P 68. Jährgang Castroper Zeitung Arth Raureter Neueste Rummer 194 Donnerstag, den 20. August Inlousionrversuch auf dem Konlingent gescheitert Die groß angelegte Landung bei Dieppe unter hohen blutigen Feind-Verlusten zusammengebrochen Kein dewasstieler Feind mehe am Kunat dnb Aus dem Führerhauptquartier, 19. August. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Eine grohangelegte Landung englischer, amerikanischer, kanadischer und de Gaullistischer Truppen In der Stärke von etwa einer Division als erste Welle, die In den heutigen Morgenstunden gegen die französische Kanalküste bei Dieppe unter dem Schutz starker See- und Luttstreitkrätte und unter Einsatz von gelandeten Panzern geführt wurde, ist durch die Im Küstenschutz eingeseizten deutschen Krätte unter hohen blutigen Verlusten für den Gegner zusammengebrochen. Seit 16 Uhr befindet sich kein bewaffneter Feind mehr auf dem Festland. Dieser große Erfolg wurde erzlelt, ohne daß es auch nur des Einsatzes irgendwelcher nennenswerter Reserven durch die deutsche Führung bedurft hätte. Wie aus den Truppenmeldungen und den Gefangenenaussagen hervorgeht, spielten sich die Landungsoperationen folgendermaßen ab: Die erste Welle der Landungstruppen wurde heute früh auf hoher See von Truppentrausportern durch 300 bis 400 Landungsboote übernommen und erreichte um.05 Uhr die Küste, geschützt von 13 bis 15 Krenzern, Zerstörern und starken Jagdstreitkräften. Dahinter standen schwimmende Reserven von sechs Transportern und drei Frachtern, weiter nördlich eine Gruppe von 26 Transportern als Operationsreserve, wahrscheinlich das Gros der Landungsstreitkräfte. Dieses sollte eingesetzt werden, sobald es der ersten Landungswelle gelungen wäre, einen Brückenkopf um den Hasen von Dieppe zu bilden. Dazu kam es nicht. Die gelandeten Feinde wurden im Nahkampf überall ausgerieben und ins Meer geworsen. Von den gelandeten und vernichteten Panzerkraftwagen sind bisher 28 gezählt worden. Alle Stützpunkte wurden von der tapferen Küstenbesatzung gehalten. Ueber 1500 Gefangene befinden sich in deutscher Hand, darunter 60 kanadische Offiziere. Die blutigen Verluste des Feindes sind sehr hoch. Durch Artilleriefener wurden drei Zerstörer, zwei Transportboote und zwei Transporter versenkt. Die Luftwasse schoß 83 feindliche Flugzeuge ab, versenkte zwei Transporter und ein Schnellboot und beschädigte fünf Kreuzer, während ein großer Zerstörer und zwei Transporter durch Bombentresfer beschädigt wurden. Der Feind hat bei diesem, nur politischen Zwecken dienenden, aber jeder militärischen Vernunft Hohn sprechenden Landungsversuch eine vernichtende Niederlage erlitten. Die deutsche Wacht im Westen hat dem dilletantenhaften Unternehmen eine gebührende Abfuhr erteilt. Sie sieht im übrigen allen weiteren Versuchen des Gegners mit der Ruhe und Kraft einer Wehrmacht entgegen, die in hunderten von Schlachten den Sieg an ihre Fahnen geheftet hat. Fur die Altnerien ein nedes Lünticchen Stalin ließ sich nicht überreden Kategorisch verlangte er die„zweite Front“ Berlin, 20. August. In der vom Oberkommando der Wehrmacht in einer Sondermeldung bekanntgegebenen katastrophalen Niederlage des englischamerikanischen Expeditionskorps bei seinem Invasionsversuch auf dem euroväischen Kontinent wird von amtlicher Seite festgestellt: Am 22. Juli stellte Stalin angesichts des Zusammenbruchs seiner Südfront in London und Washington durch seine Botschafter Maisky und Litwinow bei der englischen und amerikanischen Regierung in ultimativer Form die Forderung auf sofortige Errichtung einer zweiten Front. Dieses Ultimatum war auf eine Zeit von 12 Tagen befristet. Bekanntlich hat übrigens der Sender Moskau 3. August ausdrücklich bestätigt.„daß die Regierung der Sowjet=Republik an die Regierungen der Vereinigten Staaten und Groß=Britanniens offiziell die Forderung nach der sofortigen Errichtung einer zweiten Front gerichtet hat“ In den ersten Tagen des August sab sich der englische Premierminister gezwungen, beschleunigt über Kairo, Teheran nach Moskau zu fliegen. Er traf mit dem Sonderbeauftragten Roosevelts am 12. August im Kreml ein, um dort Stalin persönDie größte Krise für Britannien im Krieg Der Weihsel im Oberkommando soll eine Besserung der Lage herbeiführen Drahtbericht unseres ständigen Korrespondenten dp Stockholm, 20. August. Eine Anzahl Loudoner Zeitungen fragt nach dem Grund für die Abberufung Generals Auchinleck und überhaupt für die neuen Ernennungen im Mittleren Orient. Ist der General auf eigenen Wunsch abgegangen oder hat er den blauen Brief bekommen, überlegt Im Kaukasus geht der Vormarsch weiter Erneute starke Angriffe ostwärts Wiasma und bei Rschew zerschlagen Der Feind dnb Aus dem Führerhauptquartier, 20. August. Das Oberkommando der Wehrmacht gab gestern bekannt: „Im Kankasus haben deutsche und slowakische Truppen in unübersichtlichem Gebirgsgelände zahlreiche Straßen= und Minensperren überwunden und stoßen nach Süden weiter vor. Die Häfen der Schwarzmeerküste wurden erneut von der Luftwaffe angegriffen und dabei vier Küstenfahrzeuge versenkt sowie ein Sowjetzerstörer, sechs Transvortschiffe und acht Küstenfahrzeuge schwer bechädigt.„—r Er 4 Im großen Doubogen wurden bei der Säuberung des Geländes zersprengte feindliche Kräfte vernichtet. Im Raum von Woronesch nur geringe örtliche Kampftätigkeit. Bei den harten und erfolgreichen Abwehrkämpfen in der Zeit vom 11. bis 17. August verlor der Feind 2561 Gefangene, 501 Panzerkampfwagen, 31 Geschütze und 250 Maschinengewehre und Granatwerser. Die blutigen Verluste der wiederholt in dichten Massen angreisenden Bolschewisten waren außergewöhnlich hoch. Ostwärts Wiasma und bei Rschew, wo sich das westfälische Insanterie=Regiment 58 während der schweren Kämpfe ganz besonders ausgezeichnet hat, wurden erneute starke Angriffe des Feindes in unermüdlichem Einsatz der deutschen Insanterieund Panzer=Divisionen unter Mitwirkung der Luftwasse zerschlagen und dabei 25 Panzer vervichter.. I A# Südostwärts des Ilmensees und am Wolchow führte der Feind vergebliche örtliche AuIm Mittelmeer versenkte ein deutsches Unterseeboot einen Transportsegler. Bei Tageseinflügen britischer Flugzeuge nach Nordwestdeutschland und in die besetzten Westgebiete hatte die Zivilbevölkerung durch einzelne Sprengbomben geringe Verluste. Dabei wurden sieben und in der Nacht bei Störangriffen im Raum der Deutschen und Kieler Bucht ein britisches Flugzeug abgeschossen. Planlose Störslüge einer Anzahl von### wietflugzeugen lösten in der vergangenen Nacht in Ost= und Westpreußen Fliegeralarm aus. Auch hier entstanden durch vereinzelte Bombenebwärse geringe Verluse unter der Zivilbevölke. rung sowie leichte Gebäudeschäden. verlor zwei Flugzenge. 61.11 16 8 Die Luftwaffe bombardierte nach Tagesangriffen leichter deutscher Kampfflugzeuge auf militärische Ziele an der englischen Südküste im Verlause der letzten Nacht wehrwirtschaftliche Anlagen der Stadt Norwich. Es entstanden anhaltende Brände.— Im Kanal griffen in der Nacht zum 18. August zahlreiche britische Torpedo= und Kanonenschnellboote wiederholt einen durch Vorpostenboote gesicherten deutschen Geleitzug erfolglos an. Im Verlauf des Seegefechtes, das zum Teil auf eine Entfernung von 150 Meter stattsand, wurden zwei feindliche Boote vernichtet. Mit dem Sinken von zwei weiteren schwer beschädigten britischen Booten kann gerechnet werden. Der Geleitzug erreichte ohne Beschädigung seinen Bestimmungshafen.“ der militärische Mitarbeiter des arbeiterparteilichen„Daily Herald“. Er läßt durchblicken, daß im Oberkommando in Kairo erhebliche Fehler gemacht seien. Allgemein habe bei der Nilarmee das Gefühl geherrscht, daß die einzige Chance des letzten Feldzuges, nämlich einen Gegenangriff anzusetzen, von Auchinleck verpaßt worden sei. Als er schließlich verspätet eine Gegenoffensive versuchte, sei sie ungeschickt und daher erfolglos durchgeführt worden. Die britische öffentliche Meinung habe ein Recht darauf zu erfahren, ob das Kriegskabinett mit der Berufung Alexanders eventuelle Versäumnisse Auchinlecks habe ahnden wollen. Dem Blatt ist sicherlich bekannt, daß Auchinleck zu den persönlichen Freunden Churchills zählt. In britischen Militärkreisen wird Auchinleck vor allem ein rücksichtslose Verhalten General Cunningham gegenüber verargt, der von ihm auf den Schlachtseldern in der ägyptischen Westwüste seines Befehls enthoben worden war, nachdem ein erster Angriff auf Rommels damalige Stellung scheiterte und General Ritchie, den Auchinleck für Cnnningsich beham einsetzte, erwies sich ginn der diesjährigen deutschen Offensive und sonders nach dem Fall von Tobruk, vollständig ungeeignet. Die Zeitungen versuchen demgegenüber so zu tun, als sei es, wie sie sagen, eine alte britische Tradition, den militärischen Oberbefehl in Kriegszeiten häufiger zu wechseln. In Kairo ist jetzt nach Wavell und Auchinleck und Alexander der dritte Oberbefehlshaber ernannt worden. lich die Schwierigkeiten der Errichtung einer zweite. Front klar zu machen. Stalin hat sich trotz aller Ueberredungsversuche des englischen Premierministers nicht zufrieden gegeben, sonder er hat zur Entlastung seiner katastrophalen Lage kategorisch die Errichtung der zweiten Front verlangt und zwar in der kürzesten Frist. Dem englischen Premierminister blieb nunmehr kein anderer Ausweg, als entgegen aller Bedenken seiner militärischen Sachverständigen eine Groß=Landung an der französischen Küste anzuordnen Dieser, wie immer unter Voranstellung der Hilfstruppen mit erheblichen Kräften aller Waffengattungen unternommene Schritt des Amateurz strategen Churchill ist in wenigen Stunden zusammengebrochen. Churchill hat damit der alliierten Kriegführung in gewohnter Weise ein neues Dünkirchen bereitet. Lästige Störung ihres Tagesablauses * Paris, 20. August. Unmittelbar nach der restlosen Erledigung des englischen Landungsversuches an der französischen Küste nahm in der Stadt Dieppe das Leben wieder seinen gewohnten Gang. Bereits um 18 Uhr waren alle Läden wieder geöffnet und die Einwohner von Dienpe tätigten wie jeden Tag ihre Einkäufe, als ob nichts geschehen wäre. Die Haltung der französischen Bevölkerung während des letzten Tages ließ erkennen, daß sie vollstes Vertrauen in die deutsche satzung hatte und die englische Aktion lediglich als eine lästige Störung ihres Tagesablauses betrachteten. Die Briten wollten Erfahrungen sammeln □ Stockholm, 20. August. Der Londoner Nachrichtendienst meldet zu den deutschen Angaben über die englischen Angriffe auf Dieppe:„daß die britischen und verbündeten Streitkräfte zum Rückzug gezwungen worden seien, läge noch keine Bestätigung vor.