FesStseruorentzeigse Lokal- und Heimatzeitung fiün das gesamte Paberborner Land Erscheint au allen Werktagen und kostet durch die Post oder durch unsere Boten ins Haus gebracht monatlich 2.00 RM. Bestellungen nehmen unsere Geschäftsstelle und Boten, sowie alle Postanstalten und Briefträger entgegen. Redaktion, Geschäftsstelle und Verlag Paderborn, Bahnhofstraße 13. Fernsprecher 3213. Postscheck=Konto: Hannover 14392, Telegramm=Adresse: Anzeiger Paderborn Amtliches Kreisblatt Tageszeitung für Jedermann Publitattonsorgan vieler Behörden Anzeigenpreise: Die 30 Millimeter breite Millimeterraumzeile 10 Pfennig. für Anzeigen aus dem Verbreitungsbezirk 8 Pfennig, amtliche Anzeigen 10 Pfenzig, Sammelanzeigen 15 Pfennig. Im Reklameteil die 89 Millimeter breite Millimeterraumzeile 50 Pfennig. In Konkursfällen oder bei Zwangsbeitreibung erlischt jeder Preionachlaß. Gerichtssand: Paberborn Nr. 226— 1. Blati Sonntag, den 21. September 1930. 44. Jahrcang Kleine Zeitung für eilige Leser W Seni, wurde über„das Minderheitenproblen, der handelt, wobei der deutsche Vertreter Koch=Weser den Standvertrat,„es müsse ein besserer Schutz der Minderheiten durch, den Völkerbund erfolgen. Briand war entgegengesetzter * Gegen den Kommunisten Max Hölz ist ein Haftbefehl erlassen worden. Dieser konnte aber nicht vollstreckt werden, da Max Hölz nicht aufzufinden ist. * Die Berliner Getreide= und Produktenhändler verwahren sich gegen die Beschuldigung, den Sturz des Roggenpreises durch Spekulationen herbeigeführt zu haben. * Der portugiesische Ministerpräsident hat einen Monopolunterzeichnet, wonach der portugiesischen Luftverkehrsgesellschaft„Stela“ das alleinige Recht zugesprochen wird, auf den Azoren und den Kapverdischen Inseln Zwischenlandungen vorzunchnen.—4 Jpischenlandtunge Rechenkünsteleien. Parlamentarische Möglichkeiten.— Unbekannte Größen. Stickluft.— Drastische Illustrationen. Nachdem der Rechenstift eifrigst die zahlenmäßigen Ergebnisse der Reichstagswahl hatte feststellen müssen, war er aus müde gewordener Hand beiseitegelegt worden; Berichtigungen, die an dem Gesamtresultat nur ganz wenig zu ändern vermochten, haben kaum noch Interesse erregt Aber schon sehr bald wurde der arme Stift wieder in Tätigkeit gesetzt, weil es nun galt und gilt, die parlamentarischen„Möglichkeiten“ herauszurechnen, jene Kombinationen, von denen die Ergebnisse deutscher Reichstagswahlen fast immer eine ganze Fülle darzubieten pflegen. Wer geht mit wem zusammen? Wer mag von dieser, von jener Partei wirklich oder— vorläufig nichts wissen? Wie ist das mit dem„Ewigkeitswert“ parteipolitischer Mannesworte, vor allem solcher, die im Wahlkampf, also vor der Entscheidung, gesprochen worden sind? Man kann nämlich aus Erfahrung sagen, daß man„nach Tisch“ häufig so manches„ganz anders liest“. Also wird gerechnet, nicht gerade selten mit überaus„unbekannten Größen“, und infolgedessen pflegen auch die dabei sich herausstellenden Resultate alles andere als übereinzustimmen— außerdem auch darum, weil meist das parteipolitische Wünschen die Arbeit des Rechenstiftes stark beeinflußt. Im übrigen ist das alles insofern ein ziemlichmüßiges Spiel, weil ja die Entscheidung vorläufig bis nach dem Zusammentritt des Reichstages vertagt worden ist, wenigstens nach außen hin. Denn die Reichsregierung hat erklärt, sie wolle ohne jede parteimäßige Bindung, also— formell— ohne jede vorher verabredete, vereinbarte parlamentarische Grundlage ein wirtschafts= und finanzpolitisches Sanierungsprogramm in Form ausgearbeiteter Gesetzentwürfe dem Reichstag vorlegen, die dann entweder von diesem abgelehnt oder angenommen oder schließlich— abgeändert werden sollen. Natürlich ist es trotzdem nun durchaus nicht ausgeschlossen, daß hinter den Kulissen Bemühungen vor sich gehen, die Gesetzentwürfe rechtzeitig so zu„kneten“ und zu formen, daß sie einigermaßen Aussicht auf Annahme durch eine Reichstagsmehrheit erhalten. * Aber das eine läßt sich ohne jeglichen Rechenstift schon jetzt feststellen: genau so wie das parteipolitische Gegeneinander in der Reichstagswahl und durch sie eine scharfe Zuspitzung erfuhr, wird diese Verschärfung sich auch in den kommenden Wochen und vielleicht noch länger geltend machen. Als Zeichen dieser unstreitig wachsenden Nervosität dürfen die Gerüchte gelten, die in sensationellsten Meldungen von allerhand illegalen„inneren Rüstungen" und Putschabsichten radikaler Parteien wissen wollen. Da weht in diese parteipolitisch verseuchte Stickluft wie ein frischer Zug die Rede des Reichswehrministers Gröner hinein, die er jetzt bei Manöverschluß gehalten hat.„Wehrhaftigkeit und Landesverteidigung dürfen nicht Parteisache sein... und es möge gelingen, weiterhin die Wehrmacht vollkommen herauszuheben über den Streit der Parteien; so wird sie zum einigenden Symbol der Nation.“ Und Gröner spricht der Wehrmacht die Aufgabe zu,„abseits aller Parteipolitik nur der Idee des Staates zu dienen“. Auch über die „Politik der Reichswehr“ sind ja allerhand Gerüchte verbreitet worden, denen jetzt der Minister in betonter Schärfe entgegentritt; denn die Reichswehr kenne nur eine Aufgabe, nämlich die der höchstmöglichsten Ausbildung von Führer und Mann— und daran habe man infolge der bekannten Abrüstungsbestimmungen und der dadurch aufgetürmten Hemmnisse und Beschränkungen gerade genug zu tun! Trotzdem hat der Reichswehrminister in seiner Rede einen kleinen, überaus verständlichen Ausflug ins Außenpolitische gemacht. Sogar in einen überaus aktuellen Teil der Außenpolitik, in die Frage der jetzt ja auch in Genf heftig umstrittenen allgemeinen Abrüstung hinein. Nicht bloß, weil der englische Außenminister Henderson ebenso laute und deutliche wie überraschende Töne sprach, auch den Anspruch der zwangsweise abgerüsteten Staaten auf endliche Erfüllung der allgemeinen Lbrüstungszusagen anerkannte, sondern, weil, gleichzeitie Die Minderheiten müssen geschützt werden Deutscher Standpunkt zu Ininverheilenbeschwerden. Die deutschen Wahlen. Eine Darlegung des Minderheitenproblems durch den deutschen Abgeordneten Koch=Weser wurde im Politischen Ausschuß des Völkerbundrates entgegengenommen. Der deutsche Redner entwickelte die Geschichte des Schutzes der Minderheiten, in der manche Vernachlässigung des Völkerbundes festzustellen sei. Der Kern sei nicht mehr und nicht weniger, als den Minderheiten den Schutz ihrer Menschenrechte auf Wahrung ihres Volkstums, ihrer Muttersprache, ihrer Kultur und ihrer Religion im Rahmen der Staaten, in denen sie leben, nicht nur rechtlich zu verbriefen, sondern auch praktisch zu verwirklichen. Die Befriedung und Annäherung Europas kann nicht nur über gefallene Zollgrenzen gehen, sondern sie geht in erster Linie über die Minderheiten. Der Völkerbund wird die Zeichen erkennen und darüber wachen müssen, daß ihm nicht die Schlüssel der fortschreitenden Entwicklung entgleiten. Deshalb sind die seinerzeit von Stresemann schon gegebenen Anregungen streng zu beachten und ein ständiger Minderheitenausschuß einzusetzen. Die Erklärung des deutschen Vertreters wurde durch den Vertreter der österreichischen Regierung unterstützt, der der deutschen Regierung für die Aufrollung dieser so bedeutsamen Frage dankte und die Unhaltbarkeit der gegenwärtigen Behandlung der Minderheiten in verschiedenen Staaten und die dadurch geschaffene Bedrohung des Friedens betonte. Der Vertreter der albanischen Regierung verlangte die Schaffung eines ständigen Minderheitenausschusses. Briand, der später sprach, hielt den heutigen Minderheitenschutz durch den Völkerbund für völlig ausreichend und zufriedenstellend. Niemand könne behaupten, daß der bisherige Minderheitenschutz des Völkerbundes ungenügend sei und daß die Interessen der Minderheiten nicht genügend gewahrt würden. Briand lehnte nachdrücklichst die Schaffung eines ständigen Minderheitenausschusses ab, wobei er erklärte, er könne sich nicht vorstellen. womit sich ein solcher Ausschuß befassen solle. Die Min: derheiten hätten jederzeit die Möglichkeit, ihre Beschwerden vor den Völkerbundrat zu bringen; es bestünden weitgehendste Sicherheiten für eine gerechte und sachlich Prüfung dieser Beschwerden. „Für, die tschechoslowakische Regierung erklärte ihr Vertreter seine Sympathie mit den deutschen Vorschlägen. Die Tschechoslowakei sei bereit, die Minder heitenfrage im allgemeinen zu erörtern, ohne aber einen Präzedenzfall zu schaffen. Graf Apponyi, der Ver treter Ungarns, wies auf die außerordentlichen Mänge! und Gefahren der gegenwärtigen Minderheitenbebandlung durch den Völkerbund bin. Die Minderheitenfrage sei in erster Linie eine große internationale Frage. Der Völkerbund habe jedoch das Recht, die Durchführung der Minderheitenschutzverträge zu kontrollieren. Ungarn meine, daß das gesamte gegenwärtige Beschwerdeverfahren des Völkerbundes ungenügend sei. Der Vertreter der rumänischen Regierung schloß sich vollkommen den Erklärungen des tschechoslowakischen Vertreters Beneschan. Unterredung Curtius=Briand. Reichsaußenminister Curtius erhielt den Gegenbesuch Griands und hatte mit dem französischen Außenminister ein mehr als einstündiges Gespräch. In diesem wurden sämtliche Fragen behandelt, die diesmal den Völkerbund beschäftigen. Bei der Unterredung spielte auch das Paneuropaproblem eine Rolle. In der Unterredung zwischen Briand und Dr. Curtius sind— wie verlautet— die grundsätzlichen Fragen der gegenwärtigen deutschen Außenpolitik, insbesondere die Frage der Fortführung der von Dr. Stresemann bestimmten Außenpolitik einzehend berührt worden. Ferner sind die letzten Verhandungen des Völkerbundes über die Abrüstungsfrage und die paneuropätschen Beschlüsse besprochen worden. Im Mittelpunkt der Unterredung soll auch das Ergebnis deReichstagswahlen gestanden haben. mit den deutschen Manovern auch solche zenseits unserer Westgrenze stattfanden. Dabei trat der ganze gewaltige Kräfteunterschied der deutschen und der französischen Wehrmacht in aller Deutlichkeit zutage und illustrierte drastisch genug die ganze Albernheit des Geredes von einer Bedrohung Frankreichs durch Deutschland, von einer Gefährdung der Sicherheit des französischen Volkes, die ganze Unsinnigkeit des dort gepredigten Satzes:„Erst Sicherheit, dann Abrüstung.“ Bei unseren Manövern gab es nur Tankattrappen, gab es kein schweres Geschütz; drüben aber rasselten echte Tanks und Hunderte schwerer Geschütze durch das Manövergelände, das überschwirrt war von Flugzeugbataillonen.„Diese Gegenüberstellung schon straft alle diejenigen Lügen, die in der deutschen Armee eine Bedrohung für irgendeinen Nachbarn sehen wollen.“ Das unterstrich Minister Gröner, der doch vom modernen Krieg und den für diesen notwendigen Rüstungen auch einiges versteht! Aber Vernunft und ruhiges überlegen in der Politik vermögen sich doch nur selten, im großen wie im kleinen, zwischen den Völkern und bei den Völkern durchzusetzen. So haben sich die Väter des Völkerbundstatuts und die des Versailler„Friedens“ zwar zur allgemeinen Abrüstung verpflichtet, aber leider gilt auch hier, daß Versprechen und Halten eben— zweierleiist. Dr. Pr. Jum Erzbischof von Finnland gewählt wurde der frühere finnische Ministerpräsident und Kultusminister Professor Lauri Ingmann. Gerüchte um Hitler. Padervorn, 20. Sept. Unserer Redaktion wurde am heutigen Vormittag sehr häufig die Frage gestellt, ob es richtig sei, daß der Nationalistenführer Hitler ermordet worden sei. Einige der Anfrager wollten sogar wissen, Hitler sei erschossen worden. Wir möchten zu den Gerüchten um Hitler und zur Beruhigung der Oeffentlichkeit feststellen, daß alle diese Gerüchte unrichtig sind und jeder berechtigten Grundlage entbehren. Daß das Gerücht so j weit verbreitet ist, beweist indes die fiebernde Nervosität in die der 14. September viele Volkskreise gebracht hat. Man darf allerdings nur wünschen, daß uns angesichts der vielfach erhitzten Gemüter Unbesonnenheiten jeglicher Art erspart bleiben. Paneuropa=Besprechung am Dienstag? Gens. 20. Sept. Der Genfer Korrespondent einer großen Pariser Zeitung will erfahren haben, daß Briand der Ueberzeugung ist, eine einzige Sitzung der Staaten genüge, um die nötigen Vorbereitungen für die Konferenz im Jahre 1931 treffen zu können. Die Staaten hätten freie Delegiertenwahl und sollten nicht an Sachverständige gebunden werden. An Beobachter dürfte von jedem Erdteil nur ein Vertreter zugelassen werden. Großfener bei Wiesbaden. Wiesbaden, 20. Sept. Im Vorort Amöneburg brach in einer Fabrik heute früh ein Großfeuer aus, das sich schnell auf ein Teer= und Harzlager ausdehnte. Das Feuer war um 11 Uhr noch nicht gelbscht, zumal die Löscharbeiten sehr schwierig sind. Das Großfeuer in einer chemischen Fabrik konnte nach einer späteren Meldung inzwischen abgeriegelt werden. Das Fabrikgebäude selbst ist unbeschädigt, dagegen sind vier Lagerhallen und eine Scheune mit großen Mengen chemischen Produkten ein Raub der Flammen geworden. Barbarische Maßnahmen in Indochtna. Französischer Luftangriffauf tausend köpfige Menschenmenge in Indochina. London, den 20. September. Englische Meldungen aus Hongkong berichten von erbitterten Kämpfen in Französisch=Indochina, die fast täglich zwischen französischen Truppen und Aufständischen stattfinden. Bei Ninh=Long wurde ein großer Flugzeugangriff auf eine tausendköpfige Menge ausgeführt. Hunderte von Personen wurden durch Maschinengewehrleuer artötet, mehrere hundert verletzt. ∆ Aus bemn=Habelvorter=Eidotpartamlel Abermalige Vertagung der Gemeinde=Getrönkesteuer. Wg. Paderborn, 19. Sept. 1930. Am Magistratstisch: Bürgermeister de Voys und Stadtbaurat Michels. 31 Mitglieder des Kollegiums sind anwesend. Der stellv. Stadtv.=Vorsteher Uhle eröffnet die Sitzung kurz nach 18 Uhr, und teilt als Eingang einen Antrag der sozialdemokratischen Fraktion mit, in dem an den Magistrat das Ersuchen gerichtet wird, in der nächsten Sitzung eine Vorlage btr. Winterbeihilfen an Minderbemittelte vorzulegen. Die Beratung des Antrages wird bis nach Erledigung der Tagesordnung zurückgestellt. Es folgt die Beratung der Tagesordnung. 1. Mitteilung über den Stand der Wasserversorgung. Bürgermeister de Voys gibt von folgendem Bericht der Wasserwerksdirektion Kenntnis: Im August betrug der Wasserbedarf der Stadt 98322 Kubikm. Die Lieferung dieser Menge übernahmen die alte Wasserkunst mit ein Siebentel, das Sennewasserwerk mit sechs Siebentel. Die Abgabe verteilte sich wie folgt: Verkauf Aug. 1929 71 355 Kbm. gleich 55 Proz., Aug. 1930 ca. 62 000 Kbm. gleich 63 Proz.; Oeffentliche Zwecke Aug. 1929 10 000 Kbm. gleich 8 Proz., Aug. 1930 ca. 2500 Kbm. gleich 3 Proz.; Verluste usw. Aug. 1929 47 609 Kbm. gleich 37 Proz., Aug. 1930 ca. 33 822 Kbm. gleich 34 Proz.; Gesamtbedarf Aug. 1929 128 964 Kbm. gleich 100 Proz., Aug. 1930 ca. 98322 Kbm. gleich 100 Proz. Infolge der künstlichen Hebung des Grundwasserspiegels steigerte sich die Leistung der Wasserfassungsanlage bis auf 3600 Kbm. pro Tag. Deshalb konnte die provisorische Fassungsanlage abgeschaltet und demontiert werden. Vom 16. August ab wurde auch die alte Wasserkunst abgeschaltet, mit Ausnahme der Tage vom 28. bis 30. August. An diesen drei Tagen entnahmen der Hauptbahnhof und das Portlandzementwerk infolge Störungen an der eigenen Wasserversorgung dem städtischen Rohrnetz größere Wassermengen, die den Tagesbedarf auf 4000 Kbm. erhöhten. Am 10. und 11. September fand eine Kontrollbesichtigung der Wasserwerksanlagen durch Professor Dr. Reichle der Preußischen Landesanstalt Berlin=Dahlem und Civiling. Prinz=Berlin statt. Die Genannten haben über den Stand der Wasserversorgung dem Magistrate Bericht erstattet. Dieser Bericht wird schriftlich niedergelegt und den Mitgliedern des Stadtverordnetenkollegiums zugestellt. Zusammenfassend kann gesagt werden, daß sich die künstliche Anreicherung des Grundwassers bisher bewährt hat, daß ein abschließendes Urteil indessen noch aussteht. Die chemische und bakteriologische Untersuchung des Wassers vom 1. September ergab wiederum keinen Unterschied gegenüber der früheren vorzüglichen Beschaffenheit des Sennewassers. Das Wasser ist nach wie vor von geringer Härte(7,5 Grad), absolut klar und praktisch keimfrei. 2. Einführung der Getränkesteuer. *“ Stadtv. Dr. Evers(Ztr.): Das Stadtverordnetenkollegium hat am 22. August beschlossen, die Vorlage auf Einführung der Getränkesteuer zu vertagen, einmal weil man den Ausfall der Reichstagswahl noch nicht übersehen konnte und damit auch nicht die Aufrechterhaltung der Notverordnung, dann aber auch infolge der Schwierigkeiten, die betr. Erhebung der Getränkesteuer verursacht werden mit der Unsicherheit des Aufkommens. Der Magistrat macht heute neue Vorlage, die der Redner verliest. In der Stellungnahme des Magistrats wird gesagt, daß er auch diesmal der Vorlage keine genauen Berechnungen zugrunde legen könne, zumal die Gastwirteorganisation dem Ersuchen auf Unterlagen nicht nachkam. Die Notwendigkeit der Einführung der Getränkesteuer sei aber weiter gegeben. Der Fürsorgeetat mit seinen steigenden Ausgaben mache die Getränkesteuer notwendig. Die Fürsorge erfasse jetzt auch eine Reihe selbständiger, jedoch in Not geratener Handwerker und sonstiger Gewerbetreibender. Diese Belastung bringe mit der allgemeinen Steigerung der Fürsorgeausgaben ein großes Loch in den Etat. Pflicht der städtischen Körperschaften sei es, zeitig dem vorzubeugen und für Deckung zu sorgen. Die Bürgersteuer komme vorerst nicht in Frage wegen ihrer unsozialen Staffelung und auch wegen des Fehlens der preußischen Ausführungsbestimmungen. Der Magistrat müsse mithin bei der Getränkesteuervorlage bleiben. Zur Erfassung der Steuer beantragt der Magistrat die Einführung der Deklarationspflicht für alle betr. Betriebe, die allmonatlich bis zum 10. abgegeben werden soll. Der Magistrat beantragt weiter, die Gemeindegetränkesteuer ab 1. Oktober einzuführen. Wie der Referent bemerkt, haben die vereinigten Ausschüsse auch diesmal keinen Beschluß zu den Vorschlägen des Magistrats gefaßt. Sie empfehlen Vertagung, um abzuwarten, welche Stellung der neue Reichstag zur Notverordnung einnimmt. Auch die vom Magistrat zugesagten Sparmaßnahmen wolle man abwarten. Stadtv. Reker(Ztr.): Für einen Ausgleich der größeren Ausgaben müssen wir natürlich sorgen. Der Ausgleich kann nur erfolgen durch Drosselung der Ausgaben oder durch neue Steuern. Vom Magistrat haben wir ein Sparprogramm verlangt. Es sollen dabei Zuschüsse an Vereine usw. herabgesetzt und Ausgaben für Promenaden usw. vermindert werden. Die Kehrseite der Sparmaßnahmen ist, daß dem Gewerbe durch sie auch Lieferungen und Verdienst entgehen. Der zweite Weg ist mit der Vorlage beschritten. Die Zentrumsfraktion schließt sich der Vertagung an, weil die Schwierigkeiten der Erhebung nicht behoben sind und man nach dem Ausgang der Wahl auch nicht weiß, inwieweit die Notverordnung aufrecht erhalten bleibt. An sich erscheint die Getränkesteuer berechtigt, da sie Genußmittel erfasse. Stadtv. Lücking(Soz.): Wir sind grundsätzlich Gegner der Notverordnung und damit auch gegen die Gemeindegetränkesteuer. Von den Sparmaßnahmen des Magistrats verspricht sich meine Partei nur dann etwas, wenn die Abstriche an den richtigen Stellen erfolgen, was wir aber bezweiseln möchten. Der Ausgang der Wahl hedeutet siedenfalls eine Schlappe für die Notverordnung. Wir wollen erst einmal warten, was von diesen neuen Gemeindesteuern übrig bleibt. Im übrigen erklären wir uns zur Mitarbeit bereit. Stadtv. Ernst(WP.): Die ganzen Verhältnisse sprechen dafür, daß die Einführung einer Gemeindegetränkesteuer für Paderborn nicht in Frage kommen kann. Es wurde bereits gesagt, daß jetzt auch Gerzzrherrgiherh auf die gegen die Getränkesteuer, da durch Betriebe in ihrer Existenz erschüttert werden. Andere Städte hätten die Steuer bereits wieder abgebaut. Redner macht den Vorschlag auf Abstrich von 10 Proz. bei allen nicht zwangsläufigen Etatsansätzen. Wenn neue Steuern unbedingt notwendig sind, dann käme eher die Bürgersteuer in Frage, zumal diese Steuer auch erzieherisch wirke und auch die Kreise erfasse, die die Steuern heschtt. ben, ohne selbst diese zahlen zu müssen. So roy, L. die Bürgersteuer hinstelle, wirke sie keineswegs, oa alle Einkommen von unter 2000 Am. ohnehin befreit seien. Bürgermeister de Voys tritt in längeren Ausführungen für die Magistratsvorlage ein. Man könne wohl im Zweifel darüber sein, ob die Getränkesteuer und überhaupt die Steuern der Notverordnung eine glückliche Lösung darstellten. Die Art der Gemeindesteuern sind uns indes vorgeschrieben, und es geht heute lediglich um die Frage, ob die Getränkesteuer eingeführt werden soll oder nicht. Bei der Gestaltung der Fürsorgelasten ist die Einführung notwendig. Mit dem Vorschlage auf Einsparung von 10 Proz. bei dem Etat werden wir auf unüberwindliche Schwierigkeiten stoßen, dies schon wegen der Gebundenheit der größten Ausgabeposten. Der Magistrat wird die freien Positionen eingehend prüfen. Vor gar zu großen Hoffnungen ist aber zu warnen, da der Etat schon äußerst sparsam aufgestellt worden ist. Es ist also eine außerordentlich sorgfältige Prüfung notwendig. Der Magistrat wird in der nächsten Sitzung ein Sparprogramm vorlegen. Kenner des Etats werden wissen, daß große Hoffnungen hier nicht am Platze sind. Auf der anderen Seite müssen wir für Deckung der Fehlbeträge sorgen. Die Biersteuer wurde erhöht, heute wird die Getränkesteuer beantragt. Der Magistrat verkennt nicht die Schwierigkeiten, der Steuererhebung und auch nicht die Härten in ihrer Auswirkung, auch nicht die Möglichkeit, daß der neue Reichstag die Notverordnung abändere. Die Entwicklung der Fürsorgelasten mache aber die Schaffung einer Deckung norwendig. Der Bürgermeister verliest ein Schreiben des Vorsitzenden des Deutschen Städtetages an die Städte, in dem dieser angesichts der großen Not gerade die Mittell städte auf die Notwendigkeit der Ausnützung der Steuermöglichkeiten nach der Notverordnung hinweist.(Das betr. Schreiben haben wir bereits mitgeteilt.) Der Magistrat würde die Stellungnahme des Kollegiums wohl würdigen, müsse aber erwarten, daß das Kollegium auf die ernste Finanzlage Rücksicht nimmt. Stadtv. Canissius spricht sich als Vertretev des Gastwirtsgewerbes entschieden gegen die Getränkesteuer aus. Schon die Biersteuer habe einen noch schlechteren Besuch der Wirtschaften bewirkt, während der Handel über die Straße zunehme. Das Wirtegewerbe sei mit Steuern derart belastet, daß jede weitere Steuer zum Schaden für die Stadt ausschlagen müsse. Das Wirtegewerbe bittet um Ablehnung, mindestens aber um Vertagung der Vorlage. Stadtv. Lücking(Soz.) bemerkt, keine Partei werde an der Behebung der Finanznot mitarbeiten, sei aber ins besonders gegen die Einführung der„Negersteuer" durch Diktat, die Bürgersteuer sei u. a. die Steuer für Arbeitslose und Dienstmädchen. Auch in Paderborn habe man es keineswegs nötig, die Steuern der Notverordnung anzunehmen. Stadtv. Rutz(Dn.) erklärt, schon die Umleitung des Verkehrs um die Stadr bringt Schädigungen des Wirtegewerbes. Durch die Getränkesteuer würden die Schädd gungen noch vermehrt. Andere Städte machten dahin böse Erfahrungen. Stadtv. Reker(Ztr.) bemerkt, daß sich ein Eingehen auf die politische Stellungnahme des Stadtv. Lücking bez. der Bürgersteuer erübrige, da die Bürgersteuer nicht zur Diskussion stehe. Redner protestiert gegen die Bezeichnung Negersteuer. Eine soziale gestaffelte Bürgerabgabe habe gewiß auch manches für sich. Stadtv. Jos. Schulte(Ztr.) verweist auf die zunehmende Anspannung des Wohlfahrtsetats, an dessen Deklkung gerade die Arbeiter stark interessiert seien. Man müsse sich daher die Ablehnung der Getränkesteuer stark überlegen. Man dürfe hier später sich nicht versäumte Gelegenheiten zum Vorwurf machen. Redner verlangt schließlich baldige Vorlage des Sparprogrammes des Magistrates und erklärt sich bez. der Getränkesteuer mit der Vertagung einverstanden. Der Vertagungsantrag wurde darauf nahezu einstimmig angenommen. 