vorderen Gabel war ein Firmenschild mit dem Namen H. Neumann angebracht. Das Rad hatte die Nr. 505112. Der Rahmen war schwarz, die Lenkstange nach unten gebogen und hatte schwarz=weiße Griffe. Am vorderen Rad war ein Nagelfänger angebracht. Von den Dieben fehlt in allen Fällen jegliche Spur. Eingesandt. In eigener Sache! Unerfindlich bleibt es mir, daß mir der so festgenagelte Anonymus die Ausforderung zukommen läßt,„ehrlich und mit offenem Visier" zu kämpfen. Hand aufs Herz! Wer hat wohl mehr dieser Anforderung entsprochen, Sie, Herr Anonymus aus dem Rheinland, oder ich, der ich meinen Artikel mit meinem Namen zeichnete? Sie meinen„irrtümlich“, daß ich mich in selbstsüchtiger Absicht„Stadtverordneter“ und nicht„Zahntechniker“ nannte, um„Unbekannten“(soll wohl heißen: Leuten, die mich etwa nicht kennen?) nicht als pro domo Sprechender zu erscheinen. Diese sorge Ihrerseits ist unnötig. Ich bin in Stadt Erwiderung auf den Artikel der Zahnärzteschaft und Land als Dentist seit Jahr und Tag dank In der Castrover.. 27. Oktober meiner ausgedehnten Praxis in allen Kreisen so 1922 hatte ich zur Aufklärung des 9 Fenpubli= bekannt, daß ich den„Dentisten Altenhein“ wirk1922 hatte ich zur Auftiarung des Kassendnen=lich. selbst wenn es meine Absicht gewesen wäre, tikel über die Stellung der Reichs=sssch, seion wenn es meine Absicht gewesen wart, Sesota##ter— Lahub##“#####ung ve:#un nicht hinter dem„Stadtverordneten Altenhein“ besepzhedung zur Zahnbehandlung gebracht und hätte verstecken können. dargelegt, in welchen Fällen und unter welchen Voraussetzungen Dentisten zur Behandlung von Kassenmitgliedern zugelassen werden können, um den Nachweis zu führen, daß die Verwaltung und die Gesetzgebung durchaus nicht leichtsinnig, sondern mit voller Ueberzeugung dazu übergegangen sind, die Behandlung der Kraltkenkässenmitglieder den Dentisten zu übertragen. Daß meine Ausführungen Anlaß geben würden zu einem Gedankenaustausch, habe ich nicht für ausgeschlossen gehalten. Ich hatte aber keinen Grund und keine Veranlassung zu glauben, daß die Zahnärzteschaft von Castrop und Umgebung meine Ausführungen benutzen würden, um mich in der persönlichsten und unglimpflichsten Weise anzugreisen. Was den Ton des„Eingesandt“ betrifft, so will ich darüber mit dem Artikelschreiber nicht streiten, aber feststellen, daß kein Mann, der Anspruch auf Bildung erhebt, in einem solchen Ton, wie ihn die Zahnärzteschaft angeschlagen hat, niemals verfallen wäre. Was die persönlichen Beleidigungen wie„Lüge“,„ehemaliger Portier“,„verbrecherischen Handel" usw. betrifft, so sind diese Ausdrücke, gelinde gesagt, derartig unparlamentarisch, daß ich an dieser Stelle mir ein Eingehen auf sie versagen kann. Aber nicht nur der„Ton“ ist es, der einen jeden Leser des„geistigen“ Elaborats der Zahnärzteschaft stutzig machen muß. Von Sie machen mir weiter zum Vorwurf verehrter Herr rheinischer Anonymus, daß ich mich aus ganz kleinen Verhältnissen emporgearbeitet habe. Ich mache daraus gar kein Hehl. Der Umstand, daß auch Sie wissen, daß ich früher„Portier“ war, allein genügt schon, um dieses zu beweisen. Es ist Ihnen anscheinend gar nicht zum Bewußtsein gekommen, daß Ihr Vorwurf, daß ich mich aus so kleinen Anfängen heraufgearbeitet habe, auf gewissé Kreise, die