68. Jahrgang! Castroper Zeitung Nummar 80 Aod sedent! Mein=Ramle ist Nase Vielsagendes Schweigen in den USA über die Truppentransport-Versenkung „Ganz undere Zoeinen? Schreutich! „Absolut kein Kommentar anzugeben“ □ Stockholm, 30. Sept. Wie nicht anders zu erwarten war, winden sich die Rooseveltschen Amtsstellen unter dem furchtbaren Schlag, den deutsche=Boote dem nordamerikanischen Truppentrausport nach England bereitet haben. Das USA=Marineministerium meinte auf Presseanfragen nach einem Dementi oder einer Bestätigung der deutschen Sondermeldung verlegen, es könne„absolnt keinen Kommentar“ abgeben. Dem Vertreter Reuters erklärte der Sprecher des Ministeriums, die USA=Marine befolge „die Politik, auf solche Behauptungen niemals zu antworten, und sie würde auch diesmal davon nicht abweichen.“ Was nicht verwundert, da die Churchillsche Schubladenpolitik schon seit Pearl Harbour von Roosevelt übernommen wurde. Uns kann das gleichgültig sein, denn ebensowenig wie Churchill und Roosevelt aus ihrer Schublade, rückt auch der Atlantik gesunkene Schiffe vom Meresboden heraus. * Im übrigen zeigt gerade die Weigerung Roosevelts, die Versenkung der Truppentransporter einzugestehen, wie sehr dieses Ereignis die USAOeffentlichkeit zu beunruhigen in der Lage ist. Das ist ja klar; denn es ist noch nicht allzulange her, daß der ehrbare Präsident das Wahlversprechen gegeben hat, keine Soldaten außerhalb der Westhemisphäre einzusetzen. Wenn auch der Durchschnittsamerikaner kein sehr starkes Gedächtnis hat, vielleicht wird sich doch ein Teil des Volkes dessen erinnern und es den anderen weitersagen!— Die exakte Sondermeldung des OKW am Montag und die genauen Einzelheiten zu dem großen=BootErfolg müßten normalerweise erwarten lassen, daß in irgendeiner Form von feindlicher Seite dazu Stellung genommen wird, sei es auch nur mit der banalen Ausrede, daß wieder einmal„übertrieben“ wurde. Aber selbst dazu hat Roosevelt— bis jetzt— noch nicht den Mut gefunden. Er hüllt sich in Schweigen. Sein Name ist Hase...! Zweite=Front=Vertröstungen der„Limes“- Von Versprechungen keine Rede Drahtbericht unserés Berliner Vertreters E. W. Berlin, 30. September. Die„Times“ unterstreichen in einem offenbar von der Downingstreet beeinflußten Artikel grundsätzlich die Notwendigkeit einer zweiten Front, um gleichzeitig aber einige Einschränkungen zu machen, die festgehalten zu werden verdienen. Das Blatt erklärt kategorisch,„daß Deutschland endgültig weder durch die Sowjetunion allein noch durch die Bombenangriffe im Westen besiegt" werde und daß deshalb der Schrei nach einer zweiten Front bisweilen auf Unkenntnis beruhe, irreführend und sogar schädlich sein könne. Die „Times" treten den allzusehr drängenden Mahnern mit der trostvollen Versicherung entgegen, „daß die neue Offensive der Alliierten ganz andere Formen annehmen und sich auf ganz andere Weise entwickeln könne, als sich die Oeffentlichkeit dies bisher vorgestellt hat.“ Es liegt auf der Hand, daß diese Erklärung nicht nur für den britischen Hausgebrauch, sondern vor allem auch zur Kenntnisnahme durch die Moskauer Stellen bestimmt ist. In der gleichen Linie bemüht sich auch das Blatt des USA=Marine= ministers Knox, die„Chikago Daily News“ zu wirken, die etwas ungehalten die Agitation für die Errichtung einer Landfront in Westeuropa mit dem Hinweis abtun, daß sie„auf eine unglückliche Reihe von falschen Auffassungen und Illusionen“ zurückgehe. Aber selbst wenn dies zuträfe— warum verschweigt das Blatt dann, wem die Schuld an einer solchen Verkennung der tatsächlichen Absichten und Möglichkeiten zufällt? Wenn es zudem noch schreibt, in den Mauern des Kreml glaube man„im Gegensatz zur übrigen Sowjetunion nicht daran, daß die Vereinigten Staaten und England der Sowjetunion versprochen hätten, Deutschland in diesem Sommer anzugreisen“, so bedeutet das, daß man Stalin für einfültiger hält als man es gerne wahrhaben möchte. Es ist demgegenüber nicht ohne Reiz auf die Stimme der„Yorkshire Post“, also des Blattes Edens, zu verweisen, die ohne Umschweife auch jetzt wieder bestätigt, daß sich der Hilferuf der Sowjetregierung nicht auf morgen, sondern auf heute bezogen habe. Und es ist ja der Bruch dieses Versprechens, der für die britische Regierung nach einem Wort des„Manchester Guardian", zur Folge haben wird, daß sie beim Wiederzusammentreten des Parlaments wird feststellen müssen,„daß ihre Aktien in den letzten sechs Wochen nach innen und außen gefallen sind.“ Nach das Kasland fagl! meisterstau! Pressestimmen zu den neuen Schlägen der deutschen.Boote im Atlantik * Rom, 30. September. Die neuen Erfolge der deutschen=Bootwaffe und insbesondere der siegreiche Angriff auf einen Geleitzug schneller Truppentransporter werden von den italienischen Zeitungen groß herausgestellt.„Popolo di Roma“ unterstreicht, daß die überragende Bedeutung der Versenkung der Truppentransporter sich ohne weiteres aus der Tatsache ergebe, daß die Schiffe etwa 13 000 Mann voll ausgerüsteter amerikanischer Truppen und große Mengen Material und Munition an Bord hatten. Vergebens versuchen Churchill, Eden, Cripps und die übrigen„Korphäen" der Feindagitation, wie„Popolo d' Italia“ ausführt, mit Reden, Botschaften und Appellen den nachhaltigen Eindruck zu verwischen, den die Kundgebungen der gemeinsamen Solidarität über die Siegesgewißheit der Staaten des Dreimächtepaktes allenthalben auslösten, während die britisch=amerikanischen Redner aber nichts weiter als leere Versprechungen zu bieten wüßten, habe Deutschland diese Siegesgewißheit erneut durch die Tat erhärtet und mit einem Meisterstück seiner UBootwaffe aufgewartet, das für den Gegner dem Verlust einer Schlacht gleichkomme. □ Helsinki, 30. September. In größter Aufmachung bringen alle finnischen Zeitungen die Sondermeldung über die neuen Versenkungen unter besonderer Hervorhebung der Vernichtung dreier amerikanischer Transporter. Der finnische Leser erhält ein besonders eindrucksvolles Bild von der Größe der Verluste durch zahlreiche Abbildungen des 19000 BRT. großen Passagier= dampfers„Viceroy of India“. * Madrid, 30. September. Die drei Madrider Zeitungen„Arriba“,„ABC“ und„YA“ bringen am Kopf ihrer Hauptseiten die eindrucksvolle Sondermeldung aus dem Führerhauptquartier über die Versenkung der drei großen Militärtransporter aus den USA. Die Zeitung„Arriba“ stellt folgende Betrachtungen zu dem letzten deutschen Sieg in der Atlantikschlacht an: Die Versenkung von über 100000 Tonnen Geleitschiffe und der Verlust von 18000 Mann mit ihrer Ausrüstung dürften, vermutlich in den USA wie eine Bombe eingeschlagen haben. Das nordamerikanische Volk, das in den Kriea hineingegangen ist mit derselben fröhlichen Erwartung wie man einen großen Sportwettkampf besucht, muß sich überzeugen lassen, daß der Krieg doch kein sportliches Spiel ist. Im Handumdrehen hat die USA soviel Soldaten verloren wie bisher im ganzen Krieg noch nicht. Rottransportweg über Tibet nach China? Stockholm, 30. September. Eine englische Militärdelegation befindet sich nach einer Londoner Meldung von„Svenska Dagbladet“ in der Hauptstadt Tibets, Lhasa. Die Delegation hat den Auftrag, zu versuchen, von Lhasa aus einen Kriegstransportweg über die alte Karawanenstraße von Tibet nach China zu schaffen. „Die zweite Front des Gebets“ X Vigo, 30. September. Im Sportstadion fand, wie aus New York gemeldet wird, am Sonntag ein Gottesdienst statt, auf dem Erzbischof Francis Spellman eine Rede hielt. Er erklärte dabei, das USA=Volk habe vergessen, inbrünstig zu beten. Die USA müßten eine„zweite Front des Gebets“ errichten. Fliegeralarm auf dem-Boot Ein Feindflugzeug ist gesichtet. Der Funker schaltet seine Geräte aus und nimmt nun seinen Platz am Unterwasser=Horchgerät ein. PK.-Kriegsberichter Beilstein. og Berlin, 30. Sept. Im Osten ist das wichtigste Ziel der deutschen Overationen als erreicht anzusehen: die Sperrung der Wolga und die Ausschaltung Stalingrads als Rüstungszentrum der Sowjetunion. Wenn heute die sowietische Front durch den Verlauf der deutschen Linie offensichtlich in zwei Teile zerrissen und die Sowietunion selbst wichtigster Verkehrsadern zwischen dem Norden und dem Süden. der Bahnlinie Moskau— Stalinarad—Astrachan, der Straße Saratow— Stalingrad und des Wasserweges der Wolga beraubt ist, so darf man von dem jetzt noch um die Stadt am Wolgaknie abspielenden Kämpfen mit Recht sagen, daß sie nur noch der Bestätigung einer Entscheidung gelten, die tatsächlich längst erreicht ist. Gewiß hält der Kampf um die Wolgafestung an, aber nicht der Besitz kleiner, längst zu Schutt gewordener Häusergruppen ist das Entscheidende. Der Stoß der deutschen Panzerkorps hat seit Tagen an vielen Stellen bis zur Wolga geführt, der Fluß ist damit der Benutzung des Gegners entzogen. Neben dem Frontalangriff auf die Festung, der schrittweise unter härtesten Kämpfen Raum ge“ winnt, spielen die Entlastungsangriffe der Sowjets keine erhebliche Rolle. Unter unerhörten Verlusten an Menschen und Panzermaterial schreiten sie ebenso wie die gesamten, rein örtlichen Durchbruchsversuche der Sowjets gegen die Abwehrfront von Kalatsch bis zum Onega=See an dem harten Kampfwillen der dort eingesetzten deutschen Truppen. Hingegen wird von der Kaukasusfront ein erheblicher Fortschritt der deutschen Operationen gemeldet. Nicht nur an den Pässen des Zentrak=Kaukasus konnten die deutschen Truppen Erfolge erringen, sondern vor allem waren auch große Fortschritte an beiden Flügeln festzustellen. Im Westen wurden wichtige, zäh verteidigte Stellungen durchbrochen und der Angriff bis hart nördlich Tuapse vorgetragen. Gleichzeitig wurde hier die Luftwaffe gegen die Küstenhäfen von Tuapse und Chosta mit Erfolg