“ Immerhin bereitet man die Oeffentlichkeit auf schwere Verluste vor. In London wird nach derselben Quelle darauf hingewiesen, daß, wenn die britischen Verluste bekannt würden, würden diese an die deutschen Verluste nicht heraureichen. Im übrigen müßte man bei derartigen Angriffen, die unter Einsatz von beträchtlichen Streitkräften mit schweren Ausrüstungen erfolge, die Erfahrungen berücksichtigen, die man dabei gesammelt habe. Der Führer an Horthy dnb Aus dem Führerhauptauartier. 20. August. Der Führer hat anläßlich des ungarischen Natiolig#### von Ungarn übermitteln späterbin, d h. zu Be nalfeirtages an den Reichsverweser späterhin, v. 9. Ju.=sHyxthy folgendes Telegremm Horryy folgendes Telegramm lassen: „Anläßlich des ungarischen Nationaltages spreche ich Eurer Durchlaucht meine herzlichsten Glückwünsche aus. Ich gedenke an diesem Tage in besonderer Herzlichkeit der verbündeten ungarischen Nation und ihrer mit uus im Osten gemeinsam kämpfenden Truppen.“ gez. Adolf Hitler. e K K 4 Von links: Vierlingsflak in einem Maisfeld.— Kapitänleutnant Topp und Oberstleutnant Gorn, die das Eichenlaub zum Ritterkreuz erhielten.— Darmnter: Oeneraleldmarschall von Bock bei einem Schülzenresment im Oeten.— Rechtz: Vor dem Aus Pl..gsge, Pachs, Priner, wiet u. Namarn. Ein neder Generat in der Sauten=Reige Alexander konnte Burma nicht halten, mmn soll er Afrika„beleben“ Drahtbericht unseres dielomatischen Mitarbeiters * om Berlin, 20. August. Einer der englischen Kritiker der Churchillschen Kriegführung hat kürzlich die sarkastische Bemerkung gemacht, der Unterschied zwischen der englischen Strategie und derjenigen der Dreierpaktmächte bestehe darin, daß diese Sieg auf Sieg erfechten, während England einen General nach dem anderen absetze. Churchill hat die Wahrheit dieses bitteren Scherzwortes aufs neue bestätigt, indem er bei seinem Aufenthalt in Kairo General Auchinleck den Oberbefehl über die 8. Armee abnahm und ihn General Alexander übergab. Die Auswahl scheint nicht mehr groß zu sein, denn der neue Mann, der Marschall Rommel gegenübergestellt wurde, hat ebenso wie Auchinleck nur einen negativen Beweis seiner Fähigkeiten erbracht. Er versagte nämlich in der Aufgabe, Burma gegen die Japaner zu halten, und mußte sich mit dem Rest seiner geschlagenen Truppen nach Indien zurückziehen. Dies hindert die britische und die USA.=Presse nicht, ihn den „typischen Angriffs=General“ zu nennen und die Siege bereits vorweg zu nehmen, die er erst erfechten soll. Auch General Auchinleck gehörte einst zu den großen Hoffnungen und wurde. insbesondere von Churchill selbst, als Favorit dem General Wavell gegenübergestellt, dem politischer Ehrgeiz nachgesagt wird und den Churchill deswegen in den Hintergrund drängte. Noch in seiner letzten Rede im Unterhaus hat sich Churchill auf die Berichte Auchinlecks gestützt, als er über die Schlacht in Nordafrika sprach. Er hatte die Absetzung des Generals Ritchie durch Auchinleck gebilligt und damit diesen für die Niederlagen verantwortlich gemacht. Wenn er sich jetzt in Kairo dazu entschloß, auch diesen Oberbefehlshaber in die Wüste zu schicken, so mögen dafür Eindrücke an Ort und Stelle, vielleicht aber auch ein Bedürfnis maßgebend gewesen sein, die Moskauer Besprechungen mit einer Reihe von Maßnahmen zu krönen, die eine neue energischere Kriegführung ankündigen sollen. Da die nach Taten rufende Oeffentlichkeit in England und den Vereinigten Staaten in die Illusion versetzt werden soll, daß die Moskauer Konferenz ein Wendepunkt des Krieges herbeiführen werde, ist mit großer Wahrscheinlichkeit damit zu rechnen, daß die Taten in der nächsten Zeit wie bei früheren ähnlichen Anlässen eine scheinbare Aktivität entwickeln werden. In seinem Artikel„Auch der Versuch ist strafbar“ hat Reichsminister Dr. Goebbels vorausschauend diese Taktik so treffend und anschaulich geschildert, daß sie keine Ueberraschung bedeuten kann. Alexander und Alexandrien di Stockholm, 20. August.(Eigene Meldung). Da der Name des neuen Oberbefehlshabers der britischen Nahostarmee, Sir Harold Alexander, als der bekannte Rückzugsstratege noch zu sehr mit unangenehmen Erinnerungen belastet ist, hat die Londoner Presse ihm zur Aufmunterung ein neues Schlagwort mit auf den Weg gegeben. Dieses Schlagwort wurde ihr durch den Familiennamen des Generals geradezu in den Mund gelegt:„Alexandrien hat wieder seinen Alexander", „Alexander muß Alexandrien retten“, so und ähnlich lauten die Schlagzeilen, in denen auf ähnliche Weise die Lautähnlichkeit zwischen der bedrohten ägyptischen Hafenstadt und dem neuen General ausgekostet wird. Sie werden sozusagen als gutes Omen für die nun beginnende neue Aktivität der britischen Truppen auf dem ägyptischen Kriegsschauplatz gewertet. Ein anderes Omen wird dabei jedoch verschwiegen. General Alexander, der jetzt die Nachfolge Auchinlecks in Aegypten antritt, wurde der Nachfolger dieses Generals, als dieser sein Oberkommando über das südbritische Verteidigungsgebiet mit dem über die britische Nahostarmee vertauschte. Alexander wandelt also in dieser Beziehung in den gut markierten Spuren Auchinlecks. Dafür ist der Nachfolger des nach dem Fall von Tobruk abgesetzten Generals Ritchie, des Chefs der 8. Armee, Bernard Montegomery, eine ziemlich unbekannte Erscheinung. Der Name des 54jährigen Generalleutnants wurde bisher erst= und letztmalig im Zusammenhang mit den seinerzeitigen arabisch=jüdischen Zusammenstößen in Palästina genannt. Kotges Legeonis Teaischer Ssiarden Das deutsche Volk wird Zuschüsse zu seiner Ernährung erhalten □ Rowno, 20. August. Der Reichskommissar für die Ukraine, Gauleiter Erich Koch, hat, wie der Deutsche Dienst meldet, in einer in der „Deutschen Ukraine=Zeitung“ veröffentlichten Unterredung mit seinem Pressechef Dr. Pfafferott anläßlich des Jahrestages seines Amtsantritts einige Fragen der Ukrainepolitik beantwortet. Die grohen Aufgaben Einleitend wies der Reichskommissar darauf hin; daß nach den Richtlinien des Reichsministers Rosenberg seine erste Aufgabe in der Mobilisierung aller Kräfte der Ukraine für den Kampf der europäischen Völker gegen den Bolschewismus bestanden habe. Die Ernährung des kämpfenden Frontheeres habe gesichert und ein möglichst hoher und rascher Zuschuß für die Ernährungs= und Rohstoffversorgung der Heimat erreicht werden müssen. Die große Leistung der Landwirtschaft Im agrarischen Sektor, der am schnellsten zum Zuge kommen mußte, hatten wir wohl die größten Schwierigkeiten zu überwinden. Nachdem im Herbst trotz der Kriegsereignisse die Ernte fast vollständig geborgen werden konnte, kam alles auf die Frühjahrsbestellung an. Das Wetter begünstigte uns nicht überall. Es fehlte an allem, an Traktoren für die großen Flächen, an Dieselöl und an Gespannen, nur eines fehlte nicht, der Wagemut unserer Männer. Sie haben es dank der Mithilfe der Bevölkerung geschafft, daß die ukrainische Erde teilweise bis zu 90 Prozent der auch von den Bolschewisten bebauten Fläche bestellt werden konnte. Mit diesem Ergebnis hatten selbst die Optimisten kaum gerechnet. Ernährungszuschüsse für das deutsche Volk Das deutsche Volk wird Zuschüsse zu seiner Ernährung erhalten, auf die es ein Aurecht hat. Es darf nicht vergessen werden, daß es in erster Linie deutsche Soldaten waren, die den ukrainischen Boden für Europa vom Bolschewismus zurückeroberten. Schwierigkeiten ergeben sich naturgemäß besonders beim Trausport auch im Nahverkehr. Die bisherigen ukrainischen Lieferungen an Europa dürften jedenfalls Erstaunen hervorrnfen, wenn sie bekanntgegeben würden.“ 300 000 Ukralner arbeiten Im Reich Ueber den ukrainischen Arbeitseinsatz im Reich sagte der Reichskommissar u. a. es sei bisher gelungen, über 500000 ukrainische Arbeitskräfte für die Kriegswirtschaft des Reiches frei zu machen. Damit habe die Ukraine das größte Kontingent aller im Reich tätigen ausländischen Arbeitskräfte gestellt. Der kulturelle Aufbau Von den Maßnahmen für die ukrainische Bevölkerung in der kurzen Jahresfrist erwähnte der Reichskommissar u. a. die Agrarordnung, mit der das sowjetische Kolchossystem beseitigt wurde, den Handwerker=, den Toleranzerlaß und vor allem die Aufbaumaßnahmen auf dem Gebiete des geistigen Lebens in der Ukraine, wie Theater, Konzerte, Presse, Film usw. eines sei natürlich klar: Die Ukrainer müßten durch fleißige Mitarbeit und Pflichterfüllung beweisen, daß ihnen der Kampf gegen den Bolschewismus keine Phrase sei. Aufbaues nach dem Siege gelegt werden müssen. Die Erschließung des Ostraumes und insbesondere der Ukraine ist die wichtigste Aufgabe, die je in der Geschichte gestellt wurde. Für alle im UkraineEinsatz Tätigen aber gilt die Parole, durch äußerste Hingabe und Pflichterfüllung dem Führer einen Beitrag zum größten deutschen Sieg aller Zeiten zu leisten.