10 Erleigreiche-Best-Operationenvor-Allika Der Kampfim Nor oleitvon Srunugrud Fortschreitender Angriff im Kaukasusgebiet] Neue Erfolge am Terek e Nach dem Abschluß der Schlacht am Ladoga-See Von unserem militärischen Mitarbeiter ob Berlin, 7. Oktober. Als der OKW=Bericht meldete, daß die Schlacht am Ladogasee ihren Abschluß gefunden hätte, waren sich wohl die wenigsten unserer Leser klar darüber, daß hier im Einschließungsraum von Leningrad seit Wochen ein großer Kampf im Gange war, der an unsere Truppen zweifellos ähnliche Anforderungen stellte, wie der Kampf im Kaukasus oder vor Stalingrad. Wir müssen uns immer wieder bewußt sein, daß die Kämpfe an der Abwehrfront mindestens das gleiche Interesse in der Heimat verdienen, wie die Erfolge der in der Offensive stehenden Heeresteile, gerade weil die in der Abwehr ihr Aeußerstes hergebenden Divisionen nicht mit Raumgewinn und Beutezahlen prunken können, sondern sich bescheiden begnügen müssen, wenn sie gegen den Massenansturm des Gegners eisern ihre Stellung halten. An der Einschließungsfront von Leningrad hatte bereits am 27. August südlich des Ladogasees der Angriff einer feindlichen Stoßarmee eingesetzt. Nach, sowjetischen Weldungen hatte dieser Stoß bis Siujawino(etwa 10 Kilometer südlich von Schlüsselburg, ostwärts der Newa) geführt. In wochenlaugen Kämpfen, bei denen auch die wiederholt ansetzenden Uebergangsversuche starker bolschewistischer Kräfte mittels Boote über die Newa eine Rolle spielten, war es den deutschen Einschließungstruppen bis Ende September gelungen, die starke feindliche Kräftegruppe, die tief in die deutschen Linien eingedrungen war, von ihren rückwärtigen Verbindungen abzuschneiden und einzuschließen. In mustergültiger Zusammenarbeit aller deutschen Waffengattungen wurde der Kessel dauernd verengt und führte schließlich zur Vernichtung der sowjetischen Armee. Die Schwere der Kämpfe, die in der„Grünen Höhle des Nordens“, einem Kampfgelände mit mannshohem Buschwerk und Sümpfen geführt wurden, erweist die Feststellung, daß 28000 Tote und viele Hunderte an zerschossenen Panzern und Geschützen und Waffen neben den gemeldeten Beutezahlen festgestellt wurden. 7 bolschewistische Schützendivisionen vernichtet und 4 weitere sowjetische Schützendivisionen, die von außen zu Entlastungsangriffen in den letzten Tagen vorgegangen waren, unter schwersten blutigen Verlusten zurückgeworfen— das war das Endergebnis dieser Schlacht. Der Versuch, die deutsche Front im Vorfeld von Leningrad zu darchbrechen und damit einen neuen Nachschubweg für die eingeschlossene Besatzung zu eröffnen, ist als völlig mißlungen anzusehen. Im Kampfraum um Stalingrad geht es zur Zeit hauptsächlich um die Eroberung der nördlichen Stadtteile, wo die drei Rüstungswerke„Roter Oktober",„Rote Barrikade“ und das Traktorenwerk„Dscherschinski“ zu wahren Betonklötzen ausgebaut sind. Nachdem die Vorstadt Orlowka genommen war, konnte der Angriff gegen dieses Widerstandszentrum auch von Nordwesten und Westen vorgetraPortsetzung 2. politische Seite Schlächtscheff„enrssersippt Sersentt! Großer Erfolg eines italienischen=Bootes vor der afrikanischen Küste * Rom, 7. Oktober. Wie der italienische Rundsunk meldet, hat in der Nacht zum Dienstag um.35 Uhr das unter dem Kommando von Fregattenkapitän Enzo Grossi stehende italienische=Boot„Barbarigo“ auf der Höhe von Freetown(Westafrika) durch vier Torpedos das amerikanische Schlachtschiff„Missislippi“ versenkt. Mit welcher Schlagkraft Operationen im Atlantik in den verschiedensten Zonen gleichzeitig zum Austrag kommen, davon haben die Sondermeldungen des OKW immer wieder Zeugnis abgelegt. Neuerdings sind die Achsen--Boote besonders in den afrikanischen und südamerikanischen Gewässern erfolgreich, wie die gestern gemeldete Vernichtung von 5 feindlichen Handelsschiffen und die gleichzeitig aus Rom eintreffende Nachricht von der Versenkung des USA-Schlachtschiffes„Mississippi“ zeigen. Unsere Unterseeboote bewältigen im neuen Kampffeld des Atlantik die größten Entfernungen. Verbindet man den ozeanischen Raum zwischen Neufundland, der Orinokomündung und Freetown untereinander, so wie wir es in unserer Karte gemacht haben, so ergeben sich Entfernungsangaben, die innerhalb dieses Nord-West-Ost-Dreiecks die Maße zwischen 4000 und 6000 Kilometer erreichen. Ein markantes Beispiel der operativen Reichweite zur See zwischen den Kontinenten beider Amerika und Afrika. Der italienische Fregattenkapitän Grossi, dem es jetzt gelang, auf der Höhe von Freetown an der westafrikanischen Küste das ameribonser Salahschif sisern in vesenben, aster un den erfolgreichsten italienischen Unterseeboots=Kommandanten. Am 20. Mai 1942 versenkte er bei der Insel Fernando de Noronha ein Freetown an der westafrikanischen Küste das 20. Mai 1942 versenkte er bei der Insel Fernando de amerikanische Schlachtschiff„Mississippi“ zu versenken, gehört zu amerikanisches Schlachtschiff vom Typ„Maryland“. Stalins Hilferuf macht London nervös Befremdung auf der einen. Zweite Front=Rufe auf der anderen Seite Drahtbericht unseres ständigen Mitarbeiters dp Stockholm, 7. Oktober. Stalius grobe Faust hat recht unsauft an die Türen von Whitehall geklopft mit jenem Interview mit dem AssoPreß=Vertreter in Moskau, in dem den Alliierten des Bolschewismus vorgeworfen wird, sie hätten nicht genügend für die gemeinsame Sache getan. Was meinen die Sowjets damit, es müsse„zur rechten Zeit“ die gewünschte Unterstützung einsetzen, fragt man sich heute in London. Der arbeiterparteiliche„Daily Herald“ ist vielleicht auf der rechten Fährte, wenn er am Montag einen Ueberblick bringt über die Lebensmittellage bei den alliierten Völkern. Hinzu kommt noch, daß die Sowjets in den ihnen noch verbliebenen Gebieten in diesem Winter der Gefahr einer Hungersnot gegenüberstehen und daß sie dann auf die Unterstützung durch die Lebensmittelsendungen aus Amerika und aus anderen Ueberschußländern angewiesen sind. Für diese aber fehlt es an Tonnage. Schon jetzt reichen ja nach den enormen Schiffsverlusten der Alliierten die zusammengelegten Handelsflotten nicht aus. Stalin hat aber im Augenblick gar nicht so sehr an eine zweite Front gedacht, sondern an die Zusicherung der Alliierten, die Ernährung der Sowjetunion in den Wintermonaten sicherzustellen, erinnert. Er loch eine Keustegrappe eingeschiossen! Wieder fünf feindliche Sandelsschiffe mit 26 000 BRT versenkt dab Aus dem Führerhauptquartier, 7. Oktober. Das Oberkommando der Wehrmacht gab gestern bekannt: Im Kaukasusgebiet wird der Feind in fortschreitendem Augriff von Höhe zu Höhe geworsen. Auch gestern verlor er trotz erbitterten Widerstandes im Gebirge nordöstlich von Tuapse und am Terek weitere stark ausgebaute Höhenstellungen und befestigte Ortschaften.— In Stalingrad wurden in harten Einzelkämpfen neue Fortschritte erzielt. Kampfflugzeuge und Nahkampf= fliegerkräfte unterstützten die Sturmtruppen des Heeres. Nordwestlich der Stadt gelang es, noch eine zweite feindliche Kräftegruppe einzuschließen. An der Dou=Front wiesen rumänische, italienische und ungarische Truppen mehrere Uebersetzversuche und Vorstöße des Feindes ab. Im mittieren Frontabschnitt wurden bei erfolgreichen Stoßtruppunternehmungen zahlreiche seindliche Bunker und Kampfstände zerstört und die Besatzungen vernichtet oder gesangengenommen.— Der eigene Augriff südostwärts des Ilmensees führte gestern zu bedeutendem Geländegewinn. Vor Afrika und vor der südamerikanischen Küste versenkten Unterseeboote fünf seindliche Handelsschiffe mit 26000 BRT. Einzelne britische Flugzeuge überflogen am gestrigen Tage norddeutsches und westdeutsches Gebiet. Einzelne Sprengbomben richteten nur geringen Schaden an. In der vergangenen Nacht unternahm die britische Luftwaffe Störangrisse auf holländisches und westdeutsches Gebiet die Bevölkerung hatte Verluste. In Wohnvierteln einiger Städte entstanden Brände, Sachund Gebäudeschäden. Nach bisherigen Meldungen wurden vier der angreisenden Bomber durch Nachtjäger und Flakartillerie abgeschossen. ist unzufrieden, weil kein genügendes Tonnagekontingent bisher für diese lebenswichtige Aufgabe von den Ländern abgestellt werden konnte. Otlizielle Antwort„in Kürze“ zu erwarten □ Stockholm, 7. Oktober. Gedrängt durch die peinlichen Anfragen im Unterhaus und die immer lauter werdenden Presseerörterungen hat man sich jetzt, wie der Londoner Nachrichtendienst mitteilt, zu der Verlautbarung entschlossen, daß eine offizielle Antwort Großbritanniens und der USA auf die Forderung Stalins in Kürze zu erwarten sei. Der Informationsminister erklärte, „daß sich die„Alliierten“ mit den Vorbereitungen zur Aufrichtung einer Zweiten Front in nächster Zukunft befaßten". „Sofort eine Zweite Front!“ □ Stockholm, 7. Oktober. Im Zusammenhang mit der Erklärung Stalins über die Zweite Front schreibt der Londoner Korrespondent eines süd1 Kämpfe in den Trümmern von Stalingrad PK-Kriegsberichter Heine schwedischen Blattes, in England habe die Frage der Zweiten Front plötzlich wieder neuen Auftrieb erhalten. Nach einem Eigenbericht von„Nya Dagligt Allehanda“ hat die Stalinsche Forderung die Folge gehabt, daß die Gewerkschaften am Montag Entschließungen faßten, in denen die Eröffnung einer Zweiten Front sofort verlangt wird. Vor allem die größte englische Gewerkschaft mit stark kommunistischem Einschlag, die „Amalgamated Engineering Union“, macht sich diesen Standpunkt zu eigen. Ihr Zweigverband in Manchester schickte am Montag ein Telegramm an Churchill, er solle handeln. Inhaltlose Erklärungen in Washinglon □ Stockholm, 7. Oktober. In bezug auf die Erklärung Stalins gab Senator Reynolds, der Vorsitzende des Ausschusses für militärische Angelegenheiten im Senat, Reuter folgenden Kommentar:„Wir müssen unser Vertrauen und unseren Glauben in unsere militärischen Führer setzen. Wenn wir dies nicht tun, so sind wir verloren. Sie wissen tausendmal mehr über diese Angelegenheit, als die Oeffentlichkeit oder wir, die wir hier im Senat sitzen. Ich verstehe sehr wohl, daß Stalin äußerst besorgt ist und der Hilfe bedarf.