Lokal- und Heimatblatt für. Stadt und Amt Lippspringe V Erschein: an allen Wer 10 Re esche sccece „Paderborn und unsere Boten entgegen. Fernruf: Amt Paderborn 323.Postscheckkonto: Hannover 14542 Wöchrntliche Beilagen=Illustrierte Woebenschan* Am stillen Herd* Ratgeber für Haus= u. Landwirtscbast Amtliches Organ d. Behörden Appspetitger Väorzenung preise. Die 34 Millimieter breite Millinzeter— Raumzeile 10 pfa für Anzeigen aus dem Verbreitung bezirk 8 Pfg amtliche und finanzielle Anzeigen 10 pfo Gammelanzeigen 15 Ofg. Im Reklamenteil kostet dies Millimeter breite Millimeter Raumzeile 50 Pfg. Etwaiger ## Rabalt ist Kasser Nr. 302 (Erstes Blatt) samstag, den 24 Oezember 1927 22 Jahrgang Kleine Zeitung für eilige Leser. Nach einer Verfügung der polnischen Regierung ist nunmehr der Grenzverkehr an der litauisch=polnischen Grenze aufgenommen worden. Die polnische Regierung gibt bereits Ausweise zur Uebertretung der Grenze aus. Litauischerseits ist bisher eine derartige Verfügung noch nicht erlassen worden. Der deutsche Schulkreuzer„Berlin“ ist gestern in Genua eingelaufen und wird am 2. Januar nach Port Said in See gehen. Die belgische Kammer hat gestern den Gesetzentwurf über das Héereskontingent mit 91 gegen 80 Stimmen der Soialisten, Kommunisten und flämischen Nationalisten angenommen. Der griechische Außenminister Michalakopulos ist in Rom eingetroffen. Mittwoch nachmittag hatte er die erste Besprechung mit dem Premierminister. Parker Gilbert, der in Newyork eingetroffen ist, lehnte es ab. Fragen über politische und wirtschaftliche Probleme Deutschlands zu beantworten, wobei er auf seinen letzten Bericht verwies. Die Landwirtschaft an der Jahreswende. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft Schiele hielt Donnerstag abend im Berliner Rundfunk eine nVortrag über„Die Landwirtschaft an der Jahreswende". Der Minister wies einleitend darauf hin, daß er in großen Zügen die Ergebnisse des Jahres 1927, die für die gegenwärtige Lage entscheidende urdmente und schließlich die wichtigsten Arbeitsziele der nächsten Zukunft kennzeichnen werde. Milliarden an Kapital und Hunderte von Millionen Arbeitsstunden seien. so fuhr der Minister dann unter anderem fort, von den landwirtschaftlichen Betrieben für die nächste Ernte aufgewendet. Besage doch allein die Menge des BrotgetreideSaatgutes, das unsere Landwirtschaft alljährlich im Herbst und Frühjahr den Aeckern anvertraue annähernd 850 000 Tonnen. Mengenmäßig seien die Ernteergebnisse im Sommer dieses Jahres wenigstens etwas besser wie 1926. Insgesamt sei die Brotgetreideernte um annähernd eine Million Tonnen größer als im vorigen Jahre. Auch die Kartoffelernte überschreitet die des Vorjahres um 27 Prozent. Aber dieser mengenmäßige Gewinn gehe zum großen Teil dadurch verloren, daß qualitativ die Ernte fast aller Früchte durch die Unwetterschäden erheblich gelitten haben. Immerhin rechtfertige der Ausfall der Ernte die Feststellung, daß zu einer Besorgnis hinsichtlich der Versorgungslage der städtischen Bevölkerung kein Anlaß vorliege. Auf dem Gebiete der Viehhaltung lägen die Verhältnisse wesentlich trüber. Die Viehpreise seien in den letzten Monaten ständig zurückgegangen. Die Schweinepreise insbesondere seien weit unter die tatsächlichen Erzeugungskosten gesunken. Besonders beklagenswert sei es, daß der Konsument von den gewaltigen Opfern, die die Landwirtschaft infolge der niedrigen Viehpreise fortdauernd bringe, wenig verspüre. Es bedeute eine Großtat der Landwirtschaft, trotz der Rückschläge der vergangenen Jahre den Viehstand wieder auf ein der Vorkriegszeit angenähertes Maß zu bringen. Gerade die neuere Entwicklung unserer Handelsbilanz beweise aufs deutlichste, daß wir noch weit entkernt seien * von gesunden und ausgeglichenen Marktverhältnissen. Nur eine auf die Förderung der heimischen Produktion gerichtete Wirtschaftspolitik könne die Gefahren beschwören, die uns für unsere Finanzen und für unsere Währung aus der andauernden Passivität drohen. Gefährde man die Roggen= und die Kartoffelproduktion und die auf ihr beruhende Schweinezucht oder gebe man sie sogar preis, so zerstöre man jede aufbauende Arbeit im Osten. Die schwersten Gefahren zögen über unser nationalpolitisch bedrohtes Ostpreußen herauf, dessen wirtschaftliche Lage heute einer Katastrophe zutreibe. Der Minister wies wies in diesem Zusammenhang auf den gestrigen Ministerrat hin und stellte dann weiter fest, daß das entscheidende Merkmal für die gegenwärtige Situation unserer Landwirtschaft die Tatsache sei, daß eine erschreckende große Anzahl der Betriebe mit Defizit arbeite. Die fortdauernde Unrentabilität der Betriebe sei die Quelle aller wirtschaftlichen Nöte der ländlichen Bevölkerung. Die Folge dieses Notstandes seien Milliardenverluste, die die Landwirtschaft in den vergangenen Jahren erlitten habe. Die Zinsschuld stehe in einem völligen Mißverhältnis zu den heutigen Betriebsergebnissen.„Nie; mand dürfe es wagen, von einer Schuld der Landwirtschaft an den gegenwärtigen Verhältnissen zu sprechen. Die großen Arbeitsziele, der nächsten Zukunft erblicke er in unablässiger technischer Vervollkommnung und Rationalisierung der Betriebe und des Absatzes sowie in der Standardisierung und einer Qualitätssteigerung der Produkte. Durch Reichspguepgitzge igere auf fünf Jahre ein Betrag von jährlich sechs bereitgestellt werden, um den Zinsendienst von etwa 150 bis 200 Millionen Mark landwirtschaftliches Melorationskapital auf tragbare Sätze verbilligen. Die hierdurch ermöglichten landeskulturellen Maßnahmen gehörten zu den drängendsten Rationalisierungsaufgaben. Sie seien vielfach die unerläßliche Vorbereitung für die Besiedelung und Thronrede des Königs von England Loyale Zusammenarbeit mit dem Völkerbund. London, 22. Dezember. Anläßlich der Vertagung des Parlaments hielt der König eine Thronrede, in der er zunächst mit Befriedigung der Reisen des Prinzen von Wales und des Prinzen Georg nach Canada und des Herzogs und der Herzogin von York nach Australien und Neuseeland gedachte, und alsdann in herzlichen Worten die Besuche des Präsidenten der französischen Republik und des Königs von Aegypten in London erwähnte. In der Rede heißt es dann weiter: Mit tiefer Sympathie und Befriedigung haben wir das ständige Wachsen des Einflusses des Völkerbundes und den zunehmenden Ante den er bei der Beilegung internationaler Streitigkeiten und der Aufrechterhaltung des Friedens hat, beobachtet. Die letzte Tagung des Völkerbundrates bedeutete einen weiteren Schritt auf diesem Wege. Die Regierung wird weiterhin ihre Politik auf einer loyalen Zusammenarbeit mit dem Völkerbund aufbauen. Daß es nicht gelungen ist, bei der Dreimächte=Konferenz in Genf zu einem Uebereinkommen zu gelangen, ist bedauerlich, jedoch hat trotz dieses vorübergehenden Fehlschlages die Regierung nicht die Absicht, ihr Marinebauprogramm, das gegründet ist auf der wohlerwogenen Berücksichtigung der desensiven Bedürfnisse des weitverbreiteten Reiches zu vermehren. Nach Erwähnung der kürzlich abgeschlossenen Schuldenfundierungsabkommen mit Griechenland und Jugoslawien, wird sodann in der Rede mit Befriedigung festgestellt, daß jetzt mit den alliierten Ländern Fundierungs=Abkommen über die Kriegsschulden abgeschlossen worden sind, mit Ausnahme Rußlands. Die Arbeitslosigkeit, so heißt es in der Ausprache weiter, zeigt in einigen Teilen des Landes willkommene Zeichen der Besserung, gibt jedoch in anderen Teilen Grund zur Beunruhigung. Zur Erleichterung der Uebertragung von Arbeit von Industriezweigen mit beschränkten Beschäftigungsmöglichkeiten, insbesondere in der Kohlenindustrie, wird eine Komission ernannt werden, die die von den zuständigen Ressorts zu ergreifenden Maßnahmen anempfehlen soll. Ein großer Fortschritt ist im Laufe des vergangenen Jahres auf dem Gebiete der Wohnungsnot erzielt worden. In England und Wales wurden seit dem Waffenstillstand mehr als eine Million Häuser neu gebaut. Beide Häuser des Parlaments wurden sodann auf den 7. Jebruar vertagt. Ethohi die Reichsbahn die Tarise! *) Es wurde unlängst darauf aufmerksum gemacht, daß der Kommissar für die Deutsche Reichsbahn in seinem Bericht darauf hingewiesen hat, daß möglicherweise bald Tariferhöhungen eintreten werden um das Gleichgewicht im Haushalt 1928 wieder herzustellen. Nun hören wir, daß man zn Reichsbahnkreisen die finanzielle Lage der Reichsbahn als ernst ansieht. Die Löhne seien um 88. Prozent, die Besoldung der Beamten um 80 Proz., die Preise der Kohlen um 50 Proz., die Ausgaben für fast alle wichtigen Materialien um 80—86 Proz. gegenüber der Vorkriegszeit gestiegen, während die Gütertarife nur um 30 Proz. und die Personentarife nur um 22 Proz. gegenüber dem Jahre 1913 erhöht seien. Die Reichsbahn habe eine Reihe Rationalisierungsmaßnahmen durchgeführt und habe auch z. T. einen guten Verkehr zu verzeichnen gehabt. Man weist aber darauf hin, daß am 31. März die Tarisund würden neue bodenständige Arbeiten schaffen. Die Landwirtschaft kenne keine Arbeitslosigkeit, sondern leide geradezu unter Arbeiternot und sei fast noch unbegrenzt aufnahmefähig für neue Arbeitskräfte, sobald sie leistungsfähig und entwicklungsfähig werde. Lage und Wünsche der deutschen Städte an der Wende des Jahres. (=) Das Organ des Deutschen Städtetages„Der Städtetag“, enthält in seiner neuesten Nummer einen Aufsatz des Essener Oberbürgermeisters Brachts über die Lage und Wünsche der deutschen Städte an der Wende des Jahres. Im ablaufenden Jahre standen die Auseinandersetzungen über die Finanzfragen im Mittelpunkt der kommunalpolitischen Wirtschaft. Unser Volk sei leider noch nicht zu den alten soliden wirtschaftlichen Gepflogenheiten aus der Zeit vor der Inflation zurückgekehrt. Das gelte für den einzelnen sowohl wie auch für die öffentlichen Körperschaften. Trotz Senkung oder Aufhebung von Steuern seien die Ausgaben stetig gesteigert worden. Das war möglich durch den Konjunkturaufschwung, der die Einnahmen der, öffentlichen Körperschaften ständig gesteigert habe. Ein starkes Abflauen der Konjunktur jedoch kann gefährliche Folgen haben. Es bedarf daher rechtzeitiger Umkehr. Diese Einsicht setzte äußerlich erkennbar nach dem Memorandum Gilbert ein. Das Kernstück der Bochumer Rede Schachts sei die Feststellung, daß die öffentliche Hand in ihrer Gesamtheit der deutschen Wirtschaft zu viel entnimmt. 