eingesetzt. Am Ostflügel dringen deutsche Panzertruppen in dem raffiniert ausgebauten, von Wäldern und Sümpfen durchzogenen Raum des Terek=Bogens weiter siegreich vor. Ein Zude Oberbürgermeister von London □ Stockholm, 29. Sept. Eine Reutermeldung besagt:„Sir Frank Pollitzer und Sir Samuel Joseph, beide Juden, wurden am Dienstag als Kandidaten für das Amt des Lordmavore von London für das kommende Jahr gewählt. Die Stadtältesten trafen darauf ihre Wahl und wählten Sir Samuel Joseph zum Lordmayor. Er ist 54 Jahre alt und steht an der Spitze einer Baufirma. Eindrach in den Korden Rulingraus Zäh verteidigte Stellungen im Kaukasus und südlich des Terek genommen dnb Aus dem Führerhauptquartier, 30. Sept. Das Oberkommando der Wehrmacht gab gestern bekannt: Im Kankasus und südlich des Terek nahmen deutsche Truppen in schwer gangbarem, bewaldetem Berggelände stark ausgebaute und zäh verteidigte feindliche Stellungen. Die Luftwaffe bombardierte das Hasengebiet von Tuapse und beschädigte im Schwarzen Meer zwei Schiffe mittlerer Größe. Im Kampf um Stalingrad führte am gestrigen Tage der Angriff in erbitterten Kämpfen nunmehr auch zum Einbruch in das nördliche StadtDer Dare zum Wilnleehnssidert Großzügiger Ausbau und straffe Organisation der Winterhilfe in Italien Drahtbericht unseres ständigen Berichterstatters sa Rom, 30. September. Die Anordnung, die der Parteisekretär für die Winterhilfe erlassen hat, sind auf direkte Weisung von Mussolini zurückzuführen, der die einzelnen Punkte ausgearbeitet hat. Aus den einzelnen Richtlinien sind besonders hervorzuheben: Die Landbevölkerung darf nicht vernachlässigt werden; denn sie bildet den produktivsten Teil des italienischen Volkes. Die Sammlung von gebrauchten Kleidungsstücken muß energisch, besonders in den wohlhabenderen Kreisen durchgeführt werden, bei der Verteilung sind insbesondere Kinder und alte Leute zu berücksichtigen. Die Schulmahlzeiten werden in diesem Winter für die Elementar=Schulen obligatorisch und sind kostenlos abzugeben. In den Betrieben ist eine gute Werkverpflegung der Arbeiter zu gewährleisten. Die Direktoren und anderen leitenden Persönlichkeiten nehmen das Mittagessen mit den Arbeitern ein. Alle Partei= und Hilfsstellen bleiben Tag und Nacht ununterbrochen geöffnet. Die Lebensmittelverteilung wird so organisiert, daß keine Störungen eintreten können; das Schlangestehen muß unter allen Umständen vermieden werden. Die Partei, die in erster Linie für die Durchführung der Anordnungen verantwortlich gemacht wird, wird schätzungsweise 100000 neue ehrenamtliche Hilfskräfte einsetzen. gebiet. Vergeblich setzte der Feind seine Entlastungsangriffe von Norden fort. An der Doufront führten ungarische Truppen ein örtliches Angriffsunternehmen erfolgreich durch. Schwächere feindliche Angriffe im mittleren Frontabschnitt wurden abgewiesen. Im nördlichen Frontabschnitt wurden bei einem eigenen Angriff von Truppen des Heeres und der Luftwaffe zahlreiche sowjetische Kampfstände vernichtet und dem Feind hohe blutige Verluste zugefügt. Oertliche Augriffe des Feindes scheiterten. Das Stadt= und Hasengebiet von Archangelsk wurde in der vergangenen Nacht mit Bomben angegriffen. Es entstanden ausgedehnte Brände. Deutsche Kampfflugzeuge erzielten bei Tagesangriffen im Tiefflug Bombentreffer in kriegswichtigen Anlagen mehrerer Orte Südostenglands. Ostwärts Great Yarmouth wurde ein Frachtschiff durch Bombenwurf schwer beschädigt. Zu den Kämpfen um Stalinarad □ Berlin, 30. Sept. Im Stadtgebiet von Stalingrad sind die deutschen Angriffstruppen, wie der Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht bekanntgab, nunmehr auch in Teile des nördlichen Stadtgebietes eingedrungen. Bei diesen Kämpfen sowie bei den erneuten vergeblichen Angrisfen der Bolschewisten gegen die nördliche Abriegelungsfrout wurden die Verbäude des Heeres durch Flak und Sturmgeschütze wirkungsvoll unterstützt. Die Luftwasse erleichterte das Vordringen der deutschen Truppen durch Bombenangriffe gegen die zu Bunkern ausgebauten Häuserblocks und durch Niederhalten der feindlichen Artillerie. Durch Tiefangriffe deutscher Schlacht## 5 flieger hatte der Feind weitere schwere Verluste an Waffen und Fahrzeugen. Deutsche und kroatische Jagdverbände kämpften den Luftraum über Stalingrad frei und schossen 23 feindliche Flugzeuge ab. Bier weitere feindliche Flugzeuge wurden durch Flak zum Absturz gebracht. Neue Ritterkreuzträger □ Berlin, 30. September. Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Oberst Hans v. d. Mosel. Kommandeur eines Infauterie=Regiments: Oberst Alfred Hermann, Kommandeur eines Infanterie=Regiments: Hauptmann Hamester, Staffelkapitän in einem Sturzkampfgeschwader: Oberleutnant Moßdorf, Staffelkapitän in einem Sturzkampfgeschwader: Oberfeldwebel Bevernis, Bordschütze in einem Sturzkampfgeschwader und Gefreiter Hans Sturm, in einem Infanterie=Regiment. Ritterkreuzträger Oberleutnant Lindemann gefallen □ Berlin, 30. September. Am 9. September 1942 fiel bei den Kämpfen im Osten Ritterkreuzträger Oberleutnant Viktor Lindemann, Schwadron= chef in einer Radfahr=Abteilung. Als Leutnant und Bataillons=Adjutant in einem Infanterieregiment wurde dieser junge Offizier im September 1941 für sein entschlossenes selbständiges Handeln bei der Bildung eines Brückenkopfes über den breiten und versumpften Tiligul=Liman im südlichen Frontabschnitt der Ostfront mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Durch seinen tapferen Einsatz war überraschend schnell gegen zähen Feindwiderstand ein Uebergang erzwungen worden, der starken deutschen Kräften die rastlose Verfolgung des Feindes und den Vorstoß auf Rikolatew ermöglichte. Ritterkrenzträger Sptm. Bethke seiner Verwundung erlegen □ Berlin, 30. September. Am 14. September 1942 erlag der Kompaniechef in einer Panzerabteilung, Ritterkreuzträger Hauptmann Hans Günther Bethke, seiner schweren im Kampf gegen den Bolschewismus erlittenen Verwundung. Schon im Westfeldzug erwarb er sich durch hervorragende Führung seiner Panzer=Kompanie und überragendem persönlichen Schneid in zahlreichen Gefechten das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Mit ihm hat ein vorbildlicher Offizier den Heldentod gefunden. Die Londoner Eity ist empört Drahtbericht unseres ständigen Mitarbeiters kb Lissabon, 30. September. Auch in Londoner City=Kreisen beginnt man jetzt zu begreifen, daß der bisherige Junior=Partner im gemeinsamen Weltgeschäft, die USA. den Seniorvartner England von seinen ersten Stellen verdrängen will. Wie der„News Chronicle“ berichtet, fühlen sich die Bankiers stark von der Art betroffen, wie sich die USA den Rest des englischen Besitzes in Ameeika anzueignen versuchen. Vor einem Jahr nahm die englische Regierung bei den USA=Bundesreserve=Banken eine Anleihe von 100 Millionen Pfund auf: als Sicherheit dafür aab sie die Anteile der nordamerikanischen Untergesellschaften, britische Versicherungen und Handelsunternehmungen im Gesamtwert von etwa 120 Millionen Pfund Sterling. Die Dividende dieser Gesellschaften sollten zur Verzinsung und Amortisation der Anleihe benutzt werden. Nun hat aber die USARegierung die Steuer für die nichtamerikanischen Unternehmungen in den USA von 16,5 auf 36% erhöht, mit dem Erfolg, daß die vervfändeten Paviere den Schuldendienst nicht mehr erfüllen können. Für diesen Fall sind die USA=Banken vertraglich berechtigt, die britischen Paviere zu verkaufen. Die englischen Kapitalisten fürchten jetzt, daß dies bald geschehen wird und, emvört über das rigorose Vorgehen ihrer USA=Konkurrenz, haben sie ihre Regierung aufgefordert. den Verkauf des letzten englischen Besitzes in den USA zu verhindern. Sie empfinden die Steuererböhung mit Recht als eine unerfreuliche Haltung gegen Großbritannien, denn außer britischen Guthaben gibt es in den USA so gut wie keine anderen fremden Guthaben mehr. Ausbesserungen erfordern die Hälfte der britischen Wersten * Geuf, 30. September. Wie die„Times“ berichten, suchte der Dritte englische Seelord, WakeWalker, in einer Rundfunkansprache an die Amerikaner den USA klarzumachen, warum die britischen Werften nicht so leistungsfähig seien, wie man in New York erwartete. Die Hälfte der Leistungskraft der englischen Werften werde allein durch die Ausbesserungen von Kriegs= und Handelsschiffen aufgesogen. Litwinow:„Ich werde Ihnen täglich einhämmern, daß die Sowjetunion dringend der Unterstützung bedarf.“ Roosevelt:„Sie kleiner Schäker!" Zeichnung: K. Stove„Bilder und Studien“ Der Strich durch Afrika— Roosevelts Demarkationslinie Der höhere Sinn der Truppenlandungen Selbst England steigen Bedenken gegen den USA-Imperialismus auf Von unserem außenpolitischen Mitarbeiter kdr Berlin, 30. September. Seit den Tagen, an denen die ersten amerikanischen Truppen an der Küste von Belgisch=Kongo und Französisch Aequatorial=Afrika landeten, verfolgen die Kolonien besitzenden Länder Europas mit Unruhe die Infiltration Afrikas durch die USA. Hier geht es um ureigenes europäisches Interessengebiet, in das die Amerikaner unter dem Schutz und Vorwand des Krieges und der britischen Bundesgenossenschaft mit allzudeutlichen Absichten eindringen. Von diesem Vorgang werden am stärksten vorläufig noch England selbst, dann aber Frankreich und Belgien betroffen, und niemand kann sagen. ob die Amerikaner eines Tages unter irgendeinem Vorwand nicht auch das Besitztum Portugals in ihre Hand zu bringen versuchen. Als die ersten amerikanischen Truppen in Brazzaville in FranzösischAequatorial=Afrika und in Leovoldsville im belgischen Kongo einmarschierten, feierten sie dies als einen„Sieg über die Achsenmächte". die boch oben in Nordafrika bei El Alamein kämpfen. Sie hoben als besonderes strategisches Moment hervor,„daß jetzt die südliche Flanke der in Aegypten overierenden Achsenmächte bedroht ist.