„„ O O Redaktion, Druck und Verlag Aullicht= Ergan fur den Landgerichtsbestra Vortmuns. Bahrheit.— Gerechtigkeit.— Gemeinwoßl. e= von Ph. Culbart in Castrop. Kro. 67. viertei) Erschamn Brutwahe und Gantage und kestea in der Expedttion: Marf durch Ge elsächrlich in Mark 1,1 10. peonton 1 Mrarr, durch Bote= Illustr. Blätter 50 Pfg. Mittwoch, 22. August 1888. Jasetiens-Gelähe: für die einspaltige Zeile oder deren Raum 10 Pseunige. Reclamen per Zeile 30 Pfennige. 14. Jahrg. Politische Aebersicht. Deutschland. In einer Tischrede, welche Kaiser Wilhelm am Donnerstag in Frankfurt a. O. gehalten, sagte der Kaiser, daß die gesammte Armee und das ganze Volk eher zu Grunde gehen, als auch nur einen Stein von dem Errungenen aufgeben würden. Generalfeldmarschall Graf Moltke war nach Berlin gekommen, um dem Kaiser seinen Dank für die Ernennung zum Präses der Landesvertheidigungskommission auszusprechen und die Uebernahme seiner neuen Stellung zu melden. Als der Kaiser, der zur Besichtigung der Berliner Garnison in der Hauptstadt eingetroffen war, die Ankunft des greisen Feldherrn erfuhr, wartete er die Meldung desselben nicht ab, sondern überraschte ihn am Freitag Nachmittag zwischen 3 und 4 Uhr in seiner Dienstwohnung und blieb eine halbe Stunde bei dem alten Herrn. Graf Moltke soll tief gerührt und ergriffen gewesen sein ob dieser einzig dastehenden Auszeichnung, da es niemals dagewesen, daß ein Monarch einer persönlichen Meldung zuvorgekommen ist; er soll die Bitte ausgesprochen haben, der Kaiser möge ihm Gelegenheit zur Bethätigung seiner Dankbarkeit geben. Der Akt ehrt den Grafen Moltke ebenso, wie den Kaiser. Unser Kaiser besichtigte am Samstag Vormittag in Gegenwart zahlreicher hoher Offiziere auf dem Bornstedter Felde bei Potsdam das erste Garderegiment zu Fuß. Nach Schluß der glänzend verlaufenen Uebung setzte sich der Kaiser an die Spitze des Regimentes, dessen Uniform er trug und ritt unter den Klängen der Nationalhymne mit demselben durch die Straßen nach dem Regimentshause, wo die Leibkompagnie defilierte. Der Kaiser nahm mit den Offizieren das Frühstück ein. Auf den Toast des Regimentskommandeurs antwortete der Kaiser mit einem Trinkspruch auf das Regiment, in welchem er der verstordenen Kaiser gedachte und unter Bezugnahme auf seine eigene Ausbildung in diesem Regiment die Verdienste desselben um die Pflege der altpreußischen Tradition hervorhob. Nachmittags 4 Uhr fand im Potsdamer Stadtschlosse großes Galadiner aus Anlaß des Geburtstages des Kaisers Franz Joseph von Oesterreich statt. Der Kaiser Wilhelm trank dabei auf die Gesundheit seines hohen Verbündeten. Dem Mahle folgte eine Dampferfahrt auf der Havel, zu welcher alle Theilnehmer an der Tafel geladen waren. Der Kaiser hat Montag Vormittag die in Spandau garnisonirenden Garderegimenter, das 4. Garderegiment zu Fuß und das Garde=Grenadier=Regiment Nr. 3 Königin Elisabeth besichtigt. S. M. der Kaiser ist bis um die Mitte des September durch die Manöver des Garde= und des 3. Armeekorps in Anspruch genommen. Dann ist ein Besuch des sächsischen und des baperischen, wahrscheinlich auch des württembergischen und badischen Hofes beabsichtigt und sodann wird jedenfalls von Süddeutschland aus die Abreise nach Wien erfolgen, von wo die Reise nach Rom fortgesetzt werden soll. In Rom ist die Ankunft des Kaisers für Mitte Oktober angekündigt. Ein Besuch der Reichslande liegt in diesem Jahr nicht in der Absicht des Kaisers, vielleicht aber dietet sich im nächsten Jahr ein Anlaß, in den Reichslanden einen längeren Aufenthalt zu nehmen. Das Marineverordnungsblatt publiziert die nachstehende kaiserliche Kabinettsordre:„Ich habe bei Meiner Reise nach Rußland, Schweden und Dänemark Veranlassung genommen, einen größeren Theil Meiner in Dienst gestellten Schiffe und Fahrzeuge zu besichtigen und zur Begleitung auf diesen Fahrten heranzuziehen. Mit lebhafter Befriedigung habe Ich hier. bei gesehen, daß Führung, Dienstbetrieb und Mannszucht in Meiner Marine mit vollster Hingebung gehandhabt werden und daß die Erscheinung Meiner Schiffe in fremden Häfen geeignet war, sie die anerkennende Beurtheilung des Auslandes finden zu lassen. Gerne spreche Ich daher Meinen Kaiserlichen Dank aus den Admiralen, Kommandanten, Offizieren und Mannschaften Meiner Manöverflotte, im besonderen auch dafür, daß bei der Zusammengehörigkeit von zehn Schiffen zu fast dreiwöchiger Fahrt keinerlei Zwischenfälle eingetreten find, welche die gestellte Aufgabe in ihrer gewissenhaften Ausführung hätten beeinträchtigen können. Ich vertraue daher, daß Schiffe und Fahrzeuge, welche unter Meinen Augen einen Theil ihrer Uebungsperiode mit so gutem Erfolge absolviert haben, auch allen ferneren Aufgaben derselben bis zum Schlufse zu Meiner Zufriedenheit entsprechen werden.“ Das Befinden der Kaiserin ist durchaus erfreulich; die hohe Frau hat bereits längere Zeit im Freien zubringen können. Eine Dankeskundgebung des gesammten deutschen Volkes für den Grafen Moltke anläßlich des Rücktrittes desselben von seiner Stellung als Chef des Generalstabes der Armee wird zu der„Schles. Ztg. vorgeschlagen. In den letzten Wochen sind bedeutende Personalveränderungen in den höheren militärischen Stellungen vor sich gegangen. Dadurch ist es bereits bewirkt, daß jetzt schon Generalmajors mit einem Patente vom Herbst 1885 zu Führern von Divisionen ernannt worden sind, während sonst mindestens fünf Jahre zu vergehen pflegten, ehe die Brigadekommandeure zur Division heran waren. Am auffallendsten ist jedoch der Sprung, welchen durch die neuesten Beförderungen die etatsmäßigen Stabsoffiziere der Infanterie— die Oberstlieutenants — gemacht haben. Es sind hier Oberstlieutenants mit einem Patent vom Juni 1886 zu Regimentsführern ernannt worden, also nach nur zweijährigem Verbleib in der Oberstlieutenantscharge, während sonst hierfür durchschnittlich fünf Jahre gerechnet wurden. Da aber die Reihe der Beförderungen noch lange nicht abgeschlossen sein dürfte, sondern nach Einführung des neuen Exercier=Reglements für die Infanterie voraussichtlich noch sehr zahlreiche personale Veränderungen vom Stabsoffizier aufwärts zu erwarten sind, so ist jetzt schon mit Sicherheit vorauszusehen, daß binnen Jahresfrist unsere Armee eine gewaltige Steigerung ihrer Kriegsbrauchbarkeit durch eine durchgreifende Verjüngung ihrer höheren Chargen erfahren haben wird. In Leipzig fand am Samstag die Enthüllungsfeier des Siegesdenkmals statt. Der König und die Königin von Sachsen, die Prinzen Georg und Friedrich August, die Prinzessin Mathilde, General=Feldmarschall Graf Moltke und die Staatsminister wohnten der Feier bei, welche sich zu einem erhebenden Nationalfeste gestaltete. Die Straßen der Stadt, besonders der Marktplatz, waren festlich geschmückt. Für die 35. Generalversammlung deutscher Katholiken, die in Freiburg i. Br. abgehalten werden wird, ist dieser Tage das Programm erschienen. Es werden 4 öffentliche Versammlungen gehalten werden, sodann Versammlungen des Bonifazius:, des Vinzenz= und des Rafael=Vereins, ferner ein Kommers und ein Gartenfest. Die kleine Exzellenz und der Geschichtsschreiber Janssen haben ihr Erscheinen zugesagt. " Der Statthalter von Elsaß=Lothringen, Fürst Hohenlohe, ist in St. Petersburg eingetroffen. Wie verlautet, soll Fürst Hohenlohe dorthin gekommen sein, um die Angelegenheit des Nachlasses des Fürsten Wittgenstein zu ordnen, welcher große Güter in Rußland besessen hat und dessen Erbe Fürst Hohenlohe ist. Aus Sansibar wird gemeldet, daß die deutsche Gesellschaft, welcher am Donnerstag offiziell vom Sultan die Verwaltung der Küste verliehen worden sei, in 14 Häfen die deutsche Flagge zusammen mit der des Sultans unter dem Donner der Geschütze gehißt habe. Oesterreich=Ungarn. In