“ Es besteht kein Zweifel darüber, so stellt Reuter fest, daß in Washington alle Vorkehrungen getroffen wurden, um den Sowjets alle nur erdenkliche Hilfe so schnell wie möglich zuteil werden zu lassen, doch wird allgemein anerkannt, daß die militärischen Erwägungen vorherrschen müssen. „Die Worte Stalins wenig am Platze“ Drahtbericht unseres ständigen Mitarbeiters sa Rom, 7. Okt. In London und Washington haben die Erklärungen Stalius große Bestürzung hervorgerufen. Divlomatische Kreise in London haben erklärt, daß die Stalinschen Bemerkungen in keiner Weise die Haltung der britischen Regierung beeinflussen würden: diese stehe auf dem Standpunkt, daß sie„ihre Entschlußfreiheit" bewahren müsse. Noch schärfer drückt sich ein englisches Blatt aus:„Die Worte Stalins waren unnötig und wenig am Platze.“ Interessant ist, daß der Moskauer Rundfunk die Erklärungen Stalius in allen Sprachen verbreitete und die sowietischen Blätter sie mit gewaltigen Ueberschriften versahen. Innenminister Sann Bsedir gesiögen Verschärfung der Krise im Frak- Kabinettsrücktritt- ASA=Rote an Fran Drahtbericht unseres ständigen Mitarbeiters re Aukara, 7. Oktober. Die innenpolitsche Krise im Jrak hat jetzt eine neuerliche Verschärsung erfahren. Nachdem sich bereits vor mehreren Wochen Muentaz nach der Türkei begeben hatte, um sich angeblich einer ärztlichen Behandlung zu unterziehen, hat nun auch der Innenminister Salin Diebir heimlich das Land verlassen und zunächst im Libanon Aufenthalt genommen. Auch er begründete in seinem zurückgelassenen Schreiben die Reise mit Gesundheitsrücksichten. Beide Minister haben ihrer engeren Umgebung gegenüber erklärt, daß sie vorläufig nicht die Absicht hätten, nach dem Irak zurückzukehren. Die Leitung der zwei Ministerien hat Ministerpräsident Nuri Said übernommen, da alle in Betracht kommenden Persönlichkeiten einen Eintritt in das Kabinett ablehnten. Inzwischen hat der Londoner Nachrichtendienst aus Bagdad gemeldet, daß das irakische Kabinett auf Grund von Meinungsverschiedenheiten innerhalb des Kabinetts über interne Wirtschaftsfragen zurückgetreten sei. Auch aus Iran liegen neue Meldungen vor, daß sich die Lage dort immer mehr zusvitzt. Die wiederholten Ueberfälle bewaffneter Banden auf amerikanische Flugplätze im Norden des Landes haben die Militärbehörden der USA zu einer scharfen Note an die iranische Regierung veranlaßt, in der sie die iranische Regierung für alle gegen nordamerikanische Staatsbürger gerichteten Ausschreitungen vernatwortlich machen und die schärfsten Repressalien ankündigten, in der Note wird gleichzeita mitgeteilt, daß die amerikanischen Militärbehörden von nun an auch alle amerikanischen Techniker und Ingenieure, die bei den Bauarbeiten in Nordiran beschäftigt sind, bewaffnet haben. Gesamte islamische Welt gegen England □ Berlin, 7. Oktober. Der indische Freiheitskämpfer Subhas Chandra Bose hielt am Montag eine richtunggebende Rede über den deutschen Kurzwellensender an das indische Volk, die in der Feststellung gipfelte, daß die gesamte islamische Welt von Aegypten bis Indien gegen den beitsschen Imperialismus als Weltfeind Nr. 1 stehe. Nach dem Abschluß der Schlacht am Ladogasee Portsetzunn sun der 1 oollt Seite gen werden. In schwerstem Ringen wurden Tag für Tag Häuserzeilen dem sich verzweifelt wehrenden Gegner entrissen und der Augriff näher zur Wolga vorgetragen. Die Lage der sowjetischen Besatzung ist verzweifelt, weil hinter ihrem Rücken die Wolga unter ständiger Kontrolle deutscher Fliegergeschwader liegt, wodurch der Nachschub jeder Art unterbunden ist. Nur bei Nacht gelingt es vereinzelten Booten, Munition und Verpflegung heranzubringen. Auch die bolschewistischen Batterien, die vom Ostuser den Kampfraum in der Stadt unter Feuer halten können, sind nicht in der Lage, dem deutschen Sturm Einhalt zu gebieten, um so weniger, als die deutschen Sturzkampfgeschwader ihnen im Tiefflug ständig hart zusetzen. Wenn das Ringen hier auch besonders schwer ist, steht der endgültige Ausgang doch bereits fest, daran ändert auch nichts, daß Timoschenko zangenförmig von Norden und Süden verzweifelte Massenaugriffe gegen die Flanken unserer Augriffsarmee vorgeführt hat. In mustergültiger Abwehr brachen diese Offensivstöße an beiden Fronten zusammen. An der Kaukasusfront ist über die Kämpfe an den Pässen des Hochgebirges wenig bekannt. Hingegen geht aus den OKW=Berichten der letzten Tage hervor, daß im West kaukasus stark befestigte Bergstellungen genommen wurden. Die Küste und die Häfen, die noch in der Hand der Sowjets sind, werden dauernd von unserer Luftwaffe überwacht. Gute Erfolge konnten im Osten der Kaukasusfront, im Raum des Terekbogens erzielt werden, wo bei den Vorstößen unserer Truppen die Orte Elchotowo und Wernij=Korp trotz festungsartiger Verstärkung des dortigen Kampfgeländes im Sturm genommen werden konnten. Elchotowo war geradezu zur Ringsumverteidigung ausgebaut worden, während bei Werchnij=Korp das hügelige Kampfgelände mit seinen tiefen Schluchten die Anlage von Sperren und Kampfstellungen sehr begünstigt hatten. Alle diese Hindernisse wurden überwunden. Die schweren Waffenverluste der □ Berlin, 7. Oktober. In der Schlacht um Stalingrad wirken sich bei den Bolschewisten die schweren Waffenverluste, die sie auf den vom Feuer beherrschten Nachschubwegen nur schwer ersetzen können, immer fühlbarer aus. Obwohl die deutschen Infanterie= und Panzerverbände nach den beim Oberkommando der Wehrmacht vorliegenden Meldungen am Montag ihre Angriffe fortsetzten und dabei im umfassenden Vorstoß erneut eine feindliche Kräftegruppe von ihren Verbindungen abschnitten, konnten sich die Bolschewisten nur zu schwächeren ergebnislosen Gegenstößen aufraffen. Wenn auch im Nordteil der Stadt der erbitterte Kampf in den Häuserruinen weitergeht, bei denen die Bolschewisten Soldaten und Zivilisten verbluten lassen, sind doch die kraftlosen Vorstöße gegen den deutschen Nordriegel ein Zeichen der Erschöpfung beim Feind. Er hat sich von den schweren Verlusten nach der Panzerschlacht am 30. September noch nicht wieder erholen können. Peschawar=Expreß zur Entgleisung gebracht ∆ Stockholm, 7. Oktober. Daß man in Judien bei weitem noch nicht von einer Beruhigung sprechen kann, wie es am Montag abend wieder Lord Halifax in St. Louis(Missouri) tat, beweist die von Renter verbreitete Meldung, daß der Peschawar=Expreß am Sonnabend durch einen„Sabotage=Akt" zur Entgleisung gebracht wurde. Das Unglück ereignete sich 320 Kilometer von Bombay entfernt und forderte 14 Tote und 22 Verletzte. Militär gegen den Fakir von Ipi * Istaubul, 7. Oktober. Im afghanischen Grenzgebiet haben die Engländer in letzter Zeit mehrfach Strafexpeditionen gegen die Streitkräfte des Fakirs von Ipi durchgeführt, allerdings ohne des Fakirs selbst habhaft zu werden. Obwohl die militärischen Operationen der Briten umfassend angelegt waren, könnte der Fakir von Ipi mit Hilfe der ansässigen Bevölkerung, die ihm Obdach und Unterschlupf gewährte, stets den britischen Verfolgungen entgehen. Der Aufstand der wazirischen Stämme hat sich in letzter Zeit sogar stark ausgedehnt und bei anderen kämpfenden mohammedanischen Stämmen in Nordwestindien, den Maksudi und den Kaderis, Unterstützung gefunden. Ritterkreuz für kühnen Kampfflieger □ Berlin, 7. Oktober. Der Führer verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Reichsmarschall Göring, das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Leutnant Lemke, Feldwebel Mevissen und Oberleutnant Schmitter, alle drei Flugzeugführer in Kampfgeschwadern. Ferner verlieh der Führer das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Oberleutnant v. Bargen, Flugzeugführer und Gruppenadjutant in einem Sturzkampfgeschwader. Agram. Der kroatische Staatsführer hat dem Poglavnik und Landesverteidigungsminister Marschall Kwaternik einen längeren Urlaub aus Gesundheitsrücksichten gewährt. Berlin. Der Ritterkreuzträger Feldwebel Reinert, Flugzeugführer in einem an der Ostfront eingesetzten Jagdgeschwader, errang am 3. Oktober seinen 100. bis 103. Luftsieg. Stockholm. Nach hier vorliegenden Berichten ereigneten sich auch am Sonntag wieder schwere blutfordernde Zusammenstöße in Indien. Die britische Polizei ging erneut mit der Schußzwaffe gegen indische Freiheitsdemonstranten vor. Stockholm. In Brasilien herrscht eine derartige Treibstoffknappheit, daß man dort begonnen hat, die nach Sao Paolo fahrende Eisenbahn mit Baumwolle zu heizen. Leiniiche Fragen im Unterhaus Churchill meint:„Richts überstürzen in so einem bedeutsamen Zeitpunkt“ □ Stockholm, 7. Oktober. Als Churchill im Unterhaus, wie Reuter aus London mitteilt, gefragt wurde, ob die Regierung eine Erklärung zu der Antwort Stalius auf die Fragen eines amerikanischen Jourualisten über die Notwendigkeit einer Zweiten Frout abzugeben habe, erklärte er:„Es ist unn ganz klar, daß keine Erklärung der britischen Regierung außer denen, die bereits abgegeben sind, im Augenblick verlangt wird(!).