„„ O Autliches Ergan für den Landgrrichtsbesten Vorrmand. Redaktion, Druck und Verlag. Wahrheit.— Gerechtigkeit.— Gemeinwoßl. von Ph. Culbart in Castrop. Nro. 77. Batmagt und Oentand und dote vierteljährlich in der Expedtion 1 Mark, durch HoteMark.10.— Illustr. Blätter 50 Bfg. Mittwoch, 26. September 1888. Bestellungen auf den Castroper Anzeiger für das am 1. Oktober beginnende IV. Quartal wolle man gefälligst jetzt schon in der Expedition, bei unseren Boten, den Briefträgern und Kaiserlichen Postanstalten machen. Unsere Post-Abonnenten werden gebeten, den beigelegten Zettel zur Bestellung zu benutzen. Expedition des Castroper Anzeiger. Politische Aebersicht. Deutschland. Der Kaiser kehrte Samstag Abend von Hubertusstock nach Potsdam zurück. Dienstag Nachmittag 1. Uhr 15 Minuten reiste Seine Majestät über Magdeburg, Börssum, Löhne nach Detmold, wo die Ankunst 8 Uhr Abends erfolgt. Donnerstag, den 27. September, fährt der Kaiser über Frankfurt a. M. nach Stuttgart. Die Fahrt von Stuttgart nach der Mainau erfolgt am 28. September. Am 29. und 30. September Aufenthalt auf der Insel Mainau. Die Weitersahrt von der Mainau findet am 1. Oktober statt und zwar per Dampfer nach Lindau, von da nach Kempten und München. Am 2. Oktober, Abends 10 Uhr, Abreise von München, am 3. Okt. Ankunft in Wien. Die Zeit vom 5. bis 9. Oktober ist den Jagden in Oesterreich gewidmet. Die Reise nach Italien tritt der Kaiser am 10. Oktober, Mittags an und zwar von Mürzzuschlag aus über Pontebba, Mestre, Bologna, Pistoja, Florenz, Rom, wo die Ankunft am 11. Oktober, 4 Uhr 15 Min. Nachmittags, erfolgt. Bis zum 18. Oktober ist Se. Majestät Gast der italienischen Königsfamilie. Die Fahrt nach Neapel ist in dem Programme nicht besonders vorgesehen. Am 19. Oktober, Nachmittags 3 Uhr, tritt der Kaiser die Rückreise von Rom an und zwar über Arezzo, Florenz, Bologna, Ala, Innsbruck, München, Leipzig, Berlin, wo der Kaiser am 21. Okt. wieder eintrifft. Kaiser Wilhelm empfing Sonntag Vormittag im Marmorpalais zu Potsdam den kommandierenden General des 7. Armeekorps, General von Albedyll. Mittags stattete der König von Griechenland den Majestäten vor seiner Abreise einen Besuch ab. Kaiser Wilhelm hat dem christlichen Verein junger Männer in Berlin die Summe von 5000 Mark als Beihilfe zum Bau eines eigenen Vereinshauses zugehen lassen, die Kaiserin Augusta und der Prinz Albrecht je 1000 Mk. Ein Held im Hospital. Es war eine kalte Dezembernacht und der Wind blies durch die Straßen von London. Wir saßen behaglich in dem Wundarztzimmer von St. Barnabas, ich, Brown und ein kleiner, schmächtiger Mann, namens Jourdan. Dieser versocht mit großer Lebhaftigkeit eine physische Frage gegen uns, und dabei wurden die Flecken auf seiner Wange immer röter und sein Husten immer heftiger. Plötzlich stürzte eine Wärterin in das Zimmer und meldete, daß einer der Kranken oben sein Bett verlassen habe und wie wahnsinnig herumspringe. „Nun, so schafft ihn wieder hinein.“ „Ich kann nicht, Sir. Er hat sich der Krücke von dem Kranken im nächsten Bett bemächtigt, und ich wage nicht, mich ihm zu nähern.“ Wir stiegen nun die Treppen hinauf und gelangten nach dem Saal, von wo der Lärm herkam. Die verschiedenen Patienten saßen in ihren Betten aufrecht und sahen einer langen, hageren Gestalt zu, die in einem Flanell=Schlafrock, mit dem Rücken am Feuer, das Kinn auf eine Krücke gestützt, augenscheinlich in tiefen Gedanken dastand. Sobald er uns erblickte, schulterte er besagtes Stück Holz, vielleicht um zu zeigen, daß er durch diese Waffe im Augenblick Herr der Situation war. Ich trat auf ihn zu, aber plötzlich fuhr mir die Krücke über den Kopf, und nur mit Mühe wich ich dem Schlage aus. „Mein guter Mann,“ sagte Brown, jetzt geht zu Bette; es ist—“ Wiederum dasselbe Manöver, und während wir uns niederduckten, sprang der Wahnsinnige rasch hinter uns über ein Bett nach dem anderen hinweg, und draußen war er auf dem Gang ehe wir Zeit hatten, ihn aufzuhalten. Er war im obersten Stock, und in der Decke über dem Gang befand sich zufällig eine Fallthüre, welche auf das Untr den Gästen des Kassrs, welche dies mal den Manövern beiwohnten, hat der Erzherzog Albrecht, dem man seine 72 Jahre noch nicht ansieht, eine bedeutende Rolle gespielt. Denn ihm, als dem berühmten Feldherrn, welcher hier einen uns befreundeten Staat vertrat, mußte vor allem daran liegen, über die Fortschritte des deutschen Heerwesens sich zu orientiren und vielleicht für die österreichische Gefechtstaktik neue Studien zu machen. Der Erzherzog hat sich in höchstem Maße befriedigt über die soeben beendeten Manöver ausgesprochen und besonders über die Taktik der Kavallerie seiner Freude lauten Ausdruck verliehen. Schon am Sonnabend ließ er nach Schluß der Uebung den Kommandeur der Gardekavallerie=Division, Graf Alten, zu sich entbieten, drückte ihm die Hand und nannte den Reiterangriff eine unübertroffene Leistung, was gewiß ein hohes Lob aus dem Munde des Siegers von Custozzo ist. Später hat er sich ebenfalls in höchsten Lobeserhebungen ergangen und zwar nicht blos in allgemeinen Redensarten, sondern mit einer eingehenden Begründung all des Vortrefflichen, was er bei den Manövern in den letzten Tagen gesehen. Die„Deutsche Rundschau" und nach ihr viele andere Zeitungen haben in den letzten Tagen mehrere Artikel„Aus Kaiser Friedrichs Tagebuch“ veröffentlicht. Die„Nordd. Allg. Ztg.“ theilt nun mit, daß die Veröffentlichung ohne Vorwissen Sr. Majestät des Kaisers und Königs erfolgt ist und daß die Artikel so starke chronologische und thatsächliche Irrthümer enthalten, daß an der Echtheit derselben gezweifelt werden müsse. Es gilt als feststehend, daß dem nächsten Landtage aus dem Ministerium für öffentliche Arbeiten eine Vorlage über fernere Erweiterung des Sekundärbahnnetzes zugehen wird. Auch die Angelegenheit des Rhein=Ems=Kanals hat Aussicht auf endliche Erledigung in der nächsten Session. Die Verhandlungen mit den Anwohnern nehmen allem Anscheine nach einen günstigen Fortgang. Nach den in Berlin eingegangenen Nachrichten hat am 23. auf die Niederlassung der deutsch=ostafrikanischen Gesellschaft in Bagamoyo ein Angriff stattgefunden, welcher jedoch mit Hülfe eines Landungskorps von S. M. Kreuzerfregatte „Leipzig" nach kurzem Gefecht zurückgeschlagen wurde. Die Araber ließen 100 Todte zurück, während auf deutscher Seite kein Verlust stattfand. Es tagen in diesen Wochen so viele Vereine, daß für die Zeitungen der Tag nicht reicht, um sie zu besprechen und das Beste, was für Millionen außerhalb der Versammlungen Interesse hat, auszuziehen. In der Versammlung des Vereins gegen den Mißbrauch geistiger Getränke in Gotha mahnten die beiden letzten Redner, Bankdirektor Emminghaus und Pastor Portig-Bremen, die Mäßigkeit müsse auch den oberen Gesellschaftsklassen empfohlen werden, die kleinen und armen Leute dürften nicht sagen können: Ihr macht es ja nicht besser! Die ganze Lebenshaltung der höheren Stände hat sich ease al eschete e aschenen. er auf dieselbe zu, drückte sie auf schwang sich hinaus und war auf dem Dache. Wir schauten einander an. „Da haben wir's,“ sagte Brown,„er wird bald auf der Straße liegen; gegen einen solchen Wind hält er nicht stand.