Oesterreich=Ungarn ist am Sonntag unter allgemeiner großer Theilnahme der Geburtstag des Kaisers Franz Joseph begangen worden. Das Kaiserpaar selbst verlebte den Tag in stiller Zurückgezogenheit in Ischl. Die Verschärfung des Gegensatzes zwischen Rußland und Oesterreich, von der die täglich zunehmende Verbitterung in den Auslassungen der beiderseitigen tonangebenden Preßorgane, namentlich über das Verhalten der führenden panslavistischen Blätter unverkennbar Zeugnitz ablegt, wird in Berliner diplomatischen Kreisen mit größter Aufmerksamkeit verfolgt. Man besorgt in denselben, daß die Versuche, eine Verständigung und Ausgleichung herbeizuführen, trotz der Entrevue von Peterhof eröffneten günstigen Perspektiven, schließlich doch als erfolglos sich erweisen könnten. Frankreich. Boulanger ist plötzlich wieder der Held des Tages geworden, bei den am Sonntag stattgehabten Ersatzwahlen zur Deputirtenkammer wurde Boulanger sogar dreimal gewählt. Es erhielten in Lille Boulanger 130 152, Köchlin 126 567, Desmoutiers 97409, Moreau 95.023, Delcourt 6347, Delclouze 5837 Stimmen; in Amiens: Boulanger 76 094, Bernot 41371; in Larochelle: Boulanger 32614, Lair 23731. Nach weiteren Nachrichten ist in der Charente Inférieure Boulanger's Wahl gesichert. Seit Sonntag Abend wurden 54 Verhaftungen vorgenommen, von denen 25 aufrecht erhalten wurden. Paris war Montag allenthalben ruhig, jedoch hörte man öfter als in der letzten Zeit den Ruf„Hoch Boulanger!“ Seit Montag früh 6 Uhr wird das Wahlergebniß von den Verkäufern der boulangistischen Blätter unter furchtbarem Lärm in den Straßen ausgerufen. Das ganze Arbeiterviertel sowie die Boulevards waren bis zum späten Abend mit Menschenmengen angefüllt; die Polizei trieb dieselben fortwährend auseinander. In Amiens mußte das Militär mit aufgepflanztem Bajonett gegen die Mengen einschreiten. In Lille kam es zu Schlägereien zwischen Boulangisten und Antiboulangisten, wobei viele Verhaftungen vorgenommen wurden.— Dem Vernehmen nach soll gegen diejenigen Ausländer, welche an den jüngsten Kundgebungen der feiernden Arbeiter theilgenommen haben, Ausweisungsbefehle erlassen werden. Das Resultat der großen Flottenmanöver ist für die englische Marine außerordentlich wenig schmeichelhaft. Von allen Manöverschiffen waren nur zwei tadellos, alle übrigen zeigten größere oder gerinzere Fehler. Rußland. Bei der Festtafel anläßlich des Feiertages des Garderegiments Preobaschenski brachte der Zar die Gesundheit des österreichischen Kaisers in französischer Sprache aus und trank den Mitgliedern der österreichischen Botschaft zu. Lokales und Westfälisch-Rheinisches. Castrop, 21. August. Die letzten Tage waren ja soweit ganz angenehm, als sie wenigstens trocken waren, wenn die Wärme auch zu wünschen übrig ließ; sie wurden denn auch fleißig zu Arbeiten in Garten und Feld benutzt. Beim Schreiben dieses sing es wieder leicht an zu regnen, scheint an shantet ves i geben, was Idermnam nur angenchm sei., könnte, da vorläufig noch Naß entbehrt werden kann, namentlich jetzt, wo die Weizenernte so recht im Gange ist. — Dortmunder und Essener Blätter schrieben in den letzten Tagen von einer beabsichtigten Verschmelzung unseres Rennens mit dem in Dortmund. Es scheint bei den Blättern wohl nur der Wunsch der Vater des Gedankens gewesen zu sein, denn in maßgebenden Kreisen ist von dieser Absicht nichts bekannt. Jedenfalls hätte Dortmund ein größeres Interesse an einer Verschmelzung als Castrop. — Am 18. Januar d. J. gerieth der Bergmann Friedrich Steinweg aus Obercastrop mit seiner energischen Nachbarin, der Ehefrau Maschinenwärter Johann Kaltenbach in Streit, in dem er diese mit einem Messer verletzte. Die am Donnerstag vor der Strafkammer in Dortmund stattgehabte Verhandlung ergab, daß Steinweg eine Gegnerin gefunden, die in der Handhabung des Besenstils, wie auch der Zunge eine außerordentliche Gewandtheit zu entwickeln weiß und dieser Umstand kam ihm sehr zu gute, denn der Gerichtshof hielt die Schuld mit einer Geldstrafe von 100 Mark eventuell 20 Tagen Gefängniß für gesühnt. — Mit dem 1. August sind folgende Aenderungen der Postordnung in Kraft getreten: 1. Auf der Vorderseite der Postkarte darf der Absender fortan außer den auf die Beförderung bezüglichen Angaben noch seinen Namen und Stand bezw. seine Firma, sowie seine Wohnung vermerken. 2. Die Aufschrift der Waarenprobe darf nicht mehr auf einer sogenannten Fahne angebracht und der Sendung angehängt sein, sondern muß auf diese selbst aufgeschrieben werden. 3. Im Falle der Nachsendung wird für jeden neuen Bestimmungsort vom Tage der Ankunft daselbst eine besondere Einlösungsfrist von sieben Tagen berechnet. 4. Postsendungen, welche an verstorbene Personen gerichtet sind, dürfen den Erben ausgehändigt werden, wenn dieselben sich als solche durch Vorlegung eines Testamentes oder der gerichtlichen Erbbescheinigung legitimiren; so lange dieser Nachweis nicht erbracht ist, werden die gewöhnlichen Briefsendungen an die Familienangehörigen oder den Hauswirth, Vermiether 2c. bestellt. 5. Bei Packeten, bei Briefen mit Werthangabe, sowie bei Briefen mit Nachnahme erfolgt die Nachsendung künftig nur auf Verlangen des Absenders, bei vorhandener Sicherheit für das Porto auch auf Verlangen des Empfängers. — Anläßlich der Einziehung der Reservisten ist die Frage entstanden, ob dieselben während der sechswöchentlichen Uebungszeit Beiträge an die Ortskrankenkassen zu zahlen haben. Im Krankenkassengesetz ist dieser Fall nicht vorgesehen. Die Sache liegt so, daß die eingezogenen Reservisten die Beiträge nicht zu zahlen brauchen, da sie während der Dienstzeit die Krankenkasse gar nicht belasten können. Sollte ihre Mitgliedschaft bei der Kasse inzwischen erlöschen, so können sie nach der Uebung ohne Eintrittsgeld in die Ortskrankenkasse wieder eintreten, da der Wiedereintritt in die Kasse innerhalb 13 Wochen nach der letzten Beitragszahlung frei ist. Auch sind dieselben während der Uebungszeit von Klassen= und Einkommensteuer befreit. — Der von der Zeitschrift„Stahl und Eisen“ gemachte Vorschlag, zu beiden Seiten des Rhein=Ems=Kanals Schmalspurgeleise zu legen, um das Schleppen der Schiffe mittelst Lokomotiven zu bewirken, wird von anderer Seite dahin erweitert, eines der Geleise normalspurig zu legen, um im Winter bei eintretender Stockung des Kanalverkehrs dieses Geleise zu Transporten verwenden zu können und zugleich allerorts den Anschluß an bestehende Bahnlinien zu erleichtern. Auch dieser Vorschlag hat in betheiligten Kreisen den wohlverdienten Beifall gefunden; die so zu erzielenden Vortheile springen zu sehr in die Augen, um für die Folge nicht näherer Betrachtung unterzogen zu werden. Ohne Zweifel erblickt man darin nicht allein eine wesentliche Erleichterung der Anschlüsse an den Kanal, sondern geradezu eine äußerst erwünschte Ergänzung des Kanals durch Sicherstellung des Betriebes für jede Jahreszeit. Es würde so eine Verkehrsstraße geschaffen, die wohl kaum ihresgleichen fände. Die Befürchtung, es könne hierüber der alte Streit, ob Kanal oder Schleppbahn, von neuem entbrennen, ist unberechtigt, da der Kanal beschlossene Sache ist. Die Frage aber, wie der Betrieb auf dem Kanale zu gestalten sein werde, ist noch eine offene und es wäre sehr zu wünschen, wenn die Betheiligung an die Besprechung dieser Frage eine sehr rege würde. Durch obigen Vorschlag würde etwas Ganzes geschaffen und die eine Anlage durch die andere rentabel gemacht. Daß die Besprechung über den Kanal überhaupt noch keineswegs erschöpft ist, zeigt die erst neuerdings von sehr berufener Seite ins Leben gerufene Bewegung für eine erhebliche Ausdehnung der Abmessungen des Kanals. die zweifellos ebenfalls die größte Beachtung verdient. #., 3 diesem Jahre finden in der