3. Aulage einer Zentralheizung und Bau eines Kokskellers für das Feuerwehrgebäude. Stadtv. Dr. Evers(Ztr.) Der im neuen Feuerwehrhause aufgebaute Ofen ist durchgebrannt. Inzwischen wurden eine zweite Spritze und ein Sprengwagen beschafft, der ebenfalls mit zu Löschzwecken herangezogen werden kann. Diese stehen in unheizbaren Räumen und sind dadurch im Ernstfalle nicht sofort gebrauchsfähig. Daher wird beantragt, das Feuerwehrhaus mit einer Zentralheizungsanlage zu versehen. Dazu ist die Errichtung eines Kellers für Kessel und Koks notwendig. Weiter ist die Anlage eines Pissoiers vorgesehen. Durch die Heizungsanlage kann der große Garageraum bis 10, die Geräteräume bis 15 und im übeigen bis 25 Grad erwärmt werden. Dafür werden 4000 M. beansprucht. Dazu kommen die Kosten der Heizungsanlage mit 2400 M. Die Vorlage beansprucht somit 6490 M. die aus bereiten Mitteln gedeckt werden sollen. Die Ausgabe ist im außerordentlichen Etat bereits vorgesehen. Die Vereinigten Ausschüsse beantragen Annahme der Vorlage. Eine Prüfung, ob die Erneuerung des Ofens nicht billiger komme, ergab, daß keine wesentlichen Ersparnisse dadurch erzielt werden könnten, zumal ein Koksraum unbedingt geschaffen werden müsse. Stadtv. Lücking(Soz.) empfiehlt aus Gründen der Sparsamkeit die Verwendung alter Heizkörper vom Flugplatz. Die Vorlage wird mit großer Mehrheit angenommen. 4 Umlegung des Königsbuscherweges. Vorlage wird ohne Aussprache angenommen. 5. Anbaugenehmigungen. Stadtv. Otto Schult:(Ztr.) legt drei Anbaugenehmigungen vor, die einstimmige Annahme fanden. Es handelt sich um folgende Bauten. Schriftsetzer Ferdinand Wibbe baut ein Wohnhaus an der Brüderstraße. Straßenbaukosten sind in drei Jahresraten zu zahlen. Bauunternehmer Hch. Niggemeyer baut ein Sechsfamilienhaus an der Albinstraße. Straßenbaukosten 2250., zahlbar in fünf Jahresraten, Georg Koch Srandstoinögang! 8 chahenbrah Wg. Paderborn, 20. September 1930. Für das gesamte Paderborner Gemeinwesen, zunächst natürlich für den Paderborner Bürgerschützenverein, ist der morgige Tag ein Merkstein ganz besonderer Bedeutung. An ihm wird in feierlicher Weise der Grundstein zur neuen Festhalle der Bürgerschützen gelegt, und damit ist ein Werk im Werden, das wiederum zunächst eine großzügigere Entfaltung der Bürgerschützenfeste ermöglichen soll, dann aber auch Paderborn den Besitz eines Saales für große Abhaltungen sichern wird. Wenn man weiß, wie oft schon große Tagungen für Paderborn abgekehnt werden mußten, weil man eben keine genügenden Räumlichkeiten zur Verfügung hatte, und als zweite Folgerung daraus bedenkt, welchen wirtschaftlichen Ausfall die Paderstadt bereits durch diesen Mangel hatte, hebt sich das große Allgemeininteresse, das die Paderborner Oeffentlichkeit für diesen Saalbau haben muß, von selbst hervor. Der Bürgerschützenverein ging mit Wagemut ans Werk, er verwirklicht den großen Plan trotz der überaus gedrückten Wirtschaftslage, hilft dabei aber anderseits die Arbeitslosigkeit durch seinen Großbau mildern. Auch ist ein erfreuliches Moment, das heute wohl mit unterstrichen werden kann. Der Bürgerschützenverein hätte aber niemals einen so kühnen Plan fassen und verwirklichen können, wenn nicht die Einheit und Geschlossenheit des Paderborner Bürgertums, die der Bürgerschützen. verein so nachdrücklich verkörpert, zu solch seltenen Blüte gelangt wäre. Die stolze Zahl von 1640 Mitglieder aus allen Ständen und Kreisen der Bevölkerung verleiht dieser Tatsache den imposantesten Ausdruck. Die Bürgerschützen dürfen so mit größten Stolz auf das Werk blicken, das jetzt im Werden ist und zu dem morgen der Grundstein gelegt werden soll. Sie werden gewiß auch freudigen Anteil an dem Ereignis nehmen und mit ihm die ganze Bürgert schaft. Man wird zu dem für den Verein so bedeutungsvollen Tag nur den Wunsch aussprechen dürfen, daß die Eintracht und die Geschlossenheit innerhalb des Bürgerschützenvereins durch den Festhallenbau noch weitere Förderung und Vertiefung erfährt. Je mehr dies geschieht, um so fester wird das Fundament für den Bau und seine Bewirtschaftung sein. Dahin rufen wir dem Bürgerschützenverein..„ 94 85 ein herzliches Gluckauf zu. Nachstehend veröffentlichen wir den Wortlaut der Arkunde die morgen dem Grundstein einverleibt wird. Sie lautet: „Nach jahrzehntelangen Bemühungen des Vorstandes des Paderborner Bürger=Schützenvereins wurde am 20. November 1923 zwischen dem Magistrat der Stadt Paderborn— vertreten durch Bürgermeistre Gerbaulet und Stadtbaurat Michels— und dem Paderborner Bürger=Schützenversein— vertreten durch dessen Vorsitzenden und Oberst Kaufmann Wilhelm Kaufmann, Westernstraße 20, und Justizrat Urban de Weldige=Cremer. Friedrichstraße 11— ein Erbbau=Vertrag auf 100 Jahre abgeschlossen.„.„„ 46 Erst diese Tatsache ermöglichte es dem Paberborner Bürgerschützenverein, den Plan zu erwägen, statt der im Jahre 1884/85 errichteten Zeltbauten, dem Königs= und Tanzzelt, die trotz alljährlicher kostspieliger Instandset zungsarbeiten weder in baulicher Beziehung genugeno Sicherheiten boten noch für die ganz erheblich gestiegene Mitt gliederzahl ausreichten, eine große geräumige Festhalle zu Einstimmig wurde nach gründlicher Beratung des Planes selbst und der dadurch entstehenden Kosten in der Vorstandssitzung vom 29. Januar 1930 im Gasthof Rudolf Koch, Kamp 25, der Beschluß gefaßt, die Festhalle zu erbeoien. Bei einem Preisausschreiben für die Festhalle erhielt den 1. Preis: der Sohn unserer Vaterstadt Architekt Paul Hermann Tenge, Leostraße 25, Kämper=Komp. 2. Preis: Paul Hermann Tenge, Leostr. 25, KämperKomp. 3. Preis: Architekt Josef Bröhl, Warburger Straße 19, Kämper=Komp. Die übrigen zehn Entwürfe wurden vom Paderborner Bürgerschützenverein ebenfalls erworben. In der Vorstandssitzung vom 13. Februar 1930 im Gasthof Löffelmann wurde Architekt Paul Hermann Tenge mit der Bauleitung beauftragt. Am 5. August 1930 begannen die Ausschachtungsarbeiten, und heute, am Sonntag, 21. September 1930, wurde den Fundamenten der Grundstein— von Bildhauer Spalthoff(Leutnant der Maspern=Komp.), Driburger Straße 16, gestiftet— im Beisein des hochwürdigen Herrn Domkapitular Pieper in Vertretung des Schützenpropstes Dompropst Dr. Linneborn feierlich eingefügt. Kommandeur des Vereins ist: Kaufmann Wilhelm Kaufmann, Westernstr. 20. Oberstleutnant: Verlagsbuchhändler Albert Pape, Westernstraße 8. Hauptmann der Western()=Kompagnie: Kaufmann Wilhelm Uhle, Borchener Straße 24. Hauptmann der Kämper(ll)=Kompagnie: Architekt Albert Tenge, Liboriberg 25. Hauptmann der Maspern(III)=Kompagnie: Kaufmann Josef Canisius, Heiersstraße 35. Hauptmann der Königsträßer(IV) Kompagnie: Bauunternehmer Heinrich Tenge, Martinstr. 11. Schützenkönig:„„„„ 9— Eisenbahn=Werk=Insperror Josef Schäfers, Rosenstraße 9, Mitglied der Western=Kompagnie. Schützenkönigin:„75 Kamer Su : F r a u R e c h t s a n w a l t d e W e l o i g e= E r e m e r, P a u l a geb. Spancken, Busdorfwall 22. Der Grundstein wurde gelegt 12 Jahre nach Beendigung des großen Weltkrieges 1914—1918; 7 Jahre nach der unglücklichen Inflation und dem Wiederaufbau der deutschen Währung, im Jahre der endlichen Befreiung der Rheinlande von feindlicher Besatzung, als Generalfeldmarschall von Hindenburg und Benneckendorf Präsident des Deutschen Reiches, Pius XI. glorreich=regierender Papst in Rom. Dr. Kaspar Klein erster Erzbischof der lt. Bulle„Pastoralis officil nostri“ vom 13. August neugegründeten Erzdiözese Paderborn, Friedrich von Laer, Landrat des Kreises Paderborn, Philipp Haerten; bürgermeister der Stadt Paderborn mit 36061 Einwoh nern war, als große wirtschaftliche Not infolge des furchtbaren Friedensdiktates von Versailles herrschte, als eine Arbeitslosenzahl von 3 Millionen im Reiche und 363 in der Stadt Paderborn selbst gezählt wurde. als der Paderborner Bürgerschützenverein, und zwar: die 1. Western=Kompagnie 459 Mitglieder die 2. Kämper=Kompagnie 306 Mitglieder die 3. Maspern=Kompagnie 454 Mitglieder die 4. Königsträßer=Kompagnie 421 Mitglieder zusammen 1640 Mitglieder stark war und diese aus eignen Mitteln über 50000 M. als Sonderdarlehn zur Verfügung stellten.— Den schon verstorbenen Schützenbrüdern zum Gedächtnis, den lebenden zur steten sich erneuernden Erkenntnis echter Paderborner Schützenbruderschaft und örtlichen Gemein= und Heimatsinnes, den kommenden Geschlechtern zur Nacheiferung, unter dem alten, aber immer höchsten Wert behaltenden Grundsatz: #giett macht start!“ Paderborn, am 21. September im Jahre des gomn 1930. Der Gastwirtetag gegen ethöhte Getrankesteuer Der 55. Deutsche Gastwirtstag in Danzig wurde abgeschlossen. Zu den Verhandlungen hatten sich maßgebende Vertreter des Vorläufigen Reichswirtschaftsrats, der sächsischen Industrie= und Handelskammern, der Gewerbekammern, des Arbeitsamts und Vertreter verwandter Organisationen in Oesterreich und der Tschechoslowakei eingefunden. Zur Aussprache standen neben organisatorischen Fragen vor allem steuerliche Fragen, die durch die Notverordnung des Reichspräsidenten akut geworden sind. Nach der Annahme zahlreicher Einzelanträge genehmigte die Versammlung abschli ßend eine allgemeine Entschließung, in der u. a. folgendes ausgeführt wird: Der Deutsche Gastwirteverband mit seinen 29 Unterverbänden hat den Nachweis erbracht, daß der Verzehr in den Gaststätten nach der letzten Biersteuererhöhung in geradezu katastrophaler Weise zurückgegangen ist. Jede weitere Erhöhung der Steuern auf Bier und Getränke jeder Art wird diesen Rückgang beschleunigen, so daß an ein erhöhtes Steueraufkommen nicht gedacht werden kann. Daher wird entschieden Einspruch gegen die Maßnahmen des Reiches und gegen etwaige Notverordnungen der Länder erhoben, um so mehr, als dadurch zahllose selbständige Existenzen und Angestellte zugrunde gerichtet werden und der Fürsorge anheimfallen. Deshalb sollten im Interesse der sozialen Fürsorge auch die Gemeinden sich gegen derartige Verordnungen wenden. Wir fordern, daß die Länder bis zum Zusammentritt des Reichstages derartige Notverordnungen nicht herausgeben. Im nächsten Jahr werden die Abgeordneten des Deutschen Gastwirteverbandes in Stuttgart zusammentreten. baut ein Zweifamilienhaus am Thüringer Weg. Straßenbaukosten in 6 Jahresraten zahlbar. Antrag der soz. Fraktion berr. Winterbeihülfen. Stadtv. Lücking(Soz.) Es ist wohl eine Selbstverständlichkeit, daß uns eine Vorlage hierzu wieder zugehen wird, der Antrag bedarf keiner weiteren Begründung. Die Fraktionen erwarten indes die Vorlage bald und wollen Zahlen hören. Der Vorsitzende hält eine Aussprache für unnötig. Alle Fraktionen sind sich darüber einig, daß das Möglichste getan wird. Wir haben Mittel für diesen Zweck in unserem Etat auch bereits vorgesehen. Schluß der öffentlichen Sitzung 19 Uhr. Es folgt noch eine vertrauliche Beratung des Kollegiums. Heimatlicher Teil Der Lindenwirtin=Sänger. Vor einigen Monaten feierte man am Rheine mit großer Herzlichkeit den 70. Geburtstag der Annchen Schumacher, die als Lindenwirtin von Godesberg in den Kreisen alter und junger Studenten berühmt geworden ist. „Keinen Tropfen im Becher mehr und der Beutel schlaff und leer," so beginnt das Lied, das„die Lindenwirtin, die junge" verherrlicht, und der es gesungen hat, war Rudolf Baumbach aus Kranichfeld in Thüringen, dem heute ein paar Worte des Gedenkens gebühren, da sich zum fünfundzwanzigstenmal der Tag jährt, an dem er gestorben ist. Am 21. September 1905 ist das gewesen. Baumbach gehörte zu der großen Schar deutscher Lyriker, die, von Viktor von Schefffel angesteckt, Hunderte von niedlichen, aber meist recht oberflächlichen Liedern fahrender Gesellen, wandernder Spielleute, bummelnder Studios usw. gesungen haben, Lieder, für welche Paul Heyse das treffende Wort„Butzenscheibenlyrik“ geprägt hat. Aber Baumbach war bestimmt einer der besseren dieser Spielmanns= und Schelmenliederdichter, und durch das deutsche Kommersbuch dürfte er noch für lange Zeit bekannt und beliebt bleiben. Es gibt wenige, die sich nicht irgendeinmal mit nachstehenden tröstlichen Versen Baumbachs die Sorgen verscheucht hätten: „Was die Welt morgen bringt, Ob sie mir Sorgen bringt, Leid oder Freud'— Komme, was kommen mag, Sonnenschein, Wetterschlag, Morgen ist auch ein Tag, Heute ist heut!" Preußisch=Süddeutsche Staatslotterie. Der vorliegenden Nummer unserer Zeitung liegt ein Prospekt des neuen verbesserten Gewinnplans der 36. Preußisch=Süddeutschen(262. Preußischen) Klassenlotterie bei, auf den wir unsere Leser besonders aufmerksam machen. In dem neuen Gewinnplan ist den vielfachen Wünschen der Spieler auf Vermehrung der Mittelgewinne in außerordentlichem Umfange— Verdreifachung ihrer Zahl— Rechnung getragen worden. Bisher wurden an Gewinnen ca. 62 Millionen Reichsm. ausgespielt, jetzt über 113 Millionen Reichsm. Die Staatslotterie bringt damit ein Spielkapital zur Ausspielung, das keine andere Lotterie der Welt aufweisen kann. Da bereits eine rege Nachfrage nach Losen eingesetzt hat, so empfiehlt es sich, die Lose rechtzeitig durch die staatlichen Lotterie=Einnahmen zu beziehen. * Arbeitsmarktlage der Angestellten. Das Landesarbeitsamt Westfalen teilt mit: Die rückläufige Entwicklung der Arbeitsmarktlage in den Angestelltenberufen hat sich im Monat August im Bezirk des Landesarbeitsamtes Westfalen— wenn auch im Tempo gegenüber dem Vormonat etwas verlangsamt— fortgesetzt. Nach den Berichten der Angestelltenabteilungen bei den Arbeitsämtern in Bochum, Dortmund, Hagen, Münster und Bielefeld ist die Gesamtzahl der im Bezirk des Landesarbeitsamtes Westfalen registrierten arbeitsuchenden Angestellten von 12027, davon 7656 männlich und 4371 weiblich, Ende Juli 1930 auf 12 419, davon 7834 männlich und 4585 weiblich, Ende August 1930, d. h. um 392 gleich 3,2 v. H. angestiegen. Bei den männlichen Angestellten stieg die Ziffer um 178 gleich 2,3 v.., bei den weiblichen Angestellten um 214 gleich 5 v. H. Unter den erbeitsuchenden weiblichen AnTertauser gnungsprüfung zu unterziehen, die bei der Handwerkskammer Bielefeld zu beantragen ist. Sie findet in diesem Jahre im Oktober statt. Hier hat der Junge u. a. zu beweisen, daß er die deutsche Rechtschreibung wirklich beherrscht und auch gut rechnen kann. Weiter ist Voraussetzung, daß er die erste Klasse seiner Schule besucht hat. Werden diese Mindestbedingungen nicht erfüllt, dann hat er keine Aussicht, im Buchdruckerberuf unterzukommen; der Andrang ist so groß und die tariflich zugelassene Lehrlingszahl so klein, daß nur die wirklich Allerbesten Aussicht auf Zulassung haben. *e Lippspringe. Oberpostmeister Peters 60 Jahre alt. Gestern konnte Oberpostmeister Andreas Peters in aller Stille seinen 60. Geburtstag seiern. In den weitesten Kreisen ist er bekannt und sehr beliedt. Ein Beamter vom alten Schrot und Korn, seinen Untergebenen stets ein hilfsbereiter Chef und treuer Berater. Auch im öffentlichen Leben hat er sich rege betätigt. Seit mehr als 20 Jahren ist er Schriftführer des Bürgerschützenvereins, ferner gehört er seit der Stadtwerdung dem Par lament als Stadtverordneter an und beteiligte sich als solcher an alle Kommunalangelegenheiten mit dem lebhaftesten Interesse. Seinem unermüdlichen Wirken ist es zu verdanken, daß jetzt endlich der schon so lange erforderliche große Postanbau in Angrüff genommen wird. In der Entwicklung und Förderung unserer Badestadt hat er stets hervorragend mitgewirkt. Mögen Oberpostmeister Peters noch viele Jahre in gleicher geistiger und körperlicher Frische beschieden sein, das ist der Wunsch seiner Mitbürger zu seinem 60. Geburtstag. ! Bad Lippspringe. Vermißt. Seit dem 16. September ist der Kaufmann Martin Peters, geb. am 6. Oktober 1901, hier, Bielefelder Straße 9 wohnhaft, veumißt. Der Vermißte ist schwer nervenleidend. Schwermut wird ihn wohl dazu bewegt haben, sich zu entfernen. Er ist 1,73 groß, mager, glatt rasiert, dunkelblond, auffallend bleich, trägt eine Sportmütze. Windjacke, schwarze Schuhe. Padervorner vom 20. September 1930. * Neuer Postreklame=Stempel. Anstelle des bisherigen Reklame=Stempels, dessen Inschrift von vielen Seiten beanstandet worden war, hat der Verkehrs=Verein einen neuen Stempel anfertigen lassen, der von jetzt an beim Postamt beim Bedrucken der aufgegebenen Briefe benutzt wird. Der neue Stempel zeigt den Domturm und daneben die Inschrift:„Paderborn, die 1000jährige Kunststätte.“ Der Entwurf stammt vom Stadtbaurat Michels. :) Ihren 85. Gebartstag feiert morgen die Gattin des verstorbenen Tierarztes Berger in bemerkenswerter Rüstigkeit. Mit unserem Glückwunsch an das hochbetagte Geburtstagskind möchten wir hervorheben, daß die Familie Berger schon sehr lange in Paderborn heimisch ist. Tierarzt Berger war seinerzeit Hauptmann der Königsträßer=Kompagnie des Bürgerschützenvereins und sein Vater gehörte ebenfalls schon dem Vorstande des Schützenvereins an. Bemerkenswert ist auch, daß der älteste Sohn der Frau Ww. Berger der erste Täufling der ev. Gemeinde in der neu# restaurierten Abdinghofkirche nach ihren Uebergang an die ev. Gemeinde im Jahre 1870 war. ——Ein wildgewordenes Pferd. Gestern nachmittag stand an dem Restaurant Gabriel am Uekern ein Pferdefuhrwerk eines hiesigen Unternehmens. Plötzlich wurde das Pferd scheu und sprang in eines der großen Schaufenster des Restaurants Gabriel. Das Pferd stieß mit dem Kopfe die dicke Glasscheibe ein und wurde dabei schwer verwundet. Es hatte eine große klaffende Wunde am Halse. Einige Straßenvassanten sprangen hinzu, rissen das wilde Pferd mit Mühe zurück, drückten es mit dem Kopfe zur Erde und hielten die Wunde zu, um den Blutverlust in etwa eine zudammen. Schnell wurde ein Tierarzt herbeigeholt, der die Wunde zunähte. Den Hilfsbereiten ist es zu verdanken, daß das scheue Pferd nicht noch mehr Unheil angerichtet hat. gestellten befinden sich rund 3000 Verkäuferinnen. Für eine Besserung dieser ungünstigen Arbeitsmarktlage liegen bisher keinerlei Anzeichen vor. § Wer darf Drucker= oder Setzerlehrling werden?" Die Handwerkskammer schreibt: Im Buchdruckgewerbe herrscht zurzeit eine Arbeitslosigkeit, wie sie seit vielen Jahren nicht beobachtet ist, und auch für die Zukunft ist keine große Besserung zu erwarten, und nur die Allerbesten haben Aussicht auf dauerndes Brot. Welche Anforderungen werden nun an einen Schriftsetzer= oder Druckerlehrling gestellt? Zunächst ist ein ärztliches Attest beizubringen, daß der Junge gesund und für den Beruf tauglich ist. Besonders zu achten ist auf gesunde Beine und gute Augen, sowie eine gute Auffassungsgabe. Ferner hat der Junge sich einer LenT LERREA I Stgec Was hat der Vonisatkusverein geleistet(1849—1929)? Ueber 113 Millionen Goldmark gesammelt, mehr als 4000 Diasporastationen hochgebracht. Was muß er leisten? 1. An Unterhaltung des Bestehenden: rund 1100 Stationen fortlaufend unterstützen, gegen 400 Priester und 160 Lehrpersonen besolden, 180 Kinderheime betreuen. über 100 Privatschulen unterhalten 2. an Neugründungen in drei Jahren: 72 Seelsorgerstellen, 202 Kirchen oder Kapellen, 80 Pfarrwohnungen, 21 Schulgebäude, 30 Schulen, 8 Kinderanstalten. Großer Vonifatlustag: Conntag, den 21. September in allen Kirchen der Stadt Paderborn. Katholiken Paderborns, zeigt eure angestammte Treue zum Bonisatiuswerk! Die Diaspora zählt auf euch! Der Bonisatiustag der Metropole soll ein Beispiel für die ganze Erzdiözese sein! Das Neueste vom Tage. Barbarei im Sowjet=Paradies. Moskau, 20. Sept. Hier wurden wieder 8 Todesurteile gefällt. Die Verurteilten wurden der Hehlerei mit Silbermünzen und damit der Agitation gegen das Sowjetsystem beschuldigt. Nicht weniger wie 483 weitere Angeklagte wurden zur Internierung verurteilt. Kleine Funkmeldungen. In England ereignete sich ein Zusammenstoß zwischen einem Autobus und einem Lastkraftwagen. Der Autobusführer wurde getötet, 26 der Passagiere wurden verletzt. Der polnische Verkehrsminister führte eine Kontrolle der gisenbahnergewerkschaften ein, die sich gegen die„freien“ Gewerkschaften und die oppositionellen richtet. Die neue argentinische Regierung erklärt, neben der Neuwahl sei das Einwanderungsproblem im Vordergrunde ihrer Tätügkeit. Argentinien sei ein fruchtbares Land. Es herrsche Arbeitermangel und es gelte geeignete Kräfte durch Aufteilungen an die Scholle zu fesseln. Wetterbericht. Das Tiefdruckgebiet har sich mit seinem Kern über Großbritannien verlagert und in Ausläufer über ganz Deutschland ausgebreitet. Das Hochdruckgebiet über Mittelschweden hat sich östlich ausgebreitet. Wet tervorhersage für Sonntag: Wechselnd bewölkt, zeitweise aufheiternd, nur geringe Niederschläge. und :: Bad Driburg, 20. Sept. Einbruch. Wieder einmal haben Spitzbuben das Uhren= und Goldwarengeschäft des Herrn Sievert hierselbst heimgesucht. In der Nacht zum Freitag wurde ein Schaufenster angeschnitten und ein Stück daraus entfernt. Durch diese Oeffnung sind eine ganze Anzahl Ohrringe, Broschen, Zigarettendosen usw. gestohlen worden. Zum Glück waren die teuersten und besten Sachen, wie Uhren usw. abends vorher aus der Schaufensterauslage entfernt worden. — Lage i.., 20. Sept. Ein Mammutkürbis. Eine große Anziehungskraft übte bis vor wenigen Tagen der Garten des an der Paulinenstraße wohnenden Besitzers Siegelmann auf zahlreiche Zuschauer aus. Das Sehenswerte war hier nämlich ein Kürbis von 1,96 Meter Umfang. St. hat jetzt diese Mammutfrucht abgeschnitten, um sle einzukochen und auch noch im Winter an dieses Riesenexemplar zurückdenken. Das Gewicht betrug 85 Pfund. :: G ü t e r s l o h, 2 0. S e p t. E i n e n e u e S p u r i n d e r Mordsache Rottmann. Eine völlig neue Spur hat sich aus der neuerlichen Aussage eines in der Nähe des Tatortes wohnenden Landwirtes ergeben, der zur fraglichen Zeit an der Mordstelle ein dunkelbraunes Auto gesehen hat. Bei diesem Kraftwagen kann es sich keineswegs um den von Rottmann gefahrenen, sandgrau gefärbten Wagen handeln. Wer hat diesen Wagen am Mordtage in der , f r a g l i c h e n G e g e n d g e s e h e n?— W e r h a t d i e I n s a s s e n e r kannt?— Wer kann überhaupt noch irgend etwas über Rottmann und seinen Verkehr mit andern Personen aussagen. Staatsanwaltschaft und Landeskriminalpolizei in Bielefeld fordern die Bevölkerung zu reger Mätarbeit bei der Aufklärung des Verbrechens auf. Familien=Nachrichten Verlobte: Hildegard Sonntag, Fritz Münch, Landesobersekretär, Paderborn—Münster i. W.— Frau Maria Wagenbreth, geb. Menneken, Provinzialbaurat Carl Schleppinghoff. Neuhaus i..—Paderborn. Gestorben: Frau Maria Nutt, geb. Canisius, 40 Jahre, Paderborn. Beerdigung: Montag, 22. September, nachmittags 3,30 Uhr, Turnplatz 29, aus.