„„ Amtliches „„ 0 Redaktion, Druck und Verlag Organ für den Landgerichtsbezirk Vortmund. * Bahrheit.— Gerechtigkeit.— Gemeinwohl. von Ph. Culbart in Castrop. Nro. 74. Erscheimt Baitwachs und Sanstags und kostel vierteljährlich in der Expedition 1 Mark, durch Boten Mark 1,10.— Illustr. Blätter 50 Pfa. Samstag, 15. September 1888. Jasetions=Gebahe: für die einspaltige Zeile oder deren Raum 10 Pfenzige. Reclamen per Zeile 30 Pfennige. 14. Jahrg. Politische Aebersicht. Deutschland. Kaiser Wilhelm traf Dienstag Morgen ½22 Uhr von Berlin vor der Lloydhalle in Bremerhaven ein und wurde von dem Direktor des Norddeutschen Lloyd, Lohmann, empfangen. Der Kaiser durchschritt sodann die festlich geschmückte Lloydhalle und begab sich sosort in das von der kaiserlichen Yacht„Hohenzollern“ abgesandte Ruderboot, welches ihn an Bord des prächtigen Schiffes brachte. Das zahlreich versammelte Publikum begrüßte den Kaiser mit enthusiastischem Jubel. Die„Hohenzollern“ dampfte zwei Stunden später von der Rhede ab und ging zwischen Rotesand=Leuchtturm und Hohenweg vor Anker. An den Manövern nahmen im ganzen etwa 40 Schiffe und Fahrzeuge mit rund 160 Geschützen und 5500 Mann Besatzung theil. In Admiralsuniform auf der Kommandobrücke der„Hohenzollern“ wohnte der Kaiser den sich bis zum Nachmittag hinziehenden Flottenmanövern bei, die ein großartiges Bild boten. Der Monarch sprach dem kommandierenden Admiral Grafen Monts seine besondere Anerkennung aus. Mittwoch war Fortsetzung der Manöver. Kaiser Wilhelm und Prinz Heinrich kehrten Donnerstag in der Morgenfrühe von den Flottenmanövern in der Nordsee nach Berlin zurück. Am Mittwoch Vormittag wurde in Gegenwart des Kaisers nach einem heftigen Kampfe die Jade forciert. Nachmittags fand ein abgeschlagenes Landungsmanöver vor Wilhelmshaven statt, welches den Abschluß der Uebungen bilden sollte. Der Kaiser landete am Abend in Wilhelmshaven und wurde begeistert begrüßt. Nach eingenommenem Diner im Offizierkasino wurde Nachts die Rückreise nach Berlin angetreten. Das Resultat der Uebungen ist: Wilhelmshaven ist uneinnehmbar. Kaiser Wilhelm wohnte Donnerstag mit den fremden Fürstlichkeiten den Manövern des 3. Armeekorps bei Neuenhagen bei. Erzherzog Albrecht, die Prinzen Albrecht, Heinrich und Friedrich Leopold von Preußen und Arnulf und Arnold von Baiern kehrten Nachmittags 3 Uhr vom Manöverfelde nach Berlin zurück, während der Kaiser im Hauptquartier in Müncheberg blieb. Im Rittersaale des königlichen Schlosses fand Abends 7 Uhr ein größeres Essen statt, woran außer den Prinzen des königlichen Hauses der König von Sachsen, der Erzherzog Albrecht, die Prinzen Arnulf und Alfons von Baiern und die andern Fürstlichkeiten mit Gefolge und Ehrendienst theilnahmen. Ein Leibgendarm mit der kaiserlichen Purpurstandarte ritt vor dem Kaiser her, als derselbe sich von dem Bahnhofe Dombrowka bei Posen nach dem Manöverterrain begab. Der Leibgendarm begleitete den Kaiser auch später zu Pfeide. Die „Schles. Ztg.“ bemerkt hierzu:„Auf den Bildern des Mittelalters sieht man den deutschen Kaiser immer mit dem Reichspanier neben sich. Die Kaiserstandarte ist ein verkleinertes Abbild der auf dem kaiserlichen Schlosse wehenden Purpurstandarte und wird in derselben Weise, wie die Ulanenlanze, im Schuh am Steigbügel getragen. Der Schaft besteht aus einer hohlen Röhre, welcht zusammenschiebbar ist und in deren innerster Hülse die zusammengerollte Flagge Platz findet. Wie verlautet, werden den kommandirenden Generälen ebenfalls Standarten, den Divisionskommandeuren Wimpel zur Erleichterung des Auffindens im Gefecht, gegeben werden". Mit der Kabinettsordre über das neue Exerzier=Reglement hat Kaiser Wilhelm mit einem Schlage einen großen Mißstand aus der Armee beseitigt. Wie jedes Gesetz und jedes Reglement verschiedene Deutungen und Auffassungen zuläßt, so auch die Exerzier=Reglements in erhöhtem Grade. Es war in der Armee beinahe zur Unsitte geworden, daß jeder Oberst, wir wollen nicht gerade sagen jeder Kompagniechef, zum allgemeinen Reglement noch sein besonderes Reglement verfaßte und bei seinem Truppentheile einführte. Daß hierdurch vielfache Mißstände herbeigeführt wurden, liegt auf der Hand. Jetzt ist diesen Tüfteleien und Deuteleien mit einem Federzuge des Kaisers ein Ende gemacht und die hohe Strafe(Entlassung aus dem Dienst), die allen Zuwiderhandelnden angedroht wird, dürfte ein für allemal dem Befehle den gehörigen Nachdruck verleihen. Die deutsche Sprache hat in dem neuen ExerzierReglement auch wieder an Boden gewonnen, eine große Anzahl von Fremdwörtern, die bisher in der Soldatensprache üblich waren, sind weggefallen und mit Geschick und Glück durch deutsche ersetzt worden. Dem Vernehmen nach wird das Leib Garde HusarenRegiment nach den Herbstübungen mit Lanzen bewaffnet werden. Es soll sich um Feststellung der Frage handeln, ob es sich empfiehlt, auch die leichten Kavallerie=Regimenter mit Lanzen auszurüsten. Dem als Gast bei den Herbstmanövern am Mittwoch in Berlin eingetroffenen Erzherzog Albrecht von Oesterreich bietet die„Nordd. Allg. Ztg.“ folgendes Willkommen:„Die Mehrzahl der fremden Fürstlichkeiten, deren Anwesenheit den diesjährigen Herbstmanövern einen besondern Glanz verleihen wird, hat die deutsche Reichshauptstadt schon zu wiederholten Malen zu ihren Gästen zu zählen das Glück und die Ehre gehabt. Anders ist es mit dem Herzog Albrecht, dem Generalinspektor des österreichischen Heeres, dem als seltenen Gast Berlin seinen ehrfurchtsvollen Gruß entgegenbringt. Wenn in unserer Stadt militärischer Muth und Feldherrngenie auch dem Höchstgestellten noch ein besonderes Ansehen zu verleihen geeignet sind, so darf Erzherzog Albrecht den gerechtesten Anspruch auf Bewunderung erregen. Ein echter Sohn des Erzherzogs Karl hat er von seinem Vater alle militärischen Vorzüge des Siegers von Aspern geerbt und sich während einer sechzigjährigen Dienstzeit als siegreicher Held im Krieg und als Lehrmeister und Organisator des Heeres im Frieden in gleich hervorragender Weise ausgezeichnet. Nächst dem verewigten Kaiser Wilhelm hat unter den Fürstlichkeiten Erzherzog Albrecht die längste Dienstzeit aufzuweisen, bei voller körperlicher und geistiger Rüstigkeit, die ihn befähigt,# hohe Stelle in dem kaiserlich königlichen Heere mit der damit verbundenen Verantwortlichkeit zu bekleiden.