***"** Lokal- und Heimatzeitung für das gesamte Paberborner Land Erscheint an allen Werktagen und kostet durch die Post ober durch unsere Boten ins Haus gebracht monatlich.00 RM. Bestellungen nehmen unsere Geschäftsselle und Boten, sowie alle Postanstalten und Briefträger entgegen. Redaktion. Geschäftsstelle und Verlag Paderborn, Bahnbosstraße 13. Fernsprecher 3213. Postscheck=Konto: Hannover 14342, Telegramm=Abreise: Anzeiger Paderbom Amtliches Kreisblatt Tageszeitung für Jedermann Publltationsorgan vieler Behörden Anzeigenpreise: Die 30 Millimeter breite Mülimeterraumzeile 10 Pfennig. für Anzeigen aus dem Verbreitungsbezirk 8 Pfennig, amtliche Anzeigen 10 Pfennig, Sammelanzeigen 15 Pfennig. Im Reklameteil die 89 Münmeter breite Millimeterraumzeile 40 Pfennig. Jn Konkurssällen oder bei Zwangsbeitreibung erlischt jeder Preisnachlaß. Gerichtssand: Oratisbeilagen: Illustrierte Wochenschau, Sonntagsglocken, Heimatbote, Sport vom Sonntag. Am stillen Herd, Frauenwelt, Landwirtsch### Nr. 110— 1. Blatt Freitag den 9. Mai 1930. 44. Jahrgäng Wotkenbruche seten Straßen und Keller tief überflutet— Die Personen vom Ein Unwetter das Mittwoch nachmittag mit ungewöhnlicher Heftigkeit über Berlin niederging, zog von Westen nach Osten. In Spandau und Zehlendorf trat es gle.## mit starken Entladungen auf. Das erste Gewitter des Mo nats Mai in Berlin rechtfertigte den Ruf der Maigewitter die als besonders schwer gelten, im vollen Umfange. Es brach mit so starken Regengüssen und Hagelschauern herein, daß die Stadt binnen weniger Minuten in völlige Dunkel heit gehüllt wurde und der Verkehr fast überall stockte. Die Passanten flüchteten vor den herunterstürzenden Wassermassen in die Hauseingänge und Lokale. Der Regenfuß war so heftig, daß im Nu die Kanalisationsröhren überfüllt und die Kellerräume der niedriger gelegenen Stadtteile unter Wasser gesetzt waren. Für die Feuerwehr, die eine Riesenarbeit zu bewältigen hatte, wurde um 5,30 Uhr die Parole„Großer Alarm, Ausnahmezustand“ ausgegeben. In wenigen Minuten bis auf die Haut durchnäßt, arbeiten die Mannschaften in den überfluteten Kellern und auf den überschwemmten Straßen an den Pumpen, um die Wassermassen abzuleiten Die Obstblüte in der näheren Umgebung der Stadt wurde fast restlos vernichtet. Auch in den Gärten und Laubenkolonien rings um Berlin wurde durch das Wegschwemmen des Erdreiches großer Schaden angerichtet.— In der Wilhelmstraße ging das Wasser sogar über die Bordsteine der Gehwege hinaus bis an die Häuserfront. Die Gärten des Regierungsviertels standen im Nu unter Wasser Jedes einzelne die Wilhelmstraße durchfahrende Auto erzeugte stockwerkhohe Spritzwellen, obwohl die Geschwindigkeit wegen der außerordentlichen SchleuderBaloige=Gitse Denkschrift über das Ostprogramm. Das Reichskabinett beschäftigt sich gegenwärtig mit dem angekündigten Osthilfegesetz. Es soll dabei Einverständnis herrschen darüber, das gesamte Osthilfeprogramm noch vor der Sommerpause des Reichstages von diesem erledigen zu lassen. Mit der Bearbeitung der Einzelheiten ist bereits begonnen worden. Es ist jedoch nicht damit zu rechnen, daß vor nächster Woche die endgültigen Vorlagen fertiggestellt sein werden. Eine Teilung in ein Sofortprogramm und ein Gesamtprogramm könnte— unbeschadet der Erledigung auch des Gesamtprogramms noch vor der Sommerpause des Reichstages— in Betracht kommen, wenn aus technischen Gründen der sorgfältigeren Vorbereitung einzelne Teile nicht sofort abschließend geklärt werden können Den Vorlagen, die dem Kabinett zugegangen sind, ist eine ausführliche Denkschrift zur Begründung beigegeben. Nach den Anforderungen der einzelnen beteiligten Ressorts würden sich die Gesamtkosten im Laufe von fünf Jahren auf fast 700 Millionen Mark stellen, und zwar werden verlangt 200 Millionen für langfristige Bürgschaften für die Beleihung landwirtschaftlicher Grundstücke, 300 Millionen für den Umschuldungsprozeß, 130 Millionen für Eisenbahnneubauten und sonstige Verkehrsmaßnahmen. Darüber hinaus erhebliche Beträge für gewerbliche, soziale und kulturelle Zwecke. Neben einem Rahmengesetz sind sechs Einzelgesetze vorgesehen. Ueber 100 Millionen schon 1930. Die Angaben über das, was schon 1930 aufgewendet werden soll, schwanken noch einigermaßen. Jedoch stimmnen im großen und ganzen die Mitteilungen insofern überein. als etwa 100 bis 120 Millionen in Betracht zu ziehen sind. Dieser Betrag ist bereits mit 51 Millionen in den Reichshaushalt eingesetzt. Der Rest soll aufgebracht werden in Höhe von 30—40 Millionen aus dem Verkauf oder der hypothekarischen Beleihung von Reichsgrundstücken im ehemaligen besetzten Gebiet, 20 Millionen aus dem Reservefonds der Bank für Industrie=Obligationen, der Rest aus Mitteln der produktiven Erwerbslosenfürsorge, die auch bisher schon vielfach für Siedlungszwecke in Anspruch genommen wurde. Einzelne sofortige Maßnahmen. Von den im Reichsetat 1930 enthaltenen 51 Millionen ist über eine Summe von 20 Millionen bereits verfügt. Von den übrigen Mitteln sowie bei 75 Millionen neuer Mittel sollen die folgenden Beträge ausgeworfen werden: 6 Millionen für Zinsveroilligung usw., 30 Millionen für die Lastensenkung, d. h. für Ermäßigung oder Erlaß der Grundvermögenssteuer, der Gewerbesteuer, für Frachtenverbilligung und ähnliches, 50 Millionen für die Sicherung gefährdeter landwirtschaftlicher Betriebe, 10 Millionen für gewerbliche, soziale und kulturelle Zwecke. Berlin unter Wasser! Obstblüte vielfach restlos vernichtet— Fünz Blitz erschlagen. gefahr durchweg unter 20 Kilometer blieb. Im Tiergarten und besonders in der Tiergartenstraße gab es ebenfalls große Ueberschwemmungen Dort mußten die Automobile infolge der gleichzeitig einsetzenden Dunkelehit durchweg mit ihren großen Ueberlandscheinwerfern fahren. Die schweren Gewitter in Berlin machten sich bei uns in den Mittwochabendstunden durch plötzliche Abkühlung und aufspringenden Nordwind bemerkbar. * Anheilvolle Gewitter auch in Bauern und an der Rhön. Fünf Personen getötet, große Gehöfte eingeäschert. Wie Berliner Blätter melden, richteten schwere Gewit ter bei Obermarbach in der Nähe von Augsburg großes Unheil an. Zwei Bauerngehöfte und eine industrielle Mühle wurden durch Blitzschlag eingeäschert. Drei Radfahrer, die den Feuerschein aus der Ferne sahen, wollten zu Hilfe eilen, wurden aber unterwegs von einem anderen Blitz getroffen. Zwei waren sofort tot, der dritte wurde schwer verletzt. Ferner wurde ein Motorradfahrer au fder Chausee vom Blitz erschlagen. Auch bei Hersfeld und an der Rhön ging ein schweres Unwetter mit Hagelschlag nieder. Dabei wurde der 20jährige Sohn des Gastwirts Richard aus Willinghausen und seine 15jährige Schwester die auf einem Aussichtsturm Schutz gesucht hatten, vom Blitz getroffen. Das Mädchen war sofort tot, der junge Mann wurde gelähmr. sur den Gsten. Weiterberatung des Grundsätzliche Einigung im Reichskabinett. Das Reichskabinett setzte unter dem Vorsitz des Reichskanzles Dr. Brüning und in Anwesenheit des Reichsbankpräsidenten Luther die Erörterung über das Osthilfegesetz fort. Die Beratungen führten zu einer grundsätzlichen Einigung, auf Grund deren die endgültigen Gesetzentwürfe von Ressorts unter Führung des Reichsministeriums des Innern in den nächsten Tagen vorgelegt werden sollen. Das Reichskabinett wird alsdann am nächsten Mittwoch über die endgültige Gestaltung des Gesamtprogramms Beschluß fassen. Völkerbundtagung am 12. Mai. Abrüstung und Paneuropa. Am nächsten Montag beginnt in Genf die diesmalige Tagung des Völkerbundrates. Der englische Minister Henderson trifft auf der Reise nach Genf in Paris ein und wird dort eine Zusammenkunft mit dem französischen Außenminister Briand haben. Dabei wollen die beiden Politiker sich, wie man hört, über das in Genf zur Debatte stehende Abrüstungsproblem unterhalten, ferner über den von Briand angekündigten Fragebogen über die Paneuropaidee. Briand reist am kommenden Sonntag nach Genf, undie Gelegenheit zu einem Gedankenaustausch mit den Staatsmännern der anderen Länder, darunter auch mit Reichsaußenminister Dr. Curtius zu benutzen. Am die erste Loung=Plan=Anleihe. Meinungsverschiedenheiten wegen des Börsenrückkaufs. Die Verhandlungen über die erste Young=PlanAnleihe wurden in einer Vollsitzung fortgesetzt. Die Auslosung der Obligationen scheint von den verschiedenen Delegierten angenommen worden zu sein. Wegen des Börsenrückkaufs sei es zu einer langen Auseinandersetzung gekommen. Die deutschen Delegierten hätten diese Amortisationsmethode gefordert, die Delegierten des belgischen Schatzamtes seien jedoch dagegen gewesen. Ein Beschluß sei noch nicht gefaßt worden. Wegen der Verteilung der Obligationen unter die Gläubiger Deutschlands werde man sich an die gefaßten Beschlüsse halten. Die Delegierten hoffen, ihre Arbeiten noch am Donnerstag abschließen zu können. Die Beschlüsse der Bankier=Konferenz sind in Paris angenommen worden. Die BJZ.=Obligationen werden demnach zu 5,5 Prozent verzinst und vermutlich zu zwei Prozent unter Pari, das heißt zu 98 Pr eut, aufgelegt. die Enleihestücke, denen die Hatbjahreszinsscheine angefügt sind, sollen im Laufe von 35 Jahren getilzt werden. Die Verreilung unter den an der Jahlung beteiligten Mächten würde in der bereits bekannten Weise erfolgen. Die BJ3. soll für ihre bankmäßige Vermittlungstätigkeit, die sie im Auftrage der einzelnen Regierungen ausübt, eine Vergütung von 1 Zehntel Prozent erhalten. Am Beobachtungsstand. Ein recht rauhes„Mailüfterl“ weht über die Gefilde der deutschen Innenpolitik und wirbelt dort hohe Staubwolken auf; man bekommt ordentlich das Niesen, wenn man ein bißchen näher herangeht. Selbst den pfiffigsten politischen Propheten ist's unmöglich, zu sagen, was nun eigentlich werden, wer recht behalten wird. Auf der einen Seite stößt die Sozialdemokratie im Reichstag immer schärfer gegen die Regierung vor, benutzt die Gelegenheit der Etatsberatung zu heftigen Angriffen, auch zu entscheidenden Anträgen, die die Ausgaben zunächst einmal des Wehretats erheblich kürzen sollen,— und auf der anderen Seite findet die Regierung bei den Parteien, von denen sie in den Sattel gesetzt wurde, eine nur matte Unterstützung oder gar ziemlich unverhohlenen Widerspruch. Wegen des Wehretats ist es schon jetzt zu sehr unzweideutigen Erklärungen gekommen und das dürfte erst der Auftakt zu den„kommenden Dingen“ werden. Denn das Kabinett Brüning ist, parlamentarisch gesehen, eben nur sozusagen auf Flugsand gebaut. In der Demokratischen Partei, also auf dem linken Flügel der„Regierungsmehrheit“, sind die Debatten über die künftige politische Haltung ebenso umfangreich wie auf dem rechten. Und was dazwischenliegt an Parteien und Parteichen, rückt und rutscht gleichfalls hin und her. Da läßt man zweckmäßigerweise die Finger von jeglichem Prophezeien über das Aussehen dieser Zukunft, über die Aussichten bzw. das Schicksal des Reichstages. * Die Regierung freilich arbeitet auf weitere Sicht und— muß es auch tun, wenn sie jetzt an die Ausarbeitung, vor allem aber an eine sichere finanzielle Fundamentierung des Ostprogramms wirklich herangeht. Man mußte sich dabei natürlich an die Möglichkeiten halten, die als Grenzen von der Lage der Reichsfinanzen gesetzt sind. Und diese Grenzen sind beträchtlich enger gezogen, als allzu früh erweckte Hoffnungen dies glauben ließen. Trotzdem bleibt das Programm umfangreich genug, läßt sich auch heute noch nicht sagen, wie weit allein der kreditpolitische Teil, also vor allem die Umschuldungsbzw. Besitzbefestigungsaktion, gehen wird und gehen kann. Das muß sich natürlich auch nach der Höhe der zur Verfügung stehenden oder gestellten Mittel richten; vielleicht wird man hierbei auch die bekannten Hilfsvorschläge der deutschen Industrie wieder hervorziehen und für die Landwirtschaft nutzbar machen können. Denn an staatlichen Mitteln— die nicht eine neue Belastung der Ausgabenseite des Reichsetats darstellen wurden— hat man für 1930 nur rund 100 Millionen zur Hand. Weil man aber nun gar nicht weiß, inwieweit die spätere Entwicklung der Reichsfinanzen die Flüssigmachung noch größerer Mittel ermöglichen wird, man die Schwierigkeiten aber in Rechnung stellen muß, so scheint innerhalb der Regierung vorläufig eine Einigung über den zeitlichen, den lokalen und den materiellen Umfang des#programms noch gar nicht hergestellt, die Dinge, schläge, Pläne scheinen erst noch stark im Werden zu so... * Hoffentlich redet man nicht inzwischen alles und jedes lot! So etwas ist heutzutage im Zeitalter der politischen Vielrederei durchaus nicht ausgeschlossen. So hat sich z. B. der preußische Ministerpräsident darüber beschwert, daß im Laufe des Jahres 1929 die Herren Abgeordneten„seines" Landtages nicht weniger als 1400 Stück der mehr, meist minder berühmten „Kleinen Anfragen“ an die Regierung gerichtet haben. Diese nun derart mißbräuchliche Einrichtung stammt aus dem englischen Parlamentsgebrauch. Aber dort war sie ein auf dem Boden langer Entwicklung und Erfahrung aufgewachsener Brauch.„Nur nichts Schriftliches!“ Sondern eine wirklich„kleine", nur mündlich gestellte Frage, die in kurzer, knapper, oft witziger Form, in Rede= und Antwortspiel behandelt wurde. Die bisweilen sogar von der Regierung bei der Opposition bestellt war und damit Gelegenheit geben sollte, in wichtigsten außen= oder innenpolitischen Angelegenheiten kurze Gelegenheit zur Kennzeichnung der Regierungsansichten und=absichten zu geben. Bei uns ist das zwar nicht im Reichstag, wohl aber in den Landtagen etwas ganz anderes geworden, vor allem zu einem Kampfmittel der Opposition, das nach außen hin bisweilen nur agitatorisch wirken soll. Gewiß ist das ein Recht, aber ob es immer ein „gutes“ ist, wird vielfach bezweifelt. Sehr oft muß die „angefragte" Regierung erklären, daß eine Beantwortung nur Arbeiten der Behörden von unmöglichstem Ausmaß verursachen würde und in gar keinem Verhältnis zu dem angestrebten Nutzen der Aufklärung stände. Von Schlimmerem soll noch gar nicht geredet werden; so, wenn z. B. der rein parteiagitatorische Zweck sozusagen gleich aus den ersten Worten der Anfrage hervorleuchtet. Das mag man in den Ausschüssen des„Hohen Hauses“ erledigen und von hier aus, wenn man durchaus will, die Angelegenheit parteiagitatorisch ausmünzen. Aber niemand wird bestreiten können, daß der Verwaltungsappara# heute schon mit Überflüssigkeiten mehr als nur überlaster ist: man soll deswegen ihm nicht noch mehr an diesen Mißbräuchen aufladen. Gandhis Stellvertreter. als Führer der indischen nationalistischen Freiwilligen im Kampf um die Unabhängigkeit Indien ist Abbas Tyabji, den Gandhi schon vor seiner Verhaftung als Stellvertreter bestimmt hatte. Gewehrfeuer auf indische Demonstranten. Rücksichtsloses Vorgehen gegen die Freiheitsbewegung. Aonntttotlen für veratttenrassenparaste. Mie hie Mstallohorhoitehge an..