r im Traber= in Frage komfort, so daß hier „Platz" laufen len Bahnen der tfreunde werden veinen, denn sie zeben. Bei dieser darum daß der iß. Nun erlebte eines aussichtsauch in der Tat isiko einen Konum dann totsicher Is heißer Favorit große Publikum eine kleine Quote oder gar nur te“ Fahrer dann das zehnfache seiklich ein Anreiz. n ist diese Wette es könnte jedoch og. Einlaufwette e bringt ein bein Rennsport und rn doch Begriffsht mahnen. Denn ck nun einmal ist. raucht der Rennt zu werden. Bei e nun auch das te sich das Hauptrte Oriane Wileine Tochter des ams, die anscheidat. Ihr Trainer, en übergesiedelte große Stücke, daß üfung, das MataUs darf man auf varzen Stute georträge Uhr:„Maria 19.45 Uhr:„Auf28. 12., 17—19.45 17—19.30 Uhr: 30. 12., 17—19.45 donnerstag, 31. 12., ung:„Der Raub u. P. v. Schön::„Der Raub der 16.30—19.45 Uhr: „ 16—19.45 Uhr: 19.45 Uhr:„Der Oper gefunden tliche Entdeckung ivera im südlichen alte Notenschrift ginal der erstAire Matan“ v. entstammt dem 17.1 il der berühmte BR M 68. Jahrgang! Kastroper Zeitung Kaureler Neueste Nachrichten Rummer 302 Donnerstag, den 24. Dezember, und Weihnachten 1943 es Romreise läßt eine italieturfilm entstehen, alienischer Reise“ e Denkmäler das Straßen Roms sie zu der Zeit den Mauern der Filmstreifen u. a. siazza del Popolo. ipitol, die Petersaufweisen. gsanzeigen lie Weihnachtsauserbitten wir mögfrühzeitig DTANZEIGER auzel u. Umgebung üche werden noch (W51 lauchen s sagt die GeDer„Stadtanzeiger“ erscheint wöchentich bmal Wochenbezugspreis 50 Pig. Postbezugspreis.— KM monatl Druck and Verlag 2 2t. J. Th Kartenberg. ferne. Hauptschrifteiter Willi Franke. c. Zt. Wehrmacht. Verantwortlich für Polltik. Kunst und Wissenschaft I. V. Otto Pohle. WanneZickel verantwortlich für die örtl. sportlichen u. prosinziellen Mitteilungen Fr. Jos. Pruys. Sastr-Rauzel. Sa.Nr 2131 Castrop. Anzeigenpreis 1 mm noch und 22 mie preit 4 Pig. Nachas nach den vom W..W. herausgesebenen Richtlinien. k. 2e. glle Preisliste Nr. 1. Alle Bilder, soweit nicht anders angegeben. Schart. Der Hroge Clirug. das Leih Unersprießliches„Weihnachtsthema“ auf der Gegnerseite uno auftI.! — Nichts als jüdische Profitgier! Spannungen— sogar um Kupferdraht Unbrauchbar und noch mehr!— Englische Presse flickt den USA etwas am Zeuge Drahtbericht unseres om Berlin, 24. Dezember. Seit Beginn Spannungen im Verhältnis zwischen England und den USA berichtet die englische Presse mit sichtlicher Genugtuung über Vorkommnisse in den Vereinigten Staaten, die auf die Kriegsindustrie ein schlechtes Licht werfen. So wird jetzt auf diesem Wege bekannt, daß die Sowjetunion sich offiziell in Washington darüber beschwerte, daß 50 Prozent des von Amerika gelieferten Kupferdrahtes schadhaft gewesen seien. Die darauf gegen eine amerikanische Kabelgesellschaft eingeleitete Untersuchung führte zu Anklagen gegen 5 Vorstandsmitglieder der Gesellschaft wegen Betrug. Die Anklageschrift stellt fest, daß die sowjetische Beschwerde begründet war und daß in der Tat unbrauchbarer Kupferdraht an die Länder geliefert wurde, mit denen die USA sogenannte Leih=PachtVerträge abgeschlossen hat, also nicht allein an die Sowjetunion, sondern auch an England, Tschungking=China und die übrigen Staaten, denen die USA zum Teil unerbeten die Lieferungsverträge diplomatischen Mitarbeiters der aufgenötigt haben. Besonders interessant sind die weiteren Feststellungen der Anklageschrift, die ossenbar zur Beruhigung der öffentlichen Meinung dienen sollen, daß die Wachsamkeit der militärischen Juspektion es verhindert habe, daß ungeheure Mengen minderwertigen Kupferdrahtes auch an die amerikanischen Truppen in Uebersee gesandt wurden. Es geht daraus hervor, daß sich die amtliche Kontrolle auf diejenigen Lieferungen beschränkt, welche für den eigenen Heeresbedarf bestimmt waren, während man nichts tat, um die Verbündeten gegen diesen gefährlichen Betrug zu schützen. Die Enthüllung dieses amerikanischen Skandals durch die englische Presse ist ein neuer Beweis für die Skrupellosigkeit, mit der das profitgierige amerikanisch=jüdische Kapital die Kriegskonjunktur ausnutzt und wie wenig es dabei von den staatlichen Instanzen gehindert werden kann, weil die ganze Politik der Vereinigten Staaten auf dem Gesichtspunkt wirtschaftlicher Vorteile aufgebaut ist. * Vorstoß eines Kongreß-Abgeordneten „Am Stalin bei der Stange zu halten“—„Eine Gefahr für die 1821!“ ——Telegramm auseres Lissaboner Mitarbeiters Ein Weihnachtsgruß aus der Helmat be Seiane eiel PK=Kriegsberichter Schnitzer unseres kb Lissabon, 24. Dezember. In den Kreisen des neuen USA=Kongresses wird mit größtem Mißtrauen die Methode beobachtet, nach der die Verwaltung des Leih=Pacht=Systems Anlagen von größter Bedeutung in den USA den Sowjets verkauft. Der politische Zweck dieses Geschäftes ist klar: um Stalin bei der Stange zu halten, müssen die USA Material liefern, damit die großen industriellen Verluste der Sowjets im Herbst dieses Jahres zum Teil ausgeglichen werden können. Nachdem auf diese Weise die Gummireisenfabrik von Ford, in Detroit die Benzinraffinerien von Douglas, in Santa Monica ganze Eisenbahnanlagen und andere auch in den Vereinigten Staaten knapp gewordenen technischen Anlagen abgebrochen wurden und auf Verschiffung warten, soll jetzt auch eine große Turbo=Generator=Anlage in Long Beach(Kalifornien) denselben Weg wandern. Dagegen hat die kalifornische Bevölkerung aufs heftigste protestiert; ihr Vertreter im Kongreß, der Abgeordnete Johnson, erklärte:„Das kann nicht mehr so weiter gehen. Der Kongreß muß mit diesen Zuständen Schluß machen. Die Leih=Pacht=Verwaltung ist zu einer Gefahr für den Maschinenbestand der Nation geworden. Die Situation verlangt eine Ergänzung des LeihPacht=Gesetzes. Das Volk hat ein Recht, wenigstens zu wissen, was ihm fortgenommen wird. Die Weilacktsreise Von unserem diplomatischen Mitarbeiter Bürokraten der Leih=Pacht=Verwaltung lassen in aller Heimlichkeit Fabriken abreißen und niemand erfährt etwas über diese Dinge, bevor die amtliche Bekanntgabe erfolgt; dann aber ist es zu spät“. Die Turbo=Generator=Anlage von Long=Beach ist für die kalifornischen Obst= und Gemüsebauern von lebenswichtiger Bedeutung; wenn die Trockenperiode im Juni beginnt, versorgt sie weite Gebiete mit zusätzlicher Kraft für die Heranziehung des notwendigen Wassers. Auch die„Perle“ aus der Krone! Ceylon verlangt volle Unabhängigkeit □ Stockholm, 24. Dezember. Nach einem aus Colombo datierten Bericht des Londoner„Daily Herald“ verlangt jetzt auch Ceylon die volle Unabhängigkeit von England. Die Kongreßpartei, so heißt es in dem Bericht, habe auf einer Tagung in Candy ihre früheren Forderungen nach der Gewährung des Dominien=Status durch einen Mehrheitsbeschluß abgeändert und jetzt volle Unabhängigkeit von England gefordert. Gleichzeitig sei eine Entschließung angenommen worden, derzufolge die vereinigten Nationen baldmöglichst eine bindende Erklärung abgeben sollen, Ceylons Freiheit nach dem Kriege zu garantieren. om Berlin, 24. Dezember. In diesen Tagen, die, soweit es die Verhältnisse erlauben, stiller Besinnlichkeit gehören, werden viele Millionen Menschen auf der ganzen Erde geneigt sein, alles das, was sie seit über drei Jahren bewegt, auf die eine Schlüsselfrage zurückzuführen, warum es so gekommen ist, warum die Welt nach einem Scheinfrieden von nur zwanzig Jahren in einen neuen großen Krieg verwickelt wurde. Der enalische Rundfunk hat kürzlich die Antwort darauf gegeben, als er erklärte, England und Frankreich seien die einzigen Mächte gewesen, die aus freiwilligem Entschluß und ohne dazu gezwungen zu sein. den Krieg an Deutschland erklärt hätten. Wir können heute an eine bisher nicht beachtete Evisode in dieser Entwicklung erinnern, weil es gerade die Tage um Weihnachten waren, in denen die Entscheidung für den Krieg fiel. Im Dezember 1938 konnte Europa zum ersten Mal seit 24 Jahren hoffen. ein wirkliches Friedensfest feiern zu dürfen, auf dem nicht mehr die Schatten des Weltkrieges und neuer Verwicklungen lasteten. Die Atmosphäre des Münchner Abkommens schien trotz der englischen Aufrüstung und der Haltung des amerikanischen Präsidenten die Gegensätze zwischen Deutschland und Frankreich dauernd gebessert zu haben. Die Dor anserer Aowehr Jusannneuge Dagegen deutscher Einbruch zwischen Don und Wolga- Die Kämpfe in Nordafrika Von unserem militärischen Mitarbeiter Raum südlich von Rschew konzentriert, aber auch v. worden. Eine kurze Ruhepause ibt der Bedienungsmannschaft dieses Granatwerfers Gelegenheit, schnell eine Zigarette zu rauchen.#### sche Die Hauptcharakteristik der Kampflage sind hier wie an der gesamten Ostfront die auhaltenden sowjetischen Panzerverluste, deren verblüffend hohe Zahlen der Wehrmachthericht meldet. Aus den Ziffern spricht ebenso sehr das sichere Funktionieren der deutschen Abwehrfront wie die Tatsache, daß alle sowjetischen Offensivbemühungen letzten Endes zerschellen, auch wenn sie vorübergehend einmal zu einem Einbruch geführt haben. Das typische Bild der beweglichen deutschen Abwehr tritt immer wieder in Erscheinung. Nachdem bei Toropez zum ersten Male ein planmäßig durchgeführter deutscher Gegenangriff in die sowjetische Offensive hineinstoßend zu einem beträchtlichen Erfolg geführt hatte, sehen wir an allen Fronten die Initiative immer wieder in die deutsche Hand übergehen. So wurde aus dem Raum nördlich der bolschewistischen Großoffensive, also am Ilmen= und Ladogasee, in den letzten Tagen wiederholt von Kämpfen berichtet, bei denen die deutsche Führung das Gesetz des Handelns diktierte. Wenn es sich hierbei auch im wesentlichen nur um starke Erkundungsvorstöße handelte, so kam es doch wiederholt zu harten Kämpfen, in deren Verlauf unsere Truppen immer wieder den Sowiets Stellungen entrissen und Frontverbesserungen erreichen konnten. Südlich der sowjetischen Offensivfront schienen die Angriffe bei Rschew von Seiten des Gegners nach den schweren blutigen Verlusten der letzten Tage eineestelt zu sein. ui I. En Wite###nd Im anschließenden Abschnitt des mirttele Dou hat der Gegner bekanntlich— ansangs Die vortastend, dann aber in ständig wachsender Stärke — eine neue Offensive eingeleitet, die zunächst von italienischen Divisionen kraftvoll abgewiesen wurde. und den Sowjets hohe Panzerverluste und gewaltigen Blutzoll einbrachten. Der zugefrorene Don bildet kein Hindernis mehr, so daß sich die Kämpfe an einzelnen Stellen auf das westliche User verlagert haben. Trotz hartnäckiger Abwehr ist es dann bei dem gewaltigen Einsatz der Bolschewisten an einzelnen Brennpunkten gelungen, die deutscheitalienischen Linien nach Süden zu Portsetsuns 2. polltische Seite historische Kernfrage des europäischen Friedens wäre damit gelöst worden, denn ohne die Hilfe Frankreichs hätte keine europäische oder Macht es gewagt, Deutschland anzugreifen. französische Ministerpräsident Daladier hatte nach München auf dem radikalsozialistischen Paxteitag in Marseille die Parole ausgegeben: Das Imperium ist das Schicksal und die Zukunft Frankreichs. Diese Proklamation konnte nur den Sinn haben, und wurde auch in Frankreich dahin gedeutet, daß die Außenpolitik der Republik auf ihren Anspruch verzichtete, die politische Kontrolle über die Angelegenheiten Mittel=, Ost= und Südeurovas ausz üben und jede natürliche Entwicklung dort zugunsten Deutschlands als Kriegsfall anzusehen. Am 6. Dezember unterzeichneten der Reichsaußenmini ster von Ribbentrop und der französische Außenminister Bonnet in Paris eine denserklärung. in der die deutsch=französische Grenze für endgültig erklärt und eine gegenseitige Verständigung über alle Fragen vereinbart wurde, die zu internationalen Schwierigkeiten führen könnten. Deutschland hatte damit das schwere Opfer des Verzichts auf Elsaß=Lothringen erneut bekräftigt und durfte erwarten, bei der Losung der mittel= und osteuropäischen Probleme, die sich in einem geographisch und wirtschaftlich unhaltbarem Zustand befanden. nicht auf die Feindschaft Frankreichs zu stoßen. Zu diesen gehörte in erster Linie die Frage der Freien Stadt Danzig und des volnische Korridors. Das Deutschland sie eines Tages aufgreifen werde, wurde in Paris. London und Washington erwartet. Wir wissen aus neueren Veröffentlichungen, daß Roosevelt nach seiner ersten Wahl im Jahre 1932 eine Lösung der Korridorfrage, wie sie Deutschland dann im Jahre 1939 vorschlug, also durch Schaffung souveräner deut; scher Verbindungswege zwischen dem Reich und Ostpreußen, für durchaus berechtigt und annehmbar gehalten hatte und erst später in dieser Frage den willkommenen Anlaß zur Entfesselung eines europäischen Krieges sah. Am weniasten durfte Polen selbst erwarten, das verhängnisvolle G schenk des Versailler Vertrages unverändert seine Zukunft mitnehmen zu können. Es hatte durch das Münchner Abkommen seine Gebietsansprüche an der tschechoslowakischen Grenze befriedigt gesehen und stand nun vor der schicksalhaften Entscheidung, sein Verhältnis zu Deutschland durch einen vernünftigen Ausgleich über Danzig den Korridor dauernd friedlich zu gestalten. deutsch=französische Friedenserklärung war, wenn sie von Frankreich ernstlich gemeint war, geradezu eine Aufforderung und Mahnung an Polen. diesen Weg zu beschreiten. wurde sie auch in Warschau aufgefaßt: allerSo wurde sie auch in Warschau aufgefaßt: dings zog die polnische Regierung oaraus andere Folgerungen. Ende Dezember meldeten französtsche Zeitungen, daß der volnische Außenminister Beck ursprünglich Gefolgsmann des Marschalls Pilsudski. nach dessen Tod aber in das Fahrwasser der deutschfeindlichen großpolnischen Kreise gezwungen, seinen Weihnachtsurlaub an der kranzösischen Riviera verbracht habe. Die Pariser Kriegspresse, die das Münchner Abkommen bekämpfte, betonte dabei ausdrücklich, daß Beck in Paris nicht Aufenthalt genommen habe, mit französisches Amtsstellen nicht in Fühlung getreten sei, und beschuldigte den Quai’Orsan der Vernachlässigung der Beziehungen zu Polen. Am 5. Januar erschien Beck auf der Rückreise aus Frankreich auf dem Obersalzberg beim Führer. und Ende Januar hatte Reichsaußenminister von Ribbentrov in Warschau die ersten Aussprachen über eine Lösung der Korridorfrage, bei denen sich bereits die völlige Intransigenz der volnischen Regierung herausstellte: Die Erklärung dafür ergab sich erst später: Jene Meldung der französischen Rechtspresse, daß Beck nur die Riviera besucht, das amtliche Frankreich aber„geschnitten“ habe, war unwabr. In Wirklichkeit hatten geheime Besprechungen stattgefunden, in denen sich der polnische Außenminister die Gewißheit holte, daß er Frankreich und Enaland hinter sich haben werde, wenn er Deutschland in der Korridorfrage die kalte Schulter zeigen werde. Die Bürokratie des französischen Außenministers war bereits über Daladiers imverialers Programm und die Erklärung vom 6. Dezember zur Tagesordnung übergegangen und hatte ihre alte Politik der Allianzen mit den europäischen Oststaaten wieder ausgenommen. Schon im Verlauf des Dezember hatte sie gemeinschaftlich mit England durch einen diplomatischen Schritt in Berlin gegen eine Aenderung des Memelstatuts protestiert und sich dabei auf die Konsultationsvervflichtung der deutsch=französischen Friedenserilärung berufen; gleichzeitig hatte Frankreich durch Rangerhöhung des Gesandten in Bukarest zum Botschafter sein Interesse an Südosteurova auffällig betont und damit zu verstehen gegeben, daß Deutschland bei seinem„Drang nach dem Südosten" nach wie vor auf den französischen Widerstand stoßen werde. Schon im Januar nahm die polnische Regierung in Galizien, Westvreußen und selbst im Teschener Gebiet, dessen Erwerbung es Deutschland verdankte, seine Politik der Unterdrückung des Deutschtums wieder mit verstärkter Energie auf. In den ersten Tagen des Januar tagten in Washinaton die Militärausschüsse des Parlaments in geheimer Sitzung, der die Berichte der Botschafter in Paris. London und Berlin zugrunde lagen. nachdem schon am 13. Dezember der ehemalige britische Außenminister Cden, neben Churchill das Haupt der Kriegspartei, von Präsident Roosevelt empfangen worden war. Die Umrisse des Komvlotts und der später vertraglich befestigten Einkreisung Deutschlands waren fertig, als kaum die Unterschrift Frankreichs unter der Urkunde getrocknet war, durch die der europäische Frieden gesichert zu sein schien. Alles, was später geschah, die englische Garantieerklärung an Polen, die sich bis zur Unerträglichkeit steigernden Provokationen Deutschlands durch Polen, die Ablehnung des deutschen Korridorprosektes im August und die englisch=französische Kriegserklärung vom 3. September 1939, lassen sich so zurückführen auf die Weihnachtsreise des volnischen Außenministers Beck und auf das geheime Weihnachtsgeschenk, daß er dabei von der französischen Regierung erhalten hatte, die nach einer kurzen Zeit der Selbstbesinnung wieder zu ihrer alten Politik zurückgekehrt war. Am 6. Dezember hatte es den Anschein gehabt, daß eine Sternstunde der europäischen Geschichte und Menschheit geschlagen habe; wenige Tage später, an Weihnachten, wurde diese Hoffnung zunichte. Schon das nächste Weihnachtsfest erlebte der polnische Staat nicht mehr, und Frankreich feierte das letzte Mal in seiner alten Form. In der Reihenfolge ihres Verschuldens wurden sie von der Rache der Geschichte erreicht! Blaue Fliegerstaffel in Madrid Seterich bearier Madrid, 24. Dezember. Auf dem Militärflughafen Getafe bei Madrid fand am Mittwoch durch den spanischen Luftfahrtminister General Vigon die offizielle Begrüßung der Blauen Fliegerstaffel statt, die vor wenigen Tagen unter dem Befehl des Major Salvador von der Ostfront zurückkehrte. Der Kommandeur des Luftkreises Madrid, General Gallarza, verlas einen Tagesbefehl des Ministers, in dem den Freiwilligen der Dank für ihr tapferes Verhalten an der Ostfront ausgesprochen wurde. Zum Schluß der Feier nahm General Vigon den Vorbeimarsch der Ehrenformation ab. in deren Mitte die heimgekehrten Ostkämpfer marschierten. Halastina=Sechandlangen in London Um den künftigen großsüdischen Staat- Natürlich steckt Roosevelt dahinter! Drabtbericht unseres ständigen Mitarbeitere re Ankara, 24. Dezember. Aus diplomatischen Kreisen wird bekannt, daß augenblicklich in London zwischen maßgebenden jüdischen Vertretern Palästinas und der britischen Regierung Verhandlungen über die künftige Gestaltung Palästinas als großjüdischer Staat geführt werden. An diesen Verhandlungen nehmen auch Delegierte der zionistischen Weltkommission teil. Von jüdischer Seite seien in London bereits vor langer Zeit bestimmte und sehr weitgehende Forderungen überreicht worden, deren Erfüllung noch während des Krieges in Form einer„feierlichen und bindenden Erklärung der britischen Regierung" verlangt wird. Es heißt, daß auf die Londoner Verhandlungen ein starker Druck Roosevelts ausgeübt werde. Engländer in Dakar unerwünscht □ Stockholm, 24. Dezember. Die Ausschaltung jeglichen britischen Einflusses auch in Dakar hat den britisch=amerikanischen Interessenstreit in Nord= mittel, Bekleidungsan# akrika noch weiter zugespitzt. So zeige sich, schreibt vergangenen Jahr war Mexiko eines der billigder Korrespondent des„News Chroniele“ aus sten Länder in Amerika. Seitdem sind jedoch die Britisch=Gambien, daß der Einfluß der USA auch Wohnungsmieten um 100 Prozent, Kleidung und in Dakar führend sei. Während amerikanische Schuhe um 75 Prozent und Lebensmittel um 60 Journalisten z. B. sofort nach ihrem Eintreffen an. Prozent teurer geworden. der Westafrika=Küste Einlaß nach Dakar fänden, hätten britische Korrespondenten bis zu fünf Wochen gewartet und bis heute noch keine Erlaubnis erhalten. Die britischen Beziehungen zu diesem ehemals französischen Stützpunkt seien weit davon entfernt, herzlich zu sein. Der Korrespondent fügt zum Schluß seines Berichtes hinzu, daß die Amerikaner es bisher nicht hätten bewerkstelligen können, annehmbare Verhältnisse in Dakar zu schaffen. Französische Patrioten sowie Engländer säßen nach wie vor in Gefängnissen und der Mangel an Lebensmitteln und Medizin trete immer offener zu Tage. Protestkundgebung gegen Teuerung in Meriko Madrid, 24. Dezember. Wie EFE aus Mexiko=Stadt meldet, versammelten sich dort 20 000 mexikanische Arbeiter zu einer Protestkundgebung gegen die gewaltige Teuerung der Lebensmittel, Bekleidungsartikel und Mieten. Bis zum Schiberenampfeammittieren Vonhattenau Hohe Verluste der Sowiets zwischen Wolga-Von und in Stalingrad dnb Aus dem Führerhauptquartier, 24. Dezember. Das Oberkommando der Wehrmacht gab gestern bekannt: Deutsche Panzertruppen stießen nördlich des Terek, nachdem sie starke seindliche Angriffe blutig abgewiesen hatten, dem weichenden Gegner nach, brachten über 400 Gefangene ein und schossen einen Panzerzug in Brand. Bei erneuten vergeblichen Augriffen zwischen Wolga und Don und Bomber, die eingesetzt waren, um die deutsche Frout zu erschüttern, wurden von unseren Fliegerstaffeln vertrieben und reihenweise vernichtet. Auch an diesem Brennpunkt der Winterschlacht hat der Gegner also sein operatives Ziel nicht erreicht. Im gesamten Raum am Wolgaknie und im großen Donbogen zeigt sich eine Verschiebung der Initiative, die der überlegenen deutschen Kriegführung und der Kraft und dem EinsatzwilReichsminister Dr. Hoebbels spricht Welhnachtssendung des Grohdeutschen Rundfunks □ Berlin, 24. Dezember. Eine Weihnachts=Ring= sendung des Großdeutschen Rundsunks vereinigt wieder wie in den Vorjahren am Weihnachtsheiltgabend ab 19.20 Uhr Front und Heimat zu einem Gemeinschaftserleben von ganz besonderer Art. Zusammen mit dem Oberkommando der Wehrmacht sind von den Rundsunkschaffenden in den Propaganda=Kompanten und in den Funkhäusern alle Anstrengungen gemacht worden, um an diesem Abend die räumliche Trennung zwischen Front und Heimat zu überwinden. Rund 50.000 Kilometer Leitungswege werden geschaltet, so daß vom Eismeer bis zum Kaukasus, von der Wolga bis weit in den Atlantik hinaus die Stimmen der kämpfenden Fronten sich mit denen aller heimatlichen Gaue vereinigen können. Geschlossen treten 100 Millionen. Deutsche über die Schwelle der deutschen Weihnacht und hören auf dem Höhepunkt des gemeinsamen Erlebens um 21.00 Uhr die Weihnachtsansprache von Reichsminister Dr. Goebbels an das deutsche Volk. Die Weihnachtssendung des Großdeutschen Rundfunks wird mit einem festlichen Konzert abgeschlossen, in dem Les Preludes von Franz Liszt, das Vorspiel zur Oper„Lohengrin" von Richard Wagner und das Weihnachtslied„Hohe Nacht der klaren Sterne“ von Hans Baumann zu Gehör gebracht werden. Vier neue Ritterkreuzträger des Heeres □ Berlin, 24. Dezember. Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Oberst Alexander Vial, Kommandeur eines GrenadierRegimetns: Major Karl Lorenz. Kommandeur des Pionierbataillons„Großdeutschland". Oberleutnant d. R. Gerhard Türke, Komvaniechef in einem Grenadier=Regiment. Oberfeldwebel Bruno Kohns. Zugführer in einem Jäger=Regiment. Deutsche Kriegsgefangene und zivilinternierte grüßen die Heimat □ Berlin, 24. Dezember. Auf die Glückwunschtelegramme des Deutschen Roten Kreuzes haben griffen zwischen Wolga und Don und Kriegführung und der Kraft und dem Einsatzwil-stzn#r Hagem hem heutschen Kriegsgefangenen und in Stalingrad erlitten die Cowjets hohe Ver= len der deutschen Truppen entspringt. Zwischen einige rager der deutschen Kriegsgefange luste.. Don und Wolga ist der Durchbruch durch die Zivilinternierten bereits telegraphisch gedankt und sowjetische Verteidigungsstellung Schritt für das Deutsche Rote Kreuz gebeten, der Heimat. und Schritt vertieft und der Gegner nach Nordosten besonders den Angehörigen, herzliche Weibnachtsüber einen wichtigen Flußabschnitt zurückgeworfen grüße und beste Neujahrswünsche zu Am mittleren Dou halten die schweren Kämpfe an. Bei Woronesch drangen deutsche Truppen über den zugefrorenen Fluß in die feindlichen Stellungen ein und zerstörten dabei zahlreiche Unterstände. Die Besatzungen wurden vernichtet oder gesangengenommen, Gegenangriffe zum Teil schon in der Bereitstellung zerschlagen. Im mittleren und nördlichen Frontabschnitt Kämpfe von örtlicher Bedeutung bzw. Späh= und Stoßtrupptätig= men. keit. Angriffe gegen den Stützpunkt Welikije=Luki scheiterten an der tapferen Haltung der deutschen Besatzung. In Libyen wurden feindliche Stoßtrupps vernichtet. Deutsch=italienische Kampfgruppen warfen in Tunesien den Feind aus zäh verteidigten Bergstellungen. Zahlreiche Gefangene und Beute wurden eingebracht, eine feindliche Schwadron aufgerieben. Ostwärts Bougie wurden zwei große Transportschiffe, darunter ein Fahrgastschiff von 12 000 bis 15 000 BRT., bei einem Angriff deutscher Kampfflieger in Brand geworfen. Zerstörerflugzeuge erzielten Bombentreffer auf einem feindlichen Unterseeboot. Mit seinem Verlust ist zu rechnen. Bei Nacht wurden die Hasenanlagen von Bone und ein Flugstützpunkt in Algerien bombardiert. Einzelne britische Flugzeuge unternahmen bei Tage und in der vergangenen Nacht wirkungslose Störangriffe auf nordwestdeutsches Gebiet. Dabei wurden zwei, an der französischen Küste ein Flugzeug abgeschossen.— Im Süden Englands belegten Kampfflugzeuge am Tage mehrere Orte mit Spreng= und Brandbomben. Am 17. Dezember wurde bei Bordeaux ein englischer Sabotagetrupp noch vor der Ausführung seines Auftrages gestellt und vernichtet. Vor unserer Abwehr zusammengebrochen Portsetzung von der 1polltisch. Seite durchbrechen. Im Anmarsch befindliche deutsche Reserven haben in vorbereiteter zweiter oder dritter Stellung diese Einbrüche sofort aufgebrochen und abgeriegelt. Feindliche Schlachtflieger und worden, den deutsche und rumänische Truppen nunmehr halten. Die an anderen Stellen der Wolgafront einsetzenden bolschewistischen Vorstöße, die auch wieder heftige und harte Kämpfe auslösten, brachen in der deutschen Abwehr zusamDas gleiche gilt von den schweren Kämpken, die seit Tagen im großen Donbogen geführt werden. Der Versuch der Sowiets, mit schwerstem Materialeinsatz an weniger umkämpften Abschnitten zum Einbruch zu kommen, ist völlig gescheitert. Bemerkenswert ist, daß wieder lebhafte Kämpfe im Ruinengebiet von Stalinarad gemeldet wurden.— Im Kaukasus haben die Kämpfe erheblich nachgelassen. Die Versuche der Bolschewisten, an der Schwarzmeerküste im Raum von Noworossiisk hinter der deutschen Front zu landen, hatten ebenso wenig Erfolg wie die Angriffsunternehmungen im Raum von Tuavse. Im Terekgebiet gingen allerdings die sowjetischen Angriffe schon über örtlichen Charakter hinaus. Wiederholt starke Angriffe unter großem Panzereinsatz gegen die Bergstellungen südlich Alagier und um die Ausgänge der Paßstraßen nach Norden wurden sämtlich im Gegenstoß abgeschnitten. Auch die nördlich des Terek geführten Entlastungangriffe der Sowiets brachen im deutschen Abwehrfeuer zusammen. Auf dem nordafrikanischen Kriegsschauplatz gehen die Gefechtshandlungen au beiden Kampfronten planmäßig weiter. In der großen Syrte vollzieht sich das Absetzen des deutscheitalienischen Afrikakorps unter dem schützenden Schirm der Nachhutkämpfe in der Cyrenaika. An der tunesischen Grenze beschränkt sich der Kampf auf Erkundungsvorstöße beider Gegner. Die Hauptlast. trägt zur Zeit die deutsch=italienische Luftwasse, die an beiden Fronten weit über die gegnerischen Linien greifend an der Küste Algeriens und der Cyrenaika die feindliche Versorgungsschiffahrt zerschlägt und hinter den Frouten die Flugplätze, sowie Truppenansammlungen und Nachschubkolonnen immer wieder angreift. Aufnahme des Jahrgangs 1925 in die NSDAP Berlin, 24. Dezember. Unsere Jugend hat das große Glück, den Geist der bedingungslosen Einsatzbereitschaft, der Voraussetzung jeder großen Leistung ist, erleben zu können. Sie wird deshalb mit großer Freude die nach einer neuen Anordnung der Reichskanzlei und des Reichsschatzmeisters der NSDAP gebotene Gelegenheit benutzen, bereits zum kommenden Geburtstag des Führers am 20. April 1943 als Mitglied in die Partei ausgenommen zu werden. Endgültiges Urteil im Prozeß wegen des Aaschlags auf Bolchalter v. Ganen Istanbul, 24. Dezember. Der Prozeß wegen des Bombenanschlages auf Botschafter von Papen wurde Mittwoch mit der Abweisung der Berufung der vier Angeklagten abgeschlossen. Das Urteil des Schwurgerichts lautete auf 16 Jahre Zuchthaus für die beiden sowjetischen Angeklagten, und auf 10 Jahre Zuchthaus für die beiden tschechischen Staatsangehörigen. Die entsprechenden Strasen der ersten Instanz lauteten auf 20 bzw. 10 Jahre Zuchthaus.(Also haben die Sowjets mit ihren Drohungen nichts erreicht). Die Hungersnot in Fran Ankara, 24. Dezember. Schätzungen zufolge benötigt Jran etwa 150000 Tonnen Getreide. Von englisch=amerikanischer Seite hat man sich bereit erklärt, 25000 Tonnen zurückzuerstatten, so daß also nur ein kleiner Teil der dringendsten Bedürfnisse gedeckt werden kann. Das wenige Getreide, das bisher zur Verteilung kam. wurde lediglich in Teheran ausgegeben, während die Provinzen weiter höchste Not leiden. gbeus und ae Aun von Srem Zum 200. Geburtstag Charlotte v. Stein am 25. Dezember Viele Frauen traten in Goethes Leben und gewannen in seinen Dichtungen Gestalt. Keine hat auf Goethes dichterische Entwicklung und auf seine Schöpfungen stärkeren Einfluß geübt als die Frau von Stein, deren Geburtstag am 25. Dezember zum 200. Male sich jährt. 26 Jahre alt kam Goethe als Freund des jungen Herzogs Karl August nach Weimar, um dort für immer heimisch zu werden. Daß sich hier sein dichterischer Genius frei entfalten konnte, verdankt Goethe nach seinem eigenen Zeugnis vor allem der edlen Freundschaft der Frau von Stein. Sie war sieben Jahre älter als Goethe und damals seit elf Jahren mit dem herzoglichen Stallmeister Friedrich von Stein verheiratet, dem sie sieben Kinder geboren hatte. Goethe brachte der geistvollen Frau, die auf ihn eine unwiderstehliche Anziehung übte, von Anfang an die innigste Neigung entgegen. Es war eine Liebe, die anfangs nicht erwidert wurde und stets problematisch blieb. Bei Goethe war es eine Mischung dankbarer, ja ehrfürchtiger Freundschaft und mühsam gezügelter Leidenschaft. Charlotte von Stein selbst wehrte sich lange, wurde dann aber des Dichters liebeund verständnisvolle Freundin, da sie es verstand, die Gefühle in festgefügte Schranken zu bannen. Manches in den Beziehungen, die Goethe zwölf Jahre lang eng an Frau von Stein banden, ist bis heute unklar, ja rätselhaft geblieben. Sicher ist, daß Goethe unter dem erzwungenen Platonismus des Verhältnisses schwer und oft über Gebühr litt. Wir kennen Charlotte von Stein wesentlich nur aus Goethes Zeugnissen. In einigen Gedichten hat er ihr, die er Lida nannte, ein unvergängliches Denkmal gesetzt. Es darf als sicher gelten, daß Charlotte von Stein eine geistig bedeutende Frau und eine vornehme Natur war. Sie erkannte Goethes Genie und wußte ihn zu ermutigen und anzufeuern. Das war ein unschätzbarer Gewinn für den Dichter, der sich zur Zeit der innigen Beziehung zu Charlotte von Stein auf dem Wege vom Jüngling zum Mann befand. Goethe fühlte sich beschenkt, wie es seine vielen an die Freundin gerichteten Briefe dartun. Diese Briefe gehören zu den wichtigsten Quellen, die uns das Verständnis unseres großen Dichters verschließen; auch sind sie künstlerisch gesehen eines der herrlichsten Denkmäler der deutschen klassischen Literatur. Als Leonore in„Tasso“, als Charlotte in„Wahlverwandtschaften" und als„Iphigenie“ lebt Charlotte von Stein für alle Zeiten fort. „Aufruhr im Damenstift“ Erstaufführung der Bochumer Bühne Arel Breidahls Komödie„Aufruhr im Damenstift“. die auf zahlreichen Bühnen des Reiches schon durchschlagende Erfolge erlebte, wurde nun auch von der Bochumer Bühne in Erstaufführung herausgebracht. Hanns Helmuth Koch führte Regie und ließ eine ganze Galerie ausgedienter Panoptikumfiguren verklungener Zeit aufmarschieren, um den moralinsauren Geist dieser bigotten, adligen Altjungfern auch äußerlich sichtbar zu machen. Denn gerade in der Charakterisierung ihres verknöcherten altjüngferlichen Wesens von adligem Hochmut überschattet, liegt ja die besondere zwerchsellkitzelnde Wirkung. Alle Temperamente sind vertreten, auch anständige Charaktere mit gesunden Ansichten und einem Herz für die Röte des anderen. Sie bei ihrem Tagesablauf und beim vointierten Spiel der Rede und Gegenrede zu beobachten, ist ein Schauspiel von dramatischer Lebendigkeit und Humorigkeit. Daß ein junges Ding, das schon von vornherein von dieser prüden und weltfremden, aller Not enthobenen Gesellschaft mit scheelen Augen betrachtet wird mit leiner Flucht, seiner Rückkehr und Niederkunft einen turbulenten Aufruhr unter diesen mißvergnügten Frauenzimmern entfesseln kann, ist leicht verständlich. Und doch ergötzt man sich mit stillem Schmunzeln an der inneren Wandlung die das kleine Lebewesen unter diesen verblüten zum Richtstun verurteilten Mädchen hervorzurufen vermag, daß die Insassen dieses vornehmen Damenstifte förmlich eine Neugeburt durchmachen und ein frischer Wind die muffige Atmosphäre zerstäudt. Das ganze Damenensemble war eingesetzt und bemühte sich mit steigendem Erfolg um eine scharfe Profilierung der einzelnen Figuren. Leonore Fein war eine unnahbare, respekterheischende Aebtissin, während Gisela Hoeter dem jüngsten Mitglied den Ueberschwang der Jugend lieh. In dem Spiel ragten hervor Heidi Kuhlmann, Magda Reichardt. Elisabeth Goebel, Hildegard Imhof und Liesel Alex als typisierte adlige Damen, während Margarete Breuer in der Charakierisierung des Stubenmädchens eine ausgezeichnete Leistung bot. Reinhold Schaefer brachte den Wandel auch in seinem Bühnenbild zum Ausdruck. Ee wurde flott gespielt, der Handlungsablauf war straff gegliedert und geführt und die zohn Bilder waren spannunggeladen. Das ausverkaufte Haus unterhielt sich bestene und kargte nicht mit anerkennendem Beifall. Peter Schiffere Richard-Wagner-Konzert in Bochum Als 1. Veranstaltung in der Reihe der Sonderkonzerte wird das Städtische Orchester Bochum unter Leitung von Klaus Rettstraeter am kommenden Sonntag, 27. Dezember, nachmittage im Rdtischen Schützenhof ein Richand=Wagner=Konzert durchführen. Die Sopranistin Kammersängerin Amalie Merz=Tunner wird die 5 Lieder nach Gedichten von Nathilde Wesendonk und Elsaz Traumerzählung aus„Lohengrin“ singen. Die Veranstaltung ist außer Vormiete und beginnt um 16 Uhr. Bevorstehende Uraufführungen „Frechheit flegt“, ein musikalisches Lustspiel von Ralph Maria Siegl, nach dem Lustspiel„Das Sprungbrett“, von E. E. Ritter, wurde von der Bayrischen Staatsoperette in München zur Erstaufführung erworben. Am Staatstheater des Generalgouvernements zu Krakau gelangt am 10. Januar 1943 K. G. Külb„Spanische Romanze" nach Motiven von Lope de Bega zur Uraufführung. Wir hören vom Film, daß... Margot Hielscher in dem Bavaria=Film„Reise in die Vergangenheit“ als Tochter der von Olga Tschechowa dargestellten Heldin eine Musikstudentin spielt. Rikolas Kolin in dem neuen Bavaria=Film„Tonellt“ einen älteren Artisten spielt. Paul Henckels und Max Gülsdorf in dem von Erich Engel insgenierten Emil=Jannings=Film der Todis„Altes Herz wird wieder jung“ mitwirken. die Aufnahmen zu den Ufg=Farbfilm„Münchhausen“ mit Hans Albers in der Titelrolle unter der Regie von Jesef von Bakn beendet wurden. Rund 8 Monate wurde an diesem Filmwert gedreht. Paul Richter in dem Bavaria=Film„Die schwache Stunde“ die Rolle eines Rechtsanwalts spielt, der seine abenteuerlustige Ehefrau höchst einfach kuriert, in dem er zu allem ja sagt und sie damit von der Haltlosigkeit ihrer Pläne überzeugt. Wie alt werden die Tiere!. Das höchste Alter unter den Tieren erreichen nicht, wie oft angenommen wird, die Elesante sondern die Hechte. Bei ihnen ist nachweislich schon ein Alter von 250 Jahren festgestellt worden. Unter den Bögeln wickeln sich mitunter die Gänse und Eulen zu Methusaleme, Hänse bringen es auf 80, Eulen auf 70 Lebensjahre. Und schließ: lich die Säugetiere. An ihrer Spitze stehen mit der Zahl Jahre Elefant und Walfisch, die oft 200 Jahre überdauern. In weltem Abstand folgt dann der immer noch sehr langlebige esel mit 106 Jahren, Pferde erreichen 40 bis 60, Rinder Bestimmung in Frankreich Von unserem ständigen Mitarbeiter tm Paris, Ende Dezember. Als die erste Meldung über die Landung der Amerikaner in Marokko und Algerien auftauchte, ging durch einen gewissen Teil des französischen Volkes ein Gefühl, wie wenn sich der Frühling in diesem Jahr im Kalender geirrt hätte. Der Chauvinismus hörte Lerchen schlagen und Nachtigallen. Die Bäume der kühnsten Erwartungen schlugen aus. Man sah sich schon von den Amerikanern„befreit". Gewiß, das beileibe nicht die ganze französische Bevölkerung! Darauf ist nun die Baisse erfolgt, der Frost über den vorzeitigen Frühling gekommen, bevor auch nur die Knospen aufbrechen konnten. Die Amerikaner haben enttäuscht. Es dauert halt alles zu lange. Die Zivilstrategen machen dem General Eisenhower Vorwürfe und sie können das mit um so besserem Gewissen tun. als sie, wie immer in solchen Fällen. grundsätzlich bei ihren Operationsplänen vergessen, daß auf der anderen Seite ja auch noch temand steht, und zwar derjenige, dem ja nun doch wohl selbst der Neid lassen muß, daß er bisher in Punkto Kriegsführung alles besser gemacht hat als jeder andere An die Stelle der Siegesphantasie ist, zudem durch einige kurze Nachrichten, die von der Presse veröffentlicht wurden, eine realistische Betrachtung der Folgen der amerikanischen Besitznahme Algeriens und Marokkos gefolgt. Es handelt sich um sehr konkrete Dinge: Die Lebensmittelzufuhr! Der französische Ministerrat hat beschließen müssen, die Monatsration an Fett um nahezu ein Drittel zu ermäßigen. Bei dieser Gelegenheit wurden einige Zahlen bekanntgegeben. die vielleicht dem unentwegten Chauvinisten im Augenblick noch als Theorie vorkommen, deren Wirklichkeit er aber demnächst bald am eigenen Leibe spüren wird. Um die bisher üblichen Fettrationen den Franzosen zu erhalten, hat Frankreich 240000 Tonnen Fettmasse nötig. 15000 Tonnen Olivenöl aus Tunesien und 80.000 Tonnen Nußöl aus Westafrika. die für die Ernährungspertode 1942/43 vorgesehen waren, werden fehlen. Lassen wir das Gemüse, das Getreide. die Früchte, das Gefrierfleisch, den Wein und auch den Tabak, die zu einem beachtlichen Teil aus Nordafrika kamen, beiseite. Es ist denkbar, daß dieses Unglück wenigstens nach einer Seite etwas Gutes bringen wird. Dies geht, die innerfranzösische Produktion und deren staatliche Ueberwachung an. Die Svatzen pfeisen in Frankreich von den Dächern, daß sich im Verlauf des letzten Jahres die landwirtschaftliche Erzeugung, besonders für Fleisch, beachtlich erhöht hat. Warum hat man nicht die Lebensmittelrationen entsprechend erhöht? Weil der Staat es nicht mit den Bauern verderben wollte, und vielleicht auch noch aus anderen Gründen. Ob man der deutschen Besatzung nicht zeigen wollte, wie Frankreich, nachdem es die Folgen der Fluchtmonate vom Frühjahr 1940 überstanden hat, offiziell leben könnte? Vielleicht wird das nun anders werden. Aber die Regierung wird dabei in einem Lande, wo der Durchschnitt immer noch meint, der Staat und die Gemeinschaft seien seine Feinde. es nicht leicht haben. „Deutsckkand— woie eine einzige ∆ 40 der Generalsekrefär der Faszistischen Partei, empfing unseren Mitarbeiter sa Rem. Ende Dezember. Exzellenz VIdussonl ist trotz seiner Jugend(28 Jahre) vom Duce mit der Leitung der Faschistlschen Partei beauftragt worden, well er als Persönlichkeit, Soldat und Organisator das Vorbild eines Faschisten ist. Als Preiwilliger Im spanischer Freiheitskampf verlor er die rechte Hand und ein Auge, setzte es aber durch, nach seiner Entlassung aus dem Lazarett wieder an die Front zu kommen. Für seine Leistungen erhleit er neben anderen hohen Kriegsauszeichnungen die Goldene Tapferkeitsmedallle. Der Parteisekretär, dessen Aufgabenkreis infolge dene Male auf die feste Freundschaft hin, die ihn des Krieges weit über den ursprünglichen Rahmen hinausgewachsen ist, hatte die Absicht, mich sofort nach seiner Rückkehr von der Ostfront zu empfangen, aber es war schon viel, daß er mir jetzt 20 Minuten seines I8stündigen Arbeitstages opferte. Die Unterredung verlief. wie mit allen italienischen Staatsmännern, ohne unnötige Formalitäten und außerordentlich herzlich. Vidussoni berichtete mir zunächst ausführlich über seine Ostfront=Reise.„Ich war glücklich,“ sagte er,„unseren Soldaten an der Don=Front einen versönlichen Gruß des Duce überbringen und mich von ihrem Kampfgeist überzeugen zu können. Unvergeßlich ist mir die Reise durch Groß=Deutsch= land, wo ich überall dieselbe zuversichtliche Stimmung feststellen konnte wie in Italien: unerschütterlichen Glauben an den Führer, restloses Vertrauen auf die Stärke der Wehrmacht, unbeugsame Siegeszuversicht. Deutschland erschien mir wie eine einzige große Werft. Bewundernswert fand ich, was aus dem Gebiet des Verkehrswesens. besonders von der Reichsbahn, geleistet wird. In den Städten, wie auf dem Land, beherrscht die Parole:„Alles und alle für den Krieg und den Sieg!" das gesamte Leben. Das ist auch die Erklärung für die Erfolge der Achse. Mit Männern wie Mussolini und Hitler, mit einem Volk und Soldaten wie in Italien und Deutschland, ist die Zukunft Europas gesichert.“ Ueber seinen Besuch im Führer=Hauptquartier erzählte Exzellenz Vidussoni:„Der Führer wies während unseres Gespräches verschiemit dem Duce verbindet. Eine gunze Stunde unterhielt sich der Führer mit mir. Er befragte mich nicht nur über meine Eindrücke an der Front, sondern erklärte mir auch die politische und militärische Lage. Mit warmen Worten sprach er von den Leistungen des deutschen Volkes und der deutschen Soldaten, die in den Soldaten Italiens und der anderen Verbündeten nicht weniger wertvolle Mitkämpfer gefunden haben.“ Zum Schluß schilderte mir der Parteisekretär noch die Aufgaben der Faschistischen Partei in diesem Krieg und insbesondere in diesem Winter. Aus dem großen Arbeitsprogramm wäre hervorzuheben: weitgehende Unterstützung aller zu den Waffen Gerufenen und ihrer Familien. kostenlose Schulmahlzeiten, eine ausreichende Werkverpflegung für alle Arbeiter, ununterbrochene Offenhaltung aller Partei=Hilfsstellen bei Tag und Nacht. Ausdehnung der Hilfsorganisationen bis in die kleinsten Dörfer, rasche Unterstützung der Bombengeschädigten und ihre Unterbringung in bereitstehende Notquartiere, Vervollkommnung des Jugend= und Mutterschutzes. Ueberwachung der Lebensmittelverteilung und Preisgestaltung, rücksichtsloses Einschreiten gegen Volksschädlinge.„Gemäß der Losung des Duce: Man muß dem Volk immer mehr entgegengehen!“ so schloß der Parteisekretär.„ist auch die gesamte Tätigkeit der Faschistischen Partei darauf eingestellt die Not des Krieges zu lindern und den Sieg zu gewährleisten.“ August Alexander Salzmann Z „Der eigentliche Präsiden!“ Aufmerksame englische Beobachter in den Vereinigten Staaten stellen fest, daß Frau Roosevelt heute mehr als früher Gegenstand der Kritik in den USA sei. So schreibt die„News Chroniele“ in einem Bericht ihres New Yorker Korrespondenten, 2, Frau Roosevelts öffentliche Tä# tigkeit errege bei vielen Amerikanern Besorgnis. Diejenigen Amerikaner, die sie nach ihren öffentlichen Reden und Erklärungen beurteilen, fragten sich, ob vielleicht sie der eigentliche Präsident der Vereinigten Staaten sei. Frau Roosevelt rede für das Empfinden der breiten Masse zuviel und gehe den Amerikanern deshalb heute mehr denn je auf die Nieren.