“ Das„Aerztliche Vereinsblatt für Deutschland“, das Organ des deutschen Aerztevereinsbundes, dem ungefähr 5000 Aerzte angehören, bringt in seiner jüngsten Nummer eine Erklärung gegen Mackenzie, die eigentlich schon Anfang Juli, also vor Veröffentlichung der amtlichen Krankheitsgeschichte, hätte erscheinen sollen, damals aber zurückgehalten worden ist, und deren Veröffentlichung zu diesem Zeitpunkt allem Anschein nach durch die ungebührliche Reklame der Mackenzie=Vertheidiger veranlaßt worden ist. Die Erklärung nimmt Bezug auf einen damals erschienenen Brief Billroths in Wien und auf eine Aeußerung der„Münchener Medizinischen Wochenschrift". und fährt dann fort: Obgleich wir über einen Berufsgenossen ungern urtheilen, halten wir es doch für unzulässig, in solcher Art den englischen Arzt in Schutz zu nehmen. Nicht nur hat er durch sein Verhalten(unrichtige Diagnose, ungeeignete Behandlung) es verschuldet, daß der rechtzeitig geplante operative Eingriff, der für Beseitigung des bösartigen Uebels durchaus gute Aussichten bot, unterblieb, sondern er hat auch im weiteren Verlauf der Krankheit, indem er den hohen Kranken ganz ohne Grund und Zweck von einem entfernten Ort zum anderen trieb und ihn so der Kontrolle der deutschen Aerzte entzog, ein System der Täuschung durchgeführt, welches nur peinliche Folgen haben konnte, die Aerzte, welche neben ihm zu Rath gezogen waren, in den Zeitungen ungerecht beschuldigt, mit einer zweifelhaften Presse in einer anstößigen Verbindung gestanden, kurz, sich in einer Weise verhalten, für die es unseres Erachtens keine Entschuldigung gibt. Auch die nicht, daß er durch die Täuschung über den Charakter des Uebels dem Kranken seine schwere Lage erleichtert hat. Es war diese Täuschung(oder Irrthum?) im Anfang verhängnißvoll, weil sie die Möglichkeit der Heilung vereitelte, und sie ward nachher nicht einmal konsequent durchgeführt, da Mackenzie im November v. Is. den rechten Namen selbst und öffentlich aussprach. Auf die„höheren politischen Motive“, die ihn in seinem Handeln geleitet haben sollen, wollen wir hier natürlich nicht eingehen, sie entlasten ihn gewiß in den Augen sehr weniger unter uns. Wir beklagen es also auf das Tiefste, daß das theuere Haupt unseres Herrscherstammes eine so ungeeignete ärztliche Behandlung genoß und zugleich, daß auf deutsche Kunst und Wissenschaft, wenn auch vorübergehend, mit Unrecht ein Schatten siel. Die Kommission zur Ausarbeitung des Entwurfs eines deutschen bürgerlichen Gesetzbuches hält jetzt wieder im Reichsjustizamt ihre Sitzungen ab, wenn auch Geh. Rath Dr. Pape dabei leider fehlt. Für ihn hat der Geh. Oberjustizrath Johow, als ältestes Mitglied der Kommission den Vorsitz übernommen. Ein vorzüglicher Jurist, der Reichsgerichtsrath Dr. Pape, ist am Dienstag Nachmittag in Berlin gestorben. Er war früher Präsident des Oberhandelsgerichtes in Leipzig und hat seit einer Reihe von Jahren als Vorsitzender die Kommission, welche das neue deutsche bürgerliche Gesetzbuch ausgearbeitet hat, geleitet. Dr. Pape war am 13. September 1816 zu Brilon in Westfalen geboren. Generalfeldmarschall Graf Moltke, von welchem es bekannt ist, daß er eine besondere Neigung dafür hat, von seinem Gute Creisau aus mit eigenem Gespann und ohne Gefolge Eine Künstlererinnerung. Der Wirklichkeit nacherzählt von Marie Romany. (Fortsetzung und Schluß.) Ein Strich, eine Kadenz——— der junge Schwärmer hatte es vergessen, daß er sich im offenen Parke befand. Er spielte. Wie in überirdischer Begeisterung berührten seine Finger die Saiten, der Bogen glitt über die zarten Saiten, als sei er von magischer Hand geführt. Ja, das war ein Spiel, wie es das Herz erhebt, wie es die Sinne bezaubert! vollere, üppigere Töne gab die Geige Pagagini's nicht von sich, perlender rollten nicht die Doppelläufe unseres Vieuxtemps, innigere, seelenvollere Laute erzwang nicht Ole Bull seiner Geige, z wenn er sein Auditorium zu überschwänglichem Entzücken hinriß! Ja, Wilibald Gänsgen spielte; wie mit dämonischem Zauber erfüllten seine Töne ringsum die Luft. Er hatte nicht acht, daß er den Hut vom Kopf verloren; unbemerkt von ihm blieb es, daß die Alleen sich füllten, daß eine Menge neugierig Gaffender sich um ihn zu scharen begann; er spielte ja für sich selber, aus Leidenschaft, aus inniger Verehrung der hohen Gottheit, geigte ja den Schmerz des Lebewohls von seiner Muse in den himmlischsten, berauschendsten Tönen. „Wat a young foot is this!(welch ein Narr!)“ wendete sich eine junge Dame, die in einem eleganten Fuhrwerk vorüberkam, zu ihrer Begleiterin:„being a real artist and playing in the park!(ist ein Künstler und spielt im Park!)“ „He will be a foot,(er wird ein Narr sein)“, war die trockene Entgegnung. Die junge Dame schüttelte mißvergnügt den Kopf; ein Wink für den Kutscher und das Fuhrwerk hielt am Rande der Chaussee. „Ich muß wissen, was das auf sich hat,“ sagte sie entschlossen.„Lassen Sie mich hinaus, ich bin in einer Minute zurück.“ Und leichten Fußes aus dem Wagen springend, drängte sie sich durch die Menge, trat auf den so völlig abwesenden jungen Künstler zu. Mit einer graziösen Bewegung applizirte sie ein Bouquet in einer Weise zwischen sein Gesicht und die von ihm gehaltene Geige, daß es nicht verletzen konnte und doch seine Aufmerksamkeit rege machen mußte und lächelte ihm dabei die Worte zu:„I should be very much pleased by vour acpuaintance Sir.