“ Die Londoner Presse stellt diese Möglichkeit groß heraus, um den eigenen Schrecken vor dieser amerikanischen Besitzergreifung zu betäuben. Inzwischen hat Roosevelt auch seine Soldaten in Sierra Leone landen lassen, also im eigentlichen britischen Kolonialgebiet, und nicht nur das: soeben erfährt man, daß amerikanische Soldaten auch in Südafrika angekommen sind, daß der amerikanische Kaiser-Trust bei Kapstadt den Die„Linie quer durch Afrika“.— Sie zeigt die geplante Straße Kongo— Ostafrika und die Abzweigung zum Sudan Bau eigener Werften begonnen hat und daß die USA im gesamten westafrikanischen Interessengebiet Englands eine äußerst lebhafte Tätigkeit entwickeln. Die englische Presse verschweigt das afrikanische Abenteuer Roosevelts nun völlig, aber aus Angola kommen Nachrichten genug nach Lissabon, die von der Durchdringung des mittleren und südlichen Afrika durch die Amerikaner sprechen. So hört man, daß amerikanische Ingenieure damit begannen, vom Kongo=Gebiet eine Straße mach Ostafrika zu bauen, daß in Brazzaville der Einfluß de Gaulles von den Amerikanern langsam zu ihren Gunsten ausgeschaltet wird, daß sich Roosevelt nach dem Sudan vortasten will— und vieles mehr. Alles das zeigt, daß der amerikanische Präsident umfassende Pläne auf afrikanischem Boden hat, so daß es vielleicht einmal nicht mehr erstaunen würde, wenn er die Monroe=Doktrin auf den neuen Kontinent übertragen würde. Denn wenn die amerikanischen Blätter diese Unternehmung als reine Kriegsmaßnahme hinstellen und betonen, man wolle in erster Linie einen vor=Booten gesicherten Weg quer durch Afrika nach dem ägyptischen Kriegsschauplatz und dem Nahen Osten bauen, dann mag das zwar als amerikanisches Eingeständnis für die Wirkung des=Boot=Krieges der Achsenmächte im Nordatlantik und Westpazifik beachtenswert sein. Für Roosevelt geht es hier aber um mehr. Die „New York Herald Tribune“ veröffentlichte vor einiger Zeit eine Karte Afrikas,„auf der quer durch den Kontinent eine Linie gezogen war, die aber von Sierra Leone nach Khartum im Sudan verlief. Dazu schrieb das Blatt, daß alles südlich dieser Linie liegende Gebiet Macht= und Einflußsphäre der USA sein müsse und sein werde. Der Verfasser berief sich auf eine Karte, die Roosevelt in seinem Arbeitszimmer im Weißen Haus besitzt, einen Globus, wenn man sich recht erinnert, auf dem diese Demarkationslinie der amerikanischen Machtinteressen eingetragen ist. In dieser Beleuchtung gewinnen auch die amerikanischen „Eroberungen“ in Südamerika ein neues Licht; denn in Mittel= und Südamerika liegt das Brett für den Sprung auf den afrikanischen Kontinent, für den gefährlichen Imperialismus Roosevelts und für die Verwirklichung des imperialistischen Traumes vom„amerikanischen Jahrhundert.“ Lage der Sowjetunion äußerst kritisch“ Schwedischer und vortugiesischer Widerhall der Ribbentrop=Rede □ Stockholm, 30. September. Die schwedische Presse steht weitgehend im Zeichen der Ribbentrop= Rede vom Sonntag. Rütger Essen schreibt in „Dagsposten" u..:„In dieser Rede kann man keinen anderen Ton finden als den der ruhigen Zuversicht auf den Schluß=Sieg. Sie zeugt gleichzeitig von der fortschreitenden Gleichschaltung der Kriegführung des Dreimächtepaktes, einschließlich der Kriegswirtschaft. Die Neuordnung ist nicht mehr ein Zukunftsprogramm, sondern eine im Entstehen begriffene Wirklichkeit, was sowohl von Freunden wie von Gegnern in gleich hohem Grad berücksichtigt werden muß.“ „Aftonbladet“ kommt zu dem Schluß:„Von sowohl Freund wie Feind wird die Lage der Somjetunion als äußerst kritisch bezeichnet. Das Problem scheint geradezu übermenschlich zu sein.“ „Ernste Warnung an die USA“ *= Lissabon, 30. September. Die Rede des Reichsaußenministers im Kaiserhof hat hier wie ein reinigendes Gewitter gewirkt, Portugal, das Land an der Peripherie Europas, ist der Agitation der Feindseite besonders stark ausgesetzt. Die englisch=amerikanischen Beeinflussungsversuche auf das portugiesische Volk hatten zum Ziel, den Glauben an einen deutschen Sieg über England ins Wanken zu bringen. Es spricht für den gesunden politischen Instinkt der großen Mehrheit des portugiesischen Volkes, daß auf eine autorative Erklärung des deutschen Standpunktes gewartet wurde. Die Rede des Reichsaußenministers kam diesem Bedürfnis entgegen. Das zeigt sich schon darin, daß die gesamte portugiesische Presse die Rede auf den ersten Seiten und in vollem Wortlaut brachte. Hervorgehoben wird die große Siegeszuversicht des Reichsministers.„Comercio do Porto“ bezeichnet die Rede als eine ernste Warnung an die USA. „Diario de Noticias“ hebt die Zwecklosigkeit der Invasionsversuche auf dem europäischen Festland hervor. Panzergrenadiere sind schuld" □ Berlin, 30. September. Reuter bezeichnet die Schlacht um Stalingrad als eine der wütendsten der Geschichte. Besondere Erwähnung findet in den Berichten der Auslandspresse die„neue Waffe der Panzergrenadiere“, die an der Spitze der Panzerdivisionen eingesetzt werden und denen ein entscheidender Anteil an den Erfolgen bei der Ueberwindung des mächtigen Verteidigungsringes der Stadt zugesprochen wird, weil sie erst die Voraussetzungen für den Einsatz der anderen Truppengattungen schaffen. Ainernäder besetzen den nahen Onen Britische Truppen ziehen nach Aegypten ab- Auch die Luftwaffe räumt das Feld Drahtbericht unseres ständigen Mitarbeiters rc Aukara, 30. September. Wie in militärischen Kreisen festgestellt wird, deuten zahlreiche Anzeichen darauf hin, daß die Briten Truppenverbände aus dem Nahen Osten abziehen, um sie an der ägyptischen Frout zu konzentrieren. Im Fran und Jrak, aber auch in Surien und Valästina werden die von den Briten bereitsverlassenen Garnisonen in der Hauptsache von den Amerikanern, zu einem kleinen Teil von zusammengewürfelten Hilfstruppen bezogen, die militäeisch so gut wie wertlos sind. Am bemerkenswertesten sei, daß die gesamte Bodenorganisation der britischen Luftwaffe in diesen Ländern schon von den fliegenden Verbäuden der USA übernommen worden ist und daß auch die eingesetzten Maschinen von USA=Piloten gesteuert werden. Die beschleunigte Räumuna der britischen Militärpositionen in den Ländern des Nahen Ostens hat ein rapides Absinken des politischen Einflusses Großbritanniens in diesem Raum zur Folge und die Londoner Diplomatie ist gegenüber der von Washington völlig ins Hintertreffen geraten. „Britische Gefahr" * Geuf. 30. Sept. Der Moskauer Korrespondent der„Times“ berichtet am Montaa. das vergangene Wochenende habe zwei sehr ernste Andeutungen gebracht, daß die Sowjetunion sich in einer akuten kritischen Gefahr befinde. In einem Falle handele es sich um den an die Sowjetarmee gerichteten neuen Aufruf des„Roten Stern“ und im anderen um die Stellungnahme Wi llkies am Ende seines Besuches in Moskau. Vakers„kleines“ Eingeständnis □ Berlin, 30. Sept. Bei einem WillkommenFrühstück für Ueberlebende von aus dem Geleitzug im Nordmeer versenkten Schiffen hielt der Unterstaatssekretär des Kriegstransvortministeriums Baker eine Ansprache, in der er wenigstens zu einem kleinen Teil die schweren Verluste diees Geleitzuges eingestand. Er saate:„Wir wissen, was dieser Geleitzug uns gekostet hat.“ Der italienische Mehrmachtbericht * Rom, 30. September. Der italienische Wehrmachtbericht vom Dienstag hat folgenden Wortlaut: An der ägyptischen Front besonders lebhaftes Artilleriefeuer im Nordabschnitt. Unsere Kampfflugzeuge belegten in ausgedehnter nächtlicher Aktion die Eisenbahnstation von El Hamman mit Bomben und MG=Feuer. Der Gegner unternahm einen neuen Luftangriff auf Tobruk, bei dem ein von der Bodenabwehr getroffenes Flugzeug brennend abstürzte. Ein eifriger Polizeiinspektor * Geuf, 30. September. Der Londoner Polizeiinspektor Me. Kechnie wurde nach einem Bericht der„Daily Mail“ wegen Juwelendiebstahls zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Er unterschlug eine Anzahl Schmuckstücke, die auf der Polizeistation von Chelsea als Fundsachen hinterlegt worden waren. Der Verurteilte gehörte zu den bekanntesten Erscheinungen der englischen Polizei. Er wurde u. a. vor einigen Monaten wegen seines„Eifers“ bei Luftangriffen dem König vorgestellt. Neues in Kürze Buenos Aires. In Santos stürzte ein Verkehrsflugzeug der nordamerikanischen Pan Air Co. ab. Elf Passagiere und vier Besatzungsmitglieder kamen ums Leben. Bangkok. Die in Indien wohnhaften Belgier sollen ab 1. Oktober zum englischen Militärdienst eingezogen werden. Stockholm. Wie Reuter aus Tschunaking meldet, sind 3000 Chinesen ertrunken und 40000 wurden obdachlos, weil der Gelbe Fluß wieder aus den Ufern getreten ist. Berlin. Kommunistische Banden unternahmen im bosnischen Raum neue Ueberfälle und Sabotageversuche, die aber scheiterten. Die Säuberung schreitet fort. Genf. Frau Roosevelt erregte bei einem Besuch des Negerkongresses in Salisburn Aufsehen: sie wird als„Liebling der Neger" bezeichnet. Rom. Der Duee nahm auf Vorschlag des Btbussont einige Umbesetzungen in der Gil, der italtenischen Jugend=Organisation, vor. So wurde Sandro Bonamiei zum Generalvizekommandanten und Fernando Tanueei Rannini zum Chef des Stabes ernannt. Berlin. Ein Beispiel besonderer Gebefreudigkeit gad das Inkanterie=Regiment 519, das seit fast 15 Monaten im Einsatz im Osten steht und an einem Sammeltag für das WHW das außerordentlich hohe Ergebnis von 53 184,60 RM erreichte. Stockholm. Wiederum deckten die schwedischen Behörden einen Spionagefall der Bolschewisten innerhalb der schwedischen Wehrmacht auf. Diesmal ist es die Stockholmer Filiale des bekannten sowietischen Reisebüros Intourist und ihr Leiter Sidorenko. Willkie auf eigene Faust □ Stockholm, 30. Sept.