“ Churchill sagte auch, daß er natürlich die betrefsende Erkkärung gelesen und„darüber nachgedacht habe“. Der Labour=Abgeordnete Bevan fragte:„Ist es nicht Tatsache, daß die Arbeiter in ganz England über das, was der eigentliche Inhalt der Stalin=Erklärung ist, reden? Soll das Unterhaus keine Gelegenheit haben, sich mit ihr zu befassen? Erkennt der Premierminister die sehr ernsthaften Auswirkungen auf die weitere Kriegsführung, die sich daraus ergeben könnten, wenn das Gefühl um sich greift, daß irgendein Mißverständnis zwischen der Sowjetunion und uns besteht? Wird nicht sehr bald Gelegenheit gegeben sein, die Oeffentlichkeit in dieser Angelegenheit aufzuklären?“(Beifall.) Churchill erwiderte:„Ich habe der soeben abgegebenen Erklärung nichts hinzuzufügen.“(!) Der ehemalige Kriegsminister Oliver Stanley meinte, die große Masse des britischen Volkes wisse sehr wohl, was sie auch immer sonst von Churchill halten möge(!), daß er der letzte sei, der gedrängelt zu werden braucht.(Beifall und Gelächter.) Der Labour=Abgeordnete Bellenger sagte: „Wie aus der Erklärung hervorzugehen scheint, bestehen nicht die allerengsten Beziehungen betreffs der Gleichschaltung der Stabsarbeit für politische Zwecke, wie wir auf Grund der Rede des Premierministers nach seiner Rückkehr aus Moskau glauben mußten. Kann er die Versicherung abgeben, daß zwischen den Sowjets und England eine sehr enge Gemeinschaftsarbeit in Führungsangelegenheiten besteht?“ Churchill erwiderte:„Ich habe— wenigstens nicht jetzt aus dem Stegreif— der sorgfältig er„Jetzt kann ich den Strick, den ich für die Nazis gedreht habe, selbst benutzen!“ Karikatur: wogenen Erklärung, die ich zu diesem Thema abgegeben habe, noch weiteres hinzuzufügen, und ich möchte dem Unterhaus dringend raten, in einem Zeitpunkt, der sicherlich bedeutsam ist, diese Angelegenheiten nicht zu überstürzen.“ Der Labour=Abgeordnete Clement Davies meinte, daß seit der Herausgabe der Erklärung Stalins am Sontag in Amerika gewiß außerordentlich viel darüber geredet wurde. Unter dem neuen Aspekt, der durch Stalins in bestimmter Absicht herausgegebenen Erklärung eröffnet wurde, solle Churchill baldigst die Möglichkeit zu einer Debatte in Erwägung ziehen. Churchill erklärte:„Ich werde das Unterhaus auffordern, die Regierung in der von ihr eingenommenen Stellung zu unterstützen.“ Als der Labour=Abgeordnete McLean sich bemühte, auf eine baldige Erklärung zu drängen, und feststellte, daß Churchill nicht einsehe, wie sehr diese Angelegenheit unter den Arbeitern diskutiert werde, schritt der Sprecher ein, um weitere Fragen zu verhindern(!). ausgesprochen habe, klugerweise zu beachten. So z. B. könne man in England nicht daran zweiseln, daß, wie Göring gesagt habe, für das deutsche Volk die Gefahr einer Hungersnot nicht mehr bestehe. Geuf, 7. Oktober. Der gegenwärtigen innerpolitischen Lage in England hängt etwas„häßlich Unwirkliches“ an, stellt der Londoner„Observer“ vom Sonntag im Leitartikel fest. Durch den Burgfrieden der Parteien, schreibt das Blatt, erhalte die Regierung jedesmal, wenn es im Parlament zu einer Vertrauensabstimmung komme, eine gewaltige Mehrheit. Doch glaube niemand, daß in dieser Mehrheit wirklich die Ansicht des überwiegenden Teiles des Volkes zum Ausdruck komme. Berlin, 7. Oktober.„Die USA auf der Suche nach Stahlschrott überschrieb die„Financial News“ kürzlich einen Artikel, in dem sie berichtete, daß der Leiter des amerikanischen Kriegsproduktions. amtes. Donald Relson, die Amerikaner darauf vorbereitet habe, daß man alte Brücken und Eisenbahnstrecken abbauen werde, um die große Nachfrage nach Metallschrott teilweise befriedigen zu können. Buenos Aires, 7. Oktober. In einer in der Zeitung„Razon“ veröffentlichten United=Preß=Meldung aus Washington wird zum ersten Mal zugegeben, daß nach Ansicht von USA. Landwirtschafts. sachverständigen die Zeit für die Achsenmächte arbeite. Das Ackerbaudepartement werde demnächst einen Bericht über die Ernährungslage Europas veröffentlichen. Dieser werde, unterrichteten Kreisen zufolge, den Optimismus der„Alliierten“ wesentlich dämpfen. Dr. Conti sprach in Bielefeld d Bielefeld, 7. Okt. Nach Abschluß einer Inspektionsfahrt durch Westdeutschland, die der Prüfung der Krankenhilfe und besonderer gesundheitlicher Schutzmaßnahmen für die Bevölkerung der luftgefährdeten Gebiete diente, sprach Reichsgesundheitsführer Dr. Conti auf einer Versammlung in Münster und einer Volkskundgebung der NSDAP in der größten Versammlungshalle von Bielefeld. Dr. Conti stellte fest, daß ebenso wie die gesamte Bevölkerung das höchste Maß von Mut, Tapferkeit, Ausdauer und Disziplin gezeigt habe, auch der Gesundheitsdienst in den heimgesuchten Gebieten seine große Bewährungsprobe hervorragend bestanden habe. Siegerehrung in der Milchwirtschaft □ Berlin, 7. Okt. Eine der erstaunlichsten Leistungen des deutschen Landvolks ist die auch im Kriege von Jahr zu Jahr gesteigerte Milchanlieferung. Um diese Leistung besonders zu würdigen, empfing Staatssekretär Backe am 6. Oktober im Reichsernährungsministerium eine aus den Landessiegern ausgewählte Ehrenabordnung von 52 der tüchtigsten Milcherzeuger und Melker aus allen deutschen Gauen. Staatssekretär Backe sprach diesen Bauern und Bäuerinnen, Melkermeistern und Jungbäuerinnen, die auf Betrieben verschiedenster Größe außergewöhnlich hohe Leistungen in der Milcherzeugung und Milchablieferung erzielt haben, seinen Dank aus. Vorsichtshalber Deutsch lernen „Juflations-Dämon“ nicht totzuschlagen! Jüdische Emigranten machen in Rew Vork große Geschäfte-— Flucht in Sachwerte Drahtbericht unseres ständigen Mitarbeiters verschoben hatten, oder die sie mit sich nehmen konnten. Iddon zitiert den Fall eines BalkanDiplomaten, der eine Perlenkette mit nach den USA brachte und dafür 200000 Dollar erzielte, der höchste Preis, der jemals in USA für eine Perlenkette bezahlt worden ist. kb Lissabon, 7. Oktober. Der Inflations=Dämon sei in den USA nicht damit totzuschlagen, daß gegen ihn eine Verfügung erlassen würde, kabelt im Zusammenhang mit dem Ausgang des Streites zwischen Roosevelt und dem Kongreß der englische Journalisten Alistaire Cooke dem Londoner „Daily Herald". Gleichzeitig schildert Don Iddon in der„Daily Mail“ die Flucht aus dem Dollar in die Sachwerte. Auf dem New Yorker Markt für Perlen, Diamanten und alten Oelgemälden seien noch niemals so hohe Preise erzielt worden wie heute. In diesem Geschäft spielen nach den englischen Korrespondenten die europäischen Emigranten, in erster Linie Juden, die Hauptrolle. Der Pariser Rothschild zum Beispiel habe mit dem Clipper einen Kasten voll Diamanten und Perlen für eine Million Dollar mit nach New York gebracht, die jetzt entsprechend den gestiegenen Preisen für ein Mehrfaches dieser Summe versteigert wurden. Ein USA=Bankier schätzte, daß die Emigranten für etwa 5 Milliarden Dollar Wertobjekte in USA eingeführt hätten, die heute bei der Preishausse mehrfach ihren Besitzer wechselten. Diese Feststellung zerstört endgültig das Manöver von den angeblich„armen Emigranten“, die auf der Flucht nichts anderes als ihr „nacktes Leben“ gerettet haben sollen. Es zeigt vielmehr, daß diese jüdischen Flüchtlinge in sehr vielen Fällen nur den Vermögenswerten nachreisten, die sie schon vorher ins Ausland „Tokio kann jeden Luftangriff bestehen“ X Tokio, 7. Oktober.„Tokio kann jeden Luftangriff bestehen“, so faßte der neue, für die Luftverteidigung der Stadt Tokio verantwortliche Generalleutnant Koichi Kokoda seine Beobachtungen über ausgedehnte Luftschutzübungen, die von Montagfrüh bis Dienstagnacht in den wichtigsten Teilen und vor allem im Zentrum der Stadt durchgeführt wurden, zusammen. Berlin. Der Leiter des USA=Marine=Informations=Büros gab die Erklärung ab, daß man bei für die Sowjets bestimmten Geleitzügen mit einem Verlust von 50 v. H. rechnen müsse. Stockholm. Der Mangel an Heizmaterial und Brennstoff in der Sowjetunion nimmt nach Meldungen der sowjetischen Presse und des bolschewistischen Nachrichtendienstes immer größere Ausmaße an. Berlin. Alfred Rosenbergs„Mythus des 20. Jahrhunderts“ hat die Auflagenhöhe von einer Million erreicht. Gebriraschende Siagestandaisse „Tüchtigkeit des deutschen Soldaten“-„Disziplin des deutschen Volkes“ Geuf, 7. Oktober. Die englische politische Zeitschrift„Ninctoenth Century", befaßt sich in einem Artikel ihres Herausgebers mit der militärischen und politischen Kriegführung und kommt dabei zu höchst bemerkenswerten Feststellungen gegenüber der Stärke Deutschlands, die den offiziellen Agitationsthesen durchaus widersprechen. Der Verfasser wendet sich gegen die angeblich in England weitverbreitete Auffassung, daß der Krieg für das Inselreich gewonnen sei, wenn es gelinge, einen etwaigen direkten deutschen Angriff abzuschlagen. „Diese Ansicht scheint uns falsch zu sein,“ heißt es.„Im ersten Weltkrieg zeigten sich die Deutschen so furchtbar in der Defensive wie in der Offensive. Im jetzigen Krieg zeigen der disziplinierte Rückzug der Deutschen auf ihre rückwärtigen Positionen in der Sowjetunion ihre Tapferkeit, Geschicklichkeit und militärische Tüchtigkeit beim Zurückschlagen der von einem an Zahl überlegenen Gegner während eines schrecklichen Winters aufrechtzuerhaltenen Offensive, die kombinierte Stärke und Anpassungsfähigkeit des ganzen deutschen milttärischen, politischen und wirtschaftlichen Eystems von Hitler bis zu dem bescheidensten Blockleiter und die Wiederaufnahme der Offensivoperationen, die mit erneuertem Kampfgeist, neuer Taktik und einem neuen Ziel geführt werden— alle diese Dinge, die jetzt von ungeheuren Siegen auf dem Schlachtfelde gekrönt werden, zeigen eine Leistung die wenige Parallelen in der Geschichte der Menschheit haben kann, eine Leistung, die die Deutschen als Meister der Defensive wie der Offensive erweist.