— Armer Roosevelt! Er glaubt, die ganze Welt beherrschen zu können und wird doch von seiner eigenen Frau in die Tasche gesteckt. Frau Roosevelt aber sollte ihrer Beredsamkeit ein wenig die Zügel anlegen, wenn ihr das auch schwerfallen mag. Denn wenn die ungünstige Kritik, die sie durch ihre gewandte Zunge herausfordert, im gleichen Maße wächst wie bisher, so werden vielleicht die Leute in Amerika bald zu der Ueberzeugung kommen, daß Frau Roosevelt insgeheim das Haupt der„Fünften Kolonne" sei. Denn mehr Schaden als dieser„eigentliche Präsident" Ven Vereinigten Staaten zufügt, hat bisher noch niemand anrichten können. Nicht einmal ihr eigener Mann, der im Zertrümmern von Porzellan aller Art doch sonst den Weltrekord hält... bus Kattand zam=Senten=Mal vomdurviert Zwei Munitionsfabriken, eine Granatgießerei und Fort William zeritört Baugkok, 24. Dezember. Wie der Sender Delhi meldet, wurde Kalkutta in der Nacht zum Mittwoch zum dritten Mal von japanischen Flugzeugen angegriffen. * Die in Tokio vorliegenden Berichte bestätigen die Schwere des japanischen Luftangriffes auf Kalkutta. Danach griffen die japanischen LufteinKorcuption, die unsiedende Krunthen Tschungking=Transportchef, der auf eigene Rechnung arbeitete, hingerichtet Drahtbericht unseres ständigen Mitarbeiters dp Stockholm, 24. Dezember. In der Regierung des Marschall Tschiangkaischek befinden sich seit Jahr und Tag Persönlichkeiten selbst in hohen Posten, die schon häufig der Korruption bezichtigt worden sind. Tschiangkaischek hat bisher stets vermieden, auf solche Anklagen einzugehen; jetzt aber war er gezwungen, in einem besonders krassen Fall durchzugreifen. Der Leiter eines staatlichen Transportunternehmens, das für die Transporte über den Burma=Weg ein Monopol hatte, ist überführt worden, zugleich mit Waffen und Munition für seine private Rechnung Waren eingeführt zu haben, die er sodann mit hohen Zwischengewinn weiter verkaufte. Hierfür forderte die Linke die Todesstrafe und Tschigngkaischek ist tatsächlich gezwungen gewesen, über den Schuldigen das Todesurteil zu verhängen, das jetzt vollstreckt wurde. Spaltung in der sozialistischen Partei Nordirlands □ Stockholm. 24. Dezember. Zu einer Spaltung innerhalb der Führung der sozialistischen Partei Nordirlands ist es, wie„Dailn Telegraph“ aus Belfast berichtet, infolge der Sympathiln einiger Parteiführer zu Südirland(Eire) gekommen. Der Exekutivausschuß der nordirischen sozialistischen Partei stieß, wie das Blatt berichtet, H. Midalen aus der Partei aus, da er sich weigerte, wegen der Sympathien vieler seiner Parteikollegen zu Eire den Posten des stellvertretenden Unterhauses von Ulster anzunehmen. Die sozialistische Gruppe von Nordbelfast hat daraufhin auch ihren geschlossenen Austritt aus der Partei bekanntgegeben. Istaubul. Der ägyptische Versorgungsminister teilte mit, daß die Vorräte an Autoreifen völlig erschöpft seien. In Zukunft könne keinerlei Lieferung mehr erfolgen. Berlin. 18 in vorderster Linie eingesetzte Panzerjäger eines Grenadier=Regiments haben mit einer freiwilligen Weihnachtsspende für das WHW den Betrag von 1001 RM. gesammelt. Stockholm. Nach einer Reutermeldung aus Kapstadt ist der südafrikanische Handels= und Industrieminister Stuttaford am Dienstag zurückgetreten. heiten bei Vollmond Chittagong als auch Kalkutta an. Auch diesmal wieder wurden in den industriellen und militärischen Anlagen schwere Zerstörungen angerichtet. Im Industrievorort Haurah wurden zwei Munitionsfabriken durch Bombenvolltreffer vernichtet, eine Granatgießerei brannte unter heftigen Detonationen vollständig nieder. Im südlichen Teil der Stadt, der vorwiegend von Briten bewohnt wird, ging ein ganzer Häuserblock, zu dem auch das Hochhaus der Bank von Bengalen gehörte, in Flammen auf. Ein Tiefangriff der japanischen Bomber galt dem Fort William und dem angrenzenden Kasernenviertel in Maidan. Das Fort war nach dem Abflug der Japaner nur noch ein wüster Trümmerhaufen von verbogenen Rohren, aufgerissenen Unterständen und zertrümmertem Mauerwerk. Während des Angriffs auf die Stadt flog ein Teil der japanischen Bomber den Flugplatz an, auf dem 22 britische Flugzeuge abgestellt waren. Trotz heftigen Abwehrfeuers setzten die Japaner zum Tiefangriff an und zerstörten sämtliche 22 Flugzeuge am Boden. Aus einem britischen Jägerverband, der zur Abwehr gestartet war, wurden durch japanische Jäger 12 Flugzeuge abgeschossen. Von diesem dritten erfolgreichen Angriff auf Kalkutta kehrten nur zwei japanische Bombenflugzeuge nicht zu ihren Absprunghäfen zurück. Ritterkreuzträger Oberst Botho von Frantzius gefallen □ Berlin, 24. Dezember. Bei den schweren Kämpfen an der Abwehrfront von Toropez fand der in Sawdin(Kreis Graudenz) geborene, in Potsdam=Neufahrland wohnhafte Ritterkreuzträger Oberst Botho von Frantzius als Kommandeur eines Grenadier=Regiments den Heldentod. Angriff deutscher Kampfflieger auf das feindliche Schiffsgeleit ostwärts Beugie □ Berlin, 24. Dezember. Vor der algerischen Küste sichteten deutsche Kampfflugzeuge in den Morgenstunden des 22. Dezember in der Nähe des Hafens Diidiielli ein dicht unter Land laufendes feindliches Schiffsgeleit und griffen es sofort an. Einer der Dampfer war etwa 6000 BRT groß und versuchte, sich den Angriffen einer Ju 88 durch Abwehrbewegungen zu entziehen. Der Dampfer wurde von einer schweren Bombe getroffen, die das Schiff so stark beschädigte, daß es unter einem hohen Rauchpilz liegen blieb. Ein Fahrgastschiff von etwa 12000 bis 15000 BRT erhielt zwei Bombentreffer, die mittschiffs einen größeren Brand verursachten. Zwischen Sizilien und der tunesischen Kuste griffen zur bewaffneten Aufklärung eingesetzte deutsche Flugzeuge ein feindliches Unterseeboot an und beschädigten es mit mehreren Bomben so schwer, daß mit der Vernichtung des Unterseebootes zu rechnen ist. Japan dementiert angebliche britische Erfolge in Burma ∆ Tokio, 24. Dezember. Das britische Oberkommando in Indien hat unbegründete Nachrichten über ein angebliches Vordringen der Engländer über die Westgrenze von Burma sowie über die Besetzung von Mahomaschidan und eine angebliche Vernichtung der dortigen japanischen Abteilung verbreitet. Die feindliche Agitation behauptet, daß dies„der erste Schritt zur Rückeroberung von Burma“ sei. Darauf antwortet der japanische Nachrichtendienst:„Die japanischen Truppen sind stolz darauf, daß die englischen Streitkräfte nicht imstande waren, ihnen eine Niederlage zu bereiten.“ Ritterkreuzträger fand den Fliegertod □ Berlin, 24. Dezember. Hauptmann Hachfeld, Gruppenkommandeur in einem ZerstörerGeschwader, starb den Fliegertod. Der Führer hatte diesem hervorragenden Offizier am 29. 10. das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieben. Berlin. Das Deutsche Rote Kreuz sandte an die deutschen Zivilinternierten im Feindesland telegraphisch Weihnachts= und Neujahrsgrüße. Berlin. Für Soldaten, Soldatenfamilien und Rüstungsarbeiterinnen gingen in diesem Jahr wieder zahlreiche Weihnachtssendungen bei der landsorganisation der NSDAP in Berlin ein, die von allen Gruppen der auslandsdeutschen Frauenschaft der AO gesandt wurden. der Sstolt aum Tu wemnautton Fußball, Eissport und Boxen an den Feiertagen am stärksten vertreten Der Wunschzellel „Die Rute verdient er, der undankbare Quäl= geist— wo man sich doch alle Mühe veoeben hat, ihm mit Französisch=Nordafrika zu gefallen!" Karikatur: Will Halle. Auch in diesem Jahr gibt es an den Weihnachts=Feiertagen wieder ein reichhaltiges Sportprogramm. Reben ausgezeichneten Fußballspielen tritt besonders der Eissport wieder in den Vordergrund. Berlin, Garmisch=Partenkirchen und Düsseldorf haben trotz mancher Schwierigkeiten gute Programme zusammengestellt. Wenn auch die früher zu Weihnachten beliebten großen internationalen Fußballturniere aus verständlichen Gründen fehlen, so bleibt doch genug übrig, was des Fußballsportlers Herz erfreut. Die Meisterschaftsspiele bringen so manche reizvolle Begegnung, und Hamburg sowie Berlin warten sogar mit Auswahlspielen auf. In Hamburg gibt es eine Wiederholung des Reichsbund=Pokal=Endspiels zwischen Niederrhein und Hamburg, für die sich die Hamburger ganz besonders sorgfältig vorbereitet haben sollen. In der Reichshauptstadt lebt die überlieferte Begegnung Berlin- Pommern wieder auf für die beide Parteien recht starke Mannschaften ausgewählt haben Guten Fußball wird man auch in Agram sehen, wo die Concordia ein Rundspiel veranstaltet, in dem die deutschen Farben durch den Floridsdorfer AC(Wien) vertreten sein werden; weitere Gegner sind je eine Mannschaft aus Sofia und Bukarest. Ein sehr beachtliches Programm im Eissport hat der Berliner Sportpalast für die Feiertage vorbereitet das er nicht wenige als fünfmal in drei Tagen ausverkauften Häusern zeigt Reden den Darbietungen der Kunstläufer interessiert besonders das Spiel der Budapester Eishockeymannschaft, die mit großen Hoffnungen nach Berlin gekommen ist. Martha Musilek die deutsche Meisterin wird Mittelpunkt des Kunstlaufteils sein In Düsseldorf soll der Nachwuchs zu Worte kom. men, und in Garmisch=Partenkirchen wird mit ganz großem Geschütz aufgefahren. Lydia Beicht Horst Fader und Ernst Baier, die alle zur gleichen Zeit deutsche Meister waren zeigen ihre Kunst in der einzigartig schönen stätte im Werdenselser Tal. Der deutsche Liohockeymeister Sc. Riessersee trifft im Rückspiel auf die RSTG Prag die kürzlich in ihrer Heimotstadt so überraschend gut gegen die Bayern ab. schnitt. Den Freunden des Amateurboxsports werden in allen Teilen des Reiches, so in Köln mit Ricolaus Obermauer im Ring gute Veranstaltungen geboten. In Hamburg trifft der auf Urlaub befindliche Riedl Vogt auf den Niederländer de Boer. In Westfalen kommen einige Kludkämpfe zur vor allen Dingen die beiden Veranstaltungen Holzwickede 1912 — Quisburg=Hamborn und Herten Scherlebeck gegen BC Rote Erde Unna werden stark interessieren. Trabrennen am 2. Weihnachtstag Der Rhein. Rennverein zur Förderung der Traberzucht, der am 2. Weihnachtstag in der westdeutschen Traberzentrale Gelsen. kirchen den Trabersport dieses Jahres deendet kann zum Abschied noch mit einem gut gewählten Programm aufwarten. Als Hauptereignis des Tages kommt der mit 6000 RM ausgestattete Weihnachts= Preis zum Austrag in dem sich die beste Klasse der am Platze stehenden inländischen Pferde ein Stelldichein gibt. In diesem wertvollen Rennen wird die Aufmerksam. keit besonders auf den bildschönen Schimmel Kurier gelenkt der diesmal als sicherer Starter gilt. Unter seinen Gegnern finden wir auch die ausgezeichnete Ende die in diesem Jahre besonders erfolgreich war Auch Signalgast wird man auf dieser langen Strecke beachten müssen. In dem mit 5000 RM dotierten Lichter=Preis startet die internationale Klasse die von Amaten. ren gesteuert wied. Hier erwarten wir ein knappes Ende zwischen Miky Williams Gun Martin und dem Stall Tausendfeuer. Für einige der am Platze stehenden Traber ist nun auch die Altersgrenze erreicht so daß sie vom Rennbetrieb ausscheiden müssen. Einige Hinweise: Rennen 1: Maria Feodosia— Maffia. Rennen 2: Fahrt B. Geuting—. Sturmfeuer— Waldteufel. Rennen 3: Aprilmädel— Neutz— Folkmar. Rennen 4: Kurier— Ende— Signalgast Rennen 5: Miky Williame— Gun Martin— Zephir. Rennen 6: Hanni Mochester— Herbert Juno— Mar. silius W. Rennen 7: Balisar— Kleopatra— Damsbrück. Wie hören im Ründeunie: Douuerstag: Reichsprogramm:—9: Musik schen Märchen. 10.30—11: Erzgebirgische Volks. und Weihnachtslieder. 11.30—12: Schwäbische Heimatmusik. 13—14: Komponisten im Waffenrock(volkstümliche Unterhaltung). nachtliche Musik. 15—15.30: Orgelmusik. 15.30—16.30: Weihnachtsklänge(Charakterstücke). 16.30—16.45: Maria im Tannen. wald“ von Nobert Schulte. 16.45—18.05: Weihnachtliche Kunst. und Volksmusik. 18.05—18.55; Weihnachtskonzert von G. H. Stölzel bis Humperdinc,„.lhP A1—21.25: Ansprache von Reicgsmnister Dr. Goebbels. 21.25-—22: Festliche Musik(Liszt, Wagner, Baumann). 22.15—23: Konzertante Musik von Jerger bis Pfitzner. 23—2: Unterhaltungs. musik. Weih: seeiteg: Reicheprogramm:—“: M,gurzjgg Weihnachsche morgen, von Mozart bis R. Trunck Kunst. und Volksmusik 11.30—12: Franz Schuberts=Dur Sinfonie. 12—14: Volks- und Unterhaltungsmusik. 14.30—15:„Frau Holle“, Märchenballade mit Heidemarie Hatheyer und andere. 16—17: Weihnachtsfeier in einem Reservelazarett. 18—19: Fitzner, Brahms=Klavierkonzert(Wilhelm Kempff). Leitung: Hans Knappertsbusch. 19—19.30: Schlusnus. Gigli. Orchestermusik. 19.45—20: Dr.=Goebbels=Artikel:„Die Vollendeten“. 20.15—22: „Paganini“, Operette von Lehar.— Deutschlandsender:—.30: Orgelmusik aus Straßburg. 15.30—16: Alte und neue Weihnachtslieder. 17—18: Opernmelodien von Kreutzer bis Wagner. 18—19: Fröhliche Weisen mit dem deutschen Tanz. und Unterhaltungsorchester. 20.15—21: Septett von Beethoven 21—22: Schubert Liszt Beethoven(Robert Heger mit Siegfriede GrundAe s Gonnabead: Reichsprogramm: 11—11.30: Kindlfest=Kantate von Cesar Bresgen. 15—16: Unterhaltsame Konzertmusik. 16—18: Bunter Nachmittag, Tanz und Unterhaltung. 18—19: Es geschah in dieser Stunde“. Ein Bild deutschen Lebens aus Vergangenheit und Gegenwart in Wort und Musik. 19—19.15: Frontberichte. 19.30—20: Sport und Musik. 20.15—22: Szenen aus Wagners„Tannhäuser“ mit Maria Reining Max Lorenz, Karl SchmitsWalter u. a.— Deutschlandsender: 18—19; Sinsonische Musik von Mozart dis Ovorak. 20.15—22: Bunte Unterhaltung Operettenquerschnitte. Sonntag: Reichsprogramm:—10:„Unser mit Heidemarie Hatheyer u a. 11—11.30: Vorschau Rundfunkprogramm der Woche. 12.45—14: Das deutsche Volkskonzert. 14.30—15: Mathias Wieman erzählt Kindermärchen. 15—16: Neuzeitliche Unterhaltung. 16—13:„Feldpofz=Rundfunk“. 18—19: Schumann=Konzert unter Cael Schuricht:##### von Weber. 19.30—20: Sport und Musik. 20.15—21: Fröhliche Unterhaltung. 21—22: Vom Kintopp zum Tonfilm.— Deutschlandsender: 15.30—15.55: Edith von Voigtländer spielt Mozart. 20.15—21: Solistenkonzert berühmter Künstler. 21—22: Schubeet, Haydn(„„Der Winter“) unter Clomens Krauß. Ihre Vermählung geben bekannt:(323 Hans Düchting Uffz. und Bordfunker der Luftwaffe Thea Düchting geb. Haase Z. Zt. in Urlaub Castrop-R. 4 Sünderlingstr. 39 2. Weihnachtstag 1942 Ihre Kriegstrauung geben bekannt:(975 Mathias Kleinedler Unteroffizier Hildegard Kleinedler ged. Strieder Z. Zt. in Urlaub Castrop-R. 1 Cottenburgstr. 5 Weihnachten 1942 Ihre Vermählung geben bekannt:(528 Werner Röber Masch.-Obergefr. Cilly Röber ged. Figzschepret! Castrop-R. 2, Bladenh. Str. 415 26. Dezember 1942 Ihre Verlobung geben bekannt: Erna Pruß Helmut Helle Unteroffizier in einem Inf.-Regt. Castrop-Rauxel 5, Oskarstr. 75 Weihnachten 1942 Ihre Verlobung geben bekannt: Hildegard Pieper Wilhelm Stegmann Obergeireitter Castrop-R. 1 Z. Zt. in Urlaub Karlstraße 131 Weihnachten 1942 Ihre Verlobung geben bekannt: lrmgard Komoß Hans Erwin Castrop-R. 1 Holzstraße 48 Castrop-R. 2 Gartenweg 13a Weihnachten 1942 Nile haben und vrricht: Anni Steinrück Hubert Hennewig Castrop-R. 1 Kirchplatz 8 Schermber. Dorf 12 Weihnachten 1942 Ihre Vermählung geben bekannt:(366 Franz Siebert Hedi Siebert geb Keller Castrop-R. 1 Gastrop-R. 1 Widumerstr. 370 Im Sandwer 18 1. Weihnachtstag 1942 Ihre Verlobung geben bekannt: Susi Gierens Hermann Kleinebudde Roth(Kr.Bittburg) Castrop-R. 1 Oberspredey 31 Weihnachten 1942 LIIRIKE In dankbarer Freude zeigen wir die Geburt unseres ersten Kindes an. Dr. med. Karl Evers u. Frau Gertrud geb. Fischer. .Zt.Krankenhaus Gilead, Bethel 25. Dezember 1942 Bethel-Bielefeld Bethelweg 29 Srobieren geht über Studieren. Also probieren Sie es endlich mal mit einer kleinen Anzeige im Stadtanzeiger sie bringt Ihnen was Sie suchen. Die Kurbel wünscht allen Besuchern, ob jung. ob alt, ein fröhliches u. gesegnetes Weihnnachtslest Als große Weihnachtsüberraschung bringen wir einen Film mit viel Musik und Tanz: ILSE WERNER tanzt, pfeift und singt zu den Melodien PETER IGELHOPPS. VICTOR DE KOWA ist als Komponist der lustige Partner, der sich in allen Situationen der Werner anpaßt. ORETE WEISER ist als grelle Dissonanz in den Akkord de Kowa—Werner lustig mit hineinkomponiert.— Wir machen Musik! Ein Film, der jeden Besucher vom ersten Bild an in die beste Laune versetzt. Wer filmische Ueberraschungen liebt, wird sich diese musikalische Komödie anschauen. Beachten Sie unsere neuen Anlangszeiten: .00..30.10 .30.10 Sonntags: Werktags: Jugendliche nicht zugelassen! Der Vorverkauf für die., 2. u. 3. Vorstellungen an den drei Feiertagen hat. wie bekanntgegeben, schon am 21. Dezember begonnen. Hart und schmerzlich traf uns die tiettraurige Nachricht, daß unser lieber, füngster Sohn, unser lieber Bruder. Nette und Vetter Grenadier Heinz Hüwel am 19 Nove nber 1942 nach einer am Vortage erlittenen schweren Verwundung südöstlich des Umensees im Alter von 19 Jahren den Heldentod starb Er wurde auf einem Heldeniriedhoi zur letzten Ruhe gebettet. Wiedersehen war seine und unsere Hotinung Wer ihn gekannt, kann unseren Schmerz ermessen. In tiefer Trauer: Heinrich Brendel und Frau Bernhardine, verw. Hüwel, geb. Dietz Karl Hüwel Bernhardine Hüwe! Marianne Brendel Castrop-Rauzel 1(Bochumer Str. 78), den 16. 12. 1942. Das Seelenamt für den lieben Oetallenen ist am Dienstag, dem 29. 12., morgens.05 Uhr, in der St.-Elisabeth-Pfarrkirche zu Obercastrop. 1 Danksagung Für die herzliche Anteilnahme beim Heldentode unseres lieben Priedrich, des Oefreiten Priedrich Müller, sagen wir hiermit unseren herzlichsten Dank August Müller und Frau Anna geb. Lages Grete Holtkotte als Braut. Castrop-Rauzel, Im Dezember 1942 Großes Herzeleid brachte uns die treurige Nachricht. daß unser jüngster, heißgeliebter, herzensguter, all zeit lebenstroher Junge. unser lieber Bruder und Schwager, mein guter Onkel. unser lieber Enkel. Nette und Vetter Franz-Josef Schmits Gelreiter in einem Jäger-Regt. am 3 12. 1942 im Alter von tast 21 Jahren sein hoffnungsvolles Leben für Führer. Volk und Vaterland hingab. Wer ihn gekannt, kann unseren Schmerz ermessen. Er folgte seinem Bruder Karl nach 1½ Jahren in den Tod. In unsagbarem Leid: Karl Schmits und Frau Hedwig, geb. Brauer Otto Siebke und Frau Annelles, geb. Schmits --Scharf. Helnz Schmits nebst Braut Gertrud Knauer. Uwe Siebke und alle Anverwandten. Castrop-Rauzel 2(Bahnhofstraße 286). im Felde und Dortmund-Hombruch, den 22. Dezember 1942. Das Seelenamt für den lieben Oetallenen ist am Montag, dem 28. Dezember, morgens.45 bzw. 10 Uhr. in der Herz-Jesu-Kirche in Castrop-Rauxel 2. Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, die uns beim Heimgange unseres lieben Vaters zuteil wurden. sagen wir hiermit unseren herzlichsten Dank. Im Namen der Angehörigen: Geschwister Balz. Castrop-Rauzel 1. im Dezember 1942 Danksagung(Statt Karten) Für die uns beim Hinscheiden meines geliebten Gatten und unseres guten Vaters erwiesene Tellnahme danken wir herzlichst. Im Namen aller Angehörigen: Frau Anna Lehmann geb. Wesener und Kinder. Castrop-Rauzel 3. Im Dezember 1942 (Adolf-Hitler-Straße 10) Gottesdienstordnung für Weihnachten Castrop. Donnerstag, 24. 12.(Heiliger Abend).30 Uhr Christvesper(Pfarrer Nelle). 1. Weihnachtstag (25. 12.).45 Uhr Christfeier unter musikalischer Mitwirkung von Herrn Fr. de Fries, Dortmund(Pfarrer Rothe). 2. Weihnachtstag.(26. 12.).45 Uhr Hauptgottesdienst(Pfarrer Nelle)..50 Uhr Weihnachtsfeier des Kindergottesdienstes(Pfarrer Nelle). Sonntag(27. 12.) 8 Uhr Frühgottesdienst(Pfarrer Nelle)..45 Uhr Christfeier des Kindergottesdienstes mit der Gemeinde (Pfarrer Rothe) Habinghorst. 24. 12.(Heiligabend) kein Gottesdienst. 25. 12.(1. Festtag) 8 Uhr Christmette unter Mitwirkung des Kirchenchores(Pastor Zillessen). Der Hauptgottesdienst fällt an diesem Tage aus. 26. 12.(2. Festtag).45 Uhr Festgottesdienst unter Mitwirkung des Kirchenchores, anschließend Beichte und Abendmahlsfeier(Pastor Zillessen. 11.50 Uhr Weihnachtsfeier im Kindergottesdienst. 27. 12.(Sonntag).45 Uhr Gottesdienst(Diakon Kunstmann, Herne). Ickern. 2. Weihnachtstag(26. 12.).45 Uhr Christfeier(Pfarrer Rothe). Muattf spare Butter u. Pett Nur 33 PI. ubhah mi bietich echmechenf. sauber und appetittlich, von ihnen selbst mit Reichelts Kunsthonigpulver u. Zucker gekocht, such vorzügl. zum Pfetterkuchenbacken. Alles lobt!- 5 Stück (für 10 kg reichend).- RM.(Markechein) B. Reichelf, Breslau 5 Schließfach 36 507 d. Nr. 302 Bladenhorst. 25. 12.(1. Festtag) 15.30 Uhr Gottesdienst, anschließend Beichte und Abendmahlsfeier (Pastor Zillessen). Für die zu unserer Verlobung erwiesenen Glückwünsche und Aufmerksamkeiten sagen wir hiermit unseren herzlichsten Dank.(205 Hilde Eickelkamp Oberbootsmannsmaat Fritz Benner. Henrichenburg Horst-Wessel-Straße 21 im Dezember 1942 Z. Zt. Kriegsmarine Weißer Fieger e Für Jugendliche nicht zugelassen Europa-Theater Die Stunde der Versuchung Für Jugendliche nicht zugelassen Beginn der ersten Vorstellung bereits gegen.00 Uhr, letzte Vorstellung zirka gegen.00 Uhr. Kassenöffnung Verktags eine halbe Stunde. Sonntags eine ganze Stunde vor Beginn der Vorstellung. Gelsenkirchen die volkstümlichen Wabremen Samslag, den 26. Dez., 13 Uhr (2. Weihnachtstag! 7 Rennen Straßenbahn-Verb.: I. 17 ab Gelsenkirchen Hbf. ca. 5 Minuten, ab Essen ca. 30 Minuten Kougummieren Turkanrsteren Sruu Hlecte Vulkanisier-Betrieb ProvikzialLebens-, Unfall-, Haftpflicht-, KraftfahrzeugVersicherungen Münster(Westf.) Warendorfer Straße 28 Leere Flaschen sind Rohstoffe und gehören nicht in den un 5. Müllermer. Wir bitten deshalb alle Verbraucher von NERVPIN-SOIVOMUT CAMPHOPIN und den übrigen bewährten Novopin-Präparaten. alle leeren Flaschen ihrer Bezugsquelle zuzuleiten. Ge erleichtern uns O dadurch die ljieferng elTeLE Corans guser Arrei-Prdparate — seit 1993— Chem. Fabrik Krewel-Leufen C. m. b. H. Köln Achmilliche KOH will uns durch nitzen und Spalten bestohlen! Scht nur, wie er seine Tatze durch die Ritzen und Spalten von Fenstern und Türen zwängt, um uns die Wärme aus der geheizten Stube zu stehlen. Aber warte nur, Freundchen! Wir geben uns einen Ruck(eigentlich wollten wir’s ja schon im Herbst run) und dichten die Ritzen und Spalten der Türen und Fenster ab, vor allem der Fenster, die wir während des Winters zum Lüften nicht brauchen. Wenn du und ich und wir alle das tun, sparen wir in einem Winter viele tausend Zentner Kohle! So, nun ist der Kohlenklau ausgesperre und soll vor Wur noch schwärzer werden. Aber hüren wir uns trotzdem vor ihm! bachr a Schwarzer Lodenmantel (Gr. 48) gut erhalten, zu verkaufen oder gegen Damenschuhe (Gr. 38 oder 39) zu tauschen. Außerdem 2 Regulatoren zu verkaufen.(B976 Wittener Straße 95. Der„Stadtanzeiger“, erscheint wöchentlich ömal Wochenbezugspreis 50 Pig., Postbezugspreis.— RM monatlich Druck und Verlag z. Zt. C. Th. Kartenberg. Herne. Hauptschriftleiter Willl Pranke, z. Zt. Wehrmacht Verantwortlich für Politik. Kunst a. Wissenschaft I. V. Otto Pohle. Wanne-Eickel: verantwortlich für die örtlichen sportlichen und provinziellen Mitteilungen Pr. Jos. Pruys. Castrop-Rauzel. Sa.-Nr. 2151 Cestrop.