42 cers Die ersten Ansätze zur Umkehr seien noch unzureichend, jedoch werde unter dem Druck von innen und außen die Verwaltung sreform kommen und sie müsse enden in einem neuen, stark vereinheitlichten Aufbau des neuen Staates und einer Vereinfachung und Verbilligung seines heute außerordentlich verwickelten und teuer arbeitenden Verwaltungsapparates. Je schneller sie einsetze, je gründlicher sie erfolge, um so besser für unser Volk, Hauptaufgabe der deutschen Städte im nächsten Jahre— Die sei groß und unendlich schwer— sei es hierbei, alle ihre Kräfte zusammenzufassen und alle Anstrengungen zu machen, um der deutschen Selbstverwaltung bei der Reform der Verfassung und Verwaltung zu ihrem Rechte zu verhelfen. Entscheidend werde für die Stellung der deutschen Selbstverwaltung bei der künftigen Neugestaltung des Reiches der Nachweis verträge der Eisenbahnarbeiter ablaufen und daß man nicht wisse, wie sich die Materialpreise weiter gestalten werden. Dazu komme, daß die Reichsbahn für die nächsten Jahre rund 400 Millionen M. mehr benötige wie in diesem Jahre. Ueberdies sollen neben den Mitteln für die ordentliche Betriebsführung auch wesentliche Mittel für die Neubauten im nächsten Jahre aufgenommen werden. Man plant hierfür eine Anleihe, über die wir bereits berichtet haben. Diese Mitteilung aus Reichsbahnkreisen scheint darauf hinzuzielen, allmählich eine Tariferhöhung für das nächste Jahr vorzubereiten. Wir geben diese Nachricht aus diesem Grunde wieder, möchten aber darauf aufmerksam machen, daß eine Tariferhöhung eine genaue und eingehende Nachprüfung notwendig machen würde und daß man eine Tariferhöhung mit den hier wiedergegebenen Zahlen allein nicht begründen könnte. sein, daß die deutschen Gemeinden in ihrer Gesamtheit trotz aller Seitensprünge einzelner immer noch am billigsten arbeiten. Die bisherigen statistischen Untersuchungen gäben bereits Beweise dafür. Bei der bisherigen Verteilung der Aufgaben und des Steueraufkommens zwischen Reich, Ländern und Gemeinden hätten letztere infolge politischer Schwäche der Selbstverwaltung den kürzeren gezogen. Das Reich müsse sich in Zukunft entschließen, auch die Verantwortung für die Gemeindefinanzen im stärkeren Maße zu übernehmen. Eine unbedingte Notwendigkeit sei auch die auf der Magdeburger Tagung vorgeschlagene Errichtung einer Kommunalab= teilung im Reichsministerium des Innern. Gerade dieses Ressort werde bei der Neugestaltung von Verfassung und Verwaltung maßgebend mitarbeiten müssen, denn ohne Kenntnis der Lebens= und Arbeitsbedingungen der deutschen Selbstverwaltung sei eine zur wirtschaftlichen Gesundung führende Finanz= und Wirtschaftsreform im großen wie im kleinen nicht denkbar. Hergabe öffentlicher Mittel zur Bekämpfung der Donungenot. *) Der Wirtschafts= und Finanzpolitische Ausschuß des Reichswirtschaftsrates nahmen in ihrer Sitzung vom 14. d. M. u. a. Stelbung zu folgender Entschließung, die der Arbeitsausschuß zur Beratung eines Antrages betr. zweckmäßige Verteilung von Behördenaufträgen an die Wirtschaft(gefaßt hatte: „Der Arbeitsausschuß des vorliegenden Reichswirtschaftsrates zur Beratung über das öffentliche Vergebungswesen, der es als seine Aufgabe betrachtet, die möglichst gleichmäßige Verteilung der durch die öffentliche Hand zur Vergebung gelangenden Aufträge herbeizuführen, um damit eine fortlaufende rationelle Beschäftigung der Wirtschaft sicherzustellen, hat sich in diesem Au uiten Lchel. !: Das Nachrichtenmaterial unseres Berliner Bürod kam heute infzige Fehlkeitung nicht in unserem Besitz. Darauf ist das Fehlen der Handels= und fonstiger Nachrichten zurückzuführen. Zusammenhang auch mit der Hergabe öffentlicher Mittel zur Bekämpfung der Wohnungsnot beschäftigt. Diese wurden in der Hauptsache durch Gewährung von Hauszinssteuerhypotheken gegeben. Da die Aufnahme von AAnleihen zu Wohnungsbauten den Gemeinden zureit kaum möglich ist, sind sie zur Durchführung von Bauprogrammen im nächsten Jahre fast ausschließlich auf die Hauszinssteuerhypotheken angewiesen. Zur gesetzlichen Regelung der Hauszinssteuer soll der Reichstag nach dem Gesetz vor dem 1. April 1928 Stellung nehmen und sie gegebenenfalls neu fassen. In dieser Hinsicht ist bis jetzt nichts erfolgt. Es ist deshalb jetzt schon wieder eine Unsicherheit und Stockung in der Planung und Vorbereitung der dringend erforderlichen Wohnungsbauten für das Jahr 1928 festzustellen, die all die Uebelstände bringt, die stets mit der Verzögerung verbunden waren. Der Arbeitsausschuß hält es deshalb für erforderlich, Reichsregierung und Reichstag darauf aufmerksam zu machen, daß die unverzügliche endgültige Regelung der Beschaffung von Mitteln für den Wohnungsbau 1928 nötig ist, wenn nicht große wirtschaftliche Schäden wieder entstehen sollen. Der Arbeitsausschuß empfiehlt die Beibehaltung der seitherigen Regelung der Hauszinssteuer bis zum Inkrafttreten des Gesetzes über die Gebäudeentschuldungssteuer. Nötigenfalls ist die Verlängerung des Hauszinssteuergesetzes sofort bis 1. April 1929 herbeizuführen, um in der Zwischenzeit das erforderliche neue Gesetz beraten zu können.“ Die Entschließung wurde einstimmig gebilligt. Politische Rundschau Privatschulwesen. Deutsches Reich. = Das Reichsministerium hat dem Reichstag zwei Veeinbarungen über das Privatschulwesen übersandt, die im Länderausschuß für das Unterrichtswesen fertiggestellt worden sind. Sämtliche Länder haben dieser Vereinbarung zugestimmt und sich damit verpflichtet, sie in ihren Gebieten durchzuführen. Die Vereinbarung enthält eine Begriffsbestimmung der Privatschulen. Die Anforderungen an Lehrziele und Einrichtungen der Privatschulen sind erfüllt, wenn die Privatschulen in den Anforderungen, die in den Ländern an entsprechende öffentliche Schulen gestellt werden, gleichwertig, aber nicht notwendig gleichartig sind. Die Länder entscheiden darüber, ob das Erfordernis erfüllt ist. Aus dieser Vereinbarung können Ansprüche auf Unterstützung privater Schulen aus öffentlichen Mitteln nicht mehr hergeleitet werden. Die Durchführung der Arbeitszeitverordnung. ): Der neue Schlichter für Westfalen, Regiaerungsrat Brisch, hat im Auftrage des Reichsarbeitsministers die an den Tarifverträgen in der Großeisenindustrie beteiligten Parteien zu Verhandlungen wegen der Durchfüh rung der Arbeitszeitverordnung vom 16. Juli 1927 zum 23. Dezember nach Dortmund geladen. Hermann Molkenbuhr gestorben. Der frühere sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Hermann Molkenbuhr ist heute früh nach längerem Leiden im Alter von 77 Jahren gestorben.— Der Reichskanzler hat zugleich im Namen der Reichsregierung der Gattin sowie dem Vorstande der sozialdemokratischen Partei Deutschlands seine Anteilnahme zum Ausdrück gebracht. Ein Jahr Barmatprozeß. : Dieser Tage hat im Barmatprozeß, der am 11. Januar 1927 begonnen hat, der 150. Sitzungstag stattgefunden. Vor März oder April nächsten Jahres dürfte mit dem Abschluß dieses Prozesses in dieser Instanz nicht zu rechnsen sein. Kämen dann Revisionen, so müßte man mit einer noch drei= bis vier=, vielleicht fünfjährigen Dauer des Prozesses rechnen. Zwei Schöffen haben schon ausscheiden müssen, weil die Inanspruchnahme durch den Prozeß ste geschäftlich an den Rand des Ruins brachte. Italien. Stabilisierung der Lira. Der Ministerrat nahm ein Gesetzesdekret an, das durch die Unterschrift des Königs sofort in Kraft treten wird. Durch dieses Dekret wird die Banca d'Italia verpflichtet, ihre Banknoten gegen entsprechenden Metallwert umzutauschen. Diese Verpflichtung war im Jahre 1894 aufgehoben worden. Nach der neuen Goldparität entsprechen 19 Lire einem Dollar, 92.46 Lire ungefähr einem Pfund Sterling und 3.66 Lire einer Goldlira. Amerika. Der schweigsame Parker Gilbert. Parker Gilbert, der gestern mit dem Dampfer„Leviathan“ in Newyork eingetroffen ist, lehnte es ab, Fragen über politische und wirtschaftliche Probleme Deutschlands zu beantworten, wobei er auf seinen letzten Bericht verwies. China. Neue Hinrichtungen in Hankau. Die Verhaftungen und Hinrichtungen von chinesischen Kommunisten dauern an. Gestern nachmittag wurden zwei Männer und zwei Frauen hingerichtet. Die zuschauende Menge begleitete die Hinrichtung mit Rufen:„Tötet alle Kommunisten!" Der