—(Es würde mich sehr freuen, Ihre Bekanntschaft zu machen, mein Herr)“ Dann, ohne weiter um sich zu schauen, eilte sie zurück zu ihrem Wagen und gab dem Kutscher ein schnelles Zeichen zur Weiterfahrt: Kein Wort ist im Stande, die Bestürzung zu malen, welche den jungen Mann fast des Athems beraubte, als er, auf so seltsame Weise aus seinen Träumen geweckt, das Auge über die ihn umkreisende, ihn angaffende Menge schweifen ließ. Bebend vor Scham ließ er die Arme niedersinken, die Geige entglitt seinen Händen, Gluthröthe bedeckte sein Antlitz, die Kniee wankten; er hörte nicht das Gemurmel des Volks, sah nicht die wehenden Tücher, mit denen ihm aus Equipagen und Fiakern Beifall zuwinkte; er bemerkte nichts, sein Ohr war verschlossen. Einen Moment hob die Brust sich krampfhaft, dann griff er wie im Fieber nach der Geige und eilte wie von Furien getrieben die Alleen hinunter, seiner Wohnung zu. Der Unglückselige! Er hatte im Wahne des Augenblicks vergessen, seinen Hut aufzunehmen. Hätte er's gethan, so würde ihn die Scham zu Boden gedrückt haben; der geduldige Filz war— Gaben der Großmuth— bis zum halben Rande mit Silbermünzen und Kupfer gefüllt. Die Equipage der Miß Carty hatte den Park längst im Rücken, als dieser einfiel, daß sie sich eines Versehens schuldig gemacht. Sie hatte in der Eile des Geschehenen dem juugen Künstler nicht ihren Namen genannt. Verdrießlich über ihre eigene Thorheit lehnte sie sich in die Polster des Wagens zurück; die gute Laune, welche ihr so reizend anstand, schien plötzlich dahin. Allein für solche Zufälle gibt es eine Fügung des Himmels. Als das Fahrzeug eben um die Ecke einer Seitengasse bog, wurde die Aufmerksamkeit der jungen Dame durch einen Ausruf des Unwillens rege gemacht, welcher den Lippen eines alten Mannes entschlüpfte. Sie schaute nach der Richtung und gewahrte in kurzer Entfernung die schlanke Gestalt des jungen Künstlers, der mit seiner Geige in der Hand wahnsinnigen Laufes seinen Weg die Gasse aufwärts nahm. „Pursue that gentleman(folge jenem Herrn)“ befahl sie dem Kutscher,„ohne einen Augenblick zu säumen.“ „Dear me Miss Carty“, ereiferte eine andere Dame in wohlmeinender Absicht.„Was wird die Welt zu solcher Handlungsweise sagen? Es ist nicht klug von Ihnen, solche Schritte zu thun.“ „Pah!“ antgegnete die Angeredete in übermüthigem Tone, „die Welt wird eben sagen, Miß Carty, die sich vieles erlaubt und doch niemals in der Achtung des Publikums scheitert, hat wieder einmal eine ihrer vorzüglichen Grillen gehabt.“ Der Wagen hatte den Flüchtling bald eingeholt und folgte ihm jetzt langsameren Schrittes fahrend, Gasse auf, Gasse ab. Endlich war man am Ziele. Der junge Mann hatte ein Hotel erreicht und war alsbald unter dem Eingangsthore verschwunden. Miß Carty ließ den Wagen halten, stieg aus und trat eilenden Fußes in das Hotel. „Logirt hier ein junger Mann, der soeben mit der Geige in der Hand unbedeckten Hauptes durch das Thor eintrat?“ fragte sie den Wärter. Dieser bejahte. „So überbringen Sie ihm ungesäumt diese Karte und meine Einladung für den heutigen Nachmittag.“ Damit ließ sie eine Münze in die Hand des alten Mannes gleiten, nöthigte ihn nochmals zur Eile und bestieg dann ihren Wagen, der schnellen Laufes von dannen fuhr. mehrtägige Ausflüge ins Schlesierland hinein zu unternehmen, hat in der vergangenen Woche auf diese Weise, begleitet von seinem persönlichen Adjutanten und seiner Nichte, einen erheblichen Theil der Grafschaft Glatz befahren. In einer großen Zahl von Orten blieb der berühmte Stratege unbekannt. In den Badeorten Cudowa, Reinerz und Landeck vermochte er aber das Inkognito nicht aufrecht zu erhalten, was zahlreiche, lebhafte Ovationen für ihn zur Folge hatte. Das Befinden des greisen Feldmarschalls ist durchaus erfreulich; er wird seinen 90. Geburtstag hoffentlich gesund und munter begehen. In der Versammlung deutscher Forstmänner in München machte der Präsident derselben, Oberforstmeister Dr. Dankelmann=Eberswalde, Bayern das aufrichtige Kompliment, daß man in Deutschland überall wisse, wie gut die bayrischen Wälder bestellt seien und daß bei allen deutschen Forstmännern nur die eine Ansicht herrsche darüber, was das deutsche Forstwesen dem Leiter des bayerischen zu verdanken habe. Verheerende Ueberschwemmungen haben in den letzten Tagen Südtirol heimgesucht. Auch aus anderen Theilen Oesterreichs und der Schweiz wird davon berichtet. Der durch die viermalige Ueberschwemmung in Schlesien angerichtete Schaden beläuft sich auf viele Millionen. Holland. In dem Zustande des Königs Wilhelm von Holland ist neuerdings wieder eine Verschlimmerung eingetreten. Oesterreich=Ungarn. Vor dem Kaiser Franz Joseph und dem Prinzen von Wales haben am Mittwoch bei Belovar in Ungarn die ungarischen Kaisermanöver begonnen. Der Kaiser fand bei der Bevölkerung den festlichsten Empfang. Nach Schluß der Manöver wird der britische Thronfolger, dessen Reise übrigens auch politische Motive untergeschoben werden, einer Einladung des Kronprinzen Rudolf zur Bärenjagd in Gorgeny entsprechen. Präsident Carnot wird auf seiner Reise von der Bevölkerung überall freundlichst begrüßt, nur ab und zu schallen Hochrufe auf Boulanger dazwischen. Donnerstag besichtigte er mit Floquet und Admiral Krantz Havre und besuchte verschiedene Fabriken. Aus Paris meldet die„France“ wieder, daß sie nunmehr bestimmt wisse, wo Boulanger sei; er soll sich augenblicklich in Christiania mit einer seiner Töchter aufhalten, aber strengstes Inkognito bewahren. Italien. In Turin fand am Dienstag die Vermählung der Prin zessin Lätitia Bonaparte mit ihrem Oheim, dem Herzog von Aosta, Bruder des Königs von Italien, statt. Die Trauung vollzog der Kardinal Olimonda im Turiner Dome, die bürgerliche Eheschließung Ministerpräsident Crispi, dem vom König aus Anlaß der Feier der Annunziatenorden verllehen ist. Außer der italienischen Königsfamilie waren die Eltern der Braut, Prinz Jerome Napoleon und seine Gemahlin, der König und die Königin von Portugal und andere Fürstlichkeiten zugegen: Rußland. Die russischen Kaisermanöver haben am Mittwoch ihr Ende erreicht. Der Czar sprach allen