** Wir die Mngnrberbeltrage ausgegeven werden. #Ueherall, in allen möglichen größeren Städten Deutschlanos, bauen sich die Krankenkassen neue Verwaltungsgebäude. Das Wort„Verwaltungsgebäude“ ist eigentlich viel zu bescheiden und anspruchslos für die Bauten und Tie“skusgüßen Es charakterisiert nicht den Aufwand und die Ausgaben, die dafür gemacht wurden. Immer und immer hat die Oeffentlichkeit Widerspruch erhoben Lostspieligen Projekte der Krankenkassen, die in Städten ausgeführt wurden. Aber ohne Erfolg! Die Kassen haben weiter gebaut. Sie hatten ja das Gelb bazu aus den Einnahmen aus Beiträgen, die heute Höhe gehalten werden, die kaum verantworter werden kann. In Frankfurt waren die Beitragssätze bis 8 Prozent. Erst nach langem Kampf hat die Verwaltung den wiederholten Anträgen der Arbeitnehmerorganisationen stattgegeben und die Sätze wenigstens auf boch Pokart abera.9 sest. Aber auch das ist noch reichlich bekommt Frankfurt einen Krankenkassenpalgst, am Mainufer! Aehnlich ist die Situation in anderen die wir der Zeitschrift„So. Der Staatssekretär für Indien, Wedgewood Benn, gao im Englischen Unterhaus eine Erklärung über die Vorgänge in Indien ab. #Ein von dem Staatssekretär verlesenes Telegramm vestungt, daß ein Polizeioffizier bei den Unruhen im #. Nach einer Statistik, ziale Zukunft" entnehmen, dis Ortskrankenkassen von 1924 bis einschließ1928 rund 4578,3 Millionen M. Einnahmen aus Beiträgen gehabt und davon in den gleichen Jahren rund 130—135 Millionen M. in Grundkrankenkassen dem Rücklagefonds rund 163,5 Millionen## zugeführt, also nur 30 Millionen mehr, als für Neubaute aufgewendet wurden, und sind damit hinter ihrer geset Milionen zurückgebliehen. Nach einer Zusammenstellung der gleichen Zeitschrift haben in den letzten Jahren 14 Krankenkassen Neubauten errichtet. 19 Neubauten sind teils bereit „. in Angriff genommen, teils in Vorbereitung. So bauen u..: Braunschweig: Ein sechsstöckiger Hochbau ist genehmigt Die Kosten werden auf 3 Millionen geschätzt. Das Archiy tektenhonorar soll 300000 Rm. betragen. . Breslan: Die Kosten ursprünglich mit 600000 Rm angegeben und in dieser Höhe vom Ausschuß genehmigt sind inzwischen auf 4,5 Milliynon Am angomachs.. veubuctg.en Am. angewachsen. Eing auf 3,9 Millionen zusammen Sparkommission versuchte sie zustreichen. Erfolg noch unsicher. Frankfurt: Der Neubau wird rund 4,5 Millionen kosten. Neben einer Zentralheizanlage ist auch ein Zentralkühlung der Büroräume vorgesehen. Halle: Kostenvoranschlag 900000 Rm. Kostenaufwand rund 2,3 Millionen Rm Anschließend ist ein weiterer Bau für 650 000 Rm. für die besondere Ortskrankenkasse für Handelsbetriebe geplant. 450 089 Foi. deschlossen. Kostenvoranschlag Berlin hat Grundstücke zur Vorbereitung eines neuen dessen Kosten auf 4,5 Millionen Rm. verentglaigt#ebäuden, Ausrüstungsgegenständen usw. anschlagt sind. also einen Betrag, der rund 3 Prozent der Gesamtein Flensburg, Lohr bei Würzburg, Hfuhach nahmen ausmacht. In der gleichen Zeit haben die Orts= 1 brück, Stuttgart, Wandsbeck. Der Aouc Tonnen zu rechnen, zusammen arso mit dem alten Vorrat bestenfalls mit 1,5 bis 1,6 Millionen Tonnen. Bei konsequenter Drosselung der Futtergetreideeinfuhr könne also ohne allzu große Schwierigkeiten der Druck vom Roggenmarkt genommen werden. Auch die Befürchtungen, daß der magazinierte Roggen auf den Markt drucke, werden an zuständiger Stelle nicht geteilt. Die Stützungsgesellschaften hatten ihre auf 400 000 Tonnen angewachsenen Bestände bereits auf wenig mehr als 200 000 gebende Gagarmäalichteiten so daß sie zunächt noch weitDie Schwe=Dagon=Pagode in Rangun, ein Opfer der Erdbebenkatastrophe in Hinterindien. Die Pagode, die im 6. Jahrhundert erbaut wurde und ein Dach aus reinem Golde besitzt, galt als eins der sieben Weltwunder und war eine der heiligsten buddhistischen Wall fahrtsstätten. onnen ermäßigen können, so daß sie zunächst noch weitgehende Lagermoglichreiten haben. Die vorjährige Qualität sei besonders trocken, und die Lagerung erfolge besonders sorgföltig. Die Roggenreserven können also bequem noch bis zum nächsten Jahre durchgehalten werden. Die Einführung eines differenzierten Zolles auf Gerste zur Verfütterung würde, so erklärt man, gegenüber der konsequenten langfristigen Roggenpolitik nur zu neuen unerwünschten Futtergetreideeinfuhren anreizen. „Die Roggenkonvention mit Polen hätte Deutschland bisher ratsächlich nur geringe Ausfuhrmöglichkeiten gegeben. Die entsprechenden Quoten seien uns gutgeschrieben. Die Frage einer Verlängerung der Konvention über den 1. Juli hinaus sei noch völlig unFenelchalgeviet sieben Salven auf eine Mänge abtührer gater.. wie man glaube— u. a. der Rädels. führer getroffen worden sei. ... Eine Eisenbahnpolizeistation wurde von 500 in vischen Freiwilligen besetzt. In Chittagong wurden vier Personen, die, wiemanglaubt, an einem kürzlichen Überfall auf ein Polizeiwaffenlager beteilig Berichte verzeichnen di lesten aus Vombay stammenden **. gn##erguen eine im allgemeinen ruhige Lage“, wurde„Frunaggat, 0 Kilometer von Kalkutta entfernt, wurbe eine Polizeistation von einer großen Menschenmenge angegriffen, wobei eine Anzahl Polizisten verletzt Die Saaten gut durch den Winter gekommen Sactenstent m Reich Anfans 9 Von der Saar. deutsch=französischen Verhandlungen. In der Vorstandssitzung des Vereins zur Wahrung der gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen im Saargebiet zu Saarbrücken erstattete der Generalsekretär Bericht den Stand der Pariser Saarverhandlungen. Er toil:. #rbrucken erstauere der Generalsekretär Bericht über den Stand der Purisel Saalberhänblungen. Er teilte mit, daß der bisherige Verlauf der Verhandlungen noch keine Anhaltspunkte ergeben habe. Eine große Belastung erfahre das Saarechien#u den auf einem großen Teil seines Verbrauches steuden Zoll. Falls die bis jetzt noch niedrigen französischen Preise auf Weltmarkthöhe steigen wurden, lause das Saarzebiet Gefahr, nicht nur teurer als Frankreich, sondern auch urer als das übrige Deutschland zu werden. Benachteiligung der reichsdeutschen Arbeitnehmer. Der Landesrat hielt eine Vollsitzung ab, in deren Verlauf Kritik an den Maßnahmen der Regierungskommission geübt wurde, nach denen reichsdeutsche Arbeitnehmer hone, saarländischen Arbeitsmarkt möglichst ferngehalten,werden ollen. Man schickt sogar Landjäger von Betrieb zu Betrieb, de die beschäftigten Nichtsaarländer festzustellen und die Auf haben. Merk Saatenstand im Reich Anfang Mai. das vorherrschend milde Wetter in Verbindung mit reichlichen Niederschlägen ist das Pflanzenwachstum im April algemein gefördert worden. Der Stand der Wintersaaten wird durchweg befriedigend beurteilt Verschiedentlich ist das Wachstum etwas zu dicht und üppig geraten, so daß spätere Lagexung befürchtet wird. Für Sommergetreide ist die Aussaal auenthalben durchgeführt. Die jungen Saaten lausen im allgemeinen gut und schnell auf. Nicht selten wird aber über starke Verunkrautung geklagt. Die Bestellung der Hack#tischas a# in vollem Gange. In einigen süd= und west„#chen Gebietsteilen ist sowohl das Legen der Kartofseln als auch die aussaat der Rüben bereits zu Ende geführt. Auf Shlägen bae...... sowie den sonstigen Futterzen## das Wachstum kräftig eingesetzt. Mehrfach wird vas Viey schon auf die Weide gebracht. Unter Zugrundelegung der Zahlennoten 2 gleich gut, 3 gleich mittel, 4 gleich gering ergibt sich im Reichsdurchschnitt folgende Begutachtung: Winterroggen 2,4(Vormonat 2,5), Winterweizen 2,3(2,5), Winzerspelz..4(.), Wintergerste 2,5(.), Klee.6, Luzerne .4, Bewasserungswiesen 2,3, andere Wiesen 2,5. Die Auswinterungsschäden halten sich beim Wintergetreide in engen Grenzen, so daß Umpflügungen nur in beschränktem Umfange notwendig sind. Bei Klee= und Luzerneschlägen sind Neubestellungen infolge Dürreschäden und Mäusefraß in etwas größerem Maße erforderlich. Im Reichsmittel betragen die Umpflügungen in Prozent der Anbaufläche bei Winterroggen 0,1,(im Vorjahr 1,8), Winterweizen,.7(6,3), Winterspelz.9,(.), Wintergerste 0/2 (18.), Klee 1,2(.). Luzerne 1,5(2,7). geliebt wegen seines berauschenden Duftes und wegen seinen Farbenpracht, aber in unserer Zeit wird er, wie es scheint, ganz besonders hoch gewertet, was schon daraus ersichtlich ist, daß ihn die Schlagerdichter stark„poussieren“, wenn sie einen passenden Kehrreim für ihre fabelhaften Verse suchen. Während sie früher mit Vorliebe die Rose und das Veilchen andichteten. haben sie es jetzt stark mit dem Flieder zu tun:„Für einen Fliederstrauß darfst du mich küssen, für einen Fliederstrauß bin ich, dir gut“ und so.„Flieder“, das klingt unbedingt sehr hubsch, und das Wort schon scheint einem von Poesie erfüllt zu sein. Wenn aber die Botaniker Syringa“ sagen so fühlt man sich stark bedrückt, denn das ist bare Prosa, Und auch sonst noch haftet dem Flieder mancherlei Prosaisches an: man erguchzi, nur an des. Fliedertee zu denken, und schon ist man in Schweiß. Aber dieser Fliedertee hat eigentlich mit dem berauschenden bunten Flieder, wie wir ihn kennen, nicht allzuviel zu tun, denn er stammt vom Hollunder oder Holder, den wir auch als Flieder bezeichnen, und aus dessen schwarzen Beeren man sich Mus tochen kann. Wir wollen uns jedoch durch den Gedanken an Tee und Mus die schöne Fliederzeit nicht verderben lassen und uns keck und kühn gleichfalls eine Fliederblütentraube ins Knopfloch pflanzen, wie wir es bei den andern sehen. Es sieht wirklich gut aus! □ Fahrplanwechsel am 15. Mai. Mit dem 15. Mai tritt der Sommerfahrplan der Deutschen Reichsbahn in Er bringt außer erheblichen Beschleunigungen vieler Züge zahlreiche neue Zugverbindungen. * Von den westdeutschen Sendern. Heimatlicher Teil die beschäftigten Nichtsaarländer festzustellen und die Aufntlassung zu überbringen haben. Mertforderung zu deren Entlanung zu überbringen he würdigerweise scheine dier Regierungskommission unter den Ausländern nur Reichsdeutsche zu verstehen de Auslandern nur Reichsbeutsche zu verstehen, da sie die Anwesenheit von Arbeitern aus anderen Staaten begünstige. Ferner scheine die Regierungskommission mit ihren Maßnahmen die Absicht zu verfolgen, zwischen den Saarländern und den„übrigen Reichsdeutschen einen künstlichen Gegensatz zu schaffen. Roggenmarkt und Roggengerste. Die nachteilige Konvention mit Polen. Gegenüber den Befürchtungen, daß der übermäßige Roggenvorrat angesichts einer zu erwartenden Rekordernte nicht beseitigt werden könne, und daß auch bei weiterer Magazinierung der Druck vom Roggenmarkt nicht verschwinden werde, wird von unterrichteter Seite erklärt, daß zu einer derartigen pessimistischen Bevorliege. Man rechnet damit, daß Deutschland in das neue Erntejahr mit einem Roggenvorrat von 500 000 bis 600 000 Tonnen hineingehen werde. während in normalen Jahren mit Vorräten von 400 000 bis 500000 Tonnen gerechnet werden müsse. Die Differenz sei also nicht übermäßig groß. Selbst in Jahren mit besten deutschen Ernteverhältnissen mußten aber bisher 2,5 Millionen Tonnen Futtergetreide eingeführt werden. Bei einer Rekordernte in diesem Jahre wäre mit Noggenüberschüssen von gut einer Million Merkblatt für den 9. Mai. Sonnenauisansn. Mondaufgang Sonnenuntergang 19•8 Monduntergang 1805: Friedrich v. Schiller gest. 15 3 Wenn der Flieder wieder blüht. Es ist die Zeit der Fliederblüte, und nicht nur der weiß Flieder, der im Liede so gefühlvoll besungen wird, blüht wieder in voller Pracht, sondern auch der rote und der purpurviolett## und der blauviolette und der hellviolette und was für Varietäten es sonst noch geben mag. Sich jetzt mit einer Flieder blüte zu schmücken und einen Fliederstrauß auf den Tisch zu stellen, gehört zum guten Ton, und allzu teuer kommt das nicht zu stehen, da der Flieder zwar hoch gepriesen wird, aber nicht gar zu hoch im Preise steht. Viele machen das im übrigen so daß sie sich den Flieder, den sie brauchen, einfach im Vorbeigehen von irgendeinem Fliederbusch oder Fliederstrauch, der in irgendeinem Garten oder in irgendeinem öffentlichen Part prangt, abknicken, was gar nichts kostet, schlimmstenfalls einmal eine kleine Geldstrafe. Daß es jedoch ein grober Unfug ist, braucht nicht besonders betont zu werden. Der Flieder ist nicht erst seit gestern und heute große Mode: man hat ihn von jeher nächstwöchige musikalische Programm bringt groge Veranstaltungen, die Beachtung verdienen. Eine neue Schall =plattenreihe„Meister ihres Fachs“ will, zahlreichen Hörerwünschen entsprechend, schon am Sonntagvormittag unterhaltende Musik auf ausgewählten Schallplatten bringen. Als erster„Meister seines Fachs“ singt Rich. Tauber. In einer kurzen Orgelstunde gegen Mittag spielt der Düsseldorfer Stadtorganist Jacobus Menzen Werke von Bach und Händel. Das sonntägliche Vesperkonzert wird diesmal aus Stuttgart übertragen. Die beliebte Schallplattenfolge„Heiteres am Nachmittag“ leitet zum unterhaltsamen Abendprogramm über, zu Leo Aschers charmanter Operette „Hoheit tanzt Walzer“, die eine rechte Frühlingsoperete ie— Frühing Am Montag singt im Mittagskonzert Adelheid La Roche(Sopran) alte deutsche Volkslieder; das Vesperkonzert unter Leitung von Dr. Wilhelm Buschkötter führt die Reihe„Zeitgenössische Tonsetzer“ fort, als Uraufführungen hören wir Stefan=George=Lieder mit Orchester von Herz gesungen von Johanne Marie Unkel(Alt), und eine„Suite für kleines Orchester“ von Bettingen. Die Abendprogramme am Montag und Dienstag sind dem Mai, seiner Blütenpracht und Freude, gewidmet. Montag veranstalten das Städtische Orchester Münster, der Sieglsche Madrigalchor Paderborn, Gerti Stoerk(Sopran) und Hermann Munk(Lieder zur Laute) eine Abendfeier im Mai.