“ „Was für eine Suppe wird der uns einbrocken!“ war mein selbstsüchtiger Gedanke. Wir stiegen ein paar Treppen hinauf und steckten den Kopf zur Fallthüre hinaus. Der Mond schien hell, der Wind heulte um die alten Kamine, und dann und wann fiel ein lockerer Ziegel vom Dache auf die Straße. „Bei Gott,“ sagte Brown, er muß schon gefallen sein; ich sehe ihn nirgends. Laßt mich einmal schauen. Ah, dort! Himmel! Wie konnte er dahin gelangen, bis ans Ende des alten spitzen Daches, über die schlüpfrigen Ziegel?“ Dort starrte der Mann den Mond an; bei jedem Windstoß wankte sein Körper, aber stand schnell wieder fest, in der ganzen Kraft des Wahnsinns, zu dem Gestirn emporgerichtet, dessen vermutlicher Einfluß auf solche Unglückliche, wie er war, einer der schrecklichsten Krankheiten seinen Namen gegeben hat. Was konnten wir thun? Wärterinnen, Portiers waren am Fuß der Treppe versammelt. Das Gefühl der Verantwortlichkeit drückte uns schwer. Da schob sich etwas auf der Treppe an mir vorüber, und jetzt erst bemerkte ich, daß Jourdan sich uns wieder angeschlossen hatte. Durch einen heftigen Hustenanfall war er zurückgehalten worden, als wir uns nach dem Krankensaal begaben. Ich sah sein funkelndes Auge und vernahm seinen keuchenden Atemzug, als er mir ein Paar Halbstiefel in die Hand steckte. War er auch wahnsinnig, daß er an einem solchen Ort seine Fußbekleidung auszog? „Ei, Jourdan, was—“ „St! sagte er, während er sich durch die Fallthüre hinausschwang und auf dem Dache Fuß faßte. Wir sahen jetzt, daß er den Wahnsinnigen hereinholen wollte. Jafertions: Gebähr: für die einspaltige Zeile oder deren Raum 10 Psennige. Reelamen per Zeile 30 Pfennige. 14. Jahrg. dem Genuß geistiger Getränke angepaßt. Wo bleibt, da das Familienleben? Die unteren Stände sind viel eher zu entschuldigen, denn sie müssen viel entbehren. Sie werden aber auch nicht durch förmliche Kurse zum Trinken erzogen. Redner rügt die studentischen Kneipexerzitien und beklagt, daß sogar von hoher Stelle manchmal mit einem gewissen Leichtsinn dem Frühschoppen das Wort geredet werde. Der Gebildete müsse zeigen, daß man fröhlich sein könne in bescheidener Weise ohne Völlerei. Pastor Portig=Bremen weist auf die nothwendige Reform der heutigen Geselligkeit hin. Er tadelt die verfrühte Geselligkeit(Kinderbälle), die einseitige Gesellschaft(Stammtisch der Männer, Kaffeekränzchen der Frauen), die übermäßige Gesellschaft(Hetzjagd nach Vergnügungen), die späte Geselligkeit(die Nacht zum Tag macht) und die materielle Geselligkeit(unvernünftiger Aufwand). Pfarrer Geiser=Karlsruhe führt als sechsten Punkt die„Vereinskrankheit“ hinzu. Dr. Meynert=Dresden mißt den Frauen eine wesentliche Mitschuld an den Gebrechen der Gesellschaft zu und erwähnt verschiedene gesellschaftliche Sünden(Trinken der Kinder.) Auch für Länder und Völker gilt das Sprüchlein, daß man gute Nachbarn und dergl. haben muß; denn keinem ist es gestattet, ruhig zu leben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt. Der Schweiz ist schon lange von den Großmächten Neutralität zugesichert; Oberst Frey, einer der besten Militärs, hat ihr aber in öffentlicher Rede erklärt, diese Garantie und Sicherheit sei in einem großen Krieg z. B. zwischen Deutschland und Frankreich nicht mehr werth, als das Papier, auf dem sie steht, wenn sie nicht von einem tüchtigen und nicht zu kleinen Heere vertheidigt werden könne, man müsse also schnell dazu thun, um ein solches zu schaffen. Die Rede macht viel Aufsehen.(Auch Belgien hat sich das gesagt.) Die Zeitschrift„Sozialdemokrat“, welche in Zürich(Schweiz) erscheint, siedelt mit dem 1. Oktober nach England über. Der kommandierende General von Belfort, Desessarts, wurde am Donnerstag auf einem Spaziergange von einigen Burschen beschimpft. Ein ihn begleitender Leutnant wollte einen der Burschen fassen und erhielt von ihm einen Messerstich in die Brust, der sein Leben gefährdet. Der Thäter, der fliehen konnte, soll ein deutscher Landstreicher sein. Die französischen Hetzblätter, welche behaupten, daß Lehr, der Bursche, der in Belfort den Lieutenant Lorillarb verwundete, ein Deutscher sei, haben mit gewohnter Schamlosigkeit gelogen. Lehr ist Franzose, 17 Jahre alt und mehrfach abgestraft. Die anständigen Blätter beklagen einstimmig das Treiben der Hetzpresse. Aus Sansibar wird der„Times“ gemeldet, daß die Usambara=Häuptlinge unter Simbojo sich gegen die deutsche Gesellschaft empört haben. Simbojo habe die Karawane des Dr. Hans Meyer zerstreut und denselben genöthigt, nach der Küste zurückzukehren. Die von demselben unternommene Expedition dürfte sonach als gescheitert zu betrachten sein. Dieser war, wie gesagt, ein großer, starker Mann im Zustand akuten Wahnfinns; unser Freund klein und sein von Natur schwächlicher Körper durch Krankheit noch mehr angegriffen. Er befand sich auf der Spitze des Daches; ein Windstoß kam; er fank nieder, hielt sich aber an, stand wieder auf und schritt wie auf einem straffen Seil dahin. Der Wahnsinnige schien ihn nicht zu bemerken. Unser Herz klopfte vor Angst, wie vor Scham. Die Möglichkeit einer solchen That war uns niemals in den Sinn gekommen. Jetzt näherte er sich dem Wahnsinnigen; dieser dreht sich halb um und wirft wie herausfordernd seine Arme vor. Aber Jourdan hält dies nicht auf. Ihr Schatten verfließt jetzt auf dem Dache ineinander. Der Wind scheint lauter zu heulen, und unsere Augen vermögen die Gegenstände nicht zu unterscheiden. „Großer Gott! sie sind unten,“ sagte Brown, meinen Arm fassend, als etwas auf dem Dache rasselte. „Nein— es war nur ein Ziegel.