— Christa Schneider, 2 Jahre, Paderborn. Beerdigung: Sonntag, nachmittags 4 Uhr, von der Kapelle des Westfriedhofes, aus.— Amtsgehilfe i. D. Heinrich Backhaus, 55 Jahre, Benhausen.— Hochw. Herr Paul Engelbertz, Pfarrvikar in WattenscheidLeithe, 50 Jahre, Niedermarsberg. Geschäftliche Mitteilungen „Behaglich wohnen“.— Ein zeitgemäßer Wunsch. Architekten und Künstler der Neuzeit haben die Wohnkultur auf ein hohes Niveau gebracht. Der Besten einer ist Professor F. A. Breuhaus. Durch die Schaffung wohnlicher Räume auf dem Lloyddampfer„Bremen" bekannt, erhielt er neuerlich den Auftrag, die Passagterräume für das neue Luftschiff„L. Z. 128“ behaglich zu gestalten; darüber hinaus errichtete er allüberall im In= und Auslande ideale Wohnstätten und schuf in ihnen formgerechte und farbenfrohe Räume. Längst bekannt und sehr beliebt sind Breuhaus=Möbel,=Geräte,=Tapeten und=Teppiche. Und jetzt hören wir auch von Breuhaus=Dekorationsstoffen und=Decken in stilvoller Ornamentik und prachtvollem Kolorit auf neuen, kunstseidenen Geweben. Da auch die Preise erschwinglich sind, dürften diese Breuhaus=Stoffe sicher bald ein begehrter Artikel werden. Jedenfalls zeigt die am Sonntag, dem 21. Sepe tember d. J. im Hause Steinberg u. Grünebaum eröffnete große Breuhaus=Ausstellung, daß sich in Räumen, die mit Breuhaus=Stoffen ausgestattet sind, behaglich wohnen läßt.(Siehe heutiges Inserat.) Druck und Verlag der Paderborner Anzeiger und Verlagsdruckerei.=G. in Paderborn. Geschäfts= und Schriftlettung Martin Wagner, in Paderborn. Die neu beginnende 36./262. PreußischSüdd, Klassenlotterie bringt die gewaltige Erhöhung der Gewinnsumme von bisher rund 63 Millionen auf jetzt 114 Millionen Mittelgewinne verdreifacht Lospreise für jede der 5 Klassen: 1.- ½ 10- ½ 20.- ¼ 40.- RM zuzüglich 15 Pf. Porto, Gewinnlisten für alle 5 Klassen mit Porto.- RM Lose empfiehlt und versendet: Sn Staatl. Lotterie-Einnahme, Paderborn, Marienplatz 18 Postscheckkonto Hannover 66528. Unreines Gesicht Pickel, Mitesser werden in wenigen Tagen durch das Teintverschönerungsmittel Venus(Stärbe A) Preis#.75 unter Garantie beseitigt. Gegen Sommersprossen (Stärke B) Preis## .75. Nur zu haben bei Westfalia=Drog Kamp 8. Dortmunder Ritter- Bier in Syphons u. Flaschen Biergroßhandlung 9 oh Neuhäuserstr. 12 Tel: 2049. auch die einfache Garderobe hat große Bedeutung für das Ansehen des Hern. Wer so gut gekleideten Persönlichkeiten, wie den hier gezeigten, begegnet, übersicht sie gewiß nicht. Auch Sie werden Das mit Genugtuung spüren, wenn Sie unsere Herrenkleidung tragen. Trotz der eleganten Verarbeltung und des Luserwählten Materials sind unsere Preise ungewöhnlich iedrig. Besichtigen Sie unsere„odernen Auswahlbestände, und Ihr Entschluß wird schnell gefaßt sein! DÜEEGE SP DSLT Nedel Tredentacheier! Neuel Rermd Lenleider! 25.- 35.- 45.59.- 69.- 75.79.- 85.- 98. Unsere Hauptpreislagen! Jederpreiswen debeide! Joder zuffiedencestelkt! Und toFrer doul □ Von der Reise zurück Dr. Dettmar Facharzt für Ohren- Nasen- und Halsleiden. (Kram=, Rindvieh=, Pferde= und Schweinemarkt) am Mittwoch, dem 24. September 1930, in Westerloh=Lippling bei Delbruck, (Westf.) Delbrück, den 16 September 1930. Die Polizeiverwaltung. Zur Reisezeit ersparen Ihnen Dauerwellen viel Aerger und Verdruß wenn Sie sich bei einen Fachmann bedienen lassen Salon Meierotte, Paderborn Riemekestr. 9 Erfinder— Vorwärtsstrebende 5000 Mark Belohnung Näheres kostenlos durch F. Erdmann& Co., Berlin SW. 11 Haui Heillemann Spezial=Geschäft für elektr. Licht- u. Krastanlagen Paderborn, Riemekestr. 1. An jedermann! nech nicht hinlänglich bekannt, daß bei Flaschenbier Brauerei-Abfüllung aas Tacal darstellt, nicht nur wegen der vorbildlichen, maschinellen Innenreinigung der Flaschen, sondern vor allem auch wegen der unmittelbaren Abfüllung des Bieres vom Lagerfaß auf die Flasche, wodurch Vorsorge getroften ist, daß von der für den Wohlgeschmack und die Bekömmlichkeit des Bieres so Außerst wertvollen Kohlensäure nichts verloren geben kann. Die Flaschenbiere der Aktien-& Vereins-Brauerei unmittelbar vom Lagerfaß abgefüllt und entsprechen obigen Anforderungen in höchster Form. Die bekannten Anbänge-Etiketten bürgen für Echtheit der Ware. Die.-.-.Plaschenbiere sind ia vielen Wirtschaften und fast allen einschlägigen Geschäften erhältlich. Man verlange stets ausdrücklich Aktien-Vereins-Bier Anläßlich der Grundsteinlegung auf dem Schützenplatze finden am Sonntag, dem 21. September 1930 ausgeführt von der gesamten Kapelle des ReiterRegiments 15 unter persönlicher Leitung des Herrn Obermusikmeisters Gerlach, statt. Beginn der Konzerte 3 und 8 Uhr.— 9½ Uhr: großes Brillant-Feuerwerk Elntritt frei! Eintritt frei! In Lippsoringe Tabeniskat Hauptstraße, sofort zu mieten gesucht. Angebote mit genauen Angaben NordseeFischhandel. Paderborn, Kötterhagen Trag zum Kleid mod. u. elegant, stets die ArmbandJuhr am schönen Band. Starke Gewinnvermehrung bei gleicher Losezahl. Mittelgewinne verdreifacht K Mein Schlager Die Namen der berechtigten Musiklehrer und-Lehrerinnen des Kreises Paderborn(laut amtlicher Liste) werden hiermit bekannt gegeben. Echtgold. DamenArmbanduhr, 285 gest. 1 Jahr Garantie: Nur Mk. 22.— Fr. Fr. Auguste Bach Franz Burmann Helene Damann Theodor Dierks Bernh. Gewaltig Meta Gewaltig Franz Jenkowski Paula Kaufmann Lisa Leutfeld Josef Lipps Agnes Lünnemann Nelly Marussi Martha Meirich Theodor Queling Heinrich Richter Otto Siegl Franziska Spiekermann Margareta Schulte Dora Weber J. Garwers, Paderborn, 15 Neuhäuserstraße 15. Obst-Leitern —12 Meter lang, empfiehlt B. Niggemeyer, Paderborn Fürstenbergstr. 37 Fernr. 2245 Wegen Gardinen, Liooleum, Polstermöh gehe zu A. Kirchhoff, Paderbo; Rosenstr 4 Telefon 2464 Bracht& Beverungen Elektrizitäts-Gesellschaft Fernr. 2828 Paderborn, Königstr. Original Cordes- u. Miele Waschmaschinen zum Dert Verkauf von Zigarren an Wirte und Private. H. Jürgensen& Co., Hamburg 22. Der neue Weg des Sichfindens, vornehm u. diskret, dabei# verlässig u. in christl. Kreisen best. emplohle —Viele Einheiraten— Ein- u. Austritt jeder# Geringer Beitrag. Bundesschrift A 17 geg.30 verschlossen und ohne Aufdruck. „Der Bund“, Zentrale K Zweigst: Dortmund Taubenstraße — Ueber 100000 Vornotierungen— Oefen mod Schtung! Lichthaus Achiung! Mariengl. 7 Bilz Kamp 12 Verlangen Sie bei Ihrem Einkauf kostenlosdas neueste Rundfunkprogramm. irsch. und amerik. Systems sowie Kaminösen in großer Auswahl wieder neu eingetros## Beachten Sie bitte meine Schaufenstera lagen sowie die niedrigen Preise. Franz Schreckenberg, Königstr. 64 u TAYETEN MODERN · PREISWERT FARBEN/GLAS H. VOSSEBEIN, ROSENSTR. 14 PADERBORN, TEL. 2307 Achtung! Reklame-Monat. Meiner werten Kundschaft zur# Kenntnisnahme, daß ich mich von he ab auf Handarbeit umgestellt habe Preise wie bisher: Herren-Sohlen u. Absätze 3 Damen-Sohlen u. Absätze 2. K. Nüsse, Weberstr. — 2 Auomiobhe Brennabor Hanomag .Krueh, Paderborn Reparatur-Werkstatt Ausstellungslokal: Bahnhofstraße 15 Werkstatt: Am Hauptbahnhof. Nr. Zweite Prrg Der Sin Zum Jugen! Der tiefste S zeutung für ein dier in diesen g iehungsstätten ir ufällig je nach i aulichsten 4 Jugendherberge a chaft, die sich erst zemeinschaft beste ungen Angestellte der Freizeit dan zeutsche Volk ur Junge Menschen, onst sich überhau als Glieder eines Es kann von der junge Studen Zum Reichsw Oben links: rechts: Rast. Rhein— recht — Unten link schlesien)— re Die Erwerbslo Nach den r bundes wurder wohnern, in bevölkerung wi erwerbslose la Fürsorgearbeit Einwohner wu hörige) als 2 unterstützt. Ge gerung von 10 Deutsch=französ Ein junge folge der Arbei in Lothringen wöhnlich über fahren wollte, von französisch nis nach Metz einem Truppes Der Vater de Staatsangehör Elsaß=Lothring gegeben. Die Armee ist also fort bei der Tr die Verletzung gängig zu mac Preußische BeDer natio hatte in einer ßischen Staats amten, Angest Staatsbetriebe schen Partei: das Staatsmit Befolgung des und die Zugel aufgebe oder Antwort der ministerium er an der Natiol dem StaatsdiStaatsminister gedenke, geger werde, wird d rium zu gegeb Haftbefehl geg Gegen der gericht Berlin Hölz hat sich schutzgesetzes u gemacht. Der nnvermehrung bei er Losezahl. ne verdreifacht! z1— gewinnt. HIE K Wegen Neum, Polstermöh rehe zu If, Paderbo Telefon 246# Beverungen its-Gesellschaft derborn, Königstr. ordes- u. Miele mmaschinen leue Weg— raehm u. diskret, dabei tl. Kreisen best. emplohle — Ein- u. Austritt jeders undesschrift A 17 geg.30 hne Aufdruck. “, Zentrale K mund Taubenstraße 000 Vornotierungen— lefen Systems sowie mod ninösen sl wieder neu eingetros e meine Schaufenstere die niedrigen Preise. mberg, Königstr. 64 ½ chtung! ne-Monat. n Kundschaft zur## daß ich mich von he eit umgestellt habe. wie bisher: u. Absätze 3 u. Absätze 2. Weberstr. erborn bahnhof. Nr. 226 Zweites Blatt 8 Paderborner Anzeiger Sonntag, den 21. September 1930 Pegefratren=Währer=Eellsgemeinschaft, Der Sinn der Jugendherbergen. Zum Jugendherbergstag am 21 September. Der tiefste Sinn der Jugendherbergen liegt in ihrer Bezeutung für eine angestrebte Volksgemeinschaft. dier in diesen gemeinnützig wirkenden Erholungs= und Eriehungsstätten treffen sich die Jugendlichen aller Schichten ganz ufällig je nach ihrem Wanderweg. Es ist eines der erdaulichsten Erlebnisse wenn am Abend vor der Jugendherberge alte Lieder erklingen aus einer Jugendgemeinchaft, die sich erst kurz zusammengefunden hat. Diese Jugendzemeinschaft besteht aus Studenten, Lehrlingen, Handwerkern, ungen Angestellten und Arbeitern, die alle ihre wenigen Tage der Freizeit damit ausfüllen, das deutsche Land und das zeutsche Volk und das deutsche Volkstum kennenzulernen. Junge Menschen, die im Getriebe der wirtschaftlichen Ordnung onst sich überhaupt kaum treffen, finden sich hier zusammen. als Glieder eines Volkes und als Träger einer Kultur. Es kann von der weittragendsten Bedeutung sein, wenn der junge Student. der sväter an vorderster Stelle im StaatsSeFhognskantbegen Zum Reichswerbetag für Jugendherbergen und Jugendwandern. Oben links:„Wem Gott will rechte Gunst erweisen"— rechts: Rast.— Mitte links: Jugendherberge Lorch am Rhein— rechts: Jugendherberge Freusburg a. d. Sieg. — Unten links: Jugendherberge Hindenburg(Oberschlesien)— rechts: Jugendherberge Johanngeorgenstadt(Sachsen). eben wirkt, das Leben ünd die Nöte der werktätigen Jugend ennenlernt und zur Überzeugung kommt, daß auch in der Brust jedes jungen Menschen dieselbe Sehnsucht nach Bildung und Selbsterziehung wohnt. Er kann dann ganz anders seine behördlichen Maßnahmen treffen und wird ich nicht zu weit von den natürlichen Bedürfnissen des Volkes zutfernen Und der junge Mensch, der mit der Hand früh schon sein Broi verdienen muß, lernt oft im Gemeinschaftsleben der Jugendherberge die geistigen Güter, die Wirkung von Kunst in Musik und Bild kennen, so daß er in der Lage ist, auch im Leben der Großstadt diesen Dingen nachzugehen. Der junge Arbeiter wird weiterhin Achtung bekommen vor dem mehr zeistigen Leben des Akademikers, so daß er später im Rahmen der staatsbürgerlichen Gemeinschaft nicht nur das Trennende, sondern auch das Einigende niemals mehr aus den Augen verliert. Man kann darum ohne Übertreibung sagen, daß das Leben in den Jugendherbergen aus dem Streben nach einer Volksgemeinschaft hervorgeht und ihre Verwirklichung stark sördert. Die lebendige Jugend wandert, will wandern. Nichts ist gesünder, als alle Glieder zu regen in straffem Schritt; braungebrannt, mit gekräftigten Muskeln und Sehnen, mit blitzenden Augen, gestählt gegen die Anforderungen des Alltags kehrt die wandernde Jugend zurück. Zugleich hat sich ihr Gesichtskreis geweitet; neue Eindrücke von anderer Gegend, von anderer Lebensweise haben ihr Weltbild vergrößert. Dieses Wandern der Jugend ermöglichen und unterstützen will die deutsche Jugendherberge. Sie bietet das einfache Nachtlager, das auch dem unbemittelten Jugendlichen erschwinglich ist; sie steht da, wo die schönsten Wanderwege vorbeigehen, wo Gebirge, an den fache und gesunde Ernähr rauschender Regen die Wanderung zu unterbrechen zwingt. Die Jugendherberge steht jedem jungen Menschen offen, gleichviel woher er kommt, was er ist und was er glaubt. Es ist das Große am deutschen Jugendherbergswerk, daß es in gemeinsamer Arbeit aller Kreise und Richtungen Wanderheime schafft für die ganze Jugend! Staat, Gemeinden und Städte, Jugendbünde und Leibesübungen treibende Verbände aller Richtungen, kirchliche und politische Vereine und nicht zuletzt Schulen und die Lehrerschaft aller Schulgattungen haben durch ihr Zusammenwirken das geschaffen, was heute als Jugendherbergsgesetz in Deutschland vorhanden ist, und mühen sich weiter um seinen Ausbau. Nur durch seine Überparteilichkeit und die Zusammenfassung aller Kräfte konnte in kurzer Zeit so viel geleistet werden. Die Finanzierung der Jugendherbergen ist nur in den wenigsten Fällen ohne Zuschüsse durchzuführen. Soweit nicht leistungsfähige Stellen, wie Städte, Bezirksverbände, große Vereine, Träger der einzelnen Jugendherbergen sind, ist es die Aufgabe eines besonderen Verbandes, für die Erhaltung der Jugendherbergen und den weiteren Ausbau Sorge zu tragen. Es ist der Reichsverband für Deutsche Jugendherbergen(Sitz Hilchenbach in Westfalen), der mit seinen 26 Gauen die Verantwortung für das Jugendherbergswerk trägt und, gestützt auf seine rund 115 700 Mitglieder(neben vielen Einzelmitgliedern zahlreiche Körperschaften, Verbände und Vereine), diese Aufjaben durchführt. Kein Freund der Jugend sollte unter seinen Litgliedern fehlen! * 0 Mi Politische Rundschau Deutsches Die Erwerbslosigkeit in den kleinen Städten. Nach den vorläufigen Ermittlungen des Reichsstädtebundes wurden in 1081 Städten bis zu 25.000 Einwohnern, in denen rund 6,5 Millionen der Reichsbevölkerung wohnen, am 31. August 62300 Wohlfahrtserwerbslose laufend unterstützt. Daneben wurden 4000 Fürsorgearbeiter von den Städten beschäftigt. Auf 1000 Einwohner wurden also rund 10 Parteien(ohne Angehörige) als Wohlfahrtserwerbslose von den Städten unterstützt. Gegenüber Ende Juli ist eine weitere Steigerung von 10 Prozent zu verzeichnen. Deutsch=französischer Zwischenfall. Ein junger Mann aus Erar, der vor einiger Zeit infolge der Arbeitslosigkeit in seinem Heimatsort eine Stelle in Lothringen angenommen hatte, wurde, als er wie gewöhnlich über den Sonntag zu seinen Eltern nach Hause fahren wollte, auf dem Grenzbahnhof Sirck(Obermosel) von französischen Gendarmen verhaftet und ins Gefängnis nach Metz übergeführt. Zwei Tage später wurde er einem Truppenteil im Innern Frankreichs zugewiesen. Der Vater des jungen Mannes besitzt die bayerische Staatsangehörigkeit und arbeitete vor dem Kriege in Elsaß=Lothringen, hat jedoch seine Nationalität nicht aufgegeben. Die Einstellung des Sohnes in die französische Armee ist also widerrechtlich erfolgt. Der Vater hat sofort bei der Trierer Regierung Schritte unternommen, um die Verletzung des Nationalitätsrechts des Sohnes rückgängig zu machen. Preußische Beamte und Nationalsozialisten. Der nationalsozialistische Abgeordnete Kerrl=Peine hatte in einer Kleinen Anfrage den Beschluß des preußischen Staatsministeriums kritisiert, durch den den Beamten, Angestellten und Arbeitern der Behörden und Staatsbetriebe die Zugehörigkeit zur Nationalsozialistischen Partei verboten wird. Weiter wurde gefragt, ob das Staatsministerium erwarte, daß der Fragesteller in Befolgung des Beschlusses das Mandat seiner Wähler und die Zugehörigkeit zur Nationalsozialistischen Partei aufgebe oder aus seinem Staatsamte ausscheide. Die Antwort der Regierung lautet hierzu: Das Staatsministerium erwartet, daß der Fragesteller die Teilnahme an der Nationalsozialistischen Partei aufgibt oder aus dem Staatsdienst ausscheidet. Die letzte Frage, ob das Staatsministerium, da der Fragesteller beides nicht zu tun gedenke, gegen ihn das Disziplinarverfahren einleiten werde, wird dahin beantwortet, daß das Staatsministerium zu gegebener Zeit darüber entscheiden werde. Haftbefehl gegen Max Hölz. Gegen den Kommunisten Max Hölz ist vom Amtsgericht Berlin=Schöneberg Haftbefehl erlassen worden. Hölz hat sich eines Vergehens gegen§ 5 des Republikschutzgesetzes und 8110 des Reichsstrafgesetzbuches schuldig gemacht. Der augenblickliche Aufenthalt von Hölz ist unbekannt. Am Sonntag wurde Hölz in Falkenstein von zinen Anhängern ein Fackelzug dargebracht. Hölz veral schiedete sich und wollte angeblich nach Berlin üb ersiedeln. Unangenehmes Wahlvorkommnis. Wie jetzt bekannt wird, ereignete sich am Wahltag im Wahllokal ll in Syke bei Bremen ein peinliches Vorkommnis dadurch, daß alle Wähler, deren Familienname mit dem Buchstaben„St“ beginnt, nicht wählen konnten, da alle Namen mit diesem Anfangsbuchstaben in der amtlichen Wahlliste vergessen worden waren. So mußten etwa fünfzehn Wähler und Wählerinnen unverrichteter Dinge wieder umkehren. Adolf Meyer freigesprochen. Vor dem Berufungsgericht des Prager Strafgerichts wurde heute der Privatbeamte Meyer aus Graz freigesprochen, der in der ersten Instanz wegen Beleidigung der tschechoslowakischen Armee zu einem Monat strengen Arrests verurteilt worden war, weil er auf einer Bahnfahrt durch die Tschechoslowakei zu einer Mitreisenden geäußert haben soll:„Die Achtundzwanziger waren feige tschechische Hunde.“ Der Berufungssenat pflichtete der Ansicht des Verteidigers bei, daß dieser Ausspruch nur eine Kritik des Verhaltens des früheren k. und k. Inf.=Reg. 28 während des Weltkrieges enthalten haben könne. Da dies jedoch nicht mehr bestehe, wären höchstens die früheren Mitglieder des Regiments zur Überreichung einer Beleidigungsklage legitimiert. Der Angeklaate wurde sofort aus der Haft entlassen. Aus In= und Ausland Kuraufenthalt in Bad Mergentheim. Berlin. Die Fraktion der Wirtschaftspartei hat den Antrag eingebracht, den Preußtschen Landtag mit sofortiger Wirkung aufzulösen. " Madrid. In Castellon kam es zwischen streikenden Bauarbeitern und berittener Polizei zu schweren Zusammenstößen, bei denen fünf Arbeiter und amei Voltzisten schwer verletzt wurden. Die Postversorgung des platten Landes. Postautos und neue Poststellen. Postversor umenen Ver per findet man bemerkenswerte Mitteilungen gung des platten Landes. Da die 1928 vorgenomnenn Versuche zur völligen Umgestaltung der Postversorgung des platten Landes unter Benutzung von Postautos und Einrichtung von Poststellen in den von den Autos berührten Landorten günstige Ergebnisse gezeitigt hatten, ist mit der Umgestaltung des Landpostdienstes in größerem Umfange fortgefahren worden. Von rund 300 Postämtern gingen Ende März 1930 540 Landkraftposten aus, die 1150 Postagenturen und 7231 Poststellen umfassen und auf diese Weise etwa 3,3 Millionen Landbewohner viel schneller als früher versergen. Appell an die Hausfrau. Von Therese Wagner, Wiesbaden. Geht denn von der so friedlichen Arbeit in der Küche eine solche Macht aus, daß wir sie mit Diktatur bezeichnen können? Mit„Kochlöffelschwingen“ ist's nicht getan, was wir als„Tiktatur der Küche" bezeichnen möchten. Vielmehr soll sich diese„häusliche Diktatur“ dahin auswirken, daß die Hausfrau, die im Reiche der Küche herrscht und den Speisezettel für ihre Familie zusammenstellt, letzteren so einrichtet, daß sie dies stets im Zusammenhang mit der heimischen Scholle tut. Wenn wir auch noch so erschreckende Statistik über die Einfuhr überflüssiger Auslandswaren in den Zeitungen finden, so lesen es meist nicht diejenigen, welche es am meisten angeht, nämlich die Hausfrauen. Durch ihre Hände gehen über 70 Prozent des deutschen Volkseinkommens und davon wird das meiste für Beköstigung ausgegeben. Was von diesen gewaltigen Summen dann wieder alljährlich ins Ausland wandert, das lehrt uns der Außenhandel Deutschlands, dessen letztjährige Einfuhr an Lebensmitteln und Getränken nebst Lebendvieh 3,9 Milliarden Mark betrug. Was daran überflüssig und zur Unzeit, also zum Schaden gleichwertiger deutscher Lebensmittel, eingeführt wird, bedeutet Schaden an der heimischen Wirtschaft! Dies müssen sich die Hausfrauen klarmachen, um zu wissen, wo sie mit ihrer Diktatur einzusetzen haben. Wenn wir jetzt einer reichen Spätobsternte entgegengehen, so ist es falsch, gleiche Obstsorten schon früher als Auslandsware zu kaufen, und wenn die unsrigen auf dem Markte sind, dann nach Auslandsweintrauben zu greifen! Wenn nicht für Kranke und Genesende ärztlicherseits bestimmte Gemüse= und Obstsorten verordnet werden, so sind deutsche Steinobst= und Frühkernobstarten länger der Sonne am Baume ausgesetzt als unreif in Kisten gepackte italienische und südfranzösische Pflaumen, Birnen und Apfel. Der Mittelrhein und die Rheinpfalz haben eine überreiche Ernte feinster Obstarten. Nachdem die Besatzung abgezogen ist, bemühen sich un ie Züchter, ihr Obst in sorgsamster Packung den Märkten nzuführen und all das Land, das bisher für Besetzungs,becke beschlagnahmt war, wieder zu bebauen. Die deutsche Hausfrau kann viel zur Gesundung der Wirtschaft, zum Aufbau der bisher besetzt gewesenen Gebiete tun, indem sie für ihre Küche und ihren Familien= tisch das Tiktat erläßt:„Deutsche Erzeugnisse vor allem; deutsche Lebensmittel fordern, beim Einkauf nicht stillschweigend fremde Ware nehmen, sondern dem Kaufmann sagen, daß zum nächsten Einkauf deutsche Ware bereit sein möge!