“ Das Ritterkreuz für drei Regimentskommandeure □ Berlin, 20. August. Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Oberst Alexander von Pfuhlstein, Kommandeur eines Infanterie=Regiments; Oberstleutnant Erich Reuter, Kommandeur eines Infanterie=Regiments; Oberstleutnant Rudolf Buhse, Kommandeur eines Infanterie=Regiments. Beitische Einflugversuche an der Kanalküste abgewiesen □ Berlin, 20. August. Britische Jagdflugzeuge versuchten am Dienstagvormittag in das Seegebiet nördlich Cherbourg einzufliegen. Sie wurden schon vor Erreichen der Küste durch deutsche Focke=Wulf=Jäger in heftige Luftkämpfe verwickelt, wobei vier britische Jagdflugzeuge vom Muster„Spitfire" abgeschossen wurden. Zur gleichen Zeit flog ein britisches Bombenflugzeug in das Seegebiet von Brest ein. Der Bomber wurde von deutschen Jägern nach kurzem Feuergefecht in Brand geschossen und stürzte in die See. Zwei weitere britische Jagdflugzeuge wurden bei einem Vorstoß in den Raum von Dixmniden am Dienstag nachmittag von Focke=Wulf= und MesserschmittJägern zum Absturz gebracht. Kusieatten zinlerrin Erwburlung der Japaner Anscheinend sind die fapanischen Vorbereitungen abgeschlossen Drahtbericht unseres etändigen Korrespondenten sa Rom, 20. August.„Wann wird Australien in den Kampfbereich Japans rücken?", fraate ich vor einem halben Jahr den japanischen Botschafter in Rom. Er sagte:„Meiner versönlichen Ansicht nach in einigen Monaten. Sehen Sie aber bitte inzwischen von einer Veröffentlichung meiner Antwort ab. Dem japanischen Militärattaché in Rom, General Shimizu, legte ich im Juli die Frage vor: „Glauben Sie, daß ein Angriff auf Australien binnen kurzem erfolgen wird?“ Er antwortete: „Das glaube ich. Aber in welcher Form er kommen wird, das kann ich Ihnen nicht sagen.“ Inzwischen sind zwei Monate vergangen und„der Waisenknabe des vazifischen Ozeans.“ wie Australien von der japanischen Presse genannt wird, sieht zitternd dem Ansturm der Javaner entgegen, der, wenn nicht alles täuscht, kurz bevorsteht. In den politischen Kreisen Tokios und Roms wird jedenfalls offen gesagt, daß die Schlacht aegen Australien planmäßig vorbereitet werde und daß diese Vorberitungen einen Punkt erreicht hätten, der neue Entwicklungen voraussieht. Es wäre jedenfalls möglich, daß Javan die baldige Besetzung einiger strategisch wichtiger Punkte erwäge. Flakkreuzer„Cairo" und Zerstörer „Foresigth“ im Mittelmeer versenkt □ Stockholm, 20. August. London sieht sich jetzt genötigt, weitere Kriegsschiffverluste bei der völligen Zerschlagung des nach Alexandria bestimmten Geleitzuges zuzugeben. Auf die überraschend schnellen Eingeständnisse der Versenkung des Flugzeugträgers„Eagle“ und des großen Kreuzers„Manchester“ folgt heute eine Reutermeldung, die den Untergang des Flakabwehrkreuzers „Cairo“ und des Zerstörers„Foresight“ bekanntgibt. Ueber den Verlust von 15 mit wertvollstem Kriegsmaterial für die Aegyptenfront beladenen Handelsschiffen schweigen sich die britischen Lügenstrategen allerdings nach wie vor aus. Die beilischen Freiheitklanderisulen wener Auch Gandhis Sohn verhaftet— Ernste Rückwirkung auf die Inder in Aegypten Stockholm, 20. August. Wie Reuter aus NeuDelhi meldet, ist der Sohn Mahatma Gandhis. Devadas, am Mittwoch verhaftet worden. Gandihs Sohn, der jetzt gleichfalls von den britischen Freiheitskündern ins Gefängnis geworfen wurde, war Direktor der Zeitung„Hindustan Times“, die — wie gemeldet— vorgestern ihr Erscheinen eingestellt hat. Folgen des britischen Terrors in Indien ∆ Tokio, 20. August.„Tokio Nitschi Nitschi“ erfährt aus Südafrika, daß die indischen Einwohner in Johannesburg der Regierung eine Eingabe überreicht haben, in der die sofortige Befreiung Gandhis und der übrigen indischen Führer sowie die Anerkennung der Unabhängigkeit Indiens gefordert wird. Weiter wird berichtet, daß die Nachrichten über den britischen Blut=Terror in Indien ernste Rückwirkungen auf die indischen Soldaten, die jetzt an der ägyptischen Front stehen. gehabt hätten. Wiederholte Salven in die Menge □ Stockholm, 20. August. Während Churchill von seinem Bittgang aus Moskau zurückkehrt, dauert in Indien die„häßliche Laae“. von der Reuter sprach, weiter an. Wie das englische Nachrichtenbüro am Mittwoch früh zugeben muß.„lassen Berichte aus verschiedenen Zentren erkennen, daß die„Störungen anhalten". Westlich von Govedari seien fünf Inder getötet worden. als die englische Polizei auf die Menge schoß, die angeblich eine Polizeistation angegriffen habe. In Davacottsh(Ramnad) setzte nach Reuter der„Mob“ das Gebäude des Landgerichts in Brand und weigerte sich trotz wiederholter Salven nicht auseinanderzugehen. Bisher seien 6 Tote festgestellt und 51 Verhaftungen vorgenommen worden. Wie weiter gemeldet wird, führte die britische Polizei in Kalkutta zahlreiche Haussuchungen durch, darunter auch in dem Büro des bengalischen ProvinzialKongreßausschusses. Sabotageakte als Antwort aus britische Methoden in Syrien Drahtbericht unseres eigenen Vertreters U Genf, 20. August.„Die politische Lage im Nahen Orient wird immer ernster“ heißt es wörtlich in einer aus Damaskus kommenden Information. Diese Information, die trotz der scharfen Kontrolle über die syrische Grenze gelangte, zeigt die Unruhestimmung, die seit einiger Zeit im französischen Protektorak Syrien herrscht. Terrorakte am laufenden Band sind die Mittel, mit denen sich die nationale syrische Bevölkerung an Unterdrückungsmethoden der Anglo=Gaullisten rächt. Die Eisenbahnen in Syrien sind das am „Wus geschlehr mil diesemLand-inustl! Rach innen gesehen, ist das Volk durch schlechte Verwaltung längst aufgerüttelt Funkmeldung unseres eigenen Südamerika-Vertreters mp Buenos Aires, 20. August. Ein kürzlich hier eingegangener Bericht der großen USA.=Zeitschrift „Time“ verlangt ein aufschlußreiches Bild über die gegenwärtige innere Situation der USA. Die Zeitschrift erinnert an den Aufruf des New Yorker„Bürgerausschusses für den Sieg", der unter dem Motto„Was geschieht in diesem Land?“ die USA.=Bürger„wachrütteln" soll. Während die Amerikaner, Briten, Sowjets und die Chinesen für die Sache der Alliierten kämpften, so heißt es in diesem Aufruf, sei das Schauspiel, das die Washingtoner politischen Jntrigen böten, ebenso beschämend wie je. Denn für viele Akteure dieses Schauspiels gäbe es nur die Sorge der Novemberwahlen. Die Zeitschrift„Time“ meint in ihrem Bericht, daß das USA.=Volk gar nicht wachgerüttelt zu werden brauche, da es angesichts der schlechten Verwaltung des Landes längst ausgewacht sei. Zur Begründung dieser Behauptung führt„Time“ folgende Tatsachen an: Die Streiks nehmen weiter an Umfang zu. So waren die Streiks, die im Monat Juli durchgeführt wurden, um 85 Prozent ausgedehnter als die Streikbewegung im Monat Juni. Wetter habe die Verschwendung wertvoller Metalle der USA. zu einer starken Verknappung geführt. Außerdem gehen die Minenarbeiter wegen der besseren Bezahlung in die Rustungsindustrie, so daß die Kupferproduktion, Verhüttung und Raffinierung unter Arbeitermangel leide und zahlreiche Hütten ihre Produktionskapazität nicht ausnutzen könnten. Auch auf dem Lande fehlten die Arbeitskräfte, so daß teilweise das Getreide auf den Feldern verderbe. Dazu käme eine Fleischverknappung in zahlreichen Städten, wie Boston, Cleveland, Chikagd, die aber nicht die Folge einer Verknappung, sondern der Transportschwierigkeiten sei, die die Washingtoner Herren nicht zu bewältigen vermögten. Die„Time" behauptet zusammenfassend, die führenden Regierungspersönlichkeiten beschäftigten sich viel zu sehr mit Nebenfragen, wie eben jetzt mit Wahlintrigen und klagt über die Verwaltungshydra, die mehr Köpfe habe, als ein Herkules zertreten könne. Ausfall bei Aushebungen zum USA Militärdienst Drahtbericht unseres eigenen Vertreters va Rom, 20. August. Nach der nordamerikanischen Zeitschrift„Time“ sind bei der Aushebung zum Militärdienst von einer Million Mann 250 000 zurückgestellt worden, weil sie Analphabeten und geistig unfähig sind. Der größte Prozeutsatz von ihnen stammt aus Gebieten, die ausschließlich von eingewanderten Engländern besiedelt sind. meisten gewählte Objekt für zahlreiche Sabotageakte. Kürzlich wurde der Zugverkehr zwischen Aleppo und Beirut derart gestört, daß die Züge Verspätungen von über 24 Stunden aufwiesen. Bezeichnend für das Vertrauen, das augenblicklich noch in die von den Briten kontrollierten und von den syrischen Nationalisten gestörten Bahnen gesetzt wird, ist die Tatsache, daß ein nach der Türkei abgehender Zug weder von Reisenden besetzt noch mit Frachtgut beladen war. Vergebliche Mission in Indien di Lissabon, 20. August.