„Drauß' ist alles so prächtig“ der alte Volkstänze„Tanz um den Maibaum“ folgen. Das Orchester und der Kammerchor des Westdeutschen Rundfunks unter Leitung von Bernhard Zimmermann„it drei Solisten bringen im Mittagskonzert am Mittwoch Teile aus Webers„Freischütz“ und ein Chorwerk von Klug „Aus verwehten Blättern" zu Gehör. Das Abendkonzert steht unter Leitung von Otto Julius Kühn. Das musikalische Abendprogramm am Donnerstag ist von besonderer Bedeutung. Der Westdeutsche Rundfunk überträgt aus der Berliner Philharmonie das Festkonzert aus Anlaß des fünfjährigen Bestehens der Reichs=Rundfunkgesellschaft Das Orchester der Funkstunde Berlin unter Leitung des Königsberger. Generalmusikdirektors Hermann Scherchen spielt als Uraufführung ein„Festliches Vorspiel“ von Höffer, dann das Klavierkonzert Nr. 5, Es=dur, op. 73, von Beethoven mit Edwin Fischer als Solist„der als einer der bedeutensten Pianisten der Gegenwart gilt. * "— 8% Westfälische Feingold=Kommunalschuldverschrei= bungen. Wie uns die Direktion der Landesbank in Münster i. W. mitteilt, hat sich der Absatz der 8% Kommunalschuldverschreibungen in den letzten Monaten sehr gehoben. Zu steigenden Kursen konnten seit Jahresbeginn 14 Millionen Mark untergebracht werden. Der Verkauf der 80/ Goldpfandbriefe ruht noch wegen Mangel an Deckungsmaterial, dagegen dauert der Verkauf der Kommunalschuldverschrei bungen noch fort. — Ein neuer Getreideschädling. In diesem Frühjahr macht sich in Westfalen am Getreide ein Schädling bemerkPReIC Was Das Lai Rechnungsjahr bis zum 31.! An Beitt gesamt 86 26 men(Zinsen, 217 785,66 9 Einnahme Diesen C 80 404 196,46 Technungsjahr losenversichern Die Gesa len sich wie Versicherun Krankenver Sozialver Arbeitslo Maßnahmer Beendigu Vergütung für die Verwaltung Einmalige Ueberschil Mai 89693 3029 281,72 ber 3313042 ber 2062 801 Zuschüsse 2 045·086,40 bruar 1930: Rm. Dem Ue Rechnungsjahr schuß im Reck ebenfalls ein 15072113,65 Seit Bes über schuß des Landesar Die Dur rung betrug Unterstützte, wohner. bar, der bish ist. Es hande Springschwänz so stark befall Erde heraus! Haferschläge wurden im W laufenem Rog Saatgut einw 2 Millimeter meist nur Hi benagen, sodo treten der 2 läßt vermuter durch sie ang erkannt wurd i.., Südstr treide schlecht der umgebend Stern Mai treten St die die sog. daß sie aus ausstrahlen. es sich um ver dies: Sternsch ihre Zusamm tober erschein Krahlenden u schnuppen. Di bilden einen die Erde zwei — Bauer Monat Mai sichten. 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An Beiträgen zur Arbeitslosenversicherung gingen insgesamt 86 265 480,62 Rm. ein. An sonstigen Einnahmen(Zinsen, Ausländergenehmigungsgebühren usw.) waren 217 785,66 Rm. zu verzeichnen. Insgesamt betrugen die Einnahmen 86 483 266,28 Rm. Diesen Einnahmen stehen Ausgaben in Höhe von 80 404 196,46 Rm. gegenüber. Es verbleibt demnach im Rechnungsjahr 1929 ein Ueberschuß in der Arbeitslosenversicherung in Höhe von 6079069,82 Rm. Die Gesamtausgaben des Rechnungsjahres 1929 verteilen sich wie folgt: Versicherungsaufwand 62237349,44 Rm. Krankenversicherung und sonstige Sozialversicherungsbeiträge der Arbeitslosen 6 921 648,36 Rm. Maßnahmen zur Verhütung und Beendigung der Arbeitslosigkeit 3972803,75 Rm. Vergütung an die Krankenkassen für die Erhebung der Beiträge 632230,96 Rm! Verwaltungskosten 6 318 226,34 Rm. Einmalige und Uebergangsausgaben 321 937,61 Rm. Ueberschüsse wurden 1929 erzielt in den Monaten: Mai 896 937,51 Rm., Juni 2388 828,23 Rm., Juli 3029 281,72 Rm., August 3015 144,39 Rm., September 3313042,61 Rm., Oktober 2151 929,35 Rm., November 2062 801,92 Rm., Dezember 292879 75 Rm. Zuschüsse dagegen erforderten die Monate April 1929 2045 086,40 Rm., Januar 1930: 2436 323,36 Rm., Februar 1930: 2 638061,59., März 1930: 3952304,31 Rm. Dem Ueberschuß in der Arbeitslosenversicherung im Rechnungsjahr 1929 von 6079 069,82 Rm. steht ein Zuschuß im Rechnungsjahr 1928 von 3 408 216,57 Rm. und ebenfalls ein Ueberschuß im Rechnungsjahr 1927 von 15072 113,65 Rm. gegenüber. Seit Bestehen der Reichsanstalt beträgt der Gesamtüber schuß in der Arbeitslosenversicherung im Bezirk des Landesarbeitsamts Westfalen 17 742 966,90 Rm. Die Durchschnittsbelastung in der Arbeitslosenversiche rung betrug im Rechnungsjahr 1929 in Westfalen 13,1 Unterstützte, im Reich 20,3 Unterstützte auf 1000 Einwohner. bar, der bisher an Feldpflanzen selten beobachtet worden ist. Es handelt sich um ein Insekt aus der Gruppe der Springschwänze. Im Kreise Soest wurde Sommerweizen so stark befallen, sodaß die jungen Pflanzen nicht aus der Erde herauskamen, ebenso wurden im Kreise Iserlohn Haferschläge vollständig vernichtet. Auch im Herbst 1929 wurden im Münsterlande größere Schäden an eben aufge kaufenem Roggen beobachtet. In sämtlichen Fällen war das Saatgut einwandfrei. Die Springschwänze sind weiße, nur 2 Millimeter lange flinke Tierchen, die im Boden leben, meist nur Humus fressen, aber auch Keimlinge so stark benagen, sodaß diese zu Grunde gehen. Das Massenauftreten der Tiere in verschiedenen Gegenden Westfalens läßt vermuten, daß vielleicht auch sonst größerer Schaden durch sie angerichtet wurde, ohne daß die richtige Ursache erkannt wurde. Die Anstalt für Pflanzenschutz, Münster i.., Südstraße 76, bittet in Fällen, wo das Sommergetreide schlecht aufläuft, um Einsendung von Pflanzen mit der umgebenden Erde. Sternschnuppen im Mai. Ende April und Anfang Mai treten Sternschnuppenfälle in die Erscheinung. Es sind die die sog. Aquariden, die davon ihren Namen haben, daß sie aus dem Sternbilde des Wassermanns(Aquarius) ausstrahlen. Nach der Ansicht der Sternkundigen handelt es sich um versprengte Teile des Halleyschen Kometen. Was Sternschnuppenfälle besonders anziehend macht, ist ihre Zusammengehörigkeit mit den vom 18. bis 25. Oktober erscheinenden, aus dem Sternbilde des Orion ausstrahlenden und nach diesem Orioniden benannten Sternschnuppen. Die Mai=Aquariden und die Oktober=Orioniden bilden einen Meteorschwarm, zugleich den einzigen, dem die Erde zweimal in jedem Jahre begegnet. — Bauernregeln vom Mai. Für den Landmann ist der Monat Mai in vielem ein Gradmesser für die Ernteaussichten. Das drückt sich in fast allen Bauernregeln aus. So sagt eine Bauernregel vom Schlehdorn: Je später der Schlehdorn nach dem 1. Mai blüht, desto schlimmer soll's um die Korn= und die Heuernte stehen. Eine andere Regel leitet sich von den Eichen ab:„Im Maienschluß blühende Eichen für Aepfel ein gutes Zeichen". Eine dritte vom Flieder:„Wie schnell oder langsam der Flieder blüht, es ebenso mit der Ernte geschieht". Der Regen ist dem Landmann im Mai willkommen, denn„Regen im Mai gibts fürs ganze Jahr Brot und Heu". Der Weinbauer sagt:„Pankraz und Urban ohne Regen, folgt ein großer Weinsegen“. Andere Bauernregeln deuten die Fröste und Regenfälle in ihren Beziehungen zum Früchtewachstum aus:„Regnet es zu Pfingsten stark, schädigt es der Früchte Mark“„Wenn sich naht St. Stanislaus, rollen die Kartoffeln aus?“ „Gott zu uns trösten vor Maienfrösten“.„Wenn die Wachveln fleißig schlagen, künden sie von Regentagen. ): Kurfrequenz in Bad Lippspringe. Die Zahl der bis zum 1. April gemeldeten Kurgäste betrug 2690. vom 8. Mai 1930. große Halleluja des Matthias Claudius von Otto Siegl. Dem Paderborner Musikverein ist bekanntlich das neue große Chorwerk von Otto Siegl gewidmet, das kürzlich im letzten Symphoniekonzert des städtischen Orchesters in Augsburg unter sicheren und gewandten Leitung von Kapellmeister Joseph Bach zu höchst erfolgreicher Uraufführung gelangte. Zu Matthias Claudius, dem alten, wohlbekannten Volksdichter, dem die Welt so viele schöne, gemitvolle Lieder verdankt, scheint sich Otto Siegl besonders hingezogen zu fühlen, wie auch seine„Matthias ClaudiusGesänge op. 60 deutlich bekunden, und zwar mit wohlbeSüileten Recht; denn in seinen Gedichten lebt neben cchten, herzinniger Volkstümlichkeit und tiefer Religiosität auch so viel echte Musttantat, daß sie einer Vertonung in weitesten Maß entgegenkommen, ja geradezu nach Vertonung verlangen. Und insbesonders gilt dies von der Dichtung des„Halleluja“, von der Matthias Claudius selbst einmal schreibt, er habe es für die Musik gemacht; von der allein kann es seinen Wert erhalten, wenn es an den rechten Mann kommt. Daß Otto Siegl dieser rechte Mann ist, den Matthias Claudius sich für die Komposition seines Halleluja wünschte, das hat die Augsburger Aufführung sehr wohl erwiesen. Wie Sonne Mond und Sterne, wie alle Pracht und Schönheit, der Erde sich vereinigen und einstimmen in dem festlichen Jubelgesang, muß Gottes Allmacht und Weisheit, muß die unergründliche Größe der Natur und ihren sich immer wieder erneuernden Schöpfungswundern, so läßt der Komponist die Singstimmen einzeln, zusammen oder im Wechselgesang mit dem Chor bald in herben, fast holzschnittartig anmutenden, bald wie visionär erscheinenden Klängen, von dem satten Klang des Orchesters trefflich unterstützt, innig teilnehmen an den tief poetischen Worten und Gedanken seine s Dichters. Ruhig und feierlich, gesund und stark ist seine Tonsprache, befreit von gewissen Uebertreibungen, die manchem Jugendwerk vielleicht noch— wohl begreiflicher Weise— verjüngen mochte, kühn in der melodischen und harmonischen Gestalt, alte und neue Vorbilder nicht verschmähend, sondern sie einheitlich mitetnander verschmelzen. Der rühige, große Atem der Dichtung weht auch durch die Komposition und verleiht ihr seine besondere Würde und Weihe. In den einfach gehaltenen choralartigen Sätzen spricht sich des Komponisten reife Meisterschaft so gut aus wie in dem trefflich gearbeiteten, mächtig gesteigerten Fugen: Die hohen Erwartungen, mit denen man schon seit längerer Zeit Siegl's künstlerisches Schaffen aufmerksam verfolgt sind in diesem seinen neuesten Chorwerk durchaus erfüllt worden. Die Augsburger Aufführung dürfte wohl den Komponisten in hohem Maß befriedigt haben. Das Orchester, der gemischte Chor der rähmlichst bekannten Augsburger Liedertafel wetteiferten mit den Solisten, Mia NeusitzerThoenissen aus Berlin(Sopran), Irene Ziegler aus Dortmund(Alt) und Georg Haner aus München(Baß), um dem Werk zu dem wohlverdienten Sieg zu verhelfen. Begeisteter Beifall der den stattlichen Ludwigsbau bis zum letzten Platz füllenden Zuhörerschaft überschüttete die Ausführenden, den gewissenhaften Dirigenten und vor allem den Komponisten an diesen seinen Ehrenabend. Die weiteren Aufführungen dieses schönen, tief gehaltvollen Werks werden den eindrucksvollen Erfolg in Augsburg zu bestätigen, zu befestigen wissen. August Richard Promenadenkonzert am 11. Mai, in der Zeit von 12—13 Uhr, am Westerntor Musikfolge: 1. Die Regimentskinder, Marsch von Fucik; 2. Fantasie aus R. Wagners Musikdrama„Die Walküre" von Seide; 3. Frühlingsständchen von Lacombe; 4. Ein Rendezvous bei Lehar von Nubry; 5. Einzug der Frühlingsblumen, Charakterstück von Kockert; 6. Mailiedermarsch von Lindemannt Ern Gemälde von Kardinal Schulte ist zurzeit in dem Schaufenster der Blumenhandlung Kehl ausgestellt. Der hochwürdigste Herr Kardinal hat dem Paderborner Kunst maler Josef Hunstiger die erforderlichen Sitzungen gewährt. Besondere Anerkennung verdient die lebendige Aehnlichkeit des Porträts, die Wärme der Inkarnation und das Durchleuchtetsein der Schattenpartien. Wirklich eine Qualitätsleistung. :: Sonntagsfahrkarten. Vom 15. Mai ab werden bei der Fahrkartenausgabe Wewelsburg Sonntagsrückfahrkarten 2. und 3. Klasse nach Paderborn Hbhf. ausgegeben. Nah und Fern !!! Minden, 8 Mai Lebensgefährlich ver letzt aufgefunden Der Gehilfe des Landwirts B. aus dem benachbarten Friedewalde wurde auf der Landstraße mit einem schweren, doppelten Schädelbruch besin nungslos und in einer großen Blutlache liegend, aufgefun den. Neben ihm lag ein offenes Messer und ein zertrüm mertes Fahrrad=Es steht noch nicht fest, ob ein Ueberfall oder Unglück vorliegt. 0) Hameln, 8. Mai. Vier Fälle von Parate phus in Ha meln.Vier Bewohner des Lohof an der Holtensen=Landstraße sind unter schweren Vergiftungserschei nungen erkrankt. Es hat sich herausgestellt, daß alle vier Personen an Paratyphus erkrankt sind. Die Erkrankung wird aufden Genuß von Hackfleisch das längere Zeit liegen geblieben war, zurückggeführt. „“ Bielefeld, 8. Mai. Vor den Augen des Vaters verunglückt. Die siebenjährige Schülerin Else Qu. hatte einige Tage bei Verwandten in Milse zugebracht Als der Vater das Kind anrief, lief es sofort ihm ent gegen, ohne auf den Verkehr zu achten. So wurde das Mädchen von einem Kraftwagen erfaßt und angefahren. Mit Verletzungen im Gesicht und am Mund wurde es dem Krankenhause zugeführt. Hannover. Freitod eines Bankiers. Wie aus Berlin berichtet wird, hat dort der aus Hannover stammende, erst seit einigen Jahren in der Reichshauptstadt ansässige Bankier Dr. O. seinem Leben ein Ende gemacht. Die Leiche war am Stössensee in der Nähe der Heerstraße angeschwemmt, und es gelang den behördlichen Nachforschungen festzustellen, daß es sich um den Bankgeschäftsinhaber Dr. jur. Ernst O. aus der Altonaer Straße im Berliner Hansaviertel handelte, der seit einigen Jahren Leiter des im selben Hause befindlichen Privatbankhauses O.& R. war. Er war Börsenmitglied und gehörte auch dem Zentralverband der Banken und Bankiers in Berlin an. Braunschweig. Minister a. D. Severing Ehrendokter. Die Technische Hochschule zu Braunschweig ernannte den früheren Reichsinnenminister Severing zum Ehrendoktor der Ingenieurwissenschaften. Die Ehrung erfolgte„in Anerkennung seiner Verdienste um die Förderung der deutschen Wissenschaften und Forschungen". Man wird nicht im Irrtum sein in der Annahme, daß die Verleihung des Doktortitels in Verbindung steht mit der unlängst erfolgten Errichtung des Forschungsinstituts für Erziehengswissenschaften, dem der Minister a. D. Severing einen Reichszuschuß garantiert hat. Rübeland i. H. Ein zu starker Sprengschuß. Zur Verbreiterung der Kreisstraße Rübeland—Hasselfelde wurden Sprengungen vorgenommen. Ein Sprengschuß war zu stark ausgefallen. Faustdicke Steine prasselten infolgedessen auf den unteren Teil des Ortes nieder. Ein Felsstück durchschlug die Giebelwand eines hochstehenden Hauses und zertrümmerte die Zimmereinrichtuna. Eine Untersuchung ist eingeleitet. Sprechsaal (Für Form und Inhalt von Sprechsaalartikel übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.) Ich habe mit Interesse den Artikel über die Friedhofsbänke gelesen und kann dem Schreiber dieses nur zustimmen. Die hohe Friedhofskommission möge zunächst erst mal vor die eigene Türe kehren, ehe sie durch allerlei neue Verordnungen und Nörgeleien die Grabstättenbesitzer verärgert. Man möge sich einmal den neuen Teil des Westfriedhofes der zwischen den beiden Reihen liegt ansehen. Diese Wiese prangt augenblicklich im Schmucke des gelben Löwenzahns. Von oben bis unten ist sie gelb. Panzerkreuzer S im Marineausschuß. Berlin, 8. Mai. Der Haushaltsausschuß beriet heute den Marinehaushalt. Reichswehrminister Groener gab dabei bez. des Panzerkreuzers B eine Erklärung ab, die sich mit der schon bekannt gewordenen Stellungnahme des Kabinetts deckt. Die Regierung nehmen den gleichen Standpunkt zu dem Kreuzer B ein wie das bisherige Kabinett. Nachdem der Reichsrat sich für die erste Rate ausgesprochen habe, wolle die Regierung die Entscheidung dem Reistage überlassen und von einer Doppelvorlage absehen.. Auch die alte Regierung habe nichts gegen die Rate gehabt, wenn durch andere Einsparungen die Summe geschaffen würde. Es wurde weiter ein Sonderausschuß gewählt, dem auch die Kabinettsmitglieder, Reichskanzler Dr Brüning, Reichsfinanzminister Dr. Moldenhauer und Reichsminister Dietrich angehören. And Amerika trotz oder wegen London? Washington, 8. Mai. Die amerikanische Marinebehörde veröffentlicht das amerikanische Flottenbauprogramm für die Jahre 1936— 1930— 1939. Das Programm sieht Neubauten im Betrage von 5 Milliarden Rm. vor. Die Neubauten werden mit dem Beschluß der Londoner Seeabrüstungskonferenz in London in Verbindungen gebracht, der dahin geht, der amerikanischen Flotte die gleiche Stärke zu geben wie die englische Flotte. Das Neueste vom Tage. Vom Donnerstag bis 13 Uhr. Prozeß Zeileis contra Lazarus. Berlin, 8. Mai. Der Prozeß Zeileis contra Lazarus (vergl. Blatt 2) nahm heute vormittag seinen Anfang. Lazarus war persönlich erschienen. Zeileis nicht. Zahlreiche Patienten hatten sich als Zuhörer eingefunden. Neuer Zusammenstoß bei Vombay. London, 8. Mai Während der gestrige Tag in Indien ruhig verlaufen ist, kam es heute in einer Stadt bei Bombay zu schweren Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizei. Die Polizei machte von der Schußwaffe Gebrauch. 