Truppenführern seinen Dank und seine Anerkennung aus. Am Dienstag feierte Alexander III. in Nowaija Praga seinen Namenstag im Kreise der Chefs der manöverierenden Truppen und unter lebhafter Theilnahme der Bevölkerung. Letztere brachte dem Kaiser und der Kaiserin ein Album mit Ansichten aus dem Chersonschen Gouvernement, ferner Früchte, Blumen, Stickereien rc. dar. Die Dorfältesten des Gouvernements überreichten den Majestäten Brot und Salz, die Dorfmädchen Erntekränze. Die Reise geht nun langsam nach dem Kaukasus. Die Kosten für die persönliche Sicherheit des Zaren Der Wärter hatte in der That Mühe, Herrn Gänsgen seinen Auftrag verständlich zu machen. Der junge Mann hatte sich, völlig ermattet, auf den Divan geworfen und schien jenem sein Ohr nur halb, seine Aufmerksamkeit gar nicht zu leihen. Erst als der Mann, den dieses seltsame Gebahren verdroß, sich auseinanderzusetzen bemühte, ein wie außergewöhnliches Glück es sei, das Interesse Miß Carty's, der gefeierten Primadonna der großen Oper, zu erregen, die Aufmerksamkeit des glänzenden Sternes am Theaterhimmel Amerikas auf sich zu lenken, verließ ihn die Apathie. Er nahm die Karte, ließ sich von jenem wieder und wieder was er wußte erzählen und schaute dann lächelnden Blickes im Stübchen umher. So hatten ihn seine kühnen Träume vielleicht doch nicht betrogen? Am Abend desselben Tages wurde Willibald Gäusgen in den glänzenden Räumen von Miß Carty empfangen. Zwei Tage später fingen die Journale an, sich in den verschiedenartigsten Auslassungen über das Ereigniß im Parke zu ergehen. Einige wollten wissen, Adelma Carty habe die Entdeckung eines Künstlergenies in einem Straßenmusikanten gemacht; andere behaupteten, ein an Geistesstörung leidender Künstler habe sich damit belustigt, einen(in der That meisterhaften) Vortrag auf offener Straße zu halten; wieder andere versicherten, die ganze Begebenheit sei nichts als eine Malice für die gefeierte Diva gewesen. So erörterte man die ganze Woche hindurch nach allen Seiten, bis endlich das Objekt dieses Spektakels, der Geigenvirtuose William Stravos seine Stimme laut werden ließ und öffentlich erklärte, daß seinem Vortrage im Parke zu Newyork, einer Stadt, die er vordem niemals betreten, eine Wette von bedeutender Höhe zu Grunde gelegen, allerdings eigenthümlich in ihrer Art, die jedoch in Folge des Umstandes, daß er erkannt worden, von seiner Seite verloren worden sei. Jetzt natürlich fingen von Seiten der Blätter die Angriffe auf die Fähigkeiten dieses William Stravos an. Einige schwollen über in Lobeserhebung, andere beanworteten den während seiner gegenwärtigen Reise für die Bahnbewachung auf der Hinreise und der Rückreise, für die erhöhte Verpflegung der Truppen, für Tagegelder und Truppenbeförderung etwa 700000 Rubel. Da thut es unser Kaiser Wilhelm doch billiger. Aus Warschau kommt eine echt russische Meldung. Nachdem sich herausgestellt hat, daß sämtliches Pulver, sowie alle Geschosse der Festung Modlin angeblich durch Feuchtigkeit unbrauchbar geworden sind, ist aus Petersburg eine Kommission zu strengster Untersuchung nach Modlin abgegangen. Auch General Kamphövener, der dritte der deutschen Offiziere, deren Vertrag mit der türkischen Regierung abgelausen war, hat sich der„Köln. Ztg. zufolge zum Verbleiben entschlossen. Die bisherige Weigerung des Generals war ausschließlich auf seine Absicht des baldigsten Wiedereintritts in das deutsche Heer begründet. Aus Südafrika wird berichtet, daß der Zuluhäuptling Dinizulu sich der Transvaal=Regierung gefangen gegeben hat unter der Bedingung, daß er nicht den Engländern ausgeliefert werde. Der neueste Zulu=Aufstand darf damit als beendet angesehen werden. Lokales und Westfälisch-Rheinisches. Castrop, 14. Sept. Der katholische Gesellen=Verein bietet alles auf, um sein am Sonntag im Schulte=Becker'schen Saale stattfindendes Stiftungsfest recht schön zu gestalten. Seit vielen Wochen schon sind die bei dem schönen Drama:„Doktor Pfiffikus, oder: Der Sturz des Stolzes und Sieg der Rechtlichkeit“, Mitwirkenden am üben, so daß dasselbe gewiß gut aufgeführt werden wird. Nachmittags 4 Uhr wird sich der bekanntlich immer sehr originelle und interessante Festzug in Bewegung setzen. Nach Ankunft im Festlokale findet Kon zert, später deklamatorische Vorträge, das Handwerkerstück und um 8 Uhr das Theater statt. Für gute Musik ist durch Bestellung der Giesenkirchen'schen Kapelle aus Dortmund gesorgt. Wir wünschen dem Feste einen schönen Verlauf. — Am Dienstag hält die katholische Gemeinde hier das Fest der ewigen Anbetung ab. — Da die Tage bereits bedenklich kurz werden, so scheint es nicht unangebracht, auf das Urtheil hinzuweisen, welches das Reichsgericht bezüglich der Verpflichtung der Hauswirthe zur Treppenbeleuchtung am 14. Oktober 1887 gefällt hat, Hiernach ist ein Hauseigenthümer, welcher Miether in seinem Hause aufnimmt oder auf andere Weise einen Verkehr in seinem Hause herstellt, verpflichtet, die Fluren und Treppengänge, die nach ihrer Beschaffenheit jeden Passanten der Gefahr aussetzen, sich zu beschädigen, bei eintretender Dunkelheit so lange zu beleuchten, als der Verkehr im Hause stattfindet. Treten in Folge mangelhafter Beleuchtung Unglücksfälle ein, so haftet der Hauseigenthümer für dadurch entstehenden Schaden. — Ueberallher kommen Mahnungen, das Obst heuer nicht zu früh zu pflücken. Dasselbe ist zwar meist schon aus. gewachsen, aber der Hauptnährwerth desselben, der Zuckerstoff, beginnt sich erst zu bilden. Einem unzeitigen Abbrechen des Obstes, das auch ungesund ist, sollte berufenerseits vorgebeugt werden. — Nach der von der Königlichen Regierung zu Arnsberg veröffentlichten Nachweisung über den Geschäftsbetrieb der Sparkassen des Bezirks für 1887/88 ist wiederum ein Steigen der Spar=Einlagen zu konstatiren. Den ersten Rang unter den städtischen Sparkassen nimmt Dortmund ein. Die Einlagen betrugen Mk. 20953041,04; dann folgen Bochum mit Mark 10706 651,68; Hamm