(Eigene Meldung). Loughlin Currie, der Sonderbeauftragte Roosevelts in Tschungking und New Delhi, ist von dem Präsidenten nach Washington zurückgerufen worden. Damit hat eine Mission, die mit hoffnungsvollen Worten in der amerikanischen Presse begleitet worden ist, ein schnelles Ende gefunden. Currie hat ursprünglich den Auftrag gehabt, Tschungking auf die Schwierigkeiten der Lieferung amerikanischen Materials nach China hinzuweisen. Während seines Aufenthaltes in der Residenz des Marschalls Tschiangkaischek brachen in Indien die Unruhen aus und Roosevelt, der hier eine Möglichkeit spürte, den amerikanischen Einfluß in Indien auszubauen, schickte daraufhin seinen Sonderbeauftragten von Tschungking nach New Delhi. Hier wurde er nicht nur von den indischen Nationalisten, sondern auch vom Vizekönig ebenso mißtrauisch empfangen, wie alle früheren Emissäre des amerikanischen Präsidenten auch. Auf Grund der blutigen Vorgänge in Indien mußte Roosevelt einsehen, daß die Mission Curries gescheitert ist. 70 000 Minen geräumt □ Berlin, 20. August. Ein rheinisches Pionier= bataillon, das seit einem Jahr im Ostfeldzug eingesetzt ist, hat während dieser Zeit zum Teil unter schwierigsten Bedingungen 70000 Minen geräumt bzw. unschädlich gemacht. Neues in Kürze Stockholm. Das Reuterbüro gibt jetzt weitere Kriegsschiffsverluste bei der völligen Zerschlagung des nach Alexandrien bestimmten Geleitzuges zu. Es teilt mit, daß der Flugabwehrkreuzer„Cairo“ und der Zerstörer„Foresiaht“ untergegangen sind. Stockholm. Der schwedische Dampfer„Liljevalch“ ist in schwedischen Hoheitsgewässern von einem Sowjet==Boot torpediert worden. 33 schwedische Seeleute fanden dabei den Tod. Buenos Aires. Eine aufsehenerregende Rede gegen die englische Gewaltpolitik in Indien hielt vor dem argentinischen Senat der Senator Palacios am Dienstag. Berlin. Kapitänleutnant Tovv wurde zum Korvettenkapitän befördert: Großadmiral Raeder richtete an den erfolgreichen=Boot=Kommandanten ein Glückwunschtelegramm. Aufruf von Rentenbankscheinen □ Berlin, 20. August. Durch Bekanntmachung vom 13. August 1942 ruft die Deutsche Rentenbank die noch im Verkehr befindlichen Rentenbankscheine zu 10, 50, 100, 500 und 1000 Rentenmark zur Einziehung auf. Die aufgerufenen Scheine können bei den öffentlichen Kassen noch bis 30. September 1942 in Zahlung gegeben, bei den Kassen der Reichsbank aber bis 15. Dezember 1942 gegen andere Rentenbankscheine oder gesetzliche Zahlungsmittel umgetauscht werden. Mit Ablauf des 15. Dezember 1942 werden die aufgerufenen Rentenbankscheine kraftlos, und es erlischt damit auch die Umtausch= und Einlösungspflicht der Deutschen Rentenbank. Anstelle der aufgerufenen Rentenbankscheine gelangen zur Befriedigung des erhöhten Bedarfs an kleinen Zahlungsmitteln in entsprechendem Umfange Rentenbankscheine zu 1, 2 und 5 Rentenmark, wie sie sich bereits im Verkehr befinden, zur Ausgabe. Wie hören im Ründ#urek: Donnerstag: Reichoprogramm: Franz=Lehar=Sendung von 19.05 bis 13.55 Uhr. Feliete Hüni=Mihaosek beteiligt sich neven zuhlreichen weiteren Solisten und dem Münchener Rundsunsvochster an der Sendung„Bunte Klänge“ von 14.15—15 Uhr. Von 16—17 Uhr aufgelockerte konzertante Musik. Von 17.45—13.90 Uhr Unterhaltungsmusik.„Abendmusik im Grünen“ mit den Colisten Horst Günther und A. Heinke von 20.20—21.15 Uhr. Vorspiel und Siegfrieds Rheinfahrt aus der„Götterdämmerung“ aus den Bayreuther Bühnenfestspielen von 21.15—22 Uhr.— Deutschlandsender: Von 17.15—18.80 Uhr Werke von Georg Schumann, WolfFerrari und Liszt. Von 18—18.30 Uhr Armin Caspar Hochstetter mit seinem Streichquartett in=Moll„Musik im Felde stehender Komponisten. Von 20.15—21 Uhr Kirsten Heiberg, Rosita Serrano arfreuen mit einee Sommermischung. Nas VeT Castrop=Rauxel, 20. August Blumen sollen danken 57 Millionen Blüten zur 2. Reichsstraßensammlung am 22. und 23. August nsk Der Deutsche liebt die Schönheiten der Natur, und vor allem ihre entzückenden Kinder, die Blumen. Selbst in der bescheidensten Wohnung im Hinterhaus der Großstadt steht am Fenster wenigstens ein blühendes Geranien= oder Petunientöpfchen. Bei allen Gelegenheiten werden Blumen geschenkt. Blumen sind uns stets ein Zeichen der Liebe, Verehrung und Wertschätzung. Auch unsere tapferen Soldaten haben die Blumen als Grüße der Heimat lieben gelernt. So zeigte es der Blütenregen beim Einmarsch in die befreite Rheinlandzone, in den Alpen= und Donaugauen, im Sudetenland, in Memel und in den alten deutschen Städten des Ostens. Wie viele gepreßte Vergißmeinnicht, Himmelschsüssel, Erikablüten und Maßliebchen wandern wohl als Liebesgrüße nach dem Osten und Westen oder nach Afrika? Und überall dort, wo der Bewegungskrieg vorübergehend zum Stellungskrieg wird, läßt es sich der deutsche Landser nicht nehmen, ein paar Blumen zu pflanzen und das Stück Erde, auf dem er für Deutschland Wache stehen muß, wohnlicher und freundlicher zu gestalten. Wenn es die Eile des Vormarsches oder die Umstände nur irgendwie zulassen, liegen auch die Gräber gefallener Kameraden niemals ohne Blütenschmuck in Feindesland. So schließt oft die Blume den Kreis so manchen Soldatenlebens. Blumen blühen auch in allen deutschen Lazaretten, stehen in großen Vasen oder Tonkrügen, manchmal auch in anspruchslosen Trinkgläsern auf Tischen, Spinden und Nachtkästchen. Die Blumenpracht der Heimat wandert in die stillen Krankenstuben, wo die verwundeten Kämpfer liegen, und zaubert dort mit dem Dank der Heimat Licht und Geborgenheit auf die Gesichter. Was liegt daher näher, als für die zweite Straßensammlung im Kriegshilfswerk für das Deutsche Rote Kreuz Blumen als Abzeichen zu wählen! Vier bunte Margueriten, rot, grun, gelb und weiß, werden uns am 22. und 23. August 1942 von den Angehörigen des Deutschen Roten Kreuzes, von der Hitler=Jugend, von der Nationalsozialistischen Kriegsopferversorgung und vom NS.=Reichskriegerbund angeboten werden. Wer sie trägt, beweist damit, daß er Kamerad unserer Soldaten ist, und daß er mithelfen will, unseren verwundeten Helden ihr Los soweit als möglich zu erleichtern. Wir, die wir dank ihrem opfervollen Einsatz an der Front gesund und geborgen unserer Arbeit in der Heimat nachgehen können, werden nie vergessen, was wir den Soldaten schulden. Es ist für uns eine Ehrenpflicht, dem Deutschen Roten Kreuz alle Mittel zur Verfügung zu stellen, die es zur Durchführung seiner gewaltigen Aufgaben benötigt. Wir erfüllen damit auch die Forderung des Führers, nach dessen Willen der deutsche Soldat di'e beste und fürsorglichste Pflege im Falle seiner Verwundung erhalten soll. Die Margueriten kommen aus der sächsisch=sudetendeutschen Kunstblumenindustrie, deren Mittelpunkt Sebnitz ist. Rund 57 Millionen Blüten befinden sich auf der Reise in die deutsche Gaue, um zu den beiden Sammeltagen rechtzeitig zur Stelle zu sein. Sie sind durch Tausende von Händen der Heimarbeiter und Heimarbeiterinnen gegangen, und diese Frauen und Männer, die selbst zum großten Teil nahe Angehörige an der Front haben, waren mit warmen Herzen und guten Wünschen an der Arbeit. Wir werden auch diesmal unsere Pflicht tun, damit wir unseren Soldaten mit gutem Gewissen in die Augen schauen können. H. G. Das erste gelbe Blatt Ach, man mag es kaum bekennen: mitten im tiefen Grün der alten Kastanie, deren Blütenkerzen mich vor Wochen noch so hell entzückten, schimmern ein paar gelbe Tupfen. Es sind die ersten gelben Blätter, die aller Sommerherrlichkeit Ende jah ankünden. Die Kastanien schwellen bereits in ihren Fruchthüllen. Aber das gelbe Blatt allein ist es nicht, was abschiedstraurig stimmt. Gestern sah ich, wie die Mauersegler bereits ihre große Reise nach dem Süden antraten. Ist der Herbst wirklich schon so nahe? Heute und morgen Westsanischr Zungen in Aktive Sozialarbeit der Hitler=Jugend nsg Es ist schon einige Jahre her, als der Oberpräsident der Provinz Westfalen eine besondere Maßnahme für gesundheitsgefährdete Jugendliche im Alter von vierzehn bis einundzwanzig Jahren ins Leben rief. Von den fürsorgerischen Maßnahmen alten Stils unterschied sich diese Neuschöpfung aber grundsätzlich dadurch, daß sie von vornherein im Geist und gemäß den Anforderungen der Hitler=Jugend aufgebaut wurde, und daß die Jugend der Bewegung auch an ihrer Organisation entscheidenden Anteil erhielt. In eigenen Kurheimen, die in ihrer äußeren Gestaltung ebenso wie in ihrem Dienstbetrieb das Gesicht der Jugend haben, sind seitdem Tausende von westfälischen Hitler=Jungen der Gesundheitsgefährdung entzogen worden. Eines der landschaftlich am schönsten gelegenen Häuser ist das Kurheim„Rote Erde“ in Oberkutterau bei St. Blasien im Schwarzwald. Rot und weiß grüßte die Fahne über die Alb. Hier inmitten der Berge und Wälder des südlichen Schwarzwaldes haben zweiundvierzig junge Westfalen für sechs Wochen ihr Reich. Viele Banne des westfälischen Heimatgebietes hatten sie entsandt. Das erste Angenehme, das uns im Haus selbst überraschte, war auch etwa typisch Westfälisches: Bratkartoffeln und Sauerkraut mit Blutwurst. Der Küchenzettel ist immer ganz reichhaltig, aber er ist nicht das einzige, was dem Jungen den Aufenthalt angenehm macht, ihn die Heimat für einige Zeit gern vergessen läßt und den Müttern daheim eine Sorge mehr um das Wohl ihrer Jungen nimmt. Das Wichtigste und doch disziplinierte Leben in der Kameradschaft, in dem ungebundenen Herumklettern in den Bergen und klug durchgeführte Gymnastik, ordentliche, genügende Bettruhe und Liegekur im Freien, fröhliche Heimabende und klare weltanschauliche Erziehung nahtlos nebeneinander stehn. Was glaubt ihr wohl, wie allein diese saubere nadelholzduftende Luft und diese ruhigen Nächte ohne den Alarm der Sirenen sich positiv auf die Kräftigung des jugendlichen Körpers auswirken. Die Hitlerjugend und die Gesundheitsämter schicken in den Schwarzwald Jungen mit chronischen Katarrhen der Lungen, Asthma, Bronchialdrüsenschwellungen, Blutarmut, Nervosität, Schwächezuständen, Resten nach Rippenfellentzündungen und Rachitis. Da war zum Beispiel ein asthmakranker Junge, der binnen zwölf Wochen— dort, wo