Gegend von Stromklig vis Gesecke Manöver statt. Die Herbst=Operationen werden diesmal etwas westlicher stattfinden, als es 1880 bei den dortigen Manövern der Fall war. Die General=Idee der Manöver ist folgende: Ost=Truppen sammeln sich auf dem richten Weserufer zwischen Hamm und Holzminden. Gemischte Detachements decken auf dem linken Flußufer den Ausmarsch. West Truppen im Besitz der Rheinübergänge bei Wesel marSchieren auf Mänster. Während des Manövers erhalten die S oes 7. Korps in der Zeit vom 13. August bis 2. Gepiemder Verpflegung in den Quartieren; vom 3. bis 15. September aber werden sämmtliche an den Manövern theilnehmenden Truppen aus den an verschiedenen Orten etablierten Etappen=Magazinen verpflegt. Am 3. September beginnen die Detachements=Uebungen. Am 3. und 4. September bivouakieren die Vorposten. Der 12. September ist der Ruhe Am 13. und 14. Senteud Truppen in den Duartieren. und am. 15 Sentemberu divotaktren die Dioisionen, und um 16. Etpilmder werden die Truppen des 7. Armeekorps größtentheils per Bahn in ihre Garnisonen zurückbefördert; nur die Artillerie und Kavallerie marschieren zurück. — Zum Trost bei der Regenplage theilt dem„G..“ ein eifriger Chronikenleser mit, daß dieser feuchte und kalte Sommer noch lange nicht der schlimmste sei. Er gibt von den Untugenden der Vorfahren folgendes Register: So regnete Tag. 1401 rianse au bis zum Jahriende jieden Tag. Ttor kgnetr is von Mitte März bis Ende September. 1468 Se in.“ vom Anfang August bis Nenjahr 1406. 1200 ftii i der Erntezeit so viel Regen, daß das Korn umHaul bis Mite Rovens ed di 1528 war vom Ende Weter. 1579 m. so mases e Tag; Bindurch krockens ### wut eim so nasses Jahr, daß die unfahrbaren Vog. ees. mit Balken ausgelegt werden mußten, um nur Die Ernte emfahren zu können. 1585 war ein so nasser Herbst, daß man vielerwärts das in Haufen gesetzte Korn erst im .„mit Schlitten vom Felde holen konnte. 1588 regnete 2 im Sommer und Herbst ununterbrochen 23 Wochen. 1617 fiel nach einem anhaltenden Sturm so viel Regen, daß niedrige Gegenden in Teiche verwandelt waren. 1560 fiel von Pfingsten an bis spät in den Herbst ein fortwährender Regen, so daß die Feldfrüchte verdarben. 1752 regnete und stürmte es den ganzen Sommer und Herbst, nur während des ganzen von Wilte Zugi bie u.(Ponste Witerung. 1790 var weiter, Es in aim ersang Septender unaufhbrlches Regenzu boben.— shwachr Tros, in Unglück Genossen g In den vier Taubstummen=Anstalten der Provinz Wistsaten, zu Büren und Warendorf(kath.), Soest und Petersbagen lvang.), sind im laufenden Jahre 248 Kinder unterMänder airunter aus dem Regierungsbezirk Ainsberg 138, und Minden 69.— Die Provinzial=Blindenanstutten zu Paderborn(kath.) und Soest(evang.) zählen 77 B- äige epgndher is. aus dem Regierungsbeztrk Arnsberg, #er, 18 aus Minden und 7 aus anderen Bezirken. #### Am Rhein will man beobachtet haben, daß die Thurmschwalbe vereits die Reise nach dem Süden angetreten habe. Den wärmeren Regionen zusteuernde Kranichschwärme sind schon in voriger Woche gesehen worden. Hoffen wir, daß die „u#strüickgebliebenen Zugvögel sichs nunmehr, nachdem es ehoile, wieder warm geworden ist, noch eine Weile in unserem Norden gefallen lassen. Daß sie anfingen, an der Jahreszeit Werschen inr. uu w idnen freilich nicht verdenken; uns Seinscen Ft es kaum anders ergangen. Eine merkwürdige Erscheinung beobachten die Bewohner des Beamtenhauses auf dem Walzwerke in Werne. Am Montag Morgen war, wie man dem„Märk. 555 Harten von einer Unzahl toter Sperlinge bedeckt. Man „ügeie Veren nicht weniger als 140. Die Thiere lagen da ersest, dinigg aueeschnitenen Beinen und Köpfen, oder sonst Mitzsraßs dier war Fur betäubt. Man nimmt an, daß ein Tahstraht viesen Massenmord verursacht hat. Auffallend ist dabei, daß der Blitz keine Spur an den Bäumen hinterlassen „eun, Siern entdeckte ein Raturfreund in sich die Eier nan den a von den Alten verlassen war. Da su die Eiet von vellen eines Rebhuhns durch Farbe und Krund Heseigzenn und pit) unterschieden, ließ besagter Natur. bräten, Seche ge dem besonders kleinen Bantanhuhn aus. als osiat eien aus, und jetzt entpupptemn sich die Küken # ische Steppenhühner, die jetzt vielleicht hier heimisch auf seiner Mede in a. geschrene Kuch vermißte ein Metzger nämlich von Kind. Auninghausen; das Fell wurde ahier den a uuen am Bahndamm gefunden, wo das fette —###r von Spuren nach geschlachtet worden ist. #... Ein zehnjähriger Knabe in Gevelsberg wurde beim „ taden von Heu von einem beklagenswerten Unfall betroffen. Der Jung. stand in einer Bodenluke und nahm das Heu, gabel. Pösslch scheie der i d dche richt, von Ein Mann aus Elberfeld, der sich auf dem Wege nach Velbert befand, wollte den Bock eines ebenfalls nach Velbert fahrenden Möbelwagens besteigen, that hierbei aber einen Fehltritt und stürzte so unglücklich, daß ihm eins der Räder ein Bein unterhalb des Knies fast abquetschte. 1800 Mark sind aus dem Kassenlokale der Zeche„Nordstern“ bei Buer gestohlen worden. Die Diebe drangen durch das Fenster ein, nachdem sie die dasselbe schützenden schweren Eisenstangen losgebrochen hatten. Das Geld befand sich in einem starken eisernen Schranke, der aber ebenfalls auseinandergesprengt war. Eine größere Summe in Werthpapieren, die ohne Gefahr nicht hätte veräußert werden können, blieb unberührt. Der freche Einbruch kann nur von geübten Verbrechern begangen worden sein. In der Synagoge zu Elsdorf war bis vor einiger Zeit an einem Opferstocke die Inschrift angebracht:„Für Armen“. Zwei Herren kratzten das„n“ an dem Worte Armen gerren kratzten das„n“ an dem Worte Armen sein sauberlich weg. Der Synagogenvorstand erblickte in dieser grthographischen Richtigstellung einen— groben Unfug. Das Schoffengerugt in Kerpen schloß sich dieser Auffassung an, indem es einen der beiden Herren zu 1 Mk. Geldstrafe verurtheilte. In der Berufungsinstanz hob der Vertheidiger hervor, duß hochstens von einer Sachbeschädigung die Rede sein könne, allein auch eine solche liege nicht vor, viel eher sei die That des Beschuldigten als eine Sachverbesserung aufzufassen. Die Strafkammer war der gleichen Ansicht; sie sprach den Angeklagten von Strafe und Kosten frei. Gegen den Bergmann Eduard Richter aus Kruckel wurden vor der Dortmunder Strafkammer 160 Jahre ZuchtEinzelstrafen beantragt und zwar wegen Verübung von 160 Verbrechen gegen die Sittlichkeit. Die nach den Bestimmungen der Strafprozeß=Ordnung fest usetzende Gesammt= strafe bestimmte das Gericht auf 5 Jahre Zuchthaus. Eine derartige Anzahl von Verbrechen dürfte wohl selten von einer Person begangen worden sein. Der dritte von den vier Ausreißern aus dem Dortmunder Gefängnisse ist wieder eingeliefert. Es ist dies der Arbeiter Kimm gen. Vogt aus Dorstfeld, welcher sich wegen Straßenraubes in Untersuchung befindet. Derselbe ist in Kaldenkirchen aufgegriffen worden. Es fehlt jetzt nur noch der vierte Flüchtling, der Schreiner Vittinghoff von Dortmund. Im Stadt= und Landkreise Dortmund betrug die Zahl der Brennereien 45. Dieselben verbrauchten 1385 495 Kilo Roggenschrot, 262025 Kilo Gerstenmalz, 2175 Kilo Weizen schrot und 97.626 Liter Brauereiabgänge(Gluckwasser). An Steuern wurden 185 126 Mark entrichtet.