— Anzeigenpreis 1 mm boch und 22 mm breit 4 Pig. Nachlaß nach den vom W. d. D W. herausgegebenen Richtlinien. Z. Zt. alle Preisliste Nr. 1. Alle Bilder, soweit nicht anders ange. geben. Scherl. Deutsche Frauen und Mädel! Helft mit! Deutsche Frauen und G DEUTSCHEN Mädel! Meldet Zuch zur REICHSPOST! KoKMLSBEAT in der Geschichte der Medizin gehört den BAYER-Arzneimitteln. Viele früher tödliche und zu langem Siechtum führende Krankheiten werden heute mit ihrer Hille geheilt. Das BAYER-Kreur ist de: Zeichen des Vertresene TausS Drit Wenn man sich u zwei We nachten in die dann dorhin, wo: nachten feier das Gesetz des K Oder, Sein oder grundverschiedene stimmt auf denselb len Gedenkens. Ur an der wilden Br im Osten mühsam gegen einen verbi überall zu Weihn Sie alle blicken a die Liebe, die a Müttern, liebende Arbeitskameraden aber löst zugleich wach und bereit zu horchen aus dem in die Stille der jene Fühlung mi die uns immer a der Seele, die So wird das vier anderverbun Heimat werder zwischen drinnen D. □ nisvolles Komme ein stiller, unfaß. dankengemeinscha Strom des Fühl sich hier begegne gemeinsamer Bir Ein jeder drin sich hinein und friedfertiger Ruh nachtsfest als ei unsere Helden ar glanz dieser rul bleiben, auch do leidvoll schließt. großen Schicksal: weihnachten sein kenntnis, daß un Verteidiger des des schöpferische sind. Der Sinn Soldaten drauß stehen, daß uns! Kampf bewähre und die hohen reich gegen eine Die Deutsche Reichspost ist zur Bewältigung ihrer Aufgaben, die für Front und Heimat gleich wichtig sind, auf Eure Mitarbeit dringend angewiesen. Bei Aemtern in Stadt und Land könnt Ihr in allen Dienstzweigen eingesetzt werden. insbesondere im Brief- und Paketzustelldienst, Brief- und Paketverteilldienst. Schalterdienst bei den Postämtern, Telegraphendienst(Fernschreiber) Fernsprech- und Rentenrechnungsdienst. Postscheckdienst, Pöstsparkassendienst(nur In Wien), Fernsprechvermittlungsdienst. Kraftwagenführerdienst, Bürodienst(Schreibmaschine— Kurzschrift) scwie in rein technischen Dienststellen, talls Ihr leichte handwerkliche Arbeiten übernehmen wollt. Die Aufgaben der Deutschen Reichspost sind so vielseitig, daß jede Frau und jedes Mädel eine ihrer Neigung und Begabung entsprechende Arbeit erhalten kann. Für den Außendienst wird schmucke Dienstkleidung gestellt. Ihr könnt zur Aushilfsbeschäftigung(auch tage- und stundenweise) im Angestellten- oder Arbeiterverhältnis oder zur Dauerbeschäftigung mit Aussicht auf Berufung in das Beamtenverhältnis(Aufstieg bis zur Oberpostsekretärin) eingestellt werden. Tarifmäßige Vergütung auch während der Ausbildung. Merkblätter mit genauen Bedingungen erhaltet Ihr bei jedem Postamt. Wenn dannn sonie der Ai vollen Akkorden nen weiter ma kämpfen, wie ur zen Kraft unse bens, für den Blühen dieses Kampfes. Tirol am Gebirgsjäg Norwegen Es war eine waren aus du Decke waren du Ecke. Es waren vi en noch nicht tern waren B herein. An dem rund Sie sahen sogle Stuhl hatte ein den Seiten, w infach waren. Der Bauer u besicht. Es we Alten und, ver Aber etwas ders. Es war e auch, daß de einen Verband irankenlager die Stube zu s Er sagte ein nickte dem Jun „Per Björkl Eira zu entschu Die drei wi war, und nickt Der Bauer: die viel fröhli „Per Björk Gast“, übersetzt trat ihnen ent Gruße hin. 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Das sind zwei äußerlich grundverschiedene Welten, und doch innerlich abgestimmt auf denselbe Grundton der Liebe und des stillen Gedenkens. Unsere Soldaten ob sie nun draußen an der wilden Brandung des Meeres stehen oder sich im Osten mühsam von Ort zu Ort vorwärtskämpfen gegen einen verbissenen Feind und Eiseskälte, werden überall zu Weihnachten irgendwie„zu Hause“ sein. Sie alle blicken auf die Heimat den Dank und die Liebe, die aus unzähligen Grüßen von besorgten Müttern, liebenden Frauen und treu verbundenen Arbeitskameraden spricht. Dieser Dank der Heimat aber löst zugleich das Versprechen der Front aus, wach und bereit zu sein wie bisher. Wir aber daheim horchen aus dem Zimmers traulicher Wärme hinaus in die Stille der Weihnacht, um mit unseren Herzen jene Fühlung mit denen da draußen aufzunehmen, die uns immer am Herzen liegen, jene Fühlung der Seele, die man nicht in Worte kleiden kann. So wird das vierte Kriegsweihnachten ein Miteinanderverbundensein von Front und Heimat werden. Es werden sich Brücken spannen, zwischen drinnen und draußen, auf denen ein geheimDAF und RdS sorgten auch 1942 für Arbeitskraft und Arbeitsfreude Daß in der Heimat so geschafft wird, daß Betriebsführer und Gefolgschaft zusammenstehen, daß sie auf das gleiche Ziel ausgerichtet sind und wissen worum es geht— daß auf sozialem und kulturellem Gebiet alles nur Mögliche getan wird, um unseren Schaffenden ihr Los zu erleichtern, ihnen Freude zu geben an der Arbeit und am Leben— das ist ganz besonders das Verdienst der Organisation aller Schaffenden der Deutschen Arbeitsfropt. Da ist die politische Ausrichtung der Betriebe, der gerade im Kriege größte Bedeutung zukommt. In allen Betrieben Castrop=Rauxels wurden Appelle durchgeführt, auf denen unsere Redner das Wort ergriffen und auch dem letzten Schaffenden das große Ganze vor Augen führten Alle Betriebs= und Ortsobmänner wurden in Schulungen erfaßt. Für die Betriebsführer und Unterführer fanden und finden arbeitspolitische Lehrgänge statt, in denen auch namhafte Reichsredner zu den Fragen des Betriebslebens Stellung nahmen. Vieles könnte von der sozialen Ausrichtung der Betriebe gesagt werden Doch ist das Wichtigste, die Neugestaltung des Lohn= und Versorgungswesens im Bergbau erst unlängst an dieser Stelle, so ausführlich behandelt werden, daß ein Hinweis auf die dem schwerarbeitenden Bergmann verdientermaßen zugewiesene Sonderstellung genügen dürfte, um in diesem kurzen Rückblick auch dieses Ereignisses gerecht zu werden, an Laufe des vergangenen Sommers und Herbstes auch Hunderte von erholungsbedürftigen Bergarbeitern und in der Rüstungsindustrie eingesetzten Frauen vierzehn sorgen= und kostenfreie Erholungstage im Sauerland oder anderen schönen Waldgebirgen unseres deutschen Vaterlandes fanden. Die gesamte Bevölkerung hatte teil an den Segnungen, die die RSG.„Kraft durch Freude“, oft in fördernder Zusammenarbeit mit der Stadt Castrop= Rauxel uns auch im zur Neige gehenden Jahre brachte. Die Arbeit„die auf kulturellen Gebieten so geleistet wurde, mögen die nachstehenden für das gesamte Kreisgebiet Herne Castrop=Rauxel zutreffenden Zahlen beleuchten. WB..r 14. Die Musen haben hier unter den Waffen auch in diesem Jahre nicht Ruhe und Rast gehalten. Im Gegentei!! Nun erst recht! So war die Parole. Der Kreis der Teilnehmer wurde auf allen Gebieten erheblich ausgeweitet. Es ist gewiß ein guter Beweis für unsere Widerstandskraft, daß in diesem Jahr das Volksbildungswerk unseres Kreises nicht weniger als 35 Kurse und Vortragsveranstaltungen aufziehen konnte. Es waren: 20 Vorträge, je 3 Kurse in Rechnen, Deutsch und Englisch, 1 in Französisch und 5 im Akkordeonspiel. Das Amt Feierabend stand in seinen Leistungen für die Schaffenden der Faust und Stirn nicht Der spart an Gas. der sehr geschickt zwei Töpfe euteinandertächt! Unsere Gedanken, unser Geloben der Fron!! Der Weihnachtswunsch unseres Kreisleiters: Unsere Gedanken wellen bei unseren Soldaten draußen an allen Fronten. Ungeheure: ihr Mut und äußerste Tapferkeit brachten uns weltgeschichtliche Ereignisse. Wir, die wir in der Heimat verwellen müssen, wollen daher in steter Einsatzbereitschaft weiter unsere Pflicht tun, erfüllt von dem unbeugsamen Glauben an die Idee des Nationalsozialismus und unseren geliebten Führer. In diesem Sinne wünsche ich allen Schaffenden im Kreise Herne—Castrop-Rauxel ein gesundes und frohes deutsches Weihnachtsfest. Es lehe der Führer! Nleper, Kreisleiter. lelft mit! en, die für Front und und angewiesen. Bei en eingesetzt werden. vertelldienst. dienst(Fernschreiber) beckdienst, wermittlungsdienst. schine— Kurzschrift) andwerkliche Arbeiten daß jede Frau und sende Arbeit erhalten restellt. Ihr könnt zur Angestellten- oder auf Berufung in das eingestellt werden. rkblätter mit genauen oldet Zuch zur POSTI nisvolles Kommen und Gehen sein wird. Es ist wie ein stiller, unfaßbarer Zauber, der sich über diese Gedankengemeinschaft legt als ein großer, goldener Strom des Fühlens von Millionen von Herzen, die sich hier begegnen und sich gegenseitig verströmen zu gemeinsamer Bindung und einem neuen Kraftquell. Ein jeder drinnen und draußen denkt still in sich hinein und schaut so den anderen Menschen. In friedfertiger Ruhe und Besinnlichkeit wird das Weihnachtsfest als ein Fest der Seele über uns und unsere Helden an der Front vorübergleiten. Ein Abglanz dieser ruhevollen Stille wird überall zurückbleiben, auch dort, wo sich der Kreis der Gedanken leidvoll schließt. Das Erlebnis der Gemeinschaft des großen Schicksals unserer Tage gibt diesem Kriegsweihnachten seinen besonderen Inhalt in der Erkenntnis, daß unsere Soldaten an der Front nicht nur Verteidiger des Erbes einer großen Vergangenheit, des schöpferischen Geistes und der deutschen Kultur, sind. Der Sinn dieses Weihnachtsfestes für unsere Soldaten draußen und uns drinnen ist es, zu verstehen, daß uns das Fest Symbol sein soll, dem sich im Kampf bewährenden Leben immer erneut zu dienen und die hohen sittlichen Werke unseres Volkes siegreich gegen eine feindliche Umwelt zu verteidigen. Wenn dann nach dem Fest die gewaltige Sinsonie der Arbeit aus dem Schweigen wieder zu vollen Akkorden erwacht, dann werden auch wir drinnen weiter marschieren, weiter schaffen und weiter kämpfen, wie unsere Soldaten draußen, mit der ganzen Kraft unserer Persönlichkeit und unseres Glaubens, für den Sieg und für das Leben, denn im Blühen dieses Lebens liegt für uns der Sinn des Kampfes. Tirol am Allantischen Ozean Gebirgsjäger auf„unkriegerischer Kriegsfahrt“ durch Norwegen". Von Karl Springenschmid Es jebe der Führer! Nleper, Kreisleit Arbeitskameraden! Amiswalter der Deutschen Arbeitstront! Wiederum stehen wir vor der Feler unseres deutschen Weihnachtsfestes und können mit Stolz zurückblicken Wir eind dankbar unzeren Solksten dakür, das die den herolichen Kampk ununterbrochen viegreich fortetzeg und wollen in der Heimat geloben, genau wie bisher unsere Pflicht und Schuldigkeit für Volk und Vaterland — Hell Fitier! Baum, Kreisobmann. dem die gesamte Bevölkerung unserer vom Bergbau lebenden Bevölkerung den innigsten Anteil hat. Gedacht sei weiter auch noch der Umstellung des Lohnwesens im Bauhandwerk, das der Leistung den gebührenden Verdienst sichert. Der Leistungskampf der deutschen Betriebe wurde auch im Jahre 1942 mit allen Mitteln weitergeführt. Von mehreren heimischen Zechen, so insbesondere von Victor. Ickern und Erin. konnte wiederholt berichtet werden, daß sie offiziell Anerkanntes in vorbildlicher Fürsorge um die Volksgesundheit leisteten. Auch seitens der Zeche Graf Schwerin, den Stickstoff=Werken Rütgerswerken und der Gesellschaft für Teerverwertung u. a. wurden lobende Anerkennungen für vorbildliche Förderung von„Kraft durch Freude",„Schönheit der Arbeit",„Heimstätten und Wohnung“ und andere soziale Maßnahmen im Interesse ihrer Gefolgschaften verdient. Der Bestrebungen der gewerblichen Betriebe der Stadt, auch ihrerseits das Mögliche in der Gefolgschaftsbetreuung zu leisten, sei ebenfalls gedacht.... Li, I. entihe W. A3 Erwähnt werden muß sodann die segensreiche Arbeit des Reichserholungswerkes der DAF, durch das im zurück, wie 23 Konzerte, 24 Theatergastspiele. 3 Operettensonderveranstaltungen und 69 sonstige Unterhaltungsdarbietungen(Varietee, Kabarett, Tanzgastspiele, Solistenabende usw.) dartun. Daneben wurde auch das gute Laienspiel durch eigene Spielgruppenbetreuung gepflegt. Durch die Abteilung Volkstum Brauchtum wurden in Singe= und Spielabenden 3722 Personen des genannten Kreisgebiets erfabt„„„ E.# Die KdF=Wandergruppen der beiden in Rede stehenden Städte machten unter geschulter und ortskundiger Führung 25 Wanderungen, an denen 716 Personen teilnahmen. Die 26 Versammlungen und Tauschabende der Sammler=Ortsgruppen erfaßten insgesamt 556 Personen, die dadurch eine von allen gern anerkannte wesentliche Förderung auf ihren Sammelgebieten, vor allem auf den zumeist gepflegten Gebieten des Sammelns von Briefmarken, Notgeld, Plaketten, Serienbildern, Münzen, Ganzsachen usw. erfuhren.„ A## 9 Die KdF=Schachgemeinschaft des Kreises Herne Castrop=Rauxel hielt außer den Mannschaftsund Meisterschaftsspielen 543 Spielabende mit insgesamt 4533 Spielern ab. Der Volksgenosse Lemte aus der Betriebsschachgruppe„Constantin“ wurde Gaumeister und ging als 14. Sieger aus den Reichsmeisterschaftskämpfen hervor. Der KdF= und Betriebssport führte insgesamt 46 169 Personen der Pflege der Leibesübungen zu. Außerdem nahmen an 21 Schulungsstunden der Uebungswarte 277 Personen teil. Besonderes leistete KdF auch in der Truppenbetreuung. Es wurden im Berichtsjahr 145 Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit der Wehrmacht durchgeführt. U. a. gastierten hier: NS.=SymphonieOrchester München. Tanzgruppe Erwin HoffmannBerlin, Ballett Helge Peters Pavilinin, Emmi Leisner, Hans Adalbert von Schlettow und Prof. Chartofilax Mandolinenorchester, Dresden. Unvollständig wäre der Bericht, wenn nicht eben kurz der besonderen Frauenbetreuung in den Betrieben durch die sozialen Betriebsarbeiterinnen der DAF sowie auch der Förderung und Ueberwachung der Gemeinschafts= und Weikküchen gedacht würde. Auf alle Arbeitsgebiete im einzelnen einzugehen, ist unmöglich. Bei aller Bescheidung durch die kriegsbedingte Papierknappheit sei aber doch zum Schluß der so wichtigen Berufserziehung noch ein Wort gewidmet, die auch in unserem Kreisgebiet im Berichtsjahr weiter ausgebaut werden konnte und nicht zuletzt auch durch die Gründung von Gemeinschaftswerken der Handwerker und Gewerbetreibenden gefördert wurde. Ueber Lehrwerkstätten ist an dieser Stelle erst unlängst so ausführlich die Rede gewesen, daß heute ein kurzes Erinnern daran genügt. Erfolgreich tätig waren u. a. weiter das Begabtenförderungswerk und kameradschaftliche Lehrgemeinschaften auf fast allen Berufsgebieten. So zeigt es sich überall wo es um den schaffenden deutschen Menschen geht: Unermüdlich ist die Deutsche Arbeitsfront und mit ihr die RSG.„Kraft durch Freude“ für sein körperliches und geistiges Wohl tätig. Mit allen Mitteln setzte sie sich ein für die Erhaltung und Erhöhung der Leistugnskraft und lieferte damit ihren Beitrag zum schweren Ringen unseres Volkes um seinen ihm zustehenden Platz an der Sonne. p2— Unser Gruß dem Alter! Heute und morgen haben wir in Castrop=Rauxel wieder 3 Altersjubilare zu verzeichnen, die die Schwelle des 8. Lebensjahrzehntes glücklich überschreiten können. Zu ihnen gesellt sich der älteste Bladenhorster Karl Zurnieden, Grenzweg 44, der am 24. Dezember 1850 geboren, am heutigen Tage: seinen 93. Geburtstag begehen kann. Die drei Altersjubilare sind: am 24. Dezember unsere Mitbürgerin Auguste Zimmermann, Christinenstraße 67, und am 25. Dezember unser Mitbürger Johann Brozio, Dornbachstraße 7, und unsere Mitbürgerin Sophia Vollant, Wittener Straße 327. Alle vier Geburtstagskinder“ erfreuen sich in ihren Bekanntenkreisen der größten Beliebtheit und Wertschätzung. Allen vieren die herzlichsten Glück= und Segenswünsche der angestammten, schollenverbundenen Heimatzeitung und ein kräftiges„Glückauf“ für die ferneren, hoffentlich noch recht zahlreichen und durch keinerlei Ungemach getrübten Lebensjahre! Weihnachts- und Silvester=Sprechverkehr Es ist im Laufe der Jahre vielen zur Gewohnheit geworden, am Weihnachtsheiligabend und in der Silvesternacht die Glückwünsche von Mund zu Mund durch Fernsprecher auszutauschen. Die Deutsche Reichspost hat sich stets bemüht, diesen Sprechverkehr unter Heranziehung aller verfügbaren Kräfte zu bewältigen. Die Bereitstellung des Personals für den wichtigeren Tagessprechverkehr der Wehrmacht und der kriegswichtigen Betriebe, die Kriegsverhältnisse, besonders di: Einschränkungen der Verkehrsmittel lassen in die22. Fortsetzung Es war eine große, stattliche Stube. Die Wände waren aus dunklem Holz, auch die Balken an der decke waren dunkel. Ein mächtiger Ofen stand in der Es waren viele Menschen da. Aber die drei konnten noch nicht alles unterscheiden, denn an den Fentern waren Blumen und so kam nur wenig Licht An dem runden Holztisch in der Ecke saß der Bauer. Sie sahen sogleich, daß dies der Bauer war, denn sein Stuhl hatte eine hohe Lehne und zwei Armstützen an den Seiten, während die anderen Stühle nur ganz infach waren.„ 4uug##, fa ben B. an Der Bauer war noch jung, das sahen sie an seinem besicht. Es war das gleiche Gesicht, das sie an der Alten und, verjüngt, an dem Knaben gesehen hatten. Aber etwas an diesem Gesicht des Bauern war aners. Es war blaß bis auf den Tod. Und nun sahen je auch, daß der Bauer über die rechte Seite der Brust einen Verband trug. Es schien, als sei er nur vom Krankenlager aufgestanden, um sich ihnen zu Ehren in die Stube zu setzen.„ Er sagte ein paar Worte, ernst und gemessen, und nickte dem Jungen zu, der gleich „Per Björklud bittet die deutschen Soldaten, AltDie drei wuhten erst nicht recht, wie das gemeint war, und nickten bloß lächelnd dem Jungen zu. Der Bauer verstand sie und sagte nun einige Worte. die viel fröhlicher klangen. „Per Björklud bittet die deutschen Soldaten als Gast" übersetzte der Junge, und der Bauer stand auf. trat ihnen entgegen und reichte jedem die Hand zum Er war groß von Gestalt, alles an seinem Wesen, wie er da aufstand und ihnen die Hand reichte, war streng und gemessen. Dann wies er ihnen den Platz an. Die drei rückten die Stühle zurecht und setzten sich Dies ist Per Björklud, der Bauer von Nystad“, sagte der Junge und wies auf den Bauer hin, der achtsam auf jedes seiner Worte hörte,„dies ist Synöve Björklud, des Bauern Frau von Nystad“, er wies auf die Frau, die zur Rechten des Bauern saß,„dies ist Ole Björklud, der alte Bauer von Nystad“, sagte er dann, und zeigte auf den Alten zur Linken des Bauern. Dem Alten zuckte es üüber sein faltiges Gesicht, die drei wußten nicht, lächelte er oder standen ihm nur die Falten so lustig um die Augen. Er nickte heftig mit den Worten des Jungen, wies mit dem Finger auf sich. Neben dem Alten saß Aslag, der Knecht ein Bär an Kraft und Gestalt, und Kathrin, die Magd. Nun nannte der Junge die Namen seiner Geschwister, die neben ihm am Tische saßen: „Sven, Synöve, Ole und Eira“, das machte er nur so ganz leichthin und lächelte dabei, als wäre es nicht so wichtig und als gäbe es noch mehr von dieser Art. Aber dann wurde er wieder ernst, wies auf seine Brust und sagte stolz: „Ich bin Per Björklud, der Junge.“ Der Gamsl hatte zu jedem Namen freundlich genickt und nun war die Reihe an ihm. „Ich bin der Blasius Gamsl“, sagte er im Ton des Jungen fortfahrend.„ein Holzknecht und Jagdgehilfe aus Krimml im Pinzgau. Und das ist der Michl Muigg aus Hall in Tirol, und das ist der Vinzenz Zott, ein Roßknecht aus Fulpmes im Stubaital.“ Der Bauer hörte aufmerksam hin. Auch wenn er die Worte nicht verstand, achtete er doch genau darauf, wie der Gamsl das sagte. Dann winkte der Bauer mit einer kaum merklichen Geste der Magd. Diese stand nun auf und ging aus der Stube, während die Bäuerin ein weißes Linnen über den Tisch breitete. Sie brachte eine große, hölzerne Schüssel voll Milch herein, teilte die Aepfel aus und legte rundum die weichen. hellen, flachen Brote auf die hölzernen Teller. Dazu gab es Rauchfleisch und einen braunen, bitteren Käse und eine Grütze, von der die drei nicht recht wußten, was sie davon zu halten hätten. Aber sie taten wie die andern und aßen schweigend, denn sie merkten wohl, daß auf diesem Hof eine strenge Zucht war. e, uan Mm 8 Nur die Bäuerin sah immer wieder von ihrem Platz besorgt auf den Bauer hin. Dann fragte sie ihn etwas. An dem sorgenvollen Klang ihrer Stimme erkannten sie wohl daß sie wissen wollte, wie es ihm gehe. Aber der Bauer antwortete nicht darauf, sondern nickte bloß in seiner kurzen Art. Als das Essen zu Ende war, stand der Bauer als der erste auf, es machte ihm Mühe, das sah man ihm an, trat auf die drei Soldaten zu und fragte sie— sie verstanden es ohne daß es der Junge übersetzt hatte— ob sie zufrieden seien. „Per Björklud wünscht die deutschen Soldaten zufrieden“, sagte der Junge. Sie nickten und gaben dem Bauer die Hand. „Mange takk“, sagte der Gamsl. Es war das erste Wort, das er in diesem Lande norwegisch sprach. Der Bauer Björklud und alle in der Stube freuten sich darüber. „Und wir wünsch en dem Bauer auch gute Genesung", sagte der Gamsl. Aber er spürte bei diesem Wort, daß er da wohl etwas Unrichtiges gesagt hatte, denn der Junge wollte es erst gar nicht übersetzen; die Bäuerin sah betroffen drein, als sie es hörte und der Alte lachte wieder aus den tausend Falten seines Gesichts. Doch der Bauer verbeugte sich leicht und sagte ernst: „Mange talk!“ Und alle in der Stube taten wie er. Dann gingen sie. Der Junge begleitete sie ein Stück vor das Haus. „Was ist mit dem Bauer?“ fragte der Gamsl. Der Junge sah auf. „Der Bauer lag im Bett, da hörte er Alt=Eira am Tore zu den deutschen Soldaten sprechen und war sehr zornig darüber.“ Und mit dem gleichen herrischen Ausdruck in den Augen, den sie auch beim Bauer bemerkt hatten, sagte er stolz: „Ein Bauer in Gudbrandsdalen ist gastlich für Und nachdem er eine Weile überlegt und sich die Worte zurechtgerichtet hatte, fügte er bei: Es ist, wer es If.“„ ur ihan uum Gat Der Gamsl hielt den Jungen, der schon zum Hof zurück wollte, noch an der Hand fest.„Ich mein hier", fragte er, und wies mit dem Finger auf die rechte Seite der Brust,„was hat der Bauer hier?“ „Hier?“ wiederholte der Junge fragend die Geste und sein Gesicht sah bekümmert aus,„hier“, sagte er und überlegte wieder eine Weile,„ein Schuß". „Ein Schuß?“ fragten die drei zugleich wie aus einem Runde.. Schug. I Und dann setzte er hinzu:„Der Arzt Rils Gransen sagt, Per Björklud wird an diesem deutschen Schuß sterben müssen. Aber wir glauben es nicht.“ die Einschränkungen der Verkehrsmittel, lassen in diesem Jahr die Personalverstärkung nachts nicht zu. Das Publikum wird daher gebeten, am Weihnachtsheiligabend und in der Silvesternacht den Fernsprecher nicht mehr als unbedingt notwendig zu benutzen. Die Sprechzeit wird voraussichtlich beschränkt werden. Ob der Bauer Soldat gewesen sei, fragten sie den Jungen, und es fiel ihnen ein, daß er ja einen norwegischen Soldatenrock über der Schulter getragen hatte. Der Junge nickte. Ja, Soldat für Norwegen. In Dombaas am 29. April in der Schlacht mit den Deutschen.