“ „Das größte Hindernis für unseren Sieg,“ so schreibt die englische Zeitschrift weiter,„sind nicht die„Nazis“, sondern die Tüchtigkeit und Tapferkeit der deutschen Soldaten, Seeleute und Flieger und die Disziplin und Tapferkeit des deutschen Volkes.“ Blick in die Feindpresse * Geuf, 7. Oktober.„Die Amerikaner neigen zu der Auffassung, daß es mit Englands Stärke und Herrlichkeit vorbei ist“, gesteht die englische Monatszeitschrift„World Digest“ ihren Lesern in einem Artikel„Was die Amerikaner von den Engländern denken" □ Stockholm, 7. Okt. Wie Reuter aus Washington meldet, prophezeite Senator George, der Vorsitzende des Finanzausschusses des Senats, am Montag die baldige Einführung einer„erdrückenden Steuerlast“ in den USA, die den Lebensstandard in Amerika herabsetzen werde. Madrid, 7. Okt. Wie Reuter aus England meldet, erklärte Minister Harold Butler, daß die vereinigten Nationen eine zweite Front in Europa nur unter Gefahr ungeheurer Mißerfolge errichten können; es sei denn, daß ausreichend Transportschiffe und Luftwaffenverbände zur Verfügung stünden, die die vollständige Luftherrschaft garantierten. Der Minister erklärte weiter, daß England völlig für den totalen Krieg mobilisiert sei. * Gens, 7. Oktober. Die„Daily Mail“ rät den „Alliierten in ihren Leitartikeln vom Montag, die vielen Warnungen, die der Reichsmarschall □ Genf, 7. Oktober. Mehr als 5000 Amerikaner in Großbritannien lernten— wie„Daily Sketsch“ meldet— die deutsche Sprache, um„im entscheidenden Augenblick" als Dolmetscher fungieren zu können. Dieser„entscheidende Augenblick“ dürfte sich im Gefangenenlager einstellen, wo Dolmetscher immer gern gesehen werden. Tokio. Trotz der schändlichen Behandlung der internierten Japaner durch die Engländer, so erklärte der Sprecher der Regierung vor der Auslandspresse, werde Japan keine Gegenmaßnahmen ergreifen. Rom. Italienische Flugzeuge bombardierten die Flugplätze von Miccaba und Halfar. Madrid. Am Dienstag morgen wurde erneut der Absturz eines britischen Bombers über Gibraltar gemeldet. Tokio. Japans diesjährige Reisernte wird nach einer offiziellen Angabe auf Grund von Schätzungen am 20. 9. mit rund 67,3 Millionen Koku, das sind über zwei Mililonen Koku mehr als der Durchschnittvertrag der Jahre 1935 bis 39 angegeben. Berlin. Der Führer hat den Staatosekretär im Reichsverkehrsministerium, Dr. ing. Ganzenmüller, zum Präsidenten des Reichs. prüfungsamtes für höhere bautechnische Verwaltungsbeamte in Berlin ernannt. Berlin. Reichsminister Dr. Goebbels hat dem Vizepräsidenten der Deutschen Akademie Staatsrat Dr. Emil Georg von Stauß, zur Vollendung des 65. Lebensjahres seine herzlichsten Glückwünsche übermittelt. Tokio. Am 11. Oktober wird der Passagierverkehr durch den neuerbauten Unterseetunnel eröffnet, der die Städte Shimonoseki sowie Moji und damit die Inseln Honahiu und Kiushin verbindet. „Maria Stuart“ in Bochum neuinszeniert Für gewöhnlich behält Professor Dr. Saladin Schmitt die Klassiker sich vor, diesmal aber hatte er die Neuinszenierung der „Maria Stuart“— die vierte seit Bestehen des Hauses— Willi Busch anvertraut, der Schillers Werk in sicherem Formgefühl und strenger Klarheit herausbrachte als Staats= und Charakterdrama, in dem sich das Politische vom Privaten und der Kampf der Leidenschaften sich vom Kampf der Argumente klar absetzte. Die Deutung der menschlich=charakterlichen Verflechtungen ging sowohl von Maria wie von der Elisabeth aus, für die die Bochumer Bühne zurzeit glücklicherweise zwei hervorragende Darstellerinnen einsetzen kann. Heidi Kuhlmann spielte das Eifernde der Maria mit einer Würde der Leidenschaft, die das Pathetische völlig umschmelzt, mit allem menschlichen Glanz der Stille und Verklärung. Sie war eine leidenschaftliche Dialektikerin und souveräne Verteidigerin ihrer königlichen Rechte, überwältigend in dem Ausbruch verletzten Stolzes gegen Elisabeth, erschütternd in der demütigen Größe der Buße und Entsagung in der Abschiedsszene. Ihre Partnerin war Leonore Fein die die Elisabeth nicht so sehr als Bösewicht spielte, sondern als Frau, deren starres und hartes Handeln über alle eigensüchtigen Beweggründe hinaus doch einem Staatsprinzip Folge leisten muß, und die in der letzten Einsamkeit von allen Verlassenen erst die Kraft der wirklichen Herrscherin empfängt. Den Mortimer verkörperte der junge Horst Bäker der mit stürmischem Pathos in der rasenden Besessenheit des Jünglings stark beeindruckte, leider aber seinen Ausdruck übersteigerte und eine Tonstärke anschlug, die den dynamischen Aufbau anderer Szenen ins Wanken brachte; so wurde die Unterredung mit Leicester in einem Tone geführt, daß alle Wachen des Palastes sie hören mußten, damit war die Geheimhaltung der Verschwörung unglaubhaft, aber auch die dramaturgische Kom. xosition gestört, da doch auf dem Geheimnis dieses Zwiegesprächs Leicesters verschlagenes Doppelspiel beruht. Den verschlagenen, aalglatten Günstling gestaltete Friedrich Mahnert als Kerl, bei dem Ehrgeiz und Trieb in hartem Kampfe stehen. Gerhard Meinecke war ein strenger, eiserner Purttaner und Staatsmann, ein unerbittlicher Verfechter der symbolischen Gewalt der Krone, hart und überlegen äußerlich kühl und innerlich glühend. Walter Brandt gab dem Talbot die Wärme des redlichen Herzens. Von den vier Hauptakzenten Elisabeth=Burleigh und MariaMortimer erhielt die Aufführung, die auch bis in die Episoden ausgespielt wurde ihr bestimmendes Gesicht. Das ausverkaufte Haus gab seiner Anerkennung mit starkem Beifall und zahlreichen Vorhängen begeisterten Ausdruck. Peter Schiffers. Wie hören im RündLunie: Mittwoch. Reichsprogramm: Bunte Konzertstunde von 12,45 bis 14 Uhr, darunter ein Konzert für vier Violinen und Orchester von Louis Maurer. Von 16 bis 17 Uhr unterhaltsame Sendung neuerer Konzertmusik mit Werken von Leinz Grimm, Hans Lang, Gerhard Maaz u. a. Filmmusik„Der Wille zum Licht“ in der Filmmusiksendung von 18 bis 18,30 Uhr. Von 20.20 bis 21 Uhr musikalische Reise durch Deutschland die Heimatklänge verschiedener Gaue in abwechslungsreicher Ausführung verspricht. Deutschlandsender: Konzertwerk von Thuille, Weber, Reger und die Tanzsuite von Clemens von Franckenstein von 17,15 bis 18.30 Uhr. Von 20.15 bis 21,15 Uhr Ausschnitte aus seche Verdi=Opern Kurzweilige Klassikerstunde Werke von Strauß. Schumann, Läwe, Mozart von 21.15 bie 20 Uhn. Aus der Heimat Castrop=Rauxel, 7. Oktober Der Führer sprach: „Wenn aber in diesem gewaltigsten Ringen aller Zeiten der deutsche Soldat unter kaum vorstellbaren Entbehrungen im Kampfe seine schweren Opfer bringt, dann ist die Heimat in diesem Jahr noch mehr verpflichtet, auch das Höchste an ihren Opfern zu geben. Selbst dann wird sie nur einen Bruchteil von dem leisten, was unsere Wehrmacht zu Lande, zur See und in der Luft vollbringt!“ Am 11. Oktober ist der zweite Opfersonntag des Kriegswinterhilfswerks. Zeigen wir dann alle, daß wir den Führer richtig verstanden haben und gewillt sind, nach seinen Worten zu handeln. Millionen fliegen zum Schornstein hinaus Millionen fliegen zum Schornstein hinaus? Aber doch heute nicht mehr, wo wir durch den Krieg gelernt haben, mit allem und jedem sparsam zu sein, nichts umkommen zu lassen und alles der Wiederverwertung zuzuführen, was nur irgend geeignet ist. Und doch— es ist auch heute noch so, daß Millionen buchstäblich zum Schornstein hinausfliegen, denn unsere Hausfrauen sind in der sorglosen Verwendung von Altpapier nach wie vor recht großzügig. Nicht nur, daß alte Zeitungen, Zeitschriften und andere Makulatur nicht sorgsam, genug gesammelt und zur Abholung bereitgehalten werden, es ist vor allem die alte liebe und anscheinend unerläßliche Gewohnheit noch nicht ausgerottet, unter großer Verschwendung von Altpapier das tägliche Herdfeuer anzumachen. „Wegen solch bißchen Papier“, sagt manche Hausfrau. Und doch kommt diesem Bißchen entscheidende Bedeutung zu. Denn, liebe Leserin, wenn jede Hausfrau in Deutschland bei— sagen wir— rund 20 Millionen Haushaltungen täglich nur 30 Gramm Papier zum Feueranmachen verwendet, so heißt das, im Jahresdurchschnitt über 21,6 Millionen Kilogramm buchstäblich zum Schornstein hinausgefeuert zu haben. Da 1000 Kilogramm Altpapier einer Holzmenge von 3,3 Raummetern entsprechen, so gehen uns auf diese feueranmachende Weise jährlich mehrere hunderttausende Raummeter Holz verloren, um die der deutsche Wald verkleinert werden muß. Das kann und muß verhindert werden. Deshalb wird in diesen Tagen im Gau Westfalen=Süd eine Altpapier=Stoßaktion durchgeführt, die allein unseren Haushaltungen gilt. Wenn schon mit Papier das Feuer angemacht werden muß, dann nehmen wir hierzu nur ein oder zwei verschmutzte Bogen. Auf diese Weise können wir ganze Stöße sauberen Altpapiers zur Sammlung geben, die diesmal von der HitlerJugend durchgeführt wird. Auch kleinste Mengen sind willkommen, denn: Viel Wenig machen ein Viel! Der Garten im Oktober Für den Kleingärtner gibt es im Oktober noch eine Fülle von Arbeit. Der Gemüsegarten wird umgegraben, die frischen Schollen liegen gelassen und Dung die Beete mit Spinat und Rapünzchen gedeckt werden, Möhren, Kohl, Kohlrabi läßt man möglichst lange draußen. Gefrier= und Rosenkohl können ganz im Freien bleiben. Schnittlauch und Petersilie werden für den Winter in Töpfe gepflanzt. Die Erdbeerbeete sind dankbar für eine Decke aus kurzem Pferdemist. Wer seine Obstbäume liebt, gräbt jetzt die Baumscheiben auf, düngt tüchtig, kratzt die alten Stämme ab, kalkt sie, legt Raupenleimgürtel gegen den Frostspanner um, nimmt nach dem Laubabfall den Schnitt und evtl. die weitere Ungezieferbekämpfung(Spritzen) vor. Und dann: das Wasserzulaßrohr abstellen und den Wasserrest ablassen, Gartengeräte reinigen und fetten und so allmählich den Garten, der uns soviel Freude bereitet hat, auf die Winterruhe vorbereiten. Das ist die Pflicht eines jeden Kleingärtners gegen sein teures Stückchen Erde. „In den Dsrwins hrer die Zahnen! Dipl.