25 Demonstranten wurden getötet und 100 verletzt. Ueber die Ursache des Zusammenstoßes fehlen noch die näheren Meldungen. Die Demonstranten sollen die Angreifer gewesen sein. Militär stellte die Ruhe wieder her. Kleine Funkmeldungen. Auf einer belebten Straße in Düffeldorf wurde heute vormittag, 9,30 Uhr, ein Kassenbote von zwei Männern niedergeschlagen und seiner Aktentasche mit 8000 M. beraubt. Die Räuber entstiegen einem hellgrünen Auto und entkamen mit demselben auch wieder. Wetterbericht. Das Tiefdruckgebiet über Mitteleuropa hat sich noch vertieft und nordwärts verlagert. Das westliche Hochdruckgebiet zeigt nur geringe Veränderung. Wettervorhersage für Freitag: Anhalten der kühlen und veränderlichen Witterung. Für die Nacht besteht Frostgefahr. Es fehlte nur noch die Einsämung von Hedderich. Die Anlagen um die neuen Wasserkümpe befinden sich noch im Urzustande vom Bau her, nur daß hier Disteln und anderes Unkraut aus der Erde schießt. An den Ecken wo die Ruhebänke aufgestellt sind, könnte es auch besser aussehen. Das Grundstück des Friedhofes wurde seinerzeit für einen Spottpreis angekauft und durch den Verkauf der Ruheplätze die heute ganz angemesse Preise kosten, von den Genehmigungsgebühren für Grabmahl abgesehen, fließt doch wohl Geld genug in die Frieddhofskasse, daß man eine würdige Anlage für unsere lieben Toten schaffen könnte. Wie war es möglich, daß im vorigen Jahre der Rest eines alten Zaun monatelang wüst durchelnander auf dem Friedhofe liegen blieb, das wäre wohl auf keinem Dorffriedhof unmöglich passiert und hier haben wir doch eine Kommission die kunst= und sachverständig ist. Es ist schön, wenn die hohe Kommission sorgt, daß ein einheitliches Bild auf dem Friedhofe gewahrt und was nicht schön sondern häßlich wirkt, verboten wird, aber sie selbst sollte auch etwas mehr wie bisher für die Verschönerung des Friedhofes tun. Einer für vieles Oberpostsekretär E. ist im Dienste ergraut, aber heute noch genau so frisch, wie vor 20 Jahren Mag vor Schalterschluß des Publikum drängen, er verliert nie sein Ruhe. irrtümer gibt's bei ihm nicht. Er ist eben ein Menn, der seine Nerven und Gedanken beherrscht. Beim Nachtdienst ist er genau so wach wie beim Tagesdienst. Die Müdigkeit überfällt ihn nicht, wenn die Arbeit rust, und der Schlel meidet ihn nicht, wenn er ihn sucht. „Ich brauche- pflegt er zu sagen- Anregung beim Arbeiten, aber ich brauche auch völlige Nervenruhe zum Schlefen. Beides finde ich, wenn ich Koffee Hag trinke. Er ist coffeinfrei und völlig unschädlich. Er regt an, aber verursacht keine Schlafstörungen. Deshalb meg ich Kaffee Hag- daheim wie zum Dienst- nicht mehr missen. „Machen Sie selbst einen Versuch, Sie werden sehen, wie gut Keffee Hag ihnen bekommt und wie gut er ihnen schmeckt!“ Gewichtskontrolle der Lastkraftwagen. Gegen die Zerstörung der Landstraßen durch ubermäßige Belastung. Die zuständigen Stellen wehren sich seit Jahren gegen die Zerstörung der Straßendecken durch die schweren Last kraftwagen, nachdem allzuhäufig festgestellt werden mußte ausgebaute Straßen in kurzer Zeit durch über ete Wagen wieder zerfahren wurden. Obwohl durch die Kraftfahrzeugverordnung vom 16. März 1928 das höchst: zulässige Gesamtgewicht(einschließlich Ladung) für gewöhn. Lastkraftwagen auf 9 Tonnen, für Dreiachser au 15 Tonnen und für die Anhänger auf 7,5 Tonnen begrenzt worden ist, werden diese Gewichte in den weitaus meisten Fällen, besonders beim Ueberlandverkehr zwischen den Großstädten, ganz erheblich überschritten. Hierzu wird uns von der Pressestelle des Landesdirektoriums in Hannover geschrieben: Leider war es wegen des Fehlens geeigneter Wiegegelegenheiten bislang nicht möglich, das Gewicht dieser Wagen einwandfrei nachzuprüfen. Zu Anfang dieses Jahres hat jedoch die hannobertesgcbdrich" Fair# uckwaagen angeschafft und bei Verwendung bieser Waulgen in zahlreichen Fällen Höherbelastungen bis zu 50 Prozent festgestellt. Wegen Ueberschreitung der gesetzlichen Gewichtsbestimmungen wurden gegen die betreffenden Führer empfindliche Polizeistrafen verhängt. Um wieder gesetzmäßige Zustände auf den Straßen einzuführen, wird diese Nachkontrolle der Wagen in Verbindung mit den örtlichen Polizeistellen fortgeführt. Aus der katholischen Welt Der Beginn des eucharistischen Kongresses. päpstliche Legat Lepicier ist in Karthago eingetroffen, um den Vorsitz des eucharistischen Kongresses zu übernehmen. Der päpstliche Legat hat vorher dem franzosischen Generalresidenten in Tunis einen Besuch abgestattet, den dieser erwiderte. Der Kongreß begann am Mittwoch. Schatzgräberei in Zaandam. Ein Fatz mit Gold und Edelsteinen. Eine sehr merkwürdige Schatzgräbergeschichte beschäftigt seit einiger Zeit die Holländer. Ein Herr Langwirt aus Würzburg hat die Sache in Fluß gebracht, und ein Medium, das sich„Gräfin Sylvia“ nennt, hat den Schatz, der ausgegraben werden soll, bereits„visionär“ gesehen. Es handelt sich um ein Faß mit Gold und Edelsteinen, das ein Kapitän de Wybenon bei Zaandam in Holland vergraben haben soll, und das man nun ans Licht schaffen will. Da die Ausgrabungen aber Geld kosten, hat man Geldgeber gesucht und selbstverständlich auch gefunden; denn Leute, die für so was Geld haben, finden sich immer. Das Faß mit dem Schatz, das Gräfin Sylvia im Trancezustand gesehen hat, und ein Stück von einem Eichenstamm, auf das sie gleichfalls hingewiesen hatte, sollen nun tatsächlich„gesichtet“ worden sein. Das Faß st noch nicht ganz freigelegt, aber man weiß bereits, daß es mit einer drei Zentimeter starken Strohschicht ausgelegt st. Da die Schatzgräber jetzt ganz aus dem Häuschen ind, hat sich die Polizei der Sache angenommen und das noch nicht ausgegrabene Faß unter behördlichen Schutz gestellt, damit es nicht gestohlen werde. Außer dem Faß soll noch ein bis oben hin mit Goldstücken gefülltes Gefäß In der Erde liegen. Viele behaupten allerdings, daß die ganze Sache ein schöner„Bluff“ sei, und daß die Schatzfräber alles, was man bisher gefunden habe, selbst vergraben hätten, um noch ein bißchen mehr Geld zu erlangen. Nun, man wird ja wohl bald sehen, was dahinter steckt! Kleine telegraphische Meldungen. Deutschnationale Geschlossenheit im Preußischen Landtag. Berlin. In einer der politischen Aussprache gewidmeten Sitzung der deutschnationalen Fraktion des Preußischen Landtages wurde nach einem eingehenden Referat des Fraktionsvorsitzenden Dr. von Winterfeld einstimmig beschlossen, auf alle rückschauenden Betrachtungen über die parteipolitischen Geschehnisse der letzten Vergangenheit zu verzichten und in vouler parteitreuer Einmütigkeit und bewährter Kameradschaft in festem Willen zu einheitlicher politischer Geschlossenheit den Kampf um die Erneuerung Preußens weiterzuführen. Die Gewerkschaftsvertreter beim Reichswirtschaftsminister. Reichswirtschaftsminister Dietrich empfing die ihre Auffassung und ihre Wünsche wnisger Wirzschaft vortrugen. Im Mittelpunkt der Aussprache nunden die Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt. Empfang deutschamerikanischer reine in Berlin. n e Zeslaufe einer Reise durch Deutschland berührten der Siedertranzer tütungsbund von Chikago und der Milwaukee Karl Schur namens der„Vereinigung durch deren geschäftsführendes Vorstandsmitglied, Dr. Hans Dräger, begrußt. „Graf Zeppelin“ am 15. Juni in Münster. Nach einer Mitteilung der Luftschisswerft in Friedrichshafen an die Stadtverwaltung Münster hat die Werft entsprechend dem Wunsche der Stadt und der Veranstalter der ziernationalen Freiballonwettfahrt den Landungsflug nach u, vom 29. auf den 15. Juni vorverlegt. Es ist ein etwa zweiständiger Aufenthalt auf dem Flugplatz vorgesehen. Zusammenschluß in der bündischen Bewegung. Berlin. Am 4. Mai haben sich die„Deutsche Freischar" und der„Großdeutsche Jugendbund" zu einem Bund vereinigt. Die Führung hat Admiral von Trotha übernommen. Der Buno heißt„Deutsche Freischar". Sein Zeichen ist das Balkenkreuz. Entfernung der Denkmäler verlangt. Chemnitz. Für die am Donnerstag dieser Woche stattfindende Stadtverordnetenversammlung haben die Sozialdemokraten u. a. einen Antrag auf Entfernung der Denkmäler auf dem Hauptmarkt und auf dem Roßmarkt eingebracht. Es Molles sowie um den Saxonaturm. Pitzeins I. Bismarcz, Familien=Nachrichten Geboren: Ein Junge dem Ehepaar A. Vonnahme und Frau Elisabeth geb. Bitter, Herbram, Vermählte: Stephan Wibbe, Maria Wibbe geb. Lammers, Paderborn—Altenbeken. Gestorben: Frau Bernhard Derenthal, Therese geb. Rose, Rösebeck. Druck und Verlag der Paderborner Anzeiger und Verlagsdruckerei.=G. in Paderborn. Geschäfts= und Schriftleitung Martin Wagner, in Paderborn. Habe mich als wissenschaftlicher Wirtschaftsberater in Paderborn niedergelassen. Meine Tätigkeit erstreckt sich auf gerichtliche und außergerichtliche Vergleiche, Buchrevision und Einrichtung zeitentsprechender, einwandfreier Buchführung, Bilanzaufstellung und Bilanzprüfung, Rentabilitätsberechnungen, Steuerberatung. Vermögensverwaltung. Beratung und Gutachten in Finanz- und Wirtschaftsfragen. Mein Büro befindet sich Westerntor-Wilhelmstraße 27(im Hause Wördehoff) Telefon 2665 Dr. jur. F. Westhoff General-Vertreter für Weine, Weinbrände u. Liköre.(Markenware) gegen hohe urovision gesucht. Es wollen sich nur Fachleute melden, die bei Hotels, Gastwirtschaften und Delikateßgeschäften eingeführt sind. Weingut, Burgbrandbrennerei und Likörfabrik Marbach, Bacharach am Rhein Das ureiniglagige Seelenamlt für unsern lieben, unvergeßlichen Sohn Ingenieur Joser Seimz findet am Samstag, den 10. Mai, morgens 8¼ Uhr in der Markkirche statt, wozu freundlichst eingeladen wird. Familie Direktor Herm. Schmitz Jedem, der an Rheumatismus, Ischias oder Gicht leidet, teile ich gern kostenfre mit, was meine Frau schnell und billig kurierte. 15 Pf. Rückportoerb. Müller Obersekretär a D. Dresden 310. Neustädter Markt 12. Magnetisch-Homöopathische * KrankenWehandlang Heilinstitut Fr. Schröder, Blelefeld Sprechstunden in Paderborn jed. 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Sitzung Der Preuf entscheiden. 2 der Wirtsch der Kommuna tag aufzul nationalen, St gegen 98 Stin Wirtschaftspar die bei der zu Zentrum, Den und Wirtschaf der Zuschüsse namentlich für Zuschüssen fü sollen.— Der dem Hauptau des Hauptaus tschaftsminister. ich emnpfing die sationen, die ihm Ugemeinen Lage ki der Aussprache garkt. se in Berlin. nd berührten der d der Milwaukee er„Vereinigung s VorstandsmitNünster. 1 in Friedrichs= die Werft entVeranstalter der idungsflug nach Es ist ein etwa sorgesehen. wegung. utsche Freischar“ inem Bund verha übernommen. Zeichen ist das ngt. r Woche stattn die Sozialder Denkmäler eingebracht. Es 8., Bismarcks, ten Vonnahme und ibbe geb. LamTherese geb. iger und Ver= und Schrifttderboen. Bung -Monat. Kundschaft zur gefl. iß ich mich von heute umgestellt habe. ie bisher: .Absätze.50 Absätze.50 Weberstr. 15. wasserwerk elle“ zn geräuschlos mit uck bei niedrigstem infache Montage gesch. Marx rborn Telefon 2240 # 0 Kee lumenkohl Oeschen frisch endmeNe? rn 9, Telefon 3425 Nr. 110 Zweites Blatt K Paderborner Anzeiger Freitag. den 9. Mai 1930 Ventstandigs Golb alendehantdtung. Die beliebte Militärmusik. Gröner gegen Soldatenmißhandlung. Der Haushaltsausschuß des Reichstages ging zur Einzelberatung des Haushalts der Reichswehr über. Im Mittelpunkt der Verhandlungen stand die Frage der Behandlung der Reichswehrsoldaten. Auf Beschwerden eines sozioldemokratischen Abgeordneten hin, daß die Mannschaft in vielen Fällen schlimmer„geschliffen“ werde als im alten Heere, nahm Reichswehrminister Gröner das Wort, der dazu ausführte: Wir verurteilen jegliche schimpfliche Behandlung von So laten und ihre Duldung auf das allerschärfste und es wird von mir in jedem einzelnen Falle, der zu meiner Kenntnis kommt, in der rücksichtslosesten Weise vorgegangen. Jeder, der mißhandelt, wird entfernt. Nur in Fällen, wo sich aus dem Einzelfall ganz besondere Rücksichten ergeben, genehmige ich persönlich, daß der betreffende Vorgesetzte im Dienst belassen wird. Auch die Methode, den Leuten das Schwimmen auf brutale Art beizubringen, verurteile ich aufs schärfste. Abgesehen von Einzelfällen, haben sich die Verhältnisse auch durchaus günstig entwickelt. Der Unteroffizier hat bei uns keine Strafgewalt, sie kann ihm auch nicht vom Hauptmann übertragen werden. Wir verlangen, daß unsere Soldaten menschen würdig, anständig und vornehm behandelt werden. Ich verlange von den Vorgesetzten, daßt sie vornehme Charaktere sind und nicht die eigene Unzulänglichkeit bädurch verdecken, daß sie die Mannschaften schlecht behandeln. Das Beschwerderecht in der Reichswehr sei durchaus zeitgemäß. Seine Anwendung kann auch nicht zur Entlassung führen, denn ich prüfe persönlich jeden einzelnen Fall, in dem jemand gegen seine Entlassung Einspruch erhebt. Ich werde immer genau prüsen, ob etwa in einem solchen Falle die Anwendung des Beschwerderechtes den eigentlichen Grund der Entlassung bildet. Die Zahl der Soldatenselbstmorde, die 1924 184 betrug, ist im Jahre 1929 auf 79 zurückgegangen. Weiter war von allgemeinem Interesse die Frage der Verwendung von Militärkapellen zu öffentlichen Konzerten. Ein sozialdemokratischer Abgeordneter wandte sich gegen die scharfe Konkurrenz, die die Militärkapellen den unter großer Arbeitslosigkeit leidenden Zivilmusikern machen, während von seiten der Volkspartei die Meinung vertreten wurde, daß die Konzerte der Militärkapellen sehr beliebt seien und auch dem guten Zweck dienten, die Fühlung zwischen Heer und Volk enger zu gestalten. Ein Vertreter des Reichswehrministeriums erklärte, daß Vereinbarungen getroffen worden seien, wonach eine Schmutzkonkurrenz der Militärmusiker gegenüber den Zivilmusikern ausgeschlossen sei. Das private Musizieren der Militärkapellen könnte nicht ganz verboten werden, da die Militärmusiker auf Nebenverdienst angewiesen seien. Verschiedene Gastwirtsverbände wünschen die Militärmusik mit der Begründung, daß ihre Gäste, vor allem auch die jungen Mädchen, die Militärkonzerte gern hörten. daß sie ln den letzten Entscheidungen der demokratischen Reichstagsfraktion eine Verletzung demokratischer und sozialer Forderungen erblickt. Sie verlangt von den Führern der Partei, daß sie die künftige Wirtschafts=, Sozial= und Agrarpolitik eindeutig im Sinne der demokratischen Parteigrundsätze führen oder von der Führung zurücktreten. Der Parteiausschuß erklärt, daß er jede Verschmelzung der Partei mit anderen politischen Gesinnungsrichtungen ablehnt.