mit Mark 8859 135,62; Hagen mit Mk. 7961513,12; Unna mit Mk. 7 265 468,35; Witten mit Mk. 6403 476,91; Schwerte mit Mk. 6 160 004,55; Lippstadt mit Mk. 6129824,44 u. s. w. Die Einlagen haben Punkt mit einem Striche oder setzten eine Fragezeichen als Antwort hin; und diesmal war es wiederum Miß Carty, die zu Gunsten des angegriffenen Künstlers ihre Stimme erhob und rundweg erklärte, daß sie liese Traurigkeit darüber em pfinde, einer ihrer Laune halber ein ungünstiges Licht auf die Fähigkeit des jungen Künstlers geworfen zu sehen, der, wie es niemals anders ihre Meinung gewesen, ein Genie erstes Ranges, enie Virtuose von nie dagewesener Größe sei. Die Journale schwiegen jetzt und warteten das Auftreteu des jungen Helden ab. Nach seinem ersten Konzerte aber brachen alle in eine solche Fülle von Lobeserhebungen aus, daß es nur noch einer kurzen Spanne Zeit bedurfte, um für die Folge die Celebrität der ganzen Union aus ihm zu machen, Sein Auftreten in der Weltstadt, seine Kunstreisen durch die Staaten waren hinfort von dem glänzendsten künstlerischen und pekuniären Erfolg gekrönt. William Stravos bewohnt jetzt(seine außerordentlichen Fähigkeiten haben ihm längst einen Weltruf erworben) ein elegantes Palais in einer der sashionabelsten Straßen der englischen Hauptstadt; Adelma Carty ist vor einer langen Reihe von Jahren seine Gattin geworden. Ob er sich wohl noch hin und wieder des Umstandes erinnert, der sie einst im Parke zu Newyork einander nahe geführt? * Aus dem Leben Friedrich Wilhelm's IV. wird nachstehende Episode erzählt, die wohl wenig bekannt sein dürfte. An einem Nachmittag der Bade=Saison des Jahres 1818 hatte sich in Baden eine Anzahl Männer um einen Spieltisch versammelt. Alles beschäftigte sich nur mit den Karten, dem Gewinn oder dem Verlußt. Da trat auch ein hoher, schöner, junger Mann, ganz einfach mit einem bis an den Hals zugeknöpften Militairrock bekleidet, an den Tisch, sah erst eine Weile zu und pointirte dann selbst und zwar mit einem Thaler. Die Blicke des Bankquiers und seines Gehülfen wandten sich unzufrieden von dem Thaler zu dem sich um Mark 7284·670,84 vermehrt.— Bei den Kreisund Amts=Sparkassen stehen obenan Böhle=Hagen mit Mark 6017621,08; dann folgen Bochum mit Mk. 5785421,27; Unna=Camen mit Mk. 4768797,35; Rhynern hat es bereits auf Mk. 1 561 597 56 Einlagen gebracht, Pelkum auf Mark 428821 86. Die gesammten Mehreinlagen beziffern sich auf Mark 12538447,18; die erzielten Zinsüberschüsse auf Mark 2754538,04. Der Haupttheil von dem Vermögen der Sparkassen ist hypothekarisch auf städtische und ländliche Grundstücke angelegt, nämlich über 167½ Millionen Mark. Die städtische Sparkasse zu Schwelm hatte beschlossen, der dortigen politischen Gemeinde ein Darlehn zu 3 Prozent zu bewilligen. Die Königl. Regierung zu Arnsberg hat indeß diesem Beschluß die Bestätigung versagt mit der Begründung, daß die Sparkassen, um einen übermäßigen und schädlichen Druck auf den Geldleihwerth zu vermeiden, an Darlehnszinsen zur Zeit keinesfalls unter 3½ Prozent berechnen dürfen. Ein recht übler Streich wurde bei der letzten Einquartierung einem Unteroffizier, der in der Nähe von Bochum im Quartier lag, gespielt. Als er während der dienstfreien Nachmittagsstunden einen Ausgang machte, wußte sich ein Kostgänger seines Quartierwirths das Gewehr zu verschaffen und derselbe zog damit, laut dem„Märk. Spr.“, zu Bekannten, um ihnen zu zeigen, daß er sich noch gut auf die Handhabung der Waffe verstehe. Es wurde hierbei selbstredend der Flasche recht wacker zugesprochen und auf dem Rückwege überfiel den Kostgänger so große Müdigkeit, daß er ein Getreidefeld aufsuchte, um sich einem süßen Schlummer hinzugeben. Beim Erwachen mochte ihm der Kopf noch nicht recht klar sein, denn als der junge Mann nach Hause kam, stellte sich heraus, daß er die Büchse verloren hatte. Alles Besinnen, wo er dieselbe gelassen, und alles Suchen war vergeblich; der Soldat mußle am andern Morgen den Vorfall melden und ohne Gewehr ausrücken. Die in Lüdinghausen und weit nach auswärts durch ihren vortrefflichen Kornbranntwein berühmte Firma A. I. Böcker in Westrup bei Lüdinghausen hat Bestellung von einem Doppelwaggon Kornbranntwein nach Kamerun bekommen. Augenblicklich zirkuliert in Gelsenkirchen eine Petition zur Unterzeichnung, durch welche die Herabsetzung des Zinssußes für die bei der städtischen Sparkasse angeliehenen Kapitalien von 4½ auf 4 Prozent erreicht werden soll. Allgemein wird die Herabsetzung als ein Bedürfniß anerkannt, da zu dem Zinsfuße von 4 Prozent massenhaft Geld von auswärts zu erhalten ist und bei dem gegenwärtigen Zinsfuße es schwer hält, die Gelder der Sparkasse sicher und gut zinsbar unterzubringen. Glückstrahlenden Auges trat jüngst in dem Städtchen X. im Westfalenland ein Brautpaar von auswärts in das „Königliche Preußische Aichamt“, um sich— standesamtlich trauen zu lassen. Obschon der Bräutigam gewahrt, daß die betretenen Räume nichts weniger als das Aussehen eines Standesamtes hatten, nahm er sich doch den Muth, sein Anliegen dem vermeintlichen Standesbeamten vorzutragen. Dieser war jedoch kein anderer, als der Aichmeister, ein ehrsamer Handwerker, mit rußgeschwärztem Antlitz und desgleichen Hände. Nach erhaltener Aufklärung zog der kurzsichtige Bräutigam mit seiner Holden, nunmehr jedoch niedergeschlagenen Auges, von dannen, sich vor der Thür noch einmal das verhängnißvolle Wappenschild ansehend, auf dem außer dem preußischen Adler die Worte standen:„Königlich Preußisches Aichamt.“ Nach vielen trüben aber lehrreichen Erfahrungen ist ein Deserteur vor einigen Tagen nach Hagen zurückgekehrt. Der Betreffende diente bei dem 45. Inf.