dem Motto huldigen: Freie Bahn dem Tüchtigen! einen ganz merkwürdigen Eindruck machen muß. Ich nehme zu Ihrem Besten an, daß es Ihnen geschäftlich ebenso wenig Abbruch tun wird, wie es Ihre„Enthüllung“ über eine so weit zurückliegende Tätigkeit bei mir tut. Meine Patienten wissen, wie ich meine Laboratorten und Operationszimmer stets mit den besten und neuesten Instrumenten ausrüste, wie bei mir alles und jedes den Forderungen der Hngiene entspricht, sie wissen auch, wie die vielen schriftlich niedergelegten Bekundungen von Knappschaftsältesten und Krankenkassenmitgliedern beweisen, wie sie bei mir und wie sie bei Zahnärzten behandelt werden. Ich bin jetzt schon über 20 Jahre beim Fach und übe allein in Castrop fast 15 Jahre die Zahnpraxis im Hauptberufe aus. Ich unterhielt hier erst nur wöchentliche Sprechstunden, fühlte mich aber bald durch Vorstellungen Castroper Bürger veranlaßt, mich lichen Bestimmungen der Reichsversicherungsorde nung schn als R. V..=Dentist angesprochen werden muß, da ich den Befähigungsnachweis durch meine langjährige Praxis erbracht habe. Schon im Jahre 1916 wurde dieses, nebenbei gesagt, auch schon durch das Oberversicherungsamt bei Gelegenheit der Zuweisung der Krankenkassenpraxis amtlich verbrieft und besiegelt, obschon man von Seiten der hiesigen Zahnärzteschaft schon damals dagegen Sturm lief, weil man in mir den Konkurrenten fürchtete. Unrichtig ist es, wenn die Zahnärzte behaupten, daß der Gesetzgeber der Veranlasser des Lehrlings= und Dentisten=Staatsexamens ist. Man hat uns diese Bestimmungen nicht aufgeknebelt, im Gegenteil, wir Dentisten haben selbst die Bestimmungen verlangt, damit der Begriff„Dentist“ einwandfrei und amtlich festgelegt würde. Daß die Regierung unserem Verlangen nachgab, hat s. Zt. bei den konkurrenzneidischen Zahnärzten großes Lamento ausgelöst. Ueber besondere kulturgeschichtliche Kenntnisse. scheint der anonyme Artikelschreiber auch nicht zu verfügen. Es ist nicht wahr, wenn er behauptet: Im Anfange war der Zahnarzt! Lange bevor man an ihn dachte, gab es Bader, Heilgehilfen. Friseure, Zahntechniker, Dentisten usw., das ist die historische Entwicklung, wie man in jedem einschlägigen Fachwerk nachlesen kann. Die Zahnärzte, die sich heute nicht genug tun können, die Dentisten aus Brot= und Futterkrippenneid herabzusetzen, haben in großer Zahl ihre theoretische Ausbildung bei einem Professor der Zahnheilkunde genossen, der seinen namhaften Ruf der praktischen Erfahrung verdankt, die er sich als Dentist erwerben konnte. Das Volkswort„Aus der Praxis für die Praxis!“ findet also hier wieder seine Bestätigung. Daß auch schon Goethe die Praxis höher einschätzte wie die Theorie geht aus dem Vers aus dem„Faust“ hervor, mit dem ich meine Ausführungen heute schließen möchte: „Grau, Freund, ist alle Theorie!" Castrop, den 6. Nov. 1922. Dentist Fritz Altenhein. Stadtverordneter. Männern, die akademische Bildung für sich dauernd hier niederzulassen. Das zeugt doch dabeanspruchen, hätte man nicht nur etwas mehr Takt, sondern auch mehr Stil= und grammatische Kenntnisse erwarten dürfen. Um einen Beweis der im Eingesandt der Zahnärzteschaft enthaltenen Verballhornisierungen der deutschen Muttersprache zu geben, sei mir gestattet, zu zitieren. Die Zahnärzteschaft, bezw. ihr schriftgewandter Vertreter schreibt:„Wer als Friseur oder Portier, oder Leute(1) aus anderen Erwerbszweigen, glücklich mal einen wackligen Zahn zur Strecke gebracht hat, nannte sich Dentist.