“ Dann brach es aus ihm hervor, seine Worte überstürzten sich, er sprach halb norwegisch, halb deutsch.„Ein Schuß durch die Lunge, sagt der Arzt, aber was versteht er schon von einem Schuß. Er war nie Soldat, der Nils Gransen. Er wollte Per Björklud in das Hospital nach Lillehammer schicken. Aber Per Björklud wollte nicht, er sagte, wenn es schon an ein Ende gehe, dann lieber daheim in Nystad. Aber das glauben wir nicht.“ Der Junge drehte sich um und ging ohne einen Gruß auf den Hof zurück. Die drei schritten zu Tal. Als der Weg in den Wald einbog, blickten sie noch einmal zurück auf den Hof. Die Alte stand seitab an der Wand des Stallgebäudes, als müsse sie allein den Hof bewachen und sah ihnen nach, bis sie verschwunden waren. Schweigend schritten sie den Weg durch den Bergwald hinab. Was war doch dieser Bauer für ein besonderer Mensch. „Bei dem söll Bauer“, sagte der Zott er sprach zu sich selber und er brauchte eine Weile, bis er den Satz richtig beisammen hatte,„bei dem söllen Bauer stünd i glei als Knecht ein, bal der Kriag zu End wäre.“ Es gab ihm keiner darauf eine Antwort. Das war ihm recht, denn so konnte er seine Gedanken ruhig weiterspinnen.„Roßknecht auf Nystad, warum nit. alter Vinzenz? Was ischt da anders, im Gudbrandsdal oder im Stubai?“ „Dö Grütz, dö ischt anders“, sagte der Muigg.„dö ischt nit für uns Tiroler.“ Er sinnierte schon auf dem ganzen Weg darüber nach, was denn eigentlich in der Grütze alles drin gewesen wäre. Noch immer hatte er diesen gewissen Geschmack im Munde. Der Gamsl konnte das noch immer nicht verstehen, wie einer der so aus dem Krieg zurückkam, noch mit denen gastlich sein konnte, die ihn doch hart an den Tod gebracht hatten. „Der Bauer ischt zach“ sagte der Zott,„dös kenn i aufm erschten Blick, der kimmt no gsunder draus und überlebt uns alle.“ Fortsetzung folgt. Wie tief sitzt der Granatsplitter? Finnischer Gelehrter ersand neuen Röntgenapparat Jetzt Serienherstellung in Deutschland Der Erste, der den Zohen unasaderscheit Als Mohammedaner verkleidet das Land durchstreift Ein Deutscher „Wie tief sitzt der Granatsplitter?“— Das ist eine Frage, die der Arzt trotz aller Fortschritte der modernen Röntgendiagnostik bisher oft nicht beantworten konnte. Man hat hierbei zwischen der Durchleuchtung, bei der nur das Krankheitsbild auf einem Leuchtschirm vorübergehend erscheint und der Beobachter sich ein chnelles Urteil bilden muß und der eigentlichen Röntgenaufnahme zu unterscheiden. Erstere hat den Vorteil, durch Drehen und Wenden den zu unteruchenden Körper in den verschiedensten Stellungen berachten zu können, was sich namentlich bei alten Knochenbrüchen oder tuberkulösen Herden in der Lunge günstig auswirkt. Hierbei können zahlreiche Organe in ihrer Tätigkeit beobachtet werden, nachdem nan den Patienten oft ein sogenanntes Röntgenkonerastmittel eingegeben hat. erschloß Marokko für die europäische Kultur Bei der Röntgenaufnahme dagegen läßt sich durch e Eigenschaft der geheimnisvollen Strahlen, die solografische Schicht zu schwärzen. die verschiedene Strahlendurchlässigkeit der Knochen und Weichteile des menschlichen Körpers ausnützen. Auch Hohlorgane wie der Darmkanal. die Gallenblase oder der Magen assen sich durch Füllung mit Röntgenkontrastmitteln darstellen Ferner ist es heute möglich, bestimmte Schichten des Herzens oder der Lunge wiederzugeben. Die Stereo=Röntgenfotografie aber gestattet das räumliche Sehen flächenhafter Bilder, was zwecks richtiger Lokalisation eines in den Organismus eingedrungenen Fremdkörpers oder einer Geschwulst oft von entscheidender Bedeutung ist. Trotzdem war es bisher vielfach nicht möglich, die genaue Lage bzw. Tiefe etwa eines Granatiplitters oder einer Kugel zu bestimmen, die operativ entfernt werden sollte. Durch einen deutschen Arzt, Dr. Pätzold. wurde zwar in den letzten Jahren ein neuer Metallsucher entwickelt, durch den mittels Hochfrequenzschwingungen derartige Fremdkörper während des chirurgischen Eingriffs im Menschenleib festgestellt werden konnten. In diesen Tagen und Wochen, da die Augen der ganzen Weltöffentlichkeit auf Algerien, Marokko und Tunis gerichtet sind, erscheint es angebracht, daran zu erinnern, daß es ein Deutscher war, der die Atlasländer Nordwestafrikas der europäischen Kultur erschloß. Es handelte sich um den Forschungsreisenden Gerhard Rohlfs. der sich schon 1861 in ein Gebiet wagte, das bis in die jüngste Zeit hinein ein blutiger Aufstände, Kämpfe und räuberischer Ueberfälle war. Das ganze Leben dieses verdienstvollen Kolonialpioniers verlief wie ein spannender Abenleurerraman. Gerhard Rohlfs wurde am 14. April 1827 in Vegesack geboren, besuchte das Gymnasium in Bremen, kämpfte 1849 in Schleswig=Holstein, wurde nach der Schlacht von Idstedt zum Offizier befördert und studierte dann in Heidelberg, Göttingen und Würzburg Unser Weihnachtswunsch 1942 rokko" und„Meine Reise durch Marokko“ hat Rohlfs die gefahrvollen Abenteuer anschaulich geschildert, die ler in diesem Lande zu bestehen hatte. Später begab sich der erfolgreiche Kolonialpionier wieder nach Afrika, erreichte 1865/66 von Tripolis aus Lagos an der Guineaküste; durchquerte 1873/74 die Libysche Wüste und wirkte 1884/85 als Reichskommissar in Sansibar. Auch bei diesen Unternehmungen ging es oft genug um„Kopf und Kragen“. So erreichte Rohlfs mit seiner aus 10 Deutschen bestehenden Expedition erst nach einem Marsche von sechsunddreißig durch völlig wasserlose Gegenden der Livyschen Wuste die rettende Oase Siwa. In den Jahren 1878/79 unternahm der kühne Forscher in Begleitung von Stecker mit Unterstützung der deutschen Reichsregierung eine Reise von Tripolis nach Wadai, um dem dortigen Sultan Geschenke des Kaisers zu überbringen. Hierbei wurden die beiden Männer in der Oase Kufra von Suya=Arabern überfallen, vor denen sie sich nur durch eilige Flucht und unter großen materiellen Verlusten retten konnten. Der berühmte Leipziger Chirurg Geheimrat Thiersch prüfte Kandidaten. Er fragte einen:„Angenommen. ein Patient hat ein verkürztes Bein infolgedessen hinkt er; was würden Sie in einem solchen Fall tun?“ Vielleicht witterte der Gefragte eine leicht hatte er auch einen Anfall von Bierlaune, jedenfalls antwortete er:„Auch hinken. Herr Geheimrat!“ Thiersch nickte:„Schön und gut! Also. da hinken Sie mal mit dem Staatsexamen Ihren Kommilitonen um ein Semester nach.“ Mögen allen Lesern und Freunden des„Stadtanzeiger“, der seit fast 70 Jahren bodenständigen, angestammten Heimatzeitung von Castrop-Rauxel, recht angenehme und erholungspendende Weihnachtsfeiertage beschieden sein! Das wünschen von Herzen Unsere Anekdote VERLAG UND SCHRIFTLEITUNG. Doch vermag dieses Instrument das diagnostisch so wertvolle Röntgenbild natürlich nur in beschränktem Maße zu ersetzen Eine große Errungenschaft auf diesem Gebiete bedeutet ein neuer Röntgenapparat, der durch den jungen finnischen Dozenten für Physiologie. Dr. Alvar Wilska, erfunden wurde. Man kann damit die Tiefenlage von Fremdkörpern im menschlichen Körper genau bestimmen. Der neue Röntgenapparat wurde zunächst nur in einem einzigen Exemplar für das Militärkrankenhaus in Helsinki angefertigt, wo ihn der Reichsärzteführer Dr. Conti auf seiner Finnland=Reise besichtigte. Er erkannte sogleich seine große diagnostische Bedeutung namentlich bei Kriegsverletzungen. Der Reichsärzteführer veranlaßte daher, daß der„Wunderapparat“ des jungen finnischen Gelehrten jetzt in Deutschland im Serienbau hergestellt wird. Er soll möglich bald der leidenden Menschheit zum Segen gereichen. wie sein Bruder Gottfried Medizin. Als Arzt begab er sich 1855 nach Nordafrika und wohnte dort bis 1861 der Eroberung der Großen Kabyle bei. Hierbei erlernte Rohlfs die arabische Sprache und wurde in solchem Maße mit den orientalischen Sitten und Gebräuchen vertraut, daß er es wagen durfte, als Mohammedaner verkleidet Marokko zu durchreisen. Mutig durchzog er die Sahara von Westen nach Osten und erforschte das Wadi Draa. Von seinen Führern räuberisch angefallen und verwundet, erreichte der wackere Deutsche noch glücklich die französische Grenze. Bei seiner zweiten Expedition 1864 gelangte er bis zur Oase Tuat, von welcher er die erste Beschreibung und Karte lieferte, um dann über Gadames nach Tripolis zurückzukehren. Auf dieser Forschungsreise vollbrachte Rohlfs eine Großtat, die heute schon fast in Vergessenheit geraten ist. Er überschritt, allerdings nicht an der Stelle der höchsten Erhebungen, als erster Europäer den Hohen Atlas, der jetzt noch die Heimat kriegerischer, fremdenfeindlicher Bergstämme ist. Jahrzehnte vergingen, bis einzelne, besonders unternehmungslustige Forscher andere Gipfel in dieser weltabgeschiedenen Gegend bezwangen. In vielen Aufsatzen, in Fachzeitschriften und zwei größeren Werken„Mein erster Aufenthalt in MaEin Alt=Berliner Opernregisseur, der den Titel Direktor führte, wurde sehr häufig von einem kleinen etwa zehnjährigen Knaben begrußt. Gewöhnlich fanden diese Begrüßungen in der Nähe des Königlichen Opernhauses statt. Jedesmal zog der Kleine, wenn er des Regisseurs ansichtig wurde, seine Mütze, verbeugte sich und sprach: „Guten Tag, hochgeehrter Herr Direktor!“ Eines Tages begegnete der Bühnengewaltige wieder einma!„Unter den Linden“ in der Nähe des Zeughauses dem höflichen Jungen, blieb stehen und fragte ihn:„Na. mein Söhnchen, nun möchte ich doch mal wissen, wer du eigentlich bist? Ich wollte dich schon lange mal danach fragen!“ Da erwiderte der Kleine:„Aber Herr Direktor, mich kenn' Sie nich? Ick bin doch der kleene Affe aus der Zauberflöte!" Adele Sandrock wäre beinahe einmal vor den Richter zitiert worden; zum Glück ließ sich die Sache noch außergerichtlich beilegen. Sie erzählte hiervon einer befreundeten Kollegin:„Ja. und wissen Sie auch weshalb die ganze Aufregung? Ich hatte gegenüber einer aufdringlichen Autogrammjägerin bloß ein geflügeltes Wort gebraucht.“ Die Kollegin staunte mit Recht:„Nicht möglich, Frau Adele! Und deshalb sollten Sie vor Gericht geschleppt werden? Was hatten Sie denn gesagt?“ Adele schnappte nach Luft:„Gans!“ Das Mädchen Grete Von Erwin Erichsen In dem kleinen Abendgesellschaften Friedrichs des Großen durfte jeder mit größter Freimutigkeit reden. Ehrlich und gleichberechtigt war der Kampf der Köpfe und Geister und der Alte Fritz war toerant genug, seine Ansichten nie als Richtschnur für den Verlauf der Debatte beachtet wissen zu wollen. Nur eines Abends wollte der König keinen Widerspruch vertragen. Aergerlich warf er dem einen verweisenden Blick zu, der anderer Meinung war. Da sprang der Freiherr von Zettwitz auf und rief: „Still, meine Herren! Der König von Preußen tritt ein!“ Jahrelang sah man meinen Freund Müller mit einem rothaarigen Mädchen. Das Mädchen hieß Grete und war besonders hübsch Es hatte blaue Augen. eine weiße Haut und sehr viele Sommersprossen, die dem Mädchen besonders gut standen. Müllers ganzer Freundeskreis hatte sich mit der Zeit an Grete gewöhnt, denn Müller tauchte niemals ohne sie auf. Er erschien mit ihr im Kaffeehaus. Sie saß neben ihm im Kino. Sie gingen miteinander spazieren, wenn die Sonne schien. Sie liefen Hand in Hand Schlittschuh, wenn das Thermometer unter Null zeigte. Und Müller wäre auch bestimmt mit ihr durchs Feuer gegangen, wenn man das von ihm verlangt hätte. Seit zwei Monaten sehe ich Müller stets ohne das Mädchen. Er geht einsam spazieren. Im Kaffeehaus spielt er mit seinen Freunden Karten und weit und breit sehe ich keine rothaarige Grete. Ins Kino geht er überhaupt nicht mehr. Ich kann die Sache nicht verstehen. Aber seit heute weiß ich Bescheid. Da traf ich den einsamen Müller auf seinem abendlichen Weg zur Kartenpartie. „Hallo, Müller!“ sage ich.„Wie geht es?“ „Danke. ganz ausgezeichnet!“ „Wieso so einsam. Müller?“ „Bin gar nicht einsam. Gehe doch gerade zur Kartenpartie!“ „Sag mal— ich sehe dich gar nicht mehr mit deiner reizenden Freundin, der Grete, weißt du...“ „Sie hat geheiratet.“. „Das ist aber wirklich eine Ueberraschung! Mit wem ist sie denn verheiratet?“ „Mit mir!“ (Aus dem Dänischen von T. Vermoes. JOHANN .U0 SEPNNG BERLIN SW 68 Seit Jahrzehnten Herstellerin hochwertiger Präparate auf dem Gebiete der inneren Medizin und der Kalkanreicherung des menschlichen Orgenlemme. aus der Westfüllschen Großbrauerei Andreus immer ein Hochgenuß 0 anzschule Die! Einsiellung von Frauen in dle Lanschalzpentei bei Haller- Castroo-Raurel 1„ Markisliaße 14 Für den Innendienst in der Luftschutzpolizei (Wirtschaftsdienst), Schreibstubendienst, Kammerverwaltung, Schneiderstuben usw.) werden ab sofort geeignete Frauen gesucht. Die Bewerberinnen müssen gesundheitlich tauglich sein, ihrer Arbeitsdienstpflicht genügt haben und dürfen nicht durch anderweitige arbeitsrechtliche Verpflichtung gebunden sein. Für die Verwendung im Schreibstubendienst ssind Schreibgewandtheit und bürotechnische Vorkenntnisse (Schreibmaschine und Stenographie) erwünscht, jedoch nicht in jedem Fall Vorbedingung.(337 Jede Dienststelle des Luftschutzortes Bochum nimmt Bewerbungen entgegen, die möglichst durch persönliche Vorstellungen erfolgen sollen, und gibt nähere Auskunft über Einstellungstermin, Dienstzeitregelung, Besoldung usw. LS.-Abschnittskommande III, Herne Krankheiten kosten viel Geld! Weil sie dieses wissen, haben sich ca. 565 000 Versicherte unserer als volkstümlich bekannten Kasse angeschlossen, wozu noch über 90 000 Zusatzversicherungen kommen, so daß z. Z. insgesamt über 655 000 Versicherungen bei uns bbsiehen. Ein schöner Bewels für das Vertrauen aus allen Schichten der Bevölkerung. Fragen Sie bitte unverbindl. an. Deutsche Mittelstandskrankenkasse Volkswohl Versicherungsverein a. G. Dortmund. Bezirksdirektiog: A. Weyer, Dortmund Südwvall 9. Ruf: 27410. Anfängerkurses: Dienstag, den 5. Januar 1943 17 und 19 Uhr und Samstag, den 9. Januar 1943, 19 Uhr Adolf-Hitler-Platz, Zimmer 102. (Für eine Verwendung im Stadtgebiet Herne und Castrop-Rauxel.) schnell und sauber, dazu rechtsverbindlich und bankecht fertigt man mit Meldeschluß für Bewerber für die aktive Offizierslautbahn des Heeres! Angehörige des Geburtsjahrganges 1925, die für cisich für die aktive Offizierslaufbahn des Heeres bewerben wollen, müssen ihr Bewerbungsgesuch einreichen bis spätestens(H1042 31. Januar 1945. Nur für diejenigen Bewerber, die ihr Gesuch vis 31. 1. 1943 eingereicht haben, ist die Verwendung im Heere sichergestellt. Bewerbungsgesuche sind zu richten an die dem Wohnort des Bewerbers nächstgelegene„Annahmestelle für Offizierbewerber des Heeres“ oder an das zuständige Wehrbezirkskommando. Auskünfte erteilen die Annahmestellen, alle Wehrbezirkskommandos und die Nachwuchsoffiziere. Oberkommande des Heeres. Hieerespersonalamt. emmmmee Inserieren bringt Gewinn! Oo VerseiSe#a Soli-Fr c Zuerst in elwas kaltem Wasser auflösen und dann dem heißen Spülwasser beigeben. Dann die vorher gut ausgedrückte Wäsche in dem heißen Spülwasser ziehen lassen 10 Min bis ¼ Stunde genügt vollauf, und nachher gründlich kalt spülen, bis das Wasser klor bleibt. DALLI #uchk, güten PP## HeIeFERSTEEE Die feinen Stifte von AN FABERCRSTEEE Kuno Domin: 1666 züsse De ansteckende Kronkheiten offenbar„durch die Lun“ öbertragen wurden, versuchte man einst, Ansteckungsgefahren durch Schüsse und Feverwerk zu bannen. Heute: Desinfektion! Heute kennt manDesinfektionsmittel als Wallen gegen die Ursachen der Ansteckung: Sakterien und Mikroben. Seit Jahrzehnten stellen wir dem Arzt und dem Leien Desinfektionsmittel in Form bewährter Markenpröparate zur Verfügung. SCHULKE& MATR.., HAMBURO Alteste Speriolfabrik für die Herstellung von Desinfektionsmittein. bist Ga In der Hor. Betrifft: Ausgabe von Gemüsekonserven und tiefgefrorenem Gemüse Diejenigen Zuckerkranken, die Berechtigungsscheine über Gemüsekonserven oder tiefgefrorenes Gemüse erhalten haben, haben diese unverzüglich bei einem der nachgenannten Kleinverteiler abzugeben: Gronemann, Fritz, Wittener Straße 343 Sielert, Fritz, Frohlinder Straße 45 Schütt, Wilhelm, Münsterstraße 62 Hülder, Karl, Münsterstraße 5 Berning, Münsterstraße 9 Wittenbrink, Willi, Bochumer Straße 80 Spieckermann, Fr., Hermann-Wegner-Straße 34 Schürmann, Karl, Römerstraße 13 Schmölter, Richard, Adolf-Hitler-Straße 61 Weleg, Leveringhauser Straße 94 Mai, Karl, Ickerner Straße 6 Der Kleinverteiler stellt den Bezugsberechtigten über die Abgabe des Berechtigungsscheines eine Quittung aus. Soweit mit dem Berechtigungsschein tiefgefrorenes Gemüse bestellt worden ist, ist dieses besonders auf der Quittung zu vermerken. Die Kleinverteiler haben die eingenommenen Berechtigungsscheine beim Ernährungsamt in einen Bezugschein A umzutauschen. Diejenigen Kleinverteiler, die auch über Kühltruhen verfügen, lassen sich 2 Bezugscheine ausstellen, und zwar einen über die Menge, für die sie tiefgefrorenes Gemüse und einen über die Menge, für die sie Gemüsekonserven zu beziehen wünschen. Die ausgestellten Bezugsscheine sind unverzüglich dem Großverteiler einzureichen. Die Zuckerkranken sind nicht verpflichtet, die bestellten Dosen oder Tackungen sofort abzunehmen. Die Dosen sollen jedoch bis zum 1. 4. und die Packungen bis zum 30. 6. 1943 abgeholt sein. Der Kleinverteiler schreibt von der Quittung, die er ausgestellt hat, die bereits bezogenen Mengen Dosen oder Packungen ab. Die vorgenannten Firmen sind auch für die Lieferung von Gemüsekonserven und tiefgekühltem Obst und Gemüse ohne Vorbestellung zuständig. Castrop-Rauxel, den 21. Dezember 1942. Der Oberbürgermeister. in 1edel gewünschten Ausführung Mitleilungen kriefbogen Rechnungen Lirkulare Postkarten Druckerei Wer drucken ür Industrie und Handel GESCHW. Schwiftz. Fernrut Sa.-Nr. ETOT Srobieren gcht über Studleren. Also probieren Sie es endlich mal mit einer kleinen Anzeige im Stadtanzeiger, sie bringi Ihnen was Sie suchen. Jantral von der Schulstraße bis Gartenweg abhanden gekommen. Gegen Belohnung abzugeben in der Wirtschaft Hucke, Bahnhofstraße. mnmmmmmmummmmmmmmmmmmmere Mor Vertrage steis verrällg. Druchkerei Geschw. Schmitz Nr. 302 leckuuft Deutsches Fest: Zur Zeit, als si Weltreich gewaltig Constantin d. Gr. hatte man seine I den römischen S Diese Soldaten, Grenztruppen ent zu den bewegliche da und dort hinge sonders dem Mith Mithras, der auf entsprechend ein exerziert noch gec benutzte die jung des Geburtstages Tage Epiphanias urde, auf den 2 tatsächlich einen g Wenn damit au maßen erklärt ist. 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Dezember 1942 Müller mit hieß Grete Augen. eine en die dem ers ganzer 1 Grete gesie auf. e saß neben ieren, wenn Schlittschuh, Und Müller r gegangen, ts ohne das us spielt er d breit sehe cht er überht verstehen. ich den eineg zur Karde zur Karr mit deiner g! Mit wem n T. Vermoes. Dir rucken in 1eder gewünschten Ausführung Industrie id Handel Mitleilungen kriefbogen Rechnungen Lirkulare Postkarten Druckerei ESCHW. CIIMITZ Prnrut Sa.-Nr. 191 robieren hi über Studlen. Also probien Sie es endlich mit einer eines Angeige Stadtanzeiger. bringi Ihnen as Nie suchen. Anummmmmmee tafe hw. Schmttz leskueft des Weilnachtepestes Deutsches Fest: Mithraskult und Sonnenwende Zur Zeit, als sich das Christentum im römischen Weltreich gewaltig auszubreiten begann und unter Constantin d. Gr. Staatsreligion geworden war, hatte man seine liebe Mühe, den neuen Glauben den römischen Soldaten schmackhaft zu machen. Diese Soldaten, sei es, daß sie zu den ständigen Grenztruppen entlang den Limes gehörten, sei es zu den beweglichen Legionen, die im Bedarfsfall da und dort hingeworfen wurden, hingen samt und sonders dem Mithraskult an. Der Geburtstag des Mithras, der auf den 25. Dezember fiel, war dementsprechend ein hoher Festtag. an dem weder exerziert noch gearbeitet wurde. Diesen Umstand benutzte die junge Kirche und verlegte die Feier des Geburtstages Christi die ursprünglich am Tage Epiphanias, also dem 6. Januar begangen vurde, auf den 25. Dezember und erzielte damit tatsächlich einen großen Erfolg. Wenn damit auch das Weihnachtsdatum einigermaßen erklärt ist, so bleibt trotzdem noch sehr viel Dunkelheit über die Entstehung und der Geschichte des germanischen und christlichen Weihnachtsfestes. Es hat jedenfalls den Anschein, daß es auch die Verbreitung des Christentums bei den Germanen sehr gefördert hat, daß die Geburt Christi mit der germanischen Wintersonnenwendfeier zusammenVer farano Von Jesefine Schultz So feiert man bei uns Weihnachten! Deutsche Menschen, die das Schieksal meistern Unsere Mitarbeiterin erzählt im folgenden, wie vier deutsche Familien ihrer engsten Nachbarschaft das Weihnachtsfest begehen. Die Haltung dieser Menschen ist so vorbildlich, deß sie als beispielhaft für unser ganzes Volk gelten kann. Keiegeweihnackt Wenn in der heiligen Mittwinternacht Wir neuem Licht den Weg zum Sieg bereiten, Wenn tausend Kerzen sel'gen Schimmer breiten, Jedwedes Herz dem Licht entgegenwacht. Und welthin über Zeit und Raum Webt deutsche Weihnacht ihre ewigen Wunder. Vom Nordkap bis nach Afrika hinunter Wird Wirklichkeit ein holder Weihnachtstraum. Und will todbringend auch die wilde Schlacht Den Himmelszauber blutig niederringen, Die deutsche Seeie läßt sich nicht bezwingen Und offenbart nun doppelt ihre Macht. Wo Immer sich auch deutsche Herzen finden In allen Ländern, allen Ozeanen Wird sie die Welhnacht zur Besinnung mahnen Und enger noch als je zuvor verbinden. So sind wir stark in deutscher Innigkeit, Und zwingt das Schicksal uns, Schwerter zu schmieden, Einmal steigt-aus der Nacht ein deutscher Frieden Und trägt uns in das Licht der Ewigkeit! G. Beßler fiel. Man darf in diesem Zusammenhang nicht vergessen, daß das Kirchenjahr ebenfalls mit dem Tage der Geburt Christi beginnt, denn das Neujahrsfest ist durchaus kein kirchlicher Feiertag. Christliche Lehre und uraltes germanisches Brauchtum wurden auf diese Weise in eine gewisse oberflächliche Uebereinstimmung gebracht und den Rest überließ man dann der Zeit. Die Erinnerung an das heidnische Brauchtum trat immer mehr in den Hintergrund und christliche Symbolik stark und stärker ins Bewußtsein. Die Weihnachtsbeschekung hingegen ist verhältnismäßig jungen Datums. Sie kommt erst mit der Verbreitung des Protestantismus mehr in Uebung. Die Protestanten waren bemüht, den heiligen Kultus der alten Kirche in den Hintergrund zu drängen. Dazu gehörte auch der St. Nikolaus. Während früher die Kinder ausschließlich am St. Nikolaustage, also am 6. Dezember, beschenkt wurden, trat nun als der eigentliche Gabenspender das Christkind selber in Erscheinung. Diese Neuerung hat dann so großen Anklang gefunden. daß sich auch die katholischen Gebiete Deutschlands ihr anpaßten. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts hatte das Weihnachtsfest in Deutschland dann seine endgültige Gestalt angenommen, wie wir es noch heute feiern. Im Mittelpunkt des Festes steht der Weihnachtsbaum, dessen Schmuck und Aufputz auch noch nicht viel älter als ein Jahrhundert ist. und inter dem Baum der Gabentisch mit den Geschenen für jung und alt. Die Herkunft des Festes vielt im Volksbewußtsein fast keine Rolle mehr. es wird mit Recht in erster Linie als ein deutsches Fest empfunden. Eine fapfere Famille „Weihnachten,“ sagte mir dieser Tage eine junge Frau, deren Mann im Felde steht,„ist für mich immer eine Extra=Aufgabe, mit der ich fertig werden muß. Zu Weihnachten empfindet man die Trennung doppelt, man hat Sehnsucht, man möchte zusammensein, und wenn ich allein wäre, ließe ich mich vielleicht zu allerhand Grübeleien verleiten. Aber das darf nicht sein, schon um der Kinder willen. Und es ist ganz gut, daß ich mich zwingen muß, damit fertig zu werden. Wir waren auch an den beiden vergangenen Weihnachtsfesten allein. Das erstemal war es am ungewohntesten und schwersten, diesmal weiß ich, werde ich leichter damit fertig, weil man innerlich mehr in die Notwendigkeit hineingewachsen ist. Die Kinder sollen a unter allen Umständen ein frohes Weihnachtsfest haben, und zwar eins, an dem der Vati, auch wenn er fern ist, trotzdem mit teilnimmt. Natürlich haben sie auch diesmal ein Weihnachtsgedicht gelernt, und unser Junge soll zum ersten Male ein Weihnachtslied auf seiner Geige spielen. Er weiß, daß er sich große Mühe geben muß, damit wir dem Vater dann berichten können, wie es gewesen ist. Natürlich sind unsere Gedanken jetzt mehr als je beim Vater. Unsere Jüngste fragt mich alle Tage:„Ob Vati jetzt unser Päckchen schon hat?" Denn sie hat ihm doch ein wunderschönes Weihnachtsbild gemalt mit ihren Buntstiften und die ersten wenigen Worte geschrieben, die sie bis jetzt in der Schule gelernt hat...“ Die Mutter, die so fest und tapfer der vierten Kriegsweihnacht ins Auge sieht, blickt zu dem Bild ihres Mannes hinüber, das auf dem Schreibtisch steht.„Ich weiß, daß mein Mann es von mir erwartet,“ sagt sie leise,„daß hier alles seinen gewohnten Gang geht, nicht nur der Alltag, sondern auch die Feste. Und darum nehme ich mich zusammen und bin froh mit den Kindern, auch wenn es mir manchmal schwer wird Weihnachtsbaum trotzdem Es gibt andere Weihnachtsaufgaben, die nicht weniger schwer sind. Der Sohn unseres Nachbarn liegt seit kurzem schwer verwundet weit im Osten im Feldlazarett. Seine Mutter ist still und ernst. Als wir uns wenige Tage vor dem Fest trafen, sragte sie mich:„Haben Sie eigentlich schon einen Weihnachtsbaum? Unserer steht noch auf dem Balkon.“ Etwas überrascht fragte ich sie:„Sie haben auch einen Weihnachtsbaum?“ Sie nickte: „Natürlich. Zuerst habe ich gezögert. Es stand uns auch beiden nicht der Sinn danach. Aber dann dachte ich an meinen Jungen, der wahrscheinlich noch auf Wochen und Monate hinaus ans Bett gefesselt ist, wenn er die schwere Verwundung überhaupt übersteht. Ich habe dann versucht, mich in seinen Zustand hineinzuversetzen. Er wird doch zu Weihnachten ganz besonders herdenken. Um so mehr, als wir ihn vorläufig noch nicht besuchen dürfen. Das eine aber weiß ich genau: Wüßte er, daß zu Hause der Weihnachtsbaum fehlt und daß wir hier überhaupt nicht Weihnachten feiern, würde es ihn tief traurig machen. Ich denke noch an den Weihnachtsbrief, den uns der Junge im vorigen Jahre schrieb. Darin stand: „Weihnachten muß man immer feiern, in schweren Zeiten, und im Leid erst recht. Wir feiern es hier draußen im Felde als Kameraden, und Ihr sollt es auch immer feiern, auch wenn ich fallen sollte. Und darum, sehen Sie, wollen wir ein ganz kleines Bäumchen anputzen— dem Jungen zuliebe. Denn er hat recht mit dem, was er uns schrieb. Weihnachten ist ja nicht nur ein Fest für frohe Zeiten— erst wenn man Schweres zu tragen hat, kommt man seinem tiefsten Sinne näher...“ Das Paket für den Freund Nie werde ich die Mutter vergessen, die ich vor wenigen Wochen besuchte und deren Sohn in diesem Sommer im Osten fiel. Ich traf sie, wie sie — ein Feldpostpäckchen packte, ein kleines Weihnachtspaket. Und ehe ich noch eine Frage stellen konnte, sagte sie:„Sehen Sie, nun packe ich doch wieder ein Weihnachtspäckchen. Es ist für einen Kameraden meines Jungen bestimmt, seinen besten Freund, den er draußen hatte. Seit der Junge fiel, hat er mir immer wieder geschrieben, und ich freue mich so sehr über seine Briefe. Wieviel hat mir mein Junge in seinen Briefen und wenn er auf Urlaub kam, von diesem Horst erzählt! Nun lerne ich ihn erst näher kennen. Horsts Mutter, die auch hier in der Stadt lebt, ist schwer krank und liegt im Krankenhaus. Da habe ich es natürlich übernommen, ihrem Jungen ein Päckchen zu schicken, und ich besuche sie auch regelmäßig. Wahrscheinlich kommt sie zu Weihnachten wieder nach Hause, und dann werden wir natürlich an den Feiertagen zusammen sein. Und der Horst schreibt mir, wie froh und bankbar er ist, daß sich jemand um seine Mutter kümmert, die hier ganz allein steht. Da habe ich ganz plötzlich eine neue Aufgabe gefunden, denn Horsts Mutter wird noch sehr pflegebedürftig sein. Also muß ich ihr doch beistehen, nicht wahr? Ja, es ist wahr. Es ist eins der großen Gnadengeschenke des Lebens, wenn in Schmerz und Zwei unterm Weihnachtsbaum Scherk. Leid plötzlich neue Ausgaben erwachsen, Hilfe gefordert wird, die den Menschen rufen und ihm neue Sorge und neue Pflichten auf die Schultern legen. Denn nur so wachsen uns die Kräfte, über das Leid Herr zu werden Tlefster Zukunftsglauben Die junge Frau, die eigentlich noch wie ein Mädchen aussah, zeigte mir ein Bild ihres Mannes.„Diese Weihnachten bin ich zum ersten Male verheiratet,“ sagte sie lächelnd.„Wir haben ja erst vor zehn Wochen Hochzeit gehabt. Und richtig verheiratet war ich nur eine Woche. Nun ist es eigentlich so, wie es immer war. Ich wohne noch bei den Eltern und habe meinen Beruf. Aber es ist doch wieder anders, weil ich ja nun zu meinem Mann gehöre, und natürlich sind meine Gedanken gerade zu Weihnachten ganz bei ihm. Wissen Sie, was ich mir zu Weihnachten schenke? Die Briefe meines Mannes, die er mir in den letzten zwei Jahren, seit wir uns kennen lernten, aus dem Felde geschrieben hat. Als wir uns die ersten Briefe schrieben, kannten wir uns noch gar nicht persönlich, er war für mich nur der unbekannte Soldat, dem ich einmal ein Päckchen geschickt hatte. Und dann kamen wir uns brieflich näher, bis wir uns eines Tages, als er auf Urlaub kam, wirklich gegenüberstanden. Damals ahnten wir beide schon, daß wir zusammengehörten. Nun habe ich all die Briefe in eine Mappe eingebunden, die ich mir selber angefertigt und mit bunten Wollresten bestickt habe. Es ist doch die schönste Erinnerung für später. Es ist ein Weihnachtsfest, das ich nie vergessen werde: den es ist ganz von Hoffnungen und Wünschen für die Zukunft erfüllt...“ Das Junmimernae-Zian Castrop-Rauxeler Soldatenmütter und-schwestern unterm Weihnachtsbaum Von Erich W. Ellhof Nun sind die Stunden jener Nacht hernieder gekommen, die wir die„Stille Nacht“ nennen. Wir sitzen im kleiner gewordenen Kreis vor dem Tannenbaum, aus dessen Grün der milde und versöhnlich schimmernde Schein der brennenden Kerzen strahlt. Der Vater, der Sohn. der Bruder oder Schwager stehen irgendwo, weit, weit fort auf der Wacht; doch, unser Familienkreis ist kleiner geworden, noch kleiner als am letzten Weihnachtsabend. Wir fühlen, jeder auf seine Weise, daß der harte Griff des Schicksals auch in diesem nun bald scheidenden Jahr nicht an uns vorüberging. Es kam uns ein entscheidendes Wissen in diesem Jahr: Auch wir hier in der Heimat sind Front geworden. im ureigentlichen Sinne des Wortes Front. Wenn wir heute abend den einen oder anderen Platz unserer engeren Hausgemeinschaft leer finden, vielleicht den Platz, da sonst der Verlobte saß, oder die Mutter, die Ahne gesessen haben, so wissen wir um ihr Opfer und seinen Wert. Es ist nicht nötig in falscher Scham die Tränen verbergen zu wollen. die da, vielleicht in den Schoß fallen. Sie sollen und dürfen fallen. Und jeder außerhalb unseres Kreises wird sie verstehen und achten. Dann entfliegen die Gedanken dem Raum. nehmen den weiten, unendlichen Weg irgendwohin. auf die hohe See. bis vor die fernen Küsten fremder Erdteile gar oder in die winterlich eisigen Steppen und Einöden der russischen Weiten: gehen Die Bambes farien! Das Fesrier aa! So felert Spanien und so wird es später felern bi Madrid. Ende Dezember. Ohne Lärm sind Lebensfreude und Frohsinn hier nicht denkbar. Das wird einem Weihnachten besonders klar. Es ist nicht besinnliches Fest; lärmend und ausgelassen iehen jung und alt durch die Straßen. Konfettischlangen fliegen einem um die Ohren. Auf den rimitivsten Gehör=Marter=Instrumenten— häufig genügt ein alter Eimer oder eine Kartoffeleeibe— wird herumgepankt,— geschabt,— gestrichen. Am„schönsten“ sind wohl die Zambomdas, sellbespannte Tontöpfe, die von einem Stock durchbohrt sind. An diesem Stab reiben die Geräuschkünstler hin und her und erzeugen dadurch ein Kreischen, Knarren, Knurren, das kaum seinesgleichen hat. Kommt die Festgesellschaft nach so einem vergnügten Weihnachtsbummel heim, will sie natürlich gut essen und trinken. Trotz der schweren Zeiten, die eben in Spanien nicht so schwer sind wie anderswo, wird auch in diesem Jahr auf wenigen Tischen das reichhaltige Festmahl nicht fehlen. Von den Truthähnen sieht man an den Vorweihnachtstagen ganze Herden auf den Weihnachtsmärkten oder vor den Geflügelläden. Neben den Spielzeugbuden und Krippenständen vicken sie ihre Körner auf und warten der Dinge, Spanier liebt das Süße, Gebirge von Marzipanstollen aller Art— steinhart, butterweich, aus Mandeln, Rüssen, Honig— türmen sich., Buden auf. Diese„turrones" werden mn Volliebe zu süßen Anisschnäpsen gegessen. Kein Wunder, daß die Aerzte und Zahnärzte nach dem Fest viel zu tun haben. Weihnachtsbäume gibt es kaum. Nur die Ausländer halten an ihrer Heimatsitte fest. Der Spanier baut stattdessen wie der Italiener seine Krippe.„ 5. Der Markt dauert übrigens zeyn Tage länger als bei uns, denn die Bescherung findet ja in Spanien wie in Italien erst am Dreikönigstage statt. Wohlbemerkt, die Bescherung der Kleinen. Denn die Großen haben die ihre— wenn sie etwas kriegen— schon zwei Tage vor Heiligabend. Die Bescherung, von der hier die Rede ist, wird vom spanischen Staat seinen großen Kindern am Dezember bereitet. Da findet nämlich die Ziehung der großen Weihnachtslotterie statt, auf die man hierzulande mit derselben Inbrunst wartet wie anderswo auf den Weihnachtsmann. Schon Tage und Wochen vorher kreisen die Gedanken vieler Millionen Spanier um das große Ereignis, das ihnen ein neues Leben eröffnen soll. Neben soviel äußeren Ablenkungen vergißt man aber auch in Spanien den tieferen Gehalt der Weihnachtsfeier nicht. Es sind unter Führung der Partei Bestrebungen im Gange, den ganzen Charakter des spanischen Weihnachtsfestes zu verinnerlichen, das Oberflächliche zurückzudrängen und— ohne der eingeborenen Fröhlichteit Abbruch zu tun— eine strengere Note in das Ganze zu tragen. Der Brief von der Front Scherl. hin zu denen, die uns teuer, die unser Liebstes sind. Zu denen, die heute nicht bei uns sein können, weil die Pflicht für Volk und Reich sie dort festhält. Ob sie in dieser einen, stillen Nacht wenigstens ihre Ruhe haben? Oder müssen sie mit heruntergezogenem Sturmriemen weit vor der Stellung die Abzüge ihrer Waffen gespannt halten? Das Wissen um die Wirklichkeit, die nicht um uns. sondern weit fort ist, räumlich getrennt von uns, geht uns Menschen ab. Es ist gut so. es tut nicht nötig... Für dies Wissen oder Wissen=Wollen gibt es etwas weit Besseres. Es ist der Glaube, er ist stärker als alles Wissen=Wollen. Und die Gedanken kreuzen sich auf weltenferner Bahn. Irgendwo in der Unendlichkeit,— berühren ... und der von zu Hause PK-Kriegsberichter Hermann sich, wir spüren, wie sie nach hier schweben, her zu uns in diesen Raum, jetzt in diesem Augenblick und wir fühlen deutlich, ganz deutlich, wie der Vater, der Sohn fragt nach uns. Wie ihr Blick den stillen Frieden umfaßt, den das Kerzenlicht des kleinen Raumes in dieses vertraute Zimmer strahlt. Wir sehen ihr Auge auf uns ruhen, ernst und klar. Fast ist es uns, als vernähmen wir ihre Stimme. Und über ihre in tausend Schlachten geformen Gesichter geht ein Zug des Zufriedenen. des Glücklichseins darüber, daß wir, ihr Liebstes auf der Welt, in dieser stillen Nacht unter dem Baum sitzen können, der unsere Kindlichkeit umstrahlte, unsere Jugend und sein mildes Licht auch noch auf die in harten Zeiten Altgewordenen fallen läßt. Stille Nacht... Und da wird uns offenbar: es ist wie das Enthüllen eines wundersamen Geheimnisses. Daß wir hier sitzen und die Gedanken durch das schimmernde Licht hindurch in die Ferne eilen lassen können. hier, von unserer Herdstatt, von unserem kleinen Besitz aus, zu Euch, zu Dir, Mann. Bruder, Sohn, gerade das verdanken wir ja Euch. Es will uns schütteln, mitten in diese still=friedliche Stunde der Besinnung hinein, wenn wir daran denken, wie anders es ohne Euch, ohne Eure soldatischen Erfolge sein würde! Gewiß, auch über unsere engere Heimat sind in diesem Jahr Stunden des Schrekkens und der tiefsten Herzensqual geschleudert worden,— wir haben sie nicht vergessen. Sie * „Christabend In Dinkelsbühl“ Der ganze Zauber der alten deutschen Kleinstadt liegt in diesem Holzschnitt Bodo Zimmermanns. Scher!. waren manchmal hart, sehr hart, schier mehr. als wir mitunter tragen zu können vermeinten und stellten manchen von uns auf schwerste Probe. Aber um wieviel tausendmal schlimmer würde, müßte alles sein, weit schwerer vielleicht, als das Menschenherz zu tragen vermöchte, wenn Ihr nicht dort draußen stündet und das Grauen von Herd. von Haus und Hof hieltet! So ermessen wir erst zur Gänze, wie stark Ihr da draußen seid und wir fühlen trotz mancher Schwere in uns.— es ist gut so! Versonnen schauen wir in das schimmernde Licht. — wie konnten wir in dieser oder jener Stunde zweifeln oder kleinmütig werden! Wir schämen uns vor Euch, vor dem. was Ihr im Ablauf der Zeiten schon seit vielen wechselnden Monden für uns tut. Wie manchmal in den Zeitläuften hat der Kriegsgott, haben Schicksalswalten und Bestimmung die Tore zu unserer Stadt aufgebrochen, haben die lodernden Fackeln des Brandes auf Heim und Herd geschleudert, wie oft suchten sich Seuchen und Hungersnöte einen Weg in unsere Häuser. Wir wissen es aus der Geschichte, aus den vergilbten Papieren unserer Vorderen. Und da sollten uns die Stunden der Prüfung eines Jahres wie das jetzt scheidende bänglich und mutlos machen? Wir wissen um Euer starkes Herz und um Eure eisernen Fäuste; und wollen seiner und ihrer würdig sein. Und noch weiter zurück gehen die Gedanken.— schon beginnen einzelne Kerzen im Baum zu flakkern— gehen zurück bis zu jenem Krieg. den sie heute den ersten Weltkrieg nennen. Haben wir vergessen, wie es war? An der Front und hier daheim? Wie Väter und Söhne in das mörderische Feuer gingen, in den Tod, das„Hurra“ der siegreichen Stürmer auf den Lippen, vier Jahre lang. — indes die Heimat plötzlich klein wurde zweifelte und ihre innere Front vergaß? Nein. mehr noch diese Front verriet?! Wie eine Vision tauchen die furchtbaren Jahre vor uns auf, die diesem Fluch folgten,— schier ist's, als wolle es uns ersticken. Und es kommt uns, ganz von innen heraus; ein Gelöbnis auf die Lippen. Jetzt, in dieser„Stillen Nacht“, im milden Schein der Kerzen geloben? Nein, es bedarf dieses Gelöbnisses nicht. Wir denken nur daran, wir unsere Männer damals zurückkamen, Sieger ohne Sieg, Sieger um einen betrogeenen Sieg, ohne Ausdruck der Freude,— auf ihren schmal gewordenen, von körperlichen Entbehrungen und seelischen Erschütterungen gezeichneten Gesichtern lag das düstere Lächeln der Qual und des „Warum?“. Und ganz zuletzt sprach aus diesem gegäulten Lächeln die Verachtung. Nein. wir haben es nicht vergessen... In flackerndem Glanz strahlen ein vaar der sich schon langsam neigenden Kerzen zu heller Lichtfülle auf. Rufen unser Sinnen und Denken von weiten Wegen aus fast 25jähriger Vergangenheit zurück ins Heute. Heute? Aber es ist doch heute alles ganz, ganz anders. Heute schwebt, wie damals, über denen, die unsere Heimat schützen. der Zauber der Unbesiegbarkeit. Aber heute haben auch wir diesen Glauben an das gute Ende. an den wirklichen und großen Sieg. Es ist ein Glaube, so unerschütterlich groß und heilig, wie nur eines Menschen Glaube sein kann. Er wird zum unsichtbaren Panzer einer ganzen Heimat, einer ganzen Nation. Je mehr auch unsere Heimat Front ist oder Front werden mag, desto stählerner wird er, dieser Glaube, und nun entdecken wir plötzlich, daß unsere Gedanken über Gegenwart und Vergangenheit hinweg in die Zukunft geeilt sind,— durch das schimmernde Licht der Kerzen hindurch tun wir einen Blick in diese Zukunft: sie ist klar. hell und friedlich, friedlich wie der Schein dieses Lichtes selbst da vor uns——— Wir erkennen den tiefsten Sinn dieser kämpferischen Zeit um uns her: Damit einst wieder der Frieden, der wahre, große und menschheitsbeglückende Frieden über den Städten unseres Landes sei, über dem Reich und den Kontinenten dieser Erde, darum muß Mars heute noch diesen Stunden umdunkeln. Und seine Schatten auch auf diese stille Nacht legen. Es ist, im Zeitgeschehen und kosmisch gesehen, ja nur ein Kleines, dieser Krieg, wenn er uns auch bedeutsam erscheinen mag. Aber was sein tiefster, letzter Sinn im Innersten birgt, ist etwas gewaltig Großes: Ganz in der Ferne schimmert es hell, wie ein Kerzenlicht, das nicht nur friedlich strahlt, sondern der Frieden selbst ist,— der Frieden, der die Menschheit segnet und ihr Werk—-—Schon lange ist es bunkel geworden im Raum, der Lichterglanz am Baum ist erloschen, aber immer noch leuchtet unserem Auge in der Ferne das milde, friedliche Licht des kommenden, des wahren, großen, Jahrhunderte bestimmenden und überdauernden Friedens, jenes Friedens. um den wir Welknodheurfaun Mit seinem strahlendsten Gesicht stürzt der Gefreite aus der Schreibstube und knallt mit seinen dröhnenden Langschäftern versonnen zum Torweg hinaus. Sein Kamerad Heuer, der ihm entgegenkommt, kann gerade noch beiseite spritzen, um nicht von ihm umgerannt zu werden. „Mann. wat is denn mit dir los? Schmeißt ja Wellen wie Churchill sein Stummel.“ „Urlaub hab' ich. Mensch! Und zu Weibnachten!“ ruft der Gefreite. „Na. sowat von Schweinebraten.“ Heuer kratzt sich nachdenklich die Stelle, wo einstmals seine letzten Haare wehten. und brummt dann leise: „Naja. warst ja seit einem halben Jahr nicht mehr bei Muttern und bei— Hannelore... setzt er augenzwinkernd hinzu„Gönn' dirs. Fritz!“ „Diesmal gönn' ich mirs sogar selber....“ lacht Belzig und nimmt den Alten aufs Korn. du? Willst du Weihnachten nicht zu Hause sein?“ „Will... Will... Mensch. du sprichst bald so prophetisch wie die„Times“. Du weißt doch, det ick seit meinem letzten Urlaub noch farnich richtig hier warm feworden bin uff dem französischen Mist. Ick aloobe. diesmal werde ichs ooch janicht. Eine Unruhe ist in mir. Naja. Weihnachten. Wat habe ick da zu Hause jebastelt und jeklebt. Rein Jott. Schön wars und gemütlich unter der leise gokelnden Petroleumlampe. Und die Kinder gurgelden in ihren Betten wie die Tauben. Und neben mir saß die Alte und zählte mit ihrer verteufelten Ruhe an ihrem Strickstrumpf rum. Alles war so beisammen, so wie es zusammengehörte. Dieses Beisammensein wärmte schon. Ach. schön... doch das Zuhausesein.... Donnerwetter, so verteufelt schön....“ „Kommst ooch wieder mal ran. Mare...“ Belzig und klopfte des Alten Schulter. Der schielte ihn nur von unten herauf an.„Meenste? det ist zum in Bart beißen.“ „Immer beiß man zu!“ stieß der glückliche Urlaubsanwärter aus und schaukelte— sein Glück wie einen frisch verliehenen Orden auf beide Bakken gemalt— strahlend davon. Dunkel und neblig wälzten sich die Tage wie faule Nachtungeheuer auf Weihnachten zu. Schneefall hellte die Gegend etwas auf und ließ wieder den weiten Himmel über den Menschen fühlen. Fritz traf hundert Vorbereitungen für seine Abreise. Die Uniform wurde in festtäglichen Glanz versetzt, kleine Geschenke und winzige Eroberunaen sorasam verpackt und auch der geldliche Fundus einer sorgsamen Ueberprüfung für wert erachtet. Die letzten Tage sparte und knavste er und unterließ es hartnäckig die Katinentür anzupeilen. „Na. Hannelore, bald kannste deinen Fritzen küssen!“ lachte Heuer und faßte das kleine Bildchen, das an Belzigs Schranktür hing und ein herziges Mädel im mailichten Sommerkleid zeigte, wohlgefällig ins Auge.„So hat meine Frau auch mal ausgesehen und auf mich gewartet...“ erzählte Heuer leise— fast nur mehr für sich.„Weißt du. alle Mädels haben das gleiche Gesicht, wenn sie auf ihren Schatz warten. Schön ist solch ein Gesicht. So voller Sonne und Klarheit und voller tiefgründiger Glücklichkeit... verdammt...“ „War ich nicht mal jung? War ich nicht mal verliebt? Ein rechter Mann ist's immer auf einer Backe. Das vergißt man alles nicht. Das bleibt Das lebt. Das ist der Schatz, von dem wir zehren. Und wenn meine Alte am Bahnhofsausgang steht und auf mich wartet, hat sie wieder den gleichen wunderbaren Blick.... Weißt du. um diesen Blick — da komm ich so gern nach Hause... Naja— Quatsch Gewäsch!" Pfeifend springt er in seine Falle. Am nächsten Tage schweigt Heuer bei der Mittagstafel und rührt bedächtig seinen Löffel im EsErzählung von Georg W. PIlet sen. Sein Nachbar stößt ihn an:„He. Heuer, ist dir a Laus über dei Leber'lausen?