— Die BierproStadt= und Landkreise Dortmund betrug im v. J. 720363 Hektoliter. Es wurden hierzu 16804 236 Kilo Gersten=Malzschrot und 9400 Kilo Reis verbraucht. An Malz steuer entrichteten die Brauereien 762355 Mark. Es produ Klosterbrauerei von Gebr. Meininghaus Hektoliter(außerdem lieferte die Mälzerei 1700000 Kilo Maiz), die Brauerei von Lehmkuhl 36.000 Hektoliter, die Brauerei von Thier und Komp. 35000 Hektoliter, die 110000 Hektoliter und die Unionbrauerei 91950 Hektoliter. Die deutsche Lokal und Straßenbahn=Gesellschaft hat in Dortmund im Geschäftsjahre 1887 1407244 Personen 68556 ehr. 3412 Personen) befördert und dafür ee r90,10 Mark(gegen 1886 weniger 1212,65 Mark) eingenommen. Im Güterbetrieb wurden 8843300 kg Kohlen, ar 5 ggen 8 627550 kg in 1886) befördert und dafür 7 910,94 Mark(gegen 7901,42 Mark in 1886) eingenommen., eing In einem Lokale in Solingen wurde dieser Tage eine eigenartige Wette zum Austrag gebracht, die einen Beweis von der Gewandtheit ablegt, die ein Turner sich bei fortgesetzter Uebung zu eigen machen kann. Man hatte nämlich mit dem betreffenden Turner gewettet, er könne auch mit großem Anlauf nicht über das im Wirthszimmer stehende Billard hin wegspringen. Der Turner, auf seine Gewandtheit vertrauend, nahm die Wette an und mit kurzem Anlauf— der Raum des Lokales hätte ihm einen größeren gestattet— setzte er in elegantem Sprunge über das Billard hinweg. Mit einer geringen Wunde an der Hand hatte ein Dienstmädchen in Solingen Wäsche gebläut. Bald darnach begann die Hand unter großen Schmerzen anzuschwellen und ein herbeigerufener Arzt konstatierte eine Blutvergiftung, deren böse Folgen jedoch infolge der rechtzeitigen Hilfe hoffentlich noch abgewendet werden können. Eine anerkennenswerth: Einrichtung ist in neuester Zeit auf dem Bahnhofs Perron in Hagen getroffen worden. Auf dem langen Perron sind nämlich eine Anzahl Bänke mit Racleynen für die Reisenden aufgestellt, die die Züge abwar ten. Namentlich für Reisende, die von einem Zug in den andern übergehen und diesen abwarten müssen, ist die Einrichtung werthboll, da die Betreffenden nun nicht mehr durch den Tunnel zu den Wartesälen emporzusteigen brauchen. Auf der am 16. August stattgehabten Getreidebörse in Hagen wurde mit großer Majorität beschlossen, die Börse nach Dortmund zu verlegen. In der Nacht vom Freitag zum Samstag haben freche Diebe einen Einbruch in das katholische Pfarrhaus zu Gütersloh verübt und aus demselben alles Geld gestohlen, das vorhanden war, Privatgeld, kirchliche Gelder, Meßstipendien, Klingelbeutel=Pfennige, kurz alles. Der Einbruch ist vom Garten aus verübt, ein Sekretär ist erbrochen und alles Geld daraus entnommen worden. Die hiesige katholische Gemeinde ist nichts weniger als reich und der Diebstahl um so ruchloser. In Westernkotten bei Lippstadt hat ein Arbeiter mit einem Hammer den 75jährigen Salzwiegler Hense erschlagen. Dem Vernehmen des„Westf..“ nach sind am Sams. tag auf dem Marsche von Münster nach Warendorf ca. 40 Mann des 3. Bataillons 13. Infanterie=Regiments„schlapp“ geworden, von denen eine Anzahl in ärztliche Pflege genommen werden mußte. Das Gerücht, ein Mann sei am Hitzschlag gestorben, ist unbegründet, jedoch soll der Zustand des Betreffenden nicht unbedenklich sein. Vorsichtig wie selten jemand erwies sich ein Wirth in Minden, dessen Haus, als er und der größte. Theil der Bürgerschaft auf dem Schützenplatze weilten, in Flammen aufging. Ehe er nämlich die Thüren verschloß und hinauseilte zur fröhlichen Menge, hatte er sorgfältig seine Versicherungspolize und andere Papiere zu sich gesteckt, damit sie bei etwaigem Unglücksfalle nicht in Verlust gerathen könnten. Wie er sagt, hat er das gewohnheitsgemäß immer so gemacht, wenn er seine Wohnung verließ. Ein Mordskandal spielte sich Montag Abend während eines Konzertes im Restaurant„Taunus“ in Essen ab. Daselbst war ein Agent aus Hamburg anwesend, welcher in etwas angeheitertem Zustande sich mit der Frau des Wirths neckte, dabei aber etwas unanständig wurde. Dieserhalb vom Oberkellner rektifiziert, zog er einen Revolver aus der Tasche und zielte damit nach dem Kellner. Der Wirth griff ihm indes am Arm, wobei der Schuß los ging und die Kugel in die Decke drang. Verschiedene anwesende Gäste bemächtigten sich nun des übrigens kräftigen Agenten und verkeilten ihn gründlich, worauf er von Polizeibeamten eingesteckt wurde. Der Agent scheint nicht recht bei Sinnen zu sein, oder besondere Vorliebe dafür zu haben, mit dem geladenen Revolver herumzufuchteln, da er auch vor einiger Zeit damit in ein Fenster geschossen hat. Diesmal aber dürfte ihm wohl der Spaß etwas theuer zu stehen kommen. Um einen— Kuß soll eine Frau in Düsseldorf, wie man sagt, einen Meineid geschworen haben; es sind bereits Zeugen in der Sache vernommen. Trotz Abmahnens eines Schiffers ließ sich in Oberwesel ein Schreiner verleiten, in angetrunkenem Zustande ein Rheinbad zu nehmen. Er mußte seinen Leichtsinn mit dem Tode bezahlen; ein Schlagfluß machte seinem irdischen Dasein ein Ende. Bei den Schießübungen des 22. Artillerie=Regiments auf der Spellner Haide bei Wesel hatte ein Soldat in den Schieß: ständen eine geladene Granate gefunden, die er, um das Geschoß an Liebhaber zu verkaufen, entladen wollte. Die Granate entlud sich, riß dem Aermsten die linke Hand ab und zerschmetterte ihm das rechte Bein völlig; die gräßlichen Verletzungen haben inzwischen den Tod des Mannes herbeigeführt. Aus Anlaß dieses traurigen Vorfalles ließ nun die Militärbehörde Nachforschungen anstellen, ob noch sonst von den Mannschaften dem Verbot entgegen Geschosse oder Geschoßstücke aufgesucht und in Besitz genommen worden seien. Dabei fand man in dem Koffer eines Kanoniers eine geladene Granate! Eine unbedeutende Erschütterung des Koffers, ein Stoß an demselben hätte genügt, den Besitzer des gefährlichen Geschosses und alle in der Nähe befindlichen Kameraden zu tödten. Ein anderer Kanonier hatte mehrere Shrapnells bei sich, die er allerdings entladen hatte. Die beiden leichtfinnigen Soldaten erhielten je 14 Tage strengen Arrest. Auf der Kirmes in.=Gladbach setzte sich spät Abends ein Stationsarbeiter auf ein Karoussel, sog.„See auf dem Lande", stürzte, als dieses in vollem Betriebe war, aus einem Schiffe hinaus und blieb mit zerschmettertem Schädel todt auf dem Platze. Der Verunglückte hinterläßt Frau und 8 Kinder, welche jetzt in großer Noth sind. In den Weinbergen bei Honnef wurde an einigen Stellen das Vorkommen der Reblaus festgestellt. Die aus vier Abtheilungen bestehende Regierungs=Kommission arbeitet ununterbrochen. Ein auf einem Dampfsägewerke in Duisburg beschäftigter jugendlicher Arbeiter kam bei der Arbeit in so unglückliche Berührung mit der Säge, daß ihm der rechte Unterarm vollständig durchschnitten und die Hand abgetrennt wurde. Der Spezereihändler W. R. aus Altena machte am 13. März d. J. Abends eine Fahrt auf dem Stahlroß von Lüdenscheid nach Altena, wobei er versuchte, den Zug der Schmalspurbahn, welcher zur selben Zeit wie er von Lüdenscheid abgefahren war, zu überholen. Was war die Folge seines sinnlosen Galoppirens? Drei von der Fabrik heimkehrende Arbeiter, die nicht ausweichen konnten, wurden von dem daherrasenden Velociped zu Boden gerissen und so schwer verletzt, daß sie mehr als vier Wochen arbeitsunfähig waren. Nun kam der R. vor die Strafkamer und wurde wegen fahrlässiger Körperverletzung zu drei Monaten Gefängniß verurtheilt. Außerdem muß er Geldbußen an die Verletzten zahlen. In Barmen ist die Diphtheritis wieder aufgetreten; in den letzten acht Tagen sind 29 Fälle dieser Krankheit und zwar hauptsächlich bei Kindern von—12 Jahren zu verzeichnen. Man schreibt das Auftreten der Krankheit den wechselnden Witterungsverhältnissen zu. In einer Maschinenfabrik zu Barmen wurde ein 20: jähriger Schlosser von der Transmissionswelle erfaßt, mehreremal herumgeschleudert und so schrecklich zugerichtet, daß er bald seinen Geist aufgab. Zu vier Monaten Gefängniß wurde ein Metzger von Elberfeld verurtheilt, der ungenießbares Fleisch verkauft An der großen Perronhalle auf dem Mirker Bahnhofe zu Elberfeld brachen am Montag mehrere Balken, welche infolge der Einwirkung der nassen Witterung vollständig morsch geworden waren, zusammen. Das ganze Dach drohte einzustürzen und gelang es nur