Kommandant der Garnison hat sich beim französischen Generalkonsulat wegen der Zwischenfälle, die bei den Haussuchungen nach Kommunisten in der französischen Konzessionszone vorgekommen sind, entschuldigt. Der geheimnisvolle Tod des Kronprinzen Wien, 21. Dezember. Der Journalist Penizek gibt seine Erinnerungen heraus. Darin schildert er nach einer Mitteilung des Professors Dr. Albert sei Kronprinz Rudolf im Schloß Mayerling von dem Vormund seiner Geliebten (der Baronin Vetsera) mit einem Gewehrkolben erschlagen worden. Der Professor bescheinigte jedoch auf Anordnung des Kaisers den angeblichen Selbstmord des Kronprinzen. Kurz nach der Unterzeichnung dieses Protokolls erschien der Professor bei dem Journalisten und sagte aufgeregt: Durch diese falsche Darstellung habe ich meinen Namen aus der Wissenschaft ausgestrichen. Er erzählte weiter, daß die zur Leiche Rudolfs berufenen Aerzte den Kopf des Toten, der vollständig zertrümmert war, kunstvoll zusammenhalten mußten, um die gräßlichen Wunden, die jeden Laien über die wahre Todesursache des Kronprinzen hätten aufklären müssen, zu verbergen. Ueber den Tod Rudolfs selbst hat Professor Albert erklärt, daß Baltazzi, der Vormund, dem Kronprinzen Rudolf und der Baronesse Vetsera nach Mayerling nach gefahren ist und sie dort in Gesellschaft Philipp von Koburgs und dessen Geliebte, einer Wiener Choristin, und dem Grafen Hoyes gefunden habe. Baltazzi machte Rudolf Vorwürfe, daß er sein Mündel verführt habe, und be diente sich dabei eines sehr scharfen Ausdrucks. Rudolf griff nach einem Billardqueue und ging damit auf Baltazzi los. Dieser griff nach einem an der Wand hän genden Jagdgewehr— die ganze Szene spielte sich im Jagdsaal des Schlosses ab— und zertrümmerte mit dem Gewehrkolben dem Kronprinzen den Schädel. Des Märchen von dem Selbstmord Rudolfs sei auf den Rat des ungarischen Ministerpräsidenten Tisza in die Welt gesetzt worden, um die Liebschaften des Kronprinzen nicht allgemein bekannt zu machen. Kurz nach dem Tode des Thronfolgers verkauften die Baltazzi ihr weltberühmtes Gestüt in Napagedl und verschwanden aus der Wiener Gesellschaft, bald darauf auch aus Oesterreich überhaupt. Viele Hofdamen unterstützten die Liebschaften des Kronprinzen Rudolf, weil sie seine Gattin, die Kronprinzessin Stephanie, nicht leiden konnten. Sie hieß allgemein„die belgische Gans“. Wrimaticcher Ten. Baukosten einst und jetzt. Die Wohnungsfrage ist nach mehr als einer Richtung hin ein äußerst schwieriges Problem. Die Forderung nach neuen Wohnungen und dementsprechend nach Neubauten stößt nicht zuletzt auch auf die Schwierigkeiten, die in der höheren Preisgestellung für alles zum Bauen Nötige liegen. Außer den Löhnen und den allgemeinen Nebenkosten bestimmen sich die reinen Baukosten nach den Baustoffpreisen und diese Preise haben seit langem eine steigende Tendenz. Wie es in einer Denkschrift über die Wohnungsnot und ihre Bekämpfung heißt, die der Reichsarbeitsminister fertiggestellt hat, hat der Bauindex eine Steigerung von Mitte Juni 1926 von 157 auf 176 im Oktober 1927 erfahren. Hält man zum Vergleich die Baukosten, die normalerweise im letzten Wirtschaftsjahre vor dem Kriege aufgewandt wurden, an die Baukosten der Nachkriegszeit, so ergibt sich folgende Kurve: im November 1923 betrugen sie 128.7 Prozent des Standes von 1913, im Januar 1924 134.4 Prozent, im Dezember 1924 163 Prozent, im Januar 1925 168.1 Prozent, im Juli 1927 175.1 Prozent, im Oktober 1927 endlich 176 Prozent. Au chder Anteil den den jeweils Löhne und Baustoffe an den Gesamtaufwendungen haben, ist von Interesse. Im Jahre 1913 betrug der Kostenanteil der Löhne an den gesamten Baufaufwendungen 36.95 Prozent und demgemäß war der Anteil der Baustoffe 62.70 Prozent. Im Jahre 1926 war der Kostenanteil der Löhne auf 39.99 Prozent gestiegen, der Anteil den die Baustoffkosten hatten, dagegen um eine Kleinigkeit auf 60.01 Prozent gesunken. In der schon erwähnten Denkschrift nimmt der Arbeitsminister auch zu der Frage Stellung, was von Seiten des Reiches gegenüber dieser ständig steigenden Tendenz der Baustoffpreise geschehe. Die Klagen, so sagt er, über die Steigerung der Baustoffpreise, haben bereits Anfang April 1927 den Reichsarbeitsminister veranlaßt, darauf hinzuKunst und Wissen. :: Die Berliner Städtische Oper wird demnächst die Erstaufführung der beiden Einakter„Protogonist“ und„Der Zar läßt sich.“ von Kurt Weill, Text nach Georg Kaiser zur Erstaufführung bringen. =?. Das ostfriesisch=westfälische Landestheater ist eine der sechs Wanderbühnen, die vom Verband der deutschen Volksbühnenvereine unterhalten werden. Es ist ein gemeinnütziges Unternehmen ohne Gewinnabsichten und wird als solches durch Zuwendung namhafter staatlicher Mittel und städtischer Beihilfen unterstützt. Die künstlerische und geschäftliche Gesamtleitung wurde dem bisherigen Intendanten des Theater=Zweck=Verbandes westfälischer Städte, Herbert Redlich übertragen. Das Spielgebiet umfaßt Ostfriesland und einen Teil Westfalens. In einer Reihe von Städten sind bereits feste Vereinbarungen für die ganze Spielzeit getroffen. Von Emden aus wird das ostfriesisch=westfälische Landestheater die in Frage kommenden Orte bespielen. Die Reisen werden in einem eigenen Autoomnibus unter Mitführung der gesamten dekorativen Ausstattung unternommen. : Mitte Mai wird das Pariser Gastspiel der Wiene Oper stattfinden und sieben Vorstellungen, eine Matinee un ein Konzert umfassen. Zur Aufführung gelangen u. a.„Fi delio",„Don Juan“,„Walküre",„Rosenkavalier". Wiener Burg= und Opernhaus als Stadttheater? Der Riesenbetrieb der beiden berühmten Wiener Bühnen Burg= und Opernhaus mit ihrem Fundus von 36 Millivnen Schilling, mit ihren 787 Angestellten und 459 Arbeitern und einem Zuschußbedarf pro 1926 von beinahe 5½ Millionen sind für die beschränkten österreichischen Finanzen, je länger, je mehr, eine Last. Aber selbst die relativ hohe Staatshilfe genügt nicht mehr. Betrieb und Leistungen der beiden Institute stagnieren. Diese Situation ist während der Budgetdebatte im Gemeinderat am 13. Dezember eingehend besprochen worden. mit dem Resultat, daß Stadtrat Breitner im Namen der Gemeinde Wien verkündete, wenn dem Bund die Last der Theater zu groß werde, so sei die Gemeinde bereit, für die zwei ehemaligen * Hofbühnen großzügig zu sorgen. Noch mehr— Stadtrat Breitner deutete an, daß die Gemeinde Wien unter Umständen bereit wäre, die Bundestheater ganz zu übernehmen. !) I n t e r n a t i o n a l e A u s k u n f t s s t e l l e f ü r M u s i k i n W i e n. Das internationale Musikamt in Wien geht nunmehr daran, eine für alle Fragen der Musikpflege und Musikerziehung eingerichtete„Internationale Auskunftsstelle für Musik“. ins Leben zu rufen. Dieselbe wird— zugleich als statistische Zentrale— berufen sein, in allen musikalischen Angelegenheiten sowohl von Verbänden, Einzelpersonen, öffentlichen, wie privaten Instituten und Einrichtungen als auch Veranstaltungen(Kongressen, Musikfesten und dergleichen) den Auskunftsuchenden, insbesondere auch den musikalisch Berufstätigen und ihren Verbänden, als Berater und Helfer zur Seite zu stehen. Funkausstellung in Frankfurt an der Oder. Der Radio=Club Frankfurt an der Oder veranstaltet am 14. und 15. Februar 1928 eine Funkausstellung, für die bereitsdie Säle des Zivilkasinos gesichert wurden. Die Ausstellung wird modernes Gerät umfassen sowie auch eine Bestelschau bringen. Vor allem soll die Entwicklung des Bastelsports von den ersten Anfängen an zur Darstellung kommen.— Am Abend des ersten Ausstellungstages findet ein Funk=Ball statt. E'n Blinden=Film, der dem sehenden Publikum die Welt der Blinden nahebringen soll, wird zurzeit in der Blindenanstalt in Düren hergestellt. Als einzige Berufsschauspielerin wirkt Fräulein Kleinschmidt vom Schauspielhaus Köln mit. Der Reichsverband Deutscher Tonkünstler und Musiklehrer E. V. wird seine nächstjährige Tagung vom 1.