“ Welche vernünftige Frau kauft im Sommer und im Herbste Bananen? Sind nicht unsere köstlichen Obstsorten da, liegt es nicht nur an der Käuferin, sie zu fordern? Denn der Kaufmann bestellt die Ware, die er rasch verkauft, wieder! Weißt du, Hausfrau, auch, daß deine Handlungsweise und die gleiche vieler deiner Schwestern dazu beiträgt, daß wir so viel Arbeitslosigkeit haben, so viel Entlassungen älterer Angestellter, so viel Not der stellensuchenden Jugend? Vielleicht ist dein Mann aus einer Kistenfabrik, Ausfabrik oder Eisengießerei entlassen, weil die Bestellungen der Gärtnereien auf Kisten zum Versand, auf Glas und Eisenrahmen für Frühbeetfenster aufhören, denn ihre Ware wird im Preise gedrückt Die Nachfrage der Hausfrauen nach Auslandsgemüse wird immer stärker, das Angebot der Auslandsware drückt die deutsche Ware im Preise, so daß der Anbau nicht mehr lehnt. Das deutsche Obst verfault, wenn du, Hausfrau, bei reichem deutschen Obstangebot zur Auslandsware greifst! Nicht die Bauanen= und Traubeneinfuhr von Januar bis Mai ruiniert den deutschen Obstbau, sondern die Traubeneinfuhr von August bis November, denn sie hindert den deutschen Obstabsatz in einer Zeit, in welcher das Obst rasch verderblich ist. Das gleiche gilt bei Bananen! Von 38,6 Millionen Mark für Trauben gehen mehr als 80 Prozent in den obstreichen Wochen in die Hände aus. ländischer Züchter. Fast eine halbe Milliarde Mark für Obst und Gemüse könnte jährlich die Hausfrau in Deutschland verdienen lassen und Tausende von Arbeitslosen würden überall dort Arbeit finden, wo das von der deutschen Hausfrau verausgabte Geld arbeiten kann. Gibe sie dieses aber für Auslandswaren aus, dann heißt dast das Geld aus den Fenstern des deutschen Wirtschaftshauses hinauswerfen und es wieder in Form von teuren Anleihen hereinzubekommen suchen! Deutsche Hausfrau, sei Diktator der Küche, dein Mann, deine Kinder werden es dir danken! Du nutzt dann Obst und Gemüse vollreif(nicht notreif in der Kiste geworden!) aufs beste aus, billst. Deutschen Arbeit und Brot zu geben! Politische Spannung in Lippe. Volksentscheid zur Auflösung des Landtages gefordert. In Lippe hat die Reichstagswahl eine völlige Umwälzung der politischen Konstellation gebracht. In den zum sozialdemokratischen Landesprüsidium in Opposition stehenden bürgerlichen Parteien wird angesichts des Wahlergebnisses die Auflösun des Lippischen Landtages erwogen, in dem bisher.: Sozialdemokratie die Mehrheit hatte. In einer gemeinsamen Sitzung der Landesvorstände für Lippe, der Landvolkpartei und der Wirtschaftspartei, wurde eingehend die politische Lage besprochen. Es herrschte Einmütigkeit darüber, daß die Zusammensetzung des Landespräsidiums und des Lippischen Landtages nicht mehr dem Willen des lippischen Volkes entspricht. Die Vorstände sind der Ueberzeugung, daß erneut der Zeitpunkt gekommen ist, das lippische Volk durch Volksentscheid über die Auflösung des Landtages zu befragen. Im Laufe der nächsten Woche werden mit den übrigen Parteien Verhandlungen stattfinden. * 9 1 S Beamte und Demokratie. Die Münchener Tagung des Allgemeinen Deutschen Beamtenbundes. In München findet zurzeit ein Kongreß des AllgeFrschsee. schen Beamtenbundes statt. Im an einen Vortrag des Verbandsvorstandsmitgliedes Dr. Völter über„Rationelle Personalpolitik in den öffentlichen Verwaltungen und Betrieben" nahm der Kongreß eine Entschließung an, in der es heißt, die Vorschriften des Ausgabensenkungsgesetzes seien nicht geeignet, die öffentlichen Finanzen in erheblichem Umfange zu entlasten. Sie behandeln wichtigste Beamtenrechtsfragen lediglich von Ersparnisgesichtspunkten aus. Der Kongreß erneuert die oft wiederholte Forderung nach Schaffung eines modernen Beamtenrechts. Universitätsprofessor Dr. Heller=Berlin sprach darau über„Der Berufsbeamte im sozialen Rechtsstaat". Er untersuchte die vielerörterte Frage, ob es eine Krise des Berufsbeamtentums gebe. Die Notwendigkeit eines Berufsbeamtentums sei auch in der Demokratie unbestritten. Schließlich wandte sich der Redner dagegen, daß dem Beamten einseitig Opfer auferlegt würden. Er meinte, daß viele Tausende von Beamtenstimmen, die den Nationalsozialisten zugesallen seien, auf das Notopfer zurückzuführen seien. Der Kongreß beschäftigte sich dann in vertraulichen Ausschußberatungen mit verschiedenen Fragen. Die Gefahren des Keichsmirchgescher Ausführungsbestimmungen zum Milchgesetz. Ostpreußische Bauern an Hindenburg. Zinswucher. oftpreußische Bauernnotbewegung hat an den Reichspräsidenten einen offenen Brief gerichtet, in dem sie ihn. gitzt„ sofort einschneidende Hilfsmaßnahmen für die cindenkur zu ergreifen. Man müsse wenn man ihmuscht worden sei, berichtet habe, es sei unendlich viel für die ostdeutsche Landwirtschaft geschehen. Bisher sei noch Sschreußische Tandpiede fu sänden aber sieben irte vor dem Staatsanwalt, angeklagt des Verbrechens des Aufruhrs und des Vergehens der Reichsbrästdenten, sofern wuscher in Owrengen eit. Verskaken Di Jrahz der Joen. Stufenweises Inkrafttreten. Wie aus dem Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft mitgeteilt wird, sind die Vorarbeiten für die Ausführungsbestimmungen zum Milchgesetz so weit gediehen, daß die aufgestellten Entwürfe bereits in nächster Zeit mit den in Betracht kommenden Wirtschaftskreisen erörtert werden können. Bei diesen Vorarbeiten hat es sich als notwendig und zweckmäßig herausgestellt, das Milchgesetz stufenweise in Kraft zu setzen. Für die erste Stufe der Inkraftsetzung kommen insbesondere in Frage die Vorschriften über den Bearbeitungszwang für Milch, über die Konzessionierung der Unternehmen zur Abgabe von Milch, das Verbot des Nachmachens von Milch und Milcherzeugnissen zur Verwendung als Lebensmittel, insbesondere das Kunstsahneverbot und die gesamten Vorschriften über besondere Maßnahmen zur planmäßigen Ordnung der Milchwirtschaft. Es wird dann möglich sein, das Gesetz zur Regelung des Verkehrs mit Milch vom 23. Dezember 1926 zu dem gleichen Zeitpunkt aufzuheben. sor Zwangswirtschaft und Sozialisierung in der Milchwirtschaft? Heimatlicher Teil Merkblatt für den 21. und 22. September. Sonnenaufgang 5“ 5“ Mondaufgang 3“ 502 Sonnenuntergang 18“ 18° Monduntergang 17° 1812 21. September. 1832: Dichter Walter Scott gest.— Andon Faumbach geß. Schopenhauer gest.— 1905: Dichter 22. September. 1792: Der französische Nationalkonvent proklamiert die Republik.— 1862: Aufhebung der Stlaverei in Amerika durch Abraham Lincoln. Die Gefahren des Resichsmilchgesetzes. ..„Der§ 38 des Reichsmilchgesetzes sieht vor, daß die obersten Landesbehörden Erzeugerbetiebe, sowie Milch bearbeitende und verarbeitende Betriebe zur Regelung des Absatzes von Milch und Milcherzeugnissen zusammenschließen können. Wenn auch die Zersplitterung im Molkerenwesen durch vernünftige Maßnahmen auf Grund des§ 38 eingedämmt werden kann, so besteht doch die Gefahr, daß mit,„Hilfe, dieser an die Zwangswirtschaft erinnernden Gesetzesstelle die Hofentrahmung mehr und mehr unterbunden werden soll. Tatsache ist aber, daß die Hofentrahmung zweifellos in vielen Gegenden erst eine rentable Milchwirtschaft und eine gesunde Aufzucht von Vieh garantiert. Ueberall da, wo es sich nicht um besonders dicht besiedelte Gebiete mit ausgesprochenem Milchabsatz handelt, ist die Entrahmung der Milch auf dem Hofe unbedingt am Platze. Wenn z. B. bei Entrahmung der Milch in der Molkerei täglich 10 Kannen Milch von einem Bauernhof abgeholt werden müssen, so ist es bei Hofentrahmung nur notwendig, 2 mal in der Woche 3 Kannen Rahm vom Hofe hollen zu lassen. Welche Ersparnis an Transportkosten dies bei dünn besiedelten Gebieten und abgelegenen Bauernhöfen ausmacht, wieviel Kosten für Milchkannen, für Magermilcherhitzung und Kannenreinigung eingespart werden können, das kann sich jeder Laie an den fünf Fingern abzählen. Dazu kommt noch, daß während der heißen Jahreszeit die Milch auf dem Wege zur Molkerei oder Magermilch auf dem Rückwege von der Molkerei zum in sehr vielen Fällen verdirbt. Rahm ist wesentlich weniger dem Verderb auf dem Transport ausgesetzt. Bei Hofentrahmung kann vor allem vollwertige frische, süße Magermilch kuhwarm verfüttert werden. Wenn die Molkereien teilweise einwenden, aus dem von den Landwirten gelieferten Rahm könne eine hochklassige Butter nicht hergestellt werden, so ist dieser Einwand unrichtig. Die in Bezug auf Butterbereitung besonders mustergültigen amerikanischen Molkereien verarbeiten in den wichtigen milchwirtschaftlichen Gebieten wie Wisconsin, Jowa und Minnesota zum großen Teil Rahm, der von den Landwirten geliefert worden ist. Man kehrt in anderen Teilen der U. S. A. von der Molkeret=Entrahmung zur Hofentrahmung sogar zurück. Es ist unbedingt notwendig, daß die Ausführungsbestimmungen des Reichsmilchgesetzes der Zwangssozialisierung der Milchwirtschaft nicht Tür und Tor öffnen. Leider finden wir neben vielen wirtschaftlich durchaus gut fundierten Molkereien in den letzten Jahren auch eine größere Anzahl unrentabler Molkereien, bei denen in der Regel der Landwirt durch seine Nachschußpflicht der Leidtragende ist. So lasen wir am 27. April 1930 in den „Leipziger Neuesten Nachrichten“ in einem Aufsatz des Stadtverordneten Dr. Meltzer über die Schwierigkeiten des sogenannten Milchhofes in Leipzig den Hinweis, daß auch Molkereien in Kiel, Dortmund, Barmen, Elberfeld, kurte Frankfurt g. Main, Pirna, Kassel, Jena, Raumburg, Weißenfels, Sondershausen und Plauen i. Vogtl. teils in Konkurs verfallen, teils aufgelöst sind, zum anderen Teil nur noch kümmerlich ihr Dasein fristen und großer Zuschüsse bedürfen. Um eine unwirtschaftliche Vergrößerung der Molkereibetriebe zu vermeiden und zum Schutze der Aufzucht von Jungvieh sollten deshalb die Ausführungsbestimmungen zum.„§ 38 besondere. Rücksicht auf die Hofentrahmung Wieder veränderliches Wetter. Das Wetter in der letzten Woche des Sommers 1930 war im großen und ganzen nicht viel besser als der ganze Sommer. Um die letzte Wochenwende war zwar die Quecksilbersäule noch einmal etwas höher geklettert und hatte in Schlesien 25 Grad Celsius überschritten, aber schon am Montag setzte im Westen eine neue Wetterverschlechterung ein, die sich zunächst auf das Rheinland und auf das Küstengebiet beschränkte. Es kam zu verbreiteten Regenfällen und einem nicht unwesentlichen Temperaturrückgang. Im übrigen Deutschland nahm dann in den nächsten Tagen die Bewölkung ebenfalls stärker zu. Am Mittwoch und Donnerstag stiegen bei südwestlichen Winden zwar die Temperaturen, doch trat eine weitere Wetterverschlechterung ein. Nach der allgemeinen Wetterlage ist zwar eine vorübergehende Besserung des Wetters zu erwarten, doch dürste im allgemeinen stark veränderliches Wetter vorherrschen. s Das Oberlandesgericht Sachsen entschied: Camembert= käse, der nur 20—23 Prozent Fettgehalt hat, darf nur als feiner, nicht aber als feinster Käse bezeichnet werden. Bei feinstem, echtem Camembert muß der Fettgehalt 40 Prozent betragen. F Ehegatten verstorbener Krankenkassenmitglieder können nach den neuen Bestimmungen die Krankenversicherung fortführen, wenn der Verstorbene beim Tode entweder 6 Wochen ununterbrochen oder in den voraufgegangenen 12 Monaten mindestens 26 Wochen mit Unterbrechungen in der Kasse versichert war. Die Hinterbliebenen müssen innerhalb von 3 Wochen nach dem Tode des Versicherten bei der Kasse anzeigen, daß sie die Versicherung fortzuführen wünschen. Natürlich kann der Ueberlebende Ehegatte die Versicherung in einer seinem Einkommen angemessenen Stufe beantragen. Es müssen also nicht unbedingt die meist höheren Beiträge des Verstorbenen bezahlt werden. ! Eine neue Straßenkehrmaschine stellte die Stadt Köln ein. Diese Kehrmaschine wäscht zunächst die Straße, kehrt sie dann ab, nimmt den Kehricht selbsttätig auf und entleert ihn automatisch an den Ablagerungsplätzen. Die Kehrmaschine kann 100000 Quadratmeter Fahrbahn abkehren, ehe sie entleert werden muß. Am Tage fährt die neue Kehrmaschine mit 9 Kilometern Stundengeschwindigkeit, nachts mit 10 Kilometern. Das beweist, daß durch ihre Verwendung die Straßenreinigung viel rascher vollzogen werden kann. Die Kehrmaschine kann wegen ihrer Konstruktion und Wendigkeit auch in engen Straßen und Gassen verwandt werden. ? Der bekannteste Theaterwitz. Eine berühmte Wagner= sängerin behauptete, daß sie während der Aufführung durch keine noch so gewagte Improvisation aus der Ruhe gebracht werden könnte. Dennoch gelang es einem Wotandarsteller, sie zum Lachen zu bringen, als er eines Tages an der bestimmten Stelle der„Walküre" das kühne Rezitativ einschaltete:„Ißt du lieber harte oder weiche Eier— Brünhilde? Worauf sie erschüttert intonieren mußte:„Weiche— Wotan!“ (Weitere Meldungen siehe 1. Blatt.) Aus Nah und Fern „(:) Steinhausen, 18. Sept. Versuchte Notzucht. Am Dienstag, den 16. d.., wurde nachmittags 2,30 Uhr im Nadelwalde die 17jährige Haustochter des Z. überDer Täter, ein 20jähriger Bursche, versuchte das Mädchen zu vergewaltigen. Als ihm dies nicht gelang, ergriff er die Flucht. Herr Forstmeister Kneer=Ehringerfeld stellte in anerkennenswerter Weise seine sämtlichen Forstton zur Verfügung die it Hilfe des beamten zur Versügung, die mit Hilfe des zuständigen Oberlandjägers den Wald durchsuchten. Der Oberlandjäger verfolgte die Spur weiter, es gelang ihm jedoch noch nicht, den Täter zu fassen. !! Oberhausen, 19. Sept. 2 Kinder ertrunken. In den späten Nachmittagsstunden spielten mehrere Kinder auf dem Eisenbahngelände des Bahnhofes OberhausenWest. Hierbei gerieten vier von ihnen in ein an den Bahnangrenzendes 2 Meter tiefes Baggerloch. In der Nähe beschäftigte Personen bemerkten den Vorfall. Einem Mann gelang es, zwei Kinder zu retten. Zwei Kinder brachen jedoch durch die auf dem Wasser lagernde Schlammschicht und gingen unter. Die Feuerwehr konnte die Kinder bis jetzt nicht bergen. !! Soest, 18. Sept. Weitere Wandgemälde entdeckt. Ende Dezember 1929 wurden in der hiesigen Petrikirche mehrere gotische und auch romanische Wandgemälde entdeckt, die zwar schon früher bekannt gewesen, aber G gare nicht füchen! ∆ 8— mitriche Rohns gruus Huun, hoen ux Paderborn, Marien. Sde Herverrein zur neuen Farbstoflblichung und A platz 2 und w. Bergmann, sihg######## Haormark anregt. Doher des und W. Bergmann, einfachste und ungenierteste Mittel bei veller Nochf Droverie PFehltarbentreiheltl Ausgezeichnet gegen Hasraustal#chl, Drogerle FaSchuppen. Pl. Nk..80. Prospeltt bstenlos, derborn Westarn uervorn, Westernstraße 13 entdeckt, die zwar schon früher bekannt gewesen, aber verklebt worden waren. Diese wurden freigelegt und werden zurzeit wieder hergestellt, weshalb die Gottesdienste einstweilen in der Paulikirche stattfinden. Die Vermutung, daß auch im Südchore noch Wandgemälde unter der Tünche verborgen seien, hat sich bestätigt; es sind mehrere Heiligen= und Christusbilder aufgedeckt worden, über deren Wert die eingeleiteten Untersuchungen Aufschluß geben werden. — Vielefeld, 19. Sept. In der Mordsache Rottmann. Die Zeugenvernehmungen und Gegenüberstellungen in der Mordsache Rottmann dauern fort. Am Dienstagvormittag waren vor das Landgericht in Paderborn wieder Was der Tag bringt. Länderspieleinnahmen. Von den vier Fußballänderspielen der Saison 1929/30 hat nicht etwa die Begegnung Deutschland—England in Berliner Grunewaldstadion am meisten Geld eingebracht sondern das Treffen gegen Italien in Frankfurt am Main Die Italiener„zogen“ 44826 Zuschauer mit 82 455,10 Mark, während es die Engländer auf nur 44799 Zu schauer mit 79 585,95 Mark brachten. Die Ausgaben bein Englandspiel waren die höchsten, die der DFB. bisher zu verzeichnen hat, nämlich 64567,82 Mark. Relativ hock muten aber die 40 769,65 Mark an, die für das Italienspie (in Frankfurt!) ausgegeben wurden! Das ist sehr vie Geld! An Ausgaben sind hier verzeichnet: für Platz Reklame, Steuern und Vergütung an ausländische Vertretungen: 32 205,10 Mark, für Kosten der eigenen Vertretung und Fifa=Abgabe 4060,56 Mark und für„Diverses“ 4503,99 Mark. Beim Englandspiel lauten die entsprechen. den Ziffern: 55 268,50 Mark bzw. 4397,16 Mark bzw. 4902,16 Mark. Das Spiel gegen Finnland in Altona erbrachte eine Einnahme von rund 23000 Mark, wovon nur etwas mehr als 4000 Mark übrigblieben. Das Treffen gegen die Schweiz in Zürich erscheint in der Länderspielabrechnung mit rund 1200 Mark Verlust. Was der DFB. damit meint, ist nicht ganz klar, vielleicht ist es unter „Vorbereitungen“ zu buchen. Das Reisegeld kann es nicht sein, denn das bezahlt ja der Gastgeber. Dienststellen der Reichsanstalt besonders ihr Augenmerk richten. Nach Auffassung des Präsidenten genügt die Ausgestaltung des Außendienstes berechtigten Ansprüchen nicht; der Ausbau des Außendienstes hat mit den seit Errichtung der Reichsanstalt dauernd gestiegenen Anforderungen nicht überall Schritt gehalten. Deshalb soll eine Verstärkung des Außendienstes im Rahmen der persönlichen Möglichkeiten jedes einzelnen Arbeitsamtes angestrebt werden, indem qualifizierte Kräfte von sonstigen Aufgaben entlastet und für den Außendienst freigemacht werden. Das kann durch eine Beschränkung der regelmäßigen Kontrollmeldung und durch Zusammenlegung von Außenstellen geschehen, wie es der Reichssparkommissar angeregt hat. Die nötige Bewegungsfreiheit des Außendienstes für Außenfahrten soll durch zusätzliche Bereitstellung von Kraftfahrzeugen und Fahrrädern sichergestellt werden. Die auszusuchenden Kräfte für den Außendienst sollen sich ein sachkundiges und unabhängiges Urteil darüber zu bilden imstande sein, welcher Anteil die sogenannte unechte Arbeitslosigkeit, die im Hinblick auf die Versorgung durch die Versicherung entstanden ist, in den Bezirken einnimmt. Verstärkung des Außendienstes bei den Arbeitsämtern. Nach einem Erlaß des Präsidenten der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung gehört ein gut ausgebildeter Außendienst, der besonders dem Zwecke einer ordnungsmäßigen Durchführung der Arbeitslosen= und Krisenunterstützung unter möglichst weitgehender Ausschaltung aller unberechtigten Aufwendungen der Versicherung und der Krisenunterstützung zu dienen hat, zu den wichtigsten tbehrlichsten Aufgaben aller Arbeitsämter. Auf und unentbehrlichsten Aufgaben aller Arbeitsämter. Auf eine planmäßige Nachprüfung der Voraussetzungen des Unterstützungsbezuges und einen hinreichenden Ausbau des Außendienstes für diefen 9... V= für biesen Zwea sollen daher alle Kronprinzessin Cecilie veröffentlicht Erinnerungen. Im Jahre ihrer Silberhochzeit hat sich die ehemalige deutsche Kronprinzessin zur Veröffentlichung ihrer Erinnerungen entschlossen. Nach Mitteilung des Verlages K. F. Köhler=Leipzig, in dem die Erinnerungen erscheinen, halten sie sich fern von Politik, bieten aber reiche Einblicke in das Leben an den deutschen und ausländischen Höfen, mit denen die Prinzessin verwandtschaftlich verbunden war. 100 000 und 200000 Einwohnern, der Rest von.4 Millionen Mark auf 43 Mittelstädte zwischen 50000 und 100 000 Einwohnern. Auf den Kopf der Bevölkerung berechnet, gaben diese Städte also 1929 für die Leibesübungen durchschnittlich 55 Pfennig aus. Ein Vergleich mit dem Aufwand für Jugendwohlfahrt und allgemeine Cesundheitsfürsorge und Krankenhäuser zeigt die Geringfügigkeit der städtischen Zuschüsse für Turnen und Sport. Dieselben Städte gaben nämlich für Jugendwohlfahrt im Jahre 1929 75 Millionen Mark aus, auf den Kopf der Bevölkerung gerechnet also 3,86 Mark, für allgemeine Gesundheitsfürsorge und Krankenhäuser betrug die Gesamtsumme 105 Millionen Mark, auf den Kopf gerechnet mithin 5,42 Mark, das ist rund das Zehnfache des Aufwandes für Leibesübungen. Das Verhältnis wird noch drastischer, wenn man bedenkt, daß der Gesamtzuschußbedarf der 88 Städte mit über 50 000 Einwohnern sich im vorigen Jahr auf rund 2 Milliarden Mark belief, Turnen und Sport erhielten davon gerade 0,5 Prozent. Die gesamte Jugendwohlfahrt, einschließlich der Leibesübungen, nahm nur knapp 4 Prozent des Gesamtzuschußbedarfes in Anspruch, die allgemeine Gesundheitsfürsorge einschl. der Krankenanstalten rund 5 Prozent. übrigens spiegelt sich in diesen Ziffern auch die Finanznot der deutschen Städte wider. Die kommunale Unterstützung der Leibesübungen hat nämlich selbst bei diesen bescheidenen Zahlen nicht zugenommen, sondern ist 1929 sogar noch zurückgegangen. 55 Pfennig für Leibesübungen, 5,42 Mark für Krankenbäuser. Ktuntenhause Nach einer Zusammenstellung des Direktors des Statistischen Amtes der Stadt Hannover, Dr. Karl Seutemann, haben 88 Städte mit über 50000 Einwohnern im vorigen Jahr ganze 10,75 Millionen Mark für Zwecke der Leibesübungen ausgegeben. Hiervon entfallen fast 8 Millionen Mark auf 23 Großstädte mit über 200 000 Einwohnern,.3 Millionen Mark auf 22 Städte zwischen gustaf nagel wählt sich selbst. Der„Wanderprediger und Tempelwächter“ gustaf nagel aus Arendsee war bekanntlich vor der Reichstagswahl in der Prignitz und in der Altmark herumgereist, um Unterschriften für die Einreichung eines Wohlvorschlages zu sammeln. Obwohl er damit keinen Erfolg ge„hetz ließ er es sich nicht nehmen, dennoch„seine tei zu wuhlen. In der Arendseer Wahlurne fand man einen Stimmzettel mit folgender Aufschrift:„deutsch=kristlangt, dahet sol es hlethen] a g# Die 8 lunge, Galbet sol es bleiben! g. u. Die Tragik gustaf nass###f es nun, daß sein Stimmzettel unter die ungslDer H (Frankreich) we zession in die drei Güterslohe Gütersloher Be die beiden mut kannten die Ze der Fahrgäste ren hat. !! Kasser, Durch das Offer zuges wurden e tung kommende Finger vollstän dem Krankenha1 — Gelsenk unfall. An? stieß ein Lastk Grimm zusamn schungen an ve am Kopf und ar hause zugeführ Schötmar. sinanzen. Gemeindevorf im kleinen na Plakaten zu dem Gemeind Herford. Femann nach B Fuhrmann, der dann aber zu 7 einigen Jahren Lazarett des M worden. Fuhrm wurde vom Gef man ihn, da er übergeführt, ur lazarett gesundh. Osnabrüc der Steenkensche mehreren Breme aus Vinnen ein sich. Er traf ein bald darauf ver ebenfalls schwer Heinrich Renkril mann Hans Bro wurde festgenom Aurich. Sch die Mutter des bare Blutrat ver landjägermeister Verlauf er Jun Frau Gerdes I griffenen durch. Rund #ET Pren nund Große C Zasbesomder Vergleichen Sie die ganz au keiten u. die Bisber 330. d 48, Da in Lospreis: üür ede Kluss Große Staatl 4 Pader! Ferngpreche: K •• einem Bauernhof fentrahmung nur inen Rahm vom an Transportund abgelegenen ür Milchkannen, igung eingespart den fünf Fingern end der heißen r Molkerei oder Molkerei zum im ist wesentlich t ausgesetzt. Bei ige frische, süße enden, aus dem ne eine hochklasdieser Einwand itung besonders verarbeiten in wie Wisconsin, hm, der von den ihrt in anderen Entrahmung zur e AusführungsZwangssozialisiekor öffnen. Leih durchaus gut hren auch eine ei denen in der pflicht der LeidI 1930 in den m Aufsatz des wierigkeiten des iweis, daß auch Elberfeld, Erna, Naumburg, Vogtl. teils in n anderen Teil großer Zuschüsse erung der Mole der Aufzucht gsbestimmungen Hofentrahmung e Notzucht. ittags 2,30 Uhr des Z. überversuchte das icht gelang, ereer= Ehringerämtlichen Forstständigen Oberrlandjäger versoch noch nicht. Der Höhepunkt des Eucharistischen Kongresses in Loretto (Frankreich) war der feierliche Einzug der riesigen Prozession in die Wallfahrtskirche Notre=Dame von Loretto. drei Gütersloher Zeugen— darunter zwei Chauffeure vom Gütersloher Bahnhof— geladen. Diesen Zeugen wurden die beiden mutmaßlichen Täter gegenübergestellt. Doch erkannten die Zeugen in den vorgestellten Personen keinen der Fahrgäste wieder, die Rottmann am Mordtage gefahren hat. !! Kassel 19. Sept. Beide Hände abgerissen. Durch das Offenstehen einer Türe des fahrenden Personenzuges wurden einem Heizer des aus entgegengesetzter Richtung kommenden Schnellzuges beide Hände bis auf zwei Finger vollständig abgerissen. Der Bedauernswerte wurde dem Krankenhause zugeführt. — Gelsenkirchen, 19. Sept. Schwerer Verkehrsunfall. An der Ecke von Luitpold= und Industriestraße stieß ein Lastkraftwagen mit dem 20jährigen Radfahrer Grimm zusammen. Der Radler trug sehr schwere Quetschungen an verschiedenen Körperteilen und Verletzungen am Kopf und am linken Knie davon; sodaß er dem Krankenhause zugeführt werden mußte. ertrunken. mehrere Kines Oberhausenan den Bahnerloch. In der Vorfall. Einem Zwei Kinder rnde Schlamm innte die Kinndgemälde n der hiesigen tische Wandgegewesen, aber legt und werGottesdienste ie Vermutung, nter der TünSchötmar. Skat zur Hebung der Gemeindesinanzen. Zur Hebung der Gemeindefinanzen will der Gemeindevorstand von Ehrsen den Fürsten von Mona.) im kleinen nachahmen. Er ladet auf von ihm unterzeichneten Plakaten zu einem Preisskat ein, bei dem der Reingewinn dem Gemeindesäckel zufließen soll. Herford. Femetäter Oberleutnant a. D. Fuhrmann nach Berlin übergeführt. Oberleutnant a. D. Fuhrmann, der wegen Fememordes zum Tode verurteilt, dann aber zu 7 Jahren Gefängnis begnadigt wurde und seit einigen Jahren hier inhaftiert war, ist nunmehr nach dem Lazarett des Moabiter Gefängnisses in Berlin übergefüh worden. Fuhrmann, der seit einiger Zeit ernstlich erkrankt ist, wurde vom Gefängnisarzt für haftunfähig erklärt. Nun hat man ihn, da er für transportfähig erklärt wurde. nach Berlin übergeführt, und man hofft, ihn im dortigen Gefängnislazarett gesundheitlich wieder herstellen zu können. sind mehrereden, über deufschluß geben sache Rottüberstellungen Dienstagvorerborn wieder von.4 Mili 50000 und völkerung beLeibesübunVergleich mit lgemeine Cedie Geringn und Sport. wohlfahrt im den Kopf der r allgemeine trug die Gekopf gerechnet ache des Aufis wird noch esamtzuschußwohnern sich Mark belief, 0,5 Prozent. der Leibesesamtzuschußheitsfürsorge it. übrigens not der deutrstützung der bescheidenen 9 sogar noch chter“ gustaf Reichstagsherumgereist, es Wohlvorn Erfolg gennoch„seine ne fand man deutsch=kristson mir ferragik gustaf r die ungülOsnabrück. Beim Kartenspiel erstochen. In der Steenkenschen Gastwirtschaft zog beim Kartenspiel mit mehreren Bremer Geschäftsreisenden der Metzgergeselle Flint aus Vinnen ein Schlachtermesser hervor und stach damit um sich. Er traf einen der Reisenden in die Brust, so daß dieser bald darauf verschied Einen zweiten Reisenden verletzte er ebenfalls schwer am Arm. Der Erstochene ist der Kaufmann Heinrich Renkrik aus Bremen und sein Begleiter der Kaufmann Hans Brockmann. Flint, der als jähzornig bekannt ist, wurde festgenommen und ins Gefängnis eingeliefert. Aurich. Schwere Bluttat. In Walle wurde durch die Mutter des Arbeiter Gerdes und diesen selbst eine furchtbare Blutrat verübt. Gerdes war mit dem Sohn des Oberlandjägermeisters Junker in Wortwechsel geraten, in dessen Verlauf er Junker mit einem Messer hearbeitete. Während Frau Gerdes Junker festhielt, verletzte der Sohn den Angegriffenen durch Messerstiche so schwer, daß er in bedenklichem Rund —— AitöhenRm gelangen zur Ausspielung in der 36./262. Preuß.