“ Was thun sie? Sie kommen uns näher. Jourdan geht behutsam rückwärts und führt den Wahnsinnigen, den er am Brustlatz des Hemdes gefaßt hat. Noch immer sind dessen Hände drohend gegen ihn ausgestreckt. Sie erreichen die Fallthüre. Brown und ich steigen die Treppe herab, ihnen Platz zu machen. Da sind sie; wir fassen den Wahnsinnigen an den Armen und bringen ihn zu Bett. Jetzt schauen wir uns nach Jourdan um; er zieht ruhig seine Stiefel wieder an, und so kehren wir alle nach dem wundärztlichen Zimmer zurück. Welchen Eindruck das kleine Abenteuer auf uns machte, kann sich der Leser selbst vorstellen. Des armen Jourdans Geist ist jetzt hoffe ich, da, wo er einer deutlicheren Einsicht in jene großen Wahrheiten sich erfreut, denen er während seines kurzen, wohlthätigen Lebens so begeistert nachforschte. Der Kranke, dem er das Leben rettete, litt blos an temporärer geistiger Aufregung und ist jetzt ein kräftiger, nützlich thätiger Mann. Auf den Marquesas Inseln im Stillen Ozean ist die französische Flagge gehißt worden, nachdem 200 französische Marinesoldaten gelandet waren und eine große Anzahl Eingeborener nach erbitterter Gegenwehr getötet hatten. Oesterreich=Ungarn. Graf Kalnoky ist aus Friedrichsruh wieder in Wien eingetroffen. Wie verlautet, hat er die besten Eindrücke mit heimgebracht. Italien. Eine großartige Messe, der weit über 100 000 Gläubige beiwohnen werden, gedenkt Papst Leo am 30 d. zum Gedächtnis der Toten in der herrlichen Basilika von St. Peter zu lesen. Schon sind mehr als 50000 Einladungskarten zur Verteilung gelangt. Den Pilgern sind die sonst dabei gebräuchlichen Beifallskundgebungen streng untersagt worden. Der Papst wird, wie die„Tgl. Rosch.“ mitteilt, bei dieser Messe, dem vatikanischen Herkommen getreu, ganz in Rot erscheinen; Rot ist bekanntlich die Trauerfarbe der Päpste. Spanien. Aus Madrid ist Sonntag die telegraphische Meldung vom Ableben des Marschall Bazaine eingetroffen. Der ehemalige Oberbefehlshaber der französischen Rheinarmee, der kurz vor dem Falle von Metz von Gambetta als„notre glorien Bazaine“ gepriesen und als Frankreichs Rettungsanker bezeichnet wurde, um nach der unvermeidlichen Kapitalion mit dem Stigma des Verraths behaftet als Sündenbock für die Fehler Anderer, insbesondere Mac Mahons, mit dem ganzen Odium für das militärische Mißgeschick von 1870 belastet zu werden, hat während der letzten anderthalb Jahrzehnte in kümmerlichsten Verhältnissen auf spanischem Boden gelebt. Hätte er, wie seine Neider und Richter behaupteten, um schnöder Habsucht willen an seiuem Vaterlande Verrath geübt, so würde er wenigstens vor äußerem Mangel geschützt gewesen sein. Dem unglücklichen, vom Schicksal so hart mitgenommenen französischen Heerführer, welchem sein hochherziger Gegner, Prinz Friedrich Karl von Preußen, das Zeugniß ausstellte, daß er nach bestem Können und Wissen bis zuletzt seine militärische Pflicht gethan, ist übrigens kurz vor seinem Tode noch die Genugthuung zu Theil geworden, daß einer seiner Landsleute, der Senator Graf Hérisson, die Legende von dem in Metz geübten Verrath durch Beibringung aktenmäßige Beläge als haltlose Erfindung hingestellt. Das zu ihrer Begründung in Scene gesetzte kriegsgerichtliche Verfahren aber als die denkbar traurigste Komödie gekennzeichnet hat. Asien. In Peking(China) ist am kaiserlichen Kolleg ein eigener Lehrstuhl für deutsche Sprache errichtet worden. Die Professur wurde einem Stuttgarter, der im chinesischen Staatsdienste steht, Eduard Wolf, übertragen. und Castrop, 25. September. Die schönen Tage, welche gewiß nach Jedermanns Wunsch waren, scheinen uns verlassen zu wollen, denn seit heute weht bei bedecktem Himmel ein viel Staub aufwirbelnder Ostwind. Es wäre doch so schön gewesen, wenn das prächtige Wetter der letzten Tage noch etwas angehalten hätte. Hoffentlich macht sich's aber wieder. — Der kath. St. Barbara Knappen=Verein feiert am Sonntag den 14. Oktober, sein Stiftungsfest im Vereinslokale bei H. Lueg. — In der Nacht zum 14. Dezember 1887 waren auf der Zeche„Erin“ die Bergleute Klemens Büth aus Brüninghausen und Heinrich Villigs aus Obercastrop mit Schießarbeit im Querschlage beschäftigt. Bei dieser Arbeit versagte ein Schuß, weshalb beide daran gingen, den verfehlten Schuß wieder zu entfernen. Hierbei explodirte jedoch plötzlich derselbe, was zur Folge hatte, daß Büth nicht unerheblich verletzt wurde; namentlich haben seine Augen gelitten, ebenso eine Hand. Die über den Unfall angestellte Untersuchung, Die Lieutenantsbraut. Wiener Blätter erzählen folgende amüsante Geschichte. Er war jung, fesch und verliebt; seine Liebe war rosig wie ein Frühlingstraum, seine Geliebte schön wie ein Sommermorgen. Mit der Erkenntniß ihrer gegenseitigen Neigung zog in das Herz des glücklichen Paares auch das Bedürfnis ein, auf ewig vereint zu werden. Nachdem Mama und Papa in den jungen Lieutenant selbst ganz verliebt und die notwendigen Kautionen mehrfach zur Stelle waren, stand der Hochzeit um so weniger im Wege, als auch die vorschriftsmäßige Heirathsbewilligung vom Kriegsministerium schleunigst erteilt wurde. So lebte denn der junge Offizier mit seiner Braut wie in einer Märchenwelt, in welcher Ausstattungssorgen und Kasernen=Inspektionen die einzigen Unterbrechungen bildeten, und in vierzehn Tagen sollte die Hochzeit sein. Diese Thatsache erwägend stand der Lieutenant=Bräutigam vor dem Schaufenster eines Inweliers und suchte für sein Goldbräutchen eine Ueberraschung. Verklärt lächelte sein Auge, als er endlich das Richtige gesunden zu haben glaubte. Aber plötzlich erblaßte er; sein Brigadier, der in der ganzen Armee gefürchtete General., stand vor ihm:„Herr Lieutenant, in welcher Adjustierung treiben Sie sich da herum?"—„Herr— General!“ stotterte der sich keines Adjustierungsfehlers bewußte junge Offizier.—„Ja was?“, tönte es barsch zurück,„Sie wollen mir vielleicht sagen, daß Sie nur zwei Knöpse vom Rock offen haben, ja, da können Sie gerade so gut halbnackt in der Stadt herumlaufen.“ Ueber diese allzuschneidige Rede des Generals gerieth der aus seinen schönsten Träumereien geweckte Bräutigam in begreifliche Entrüstung; aber noch immer beherrschte er sich und sagte in möglichst siescheidenem Tone:„Herr General— ich bitte— die Leute hören hier zu—“,„Und“ donnerte der General zurück.—„Und ich möchte gehorsamst bitten, wenn Herr General mir die Rüge anderswo erteilten.