—6. Oktober 1928 in Darmstadt abhalten und dabei gleichzeitig sein 25jähriges Bestehen festlich begehen. An besonderen Veranstaltungen sind mehrere Abende im Hessischen Landestheater ein großes Chorkonzert, sowie Vorführungen der Darmstädter Akademie für Tonkunst und der dortigen Opernschule vorgesehen. !) Internationaler Schubert=Preis. Zu dem internationalen Preisausschreiben, der Columbia Graphophone Company zur Gewinnung sinfonischer Orchesterwerke erweisen, daß jede unberechtigte Ueberspannung der Preise zu einer schweren Störung der Entwicklung des Wohnungsbaues führen muß, und daß es sich nicht vertreten läßt, in erheblichem Umfange öffentliche Mittel für den Wohnungsbau zur Verfügung zu stellen, wenn nicht gleichzeitig eine angemessene Bindung der Baustoffpreise erreicht wird. Die Länder sind gebeten worden, der Preisgestaltung ihre besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden. Du diesem Zusammenhange weist das Reichsarbeitsmini sterium die Länder auf den Holzmarkt hin, auf dem es besonders gelte, einer Steigerung der Preise entgegen zu wirken. Was nun die Löhne im Baugewerbe anbelangt, deren Anteil an den Baukosten wie gesagt um 40 Prozent herumtendiert, so sind diese seit der Stabilisierung mit Schwankungen langsam gestiegen. In Prozentsätzen des Vorkriegslohnes ausgedrückt, betrug der Lohn im Januar 1925 für Maurer und Zimmerer 120.1 Prozent, für Bau M V V T Fl U 31 A hilfsarbeiter 128.7 Prozent, im Januar 1926 für diese beiden Kategorien 161.3 Prozent und 167.9 Prozent, im Januar 1927 sind es 160.4 Prozent und 165.6 Prozent, im Mai 1927 endlich 168.8 Prozent und 175.4 Prozent. Damit dürften die wesentlichsten Vergleichspunkte für die Baukosten von einst und jetzt gegeben sein. („) Eine Singsabel. Der Westdeutsche Rundsunk sendet am 1. Weihnachtsfeiertag 20 Uhr erstmalig eine „Singfabel". Es handelt sich bei dieser Art von Hörspiel, als deren Urheber Gerh. Herm. Mostas zeichnet, um eine sehr geschickte Verquickung von gesprochenem Wort, Gesang und Lautenmusik zu einem einheitlichen Kunstwerk der Singfabel. Die jetzt von Köln erstmalig gefunkte nennt sich„Der Tanz von Cölbigk“ bearbeitet nach einer alten Volkssage. Die Spielleitung hat R. Rieth. ): Heiliger Abend im Rundfunk. Der Sender Langen berg vermittelt von 16,30—17,40 ein Weihnachtskonzert, von 18—18,50 Uhr ist Orgelkonzert des Kölner Domorganisten Hans Bachem, anschließend wird bis 19 Uhr das Geläute der„Deutschen Glocke am Rhein“ vom Kölner Dom übertragen. () Die erste Liste der Schund= und Schmutzschriften teilt jetzt der Leiter der Oberprüfstelle, Dr. von Zahn, mit. Die Oberprüfstelle selbst hat drei Nummern von Herm. Abels„Nachtpost“ in Hamburg, die ganze Druckvom 15. ds. Mts. an für sechs Monate verboten, die Prüfstelle Berlin drei Berliner Erzeugnisse:„Die schöne Krankenschwester",„Lieben und Leiden einer edlen Dulderin",„Die Bettelgräfin oder die Schicksale einer Grafentochter". Roman nach dem Leben in zwei Bänden und „Die blinde Gräfin“. .:: Märkte im Januar: Am 4. in Hörter=Corvey, 9. Hollzminden, 10. Brakel, Hameln, 13. Paderborn, 17. Detmold, Steinheim, 21. Lügde, 22. Nieheim, 23. Dassel, 25. Lemgo, 30. Bodenfelde. Ur G G Ei S K. D 1 ∆ A V Ti Pabelbörner-Stabichlonia vom 23. Dezember 1927. Kirchenmusik im Dom während der Feiertage. 1. Weihnachtstag. Domchor: Missa solemnis von Rihovski. Zum Offertorium:„Hodie Christus natus est', von Luca Marenzio. Orgel: Zum Einzug des HH. Bischofs: I. S. Bach: Gelobet seist Du Jesus Christ. Vor dem Pantifikalgmt: M.„Reger: Weihnachten, op. 145. Zum Flaß. M. Springer: Fantasie über: O du fröhliche. 2. Weihnachtstag. Domchor: Haller, Missa XIX, 5 stimmig. Zum Offertorium: Haller: Elegerunt Apostoli Stephanum levitam. Orgel: Zum Offertorium: A. Piech ler: Pastorale(Krippenmusik). Neujahr. Domchor: Mitterer„Missa' In Epiphania Domini, 5 stimmig. Zum Offertorium: Tui sunt coeli, 5 stimmig von Mitterer. Orgel: Zum Offertorium: Franz Liszt: Ave Maria. Fest der Erscheinung des Herrn. Domchor: M. Springer„Missa' Lauda Sion. Zum Offertorium: Reges Tharsis et insulae, 4 stimmig von Goller. Orgel: Zum Einzug des HH. Bischofs: J. S. Bach: In dulei jubilo. Vor dem Pontifikalamt: M. Reger: Wie schön leucht uns der Morgenstern. Zum Offertorium: M. Reger: „Benedictus' op. 59. Zum Schluß: A. Guilmant: 5. Orgelsonate—3 Teil. Sonntag in der Oktav. Domchor: Orl. Lassus: Missa Puisque j'ai perdu. Offertorium von Goller. Orgel: Zum Offertorium: I. Lechthaler: Es ist ein Ros entsprungen. Eine Uraufführung im Lichtspielpalast. Gleichzeitig mit der ersten deutschen Uraufführung in Berlin läuft ab heute im Lichtspielpalast ein Film, der von der Presse der ganzen Welt als Triumph der Kinomatographie gewertet wird„Sonnenaufgang“, das Lied zweier Menschen, eine Schöpfung von F. W. Murnau. des bekannten deutschen Meisterregisseurs. Die Fox=Film erfahren wir, daß die Preise von insgesamt 20 000 Dollars als Garantie bei dem Bankhaus 1 v. Morgan in Newyork eingezahlt worden sind. Professor Franz Schreker arbeitet an einer neuen Oper die„Memmnon“ betitelt ist. ? Musikalischer Faschismus. Die in einem Verband vereinigten Musiker Italiens sehen alle dort tätigen Musiker fremder Nationalität sogar als eine Beleidigung und Herabwürdigung der italienischen Musiker an. Sie wollen deshalb die Regierung auffordern, strenge Maßregeln gegen das Auftreten ausländischer Musiker in Italien zu ergreifen. Corporation Murnau in eine Zeitspan Es handelt si der Regisseur dichter Carl manns„Die Bei der Urau den Berichten wesene Begei „Wenn nach vergessen sein herausbringen die Berline die Neue B schütternd un im Technische Bildmomenten Erstaunlich, n dieser Darstel! klar wird.§ Wechsel von Gut auch M die Begleitmi Deutschen, in reifsten und Aehnlich aner andere Berlit gabe des Lich Freunde der ! Ein Sorgenkind des Glücks, betitelt sich ein neues Franz=Schubert=Singspiel von Emil Berte und Kurt Breuer. :!:„Die Flucht aus der Ehe“ Komödie in drei Akten von Bernhard Rehse, wurde von den Staatstheatern in München zur Urauffführung angenommen. ..! Gabriel d'Annunzios künstliche Sonne. Gabriele v Annunzio arbeitet jetzt, des Nachts in einem Raum, der von einer elektrischen Lampe von 3000 Kerzen erhellt ist, „um so im Sonnenlicht zu schreiben und den Schatten seiner Hand nicht zu sehen.“ Um seine kostbar eingerichtete Besitzung läßt er gegenwärtig eine hohe Mauer aufführen. als ihn Orio Vergani vor kurzem besuchte, hatte er gerade den Roman„Nudito“ vollendet. Außerdem arbeitet er noch an verschiedenen anderen Werken, darunter an einem Roman, der den Titel„Der dritte Ort“ führt. Diesen Titel erklärte er folgendermaßen:„Zwei Orte sind das Leben und der Tod. Der Tod ist für manchen eine Glorie, ein Martyrium, ein Schlaf, eine Vernichtung, aber es gibt für manche außer allem Leben und dem Tod noch etwas: den dritten Ort.“ Der gemeldet, alm des Reichsba Weihnacht dürftigen Eise Voll= und§ die ganze Ver den. Unter d Schmidt hatte gefunden, um Fest zu leister ihren Anfang Vereins, Herr die Erschienen Anzahl Ehrer seinen wärmst zu begehen. U bahnern zusa bewährten Le Hervorgehoben der die Firm gung stellte. besonders die bahnern gebil nachtsliedr Stelle betont dem Chor in herauszuholen prächtigen Ve Wie wur einen Engel nachtsbaumes auch dem kle ausgeführt wu paßte. Nicht stil= und kuns Auch die Schi liebliche Reig sicherlich auch Lohn für ihre lebenden Bild den. Welche hl. Nikolaus: dem er aus se Kinder vertei reicht, als die Vereins die wurden die druck, als net teilung kam, singen eines g mit Dankeswe Herzliche schäftsleuten diesem Feste heber der Ve und seiner hatten, sowie Zeit geopfert der der schönst Eisenbahnvere solche Werke :: Sos bleibt. Der internationale Notruf„Sos“ der nach einer mißverstandenen Meldung aus Washington abgeschafft werden sollte, wird bestehen bleiben. Lediglich für Seefahrzeuge, die mit Telephoniesendern bzw.=Empfängern ausgerüstet sind, kommt der neue Notruf„m'aidez“ hinzu, der wegen seiner phonetischen Verständlichkeit gewählt wurde. Oei )( Man Möbelwerkstät annung der Preise vicklung des Wohsich nicht vertreten he Mittel für den ellen, wenn nicht der Baustoffpreise beten worden, der amkeit zuzuwenden. Reichsarbeitsmini hin, auf dem es Preise entgegen zu gewerbe anbelangt, igt um 40 Prozent Stabilisierung mit Prozentsätzen des : L o h n i m J a n u a r Prozent, für Bauar 1926 für diese 167.9 Prozent, im ind 165.6 Prozent, ind 175.4 Prozent. eichspunkte für die sein. tsche Rundfunk Uhr erstmalig eine ser Art von Hör. Mostas zeichnet, gesprochenem Wort, inheitlichen Kunsterstmalig gefunkte g!“ bearbeitet nach g hat R. Rieth. er Sender Langen Weihnachtskonzert, des Kölner Dom wird bis 19 Uhr Rhein“ vom Kölner nd Schmutzschriften e, Dr. von Zahn, ei Nummern von die ganze DruckMonate verboten, ugnisse:„Die schöne einer edlen Dulksale einer Grafenzwei Bänden und Höxter=Corvey, 9. . Paderborn, 17. ieheim, 23. Dassel, schronin 7. er Feiertage. Rissa solemnis von hristus natus est', des HH. Bischofs: Christ. Vor dem , op. 145. Zum 5 du fröhliche. daller, Missa XIX, Elegerunt Apostoli torium: A. Piech ssa' In Epiphania : T u i s u n t c o e l i, Offertorium: Franz herrn. Domchor: Zum Offertorium: on Goller. Orgel: s. Bach: In dulei Reger: Wie schön torium: M. Reger: A. Guilmant: 5. ichor: Orl. Lassus: von Goller. Orgel: ist ein Ros entzielpalast. Uraufführung in ast ein Film, der kriumph der Kinofgang", das Lied F. W. Murnau. rs. Die Fox=Film mt 20 000 Dollars Morgan in Newet an einer neuen n einem Verbandille dort tätigen eine Beleidigung Musiker an. Sie ern, strenge Maßr Musiker in Itaelt sich ein neues und Kurt Breuer. ödie in drei Akten Staatstheatern in n. Sonne. Gabriele einem Raum, der Kerzen erhellt ist, den Schatten seiner eingerichtete BeMauer aufführen. te, hatte er gerade rdem arbeitet er harunter an einem ührt. Diesen Titel ind das Leben und Glorie, ein Maraber es gibt für noch etwas: den Lotruf„Sos“, der Washington ablben. Lediglich für bzw.=Empfängern „m'aidez“ hinzu, ndlichkeit gewählt Weihnachten der Alten. Müde geht der letzte Tag Vor dem frohen Weihnachtsfeste, Wenn es dunkel, still zur Ruhe. Von den Türmen dröhnen Glocken, Tragen in die weiten Lande Froh das hohe Lied der Liebe. Und die Freude kommt zur Erde, Zündet an vieltausend Kerzen An den lieben Weihnachtsbaum. Um des Tisches reiche Gaben Sammeln fröhlich sich die Kinder. Glücklich preisen sich die Eltern. Einsam in dem dunklen Stübchen Sitzt ein Greis und eine Greisin Händefaltend dicht beisammen. Kauern vor dem kleinen Ofen, Der so hart nicht wie die Menschen; Und den Alten Wärme spendet. „Wieviel Kinder, liebe Mutter, Standen unter unsern Bäumen?