“— „Der Gesetzgeber hat neuerdings diesem verbrecherischen Handel(soll wohl heißen Handeln!) ein Hölzchen vorgeschoben.“—„Wenn er also wirklich über eine so große Sach= und Fachkenntnis verfügt, womit er sich immer brüstet, dann mal zu, er braucht dann doch keine Angst zu haben.“ —„Ein Gebiet, wo nicht immer(besser würde man doch sagen: auf dem nicht immer!) mit reellen Mitteln gekämpft wird.“ Das Schlimmste, was sich der Artikelschreiber an Sprachverhunzung geleistet hat, ist m. E. der Satz„Hat er vielleicht Angst für das Examen?" Ich bin seit meiner Schulzeit gewohnt zu sagen„vor dem Eramen“ von, daß man schon zu Beginn meiner Tätigkeit als Dentist dank der mit mir gemachten Erfahrungen Vertrauen zu mir hatte. Daß ich mir dieses Vertrauen zu erhalten verstand, geht zur Genüge daraus hervor, daß aus jeder Zeile des Eingesandts der Zahnärzte unverhohlen Neid und Mißgunst spricht. Wäre ich wirklich so bar aller Fachund Sachkenntnis, wie es die Herren Zahnärzte mir unterstellen, dann würden Sie gewiß über mein Eingesandt zur Tagesordnung übergegangen sein und mich nicht einer so langen Erwiderung gewürdigt haben. Meine Praris ist so groß, daß sie mich im Verein mit meiner ehrenamtlichen Tätigkeit im Dienste der Stadt und der Partei derartig in Anspruch nimmt, daß ich nicht die Zeit dazu finde, das staatliche Examen„nachzumachen“. Mit demselben Rechte, wie man an mich die diesbezügliche kleine Anfrage richtete, könnte ich mich auch erkundigen, wie ein hiesiger Zahnarzt zu dem Titel„Doktor“ kommt, mit dem er im Verzeichnis des Allgemeinen Knappschaftsverein in Bochum prangt. Mir ist nicht bekannt, daß der betreffende Zahnarzt jemals promoviert hat. Doch lasse ich mich gern Preiswerte * 5853 und ließ mich erst jetzt von einem Bekannten aus eines besseren belehren,— wenn er kann. Ich dem Rheinland belehren, daß der Ausdruck„Angst habe es auch nicht nötig, das staatliche Dentistenfür das Examen“ ein rheinischer Provin=sexamen nachzumachen, weil ich nach den gesetzin guter Ausführung wie: Küchen... schöne Modelle Schlafzimmer Soiege“ Kleiderschränke- Betistellen- Vertikous kaufen Sie noch billig im Möbelhaus R. Bäuml Costrov, Vikloriastraße. Auf Wunsch Zahlungserleichter ung! arme Sünderin. . Roman von Ernst von Wolzogen. (Nachdruck verboten.) Carry rang die Hände und stöhnte vor sich hin: „Ich weiß schon— ich weiß schon! Das Beste ist, ich ware aus dem Wege! Du hast mir ja schon einmal Gift angeboten— aber das tue ich nicht! Nein— das fue ich nicht!“ wiederholte sie laut und schneidend. „Meine Kinder brauchen mich, das habe ich jetzt fahren! Den Gefallen tue ich dir nicht!" „Carry, ich bitte dich!“ flüsterte er und nahm sie in zitternder Erregung in seinen Arm.