“ Polen. Ulitz in Laurahütte am Reden verhindert. In Laurahütte war eine Wahlversammlung der Deutschen Wahlgemeinschaft einberufen. Die Versammlung nahm zunächst einen ruhigen Verlauf. Als Ulitz, der Geschäftsführer des Deutschen Volksbundes, das Wort ergreifen wollte, kam es zu Tumulten, die von Mitgliedern des Polnischen Aufständischenbundes hervorgerufen wurden. Ein Mitglied dieses Verbandes versuchte, eine Hetzrede zu halten, doch wurde die Versammlung polizeilich aufgelöst. Lettland. Deutsch=lettländische Zollverhandlungen. Der Ministerrat in Riga hat eine Sonderdelegation für Verhandlungen mit Deutschland in der Frage der Erhöhung der deutschen Agrarzölle eingesetzt, durch die insbesondere der Butterexport Lettlands gei t r o f f e n i s t. V o r s i t z e n d e r d e r D e l e g a t i o n i s t d e r e h e m a l i g e ; Premierminister Ulmanis. Mitglieder sind der Direktor des Wirtschaftsdepartements Niezis und der AbteilungsDer Adlerschild des Reiches für Oskar von Miller. Ein Glückwunschschreiben des Reichspräsidenten. Geheimrat Dr.=Ing. Oskar von MillerMünchen, der Schöpfer und Leiter des Deutschen Museums, ist an seinem 75. Geburtstage in ganz besonderer Weise geehrt worden. Der Reichspräsident hat ihm den Adlerschilddes Reiches verliehen und ihm ein Glückwunschschreiben zugehen lassen, in welchem er auf die wertvollen Dienste hinweist, die Miller der deutschen Wirtschaft und Technik geleistet hat, und dem Danke des deutschen Volkes für diese Dienste Ausdruck verleiht. Der Adlerschild trägt auf der Rückseite die Widmung:„Dem Schöpser des Deutschen Museums.“ Im Namen der Reichsregierung und für seine eigene Person gratulierte der Reichskanzler Dr. Brüning. Der Stadtrat von München verlieh Miller das Ehrenbürgerrecht der Stadt München. Die Jahresversammlung des Deutschen Museums. Zur Jahresversammlung des Deutschen Museums, die durch den 75. Geburtstag Oskar von Millers und durch das Richtfest des neuen Studiengebäudes des Deutschen Museums eine besondere Weihe erhielt, hatten sich außer den Vertretern der Reichsregierung und der bayerischen Staatsregierung, den Präsidenten des Reichstages und des Bayerischen Landtages, Vertretern der Reichs= und Staatsbehörden usw. zahlreiche hervorragende Vertreter von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft in München eingefunden. Oskar von Miller wurde in außerordentlicher Weise gefeiert. Unter den Festrednern befanden sich Generaldirektor Dr. Vögler und der frühere Reichsbankpräsident Dr. Schacht. Die bayerische Staatsregierung verlieh Museumsringe an solche Personen, die sich durch tatkräftige und opferwillige Mitarbeit um das Deutsche Museum besondere Verdienste erworben haben. Den Museumsring in Gold erhielt u. a. Dr. Hugo Eckener. Der Auflösungsantrag abgelehnt. Preußischer Landtag. (160. Sitzung.) tt. Berlin, 7. Mai. Der Preußische Landtag hatte über seine eigene Existenz zu entscheiden. Diese Entscheidung fiel positiv aus. Der Antrag der Wirtschaftspartei, mit Rücksicht auf das Ergebnis der Kommunalwahlen vom November v. J. auch den Landlag aufzulösen, wurde mit 260 Stimmen der Deutschnationalen. Sozialdemokraten Demokraten und des Zentrums gegen 98 Stimmen abgelehnt. Das Resultat wurde von der Wirtschaftspartei mit Pfuirufen ausgenommen. Es folgen die Abstimmungen zum Kultushaushalt, die bei der zweiten Lesung zurückgestellt worden waren. Zentrum, Demokraten, Deutschnationale, Deutsche Volksparte und Wirtschaftspartei beantragen gemeinsam eine Erhöhung der Zuschüsse für die Landesbühnenorganisation, lamentlich für die Grenzgebiete, um 600000 Mark, die an den Zuschüssen für die Berliner Staatstheater gekürzt werden sollen.— Der Antrag wird auf Wunsch der Regierungsparteien dem Hauptausschuß überwiesen. Dagegen wird ein Antrag des Hauptausschusses angenommen, der das Staasministerium beauftragt, alsbald mit der Stadt Berlin in Verhandlungen einzutreten, deren Ziel eine wesentliche Verringerung des Fehlbetrages der staatlichen Theater in Berlin und der Staatszuschüsse sein soll. Durch einen angenommenen Antrag des Hauptausschusses wird das Staatsministerium ersucht, den Fonds für Schulbau=Unterstützungen wesentlich zu erhöhen. Eine große Anzahl von Ausschußanträgen wurde bestätigt, darunter der Antrag, eine Kalenderreform mit dem Ziele der Festlegung des Osterfestes durchzuführen: das Zentrum stimmte dagegen. Mit diesen Abstimmungen war die zweite Beratung des Kultushaushalts abgeschlossen. Nächste Sitzung Donnerstag 12 Uhr: Haushalt des Staatsministeriums. Deutsches Reichswehrmanöver in Thüringen? In diesem Herbst sollen dem Vernehmen nach größere Manöver der Reichswehr in Thüringen stattfinden. Im vorigen Jahr unterblieben die Manöver aus Sparsamkeitsgründen. Der Chef der Heeresleitung, Generaloberst Heye, hält sich zurzeit in Thüringen auf, um, wie man annimmt, zusammen mit seinem Stabe die erforderlichen Vorbereitungen zu treffen und das Manövergelände zu besichtigen. Als übungsfeld ist das Grabfeld im südlichen Thüringen in Aussicht genommen. Hamburger Demokraten gegen die Partei. In einer Versammlung der Hamburger Demokraten wurde gegen drei Stimmen eine Entschließung angenommen, in der es u. a. heißt:„Die Deutsche Demokratische Partei Hambura stellt durch ihren Parteiausschuß fest, hei im Nußenministerium Munter. Ausland erlin. Der Reichspräsident empfing am Mittwoch den deutschen Botschafter in Rom, Freiherrn v. Neurath. Brannschweig. Der frühere Reichsinnenminister Severing ist von der Technischen Hochschule in Braunschweig wegen der Förderung, die er dem neugegründeten Forschungsinstitt für Erziehungswissenschaften hat zuteil werden lassen, zum Ehrendokton der technischen Wissenschaften promoviert worden Frankfurt a M. In dem Befinden des Mitgliedes des Preußischen Landtages, des bisherigen Chefredakteurs der „Volksstimme“ in Frankfurt a.., Marckwald(Soz.), der sich mit seiner Frau aus dem durch die Parteileitung geränkten Ehrgefühl zu vergiften suchte, ist eine Besserung einzetreten. Die Frau liegt noch schwerkrank danieder. Paris. Der päpstliche Legai Lepicier ist in Tunis einzetroffen, um in Karthago den Vorsitz auf dem beginnenden Eucharistischen Kongreß zu übernehmen. London. Das Ministerium des Auswärtigen teilt mit, daß die Gültigkeit des britisch=afghanischen Verrages vom Jahre 1921 durch ein ausdrückliches Abkommen von neuem bestätigt worden sei. Der britische Gesandte für Afghanistan sei unterwegs nach Kabul. London. Die Zahl der Arbeitslosen betrug am 28. April 1698 400, d. h. 38087 mehr als am 14. April, was auf die Osterfeiertage zurückzuführen ist, und 534592 mehr als im intsprechenden Zeitraum des vorigen Jahres. Warschau. Wie aus Wilna gemeldet wird, ist der im Zusammenhang mit dem Bombenanschlag auf die Warschauer Sowjetgesandtschaft verhaftete ehemalige russische Oberst Buturlin wieder freigelassen worden, da er schuldlos erscheint. Madrid. Die Regierung hat sich entschlossen, sämtliche Universitäten zu schließen und erst zu Beginn der Examenszeit, Mitte Juni. wieder zu eröffnen. Außerdem hat sich die Regierung dahin geeinigt, bis auf weiteres keine polilischen Propagandareden und Versammlungen zuzulassen. Rigerteit s00 Fatte Algeriens Jubiläum. Erst Raubstaat, jetzt französische Kolonie. Algerien oder, wie wir es gewöhnlich nennen, Algier degeht die Hundertjahrfeier seiner Zugehörigkeit zu Frankreich. Flottenparaden, militärische Schauspiele und Denkmalsenthüllungen bilden den äußeren Rahmen der Feierliche Einholung des Präsidenten der Französischen Republik in Algier bei seiner Ankunft zur Teilnahme an den Feierlichkeiten. Jubiläumsfeste, und Doumergue, Frankreichs Staatsobersaupt, reist im Lande umher und hält Festreden. Dabei st das eigentliche Jubiläum noch gar nicht fällig, da die Eroberung Algeriens erst am 25. Mai 1830 begann: de nals ging eine Expedition von 75 französischen Kriegsind 400 Transportschiffen mit einem Landungsheer von 7000 Mann unter Segel, um den Räubereien der ilgerischen Deis und ihrer Untertanen, die zum großen Teil Piraten waren, ein Ende zu machen. Jahrzehnteug hatten die Seeräubereien der Algerier das Mittel. neer unsicher gemacht und die christlichen Mächte immer vieder zu Gewaltmaßregeln gezwungen. Spanier, Engländer, Holländer, Italiener, Amerikaner, vor allem aber Franzosen batten immer wieder Kämpfe mit dem Raubgesindel zu bestehen, bis Frankreich schließlich die Geduld verlor, ein Ultimatum stellte und die Küste des Landes zu blockieren begann. Dieser Eröffnung der Feindseligleiten war im Palast des Deis Hussein in der Stadt Algiet eine hochdramatische Szene vorangegangen: der Dei hatte nämlich am mohammedanischen Beiramfeste 1827 dem französischen Konsul Deval, durch den er sich verletzt fühlte, vor versammeltem Volke eine Ohrfeige versetzt. Man muß nun nicht glauben, daß Algerien, das schon zur Zeit der Römer und noch früher ein sehr unruhiger Staat gewesen und immer wieder in andere Hände geallen war, von den Franzosen an einem Tage erobert vorden sei. Die französischen Truppen kämpften, obwohl ke in der Übermacht waren, nicht immer mit Glück, und is dauerte viele Jahre, ehe Frankreich das Land„fest in der Hand“ hatte. Immer wieder und bis in die teueste Zeit brachen Aufstände aus und wenn es zuch so scheint, als ob jetzt endlich Ruhe und in Algier herrschten, so glimmt doch noch mancher Funke unter der Asche, und man kann nicht behaupten, daß die Eingeborenen sich unter der französischen Herrschaft restlos glücklich fühlen. Der Wahrheit gemäß muß jedoch gesagt werden, daß Frankreich sich alle Mühe gegeben hat, das Land zu einer Musterkolonie zu machen. Die Bevölkerung besteht nur zum geringeren Teil aus eingewanderten Europäern; der großen Mehrzahl nach besteht sie aus Angehörigen berberischer, arabischer, türkischer und israelitischer Volksstämme. Die Landeshauptstadt Algier ist eine wirklich schöne und interessante Stadt. die aus der Ebene amphitheatralisch an einem steilen Hügel in Form eines Dreiecks aufsteigt und aus einem europäischen und einem maurischen Stadtteil besteht: die Spitze des Dreiecks bildet die Kasbah oder Zitadelle, die jetzt eine Kaserne ist. Die manrischen Häuser sind unscheinbar von außen, im Innern aber est kostbar ausgestattet. Die Mauren, die den Kern der Bevölkerung bilden, suchen ihren Lebensunterhalt im Kleinhandel, als Handwerker Seidenwirker, Goldsticker, Schubmacher und Sattler. Ein wichtiger Ausfuhrartikel Alge. riens sind die Weine, die sich auch aus dem deutschen Markte finden. Es mag schließlich noch erwähnt werden, daß Algier in neuerer Zeit ein beliebtes Reiseziel europäischer, auch deutscher Vergnügungsreisender geworden ist: wer sich an der Riviera satt gesehen hat, macht rasch 1 mal einen Sprung übers Meer hinüber und vergnügt sich in Algerien an Dingen, die den Reiz des Exotischen haben. Am Zelleis contra 8. Mai Berliner Lazarus. Berlin der Prozeß des Wunder doktors von Gallspach, Valentin Zeileis(links), r Universitätsprofessor Dr. Paul Lazarus(rechts), der die Gallspacher Heilmethode einer vernichtenden Kritik unterzogen und als gemeingefährliche Kurpfuscherei be zeichnet hat. Zeileis Klage ging ursprünglich dahin, dem gegen den Professor Lazarus die weitere Verbreitung dieser Behauptung zu verbieten, wurde dann aber in ihren Hauptpunkten zuruckgezogen und nur noch auf das Verbot der Behauptung beschränkt, daß Lazarus die Gallspacher Heilmethode am eigenen Leibe erprobt habe. Vermischtes Annullierung der Wahlen in Monako. Durch Verordnung des regierenden Fürsten von Monako sind die kürzlich erfolgten Wahlen zum Nationalrat wegen Verfassungswidrigkeit annulliert worden. Polnische Wirtschaft. In Bielitz hat die Polizei eine Schiebung bei der Rekrutenaushebung aufgedeckt. Es wurden 15 Personen aus angesehenen Industrie= und Handelskreisen verhaftet, die einem Militärarzt Bestechungsgelder gaben und von ihm die Befreiung vom Militärdienst erlangten. Verhaftung eines Landtagsabgeordneten. Der mecklenburg=strelitzsche Kommunistenführer, Landtagsabgeordneter Erich Schmidt, ist in Neu=Brandenburg verhaftet und gleich nach seiner Vernehmung in das Neustrelitzer Gefängnis übergeführt worden. Angeblich steht der Haftbefehl mit der Maifeier und dem Republikschutzgesetz in Zusammenhang. Staatsrechtlich ist die Verhaftung dieses Landtagsabgeordneten dadurch möglich, daß der Landtag geschlossen worden ist. In solchem Falle ruht die Immunität eines Abgeordneten. Seeamtsverhandlung über den Fall„Falke“ am 20. Juni. Die Seeamtsverhandlungen in der Angelegenheit des Dampfers„Falke" beginnt am 20. Juni im Schwurgerichtssaat des Hamburger Strafjustizgebäudes. Millet verhaftet. Der in den kürzlich aufgedeckten Riesenbilderfälschungsskandal verwickelte Enkel des großen französischen Malers Millet sowie sein Genosse, der Maler Paul Caceau, sind au Anordnung des Untersuchungsrichters in Parts verhaftei und ins Gefängnis eingeliefert worden. Verurteilung politischer Manifestanten. — In.