“ Aber der Alte rührt nur unablässig weiter in seinem Essen und brummt nur:„Det wär wohl zu ertragen...“ Damit sperrte er sich gegen jede weitere Auskunft. Am Abend wird unter den Kameraden bekannt, daß es um Heuers Frau nicht gut steht— und die Kinder und Weihnachten dazu. Das vocht in dem Obergefreiten Heuer wie ein Unwetter. Das trommelt und rüttelt an ihm und reißt ihn aus den Fugen seiner bewunderungswürdigen Ruhe und Geduld. In der Frühe des nächsten Tages steht der Gefreite Belzig vor seinem Hauptmann.„Herr Hauptmann. Heuers Frau ist schwer er an meiner Stelle in Urlaub fahren?“ „Sie wollen ihren Urlaub opfern. Belzig?“ „Ich kann warten, Herr Hauptmann. Es ist nicht lo schlimm.“ „Anständia von Ihnen. Belzia. Heuer soll fahren. Schicken Sie ihn mir!" „Herr Hauptmann. wollen Sie bitte Heuer nichts davon sagen, daß ich ihm meinen Urlaub dafür gegeben habe. Er würde es sonst nicht annehmen. „Selbstverständlich soll geschehen.“ Der Hauptmann reicht ihm die Hand. „Obergefreiter Heuer in der Schreibstube melden!“ ruft der Un D. zur Tür herein. Heuer springt auf und wetzt schnurstracks hinüber. Zitternd und unruhig betritt er das Zimmer. Schmunzelnd tritt der Spieß auf ihn zu.„Sie fahren morgen in Urlaub. Heuer. Vierzehn Tage. Da ist Ihr Urlaubsschein. Und fröhliche Weihnachten!“ Wie ein Wirbel umkreisten die Worte den Soldaten.— als er über den Korridor zurückschwankt. Donnerwetter, geschehen denn noch Wunder? Dann steht er in der Stube und lacht von einem zum andern und antwortet auf alle wild auf ihn eindringenden Fragen nur mit einem:„Det is vein zum in' Bart beißen. Kinder!". Den Urlaubsschein schwenkt er über ihren Köpfen.„Na. siebste Maxe, jetzt bist du mit der Fettlebe dran!" ruft Fritz. „Dann fahren wir zusammen, Fritze...“ lacht Heuer und umarmt den Freund.„Ick fahre doch erst übermorgen. Maxe...“ weicht Belzig aus. „Wat? Nun hör mal! Du kannst wohl nicht mehr lesen. Ick wees doch sanz genau. wat uff deinen Urlaubsschein steht!" trumpft Heuer auf. Belzig bückt sich rasch zu seinen Schuben herunter. „Du irrst dich... Uebermorgen!“ Belzig brachte den Kameraden zum Auto. „Sehen wir uns zu Haus?“ fraate „Wenn's klappt... Gelassen schnalzte Belzig mit der Zunge. Dann schüttelte das Auto die frohttchen Urlauber zusammen. Lanae winkte Belzig dem scheidenden Kameraden nach. Dann stapfte er verhalten nach Haus. Eine weiche Melodie lag auf seinen Lippen und machte ihn fast glücklich. Als Heuer durch die Sperre seines heimatlichen Bahnhofs drängte. tauchte dicht neben ihm ein Mädelsgesicht auf. Unruhig blitzten ihre Augen über die Gesichter der herausströmenferggjenge. ten. Licht schwankte in diesen Augen Glanz der Erwartung. Heuer blieb stehen. Das war doch. Er schaute zurück und wartztg:; alle Urlauber heraus waren und das Mavei noch immer nicht den Erwarteten gefunden hatte... fest glaubte sie an das Kommen des Gelieoren, vaß sich nicht die leiseste Hoffnungslosiakeit in das gläubige Leuchten ihres Gesichtes zu schmuggeln getraute. Behutsam trat Heuer von der Seite auf sie zu und fragte zögernd:„Sind Sie Hannelore?“„Ja!“ stieß sie leuchtend heraus, aber gleich darauf schien irgend ein Schauer der Bestürzung und des Schreckens nach ihr zu fassen. „Sie warten auf Fritz? Fritz Belzia?“ fragte der Urlauber. Sie nickte lautlos. schlechte Nachricht ergründete sie in Heuers Zügen. „Er kommt doch erst morgen!“ behauptete Heuer. „Nein. heute!" erwiderte das Mädchen„Er mirs doch geschrieben. Heute!“ betonte sie selbstsicher und„wies Heuer den Brief treuherzig vor. „Das habe ich doch gewußt“, knurrte Heuer. Dann drückt er fest des Mädels Hände.„Ich glaube, der kommt nicht mehr. Fräulein Hannelore. Er hat mir nämlich seinen Urlaub geopfert. weil ich eine kranke Frau zu Hause habe. Und Kinder. Und Weihnachten ist. Und ganz heimlich hat ers gemacht, damit ich nichts merken sollte. So einer ist der Fritz. Aber wenn Sie wollen. Fräulein Hannelore, dann können Sie Weihnachten bei uns leben. Dann erzähle ich ihnen so viel von Fritz, daß sie meinen, er sitze leibhaftig bei ihnen. Wollen sie. Fräulein Hannelore?“ Sie nickte stumm und eine heimliche Freude überhauchte dabei den vertränten Schein ihrer Augen. Eilig steckte er ihr seine Adresse zu und stapfte dann von vielen festlichen Gefühlen angerührt in seinen Urlaub hinein.„Ein Donnerkerl ist der Fritz. In den Bart könnt ich mich beißen! Läßt hier einfach sein Mädel warten. nur wegen mir altem Kerl... Dieser Höllenbund, dieser gute, treue....“ Das werse Naus Ein weihnachlliches Geschehen Siehst du das Haus da drüben am Meer? Golden spiegeln sich in den Scheiben seiner Fenster die roten Wintersonnenstrahlen, weiß leuchtet sein Giebel vor der tiefblauen Fläche des Firmaments, und ein unsagbar zartes Klingen schwingt in den Seelen seiner Bewohner. Mit leisen Worten wollen wir zögernd und zart von dem Geschehen berichten, das wir nur ein Wintermärchen nennen könnten, wenn es sich in der Christnacht auf dem geheiligten Grund starker Herzen und lauterster Liebe nicht wirklich und wahrhaftig zugetragen hätte. Das Haus, in dem Ulli, der Maler, und seine junge Frau, die Renate, wohnen, ist nicht groß, — aber wäre es auch ein riesiges Schloß mit Flügeln und Fluchten und Türmen und Sälen, es wäre doch viel zu klein gewesen für Renates und ihres Ehemanns Glück, wenn alles so gekommen wäre, wie Renate es sich damals im Ueberschwang der Daseinsbejahung erträumt hatte. Denn dieses mußt du wissen: gerade jetzt in den Tagen der Weihnacht, der Wintersonnenraten unter dem Weiknucktssaum Welhnachtsproblem Die Buchstaben, richtig zusammengestellt. ergeben einen Festwunsch. Umstellausgabe. Reblaus— Saturn— Schiene Ziehung— Hafen— Literkanne— Ratten— Erkner. Vorstehende Wörter sind durch Umstellen der Buchstaben in Wörter mit anderer Bedeutung zu verwandeln. Die Anfangsbuchstaben der neuen Wörter nennen aneinandergereiht einen Vogel. Silbenrätsel a— an— bo— bres— bros— dall— be—e— eil— er— er— sen— heim— hen— bo— im— in— ke— lau— me— me— nab— nel— sam 41— — se— sel— si— stau— tar— de— ter tvau— wei— werb— zen— Aus obigen Silben sind 13 Wörter zu bilden, deren Anfangsbuchstaben von oben nach unten und 3. Buchstaben von unten nach oben gelesen, einen Sinnspruch nennen. Die Wörter bedeuten: 1. Längenmaß, 2. Einhufer, 8. türkische Insel, 4. Laubbaum, 5. Berg in Württembera. 6. Vermutung, 7. Stadt an der Oder. 8. Postausträger. 9. Blume, 10. Himmelswächter der nordischen Mythologie, 11. Verdienst, 12. eingelegte Holzarbeit, 13. Oelpflanze. Zusammensetzaufgabe □ — Da sind die Teile! Wer setzt sie zu einem Quadrat zu sammen? Auflösung zum Kreuzworträtsel: Waagrecht: 1. Saian, 5. Samos, 10. Jran, 11. Ritt, 12. Ettal. 14. Ratte, 15. Nurmi, 16. Ester, 17. Ava, 18. Bas. 20. Erz, 21. Ale, 22. Man, 25. Nar, 26. Ast, 29. Crato, 81. Volta, 33. Leben, 84. Essen, 85. Ines, 30. Lein, 87. Galta, 39. Nonne. Conkrecht: 1. Siena, 2. Artur, 3. Tatra, 4. Anam, 6. Aras, 7 Mitte, 8. Otter, 9. Sterz, 18. Libanon, 14. Reserve 19. Ala. 22. Melis, 23. Arena, 24. Rabel, 26. Alsen, 27. Stein, 28. Tanne, 30. Test, 32. Oelo. Auflösung zur Rätseltreppe: 1. S— Treber, 2. Ur— Sacho, 8. Weder— Ci. 4. Ischia— S. wende, in den Tagen der Liebebereitschaft, in denen, jedes Herz darauf sinnt, Lichter der Freude anzuzünden weit um sich herum in den Gärten der Lebenden, gerade jetzt sollte eine neue Menschenblüte unter Renates sanften Händen zum Leben erwachsen und sie zur Mutter abeln. Wenn“. Aber schon ein paar Tage nach der Eheschließung stürzte Ulli mit seinem Reitpferd so unglücklich, daß er monatelang in der Klinik liegen mußte. Viele innere und äußere Verletzungen hat er bei dem Sturz erlitten, und als er im Rollstuhl nach Hause gebracht wurde, da brachte er die schmerzliche Gewißheit mit, daß er nie würde Vater werden können. Als die jungen Leute damals das Haus gekauft hatten, da wurden umsichtig und vorausschauend mancherlei Umbauten beschlossen: hier das geräumige Atelier, hier das Wohnzimmer, hier das Musikzimmer, hier das Kinderzimmer, hier das Fremdenzimmer usw. usw. Und dann wurden die Pläne wieder umgestoßen: das Atelier sollte die Aussicht aufs Meer haben, die Küche sollte verbreitert und das Kinderzimmer sollte erheblich vergrößert werden.„„„*• Geim 11ab Und dann kam Ulli im Rollstuht heim. und er wußte: Renate wünscht sich ein Kind. Und Renate setzte sich ihm mit lachenden Augen gegenüber, sprach unbeschwerten Tones tausend fröhliche Dinge. aber aus dem Grunde ihres Herzens stand lähmend das Bewußtsein: Ulli will ein Kind. Und es kamen Sonnenaufgänge und Sonnenuntergänge, es kamen für Ulli durchwachte und für Renate durchweinte Nächte, die Stille und die Weite des doch gar nicht so großen Hauses wurde immer erdrückender. Ja. Und vor ein paar Wochen kam von der Front ein Feldpostbrief von Ullis Studienkamerad A der als vielfach ausgezeichneter Flieger einen klangvollen Namen hat. Der schrieb, daß er zu Weihnachten ein paar Tage Urlaub bekäme, da ex aber keine Angehörigen habe, so wolle er sich zu Ulli einladen und auf diese Weise endlich Ullis Frau, die er bisher nur aus den vielen Briefen kenne. persönlich kennen lernen. Am Sonntag vor Weihnachten ist Freund B. tatsächlich eingetroffen. Der erzählte von seinen Plänen, nach dem Kriege eine Ostasien=Luftverkehrslinie eröffnen zu wollen, um dort drüben mit dem guten Klang seines berühmt gewordenen Namens für eine sich immer mehr vertiefende Freundschaft zwischen Deutschland und Japan zu wirken. Jetzt aber sei er erst mal müde und bitte schlafen gehen zu dürfen. In dieser Nacht haben Ulli und Renate eine lange Aussprache gehabt. Nur der Wind. der ums Haus spielte, hat ein paar Brocken des Gesprächs aufgefangen. Der hat die Worte über den nächtlichen Himmel gestreut, dort sind sie als Sterngefunkel hängen geblieben. Tags Harauf hat Ulli den Freund zu sich an den Krankenstuhl gebeten, B. hat sich ganz nah daneben setzen müssen und ist dann später an den Strand gegangen. Erst nach stundenlanger Wanderung kam er wieder zurück. Und es dämmerte ein Vorweibnachtsabend verauf. zu dem vom Meere her ein wundersames Wellengetön erklang, ein Schneeflockengeriesel hüllte alles Laute und Helle ein, und Gottvater lächelte sein gütigstes Lächeln auf die Kraft#er Liebe und auf die Lauterkeit der Freundschaft serner Menschenkinder herab. Und aus Liebe und Freundschaft hat sich etwas geformt, das den Keim der irdischen Unsterblichken in sich trägt. 1 Und wenn wieder Weinna#ren sein wiro, datg wird das Kinderzimmer nicht mehr so leer und kalt und so dunkel dastehen wie noch in diesem Erwin Otialle WDo unsere Soldaten Weilnackten Leiern unglanus Herles Ariegswveinhaunen Zeichnung: PK Naebiger Mitarbeiter Dr. WIlhelm von Krles Nun ist wieder Weihnachten, viertes Kriegs= weihnachten! Wo feiert der deutsche Soldat das weihnachtliche Fest, das Fest, das in die Heimat weist, die Kindheitserinnerungen wachruft. das unsere Soldaten voll Sehnsucht und stillem Glück erfüllt, wenn sie an Frau und Kinder, an Eltern und Geschwister, an die Braut oder sonstige, ihnen liebe und nahe Verwandte denken? Werfen wir einen Blick auf die Karte, um uns klarmachen zu können. woüberall in diesem Jahre der deutsche Weihnachtsbaum entzündet wird, wo deutsche Weihnachtslieder gesungen werden. Der„höchste" d. b. der nördlichste Punkt. auf dem sich deutsche Soldaten befinden, ist das Nordkap auf dem 71. Breitenarad. Der südlichste Punkt aber, auf dem ein deutscher Soldat das Weihnchatsfest begrüßt, lieat etwa auf dem 30. Breitengrad in der Libnschen Wüste. Die Längengrade, die von deutschen Soldaten auf ihren am weitesten nach Westen und Osten vorgeschobenen Posten berührt werden, reichen vom 5. Grad westlicher Länge(Atlantikküste bei Brest in der Brétagne) über den 44. Grad östlicher Länge hinaus mit Stalingrad, Kalmückensteppe und Alagir westlich des Oberlaufs des Terek. In diesem gewaltigen Viereck, das fast ganz Europa bis zur Wolga und Teile Afrikas und des Nahen Orients einschließt, stehen heute deutsche Soldaten mit ihren verbündeten Kameraden auf Wacht gegen Bolschewismus, Plutokratie und Judentum. Sie erleben die Landschaft des europäischen Kontinents mit seinen verschiedenen atmosphärischen Gegensätzen und geologisch=tektonischen Verschiedenheiten, und sie nehmen Einblick in die Lebensgewohnheiten, kulturellen und sozialen Entwicklungen und politischen Auffassungen der Völker. Das Weihnachtsfest aber zeigt ihnen den Grad der seelischen Tiefe(oder Verschüttung) und der geistigen Aufgeschlossenheit oder Verödung der Menschen, mit denen sie heute zusammenleben. In Finnland, in der Tundra Kareliens. kam der deutsche Soldat als Freund, Kamerad und Helfer. Hier spielt nicht nur die Waffenkameradschaft aus dem ersten Weltkrieg mit, hier ist es auch die geistige Verwandtschaft und die grundsätzliche politische Gemeinsamkeit, die sie zueinanderführt. Ganz Weihnachten in der Unterkunft eines Fliegerhorstes PK-Kriegsberichter Speck anders Land und Menschen südlich von Leningrad, der Stätte, von wo aus der Bolschewismus seinen blutigen Ausgang nahm. In den urwaldähnlichen Sumpfgebieten dieses nördlichen Teiles der Ostfront, unterbrochen von den sich heraushebenden Waldaihöhen mit den Quellen der Wolga, Düna und den Zuflüssen des Ilmensees, haben sich unsere Soldaten nur schwer zurechtfinden können. Zu schwer lastet diese Oede und Unkultur des Landes und die Versklavung und Berelendung einer Bevölkerung auf Menschen kulturellen Fortschrittes, geistiger Regsamkeit und volittscher Aufgeklärtheit. Deshalb haben die deutschen Soldaten gerade hier ihre Unterkünfte und Wohnbunker, ihre Wohnbereiche mit besonderer Liebs ausgebaut, um in ihren stillen Stunden sich vas wilo der Heimat vor ihre geistigen Augen zaubern zu können. Gehen wir weiter die Front entlang nach Süden und Südosten. Bekannte Namen flammen auf: Rschew, Orel. Woronesch, der Don. Stalingrad. Sie haben der Gegenwart und der Nachwelt manches zu sagen von deutscher Tapferkeit, deutschem Angriffsgeist, deutschem Heldentum in Kampf, Eis und Schnee. Und doch wird es hier Weihnachten sein, auch dann, wenn es sich nur im engen Schützenloch oder im Kampfbunker der vordersten Kampflinie bescheiden mit einem kleinen, silderbandgeschmückten Tannenreis und mit stiller, weihnchatlicher Zuversicht einstellt. Im Laufe dieses Sommers und Herbstes sind die deutschen und verbündeten Truppen zwischen Sch warzem und Kaspischem Meer bis tief in die Kaukasusschluchten vorgestoßen. Das Weihnachten wird hier im Süden der Ostfront einen freundlicheren Schimmer haben als im Nordabschnitt; denn die Bevölkerung nahm die Soldaten großenteils als Befreier gastfreundlich in ihren Häusern auf. Auch der große Raum zwischen den Frontgebieten und der Gouvernementsgrenze muß erwähnt werden: das Ostland von der baltischen Küste bis herunter zur Krim und schließen auch die in diesem Sommer befreite Ostukraine ein. Hier sind dem deutschen Schwert der Wirtschaftsund Landwirtschaftsführer gefolgt, hier hat deutsche Verwaltungsorganisation die Voraussetzungen für eine Neuordnung geschaffen, die heute schon unseren Soldaten zugute kommt, die hier nach ihrem schweren Fronteinsatz neue Kräfte sammeln. Sie werden deshalb Weihnachten in schlichter Soldatenart feiern und mit ihren Gedanken in der Heimat sein. Besuchen wir im Geiste unsere Soldaten an der Atlantik=, Nordsee= und Kanalküste und versuchen wir uns ein Bild zu machen, wie sie z. B. Weihnachten in Norwegen feiern. Der Kriegslärm ist hier schon seit mehr als zwei Jahren verebbt, um so sorgfältiger ist hier ein umfassender Wachtdienst aufgezogen worden. Schöne Soldatenheime wurden überall errichtet, wo die Ortsunterkunft nicht ausreichte. Sie sind die Mittelvunkte des soldatischen Feierabends unserer Norwegen=Soldaten. Aehnlich feiern unsere Soldaten in Dänemark Weihnachten, wo die Weihnachtsbräuche vielfach den unsrigen nahekommen. In Holland, Belgien und Frankreich gleichen die deutschen Soldatenweihnachten etwa jenen, wie sie in den heimatlichen Garnisonen üblich sind. Daß in diesem Jahre auch Südfrankreich bis zur Mittelmeerküste im Banne der deutschen Weihnacht steht, ist durch die veränderte Lage bedingt. Zum ersten Mal feiern deutsche Soldaten in diesem Jahre Weihnachten auch in Tunesien, auf nordafrikanischem Boden, nachdem die Soldaten der deutsch=italienischen Afrika=Armee Weihnachten schon wie im vorigen Jahr in der Libnschen Wüste erlebten. Schließlich gedenken wir noch der deutschen Seeleute, die auf Feindfahrt auf weiten Meeren ihre traditionellen Weihnachten zur Gee feiern! Sie sind am weitesten der Heimat fern, wenn sie an der Ostküste Nordamerikas, im Karibischen Meer. im Eismeer an der Westküste Afrikas, im Mittelmeer oder in den Randgewässern des indischen Ozeans ihrer schweren Aufgabe nachgehen. Sie bleiben am Feind und doch mit ihren Gedanken im Kreise ihrer Lieben daheim. So trägt der deutsche Soldat mit seiner Weihnachtsfeier und seinem Weihnachtsglauben einen Schimmer von deutscher Seele und deutschem Gemüt hinaus in die ganze Welt... Und einmal wird es wieder richtige Weihmacht sein, wo Front und Heimat in Glück, Freude und deutschem Sieg vereint sind. Auch für diesen Tag kämpfen Deutschland und seine Verbündeten. R. Posselt. Von unserem wyk Berlin, Ende Dezember. Englands Weihnachtsfest 1942 wird kein solches. Die Zeiten sind nicht dazu angetan. Die Kinder bekommen nicht einmal Zuckerwaren irgendwelcher Art. Der Ernährungsminister, Lord Woolton, der im Wahrzeichen des Schmachtriemens geboren ist, hat die Zuteilung von Süßigkeiten verboten. Auch die übrigen Bestandteile der Feiertagsfreuden wohlhabender Familien fehlen vollständig. Es gibt natürlich weder den berühmten Puter noch die Gans. Einige Glückliche werden etwas Puterfleisch in Büchsen erhalten, vorausgesetzt, es kommt an, und daß die Punkte auf den Zuteilungskarten dafür reichen. Selbstverständlich läßt sich auch der bekannte Plum=Pudding heutzutage nicht herstellen. Da außerdem die Kohlen äußerst knapp sind und ebenfalls die alkoholischen Getränke, so bleibt auch für den Erwächsenen wenig von dem, womit man dem Fest einen erfreulichen Anstrich verleihen könnte. Infolgedessen versucht man, auf seelischem Gebiete die Ersatzstoffe dafür zu finden. Aber aus den noch vor wenigen Wochen so hochgehenden Wogen der Begeisterung ist wieder eine Depression geworden. Die englische Presse hat die in Afrika erzielten Anfangserfolge derartig übertrieben, daß heute der Katzenjammer allgemein ist. Indirekt läßt er sich aus dem Gezänk um Darlan und de Gaulle erschließen. Dahinter steht die Erkenntnis, daß weder die Engländer mit den amerikanischen Leistungen noch die Amerikaner mit den englischen Leistungen zufrieden sind. Im Innern aber machen sich wiederum die mit Mühe und Not beschworenen Geister der Zwietracht bemerkbar. Churchill hat die alten Adelsgeschlechter der Cecils(Lord Cranborne) und der Derbys(Oliver Stanler) wieder in den Sattel gesetzt und den Arbeiterparteilern den hohlen Beveridge=Plan zur Ablenkung hingeworfen. Die Phrase von der sozialen Sicherheit verdeckt ein ungeheures Manko sozialer Leistung. Kein Mensch glaubt daran, daß der Beveridge=Plan eine wirkliche Besserung der sozialen Zustände erbringen wird. Dazu fehlt es an dem nötigen Kapital und der Labour Party an der politischen Macht. Die sich hier entwickelnden Konflikte liegen freilich noch unter der Oberfläche, aber so viel ist gewiß, daß sie schon jetzt als unvermeidlich empfunden werden. So steht England denn an der Schwelle des neuen Jahres mit einem recht zerknitterten Gesicht. Von allen den Sorgen drückt aber keine mehr als die Empfindung der Ohnmacht. Sie zeigt sich bei dem Zank um Darlan. Das englische Außenamt hat sich gezwungen gesehen, sogar den Sowjetbotschafter Maisky einzuschalten. Warum? Einfach deswegen, weil die Stimme der Downingstreet im Weißen Hause in Washington offenbar nicht mehr angehört wird. Nun soll Maisky de Gaulle für England retten und den Admiral Darlan abhalftern. Aber auch dieses Mittel scheint nicht zu verfangen. Und so wird denn das Weihnachtsfest 1942 für England ein Fest der Einkehr, der Buße und der guten Vorsätze werden. Ob aber das Konto„England“ im Himmel noch die Guthaben aufweist, mit denen man in London rechnet, ist eine Frage, die kein Engländer stellt. Nur die politischen Kinder glauben daran. Die Erwachsenen tun nur so, als ob sie es täten, wie denn der ganze Krieg in England unter dem Gesichtspunkt geführt wird: Man muß so tun, als ginge es nach Wunsch; vielleicht kommen wir damit durch! Tar Art7— Mergung in Heisinnk „Unausgesprochene“, finnische Weihnachtsstimmung for Helsinki, im Dezember. Wenn man mit der Straßenbahn nach Munksnäs hinausfährt und kurz vor dem Ziel aussteigt, dann gerät man nach einem viertelstündigen Spaziergang auf die Museums=Insel Meine Führerin dort war eine junge finnische Museumsbeamtin. Und wie alle Menschen in diesem Lande war sie eine halbe Dichterin und versetzte mich sofort in eine Märchenatmosphäre. Aus allen Ecken und Winkeln zauberten ihre Worte Menschen und Geister hervor, und die Läuser dieses außerordentlich eindrucksvollen Freilichtmuseums wurden auf einmal bevölkert. „Man sieht wirklich die Mädchen in das erste Stockwerk einziehen; über jene halsbrecherische Leiter, die an die Galerie gelehnt wird, die um das Obergeschoß des Holzhauses herumläuft. Es ist die Sommerstube, und der festliche Einzug findet Des Liektes Kinder Nun brennt in allen deutschen Gauen Der immergrüne Lichterbaum. Und heimatfern, im fremden Raum, An jeder Front, wohin wir schauen, Wo deutsche Söhne kämpfen, bauen Am Frieden— unser Weihnachtstraum! O Glück, wo über einer Wiege Die Mutter heut; zum Kinde spricht: Von seines Vaters Kampf und Pflicht; Der gegen eine Welt voll Lüge, Die Wassen führt zum großen Siege Und weiter trägt der Wahrheit Licht. Und alle Welt soll heut' erkennen, dort des Lebens Quelle rinnt, Wo noch im Glauben an das Kind bunten Weihnachtsbäume brennen Und Meuschen fröhlich singen können, Die selbst des Lichtes Kinder sind.— Wilhelm Zwansti Bäunschen Skizze von Obgir. Willl Auffermann (nsk)„Eintritt streng verboten!