mit vieler Mühe, dasselbe noch rechtzeitig zu stützen, wodurch größeres Unheil abgewendet und beseitigt wurde. Ein Unglück ist in Köln wieder durch den Leichtsinn hervorgerufen worden, mit dem oft in unvorsichtiger Weise Petroleum gebraucht wird, um Feuer zu stärkerem Flammen zu bringen. Ein Dienstmädchen ist ein Opfer dieses Leichtsinns geworden, indem es sich schwere Brandwunden zuzog. Der zweite Hauptgewinn der preußischen Lotterie im Betrage von 300000 Mark fiel zur Hälfte nach Brühl. Ein Brühler Hotelbesitzer spielt ein Viertellos und erhält also auf seinen Antheil unge spielen vier Theiln 16000 Mark erhä Drei Knaben dieser Tage in Bo Kirche zu Beuel un zu haben, vor den lichen Diebe waren und 4 Wochen Ge Bettelns noch 7 T Die Höhe der konto=Gesellschaft d Cohen erleidet, ist gesetzt. Der Verlu Aktien=Kapitals der den Erträgnisse des die Aktionäre nicht folgende Jahr au würde sogar schon setzen, wenn die 2 andauern soll. Ueber eine Tageblatt“. In R in einer Kaserne in und kein Heuptmai händler mit seinem Seit Wochen hatt Waaren auf Kredit Als der Kaufman des Burschen die der Brief als und Rede gestellt, erbot des Offiziers zu a dem angeblichen O nete Haus, dort! einem Vorwande a Der Händler aber die Kaserne, woe Reih und Glied Schuldige wurde * Viele B1 den Gipshändlern eine genügende Po form anbetrifft, fal stäbe auf den Gen tragene Orden von Ehrenzeichen und sie der hochselige man eine solche B früher den Kopf d dem Kopf des Enk terstern ausgestellt —#chlich den Orde * Die San Friedrich umfaf ter, Herr Max K Sammlung in Sch Friedrich ordnen. * Einer Dam hofe in Münche nach ihrer Ankunf und deshalb an didem Fürsten Dem halt von mehr al* Die neu flotte der Wel Vordringen der# der Schiffahrt.# sich von 1879 bis Abnahme entfällt a auf 69000 img der Dampfer von verkehr trotz der an Tonnengehalt brachte. * Ueber die K bringt das„Arc einen Aufsatz, in nicht blos beim K der Landartillerie digung von Festu Aufgaben mit den zu lösen. Hier ganze Batterie rei den von der gen nach leistet das 1 größeren Schußge menden besseren# schütz etwa 27ma Ringkanone. Nui ein Hindernis; so dürfte für das e Die Kruppsche Fa feuergeschütze her. timeter und eine ein Caliber von 1 Centimeter. Dar die kleinsten Calibu. s. w. geliefert er habe das Max * Vor Jah über den Hergang Zangemeister deutschen Zeitschrif 9 nach Christi un seinen Antheil ungefähr 63000 Mark; das andere Viertellos spielen vier Theilnehmer, so daß jeder von ihnen ungefähr 16000 Mark erhält. Drei Knaben im Alter von 13—15 Jahren standen dieser Tage in Bonn unter der Anklage, die Opferstöcke der Kirche zu Beuel und verschiedener Heiligenhäuschen bestohlen zu haben, vor den Schranken der Strafkammer. Die jugendlichen Diebe waren geständig und wurden zu 2½2 Monat, 5 und 4 Wochen Gefängnis verurtheilt. Einer erhielt wegen Bettelns noch 7 Tage Haft. Die Höhe des Verlustes, welchen die Aachener Diskonto=Gesellschaft durch die Spekulation ihres Prokuristen Cohen erleidet, ist jetzt auf rund 1 ½/8 Millionen Mark festgesetzt. Der Verlust beträgt genau den sechsten Theil des Aktien=Kapitals der Bank, und da derselbe durch die laufenden Erträgnisse des Instituts gedeckt werden soll, so werden die Aktionäre nicht allein für dieses, sondern auch für das folgende Jahr auf jede Dividende verzichten müssen. Es würde sogar schon recht gute Erträgnisse der Bank voraussetzen, wenn die Dividendenlosigkeit nicht noch längere Zeit andauern soll. Ueber eine seltsame Musterung berichtet das„Mainzer Tageblatt“. In Reih und Glied standen vergangenen Montag in einer Kaserne in Mainz die Soldaten, aber kein General und kein Heuptmann musterte sie, sondern— ein Delikatessenhändler mit seinem Kommis als Adjutant. Das kam aber so. Seit Wochen hatte bei dem Delikatessenhändler ein Soldat Waaren auf Kredit ertnommen, angeblich für einen Offizier. Als der Kaufmann auf Zahlung drang und auf Anrathen des Burschen die Rechnung an den Besteller absandte, kam der Brief als unbestellbar zurück. Der Soldat, darüber zur Rede gestellt, erbot sich, mit dem Kaufmann in die Wohnung des Offiziers zu gehen. Der Delikatessenhändler folgte auch dem angeblichen Offiziersburschen in das von diesem bezeichnete Haus, dort ließ aber der Soldat den Kaufmann unter einem Vorwande auf der Treppe stehen und kam nicht wieder. Der Händler aber verfolgte die Spur des Soldaten bis in die Kaserne, wo er und sein Kommis ihn am Montag in Reih und Glied stehen sahen und alsbald erkannten. Der Schuldige wurde sofort in Untersuchungshaft abgeführt. * Viele Büsten Kaiser Wilhelms II., welche von den Gipshändlern zum Kauf ausgeboten werden, zeigen zwar eine genügende Portraitähnlichkeit, sind aber, was die Uniform aubetrifft, falsch. Zunächst überraschen die Feldmarschallstäbe auf den Generals=Achselstücken, ferner der am Halse getragene Orden pour le mérite, sowie die aus zwanzig Orden, Ehrenzeichen und Denkmünzen bestehende Ordensschnalle, wie sie der hochselige Kaiser Wilhelm I. getragen hat. Sieht man eine solche Büste näher an, so bemerkt man, daß sie früher den Kopf des Großvaters getragen hat, der jetzt mit dem Kopf des Enkels vertauscht ist. Auch viele in den Schausenstern ausgestellte kolorirte Bilder vom jetzigen Kaiser tragen fälschlich den Orden pour le mérite. * Die Sammlung von Nachrufen für Kaiser Friedrich umfaßt bereits 2300 Zeitungen. Ihr Veranstalter, Herr Max Karfunkel, wird dieselbe nach Abschluß der Sammlung in Schloß Friedrichskron auf Wunsch der Kaiserin Friedrich ordnen. * Einer Dame wurde vor einigen Tagen auf dem Bahnhofe in München ein Gepäckstück eingehändigt, welches sie nach ihrer Ankunft hierselbst als ihr nicht gehörig erkannte und deshalb an die Bahnbehörde ablieferte. Dasselbe, welches dem Fürsten Demeter Stirbey gehörte, hatte einen Werthinhalt von mehr als 100000 Gulden. * Die neueste Statistik über die Handelsflotte der Welt zeigt wieder einmal das unaufhörliche Vordringen der Maschine und des Dampfes auf dem Gebiet der Schiffahrt. Die Schiffe der ganzen Welt verminderten sich von 1879 bis 1886 von 87585 auf 82490. Aber die Abnahme entfällt allein auf die Segelschiffe, deren Zahl 78 802 auf 69000 im gleichen Zeitraum sank, während diejenigen der Dampfer von 9783 auf 13590 stieg und dem Gesamtverkehr trotz der Minderung der Segelschiffe einen Zuwachs an Tonnengehalt von 18883 auf 20331 Millionen Tonnen brachte. * Ueber die Kruppschen schnellfeuernden Geschütze bringt das„Archiv für Artillerie= und Ingenieur Offiziere" einen Aufsatz, in welchem ausgeführt wird, die Waffen dürften nicht blos beim Kampfe gegen Torpedoboote, sondern auch in der Landartillerie eine große Rolle spielen. Bei der Verteidigung von Festungen sei es von größter Wichtigkeit, die Aufgaben mit dem geringsten Aufwand von Menschenkräften zu lösen. Hier könne ein gut bedientes Schnellgeschütz eine ganze Batterie recht gut ersetzen. Das ergiebt sich schon aus den von der genannten Zeitschrift mitgeteilten Zahlen. Danach leistet das 10,5 Centimeter= Schnellgeschütz infolge der größeren Schußgeschwindigkeit und des zur Verwendung kommenden besseren Pulvers etwa 22mal, das 13 Centimetergeschütz etwa 27mal mehr als die gewöhnliche 15 Centimeter= Ringkanone. Nur bilde noch die größere Rauchentwickelung ein Hindernis; sobald man ein rauchfreies Pulver erfunden, dürfte für das Schnellgeschütz eine neue Aera hereinbrechen. Die Kruppsche Fabrik stellte bisher sieben Gattungen Schnellfeuergeschütze her. Das kleinste hat ein Caliber von 4 Centimeter und eine Rohrlänge von 160 Centimeter, das größte ein Caliber von 130 Centimeter und eine Rohrlänge von 455 Centimeter. Darnach hat Krupp bisher sein Augenmerk auf die kleinsten Caliber, wie sie von Hotchkiß, Maxim, Nordenfeld u. s. w. geliefert werden, nicht