“—„Das sollen Sie auch hören, kommen bestärkte die Vermuthung, die beiden Leute hätten versucht, den Schuß auszubohren, was nach einer Berzpolizei=Verordnung verboten ist. Bei der Vernehmung nach dem Unfalle durch Herrn Oberbergrath Schollmeyer bestritten beide, den Schuß ausgebohrt zu haben, gaben aber zu, den Besatz mit einem Meißelbohrer aus dem Bohrloche entfernt zu haben. Gegen beide war Anklage erhoben wegen Vergehens gegen die erwähnte Polizei=Verordnung, ebenso aber auch wegen Vergehens gegen das Sprengstoff=Dynamitgesetz. Die Staatsanwaltschaft war nämlich der Ansicht und vertrat dieselbe auch im Strafkammer=Termine am Mittwoch, jede unerlaubte Manipulation mit Sprengstoffen falle unter das erwähnte Gesetz. Es wurde gegen jeden Angeschuldigten eine Gefängnißstrafe von drei Monat(die niedrigste Strafe) in Antrag gebracht. Das Gericht erkannte jedoch auf Freisprechung, da nicht erwiesen sei, daß die Angeschuldigten den Schuß aus: gebohrt. Bemerkt mag werden, daß es sich bei der Angelegenheit um Roburit gehandelt. Die Bergleute wollen hieraus die Lehre ziehen, daß auch bei der Anwendung dieses neuen Sprengstoffes keine Vorsichtsmaßregeln außer Acht zu lassen sind. — In der Nachmittags=Sitzung am 21. Septbr. der zweiten Strafkammer in Dortmund hatten sich die Bergleute Wilhelm Gehres und Hermann Hüls aus Bövinghausen, Anton und Hilger Weber aus Merklinde wegen Körperverletzung zu verantworten. Die vier Angeschuldigten befanden sich am 22. April 1888 in der Senftschen Wirthschaft zu Bövinghausen, in welche auch der Bergmann Papenheim trat, um ein Glas Bier zu trinken. Die vier Leute ärgerten den P. zunächst durch Stichelreden, sodaß derselbe sagte: Wenn die Burschen ihm was wollten, so möchten sie nur kommen. Papenheim hielt es schließlich aber für gerathener, den Heimweg anzutreten; bald wurde er jedoch von den vier Burschen eingeholt, windelweich geschlagen und zu Boden geworfen, Gehres versetzte dem Mann, der ihm gar kein Leid zugefügt, einen Messerstich in den rechten Arm, ebenso brauchte Hüls— ein Vetter des am 20. zu drei Jahren Gefängnis verurtheilten Hüls— ein Messer. Gehres und Hüls wurden am 21. zu je neun Monat, Hilger Weber zu drei und Anton Weber zu zwei Monat Gefängnis verurtheilt. — Der Turnunterricht schätzt in dem Herra Minister von Goßler einen Freund und Schützer, der sich von der richtigen Ausnutzung dieses Unterrichtszweiges großen Erfolg verspricht. Auf die Anfrage einer Bezirksregierung betriffend den Turnunterricht in Volksschulen hat der Minister jüngst entschieden daß für den Unterricht im Turnen an den preußi schen Vorksschulen der amtliche Leitfaden als Norm anzusehen sei; derselbe enthält alle Geräth, Frei= und Gerüstübungen, sowie alle Turnspiele, die dem Turnen unserer Volksschüler zu Grunde gelegt werden sollen. Für den Turnunterricht sollen von den Gemeinden sämmtliche im Leitfaden vorgesehene Geräthe angeschafft werden, und nur di, wo die Leistungs fähigkeit der Gemeinde die Kosten nicht aufbringen könne, genüge eine Ausrüstung mit Holzstäben, Schwungseil, Sprungvorrichtung und Reck. — Die königlichen Eisenbahndirektionen fordern in einer Bekanntmachung mit Rücksicht darauf, daß die in den Herbstmonaten alljährlich eintretenden Massentransporte von Feldfrüchte und die mit Beginn der kälteren Jahreszeit stattfindenden Kohlentransporte den vorhandenen Wagenpark der Eisenbahnverwaltung stets ganz bedeutend in Anspruch zu nehmen pflegen, alle diejenigen, welche während des Winters größere und andauernde Bezüge auf längere Zeiträume gleichmäßig zu vertheilen. — Welche Apfelsorte in Deutschland der größten Beliebtheit und der weitesten Verbreitung sich erfreut, ist durch eine Umfrage des deutschen Pomologen=Vereins und des praktischen Rathgebers im Obst= und Gartenbau nunmehr entschieden worden. Ersterer sandte ein Verzeichniß von 800 in Deutsch= land angebauten Apfelsorten an hervorragende Obstkenner mit! der Bitte, jede in einer Gegend Deutschlands besonders bevorzugte oder beliebte Sorte anzustreichen. In den 46 an den Pomologen=Verein aus allen Theilen Deutschlands zurückgelangten Verzeichnissen fand sich in allen die Winter=Goldparmäne angestrichen. Der praktische Rathgeber erhielt auf seine bezügliche Umfrage nicht weniger als 898 Karten und war in 211 derselben ebenfalls die Winter=Goldparmäne als die beste Apfelsorte bezeichnet. — Auf das Steigen der Getreidepreise hat der ungünstige Ernteausfall bereits eine sehr beträchtliche Wirkung ausgeübt. Dies zeigen folgende Angaben. An der Berliner Börse wurden verkauft: im Sept. 1887: im Sept. 1888: 1000 kg M. 3" MR. 3 Weizen.. 147 50 177— Roggen.. 109 50 143— Hafer.. 90 50„ 120 50 In Prozentziffern ausgedrückt, ist Weizen 20 Prozent, Roggen 30,5 Prozent und Hafer 33,1 Prozent gegenwärtig theuerer als im selben Monat des Jahres 1887.— Der Neußer Fruchtpreis zeigt fast täglich ein Steigen der Preise. — Wie die Gliedmaßen verunglückter Arbeiter auf Grund des Unfallgesetzes veranschlagt werden. Ueber die bei Unfällen zu beanspruchende Entschädigung herrscht vielfach besonders eine dahin gehende Unkenntniß, daß die erhoffte Entschädigung seitens des Verunglückten in der Regel zu hoch veranschlagt wird. Die volle Rente, welche bei vollständiger Arbeitsunfähigkeit gezahlt wird, beträgt bekanntlich 66 2/3 Prozent oder zwei drittel des letzten vollen Jahresverdienstes. Nach der vollen Rente von zwei drittel des Jahresverdienstes sind die Prozentsätze der für sonstige Unfälle zu zahlenden Renten zu bem ssen. Diese Aufstellung zeigt den theilweise recht großen Unterschied bei Abmessung der Renten seitens der Berufsgenossenschaften und des Schiedsgerichts. Die Klagen darüber, daß die Schiedsgerichte zu staik und unbegründeter Weise seitens der Verunglückten in Ansprnch genommen werden, sind vollkommen unberechtigt. In den meisten Fällen erfolgt beim Sie morgen zum Rapport, ich werde Ihnen den Kopf schon zurechtsetzen.— Am anderen Tage wurde der Lieutenant wegen vorschriftswidrigen Adjustierung und respektswidrigen Benehmens auf vierzehn Tage zum Profoßen geschickt. Das ist sehr unbequem, besonders wenn man gerade am vierzehnten Tage Hochzeit machen will. Die Lieutenantsbraut litt die Strafe ihres Bräutigams doppelt mit, ihr einziger Trost in dieser Zeit war es, unter den Fenstern des Profoßen auf und ab zu gehen, um wenigstens hier und da einen zärtlichen Blick empor zu schicken. Auf diesem Wege begegnete sie an einem regnerischen Abend, es war der fünfte seit jenem verhängnißvollen Rapport, dem grausamen General, er hatte den Mantel angezogen, aber von sechs Knöpfen waren vier vorschriftswidrig unbenützt, und das rothe Futter leuchtete wie der Geist des Wütherichs im Abenddunkel. O, sie haßt diesen Mann und wollte sich an ihm rächen. Ihr Racheplan war ebenso schnell gefaßt, als ausgeführt. Mit erheuchelter Liebenswürdigkeit trat sie an den General heran und sagte: „Sie, Herr Offizier, knöpfen Sie sich doch den Mantel zu. Wenn der strenge General, der in der Nähe ist, sie sieht, läßt er sie einsperren.