=Ing. Gesell über„Wehrhafte Wirtschaft im Großdeutschen Ostraum“ Am gestrigen Nachmittag setzte die NSG.„Kraft durch Freude“ ihre Bildungsarbeit, die sie auf Veranlassung des Direktors Dr. Klemm für die Gefolgschaft der Gesellschaft für Teerverweitung aufnahm, mit einem recht interessanten und aufschlußreichen, dazu zeitnahen Vortrag, fort. Man hatte sich dazu Dipl.=Ing. Heinrich Gesell=Berlin verschrieben, der sich seiner Aufgabe, über das Thema„Wehrhafte Wirtschaft im Großdeutschen Ostraum" zu sprechen, in der besten Weise entledigte. Die Feierstunde, die den Vortrag umrahmte, wurde von Obmann Sasse mit herzlichen Grußworten eröffnet. Anschließend bot Gefolgschaftsleiter Dr. Klemm einen mitreißenden Ueberblick über die vollen Erfolge, die von der deutschen Wehrmacht, hinter der das ganze deutsche Volk als granitene Heimatfront steht, an allen Fronten zu Lande, zu Wasser und in der Luft errungen wurden. Nachdem er in diesem Zusammenhang auch noch auf die Rede des Führers und seiner Paladine Goebbels, Göring sowie des Reichsaußenministers von Ribbentrop verwiesen hatte und einiges aus ihnen zurückrief, gab er dem Redner Dipl.= Ing. Heinrich Gesell das Wort zu Ausführungen, denen die ganze Gefolgschaft mit der größten Aufmerksamkeit und in atemloser Spannung lauschte. Ausgehend vom heldenhaften, aber durch Verrat und Uneinigkeit schließlich doch nach großen Erfolgen scheiternden Kampf des deutschen Ritterordens, kurz rückblickend auf die germanische Ur= und Frühgeschichte des Landes bis zur Weichsel und weiter die geschichtliche Entwicklung der Folgezeit durchwandernd, legte der Redner dar, daß wir berechtigt sind, von einem großdeutschen Raum im Osten aus deren Recht des Blutes, der Geschichte und der überlegenen Kultur und Wirtschaft zu sprechen. Eine mehr als drei Jahrtausende alte Geschichte, die in der Rückeroberung und Erweiterung der Gebiete unter der Führung Adolf Hitlers im Zeichen der Hakenkreuzfahne ihre Krönung findet, gibt uns das Recht, eben in der Gegenwart, als uns Deutschen der durch Versailles beschnittene Lebensraum zu eng wurde, wieder wie schon einmal die Losung zu geben„Naer Oostland willen wyryden!“ Während sich die großen Ereignisse des elften JahrUeberschüsse erzielt werden, die dem Hilfswerk„Mus. Verfügung gestellt wurden. ter und Kind zur Verjugung„steul würden. T. RSV kauft Läuferschweine von 40 bis 60 Kilo und mästet die Tiere, je nach Beschaffeheit und Lage, bis auf 150—180 Kilo. Die schlachtreifen Schweine werden den örtlichen Viehmärkten zur Verfügung gestellt. Im Gau Westfalen=Süd wurden in den Gemeinden Altena, Lüdenscheid, Lüdenscheid=Land, Bochum, Unna, Lünen, Castrop=Rauxel, Herne, Dortmund, Hagen, Wetter, Hattingen, Iserlohn, Stadt und Kreis Siegen, Wattenscheid und Witten Mästereibetriebe gebaut. Die Städte Soest, Lippstadt und Hamm pachteten zwei Betriebe mit denen insgesamt im Gau Westfalen=Süd 18 Schweinemastanstatten vorhanden sind. in denen jährlich bis zu 7000 Schweine aufgestallt werden können. Die Aufstallung von 7000 Läuferschweinen entspricht einer jährlichen Mast von 10 000 Schweinen aus Küchenabfällen. Damit ist der Gau Westfalen=Süd zu etwa 60 Prozent erfaßt. Zu erwähnen verdient, daß das Ernährungshilfswerk auch im Kriege noch stark ausgebaut werden konnte; denn bei Ausbruch des Krieges war erst die Möglichkeit einer Aufstallung von rund 4000 Tieren vorhanden. Aufstallungsmöglichkeiten für weitere 3000 Tiere wurden also in den Kriegsjahren geschaffen. Wenn zurzeit auch keine weiteren Mastanstalten gebaut werden können, so wird die Erfassung der Küchenabfälle doch weiter ausgebaut. Wo anfallende Küchenabfälle den Bedarf übersteigen, werden sie der Landwirtschaft zur Verfügung gestellt. Ein neuer Kaninchendiebstahl Am 3. 10. 1942 wurde nach Durchschneiden Maschendrahts aus dem Kaninchenstall des Grundstücks Wüstenkamp 8 ein Chinchilla=Kaninchen im Werte von 25.— RM gestohlen. Wer kann der Polizei geeignete Mitteilungen machen? Zweimaliger Birnendiebstahl Nachdem in der Nacht zum 24. 9. aus einem Garten des Grundstücks Heerstraße 17 nach Beschädigung eines Birnbaumes bereits etwa 20—30 Pfund Birnen gestohlen worden waren, sind in der Nacht zum 1. 10. wiederum etwa 15—20 Pfund entwendet worden. Der entstandene Schaden beträgt etwa 40—50 RM. Angaben, die zur Ermittlung des Täters führen können, erbittet die Kriminalpolizei oder jede andere Polizeidienststelle. Die hunderts wie gewaltige Gewitter über Deutschland und Italien entluden, die der Kampf zwischen der weltlichen und geistlichen Gewalt, zwischen Kaiser und Fürsten heraufbeschwor, vollzog sich in Deutschland ganz unbemerkt eine andere bedeutsame Veränderung. Die Bevölkerung vervielfältigte sich hinter den Staumauern der Reichsgrenzen, bis dann der Tag kam, an dem diese Mauer zersprengt wurde und sich das„Volk ohne Raum“ in den weiten Ostraum ergoß. Ueber die Städtegründungen, von denen die Danzigs besonders geschildert wurde, die auf und ab wogenden Kämpfe mit dem Slaventum und die Bildung des polnischen Korridors als vergiftender Pfeil im deutschen Boden hinweg, wurde dargelegt, wie heute wieder gerade so wie damals das Mehr an Nahrung, das nötig ist, um den Hunger der so reich gewordenen Esser zu stillen, und der fühlbarer und fühlbarer werdende Mangel an Rohstoffen in Gemeinschaft mit dem freventlichen Widerspiel der Feindmächte den Deutschen naturnotwendig nach dem historischen großdeutschen Ostraum verwiesen:„In den Ostwind hebt die Fahnen!“ mahnt ein Lied des Dichters Hans Baumann, mit dem der Redner seine beifällig aufgenommenen Ausführungen schloß, nachdem er noch den volks= und wehrwirtschaftlichen Wert der Bodenschätze und Industrien des von unseren Truppen nach ruhmreichen Siegen von beispiellosem Ausmaß besetzten Landes, insbesondere des wiedergewonnenen oberschlesischen, der Lodzer, der russischen und ukrainischen Industriegebiete wie auch der weiten landwirtschaftlich zu nutzenden Gebiete hinwies. Er gedachte dabei auch der Tat des Bauernführers Ritter, der mit Pflug und Schwert sich so für die deutschen Belange im Ostraum einsetzte, daß er vom Führer am Erntedanktag 1942 besonders ausgezeichnet wurde. Bauernführer Ritter müßte beispielhaft für die deutschen Ostsiedler sein. Nur junge, tüchtige Leute aus dem Altreich, die das Zeug zum Führer in sich haben, können im großdeutschen Ostraum zum Einsatz kommen.„„ Schlut Nachdem der große Beifau, der dem Schluß der Rede folgte, verschallte, schloß Obmann Sasse den Betriebsappell nach Dankesworten an den Redner mit der Führerehrung. 10 000 Schweine aus Aofadlen Die jährliche Mast des EhW im Gau Westsalen=Süd Seit einiger Zeit fahren in neun Städten im Gau Westfalen=Süd, und zwar in Altena, Hamm, Unna, Dortmund, Hagen, Hattingen, Soest, Wattenscheid und Witten, die großen Wagen der Städtischen Müllabfuhr mit Anhängern, auf deren Außenwand neben den Buchstaben EHW ein wohlgemästetes Schweinchen aufgemalt ist. Das sieht recht lustig aus, und in jeder Straße drehen sich mindestens ein halbes Dutzend Leute schmunzelnd nach diesen vorerst im Stadtbild noch ungewohnten Fuhren um. Die NSV hat einen neuen Weg in der Erfassung der Küchenabfälle beschritten. Während bisher in den meisten Städten und Gemeinden die Sammlungen von Küchenabfällen mit Hilfe von Schulkindern, Hitler=Jugend und Sozialrentnern durchgeführt wurden, bei denen Handkarren, Elektrokarren und Lastkraftwagen verwendet wurden, ist die NSV jetzt dazu übergegangen, mit der Städtischen Müllabfuhr auch die Küchenabfälle einzusammeln. Diese Sammlung des EHW, die demnächst auch in den Städten Bochum, Herne und Schwelm erfolgt, hat sich bestens bewährt. Bahnbrechend auf diesem Gebiet war die Stadt Hagen, deren Oberbürgermeister, Stellv. Gauleiter Vetter, sich sofort bereit erklärte, auf diese Weise das Ernährungshilfswerk der NSV zu unterstützen. In Hagen wurden allein im September 6229.70 Zentner Küchenabfälle mit der Städtischen Müllabfuhr gesammelt und der Schweinemast zugeführt. Das macht für jeden Arbeitstag eine Menge von 240 Zentner Küchenaufällen aus, die sonst in den Müll wandern, die aber heute für die Schweine in den Einrichtungen des EHW unentbehrlich sind. 240 Zentner Küchenabfälle entsprechen in der Schweinemast 160 Zentner Kartoffeln. Die Umstellung der Küchenabfall=Sammlung des EHW, die in dieser Form in allen Städten des Gaues Westfalen=Süd angestrebt wird, ermöglicht eine bessere und erfolgreiche Mast und, sobald die kriegsbedingten Schwierigkeiten(Bauverbot usw.) nicht mehr vorliegen, auch einen weiteren Ausbau der Schweinemastanstalten. Dabei ist das EHW, das im Jahre 1937 begonnen wurde, auch bisher schon recht erfolgreich gewesen. Als im Rahmen des Vierjahresplanes die NSV den Auftrag erhielt, Küchenabfälle aus Haushaltungen und gewerblichen Betrieben zu sammeln und zur Schweinemast zu verarbeiten, wurde dieser Auftrag auch im Gau Westfalen=Süd mit der nötigen Tatkraft übernommen. Die erforderlichen Einrichtungen wurden erstellt und die Vorbereitungen getroffen, um zunächst wenigstens in den größeren Städten die Küchenabfälle aus Haushaltungen und gewerblichen Betrieben zu sammeln. Auch die wirtschaftliche Bedeutung dieses Hilfswerkes ist nicht zu unterschätzen. So konnten, wenn auch nicht in allen Anstalten, bald Aus der Bewegung NSDAP.