“ „Fünse“, sagt die Mutter weinend. Alle denkt der greise Vater, „Alle“ schluchzt die müde Mutter, „Alle haben uns vergessen.—— Von den Türmen dröhnen Glocken, Tragen in die weiten Lande Froh das hohe Lied der Liebe. Adolf Siedentopf. Corporation hat keine Opfer gescheut, um die Ideen des Murnau in die Wirklichkeit umzusetzen und dazu wurde eine Zeitspanne von mehr wie einem Jahr gebraucht. Es handelt sich um ein deutsches Kunstwerk; denn Murnau der Regisseur, sein Architekt Gliese und sein Manuskriptdichter Carl Mayer, der seinen Stoff der Novelle Sudermanns„Die Reise nach Tilsit“ entnahm, sind Deutsche. Bei der Uraufführung in Newyork löste der Film nach den Berichten der Newyorker Presse eine noch nie dagewesene Begeisterung aus. So schreibt Newyrk American: „Wenn nach Jahren die größten Filmerfolge von heute vergessen sein werden, wird man Sonnenaufgang wieder herausbringen, wo immer Filme gezeigt werden.“ Ueber die Berliner Uraufführung in diesen Tagen schreibt die Neue Berliner Zeitung u. a.:„Unendlich erschütternd und zu tiefst packend. Der Film ist grandios im Technischen, in Einstellungen in Photographie und in Bildmomenten. Und er ist ganz stark im Schauspielerischen. Erstaunlich, was Murnau aus George O'Brien macht, wie dieser Darsteller ganz echt, ganz menschlich, ganz ausdrucks klar wird. Herrlich die Frau, Janet Gaynor, in ihrem Wechsel von stiller Angst zu einer erlösenden Heiterkeit. Gut auch Margaret Livingston. Hervorragend schließlich die Begleitmusik Schmidt Gentners. Dieses Werk eines Deutschen, in Amerika geschaffen, zählt zu den besten, reifsten und künstlerischten Filmen der Weltproduktion.“ Aehnlich anerkennend und fast überschäumend äußern sich andere Berliner Blätter. Kurz die wertvolle Feiertags gabe des Lichtspielpalastes verdient die Anerkennung aller Freunde der Filmkunst. * Eisenbahnverein Padervorn. Der Eisenbahnverein veranstaltete, wie schn: kurz gemeldet, alm Sonntag, den 18. Dezember im Speisesaale des Reichsbahnausbesserungswerkes Paderborn=Hbf., eine Weihnachtsf eier, verbunden mit Bescherung der bedürftigen Eisenbahnerkindern, vornehmlich der Eisenbahner Voll= und Halbwaisen. Um es gleich vorwegzunehmen, die ganze Veranstaltung kann als gelungen bezeichnet werden. Unter der rührigen Leitung der Frau Oberbaurat Schmidt hatten sich etliche Damen des Vereins zusammengefunden, um die nicht unerheblichen Vorarbeiten für dieses Fest zu leisten. So konnte denn punkt 16 Uhr die Feier ihren Anfang nehmen, nachdem der 1. Vorsitzende des Vereins, Herr Oberbaurat Schmidt, in herzlichen Worten die Erschienenen, etwa 130 Kinder mit Eltern, sowie eine Anzahl Ehrengäste, begrüßte; gleichzeitig sprach er allen seinen wärmsten Dank aus, die es ermöglichten, diese Feier zu begehen. Umrahmt wurde das Ganze durch ein aus Eisenbahnern zusammengestelltes Orchester, welches unter der bewährten Leitung des Herrn Martin vorzügliches leistete. Hervorgehoben zu werden verdient die Bereitwilligkeit, mit der die Firma Hilker ein Klavier unentgeltlich zur Verfügung stellte. Die rechte Weihe und Festesstimmung ergrifff besonders die Anwesenden, als der ebenfalls von Eisenbahnern gebildete Gemischte Chor die alten, trauten Weihnachtsliedr erklingen ließ. Das muß auch an dieser Stelle betont werden, Herr Martin hat es verstanden, aus dem Chor in der kurzen Zeit seines Bestehens das Beste herauszuholen und sicherlich hat er ein gut Teil an dem prächtigen Verlauf dieses Festes. Wie wurden die Augen der Kinoer weit, als durch einen Engel das Anzünden des festlich geschmückten Weihnachtsbaumes erfolgte! Mit großem Interesse folgten sie auch dem kleinen Theaterstückchen, welches von Kindern ausgeführt wurde und so recht in den Rahmen des Abends paßte. Nicht unerwähnt soll bleiben, daß auch die Bühne stil= und kunstgerecht von Eisenbahnern angefertigt wurde. Auch die Schülerinnen der Pelizäusschule, welche ein paar liebliche Reigen aufführten, fanden reichsten Beifall, der sicherlich auch der Lehrerin, Fräulein Georg, ein kleiner Lohn für ihre große Mühe war. Viel Freude bereiteten die lebenden Bilder, welche unter Chorvorträgen gezeigt wurden. Welche Freude glänzte auf allen Gesichtern, als der hl. Nikolaus mit seinen vielen Geschenken erschien und, nach dem er aus seinem großen Buche gelesen, die Gaben an die Kinder verteilte. Der Höhepunkt der Freude wurde erreicht, als die Bescherung begann und durch die Damen des Vereins die Geschenke zur Verteilung gelangten. Wie wurden die Augen größ, welcher Jubel kam zum Ausdruck, als neben dem Nützlichen auch manches zur Verteiteilung kam, was ein Kinderherz erfreuen kann. Nach Absingen eines gemeinschaftlichen Liedes konnte der Vorsitzende mit Dankesworten die Veranstaltung schließen. Herzlicher Dank sei auch an dieser Stelle den Gechäftsleuten ausgesprochen, die zum Teil sehr reichlich zu diesem Feste gespendet haben, vor allem aber auch dem Ur heber der Veranstaltung, dem Herrn Oberbaurat Schmidt und seiner Gemahlin, welche die Leitung übernommen hatten, sowie den Damen, die welche für die gute Sache ihre Zeit geopfert haben. Möge ihnen allen die Freude der Kinder der schönste Lohn für ihre aufgewandte Mühe sein. Dem Eisenbahnverein aber wünschen wir, daß er noch recht oft solche Werke der Nächstenliebe vollbringe * Oel= und Aquarellgemälde=Ausstellung. )=( M a n s c h r e i b t u n s: I m A u s s t e l l u n g s r a u m d e r F i r m a Möbelwerkstätten Stadler hat der Künstler Willy Becker mehrere Oel= und Aquarellgemälde ausgestellt Becker, der aus der Schule des Kunstgewerbes hervorgegangen ist und auch heute noch sich kunstgewerblich bei der Firma Stadtler betätigt, hat eine eigene Art in Farbtönen und Kompositionen zu schwelgen, und zwar will er jeweils damit das künstlerisch vollendetste in der Dekoration herausholen. Gerade deswegen sind seine Gemälde oft von frappanter Wirkung. Auf allen Gemälden kann man die gute Aquarelltechnik des Künstlers bewundern, der, obgleich er sich zum ersten Male mit dieser Ausste lung der Oeffentlichkeit zeigt, doch schon künstlerisch wei vorgeschritten ist. Am wertvollsten von den Aquarellen sind künstlerisch„Geilenkirchen",„Romskapelle" und„Horn in Lippe“. In zweiter Linie wären zu nennen„Ahden",„Uwer“ und„Ausblick auf Neuenbeken". Von den Oelgemälden ist d'as beste„Im bayrischen Hochgebirge", und zwar deswegen, weil sich hier bei dem Künstler ein neuer Weg offenbart, den er dann noch vollendeter in den später gemalten Aquarellen zum Ausdruck bringt. Die Aquarelle „Einfamilienhaus“ mit flachem Dach, das den modernen Stil demonstriert,„Wohnzimmer“ mit Schrank und„Speisezimmer“ mit niedrigem Büfffet zeigen— vielleicht in Anlehnung an die Meisterarchitektur eines Professor Grießer den zeitgemäßen Stil der Innenarchitektur und sind aufs genaueste durchgeführt in allen Einzelheiten. Sie sprechen von großer künstlerischer Fähigkeit auf diesem Gebiete. Arbeitet der noch junge Künstler so weiter, dann wird er noch manches Schöne und Gute dem kunstliebendem Publikum von Paderborn vorsetzen können. B=ld. * — Weihnachts=Theater im Pinshause(Wasserkunst). Es ist eine erfreuliche Tatsache, daß die regsame Leitung des Pius=Arbeiterbundes in der Auswahl der Theaterstücke eine glückliche Hand hat. Erinnert sei nur an die mehrmaligen gurgelungenen Aufführungen des Heimatspie les„Der tolle Christian", womit der Heimatbewegung ein großer Dienst erwiesen wurde. Für die Weihnachts= und Neujahrsspielzeit wartet der Pius=Arbeiterbund mit dem packenden 6aktigen Schauspiel„So lang' dein Mütterlein noch lebt“(die Tragödie einer Mutter)— verfaßt von dem bekannten Tragödienschreiber Friedrich Schare— auf. Das Stück, welches uns in die Wirklichkeit des Lebens einführt und ergreisende Handlungen der Mutterliebe, die alles für die Ihrigen hingibt und dort noch verzeiht, wo sie eigentlich fluchen müßte, bringt, wird unbedingt das uneingeschränkte Interesse aller Besucher ernten Nicht Sentimentalitäten birgt das Stück, nein, sondern wir werden mit Verhältnissen vertraut gemacht, die heute leider unsägliches Elend nach sich ziehen. Weihnachten, das Fest des Friedens und der Versöhnung! Lassen wir die Tage, die uns an glückliche Kinderzeiten erinnern, nicht vorübergehen, ohne das vorerwähnte packende Drama mit erlebt zu haben. Vielleicht sind auch wir der guten Mutter noch tausendfachen Dank schuldig; der Besuch des feinsinnigen und fürwahr erzieherisch wirkenden Stückes möge bei jedermann die richtigen Saiten da drinnen im Herzen anschlagen und etwaige Irrungen wieder weit machen Der Besuch der Aufführungen, die am 2. Weihnachts feiertage(Montag) abends um 7,30 Uhr beginnen, kann nur mit allem Nachhalt empfohlen werden. Man wird wieder einmal einen weihevollen Abend erleben! Kartenvor. verkauf ab heute im Piushause(Wasserkunst). Baldiger Kartenkauf wird empfohlen, da Nachfrage jetzt schon reg. ist. Wir kommen auf die Auffführung noch zurück! Aus Nah und (:) Schlangen, 23. Dezember, Der nächste Gerichts tag des Amtsgerichts Horn findet für die Ortschaften Schlangen, Kohlstädt und Oesterholz am Tage nach Weih nachten(Dienstag), 27. Dezember, morgens, in der Heinrich Poppeschen Gastwirtschaft hierselbst statt. Anmel dungen sind dem Amtsgericht Horn bis spätestens Sonn abend nachmittag mitzuteilen. (“) Minden, 23. Dezember. Ein abgeschnittener Zinger