„Fang nicht wieder so an! Wir wollen doch versuchen, ruhig zu sein. Es ist doch für uns alle am besten, wenn wir auseinander gehen— eben gerade darum, weil ich dich lieb habe! Ich kenne mich ja doch,— ich kann dir sitzt gziderstehen, wenn ich dich so sehe, wie gestern! # vann schäme ich mich immer vor mir selbst, und bann packt mich wieder die Wut über meine Schwäche, und ich werde ungerecht und unausstehlich— und du nützt deinen Triumph aus und läßt es mich fühlen und verachtest mich noch obendrein! Es würde ja immer wieder von vorn anfangen, und dann wurden wieder die Zweifel über mich kommen— du bist doch mal jung und hübsch und kokett—— und ich bin ein abgearbeiteter, garstiger Geselle—— nein,„ich kann nicht daran denken, es ist schrecklich! Lieber ein Ende machen— sieh das doch ein!“ Sie machte sich heftig von ihm los und stieß ihn rief sie.„Tue, was du nicht lassen Kannst!— So geh doch nur! Ich muß jetzt allein sein.“ wärg stand am Tisch und zögerte noch. Am liebsten In ihrem Schas.“ gestürzt und hätte seinen Kopf hicht wieder schmwack..— Nein, nein, nein— stieß er kurz" werden!„Adieu einstweilen!“ das Zimmer. und rauh hervor, und dann verließ er das Stadlerzsmmer hinauseiter dam weite Jürgaib u der Aufegung sortgehen sehen dute Pslipe in de ganzen Hause gesucht. Sie arschra, dann Carry im gerin sah, bleich, tränenlag....si“ die Schwädie Arme vor sich hingestrecht.. stzend, körpe und telt geschlost, und mit vorgeneigtem und. 2% inernenen Lippen geradeaus „Aber, Carrychen, mein armes— was hat es denn schon wieder gegeben? Nimm mir meine Neugier nicht übel— aber wie du da vorhin am Fenster den Brie lasest, und wie nachher Philipp davonstürzte... wie hängt das zusammen? Es muß doch etwas Schlimmes passiert sein, nicht?“ „Weiter nichts, als daß er mich nun doch hinausjagen will,“ versetzte Carry bitter und strich sich dabei müde über die Stirn. „Was sagst du da, Kind?. Das ist ja wohl nicht möglich!— Er hat dir doch seine Verzeihung so unzweideutig.. „Das gilt nur für zu Hause!“ fiel Carry in herbem Lachton ein.„Vor den Leuten bin ich die große Sünderin, der nicht vergeben werden kann! Alle dürfen sie Steine auf mich werfen, und er steht dabei und rührt keine Hand zu meinem Schutz! Solche Feigheit ist er nämlich seiner Stellung schuldig.“ Da setzte sich Mite neben Carry aufs Sofa, legte ihren rechten Arm um sie und drückte sie voll tiefen Mitgefühls an sich.„Je nein, mein Kinding— das ist mir doch'n bißchen zu arg! Nein, nun sag doch bloß!“ Und Carry berichtete ihr ziemlich wahrheitsgemäß den Inhalt der eben stattgefundenen Auseinandersetzung. Und als sie damit fertig war, sagte Frau Mite, nur mit Mühe einen herberen Ausdruck unterschlagend:„Nee weißt du, der Mensch ist wirklich'n bischen verrückt! Wenn's um ihre sogenannte Ehre geht, dann sind bei Gott die meisten Männer ebenso blödsinnig, wie wir, wenn wir mannsneidig sind!— Es ist sonst nicht meine Manier, Menschen gegeneinander aufzuhetzen; aber hier muß ich wirklich sagen: das würde ich mir nicht gefallen lassen!“ „Was soll ich denn machen, wenn er seine Klage erst einmal vor Gericht gebracht hat?" rief Carry händeringend.„Er ist doch schon hin zum Rechtsanwott. F2 Heptameer Shan uan „Ach wo! Das wiro er sich unterwegs schon noch anders überlegn!" „Das glaube ich bestimmt nicht. Er hat viel zu viel Angst davor, daß ich ihn wieder herumkriege oder daß er von selber schwach wird. Paß auf: diesmal hält er Wort. Er will sich selber den Rückzug verlegen.“ Mite sann ein Weilchen nach, und dann sagte sie in leichterem Ton:„Ach, weißt du, ich kann mir nicht denken, daß die Geschichte wirklich gefährlich wird. Wenn du dich nicht scheiden lassen willst, dann kann er gar nichts ausrichten.