“ Am anderen Tage wurde dem Lieutenant der Rest seiner Strafe erlassen; die Hochzeit fand programmmäßig statt, und unter den Hochzeitsgästen bemerkte man den bezauberten General G. * Die verdiente Beschämung. Dem Kaiser Maximilian I. wurde einst bei seinem Einzuge in eine vornehme Stadt ein großer Becher überreicht, der mit Dukaten angefüllt war. Er ließ denselben in seinem Gemache auf eine Tafel setzen und sah nun mit seinen Hofleuten den Spielen zu, die man ihm zu Ehren im Freien draußen veranstaltet hatte. Einem der Höflinge gelüstete es aber nach den Dukaten; und da er eben. Gelegenheit hatte, einem anderen seinen Platz am Fenster einzuräumen, so trat er zurück, und meinend, die Sehenden wären viel zu sehr durch das Schauspiel beschäftigt, als daß sie darauf merken könnten, was hinter ihnen geschähe, schlich er sich zum Becher, und nahm so viel von dem Golde heraus, als er in der Eile mit der Hand erfassen konnte, und verbarg es in seinen Taschen. Als das Schauspiel beendigt war, stellten sich die Hofleute nach ihrer Gewohnheit um den Kaiser her, und erwarteten was er befehlen würde. Viele sahen auch auf den Becher und meinten in ihren Herzen, daß er für den Kaiser nicht allein gefüllt worden sei, und daß jeder seinen Teil davon empfangen werde. Da rief der Kaiser den Höfling, der seiner Freigebigkeit zuvorgekommen war, zu sich, und befahl ihm, eine Hand voll Dukaten aus dem Becher zu nehmen. Dieser aber verbarg seine Angst und Verlegenheit, so gut es gehen wollte, griff mit zitternder Hand so wenig vom Gold, als es ihm möglich war.„Wie viel hast du Dukaten?“ fragte der Kaiser. Der Höfling zählte sie, und seine Verlegenheit wurde immer größer.„Nun!“ — fuhr der Kaiser fort—„so zähle auch die, welche du schon hier in der Tasche hast, damit ich sehe, welcher Griff dir am glücklichsten gelungen ist!“ Das war ein Donnerschlag der den Höfling fast um seine Besinnung beachte. Aber es half nichts; die Dukaten mußten heraus, u. wurde unter dem Gelächter aller Anwesenden genau gezählt. Als nun der Höfling wußte, wie viel er zusammen ergriffen hatte, sprach der Kaiser zu ihm:„Nimm hin das Gold und behalte es, aber komm mir nie wieder unter die Augen. * Eine eigenthümliche Belohnung erbat sich jüngst ein englischer Soldat, der bei London den Sohn eines reichen Kaufmanns vor dem Tode des Ertrinkens rettete. Nachdem er das ihm angebotene Geld stolz zurückgewiesen hatte, sagte er nämlich zu dem von ihm geretteten Herrn Mathew:„Sie theilten mir mit, daß Sie reich und unverheirathet sind. Wenn Sie wirklich dankerfüllt sind, so heirathen Sie meine Schwester, ein schönes, braves Mädchen, das als Bonne verzogener Kinder zu Tode gequält wird.“ Mathew ließ sich dem Mädchen vorstellen, und nachdem er sich mit seinen Eltern berathen, erfüllte er den Wunsch seines Retters. Schledsgericht eine Erhöhung der Rente, so daß es den Verunglückten nicht zu verdenken ist, wenn sie diese Instanz anrufen und sich nicht mit dem Bescheid der Berufsgenossenschaft begnügen. Ist erst einmal ein fester Anhaltspunkt für die bei den verschiedenen Unfällen zu beanspruchende Entschädigung durch Berufungkentscheidungen des Reichsversicherungsamtes geschaffen, dann werden diese, aus der selbst in den Verwaltungskörpern der Unfallversicherung herrschenden Unkenntniß entspringenden Streitsachen sich bedeutend verringern. Bemerken wollen wir noch, daß die in der Aufstellung bei den einzelnen Fällen angegebene endgültige Unfallsrente nach einem Jahresverdienst von 900 Mark berechnet ist. Nach einer amtlichen Aufstellung sind in der Provinz Westfalen in den letzten drei Jahren an der Tollwuth erkrankt und getödtet worden: 62 Hunde, 5 Rinder und 4 Schweine. Ferner mußten getödtet werden 183 Hunde, welche wuthverdächtig und mit tollwuthkranken Hunden in Berührung gekommen waren. An Milzbrand sind in derselben Zeit 153 Stück Rindvieh, 7 Schafe und 2 Schweine gefallen. Die Maul= und Klauenseuche wurden in 13 Kreisen, 15 Gemeinden, 18 Gehöften Westfalens beobachtet. Für getödtete und der Lungensucht verdächtige oder an Lungenseuche erkrankte Rinder, deren Zahl 2 betrug, sind im letzten Jahre aus der Staatskasse bezw. den Provinzialverbänden in Westfalen 241 bezw. 444 Mark bezahlt worden. Ein schönes Beispiel kirchlicher Opferwilligkeit haben nach dem eben erschienenen Bericht der Kreissynode Bochum die Glieder der neugegründeten Gemeinde Bickern(Wanne) im Wetteifer um die Ausschmückung ihres neuen Gotteshauses gegeben. Es schenkte eine Frau ein gemaltes Chorfenster mit Gitter, eine andere den Altar, zwei Eheleute die Kanzel, ein Gastwirth den Taufstein, ein Rentner einen Kronleuchter; die ersterwähnte Frau ferner die große Glocke, eine Reihe Gemeindeglieder zusammen die beiden kleineren Glocken. Von anderer Seite kam ein Altarkreuz hinzu. Die Gemeindevertretung sorgte für die nöthigen Wandleuchter, der Frauenverein für doppelte Altar= und Kanzelbekleidung sowie einen Altarteppich, die Gesangvereine für eine neue Orgel. Selbst Kollektenteller in kirchlichem Stil wurden nicht vergessen. Im Jahr zuvor waren an Geschenken vorausgegangen zwei Morgen Land als Kirchen= und Pfarrhaus=Bauplatz, zwei silberne Altarleuchter und ein gleiches Taufbecken, ein Privat Kommuniongeräth; der Küster bedachte den Turm mit einem vergoldeten Hahn. Alle diese Gaben zusammen stellen einen Werth von 28916 Mark dar, seitens einer Gemeinde von stark 3000 Seelen, die sich zudem noch eine Kirchensteuer von 85 Prozent der Klassenund Einkommensteuer und 30 Prozent der Grund= und Gebäudesteuer auferlegt. Mit den Vorarbeiten, um die Dechenhöhle bei Letmathe elektrisch zu beleuchten, wird man bald beginnen. Die Kosten für dieses Unternehmen sind auf 30000 Mk. festgesetzt. Man gedenkt, dieselbe schon im nächsten Jahre elektrisch zu beleuchten. In der Nähe von Ueckendorf fanden Wegearbeiter ca. 25 Dynamitpatronen. Der unheimliche Fund wurde sofort der Polizeibehörde übergeben. Ein schreckliches Ereignis passierte am 20. d. Mts. in Linden. Der Geselle des Metzgers R. war damit beschäftigt, eine Kuh zu schlachten; dieselbe wurde aber, nachdem sie unliebsame Bekanntschaft mit dem Schlagbeil gemacht, wild, riß sich los und lief aus dem Schlachthause hinaus auf die Straße, wo sie der Geselle jedoch bald einholte. Im Begriff sie am Kopf zu nehmen, machte das wütende Tier von seiner gefährlichen Waffe Gebrauch und stieß den Gesellen mit einem Horn derart in den Unterleib, daß der herbeieilende Meister ihn erst wieder befreien mußte. Da der bedauernswerte junge Mann schwere innere Verletzungen davongetragen hat, wird wohl schwerlich an ein Aufkommen zu denken sein. Auf dem Bahngeleise in der Nähe des Ortes Stendenbach im Kreise Siegen wurde ein junger Mann mit zerschmettertem Kopfe gefunden. Es wird angenommen, daß derselbe in Kreuzthal den Zug bestiegen und, unterwegs seinen Irrthum bemerkend, aus dem Zuge gesprungen und verunglückt ist. Jafolge der Arbeiten hinter dem Hochaltar des Kölner Domes wurde am 11. d. das Grabgewölbe des Erzbischofs und Kurfürsten Maximilian Friedrich, vor der St. JohannesKapelle gelegen, offen gelegt. Das Gewölbe war, wie die „K. Vztg.