„New York Herald Tribune“ schreibt in einem Leitartikel unter der Ueberschrift„Willkie und die zweite Front":„In der Moskauer Erklärung hat Willkie„versönlich gesprochen und nicht als der Vertreter des Präsidenten". Dies versetzte ihn in die Lage, die Sache einer zweiten Front mit einer Energie und Offenheit zu vertreten, die sonst nicht möglich gewesen wäre. „Wiener Blut“ in Bochum Die Aufführung der Strauß=Operette„Wiener Blut" durch die Kölner Oper versetzte am Montagabend in helle Begeisterung. Nicht nur war die farbige Atmosphäre des leichtlebigen und leichtsinnigen Wiens von„damals" in Alf Björns duftigen Bühnenbildern eingefangen, sondern auch das Spiel der Darsteller war von einer überraschenden Leichtigkeit und spritziger Laune, während das Bochumer Orchester unter der temperamentvollen Stabführung von Günter Wand durch die überzeugende Behandlung der zündenden Melodien und die Bluthaftigkeit des Wiener Walzerrhythmus bestach. Wand spürte mit echtem Fingerspitzengefühl das Urelement des Tanzes heraus, aus dessen dramatischer Funktion diese Operetten ihr eigentümliches, hinreißendes Leben beziehen. Er wußte die bewegten Rhythmen geschickt zu steigern, bis zur blühenden Walzerseligkeit der Tanzeinlagen des 2. und 3. Aktes. Die Tanzgruppe, angeführt von den Solistinnen Trude Schneider, die sich zugleich als operettenbegabte Sängerin in der Rolle der Pepi bewährte, und Elsa Kirsten, lockerte in entzückenden Kostümen die Spielhandlung mit einem Walzer, einem Marsch und einer Polka mit hinreißendem Temperament auf. Auch die solistischen Kräfte schufen typische Strauß=Operettengestalten, so Franz Bohonek als elegant=gewandter Balduin, Käthe Russard als charmante Gabriele, Friedrich Schüttler als fein karikierter troddeliger Fürst, Charlotte Hoffmann=Pauels als liebenswürdige und glutende TTänzerin Cagliari, August Griebel als Karussellbesitzer, August Piller und Erwin Harditz als waschechte Wiener Typen. Die Chöre zeichneten sich durch eine schwungvolle Linie der gesungenen Tanzmelodien aus, die der Gesamtaufführung eigen war. Das ausverkaufte Haus war begeistert und forderte stürmisch Wiederholungen. Peter Schiffers. 25 Jahre Germanin Im Herbst 1942 ist ein Vierteljahrhundert verflossen, seitdem die Synthese jenes chemischen Körpers gelang, der unter dem Namen Germanin oder unter der wissenschaftlichen Bezeichnung „Bayer 205“ als das souveräne Arzneimittel gegen die afrikanische Schlafkrankheit bekannt geworden ist. Die Erfindung des Präparates ist den Chemikern Dr. Oskar Dressel und Dr. Richard Kothe zu danken, während die Ermittlung der medizinischen Bedeutung des Produktes das Verdienst von Dr. Wilhelm Roehl ist. Die Schlafkrankheit wird bekanntlich durch den Stich der Tsetsefliege übertragen: die Erreger sind unter dem Namen Trypanosomen bekannte Mikroorganismen. Die Heimat der Tsetsefliege ist im wesentlichen der äquatoriale Teil Afrikas. Welche Bedeutung einem Arzeimittel gegen diese trovische krankung zukommt, mag man daran ermessen, daß in den verleuchten Gebieten mehr als die Hälfte der Bewohner als schlafkrank gilt. Von 40.000 Menschen gingen z. B. in einem Distrikt in Uganda in den Jahren 1905—1909, 50 Prozent an Schlafkrank. heit zugrunde; die Ueberlebenden konnten nur durch beschleunigte Umsiedlung gerettet werden. 1914 lebten in Kamerun noch 12 000 Eingeborene vom Stamme der Niems, 1926 existierten davon infolge Massensterbens an der Schlafkrankheit nur noch 600. Auch wirtschaftlich bedeutet die Seuche eine sehr große Gefahr, da von ihr nicht nur die Menschen, sondern auch das Bieh vor allem die Huftiere— befallen werden. Wir hören im Ründkunte: Mittwoch: Reichsprogramm: Mittagokonzert von 12.45—14 Uhr. Weniger bekannte Werke neuzeitlicher Unterhaltungskomponisten von 16—17 Uhr. Ein„Tönender Feldpostbrief“ mit beliebten volkstümlichen und unterhaltsamen Weisen von 20.20—21 Uhr. „Wenn der Tag zu Ende geht“ von 22.40—29.15 Uhr.— Deutschlandsender: Herberk Haarth aus Düsseldorf dirigiert Werke von Vivaldi, Haydn, Schubert, Leonhardt von 17.15—18.30 Uhr. „Heitere Klänge aus Oper und Operette“ von 20.15—21.15 Uhr. Einen„Klingenden Reigen“ mit vielen Solisten, Kammernuuß Ensembles und einem Orchester enthält die Sendung von 21 13 bis 22 Uhr * Rus der FZelihat Castrop=Rauxel, 30. September Pflug und Schwert Die Ernte ist eingebracht. Der Pflug greift nun wieder in die Scholle und gibt ihr frische Kraft für die neue Saat. Der deutsche Pflug arbeitet sich durch die Erde und bringt weit über die Grenzen des Großdeutschen Reiches hinaus fremde Erde zu neuer Fruchtbarkeit. Still zieht der Pflug seine Spur durch die trächtige Erde. Er ist Wegbereiter und Schöpfer neuen Lebens. Aus manchem toten. Acker läßt er wieder lebendiges Brot gedeihen, für unser Volk in gleichem Maße wie für seine Feinde von gestern. Hinter dem Pflug aber steht aufrecht und blank das deutsche Schwert als schützender Stahl. Er schlägt unbarmherzig zu, wenn es jemand wagen sollte, uns den Weg zu sperren oder uns bei unserer harten Arbeit, die Werte des Bodens in neue Kraft zu wandeln, zu stören. Der deutsche Bauer zieht im Ackerland wieder seine Furchen, auch dort, wo ihm die Erde fremd ist und wo man treu zu uns steht. Er gibt dem Boden neuen Sinn und neues Leben durch den Pflug, der zum Symbol geworden ist. Die Mission des deutschen Pfluges, die er hinter dem deutschen Schwert erfüllt, hat sich ungeheuer geweitet zum wirtschaftlichen Segen von ganz Europa. Heispflanzen, die wir im Oktober sammeln Im Oktober sammelt die Jugend mit Anleitung der Erzieherschaft im Gau Westsalen=Süd folgende Arzneipflanzen. Teekräuter und Früchte: Blätter; Brombeerblätter, Himbeerblätter, Erdbeerblätter, Haselnußblätter, Lindenblätter, Eichenblätter, Apfelblätter, Fingerhutblätter. Blüten: Kamillenblüten, Schafgarbenblüten und Dolden. Kräuter: Schafgarbenkraut mit Blüten. Früchte: Hagebutten, Mehlbeeren(Früchte des Weißdorn), Vogelbeeren(Früchte der Eberesche), Bucheckern, Kastanien, Eicheln, Haselnüsse. Abgabestellen sind die Schulen. Der Versand erfolgt kurzfristig nach Angabe der Kreisämter für Volksgesundheit. Die Berechnungen und Bezahlungen übernimmt die Gauabteilung Westfalen=Süd der Reichsarbeitsgemeinschaft für Heilpflanzensammlung und Heilpflanzenkunde, Bochum, Wilhelmstraße 14. Annahmeuntersuchung für die Waffen# einschließlich Leibstandarte=;„Adolf Hitler“ Wieder stellt die Waffen=, die sich erneut an der Ostfront auszeichnen konnte und auch im Westen zu dem ehernen Schutzwall gegen den Eindringling gehörte, Freiwillige im Alter von 17 bis 45 Jahren, mit und ohne Dienstzeitverpflichtung ein. Der Dienst in der Waffen=f, darunter auch in der Leibstandarte=]„Adolf Hitler“ ist Wehrdienst. Die vollmotorisierten Divisionen umfassen folgende Truppengattungen: Infanterie, Kavallerie, Artillerie, Panzer, Panzerjäger, Pioniere, Kradschützen, Flak, Gebirgs=, Nachrichten=, Sanitätstruppen usw. Nach einer Entscheidung des Führers muß jeder Kriegsfreiwillige der Waffen=f seiner Arbeitsdienstpflicht, die in diesem Falle auf ¼ Jahr festgesetzt ist, vor Einberufung zur Truppe genügen. Wie das# Hauptamt, Erganzungsamt der Waffen=F, im Einvernehmen mit dem Reichsarbeitsdienst mitteilt, besteht die Möglichkeit, Bewerber bereits mit 16½ Jahren dem Reichsarbeitsdienst als„Vorzeitigdienende“ zuzuführen, so daß die Einberufung zur Waffennach Ableistung einer halbjährigen Reichsarbeitsdienstpflicht mit 17 Jahren erfolgen kann. Der Dienst in der Waffen=f gilt als Wehrdienst. Die Annahmeuntersuchung findet statt am 24. Oktober 1942 im Gasthof Sticht, Hermann=Wegner=Str. 27, in Castrop=Rauxel 3. Beginn 14 Uhr. Arbeitsbuch und Wehrpaß sind mitzubringen. Geeignete Bewerber melden sich bei der Annahmeuntersuchung. Von der Wehrmacht Gemusterte können sich melden, sofern sie noch nicht ausgehoben sind. Ferner erteilt Auskunft die Ergänzungsstelle West (VI) der Waffen=, Düsseldorf, Graf=Recke=Str. 72, sowie sämtliche=, Polizei= und HJ.=Dienststellen. Der Wey zamt eichtigen=Veraf Eltern und Jugendliche vor verautwortungsvoller Entscheidung Es kommt auf die Zukunft an Zwei besonders aussichtsreiche Berufe Zurzeit laufen in vielen Gauen des Reiches Berussaufklärungsaktionen, die von der Hitler=Jugend gemeinsam mit den Berufsberatungsstellen durchgeführt werden. Was soll mein Junge, mein Mädel werden? Das ist eine Frage, mit der sich heute viele Eltern ernsthaft beschäftigen, denn der Zeitpunkt rückt heran, an dem sich hinter Horst, Franz oder Margarete die Schultore anderen Berufsstand näher befaßt und vielleicht hier und da sogar schon fest gewählt. Aber Eltern und Schulentlassene kennen nicht alle Berufsarten und=möglichkeiten; oft gehen sie deshalb bei der Berufswahl von falschen Voraussetzungen aus. Hier stehen nun den Eltern und Jugendlichen die staatliche Berufsberatung, die Erzieherschaft und vor allem die Hitler=Jugend mit Rat und Tat zur Seite. Allerdings sind, und das werden Eltern und Jugendliche verstehen, bei der Berufswahl staatliche Gesichtspunkte und die Gesamtlage der Nachwuchslenkung zu berücksichtigen, um einen zu starken Andrang zu sogenannten Modeberufen zu wermeiden und eine Vernachlässigung wichtiger Berufszweige zu verhindern. Es ist deshalb für Eltern wie Jugendliche von überaus großer Wichtigkeit, sich einmal von diesem Gesichtspunkt aus mit der Berufswahl zu beschäftigen. Was ist der richtige Beruf? Diese Frage ist gewiß nicht leicht zu beantworten, sie wird immer individuell gelöst werden müssen. Eines ist jedoch für alle Berufskandidaten von größter Wichtigkeit: sie müssen wissen, daß man sich mit der Berufswahl nicht allein für die Tätigkeit an sich entscheidet, sondern auch für das mit dem Beruf verbundene Lebensmilien. Denken wir an den Bauer oder an den Handwerker, bei denen der Beruf auch der ganzen Lebenshaltung seinen Stempel aufprägt. Was ist nun der richtige Beruf? Das kann nur der sein, der mich nicht nur ernährt, sondern der mich auch seelisch befriedigt. Der Beruf muß gern ausgeübt werden, er muß ein Glücksspender sein. Ist er das nicht, so wird man unzufrieden und lustlos und vorhandene Energien verpuffen. Qual der Wahl Es gibt unendlich viele Berufsarten. Nicht alle sind bekannt, von vielen kann sich der Jugendliche überhaupt kein rechtes Bild machen. Selbst von Berufen, die der Jugendliche zu kennen meint, hat er vielleicht falsche Vorstellungen. Trotzdem hat er zu wählen. Nicht immer vermogen ihm dabei die Eltern die richLebenssang K Arbeite mi Uberlegung! 