es notwendig ist, werden die Kuren über den normalen Termin hinaus verlängert — zwanzig Pfund zugenommen hatte und beim Siprometerblasen(Fassungsvermögen der Lungen) bereits nach halber Kurzeit von 2400 auf 4000 ccm geklettert war. Und da war ein anderer, der war so nervös, daß er nicht einmal bei der ersten ärztlichen Untersuchung ruhig stehen konnte und bis dahin berufsunfähig war. Nach seiner Entlassung aus dem Kurheim stand einer Berufsaufnahme nichts mehr im Wege. Das sind nur zwei von vielen Beispielen. Da vom Heimführer jeder Junge seinem Zustand entsprechend angefaßt wird, ist fast ausnahmslos jede Kur ein Erfolg. Dieses Leben in der Gemeinschaft, die keine Rücksicht auf Herkunft und Besitztümer nimmt, formt einen Typ, der nichts mit Gleichmacherei zu tun hat, sondern Charaktere wirklich entwickeln und reifen läßt. Die Mitverantwortung für Ordnung und Sauberkeit macht aus manchem eben wegen seiner Körperschwäche bisher verwöhnten Muttersöhnchen einen selbständigen Jungen, der in das Leben paßt. Der ganze Stil des Heimes bringt ihn dazu, auch in äußerlichen Dingen auf die echte Haltung eines Nationalsozialisten zu achten. Die umfassende Fürsorge hilft, körperlich und seelisch gesunde junge Deutsche heranzubilden, die einmal die Zukunft meistern können. Daß diese Arbeit im Kriege nicht unterbrochen wird, sondern daß man sich bemüht, das bisher Erreichte noch auszubauen, ist auch ein Zeichen für den durch nichts zu erschütternden Willen, eine lebendige, starke Nation heranzuziehen. und übermorgen wird noch vieles um uns sein, das ein Abklang ist von dem Reichtum, den uns diese letzten Wochen schenkten. Erntewagen fahren schwankend mit goldenen Lasten den Scheuern zu. Bald wird wieder wie in ewigen Tagen die Scholle gebrochen. Das alles ist eingeschlossen in den großen Kreislauf des Werdens und Vergehens. Im Wandel allein ist Glück und Dauer zugleich. Das erste gelbe Blatt in meinem alten Kastanienbaum gab dem Gedanken neue Form, daß ein ewiger Tod und ewiges Leben um uns sind wie an verlender Kette, darin Anfang und Ende geschlossen ist. Alle Hände ans Werk! Endlich hat sich das langersehnte Hundstagswetter eingestellt. Die Sonne strahlt in dicken Bündeln herab auf die ährenschweren Felder. Das heißt für den Bauern so etwas wie„Alarmstufe". Jetzt ruft er seine sämtlichen Mitarbeiter vom Lande und aus der Stadt mitsamt den Pimpfen und Maiden auf das Feld, denn dort will in verhältnismäßig kurzer Zeit die Ernte geborgen sein, die für unser deutsches Volk gerade im Kriege so unendlich wertvoll ist. Manches „Gewend“ Getreide ist noch nicht gemäht und wartet des Schnitters, der in der heißen Augustsonne Schritt für Schritt das goldene Meer des Korns für seine Mitmenschen ausschöpft, damit es in die Scheuern gebracht werden kann. Wer irgendwie Zeit hat, hilft jetzt dem Bauern mit seiner ganzen Kraft freudig und gern. Jetzt heißt es: zugreifen! Und zwar lieber gleich heute als erst morgen! Und stets dabei Obacht seben, daß die Ernte vor Brandschaden bewahrt leibt. Wer draußen auf den fruchtschweren Feldern mit offenem Feuer umgeht oder gar raucht, begeht einen schweren Frevel. Alle Hände ans Werk! Das kann jetzt die einzige Losung sein. heute Lebensmittelkartenausgabe An die heutige Ausgabe der Lebensmittelkarten usw. für die 40. Zuteilungsperiode sei hiermit erinnert. Im Interesse der schnellen Abfertigung und der Arbeitsersparnis ist unbedingt die bekannt gegebene Reihenfolge einzuhalten. Käsezuteilung Ueber die Zuteilung von Käse in der 40. Zuteilungsperiode unterrichtet eine amtliche Bekanntmachung in der vorliegenden Ausgabe unserer Zeitung. Ehrung von langjährig beschäftigten Hausgehilfinnen Anfang Oktober d. J. werden die langjährig in Privathaushaltungen beschäftigten Hausgehilfinnen durch die Deutsche Arbeitsfront geehrt. Die DAF.= Fachgruppe„Berufstätige im Privathaushalt“ weist nochmals die dafür in Frage kommenden Hausgehilfinnen darauf hin, sich umgehend bei der Kreiswaltung der Deutschen Arbeitsfront Herne, Schulstraße 28. unter Vorlage des Arbeitsbuches zu melden, damit eine Berücksichtigung erfolgen kann. Der letzte Termin für die Meldungen ist der 25. August 1942. Vertagte DAJ.=Veranstaltungen Wie die Kreiswaltung der DAF. mitteilt, findet die vorgesehene Betriebsversammlung im Rahmen „Steigerung der Leistung“ der Zeche„Graf Schwerin“ (20. d..) und der Werkschar=Appell der Stickstoffund Benzinwerke(21. d..) erst zu einem späteren Zeitpunkte statt. Weitere Kinder fahren in die Glowakei Anfang September geht auch von Soest aus noch einmal ein Transport Kinder in die Slowakei ab. Diese Kinderlandverschickung, die die NSV. auch im dritten Kriegsjahr durchführen kann, erfolgt weniger als eine Vorsichtsmaßnahme für die luftgefährdeten Gebiete, sondern vielmehr als eine Maßnahme nach dem Wunsch des Führers, seiner Jugend auch im Kriege eine gesunde Entwicklung gewährleistet zu wissen. Die 10= bis 14jährigen Jungen und Mädel sind in Lägern zusammengefaßt und stehen unter der Obhut von bewährten Lehrern und HI.=Führern bzw. Lehrerinnen und BDM.=Führerinnen. Sie sind in Hotels, Gasthäusern, Schulen, Jugendherbergen, Pensionen, Schlössern usw. untergebracht. Auf die gute Ernährung innerhalb der Kinderlandverschickung braucht nicht besonders hingewiesen zu werden, da durch die Sonderzuteilung und eine gute Zubereitung in diesen Lagern bisher außergewöhnliche Gewichtszunahmen festgestellt werden konnten. Die schulische Betreuung liegt in den Händen besonders ausgebildeter Lehrer und Lehrerinnen des NSLB. Es hat sich gezeigt, daß die Leistungen aller Schüler und Schülerinnen in der Zeit der Kinderlandverschickung eine Steigerung erfahren haben. Die Teilnahme ist daher allen Eltern dringend zu empfehlen. Näheres ist an den Dienststellen der NSV. zu erfahren. Keine Herstellung von Damenuhren Durch Anordnung Nr. 7 des Beauftragten für Kriegsaufgaben bei der Wirtschaftsgruppe Metallwaren und verwandte Industriezweige vom 12. August 1942(„Deutscher Reichsanzeiger“ Nr. 188 vom 13. 8. 1942) wird die Herstellung von Damenarmbanduhren und sonstigen Damenuhren aller Art für den Inlandmarkt verboten. Die Aufarbeitung der in Fertigung befindlichen Erzeugnisse bis zum 31. Oktober 1942 noch gestattet. In dringenden Einzelfällen können Ausnahmen zugelassen werden. Anträge hierfür sind über die Fachuntergruppe Taschen= und Armbanduhren Pforzheim, einzureichen. Auch Kartoffelstärkemehl auf Nährmittelkarte Der Reichsernährungsminister hat zur Verbesserung der Versorgung mit Nährmitteln abermals erweiterte Bezugsmöglichkeiten geschaffen. Neben dem bereits bekanntgegebenen Einsatz von Weizenmehl der Type 1050 wird nunmehr auch Kartoffelstärkemehl ausgegeben werden. Die Verbraucher können das Kartoffelstärkemehl auf alle zum Bezug von Getreideerzeugnissen berchtigenden Einzelabschnitte der Nährmittelkarten beim Kleinverteiler beziehen, soweit diesem für diese Zwecke Kartoffelstärkemehl geliefert worden ist. Die Nährmittelbezugscheine der Kleinverteiler werden von den Großverteilern außer mit Nährmitteln zum Teil mit Weizenmehl der Type 1050, das hierfür ausdrücklich freigegeben wird, und zum Teil mit Kartoffelstärkemehl beliefert werden. Die Abgabe von Kartoffelstärkeerzeugnissen auf die St.=Abschnitte der Nährmittelkarten bleibt von dieser Regelung unberührt WHW.=Spenden ohne Kriegszuschlag Die Mittel für das mit dem 1. September 1942 beginnende und bis zum 31. März 1943 durchzuführende Winterhilfswerk des deutschen Volkes werden in der gleichen Weise wie im Vorjahre aufgebracht. Der Reichsminister des Innern hat dazu eine Reihe von Anweisungen für den Bereich der öffentlichen Dienste erlassen. Die Empfänger von lohnsteuerpflichtigen Versorgungsbezügen und Militärrenten werden an das Abzugsverfahren angeschlossen. Für die Beteiligung der Bediensteten des öffentlichen Dienstes und der erwähnten Versorgungs= und Militärrentenempfänger gilt, daß die Spende monatlich 10 v. H. der Lohnsteuer, jedoch ohne Kriegszuschlag, mindestens aber.25 RM. beträgt. Die Svenden in den steuerbegünstigten Ostgebieten stehen denen des übrigen Reichsgebietes nicht nach. Ihre Spende ist also nicht nach der von ihnen gezahlten Lohnsteuer zu berechnen, sondern nach der Lohnsteuer die sie ohne Steuerbegünstigung hätten zahlen müssen. Lohn= und Gehaltsempfänger sowie Empfänger von Versorgungsbezügen und Militärrenten, die wegen ihres geringen Einkommens nicht zur Einkommensteuer herangezogen werden, wird empfohlen, monatlich.25 RM. zu spenden. Von Festbesoldeten, die neben ihrer Lohnsteuerleistung noch zur Einkommensteuer veranlagt werden, wird erwartet, daß sie neben ihrer monatlichen Spende von 10 v. H. der Lohnsteuer(ohne Kriegszuschlag) noch monatlich 0,7 v. H. ihres für 1941 veranlagten Einkommensteuerbetrages an das WHW. entrichten, soweit die Steuerschuld nicht durch Lohnabzug getilgt ist. Die Einsichtnahme in die WHW.=Abzugslisten ist Personen, die nicht mit der Gehalts= und Lohnzahlung befaßt sind, nicht gestattet. Der„Lathi“ regiert Indien Das neueste Heft der Kölnischen Inllustrierten Zeitung bringt einen Bildbericht von den englischen Gewaltmaßnahmen gegen die um ihre Freiheit kämpfenden Inder. Aus dem weiteren Inhalt: Richtung Kaukasus, Aufnahme vom deutschen Vormarsch an der Südfront; Das Sportstadion im Reservelazarett; Bei unseren Truppen im Dongebiet. Heiteres von unseren Gebirgsjägern bringt die letzte Seite von der Fahrt des Jagers Toni gen Norden. Ein Arzt muß schweigen. ROMAN VON KARL UNSELT Ccpyright by Verlag Knorr& Hirth Kommanditges. München 1939 19. Fortsetzung. „Ich war im Konzert, weil ich mir eine Sängerin anhören wollte. Es war ein Fräulein Meißner. „Ja. Es stimmt.