“ „Aber wegen Ehebruch muß doch geschieden werden!“ versetzte Carry trostlos. „Ach was! Du brauchst bloß vor Gericht sagen, auf welche Weise er dir verziehen hat— ich meine nicht bloß mit Worten!— dann gilt die ganze Geschichte nicht. Außerdem glaube ich nicht, daß er so niederträchtig sein wird, wirklich den Ehebruch geltend zu machen. Na— und zur böswilligen Verlassung kann er dich doch nicht zwingen, nich?!“ Eine Weile saßen die beiden Frauen in nachdenklichem Schweigen da. Dann fiel Carry der Schwägerin plötzlich um den Hals und sagte:„Ach„Mite, meine liebe Mite— nicht wahr, du verläßt mich nicht? Ohne deine Hilfe und deinen Rat werde ich gewiß wieder Dummheiten machen und mir alles verderben!" „Ja— Kind— wenn das man gehen wird,“ versetzte Mite kopfschüttelnd.„Ich kann ihm meine Gegenwart doch nicht aufzwingen, und wenn er sieht, daß ich ihm Opposition mache, wird er sich dafür bedanken, mir noch länger Gastfreundschaft zu gewähren!" „Dann weiß ich nicht, was aus mir werden soll, wie es im Frühjahr gewesen ist— das halte ich nicht aus! Wenn er mir fortwährnd vorwirft, daß ich Schande über ihn bringe und an seinem Ruin schuldig bin... da ist man ja schlimmer dran wie ein getretener Hund! — Nein, nein, da nehme ich die Kinder und komme zu euch!“ „Ach, Carrychen, wir haben ja selber kaum das Notwendigste zu beißen und zu brechen,“ erwiderte Mite seufzend.„Wir könnten euch ja auch nicht unterbringen.“ Aber Carry beharrte auf ihrem Plan.„Dann ziehen wir wenigstens in eure Nähe— ganz bescheiden, und ich nehme eine Stellung an auf einem Kontor oder so...“ In diesem Augenblick ertönte die Telephonglocke. Carry raffte sich auf, legte den Hörer ans Ohr und fragte, wer da sei. „Hier Wilhelm Jürgaß, Hotel Continental. Bitte, wer ist am Apparat?“ Ichallte die Antwort zurück. Und Carry:„Ach du bist es, Wilhelm! Kennst du meine Stimme nicht mehr? Guten Tag!— Du bist * ] Und aus dem Schalltrichter kam die verwundert## Frage:„Was tausend— Carry— du bist wieder zu Hause? Na, da sieh eins an! Das ist ja eine freudige Ueberraschung! Ist alles wieder in Ordnung?" „Ja. Das heißt... Philipp ist gerade nach Berlin gefahren.“ „So? Weißt du nicht, wo ich ihn erwischen kann telephonisch? Ich wollte euch gern zu mir zum Mittagessen einladen.“ „Ach, danke schön—— aber das wird nicht gehen. Philipp ist... ich weiß nicht, wo Philipp hin ist— und Mite ist auch bei uns.“ „Was für'ne Mite?“ Na Martins Frau natürlich!— Ist deine Frau auch mit? Kommt doch zum Kaffee zu uns heraus, das wäre riesig nett! Da wären wir wieder einmal alle beisammen!“ Und zögernd kam die Antwort:„Ja— das wäre ja— sehr nett—— Familientag, haha! Aber meine Frau ist noch sehr angegriffen von der weiten Reise — ich glaube schwerlich, daß sie wird mitkommen können.“ „Aber du kommst doch sicher?“ „Na schön— also ich komme! Auf Wiedersehen!" „Auf Wiedersehen! So zwischen Vier und Fünf!“ Mite hatte unschwer erraten, wer da sprach und warum es sich handelte.„Ach, der Herr Schwagen aus Lübeck?“ sagte sie mit ironischer Betonung.„Na — der wird eine große Freude haben, mich hier finden!" „Ach red nicht so!“ verwies sie Carry.