6 tömm Uis Zed von Scheuug) 0 Semone der Schoengert!! 0 Ortererctes den klendung! 0 " tin Oeinem Kameraden! 0* Nertes Oich richt ud ondere! 0 Verrechlässige keine ktonde! 0 Zch-Ochengon Oeisem btocferien! 0 Laß Dich nicht von Deiner Arbeit ablenken! 0 Hande so, als ob von Deinem lun die Sicherheit des genzen Setrebes chhang! K Reichsarbeitszemeinschaft Schadenverhütung tigen Ratgeber zu sein, denn auch ihr Gesichtskreis ist beengt. Da benotigt der Jugendliche schon erfahrene Ratgeber, die die Wirtschaft kennen. Sie müssen den Jungen oder das Mädel auf die Eignung hin prüfen können, um dann den richtigen Beruf vorzuschlagen, und sie müssen— was vor allem sehr wichtig ist— dem Jugendlichen auch die richtige Lehrstelle zuweisen., Denn auf die richtige Berufsausbildung kommt es an. Die aussichtsreichsten Berufe Nehmen wir an: Deutschland würde die hochqualifiziertesten Arbeiter stellen, aber ohne Bauerntum sein, so würde das deutsche Volk doch sehr bald zugrunde gehen, weil es sich selbst nicht ernähren könnte. Genau so ist es mit den einzelnen Handwerkszweigen, ja selbst innerhalb der Industrie, da eben ein Beruf vom anderen abhängig ist. Der Jugendliche sollte sich bei der Berufswahl nicht auf Luftschlösser verlassen, sondern auch die Möglichkeit im Auge behalten, den erwählten Beruf später ausüben zu können.— Was wird das Deutschland von morgen für Aufgaben zu erfüllen haben, und welche Berufe sind dabei die aussichtsreichsten? Es würde zu weit führen, nun alle-Berufsarten zu streifen, doch seien zwei Berufe besonders herausgestellt: Bauer und Bauhandwerker. Allen Ernstes tritt in dieser Zeit die Frage der Berufe in der Landwirtschaft an den deutschen Jungen heran. Dem Reich ist alter deutscher Boden wiedergewonnen. Er gibt vielen deutschen Bauern neuen Besitz, neue Grundlagen für eine intensive Arbeit. Ein Heer von Baufachleuten: Maurer, Betonbauer, Zimmerer u. a. brauchen wir ebenso dringend, um jenen Aufbau durchzuführen, den der Führer vorgesehen hat, ein Reich mit neuen, schöneren Städten im Osten und an den Grenzen, vor allem aber landauf, landab neue, schönere Dörfer. Die staatliche Berufsberatung ist die Stelle, die heute schon Eltern und Jugendlichen sagen kann, wo der Staat den Jugendlichen dringend braucht und ihm die besten Aussichten gibt. H. E. Jahreshauptversammlung der hausbesitzer des Nordens In der Wirtschaft Ludwig Klein=Alstede, HermannWegner=Straße, fand am Sonntag, wie angekündigt, die Jahreshauptversammlung des Haus= und Grundbesitzervereins Castrop=Rauxel=Nord statt. Außer der satzungsgemäßen Erledigung des Jahres= und Kassenberichts und der Entlastung des Vereinsführers W. Kappe stand der Vortrag des Sparkassendirektors Strickhausen über die Ablösung der Hauszinssteuer auf der Tagesordnung. Mit größter Aufmerksamkeit verfolgte die zahlreiche Versammlung die Ausführungen des Redners, die vom fachmännischen Standpunkt aus gesehen, einen guten Ueberblick über diese, den gesamten Haus= und Grundbesitz augenblicklich stärkstens beschäftigende Frage gab. Besonders ausführlich behandelte der Vortrag, ähnlich wie seinerzeit vor den Haus= und Grundbesitzern von Castrop=Rauxel=Süd, die Art und Weise der Barablösung wie auch die Form der Aufnahme eines Ablösungsdarlehns, wobei sowohl hier als auch in der Aussprache Gelegenheit zu zweckmäßigen praktischen Winken gegeben war. Den im letzten Vereinsjahr gestorbenen Mitgliedern Frau Ww. Kurrasch, Friedrich Wolf, Eduard Kleinert, Theodor Sümpelmann und Dr. Generotzky widmete Vereinsleiter Kappe eingangs der Verhandlungen einen herzlichen Nachruf, während sich die Versammlung zu ihren Ehren und zu Ehren der Gefallenen des neuen Weltkrieges von den Sitzen erhob. Dem langjährigen Geschafts= und Kassenführer Kösters wurde für seine mustergültige Arbeit im Interesse der Mitglieder die allgemeine Anerkennung und offizieller Dank zuteil. Für das neue Geschätfsjahr sollen die Mitglieder Lohe und Gerhard als Kassenprüfer fungieren. Geschäftsführer Kösters behandelte im Verlauf der Sitzung aktuelle Tagesfragen des Hausbesitzes, so die Bildung von Reparaturfonds, Verdunkelung der Treppenhäuser und andere Luftschutzangelegenheiten. Insbesondere betonte er, daß in jeder Wohnung Und neues Korn geht durch die Mühlen Für uns zu leben und zu Brot. ind Werden, Wachsen, Taten, Siegen Kommt her von einem Sensentod. Dem Tod ist alle Kraft genommen. Nur Leben will im Aufbau sein. So glauben wir an Volk und Zukunft, Fällt heut auch noch die Sense ein. Die Zeit ist Herbst. Und Herbst ist golden. Das Blatt ist Blut. Die Luft geht rein. Wir wollen aus dem Blut und Herzen Als Licht aufs reinste gläubig sein. A. G. E. Broscheit=Pfeiffer ausreichend Sand, Feuerspritzen usw. zur Hand sein müßten. Allgemeine Zustimmung fand, daß auch in diesem Jahr wieder seitens des Vereins dem KriegsWinterhilfswerk ein größerer Betrag überwiesen werden soll. Vereinsleiter W. Kappe schloß die Jahreshauptversammlung, die allen anwesenden Haus= und Grundbesitzern mannigfache Aufschlüsse und Anregungen gab, mit dem Treuegruß an den Führer. „Servus Wien!“ Am heutigen Abend um 20 Uhr findet im Saal Bökenkamp(Casino der Zeche„Graf Schwerin", Dortmunder Straße 165), aufs neue die KdF.=Darbietung„Ein Gruß aus Wien“ statt, die bei ihrer Erstaufführung in unserer Stadt im Saalbau Felling im Norden der Stadt so begeisterte und das über üüllte Haus immer wieder zu stürmischem Beifall hinriß. Man sitzt da erwartungsvoll, so schreibt uns ein Besucher, auf einmal rollt der Vorhang auf und das Wiener Weichhardt=Schrammel=Trio„spült auf“! Einen zackigen Marsch, das versteht sich, zum Beginn. Aber dann tribbelts und kribbelts... wird ein Walzer draus von Johann Strauß! Alles in der echt Weanerische Besetzung, wie sie der Musiker Hans Schrammel zu Franz Schuberts seligen Zeiten„ausmachte": Geige, Handharmonika und Baßlaute. Historisch treu sind auch die„Gewanderln“ der drei: graue Hose bis zum Zwerchsell und an schwarzes Jakker!! Der Humorist und Brettl=Sänger Paul Beck, der als Ansager seines Amtes mit liebenswürdiger Treffsicherheit waltet, entpuppt sich als rechter„Pionier Er baut dem„verehrlichen Publico“ Brücken nach Wean! So gut macht er seine Sache, daß sein erst vereinzelt und zaghaft beantwortetes„Servus!“ rasch ein mehrhundertfaches Echo findet. Gern hört man ihm zu, wie er so liab berichtet von der Front, von der Stadt des rasenden Tempos, Berlin, und der Stadt des Dreiklanges Wein, Weib und Gesang— Wien! Erika von Eisenstein tanzt einen„Frühling in Weiß“ mit über 1000 Punkten. Erna Wilfling erfreut durch die Weaner Kosthäppchen„Wer einmal im Leben hat Heimweh gefühlt" und„Ich trink den Wein nicht gern allein... Paul Beck als Gesprächspartner von Hans Moser chä=chä, das ist eine Nummer für sich, die immer die Lacher für sich hat. Nach Walter Flecks Schrammelgeigen=Product „Serenade“ von Toselli kommts mit Gretl Haslinger vom Bürger=(nicht Burg=!) Theater in der Wiener Stadt„knuppeldick“ und unwiderstehlich mit Können, Schneid und Temperament. Und so geht es weiter am laufenden Band bis es schließlich zum allerletzten Mal„Servus Wien!“ heißt, worin dann als Untertöne die Bitte um baldiges Wiedersehen und Wiederhören mitklingen. Fr. I. Pruys. Familiendrucksachen für Soldaten erlaubt Es bestehen noch vielfach Unklarheiten über Herstellungsmöglichkeiten von Familiendrucksachen. Es sei deshalb noch einmal darauf hingewiesen, daß Familiendrucksachen aller Art, z. B. Verlobungs=, Vermählungs= und Geburtsanzeigen für Wehrmachtingehörige und Angehörige der Wehrmacht gleichge ellter Formationen nach wie vor angefertigt werden können. Für andere Personenkreise ist aber die Herstellung derartiger Drucksachen verboten. Hingegen können Traueranzeigen sowohl bei Todesfällen von Wehrmachtangehörigen als auch von Zivilpersonen angefertigt werden. Die Anfertigung von Danksagungen aller Art, auch für Danksagungen anläßlich von Trauerfällen, ist aber generell, also auch für Wehrmachtangehörige, verboten. Ein gangbarer Weg ist aber hier die Anzeige in der Heimatzeitung. Ein Arzt muß-schweigen ROMAN VON KARL UNSELT Copyright by Verlag Knorr& Hirth Kommanditges. München 1939 53. Fortsetzung „Darf ich?“ fragte Lisa lächelnd und überflog die Gesichter der beiden Menschen mit einem schnellen, prüfenden Blick.„Es scheint ja wunderbar geklappt zu Riffarth trat vor sie hin und gab ihr die Hand.„Ich danke Ihnen, Fräulein Brandt. Sie haben Beate und mir einen großen Dienst erwiesen. Es hat wunderbar geklappt. Ich bin erst um den Brief herumgeschlichen wie der Fuchs um den Köder auf dem Tellereisen, und dann habe ich zugeschnappt.“ „Sie scheinen sich aber in der Falle ganz wohl zu fühlen. Hast du nicht auch den Eindruck, Beate?“ Beate nickte und lächelte Riffarth auf eine stille, glückliche Weise zu. „Wollen wir uns nicht noch einen Augenblick setzen?