=Reg. in Metz und hatte schon über 2 Jahre um, als er eines abends, wahr scheinlich aus Furcht vor Strafe, desertierte. In Frankreich ließ er sich bei der Fremdenlegion anwerben und verbrachte dabei 5 Jahre in Algier. Die Sehnsucht nach der Heimath und wie man sagt, auch die Kunde von dem Straferlaß des heimgegangenen Kaisers Friedrich veranlaßten ihn zur Rückjungen Mann im einfachen Oberrock hin. Alle Anwesenden staunten über den Thaler; denn man war hier gewöhnt, nur Goldstücke auf dem Tische zu sehen. Indeß kam es dem Banquier zu, die beste Karte zu ziehen. Er that es, gewann und warf den Thaler mit verächtlicher Miene und den Worten:„Gut für den Marqueur!“ unter den Tisch. Dem jungen Mann im einfachen Rock röthete sich das Gesicht vor Zorn, indeß mäßigte er sich und rief:„Va banque!“ Alle Umstehenden staunten ihn an; es standen gegen 6000 Goldstücke auf dem Tisch. Auch der Banquier veränderte die Farbe und fragte, was er im Falle des Gewinnes für eine Sicherheit habe? Der junge Mann richtete sich höher empor, knöpfte seinen Rock auf, zeigte den Stern des Schwarzen Adler=Ordens, den er auf der Brust trug, und sagte:„Ich bin der Kronprinz von Preußen!“ Alle Anwesenden waren wie vom Donner gerührt; der Banquier wurde leichenblaß, zog— und verlor. Mit dem größten Gleichmuth ergriff der junge Fürst die Cassette mit den 6000 Louisdors, warf sie mit den Worten:„Gut für den Marqueur!“ unter den Tisch und verließ den Saal. * Keine Zeit zum Heiraten. In Iprump bei Hasbergen sollte vor einigen Tagen, so erzählt die„Ess. Vztg., Hochzeit gefeiert werden. Die geladenen Gäste waren zur Stelle, nur die Hauptperson, der Bräutigam fehlte noch. Die Zeit verrann, er kam immer noch nicht, und als endlich die Stunde der Abfahrt zur Kirche bereits überschritten war, schickte man einen Boten zu dem im Nachbardorfe wohnenden Säumigen. Nach langem Warten kehrte der Bote zurück, aber ohne den ersehnten Bräutigam, der ihm auf die Bitte, nun endlich zur Hochzeit zu erscheinen, die Antwort gegeben hatte:„Ick heff van Dage kien Tid, ick mott Roggen meien!“ Im Hotel'Orange in Spa(Belgien) ist ein Kurgast, welcher, entgegen seiner Gewohnheit, sein Geld dem Wirth nicht zur Aufbewahrung anvertraut hatte, um 22 000 Francs bestohlen worden. kehr. Am Körper und in der Kleidung sehr heruntergekommen, ohne jegliche Mittel, soll er die weite Reise zu Fuß gemacht haben. Hier angekommen,(bei einem Bruder), meldete er sich freiwillig beim Feldwebel des Bezirkskommandos und wurde er, nachdem ihm noch ein Tag Urlaub ertheilt war, in die Garnison seines Regiments transportiert, wo er noch die fehlenden Monate nachdienen muß. Eine sonstige Strafe trifft ihn nicht, wegen des Amnestieerlasses. Die Schilderung seiner Lebenserfahrungen wird sicher jeden jungen Mann vor ähnlichen leichtsinnigen Schritten zurückhalten. In der Nähe von Berge=Borbeck wurde die Frau eines Arbeiters von einem Eisenbahnzuge überfahren und sofort getötet. Eine Frauensperson aus Burbau bei Saarbrücken suchte das Mitleid anderer dadurch zu erregen, daß sie in den Eisenbahn=Wartesälen in Essen Fallsucht simulirte, indem sie sich plötzlich zu Boden fallen ließ, dann von den Anwesenden aufgehoben, bedauert und reichlich beschenkt wurde. Dieses Manöver soll die Schwindlerin auch in den Wartesälen der benachbarten Bahnhöfe mit Erfolg ausgeführt haben. Die Person wurde nach ihrer Heimath abgeschoben. Ein auswärtiger Schirmhändler, der die Kirmes in Radevormwald besuchte, hatte auf seiner Bude einen riesigen Regenschirm aufgespannt, der unglücklicherweise jene verdächtige Farbe trug, mit der man gewisse„auf den Umsturz der bestehenden Staats= und Gesellschaftsordnung gerichtete Bestrebungen“ kennzeichnet; er war fuchsroth. Obgleich nun am 9. September ein sozialdemokratischer Jahrestag oder so etwas nicht war, so faßte dies die Radevormwalder Polizei doch als eine politische Demonstration auf und ordnete die alsbaldige Entfernung des corpus delicti von amtswegen an. Der Schirmhändler aber war, wie die„Barm. Ztg.“ schreibt, ein kluger Kopf; er nahm seinen„staatsfeindlichen“ Schirm in aller Gemüthsruhe herunter, befestigte an den Spitzen der Schirmrippen schwarze und weiße Bänder und spannte ihn als„kaiser= und reichstreu“ wieder auf. Die Polizei machte ein pfiffiges Gesicht und— erklärte dem öffentlichen Interesse Genüge geleistet. So prangt der rothe Parapluie mit seinen Bändern in den schwarz=weißen Landesfarben auf dem Marktplatz als ein leuchtendes Beispiel des loyalen Sinnes der Rader Polizei. Am Dienstag Morgen lief an die Redaktion der„Berg. Landes=Zeitung“ in Radevormwald folgendes„duftende Briefchen“, dessen Inhalt unsern geehrten Lesern und schönen Leserinnen ein Späßchen bereiten wird, ein:(Um nicht in Ungnade bei der Briefschreiberin zu fallen, bleiben Wohnort und Name ungedruckt.) ....., den 2. Sept. 1888. Liebe Herr Redksion. Ich ergreife die Feder um an sie ein par Zeilen zu Schreiben um mich aus der verlechenheid zu helfen, was sie. doch können, da sie ja immer die liebesgeschigten wo sie sich am Schlus immer heirathen was so schön is, ins Bladt sezen. Mein Junge is bei die soldaten alt 2 Jahre und schreibt mich immer, er nennt mich immer süßes Zuckerklümchen und Flamme vor 14 tage schrieb er mich, er brauge ein par Mark Gelo aber er wolt mich nich gern anpumpen, aber ich habe ihm doch noch was geschickt. Ja wenn er mich nich so gräßlich liebte und mich versprogen auch mich zu nehmen so hätte ich es nicht gethan. Ich wollte mal fragen ob sie nich ein schönes Gedicht von Liebe mich int Bladt setzen wollen ich wollte es ihm schicken auf Kirmeß weil mein Junge nich kommen kan und mit einem andern Jungen ich doch auch nich gut nach dem Ball gehen. Ach wie ich meinen Jungen liebe, Abends wenn ich int Bett gehe denke ich an ihn und morgens beim Kuhmelken im Stale auch, ach ohne liebe in Herzen ist das Leben doch nur ein Eishaus, ach lieben und geliebt zu werden ist das größte glück auf Erden. Ach drücken sie doch ein Gedich int Bladt von liebe, mein Junge hat es so gerne und freut sich kaput. sie sollen es nich umsons tun, ich will ihnen was schenken dafür, wir haben so viel Obs im Hof und dann schicke ich durch ein Kind ein korp voll dicke schöne Praumen In der Concurssache über das Vermögen der Händlerin Frau Köster, Lisette geb. Kabbinghaus zu Castrop wird zur Prüfung der nachträglich angemeldeten Forderungen ein Prüfungstermin auf den 26. September 1833, Vormittags 9 Uhr, anberaumt. Castrop, den 12. Septbr. 