geworfen. Es heißt jedoch, er habe das Maximsche Patent für Deutschland erworben. * Vor Jahresfrist erklärte der um die Untersuchung über den Hergang der Varusschlacht sehr verdiente Prof. Zangemeister in Heidelberg in einem Aufsatze in der„Westdeutschen Zeitschrift"(Trier) als den Schlachttag den 2. Aug. 9 nach Christi und wies dieses an der Hand der bei diesen Forschungen hauptsächlich in Betracht kommenden römischen Schriftsteller: Dio Cassius, Tacitus und Bellejus, nach. Dr. Aug. Deppe in Heidelberg, ein ebenso eifriger Forscher nach dem Schauplatze der Varusschlacht, hat den Zangenmeister'schen Ausführungen vollständig beigepflichtet. Nach demselben wurde seit dem Jahre 8 v. Chr. der Monat Sextilis nach dem kaiserlichen Ehrentitel„August“ genannt, und der 1. August als Kaisertag im ganzen römischen Reiche mit großem Pomp gefeiert. So auch im Jahre 9. u. Chr. Am 2. August jenes Jahres, an welchem Varus gegen die Chatten(die sich bekanntlich empört hatten) aufbrechen wollte, erfolgte die lange vorbereitete Katastrophe. Am selbigen Abend trafen die ersten Flüchtlinge vom Römerheere aus dem Teutoburger Walde in Aliso(dem jetzigen Elsen bei Paderborn) ein, von wo die Botschaft über Wesel nach Köln, und von hier in fünf Tagen, am Abend des 8. August, nach Rom gelangte, wo man gerade mit den Vorbereitungen zu den Feierlichkeiten des am 3. August glücklich beendeten pannonischen und dalmatischen Krieges fertig war.— Obiges dürfte nun für einen Theil der Leser d. Bl von um so größerem Interesse sein, als nach neuen Forschungen die Oertlichkeit der Varusschlacht im südöstlichen Theile des Teutoburger Waldes(zwischen dem Kohlstädt=Horner Paß und Lippspringe=Altenbeken) zu suchen ist. Der Oberstlieutenant v. Stamford von hier ist nämlich— wie auch unabhängig von ihm, ein anderer Forscher, der Apotheker Ravin Nieheim— nach jahrelangem Forschen und Untersuchen und nachdem er die Resultate auch in strategischer Beziehung geprüft, zu dem Schlusse gelangt, daß die oben bezeichnete Gegend alle die Bedingungen in sich trägt, welche zur Herbeiführung der Katastrophe nothwendig waren. Nach seinen Forschungen wurde Varus in das schluchtenreiche Terrain jenseits Kohlstädt gelockt, in der Gegend von Velmerstoot, Feldrom angegriffen und östlich davon in der sumpfigen Gegend, welche im Norden von Hesten, im Osten von Bergheim, im Süden von Himmighausen begrenzt und deren Kern etwa bei Sandebeck liegt, vernichtet. Mehrere in jener Gegend, gefundene römische Münzen, Waffen, Gräber, ein 60 Morgen großes Knochenfeld, sowie auch eine ganze Anzahl dort existirender Namen, wie Römerfeld(Fallrum), Todtengrund, Blutacker, Varusberg 2c., fallen als äußere Umstände mit ins Gewicht und dürften nicht ohne Bedeutung sein.— Bemerken will ich noch, daß bereits Freiherr Hans von Hammerstein in seinen 1815 in Hannover erschienenen:„Alten Sagen zu Fallrum am Teutoburger Walde, die Hermannsschlacht betr., ebenfalls die Schlacht in jene Gegend verlegt. * Ueber die Sprachmengerei und über die falsche Aussprache vieler Fremdwörter lassen sich die„Grenzboten“ so aus: da ist das arme Wort„Pension". Der Süddeutsche spricht es richtig, d. h. so wie es geschrieben wird; für den Norddeutschen aber ist es fast ein Ding der Unmöglichkeit, anders zu sprechen als„Pangsiohn", also, vorn französisch, hinten deutsch. Niemand findet, wie lächerlich das ist. Mit „Pensionat“ ist es ebenso. Dagegen muß sich's der„Rentier" gefallen lassen, das er vorn deutsch und hinten französisch ausgesprochen wird. Warum sagen wir nicht wenigstens„Rentner“? Auch das„Bicyele“ gehört hierher. Zwar bürgert sich der Ausdruck„Zweirad“ immer mehr ein, aber immer giebt es noch Leute genug, die es doch für besser halten, sich bei dieser Gelegenheit als fertige Engländer zu zeigen und gerade die haben dann das Unglück, nicht zu wissen, das es„Bisikl“ und nicht„Beisikl“ heißt. Und nun gar der unglückselige„Don Juan“! Gemeinhin französisch ausgesprochen! Die Sprache, in der der Bösewicht„Dong Schuang“ heißt, ist noch nicht erfunden. Warum nicht einfach Don Juan, wie wir ihn schreiben? Denn spanisch wollen wir ihn doch nicht aussprechen, obwohl es noch viel besser wäre als die jetzige Sitte. Auch an das berühmte„Orchester“ sei noch erinnert. Die weit verbreitete Aussprache„Orchester“ ist weder griechisch, noch französisch, noch deutsch, noch sonst irgend etwas, sie ist einfach albern. * Innsbruck besitzt unter anderen einen Friseur, welcher keine„Baderstube“, son dern einen„Salon“ sein eigen nennt. In diesen Salon nun trat dieser Tage ein Tourist, der auch als solcher gekleidet war. Treuherzig, wie alle jene, denen ein unrasirtes Kinn unbequem zu werden anfängt, setzte er sich in einen Sessel, um sich dort verjüngen zu lassen, als ihm von dem Besitzer bedeutet wurde,„daß man hier keine Bauern bediene, hier sei ein Salon!“ Sofort stand der Joppenträger auf, sagte dem Friseur mit höflichem Lächeln: „Nun, dann sagen Sie wenigstens meinem Adjudanten, der nach mir fragen wird, ich sei drüben bei ihrem Kollegen; ich bin der Erzherzog.“— zog seinen Hut und verschwand, den Herrn„Coiffeur“ in unbeschreiblicher Verwirrung zurücklassend. * Der Irländer Larry Donovan, welcher eine Art Berühmtheit dadurch zu erlangen suchte, daß er von Brücken oder anderen hohen Punkten ins Wasser sprang, fand am 7. d. bei einem solchen Wagniß von der Londoner Charing CroßBrücke seinen Tod. Der Wasserstand des Flusses war sehr niedrig. Donovan zog nur seinen Rock ab und sprang dann in die Fluth. Einmal kam er in die Höhe, worauf er den Blicken entschwand. *'S werd Kaaner meh' abgeschnitte.“ Im Odenwalde erhängte sich vor längerer Zeit ein Tagelöhner. Bei Ankunft der gerichtlichen Urkundspersonen fragte der Landrichter einen der die Leiche Bewachenden, warum sie den Erhängten nicht abgeschnitten, worauf die christlich motivierte Antwort erfolgte:„Naa, Herr Landrichter,'s werd Kaaner meh' abgeschnitte, mehr hewwe vor e paar Jahr emol Aan abgeschnitte, der ist widder zu sich kumme und es hot hernoch der greeschte Lump im Ort gewe.“ * Bestrafte Schalkhaftigkeit. Hirtenknabe:„Sie, Fräulein, woher sann denn Sie?“— Dame:„Ja, mein lieber Junge? Aus Sachsen, wo die schönen Mädchen auf den Bäumen wachsen!“— Hirtenknabe:„Nacha san Sie aber schon unreif vom Baum gefalln!" * Triftiger Grund.„Ist es wirklich wahr, Frau Baumann, daß Sie dieses Jahr eine Badereise machen wollen?“ — Frau Baumann(deren Gatte vor Kurzem in der Lotterie gewonnen hat):„Ganz gewiß, Frau Müller! Gott, wir haben's ja und mein Mann ist ja nun einmal sehr vor Reinlichkeit!“ * Hinausspielen. Ein berühmter Musiker brachte seine kurze Erholungszeit auf dem Lande zu. Am Sonntag ging er in die Dorfkirche und fragte den Organist, ob er ihm gütigst erlauben wolle zu spielen, während die Leute hinausgingen nach dem Göttesdienst. Dies wurde ihm bereitwilligst zugesagt. Aber der hervorragende Fremde entlockte der altmodischen Orgel solch eine schöne und wundervolle Musik, daß alle Leute sitzen blieben, um dieselbe so lang als möglich zu genießen. Das ärgerte den gewöhnlichen Spieler und den Gast rauh zur Seite stoßend, sagte er: Diese Art und Weise zu spielen wird die Leute nie hinausbringen; lassen Sie mich Ihnen zeigen, wie man das anfangen muß.“ So sagend nahm er seinen Platz inne und begann in seiner gewöhnlichen Manier hinwegzudröhnen. Schnell erhob sich die Versammlung von ihren Sitzen und ergriff die Flucht. „So,“ rief er mit selbstzufriedenem Lächeln,„das ist der Weg sie hinauszuspielen. * Reingefallen.„Ist es wahr, daß Sie sich während meiner Reise verheirathet haben?“—„Ja, vor drei Wochen.“—„Gratuliere! Da sind Sie ja endlich den abscheulichen Drachen von Haushälterin losgeworden.