“. „Darüber müssen wir uns noch mal unterhalten, Herr Doktor. Ich freue mich mächtig über dieses Wiedersehen. Was geschieht nun aber jetzt mit mir?“ Horand wandte sich zu Lisa um.„Haben wir ein breites Tuch da?“ 6 „Ich glaube. Aber wir mussen warken, dis der Wagen wieder da ist.“ 16164 „Verzeihung“, sagte Böse leise,„ist diese symparhische unge Dame Ihre Frau Gemahlin.„„ „D nein“, wehrte Horand heftig ab.„Das ist Frauein Brandt, von Beruf Apothekerin. Böse trat vor Lisa hin und verbeugte sich.„Sie gestatten— Böse.— Ich kann Ihnen leider vorläufig nur die linke Hand geben. Wissen Sie, Fräulein Brandt, ich finde es großartig, wie Sie hier auf dem Schlachtfeld dem Doktor zur Hand gehen. Ich habe Sie chon eine Weile beobachtet.“.. 81, einuc „Das ist gar nicht großartig“, sagte Lisn einsuch und mit einem kleinen Lacheln.„Ich bin nicht nur Apothekerin, sondern auch ausgebildete KrankenOwester.„(7a.. trchem arghartts Piak „Das merll man. Es ist ktogbem großultig. Glauden Sie mir, es tut einem gut, mal einem handfesten Menschen zuzusehen, der sicher und selbstverständlich die schwierigsten Dinge anpackt, ohne lange zu fragen und Einwendungen zu machen. Man freut sich, daß es auch solche Menschen gibt, wenn man ein ganzes Leben lang immer nur mit empfindsamen und eigenwilligen Künstlern wie mit hauchdünnem Porzellan Unwillkürlich sah Lisa bei diesem Stichwort zu Horand hinüber, und in ihren Augen leuchtete der Schimmer eines kleinen Triumphes auf, daß ihre Beobachtung richtig gewesen war. Horand nickte ihr unmerklich zu und fragte dann Böse lächelnd, ob er denn nicht auch zu dem hauchdünnen Porzellan geböre. „Ich hoffe nicht, Herr Doktor. Man kann das natürlich persönlich schlecht beurteilen. Aber vielleicht merken Sie das während der Behandlung. Außerdem gibt es überall Ausnahmen. „Wie ist zum Beispiel Fräulein Andersen?“ fragte Lisa, um noch eine letzte Bestätigung ihres Eindrucks aus berufenem Munde zu erhalten. Böse sah sie verwundert an.„Wie kommen Sie darauf? Kennen Sie Fräulein Andersen?“ „Aber sie ist doch gerade erst abtransportiert worden“, sagte Lisa und warf Horand einen fragenden Blick zu.„„„ a Böse lachte kurz auf.„Irrtum. Diese Dame ist ein Ersatz für Karin Andersen, die plötzlich an einer Grippe erkrankte. Sie heißt Cornelia Rupprecht.“ „Was sagen Sie da?“ stieß Horand hervor und faßte nach Böses Arm. „Au. Das war der ausgekugelte. Nehmen Sie lieber den linken.“ „Verzeihung.— Ist das wirklich wahr, Herr Böse? Die Dame heißt Cornelia Rupprecht?“ „Da ich sie engagiert habe, muß ich es ja wohl wissen. Was ist denn los? Sie machen ja ein ganz entgeistertes Gesicht? Kennen Sie sie?“ Lisa sah Horand groß an und spürte plötzlich ein leises Angstgefühl, uber dessen Ursache sie sich keine Rechenschaft geben konnte. Da schüttelte er den Kopf und sagte mit matter Stimme:„Nein, ich kenne sie nicht. Ich habe nur von ihr gehört. „Nach Ihrem Gesicht zu urteilen, scheint es ja nichts Gutes gewesen zu sein“, meinte Böse, griff mit der linken Hand in die Tasche und holte eine Zigarettenschachtes hervor.„Ich darf wohl rauchen, oder schadet es dem ausgekugelten Arm?“ „Nein“, sagte Horand abwesend und steckte ein Streichholz an.„Da kommt endlich der Wagen. Das Auto hielt kaum, als ein Mensch heraussprang und auf Horand zustürzte. Es war Wedekind, dessen Gesicht verzerrt war, als wäre er dem Irrsinn nahe. „Herr Doktor, bitte kommen Sie schnell“, stammelte er.„Frau Wagner sagt, sie kann nicht mehr helfen. „Los. Einsteigen“, kommandierte Horand und öffnete die Wagentur.„Setzen Sie sich wieder neben Heini, Wedekind. Sie, Herr Böse, und Fräulein Brand auf den Rücksicht“ Als alle Platz genommen hatten, stieg Horand hinten ein und kniete vor Böse und Lisa nieder. Der Motor heulte auf, und der Wagen schoß an den nach Hause strebenden Lutterodern vorbei zur Stadt. Aus einem Paket nahm Horand ein breites Armtragetuch, faltete es dreieckig und stellte damit den Arm Böses ruhig. „Was war denn mit dem Mann los?“ fragte Böse leise und ein wenig beklommen. „Seine Frau liegt in den Wehen“, sagte Horand, der die Enden des Tuches hinter Böses Hals zusammenknüpfte. „O Gott“, entfuhr es dem Dirigenten. Voller Ehrfurcht und Scheu blickte er in Horands Gesicht, das dicht vor ihm war und nun wieder ruhig und verschlossen aussah.„Eben dieses Unglück, und schon müssen Sie wieder einem armen Menschen Hilfe bringen. Hoffentlich kommen Sie nicht zu spät.“ Horand hob die Schultern und wandte sich zu Heini um.„Hat meine Schwester etwas gesagt? Ist alles da, oder müssen wir noch zur Apotheke: :„Nein, Herr Doktor. Es ist alles in Ordnung. Außerdem ist vor zehn Minuten der Herr Sanitätsrat gekommen und hat sich sofort um die Verletzten gekümmert.“ Und dann setzte er noch stolz hinzu:„Er war mit Schwester Beate sehr zufrieden. das habe ich selbst gehört.“ „So, der Herr Sanitätsrat ist da“, wiederholte Horand mechanisch. Er konnte diese unerhörte Tatsache nicht gleich fassen.„Das beruhigt mich sehr.“ Ich freue mich darüber“, sagte Lisa leise und vergaß in diesem Augenblick des Glückes alles, was geschehen war. „Das ist wohl die Konkurrenz", erkundigte sich Böse interessiert. Lisa nickte„Und außerdem mein Onkel.“ „Freund oder Feind vost ihm?“ Böse deutete mit dem Kopf zu Horand, der sich zu Heini und Wedekind vorgebeugt hatte. „Freund nicht, aber Feind ware übertrieben.“ „Jetzt finde ich es noch großartiger, daß Sie sich ohne weiteres dem Doktor zur Verfügung gestellt haben.“ Lisa schüttelte unmutig den Kopf.„Sie dürfen das nicht immer sagen. „Fahr ein bißchen schneller“, sagte Horand zu Heini und sah auf seine Armbanduhr. Er machte sich jetzt Vorwürfe, daß er sich so lange mit dieser Cornelia Rupprecht, deren Ohnmacht wahrscheinlich nur eine harmlose Schockwirkung war, befaßt und darüber die in Lebensgefahr schwebende Frau Wedekind vergessen hatte. Wenn er zu spät kam, war das gar nicht wieder gutzumachen und auf keine Weise entschuldbar. Da er bisher wenig Uebung in der Geburtshilfe hatte, befiel ihn obendrein noch Unsicherheit, und er konzentrierte seine Gedanken scharf auf das, was nun zu tun war. Wie ein Student memorierte er alle die Komplikationen, die durch die Querlage des Kindes möglicherweise im Verlauf der Geburt eintreten und das Leben der Mutter oder des Kindes oder beider bedrohen konnten. Plötzlich tauchten andere Zweifel auf. Er öffnete die Instrumententasche und uberflog prüfend den Inhalt, ob Beate auch nichts vergessen hatte. Es schien alles da zu sein. Als er die Tasche wieder schloß, hielt der Wagen. Er stieg eilig aus, überlegte einen Augenblick, dann sagte er zu Lisa:„Es wäre mir lieb, wenn Sie bald mit dem Wagen zurückkämen für den Fall, daß ich noch etwas eilig aus der Apotheke brauche. Man kann nie wissen—.“ „Ich werde Herrn Böse abliefern und sofort zurückkommen.“ Er warf die Tür ins Schloß und ging mit Wedekind zu dem niedrigen Haus mit den zwei matt erleuchteten Fenstern. Als der Wagen schon den Schloßberg hinauffuhr, sah Lisa immer noch diese beiden Fenster vor sich. Sie waren die zwei Augen, die sie noch im Erlöschen anklagten. Vor dieser stummen Anklage erschien ihr plötzlich die flüchtige Sekunde ihrer Freude über die Anwesenheit ihres Onkels in Horands Hause egoistisch und frevelhaft. Sie schämte sich tief und zweifelte daran, ob sie jemals eine richtige Arztfrau werden würde * Der rundliche Sanitätsrat sah in dem weißen Kittel Horands, den ihm Beate gegeben hatte, ein wenig komisch aus. Einmal war er ihm viel zu lang, und dann schloß er auf dem Rücken nicht richtig. Außerdem rutschten ihm dauernd die Aermel über die Hände. „So geht das ja nicht", sagte Beate lächelnd und krempelte ihm resolut die Aermel auf. Kühn nickte ihr anerkenend zu und beugte sich wieder über Cornelia Rupprecht, die mit geschlossenen Augen im Bett lag. Aus der Flasche, die er ihr vor die Nase hielt, zog der scharfe Geruch von Salmiakgeist durch das kleine weiße Zimmer.„So, nun Kölnisches Wasser.“ Fortsetzung folgt. Rutzungsschaden bei Zerstörung der Wohnung Der Reichsminister der Finanzen hat am 22. 8. 1941 darauf hingewiesen, daß eine Entschädigung von Nutzungsschaden nur für Einnahmeausfälle und zusätzliche Ausgaben gewährt wird. Bei Verlust der Wohung im eigenen Hause(z. B. Einfamilienhaus) infolge Sachschadens kommt demzufolge eine Entschädigung für Miete nicht in Frage. Der Reichsminister der Finanzen hat jetzt dazu ausgeführt, daß der Mietwert der eigenen Wohnung ein steuerrechtlicher Begriff ist, aber keine Einnahme, die ersetzt werden kann. Bei Verlust der Wohnung im eigenen Hause wird jedoch für die Aufwendungen, die durch die Miete einer anderweitigen Unterkunft entstehen, Vergütung gewährt Soweit die anderweitige Unterkunft der geräumten Wohnung nicht entspricht, kann dafür keine besondere Vergütung gewährt werden. Volksgenossen, die z. B. durch Fliegerangriff ihre Wohnung im eigenen Hause verlieren, erhalten demzufolge die Vergütung nicht für den Mietwert der eigenen Wohnung, sondern für die anderweitige Unterkunft. Das RöKK. schult Fahrer von Generatorfahrzeugen Die Stürme und Standarten der Motorgruppe Westfalen veranstalten laufend Lehrgänge zur Erwerbung des Betriebsberechtigungsscheines für Generatoren. Der Besitzer eines Lastkraftwagens, der sein Fahrzeug auf Generatoren umbaut, erhält eine staatliche Beihilfe. Er darf das Fahrzeug aber nicht ohne Betriebsberechtigungsschein fahren. Die Beihilfe wird auch nur dann gewährt, wenn nach erfolgtem Umbau der Betriebsberechtigungsschein vorgelegt wird. Daher liegt es im eigensten Interesse der Fahrzeughalter, ihr Fahrpersonal bei den Motorstandarten zwecks Ausbildung anzumelden. Jeder RSKK.