1888. Königliches Amtsgericht. die sind bei uns dies Jahr so gut geraten. Jetzt muß ich schliesen weil ich noch ein par zeilen an meinen guten lieben Jungen schreiben muß. Nun drücken sie aber int Bladt. Ich danke auch dafür. freundlich grüß Das Obs schicke ich, wenn das Gedich int Bladt ist. Der Herr Redakteur der vorberegten Zeitung ist galant genug, um solchen Lockungen nicht widerstehen zu können und bringt deshalb nachstehendes Gedicht, welches hoffentlich den „guten Jungen“ für alles entschädigt, was er bei dem Militär entbehren muß, und vor allen Dingen ihn das Fernsein von seiner Holden vergessen läßt: O Ludewig, wie lieb ich Lieb Dich von ganzem Herzen; Wie ich Dich lieb, liebst Du auch mich, Sonst machts mir große Schmerzen. Und wo ich geh und wo ich steh, Am liebsten ich den Ludewig seh. Und wenn auch alles mich verläßt, Die Lieb verläßt mich nicht. Mein Ludewig ist der Allerbest, Er ist kein trockener Wicht. Es wird mir stets so wonniglich, Denk ich an meinen Ludewig. Nicht lange währts, dann kommt er wieder, Die Zeit ist um beim Militär; Schon jetzt sing ich ihm Liebeslieder; Einen treueren gibts ja doch nicht mehr. Er kommt bald heim, umarmet mich: Dann hab ich ganz den Ludewig. Glücklicher„Junge“, der Du ein Lieb Dein eigen nennst, welches zu solchen Opfern bereit ist. Der Vorstand des„Kölner Liederkranz“ erhielt vom Prinzen Georg von Preußen folgendes Schreiben:„An den Vorstand des Kölner Liederkranz! Ich übernehme das Protektorat über den Verein Kölner Liedertafel mit um so größerer Freude, als ich die gediegenen und hervorragenden Leistungen desselben noch in lebhafter Erinnerung habe. Am Rhein geboren und groß geworden, nehme ich an allem, was dieses schöne Land betrifft, den innigsten Antheil, und schätze mich glücklich, wenn ich den herrlichen Strom wiedersehe. Dem Verein wünsche ich von ganzem Hirzen ein erfreuliches Gedeihen und Weiterblühen. Georg Prinz von Preußen. Riga Kaltbad, den 29. August 1888.“ Premierlieutenant Wißmann, dessen Rückkehr von Egypten vor wenigen Tagen erfolgt, langte, laut der„K..“ am 8. September Abends von Brüssel kommend in Köln an und ist nach Wiesbaden zur Vorstandssitzung der deutschen Kolonial Gesellschaft weiter gereist. Lieutenant Wißmann hat sich in Kairo von der vollkommenen Unmöglichkeit überzeugt, zu Emin Pascha von Norden her, also etwa über Khartum, vorzudringen. Nur auf dem Wege von der Ostküste aus ist es möglich, ins Innere zu gelangen. Herr Direktor Hofmann vom Stadttheater in Köln hal einen jungen Bariton namens Baptist Hoffmann in Kissingen entdeckt, welcher kürzlich zum erstenmal im Kölner Stadttheater als Jäger im„Nachtlager in Granada“ mit außergewöhnlichem Erfolge aufgetreten ist. Baptist Hoffmann verfügt über eine Stimme, welche theils an die Reichmanns, theils an jene Scheidemantels erinnert; dabei unterstützt ihn eine gewinnende, angenehme Erscheinung. Man prophezeit dem Sänger in Köln eine hervorragende Karriere. Er ist bis Ende der Direktion Hofmann in Köln(1893) für das dortige Stadttheater engagirt. Infolge eines anonymen Briefes nahm am 6. September in Oberesch der königliche Staatsanwalt sowie das Amtsgericht von Saarlouis eine Untersuchung vor, die dem„Sl. J. zufolge folgendes ergab: In einem vollständig dunklen schmutzigen Raume, dem beim Oeffnen ein pestialischer Geruch entströmte, fand man ein 36 Jahre altes Mädchen, das an dem einen Fuße mit einer eisernen Kette befestigt war. Vier Jahre bereits war die Unglückliche, die früher lange Zeit geistig krank gewesen sein soll, an diesem traurigen Orte von der eigenen Mutter und zwei Brüdern gefangen gehalten worden. Die unmenschlichen Angehörigen wurden sofort in Haft genommen, das Mädchen aus seiner elenden Lage befreit und ins Hospital nach Saarlouis übergeführt. Die gerichtliche Untersuchung wird das weitere ergeben. Wie die„.=Z. meldet, wurde das Mädchen vor einigen Jahren, wie man sagt, durch unglückliche Liebe von Geistesgestörtheit befallen und aus dem Grunde von den Angehörigen mehr und mehr zurückgehalten. Die Kette soll schon etwas in das Fleisch eingewachsen gewesen sein, so daß dieselbe habe entzwei gefeilt werden müssen. Die Aermste habe, fast vollständig entblößt, nur ein Strohlager gehabt. Schöffengericht zu am 11. September. (Schluß.) 5) Die Bergleute Karl G. und Fritz., beide aus Mengede, waren ersterer des groben Unfugs und der Sachbeschädigung, letzterer nur des groben Unfugs angeklagt. Der Vorfall passierte in der Nacht vom 30. zum 31. Mai. Die Kläger behaupten aber bestimmt, der Unfug habe in der Nacht vor einem Feiertage, Himmelfahrt, stattgefunden und zwar zwischen 11 und 12 Uhr. Die Angeklagten wollen auch den Unfug nicht verursacht haben und unschuldig angeklagt sein. Behufs ihres Alibibeweises hatten sie drei Zeugen vorgeschlagen. Von diesen erklärte nur einer eidlich, der zweite Angeklagte sei um 11 Uhr zu Hause gegangen und den ersten Angeklagten hätten dieselben um 12 Uhr zu Hause begleitet, sie seien auch bei dieser Gelegenheit betrunken gewesen. Zwei weitere Schutzzeugen bekunden ferner eidlich das Gleiche, behaupten sogar mit Bestimmtheit, das Schlagen der Thurmuhr um 11 und 12 Uhr gehört zu haben; auch geben sie zu, betrunken gewesen zu sein. Einer der die Glockenschläge gehört hat, ist sogar schwerhörig. Diese beiden Zeugen behaupteten auch, daß der auf den Vorfall folgende Tag ein Feiertag gewesen sei, später behaupteten sie dieses nicht mehr so ganz bestimmt, als sie auf die Folgen des Meineides wiederholt vom Vorsitzenden aufmerksam gemacht wurden und behaupten nur, es sei an dem Tage auf der Zeche nicht gearbeitet worden. Wegen der in dieser Verhandlung bewiesenen Hartnäckigkeit der beiden Angeklagten, verurtheilte der Gerichtshof den Karl G. zu einer Geldstrafe von 50 Mark eventuell 10 Tage Gefängniß wegen Sachbeschädigung, und groben Unfugs zu einer Geldstrafe von 30 Mark eventuell 6 Tage Haft, außerdem in dreiviertel der Kosten des Verfahrens. Der Fritz K. erhielt nur wegen groben Unfugs eine Gelostrafe von 30 Mark eventuell 6 Tage Haft, außerdem einviertel der Kosten. 