“ sannes(Frankreich) wurden die am 1. Mai verhafteten Manifestanten abgeurteilt. Eine Delegierte der Kommunistischen Partei wurde zu 15 Tagen Gefängnis und 3000 Fran Geldstrafe, fünf Italiener zu je sechs Tagen Gefängnis und 25 Frank Geldstrafe verurteilt. setzte, folgten seinem Beispiel alle übrigen in der Schleufe liegenden Schiffe. O Handgranaten in Kinderhänden. Von Kindern, die in einem Garten spielten, wurden in Sorau neunzehn Eierhandgranaten freigelegt. Mehrere Kinder begaben sich mit zwei der gefundenen Granaten nach der Polizei. Ein Beamter stellte darauf die gefährlichen Fundstücke sicher. (9 Einsturz eines Kirchturmes. In einer kleinen Gemeinde der Umgebung der Stadt Genua ist der Glockenturm der Kirche während des Gottesdienstes eingestürzt, wobei das benachbarte Pfarrhaus unter den Trümmern vollständig begraben wurde. Ein Priester, der die ersten Anzeichen der drohenden Katastrophe zufällig bemerkt hatte, stürzte in höchster Aufregung in die Kirche und veranlaßte, daß der Gottesdienst abgebrochen und Kirche und Pfarrhaus geräumt wurden. Kaum hatte der letzte Andächtige sich in Sicherheit gebracht, als der Einsturz erfolgte. ( Die Waldbrandkatastrophe in New Jersey. Die Waldbrände im Gebiete des Staates New Jersey nehmen immer katastrophalere Formen an. Etwa 200 Wohnstätten sind neuerdings in Flammen aufgegangen. Bei den Arbeiten zur Eindämmung des Feuers sind mehrere hundert Personen verletzt worden. Die Lage wird wesentlich erschwert durch die ungeheure Hitze der letzten Tage: hatte man doch im Stadtgebiet von Newyork die Rekordtemperatur von 30 Grad Celsius zu verzeichnen. O Wiederaufleben der vulkanischen Tätigkeit des Krakatau. Der Vulkan Krakatau, auf der Insel gleichen Namens, hat nach kurzer Ruhepause seine Tätigkeit wieder aufgenommen. Die verschiedenen Ausbrüche erreichten eine Höhe von 150 Metern und wurden von Aufwellungen des Meereswassers und von zahlreichen Explosionen begleitet. Außerdem wurde ein leichtes Beben verspürt. Unwetterkatastrophe im Fuldatal. Im mittleren Fuldatal zwischen Knüll und Rhön ging ein schweres Unwetter mit Hagelschlag nieder. In Hersfeld wurden Felder und Gärten fortgespült. Riesige Wassermengen ergossen sich in die tiefer gelegenen Stadtteile und in die Keller. Zwei Personen wurden vom Blitz erschlagen. Promotionsrecht für die Technische Hochschule Stuttgart. Durch Beschluß des Staatsministeriums vom 5. Mai d. J. ist der Technischen Hochschule in Stuttgart das Recht verliehen worden, künftig den Titel eines Doktor rer. techn, zu verleihen. Achtstündige Arbeitszeit auf See. Das wesentlichste aus dem neuen für die Schiffahrt gültigen Manteltarif dürfte die Tatsache sein, daß er für die Mehrzahl der deutschen Seeleute den achtstündigen Arbeitstag auf See bringt. Der Tarif enthält außerdem Verbesserungen in der Urlaubsregelung. O Schwerer Autozusammenstoß. Ein schwerer Autozusammenstoß ereignete sich an der Bahnüverführung Hagen—Eckesey. Ein großes Berliner Personenauto hatte in der Kurve eine Reifenpanne, geriet ins Schleudern und fuhr einem kleinen Opelwagen in die Flanke. Der Anprall war so heftig, daß der Opelwagen vollständig zertrümmert und der Berliner Wagen schwer beschädigt wurde. Die fünf Insassen des großen Wagens und der Chauffeur wurden herausgeschleudert. Die sechs Schwerverletzten fanden im Krankenhause Aufnahme. O Ehrung eines toten Kapitäns. Das Tankschiff „Marianne“ lief mit der Flagge auf Halbmast im Hamburger Hasen ein. An Bord befand sich die Leiche des in Riga plötzlich verstorbenen Schiffskapitäns Müller. Eine Ehrung wurde dem toten Kapitän in der Holtenauer Schleuse des Kaiser=Wilhelm=Kanals zuteil. Als der Kreuzer„Köln“, der gleichfalls die Schleuse passierte, die Halbmastflagge der„Marianne“ wahrnahm, hörte die Musikkapelle des Schiffes zu spielen auf. Als der Kreuzer hierauf ebenfalls die deutsche Kriegsflagge auf Halbmast Bunte Tageschronik Rom.„Popolo di Roma“ berichtet, daß in der gesamten Provinz Kalabrien ein starkes Erdbeben verspürt wurde. Schäden sind bisher noch nicht gemeldet. Toledo. Bei einem Motorradrennen in Valmojado fuhr ein Motorrad in die Zuschauermenge hinein. Sieben Personen wurden schwer und mehrere andere leichter verletzt. Die beiden Fahrer mußten von der Polizei vor der Wut der Menge geschützt werden. Newyork. In Columbus im Staate Ohio hat eine Frau sieben von ihren neun Kindern erschlagen. Hierauf machte sie einen Selbstmordversuch, der jedoch mißlang Spiel und Sport Sp. Die Turnerfußballmeisterschaft wird am Sonntag mit dem letzten Vorrundenspiel fortgesetzt. In Kottbus stehen sich der Brandenburgische Meister Kottbus 61 und der Thüringische Meister M. T. V. Altenburg gegenüber. In der Zwischenrunde warten auf den Sieger bereits T. V. Mannheim 46, der Titelverteidiger, M. T. V. Harburg=Wilhelmsburg und Kruppsche Turngemeinde Essen. Sp. Die Ausführungsbestimmungen zum Vertrag zwischender Deutschen Turnerschaft und dem Deutschen Schwimmerband werden jetzt bekanntgegeben. Demzufolge kann der Wettkampfverkehr innerhalb der beiden Verbände jetzt in Rahmen der hierfür getroffenen Bestimmungen vor sich gehen. Graue Haare nicht farben. Entrupal-Haarstärkungswasser beseitigt auf ganz natürliche Weise graue Haare indem es die Haarwurzeln zur neuen Farbstoffbildungu.-Einlagerung im Haarmarkanregt.Daher das einfachste und ungenierteste Mittel bei voller Fehlfarbenfreiheit! Ausgezeichnet gegen Haarausfall und Schuppen. Fl..80. Verlangen Sie Gratisprospekt: CentralDrogerte, Paderborn, Marienplatz 2. r DODETTS Mer. Börse und Handel amtliche Berliner Notierungen vom * Börsenbericht. Tendenz: Leicht nachgebend. Das lebhafte Geschäft an den Rentenmärkten gab der Börse einen neuen Anreiz. Auch die Aktienmärkte waren überwiegend freundlicher. Das Geschäft war hier allerdings wesentlich ruhiger. Die Stimmung wurde durch den sehr festen Schluß der Newyorker Börse angeregt. Geld war weiter leicht. Tagesgeld—6 Prozent, Monatsgeld 5,50—6,50 Prozent Warenwechsel 4,50 Prozent. Im weiteren Verlauf waren Terminwerte bei ruhigem Geschäft eher leicht nachgebend. Es entwickelte sich eine Reihe von Spezialbewegungen. * Devisenbörse. Dollar 4,18—4,19; engl. Pfund 20.34 bis 20,38; holl. Gulden 168,42- 168.76; Danz. 81,33—81,49; franz. Frank 16,42—16,46; schweiz. 81,08—81,24; Belg. 58,39—58,51; Italien 21,94—21,98; schwed. Krone 112,31—112,53; dän. 111.98 bis 112,20; norweg. 111,99—112,21; tschech. 12,40—12,42; österr. Schilling 59.03—59.15; Argentinien 1,61—1,62; Spanien 51,35 bis 51.45. Die Sparkassen des Reiches im März. der amtlichen Statistik stiegen die Spareinlagen im im März von 9,55 auf 9,64 Milliarden, die Milliarden Riarr. u..e inlagen von.38 auf.41 Berliner Börse vom 7. Mai 1930. Mitgeteilt von der Commerz= und Privat=Bank, Aktiengesellschaft, Filiale Paderborn. Schwankende und auf Zeit gehandelte Werte(Schlußkurse.) Commerz= und Priv=Bank 150 7/8 Proz.— Deutsche Bank und Disc.=Ges. 142¼.— Reichsbank 297¼.— A. Verkehrswesen 128½/8.— Hamburg=Amerika=Paketfahrr 112 7/8.— Nordd. Lloyd 112 7/8— Allg. Kunstzijde 108.— Allg. Electr.=Ges. 169¼.— Bergmann Electr. —.— Conti Gummiwerke 170.— Daimler=Benz 39¼. 755 Erdg 102½.„Jahlberg List 64.— Gelsenk. Bergwerk g. Farven Ind. 181¾.— Mannesmann Röhren %8 rapch Fabr. Buckau 124.— Max. Hütte 177. — Oberschles. Kokswerke 110¾.— Phönix Bergwerke 100.— Rheinstahl 120.— Rhein. Westf. Elektr. Werk 181.— Rütgerswerke 71¼.— Schuckert El. 190¼.— L. Tietz 150.— Ver. Stahlwerke 97¼.— Wicking Cement 117.— Otavi Minen 48½.— Dt. Ablös. Anl. mit Ausl. Rechten 60 5/8.— Dt. Ablös. Anl. ohne — Kassa=Notierungen: Kahla=Porz. 53 Proz.— Martini u. Hüneke 111¼.— Mech. Web. Linan etf S 18% Neuregelung der Einfuhrscheine. solgendg Prir uus vom 13. d. M. sind die Einfuhrscheine für ud im Insaus Dei Roggen, Hafer und im Intand erzeugter Gerste mit einem Hektolitergewicht Einfuhrscheins ein Hezramm wird der Vertbestimmung des schensn#in Verrag von neun Mark zugrunde gelegt. „„venden Schweinen wird der Wertbestimmung des Einsuhrscheins ein Betrag von 27 Mark, bei Schweinefleisch der Larifnummer 108. frisch, gefroren oder einfach zubereitet(mit Ausnahme der Kopfe, Spitzbeine und Zungen), ein Betrag von 36 Mark und bei Schweineschinken in luftdicht verschlossenen Behaltnissen ein Betrag von 48 Mark zugrunde gelegt. Neueingeführt werden Einfuhrscheine bei der Ausfuhr von Rindvieh und Schafen bzw. von Rindfleisch und Schaffleisch. Der Reichsminister der Finanzen ist ermächtigt, die Ausstellung von und Hafer mit einwöchiger sud von Roagen, Roggenschrot sehen läßt, daß Ziaschiser Frist zu sverren, sobald es sich übersehen taßt, buß die Ausfuhr von Roggen und Hafer zu den neuen Wertbestimmungssätzen eine Menge von 700 000 Doppelenteiten wiosen u. 00 Doppelzentnern Hafer über Die Deutsche Bauwoche 1930. Die Fünfte Deutsche Bauwoche, veranstaltet von den Spitzenverbänden des deutschen Baugewerbes, findet in der eit vom 1. bis 5. Juli in Dortmund statt. Der Reichswirtschaftsminister Dietrich wird gelegentlich einer öffentlichen Verinstaltung am 4. Juli über„Die Lage der deutschen Wirtschaft" prechen. Zunahme der Spareinlagen in Preußen. Nach den Zweimonatsbilanzen der preußischen Sparkassen en sich folgande eiffornmäßige Angaben öher das(Syar92.— Poppe u. Wirth 75.— Westf. Brahl Hamm Randbriese Jiliar..“— Sproz. West. Psaishriese.. 35½.— 5proz. landsch. Abfind= Schlußbörse schwächer. Späterhin wurde die Tendenz etwas schwächer. Börsenschluß traten Andi Gegen traren underungen von Belang nicht mehr ein. lach den Zweimonatsbilanzen der preußischen Sparkasse lassen sich folgende ziffernmäßige Angaben über das Sparkassengeschäft in den ersten beiden Monaten des Jahres 1930 issengeschäft in den ersten beiden Monaten des Jahres 1930 machen. Die Spareinlagen betrugen am 28. Februar 1930 5851,7 Millionen Mark, das bedeutet einen Zuwachs seit Ende 1929 um 354,3 Millionen Mark. Von dem gegenüber den letzten Monaten gestiegenen Spareinlagenzuwachs im Januar und bruar 1930 entfällt insgesamt fast die Hälfte auf Zinsgutschriften, die nach der Monatsstatistik 167,7 Millionen Mark betrugen. Jedoch ist auch der reine monatliche Einlagenüberschuß im Jahre 1930 bisher größer als derjenige im Monatsdurchschnitt des zweiten Halbjahres 1929. Die Spareinlagen machen Ende Februar 84.1 Prozent der gesamten fremden Mittel aus. Zusammenbruch einer Hochseefischerei. Die Fischdampferreederei Franz Prochaske in Hamburg, die im Féöruar die gesamte Emdener Hochseeftschereiflotte aus zwölf Dampfern übernahm, ist völlig zusammengebrochen. Drei von ihren Fischdampfern sind in Hamburg vom Gerichtsvollziehungsamt an die Kette gelegt worden, da die Mannschaft t Monaten keine Heuer ausgezahlt bekommen hat. Außervem wurden zwei weitere Dampfer in dem schottischen Hafen Aberdeen an die Kette gelegt. Die sieben anderen Dampfer, die sich noch auf See befinden, werden nach ihrer Rückkehr in Hamburg voraussichtlich zunächst aufgelegt werden. Der Reederei hat es an den notwendigen Betriebsmitteln gefehlt. * Produktenbörse. Die Eröffnung der Produktenbörse gestaltete sich stark enttäuschend Weizen war aus erster Hand, gemessen an der Nachfrage der Mühlen, ausreichend offeriert, die zweite Hand ist mit Angebot dringlicher am Markte. Abschlüsse kamen in geringem Umfang zu etwa eine Mark niedrigeren Preisen zustande. Weizen neuer Ernte fand zu etwa zwei Mark niedrigeren Preisen als gestern Unterkunft. Roggen zur prompten Verladung bleibt fast unverkäuflich. Am Lieferungsmarkte setzte Mairoggen eine Mark höher ein, da ein größerer Teil der besichtigten Mengen unkontraktlich war. Die anderen Sichten lagen stetig. Der Weizen= und Roggenmehlabsatz ist nach wie vor unbefriedigend. Am Hafermarkte machte sich gleichsalls Verstimmung bemerkbar. Bei stärkerer Verkaufslust der Provinz neigten die Preise zur Schwäche. Gerste ruhig. Getreide und Olsaaten per 1000 Kilogramm, sonst per 100 Kilogramm in Reichsmark. Weiz., märk pommersch. Rogg., märk. Braugerste Futtergerste Sommergerste Wintergerste Hafer, märk. pommersch. westpreuß. Weizenmehl p. 100 kg fr. Brl. br. inkl. Sack(feinst. Mrk. u. Not. Roggenmehl p. 100 kg fr. Berlin dr. inkl. 7. 5. 283-287 159-165 192-203 175-188 5 285-289 159-164 192-203 177.190 157-168 159-165 Rapskuchen 31.-40.081-400Leinkuchen Weizkl. f. Bln. Rogkl. f. Bln. Raps Leinsaat Vikt.=Erbsen I. Speiseerbs. Futtererbsen Peluschken Ackerbohnen Wicken Lupin., blaue 7. 5 9,2-.7 ..102 6. 5 .297 .710,2 24.-30,0 21,0-24.0 18.-19.0 17,0-19,0 15.-17,0 19.•22.5 eceche 21.-24.0s2 18.•19.0 17.-19.0 15.-17,0 19.-22,5 Win., W i c 150 160 Lupine, gelbe 20.-22.5/20.-22,5 Seradella[28,5-31,0s28.-31,0 12.-13.7/12.-13,7 18.-18.5 .28.7 13-142 Trockenschtzl. Soya=Schro: Torfml. 30/70 18.-18.5 .28,7 13.-14.4 150-155 15.=15.5 Sack 23.-26.023.=26.0sKartoffelflck. * Der durchschnittliche Berliner Börsenroggenpreis für 1000 Kilogramm betrug in der Woche vom 21. bis 26. April 1930. ab märklscher Station 166.50 Mark. Frei den 9. Mir ist's, Daß alle? Die Zweig Gen grauIch ahnte Die ersten Nun steh Gewichen Die Bäul Von duft Die Bien Und in d Wie lieb Wo jede Wo alle Weil sie? 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Es mente aufzusp „Wo hatt „In Pole dort ständig meinem Distri Hauptführer, staarsfeindlich haften zu last n in der Schleuse Von Kindern, die Sorau neunzehn Kinder begaben nach der Polizei. lichen Fundstücke Freitag, den 9. Mai 1930 Sns.. Beiloge zu Nr. 110 des Anzeigers einer kleinen Gea ist der Glockenenstes eingestürzt, r den Trümmern er, der die ersten zufällig bemerkt e Kirche und vern und Kirche und tte der letzte Ander Einsturz erFersey. Die WaldJersey nehmen 200 Wohnstätten ingen. Bei den es sind mehrere lage wird wesentder letzten Tage: pyork die Rekordzeichnen. ätigkeit des KraInsel gleichen Tätigkeit wieder brüche erreichten von Aufwellunichen Explosionen Beben verspürt. z in der gesamten verspürt wurde. Valmojado fuhr Sieben Personen erletzt. Die beiden Wut der Menge hio hat eine Frau Hierauf machte sie 6 im Sonntag mit kottbus stehen sich der Thüringische der Zwischenrunde eim 46, der Titelig und Kruppsche Vertrag zwischen utschen Schwimmnzufolge kann der erbände jetzt in gen vor sich gehen. färben! it ganz natürHaarwurzein zur armarkanregt. Da. 21 bei voller Fehlusfall und Schupekt: Centralplatz 2. Banmblüte. Mir ist's, als wär' es gestern erst gewesen, Daß alle Bäume starr und stumm und kahl Die Zweige streckten wie ein Rutenbesen Gen graue Wolken düster schwer und fahl. Ich ahnte nicht, daß in den toten Bäumen Die ersten Säfte schon vom Frühling träumen Nun steh ich wieder an derselben Stelle. Gewichen ist des Winters banges Weh. Die Bäume überflutet eine Welle Von duftig weichem, weißem Blütenschnee. Die Bienen summen, honigschwer beladen, Und in den Zweigen singen die Zikaden. Wie lieb' ich diese übersonnten Stunden, Wo jede Blüte neue Blüten weckt, Wo alle kranken Herzen rasch gesunden, Weil sie der Blütenzauber angesteckt. Der engen Stube kehrte ich den Rücken, Mich trieb's hinaus mit fröhlichem Entzücken. Dort saß ich überdacht von Apfelblüten Im Sonnenschein am grünen Bergeshang. Die Becher klangen und die Herzen glühten, Aus frohen Kehlen stieg ein Jubelsang: Er pries den deutschen Baum und seine Blüte, Pries Gott den Herrn und seine Schöpfergüte. Haus Heiner. Verlaat. Humoreske von Aiko Jaußen. Hermann Koppe, der neu ernannte Landmesser, wanderte an einem sonnigen Frühlingsmorgen in denkbar bester Stimmung ein altes Tief entlang, das zwei ehemalige Flußarme miteinander und zugleich mit dem Wallgraben der nahen Stadt verband, um so eine neue Zufahrt zu schaffen nach den weiter im Innern des Landes gelegenen Kolonien, die hier Fehne genannt werden.