„Er kommt sa ohne seine Frau— da kann er ganz nett sein.— Weißt du, ich bin wirklich froh, daß sich das gerade so trifft mit Wilhelm. Er muß Philipp ins Gewissen reden, und Philipp muß ihm über seine geschäftlichen Schwierigkeiten und alles reinen Wein einschenken.) Ach Gott, vielleicht ist er noch dazu zu bewegen, ihm noch einmal mit Geld auszuhelfen! Und wenn Philipp nur diese Sorge los ist, dann wird er gewiß auch von der Scheidung abzubringen sein! Was meinst du, Mite— du sagst ja gar nichts?“ Die zuckte nur die Achseln:„Wer kann's wissen! Viel Vertrauen habe ich nicht in Wilhelms Gerechtigkeit und guten Willen. Der Skandal wird ihm natürlich sehr unangenehm sein; aber wenn die Frage lautet: Entweder den Skandal oder— viel Geld here also schon hier? Wir hatten schon gehört, daß du ausrücken, dann weiß ich doch nicht, ob er nicht viel durchkommen wpürdest?st“ leicht das ersterg vorziebt“(Fortsetzung folgt) Statl jeder brsonderen Anzeige. Sonrtag morgen 4 Uhr verschied plötztich und uv erwartet inlolge eines Unelückstalles mein innigsttehebter Mann, unser herzenseuter Vater Aagus!-Kothomann im Alter von 41 Jahren. Um siille Teilnahme bitten Die brauernden Hinterbliebenen. Tahhle nach wie vor die nochsten Freist für sämtliche Arten 44 4"** 1 4 besonders für Felle, Allpapier, Flaschen und Alleisen. n. Bohel Karter,“ Ga Kaiser-Friedrichstr. 45. Kaufen Sie jetzt schon“ ELUER“ WANEN für Weihnachten! Orößte Auswahl in allen Preislagen und Qualitäten, aufmerksame Bedienung. größtes Entgegenkommen———— lch offeriere: Besuchstaschen in ia Volleder, elegante Ausführung Luxus- u. 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Wer im Kleinhandel feilgehaltene Gegenstände es notwendigen Lebensbedarfs im Laden, Schaunster, in Schaukästen, auf den Wochenmärkten, in en Markthallen oder im Straßenhandel ausstellt der anpreist. ist verpflichtet, unmittelbar an jeer einzelnen Ware ein Preisschild anzubrinen, auf dem der Preis für ein ganzes Pfund, iter, Meter, Stück, oder eine sonstige handelsbliche Einheit der Ware in deutlich lesbaren Zahlen in deutscher Währung angegeben ist. Den Bestimmungen dieser Bekanntmachung interliegen mit Ausnahme von Lebens= und Futermitteln(Vgl. jedoch§ 3) Gegenstände des notvendigen Lebensbedarfs aller Art, beispielsweise: beiz= und Beleuchtungsstoffe, Beleuchtungsgegentände, Wäsche, Kleidungsstücke, Herren= und Danenhüte, sonstige Bekleidungsstücke einschließlich Zutaten, Web= und Strickwaren, Garne, sowie ins diesen hergestellte Erzeugnisse Schuhe und onstige Lederwaren, Küchen= und Haushaltungsedarfsartikel, Uhren, Schirme, Stöcke, Tabakvaren, Pfeifen, Schreibwaren, Schulartikel, Meserwaren, Möbel, Gegenstände zur Pflege des körpers und der Gesundheit, sowie Reisebedarfsjegenstände. Soweit mehrere zusammengehörende Gegentände üblicherweise zu einem Gesamtpreise verauft werden(Zimmereinrichtungen, Geschirrjarniturn und dergl.) ist das Preisschild in der Weise anzubringen, daß es mit einem der Stücke verbunden wird. Das Preisschild hat in diesem Falle eine Aufzählung der zugehörigen Stücke, sovie den Gesamtpreis zu enthalten. Die Verpflichtung zur Anbringung eines Preisschildes an einer Ware wird nicht dadurch iufgehoben, daß die Ware in ein besonderes Preisverzeichnis ausgenommen ist. Die