—„Die ist jetzt meine Frau. * Boshafter Vergleich. Was für ein Unterschied ist zwischen einer Mücke und einem nächtlichen Klavierspieler? — Die Mücke schwärmt am Licht und verbrennt die Flügel, der Klavierspieler schwärmt am Flügel und verbrennt die Lichter! * Im Zorn.„Was bilden Sie sich denn eigentlich ein? Ein dummer, aufgeblasener Kerl sind Sie! Was Sie sind, bin ich schon lange gewesen!“ * Modern.„Aber dieses zerrissene Hemd, Mina! Schämst Du Dich denn gar nicht?“— Tochter:„Wozu, Mama? Es kommt ja das neue Atlaskleid darüber. Haus= und Landwirthschaftliches. Hohes Alter von Tieren. Es wird häufig darüber gesprochen, welches die Altersgrenzen seien, welche unsere verschiedenen Haustiere erreichen können, und daher dürften vielleicht die folgenden Angaben, welche ich zufällig in einer englischen Zeitschrift finde, von einigem Interesse sein. Eine braune spanische Wasserhündin(water Spaniel), starb kürzlich im Alter von 28 Jahren, sie hatte von Jugend an demselben Besitzer gehört und ging thatsächlich an Altersschwäche ein. Ebenso wurde vor einigen Monaten der Tod einer Katze im Alter von 22 Jahren und 2 Monaten gemeldet. Im Allgemeinen haben die Pflanzenfresser eine längere Lebensdauer als die Fleischfresser, und unter unseren Haustieren sind es besonders diejenigen, welche zur Arbeit verwendet werden, die ein hohes Alter erreichen. So starb vor einigen Jahren zu Cromarty ein Esel im Alter von mindestens 106 Jahren. Derselbe kam im Jahre 1779 in den Besitz des damaligen Roß of Cromarty und lebt im Besitz dieser Familie wohl und munter, bis der Schlag eines Pferdes sein Leben endete. Vom Pferd ist bisher noch kein so hohes Alter bekannt geworden, doch werden einige erwähnt, welche ein solches von 40 bis 50 Jahren erreicht haben. Ein altes bekanntes Pferd, welches zum Ziehen der Kanalboote gebraucht wurde, starb zu Warrington im 62. Lebensjahr und ein 38 Jahre altes Pferd in New=York verrichtete bis vor Kurzem noch täglich ähnliche Dienste. Ebenso wird eines Maultieres erwähnt, welches in Philadelphia im Alter von 46 Jahren einging. Leinewand aus Hopfenstengeln ist das Neueste was wir Versuchen im russischen Gouvernement Nowgorod zu danken haben. Dieser Versuch ist über alle Erwartung günstig ausgefallen und dürfte auch den deutschen Hopfenbauern eine rentable Verwendung der sonst werthlosen Stengel eröffnen. Die Faser der Hopfenstengel liefert ein Garn, welches zu Leinewand verarbeitet wird, derjenigen von grober Leinewand aus Flachs oder Hauf sehr ähnlich sieht und vollkommen brauchbar war. Die Aupflanzung von Weiden. Die Aupflanzung von Weiden, die jedem Landwirt auf das Beste empfohlen werden kann, eröffnet der deutschen Landwirtschaft noch ein großes Absatzgebiet. Die in den letzten Jahren mehr und mehr aufblühende Flechtindustrie erfordert ein viel größeres Quantum, als bei uns gewonnen wird, sie ist daher gezwungen, den fehlenden Bedarf aus dem Ausland zu decken. Nach sichern Ermittelungen werden jährlich noch ungefähr 25.000 Zentner Weiden eingeführt, wofür also viele Tausende von Mark nach dem Ausland wandern. Würde man bei uns zu größeren Weidenanlagen schreiten, so würde nicht nur der Bedarf im Inland gedeckt, sondern es könnten auch noch Weiden ausgeführt werden. Da man Weiden wildwachsend nur an Flußufern fand, nahm man allgemein an, daß dieselben nur auf feuchten Boden wachsen können. Die Erfahrung hat indes gelehrt, daß die Weiden, bei dem Erdboden entsprechend richtig getroffener Sortenwahl, unempfinolich gegen Witterung und andere Verhältnisse sind, unter den mißlichsten Umständen gute Erträge liefern und in jedem sandigen, lehmigen und feuchten Boden gedeihen. Wir verfehlen nicht, auf die Weidenkulturen des Herrn Premier=Lieutenant a. D. Kern zu Elze und die der Rittergüter Köstriz in Thüringen hinzuweisen, die eine Reihe der edelsten, für jeden Boden passenden Sorten kultivieren und es sich besonders angelegen sein lassen, allen Interessenten mit Rat und That, Kulturanweisungen 2c. zur Seite zu stehen. Das Aufschwellen und Brennen der Mückenstiche zu verhüten, ist das einfachste, unfehlbar wirkende Mittel das Ueberstreichen der Stelle mit einem trockenen Stückchen Seife, wovon man leicht eine Kleinigkeit mit sich führen kann. Bekanntmachung. Die Herbst=Uebungen der Königlichen 14. Division werden gegen Ende August und im Laufe des Monats September zum Theil im Landkreise Dortmund stattfinden und werden die Gemeinde=Vorstände ersucht, Sorge zu tragen, daß die vorzugsweise zu schonenden Ländereien, welche mit werthvollen Früchten, wie Hanf, Flachs, Klee u. s. w. bestanden sind, insbesondere auch die Holzschonungen, Seitens der Grundbesitzer mit weithin in die Augen fallenden Warnungszeichen— Stangen mit Strohwischen— kenntlich gemacht werden, damit die Truppen solche Felder vermeiden können. Die Gemeindevorstände wollen ferner zur Verhütung von Beschädigungen der Soldaten und Pferde während der Uebungen darauf aufmerksam machen, daß auf dem Terrain Sensen, Sicheln, Eggen 2c. nicht liegen bleiben. Entstehen bei den Truppen=Uebungen Flurbeschädigungen, so haben die betreffenden Grundbesitzer bezw. Pächter sofort nach dem Abzuge der Truppen, ihre Entschädigungsansprüche gemäß§ 16 des Reichsgesetzes über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden vom 13. Februar 1875— Reichs=Gesetz=Blatt Seite 52— bei dem Gemeindevorsteher anzumelden, welcher letztere behufs Vorbereitung der Feststellung der Vergütung nach dem unten mitgetheilen Schema zusammenstellt und am 3. Tage nach dem Abzuge der Truppen zur Abholung Seitens des Amtes bereithält. Auch haben die Beschädigten unmittelbar nach eingetretener Beschädigung die Entscheidung des Ortsvorstandes darüber anzurufen, ob und inwieweit die Aberntung der beschädigten Felder einzutreten hat. Der Ortsvorstand hat die Aberntung anzuordnen, insoweit beim Verbleiben der Früchte auf dem Felde ein höherer, als der durch die Truppen verursachte Schaden entstehen würde, namentlich also bei Früchten, welche dem Verderben ausgesetzt sind. Ordnet der Ortsvorstand die Aberntung vor dem Eintreffen der Abschätzungskommission an, so hat derselbe in Gemeinschaft mit zwei unparteiischen Ortseingesessenen den Stand der beschädigten und abzuerntenden Felder, das Quantum(Fuder u. s..) und die Qualität der übriggebliebenen Früchte und deren etwaige weitere Verwendbarkeit(z. B. als Viehfutter) und den sich hiernach ergebenden Umfang des Schadens festzustellen und über den Befund der Abschätzungskommission Mittheilung zu machen. Ist der Ortsvorstand selbst der Beschädigte, so muß er die Nothwendigkeit der Aberntung vor dem Eintreffen der Abschätzungskommission, sowie den Umfang des Schadens durch zwei unparteiische Zeugen konstatiren lassen. Beschädigungen, welche nicht durch die Truppenübungen selbst, sondern auf andere Weise, im Besonderen dadurch entstanden sind, daß die Betheiligten das rechtzeitige Abernten unterlassen haben, begründen keinen Anspruch auf Vergütung. Arbeiten und Aufwendungen, von welchem die Interessenten gewußt haben, daß sie durch die Truppenübungen der nächsten Tage zerstört werden mußten, begründen einen Anspruch auf Schadloshaltung gleichfalls nicht. Nachweisung der Resultate der Einigung bezw. Schätzung. (Diese Nachweisung dient gleichzeitig als Liquidation.) Großer Kusbrenauf! Um demnächst in meinem neu erbauten Ladenlokal mit fast nur neuen Waaren beginnen zu können, verkaufe vom heutigen Tage an sämmtliche Manufactur=Waaren zu enorm billigen Preisen, und mache ganz besonders auf einen großen Posten Kleiderstoffe, Regenmäntel, Bettzeuge, fertige Herren=Garderobe aufmerksam. Gastrop, den 10. August 1888. L. L. Cohen, im Hause des Herrn C. Herdieckerhoff. Name, Stand und Wohnort des Interessenten Gegenstand der Entschädigung. Rataster oder sonstige Begechn. des beschädigten Grundstücks FlächenInhalt Flur Nr. 4r om. Dorfschaft N Grundbesitzer Johann X u. s. w. Kreis N Roggensaat N 11 10 80 Davon sind beschädigt Ar lgm. Forderung der Beschädigten a 2 Nähere Angabe des durch die Truppen=Uebung verursachten Schadens durch den Verlust an Körnern, Heu, Weide, Bestellungskosten 2c. 00 Hektoliter Einheitspreise Betrag der zu leistenden Entschädigung 4 0 10 Summe der an die einzelnen Interessenten zu zahlenden Beträge K8 Angabe, ob die Entschädigung durch Einigung oder auf Grund förmlicher Abschätzung erfolgt ist 70 Quittung des Interessenten durch eigenhändige Namensunterzeichnung neben den bezüglichen Entschädigungsbeträgen. Die Richtigkeit der Namensunterschrift attestirt N. N. (Charakter.) 