— Es war wirklich ein schönes Bild, das sich dem Wanderer hier bot. Auf dem Wasser die Kähne mit allerhand Baumaterial, Muttschiffe, hoch mit Torf betaden, und Kanalschiffe oder kleine Tjalken mit den verschiedensten Landesprodukten, teils unter Segel und teils im Schlepp. Rechts und links vom Wasser saftige Weidelandschaften mit dem schönsten Vieh, das er je gesehen, und im fernen Hintergrunde die alte Seestadt mit ihren holländischen Windmühlen auf hohem Zwinger.— Dies alles war ihm, dem jungen Landmesser, ganz neu, denn er war weiter im Innern des Landes auf dürftigem Sandboden ausgewachsen und erst jetzt, nach mehrjähriger Abwesenheit, hierher versetzt worden. Eben im Begriff, eine jener alten, hochbebauten Holzbrücken, die in bestimmten Abständen das Tief überspannen, zu überschreiten, sieht Hermann Koppe zu seiner Verwunderung ein Stück Wiesenland von größter Ausdehnung nach Osten hin vollständig unter Basser stehen.—„Ist das aber ein Jammer!" ruft er unwillkürlich aus,„solch kostbares Land hier so versumpfen zu lassen.—„Wau wullt Se dat innern?" tönte plötzlich eine tiefe Stimme hinter hm. Hermann dreht sich erstaunt um und steht einem sochgewachsenen, leicht ergrauten Manne gegenüber, der seine Frage nun lachend auf hochdeutsch wiederpolt.„Wie ich dies ändern würde? Hier links gehört ein Verlaat(kleinere Kammerschleuse) her, um das Binnenwasser festzuhalten, und dort rechts mürte der Deich durchstochen und so ein Abfluß zum Strom geschaffen werden. Dann könnten Sie schon übers Jahr Ihre Tiere dort auf die Weide schicken und sie etwas später auch zu bestem Ackerland umarbeiten!“ „Richtig, junger Herr, denken Sie denn, air wissen hier so etwas nicht auch selbst? Aber nun gehen Sie einmal zum Herrn Kreisamtmann wegen des Verlaats, oder zum Herrn Deichrichter wegen des Durchstichs; da können Sie etwas erleben, sage ich Ihnen, as sich anfühlt wie ein kalter Wasserstrahl auf den nackten Schädel. Hab's versucht, einmal, aber nie wieder.“—„Das möchte ich doch einmal auf einen Versuch ankommen lassen", erwiderte Hermann Koppe,„aber nun sagen Sie mir doch, bitte, wie komme ich hier auf dem nächsten Wege zum Herrn Gemeindevorsteher?"—„Der Gemeindevorsteher bin ich“, war die Antwort.„Dann sind Sie Herr Jan Wiebers?“—„Jawohl, der bin ich, und Sie sind gewiß unser neuer Landmesser?“—„Ja, ich bin der neue Landmesser und heiße Koppe.“—„Na, dann kommen Sie nur erst mit zum Krug, und wenn dort nichts frei ist, dann können Sie fürs erste bei mir auf dem Hof bleiben, das heißt, wenn Ihnen dies paßt“, sagte Jan Wiebers und bot Koppe die Hand, in die der Landmesser freudig dankend einschlug.— Der einzig freie Raum im Dorftrug sagte aber Hermann Koppe wenig zu, und er bat den Bauer, ihn zunächst mit auf seinen Hof nehmen zu wollen, falls er dort nicht lästig falle.—„Von Lästigsallen kann bei mir keine Rede sein", erwiderte kurz der alte Friese, und nahm nun den jungen Landmesser mit nach seinem ungefähr eine Viertelstunde entfernten Gute. „Meike“, rief Wiebers einem stattlichen jungen Mädchen schon von weitem zu,„geh hinein und mach uns ein ordentliches Frühstück, vergiß auch nicht das Nagelholz und den Doornkaat; ich bringe den neuen Landmesser, der will hier Verlaate bauen und den Deich durchstechen. Wir wollen's einmal mit ihm versuchen.“ Lachend sprang das junge Mäochen nach kurzer Begrüßung ins Haus, und schon nach wenigen Minuten saßen sie zu Vieren. Mutter Wiebers in dem„Sörgenstauhl“, am gut gedeckten Tische. Fast drei Monate wohnte Hermann Koppe nun bereits im Hause Jan Wiebers. In aller Frühe schon ging er fort, um draußen im Dorf und seiner Umgebung die ihm vorgeschriebenen Strecken zu vermessen, und kehrte dann am Spätnachmittage zum Hofe zurück, wo er seinem Gastgeber noch bei dessen Schreibarbeiten, die das Amt des Gemeindevorstehers so mit sich brachte, hilfreich zur Hand ging. Ja, er fand sogar noch Zeit, sich etwas für Meike Wiebers zu interessieren, deren jugendfrisches, echt friesisches Wesen ihn immer mehr anzog.— Und es kam bald wie es kommen mußte: Eines schönen Tages überraschte Vater Wiebers das stattliche Paar, wie es sich eben recht herzhaft küßte.—„Dunnerslag!“ rief Jan Wiebers; Meike wurde rot bis unter die Haarwurzeln, aber Hermann zeigte sich der Lage gewachsen, indem er lachend dem Bauer seine Braut vorstellte und um den väterlichen Segen bat.„Den Düvel ook ick schall mi dat noch erst gehörig överleggen! Inzwischen sagen Sie mir vielleicht einmal, wovon Sie denn eigentlich eine Frau ernähren wollen, etwa von Ihrem Landmessergehalt? Ich dachte, Sie wollen hier Verlaate bauen und den Deich durchstechen; statt dessen verdrehen Sie hier meiner Dern den Kopf.“—„Nun es braucht ja nicht gleich geheiratet zu werden, außer. , d e m h a b e i c h a u c h n o c h e i n i g e s v o n H a u s e z u e r w a r t e n dann wird es nach einiger Zeit schon gehen", war die Antwort.—„Sie meinen wohl, wenn das Verlaat fertig ist und die Wiesen drüben trocken sind?“— „Auch das werde ich noch schaffen" erwiderte Hermann.„Gut, ich nehme Sie beim Wort; sobald Sie mir die Bewilligung der Behörde schwarz auf weif vorlegen können, sage ich zu der Geschichte hier ja solange aber müssen Sie sich ein anderes Unterkom. men suchen!"—„Gut, ich gehe, aber ich komme wieder"; mit diesen Worten ging der Landmesser au seine Stube und packte seine Sachen.— Man hörte lange nichts mehr von Hermann Koppe, aber der war nicht untätig in all dieser Zeit. Er hatte eingesehen, daß man auch hier nur dann weiterkommt, wenn es gelingt, maßgebende Persön. lichkeiten für eine Idee zu interessieren, und so stand er eines Tages vor dem dicken, grauhaarigen Kreis. gewaltigen, der in der ganzen Umgebung als ein Original bekannt war. Der saß an seinem akten. bedeckten Schreibtisch, halb vergraben hinter dicken Folianten, hatte die lange Pfeife im Munde und schol eben eine braune Steinkruke etwas in den Hintergrund.— „Was wünschen Sie, junger Mann?“ Hermany Koppe trug ihm sein Anliegen vor und bat ihn inständig, sich dieser Sache annehmen zu wollen.— Der Kreisamtmann hatte ruhig zugehört, dann aber begann er dröhnend zu lachen.„Nun kommen Siauch noch mir dieser verdammten Verlaat=Geschichte als ob die Idee ganz neu wäre. Ich sage Ihnen junger Mann. alles das, was Sie da wollen, ist längst versucht worden. Trinken Sie lieber erst einen guter Korn, das ist das beste hier in der ganzen Gegend So, und nun will ich Ihnen weiter erzählen, das diese Angelegenheit bereits seit Jahr und Tag bei der Regierung ruht, d. h. ruht im wahren Sinne det Wortes. Die Herren Geheimräte sollen einmal die Absicht gehabt haben,„Erhebungen anzustellen" Wissen Sie, junger Mann, was es heißt, wenn Geheimräte Erhebungen anstellen wollen? Nein, na dann nehmen Sie sich noch man erst einen Korn vielleicht wissen Sie es dann. Und wenn die Herrer Geheimräte wirklich Erhebungen angestellt haben dann wird solche Angelegenheit einer Kommissior überwiesen, und diese— junger Mann, erschrecken Sie nicht— sorgt dann meistens für ein baldiges Be gräbnis, d. h. ein erstklassiges, mit Musik und allen hand Fahnen. Doch, ich will Ihnen etwas sagen: Sihaben mir ganz gut gefallen, und da wir gewisser maßen beide an einem Strange ziehen, will ich noch einmal einen Versuch bei der Regierung machen. Wir haben nämlich seit kurzem einen engeren Landsmann dort unter den Geheimräten, er ist sogar vor kurzem Wirklicher geworden, vielleicht kann der jetzt etwas erreichen. Wollen Sie nun noch den Korn, junger Mann?"—„Aber gern, Herr Kreisamtmann.“ dann sollen Sie jetzt auch eine Zigarre dazu haben, und nun gehen Sie man ruhig wieder an Ihre Arbeit und lassen sich die Zeit bis zur Bewilligung des Verlaats nicht lang werden.“— Fast ein halbes Jahr war vergangen. und auf scherei. ske in Hamburg, eftschereiflotte aus engebrochen. Drei vom Gerichtsvolla die Mannschaft men hat. Außerschottischen Hafen inderen Dampfer, ihrer Rückkehr in zt werden. Der bsmitteln gefehlt. roduktenbörse geaus erster Hand, reichend offeriert, am Markte. Abetwa eine Mark Ernte fand zu stern Unterkunft. nverkäuflich. Am höher ein, da ein aktlich war. Die nd Roggenmehlfermarkte machte irkerer Verkaufsche Gerste ruhig. im, sonst per 7. 5 9,2-.7 ..10s2 6. 5 .297 .710,2 24.-30.0 21.-24.0 18.•19.0 .-19.0 .-17.0 .-22.5 .-16,0 10.-22.5 8,5-31.0 .-13.7 .-18.5 .28.7 35-142 24,5-300 21,0-24.0 18.-19.0 17,0-19,0 15.-17,0 19,0-22.5 15,0-160 20.-22.5 28.-31,0 12.-13,7 18.-18.5 .28,7 13.-144 .-155 15.015.5 upreis für 1000 26. April 1930 Roman von Eugen vou Saßz. 20](Nachdruck verboten.) „Mit einem solchen Herbststurm möchte ich unsere Zeit vergleichen, fährt Tschudin fort.„Wir wissen nichts mit den Zeiterscheinungen anzufangen, klagen den Sturm an, der uns von unserem Halt losgerissen hat Wir sind wie jene dürren Blätter bestimmt, neuem Werden zu dienen, und sollten uns dessen freuen, daß wir zu etwas nütze waren. Nicht klagen, denn auch wir hatten einmal unsere Zeit, haben sie noch, solange wir leben.“ „Nur, daß sie freudlos geworden ist, Waska, sie hat uns arm gemacht, in Not versklavt, sie hat uns ein heiliges Anrecht genommen, das Anrecht an die Freude. Du kannst nicht von einem jeden verlangen, daß er sich deine Einstellung zur Lage zu eigen macht und sich mit einer solchen selbstlosen Freude begnügt, wie du sie darin erblickst, daß wir letzten Endes zu etwas nütze waren. Das Leben ist schließlich und endlich der uns einzig verbliebene Bete „Der stets nur den Wert und den Inhalt hat, den du ihm gibst, ganz unabhängig von der äußeren Lage. „Sie werden aber nicht bestreiten wollen, Herr Tschudin, daß die äußere Lage das dem Leben Inhalt Gebende beeinflußt.“ „Sicher, Herr von Treyden, tut sie das, aber nur insofern, als der Inhalt wechselt.“ „Und welchen Geschmack haben Sie Ihrer heutigen Lage abgewonnen, welche Freude?“ „Die Freude am Erleben einer Welt, die mir unter immer gleichbleibenden Verhältnissen unbekannt und verschlossen geblieben wäre. Zwei Leben sind mein Teil geworden, das eine habe ich als politischer Kommissar in Rußland gelebt, das zweite lebe ich hier in Paris als Droschkenkutscher. „Sie waren politischer Kommissar, Herr Tschudin?“ „Ja. Es war meine Aufgabe, staatsfeindliche Elenente aufzuspüren und an den Galgen zu liefern.“ „Wo hatten Sie Ihren Wirkungskreis?“ „In Polen, im Gouvernement Petrikow. Es herrschte dort ständig Bewegung; etwas ruhiger wurde es erst in meinem Distrikt, nachdem es mir gelungen war, einen der Hauptführer, einen gewissen Grafen Huszardczewski, staatsfeindlicher Umtriebe zu überführen und ihn verhaften zu lassen.“ Als der Name Huszardczewski fällt, horcht Treyden auf und interessiert fragt er: „Und was wurde mit diesem Huszardczewski?" „Er kam nach Sibirien. Nach dem Zusammenbruch traf ich im Frühjahr 1919 mit ihm in Simbirsk zusammen; er hatte mir in Anbetracht der veränderten Lage verziehen, daß ich ihn einstmals ausgeliefert hatte, und wir suchten gemeinsam den Weg zur Küste, um Rußland zu verlassen. Uns hatte sich ein zweiter. ehemals wegen gemeiner Verbrechen verbannter Pole. namens Sagorski, angeschlossen. Huszardczewski führte in einen Lederbeutel genäht eine Anzahl wertvoller Edetsteine mit sich und besaß die Unvorsichtigkeit, mit uns, seinen Begleitern, davon zu sprechen. Wenige Tage später fand ich Huszardczewski in einem Raume der Bauernkate, in der wir übernachtet hatten, frühmorgens ermordet auf, die Edelsteine waren verschwunden und mit ihnen unser Freund Sagorski.“ „Sie wissen nicht zufällig, wie dieser Graf Huszardczewski mit Vornamen hieß?“ „Doch, Stepan Andrejitsch.“ Stepan, hieß sein Graf Huszardczewski nicht ebenfalls Stepan? Seltsames Übereinstimmen. „Sie scheinen sich für meinen einstigen Fluchtgefährten zu interessieren, Herr von Treyden, kannten Sie ihn?“ „Wohl schwerlich, da Ihr Huszardczewski ermordet wurde, während der, den ich kenne, noch lebt.“ „Der Name ist nicht so selten, es wird sich um verschiedene Träger desselben Namens handeln.“ „Sicher.“ Jetzt fällt es Treyden auf, daß die Unterhaltung der übrigen Gäste in ihrer Lebhaftigkeit nachgelassen hat. Er sieht über die Gruppen hin. Auf dem Sofa sitzt in halb liegender Stellung eine auffallend elegant gekleidete Frau; szukhaft erscheint ihr weißgepudertes Gesicht, das durch wer im Zimmer liegenden Zigarettendunst formlos, konturlos erscheint; zwischen den tiefrot geschminkten Lippen hält sie lässig eine der russischen Papyrossen mit langem Mundstück. Sie hat die Augen geschlossen und lauscht dem leisen Sang eines jungen Menschen, der neben ihr, mit dem Rücken an die Wand gelehnt, sitzt. Wie träumend hat er den Kopf zurückgebeugt, der Blick seiner dunklen Augen scheint ins Unendliche zu gehen, wie eine Klage strömt das Lied, mehr gesprochen als gesungen, von seinen Lippen. Auch die anderen lauschen, auf ihren Gesichtern den Ausdruck, als stiegen Visionen vor ihnen auf. Treyden mustert sie einzeln;„Herbstlaub, denkt er, bunt in seinem Kolorit, vom Sturm der Zeit hier wie zufällig zusammengeweht. „Er singt von der Heimat.“ Tschudin hat sich zu Treyden vorgebeugt und flüstert ihm diese Worte mit unterdrückter, leise schwingender Stimme ins Ohr, als fürchte er, den Bann, der über allen zu liegen scheint, zu stören. Und wie Treyden sich ihm zuwendet und in sein Gesicht sieht, da zeigen auch dessen Augen den verträumt sehnenden Ausdruck; er singt von der Heimat. „Pension Madame Philomene Defossee", Treyden liest das Schild neben der Tür und die darunter mit Reißzwecken befestigten Visitenkarten der Pensionsgäste. Endlich drückt er auf den Knopf der Klingel, die hart aufschrillt, als töne sie in einem leeren Raum. Schlürfende Schritte nähern sich der Tür, die Klappe des Spions wird zurückgeschoben, ein Auge erscheint im kreisrunden Ausschnitt und ist für Augenblicke starr auf Treyden gerichtet. Dann wird die Tür geöffnet. „Ich wünsche Fräulein Reimers aufzusuchen, ist sie anwesend?“ Ein serviles Lächeln tritt auf das Gesicht der alten Person, die die Tür geöffnet hat; wohl Madame Philomene Defossee selbst. Treydens Erscheinung macht auf sie offenbar einen günstigen Eindruck, was Treyden seinerseits von ihr nicht behaupten kann; der weinrote, schon stark verfleckte Morgenrock, den sie trägt, scheint ihm als Nachmittagsanzug allzu salopp zu sein: sie verbreitet einen Dunstkreis schlechten Parfüms um sich. Die Tür weiter öffnend und damit Treyden zum Eintreten auffordernd, bejaht sie seine Frage und fügt hinzu: „Mademoiselle wird sich freuen.“ Woraus sie das schließt, ist ihm unverständlich; er bemerkt, daß sich ihr serviles Lächeln bei diesen Worten in ein zweideutiges wandelt, und ist davon unwillkürlich angewidert. Vorausgehend führt sie ihn einen Korridon entlang, in dem es nach angebratenen Zwiebeln riecht, Vor einer Tür macht sie halt, die sie nach kurzem Anklopfen, ohne das Herein abgewartet zu haben, öffnet. „Es ist Besuch da, Mademoiselle!