6) Gegen den Agenten K. aus Obercastrop und dessen Ehefrau war die Anklage wegen Gewerbesteuer=Contravention, des Verkaufs von Branntwein, erhoben worden. Die Zeugenaussagen bestätigten die erhobene Anklage nicht und es erfolgte die kostenlose Freisprechung. Todes-Anzeige Nach langen schweren Leiden entschlief heute Nachmittag gegen ½5 Uhr mein lieber Mann und unser guter Vater, der Polizei-Kommissar Georg Hoyel im 50. Lebensjahre. Um stilles Beileid bittet Die trauernde Wittwe nebst Kindern. Castrop, den 14. September 1888. Die Beerdigung findet Montag den 17. Sept., Nachmittags, statt. Gras= und KartoffelVerrauf. Nachmittags 4 Uhr, hier 9 Morgen und um 5 Uhr bei Gerstkamp hier 2 Morgen guterauhschalig rothe nummerweise gegen Credit verkaufen. Versammlung um 4 Uhr an meiner Wo nung, um 5 Uhr bei Gerstkamp hier. Pöppinghausen, den 11. Septbr. 1888 Fr. Weitkämper. nunn Lentn„„.. bleibt mein Geschäft von geschlossen. H. Haas. Aufgeschlossener Veru-Guano (Füllhorn=Marke) von vorm. Ohlendorff& Cie. empfiehlt billigst Fritz Köster. Ich suche tuchtige Erdarbeiter auch für Winterarbeit) nur gegen hohen Lohn. Meldungen bei Schachtmeister Höffert, bei der Menage Zeche„Erin“, Obereastrop. Joh. Voltfr. Michels, Unternehmer. Montag, den 17. September, Nachmittags 5 Uhr, werde ich für Herrn Wilh. Haacke zu Bövinghausen: 2 Morgen beste Kartoffeln im Maidecker am Kirchwege Obercastrop, meistbietend nummerweise gegen Credit verkaufen. Göttinger. Kartoffel-Verkauf. Montag, den 17. dss. Monats, Nachmittags 6 Uhr, werde ich für Herrn Mittelviefhaus zu Bövinghausen: 1 Morgen Kartoffeln am Kirchwege in der Nähe des Wirths Senft zu Bövinghausen. meistbietend nummerweise gegen Credit verkaufen. Göttinger. Kartoffel-Verkauf. Dienstag, den 18. September, Nachmittags 5 Uhr, läßt Herr Fr. Seuft zu Westhofen: 2½ Morgen rauh=rothe Kartoffeln zwischen der Schmidt=Köllmann und Kronemeier'schen Besitzung auf der Kottenburg belegen, meistbietend nummerweise gegen Credit verkaufen. Göttinger. Karkoßsel=Verkauf. Mittwoch, den 19. September, Nachmittags 5 Uhr, läßt Herr W. Rütershoff zu Obercastrop: 2 Morgen rauh=blaue Kartoffeln auf dem Gantenberg bei Haus Callen= berg zu Obercastrep belegen, meistbietend nummerweise gegen Credit verkaufen. Göttinger. Donnerstag, den 20. ds. Mts., Nachmittags 5 Uhr, werde ich für Herrn Leineweber gent. Risse zu Obercastrop: 3 Morgen vorzügliche Kartoseln in der Nähe des Wirths König, Bövinghausen=Landwehr, meistbietend nummerweise gegen Credit verkaufen. Versammlung bei Wirth König. Göttinger. Kurlossei Herkauf. Freitag, den 21. dss. Monats, Nachmittags 5 Uhr, werde ich für Herrn Franz Schlingermann zu Obercastrop: 3 Morgen rauh=rothe Kartoffeln auf dem Kippkamp in der Nähe des Hauses Callenberg zu Obercastrop, meistbietend nummerweise gegen Credit verkaufen. Göttinger. Kartoffel-Verkauf. Samstag, den 22. September, Nachmittags 5 Uhr, werde ich für Herrn Schulte=Strathaus zu Bövinghausen: 4 Morgen gut gerathene rauh=rothe Kartoffeln am katholischen Todtenhofe hier (Wittener Chaussee), meistbietend nummerweise gegen Credi verkaufen. Versammlung bei Wirthin Neilmann. Göttinger. Auf dem Wege von Castrop nach Rauxel ein goldenes Kreuz verloren. Wiederbringer erhält eine Belohnung in der Exp. d. Bl. Religion u. Hoit zegne da: ∆ Tugend.### ∆ Aathonischer Gesrarn Erirm.“ Der Verein feiert am Sonntag, den 16. September 1833, im Saale des Herrn Schulte=Becker sein Kix. Sultänger. nach folgendem PROGRAMM: Nachmittags 4 Uhr: Festzug. Darnach: Concert und deklamatorische Vorträge. Punkt 7 Uhr: Handwerkerstück. 8 Uhr: Theatralische Vorstellung. Zur Aufführung gelangt: Doctor Pfiffikus oder der Sturz des Stolzes und Sieg der Rechtlichkeit. Drama in 5 Akten. Entree à Person 1. Platz 75 Pfg., 2. Platz 50 Pfg. Alle Freunde und Gönner des ehrbaren Handwerks ladet ersebent en Der M.s11 Vorstand. Di Mufik wird ausgeführtvon Arbeitsam= der Giesenkirchenschen Kapelle* Frohsinn.# Lkeit u. Fleiß. aus Dortmund unter persönlicher I Scherz.#### Krxxx Leitung ihres Dirigenten.#IxIIEZXZ Wzr's Berummmis-Stollkragen. Mey's Stoffkragen sind keine Papierkragen, denn sie sind mit wirklichem Webstoff vollständig überzogen, haben also genau das Aussehen von Leinenkragen; sie erfüllen alle Anforderungen an Haltbarkeit, Billigkeit, Eleganz der Form, bequemes Sitzen und Passen. HERZOG Dtad..—.85. FRANKLIN Dtzd..—.60 LINCOLN B Dtad. M.—.55 WAGNER Dtrd.-Paar M..20. Cascrog. Jeder Kragen kann eine Woche lang getragen werden. 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In demselben wird eine Anzahl der besten und bewährtesten Hausmittel ausführlich beschrieben und gleichzeitig durch beigedruckte Berichte glücklich Geheilter bewiesen, daß sehr oft einfache Hausmittel genügen, um selbst eine scheinbar unheilbare Krankheit in kurzer Zeit geheilt zu sehen. Wenn dem Kranken nur das richtige Mittel zu Gebote steht, dann ist sogar bei schwerem Leiden noch Heilung zu erwarten, weshalb kein Kranker versäumen sollte, mit Postkarte von Richters Verlags=Anstalt in Leipzig einen„Krankenfreund“ zu verlangen. An Hand dieses lesenswerten Buches wird er viel leichter eine richtige Wahl treffen können. Durch die Zusendung erwachsen dem Be## steller keinerlei Kosten.“ Dacht Empfung von der Bövinghauser Länderei am Donnerstag, den 20. Septbr., Nachmittags 4 Uhr, beim Wirth Senft in Bövinghausen. Bodelschwingh, den 14. Septbr. 1888. Die Renteiverwaltung. Leinste Zußrahmbutter aus der Molkerei Nortrup empfiehlt Consum-Anstalt Erin. 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