-Südd. Klassenlotterie gegenüber rund 63 Millionen RM bisher. Große Gewinnvermehrung bei gleicher Losezahl Insbesondere Verdreilachung der Mitteigewinge! Vergleichen Sie den alten mit dem neuen Plan, und Sie werden die ganz außerordentlichen Gewinnmöglichkeiten u. die großen Vortelle des neuen Planes klar erkennen. Bisber 330400 Gewinne, jetzt 848000 Gewinne demnach 17600 Gewinne mehr. 43,5% aller Lose gewinnen Da müssen Sie zugreifen! Lospreis: ½ 1 ½ P Los für jede Klasse.- 10.- 20.- 40.- RM Große Auswahl in verschiedenen Nummern. Staatliche Lotterie-Einnahme TROTDCUA Paderborn, Fürstenbergstraße 20 Fernsprecher 2032 Postscheckkonto Hannover 65233 Zustande ins Krankenhaus eingeliefert werden mußte. Der„ Täter ist als gewalttätiger Mensch bekannt. Er ist auch bereits vorbestraft wegen eines Anschlages, den er auf einen ug auf der Strecke Emden—Aurich verübte, indem er einen Hemmschuh und Steine auf die Schienen legte. Für d# Strafe hatte er Bewährungsfrist erhalten, die noch nicht abgelaufen ist. Während die Mutter sofort festgenommen wurde, ist der Sohn flüchtig. Leer(Ostfriesland). Schulschluß wegen Masern und Keuchhusten. Die Schule in Backenmoor(Kreis Leer) mußte bis auf weiteres geschlossen werden, weil von 60 Schülern 46 an Keuchhusten schwer erkrankt sind. Ebenso #urde die Schule in Detern(Kreis Leer) geschlossen Bie uuf neun Schüler sind alle an Masern und Keuchhusten erkrankt. In Pewsum(Kreis Emden) wurde eine Klasse geschlossen weil über die Hälfte der Schüler an Masern erkrankt ist. prozeß um eine Verjüngungsoperation. Muß die Krankenversicherung die Operation bezahlen? Vor der Zwölften Zivilkammer beim Landgericht II in Berlin stand ein Berufungsprozeß an, den ein Arzt gegen die Vereinigte Krankenversicherungs A. angestrengt hat, um von dieser die Kosten für eine an ihm nach der Steinachschen Methode ausgeführte Verjüngungsoperation erstattet zu bekommen. In der ersten Instanz hatte das Amtsgericht Berlin=Schöneberg die Klage abgewiesen, da Alterserscheinungen keine Krankheit seien. Der Verjungte, der gegen dieses Urteil Berufung eingelegt hat, ließ von Professor Schustel ein Sachverständigengutachten ausarbeiten, worin erklärt wird, daß die Schüttellähmung, an der der Kläger gelitten habe, keine Alterserscheinung, sondern eine wirkliche Krankheit sei. Die beklagte Krankenversicherung gab das in der Berufungsverhandlung zu, wies aber darauf hin, daß der Gutachter die Notwendigkeit einer Operation verneint habe. Die Operation habe im übrigen nur einen vorübergehenden Erfolg gehabt: der Kläger könne nicht einmal ohne fremde Hilfe essen, nur wenige Schritte ohne Unterstützung gehen und keine Praxis mehr ausüben. Der Sachverständige habe in dem Gutachten auch zum Ausdruck gebracht, daß Schüttellähmung die Folge gewisser anatomischer Gehirnvorgänge sei. Die Krankenversicherungsgesellschaft habe im übrigen dem Kläger schon 2000 Mark für die Behandlung gezahlt. Die Verhandlung wurde schließlich vertagt. „Graf Teppelin" über Oberammergau. bei seiner am 17. September unternommenen Alpenfahrt. Kmenn Den Tätern fielen 30 000 Mark in die Hände. Ein Kassenbeamter, der in Begleitung eines Arbeiters sich auf dem Wege on einer Baustelle zur anderen befand, wurde plötzlich aus vem Busch von zwei Männern überfallen, die den Beamten und seinen Begleiter fesselten und ihnen das Geld entrissen. Die Täter entkamen dann auf Fahrrädern. Ländlicher Turnsport. Von Dr. Heyn, Geschäftsführer des Landjugendausschusses im D. R. A. Sonntagnachmittag. In einem verschwiegenen Teil des Ausstellungsparkes der Dresdener Hygieneausstellung ist das Mustergehöft der Sächsischen Landwirtschaftskammer hell und freundlich im Grünen aufgebaut. Rundherum liegen drahtumzäunte Koppeln, mächtige Eichbäume stehen mitten drin. Man fühlt sich„vor die Stadt“ versetzt, und die vielen Leute, die in die Ställe zu den schwarzbunten Kühen und zu den sonntäglich faulen, gelangweilten Pferden schauen und dann ein Glas an Ort und Stelle„erzeugter“ und verarbeiteter Milch trinken, sehen freundlicher auf den urtümlichsten aller Berufe. Und nun kommt ein Stück neuzeitliche:„Landhygiene“: eine etwa 20 Mann starke Abteilung„Landungens“ in schwarzer Rennhose, Turnschuhen und nacktem Oberkörper marschiert auf der zum Gehöft führenden Straße heran, schwenkt in eine der Koppeln ein, wo Medizinbälle, Eisenkugeln, ein Sprungkasten, Baumstämme und zusammengerollte Matten liegen. Eine grüne Fahne wird am Koppelzaun aufgepflanzt:„Sächsische Volkssportschule Schmorkau.“ Im Nu ist die Koppelumzäunung von Menschen dicht umsäumt. Das Sprachrohr verkündet, daß hier ein Lehrgang für ländliche Turnwarte zeigen will, was er während der 14 Tage in Schmorkau gelernt hat. Es sind lauter frische Leute, ihre gebräunten Unterarme, die kräftig entwickelte Muskulatur des Oberkörpers und der wettergegerbte Nacken verraten den Landmenschen. Auch ein alter Knabe von 60 Jahren und ein kleines„Gummimännchen“ sind dabei, alle miteinander verbunden durch das frohe gemeinsame Erleben der 14 Tage. Wie nun die Körperschule, die Medizinball= und Kugelgymnastik, das Bodenturnen und natürliche Geräteturnen sich vor den Augen der Zuschauer abspielt, ist ein lebensfrisches, begeisterndes Stück neuzeitlicher Körperfreudigkeit, die nicht nur an gepflegte Kampfbahnen und kostspielige Ausstattungen gebunden ist, sondern überall Raum finden sollte. Schon während der Körperschule konnte man die Lebensfreude der Leute sehen. Das Baumstammwerfen, diese eigenartige, robuste Form der Leibesübungen, gab Gelegenheit, Kraft und Geschick zu zeigen, am lebendigsten fielen aber zweifellos das Bodenturnen und die Kastensprünge aus. Man lebte in der Vorstellung, daß sich hier ein paar Bauernsöhne oder die Gutsarbeiter des Gehöftes am Sonntagnachmittag auf der Fohlenkoppel zu frohem Spiel zusammengefunden hätten. Man fragt sich, warum so etwas nicht schon viel häufiger auf dem Lande zu finden ist? Der Gedanke der Leibesübungen ist dem Lande durchaus nicht mehr so fremd, es kommt nur auf die richtige Art an. immer wieder und bei jeder passenden Gelegenheit dafür zu werben. Was man an Sprüngen, Überschlägen, Grätschen, Hechtrollen und Saltos sah, der frische Humor, der sich zwischendurchschlängelte, das kleine quecksilberige„Gummimännchen", all das war dazu angetan, Freude und Begeisterung bei den Zuschauern zu wecken, und als die Abteilung zuletzt römische Wagen bildete und im Trabe— das„Gummimännchen" als Spitzenreiter und Fahnenträger voraus— die Spielkoppel verließ, da klang aus den Reihen der„Zaungäste" und von der Terrasse des Kruges„zum grünen Kranze“ ehrlicher Beifall und man freute sich über diese einfache Vorführung, die in ihrer Art bestimmt geeignet war, für den „Volkssport“ auf dem Lande Freunde zu werben. Kleine telegraphische Meldungen Flugzeugunglück in Berlin. Berlin. Auf dem Berliner Flugplatz in Tempelhof hat sich ein schweres Flugzeugunglück ereignet. Dort rutschte ein Sportflugzeug. dei Deutschen Verkehrssliegerschule Brauschweig aus einer Höhe von etwa 80 Metern ab und stür auf de. Flughafen nieder. Der Piloi des Flugzeuges namen Kurtz wurde schwer verletzt aus den Trümmern geborgen. Sein Begleiter Kurt Rödel war sofort, tot Dreister Lohngeldraub. Ottmachau. Beim Ottmachauer Staubeckenbau bein Dorfe Sarlowitz wurde ein dreister Lohngeldraub verül Gettesdienst=Ordnung Sonntag, den 21. September 1930 „.„ 15. Sonntag nach Pfingsten. Hoher Dom..45 Uhr hl. Messe, 6,45 Uhr hl. Messe und gemeinsch. hl. Kommunion der Jungfrauen=Kongregation, 7,45 Uhr Pfarrmesse mit Predigt,.45 Uhr Choramt. .15 Uhr Levitenamt mit Predigt, 11 Uhr hl. Messe mit Predigt. Nachm. 2 Uhr Vesper,.40 Uhr Christenlehre mit sakr. Segen, 6 Uhr Versammlung der JungfrauenKongregation(Krypta), 8 Uhr Andacht mit sakr. Segen. Heute ist in allen Gottesdiensten Kollekte für den Bonifatiusverein. Gokirche. Kirchweihfest. 6,15 Uhr hl. Messe, 7 Uhr heil. Messe und gemeinsch. hl. Kommunion der JungfrauenKongregation, 8 Uhr Hochamt mit Predigt und Segen, 10 Uhr hl. Messe mit Predigt und Gesang. Die Kollekte ist in allen hl. Messen für den Bonifatiusverein bestimmt. 12 Uhr Vesper mit Segen, abends 8 Uhr Predigt mit Andacht und Segen für die Jungfrauen=Kongregation. Busdorfkirche. 6,30 Uhr hl. Messe, 7 Uhr Frühmesse mit gemeinschaftlicher hl. Kommunion der Jungfrauen, 8 Uhr hl. Messe für die Oberrealschule mit gem. hl. Kommunion der Schüler, 9 Uhr Hochamt. In allen hl. Messen Kollekte für den Bonifatiusverein. 11 Uhr Andacht für die Oberrealschule, 2,30 Uhr Andacht mit Segen. Universitäts- und Markkirche. 6 Uhr hl. Messe, 7 Uhr hl. Messe mit gem. hl. Kommunion der Jungfrauen,.15 Uhr Gymnasialmesse, 9,30 Uhr Levitenamt, gegen 10 Uhr Pfarrprozession, 11,30 Uhr Singmesse. Abends 8 Uhr feierliche Muttergottesandacht mit Festpredigt des hochw. Herrn Franziskanerpater Guardian Andreas Christians aus Münster. Reihenfolge der Prozession: 1. Kreuz mit Akolythen, 2. Knabenschulen, 3. JunggesellenSodalität und die übrigen Jünglinge, 4. Pius=Arbeiter= verein, 5. Western=St.=Johannesbruderschaft, 6. Männerapostolat und die übrigen Männer, 7. Engelchen, 8. das Allerheiligste, 9. der Kirchenvorstand, 10. Mädchenschulen, 11. Jungfrauen, 12. Frauen und Mütter.— Heute Kollekte für die erzbischöflichen Bildungs= und Erziehungsanstalten. Der Bonisatiustag für die Markkirche findet am 19. Oktober statt. Herz=Jesu=Kirche. 6 Uhr hl. Messe, 7 Uhr Kommunionmesse für die Jungfrauen, 8 Uhr Singmesse mit Predigt, 9 Uhr Kindermesse(Erwachsene haben keinen Zutritt), 10 Uhr Hochamt mit Predigt, 11,30 Uhr Singmesse mit Predigt. Nachm. 2 Uhr Andacht, abends 8 Uhr Bonifatiusandacht. Die Kollekte ist für den Bonifatiusverein bestimmt. St. Bonisatiuskirche. 7 Uhr Frühmesse mit Predigt, gemeinsch. hl. Kommunion der Jungfrauen, 9,30 Uhr Hochamt mit Predigt. Nachm. 2 Uhr Andacht mit Segen, anschließend Standesvortrag für die Jungfrauen. Franziskanerkirche. 5, 5,80 und 6,15 Uhr stille hl. Messen, 7 Uhr Levitenamt,.15 und 10 Uhr Singmessen mit Predigt. Nachm..30 Uhr Thekla=Bruderschaft mit Predigt und Prozession.— Freitag gegen 6 Uhr Requiem für die verstorbenen Wohltäter und Verwandte.— Sams= I tag gegen 6 Uhr Levitenamt zu Ehren der Mutter Gottes. Evangelische Gottesdienstordnung. Sonntag, den 21. September 1930. Paderborn. Morgens 8 Uhr: Frühgottesdienst. Morgens 9,30 Uhr: Hauptgottesdienst. Morgens 11 Uhr: Kindergottesdienst Montag: morgens 7,15 Uhr: Betstunde.— Mittwoch: abends 7 Uhr: Gottesdienst. Reuhaus. Morgens 8,30 Uhr: Gottesdienst. Sennelager. Morgens 10 Uhr: Gottesdienst in der Paul=GerhardtKapelle." Bad Lippspringe. Morgens 7,30 Uhr: Frühgottesdienst; 10 Uhr: Hauptgottesdienst. 11,15 Uhr Kindergottesdienst. Katholischer Gottesdienst in Lippspringe. 6 Uhr: hl. Messe; 7 Uhr: hl. Messe mit Predigt; 8,15 Uhr: hl. Messe; 9,30 Uhr: Hochamt mit Predigt; 14 Uhr: Andacht.— Werktags: 6,30 und 7,15 Uhr: 18 Uhr. Samstags und an den Tagen vor Festen von 16,30 Uhr.— Bücher können entliehen werden in dem Pastorat und der Kaplanei: Werktags von—9 Uhr. :: Apotheken=Sonntags= und Nachtdienst hat vom Sonnabend, 20. September, 19 Uhr, bis Sonnabend, 27. September, 8 Uhr, die Hirschapotheke. :) Aerztlichen Senntagsvienst haben die Herren Dr. Hanhardt, Westernstraße 5, und Dr. Meyer, Westernstraße 7. Ae Hrau und isie Well Wenn die Frau den Braten kaufen geht. Von Elsa Rema. Der schwere Gang zum Fleischer.— Das richtige Stück für den Herrn Gemahl.— Witwen, Alleinstehende. Junggesellen und zunggesellinnen als Kundschaft.— Das historische Lendenbeefsteak. (Nachdruck verboten.) Essist wohl einer der schwierigsten Einkaufsgänge, der Gang in den Fleischerladen, der ganz jungen, des Wirtschaftens noch ungewohnten Frauen auch aus ästhetischen Gründen anfangs nicht ganz leicht zu fallen pflegt. Denn was später ihr hausfrauliches Auge und Herz erfreut, löst zunächst ein kleines Gefuhl des Grauens in ihr aus, und das macht ihr keine Unehre. Die feisten herrlichen Mastochsen und Kälber, die Schweins= und Kalbsköpfe, von grünen Blätterkränzen umgeben, die Pyramide der ach so wundervoll schmeckenden Schweinsknöchelchen, die dunkel=blutigroten Lebern— sie atmen blutiges Geschehen und eine gewisse menschliche Grausamkeit. Es wird heutzutage viel gegen den Fleischgenuß geeifert. Aber es bedeutet eine täglich aufs neue gemachte Erfahrung, daß viele Frauen und Männer, überhaupt die geistigen und körperlichen Arbeiter unter ihnen, ohne ihre bestimmte tägliche Fleischportion nicht existieren können. Grüne Gemüse und frische Früchte sind ihnen kein Ersatz, sondern nur angenehmer Stimulans des Mahles. Es ist allgemein bekannt, daß die Männer anspruchsvoller im Essen sind als die Frauen, wenngleich es auch unter den letzteren ganz gehörige Feinschmeckerinnen gibt. Aber sind sie verheiratet, so ordnen sie sich geschmacklich zumeist ihren Herren Gatten unter. Männer tadeln, wenn es ihnen zu Mittag nicht mundet, das Fleisch in erster Reihe. Der eine liebt es hart. der andere weich. Der eine hat es gern durchwachsen, der andere rührt es nicht an. Der eine will mageres Fleisch, der andere fettes. Und nun gar beim Rind! Da hat jeder seine Ueberheugung, das heißt sein besonderes Stück, entweder dieses oder keines! Obst einkaufen ist auch nicht leicht. Ueberhaupt auf dem Markt, wo die Masse wirkt und der Blick die Einstellung für die Einzelheit gern verliert. Aber Fleisch einkaufen gehen— das ist eine viel größere Herkulestat noch, als gute Aepfel oder Birnen nach Hause bringen. Man muß jedoch Licht und Schatten gerecht verteilen. Auch für den Fleischer ist die Angelegenheit keine ganz einfache, so wenig wie auf anderen Lebensmittel= und Warengebieten, bei denen das weibliche Geschlecht die Rolle der Hauptkonsumentin spielt. Die Gegensätze stoßen sich hart im Ladenraume des Fleischers, die eigentlich von Gott und Rechts wegen samt und sonders geschworene Philosophen und— die Begriffe sind identisch— Weiberfeinde sein müßten. Sie sind es aber nicht. Im Gegenteil, die Fleischer haben meist die hübschesten Frauen, bei denen Aufschnitt kaufen geradezu ein Vergnügen ist. Wo gibt es eine Frau, eine einzige auf dem weiten Erdenrund, die nicht behaupten würde, daß„ihr“ Fleischer grob ist? Wo gäbe es eine Frau, eine einzige auf weitem Erdenrund, die je behaupten würde:„Mein Fleischer gibt mir stets die schönsten Stücke.“ Wo gäbe es überhaupt eine Frau, sei sie alt oder jung, hübsch oder häßlich, klug oder dumm, die je behaupten würde:„Mein Fleischer ist ein netter zuvorkommender Mann.“ Man muß verdeutschen. Das heißt, auch der Fleischer verliert einmal die Geduld, wenn die verehrliche Kundin auch gar keine Einsicht haben will. Daß beispielsweise jedes Kalb wirklich nur eine Leber hat und daß diese Leber nicht eine wie die andere ausfällt, etwa wie ein Dutzend Bleisoldaten, die en gros angestrichen werden. Daß die Kalbsniere nicht von kautschukartiger Beschaffenheit ist. Aber die Frauen zeigen sich auch hier unterschiedlich. Es gibt auch Kundinnen, die nicht schwierig, die leicht zu befriedigen sind. Sie kaufen ein Stück Rindfleisch zum Kochen und damit basta. Aber solch ein Musterexemplar ist selten eine verheiratete Frau. Es rekrutiert sich aus den Kreisen der Witwen, der alleinstehenden und der berufstätigen Weiblichkeit. Die letztere will kostbare Zeit nicht verlieren. Und die Witwe oder die Einspännerin unverehelichten Standes sind anspruchslos; sie essen, was sie haben. Wenn sie überhaupt selber kochen, wozu bei ihnen sehr oft keine Lust vorhanden ist. Weil sie auch die Stücke, die sie gern haben möchten, nicht bekommen. Hier ist man wieder bei einem besonderen Kapitel des so überaus schwierigen Fleischergewerbes angelangt. Der Junggeselle und die Junggesellin sind auf bestimmte Fleischstücke angewiesen. Das Lendenbeefsteat ist auf diesem Gebiet beinahe historisch geworden, nicht ganz in gleichem Maße das Rumpsteak und das Schnitzel. Junggesellen erweisen sich oft als Spezialkochkünstler dieser drei Fleischsorten, deren gastronomische Bedeutung man nicht unterschätzen soll. Auch ein ordentliches Lendenbeefsteak zu bereiten, will verstanden sein. Doch schließlich will auch der Junggeselle sowie die Junggesellin— es ist in der Liebe nicht anders— Abwechslung. Und darum geht man ins Restaurant, oft der Not gehorchend, nicht dem eigenen Triebe. Je größer die Stadt, desto mehr Auswahl steht auch in kleinen Portionen aller Fleischsorten zur Verfügung. Denn der Fleischer kann hier mit einem großen Umsatz rechnen: bei ihm geht alles fort, der Kopf, das Mittelstück und das Ende. In der kleinen Stadt sieht sich die Sache schon anders an. Die Kalkulation ist naturgemäß auf anderen Grundsätzen aufgebaut. Hier bleibt nichts anderes übrig als diplomatisches, politisches Vorgehen. Man hängt die schönsten Stücke überhaupt nicht in den Laden. Die werden für die Großabnehmer reserviert und die Kundschaft bekommt nur zu sehen, was ihr gestattet ist, zu kaufen. Früh und abends das sind die Hauptstunden im Fleischergeschäft. Die Weiblichkeit erscheint in hellen Scharen. Dicht gedrängt umsteht sie den Verkaufstisch und beobachtet mit Argusaugen den Fleischer, der bedient, der aussucht, der die Fleischstücke vor den Blicken der verehrlichen Kundin dreht und wendet, als seien sie auf einem altdeutschen Bratspieß aufgesteckt, und der endlich fachlich und sachlich, ein Siegfried mit dem Schwert, mit geschwungenem Beil hackt und klopft, bis die Kundin, sei es die Gnädige selbst oder die Perfekte, die Portion im seidenen Netz oder der kattunenen Markttasche verschwinden läßt. Die eine Frau will Schulter vom Rind. Die andere die Wade. Die nächste aus der Rippe. Die eine schwört auf Schweinebauch; es sei das beste Stück, die dritte nimmt„grundsätzlich“ nur Carré. Mit dem Kalb geht es ähnlich, denn der eine Herr Gemahl wünscht Gulasch, der zweite einen Nierenbraten, der drttte eine gediegene Keule. Es kommt vor, daß die Kundschaft—. Männer sind Ausnahmeexemplare— sich miteinander fachlich und sachlich unterhält. Jede hat da ihr Glaubensbekenntnis. Die Ansichten sind sehr verschieden. Bei gewissen Spezialitäten ganz besonders. Der Sauerbraten, der Gulasch, die Keule in Sahne, der Hammelbraten wildartig zubereitet, das sind alles Doktor= und Gewissensfragen. die flüsternd, aber mit glänzenden Augen erörtert werden. Ein steter Stein des Anstoßes— man verzeihe das etwas paradoxe vortbild— sind die Knochen, mit denen nun einmal das liebe Vieh unweigerlich auf die Welt kommt. Keine Frau will die Beilage, die Zuwaage; jede bildet sich ein, zuviel davon belommen zu haben. Aber der Fleischer ist zum Stoiker geworden. Weil es nicht anders geht. Er tut, was er nicht lassen kann Und dazu gehört es auch, daß er immer ein paar Gramm, bis zu einem Viertelpfund, mehr wiegt, als die Kundin gewünscht. Vielleicht ist es wirklich auch nicht anders möglich. „Meine Frau, die Ilsebill...“ (Nachdruck verboten.) Es liegt im Wesen des Menschen daß er sich immer neue Ziele stellt und, sobald er eines erreicht hat, sehnlichst dem nächsten zustrebt. Das ist gut und recht so, denn in diesem Vorwärts= und Aufwärtsstreben beruhen Fortschritt und Entwicklung überhaupt. Ueberträgt man aber diesen ewigen Menschheitsdrang ins Alltägliche unter besonderer Berücksichtigung der Frau. tritt eine Schattenseite zutage, die geeignet ist, viel Unheil anzurichten: die Unzufriedenheit. Sie äußert sich in den verschiedensten Formen und Gestalten. Da hat man sich z. B. zu Weihnachten einen modernen Streckstuhl gewünscht und auch erhalten, schlicht in der Form, farbenschön im Bezug und nun, da man ihn sein eigen nennt, paßt das Zimmer, in dem er steht, nicht mehr dazu. Man müßte eigentlich eine neue Einrichtung haben. Dafür aber fehlt das Geld, und daß es fehlt, schafft üble Laune. Oder das neue, lange, entzückende Abendkleid, das man dem Gatten abgeschmeichelt hat. Ist es nicht direkt eine Schande, es zu einem alten Mantel tragen zu müssen? Mit dem heißersehnten Zweisitzer geht es nicht viel anders. Er ist, an den Wagen gemessen, die Müllers und Meiers haben, eigentlich eine blamable Angelegenheit. Und die neue Wohnung, auf die man sich jahrelang gefreut hat— nun, über die schweigt man am besten. Sie ist puppenklein und eng, und trotz Zentralheizung und Warmwasser eine Quelle des Aergers. Das wären so ein paar Beispiele materieller Art. Das noch Schlimmere aber ist, daß diese Unzufriedenheit oder genauer gesagt, dieses Sich=nicht=bescheiden=können, auch vor anderen Gebieten nicht haltmacht; daß der Mann, der einst„der Herrlichste von allen war“, oft mit zu den Wunschzielen gehört, die erreicht, ihren Reiz verlieren und daß an jenem dauernden Mehrwollen und Verlangen gar manches Glück in Brüche geht, gar manche Ehe scheitert. Denn wer mehr und immer mehr begehrt, steht am Ende mit leeren Händen da wie die Fischersfrau im Märchen, von der es heißt:„Meine Frau, die Ilsebill, will nicht so, wie ich gern will." Annemarie Mampel. — Neun Regeln für die Frau, um den Mann zu behalten. (Nachdruck verboten.) Die Mitglieder der Frauenvereinigung in Kalifornien haben folgende neun Regeln aufgestellt, die beobachtet werden sollen. um den Mann zu behalten: 1. Komm nie halb angezogen an den Frühstückstisch, sondern sei frisch und sauber gekleidet! 2. Laßz deinen Mann nie das Geschirr spülen oder abtrocknen! 3. Geht der Mann an zwei Abenden in der Woche mit dir aus, dann sei zufrieden und lasse ihn die übrigen Abende zu Hause oder in seinem Klub verbringen. 4. Die Frau muß zuerst die Miete und andere notwendige Rechnungen bezahlen, ehe sie daran denkt, Toiletten und allerhand unnötige Möbel und Luxusgegenstände zu kaufen. 5. Die Frau soll ihre Mutter nicht zu oft an Sonn= und Feiertagen einladen. 