“ sagte Lisa, während sie den Brief an sich nahm.„Was halten Sie von diesem Schriftstück, Herr Riffarth?“ „Es ist mir völlig unerklärlich, weshalb mein bester Freund Beate und mich mit bewußten Unwahrheiten auseinanderbrachte."„ „Könnte es nicht sein, meinte Beate nachdenklich, „daß Hans damals erfahren hat, worüber wir eben sprachen?“ „Nein, das ist ganz ausgeschlossen. Ich habe Grotjahn erst hierher geholt, als Hans nicht mehr lebte. Außerdem glaube ich bestimmt, daß er mit mir darüber gesprochen hätte, wenn es ihm von anderer Seite zugetragen worden wäre.“ „Dann werden wir seine Gründe wohl niemals erfahren“, sagte Beate ein wenig traurig.„Ich würde so gern gut von ihm denken.“ „Und wenn du es wüßtest“, fragte Lisa mit tröstender Stimme,„würde es dann heute anders sein? Ich glaube es nicht, und nach dem, was ich über die Freundschaft deines Bruders mit Herrn Riffarth und Fräulein Ruprecht gehört habe, kann ich nicht an nehmen, daß er in böswilliger Absicht handelte. Vielleicht irrte er sich, wie ihr euch auch irrtet. Bewahre ihm ein gutes Andenken, Beate. Und tun Sie es auch, Herr Riffarth. Es' muß endlich einmal ein Strich unter das Vergangene gezogen werden.“ „Das habe ich bereits getan“, sagte Riffarth in einem freudigen und festen Ton. „So? Und wie wird es mit Beates Bruder?“ „Ich werde mich mit ihm aussprechen und ihn um Entschuldigung bitten. Das ist doch selbstverständlich.“ „Da wollen Sie wohl Ihre fünftausend Mark auch nicht mehr so schnell haben?“ Verlegen wich Riffarth ihrem Blick aus.„Nein. Das ist natürlich auch erledigt.“ „Lisa wollte dir das Geld geben, sie hat es von ihrem Onkel bekommen“, sagte Beate, denn sie fühlte sich verpflichtet, Riffarth nun auch wissen zu lassen, was für ein Mensch Lisa war, und wie es um sie stand. Jetzt war es an Riffarth und ihr, Lisa zu helsen, wo sie nur konnten, und daher berichtete sie ihm in kurzen Worten, wie die Dinge um ihren Bruder und Lisa und Cornelia lagen. „Ich werde ihr ins Gewissen reden“, sagte Riffarth, nachdem er sich von Staunen und Bestürzung erholt hatte.„Sie muß auf Doktor Horand verzichten, denn da haben Sie nun wirklich ältere Rechte. Außerdem glaube ich nicht, daß sie die richtige Frau für ihn ist. Ich kenne sie genau.“ „Nein“, fuhr Lisa aus ihren bitteren Gedanken auf. „Das tun Sie bitte nicht. Damit ist mir nicht gedient. Es kommt mir jetzt nur noch auf eine klare und eindeutige Entscheidung Horands an, und ich möchte nicht, daß er darin von irgendeiner Seite beeinflußt wird. Du sollst ihm auch in keiner Weise zureden, Beate.“ „Das klingt so, als wolltest du untätig zusehen, wie sich die Dinge weiter entwickeln.“ „Seit ich bei Fräulein Rupprecht war hat sich manches geändert“, sagte Lisa mit einem kleinen Lächeln, das ein wenig schmerzlich aussah.„Dieser Brief hier ist zu einer Waffe geworden, die sich gegen sie gewandt hat. Sie ahnte es und wollte ihn mir im letztzten Augenblick wieder abnehmen.“ ten Augenblick wieder abnehmen.“ „Ich glaube es zu verstehen“, antwortete sie leise. „Hätte Cornelia den Brief behalten dann hätten wir uns nicht aussprechen können und säßen jetzt hier nicht friedlich und— glücklich beisammen. Es gibt nun aber auch mit einem Male keinen Grund mehr zu einem Haß zwischen dir und Ernst, und er braucht auch nicht mehr auf das Haus und die Praxis, überhaupt auf die Erbschaft unseres Bruders zu verzichten, um dir die fünftausend Mark geben zu können. Dieser Brief nimmt ihm also jeden Anlaß oder auch Vorwand, Lutterode zu verlassen. Das bedeutet natürlich für Cornelia eine große Gefahr.“ „So ist es“, sagte Lisa jetzt=gefaßt.„Wir können beide mit unseren fünftausend Mark nichts mehr anfangen. Ernst muß nun allein zwischen Berlin und Lutterode wählen. Berlin bietet ihm natürlich viel mehr, das weiß ich, aber diesen Vorteil muß ich Fräulein Rupprecht lassen, weil sie mir den Brief anständigerweise doch nicht abgenommen hat und sich dadurch einer Chance begab. Erst wenn er sich für Lutterode entschieden haben sollte, dann wird wohl eine persönliche Auseinandersetzung zwischen uns nicht zu umgehen sein.— Und dann muß man allerdings auch anständig verzichten können.“ Riffarth sah auf die Uhr und erhob sich.„Ich staune über Ihre sachliche Art, in der Sie von einer Angelegenheit Ihres Herzens sprechen. Wer Sie nicht kennt, könnte fast annehmen, Sie hätten überhaupt keins.“ „Du kannst dich darauf verlassen, sie hat eins“, sagte Beate mit plötzlich überströmender Wärme und preßte Lisas eiskalte Hand.„Wer mit einem Mann wie Ernst zu tun hat, dem bleibt auf die Dauer nichts anderes übrig, als ebenso nüchtern zu werden, wie er es ist. Sonst wird er eine Enttäuschung nach der anderen erleben. Ich möchte aber nicht wissen, wie weh ihr diese Sachlichkeit tut.“ Lisa stand auf und lächelte ihr dankbar zu.„Es ist nicht so schlimm. Jedes Training hat seinen Muskelkater, und das Herz soll ja auch ein Muskel sein.“ „Ich sehe jetzt ziemlich schwarz für Cornelia“, sagte Riffarth tröstend, griff nach seinem Eichenstock und wollte sich verabschieden. Doch da trat Sanitätsrat Kühn ein. Er blieb an der Tür stehen und sah von einem zum anderen.„Das sieht ja hier merkwürdig friedlich aus.“ „Es sieht nicht nur so aus, sondern es ist auch so“, sagte Lisa und gab ihm den Scheck zurück.„Der ist nun nicht mehr nötig.“„ „Hm.“ Er steckte den Scheck ein und brummte: „Dann bin ich hier ja wohl überflüssig. Das heißt“ meinte er zu Riffarth gewandt,„die Gardinenpredigt möchte ich Ihnen doch noch halten, denn mit Ihren Leuten im Steinbruch muß ja endlich mal was geschehen.“ „Das können Sie sich ersparen“, sagte Riffarth ernst. „Ich werde noch heute alles veranlassen, was Doktor Horand von mir verlangt hat. Außerdem hätte ich jetzt sowieso keine Zeit mehr, mir Ihre Predigt anzuhören. Wir sprengen im Steinbruch, und da muß ich dabei sein.“ Er reichte Kühn und Lisa die Hand, bedankte sich noch einmal und trat dann zu Beate, um sich von ihr zu verabschieden. „Soll ich nicht mit dir gehen?“ fragte sie ein wenig verwundert. „Willst du wirklich?“ „Weshalb sollte ich nicht?“ „Dann komm!“ Sein braunes, hartes Bauerngesicht strahlte. Lisa stand im Fenster und sah den beiden nach, bis sie ihren Blicken entschwunden waren. Sie freute sich über ihr Glück, aber ihr Herz tat doch ein bißchen weh. * Anna Düsterdiek war nicht Horands letzte Patientin geblieben. Ein früher, dringender Anruf von Frau Wolter in Groß=Götzendorf hatte ihn aus dem Bett geholt, und er war dann mit Heini in den trüben Regenmorgen gefahren. Als er zurückkam, fand er zu Hause einen Brief vor. Er nahm ihn auf und öffnete ihn. Der schmale Umschlag enthielt nur einen kleinen Zettel. Er kam von Professor Hottenroth und darauf stand nichts weiter als:„Ich nehme an. Sie haben meine Anfrage, die ich mit dem Gutachten schickte, übersehen. Deshalb wiederhole ich sie. Lebt Riffarth noch? Es würde mich interessieren.“ Er las die wenigen Zeilen noch einmal und machte sich Vorwürfe, daß er die Frage des Professors nicht wenigstens bejaht hatte. Dann entschloß er sich, ihn heute noch anzurufen. Was mochte bloß mit Riffarth los sein? Die flüchtige Untersuchung damals hatte zweifellos ergeben, daß die Lunge nicht in Ordnung war. Aber ohne Röntgenbild konnte man natürlich nichts Sicheres sagen. Vielleicht eine Tb? Aber möglicherweise haudelte es sich gar nicht um die Lunge. Sein ärztliches Gewissen begann sich zu regen. Man müßte doch irgendetwas unternehmen, ganz gleich, wie man mit ihm stand. Der Mensch war krank, und da hatten alle persönlichen Gefühle zu schweigen. Fortsetzung folgt. Prüfung der DRK.=Schwestern Anfang des Monats September sand vor einem Prüfungsausschuß unter der Leitung des DRK.=Feldführers Dr. Weißenbruch in der Oberschule für Mädchen in Castrop=Rauxel eine Schwestern=Helferinnenprüfung statt. Es waren sowohl praktische als auch theoretische Aufgaben zu lösen. Die sich zur Prüfung stellenden 7 Anwärterinnen haben mit Erfolg ihren Aufgaben genügt. Sie stehen nunmehr dem DRK. als Schwestern=Helferinnen für den überörtlichen Einsatz zur Verfügung. Der Prüfung ging eine 12wöchige praktische Tätigkeit in einer Krankenanstalt vorauf. Diese praktische Ausübung ist jedoch wiederum abhängig von dem erfolgreichen Besuch einer Grundschulung. Bei dieser Gelegenheit sei nochmals auf die Aufgaben der DRK.=Schwestern hingewiesen. Weit gepannt ist das Arbeitsfeld der Schwestern des DRK. Ihre Aufgaben ergeben sich aus den Pflichtaufgaben des Deutschen Roten Kreuzes. Die besonderen Aufgaben im Kriege, und in der Heimat die pflegerische Tätigkeit am Krankenbett, der Dienst im Operationssaal, im Röntgenzimmer, im Laboratorium, in der Apotheke, in Massage. Gymnastik, in Wochen= und Säuglingspflege, in Haut= und Diätküche, im Wirtschaftsbetrieb und in der Verwaltung erfordern Schwestern, die auf allen Gebieten gut vorgebildet sind. Wenn die Schwester im Wehrmachtssanitätsdienst, bei den Epidemien und Unglücksfällen eingesetzt wird, wird erwartet, daß sie sachverständig und erfahren die Pflege der Verwundeten, Erkrankten und Verletzten übernehmen kann. Innerhalb des Bereitschaftsdienstes ist die Ausbildung der Helferinnen eine besondere und dankbare Aufgabe der Rotkreuz=Schwester. Jetzt im Kriege ist der Bedarf an Schwestern zur Pflege und Betreuung der Verwundeten besonders groß. Jedes deutsche Mädel findet hier einen großen idealen Wirkungskreis mit der dankbaren Aufgabe, zu einem kleinen Teil mithelfen zu können bei den großen Aufgaben, die jetzt in dem gewaltigen Ringen um unseres Volkes Sein oder Nichtsein zu erfüllen sind. Die Ergebnisse der SA.