“ warnte eine Tafel an der Außentür. Dreimal täglich rollte Schwester Martha auf einem Holzwägelchen die Haferschleimsuppe durch die Baracke. Das waren die freudigsten und lichtesten Momente. Und wieder versanken wir in unser einsames Alleinsein, in dunkle Träumereien, die der Heimat galten. Wir waren nicht transportfähig. Wir hatten die Ruhr. Isoliert lagen wir in Glaszellen. Weihnachten nahte. Der zunehmende Frost überzog die Fensterscheiben mit fingerdicker Eisschicht, raubte uns die Sicht ins Freie. Draußen brauste der Schneesturm, brummten die schweren Dieselmotore, die oft neue Verwundete aus dem Donezbecken ins Lazarett brachten. Immer stiller wurde es in Baracke 5. Seit Monaten waren wir ohne Jeldpost. Da brachte eines Tages Schwester Martha ein Bäumchen mit. Ein kleines, mißwachsenes Nadelhäumchen aus der Steppe, das ihr ein Fahrer überlassen hatte. Draußen rollte die Artillerie und ließ die Holzwände der Baracke erzittern. Ohne Schmuck, ohne Lametta und Kerzen stand das Bäumchen im Flur. Verschämt heftete die Schwester einen selbstgefertigten Papierstern an die Spitze. Scherzworte flogen ihr zu. Sie lachte und— schluckte. Plötzlich weinte sie laut in ihre Schürze und lief hinaus. Totenstill war es geworden. Endlos langsam vergingen die Stunden. " Der Abend dämmerte. kam sie wieder. Lautlos buschte sie von Bett zu Bett und sammelte die wächsernen Notlichter ein, stellte sie im Kreis um das Bäumchen. Sie nahm die Fieberthermometer und hängte sie als Eiszapfen in die Aeste. Sie zupfte Verbandswatte zu flaumigen Schnee. Und plötzlich flog ien Weihnachtslied durch die schimmernde Baracke. Wie aus ferner Kindheit flog es in unsere Herzen und setzte sich fest, wies uns den weiten Weg zurück. über verschüttete Jahre in eine andere Welt. Der Arzt stand an der Tür. Er wollte zu uns sprechen— und konnte nicht. Das Gesicht ins Strohkissen gedrückt, die Decke über den Kopf gezogen, haben wir unser Heimweh in uns hineingeheult. Sechsundachtzig Mann in Baracke 5. Ohne uns zu schämen. Das knisternde Bäumchen war schuld, das schlichte Nadelbäumchen mit dem Papierstern an der Spitze. Draußen grollten die Kanonen. Aber wir fühlten uns, als wir den ersten Ansturm der Gefühle überwunden hatten, seltsam gestärkt und beruhigt in dem Wissen um die deutsche Weihnacht, um die Wiedergeburt des Lichtes. Wir würden ja wieder gesunden, und vor allem— um uns ging es ja gar nicht!— eines Tages würde das herrliche Licht einer Friedensweihnacht nach dem großen Siege uns scheinen! Man mußte nur gebuldig sein— und immer tapfer! Wochen später waren wir so weit. Ein Lazarettzug brachte uns in die Heimat. VEU SSamnhbe am 1. Mai statt. Wäsche, Blusen, Teppiche, Bettzeug und Kleider— alles selbstgenäht— ist an der Decke der Sommerstube aufgehängt, die Aussteuer der Mädchen, an der sie vom 7. Lebensjahre an arbeiten. Auch das ärmste Mädchen bringt so im Laufe der Jahre eine recht ansehnliche Ausstattung zusammen. Im Gegensatz zu den hohen Häusern Oesterbottnias sind die Häuser in Mittelfinnland sehr niedrig gebaut und haben ziemlich kleine Fenster— der Winter, die Kälte soll weggehalten werden. Beim Eintreten in ein solches Haus fühlt man sich wahrhaftig wie im Märchen. Am Herd lodert die rote Flamme des Feuers, und blauer Rauch steigt empor zur Rauchabzugsklappe. Diese Stelle ist der Hauptplatz, der Ehrenplatz im Haus, und wer stirbt, der wird dorthin gebracht, damit seine Seele sich gleich emporschwingen kann zum Licht. Der Hausgeist hält sich am Herd auf. Er ist ein Feuergeist. Alles ist in Holz gebaut und Holz wirkt ja immer lebendiger als Stein. Kein Wunder, daß die Menschen da sehr viel denken und kluge Lebensweisheiten herausfinden. Im Winter gibt man einander Rätsel auf. Was ist das? Leicht wie ein Blatt und breit wie der Fußboden? — Der Rauch. Was ist das? Schwärzer als Kohle, süßer als Honig— in einem Becherlein auf der Bank?— Der Schlaf. Im Wohnraum ist eine Futterkrippe für das Pferd, denn im Winter kommt es natürlich ins Haus, damit es nicht friert. Für die meisten finnischen Bauernhäuser gilt die Regel der romantischen Zweckmäßigkeit. So sind am Ofen die Klatschringe angebracht, größere Ringe, in die man ein paar Finger stecken kann und sich daran festhalten, denn wenn die Nachbarin zu Besuch kommt und keine Zeit hat, Platz zu nehmen, dann hält sie sich an Ringen fest und erzählt. Die Wiege hängt von der Decke herab, das Kind schaukelt im wahrsten Sinne des Wortes zwischen Himmel und Erde. für alle finnischen Bauernhäuser ist die Einteilung in Frauen= und Männerecke und in den Raum für Gäste, der zweigeteilt ist. Bis zu einem Querbalken oder einer Schwelle— auf jeden Fall auf irgendeine Weise gekennzeichnet— reicht ein Platz innerhalb des Hauses, in dem jedermann Gastrecht genießt, der Fremde, ja sogar der Feind. Will er die Schwelle oder den durch den Querbalken gekennzeichneten Raum überschreiten, so muß er erst vom Wirt dazu eingeladen sein. wird ihm aber auch gleich etwas angeboten. beim Ofen ist heilig. Hier ist im katholischen Karelien der Herrgottswinkel, im protestantischen Finnland findet man ein Kreuz, aber überall ist auch des Hausgeistes gedacht. Felleitas von Reznienk „Bloß gut, das Großvater Bubi den Handwerkskasten geschenkt hat, sonst könnten wir deinen weihnachtskuchen gar nicht schneiden.“ Das Weinnachsperächten? Von Friede Peltz Aur Pösten-inder Welnnauitenadit Der Krieg hat es nicht ändern können, daß Weihnachten ein Fest der Wünsche geblieben ist, heimlicher und offener Wünsche, großer und kleiner, ein Fest jener Wünsche vor allem, die tief ins Herz hineinreichen und die Wurzeln unseres Wesens berühren. Und wenn wir diese Wünsche recht betrachten, steckt hinter allen nur ein einziger: Liebe, die man geben, die man empfangen möchte. Selbst wenn solch ein Junge, wie Herbert, sich ein Schaukelpferd wünscht, schwingt dahinter die zärtliche Sehnsucht, etwas sein nennen zu dürfen, das er lieb haben kann. etwas betreuen zu können, wovon er träumt, daß es ihn gewißlich wieder lieb habe... Mutter war über Herberts großen Wunsch natürlich in Sorge gekommen. Wo sollte sie jetzt ein Schaukelpferd herbekommen? Die Stadt war klein die Zeit war knapp— und dann war es Krieg! Sie versuchte, es dem Jungen auszureden, vergeblich. Er verschloß sich aller Einsicht. Riesengroß wuchs das Pferd. Herbert sah jedem Pferd auf der Straße nach, besonders wenn es ein junges, samtenes Fell und lustige Augen hatte. Er hätte am liebsten alle Pferde um den Hals genommen und an sich gedrückt, wären sie nicht fest an den Stielen gewesen und hätten sie nicht alle ihren beharrlichen Weg gehabt. Der Wunsch, ein Pferd zu besitzen, wurde zur Leidenschaft. „Es ist Krieg“, sagte die Mutter. Das war alles, was sie am Ende noch sagen konnte. Aber solch ein Junge von zehn Jahren begreift es noch nicht, wie hart eine Winternacht sein kann, über der, wie starres Silber, die Sterne stehen, wenn man nur ein Grabenloch hat, das klopfende M Ruenswenmach Das Band der Liebe und Treue Reicht meilenweit, Es leuchtet innig und golden Zur Weihnachtszeit. All unser herzliches Sinnen Bei Tag und Nacht Gilt dem getreuen Soldaten, Der für uns wacht. Er schirmt die Grenzen des Reiches In Eis und Schnee, An den Gestaden des Südens Und auf der See. Auch an den kämpfenden Fronten In fremdem Land Ist jeder Weihnachtsgedanke Heimwärts gewandt. Er eilt mit schwingenden Flügeln Durch Zeit und Raum Und grüßt die Lieben zu Hause Am Lichterbaum. So zieht die Liebe und Treue Durch diesen Krieg Und stärkt die Brücke des Glaubens An unsern Sieg. Alex Sellng. Herz mit dem tollkühnen Mut und den Nebel, der die farblose Brücke webt zwischen Leben und Tod. Solch ein Junge sieht Not und Tod, sind sie überwölbt von der starren Rundung des Helmes, voller Glanz und Gloria. Soldat sein, Gott das wäre fast noch schöner als ein Pferd zu haben. Aber da es nicht anging, sollte es wenigstens ein Pferd sein. Dabei blieb es, und mit jedem Tag, der tiefer in die Weihnacht wuchs, wuchs auch das Verlangen. Vielleicht ist es ein Segen des Krieges, daß wir miteinander lernen müssen. unsere Wünsche unerfüllt zu sehen und sie um Dinge zu spannen, die im Innern liegen... Herberts Tisch war reich bedacht, aber ein Schaukelpferd hatte er nicht bekommen. Er weinte nicht. Er starrte mit gläsernen Augen in die Lichter, und dann und wann schluckte es in seinem Hals. Er bemühte sich, seiner Mutter keinen Kummer zu machen, ohne zu ahnen, daß dies eifrige Bemühen ihre schönste Weihnachtsfreude war, brannte und verzehrte sich ihr Herz auch wie ein Weihnachtslicht, wenn sie an den Vater draußen dachte, der sich zur Stunde so vieles versagen mußte. „Gute Nacht, Mutter“. und die Lichter löschten aus. Die Mutter saß noch lange im Dunkeln und ließ den Glanz der heiligen Nacht zu sich herein, in der alles Licht sich wieder zu der Erde wandte. „Du“, sagte sie leise und meinte Den, der fühlbar über dem Dunklen„schwang". laß dem Jungen etwas wachsen, daß ihn stiller machen kann, so etwa, als ob ich ihm das Pferd hätte bringen können.. Müttergebete gehen oft in Erfüllung, weil sie so heiß sind. Der Weihnachtsmorgen kam herauf. Herbert hatte die Nase an die Fensterscheiben gedrückt und sah zum Markt hinüber. Dabei wurde es die zehnte Vormittagsstunde. Seit dem frühen Morgen stand da ein braunes Pferd mit einem kleinen Wagen, auf den ein verspäteter oder überzähliger oder auch vergessener Tannenbaum lag. Der Kutscher saß oder schlief irgendwo in einem Gasthaus. Der Wind hatte die Decke von des Pferdes wunderschön geschwungenem Rücken getrieben. Schneesterne tanzten um seine Stirn und schienen damit zu spielen. Herbert drückte sich die Nase platt vor lauter Sehnsucht. Spürte es das kleine Pferd? Es wurde unruhig. Es begann mit dem Huf zu scharren und drehte seinen Schweif wie eine Windmühle ihre Flügel. Spürte es die Liebe, die hinter Mauern nach ihm verlangte, während es hier verlassen stand?... Herbert sah unablässig zu ihm herüber. Wann würde endlich der Kutscher kommen? Herberts Gedanken kreisten wie goldene Sterne... Da geschah es auf einmal: das kleine, bisher so geduldige Pferd setzte sich in Trab und kam samt dem Wagen über den Markt galoppiert! Herbert ritz den Stuhl herum— jagte über die Treppe— lief neben dem braunen Pferd durch die leer gewordene Welt... und niemand hielt die beiden auf. Mein Pferd!—— mein Pferd!—— mein Weihnachtspferd! jauchzte des Jungen Seele, er wollte es sich fangen! Eine Weile hielten sie Schritt, und es gefiel ihnen beiden zusammen sehr wohl. Doch dann wurde es toller, wie eben solch ein Junge und solch ein junges Pferd miteinander laufen können — und auf einmal schrie Herbert hell, wie ein wilder Vogel! Er hatte das Pferd um den Hals gegriffen— er hielt es fest— er legte den Kopf an seinen zitternden Hals und hätte weinen und lachen können zu gleicher Zeit. „Pferdchen... Pferdchen...“ Die Leute hatten sich gesammelt. Es war alles blitzschnell geschehen, wie im Traum. Herbert hing mit seinen Händen in des Pferdes krauser Mähne— und sah sich um, als es laut wurde. Sie hoben ein kleines Mädchen von der Straße, es war Tante Doras kleine Luise.. Vor dem wild daherkommenden Pferd hatte es in toller Angst noch schnell über die Straße zur Mutter laufen wollen und war gestürzt— und hatte da gelegen.. gerade in dem Augenblick, als Herbert das Pferd um den Hals bekommen hatte. Der Junge sah mit großen, großen Augen, und ein Geheimnis fiel ahnungslos in ihn hinein: daß alles auf dieser Erde wohl einen heimlichen Sinn hat, auch die Sehnsucht, auch die Leidenschaft, auch der wilde Trab eines kleinen Pferdes. Herberts Hände spielten in der Mähne des Pferdes.. am Ende wurde es sehr still. Es war nun alles, alles gut. Der Kutscher kam und nahm das Pferd am Zügel. Herbert dachte, daß es doch immer sein Pferd bleiben würde, sein Weihnachtspferd, in alle Ewigkeit und klopfte ihm noch einmal zärtlich den krausblanken Hals. Dann ging er mit geneigtem Kopf, das Herz voll unbeschreiblicher Fülle, zu seiner Mutter, ohne indessen viel sagen zu können, denn seine Seele war still geworden. Herbert trug das Geheimnis in sich. Seither liebt er die braunen Pferde noch mehr, aber in all seinen Wünschen schwingt der Frieden des Weihnachtsmorgens. Es ist ein eigenartig Ding mit dem Posten in der Weihnachtsnacht. Nicht erst jetzt im Krieg. Auch im Frieden zog der Posten in der heiligen Nacht mit wehmütig=feierlichen Gefühlen auf Kasernen=, Schießstand= oder Ehrenwache. Ueber ihn der sternbesäte Himmel, um ihn die Stille der Weihnacht. Kein Laut in den Straßen, und die durch die Fenster strahlenden Kerzen am Tannenbaum schienen die Stille noch zu vertiefen. Und seltsam, auch im Innern des Postens selbst war eine seltsam=feierliche Stille. Der leise Mißmut, der ihn zunächst befallen hatte, daß gerade er in der Weihnachtsnacht auf Posten ziehen mußte, war schnell einer feierlichen Ruhe gewichen. Denn hier draußen in der Stille der schlafenden Welt hatten die Gedanken Muße, sich gunz mit dem zu befassen, was den deutschen Menschen am Weihnachtsabend so angelegentlich und doch nicht ausgesprochen beschäftigt: die Erinnerung an die Weihnachten im Elternhaus. Seien wir doch ehrlich: Es sind die schönsten Erinnerungen, die in unsere Kinderzeit zurückgreifen, die uns den elterlichen Weihnachtsbaum, den Gabentisch, das stille Glück der Eltern und die laute Freude der Kinder vor unserer Seele wieder lebendig werden lassen. In keinem Land der Erde gibt es ein ähnliches Fest, das die Bande der Familie so eng bindet wie das deutsche Weihnachtsfest mit seiner seltsam=feierlichen Auf vorgeschobenem Posten am Weihnachtsabend Atmosphäre. Unseren Soldaten draußen an den Fronten geht es nicht anders. Sie wissen, daß der Posten=, der Wachdienst gerade in der Weihnachtsnacht nicht vernachlässigt werden darf. Die Feinde, die uns gegenüberstehen, kennen das Weihnachtsfest, wie die Bolschewisten, entweder überhaupt nicht, oder sie suchen sich bewußt die Weihnachtsnacht aus, um eine Ueberrumpelung zu versuchen. Sie täuschen sich auch hier, wie sie sich in vielen anderem getäuscht haben. Unsere Soldaten auf Posten haWeihnachtswache Für Minuten erhellt eine Leuchtkugel die pechschwarze Nacht. Ihr magisches Licht erfaßt die beiden Männer an der Grabenwand, die, das Gesicht unverwandt dem Feinde zugekehrt, auf der Wacht stehen. PK-Kriegsberichter G. Schmidt ben Augen, Ohren und Sinne offen, gerade auch in der Weihnachtsnacht. Wißt ihr, was es heißt, vor dem Feind in der heiligen Nacht auf Posten zu stehen? Weihnachten im Herzen und Feindbeobachtung im Hirnk Der Soldat wird mit allen Lagen fertig, auch mit dieser. Gerade seine Gedanken an die Heimat, für die er kämpft und Wache hält, schärfen seine Sinne. Seine Kameraden im nahen Bunker verlassen sich auf seine Aufmerksamkeit, sie sind es ja, denen die Sicherheit des Abschnitts anvertraut ist. Und wenn die Stunde der Ablösung gekommen ist, zieht ein anderer für ihn auf, während er selbst seine weihnachtlichen Gedanken im Kreise gleichgestimmter Kameraden fortspinnen wird. Denn so ist der deutsche Soldat: hart im Kampf und doch weich wie ein Kind, wenn er an die Heimat denkt. So war es schon früher, so daß unsere großen Heerführer der Vergangenheit fast„übereinstimmend diese Tatsache feststellten: Man sieht es dem deutschen Soldaten in seinem Kampfzorn nicht an, daß er bei den weihnachtlichen Klängen wieder das Kind wird, das einst unterm Tannenbaum vor Glück und Freude aufjauchzte. Nun, jauchzen tun unsere Soldaten nicht, aber ihr deutsches Herz und ihren menschlichen Sinn haben sie behalten trotz alles Schweren, was sie hinter sich haben. Und so stehen Tausende, Hundertausende deutscher Soldaten auf Posten in der Weihnachtsnacht, kampfbereit und heimatverbunden, wenn zwischen Front und Heimat das unsichtbare Band deutschen Blutes und.deutschen Gemütes besonders fühlbar ist. Deutschland feiert Weihnachten, an der Front und in der Heimat. Pardolt Weihnachtsgeschenke aus Tapprana Von Kriegsberichter Arthur Stubbenhagen Die geskontenen=Wenmaunsbaume! Von Georg W. Pijet Ja, es stimmte schon, was der Vater gesagt hatte: an der Försterei klebte ein Zettel, daß die Ausgabe von Scheinen für Weihnachtsbäume in diesem Kriegsjahre unterbleiben müsse, weil der Tannenbestand zu stark gelichtet und die neuen Aufforstungen noch nicht genügend herangewachsen seien. Also würde es nach Vaters Worten in diesem Jahre keinen Weihnachtsbaum geben. Nun saßen die Jungen und überlegten, wie sie es wohl einrichten sollten; denn ohne Baum wäre es doch keine rechte Weihnacht. Als ihnen schließlich Kaufmanns Karl mit schadenfrohem Grinsen zu verstehen gab, daß sein Vater mit dem Lieferauto einen feinen Baum mitgebracht hätte, blickten sich Hans und Kurt nur leise an und wußten: auch wir werden einen Baum haben! Kurt meinte, man könne den Förster um eine Ausnahme bitten. „Können wir uns nicht wenigstens ein paar Tannenreiser holen, Herr Förster?“ bettelte Hans. „Ja, das könnt ihr tun, damit es nicht gar so kahl in der Stube ist. Aber daß ihr mir keinen Schaden macht, Buben!“ Sie versprechen es ihm. „Du, der Alte ist doch ein feiner Kerl, was?" lobte Kurt. Hans holte sein Messer aus der Tasche und nickte. Dann trabten sie sofort dorthin, wo die schönen dunkelgrünen Tannen standen. Wie sie es versprochen, so hielten es auch die Jungen. Hier schnitten sie einen Zweig fort und dort drüben einen zweiten. Bald hatten sie einen hübschen Armvoll beisammen. Dabei näherten sie sich der Schonung, wo die jungen Bäumlein in Reih und Glied ihre Köpfe aus dem Schnee streckten. „Fein, was?“ sagten sie gleichzeitig, und sie lugten die Reihen hinunter, ob nirgends ein Bäumchen für sie... Nein, nein, sie wollten keinen fällen, aber man könnte sich doch einen aussuchen, den man sich wünschen würde, wenn man dürfte!... Und so stießen sie plötzlich auf einen schönen, wohlgeformten Baum, der seine Brüder an Wuchs überragte. Heftige Wünsche wurden in ihnen laut. Sie steckten ihre Köpfe zusammen, so daß man nicht mehr hören konnte was sie miteinander tuschelten. Wie gesagt, Kaufmanns Karl war kein beliebter Freund. Er bekam es fertig, sie beim Lehrer anzuschwärzen. Und sein schadenfrohes Grinsen, daß ausgerechnet er einen Baum haben sollte und die übrigen im Dorfe nicht, das hatten sich die Jungen wohl gemerkt. Wie staunte nun der hochmütige Karl, als er am Heiligabend Hans und Kurt mit frischgesällten Tannenbäumen aus dem Walde kommen sah! Mit einem Satze war er zur Tür hinaus.„Wo habt ihr die Bäume her?“„Was geht dich das an?“ meinte Hans gelassen. Kurt stichelteden Neugierigen mit der Baumspitze an der Nase: „Feines Bäumchen, was?" „Gestohlen habt ihr sie!“ schrie der Kaufmannsbub hinter ihnen her. Zwei Stunden später hatte er die Sache dem Förster hinterbracht. Der schulterte ärgerlich sein Gewehr, als wollte er hinter einem Wilddieb her und knurrte„Die Bürschchen werde ich mir kaufen!" Dann stapfte er mit qualmender Pfeife ins Dorf hinunter. Die Dunkelheit breitete sich schon aus. Hell aber leuchteten ihm die Lichter von Hans Marens Kate entgegen.„Also stimmt es doch mit dem Diebstahl!“ knurrte der Förster und pochte laut gegen die Tür.„Hans, der Weihnachtsmann!" lachte der Vater, der nicht mehr mit Besuch rechnete...„Ja, aber einer mit der Rute!“ grollte der Alte und trat ins Haus. Der Bub erschrak nicht wenig über den Besuch. „Was verschafft uns die Ehr', Herr Förster?" fragte ruhig der Vater. „Mit dem Buben da habe ich zu reden. Woher ist der Baum, Bengel? Eine Handvoll Reiser hat' ich euch bewilligt, aber keinen Baum zu fällen!“ „Er ist auch nicht gefällt, Herr Förster!" antwortete Hans. „Was, nicht gefällt? Ist er etwa hier auf dem Tisch gewachsen?“ knurrte der Förster. „Das ist doch Mutters Besenstiel. Und die Zweige hab' ich dareingebohrt. Und den Stiel mit Leim bestrichen und mit Tannennadeln betupft, damit es sein echt ausschaut, das Bäumel“, erklärte Hans eifrig. Da schmunzelte der alte Förster und kramte in der Tasche und schob dem Buben ein Geldstückerl in die Hand.„Also war's doch ein rechter Weihnachtsmann!“ lachte der Vater. Zu den Hl. drei Königen aber, als der Weihnachtsbaum abgerupft ward, bekam der Angeber Karl zwei Weihnachtsbaum=Stiele zu spüren. (PK)„Heimat, deine Sterne...“ Für einen Augenblick ist es ruhig geworden in der LottaKantine. Selbst die uralten Lapplandkämpfer blikken still auf ihre Kaffeetasse. Hier oben am Polarkreis, tausende Kilometer von der Heimat, hat sich gerade dieses Lied die Herzen erobert. Lotta Selma hat die Schallplatte mitgebracht, und nun ist es auch das Lieblingslied der Lottas in der Kantine dicht hinter der Front geworden. Für den finnischen Kameraden ist die Frontkantine der Erholungsplatz, sie ist ein Stück Heimat. Aber auch uns deutschen Soldaten an der einsamen Kandalakscha=Front haben die Lottas in ihrer stets freundlichen und hilfsbereiten Aufmerksamkeit ein wenig doch vergessen lassen, daß wir im unwegsamsten Gebiet Europas leben und kämpfen, in der Oedmark Lapplands, wo Urwald, Sumpf, schilfige Seen und steinige Geröllhalden jeder menschlichen Ansiedlung das Leben verwehren. Abseits der einzigen Straße, in tiefen Schluchten oder gut getarnt unter jahrhundertealten Kiefern, liegen unsere Bunker und Baracken. Tausende deutscher Soldaten führen hier im Lappland=Wald ihr eigenes Leben. Ein paar hundert Kilometer weiter rückwärts erst ist die nächste finnische Stadt. Dort war Lotta Selma vor kurzer Zeit gewesen. Einige Tage danach traf dann der Lastkraftwagen ein— er brachte unsere Weihnachtsgeschenke! Lotta Selma hatte eingekauft. Nicht nur für uns Soldaten das Briefpapier, die üblichen kleinen Lappland=Andenken. Sie hatte an das Weihnachtsfest gedacht, an die Wünsche der deutschen Soldaten, ihren Lieben in der Heimat mit einer kleinen Gabe Freude zu schenken. Nun standen Kinderspielzeuge, ein paar Puppen, modische Kleinigkeiten, von der Parfümflasche und Handtasche bis zur silbernen Puderdose, auf dem Verkaufsbrett der Kantine. Die Augen unserer Soldaten erhielten einen helleren Glanz, in ihren Herzen klangen Heimatklänge. Da barg einer behutsam das Kinderspielzeug in die Packtasche, lange wählte ein anderer das Geschenk für seine Frau. Zärtlich streichelten braune Soldatenhände im Bunker diese kleinen Dinge, bevor die Feldpost sie den langen Weg zur Heimat trug.