=Ortsgruppe Süd Am heutigen Mittwoch, 7. 10., 19.30 Uhr, Dienstbereichsappell im Saale Haller, an dem Ortsgruppenstab, alle Zellen= und Blockleiter sowie die Führer der Gliederungen und angeschlossenen Verbände mit ihren Mitarbeiterstäben und die Walterinnen und Walter der NSV und DAF teilzunehmen haben. NSDAP.=Ortsgruppe Rauxel Heute, Mittwoch, den 7. 10., um 19 Uhr Führerbesprechung in der Hoheitsdienststelle; 19.30 Uhr Dienstappell für alle Politischen Leiter, Walter und Warte der Gliederungen und angeschlossenen Verbände. NSDAP.=Ortsgruppe Habinghorst Am Donnerstag, dem 8. Oktober, 19.30 Uhr. Dienstappell der NSDAP Habinghorst in der Gaststätte Budde. Teilzustehmen haben alle Zellen= und Blockleiter, Ortsgruppenstab, Walter und Warte der NSV und DAF, Zellen= und Blockfrauen, Stab der NS.= Frauenschaft, Führer der H3 und des BdM sowie die Betriebsobmänner. NS.=Frauenschaft— Deutsches Frauenwerk Castrop=Rauxel=Süd Der Gemeinschaftsnachmittag der Ortsgruppe Süd findet am heutigen Mittwoch um 17 Uhr bei Haller am Markt statt. Es spricht die Kreisabteilungsleiterin über ein zeitgemäßes Thema. Alle Mitglieder, auch Nichtmitglieder, werden hierzu herzlichst eingeladen. Das Erscheinen aller Amtswalterinnen ist Pflicht. Ein Aczt muß schweigen ROMAN VON KARL UNSELT Cepyright dy Verlag Knorr& Hirth Kommanditgej. München 1939 59. Fortsetzung Da Yorand befürchtete, Beate oder Lisa könnten draußen hören, daß von Riffarth die Rede war, entschloß er sich, einen Brief zu schreiben und den Professor darin dann zugleich auf den möglichen Besuch rnelias vorzubereiten, obwohl er nicht annahm, daß Hottenroth ihr Auskunft über Riffarths Zustand geben würde. Ueberhaupt Cornelia— das war eine sonderbare Sache mit ihr. Wenn er an sie dachte, dann überkam ihn manchmal ein Gefühl einer Sehnsucht nach etwas, was er nicht auszudrücken vermochte. Er ahnte nur dunkel, daß es abenteuerlich und waghalsig sein müßte. Aber wenn er sie sah oder sie nur reden hörte, war dieses Gefühl plötzlich wie ausgelöscht und er konnte sich nicht einmal vorstellen, daß zwischen ihnen jemals auch nur die leiseste Verbindung bestanden hatte, so sehr war er jedesmal ernüchtert und eigentlich sogar enttäuscht. Wie anders aber war es mit Lisa! Bei ihr empfand er weder abenteuerliche Sehnsucht noch Enttäuschung. Es war um sie etwas von der Selbstverständlichkeit einer Mutter, die gab und gab und nie nahm. Deshalb erweckte sie in einem auch dauernd nur zwei Gefühle: man fühlte sich verpflichtet, ihr entweder etwas abzubitten oder für etwas zu danken. Diese Gefühle waren lästig und beschämend, selbst schon der Gedanke daran, und deshalb schob er sie beiseite und begann an Professor Hottenroth zu schreiben. Aber bevor er die Anrede schrieb, schoß es ihm flüchtig durch den Kopf: Trotzdem würde ich sie doch vermissen, wenn sie einmal nicht mehr da wäre.— mehr als Cornelia.— Als er dann später den Brief in den Kasten warf, klang der dumpfe Aufschlag unwiderruflich, wie wenn eine Tür ins Schloß gefallen wäre. Dahinter stand dunkel und ungewiß die endgültige Entscheidung über das Leben und Glück zweier Menschen. * Am Morgen erschien Eversbach auf seinem Wege zum Amtsgericht im Haus am Berge und teilte Horand mit, daß der Amtsgerichtsrat nach dem Geständnis Düsterdieks Riffarth heute vormittag entlassen müsse. Jn 4tm* „Ich mache mir Sorge um ihn, nachbem Sie gestern sagten, daß die Freiheit für ihn gefährlich sei.“ Horand sah zum Fenster, hinter dem die Bäume unter den Stößen eines brausenden Herbststurmes schwankten.„Ich werde mich um ihn kümmern“, sagte er nach einer Weile.„Vorläufig brauchen wir uns wohl keine Sorge zu machen. Wissen Sie die Stunde seiner Entlassung?" „Vielleicht ist er es schon. Ich kann ja mal anrufen.“ Er wählte die Nummer des Amtsgerichts und ließ sich mit dem Amtsgerichtsrat verbinden. Es dauerte eine Weile, und als dieser sich meldete, trat Beate gerade mit zwei reinen Handtüchern ins Zimmer. Sie nickte Eversbach zu und hängte die Tucher neben dem Waschbecken auf. „So? Er wird gerade entlassen“, hörte sie den Anwalt sagen, fuhr herum und sah ihren Bruder an. „Robert?“ Horand nickte. „Dann will ich ihn abholen.“ Nach kurzem Ueberlegen wandte sich Horand an Eversbach:„Wir fahren zusammen hinauf.“ Wenig später brachte Heini die drei wortlosen Menschen zum Schloß. Als sie das Gefängnis betraten, kam ihnen Riffarth entgegen. Er sah hohlwangig und übermüdet aus. Ein krampfhaftes Lächeln verzog seine Lippen, während er langsam näher kam. Dann sagte er laut und in einem übertriebenen scherzhaften Ton:„Es war nichts mit dem Erholungsurlaub. Ich hätte mich gern auch mal ein bißchen auf die faule Haut gesetzt.“ „Für einen Landwirt ist das jetzt nicht die richtige Zeit", erwiderte Horand. „Sie haben recht“, sagte Riffarth, der nun vor Beate stand, und nickte ihm verstehend zu. Dann reichte er ihr zögernd die Hand. „Ich freue mich, daß du wieder frei bist.“ Sie sah zu ihm auf. In ihren Augen war ein warmer Glanz. Eversbach, der fühlte, daß er hier überflüssig war, verabschiedete sich.„Uebernehmen Sie Düsterdieks Verteidigung“, bat ihn Riffarth.„Die Kosten werde ich bezahlen. Er ist ein anständiger Mensch und tut mir wirklich leid.“ Eversbach versprach, Düsterdiek sofort in seiner Zelle aufzusuchen, und ging davon. „Wie geht es Wedekind?“ fragte Riffarth, als sie im Wagen saßen. „Er hat die Nacht durch geschlafen. Ich glaube, er ist über den Berg.“ „Gott sei Dank!“ Beate nahm seine Hand und preßte sie fest.„Es wird nun doch alles wieder gut", flüsterte sie.—— Der Wagen fuhr in den Hof ein, und als er vor dem Hauseingang hielt, stürzte Troll mit lautem Gebell heraus. Dann blieb er wie angewurzelt stehen, legte die spitzen Ohren nach vorn und starrte zu dem Wagenfenster. Riffarth stieg langsam aus. In diesem Augenblick flog Troll gegen ihn und drückte ihn an den Wagen. Das Bellen ging in ein Geheul über, das wie ein Weinen der Freude klang. „Ja, Troll— ich bin ja wieder da.— Nun laß mich doch mal los.“ Er streichelte den Kopf des Hundes und versuchte, ihn zu beruhigen. Aber es gelang ihm nicht. Erst als Horand und Beate zu Riffarth traten, ließ er von ihm ab, beschnupperte die beiden und rannte plötzlich in übermütigen Sprüngen um den ganzen Hof, so daß die Hühner und Enten erschreckt auseinanderstoben. Horand bemerkte den wehmütig versonnenen Blick, mit dem Riffarth Troll folgte, und sah, wie es in seinem harten Gesicht zu arbeiten begann. Die Wiedersehensfreude des Hundes, seines einzigen Kameraden in der einsamen Zeit der Enttäuschung und Verbitterung, mochte ihn an den unstillbaren Schmerz des endgültigen Abschieds erinnern und drohte seine Fassung zu erschüttern, die er bis jetzt so tapfer bewahrt hatte. Beate legte ihre Hand auf Riffarths Arm.„Als ich das letztemal hier war“, sagte sie mit zaghafter, verhaltener Freude,„sah es anders aus. Du hast inzwischen viel geschafft, Robert. Vielleicht wärst du ohne die schwere Prüfung nicht so schnell vorangekommen. Ist es nicht so?“ Riffarth nickte abwesend. Er wollte dann etwas sagen, aber ein Hustenanfall hinderte ihn daran. Horand sah über den Hof und Beate preßte die Lippen aufeinander, weil sie fürchtete, weinen zu müssen. „Ich müßte doch mal was gegen den blöden Husten tun", sagte Riffarth mit heiserer Stimme und warf einen verstohlenen Blick auf Beate.„Wollen wir nicht reingehen?" „Aber nur einen Augenblick. Ich kann ja Wedekind und die Praxis nicht so lange allein lassen.“ Sie wandte sich ab und ging mit gesenktem Kopf zu dem roten Backsteinhaus. Da Horand anscheinend noch Heini irgendwelche Anweisungen gab, wartete Riffarth auf ihn. Erst als Beate in das Haustor trat, folgte er ihr mit Horand nach. „Das kann ich nicht lange ertragen“, stieß er nach wenigen Schritten heftig hervor.„Ich muß hier weg.“ „Sie müssen noch ein paar Tage aushalten“, sagte Horand hart und beinahe heftig. „Wollen Sie denn jetzt in Lutterode bleiben?" fragte Riffarth, einer vagen Hoffnung nachgebend. Horand warf den Kopf zur Seite und blickte ihn eine Sekunde sinnend an.„Sie meinen, wir sollten geben?“. „Sie hatten doch einmal die Absicht“, sagte Riffarth verlegen.„Es fällt mir so schwer, mich von dem Hof zu trennen.“ „Ich will es mir überlegen“, erwiderte Horand nach einer Weile leise. Er sah sich durch diese Frage plötzlich vor eine Entscheidung gestellt, an die er im Drange der Ereignisse gar nicht mehr gedacht hatte, die aber morgen oder übermorgen oder noch später oder noch früher sowieso an ihn herantreten wurde. „Ueberlegen Sie es sich nicht lange“, hörte er Riffarth in einem bittenden Tone sagen. „Bis morgen werde ich mir darüber klar sein“, entschied er sich kurz.