=Wehrwettkämpfe Das Geheimms der„aiten=Mäufsen Eine Tragödie durchs Fenster beobachtet“ Ein seltsamer Beleidigungsprozeß Stefan., ein halbgelähmter alter Mann, wohnte seit längerer Zeit in einem als Dachkammer ausgebauten Speicherraum, den ihm der Hausbesitzer, ein Freund aus besseren Tagen, kostenlos zur Verfügung gestellt hätte. Der kleine, bescheidene Wohnraum unter dem Dach hatte den Vorteil eines nicht uninteressanten Ausblicks auf und in die Wohnungen des obersten Stockwerks des gegenüberliegenden Hauses. Da wohnte z. B. in einer Einzimmerwohnung eine ältere, grauhaarige, alleinstehende Dame. Sie schien durchaus nicht besonderer Aufmerksamkeit wert zu sein, aber allmählich fiel es Stefan R. auf seinem Beobachtungsposten, mit dem er sich seine Zeit vertrieb, auf, daß gerade diese würdige Dame häufig am späten Nachmittag Besuch von Männern empfing. Es waren immer wieder andere Herren, die sich einstellten, und die alte Dame pflegte, wenn sie den Besucher begrüßt hatte, die Vorhänge vorzuziehen. Stefan fand das nicht mit Unrecht etwas ungewöhnlich. Eines Nachmittags aber wurde er ganz zufällig Zeuge einer Tragödie. Wieder war ein Herr zu Besuch erschienen, aber diesmal blieb das Fenster offen und die Vorhänge wurden nicht vorgezogen. Der Besucher redete heftig auf die alte Dame ein, zog schließlich einen Dolch hervor und stach damit auf die Wohnungsinhaberin ein, die lautlos zu Boden sank. Schreckensbleich eilte Stefan hinunter und alarmierte den Portier des gegenüberliegenden Hauses. Der lächelte ungläubig. Die Dame war eine Frau Gisela v. M. und lebte sehr zurückgezogen. Es erschien ihm ausgeschlossen, daß sie Herrenbesuch gehabt hatte. Er begab sich aber doch in die Wohnung, und als man sich gewaltsam Zutritt verschafft hatte, fand man die Dame entseelt am Boden. Sie war durch mehrere Messerstiche getötet worden. Der Invalide hatte also die Wahrheit gesprochen. Die Polizei wurde geholt. Sie entdeckte weder eine Spur, noch vermochte sie das „Geheimnis der alten Mamsell“ zu lüften. Die Sache blieb ein Rätsel. Man war ausschließlich auf die Aussagen des Augenzeugen Stefan R. angewiesen, die auch in der Presse erschienen. Diese führten zwar zu keiner Aufklärung, aber zu einem höchst kuriosen Beleidigungsprozeß. Die grauhaarige Dame war nämlich Vorsitzende mehrerer wohltatiger Vereine, darunter auch eines Vereins zum Schutze gefallener Mädchen, und sie war wegen ihres geradezu puritanischen Lebenswandels bekannt. Ihre Verwandten, die übrigens das nicht unbeträchtliche Vermögen der Toten erbten, stellten die Aussagen des Invaliden als eine gemeine Verleumdung dar. Wie sollte eine derart sittenstrenge und unantastbare Dame heimlich Herrenbesuche empfangen und sogar bei dieser Gelegenheit die Vorhänge vorziehen? Das war eine Beleidigung, die man nicht auf dem untadeligen Lebenswandel der Verschiedenen sitzen lassen wollte. Also wurde Stefan R. vor Gericht zitiert. Er blieb aber bei seinen Aussagen, an deren Glaubwürdigkeit zu zweifeln das Gericht keinen Anlaß hatte, zumal sie ja durch die Tatsache des gewaltsamen Endes der Frau v. M. eine gewisse Bestätigung fanden. Vernehmungen des Portiers und der übrigen Hausbewohner haben allerdings keinen Anhaltspunkt dafür gegeben, daß Frau v. M. heimlich Herrenbesuche empfing. Sie galt im Gegenteil als menschenscheu und zurückgezogen. Auf der anderen Seite wurde das Haus, in dem sich auch ein Zahnarzt und ein Rechtsanwalt, sowie mehrere Firmen befinden, von so vielen Personen betreten, daß man keine Kontrolle hatte, wohin die alle gingen. Bleibt also nur die Aussage des Stefan., die man glauben kann oder nicht. Dem„Geheimnis der alten Mamsell“, das es tatsächlich zu geben scheint, ist man damit nicht näher gekommen. auf der Sportstätte„Erin“ Wehrkampf 1(75=Meter=Sturmlauf); Klasse A: 1. Sieger: Betriebssportgemeinschaft der Gesellschaft für Teerverwertung, 130 Punkte; 2. BSG der Gesellschaft für Teerverwertung, 128 Punkte; 3. SA=Sturm 24/457, 100 Punkte. Wehrkampf 2(Tanziehen): Klasse A: Sieger: BSG„Erin“(Untertagebetrieb); Klasse B: Sieger BSG„Erin“(Kokereibetrieb 1. Mannsch.); Klasse C: Sieger BSG„Erin“(Kokereibetrieb, 2. Mannsch.) Wehrkampf 3(Mannschafts=Fünfkampf): Kl. A: Sieger SA=Sturm 21/457, 318 Punkte; Klasse B: Sieger SA=Sturm 24/457, 338 Punkte. Wehrkampf 4(Deutscher Wehrmannschaftskampf): Klasse B; 1. Sieger SA=Sturm 21/457, 436 Pkt.; 2. Sieger SA=Sturm 24/457, 316 Punkte. Wehrkampf 5(Mannschafts=KK.=Schießen und Handgranatenweit= und=Zielwurf): Klasse A: 1. Sieger BSG der Gesellschaft für Teerverwertung, 576 Punkte; 2. Sieger BSG„Erin“(Schießriege), 560 Punkte; 3. Siegr BSG der Gesellschaft für Teerverwertung, 507 Punkte; Klasse B: 1. Sieger SASturm 21/457, 599 Punkte; 2. Sieger BSG„Erin“ (Schießriege), 598 Punkte; 3. Sieger NSKK=Sturm 25 M/69, 598 Punkte; Klasse C: 1. Sieger BSG „Erin“(Kokereibetrieb), 578 Punkte; 2. Sieger SASturm R 25/457, 377 Punkte. Wehrkampf 6(Halb=Runden=Hindernis=Staffel): Klasse A: 1. Sieger BS6 der Gesellschaft für Teerverwertung,:56,0 Min.; 2. Sieger BSG„Erin“, :0,6,8 Min.; Klasse B: Sieger:3,1,6 Min. Pflanzkartoffelzuteilung in Westfalen Auch in diesem Jahre kommt wiederum ErstlingsSaatgut holländischer Herkunft zur Verteilung. Im Interesse der Ernährungswirtschaft erhält nur der Bauer eine Zuteilung, der die Gewähr dafür bietet, daß Höchsterträge erzielt werden. Anbauer, die bislang keine Frühkartoffeln angebaut haben oder die geernteten Frühkartoffeln nicht bis zum 1. August 42 den Erfassungsstellen zur Verfügung gestellt haben, werden ebenfalls bei der Zuteilung nicht berücksichtigt. Vermögenssteuer=Erklärung erst zum 1. Januar 1945 Die Einheitswerte gewerblicher Betriebe und die Vermögenssteuer sind zuletzt auf den 1. Januar 1940 festgestellt worden. Der Reichsfinanzminister hat nunmehr durch Verordnung bestimmt, daß die nächste Hauptfeststellung der gewerblichen Einheitswerte und die nächste Hauptveranlagung der Vermögenssteuer nicht nach dem Stande vom 1. Januar 1943, sondern nach dem Stande vom 1. Januar 1945 vorzunehmen sind. Die Hinausschiebung der Hauptfeststellung und der Hauptveranlagung hat zur Folge, daß die steuerpflichtigen Vermögenserklärungen allgemein erst nach dem Stande vom 1. Januar 1945 abzugeben sind. Die Finanzämter werden aber manche Steuerpflichtige bereits zur Abgabe der Vermögenserklärung für die Stichtage vom 1. Januar 1943 und vom 1. Januar 1944 auffordern. Das wird in den Fällen geschehen, in denen das Finanzamt annimmt, daß die Voraussetzungen der Wertfortschreibug oder der Neuveranlagung erfüllt sind, weil das Vermögen an diesen Stichtagen gegenüber dem zuletzt festgestellten Vermögen in einem bestimmten Ausmaß abweicht. Antragssperre für Lohn= und Gehaltserhöhungen bis 1. Januar 1943 verlängert Der Reichstreuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Westfalen=Niederrhein teilt mit: „Die Meldungen zur Tätigen Neue seitens der Betriebe sind, wie ich jetzt nach Ablauf der Meldefrist feststellen muß, zunächst sehr zögernd und in den letzten Wochen und vor allem in den letzten Tagen vor dem Termin, dem 15. September 1942, in einer außergewöhnlich großen Zahl eingegangen, so daß eine Aufarbeitung bis zum 15. Oktober d. Is. ausgeschlossen ist. Ich sehe mich daher veranlaßt, die von mir verhängte Sperre für Anträge aller Art auf Lohn= und Gehaltserhöhungen oder auf Aenderungen sonstiger Arbeitsbedingungen bis zum 1. Januar 1943 zu verlängern. Trotzdem eingehende Anträge können nicht bearbeitet werden, eine ablehnende Antwort wird den Betrieben nicht zugehen. Hieraus ist jedoch unter keinen Umständen eine stillschweigende Zustimmung meiner Dienststelle oder der Dienststellen meiner Beauftragten zu dem gestellten Antrag zu folgern. Auch Betriebe, denen Rahmengenehmigungen für Lohn= und Gehaltserhöhungen erteilt worden sind, dürfen während der Antragssperre keine Aufbesserung der Löhne und Gehälter im Rahmen der erteilten Genehmigung vornehmen. Lediglich Anträge auf NeuMussenmereer Zachs Dem Rebhuhn sehlt es an Unkrautsamen Die Ursachen des Rückgangs unseres Niederwildes Manche Jäger sind der Ansicht, daß das Rebhuhn ein ausgesprochener Steppenvogel sei und mit der zunehmenden Feldkultur verschwinde. Dies wird von anderen Naturfreunden bestritten. Auf der Jagd des Grafen Schaffgotsch, Schwarzengrund in Oberschlesien, wurden noch im August 1936 von sechs Schützen 952 Rebhühner an einem Tage erlegt und acht Tage darauf auf demselben Gelände bei der gleichen Nimrod= zahl nochmals 843 Rebhühner. Dies soll die beste Strecke gewesen sein, die jemals in dieser Gegend erzielt wurde. Am 9. November war dann dort Treibjagd, wobei von fünf Schützen an einem Tage 2478 Stück Wild geschossen wurden. Es handelte sich in diesem Falle um die höchste Strecke, die überhaupt im ganzen Raum des damaligen Deutschen Reiches gemacht wurde. Und das ausgerechnet in Schlesien, das inbezug auf Acker= und Feldpflege mit Hackfruchtanbau und Kunstdüngerstreuen an erster Stelle steht. Man kann also viel eher behaupten, daß sich Hase, Fasan, Kaninchen und Rebhuhn durchaus der fortschreitenden Kultur anpassen. Trotzdem ist an einem weitgehenden Rückgang unseres Niederwildes nicht zu zweifeln. Die Hauptursache hierfür ist wohl die erschreckende Ueberhandnahme des Fuchses. Wo man früher je tausend Hasen und Fasanen schoß, gibt es davon jetzt nur noch den fünften Teil. Also nicht die Höhe unserer Bodenkultur ist schuld am Rückgang unserer Niederjagd, sondern im Gegenteil unsere Ueberkultur, weil wir es als grausam empfinden, wenn einmal eine Fuchsmutter erlegt wird und die Jungen dann zugrunde gehen müssen. In einem Kulturstaat regeln sich die Verhältnisse der einzelnen Tiergattungen zueinander nicht von selbst. Hier muß der Mensch eingreifen, und wenn er es verkehrt macht, bleiben die üblen Folgen nicht aus. Rechnen wir zu dem Schaden, den uns der Fuchs an Rebhühnern, Fasanen und Hasen verursacht, noch das Geflügel hinzu, das in der Landwirtschaft zugrunde geht, so müssen wir uns doch fragen: Was ist wichtiger, der Fuchspelz um den Hals der Frauen oder das, was Geflügel und Wild zur Volksernährung beitragen könnten? Würde der Fuchsbalg wiederum, wie vor über 50 Jahren, etwa.50 Reichsmark kosten, so würde unsere Niederjagd rasch wieder an Bestand und Ertrag zunehmen, ohne daß deshalb die landwirtschaftliche Kultur ungünstig beeinflußt würde. Natürlich gibt es außer dem Ueberhandnehmen des Fuchses auch noch einige Nebengründe für das Verschwinden des Niederwildes. Hierzu gehört beispielsweise der Mangel an Unkrautsamen, von dem das Rebhuhn in der Hauptsache lebt. Zusammenfassend wäre zu sagen, daß man nicht eine Tierart wie den Fuchs einseitig begünstigen darf, wenn man zugleich andere und zwar unbedingt wertvollere erhalten will. Rätselraten Von Rolf Krake Es ist Sonntag nachmittags. Außerdem regnet es. Huber und Gruber langweilen sich. Schließlich sagt Huber:„Hör zu, Gruber, du bist doch ein heller Kopf! Ich werde dir ein Rätsel aufgeben! Also, paß auf: es steht in einem Wasserglas, man putzt sich damit die Zähne und außerdem singt es! Was ist das?