Ausstellung von verkauften Gegenständen u Schaufenstern und Schaukästen ist untersagt. S 2. Die Preisankündigung gilt als Preisfordeung im Sinne der Verordnung gegen Preisreiberei vom 8. Mai 1918(R. G. Bl. S. 295). Die angekündigten Preise dürfen nicht überchritten werden. Die Abgabe der im Kleinhandel üblichen Menzen an Verbraucher zu den auf den Preisschilern angekündigten Preisen gegen Barzahlung arf nicht verweigert, insbesondere auch nicht von der Entnahme anderer Waren abhängig genacht werden. S 3. Die Verordnung des Herrn Oberpräsidenten der Provinz Westfalen über die Preisauszeichnung ion Lebens= und Futtermitteln vom 15. März 922(Amtsblatt der Regierung Arnsberg Seite 50) bleibt unberührt. § 4. Wer den Vorschriften dieser Bekanntmachung uwiderhandelt, wird, sofern nicht nach anderen Vorschriften eine schwere Strafe verwirkt ist, mit befängnis bis zu 6 Monaten oder mit Geldstrafe #is zu 15000 Mk. bestraft. § 5. Diese Bekanntmachung tritt sofort in Kraft. Dortmund, den 23. Sept. 1922. 7369 Der Kreisausschuß des Landkreises Dortmund. Gut erhaltener zu verkaufen. 5884 Allgem. Ortskrankenkasse Castrop. Zigurotten nur bekannte Marken Stuck.- MA. Romanns's 5859 Lebensmittelhaus Herne i. W. Bahnhofstr. 8a Telef. 784 Wer nimmt III. (5 Monate alt) als eigen an Offerten unter 5853 an die Geschäftsst. d. Itg. Kräftiger Schlössertchrling gesucht. 5860 Hermann Klostermann Wittenerstr. 30. Halbtagsmädchen gegen gute Bezahlung sofort gesucht. 5867 Restauration zur deutschen Flokte Bahnhofstraße 1. Mergen mädchen für sofort gesucht. 5862 Frau Sabaß, Castrop, Ringstraße 34. Veröffentlicht! Castrop Rauxel, den 6. Der Magistrat. 432 Nov. 1922. Der Amtmann. Am Donnerstag, den 9. November vornittags 10 Uhr soll im hiesigen Freiladegeleise 1 Waggen Narir sein öffentlich meistbietend versteigert Güterabiertigung, Merklinde. 5870 16240 kg. werden. Hoel u. Boglo für anständigen jg. Mann zum Mitbewohnen für sofort oder 15. Nov. Wo, sagt die Gesch. der Iig. 5861 Ein gold. Anelter in der Weiche BertholdFrohlinde. Abzuholen Frohlinde. Dortmunderstraße 36. Keine Salbenschmierkur! Bei Krätze, Hautsuchen 2c. verwendet man nur noch Kratziher [DamenHues werden wie neu wenn sie bei Geschw. Mohr, Iokern, Doristr. 71 nach modernsten Formen umgepreßt werden Neue Modellhüte bekannt billig. 5177 Eine Straßenbahnfahrt wird vergütet. Veroronung über Preisverzeichnisse. Auf Grund des§ 5 der Bekanntmachung über die Errichtung von Preisprüfungsstellen und die Versorgungsregelung vom 25. September 1915 R. G. Bl. S. 607 ff) 4. November 1915(R. G. Bl. S. 728 ff) in der seit dem 6. Juli 1916 geltenden Fassung(Bekanntmachung vom 6. Juli 1916 Reichsgesetzblatt Seite 673) wird folgendes bestimmt: § 1. Wer Gegenstände des notwendigen Lebensbedarfs der im§ 2 dieser Verordnung näher bezeichneten Art im Kleinhandel feilhält, ist verpflichtet, in seinem Verkaufsraum oder an seinem Betriebsstand an gut sichtbarer Stelle ein Preisverzeichnis anzubringen, aus dem der Verkaufspreis ersichtlich ist. In die Preisverzeichnisse sind folgenve Waren einzutragen: a) Lebensmittel aller Art, insbesondere Fleischund Wurstwaren aller Art, Fische, Brot und Zwiebeln, Mehl, Teigwaren, Eier, Milch, Kaffee, Kakao, Tee, Zucker, Honig, Suppenartikel, Gewürze, Salz, Hülsenfrüchte, Käse, frisches