“ meldet, nicht unverletzt und offenbar schon früher durchgesucht; doch war der hölzerne äußere und der innerBleisarg noch zum Theil vorhanden. Die Ueberreste des Kirchen fürsten scheinen unverletzt zu sein; die Gewänder sind gut erhalten. Andern Morgen besichtigten der Herr Erzbischof und Herr Dompropst das geöffnete Grab. Der Fremdenbesuch Kölns ist zur Zeit sehr lebhaft, eine Folge der günstigen Witterung, die zum Reisen verlockt, theilweise auch veranlaßt durch die Gartenbau=Ausstellung und die Versammlung der Naturforscher und Aerzte. Die Eisenbahnen und die Dampsschiffe können mit ihrem Personenverkehr zufrieden sein. Eine größere Zahl Auswanderer, Erwachsene und Kinder, meist Badenser und Württemberger, kamen auf der Reise nach ihrer neuen Heimath Amerika durch Köln. In letzter Zeit sind mehrere süddeutsche Familien, welche drüben ihr Glück versucht und ihre gesammten Sparpfennige verzehrt hatten, vollständig mittellos zurückgekehrt: sie waren glücklich, wieder auf deutschem Boden zu sein. Und trotz alledem noch immer die große Auswanderungslust! Vor drei Jahren fand der Sohn eines Kutschers in Köln 1000 Mark in der Droschke vor. Dieser machte von dem Funde sofort der Polizeibehörde Anzeige, jedoch mit dem Bemerken, daß, falls die im Gesetze festgesetzte Frist von drei Jahren verstreichen sollte, ohne daß sich der Eigenthümer des Geldes melde, er die Summe als sein Eigenthum beanspruche. Nun ist die Frist vorüber, der Verlierer hat sich nicht gemeldet und dem glücklichen Finder wurde durch Verfügung des Seinanzministers die Geldsumme zugesprochen. Der Hauptgewinn der Internationalen Gartenbau=Ausstellung in Köln im Betrage von 15000 Mk. ist zwei Fabrikarbeitern zugefallen. am 25. September. 1) Eine Beleidigungsklage des Kutschers B. aus Obercastrop gegen den Landwirth B. jun. ebendaselbst, wegen einer öffentlichen Beschimpfung, endete mit der Verurtheilung des Beklagten zu einer Geldstrafe von drei Mark und die Kosten des Verfahrens. Gleichzeitig wurde dem Beklagten das Recht zuerkannt, nach erfolgter Rechtskraft den Tenor des Erkenntnisses durch den„Castroper Anzeiger“ zu veröffentlichen. Wenngleich der Beklagte vorher durch den Kläger gereizt worden war, so mußte doch die Beleidigung als eine öffentliche angesehen werden. 2) In der Nacht vom 19. zum 20. Juni d. J. wurde der Nachtwächter., nachdem er Tages vorher ein eidliches Zeugniß vor dem hiesigen Schöffengericht gegen den Bäckergesellen Th. H. K. von hier abgegeben hatte, thätlich angegriffen und mißhandelt. Der Beklagte gibt wohl die Wahrscheinlichkeit der Mißhandlung zu, will aber sinnlos betrunken gewesen sein. Daß es mit der sinnlosen Betrunkenheit nicht so sehr weit her war, wurde durch die Verhandlung erwiesen. Auch der Gerichtshof schenkte dieser Ausrede keinen Glauben und verurtheilte den Angeklagten nach§ 113 des Reichsstrafgesetzbuches zu einer 14tägigen Gefängnißstrafe und außerdem in die Kosten des Verfahrens. 3) Gegen den Berginvaliden Joh. A. aus Obercastrop wurde eine Geldstrafe von 1 Mark resp. 1 Tag Haft erkannt, weil sein Kind verschiedentlich ohne genügende Entschuldigung die Schule versäumt hatte. Die Kosten des Verfahrens fallen dem Angeklagten ebenfalls zur Last. 4) Der polnische Arbeiter Ludw. L. aus Westerfielde hatte in der Wirthschaft A. in Mengede sich derart betragen, daß ihm das Lokal verboten wurde. Schließlich wurde der Angeklagte an die Luft gesetzt, machte aber nun einen so großen Spektakel, daß schließlich seine Verhaftung erfolgte. Als er nun in die Arrestzelle gebracht war, steckte er einen dort befindlichen Strohsack in Brand. Durch die Zeugenaussagen wurde erwiesen, daß der Angeklagte sich des Hausfriedensbruches schuldig gemacht hatte. Auch die Anklage auf groben Unsug wurde erwiesen. Von der Anklage der Sachbeschädigung wurde derselbe freigesprochen. Erkannt wurde wegen des groben Unfugs auf eine Geldstrafe von 10 Mark eventuell 2 Tage Haft und wegen des Hausfriedensbruches auf eine Geldstrafe von 20 Mark eventuell 4 Tage Gefängniß, unter gleichzeitiger Verurtheilung in die Kosten des Verfahrens. 5) Wegen Verübung groben Unfugs in der Nacht vom 25. auf den 26. Mai hatte der Bergmann Stephan F. aus =Obercastrop ein Polizei=Strafmandat erhalten, gegen welches derselbe Berufung einlegte. Ein Theil der Zeugen bekundeten eidlich die Anklage, hingegen bekundeten zwei weitere Zeugen eidlich: sie seien in der fragl. Nacht bis 2 Uhr bei dem Angeklagten geblieben und es sei nichts vorgefallen. Der Gerichtshof erkannte gegen den Angeklagten eine Geldstrafe von 2 Mark eventl. 1 Tag Haft und verurtheilte denselben in die Kosten des Verfahrens: (Schluß folgt in nächster Nummer.) * Enthüllungen über die Organisation des Vagabundenwesens, insbesondere eines angeblich deutschen Vagabundenwesens in Italien, veröffentlicht Joser Erler, k. k. österreichischer Polizeikommissar und Verfasser einer Schrift über das Vagabundenthum, in der Wiener„Presse.“ Er schreibt:„Alle Länder, alle Gemeinden leiden unter dem oft unerträglichen Treiben der Vagabunden. Um so befremdlicher ist es, wenn in einem benachbarten Lande das Vagabundenthum geradezu großgezogen wird und die dunklen Geschäfte derselben förmlich auf offenem Markte betrieben werden, ohne daß es bis jetzt dem wachsamen Auge der Behörden gelungen ist, die stramme Organisation der Banden zu lockern. Man lese nur das nachfolgende authentische Dokument: Reg. III. Nr. Im Namen Sr. Majestät Johann III., König aller in Italien tippelnden Kunden, ersucht das Zentral=Kundenamt zu Rom, alle Putzz und Deckel, Vorzeiger dieses N. N. Ritter des Fechtordens 1. Klasse 2c. 2c., frei und ungehindert tippeln und dalfen zu lassen. Derselbe hat vom obengenannten Amte die Erlaubniß, Europa, sowie die anderen vier Welttheile zu durchtippeln, die höchsten Spitzen der Berge und die Untiefen der Meere zu durchforschen. Dieses dient dem Bruder zur Legitimation mit unbeschränkter Gültigkeit. Das Zentral=Kundenamt Rom. Der Kunden=Präsident: Der Kanzler: N. R. N. N. Genehmigt und für echt erklärt: Johann III., Rex. Stempel. Siegel. Man möchte dieses in der Form eines Passes ausgestellte Schriftstück, das mir im Originale vorliegt, auf den ersten Blick hin für einen harmlosen Scherz halten, wenn nicht die Pointe desselben— Propaganda für den offenen, unverschämten Bettil wäre. Die Kundenämter existiren in Italien seit kurzer Zeit wirklich, sie haben in der Hauptstadt Rom ihne Zentrale, in allen größeren Städten der