=Sturm nimmt Meldungen entgegen. Kinder= und Ausbildungsbeihilfen für Familien Gefallener und Vermißter Zur Klarstellung wird vom Reichsfinanzministerium darauf hingewiesen, daß die Ehefrau eines Haushaltsvorstandes, der gefallen oder bei besonderem Einsatz oder durch Feindeinwirkung verstorben ist, Kinderbeihilfen bereits für das erste und jedes weitere Kind vom Sterbemonat ab erhalten kann. Das gleiche gilt für die vom Reich gewährte Ausbildungsbeihilfe. Bei Kriegsvermißten wird wie folgt verfahren: Ein Kriegsvermißter gilt als verschollen, wenn binnen drei Monaten seit dem Zeitpunkt des Vermißtseins keine Nachricht darüber eingegangen ist, daß er noch lebt. Die Ehefrau eines Haushaltvorstandes aber, der vermißt wird und als verschollen gilt, oder dessen Tod festgestellt wird, kann Kinderbeihilfe und Ausbildungsbeihilfe des Reiches bereits für das erste und jedes weitere Kind vom Monat ab, erhalten, in dem das Vermißtsein eingetreten ist. Die näheren Einzelheiten sind bei dem jeweils zuständigen Finanzamt zu erfahren. A Gerdienke stalt hesezenen Eduard Buchner zum 25. Todestag] Das Geheimnis der alkoholischen Gärung entdeckt Vorsicht schützt die Ernte! Sport Am 6. September Fußballauftakt Der Gaufachwart Fußball teilt im Verordnungsblatt vom 18. August 1942 mit, daß die diesjährigen Meisterschaftsspiele in allen Klassen des Sportgaues 9 (Westfalen) am 6. September 1942 beginnen. Neusel— Heuser am 6. September 1942 Bereits am 6. September kommt es in der Berliner Deutschlandhalle zu einer neuerlichen Begegnung zwischen Adolf Heuser und Walter Neusel um die Meisterschaft der deutschen Berufsboxer im Schwergewicht. Das letzte Zusammentreffen am 27. Juni in Hamburg endete nach 12 Runden unentschieden, ein Urteil, das den nach Punkten klar vorn liegenden Neusel stark benachteiligte. In dem bevorstehenden 38. deutschen Meisterschaftskampf in der Schwergewichtsklasse wird Adolf Heuser seinen 100. Kampf als Berufsboxer liefern. Am 26. August: Abendsportfest in Dortmund Der Kreis Dortmund im RSRL. richtet am 26. Aug. im Hoesch=Stadion zu Dortmund ein leichtathletisches Abendsportfest aus. Für die Hauptklasse der Männer sind folgende Wettbewerbe ausgeschrieben: 100, 400, 800, 150 Meter, Weitsprung, Kugelstoßen, Hammerwurf und 4X100==Staffel; für Frauen: 100 m, Hochsprung, Kugelstoßen und 4X100 m. Wettbewerbe für die Altersklasse(über 32 Jahre) und Jugendklassen 1 und 2 sieht die Ausschreibung ebenfalls vor. Beginn der Wetttänssfe um 19 Uhr. Polizeiwerbeveranstaltung am 30. August Die Polizeiwerbeveranstaltung in Dortmund, die am 30. August im Stadion„Rote Erde“ großzügig aufgezogen wird, scheint eine Sportveranstaltung erster Ordnung zu werden. Nachträglich sind die leichtathletischen Wettbewerbe gauoffen ausgeschrieben worden, und zwar: 100, 400, 1500, 5000 Meter, Weit= und Hochsprung, Kugelstoßen, Diskuswerfen, 4X100=m, 3X1000=m für Männer; Weitsprung, 100m=Lauf für Frauen. Meldungen sind bis zum 22. August an ROW Oskar Lutz, Dortmund, Nordstraße 28, zu richten. 6. Stuckenbergfest am 30. August in Hagen=Eilpe Das Kreisbergfest des Kreises Mark, das Stuckenzfest, wird am 30. August endgültig von der Turngen=Eilpe in der Stuckenberg= im 6. Male ausgerichtet. Die Ausschreibung sieht Wettbewerbe für Männer und Frauen, Mehr= und Einzelkämpfe vor, auch BDM.=Kämpfe finden statt. Schach 2. Runde des Kreismannschaftskampfes In der 2. Runde siegte erwartungsgemäß BSG. Erin gegen BS6. Julia mit:4 Punkten. BSG. Friedrich der Große fertigte Herne=Mitte mit 7½:2½ Runkten ab. BSG. Constantin siegte über Schachsteunde mit:2 Punkten. BS6. Schwerin war spielfrei. BSG. Erin hält bei Pflichtschicht die Uebungsstunden stets um 19 Uhr ab. Wir wissen heute, daß die Gärung einen durch Fermente bewirkten Zerfall organischer, namentlich stickstoffreier Verbindungen in einfache gebaute Körper darstellt. Meist wird damit die alkoholische Gärung bezeichnet, deren Ursachen und Verlauf man lange nicht gekannt hat. Es ist das Verdienst des deutschen Chemikers Eduard Buchner, diesen geheimnisvollen Vorgang restlos aufgeklärt zu haben. Der Gelehrte wurde am 20. Mai 1860 in München geboren. Er wurde 1889 Professor der Chemie in Berlin und entdeckte 1903 daß die alkoholische Gärung nicht durch durch die Lebenstätigkeit der Hefezellen, sondern ein Enzym, die Zymase, hervorgerufen wird. Buchner, der 1909 nach Breslau und 1911 nach Würzburg übersiedelte, wurde hierfür mit internationalen Auszeichnungen und Ehrungen überhäuft. Dem Gelehrten wäre sicherlich noch manche andere aufsehenerregende Entdeckung gelungen, hätte er nicht sein Leben für das Vaterland opfern müssen. Obowhl er bei Ausbruch des ersten Weltkrieges schon 54 Jahre alt war, eilte er doch mit jugendlicher Begeisterung zu den Fahnen und fand im August 1917, also vor nunmehr fünfundzwanzig Jahren, den Heldentod auf dem Schlachtfeld. Sein Werk aber lebte fort und zog immer weitere Kreise der Wissenschaft in seinen Bann. Die alkoholische Gärung ist bekanntlich eine chemische Umsetzung von Bier, Wein, Branntwein oder anderen alkoholischen Getränken, bei der Kohlenhydrute, nämlich Dextrine, Frucht= und Traubenzucker usw., in Alkohol und Kohlensäure gespalten werden. Dieser Vorgang vollzieht sich scheinbar nach einer ganz einfachen Formel, in Wirklichkeit aber durchläuft er eine verwickelte Reihe von Zwischenzuständen. Professor Buchner ließ sich hierdurch im Gegensatz zu vielen anderen Fachgelehrten nicht beirren, sondern fand die richtige Lösung. Durch Beeinflussung der Teilumsetzungen der alkoholischen Gärung läßt sich deren Verlauf weitgehend abändern; so erfolgt durch Zusatz neutralen. schwefligsauren Natriums eine gegenüber der normalen bedeutend gesteigerte Bildung von Glyzerin. Weitere Nebenprodukte der alkoholischen Gärung wie Bernsteinsäure und Fuselöl entstammen dem fermentativen Zerfall der die Zuckerstoffe begleitenden Eiweißstoffe. Andere, gleichfalls technisch bedeutsame Arten der Gärung sind mit Kohlehydraten als Ausgangsstoffen die Butter=, Milch= und Zitronensäure=Garung, Hier sind Baktetrien mit im Spiel, die für die Bereitung von Sauermilch, Kefir und ähnlichen Milchpräparaten sowie von Sauerkraut und für die Einsäuerung von Viehfutter wichtig sind. Doch auch die Spaltung der Stärke zu Azeton und Butylalkohol wie die Flachs= und Hanftöste, die gleichfalls durch Bazillen hervorgerufen wird, sind in diesem Zusammenhang zu nennen. Von oxydativer Natur ist die Essig=Gärung. Da bei der Aufbereitung bzw. Reifung mancher pflanzlicher Produkte wie Kakao, Tee, Tabak und Vauille wahrscheinlich Gärungsprozesse eine wesentliche Rolle spielen, nennt man diese Vorgänge gleichfalls Fermentation. Die Methasdtems von Sie gehören dem Stamm der Abchafen an Die Letzten eines alten Kulturvolkes Man kann mit Leichtigkeit über hundert Jahre alt werden, wenn man regelmäßig Knoblauch und Pfeffer ißt. Dieses höchst einfache„Rezept der Langlebigkeit" kommt aus Kabul, der Hauptstadt Afghanistans, wo man unter der dortigen Abchasen=Kolonie einige wahrhaftige Methusalems entdeckt hat. Es sind dies drei Männer, von denen der jüngste namens Schar Abkhar 126 Jahre zählt und sich noch täglich sein Holz für den Hausbedarf selbst macht. Der zweite des„Altherrenklubs“, ein gewisser Dschezba, nennt 132 Lenze sein eigen, was ihn nicht hindert, noch gelegentlich dem„Kürre=Spiel“, einem turanischen Kugelspiel, zu huldigen, während der Senior Schina heißt und genau 135 Jahre alt ist. Die Nachricht lenkt die Aufmerksamkeit auf das merkwürdige Volk der Abchasen, das heute noch 72000 Seelen zählt und einst in Abchasien, an der Ostküste des Schwarzen Meeres wohnte. In der heutigen Sowjetunion gibt es jedoch höchstens noch 20 000 Abchasen, während alle übrigen aus einer nicht unbegründeten Abneigung gegen Rußland ihrem Wohnsitz den Rücken kehrten und in die Türkei oder nach Afghanistan auswanderten. Dabei sind die Abchasen einer der ältesten Völkerstämme, der bereits den alten Griechen bekannt war. Noch unter den byzantinischen Kaisern gab es einen unabhängigen Staat Abassia, ein Nachbarland des schon im Altertum berühmten Kolchis. Im 6. Jahrhundert nach der Zeitwende fand hier der christliche Glaube seinen Eingang. Bis ins 15. Jahrhundert vermochten die Abchasen ihre Unabhängigkeit zu bewahren. Dann kamen sie unter die türkische Herrschaft. Schließlich wurde Abchasien nach dem Frieden von Andrinopel im Jahre 1829 von Rußland erworben. Die Unterwerfung des stolzen Volkes wurde von den Russen mit beispielloser Brutalität durchgeführt. Nicht weniger als 14 Jahre dauerte es, bis das Land befriedet war. Aber die Unterworfenen zogen es vor, ihrer Heimat den Rücken zu kehren. Sie wandten sich zumeist nach der Türkei, nach Persien und nach Afghanistan, wo sie in Kabul eine Bleibe fanden. Sie hatten als tapfere Krieger dem Emir Schir Ali Khan in seinem Kampf um den Thron Afghanistans so gute Dienste geleistet, daß sie von dem Herrscher nicht nur das Heimatrecht in Afghanistan erhielten, sondern daß jeder von ihnen auch noch ein hübsches Haus im Stadtviertel Bala Hissar von Kabul zu Geschenk bekam. Das Erdbeben des Jahres 1874 zerstörte diese Häuser. Doch die Abchasen=Kolonie blieb bestehen. Sie siedelten sich in der Umgebung der Hauptstadt in dem Dörfchen