als Todesursache. Ein Tischlerlehrling schnitt sich dieser Tage in der Werkstatt seines Meisters mitd der Fräsmaschine den Mittelfinger der rechten Hand ab. Es trat Entzüngung ein und diese hatte jetzt den Tod des hoffnungsvollen jungen Menschen zur Folge. “ Dortmund, 23. Dezember. Drei Arbeiter durch glühende Schlacken verbrannt. Ein Unglücksfall. von dem drei Belegschaftsangehörige auf einmal betroffen wurden und davon zwei schwer, ereignete sich im Thomasstahlwerk der Union. Hier war an einem Schlackenwagen die Achse gebrochen, wodurch die auf dem Wagen stehende gefüllte Schlackenhaube umkippte und der Schlackenklotz auf die Erde fiel.. Drei in der Nähe stehende Leute wurden von den explosivartig herumfliegenden Eisenschlackenspritzern getroffen und erheblich am ganzen Körper verbrannt. Bei allen Verletzten waren die Verbrennungen derart schwerer Natur, daß die Leute sofort dem Krankenhause zugeführt werden mußten. (!) Essen, 23. Dezember. Der Prozeß der Kruppschen Pensionäre gegen die Firma Krupp. Vor der zuständigen Zivilkammer des Essener Landgerichts fand heute die Hauptverhandlung in dem Prozeß der Kruppschen Pensionäre gegen die Firma Krupp auf Weiterzahlung der Pensionen bzw. Aufwertung statt. Das Gericht hatte eine ganze Anzahl ehemaliger Vorstandsmitglieder der Pensionskasse als Zeugen vernehmen lassen, um zu ermitteln, ob und in wie weit die Firma Krupp eigene Rechtsverbindlichkeiten den Pensionären gegenüber nach der Schließung der Pensionskasse übernommen hat. Die Firma vertritt den Standpunkt, daß sie nur verpflichtet ist, die Pensionsansprüche im Rahmen des Vermögens der Pensirnskasse zu befriedigen; weitergehende persönliche Haftung lehnt sie ab. Die Aussagen der Zeugen lauteten im allgemeinen günstig für den Kruppschen Standpunkt und ungünstig für die Pensionäre. Das Gericht beschloß, das Urteil demnächst in einem besonderen Termin zu verkünden. =: Münster i. Westf., 23. Dezember. Zuchthaus für Kaffeeschmuggel. Dieser Tage wurde in Münster ein großer Kaffeeschmuggelprozeß gegen mehrere Angeklagte verhandelt. Das gestern gefällte Urteil lautet: Zoll beamter Heimann: zweieinhalb Jahre Zuchthaus wegen Bestechung, ferner eine Geldstrafe von 156 000 Mark; Zoll beamter Strotmeier: 2 Jahre Gefängnis wegen Bestechung, 300000 Mark Geldstrafe; Zollbeamter Spieß: eineinhalb Jahre Gefängnis und 108000 Mark Geldbuße. Die übrigen Angeklagten erhalten Gefängnisstrafen bis zu 6 Monaten und Geldbußen bis zu 200 000 Mark. Die bei der Firma Schließen und Schlotmann beschlagnahmten 144 Sack Kaffee wurden freigegeben. Freigesprochen sind die Angeklagten Rezfer, Breider, Becher, Brüder, Küster und Kremer. #l. Dortmund, 23. Dezember. Ein Brudermörder freigesprochen. Der 46 jährige Alfred Hennekemper, der am 20. April dieses Jahres im Verlaufe einer Erbschaftsauseinandersetzung seinen Bruder erstochen hatte, wurde heute vom Schwurgerichte freigesprochen. Die Gutachten der Psychiater über den Geisteszustand des Angeklagten gingen auseinander. Bei diesen sich gegenüberstehenden Schlüssen sah sich der Staatsanwalt außerstande einen Antrag auf Bestrafung zu stellen, da man immerhin mit der Möglichkeit einer augenblicklichen Störung der Geistestätigkeit s. Z. zu rechnen habe. Nach dem GrundFunbmeldungen. Kölns Jugendherberge. " Köln. Die größte deutsche Jugenoherberge wird jetzt in Köln errichtet. Es werden 550 Betten aufgestellt und man rechnet mit jährlich 30 000 Uebernachtungen. Rußland protestiert erneut. Moskau. Der russische Außenminister protestiert in einer Erklärung gegen die Massenhinrichtungen von Russen in Südchina. An den Zuständen trage Rußland keine Schuld. Rußland könne die Verbrechen nicht unge sühnt lassen und würde sich alle Schritte hierzu vorbehalten. Die Not der englischen Vergarbeiter. London. Die englische Regierung erwägt Hilfsmaßnahmen für die Bergbaubezirke von Süd Wales. Sie erklärte alles tun zu wollen, um die Lage der Bergbau arbeiter zu mildern. Die rumänische Bauernpartei. Bukarest. Der Führer der rumänischen Bauernpartei erklärte, es sei nicht richtig, daß die Bauernpartei hinter den Putschplänen des Exkronprinzen stehe. Sie habe wohl die Rückkehr s. Z. gewünscht, aber sie werde die Regentschaft achten, wenn die Regierung ihr Amt über den Parteien stehend ausübe. Dies sei nicht der Fall und deshalb werde die Bauernpartei vor keinem Schritt zurückschrecken, wenn eine Umkehr nicht erfolge. * Wetterbericht. Der Tiefdruckwirbel hat sich weiter ausgedehnt. Es herrscht Tauwetter bis zur Elbe. Frost ist nur noch im Weichselgebiet und in Schlesien. In den westdeutschen und süddeutschen Niederungen waren heute 9—10 Grad Wärme. Brocken 2 Grad Wärme. In den Mittelgebirgen starke Schneeschmelze. Wettervoraussage für Münsterland und Sauerland: Trübe mit Regen, zunächst mild. Schneeberichte: In den Mittelgebirgen besteht keine Aussicht mehr zum Wintersport. Die Schneeschmelze geht rasch vor sich. Der Schwarzwald ist schneefrei. Winterberg hat Tauwetter. In Thüringen war heute noch Sportmöglichkeit. Oberhof meldete 20 Zentuimeter Schnee und 3 Grad Kälte. Oberbayern meldet Schneeschmelze, aber noch Sportmöglichkeit. Erzgebirge hat noch gute Schneeverhältnisse. Die Sportaussichten zu Weihnachten werden als schlecht beurteilt. satz„in dubio pro reo“ beantragte er Freisprechung. Das Gericht schloß sich dem an, erkannte auf Freispruch und hob den gegen den Angeklagten noch bestehenden Haftbefehl auf. In der kurzen Begründung hieß es, daß der Nachweis nicht erbracht werden könne, daß der Angeklagte bei der Tat sich in normalem Geisteszustand befunden habe. Nass D. Jeik . wenr au 39 Mstiionel Jalten Wrde: 26 45.2c, C Geten: Geschäftliche Mitteilungen Rege Nachfrage nach Hapag=Mittelmeerfahrten. )=( Die Reisesaison des kommenden Winters steht im Zeichen einer ganzen Reihe von vorzüglich organisierten Fahrten nach dem Mittelmeer. Ihre Veranstalter, die großen Schiffahrtsgesellschaften, treten mit teilweise umfangreichem Programm hervor. Die Hamburg=Amerika=Linie als die größte der beteiligten Reedereien führt vor allem mit ihrem Vergnügungsreisedampfer„Oceana“ sowie ihrem Dreischrauben=Luxusdampfer„Reliance“ nicht weniger als sieben Reisen nach dem Süden aus, die sich von Madeira und Las=Palmas über das gesamte Mittelmeergebiet bis nach dem Orient erstrecken. Die Fahrten, von denen die ersten im Januar, also chon in wenigen Wochen, beginnt, und deren letzte im Mai stattfindet, besitzen das regste Interesse des reisenden Publikums. Die Zahl der bereits belegten Plätze läßt auff lebhafte Beteiligung an sämtlichen, vor allen an den beiden im Mittelpunkt des Programms stehenden großen Orientfahrten, schließen. Diese suchen in etwa vierwöchentlicher Dauer das östliche Mittelmeera uf und berühren Athen, Konstantinopel, Jerusalem, Kairo und eine Reihe anderer landschaftlich und kulturell markanter Plätze, wie sie der nahe Östen in reicher Zahl besitzt. Eine Österfahrt durch das westliche Mittelmeer bietet Gelegenheit, die Feiertage in Rom zu verbringen. Hinzu treten eine Reise von Newyork nach Genua sowie drei Fahrten zwischen den Mittelmeerhäfen uno Hamburg. Nähere Auskunft über sämtliche Vergnügungs= und Erholungsreisen erteilen die Hamburg=Amerika=Linie, Abteiteilung Personenverkehr, Hamburg, Alsterdam 25, sowie deren örtliche Vertretung in Paderborn, Marienplatz 18. Jamiliennachrichten. Gestorben: Frau Witwe Maria Lütkemeier, geb. Schulte, Paderborn.— Landwirt Georg Lütkewitte, 80 Jahre, Westenholz.— Frau Ww. Theodor Lingen, Wilhelmine geb. Faber, 91 Jahre, Schermede.— Frau Ww. Franz Potthast, Maria geb. Menne, 94 Jahre, Bredenborn. Druck und Verlag der Paderborner Anzeiger und Verlagsdruckerei A.=G. in Paderborn. Geschäfts= und Schriftleitung: Martin Wagner, in Paderborn. Direkt anschließend an die Uraufführung in Berlin lauft„SUhhehaufgang“ in der Fäderstadt: Das grosse Weihnachtsprogramm im —UUT SONNENNGTGNNE Ein Film von zwei Menschen nach einer Novelle von Hermann Sudermann * Regie: F. W. Murnau In allen Hauptstädten der Welt ist„Sonnenaufgang“ die überragende Sensation der Saison, so auch augenblicklich in Berlin. Lesen Sie folgendes: Dieses Werk eines Deutschen, in Amerika geschalfen, zählt zu den besten, reifsten, künstlerischsten Filmen der Welt. Neue Berliner 12-Uhr-Zeitung. Der deutsche Regisseur Murnau hat sich mit Sonnenaufgang selbst übertroffen. Es gibt in diesem Film nicht eine einzige tote Stelle. Wenn nach vielen Jahren die berühmtesten Filmwerke unserer Tage vergessen sein werden, wird Sonnenaufgang überall, wo man Filme zeigt, vorgeführt werden. The Evening World Newyork. Meisterwerk schsten und köstamen, wird Hunzu Scht und gesteht: Es ist ein „Sonnenaufgang“, einer der künlichsten Filme, die wir je zu sehenl derttausende erfreuen und weitere Hunderttausende Freunden des Lichtspiels machen. Berlin:„Der Film“, Jedes Lob, das diesem deutschen Genius gespendet worden ist, ist unzureichend. Der Mann, der„Varieté“ und„Der letzte Mann“ schuf, hat der Filmindustrie ein Meisterwerk vom ersten bis zum letzten Bild gegeben. Sonnenaufgang ist der besie Film. Evening Graphic Newyork. Dieser Film ist ein Meisterwerk... Dieser Film ist ein ganz großes Erlebnis. Ein Film für alle Völker und Bevölkerungsschichten. Ein Film, den jeder gesehen haben muß. Berlin:„Reichsfilmblatt“. Nicht