Halbinsel ihre Filialen. Was der Name„Kundenamt“ besagen will? Kunde heißt in der Vagabundensprache der vazirende Handwerksbursche, das Kundenamt ist jene Stätte, wo derselbe die wünschenswerthen Auskünfte erhält, bei welchen deutschen Geschäftsleuten, wohlthätigen Familien 2c. er„tippeln und dalfen", d. h. Umschau halten und betteln darf, ohne Gefahr zu laufen, den gefürchteten„Putzen"(Polizeiwache) und„Deckeln“(Karabinieri) in die Hände zu fallen. Italien ist ja bekanntlich das Eldorado aller deutschen Landstreicher; sie betreten das Land mit dem vollen Bewußtsein, dort keine Arbeit, sondern die Gelegenheit zu freiem Vagabundenthum zu finden. Um es sich noch bequemer zu machen, haben sie die Kundenämter gegründet und förmlich organisirt. Verwaltet werden dieselben von gewöhnlich ebenfalls arbeitsscheuen Genossen, denen es auf eine oder die andere Weise gelungen ist, in den betreffenden Städten längeren Aufenthalt zu nehmen. Das Zentral=Kundenamt befindet sich selbstverständlich in Rom und steht gegenwärtig an der Spitze desselben ein deutscher Bruder, der sich König Johann III. zeichnet und ein förmliches Paßbüreau eingerichtet hat. * Eine reizende Waldidylle hat sich dieser Tage in Münster am Stein abgespielt. Zwei zur Kur dort weilende junge Gräfinnen machten nachmittags vom Fuß des Rheingrafenstein aus einen Ausflug in den Wald. Die beiden jungen Damen wollten Haselnüsse suchen, da ihnen aber in dem dichten Gestrüpp ihre Kleiderröcke lästig wurden, so entledigten sie sich derselben und hingen sie an dem nächsten Gebüsch des einsamen Waldes auf. So bahnten sie sich, nur in Taille und Unterkleidern, einen Weg quer durch das Gebüsch, sich ungestört dem Suchen von Haselnüssen hingebend. Bald darauf kam ein ebenfalls zur Kur dort weilender junger Rechtsanwalt an dem die beiden Frauenkleider bergenden Gebüsch vorbei. Staunend blieb der Jünger der Themis vor den Kleidern stehen, nirgendwo sah und hörte er etwas von lebenden Wesen, er sah sich die Kleider näher an, fand, daß dieselben offenbar vornehmen Damen gehörten, und sofort wurde es ihm klar, daß hier ein Verbrechen, ein Mord verübt worden sei. Schon malte er sich die That mit ihren schrecklichen Einzelheiten aus, schon sah er den Mörder im Gerichtssaal vor den Geschworenen stehen. Wie sollten die Kleider sonst an diese Stelle des Waldes kommen, die selten von einem Menschen betreten wurde und an die ihn nur ein glücklicher Zufall geführt hatte! Schleunigst packte er die Kleider zusammen und begab sich damit auf das Polizeiamt in Münster am Stein, um hier Anzeige von seiner grauenvollen Entdeckung zu machen. Man kann sich denken, daß die Behörde in dem friedlichen Münster am Stein durch diese Mittheilungen, zumal von so berufener Seite gemacht wurden, in nicht geringe Aufregung versetzt wurde, und sofort schickte man sich an, umfassende Nachforschungen anzustellen. Inzwischen hatten auch die jungen Damen ihren Streifzug in den Wald beendet. Wer beschreibt ihr Erstaunen, ihre Verlegenheit, als sie an dem Gebüsch ihre Kleider nicht mehr vorfanden! Vergebens spähen sie nach allen Richtungen aus, nirgendwo winkt ihnen Rettung aus ihrer Lage. So blieb ihnen denn nichts anders übrig, als in dem Zustand, in dem sie sich befanden, den Heimweg anzutreten. Halb ohnmächtig langten sie in ihrem Gasthof wieder an, wo man nicht wenig verwundert war, sie ohn: Kleiderröcke zurückkehren zu sehen. Und damit hat die Mordgeschichte ein Ende. * Ein rüstiger Fußwanderer ist am Donnerstag Abend in München angelangt. Es ist der Herausgeber der Zeitschrift„Der Turner“, Gustav Pohlmann aus Berlin. Er hat den Weg von Berlin nach München vollständig zu Fuß zurückgelegt, und zwar über Wittenberg, Leipzig, Weißenfels, Jena, Rudolstadt, Coburg, Kulmbach, Bayreuth, Nürnberg, Ingolstadt, das ist eine Wegstrecke von 700 Km. Diese Wanderung, welche nur zum Vergnügen, nicht als Sportleistung, ausgeführt worden ist, hat 19 Tage beansprucht, einschließlich eines ganztägigen Aufenthalts in Leipzig und Nürnberg und eines halbtägigen in Freiburg a.., Coburg, Bayreuth. Die größten Strecken, welche der rüstige Fußgänger an je einem Tage zurückgelegt hat, betragen 48, 49, 51, 52½ und 62½2 Kilometer. * Deutsche Speisekarten. Kaiser Wilhelm hat am 10. September mit einer Mode gebrochen, gegen die bisher von vielen Seiten vergeblich angekämpft wurde und die hoffentlich nun für immer aus Deutschland verschwinden wird. Die Offiziere, welche am Montag zum Galadiner im königlichen Schlosse geladen waren, betrachteten mit freudigem Erstaunen die goldberänderte Speisekarte, die an ihren Plätzen lag. Unter dem Reichsadler, mit dem die Karte geschmückt war, standen nur deutsche Speisenamen, während bisher dafür die französische Sprache gebräuchlich war. Die Karte lautete: Berlin, 10. September. Windsor=Suppe. Zander in Rheinwein gedämpft. Burgunder Schinken mit Gemüsen. Pasteten von Rebhühnern mit Trüffeln. Hummer nach ostender Art. Pulardenbraten, Salat. Mehlspeise von Aepfeln. Butter und Käse. Gefrorenes, Nachtisch. Da von so hoher Stelle mit der Unsitte der französischent Speisekarten gebrochen worden ist, so geht man wohl nich fehl, wenn man annimmt, daß dieses Beispiel überall in Deutschland Nachahmung finden wird. Insbesondere wäre es wünschenswerth, wenn in den Bierwirthschaften, Weinstuben und Speisehäusern endlich die französischen Benennungen beseitigt würden. An deutschen Bezeichnungen fehlt es wahrlich nicht. * In Wreschen(Posen) hat in diesen Tagen ein Wirth die Geburt seines 29. Kindes beim Standesamt angemeldet. * Jenen Branntwein=Moralisten, die auf de einen Seite über den Schnapsgenuß jammern, auf der andern aber dem wirthschaftlichen Nutzen der Großbrennerei ein hohes Lied singen, widmet die„Zäricher Post“ folgende hübsche Verschen: Lern, lieber Sohn, das Leben kennen; Sehr nobel ist es, Schnaps zu brennen; Bedenklich schon ihn zu verkaufen, Ganz unmoralisch, ihn zu saufen. Bekanntmachung. Seitdem die alte katholische Kirche hierselbst geschlossen und zur Zeit nicht mehr zum Gottesdienst benutzt wird, haben an derselben wiederholt Zerstörungen, wie Zertrümmern der Fensterscheiben 2c. stattgefunden. Da die Kirche zu den Gegenständen resp. Gebäuden im Sinne der§§ 304 und 305 des.=St.=.