6. Höre deinem Mann zu, wenn er gern erzählt und wenn er gern seine eigene Sprache hört! 7. Frage ihn in allem um seinen Rat und höre sein Urteil! 8. Sei abhängig von ihm. aber ermüde ihn nicht! 9. Lasse ihn glauben, daß du schwach und hilflos bist und er ein Riese sei mit dem starken Herzen eines Löwen, dem Verstand eines Napoleon und daß du ihn in allem nötig haft. Das sind die neun Regeln, die, wenn sie beobachtet werden, den Frieden im Hause sichern und das Heim gemütlich gestalten sollen.„. N. Von den Frauen. Ordnung im Heim. Von Dr. S. Baer=Oberdorf. (Nachdruck verboten.) Frauen sind immer in Notwehr; vielleicht gegen die Schüchternheit der Männer noch mehr als gegen ihre Zutraulichkeit. * Im Kreise der Frauen lacht oft am schlechtesten, der zuletzt lacht. Der Jammer vieler Ehen rührt zuweilen davon her, daß die Frauen den Beruf ihrer Männer verfehlt haben. (Nachdruck verboten.) Wo keine Ordnung ist, da ist auch keine Gemütlichkeit. Das sollte sich jede Hausfrau sagen. Es ist nicht immer leicht, Ordnung zu halten, zumal in einem Haushalt, in dem kein dienstbarer Geist vorhanden ist, besonders auch dann, wenn die Hausfrau noch beruflich tätig ist. Wohl möchten alle ihre Häuslichkeit recht hell, freundlich und ordentlich haben, doch gerade in der heutigen schnellebigen Zeit ist es doppelt schwer, dies ohne viel Mühe zu bewerkstelligen. Jede berufstätige Frau sollte vor allem morgens nicht zu spät aufstehen. Das Sprichwort bewahrheitet sich:„Morgenstund' hat Gold im Mund.“ Gerade morgens gibt es viel zu tun. Es muß das Frühstück gerichtet werden: ein freundlich gedeckter Kaffeetisch macht den Gatten sofort gutgelaunt. Es müssen ein paar Schnitten zum Mitnehmen gerichtet werden; alles, jede Kleinigkeit erfordert Zeit. Vor dem Weggehen soll auch noch das Schlafzimmer aufgeräumt werden. Denn beim Nachhausekommen empfindet man es sehr unangenehm. in eine unaufgeräumte Wohnung zu kommen. Dann achte man darauf, daß alles immer wieder, gleich nach Gebrauch, an seinen ordnungsgemäßen Platz gelegt wird. Nur auf diese Weise ist es möglich, ohne viel Zeitaufwand Ordnung in der Wohnung zu halten. Wo käme eine Hausfrau und Mutter hin, wenn sie hinter jedem Familienmitglied herlaufen und die herumliegenden Dinge aufräumen sollte?! Soviel Rücksicht muß der Hausfrau entgegengebracht werden. Wir wissen alle, mit etwas gutem Willen läßt sich viel durchführen. Nicht umsonst wird die Ordnung als„segensreiche Himmelstochter" bezeichnet. Durch sie wird das Heim der Familie zum stillen friedlichen Hafen. Jede Hausfrau mache es sich zur ersten Pflicht, mit Argusaugen über die Ordnung zu wachen. Das Ordnunghalten sollte kein Traum sein, wie das heutzutage leider häufig ist, sondern es sollte der Frau und Mutter eine große Aufgabe sein, als Hüterin der Ordnung diesen Traum zu verwirklichen. Jsabella. Wenn Steppbecken falsch behänbelt werden! (Nachdruck verboten.) In den meisten Schlafzimmern findet man heute die Steppdecke. Ihre Zartheit und die Duftigkeit gehört nun einmal zu dem ganzen Charakter eines nett eingerichteten Schlafzimmers. Jedoch eines muß bedacht werden: Steppdecken sind niemals dann praktisch, wenn die Hausfrau sich wenig Arbeit machen will oder wenn sie berufstätig ist und zur Pflege des Haushaltes wenig Zeit hat! Diese Decken fordern sachgemäße, intensive und zweckmäßige Pflege, denn sie sind sehr empfindlich. Die häufigsten Schäden bestehen aus dem Platzen der Nähte in der Ansammlung von Staub in den Steppnähten, der„sich ja so schwer entfernen läßt". Solche Schäden beruhen immer auf eigenem Verschulden der Hausfrau! Meistenteils sind die Steppdecken mit Daunen gefüllt und mit Kunstseide bezogen. Frisch und munter hängt sie die Hausfrau auf die Teppichstange und klopft gewissenhaft„die Nähte sauber". In Wirklichkeit aber sorgt sie dadurch für ein frühzeitiges Zerreißen des Kunstseidengewebes, für das Platzen der Nähte, denn es besteht ja alles nur aus haardünnen Fäden! Auch der Staubsauger richtet gleichen Schaden an, besonders wenn man sich bemüht, die Decke so straff zu spannen, daß der Sauger mit dem Mundstück in die engen Riefen der Nähte hinein kann. Nun höre ich die Leserinnen' fragen:„Ja, aber wie soll man denn nun die Steppdecken säubern?“ Der Luftzug des Staubsaugers schadet, das Klopfen schadet und das Spannen ebenfalls. Nehmen wir statt dessen eine weiche, jedoch möglichst flache Bürste von nicht zu großem Format und bürsten wir damit die Nähte aus! Auch ein Wollläppchen oder ein mit Watte oder Wolle gefülltes Kissen ist sehr vorteilhaft für die Staubbeseitigung aus Daunensteppdecken. Diese gibt es auch oft beim Kauf von den einschlägigen Geschäften mitgeliefert. Flecken werden nur mit Benzin, jedoch ohne zu reiben, entfernt. Ratsam ist auch. die Decke an jedem Morgen gut auszuschütteln, so daß sich gar nicht erst viel Staub ansammeln kann. Etwa durch das Zusammenlegen entstandene Falten in der Decke können leicht ausgeplättet werden — wie alle Kunstseide behandelt wird. Es empfiehlt sich jedoch, alle zwei bis drei Jahre eine chemische Reinigung vornehmen zu lassen. G. R. L Fran und Kleidung. (Nachdruck verboten.) Die Mode versteht nicht nur die Frauen anzuziehen, sie versteht auch die weit größere Kunst: sie richtig anzuziehen. Eine kluge Frau hat immer etwas anzuziehen. Es liegt Phantasiearmut in der ständigen Frauenklage:„Ich habe nichts anzuziehen!“ Denn Frauen ist es gegeben, die Physiognomie eines Kleides zu wechseln Der Ausdruck ein und derselben Toilette variier: je nach der Laune seiner Trägerin. So kann es geschehen, daß der eigene Mann einmal überrascht feststellt:„Aber Schatz, was hast du heute für ein hübsches Kleid an! Das ist wohl neu? Ich habe es noch nicht gesehen!“ Heimlich muß die Frau lachen— sie hat es schon öfters getragen. Irgend etwas ist aber gerade heute in ihrem Wesen, das diesem Kleide eine ganz neue Note gibt. Man bewundert Frau von B. allgemein.„Sie weiß sich so entzückend zu Gesellschaften anzuziehen!“ erklärt einer ihrer Verehrer. „Sie meinen wohl: entzückend auszuziehen!“ lächelt ein anderer. Beide haben recht. Verstände übrigens Frau von B. sich nicht so vortrefflich anzuziehen, so wüßte sie sich sicher auch nicht in so reizender Weise— gesellschaftlich zu kleiden! Sicher weiß jede kluge Frau, daß nicht der Inhalt ihres Kleiderschrankes für ihr Gutgekleidetsein allein bürgt. Sie wird in jedes Kleid schlüpfen, wie in ihre eigene Haut. Und wenn man sich erkundigt, worin das Geheimnis ihrer Erscheinung beruht, so wird sie(falls sie überhaupt derartige Geheimnisse preisgibt) lächelnd erklären:„Weil ich immer genau weiß, was ich wo und wie zu tragen habe!“ Leider wissen das viele Frauen aber nicht! Hella. Die praktische Hausfrau. k. Erste Hilfe bei Quetschungen. Bei Quetschungen macht man Umschläge mit sehr kaltem Wasser: man erneuere oft und reibe den schmerzenden Teil mit Arnika vorsichtig ein. k. Entfernung von Rändern. Ränder auf polierten Tischen bestreicht man mit einer Mischung von Salz und Oel, und zwar so viel Oel, als das Salz annimmt. Bis zum nächsten Tage läßt man diese aufgetragene Mischung auf den Fleckrändern stehen. Dann entfernt man das Salz und reibt mit einem weichen Lederlappen und etwas Oel kräftig nach. t. Säuberung von weißlackierten Möbeln. Weißlackierte Möbel reinigt man nie mit Sodawasser. Scheuerbürste und sodahaltiger Seife, sondern mit einer Lösung von Quillajarinde und mit einem weichen Lappen. Mit dem Schwamm gut nachspülen und zuletzt mit dem Fensterleder polieren. t. Erhöhung des Wohlgeschmacks. Um den Wohlgeschmack seiner Fleischgerichte, wie Ragouts, Haschees, Geflügelpasteten usw., zu erhöhen, lasse man das Fleisch nicht lebhaft kochen, sondern nur ziehen. Die Gerichte bleiben dadurch zarter und saftiger. ∆ 90 Für die Alle Drumsna... liefert schnell, gut und Preiswert k. Polenta von Kartoffeln. Abgeschälte und in Scheiben geschnittene Kartoffeln kocht man weich, zerdrückt sie nach dem Abgießen mit einer Reibkeule sehr fein, vermischt sie nach dem Abkühlen mit drei gut zerquirlten Eiern, vier bis fünf Eßlöffeln geriebenem Parmesankäse und etwas Salz und formt davon lange, dicke Würste. Nach dem vollständigen Erkalten schneidet man von denselben fingerdicke Scheiben, die man auf einer runden Schüssel, bergförmig aufgeschichtet, mit reichlich geriebenem Parmesankäse bestreut und mit einem Viertelpfund heißgemachter Butter übergießt. Hierauf stellt man die Schüssel in einen heißen Backofen, damit die Polenta von unten bäckt und von oben schön gelbbraun wird. Man reicht zu dem schmackhaften Gericht Kopfsalat oder gebratenen Fisch. k.„Käsekeilchen.“ ¾ Pfund nicht saurer Quark wird in ¾ Pfund Butter und zwei bis drei Eiern schaumig gerührt. Dazu fügt man zwei bis drei Eßlöffel Mehl, zwei Eßlöffel Zucker, die abgeriebene Schale einer Zitrone, Rosinen und etwas Salz und ein bis zwei Löffel Rum(nach Geschmack). Mit einem Löffel sticht man aus dieser vermengten Masse längliche Keile ab, formt sie in weißem Mehl und bäckt di„Käsekeilchen“ in Butter hellbraun und bestreut sie mit Zucker k. Eierschnee schlägt sich viel schöner und schneller, wenn da Eiklar in dem Geschirr, in dem es geschlagen werden soll, ein Viertelstunde vorher in kaltem Wasser gestanden hat. *•**„* O 5 Nr. 226 Drittes Blatt Paderborner Anz Sonntag. den 21. September 1930 Heimkehr der Czeanflieger— Flugzeugkatastrophen. Die Flugzeugkatastrophe in Stuttgart Das Spiel mit dem Tode. Fluglehrer und Luftakrobat Schindler, der auf dem Flugplatz Stuttgart=Böblingen mit drei andern Fliegern, dem Hauptmann Engwer, dem Flugzeugund dem Monteur Hagenmeyer, den Tod fand, betrieb seit 1919 die Luftgymnastik: er turnte am Mast auf dem Flugzeug und am Trapez unter den Tragflächen. Kein Wagnis war ihm groß genug. Obwohl nach dem unter ähnlichen Umständen erfolgten Tode des Luftakrobaten Hundertmarck derartige Vorführungen verboten wurden, trieb Schindler das Spiel mit dem Tode weiter. Schindler stand unmittelbar vor seiner Verheiratung mit seiner langjährigen Mitarbeiterin, der Fallschirmpilotin Hedi Schumann. r hat im Jahre 1929 die Schindler=Flug=G. m. b. H. ins Leben gerufen, um durch seine Luftkünste das angeblich schwindende Interesse der breiten Massen an der Luftfahrt neu zu beleben. Todessturz einer kanadischen Fliegerin. Die 24jährige kanadische Fliegerin Ruth Alexander, die kürzlich die Strecke von Vancouver nach Mexiko in 16 Stunden durchflogen hatte, ist tödlich abgestürzt. Fräulein Alexander war von St. Diego in Kalifornien zu einem Dauerfluge durch die Vereinigten Staaten aufgestiegen. Bald nach dem Start stieß ihr Flugzeug im Nebel gegen einen niedrigen Hügel und stürzte ab. Die Fliegerin war auf der Stelle tot. * Der Indienflug des„R. 101“ verzögert. Der Abflug des englischen Luftschiffes„R. 101“ nach Agypten und Indien hat sich dadurch verzögert, daß eine neue Maschine nicht rechtzeitig geliefert werden konnte. Man hatte gehofft, das Luftschiff in diesen Tagen aus der Halle ziehen zu können, um mit den Probeflügen zu beginnen. * Ein Monopol für Zwischenlandungen auf den Azoren. Der portugiesische Ministerpräsident hat einen Monovolvertrag unterzeichnet, wonach der portugiesischen, mit französischem Kapital gegründeten Gesellschaft„Stela“, einer Tochtergesellschaft der transafrikanischen französischen Luftverkehrsgesellschaft, das alleinige Recht zugesprochen wird, auf den Azoren und den Kapverdischen Inseln Zwischenlandungen vorzunehmen. Gegen dieses Abkommen war vor mehreren Monaten von einer Reihe von Staaten, darunter auch von den Vereinigten Staaten von Amerika, Einspruch erhoben worden, da man der Meinung ist, daß es unmöglich sei. diese einzigen Stützpunkte, die für die Überfliegung des Ozeans von Europa nach Amerika in Frage kommen, durch einen solchen Monopolvertrag für den internationalen Luftverkehrsbetrieb zu sperren. Pilot Schindler bei einer flugakrobatischen Vorführung. Es muß bemerkt werden, daß es sich in Böblingen nicht um eine öffentliche Veranstaltung, sondern um eine Vorführung vor der hierzu geladenen wüttembergischen Presse gehandelt hat. Schindler wollte durch diese Vorführung eine Milderung des behördlichen Verbotes erreichen. Der Reichsverkehrsminister wird sich, wie verlautet, nach der Böblinger Katastrophe erneut im Sinne des Verbotes aussprechen und den Deutschen Luftfahrtverband ersuchen, von einer Unterstützung artistischer Vorführungen in der Luft Abstand zu nehmen. Im übrigen sind die Vorgänge bei dem Unglück gefilmt worden. Die Polizei hat den Film jedoch einstweilen beschlagnahmt. * Erfolg des Kunstfliegers Achgelis in Antwerpen. Sieger vor allen ausländischen Mitbewerbern. Der bekannte deutsche Kunstflieger Gerd Achgelis konnte auf seinem Flugzeug„Kiebitz" bei der zweiten Internationalen Flugveranstaltung in Antwerpen einen großen Erfolg gegen stärkste ausländische Gegner erringen. Achgelis flog von Münster in Westfalen nach Antwerpen, wo die Teilnehmer an der Flugveranstaltung zu einer bestimmten Zeit eintreffen mußten. Achgelis kam als Erster am Ziele an und blieb Sieger in dem Wettbewerb vor den bekannten englischen Fliegern Kapitän Broad und Kapitän Rose, ferner vor der Siegerin des Wettbewerbes um den englischen Königspokal 1930, Fräulein Brown, und vor mehreren französischen, belgischen und holländischen Gegnern. Achgelis konnte auch im Kunstfluge den ersten Preis gegen Broad und den Franzosen Barbot erringen, obwohl die Ausländer mit schweren Jagdflugzeugen, darunter Flugzeugen mit 500 PS=Motoren, in den Wettbewerb gingen. Parade der Reichswehr. Vor dem Reichspräsidenten v. Hindenburg. Freitag fand in Römhild die große Reichswehrparade vor Hindenburg statt, wodurch die Reichswehrrahmenübungen in Südthüringen ihren Abschluß fanden. Zahlreiche Menschenmengen strömten auf allen Zufahrtstraßen nach Römhild. In den Morgenstunden rückten die zu Paradetruppen bestimmten Regimenter der 3. Kavalleriedivision und der 5. Infanteriedivision auf das Paradefeld. Die Herbstsonne stieß durch und von den Bergen hob sich die Nebelkappe. Gegen 12 Uhr kam Reichspräsident von Hindenburg im offenen Wagen herangefahren. Vorher war er in Römhild mit Ehrentrunk und Frühstück begrüßt worden. Zuerst fuhr Hindenburg die Front der Kriegerverbände ab. Auf dem Paradefeld begab sich der Generalfeldmarschall mit seinem Stabe zu dem besonderen Paradestand. Über der Menschenmenge kreuzte ein Flieger. Im Schritt marschierten die Truppen heran, zuerst die Infanterie, die Regimenter 13, 14 und 15, vor ihnen der Kommandeur, General der Kavallerie v. Kayser, und der Kommandeur der 5. Infanteriedivision, Generalleutnant Frhr. von Seutter. Im Trab folgte dann die Nachrichtenabteilung 5, Kannstatt, und dann fuhr die Artillerie im Galopp vorbei. Den Schluß bildeten sechs Reiterregimenter, die in kurzem Varadegalopp vorbeisprengten. Hindenburg stand während der ganzen zweistündigen Parade auf seinem Platz und grüßte die Truppen. Nachdem der letzte Marsch verklungen war, zogen die Truppen heimwärts. Dank für die preußische Polizei. Ein Erlaßdes preußischen Innenministers. Der preußische Minister des Innern hat an die Beamten der Polizei und Landjäger einen Erlaß gerichtet, in dem er allen Polizeivollzugsbeamten für ihre während des Wahlkampfes bewiesene Umsicht, Ruhe und Verständ's seine besondere Anerkennung ausspricht und sämtlichen staatlichen Beamten im Laufe des nächsten Vierteljahres ohne Anrechnung auf den zuständigen Urlaub je drei dienstfreie Tage bewilligt. Ein Gleiches empfiehlt der Minister den Gemeinden und Gemeindeverbänden. Eine neue Segelflugschule in Ostpommern. ., von der Segelflugabteilung Pommern des Deutschen Luftfahrtverbandes auf der Lonzker Düne nahe dem Ostseebad Leba geschaffen worden und den Jüngern des motorlosen Fluges jetzt zur Benutzung übergeben worden. — Oben: Start eines Segelflugzeuges von der Lonzker Düne— unten: das Wohnheim und der Flugzeugschuppen der neuen Segelflugschule Leba. Heimkehr der Ozeanflieger. Gronau dankt für Anteilnahme und Empfang. .###, Bord des Hapagdampfers„Hamburg“ traf der eilgtenti ser von Gronau mit seinen Begleitern, dem FühraZinmer, dem Monteur Hack und dem Funker bekannte Haygarieh... 11. Uhr tauchte der das Schiff von Fireu Iu schneller Fahrt näherte sich List und Farngmänggsenuen der Verkehrsfliegerschulen und Warnemünde umkreist, dem Amerika=Pier. Als von Gronau und seine Begleiter sich auf dem Promenadendeck des Dampfers zeigten, wurden sie mit begeistertem Jubel begrüßt. Zur Begrüßung hatten sich außer den FamilienmitglieFrieger auch Vertreter der Behörden, der Hapag, der Fliegervereine und eine Anzahl Freunde eingefunden, die den Ozeanfliegern Glückwünsche und Willkommensgrüße darbrachten. Als Erster ging von Gronau von ginder Zam, Empfang hatten sich seine Gattin und zwei sowie der betagte vater, General der Artillerie von Gronau, eingefunden. „Graf Zeppelin“ versucht Postaufnahme mit Fangleine. K as Gast hicht Rese e e cciche au Sesunger au ins Schiff bineinzog. Der Versuch ist sehr Am Nachmittag wurden die Ozeanflieger vom Hamweise en at im Rathaus feierlich begrüßt. BürgerPerenuerkondan. i einer Ansprache Teures Gold. Wirtschaftliche Wochenschau. In seiner Jungfernrede vor der Völkerbundversammlung hat kürzlich Reichsaußenminister Curtius bei der Besprechung des Briandschen Paneuropamemorandums darauf hingewiesen, daß die deutsche Telegation sich vorbehalte, auch die Frage des Kapitalkreditverkehrs in diesem Zusammenhange aufzuwerfen. Geld und Kapital sollten in ganz anderer Weise als bisher zweckmäßig so verteilt werden, daß sie überall die Gütererzeugung und=verteilung befruchten. Es sei ein unwirtschaftlicher Zustand, wenn in einigen Ländern überfluß an Geld und Kapital bestände und diese kaum nützliche Anlage finden könnten, während in anderen Ländern ungeheuer hohe Zinsen gezahlt werden müßten. Eine europäische Wirtschaftsunion müsse sich auch besonders auf die Frage der Geldverteilung erstrecken. Der Außenminister hat damit an das Geld= und Goldproblem gerührt, dessen Lösung nicht zum mindesten mit zu den Maßnahmen gehört, die berücksichtigt werden müssen, wenn man an die Bekämpfung der europäischen Wirtschaftskrise nicht nur, sondern der Weltkrise überhaupt herangeht. Überproduktion in der Welt in Verbindung mit erschlaffter Kaufkraft der Völker ist zunächst schuld an der Krise. Verschärft aber wurde sie sicherlich durch das immer deutlicher zutage tretende Mißverhältnis von Goldproduktion und Goldverteilung zur Güterproduktion dei Welt. Wir stehen anscheinend am Beginn einer allgemeinen Preisrevolution, und zwar einer grundlegenden Tendenz der Preise, die nach abwärts gerichtet ist. Ungefähr seit dem Jahre 1920 glaubt man diese Richtung beobachten zu können, und das Konjunkturforschungsinstitut wagt es sogar, indem es die Erfahrungen der letzten 150 Jahre auf die Gegenwart und die Zukunft überträgt, vorauszusagen, daß man etwa bis in die 40er Jahre hinein mit sinkender Grundtendenz der Preise rechnen müsse. Diese Preisrevolution ist allerdings nicht ausschließlich auf Absatzstockungen oder auf eine verschlechterte Konjunkturlage, d. h. auf Vorgänge auf der Waren= bzw. der Produktionsseite, zurückzuführen. Ihre Ursachen dürften zu einem Teil auch in einer Veränderung des Goldwertes liegen. Diese ist ihrerseits wieder in einer ungleichmäßigen Verteilung der Goldvorräte in der Welt und in einer künstlichen Verknappung des Goldes in wichtigen Welthandelsgebieten begründet. Die Warenerzeugung der Welt wächst von Jahr zu Jahr durchschnittlich um drei Prozent. Das Gold= und Kreditvolumen, das den Güteraustausch ermöglicht, müßte im entsprechenden Verhältnis wachsen, wenn nicht eine„Verteuerung" des Goldes, d. h. eine Verbilligung der Waren, eintreten soll. Die Produktion von Gold folgt aber dem wachsenden Bedarf nur langsam und die Goldversorgung bleibt beträchtlich hinter dem Bedarf zurück. Dazu kam noch eine Verknappung des Edelmetalls, weil eine Reihe wichtiger Welthandelsvölker zur Goldwährung zurückkehrten. Weiterhin wurde Gold seiner eigentlichen Bestimmung, dem Warenaustausch der Völker zu dienen, entzogen durch das Bestreben einige Staaten, besonders Frankreichs, möglichst große Gold cäte in ihr Land zu ziehen, und durch die Anhäufung von Goldmengen in den Tresors der Notenbanken. Dieser sich immer stärker bemerkbar machende Goldmangel hat zweifellos dazu beigetragen, die Preisrevolution zu einer Gefahr für fast alle Volkswirtschaften werden zu lassen. Daß bei dieser Goldverknappung sich eine ungleichmäßige Verteilung doppelt empfindlich auswirken muß, und daß das wirtschaftlich geschwächte Deutschland vor allem darunter zu leiden hat, das bedarf wohl keiner weiteren Erläuterung. Der jetzt angestrebten Preissenkung kommt allerdings die allgemeine Welttendenz entgegen, aber ihre Ursache, die Goldknapheit, bildet eigentümlicherweise auf der anderen Seite auch ein Hindernis dabei, das durch die Preissenkung gewollte Ziel einer Stärkung der Kaufkraft zu erreichen. Wir werden also wohl noch für einige Zeit mit einem Aus K Frau von Gertzen festgenommen. Die Ziele der Bombenanschläge. Was ist Romperit? Im weiteren Verlauf des Altonaer Bombenlegerprozesses erklärte Polizeipräsident Eggerstedi=Altona, der über die Ziele der Anschläge vernommen wurde, daß es nach seiner Ansicht den Angeklagten darauf angekommen sei. demonstrativ zu wirken. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob die Angeklagten hätten Menschenleben gefährden wollen, sagte er, diese Absicht habe seiner Ansicht nach nicht vorgelegen. Sie hätten sich allerdings klar sein müssen, daf die Gefahr nahelag. Die Vernehmung des Zeugen Punier: Hamburg, der anfänglich auch verhaftet worden war, später aber wieder freigelassen wurde, ergab nichts Neues. Hier. auf gab der Sachverständige Dr. Heydt Auskunft über Wirkung und Zusammensetzung der Romperitpatronen, mit denen die ersten Anschläge vorgenommen worden sind. Da nach ist Romperit ein Sprengstoff, der hauptsächlich zur Auflockerung des Bodens und zum Stubbensprengen dient. Es ist ein Sicherheitssprengstoff, der durch gewöhnliches Anzünden nicht zur Explosion gelangt. Dr. Heydt erklärte weiter, daß im allgemeinen 100=Gramm=Patronen hergestellt würden, diese ließen sich aber auch bequem durchschneiden, so daß man häufig 50=Gramm=Patronen benutze. Zum Sprengen von großen Stubben oder Steinen gebrauche man eine große Anzahl von Patronen, bis zu 20 Stück. Die Rolle der Frau von Bertzen. Aufsehenerregende Vernehmung. Unter allgemeiner Spannung betrat als nächste Zeugin im Altonaer Bombenprozeß Frau von Ortzen den Schwurgerichtssaal und erklärte zunächst, sie habe Volck durch geschäftliche Beziehungen zur gemeinsamen Ausübung der Bildervermittlung kennengelernt. Volck sei im Herbst 1928 zur Ausübung seiner politischen Tätigkeit nach Holstein gegangen. Die Frage des Vorsitzenden, ob die Zeugin um das Vorhaben Volcks gewußt habe, bejahte Frau von Ortzen. Die Aufmerksamkeit der Behörden habe sie auf Volck erst nach dem Anschlag auf den Reichstag gelenkt, weil sie befürchtet habe, er stecke auch hinter diesem Anschlag. Auf die Frage, ob Frau von Ortzen mit Kriminalkommissar Mühlfriedel verabredet hätte, Volck nach Deutschland zu locken, erklärte sie nach anfänglicher Aussageverweigerung schließlich, sie habe als angebliche Verlobte Mühlfriedels Volck nach Deutschland gelockt. Für ihre Tätigkeit habe sie keine Belohnung erhalten, ihr seien nur die baren Auslagen in Höhe von etwa 500 Mark erstattet worden. Auf die weitere Frage, wieweit sie an der Aufdeckung der Bombenanschläge mitgewirkt habe, erklärte Frau von Ortzen, sie habe nur ausgesagt, Volck komme ihr verdächtig vor. Die weiteren Fragen des Verteidigers beantwortete sie damit, daß sie sich daran nicht erinnern könne. Ferner erklärte sie, daß sie Reichskanzler Müller nicht kenne, doch sei sie zum Tee dort gewesen. Die Behauptung, daß Müller sie als geschickte Diplomatin bezeichnet habe, sei aus den Fingern gesogen. Frau von Oertzen festgenommen. Sofort nach ihrer Vernehmung wurde die Zeugin Frau von Ortzen nach Schluß der Sitzung im Flur des Gerichtsgebäudes wegen der Forderung eines Gläubigers in Haft genommen. einanderfallen von Kaufkraft und Warenpreisen trotz Verbilligung rechnen müssen. Ob der Grund dieses Mißverhältnisses allein auf der Geldseite zu suchen ist oder und inwieweit auch auf der Waren= bzw. Produktionsseite, das läßt sich natürlich nicht einwandfrei feststellen. Jedenfalls darf man keinen Faktor aus dem Auge lassen, de irgendwie für die Krise verantwortlich gemacht werden kann, um überall den Hebel ansetzen zu können. Sollten die Verhandlungen über das Paneuropamemorandum mit dazu beitragen, die Aufmerksamkeit des Völkerbundes und damit der Internationalen Weltbank auf das Goldund Kreditproblem schärfer hinzulenken, so könnte von dieser Seite her eine bedeutende Hilfe kommen. Das Goldproblem der Welt hängt ja auch eng zusammen mit dem Young=Plan, der damit von neuem schärfer in das Blickfeld der Völker gerückt wird. Die Schlußfeiern der Augsburgischen Konfession. Der Tag der Übergabe der Apologie. Vom 21. bis zum 25. September finden in Augsburg die Schlußfeiern der Augsburgischen Konfession statt. Sie bringen in der Lutherischen Woche eine Tagung der Allgemeinen Evangelisch=Lutherischen Konferenz. Von besonderer Bedeutung ist der 22. September als Tag der übergabe der Apologie der Augsburgischen Konfession, eines der symbolischen Bücher der lutherischen Kirche. Als am 3. August 1530 auf dem Reichstage zu Augsburg die sogenannte„Konfutation", d. h. die Widerlegung der Augsburgischen Konfession durch die katholischen Theologen, verlesen worden war, erhielt Melanchthon den Auftrag, eine Gegenschrift zu verfassen. Da eine Abschrift der Konfutation den Evangelischen verweigert worden war, konnte Melanchthon zu seinem Entwurfe nur die während der Verlesung von einigen Theologen nachgeschriebenen Bemerkungen benutzen. Dieser Entwurf wurde am 22. September 1530 bei Gelegenheit des Reichstagsabschiedes dem Kaiser übergeben, aber von diesem nicht angenommen. Da jedoch der Reichstagsabschied vom 19. November wiederholte, daß die Konfession der Protestanten widerlegt sei, schritt Melanchthon auf Grund einer endlich erlängten Abschrift der katholischen Konfutation zu einer gründlichen Umarbeitung seiner Schrift und nannte sie„Apologie der Konfession". Diese Apologie, die zuerst lateinisch, dann aber auch in einer deutschen Übersetzung erschien, wurde 1537 auf dem Konvent zu Schmalkalden von den evangelischen Ständen unterschrieben und dadurch als symbolische Schrift anerkannt. Der Entwicklung nach gehört sie noch in diejenige Periode des Protestantismus, in welcher die Verständigung mit den Katholiken nicht ausgeschlossen zu sein sse.— Die Jungdoführer verurteilt. Geldstrafe für Bornemann und Pastenacl. In den Abendstunden wurde im Prozeß des Zweiten Bundesführers des Stahlhelms, Oberleutnants Düsterberg, gegen den Ordenskanzler des Jungdo, Bornemann, und den Hauptschriftleiter der Zeitung„Der Jungdeutsche", Pastenaci, das Urteil verkündet. Bornemann und Pastenaci wurden wegen Beleidigung in einem Falle zu einer Geldstrafe von je 50 Mark, ersatzweise fünf Tagen Haft, verurteilt. Dem Privatkläger Düsterberg wurde die Befugnis zur Veröffentlichung des Urteils in den beiden Zeitungen„Der deutsche" und„Der Stahlhelm“ zuerkannt. Die Ursache des„Zähringen"=Brandes. Maschinen= und Fernlenkanlagen durch das Feuer nicht beschädigt. Wilhelmshaven, den 20. September. Das fernlenkbare Zielschiff„Zähringen", das nach dem Brande jetzt mit eigener Kraft nach Wilhelmshaven zurückgekehrt ist, hat zur Marinewerft verholt, wo die Schäden des Brandes ausgebessert werden sollen. Es steht jetzt auch die Ursache des Feuers fest. Bei dem 62stündigen Brand hat man wiederholt Stichflammen beobachten können, obwohl die Korkmassen durch das ständige Wassergeben völlig durchnäßt waren. Die Entstehung des Feuers führt man auf die Bildung von Gasen zurück, die sich bei der Abschließung der Korkmassen und der dadurch gebildeten Hitze von 70 Grad entwickelt haben. Einer der Treffer bei dem Artillerieschießen hat dann die Gase zur Entzündung geDoktor Hella Welling auf der Anklagebank pyright by Martin Feuchtwanger, Halle(Saale) KOMLLMM TOMPSTD [32 „Billigten Sie die Trennung?“ „Danach hat mich Frau von Malward nicht gefragt; als ich davon erfuhr, selbstverständlich.“ „So haben Sie die Trennungspläne gefördert?“ „Nein.“ „Lag ein besonderer Grund zu der plötzlichen Scheidungsklage 8or?“ Ja.“ *„Kannten Sie ihn?“. 3a.„„ ben 9 „Wollen Sie ihn angeben?“ „Nein. Ich gab der Verstorbenen vas Versprechen, zu schweigen, und werde es halten.“ „Der Tod der Frau von Malward und die Verhältnisse entbinden Sie dieses Versprechens.“ „Nach meiner Auffassung nicht, Herr Vorsitzender.“ „Hassen Sie Baron Malward?“ „Nein, ich verachte ihn.“ Erregt sprang der Baron auf: „Ich verbitte mir...“ „Ich bitte den Herrn Zeugen, die Verhandlung nicht zu unterbrechen", wies der Vorsitzende ihn zurück, und wandte sich wieder Hella Welling zu. „Haben tatsächlich Annäherungsversuche des Barons Malward zwecks Wiederherstellung der Ehe stattgefunden?“ Ja „Bei Ihrem Aufenthalt auf Capri oder schon vorher?“ „Nein, erst nach dem Tode des Geheimrats.“ „Wie war Ihre Stellungnahme hierzu?“ „Ich blieb neutral, denn ich halte es für taktlos, sich zwischen Eheleute zu stellen.“ „Sie sagen, Sie blieben passiv. Besprach Frau von Malward die Möglichkeit mit Ihnen?“ „Ja.“ „Und obgleich Sie vorher für die Trennung gewesen waren, blieben Sie später neutral?“ „Gewiß. Der Tod des Geheimrats hatte die ganze Sachlage für Frau von Malward verändert." „Und Ihr Standpunkt?“ „War der gleiche wie vorher. Meiner inneren Ueberzeugung nach konnte diese Ehe in Wirklichkeit nicht wiederhergestellt werden.“ „Trotz Ihrer Ueberzeugung warnten Sie Frau von Malward nicht?“ „Frau von Malward kannte meinen Standpunkt, den ich in jeder Beziehung begründet hatte. Von jenem Augenblick einer Versöhnungsmöglichkeit an fühlte ich mich nicht mehr berechtigt, meine Meinung zu äußern, wenn mich auch die Aussicht erschreckte.“ :„Erschreckte— warum?“ „Ich kannte die Macht des Barons über seine Gattin und fürchtete, daß sie seinem Zauber abermals verfiel.“ „Frau von Malward liebte ihren Gatten?“ „Wie erklären Sie sich die plötzliche Versöhnungsbereitschaft der Baronin?“ „Aus jener weichen Trauerstimmung heraus, die der Verlust eines uns nahestehenden Menschen auslöst. In diesem Falle bedeutete er für Frau von Malward einen doppelten Verlust, weil sie nach der Trennung unsagbar vereinsamt war. Bei ihrem damaligen seelischen Zustand lag die Gefahr eines Nachgebens nahe, und Baron Malward konnte bestrickend liebenswürdig sein, wenn er jemanden für sich einnehmen wollte.“ Pause. Unerwartet folgte eine anscheinend abwegige Frage. „Besitzen Sie Vermögen?“ „Nein. Meine geringe Erbschaft wurde teils durch die Inflation entwertet, teils beim Studium restlos verbraucht.“ Schweres Unglück auf einem Turmdrehkran. Zwei Arbeiter getötet. Zweibrücken, den 20. September. Beim Montieren eines großen Aufzuges in der Maschinenfabrik Peschke in Zweibrücken brach ein Turmdrehkran, der ein Abschlußstück des Aufzuges im Gewicht von 50 Zentner zog. Zwei Arbeiter, die auf der Plattform des Aufzuges beschäftigt waren, kamen unter die Eisenmassen zu liegen und wurden auf der Stelle getötet. Erst nach mehrstündiger Arbeit konnten die Leichen mit Hilfe der Feuerwehr aus eine Höhe von 35 Metern herabgehalt werden. bracht. Die sämtlichen Maschinen= und Fernlenkanlagen der„Zähringen“ sind nicht beschädigt, da das Panzerdeck die Flammen ferngehalten hat. Im ganzen ist ein Vierte! der Korkmassen verbrannt. — Staatsbarkasse auf der Elbe gerammt. Hamburg. Auf der Elbe bei Geesthacht stießen eine Staatsmotorbarkasse und der Motorkahn„Spree“ der Schlesischen Dampfschiffahrtsgesellschaft zusammen. Die Barkasse sank. Der Führer, August Carsten aus Zollenspieker, ertrank. Der Betriebsassistent Kunig mußte wegen Kopfverletzungen in das Winsener Krankenhaus geschafft werden. Soweit bisher jetzt feststeht, wurde die Barkasse von dem Kahn gerammt. Das deutsch=französische Abkommen über die Einrichtung der Grenzbahnhöfe ratifiziert. Berlin. Auf Grund des Gesetzes vom 6. Juli 1927 zwischen dem Deutschen Reich und Frankreich über die Einrichtung der Grenzbahnhöfe wird bekanntgemacht, daß der Vertrag ratifiziert worden ist. Der Austausch der Ratifikationsurkunden hat in : Paris stattgefunden. Das Abkommen wird am 3. Oktober 1930 in Kraft treten. Brünings Glückwünsche an Giesbert. Berlin. Reichskanzler Dr. Brüning hat dem Reichsminister 1. D. Giesbert am Tage seiner 25jährigen Tätigkeit im Deutschen Reichstag aufrichtige Wünsche telegraphisch ausgesprochen. Cuveliers Revision zurückgezogen. Weißenfels. Der Verteidiger des französischen Schwimmers. Cuvelier, der bekanntlich wegen einer Messerstecherei in Zeitz su vier Monaten Gefängnis verurteilt worden war, hat die eingelegte Revision zurückgezogen. Einführung der neuen Gemeindesteuern in Leipzig. Leipzig. Der Rat der Stadt Leipzig hat beschlossen, die Gemeindebier= und Getränkesteuer sowie die Bürgersteuer einzuführen. 8 Todesurteile in Moskau vollstreckt. Kowno. Wie aus Moskau amtlich mitgeteilt wird, sind. 8 Personen in Moskau wegen Spekulation mit Silbergeld zum Tode verurteilt worden. Die Todesurteile sind am Freitag. bereits vollstreckt worden. Außerdem sind 435 Personen nach Sibirien verbannt worden, weil sie gegenrevolutionäre Propaganda getrieben haben. Belgisches Militärflugzeug abgestürzt. Brüssel. Bei Tirlemont stürzte ein belgisches Militärflugzeug ab. Der Flugzeugführer, ein Unteroffizier, wurde getötet, der Beobachter schwer verletzt. Erdbeben in Persien. London. Die Stadt Teheran wurde am Freitag von einem Erdbeben heimgesucht. Die Bevölkerung verließ fluchtartig die Häuser. Man befürchtet weitere Beben. Der bisherige Schaden ist gering. O Nimzowitsch Sieger im Frankfurter Schachturnier. Im Frankfurter Schachturnier wurde die Schlußrunde gespielt. Nimzowitsch zwang Sämisch nach hartnäckigem Kampf im 57. Zuge zur Aufgabe und errang sich durch diesen Sieg den ersten Preis. „. F ü r W i e d e r v e r k ä u f e r! 410½ und sämtl. Marken zigiretten ständig am Lager g 8ice Veste. D Yos““ Havana=Haus Sievers Paderborn Westerntor Telefon 2631 „Sie standen in freundschaftlicher Beziehung zu Doktor Lassen?" Hella Welling zuckte bei dieser Frage auffällig zusammen. Das Weiß ihres Gesichts wurde aschgrau. Sekundenlang verschwamm der Saal mit allen Menschen vor ihren Augen: sie fühlte etwas Schreckliches näherkommen. Nun würde ihre Liebe der Neugier des Molochs Publikum preisgegeben. Alles in ihr bäumte sich gegen das Hineinzerren auf. doch ihr Wille zerfloß vor der wachen Nähe alles erspürender, verfolgender Gerechtigkeit. Verwundert bemerkte der Vorsitzende die auffallende Veränderung, das schmerzliche Verzerren ihrer Züge, die Angst in ihren Augen und mißdeutete sie. „Sie haben mit Doktor Lassen zusammen studiert?“ „Ja“, kam es widerwillig über ihre entfärbten Lippen. Sorgsam beobachtete sie jede Regung und Bewegung ihres Ichs, den Klang ihrer Stimme und kämpfte mit aller Kraft gegen die Schwäche an, die sie zu überwältigen drohte. „Herr Doktor Lassen ist ebenfalls Chemiker?“ „Ja.“ „Ist er im gleichen Werke wie Sie angestellt?“ „Nein, in den.=.=Werken.“ „Seit wann ist er dort?" „Seit etwa einem Jahre.“ „Hat er länger studiert als Sie?“ „Ja. Doktor Lassen wollte sich zunächst dem wissenschaftlichen Lehrberuf widmen.“ „Warum hat er es nicht getan?“ „Er hatte keinerlei Vermögen und als Werkstudent sein Studium beendet. Da er sich auf die Dauer nicht in der Lage sah, dem Doppelanspruch von Studium und Verdienst auf anderem Gebiete körperlich standzuhalten, entschloß er sich zur Annahme des Chemikerpostens in den .=.=Werken.“ „Sein Svezialgebiet sind Giftstudien?“ „Ja.“..(Fortsetzung folgt.) Gereimte Zeitbilder. Von Gotthilf. Ein jeder weiß jetzt, wer gewählt ist, Und wer als nicht gewählt gezählt ist, Und wen es in die Höhe trieb, Und wer dagegen unten blieb. Nicht immer wird das Höherstreben Belohnt in diesem Erdenleben, Herr Piccard, den es höher zog, Der kam zum Beispiel auch nicht hoch. Was nützt mir's, wenn ich im Ballone Mit hochgemuten Plänen throne Und dann zu höh'ren Sphären will, Und der Ballon steht plötzlich still? Wir können also noch nicht starten Und müssen noch ein bißchen warten, Bis wir die Stratosphäre seh'n, Doch schließlich ist's auch hier ganz schön. Man setzt sich in die Sofaecke Ausschließlich zu dem einen Zwecke, Zu lesen was vom Völkerbund, Und wäss'rig wird davon der Mund. Briand in wunderschönen Tönen Tut hier von Paneuropa klönen, Und alle staunen diesen Mann Als stark und phänomännlich an. Teils mild und teils mit Vehemenze Vollführt er ein'ge Eiertänze— „Serr gutt,“ spricht Henderson,„jedoch Hoppla, Cousin, sag', kannst du noch?“ Inzwischen kriegt wer ein Gelüsten Zunächst ein bißchen abzurüsten, Da meint Briand:„Ach, mit Verlaub! Auf diesem Ohre bin ich taub!“ Die Sache bleibt somit im Schweben, Wir werden das noch oft erleben, Weil's doch dem Völkerbund behagt, Daß er mal hin und wieder tagt. Nanu, was wird mir so beklommen?! O weh, ich seh' den Reichstag kommen! Nee, da beschleung' ich meinen Schritt— Sie, Piccard, nehmen Sie mich mit! O Gastod dreier Geschwister. In einem Hause in der Wallstraße in Duisburg wurden zwei Schwestern im Alter von 56 und 57 Jahren und deren 59jähriger Bruder in der gemeinsamen Wohnung durch Gas vergiftet auf gefunden. Sofort angestellte Wiederbelebungsversuch. blieben erfolglos. Auch ein Hund fand den Tod. Wirtca##tliche Not soll die drei Geschwister in den Tod gehen haben. Millionenunterschlagung bei der Heidelberger Wohnungsbau G. m. b. H. Große Unregelmäßigkeiten wurden bei der vor einigen Jahren in Heidelberg gegründeten Wohnungsbau G. m. b. H. festgestellt. Der Direktor und Geschäftsführer Paul Müller, ein gebürtiger Schweizer, soll verschwunden sein und mit ihm ein Betrag, der in die Millionen gehen soll. Es wird vermutet, daß Müller den größten Teil dieses Geldes entweder mitgenommen oder vorher beiseitegebracht hat. Der Verlust trifft in erster Linie katholische Ordensschwestern in der Pfalz, die Baugelder für ein Krankenhaus hergegeben hatten. Sollte die Gesellschaft infolge der Unterschlagung zusammenbrechen, so würden auch zahlreiche kleinere Geschäftsleute geschädigt sein. O Folgenschwere Regenfälle in Schottland. Ein Teil Schottlands wurde von Regenfällen, die erheblichen Schaden anrichteten, heimgesucht. Die Straßen in Glasgow verwandelten sich in Ströme, so daß die Schulkinder in Lastautos zur Schule gebracht werden mußten. Eine rei Meter hohe Mauer stürzte ein und erschlug einen Tachtwächter. Ein Radfahrer, der von den Fluten wegseschwemmt wurde, konnte sich nur mit Mühe retten. In dunning, in der Grafschaft Perth, sind vier Brücken wegseschwemmt worden. In Bedworth sind 18 Häuser unter Lasser gesetzt worden, eins ist eingestürzt. O Im Segelboot über den Ozean. Einem in Jowa (Vereinigte Staaten) ansässigen spanischen Professor ist es gelungen, mit seiner Frau und seiner zwölfjährigen ochter den Ozean von Boston aus in einem Segelboote zu überqueren. Der Professor traf wohlbehalten in Melilla(Spanisch=Marokko) ein. Die Überfahrt dauerte 59 Tage. und Wissen Geheimrat Sachau gestorben. Der Senior der deutschen Orientalisten, Geheimrat Professor Eduard Sachau, ist im Alter von 85 Jahren in Berlin gestorben. Geheimrat Sachau war der erste Direktor des Orientalischen Seminars an der niversität Berlin und Mitglied der Preußischen Akademic der Wissenschaften. Sport und Sviel Sport am Sonntag. 8fJ. 08 Paderborn— Gevelsberg abgesagt. Die Liga hatte eine Einladung für morgen nach Gevelsberg erhalten. Infolge verschiedener Spielerverletzungen sagte der Platzverein wieder ab, so daß 088 1. Mannschaft voraussichtlich spielfrei bleibt. 088 Reserve fährt nach Boffzen zum fälligen Meisterschaftsspiel, während die 2. Mannschaft spielfrei ist. Die 1a=Jugend liefert ihr 1. Meisterschaftsspiel der diesjährigen Serie gegen Borussia Lippstadt in Lippstadt. 2a=Jugend fährt nach Warburg„um dort gegen die 1a=Jugend von Sportfreunde Warburg zu spielen. 1b=Jugend—. 1b=Jugend BV. Lippspringe. Anstoß 11 Uhr Wilhelmshöhe. Sportv. 13 Paderborn— Spielvgg. 06=07 Bieleseld' Da der BfJ. 08 und der Spp. Preußen am Sonntag auswärts spielen„gibt der Spv. den Paderborner Sportinteressenten Gelegenheit, einem spannenden Kampf beizuwohnen. Die Spielstärke der Bielefelder Mannschaft, welche komplett antritt, ist uns Paderbornern nach dem heißen Kampfe zwischen 08 und 06=07„welcher bekanntlich:2 endete„noch bekannt. Die Elf der Bielefelder verfügt über eine erstklassige Hintermannschaft. Der Spv.=Sturm muß sich gewaltig ins Zeug legen, um erfolgreich zu werden. In der Mannschaft des Spv. wird man auf dem Mittelläufer= und Linksaußen=Posten zwei neue Leute sehen. Hoffen wir, daß beide gut einschlagen werden. Anstoß 3,30 Uhr auf dem Sportplatz Behrenteich. Nach dem Spiel der 1. Mannschaften stehen sich im Meisterschaftsspiel die 1a=Jugend Spp. 13— 1a=Jugend VfV. Salzkotten gegenüber. Auch hier wird es einen erbitterten Kampf geben.. Spp.„Westsalia“ Brackwede— Spp. Neuhaus. Der Sportverein fährt am Sonntag nach Brackwede, um gegen den dortigen Verein ein Freundschaftsspiel ausZTAge!. 1. Atlas— 1. Postsportverein. Am Sonntag, dem 21. September, treffen sich auf dem Sportplatz Flugplatz obige Mannschaften zum Meisterschaftsspiel. Wer die 2 Punkte für sich buchen kann, steht noch offen. Sp. Paddler müssen schwimmen können, müssen sich einer Prufung in der Paddeltechnik und in der Kenntnis der Verkehrsvorschriften unterziehen, bevor sie die Berechtigung erhalten, den Stander des Deutschen Kanuverbandes zu führen. Dies beschloß eine Ausschußsitzung des T. K. V. Sp. Eine Ostmarkenstaffel der Turner wird von der Deutschen Turnerschaft anläßlich des Deutschen Turntages in Danzig geplant. Sie soll aus allen Teilen des Reiches dem Freistaat Danzig eine Treuekundgebung der D. T. übermitteln. Reiche Ernte. Das ganze Jahr wird den Lesern der Fliegenden Blätter von den Früchten des Humors zuteil. Dieses altbewährte, überall beliebte Familienwitzblatt bringt jede Woche ein neues Heft mit neuen Witzen, Anekdoten, Schnurren und Humoresken. Seine Seiten vermitteln in ausgezeichneten Reproduktionen Bilder und Zeichnungen hervorragender Künstler, die mit Humor und Satire ihrer Darstellungen den Text in Reim und Prosa ergänzen und bereichern. Bestellungen nimmt jede Buchhandlung und jedes Postamt entgegen, ebenso auch der Verlag in Münhen 27, Möhlstr. 34. Bielefelder Stadttheater. Sonntag, 21. und 28. Sept.:„Das Land des chelns“.(19,30—22 Uhr.)— Montag, 22. Sept.:„Leopoldine““.(20—22,30 Uhr.)— Dienstag, 23. Sept.:„Don Carlos“.(19,30—23,30 Uhr.)— Mittwoch, 24, Sept.: „Das Land des Lächelns“. 420—22,30 Uhr.)— Donnerstag, 25. Sept.:„Menschen im Hotel“.(20—23 Uhr.)— Jreitag, 26. Sept.:„Der Wildschütz“.(20—23 Uhr.)— Sonnabend, 27. Sept.:„Der Widerspenstigen Zähmung". (-53 hr! DU TiÖUSSHTMT Der Handel und die Roggenpreise. Getreidehändler weisen die Beschuldigungen ab. Der Verein Berliner Getreide= und Produktenhändler V.., Berlin, gibt zu der Veröffentlichung über die Roggenstützung eine Erklärung ab, in der es heißt: „Die Veröffentlichung der für die Roggenstützung zuständigen Stelle sucht die Schuld an dem Zusammenbruch der Aktion zu verschleiern. Die Stützungsstelle hat trotz dauernder Warnungen des Handels viele Millionen Zentner für prompt und für Lieferungen auf alle Termine bis in den Herbst hinein zu willkürlichen Preisen zusammengekauft. Jetzt versucht man die Verantwortung für den Fehlschlag unter Benutzung irreführender Zahlen auf den Handel abzuwälzen, verschweigt dabei aber, daß die Stützungsstelle in einem Maße mit öffentlichen Geldern spekuliert hat, wie dies zu keiner Zeit und an keinem Ort in Europa bislang geschehen ist. Der Handel hat diejenigen Funktionen erfüllt, die ihm von den Leitern der Stützungsaktion nahegelegt worden sind. Der Getreidehandel weist die gegen ihn erhobenen Vorwürfe auf das entschiedenste zurück. Er wird es nicht dulden, daß die Verantwortung für den Zusammenbruch der Stützungsaktion auf fremde Schultern abgewälzt wird." Folgen von Panikgerüchten. Scharfer Kursrückgang der Reparationsbonds. Die in Deutschland verbreiteten Gerüchte über einen bevorstehenden Putsch haben ihren Weg auch nach Newyork gefunden. Sie führten an der Börse zu scharfen Kursrückgängen. Reparationsbonds fielen von 84% auf 81% Punkte. Börse und Handel Amtliche Berliner Notierungen vom 19. September. * Börsenbericht. Tendenz: Abgeschwächt. Die Börse stand weiter unter dem Eindruck der politischen Ungewißheit. Die Bennruhigungspropaganda eines Teiles der deutschen Presse erzeugte eine außerordentlich nervöse Spannung. Man verwies auf den Rückgang der Young=Anleihe und die Schwäche deutscher Werte in London. Auch die schwache Newyorker Börse störte. Die Stimmung am Rentenmarkte wurde durch Gerüchte über Schwierigkeiten bei der Kapitalertragssteueraufhebung beeinträchtigt. Auch die anhaltend ungünstige Entwicklung der Reichsbahneinnahmen war ein Störungsmoment. Tagesgeld war mit 2,75—4,75 und vereinzelt mit 2,50 Prozent zu haben. Monatsgeld 4,25—5,50 Prozent. Im Verlauf traten unter dem Eindruck ausländischer Abgaben, insbesondere am Rentenmarkt, neue Kursrückgänge ein. * Devisenbörse. Dollar 4,191—4,199; engl. Pfund 20,37 bis 20,41; holl. Gulden 168,89—169,23; Danz. 81,47—81,63; franz. Frank 1646—1650; schweiz. 81.35—8151; Belg. 5 8/43-65; statten 21,94—21,98; schwed. Krone 112,59—112,81; dan. 11.,1 bis 112,39; norweg. 112,13—112,35; tschech. 12,44—12,46; österr. Schilling 59,18—59,30; poln. Zloty(nichtamtlich) 46.90—47,10: Argentinien 1,523—1,527; Spanien 44,81—44,89. * Produktenbörse. Am Weizenmarkt machte sich eine erneute Aufwärtsbewegung der Preise bemerkbar. Die Gewinne betrugen 2,50 bis 5 Mark. Im Promptgeschäft hat sich das Angebot verringert. In Roggen bleibt das Angebot weiter reichlich. Kahnmaterial ist zu vortägigen Preisen angeboten und findet bei den Mühlen vereinzelt Unterkunft. Der Lieferungsmarkt setzte in den vorderen Sichten unverändert, für spätere Lieferung.50 dis 3 Mark fester ein. Für Weizenmehle sind die Forderungen um 25 Pfennig erhöht. Roggenmehl hat bei wenig veränderten Preisen ruhiges Geschäft. Am Hafer= und Gerstenmarkt hat sich die Lage nicht verändert. Berliner Börse vom 19. September 1930. Schwankende und auf Zeit gehandelte Werte(Sclußkurse.) Mitgeteilt von der Commerz= und Privat=Bank. Aktiengesellschaft, Filiale Paderborn. Commerzbk. 