“ (Fortsetzung folgt.) dem Hofe von Jan Wiebers dachte, äußer Meike, keiner mehr an das Verlaat, da sieht der Bauer auf seinem abendlichen Rundgang nicht ganz unerwartet einen hochgewachsenen Mann in seinem Hausgarten stehen, den er beim Näherkommen als den Landmesser erkennt, und an Hermann Koppes Hals hängt... Meike, seine Meike.—„Dunnerslag, dat gilt aber nich, Sie haben den Vertrag nicht gehalten!“ rief erbost der Bauer.„Wo bleibt Ihr Verlaat?—„Ist bewilligt, Vater Wiebers, hier habt Ihr's schwarz auf weiß, und zum kommenden Frühjahr könnt Ihr Eure Tiere auf die neue Wiese schicken!" Dabei schwenkte ei subelnd die eben erhaltene Mitteilung vom Kreisamt.—„Dann in Gottes Namen“, sagte still Jan Wiebers, und zur glücklichen Meike gewandt fügte er hinzu:„Geh hinein und back uns einen richtigen Buchweizenpfannkuchen und bringe die dicke Flasche aus dem Keller dazu.“— Katzen mit Gummiherzen. Eine merkwürdige Geschichte wird aus Kanada berichtet. Dr. O. S. Gibbs, Professor der Pharmakologie an der kanadischen Universität Dalhonsie, soll es gelungen sein, Katzen einige Stunden am Leben zu erhalten, denen er an Stelle des herausgeschnittenen Herzens ein aus Gummi hergestelltes Organ eingesetzt hatte. Diese„Gummiherzen“ wurden auf elektrischem Wege in Tätigkeit gesetzt! Um die Meldung glaubhafter zu machen, werden noch eine Reihe Einzelheiten mitgeteilt. Das Einsetzen des Gummiherzens und die Inbetriebnahme der elektrischen Pumpporrichtung soll eine Zeit von 5 Minuten erfordern. Gefährlicher Kampf mit einer Ratte. Zu einem dramatisch bewegten Zweikampf zwischen einem Schlosserlehrling und einer großen, 19 Zentimeter langen Ratte kam es kürzlich in einer Schlosserwerkstatt in Neapel. Der Junge bemerkte in der Frühstückspause eine große Ratte, die gerade dabei war, sein Frühstück zu verzehren. Einen Versuch, sie zu verscheuchen, beantwortete der wütende Nager mit einem wilden Angriff. Es kam zu einem langen Kampf, in dessen Verlauf sich die Ratte im Gesicht des Lehrlings festbiß, dem es nach verzweifelten Versuchen glückte, das Tier zu erdrosseln. Er hatte dabei aber so schwere Biß= und Kratzwunden davongetragen, daß er nach dem Krankenhaus gebracht werden mußte. Zweierlei„Humor“ Auf der Direktions=Kanzlei der Neuen Wiener Bühne erschien ein Dichter, um sich nach dem Schicksal seines Stückes, das er eingereicht hatte, zu erkundigen. Man wich seinen Fragen aus, doch der Dichterling ließ nicht locker: „Alsdann was ist— haben Sie denn an meinem Stück wirklich nichts Besonderes gefunden?“ „O ja, wurde ihm zur zweideutigen Antwort, „uns ist darin der erlesene Witz aufgefallen und der ausgelassene Humor. Von den Brettern, die die Welt bedeuten. Adolf Sliwinski, der Berliner Großverleger, wurde von seinen Autoren, deren Werke in seinem Verlage erschienen, immer nur„der König“ genannt, war er doch ein kleiner Herrscher im Reiche der die Welt bedeutenden Bretter. Eines Tages hielt sich Sliwinski in Wien auf. Da kam ein Dichter zu ihm ins Hotel und verlangte einen nicht unbedeutenden Vorschuß. Sliwinski lehnte kurz ab. „Nu, meinte der Dichter empört,„wenn Sie nicht mal einen Vorschuß geben, wozu nennt man Sie eigentlich den König'?“ „So?“ sagte Sliwinski und reichte dem Manne einen halben Gulden.„Na, dann nehmen Sie hier die Krone— aber von nun ab betrachten Sie mich als abgedankt.“ Karl Aexander Prusz. Jagd in Großvaters Revier. Von Rudolf Peter=Siewert. „Großvater, hast du uns auch unsere Scheibe wieder aufgestellt?“ fragte Werner beim Morgenkaffee. „Alles besorgt, meine Jungs!“ antwortete der alte Herr.„Sind eure Büchsen auch noch in Ordnung?— Und wißt ihr noch alle Verhaltungsmaßregeln auf dem Schießplatz?“ „Wir haben in Berlin feste geübt. Heini ist jetzt auch schon ziemlich treffsicher!“ machte sich Werner jetzt sehr wichtig. „So, dann auf— an die Gewehre!“ kommandierte der Großvater und verließ mit seinen Enkeln das Zimmer. Die Jungen sprangen voraus nach dem Rasenplatz hinter dem Schuppen und stellten voll Entzücken fest, daß die Scheibe ganz neu gemacht worden war seit den Weihnachtsferien. Als der Großvater herzukam, stand Werner schon im Anschlag, und der erste Schuß war gleich ein guter Treffer. Großvater lobte und ermunterte den jüngeren Heini, der sein Luftgewehr noch etwas zaghaft bei Fuß hielt, auch sein Kunststück zu zeigen. Heini traf zwar nicht die Ringe, aber der Großvater tröstete ihn: „Auch gut, mein Junge!“— Bist wenigstens auf der Scheibe geblieben. Der Großvater ermahnte dann die beiden Jungschützen zur Vorsicht beim Handhaben der Gewehre und ließ die beiden allein mit der Belehrung:„Niemals die Mündung auf den andern richten— immer schräg nach oben, beim Laden— wer dagegen verstößt, darf einen ganzen Tag lang nicht schießen: Emsig widmeten Werner und Heini sich nun ihrer Lieblingspassion. Schließlich wurde ihnen aber das immer gleiche Spiel langweilig. Zuerst stellte Werner sein Luftgewehr beiseite und machte den Schießwachtmeister. Heini war dann auch bald müde und setzte sich auf den Rasen.—— „Du, ich hab einen Gedanken—,“ fing Werner pfiffig an.„Wir gehen auf Jagd ins Feld. Nehmen uns Waldmann mit!“ „Was willst du schießen mit deinem Ding?“ sagte Heini darauf ganz verächtlich. Werner besann sich kurz.„Ich hole mir den Tesching, der hängt in der Vorhalle!“ entgegnete Werner dann mit Bravour. „Ja, du, Werner, das ist was!“ sagte Heini abenteuerlustig. Mit großen Sprüngen waren sie schnell im Haus verschwunden. Nach einigen Minuten erschienen sie wieder, stolz, ganz männlich. Werner hatte Großvaters Jägerhut mit dem tüchtigen Gemsbart auf, die Jagdtasche umgehängt, das Glas auf der Brust, das Tesching nach Weidmannsart unter den Arm geklemmt. Heine war treibermäßig ausstaffiert, mit Trillerpfeife, Stock. Und Waldmann führte er an der Leine. Kurz verschwanden sie um die Hausecke und pirschten dem grünen Saatfeld zu.— Großvater stand am Fenster und sah verwundert den beiden sich so schnell groß gemachten Jägern nach. Aber daß Werner an Stelle der Büchse das Tesching unter dem Arm trug, entging ihm.—— Inzwischen marschierten der Jäger und sein Treiber freiweg in das Revier. Aber auf der weiten grünen Flur zeigte sich keine Jagdbeute. Heini stellte sich vor dem Jäger auf und deutete über das große Feld.„Na, siehst du was?“— Der rückte nur mit den Schultern und machte eine nachdenkliche Miene. „Im Fliederbusch lärmen Spatzen— da müssen welche fallen!“ Mit grimmigem Gesicht wollte Werner dahin losstiefeln. Da erblickte er weit unten auf der Saat zwei weiße Hühner. O das war mehr— besser— so ein Huhn!— Das prickelte in allen Gliedern, das Jagdsieber— und es trieb ihn an zum Laufen. Waldmann hatte auch bereits gewittert und riß kläffend an der Leine, so daß Heini kaum folgen konnte. „Kusch, Waldmann!— Mach ihn von der Leine los, Heini, und halte ihn am Halsband fest. Beim Schuß läßt du ihn frei!“ befahl Werner. Ganz aufgeregt war Werner jetzt. Seine Finger zitterten beim Laden. Das Tesching zitterte an seiner Wange, der Schuß krachte, Werner hatte einen derben Schlag gegen seine Wange bekommen und starrte ganz erschrocken zu dem tüchtigen Waldmann, der wie ein Pfeil davongeschossen war und jetzt beide Hühner gefaßt hatte. „Du hast getroffen!“ brüllte Heini und sprang Waldmann nach. Werner stand immer noch unbeweglich. Er hatte plötzlich so ein unheimliches Gefühl im Leibe. Der dünne Rauch von dem Schuß jagte ihm Angst ein. „Nu komm doch her!" rief Heini. Werner sprang endlich hin. „Du mußt sie an die Tasche hängen— aber erst reiße ich die schönsten Federn aus und stecke sie mir an den Hut— du, wie ein Indianer— aber selbst gejagt!— Das ist was in Berlin!" frohlockte Heini. In Werner war aber das böse Gewissen völlig erwacht. Der Großvater stand plötzlich in gefährlicher Nähe und hielt seine Rechte sehr verdächtig auf dem Rücken. „Was ist das?— Von wem habt ihr das gelernt?“ hallte es wie rollender Donner an die Ohren der Knaben.„Werner, du bist groß genug, daß du weißt, was für Unrecht das ist— und daß du dafür bestraft werden mußt!“ Und plötzlich fauste ein recht geschmeidiger Stock auf Werners Rücken. „So, eine ganze Woche lang dürft ihr mir nicht schießen— wird eure Scheibe fortgestellt— und jeden Tag setzt ihr euch bei mir zwei Stunden auf die Hosen, und ich werde mit euch Jagdvorschriften lesen!!" rief der Großvater den beiden, dem Hause zueilenden, ein richtiges Kriegs= und Indianergeheul anstimmenden, wieder ganz klein gewordenen Jägern nach. Jur Lokomotive. Wenn die strahlende Frühlingssonne scheint, bann mögen wir nicht mehr immer im Zimmer spielen. Also begeben wir uns hinaus, wo die ersten Schneeglöckchen blühen und der Storch im Lenzeslicht auf dem Dache klappert. Und nun spielen wir— ja was denn nur? Richtig, Lokomotive. Einer von uns ist die Lokomotive, wir anderen sind nur einfache Bahnwagen und stellen uns in einem großen Kreise, mit weiten Abständen voneinander auf. Die Lokomotive fährt mit Tsch=tsch=tsch durch den Kreis und ruft endlich:„Tsch=tsch=tsch, so geht's nicht an, ohne Wagen keine Bahn!“ Sie koppelt dabei einen Wagen an, d. h. sie winkt einem Spieler aus dem Kreis, sich ihr anzuschließen. Dieser Herbeigewinkte faßt die Lokomotive hinten am Rock und folgt ihr. Tsch=tschiisch geht es weiter, und die Kinder, die den Kreis bilden, rufen nun:„Viel zu kurz ist eure Bahn, hängt noch mehr der Wagen an.“ Darauf spricht die Lokomotive wieder ihr Sprüchlein von vorhin und holt sich dabei einen zweiten Wagen. So geht es abwechselnd weiter, bis alle Wagen an die Lokomol#be angehängt sind. Nun ruft die Lokomotive:„Tschtsch=tsch— angekommen!“ Und sofort rennt jedes der Kinder auf seinen alten Platz, der beim Spielbeginn mit einem Strich im Sande bezeichnet war. Nur die Lokomotive hatte keinen Platz, es bleibt daher jetzt beim Platzsuchen ein Spieler übrig, und dieser wird das nächste Mal Lokomotive. * Der Fischteich. Wir sitzen in gemütlicher Abendstunde um den großen Eßtisch herum und möchten etwas spielen, icht wahr? Gebt mir einmal ein Stuckchen Kreibe— dim Tisch darf die kleine Kreidezeichnung, wenn Muttei es erlaubt, natürlich nicht schaden— und seht dann her: Ich male in der Mitte des Tisches einen großen Kr.is; außerdem wird vor dem Platz eines jeden von uns noch ein kleiner Kreis aufgezeichnet. Der große Kreis heißt der Dorfteich, die kleinen sind die Fischteiche. die den Dorfbewohnern— das sind wir Spieler persönlich zu eigen gehören. Nun hebe ich den Finger und rufe:„Ich fische im Dorsteich!“ Zugleich fährt mein Finger in den großen Kreis hinein, und ihr allmüßt mir das sofort nachmachen. Oder ich rufe:„Ich fische im eigenen Teich.“ Dann stecken wir jeder den Finger in den Kreis, der vor unserem eigenen Platze sich befindet. Andere Rufe sind:„Ich fische im linken (oder im rechten) Nachbarteich!“—„Ich fische im Teich gegenüber.“ Immer lege ich meinen Finger in den betreffenden Kreis, und ihr habt das gleiche zu tun rufe ich:„im rechten Nachbarteich“, so ist für jeden Spieler natürlich der Teich seines rechten Nachbarn gemeint, und ihr sollt nicht etwa den Finger in den Kreis stecken, der sich zu meiner Rechten befindet, Das Spiel ist äußerst munter, wenn die Rufe flott aufeinander folgen. Fährt dabei hin und wieder ein Finger in einen verkehrten Kreis, dann hat der Eigen. tümer dieses verirrten Fingers unweigerlich ein Pfan zu geben. Aber das macht das Spiel gerade erst rech hübsch, denn dann kommt nachher ja das vergnüglich Auslösen der Pfänder. Oiche ins He stelle u Gesche Wollich Gratisbeilag Nr. 111—1 Bere Revontel Verschwö Die Verhält Rücktritt des Di sein überraschen! dauernder Ruhe Der Dieb. „So ein Fischzug mit Schleppangel und ohne Köder— das ist ein Meisterstück!“ Moderne Jugend. Die Tochter, in zärtlicher Umarn. mit dem abgewiesenen Verehrer überrascht, zum würenden Papa: „Wenn du Jack auch das Haus verboten hast, ist es doch eine Pflicht des Anstandes, daß du ihm wenigstens Guten Abend sagst.“ Erpressung oder Entschädigung? „Was ist eigentlich aus deinem Prozeß mit dem Lumpen geworden, der dir 5000 Mark gestohlen hatte?“ „Die Sache ist inzwischen völlig in Ordnung: er hat nämlich meine Tochter geheiratet!“ Bruchstück=Aufgabe. In nachstehenden 10 Wörtern, die aus je 6 Buchstaben bestehen, fehlen die mittelsten 2 Buchstaben. Diese suche man. Gefunden und aneinandergereiht ergeben sie ein Frühlingsblümchen. Se--— c Ku——er St——ze Sa—— ha Sc—— ei Kl——se De—— au Sp——ze Sa——se Pl—— um. Treisilbige Scharade. In England findet eins zwei— drei, Dort findet eins auch eins— zwei— dre An Käse denkt eins bei zwei— drei. An Anzugstoff bei eins— zwei— drei. Daß eins auch selber britisch sei Als Insel, merke du dabei, Such eins, sowie als Stadt zwei— drei Und nenn' als Stadt mir eins— zwei— drei! Weinkarte. Avelsberger Bernkasteler Brauneberger Caseler Enk.rcher Geisenheimer Graacher Laubenheimer Lorcher Markobrunner Niersteiner Pisporter Rüdesheimer Scharzhofberger Trabener Ungsteiner Wehlener. Bei einem Festessen gibt es vorstehend verzeichnete Weine. Um zu ergründen, was für ein Essen dieses war, hat man nur nötig, die fettgedruckten Buchstaben richtig zusammenzustellen. Fehl=Aufgabe. Unter Hinzufügung der Silbe„ge“ als zweite in jedem Worte sollen aus nachstehenden 20 Silben 10 Wörter gebildet werden, deren Anfangsbuchstaben, richtig zusammengestellt, einen Vorgang in der Natur im Frühling nennen. an bal ber bot bühr bung dieb dorf er erd lei len mach mo rei rich schoß ta un un. Auflösungen aus voriger Nummer: Kapsel=Rätsel: E— ida— m. Auszähl=Rätsel: Niemand ist frei, der über sich nicht Herr ist.(Die Auszählung beginnt mit dem fünften Worte.) Umwandlungs=Rätsel: rösten angeln eignen teilen stolpern ernten laden rauben arten traben eifern ranken.— Raetselrater. Bilder=Rätsel: Glück macht Freunde, Not bewährt sie. Silben=Rätsel: 1. Jatagan. 2. Eleonore. 3. Dialog. 4. Edda. 5. Rübezahl. 6. Teleskop. 7. Akazie. 8. Glycerin. 9. Hawai. 10. Agathe. 11. Tacitus.— Jeder Tag hat seine Plagen. Generat größeren Kompl scheinend im let das jetzige Regir konservativen S Innenminister präsidenten, Gei Und Man kann Der Weg nach pflastert. So läufig auch blei Das war Montag begini rates. In kommission— Dasein nur da einmal vertagt öffnung der R hat aber nicht: Sie soll nämli bereiten“, hat Konferenzplan aber dann... Allerdings — zu der ül Deutschlands, vollen— die? verschwinden wünschen. Ma doner Abrüstr selbst die groß viel oder über erste wenigsten at. war der Kreuzer und 22 Denn die paar zen der Londe reich und Ital nal selbst unte rüstungen„där zehen Mussoli anders zu ver Aber nun losgehen—. werden: Engla son, der engl seiner Reisen gestiegen, um Mussolini selb handlungen be lische Regieru: „abrüstungs“! Erfolgsschwän legt aus leich großes Gewic denn in Londo zum Mitte weder über Kl Dinge, die ma Natürlich hinter den Ge Völkerbundsta licherweise we