“ Gruber zerbricht sich den Kopf:„Es steht in einem Wasserglas... man putzt sich damit die Zähne... festsetzung von Gehältern für neueingestellte Gefolgschaftsmitglieder oder auf Festsetzung von Bezügen für Vertreter von Gefolgschaftsmitgliedern, die zur Wehrmacht eingezogen worden sind, werden noch bearbeitet. In diesen beiden Fällen besteht für die Betriebe trotz der Sperre eine Meldefrist.“ Einführung der Einheitsrechnung Rechnungen für Lieferungen und Leistungen aller Art müssen vom 1. Oktober an in ihrem Vordruck dem deutschen Einheitsblatt DIN. E 4991 entsprechen, eine Aufbrauchfrist für abweichende Vordrucke ist bis Ende März 1943 gesetzt. Die entsprechende Anordnung des Reichsministers für Bewaffnung und Munition und Generalbevollmächtigten für Rüstungsaufgaben im Vierjahresplan vom 22. September 1942 ist im RA. 224 vom 24. September 1942 veröffentlicht. Sie bezweckt eine Vereinfachung des Auftragswesens und bringt vor allem insofern eine Arbeitsersparnis, als die bisher zu beobachtende Verschiedenartigkeit der verlangten Detaillierungen wegfällt. Besteller oder Empfänger von Lieferungen und Leistungen aller Art dürfen nicht verlangen, daß Rechnungen auf von ihnen gelieferten oder sonst vorgeschriebenen Vordrucken ausgestellt werden, sobald der Rechnungsaussteller die neuen Einheitsrechnungen verwendet. Ebensowenig dürfen Angaben verlangt werden, die im Vordruck der Einheitsrechnung und den zugehörigen Erläuterungen nicht vorgesehen sind. Die Rechnungen nach DIN. E 4991 müssen gemäß den Leitsätzen und Erläuterungen zum Einheitsblatt angestellt werden. Ausnahmeanträge sind über die für den Antragsteller zuständige Gruppe der gewerblichen Wirtschaft, bei Verwaltungen über die zuständige Oberste Reichsbehörde an den Reichsminister für Bewaffnung und Munition zu richten, der über die Ausnahmen entscheidet.— Das Einheitsblatt wird in etwa 14 Tagen beim Beuth=Vertriebe, Berlin SW 68, erhältlich sein. Aus der Bewegung RS.=Frauenschaft— Deutsches Frauenwerk Castrop=Rauxel=Süd Der Gemeinschaftsnachmittag der Ortsgruppe Süd findet am heutigen Mittwoch, dem 30.., um 17 Uhr, ## Haller am Markt statt. Es spricht die Kreisabteilungsleiterin über ein zeitgemäßes Thema. Alle Mitglieder, auch Nichtmitglieder, werden hierzu herzlichst eingeladen. Das Erscheinen aller Amtswalterinnen ist Pflicht! Heute abend 20 Uhr verschied nach langer, schwerer Krankheit meine liebe Frau, Mutter und Schwester, unsere gute Schwägerin und Tante Frau Maria Bleigen geb. Lakenberg im Alter von 54 Jahren, versehen mit den Tröstungen der kath. Kirche. In tiefer Trauer: Franz Blefgen u. Sohn Felir nebst Anverwandten Castrop=Rauxel 1(Bergstraße 25a), den 28. 9. 1942 Die Beerdigung findet statt am Freitag, dem 2. 10., 15.30 Uhr, vom Sterbehause aus, Bergstraße 25a.— Das feierliche Levitenseelenamt ist am Samstag,.10 bzw. 10 Uhr, in der St.=Lambertus=Pfarrkirche Castrop=Rauxel. Sollte jemand aus Versehen keine besondere Nachricht erhalten haben, so diene diese als solche. Wegn Wäsche nicht gründlich gespült wird, so bleiben Seifenreste im Gewebe haften und verkleben die Fasern. Geschieht das öffer, so wird das Gewebe leicht brüchig. Auch Vergilben und Grauwerden der Wäsche sind die Folge. DALLI-Fix spült die Wäsche seifenfrei. DALL und außerdem singt es? Wenn nicht das mit dem Singen wäre, würde ich ja sagen, es ist die Zahnbürste——.. Huber strahlt:„Es ist doch auch die Zahnbürste, du hast es erraten!“ „Ja aber— eine Zahnbürste singt doch nicht!“ Huber beruhigt ihn:„Das habe ich dir doch nur gesagt, damit das Rätsel schwerer ist!“ Daraushin nimmt sich Gruber zusammen:„Jetzt bekommst Du ein Rätsel von mir zu lösen. Ein ganz leichtes, damit du es erraten kannst. Höre zu:„Das Erste läuft, das Zweite läuft, das Dritte läuft und das Vierte läuft noch nicht. Was ist das?“ Huber zermartert sich sein Hirn. Vergeblich. Er kann es nicht herausfinden. Schließlich gibt er es auf. Fragt verzweifelt:„Also, sag mir die Lösung, ich kann nicht darauf kommen...“ Gruber triumphiert: „Es sind die vier Kinder meiner Schwester!“ Moral Von Poul Frandsen Lehrer Jensen vertrat den Standpunkt, daß man den Kindern nicht früh genug die Bedeutung des Gewissens und des angeborenen moralischen Gefühls klar machen kann.„Der gestirnte Himmel über mir und das moralische Gefühl in mir...“ pflegte er frei. nach Kant zu zitieren und dabei seinen langen Zeigefinger bedeutsam an seine lange Nase zu legen. „Die Schüler ihrer Klasse sind noch viel zu um dies zu begreifen", erklärte ihm Inspektor Schultze wiederholt. Aber Lehrer Jensen ereiferte sich:„Jedes menschliche Wesen, das noch nicht in den Schlamm unmoralischer Lebensführung geraten ist, weiß instinktiv die richtige Antwort auf meine Frage nach dem menschlichen Gewissen!— Ich bitte Sie, verehrter Herr Inspektor, nkorgen einer Unterrichtsstunde in meiner Klasse beizuwohnen. Sie werden überrascht sein, wie richtig die Antworten der Kinder sind!“ Inspektor Schultze war selbst neugierig, wie sich achtjährige Dreikäsehochs zum moralischen Gefühl in ihrem Herzen verhakten und besuchte daher am nächsten Morgen eine Unterrichtsstunde bei Lehrer Jensen. Kaum hatte der Inspektor Platz genommen, so stellte sich Jensen in Positur, blickte mit Feldherrnblick über die Bankreihen und begann:„Wie nennt man die Kraft, die unser ganzes Innere zusammenhält und uns besser macht, als wir von Natur aus sind?“ Karlchen in der ersten Bank meldet sich stürmisch. „Nun— mein Junge?“ „Ein Korsett, Herr Lehrer!" (Aus dem Dänischen von T. Vermoes.) Die große Taler=Wette In den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts kam es, wie ein Bericht von damals erzählt, in der kleinen Ortschaft Neustadt bei Coburg zu einer ungewöhnlichen Wette, die noch lange in aller Munde war. Zwei Männer sprachen an einem langen Winterabend in einer Neustädter Gastwirtschaft über die Zeit und über den— Viehhandel, wobei sie den Alkohol nicht verschmäht haben mögen. Es ging um ein Paar Ochsen, die der eine von dem andern gern auf billigste Art und Weise kaufen wollte. Und um dies zu erreichen, bediente sich der Ochsenliebhaber der menschlich billigsten und finanziell teuersten aller Leidenschaften— der Wettleidenschaft. Gib mir deine beiden Ochsen, und ich entgelte sie dir mit einem Literglas gefüllt mit blanken Talern!“ bat der Käufer. Zögernd griff der Besitzer des Rindviehs sich an das Kinn und schien zu überlegen. Dann willigte er mit Handschlag ein. Die originelle Wette war geschlossen; Aber wie erstaunt war der Käufer, als der Ochsenhalter umständlich und bedächtig für 1000 Mark Taler in ein Literglas bugsierte. Bitter enttäuscht wollte er von dem Kauf der Ochsen Abstand nehmen. Es kam wie es kommen mußte. Aus der großen TalerWette wurde eine heftige Rechtsfehde vor Gericht. Handelsregister. Amtsgericht Castrop-Rauxel, den 25. September 1942. A 13: D. Langhoff Nachf. in CastropRauxel. Die Firma ist erloschen. für sofort gesucht. Frobieren geht über Studieren. Also probieren Sie es endlich mal mit einer kleinen Anzeige im Stadtanzeiger, sie bringt Ihnen was Sie suchen. Westfalenschenke, Herne 1. W. Bahnhofstraße 40. Nettes, junges, kinderliebes Mädchen für Etagenhaushalt gesucht. Frau Klara Richter, WuppertalBarmen, Am Anger 24. Ze gebr. Hoitsunne ohne Lehne,.80 m lang, für Luftschutzkeller geeignet, im ganzen oder einzeln zu verkaufen. A. Raffelsieper, Amtstraße 54. Ruf 2691. Der„Stadtanzeiger“ erscheint wöchentlich 6mal. Wochenbezugsoreis 50 Pfg.. Postbezugsprets 2 RM. monatlich. Druck u. Verlag.31. C. Th. Kartenberg, Herne. Hauptschriftt.„Willi Franke..31 Wehrmacht Verantwortl. für Volitik. Kunst u. Wissenschaft i. B. Otto Pohle. WanneCickel, verantwortl. für die örtl., sportlichen u. provinziellen Mitteilungen Jos. Pruns, CastropRauxel..=Nr 2151 Castroo.— Anzeigenpreis 1 mm hoch und 22 mm breit 4 Pig Nachlaß nach den vom.d..W. herausgegeb. Richtlinten. 3. 34 gilt Preisliste Nr. 1 Alle Bilder. soweit nicht anders angegeben. Scher! Willst Du kaufen ein Oldenburger Schwein, Laufe schnell nach Heinrich Klein! Nicht mehr in lckern Jetzt Habinghorst, Germanenstr. 42 Wir erhalten jeden Dienstag und Freitag a Oldenb. Ferkel und Läuterschweine und geben dieselben zu den billigsten Preisen ab. Lieferung frei Haus. Viehhandlung Reinrich Hlein und Reinrich Arns Habinghorst, Germanenstraße 42. Telefon 2381 Amt Castrop.