1 à 15000 Mark Unter Allerhöchstem Protectorate Baargewinne Ihrer Maj. der Kaiserin, Königin Augusta ohne jeden Abzug. Grosse Kölner Geld-Lotterie der Internationalen Gartenbau-Gesellschaft. mzuct am 12. September /888. Loose à eine Mark empfiehlt und versendet das mit dem alleinigen Vertrieb der Loose betraute Bankhaus Carl Heintze, Berlin., Unter den Linden 3. 22500 Mark. Anmerkung: 1. Gleich nach der Truppenübung fordert der Ortsvorstand die Eingesessenen zur Anmeldung der Entschädigungsforderungen auf. Die Anmeldungen werden vom Ortsvorstand durch Ausfüllung der Kolonne 1 bis 7 zusammengestellt. Kolonnen 6 und 7 sind mit Blei auszufüllen. Wollen die Betheiligten keine bestimmten Entschädigungsforderungen stellen, so bleibt Kolonne 6a unausgefüllt. In gleicher Weise hat die zuständige Civilbehörde dem selbstständigen Gutsbezirke gegenüber zu verfahren. Die Nachweisungen sind von dem Ortsvorstande beziehungsweise der zuständigen Civilbehörde der Abschätzungskommission bei ihrem Eintreffen zur Prüfung und weiteren Ausfüllung vorzulegen. Der Ortsvorstand muß beim Schätzungstermine anwesend sein. Die Nachweisungen sind am Schlufse mit Ort und Datum zu versehen und von sämmtlichen Mitgliedern der Abschätzungskommission zu vollziehen. 2. Haben die Abschätzungen nur geringen Umfang oder sind nur wenige Interessenten betheiligt, so ist die Nachweisung entbehrlich, jedoch müssen dann die entsprechenden Angaben aus dem Protokoll zu entnehmen sein. Letzteres ist der Zahlungsanweisung der Intendantur zu Grunde zu legen. 3. Für Abschätzungen, auf welche dies Schema nicht ohne Weiteres paßt, ist ein entsprechendes Schema zu entwerfen. 4. Die Ausfüllung der Spalte 11 erfolgt erst bei Auszahlung der Entschädigungsbeträge. Reicht der Raum der Spalt für die Quittirung der Beschädigten nicht aus, so ist besondere Quittung beizubringen. Dortmund, den 4. August 1888. Landrath: I. V. Peters. Jeder Bestellung sind 20 Pfg. für Porto und Gewinnliste(für Einschreiben 30 Pig.) beizufügen. Meilegramme auf Briefbogen, Karten und Couverts liefere in geschmackvoller Ausführung. Ph. Culbart’s Buchdruckerei. Sralte 11 Lrnauntmachung. Am Donnerstag, den 23. August, Morgens 10½ Uhr, gelangen zu Holthauser=Bruch bei Castrop meistbietend gegen Baarzahlung zum Verkauf: ca. 1 Morgen Roggenfrucht, ca. 1 Morgen Haferfrucht. Zusammenkunft in der Nöthe'schen Wirthschaft daselbst. Küster, Gerichtsvollzieher. Anm Terpachtung. 1) Donnerstag, den 23. August, Nachmittags 3 Uhr, beim Wirth Schimmel in Mengede: anderweite Verpachtung der Mengeder u. Netter Länderei, 2) Dienstag, den 28. August, Nachmittags 3 Uhr, beim Wirth in Kirchsinde: der Kirch= und Frohlinder Länderei. Gräfl. von Bodelschwingh=Plettenbergsche Rentei. Gras Hernauf. Donnerstag, den 23.ds.., Nachmittags 5 Uhr, werde ich für Herrn W. Schlingermann zu Obercastrop in dessen Hofeswiese: ca. 12 Morgen vorzüglich. meistbietend nummernweise gegen Credit verkaufen. Castrop, den 17. August 1888. Göttinger. SchuhwaarenAusverkauf. Ein großer Posten zurückgesetzter Schuhwaaren wird, um damit zu räumen, zu ganz billigen Preisen abgegeben. Mache besonders auf einen Posten Damenstiefel aufmerksam. C. Kampmann, Schuhmachermeister. Seltener Gelegenheitskaut. Ein herrliches, kreuzseitiges Salon=Pianino (ganz neu) ist Umstände halber sofort sehr billig bei mir zu haben. Hilger, Bochum, Marienstraße 6. Auf dieses so überaus prachtvolle und dauerhafte Instrument mache die Herren Lehrer und sonstigen Liebhaber eines guten Pianinos ganz besonders aufmerksam. Das äkteste und größte S 6r.„e. 54s William Lübeck in Altona versendet zollfrei gegen Nachnahme(nicht unter 10 Pfd.) gute nene Bettfedern für 60 Pfg. das Pfund, vorzüglich gute Sorte Mk. 1,25, prime Halbdaunen n. M. 1,60 u. 3M., reiner Flaum nur M. 2,50 u. M. 3. Bei Abnahme von 50 Pfd. 5% Rabatt. Umtausch gestattet. Prima Inlettstoff zu einem großen Bett(Decke, Unterbett, Kissen u. Pfühl), zusammen für nur 14 Mark. A Perige Beltenl Complette Betten N...30 Complette Betten Ns. 2 M. 35, Complette Betten M8..40, 24 Complette Betten N8.044 46, #4 Complette Betten Ns. 5 MA 55, Complette Betten Rs. 6MA. 65, Bettfedern Pfd. v. 75 Pf. an, Fertige Bettbezüge v. 3 M. an, Betttucher m. Rand v. 1 M.„ Große Bettspreiten v. 1¾4 M. Große Strohsäcke v. 1½ M. Eiserne Bettstellen v. 6 M. ### Matratzen m. Keilkissen v. 7 Jedes Bett besteht aus Oberbett, Unterbett, Pfühl und 2 Kissen, hergestellt aus prima Stoff und gefüllt mit nur staubfreien Federn. 4 Einzelne Betttheile werden zu gleich # niedrigen Preisen abgegeben; Bar# chende, Bettzeuge, Leinen, Gardienen E. u. ingrößter Auswaht außergewöhnlich billig. N.& USchesteh Dortmund, Rheinische Strasse 11. A A # billig und Holstein. Holländer, à Ctr. 23 4 Holstein. Edamer à Ctr. 28 4 ab hier gegen Nachnahme empfiehlt Jul. Werner, Neumünster i. H. 10 Pfund=Probepostcolli 3 4 und K 3,50 franco jeder Poststation. 558888888888 0 Für Gastwirthe! Servietten 0 in schöner Ausführung 0 bilig bei Ph. Culbart. 1000000 Ha brralethra. Auf Lappen=Hof in Habinghorst, zwischen Castrop=Bahnhof und Henrichenburg gelegen, sind auf 1. Noobr. d. Is. mehrere Wohnungen zu vermiethen. Jeder Wohnung kann nach beliebiger Größe Weide, Garten und Ackerland beigegeben werden. Näheres ertheilt H. Kleinalstede. Katholischer St. Barbara=KnappenVerein Castrop. Die auf den nächsten Sonntag, den 26. ds. Mts., fallende monatliche Versammlung findet wegen des Turnerfestes erst am 2. September, also acht Tage später statt. Castrop, den 22. August 1888. Der Vorstand. Din derkris. Dr. Schulte- Langforth. HXX Drei Wohnungen Formulare: stets vorräthig bei Ph. Culhart. Feinste gebr. Kaffee's aus der Dampf-Kaffee-Brennerei von A. Zuntz sel. Wwe. Lieferant mehrerer Höfe, Bonn, Berlin u. Antwerpen. Alleinige Niederlage in Castrop bei Herrn Hermann Todebusch; auf Zeche Graf Schwerin bei Herrn H. Fürtges. je 3 Räumen im 2. Stock in der Nähe Zeche Lothringen zu vermiethen. bei Wirth J. Senft, von der Zu erfahren Bövinghausen. per 1. November gesucht von Frau S. Kleeberg, Lastrop. glb in aesenicent rtung D des Wienstmadchens wird auf sofort ein anderes gesucht von Frau Verhoeven, Beche Erin. S Futter gefunden, welcher gegen Erstattung der Insertionsgebühren in Empfang genommen werden kann bei Johann Laupüchler, am alten Bahnhof bei Vogt. Am Renntage ein Regenschirm gefunden. Von wem, sagt die Exp. Wir unterzeichneten Forstbesitzer in der Gemeinde Holthausen verpflichten uns, Demjenigen, welcher Forsfrever, soweit sie in der Gemeinde Holthausen begangen werden, zur Anzeige und zur gerichtlichen Bestrafung bringt, die uns zustehenden Strafen und Werthersatzgelder zu zahlen. Holthausen, den 24. Mai 1888. Heinr. Haacke, Sehrbrock, H. Heermann, Hermann Böckmann, W. Heermann, Ww. Bethacke, H. Wiesche, Anton Eckmann, Kettling, Kämper, W. Heiermann, Bethacke gen. Stromberg, Büscher gen. Gülker, D. Döhmann, H. Lueg, H. Tappe, Westerbusch, W. Gülker, Beckmann, Herntrey, Sehrbrock gen. Vortmann.