123¼; Deutsche Bk. 119½; Reichsbk. 235: A. G. Verkehrsw. 65¾; Hapag 85 1/. Nordd. Lloyd 85½; Aku. 74½; AEG. 130½; Bergmann Electr. 162: Conti Gummiw. 133½: Daimler 27; Dt. Erdöl 67¼; Fahlberg List 49; Gelsenbergw. 103; Farben 143%; Mannesmann Buckeau—; Max Hütte—: Norddwolle 678;; Oberkoks 79½: Phönix Bergwerk 74; Rheinstahl 78; RWE. 166; Rütgersw. 53; Schuckert 144: L. Tietz 128; Verein. Stahlwerke 74¼: Wicking 80; Otavi 32 ·. Dt. Anl. mit Ausl. 60,2; Dt. Anl. ohne Ausl. 7,3; Kahla 35; Martini 89; Mech. Linden 82¾, Poppe und Wirth 55; Westf. Draht 82; Wintershall 150¾; 8% Westf. landsch. Pfandörfe 95; 5% Westf. Abf. Pfdbr. 84¾ Erholte Schlußbörse. Die Schlußkurse der Berliner Freitagsbörse konnten sich zum Teil leicht erholen. Bier= und Spritwerte blieben weiter gedrückt. 380 Millionen für Autoreparaturen. Mit der fortschreitenden Entwicklung des Kraftverkehrs hat das Autoreparaturgewerbe erhebliche wirtschaftliche Bedeutung erlangt. Die Umsätze im laufenden Jahre werden auf etwa 380 Millionen Mark geschätzt. Trotzdem ist dieses Gewerbe bisher als selbständiges Handwerk nicht anerkannt worden. Um hierin Abhilfe zu schaffen, hat die Automobilindustrie den Antrag gestellt, den Autoreparaturbetrieben das Recht eigener Innungen mit selbständigem Prüfungswesen zu geben, da den Mechaniker=, Schlosser= und Schmiede=Innungen die vielseitigen Spezialkenntnisse fehlen. Schlechtes Teilzahlungsgeschäft. Die von der Forschungsstelle für den Handel gemeinsam mit dem Reichsverband des kreditgebenden Einzelhandels gewonnenen Richtzahlen für Juli stehen sehr stark unter dem Einfluß der Wirtschaftskrise. Nach diesen in der Zeitschrift Die Teilzahlung veröffentlichten Zahlen weist der Juliumsatz 1930 gegen dem Juliumsatz 1929 einen Rückgang von 34,6 Prozent auf. Allerdings dürften Preisherabsetzungen einen gewissen Anteil am Umsatzrückgang haben. Der Kasseneingang ist um Getreide und Olsaaten per 1000 Kilogramm, sonst per 100 Kilogramm in Reichsmark. Weiz., märk. pommersch. Rogg., märk. Braugerste Sommer Emnmetgerste Wintergerste Hafer, märk. neue Ernte alte Ernte Weizenmehl p. 100 kg fr. Brl. br. inkl. Sack(seinst. Mrk. u. Not. Roggenmehl p. 100 kg fr. Berlin dr. inkl. Sachk 19 9 18 9. 234-236 233-235 163-165 204•222 180195 158.169 175 20422 180195 158.160 Weizkl. f. Rogkl. f. Raps Leinsaat Vikt.=Erbsen II. Speiseerbs. Futtererbsen Peluschken Ackerbohnen Wicken Lupin., blaue Lupine, gelbe Seradella Rapskuchen 27.-85, 727,5-35,7Leinkuchen Trockensat tzl. Soya=Schrot Torfml. 30/70 23 7270240-27.2Kartoffelflck. Bln. Bln. 19.9. 18 9. 8,7•.0 18.-9,0 .-85.28,5 30,034,030.0 34. 19,020,019,0200 20,0-21,0,20,0 21 17,018,017,018,0 HOOAROOO 9/8-10.2s 9,8·1022 17,8-17,6117.817.6 14,0114,8140 148 Bauwirtschaft und Hauszinssteuer. Der„Bau=Kurier" hat maßgebende Stellen und Persönlichkeiten der Bauwirtschaft über ihre Ansicht zu dem Plane der Reichsregierung, 400 Millionen Mark der Häuszinssteuermitte für allgemeine Steuerzwecke zu verwenden, befragt. Die Antworten lauten durchweg ablehnend. Gummi aus Kartoffelstärke? In den letzten Jahren sind verschiedentlich Versuche unternommen worden, auf synthetischem Wege Kautschuk auf kommerzieller Basis zu gewinnen. Diese Versuche, mit denen seinerzeit auch die I. G. Farbenindustrie.=G. in Verbindung gebracht wurde, haben jedoch bisher zu keinem praktischen Ergebnis geführt. Jetzt wird bekannt, daß die Firestone Tire and Rubber Company, der große amerikanische Autoreifenkonzern die kommerzielle Verwertbarkeit eines nach einem neuen Verfahren auf synthetischem Wege gewonnenen Gummis untersucht. Aus Verwaltungskreisen des Reifenkonzerns wird der D. A. Z. mitgeteilt, daß das auf der Erfindung eine deutschen Chemikers beruhende Verfahren die Gewinnung von Gummi aus Kartoffelstärke gestattet. Das au diesem Wege gewonnene Erzeugnis soll sich von dem natür lichen Kautschuk nur dadurch unterscheiden, daß es etwas weniger elastisch ist. Europäische Stickstofskonvention. Zu der in Paris abgehaltenen Sitzung der Teilnehmer der im August abgeschlossenen Stickstoffkonvention und der Ver treter der chilenischen Stickstoffindustrie wird mitgeteilt, da man„eine völlige Übereinstimmung sowie eine normale Aus führung der Vereinbarungen“ festgestellt habe. * Berliner Schlachtviehmarkt.(Amtlicher Bericht.) Bezahlt wurden für 50 Kilogramm in Mark: Ochsen: 1. vollfl ausgemäst. höchst. Schlachtw., 1g. — ältere 2 sonstige vollfleischige jüng. ältere 3 fleischige 4. gering genährte Bullen: 1. jüngere, vollfl., höchst. Schlachtwertes 2. sonstige vollfleischige oder ausgemästete 3. fleischige 4. gering genährte Kühe: 1. jüngere, fleischige, höchsten Schlachtw. 2. sonstige vollfleischige oder ausgemästete 3 fleischige 4. gering genährte Färsen: 1. vollfl., ausgemäst., höchst. Schlachtw. 2. vollfleischige 3. fleischige Fresser: 1. mäßig genährtes Jungvieh Kälber: 1. Doppellender bester Mast beste Mast= und Saugkälber 2. mittlere Mast= und Saugkälber 3. geringe Kälber Schafe: 1. Mastlämmer u. ig. Masth.(Weidemast) 2 Mastlämmer und junge Mastham.(Stallmast) 3 mittlere Mastlämmer, ältere Masthammel und gut genährte Schafe Schweine: 1. Fettschweine über 300 Pfd. 2. vollfl. Schweine v. etwa 240—300 Pfd. 3. vollfl. Schweine v. etwa 200—240 Pfd. 4. vollfl. Schweine v. etwa 160—200 Pfd. 5. fleisch Schweine v. etwa 120—160 Pfd. 6. fleischige Schweine unter 129 Pfd 7. Sauen Auftrieb: 2063 Rinder, darunter 790 Ochsen, 395 Bullen, 878 Kühe und Färsen, 1340 Kälber, 4748 Schafe, zum Schlachthof direkt 253, 7922 Schweine, zum Schlachthof direkt seit letztem Viehmarkt 1381, Auslandsschweine 72. Verlauf: Bei Rindern ruhig, bei Kälbern langsam, bei Schafen in guter Ware glatt, sonst ruhig, bei Schweinen glatt. * 8 83 19.9. 56—58 58—55 50—52 46—49 55—58 53—55 50—52 47—49 48—48 35—40 30—34 25—28 58—56 47—50 42—45 40—48 70—80 69—78 58—65 64—66 70—73 68—68 58—60 60—62 61—63 60—61 58—60 58 16. 9. 57—59 54—55 50—53 46—49 55—58 53—55 50—52 47—50 42—47 35—40 90—84 26—28 54—56 48—51 42—45 41—48 72—82 70—81 57—65 55—62 70—71 80—60 58 59—62 60—62 59—61 56—59 58 Dekorationsstoffe und Tischdecken. Die interessanteste Neu-Erscheinung der ven-Dekoration. Prachtvolle Farbwirkung und künstlerisch neue Ornamentik auf hochwertiger Kunstseide keanzeichnen diese neuen „Elbers-Drucke“. Billig, wie es die Zeit verlangt, gehören„BreuhausMuster“ in jedes Heim. „BREUHAUS-MUSTER“ als Dekoration und Tischdecke ausgestellt: Besichtigen Sie unsere Spezialfenster ab Sonntag Jos. Glahn Paderborn, Killanstr. Fachgeschäft für Elektrotechnik und Radio. Gaalitats-Möbel kaufen Sie preiswert bei Meinolt Wippermann. Paderborn Tel. 2415 gegr. 1860 Detmolderstri9 Reparaturen an Uhren u. Schmuck gut und preiswert bei Ernst Weber, Uhrm.-Meister Paderborn, Bahnhofstr. 17 Wasbrachte die Berliner Funkmesse Neues? Beachten Sie bitte meine Schaufenster, dort finden Sie die Neuheiten schon heute Rundfunkhaus L. Sternberg größtes Radio-Special-Geschäft am Platze. Ruf 3029 Paderborn Martinstr. 12 Original Adler Progreß Konservengläser das Qualitäts- u. Marken-Glas Hottfried Rose Paderborn Kötterhagen 5/7 Operikerz Marmor, Spiegel, Werkzeuge, Tischlereibedarf ALBERT BEGGER lel. 2258 Paderbora, Königstr. 5 Biekoranlonen Polstermöbel Gardinen E. Lüty, Paderborn Thisaut 12 3#8.. S 10 Jos. Stritzke Paderborn, Kamp3s Ne W Holzwurm-Politur Musikhaus Schindler Sicher wirkend Auch zum Polieren und Reinigen von Möbeln aller Art. Alleinverkauf für Paderborn Möbelbau Welle Paderborn Bahnhofstr. 3a Leo-Volks-Versicherungsbank Die einzige ausgesprochene kath. Versicherung Bezirksleitung: Wilh. Piller Paderborn Westernpromenade 26 Privatwohnung: Rettelerstr. 1 Telefon 3123 Überall Vertreter gesucht. Paderborn Grammophonplatten Musikalien Musikinstrumente Bekandimschung Viehmarkt zu Paderborn auf dem Turnplatze am Freitag, den 26. Sept. 1930 Auftriebszeit für Schweine von 7 bis 8½ Uhr, für Pferde und Rindvieh von 8 bis 9 Uhr. Die Polizeiverwaltung. Zum 1. Oktober soll ein neuer lehrgang eingerichtet werden. Anfragen und Meldungen erbeten an Bankdirektor a. D. Suck, Warburgerstr. 40(Fernsprecher 3380 und 2733) ..„Jahn“ Paderborn. BirnenVertau am Montag, den 22. September, vorm. 8 Uhr an verschiedenen Wegen in der Stadtheide. Sammelpl.: Löffelmannweg. Magistrat Paderborn In 3 Tagen Richtraucher. Sanitas=Depot Halle a. S. 370 Der gute Deutsche trinkt nur Deutschen Wein Olympia-Korrespondenz-Schreibmaschine Buchungsmaschine mit Rechenwerk: Saldomate OORTMUND Schmiedingstr. 16 Fernsprecher: Dortm und 34187 BERLIN N24, Friedrichstr. 110-112(Haus der Technik; BRESLAU, Koiser-Wilhelm-Str. 88-90; DORTMUND. Södwall 29; DRESDEN. Neustädter Markt II; DUSSELDORF, Wilhelmplatz 12; ERFURT. Mainzerhofplotz 13; Frankfurt a.., Friedensstraße 2; HAMBURG, Kaiser-WilhelmStr. 25-31, HANNOVER Am Schiffgraben 15, KÖIN, Weißenburgstr. 78 fEcke Reichenspergerplatz); LEIPZIG, Nicolaistraße 10, II: MAGDEBURG, Otto von GuerickeStraße 11; MANNHIEIM, O7, 23: MUNCHEN, Kaufinger Stratse 3(Roman Mayrhaus], NURNBERG, Lorenze: Plotz 12, III, STUTTGART, Töbinger Straße 33 Bäder& Biekmeier Verlangen Sie von unserem nächsten Büro Aufgabe des für Sie zuständigen Bezirksvertreters Telelon 2724 Chevrol et-, Wanderer- u. VABERBURN, Bankhoist rio — Hanomag— Personen- und Lieferwagen. Reparatur-Werkstatt.— Auto-Zubehör.— Benzin und Motorenbenzol— Vollreifenpresse lle Berliner Neues? ine Schaufenster. heiten schon heute " Sternberg cial-Geschäft ze. rm Martinstr. 12 ogreb nservengläser Marken-Glas Rose itterhagen 5/7 Spiegel, uge, elbedarf EGGER öbel Gardinen derborn 12 hine nate Technik: b. S06Ebgor. .FronkWihelm. KöN E1P21G Söeriche. aufinger Koranges 3 iständigen Telekon 2724 enpress mit seinen Nebenausgaben: Lippspringer Anzeiger, Neuhäuser Anzeiger und Delbrücker Anzeiger Beilage zu Nr. 226 Sonntag, den 21. September Jahrgang 1939 Vom Reichsheermanöver in Unterfranken, das vom 16. bis 19. September im Raume Bamberg—Koburg—Meiningen—Kissingen veranstaltet wird. Manöverquerschnitte. Oben(links): Panzerkraftwagen auf dem Marsch ins Gefecht—(rechts): ein gut gedecktes Schützennest.— Unten (links): feuerbereites Maschinengewehr—(rechts): ein durch Reisigbündel„getarntes“ Feldgeschütz in Feuerstellung. Abessinische Kaisertochter in Berlin. Am 17. September traf die zwölfjährige Tochter des Kaisers Tafari von Abessinien, Prinzessin Zahai Tafari(Mitte), in Begleitung der Tochter des abessinischen Außenministers, Amsalo Haroui(links), und der Tochter des Gouverneurs Imu, Yemeseratsch(rechts), in der Reichshauptstadt zu einem mehrtägigen Besuch ein, der hauptsächlich dem Einkauf von Toiletten für die bevorstehende Krönung ihres Vaters dienen soll. Der Reichspräsident auf dem Wege ins Manövergelände passierte das fränkische Städtchen Königshofen, wo er von der gesamten Bevölkerung jubelnd begrüßt wurde und einen Ehrentrunk entgegennahm. — Reichspräsident von Hindenburg auf dem Wege ans M Ein indischer Fürstenpalast wird von einem Deutschen gebaut. Ber zur Ausführung angenommene Entwurf eines Berliner Architekten für einen neuen Palast des Maharadschas von Trivura, eines der reichsten indischen Fürsten. Jum 10. Jahrestage der Abtrennung Eupen=Malmedus. Die Stadt Malmedy, die mit ihrem Landkreise und dem Kreise Eupen am 20. September vor 10 Jahren auf Grund einer Scheinabstimmung von Belgien besetzt und somit vom deutschen Vaterlande losgerissen wurde. Orkan über Nizza. Ein schweres Unwetter— Sturm und Gewitterregen von unerhörter Heftigkeit— hat vor wenigen Tagen die Riviera verwüstet. Besonders zu leiden hatte Rizza, dessen trummerbedeckte Straßen einem Schlachtfelde glichen. Wie die„Jvosta“ ihre Schätze bewacht. Auf der am 12. September eröffneten„Internationalen Postwertzeichen=Ausstellung“ in Berlin wurden die kostbarsten Briefmarken, die mit Hunderttausenden von Mark be wertet werden, in feuerfesten Geldschränken ausgestellt und von Postillionen bewacht. Der Untergang der„Tahit!". eines neuseeländischen Passagierdampfers von 8000 Tonnen, der vor etwa einem Monat auf der Fahrt von Wellington(Neuseeland) nach San Franzisco mitten im Stillen Ozean infolge Verlustes einer Schraube leck wurde und sank(rechts), unmittelbar nachdem Passagiere und Mannschaft die Rettungsboote bestiegen hatten(links). S dem Dominikanerkloster San Gregorio in Valladolid, dessen wundervolle Fassade eins der schönsten Denkmäler kirchlichen Prunkbaues in Spanien ist. Die Feier des 100. Geburtslages des Eisenbahnverkehrs. der mit der Eröffnung der Linie Liverpool—Manchester am 15. September 1830 ins Leben trat, wurde in Liverpool festlich begangen. Um die alte„Northumbrian“. — die erste Lokomotive, die auf dieser Strecke gelaufen ist— versammelten sich die Festteilnehmer, zum Teil in der Tracht der Zeit vor hundert Jahren. Dagegen erschien in Gehrock und Zylinder von 1930 der amerikanische Botschafter in London, General Dawes(im Führerstand der Lokomotive). Selbstmord Marg. Köppkes. Die Berliner Schauspielerin Margarete Köppke, die im 35. Lebensjahre stand, hat ich in Wien durch Leuchtgas vergiftet. Das tragische Ende der jungen Künstlerin, deren feines und zartes Talent in Berlin, Wien und Zürich starke Erfolge erringen konnte, ist um so unverständlicher, als sie mitten in schaffender Arbeit und vor neuen lohnenden Aufgaben stand. DER GOLDBESTAND DER WELT UND DER GROSSEN STAATEN WELTBESTAND: ONvoN 114 · FRANK“ ENG·DEUTSCHF ApN iTaIEN RUSS: 449,2 Milliarden RN. 9·3-1. REicH Lendo Lano“r Lano Die Goldvorräte der Notenbanken in der ganzen Welt und in den wichtigsten Ländern.— Die stärkste Umgruppierung des Goldbesitzes während der letzten Jahre ist durch die außerordentlich umfangreichen Goldankäufe Frankreichs bewirkt worden, das sich seit der Stabilisierung des Franken eine sehr starke Goldreserve geschaffen und diese bis in die jüngste Zeit hinein ständig vermehrt hat. Beachtenswert ist der Goldbesitz Deutschlands, der trotz der Reparationsaderlässe schon wieder eine beträchtliche Höhe erreichte. Weinlese. „Zwischen Frankreich und dem Böhmerwald. Da wachsen unsere Reben Rieüge Benzolexplosion in einer Berliner Fabrik. Eine Asphaltfabrik in Rudow bei Berlin wurde am 17. September durch die Explosion von 10000 Ltrn. Benzol in die Luft gesprengt und in Brand gesetzt. Dem energischen Eingreisen der Feuerwehr gelang es, 50 000 Ltr. Benzol zu retten. Ein schweres Straßenbahnunglück in Fürich. Aus den Trümmern wurden 2 Tote und 10 Schwerverletzte geborgen. S Wdentone Brn Camilia Jellinek, die sich in zahlreichen Werken für die Gleichberechtigung der Frauen eingesetzt hat und noch heute an der Spitze verschiedener deutscher Frauenverbände wirkt, feiert am 24. September ihren 70. Geburtstag. Rücktritt des Präsidenten der Bank von Frankreich? Der schon wiederholt als bevorstehend gemeldete Rücktritt des Präsidenten der Bank von Frankreich, Emile Moreau, scheint jetzt Tatsache werden. Moreau, der sein Amt vor 4 11 Jahren übernahm, hat wesentlichen Anteil an der Stabilisierung der französischen Währung, an der Aufstellung des Youngplanes und der Errichtung der Baseler Bank für Internationalen Zahlungsausgleich. Der Dlchter der Steiermark, Dr. Karl Reiterer, der seiner Heimat in zahlreichen volkstümlichen Erzählungen und wissenschaftlichen Werken ein bleibendes Denkmal gesetzt hat, wurde am 17. September 70 Jahre alt. 8 Sültig ab „ Meton 1. September 1930 Von Paderborn abfahrende Züge nach Soest Bahrgteig 49 Münster 95 D Köln P42 0D Düsseldorf- Köln 712 Hamm i0 Hamm 118 Hamm 135 Altenbeken Behrrteis 59 719 Leipzig 101 5 Berlin 23 G Braunschweig 0 36 Düsseldorf r Münster 4418 4 Köln 554 Düsseldort 5 1 Düsseldorf 700 W Lippstadt e Düsseldorf Kachen Braunschweig WE Kassel 928 VSo Dortmund 121 10 Magdeburg 103 Leipzig 115 Berlin 1225 r Seesen 300 Altenbeken 48 Berlin 111 nach Brilon Behrgreis 46 340 114 4946„ 1630 IEW Tudort 14 1635 rodort 1719 1940 u. Bieleteld 432 556 722 1146 1483 1632 2012 Braunschweig 1034 Jau Köln 584 Altenbeken 1314 Kassel—Bebra 2 23 906 D.-Gladb. ü. Dort.S 22 So Dortmund-Süd 38 Hamm 49 SIM Soest 1657 10W Altenbeken Herford Kassel— Erfurt Altenbeken Holzminden Kreiensen Bahnsteig III 448 732 340 1136 143 1438 7614 3936 Delbrück: ab Sennelager 1005 1540 1350 In Paderborn ankomm von Altenbeken-hniti von Soest Bahngteis 5D Berlin 55 Leipag 08 154 Köln über Düsseldorf Krelengen 745 W Altenbeken 930 0 Kreiensen “ Erkurt 1129 Goslar 1906 IUE Leipzig 412 Braunschweig 5ß° Berlin 1527 # Warburg 113 Vlertord 192: Bebra 19“2 Berin 2009 Leipig 2086 Detmold 132 EI Braunschweig 2312 Goslar 3914 34. Köln über Aachen 709 205 Ow Lippstadt ende Züge von Brilon Behnreis 605 704 1035 1113 7710835 1919 2/888 Hamm OE“ Münster 023 VSo Dortmund 1016 Soest 1006 -Gladbach-Essen 113 Kon 1220 u. Gladbach 45 Auchen 1509 Hamm 1611 Düsseldort 10 ul. Dortmund-Süd 5 Sa Mühlheim Rhr. 685 Hamm 19° Hamm *** Goest 2356 Soest Bielefeld von 135 657 332 1024 1549 1893 1913 von Bad Lippspringe Bahnsteig III 636 332 1036 141 1538 1825 2128 Delbrück: an Sennelager 945 1325 1340 Bemerkungen: DSchnellzüge, E Eilzüge (zuschlpfl.) B beschleun. Pers.-Züge, WWerktags So Sonntags, Mo Montags S/M Nacht auf Montag Der neue Präsident des jugoslawischen Staatsrates, großes Aufsehen erregt hat. Bellogg. Kandidaten für den FriedensRobelpreis. der— seit 1928 nicht mehr verliehen— in diesem Jahre zweimal zur Verfügung steht, sind der frühere Außenminister der Vereinigten Staaten, Kellogg, der Schöpfer des nach ihm benannten Kriegsächtungspaktes— und Jane Addams, die wegen ihrer sozialen Verdienste eine der populärsten Amerikanerinnen ist. Paderborner Anzeiger.-G. für Gewerbe und Handel, Vereine und Behördensowie alle FamilienDrucksachen in moderner Ausführungliefert schnell.preiswert Suseiornel * Hultig ab 15. Jsai 1930 Bettiedern-Reinigung Annahme täglich REUERIN KA OEHKOGDTAALKTSFEGNG 3071 Mit Veeiienn Moogestemns Suruime 1200ien Gui Kreissparkasse Paderborn Feine Maßschneiderei, solide Fertigkleidung, reiche Auswahl in Stoffen und Schneider-Bedarfsartikel. Schneidergruppe-Standchaus C. M. v. H. 66er Städtische Sparkasse zu Paderborn Franz Levermann Paderborn— Marienplatz 11 Bahnamtlicher Spediteur d. Haupt- und Nordbahnhofs Möbeltransport-Geschäft Fernruf 2042 Fernruf 2042 Josef Koch Maler- u. Anstreicher-Meister Fernr. 2683 Paderborn Pipinstr. 24 Spezialität: Kuto-Zackteretel Paderborn—Lippspringe und zurück(Fahrzeit 34 Minuten) ab Paderborn 746 801 usw. alle 30 Minuten bis 2001 2101 2141 2213 2306 601 631 701 731 Bonitacius-Druckerei G. m. b. H. Paderborn Buch- und Kunsthandlung Zusammenstellung größerer und kleinerer Bücheseien. Kunstwerke, Stiehe usw. Literatur, wissenschaftliche. populäre, besonders theologische, in großer Auswahl Neuerscheinungen zur Ansicht. Antiquariats-Buchhandlung Ankauf größerer und kleinerer Büchereien. Kataloge kostenlos. Zuletzt ausgegeben No 162: Kunst, Literatur, Geschichte, Theologie. Buchdruckerei u. Binderei Modern ausgestattet mit zahlreichen Maschinen, liefert Drucksachen für jeden persönlichen und geschäftlichen Bedarf. Verlag theolorischer und pädagogischer Werke. Katalog kostenlos. Phots-Sehtrafe-Schnen Paderborn Marienpl. 2 Ruf 8466 ab Lippepringe 500 605 620 635 705 720 750 805 usw. alle 30 Min bis 2005 2105 2231 2340 W So W W An Sonntagen von 1301—1901(Paderborn-Bad Lippspringe) 15 Minutenverkehr Paserdornlippeprtagereimoltcehas heladers Mloender, und zurück PaderbomSchlungen von 6a bi 1201 elesoMün. von 1221 bis 2ootalle so Min Schlangen-Paderborn nachm. ebenfalls 30 Minuten-Verkehr Bad Meinberg Blomberg 735 805 935 1085 805 1005 1105 80 2045 2115 9425 2240 2340 W So Blomberg 605 625 W 835 1035 S01135 1235 alle 1835 1935 2135 Bad Meind.605 665 65 705 805 9o5 1005 1105 1205 1305 a5 in 1905 2005 2240 Detmold-Bhf. Horn-Markt Externsteine Kohlstädt Schlangen 650 750 850 950 1050 1150 1250 620 720 820 920 1020 1120 1220 1320 628 728 828 928 1028 1128 1228 1328 650 750 850 950 1050 1150 1250 1350 657 757 857 957 1057 1157 1257 1357 1850 1950 2225 192e 2020 2255 1928 2028 2303 1950 2050 2325 1957 2057 2332 Bad Lippspringe 705 805 905 1005 1105 1205 1305 14053ll 30Min 2005 2105 2340 Marienloh 718 813 9131013 1113 1213 1313 1413" 2013 21132348 Nordbhf.Elektrw. 728 828 928 1028 1128 1228 1328 1428" 2028 2128 003 Paderborn 739 839 939 1039 1139 1239 1339 1439„ 2039 2139 014 Paderborn-Eisen und zurück(Fahrzeit 20 Minuten) ab Paderborn 600 700 740 845 1015 1115 1215 1300 1415 alle 60 Min. bis 2015 2105 2210 W Wer photographiert hat mehr vom Leben Sie finden bei uns eine große Auswahl aller bek. Firm en Voigtländer, Zeiß, Ikon, Nagel. Patent-Etui, Clanz, Ihagec, Agfa usw. von RM 11,— an Für Liebbaber-Photographen: die Leica,— die Roleiflex,— die Makina Optik 1:.5 Cenar.8 1:.9 Lassen Sie sich diese Meisterstücke unverbindl. vorführen, sie sind es wert angesehen zu werden. Es gibt nichts Besseres k. SportLeute.Naturwissenscha tler, Lehrer, Reisende usw. Prosp. gratis. Bequeme Zahlungsweise. Ihre Aufnahmen werden schnell und gut entwickelt und kopiert. Photohaus W. Bergmann Nacht. Eine schone Tapete Sehschebhe aee In unserem reichhaltigen Lager finden Sie bestimmt die Richtige. Aug. Kundt, Job. Wilh. Briakmaag Königstraße 11 Ausstellungsraum Westerntor. Paul Bilz, Paderborn Spezialhaus für Radio- und Elektrotechnik Marienplatz 7 Fernrut 2446 Kamp 12 620 720 800 925 1035 ab Eisen usw. alle 60 Min. bis 2035 2125 2230 Paderborn-Neuhaus und zurück(Fahrzeit 18 Minuten W7 ab Paderborn 540 550 630 650 720 750 835 905 925 1005 alle 30 Min. bis 2035 2135 2210 2300 602 W ab Neuhaus 632 702 732 802 837 907 937 1007 1047 1117 alle 30 Min. 1937 2017 2047 2117 2152 2252 bis 1917 2318 2342 W So Paderhorn-Sennelager und nurück(Fahrzeit 30 Minuten) ab Paderborn 550 650 720 925 1105 alle 60 Min. bis 1805 1835 1935 2035 2210 2300 80 620 720 750 955 1135 ab Sennelager alle 60 Min. bis 1835 1905 2095 2105 2240 2330 80 Erattwagen=Verkehr der wristekind.- f. Von Paderborn-Hbhf. nach: Haaren-Wünnenberg-Fürstenberg 835 1500 2005 Dahl-Herbram-Asseln 1310W 2005W 211080 Nach Paderborn-Hbhf. von: Fürstenberg 540 1232 1630 Asseln 650W 1405W 151580 Moderne Beleuchtungskörper in allen Stilarten und Preislagen Oeramlampen-Verkaufestelle.— Koch- und Heizapparate. Ausführung elektr. Anlagen f. Licht Kraft u. Radio Reparaturen jeder Art werden sauber und billig ausgeführt. Rundfunkgeräte nebst Zubehör in großer Auswahl. Praktische Geschenkartikel. Verkehrs u. Wanderkarten des Paderborner Landes Maßstab 1: 50000— Farbendruck Karte I: Paderborn, Senne, Lippspringe, EggeGebirge, Bad Driburg cr. Karte II: Teutoburgerwald mit Externsteine, Bad Meinberg, Hermannsdenkmal, Horn, Detmold, Lemgo, Lage cr. Preis der Einzelkarte 35 Piennig Zu haben in allen Buchhandlungen u. im Verlag der Paderborner Anzeiger u. Verlagsdruckerei.-G. Bahnhofstr. 18 Paderborn, Fernr.3213 Wiederverkäufer im ganzen Gebiete gesucht. CaffKurian Paderborn Westernstraße — Fernruf 2581 2 Hüte, Mülzen, Wäsche, Krawatten 7 Pelzwaren (eigene Anfertigung) Jedes Schulkind weiß es heute: das ist längst für alle Leute unentbehrtich spät und früh, well es spart viel Zeit und Müh'! Warum sollst Du Dich drum plagen! Ins Gaswerk ohne Zasen! Dort erföhrst Du staunend dann, was machen koont