oder getrocknetes Gemüse und Obst, Kartoffeln, Speisefette, b) Heiz= und Beleuchtungsstoffe, insbesondere Kohlen aller Art, Torf, Kerzen, Petroleum, Spiritus, Benzin, Benzol, Karbid, c) Waschmittel. § 3. Die Preisverzeichnisse müssen auf einer festen Tafel angebracht und mit deutlich lesbarer, wetterbeständiger Schrift hergestellt sein. Alle Eintragungen, Veränderung und Löschungen in den Verzeichnissen sind so zu bewerkstelligen, daß sie deutlich lesbar sind. Die Preise müssen in deutscher Währung angegeben sein und sich auf 1 Pfund, 1 Liter, 1 Meter, 1 Stück oder eine sonstige handelsübliche Einheit beziehen. Für Heizstoffe sind die Preise in Zentner anzugeben. Die Verzeichnisse sind vor dem Aushang mit der genauen Bezeichnung der Verkaufsstelle und der Bezeichnung des Tages des Aushanges zu versehen und von dem Inhaber des Betriebes oder seinem Vertreter eigenhändig zu unterschreiben. § 4. Die Preisankündigung auf Preisverzeichnissen und Preisschildern gilt als Preisforderung im Sinne der Verordnung gegen Preistreiberei vom 8. Mai 1918(Reichsgesetzblatt Seite 295). Die auf den Preisverzeichnissen angekündigten Preise dürfen nicht überschritten werden. Die Abgabe der im Kleinhandel üblichen Men. gen an Verbraucher zu den auf den Preisverzeichnissen und Preisschildern angekündigten Preisen gegen Barzahlung darf nicht verweigert, insbesondere auch nicht von der Entnahme anderer Waren abhängig gemacht werden. § 5. Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften dieser Verordnung werden, sofern nicht andere Vorschriften schwerere Strafen androhen, mit Geldstrafe bis zu 1500 Mark oder im Unvermögensfalle mit Haft bis zu 4 Wochen bestraft. § 6. Diese Verordnung tritt sofort in Kraft. 433 Castrop Rauxel, den 6. Nov. 1922. Die Preisprüfungsstelle der Stadt Castrop: Wynen Bürgermeister. 2370 Die Preisprüfungsstelle des Amtes Rauxel: Schulze, Amtmann. Die Verordnung des Herrn Oberpräsidenten vom 15. 3. 1922, betr. die Preisauszeichnung für die Lebens= und Füttermittel bleibt weiter in Kraft. 2371 Die Verordnung über Preisverzeichnisse und Preisschilder für den Stadtbezirk Castrop vom 15, 9. 1920 werden hiermit aufgehoben. 434 Castrop]Rauxel, den 6. Nov. 1922. Der Magistrat: Der Amtmann: Wynen. Schulze. n eehtVulkan Tagespreisen für Knaben und Mädchen in echt Rindieder, Plüsch- und Segelluch.— Große Auswahl! S. tiassmann, Jastrep, Porzellan-, Galauterie- und Luxuswaren, Widumerstraße 15-17. 5745 Telefon 335. Schwache Nerven sind.Grundursachen der meisten Krankheiten..utarmut, Herzklopfen, Unlust gur Arbeit, nervöse Schwächezustände aller Art, nerv. Kepfschmerzen, Zittern, Appetitlosigkeit, nervöse Magenbeschwerden sollen nur mit Doppelherz dem von Aerzten anerkannten Nervenkräftig.-Mittel behanAelt werden. Allein scht m..Schutzmarke Zu haben: In Apotheken und Drogerien. Wo nicht erhältlich. abrikr u-. Apostes Berlia-., AnostelPaumusstrasse 20. Man hüte sich vor Nachahmungen und nehme dur Doppelherz. Zu haben in Castrop, Drogerie A. Appelhans, O. Hennewig, Habinghorst, Westfalia=Drogerie. G. Goosmann Ickern, Aug. Sümpelmann. Restauration H. Heitermann Imm c KIIkkäääen Mittwoch, den 8. Nov. abds. 7 Uhr Ersidl. 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