„Sie müssen mir aber versprechen, bis dahin nichts Unbesonnenes zu tun. Denken Sie nicht nur an sich, sondern auch an Beate.“ „Ich denke ja nur an sie“, flüsterte Riffarth hastig, denn sie hatten das Haus erreicht. In der kühlen unwohnlichen Stube ließen sich Beate und Horand auf den angebotenen Stühlen nieder, während Riffarth aus einem Wandschrank eine Flasche Portwein nahm und drei kleine Gläser, die nicht zueinander paßten, auf den Tisch stellte. Seine Hand zitterte ein wenig, als er den Wein eingoß. Dann erhob er sein Glas und sah Beate fest an.„Auf dein Wohl!“ „Nein, auf unser aller Glück wollen wir trinken.“ Sie stand auf und trat zu ihm. Ueber ihrem Gesicht lag ein feierlicher Ernst. Die Gläser stießen aneinander, aber sie gaben keinen Klang. Dann tranken sie langsam, ohne sich anzusehen.„Und nun“, sagte Beate mit einem kleinen, tapferen Lächeln,„müßt ihr beide noch anstoßen und du zueinander sagen. Das gehört sich so. Die beiden Männer sahen sich fest in die Augen, nickten sich zu, tranken in einem Zuge die Gläser teer und gaben sich wortlos die Hand. „Wir wollen jetzt gehen“, sagte Horand, nachdem er sein Glas auf den Tisch gestellt hatte, und sah auf die Uhr.„Ich muß nach Groß=Götzendorf. Auf Wiedersehen, Robert.“ „Auf Wiedersehen, Ernst.“ Als Riffarth Beate seine Hand reichen wollte, warf sie plötzlich ihre Arme um seinen Hals und preßte ihre Lippen auf seinen Mund. Ihre Schultern bebten unter dem haltlos ausbrechenden Schluchzen. Horand wandte sich um und verließ das Zimmer. Der Hof verschwamm vor seinen Augen. Er sah, wie Heini die Türen seines Wagens öffnete und ging schneller, um der Trübsal hinter sich zu entrinnen, die kein Mensch und kein Arzt ändern konnte. Als er Beates Schritte hinter sich vernahm, faßte er seine ganze Kraft zusammen, um Kleinmut und Hoffnungslosigkeit aus seinem Gesicht zu verbannen. Er stieg in den Wagen. Beate ließ sich hinter ihm nieder. Ihre Augen waren start und sahen in die Ferne. Fortsetzung folgt. Uebernahme des Nachwuchses in die## Im Schulungsraum der Hoheitsdienststelle Rauxel fand am Sonntag in einer Feierstunde die Aufnahme des Nachwuchses aus der HI in den 3.=Sturm „August Pfaff“ statt. Unter den aus diesem Anlaß erschienenen Ehrengästen sah man Ortsgruppenleiter Stecker mit den Politischen Leitern,#Untersturmführer Dallwig,=Streifendienstführer Rösler, Polizeileutnant Meinhold sowie Vertreterinnen der NS.=Frauenschaft. Stammführer Adolf Schach widmete den aus der HJ ausscheidenden Hitlerjungen herzliche Abschiedsworte. Sturmhauptführer Mückenheim hieß den Nachwuchs in seiner Formation willkommen. Nach Darstellung der Entstehung und der Geschichte der forderte er die Jungen auf, die Tradition hochzuhalten und allezeit aufrichtige und wackere Gefolgsmänner des Führers und Bannerträger seiner Bewegung in vorderster Linie zu sein. Nach einem kurzen Dankwort an die HJ=Führer für die an der Erziehung des Nachwuchses verwandte Mühe erfolgte die feierliche Verpflichtung durch Handschlag. Umrahmt wurden die Ansprachen durch musikalische Darbietungen des Pg. Rombeck. Zusätzliche Lazarettbetrenung durch die Partei Der Führer hat ungeordnet, daß durch die Partei (NSV) die zusätzliche Betreuung der Verwundeten in Lazaretten und Verwundetentransporten aller Art so frühzeitig wie möglich einsetzt. Im Einvernehmen mit der Parteikanzlei hat das OKW zur Durchführung dieser Anordnung Bestimmungen erlassen. Danach erstreckt sich die zusätzliche Betrenung u. a. auf die Übermittlung von Liebesgaben an Verwundete in Lazaretten und auf Bahnhöfen auf die Benachrichtigung und Uebermittlung von Wünschen an die Angehörigen, auf die Sicherstellung von Papieren für zum Besuch kommende Angehörige, soweit das Gebiet für Besuchsreisen zugelassen ist, für die Beratung der Lazarettinsassen im Hinblick auf häusliche und auf Familienverhältnisse, ferner auf die Berufsberatung und Betreuung der Verwundeten im Einvernehmen mit den zuständigen Wehrmachtstellen. Expreßgutverkehr einschränken! Durch das starke Aufkommen der Obst= und Gemüsesendungen hat der Expreßgutverkehr der Reichsbahn erheblich an Umfang zugenommen. Um eine reibungslose Abwicklung sicherzustellen, müssen diejenigen Güter vom Expreßgutverkehr fortgehalten werden, für die nicht die Voraussetzungen für die Beförderung als Expreßgut bestehen. Hierzu rechnen auch solche Güter, die zum Expreßgut abgewandert sind, als die Beförderungsmöglichkeiten für Eil- und Frachtstückgut durch die Kontingentierung des Wagenraums und die Beförderungssperren der Reichsbahn eingeschränkt werden mußten. Der Bedarf an Laderaum für Eil= und Frachtstückgut kann auf Grund besserer Wagenstellungsverhältnisse seit geraumer Zeit wieder voll befriedigt werden. Für Güter wie Kunstdärme, Gummiwaren, Ofenteile sowie Lacke, Farben und andere Güter ist ein Bedürfnis zur Abfertigung als Expreßgut nicht mehr anzuerkennen. Auch sonst gibt es noch eine Reihe von Gütern, die nach ihrer Dringlichkeit, ihrem Gewicht, ihrer Größe, ihrer Verderblichkeit oder ihrer Verpackung nicht eine expreßgutmäßige Beförderung in Anspruch nehmen sollen. Die Versender werden daher erneut ersucht, derartige Güter wieder weitestgehend als Fracht= oder Eilstückgut aufzuliefern oder aber der Binnenschiffahrt zuzuführen. Neue Vorschriften für den Uniformverkauf Für die Wehrmacht gilt nach ministerieller Durchführungsverordnung jetzt das Folgende: Für Selbsteinkleider, also für Offiziere, Wehrmachtbeamte und Sonderführer im Offiziersrang, ist zum Erwerb von Uniformen, Uniformteilen und Uniformausrüstungsstücken die Vorlage des für die Wehrmacht vorgeschriebenen Uniformbezugscheines erforderlich. Rangabzeichen, wie Schulterstücke und Litzen, dürfen gegen Vorlage des Truppenausweises mit Lichtbild oder des Soldbuches abgegeben werden, gegebenenfalls auch Ein Räser in der Waste Für das kommende Großdeutschland gekämpft Georg=von=Schönerer=Ausstellung in Wien Alte Bilder, Bücher, Dokumente und Handschriften, vergilbte Plakate, Wahlaufrufe und Zeitungsartikel vermitteln uns ein Bild von der Persönlichkeit Georg von Schönerers, dieses charakterfesten Mannes, der seiner Zeit im Geiste um über ein halbes Jahrhundert voraus war. Georg von Schönerer wurde am 17. Juli 1842, also vor nunmehr über hundert Jahren, in Wien geboren, widmete sich der Landwirtschaft und baute sich ein eigenes Mustergut auf, das in Fachkreisen viel bewundert wurde. Im Jahre 1873, im Alter von erst 31 Jahren, wurde der große Judengegner zum Reichstagsabgeordneten gewählt und setzte sich in dieser Eigenschaft unentwegt für die Belange des Deutschtums ein. Ganz offen sprach er von dem steigenden Wunsche der deutschstämmigen Bevölkerung Oesterreichs, mit dem Deutschen Reiche vereinigt zu werden. Schönerer zog sich damit die Feindschaft und den wütenden Haß aller politischen Dunkelmänner zu, die aus der Uneinigkeit und Zersplitterung des deutschen Volkstums Nutzen zogen. Trotzdem brachte er es so weit, daß schon 1887 eine Reihe Wiener, niederösterreichische und nordböhmische vereine den Arierparagraphen einführten, wofür sie aus der Deutschen Turnerschaft ausgeschlossen wurden. Als sich der aufrechte Politiker eines Tages in die Räume einer Wiener Zeitung ohne deren Einwilligung Zutritt verschaffte, benutzten dies seine Gegner. um ihn vor den Richter zu bringen. Am 5. Mai 1888 wurde er wegen„gewaltsamen Einbruchs" zu vier Monaten Kerker und Verlust des Adels verurteilt. Das Bild Schönerers im Sträflingsanzug, das uns erhalten blieb, ist eines der erschütterndsten Dokumente aus jener Zeit. Nach seiner Freilassung nahm der große Vorkämpfer für das Deutschtum seine politische Tätigkeit wieder auf und hat sie noch jahrelang fortgesetzt. Seine in den Jahren 1886 und 1891 veröffentlichten Reden, die auch auf der Wiener Ausstellung einen breiten Raum einnehmen, zeugen heute noch für seinen großen Bekennermut und unerschütterlichen Glauben an das kommende, gemeinsame Reich. Die politische Tradition Georg von Schönerers wurde später durch die von dem Wiener Oberbürgermeister Karl Lueger begründete, zunächst antisemitische„Christlich=Soziale Partei“ und nach dem ersten Weltkrieg besonders durch die Wiener Studentenschaft fortgesetzt. Meier läßt grüßen Von Paul Thomas Schultze trifft Lehmann auf der Straße. „Guten Tag, Lehmann— wie geht es Dir immer? Uebrigens, Meier läßt Dich grüßen!" „So— Meier läßt mich grüßen? Danke vielmals. Und wie es mir geht? Mein Gott, immer gleich. Geschäftlichen Aerger, das kennst Du ja!“ „Und, was macht die Frau Gemahlin? Ja daß ich nicht vergessen— Meier läßt Dich grüßen!? „Danke. Meiner Frau geht es gut. Im Winter hatte sie Halsentzündung, aber jetzt ist alles vorüber und sie hat sich gut erholt. Vorige Woche hatten wir Großreinemachen— und jetzt weißt Du so ziemlich alle unsere Neuigkeiten!“ „Und die Kinder? Die müssen jetzt doch schon groß sein, was? Habe ich Dir eigentlich schon gesagt, daß Meier Dich grüßen läßt?“ „Ja. Danke. Die Kinder sind wirklich schon groß. der Junge kommt schon in die Schule und das Mädel kann schon richtig stricken. Für den kommenden Winter hat sie einen Schal für mich gestrickt! Ja, ja, wir werden alt, lieber Schultze...“ „Wie die Zeit vergeht! Aber ich will Dich nicht länger aufhalten! Auf Wiedersehen, Lehmann und— laß mich nicht vergessen, der Meier läßt Dich grüßen!“ „Zum Teufel noch einmal— wie oft willst Du mir denn das noch sagen?“ „Nur noch 996 Mal!“ „Bist Du verrückt! Wieso denn?