einmal in unseren kühnsten Träumen von einem vollkommenen Film erwarteten wir so etwas wie „Sonnenaufgang“. Er steht allein als der Film der Filme, er ist der beste dieses Jahres, des vergangenen Jahres Saiiy Dier und aller Jahre. Newyork Dany News. Dieser Film ist von der Presse der ganzen Welt als Triumph der Kinematographie gewertet worden. Die Fox-Film-Gesellschaft hat keine Opfer gescheut, um die Ideen des deutschen Meisterregisseurs in die Wirklichkeit umzusetzen, und so ist nach mehr als einjähriger Tätigkeit ein Film entstanden, der die Welt in Bann geschlagen hat. Deutsche Kunst— Murnau, sein Architekt, Gliese, sein Manuskriptdichter, Karl Mayer, der das Drehbuch nach Sudermanns Novelle schrieb, sind Deutsche— und amerikar ischer Unternehmergeist haben in glücklicher Zusammenarbeit diesen schönsten Film der Welt geschaffen. Wollen Sie sich und den Ihren wieder einmal wirklich wunderbare Stunden bereiten? Stunden voll Glanz und Schönheit, die Ihnen lange Zeit unvergeßlich bleiben werden? Dann müssen Sie in der Weihnachtswoche zu dem großen Festprogramm„SONNENAUFGANG“ in den LichstpielPalast gehen. Dazu: Nennchen von Tharau Ein Film nach dem gleichnamigen Volkslied mit der neuen deutschen Filmschönheit LILIAN WEISS als Aennchen von Tharau. Herrliche Naturaufnahmen aus Ostpreußens Forsten, verwoben mit dem Zauber einer zarten Liebesgeschichte. Keine Preiserhöhung! Keine Preiserhöhung! V Dräderer C. Hester Alteste und leistungsfähige Brauerei am Platze Paderborn empfiehlt la helles und dunkles Märzenbier Hochprozentig, vollmundig, bekömmlich Auch in Fässern und Flaschen frei Haus Holzverkauf in der Gemeinde=Waldung Neuhaus Dienstag, den 27. ds. Mts. vormittags 10 Uhr sollen in der Gemeindewaldung Neuhaus 15 Stück Kiefern 10.92 fmtr. Kl. 2a—35. 15, 4„ Fichten 4,00„ Kl. 2a 168„ Kiefern 29.23„ Kl. 102— 100„ Kiefernstangen 1. Klasse 90„„ 2.„ 90„„ 3.„ und 20 Reiserhaufen öffentlich meistbietend im Walde verkauft werden.— Sammelplatz beim Forsthause. Der Gemeinde=Vorsteher: Adrian Seeiterenebnitnn für jeden Bedarf Gewerbe und Handel Vereine und Behörden sowie alle Familien-Drucksachen liefert in moderner wie geschmackvoller Ausführung preiswert und schnellstens Buch- und Akzidenzdruckerei des Bahn! ofstraße 13 Paderbora Fernruf Nr. 8213 Meine hochverehrten Patienten wünsche ich frohe und gesunde Weihnachten. Verreist bis 4. Januar 1928 s Miaunter, Dentist, Bad Lippspringe. m Elektrische Tauchsieder Heizsonnen Holzkissen bei L. Koza Paderborn, Rose nstr Eine geliehene Delz=D cke in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch in Bad Lippspringe verloren gegangen Wiederbringererhält gute Blohnung. Hermann Fricke Bad Lippspringe Steinbeße 3 EWIER LCRLD URLADCREIRE ERADIRLDURAEER EER EEEN IIRE Pius-Arbeiter-Bunds Wasserkunst 9 ." Solang dein ü Maheriein hoch febt! baktiges Drama von Friedrich Schare. Spannende Handlungen. Aufführung: 2. Weihnachtstag(Montag) abends 7.30 Uhr im Plushause(Wasserkunst) Preise: 1. Platz(num.) RM. 1.—, 2. Platz RNf. 0.60. Kartenvorverkauf ab heute im Plushaus. UNERETEREN CRLEDERLDCRDICEL LEN CERMCERL CER CERD CH 9 Technikum LorngO ingenisurschule unengenden Sntanenden Clatvot Gotrabnechaht. wrchhben fichen Elenbeienden. Aschuettu gured am Seueuste Kathol. Gesellenverein Paderborn wub Am Busdort Weihnachtsaufführung 1927 Der Freischütz Romantisches Schauspiel mit Gesang und Musikeinlagen aus der gleichnamigen Oper. Bearbeitet von H. Houben. Mitwirkend 60 Personen. Spieltage: 2. Weihnachtstag, abends 7 Uhr. Mittwoch, 28. Dez., abends 7½ Uhr. Freitag, 30. Dez., abends 7½ Uhr. Vorverkauf für die erste Aufführung am 2. Weihnachtstag morgens 10 Uhr, für die übrigen Aufführungen am Vorabend, 6 Uhr, im Gesellenhause. Preise der Plätze: Sperrsitz 1.10 M, 1. Platz 0.90 M, 2. Platz 0.60 M. Gere Weinflaschen kauft Jos. Montag Paderborn, Kilianstraße 13 Leichenüberführung durch Asto-Jech redark., Bel 2293 Als willvommene Weihnacht-geschenke empfehlen wir Lose der Kviner Vombauzugunsten des Kölner Doms und anderer Baudenkmäler Ziehung: 17. und 19. Januar 1923 7168 Gewinne und 1 Prämie im Gesamtbetrage von 130000 Mart Lose zu 3 Mark zu haben in der Geschäftsstelle des Paderborner Anzeigers Poverdorn Bahnhofsteaße 17, F FOI-PILN hönheit besgeschichte. erstag Ihr Nr. 302 Zweites Blatt Lippspringe sellenverein Am Busdort ufführung 1927 ischütz lauspiel mit Gesang m aus der gleichen Oper. n H. Houben. 60 Personen. Itage: abends 7 Uhr. z., abends 7½ Uhr. abends 7½ Uhr. für die erste Aufeihnachtstag morgens brigen Aufführungen Uhr, im GesellenPlätze: Sperrsitz 0.90 M, 2. Platz nachten giehle. Mpparate Fabrikate. Anlattenlager günstige edingungen enens Schildern 31 on 3315 werkstätte Weihnachten 1927. Kein Fest gibt es, das sich gerade in Deutschland immer wieder so stark geltend macht, wie das Weihnachtsfest. Wenn in den Straßen der Großstädte die ersten Christbäume auftauchen, dann geht ein seltsames Leuchten über die Züge auch des Erwachsenen, wird das Auge mit Sehnsucht nach dem Einst erfüllt. Und es ist, als ob des Weihnachtsbaumes Lichter ihren Schein schon ausstrahlen, ehe das Weihnachtsfest selbst da ist. Und diese Weihnachtskerzen strahlen den Weihnachtsfrieden aus. Es ist, als ob mit dem ersten jubelnden Kinderlachen, mit dem ersten Aufglänzen der Kinderaugen vor dem Weihnachts. baum der Haß und der Streit sich in dunkle Winkel zurückziehen, gehobene Fäuste sinken, drohende Mienen sich glätten. So wird auch in unserem Leben von heute, durch das der rücksichtslose Kampf ums Dasein tobt, das nur den rücksichtslosen Gebrauch der Ellenbogen kennt, das nur unter der Parole des„Nach Golde drängt, am Goldhängt doch alles!" steht, die Erfüllung des Engels wunsches für kurze Tage Wirklichkeit: Friede au Erden! Fast zweitausend Jahre hindurch klang dieser Engelsgesang und immer wieder lauschte das deutsch Volk sehnsüchtigen Sinnes. Viermal wurde der Engels gesang durch das Brüllen der Kanonen übertönt, eir fünftes Mal zerschnitten wie mit einer Säge diesen Engels gruß die Maschinengewehre in den deutschen Städten durch die Aufstand und Bürgerkrieg rasten. Und im Oster Deutschlands war es dunkel, ganz dunkel geworden jourfte kein deutscher Weihnachtsbaum brennen, wei Heutsches Land der Gewalttat der Polen anheimgefaller wak. Dort und in Südtirol, im Elsaß und im Böhmer. land, allüberall, wo Deutsche wohnen, ertönt auch jetz wieder das deutsche Weihnachtslied, umsteht die Familiden deutschen Weihnachtsbaum am deutschen, deutschester Weihnachtsfest. Aber dunkel sind die Augen, leise ist dat Lied— denn draußen schleicht der Unterdrücker, horch und lauscht der Aufpasser. Kein Friede ist's, keine Liebe sondern Verfolgung, Haß und geistige Not. Und schie hoffnungslos starren vort die brennenden Augen in die Lichter des Weihnachtsbaumes. Besser geworden aber ist es in Deutschland, äußer lich wenigstens. Verstummt ist das Gebrüll der„Rede" kanonen; man hat keine Sehnsucht, hat nur tiefste Ab neigung im Schatten des Weihnachtsbaumes gegen alles was irgendwie mit Parteipolitik zusammenhangt. Mai will ein paar kurze Tage wenigstens den Frieden haben will von sich fernhalten die mehr oder minder— meisten: minder— wichtigen Dinge des Lebens und des Kampfes dort draußen auf der lärmenden Straße. Und in jeden einsichtigen, von diesem Leben und diesen Kämpfen noc nicht ganz durchtränkten und zerrütteten Menschenhirt regt sich die Sehnsucht danach, daß der milde, frieden bringende Weihnachtsglanz doch nicht in demselber Augenblick erlöschen möge, wenn die Kerzen des Weih aachtsbaumes herabgebrannt sind. Daß neben den Feier stunden der fröhlichen, der seligen Weihnachtszeit aug ein wenig von ihrer friedenbringenden Sehnsucht in der Alltag des Lebens hinausgetragen wird. Vom Schulwesen in Amerika Wir Deutschen glauben in der Organisation unserer Schuleinrichtungen eine besondere Höhe erreicht zu haben, doch wird man leicht anderer Ansicht, wenn man Näheres über die Verhältnisse im amerikanischen Schulwesen vernimmt. Der Berliner Professor Dr. Peter A. Silbermann hat vor einiger Zeit eine Studienreise nach den Vereinigten Staaten unternommen und jetzt dem Mitarbeiter einer Berliner Tageszeitung folgende interessanten Tatsachen aus dem dortigen Schulbetrieb mitgeteilt, von denen wir hier eine Auswahl wiedergeben: Was zunächst die wirtschaftliche Lage der Lehrer betrifft, so werden sie etwa doppelt so hoch wie ihre deutschen Kollegen bezahlt; da das Leben aber dort viel kostspieliger ist als bei uns, stehen sie sich im Grunde kaum besser wie in Deutschland, doch steht ihnen frei, ohne besondere Meldung in ihren Freistunden Nebenarbeiten zu machen, welcher Art sie auch sein mögen. Freilich ist ihre Arbeitszeit täglich mit sieben Stunden von acht Uhr morGeatschlands Schag der Kussen in Badchina Nur Die Sowjeregierung hat bekanntlich die deutsche Reichsregierung um Aebernahme des Schutzes ihrer Inter. essen in Südchina ersucht. Wegen der Angeklärtheit der Verhältnisse in China hat die Reichsregierung diesem Wunsch in der Form entsprochen, daß sie ihre Konsuln in China angewiesen hat, im Rahmen ihrer faktischen Befugnisse und der gegebenen Wirkungsmöglichkeiten sich der Sowjetinteressen und der Sowjetbürger anzunehmen. Wie wir von zuständiger Berliner Stelle hierzu weiter