=B. zu rechnen ist, so wird wegen dieser Sachbeschädigung von Amtswegen auch ohne Strefantrag eingeschritten und ist Jedermann befugt, die bezüglichen Thäter zur Anzeige zu bringen. Nach vorgenannten Paragraphen wird eine derartige Sachbeschädigung mit Gefängniß von 1 Monat bis 8 Jahren oder mit Geldstrafe bis 1500 Mk. bestraft. Neben der Gefängnißstrafe kann auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt werden. Auch der Versuch der Zerstörung ist strafbar. Diese Warnung wird wohl genügen, um der weiteren Zerstörung an der Kirche Einhalt zu thun. Castrop, den 20. September 1888. Die Polizei=Verwaltung: Am Freitag, den 28. Sept. er., Morgens 10 Ahr, werde ich in der Wohnung des früheren Herrn F. Kollmann, im Hause des Kaufmanns Herrn 1 Sprungheerd mit sämmtl. Bänke, Waschtische, Consolen, Garderobenhalter, Spiegel, 1 Kleiderschrank, Commoden, 1 Blumentisch, 1 eis. Bettstelle, sämmtl. Küchengeräthe, Eß- und Tringeschirre u. s. w. wegen Aufgabe des Haushaltes öffentlich meistbietend gegen Baar verkaufen. Castrop, 25. Septbr. 1888. Wergerhoff, Gerichtsvollzieher. Müller=Tolffs, Amtmann. Meilegtamme Pekunntmachung. Diejenigen Amtseingesessenen, welche für das Jahr 1889 einen Wandergewerbeschein wünschen, wollen sich spätestens bis zum 1. Oktober er. unter Vorlage des Wandergewerbescheines pro 1888 auf dem hiesigen Amtsbüreau melden. Castrop, 15. September 1888. Der Amtmann: gez. Müller=Tolffs. liefert Ph. Culbart’s Buchdruckerei. Vo 10 KonkursVertauft Freitag, den 28. September er., Morgens 8½ Uhr anfangend, werde ich im Auftrage des Konkursverwalters Herrn Rechtsanwalt Dierickr hier, die zum hiesigen„Konkurse Köster“ gehörenden Colonial= und Porzellanwaaren, Tabake, Cigarren, Sämereien u. s. w. meistbietend gegen Baar versteigern. Castrop, 25. September 1888. Göttinger. vielseitigste, amüsanteste, reichstillustrierte, verbreitetste Monatsschrift! Das beste Familienblatt! Der wahre Sorgenbrecher für Alle und für Jeden! Ein unerschöpflicher Born spannendster Unterhaltung, gediegenster Belehrung! Kostbare Kunstblätter; künstlerisch u. der Zahl nach unübertroffene Textillustrierung! Zahlreiche(z. 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Monats, Nachmittags 4 Uhr, werde ich für Herrn Schulte am Esch hierselbst ca. 8 Morgen gut gerathene Kartoffeln unmittelbar an Schulte Rhoden Hof belegen, nummerweise öffentlich meistbietend gegen Credit verkaufen. Versammlung an Ort und Stelle. Bövinghausen, 20. September 1888. D. Pütthoff. Karloßfr Erenauf. Donnerstag, den 27. September, Nachmittags 5 Uhr, werde ich in der Nähe des Dingebauer Hofes 2 Morgen Kartoffeln öffentlich meistbietend verkaufen. Dingen Von der Bay. Naser Verrauf! Freitag, den 28. September, Nachmittags 4 Uhr, werde ich für Herrn Arzinger hier 1½ Morgen beste Haferfrucht auf dem Kray zu Holthausen belegen, meistbietend gegen Kredit verkaufen. Höttinger. Kartoffern sind ruthenweise zu haben bei W. Herntrey in Börnig. Täglich 2 mal. Säglichz 2mal. (Sonntagsbeilage:„Damenwelt“). Redaktion und Expedition: Berlin SW., Königgrätzerstraße 41. Das„Deutsche Tageblatt“ gehört zu den meistgelesenen großen politischen Zeitungen Deutschlands und ist die einzige konservative Berliner Zeitung, welche täglich zweimal— Morgens und Abends— erscheint. National und konservativ zugleich, vertritt das„Deutsche Tageblatt“ in erster Linie überall den Schutz und die gesunde Entwickelung der deutschen Lebensinteressen. Dieselben können nur dann auf die Dauer mit nachhaltigem Erfolg gewahrt werden, wenn die Erhaltung einer starken Monarchie, eines starken Heeres und die Durchführung einer vernünftigen Sozial- und Steuerreform das Hauptbestreben aller mit Staatssinn begabten Elemente der Nation bleibt. Hauptträger eines solchen richtigen deutschen Staatssinnes müssen die produktiven Stände sein und immer mehr werden. Die Kaiserliche Botschaft vom 17. November 1881 bildet die Grundlage für jede deutsche Sozialreform. Für die Erhaltung der Landwirthschaft und des Landwerkerstandes tritt das„Deutsche Tageblatt“ mit derselben Energie ein, mit der es die Erweiterung der Absatzgebiete der deutschen Industrie und die Förderung des deutschen Handels befürwortet. Den militärischen Angelegenheiten des In= und Auslandes widmet das„Deutsche Tageblatt“ eine ganz besondere Aufmerksamkeit; es wird auch in dieser Hinsicht von Autoritäten ersten Ranges unterstützt.— Der lokale Theil spiegelt das große und kleine reichshauptstädtische Leben mannigsaltig und gediegen wieder und in seinem Handelstheil darf sich das„Deutsche Tageblatt“ mit den besten Fachblättern messen. Das Feuilleton, von Dr. Haus Herrig redigirt, erfreut sich der größten Anerkennung seitens aller wirklich gebildeten Kreise der Nation. Außer ernsten und heiteren Betrachtungen und bunten Skizzen bringt das „Deutsche Tageblatt“ fortlaufend Romane aus berufensten Federn. Die Sonntags=Beilage„Damenwelt“(mit Novellen, Räthseln 2c.) gelangt für die auswärtigen Abonnenten schon am Freitag zur Versendung. In den wichtigsten Hauptstädten des Auslandes hat das„Deutsche Tageblatt“, ebenso wie im Reiche selbst, vorzügliche Mitarbeiter. finden im Anzeigen 9 Brutschen Lagrrin.. die weiteste Verbreitung nicht nur in der Reichshauptstadt, sondern in ganz Deutschland, und tragen daher stets die sicherste Bürgschaft des Erfolges in sich. AiNee Setehche i beben. Oeronomie=Verwaltung Haus Dorloh. Der Rezugs= Preis beträgt für das Pierteljahr einschließtich Bestellgeld bei läglich zweimaliger Bestellung durch die u. Postensalten nur.„. v, Pf. " 9" 9 Mart 50 Bestellungen nimmt die nächste k. Postanstalt entgegen unter Nr. 1653(Post=Zeitungs=Katalog 1888). 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Okte man gefälligst jet unseren Boten, de Postanstalten mach Expeditio Kaiser Wilhelm eingetroffen. Der Fü Salzuflen entgegengefe der Behörden erschiener versammelten Publiku Die Stadt ist zum Schlosse war mit Bergen brannten mäc mahl von 63 Geded brachte den Trinkspru Herzen entgegenschlag den Trinkspruch aus ran, daß er nicht zu habe er vor dem dam Denkmals gestanden, noch zu erkämpfen: Großvater das Denkm keit eingeweiht. Der Empfang und gab de des Landes, welche Einigkeit des Vaterla sinnung verharren u Durchlaucht des Für Am Mittwoch der Fürst von Lippe burger Wald auf. 2 Vierzehn=Ender zu der Fürst selbst, ne Büchsenspanner. Di Lopshorn. Mit eine zurück; er sagte, er schossen. Dann ging Korsika importierten hausen. Von dorte mold. Vor dem A De An der Grenze ein Nest voll Schmi gezogen sind, und Handwerk dafür sor man eine Begebenhe Komm, sprach die eines Abends au des entlegenen Dor über und folge mir herein. So pflegte die laß ihre Hand auf ob der Herrgott unDer Wind strich eis telten rauschend de beschneiten Gottesa Bergpfad hinan un nenden Schlucht hin und halte dich fest, zitterte vor Kälten Hörst du nichts? 2 „Nein, mein Fichten heult.“ „So steh do vernehme sie deutli „ Nein, mein die Wasser schleuder Der Alte in an die Wand, un „Komm!“ Immer stiegen die Felsen „Wenn mir h