Demir Köj an. Dort leben die Abchasen heute noch und zeichnen sich durch ihre fast ungläublich anmutende Langlebigkeit aus. In der Tat ist der Knoblauch ihre hauptsächliche Speise, und sie sind durchweg Vegetarier und, was noch erstaunlicher für jene Breitengrade ist, Nichtraucher. Erst anläßlich einer unlängst durchgeführten amtlichen Registrierung der Abchasen=Siedlung kam man darauf, daß hier ein wahrer Hort von„Methusalems“ ist und daß, besonders bei den Männern, ein Alter von 100 Jahren durchaus nichts Seltenes ist. Die Abchasen haben übrigens eine eigene Sprache, die der nordwestlichen Gruppe der kaukasischen Sprachen angehört und 75 verschiedene Laute besitzt. Vierfacher Beckenbruch einer Radlerin Datteln. Frühmorgens erfolgte auf der Brambauer Straße Ecke Kohlenweg, ein Zusammenstoß zwischen einer Zugmaschine und einer 20jährigen Radfahrerin. Die Radfahrerin wurde überfahren und erlitt Hauttbschürfungen am linken Oberschenkel und einen vierfachen Beckenbruch. Sie wurde in das Waltroper Krankenhaus eingeliefert. Das Fahrrad wurde schwer beschädigt. Die Schuldfrage wird noch geklärt. Die Stadt auf 117 Inseln Hübsche Mädchen steuern durch Kanäle und Lagunen Jetzt weibliche Gondolieri in Venedig In Venedig hat man jetzt weibliche Gondolieri eingeführt, welche die zum Heeresdienst einberufenen oder in der Kriegswirtschaft tätigen Männer vollauf ersetzen. Es ist im Frieden der Traum aller Braut= und Liebespärchen, die Hochzeitsreise nach Italien machen zu können, um dort bei einer Gondalfahrt auf den Kanälen von Venedig in Romantik zu schwelgen. Besonders nachts, wenn sich der Mond im Wasser spiegelt und die altehrwürdigen Brücken, Denkmäler und Paläste in seinen bleichen Schein hüllt, läßt sich kaum etwas Schöneres und Stimmungsvolleres denken. Dies wissen auch die malerisch gekleideten Gondolieri, die mit ihrem Gesang und ermunternden Zurufen die Fremden immer wieder zu neuen Fahrten verlocken. Wohl jedermann weiß, daß es in Venedig fast nur Wasserstraßen gibt. Dies erklärt sich aus der eigenartigen Bauart der Stadt, die durch den Canale Grande, der sie, 3700 Meter lang und 45—72 Meter breit, von Nordwesten nach Südosten in malerischer Doppelwindung durchzieht, in zwei Hälften zerschnitten wird. Ferner wird Venedig durch über hundertsechzig kleinere Kanäle, welche die eigentlichen Verkehrswege bilden, in hundertsiebzehn kleine Inseln geteilt, die ihrerseits wieder durch vierhundert erhöhte, meist steinerne Brücken miteinander verbunden sind. Das Fundament der Häuser ruht auf einem Rost von Eichenpfählen, der—9 Meter tief bis zu der harten Tonmergelschicht des Untergrundes hinabreicht. Es gehört schon eine große Ortskenntnis dazu, um sich in diesem Wasserlabyrinth, in dem der Verkehr hauptsächlich von Barken, Gondeln, Motorbooten und kleinen Dampfern aufrechterhalten wird. zurecht zu finden. In gemächlicher Ruhe fahren auf den Kanälen und Lagunen Venedigs die Gondeln dahin, die von einem oder zwei Leuten stehend gerudert werden. Es handelt sich dabei um für diese Stadt charakteristische Boote, die lang, schmal und schnittig gebaut sind. In der Mitte sind sie oft mit einem gewolbten Dach, im Vorder= und Hinterteil aber einem leichten, niedrigen Deck für die Ruderer versehen. Zur Blütezeit Venedigs wurde in der Ausschmückung der Gondeln, hauptsächlich durch Vergoldung, ein großer Luxus getrieben. Daher mußte im 15. Jahrhundert ein eigenes Gesetz erlassen werden, das vorschrieb, sie fast ausnahmslos schwarz anzustreichen. Heute stellen die Gondeln nicht nur beliebte Wasserdroschken“, für die Fremden, sondern vor allem ein lebensnotwendiges Verkehrsmittel für die Venezianer selbst dar. Man kann daher auch im Kriege auf sie nicht verzichten. Nachdem jedoch viele Gondolieri zum Heeresdienst einberufen wurden oder an Rüstungsstätten tätig sind, mußten Frauen an ihre Stelle treten. Die schwere Arbeit des Ruderns wird von ihnen in freudiger Einsatzbereitschaft und getreuester Pflichterfüllung geleistet. Als Konzession an die weibliche Eitelkeit hat man den wackeren Venezianerinnen eine praktische dunkle Bluse mit Faltenrock und dazu eine schwarze Mütze mit dem charakteristischen Pompon darauf bewilligt. Hübsche Mädchen und Frauen steuern in dieser Aufmachung ihre Gondeln sicher und würdevoll durch die weitverzweigten Kanäle der Lagunenstadt. Kunn und Wissenschaft „Wenn der junge Wein blüht“ wird verfilmt Björnstjern Björnsons heiteres Bühnenwerk„Wenn der junge Wein blüht“ bildet die Grundlage eines neuen Terra=Films, der jetzt unter der Spielleitung von Fritz Kirchhoff entsteht. Das Drehbuch schrieb Schwenzen. Die Außenaufnahmen haben begonnen. In den Hauptrollen wirken mit Henny Porten, Otto Wernicke, Marina v. Ditmar, Geraldine Katt und Else v. Möllendorff. Die Musik schreibt Mark Lothar. Komponist Professor Wilhelm Müller gestorben Im Alter von beinahe 80 Jahren verschied in München der bekannte Komponist Professor Wilhelm Müller, dessen ausgezeichneter Ruf vor allem seinen gemütvollen Kinderliedern zu verdanken ist. Bekannt wurde er auch durch seine 1912 geschaffene Bühnenmusik zu Calderons„Der standhafte Prinz“ im Münchener Nationaltheater. Im ersten Weltkrieg schuf Wilhelm Müller 17 Lieder, die er unter dem Gesamttitel„Aus Deutschlands großer Zeit“ herausgab. Franz Lehar Ehrenbürger von Oedenburg Der Bürgermeister der ungarischen Stadt Oedenburg hat dem Komponisten Franz Lehar die Mitteilung gemacht, daß er zum Ehrenbürger von Oedenburg gewählt worden sei, und gleichzeitig gebeten, zur Ueberreichung des Ehrenbürgerbriefes nach Oedenburg zu kommen. Franz Lehar hat mit einem Dankschreiben geantwortet, indem er sein Kommen nach Oedenburg nach Fertigstellung seines neuesten Werkes ankündigt. Arno Schellenberg sang in Oslo In einem der größten Säle Oslos gab Kammersänger Arno Schellenberg einen Liederabend, der ein großer und starker Erfolg wurde. Auf der Vortragsfolge standen Löns=, Volks= und Soldatenlieder. Die Darbietungen des deutschen Sängers wurden mit stürmischer Begeisterung ausgenommen. Dieses Erfolges wegen wird eine Wiederholung des Abends stattfinden. Unsere Anekdote General von Kluck, der bekannte spätere Heerführer im Weltkriege, ist immer ein einfacher, sparsamer Soldat gewesen. Er war nicht nur mäßig im Essen und Trinken, auch seine Uniform trug er lange; besonders sparsam war er aber im Verbrauch von Hosen. Kluck wohnte einer Instruktionsstunde bei. Der abfragende Unteroffizier war sichtlich nervös und kohlte durcheinander. „Ach was“, unterbrach ihn Kluck.„Sie müssen das einfacher machen, wenn Sie sich die Uniformstücke eines Vorgesetzten beschreiben lassen wollen. Da fangen Sie oben beim Helm an und hören bei den Stiefeln auf, weinetwegen auch umgekehrt.“ „Also, mein Sohn“, wandte sich der General an den Flügelmann,„was habe ich für eine Hose an?“ Der Flügelmann ruckte zusammen:„Fünfte Garnitur, Herr General!“ Hart und schmerzlich traf uns die unsaßbare Nachricht, mein innigstgeliebter, hoffnungsvoller Sohn, unser lieber, unvergeßlicher Bruder, Schwager, Onkel und Neffe, mein guter Schütze Hans Meyer Inhaber des Schutzwallabzeichens im blühenden Alter von 21 Jahren am 29. 7. 1942 im Osten den Heldentod gefunden hat. Es war ihm nicht vergönnt, die Seinen in der Heimat wiederzusehen. Wir werden ihn nicht vergessen. In tiefem Leid: Witwe Amalie Meyer geb. Wolf Familie Josef Meyer Familie Heinrich John Familie Wilhelm Leidag Hilde Kallenbach als Freundin Castrop=Rauxel 1(Ringstraße 60), den 12. August 1942. Das Seelenamt für unseren lieben Gefallenen findet am Donnerstag, dem 27. August 1942, 8 Uhr bzw. 10 Uhr, in der St.=Lambertus=Pfarrkirche statt. Trauer-Drucksachen liefert schnell die Druckerei Geschw. Schmitz Weil beim OALLITA Einweichen der Schmutz so fabelhaft abgeweicht wird, nehmen manche Haustrauen OALLTA auch zum Wäschekochen. Das ist falsch. Die wertvollen OALLITA-Wirkstoffe sterben in heißem Wasser und werden unwirksom. OALLITA ist ner zum Einweichen da DALLI Lie Noch nie ist ein Film so begeistert beim gesamten Publikum aufgenommen worden wie das einmal. künstlerische Werk Rembrandt ab 21. August in der Kurbel Junger Mann mit Schwerstarbeiterkarte sucht zur kommenden Kartenperiode(K890 Kost und Togis Leibwäsche braucht nicht geflickt u. gewaschen zu werden. Schriftliche Angebote unter Nr. 2240 an den Stadtanzeiger. -aisO-Einh. Wollnig. mit Bad in Castrop=Rauxel 1 zu mieten eotl. gegen abgeschl. =Zimmer=Wohnung zu tauschen gesucht. Angebote unt. Nr. 2241 an den Stadtanzeiger. Perichte Wrinnaherin für einige Tage in landwirtschaftlichem Haushalt gesucht. Angebote unter Nr. 2242 an den Stadtanzeiger. Kuch Seiammachne Betrifft: Zuteilung von Käse in der 40. Zuteilungsperiode Jeder Versorgungsberechtigte erhält eine weitere Zuteilung von 62,5 gr Käse in der 40. Zuteilungsperiode. Die Abgabe erfolgt auf den=Abschnitt der Reichsfettkarte 40 für alle Altersstufen einschließlich der Reichsfettkarten SV—7. Die=Abschnitte der Reichsfettkarten 40 werden bereits für die Woche vom 17.—23. 8. 1942 für gültig erklärt und können deshalb von den Verbrauchern sofort eingelöst werden. Die Verteiler haben bei der Warenabgabe die=Abschnitte abzutrennen und aufgeklebt bis zum 28. 8. 1942 der Abrechnungsstelle des Ernährungsamtes einzureichen. Verstöße gegen diese Anordnung werden nach der Verbrauchsregelungsstrafverordnung bestraft. Castrop=Rauxel, den 17. 8. 1942. Der Oberbürgermeister. Nausmäuchen für ganze oder halbe Tage gesucht, eotl. 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