“ „Ja, der Meier hat mir gesagt: Wenn Du Lehmann triffst— grüße ihn 1000 Mal von mir.. (Aus dem Dänischen von T. Vermoes.) gegen die Bescheinigung des Dienstvorgesetzten. Den Nichtselbsteinkleidern, also den Unteroffizieren, Mannschaften usw., werden die Uniformen und Rangabzeichen während der Kriegsdauer aus Dienstbeständen geliefert. Infolgedessen ist ihnen nun der Erwerb von Uniformen und Uniformausrüstungsstücken während der Kriegsdauer verboteh. Gegen Vorlage des Soldbuches, Truppenausweises mit Lichtbild oder einer besonderen Bescheinigung eines Vorgesetzten können aber von ihnen einzelne Rangabzeichen und Ausrüstungsstücke, wie beispielsweise Schulterstücke, Troddeln, Schießauszeichnungen usw. erworben werden. Deutsche Sparwoche 1942 Der deutsche Spartag wird in diesem Jahre als deutsche Sparwoche durchgeführt, und zwar in der Zeit vom 26. bis 31. Oktober 1942. Der Reichserziehungsminister hat die Unterrichtsverwaltungen aufgefordert, auch in diesem Jahre in den Schulen auf die Bedeutung der Veranstaltung hinweisen zu lassen. Die Kindergärtnerin ist Erzieherin Der Reichserziehungsminister hat die Aufgaben der Kindergärtnerin neu festgelegt. Die Berufsbezeichnung der Kindergärtnerin, die früher den Zusatz und Hortnerin führte, fällt fort. Die Kindergärtnerin ist mütterliche Führerin der Kinder in Kindertagesstätten und Kinderheimen oder in der Häuslichkeit zur Unterstützung oder auch an Stelle der Mutter. Ihre Arbeit ist Dienst am Kinde und damit zugleich Dienst an Familie und Volk. Die Ausbildung erfolgt in Fachschulen und schließt mit einer Prüfung ab. Die Dauer der Ausbildung ist auf zwei Jahre bemessen, kann aber beim Nachweis besonderer Ausbildung bis auf. 1½ Jahre verkürzt werden. Zu den Voraussetzungen für die Aufnahme der Schülerinnen gehört die Vollendung des 16. Lebensjahres. Eine bereits begonnene Ausbildung kann nach den bisher geltenden Vorschriften abgeschlossen werden. Trinkt kein Wasser auf Obst! Gerade in der jetzigen Zeit, wo die reichliche Zwetschenernte in vollem Gange ist, sei noch einmal mit aller Eindringlichkeit daran erinnert, daß es den Tod zur Folge haben kann, wenn man nach dem Genuß von Zwetschen oder Pflaumen Wasser trinkt. Wenn man es überhaupt unterlassen sollte, nach dem Genuß von Obst Wasser oder auch alkoholische Getränke zu sich zu nehmen, so ist das nach dem Genuß von Steinobst(Kirschen, Pfirsichen, Pflaumen usw.) besonders gefährlich. Ruderverein Rauxel e. V. Die Jugendmannschaft im Gig=Doppelzweier in Hügel siegreich Bei sonnigem Herbstwetter wurden am Sonntag auf der wohlbekannten Ruderwettkampfstrecke auf der Ruhr bei Essen=Hügel die letzten westdeutschen Rudererwettkämpfe ausgetragen. Am Dauerrudern über eine Strecke von 12 Kilometer für Männer und 10 Kilometer für Frauen und Jungruderer beteiligte sich der Ruderverein Rauxel e. V. mit fünf Mannschaften. Er konnte auch hierbei wiederum einen guten Erfolg erringen. Die Jugendmannschaft im GigDoppelzweier: Josef Stratmann, Adalbert Spitalniak, am Steuer Horst Sehne, erkämpfte sich den Sieg und passierte in großem Abstand vor VfL Marathon= Krefeld und.=V. Münster 1882 das Ziel. Nicht ganz so glücklich war die Jugendmannschaft im Gig=Vierer, die, wie die Frauenmannschaft im Doppelzweier, mit Ersatz zum Start ging. Beide Boote mußten sich in ihren Rennen einem stärkeren Gegner beugen und konnten die Rennen nach hartem Kampf als Zweite beenden. Die Mannschaft im GigDoppelzweier m. Stm. wurde nach zähem Durchhalten der 12 Kilometer langen Strecke Dritter und die Altersmannschaft über 45 Jahre im Gig=Doppelzweier m. Stm. Zweiter. Am Ende des Ruderjahres kann festgestellt werden, daß sich die sportlichen Erfolge des Rudervereins Rauxel e. V. denen der vergangenen Jahre ebenbürtig erweisen. Die Arbeit der Ruderwarte und das Durchhalten der Ruderer im Training, das wie kein anderes äußerste Härte erfordert, wurde gekrönt durch die Teilnahme der Mannschaft Albert Szczepaniak, Wilhelm Wesener. Heinrich Bilke, Alfons Döller, am Steuer Ewald Mirbeth im Leichten Vierer an der 4. Deutschen Jugendmeisterschaft in Berlin=Grünau am 16.—20. September d. Is.— Nach siegreichen Kämpfen im Vorrennen und Zwischenrennen hatte sich die Rauxeler Mannschaft bis zum Endlauf durchgeschlagen. Die sechs besten im Endlauf stehenden Boote aus einem Feld von 18 gestarteten Mannschaften lieferten sich einen unerhört fesselnden Strecken= und mitreißenden Schlußkampf, der so geschlossen war, daß im Ziel der Abstand vom siegenden zum das Feld beendenden sechsten Boot kaum eine Bootslänge betrug. .=V. Rüsselsheim war der glückliche Sieger, ihm folgten.=V. Friedrichshafen,.=C. Koblenz, Treptower.=., Ruderverein Rauxel e. V. und Marienburger.=C. Diese sechs Mannschaften waren sich am 19 September vollkommen ebenbürtig. Wenn auch die Mannschaft des.=V. Rauxel im Endkampf den Sieg um die Deutsche Jugendmeisterschaft nicht erringen konnte, so bedeutet doch die Tatsache, daß sie dank des Durchhaltens bei dem langen Training zu den sechs besten deutschen Mannschaften im Leichten Vierer gehört, einen erfreulichen Erfolg. Jeder junge Mensch, der die Energie aufbringt, ein solches Rudertraining durchzuführen, wird einmal ein ganzer Kerl werden und sich allen Schwierigkeiten zum Trotz durchsetzen. Mit dem am kommenden Sonntag am Bootshaus auf der Wartburginsel stattfindenden Abrudern beschließt der Ruderverein Rauxel wiederum ein erfolgreiches Ruderjahr, auf das Vereinsführung und Mitglieder mit Stolz zurückblicken können. Fußball Jugendspiele BfB Börnig 1. Jgd.— Erin Castrop 1. Jgd.•2 Börnig 2. Jgd.— Erin Castrop 2. Jgd.:1 Rot=Weiß Oberhausen 1. Jgd.— Germania Herne 1. Jgd.:1 Oberhausen 2. Igd.— Germania Herne 2. Jgd.•2 SB Köln=Frechen 1. Jgd.— Westfalia Herne 1. Jgd.:1 Unsere Anekdote Der„konsequente“ Schuljunge Klaus Groth amtierte lange Jahre als Volksschullehrer. Wir alle kennen den Dichter des„Quickborn“ als einen tiefbesinnlichen, aber auch schalkhaften Mann. „Da schauen Sie her“ sagte eines Tages im Lehrerzimmer unterm Heftekorrigieren ein Kollege aufgebracht zu Klaus Groth,„was Ihr Piet Möller, den Sie immer verteidigen, für Rechenfehler macht! Er rechnet überhaupt nicht nach Adam Riese, wie wir. Er hat geradezu sein eigenes System!" Ein bißchen dickköpfig, wie ihm das so reizend stand, erwiderte Klaus Groth, durchaus lächelnd:„Das finde ich nur konsequent, daß er bei Ihnen im Rechnen ein eigenes Rechensystem gebraucht, er hat ja auch bei mir im Deutschen seine völlig eigene Rechtschreibung!“ Der„Stadtanzeiger“ erscheint wöchentlich ömal. Wochenbezugspreis 50 Pfg., Postbezugspreis 2 RM. monatl. Druck u. Verlag z. 31. C. Th. Kartenberg. Herne. Hauptschriftleiter Willi Franke. z. Jt. Wehrmacht. Verantwortlich für Politik. Kunst u. Wissenschaft i. B. Otto Pohle. Wanne=Eickel; verantwortlich für die örtlichen. sportlichen und provinziellen Mitteilungen Franz Josef Pruns. Castrop= Rauxel. Sa.=Nr. 2151 Castrop.— Anzeigenpreis 1 mm hoch und 22 mm breit 4 Pfg. Nachlaß nach den vom...W. herausgegebenen Richtlinien. 3. Zt. gilt Preisliste Nr. 1. Alle Bilder. soweit nicht anders angegeben. Scherl. Ihre Vermählung geben bekannt: Willy Kruse Hildegard Kruse geb. Hiller Castrop-R. 2 Castrop-R. 1 Heideweg Schillerstr. 5 7. Oktober 1942 Ihre Vermählung geben bekannt: Josef Odlasek Obergeireiter Vroni Odlasek geb. dieger .Zt. im Felde Ripsdorf Herne Westf.(Eifel) Schadeburgstr. 1 7. Oktober 1942 Herrehunzag u. Mantel mittlere Größe, gegen Radio od. elektr. Waschmaschine zu tauschen gesucht. Schriftliche Angeb. unter Nr. 2271 an den Stadtanz. Ordentliche, zuverlässige Löhungssemn für die Altstadt gesucht. „Zndtongeiger“ für Castrop-Rauzel u. Umgebung Hart und unerwartet traf uns die tieftraurige Nachricht, daß mein über alles geliebter, treuer Mann, unser um uns stets besorgter guter Vati, unser lieber, guter Schwiegersohn, Bruder, Schwager. Onkel, Neffe und Vetter Soldat Valentin Kazmierczak im Alter von fast 36 Jahren am 7, September 1942 bei den harten Abwehrkämpfen im Osten bei Rschew in treuer Pflichterfüllung für Führer und Vaterland den Heldentod starb. Er folgte seinem lieben Schwager Franz 5 Monate später, der auch im Osten fiel, in den Tod.— Ruhe sanft in fremder Erde! In stiller Trauer: Frau Maria Kazmierczak, geb. Erbacs Ruth, Ralf und Gerda Kazmierezak und Anverwandte Castrop=Raugel 2(Immelmannstraße 13), 2. Okt. 1942. Das Seelenamt für den lieben Gefallenen findet statt am Donnerstag, dem 8. Oktober, um.30 Uhr bzw. 10 Uhr in der Herz=Jesu=Kirche zu Rauxel. Heute morgen ist nach langem, schwerem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Rudolf Voßbrink im Alter von 52 Jahren in Frieden heimgegangen. In tiefer Trauer: Marie Voßbrink Anneliese Kleinhorst geb. Voßbrink Heinz Kleinhorst, z. Zt. im Felde Rudolf Voßbrink jun. Enkelkind Rüdiger. Castrop-Rauxel 3, den 5. Oktober 1942. Georgstraße 44 Die Beerdigung findet statt am Donnerstagnachmittag.30 Uhr vom Sterbehause aus, Georgstraße 44. Nu-* Sckon Dos sollte jede Haustrau sich sagen, wenn sie OALLOT auf den Scheuerlappen streut. OALLOT verbraucht sich ja so sparsam. Mehr zu nehmen, ’wäre unnütz. Ein wenig dovon genügt schon. Achten Sie aber darauf, daß der Loppen immer nur wenig feucht und nicht naßs ist. DALL ###### Wachmamer für das besetzte Westgebiet und für Groß-Dortmund sofort gesucht.(D304 Dortmunder Wach- und Schließ-Gesellschaft Dortmund, Silberstraße 17. Bist Du in der AS0? 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