erfahren, bedeuten diese Anweisungen an die Konsuln nicht die Aebernahme des Schutzes der russischen Interessen in jeder Form. Die deutsche Regierung unterscheidet viel. mehr scharf zwischen politischem oder diplomatischem Schutz und zivilrechtlichem Schutz. Der den Russen in Südchina gewährte Schütz ist, wie ausdrücklich betont werden muß, nur privatrechtlicher Natur, d. h. die deutsche Regierung übernimmt nur die Verpflichtung, für Leib, Leben und Privateigentum der russischen Staatsangehörigen in Südchina einzutreten, sofern diese in privatrechtlicher Hinsicht bedroht sind. Setzen sich die russischen Staatsangehörigen gens bis drei Uhr mittags festgelegt, ausgenommen am Samstag, der ganz frei ist. In Bezug auf die Pünktlichkeit haben die Lehrer freilich nichts vor den Angestellten gewerblicher und industrieller Betriebe voraus; sie müssen ihre Karten an der Kontrolluhr abstempeln lassen, und jede Minute, die sie versäumen, wird ihnen vom Gehalt abgezogen. Die sieben Stunden, die der Lehrer in der Schule zuzubringen dat, sind in neun„Perioden“ zu je 45 Minuten eingeteilt. Fünf davon dienen dem Unterricht, eine der Aufsicht im Frühstücks= oder Studienraum, eine den Konferenzen und den zu erledigenden Korrigierarbeiten. Dazwischen liegt eine Frühstückspause und eine, in der der Lehrer zwar frei ist, sich aber zu Vertretungen zur Verfügung halten muß. Kleine Zwischenpausen gibt es nicht, man läßt es vielmehr mit der dreiviertelstündigen Freizeit bewenden. Jede größere Schule besitzt zwei Kantinenräume, einen kleineren für die Lehrer und einen größeren für die Schüler, wo man für wenig Geld solide Speisen und Getränke haben knnn. Die Leitung der Schulen untersteht dem von dei Behörde eingesetzten Direktor, dem eine Anzahl von sogenannten„Ersten Assistenten“, die ein besonderes Examen abgelegt haben und besser bezahlt werden als die übrigen, zur Seite stehen. Letztere haben die Aufgabe, die ihnen unterstellten Lehrer mit den neuesten Erkenntnissen des betreffenden Faches bekannt zu machen; sie verwalten aber auch die Fachbibliotheken, prüfen die Aufgaben für die Examina und organisieren Besuche und Besichtigungen. Die amerikanische Jugend bleibt ebenfalls täglich acht bis neun Stunden in der Schule, sie genießt nicht nur den Unterricht, sondern erledigt auch die täglichen Schulaufgaben und treibt mit den Kameraden Sport. Am die Auffassungsgabe der Schüler zu prüfen, sind in den meisten höheren Schulen sogenannte Intelligenzprüfungen eingeführt, die sich weniger mit den wissenschaftlichen Kenntnissen als mit der vorhandenen Begabung im allgemeinen befaßt. Obligatorisch ist der Anterricht in Englisch, Sprechtechnik, Volkswirtschaft und Geschichte, Gymnastik, Pbysik und Zeichnen; alle anderen Fächer sind wahlfrei. Durch eine äußerst umfangreiche Privatlektüre werden an die geistige Selbstständigkeit der Schüler starke Anforderungen gestellt. In jedem Jahrgang werden vierzehn Werke gelesen, und zwar sechs davon in der Schule und acht zu Haus. Die außerlehrplanmößigen Arbeiten nehmen einen großen Teil in der Erziehung der amerikanischen Jugend ein. Klubs, Schulversammlungen, gemeinsamer Sport und literarische Veröffentlichungen ergänzen das wissenCopyright by Martin Feuchtwanger, Halle(Saale). K Ziellos war er dort umhergestreift, leichtsinnige Genußsucht zur Führerin, dies und das versuchend, aber nichts mit dem rechten Glück, weil er es nicht mit Eifer und ernstem Wollen anfaßte. So war er immer tiefer herabgestiegen, bis er endlich mittellos, gesunken, ein Strolch, die wankenden Schritte wieder nach der Heimai zurückwandte. Wenn sie ihm sonst nichts mehr zu bieten hatte— vielleicht erbarmte sich wenigstens die Scholle und nahm ihn auf in ihren Schoß. Mit beklommenem Atem, die Brust war ihm wie eingeschnürt, stand er vor der fremden Tür. Er hatte sich diesen letzten Schritt in die Tiefe doch nicht so schwer gedacht. Mit bitterem Erstaunen nahm er wahr, wie das Ehrgefühl in ihm doch noch lebendig war und wie verzweifelt es sich vor dem tödlichen Schlage wehrte. „Geh zurück und stirb am Wege—“, raunte es ihm flehend zu,„tue nicht diesen letzten Schritt, diesen tiefen Fall, von dem du dich nicht mehr erheben kannst!" Finster blickte er vor sich nieder und die nach dem Klingelzug ausgestreckte Hand sank wieder herab. Aber zur Umkehr war's zu spät, denn die Tür öffnete sich jetzt, und ein reizendes junges Mädchen, zum Ausgehen angekleidet, stand im Rahmen derselben. Sie schien in politischer Beziehung, z. B. infolge eigener politischer Amtriebe, einer solchen Bedrohung aus, so haben sie auf deutschen Schutz keinen Anspruch. Am den rein privatrechtlichen Charakter der deutschen Verpflich. lung hervorzuheben, hat die deutsche Regierung nicht ihrem diplomatischen Vertreter in China, also dem deutschen Gesandten in Peking, sondern ihren Konsuln die mittelbaren Aufträge erteilt. Nach allgemeinem internationalen Brauch übernimmt nämlich der diplomatische Vertreter eines Landes in derartigen Fällen auch den politischen Schutz, der Konsul lediglich den privatrechtlichen Schutz. Im übrigen kam eine Uebernahme diplomatischen Schutzes in diesem Falle auch deshalb nicht in Frage, weil der Wirkungsbereich des zeutschen Gesandten in Peking sich nicht auf Südchina erstreckt und die gegenwärtige südchinesische Regierung von der deutschen Regierung offiziell überhaupt noch nicht anerkannt ist. Es braucht weiter nicht betont zu werden, daß die Uevernahme des zivilrechtlichen Schutzes der Russen in Südchine keinerlei deutschen Eingriff in die gegenwärtigen chinesischen Machtkämpfe bedeutet. liche Lernen. Es wird früh den Schülern Gelegenbeit gegeben, sich daran zu üben, für die Allgemeinit mitzuarbeiten. So gibt z. B. jede Schule mindestens eine Schulzeitung heraus, die wöchentlich oder vierzehntägig erscheint und durchweg von Schülern geschrieben und redigiert wird. Jeder Schüler muß die Zeitung rezelmäßig lernen, denn hier stehen die Bekanntmachungen der Redaktion, die Ankündigungen von Veranstaltungen und Berichte über alles, was sich in der Schule zugetragen hat. So wird die Jugend von den ersten Schuljahren an daran zewöhnt, ein gewisses Verantwortlichkeitsgefühl zu pflegen and sich als Glied der Volksgesamtheit zu fühlen, ohne daß die Disziplin darunter leidet Man kann nicht leugnen, daß in den Einrichtungen des mmerikanischen Schulwesens sich vieles befindet, des auch dei uns Beifall finden würde. Weltwirtschaftskomitee □ Genf, 22. Dez. Die Tagung des Wirtschaftskonntees des Völkerbundes ist beendet. Das Komitee hat sich in der Hauptsache mit den von der Weltwirtschaftskonferenz behandelten Fragen der internationalen Handelspolitik befaßt und nachdrücklich der Ansicht Ausdruck gegeben, daß eine radikale Aenderung der bisherigen Methoden des Abschlusses. von Handelsverträgen notwendig ist, wenn das internationale Wirtschaftsleben allmäblich wieder gesunden soll. Der Präsident des Komitees, Serrups, bekannte sich in einer Unterredung mit Pressevertretern zu der Parole:„Zurück vom Hochschutzzoll zur freihändlerischen Gestaltung der internationalen Beziehungen!" Der Umfang der Reparationsgehälter Im englischen Unterhause fragte am Mittwoch der libe. rale Abgeordnete Kennworthy den Finanzminister Churchi# nach der Höhe der Summe, die zum Unterhalt der Repara. tionskommission und des Mitarbeiterstabes des General. agenten Parker Gilbert sowie für Gehalt und Spesen des Generalagenten selbst jährlich verausgabt werde. Churchill antwortete, daß die Reparationskommission in Paris 237 Mitglieder zähle, deren jährliche Gehälter zusammen 2200000 Mark betrügen. In Berlin verfüge Parker Gilbert über einen Mitarbeiterstab von 130 Mit. gliedern, von denen 41 untergeordnete Arbeitskräfte seien; die Gesamtsumme an Gehältern für diese Stelle belaufe sich auf 2640 009 Mark, Er sei über die Höbe sonstiger zu erschrecken und machte eine Bewegung, als wolle sie die Tür rasch wieder zudrücken. Schnell wechselnd aber floh der Ausdruck des Schreckens von ihrem lieblichen Gesicht und machte einem barmherzigen Lächeln Platz. „Darf ich Ihnen etwas geben?“ fragte sie sanft.„Vielleicht ein Glas Milch oder einen Teller Suppe?", Treuherzig abwartend sah sie zu ihm auf. Da ging in Johannes eiwas Seltsames vor. Er verneigte sich stumm— zu sprechen vermochte er nicht— und sah mit dürstendem Ausdruck hinter dem Mädchen her, das eilig hinter der angelehnten Tür verschwunden war. Es war ihm, als müsse er die holde Erscheinung, die der Stempel der Herzensgüte mit so verklärendem Liebreiz zeichnete, mit seinen Blicken festhalten und aufsaugen — es war ihm, als könne er sich damit neue Kraft und neue Fähigkeit zum Gutsein zurückerobern. Wie eine ahnungsvolle Verheißung lag es in ihm, und mit befreien. dem Aufatmen hob sich seine Brust. Die schreckliche Stumpfheit, die ihn solange gleichgültig gegen sein Schick sal gemacht hatte, plötzlich schien sie von ihm gewichen zu sein. Wie aus schwerem Schlaf erwachend, hob die längst totgewähnte Willenskraft wieder langsam ihr Haupt— und der Glaube an ein Etwas, unsagbar Herrliches, das ihm noch erreichbar war, stieg traumhaft in ihm empor. Gleichzeitig aber sah er seine tiefe Gesunkenheil in erschütterndem innerlichen Grauen. Wie von einem grellen Blitz beleuchtet, traten die einzelnen Erinnerungen an seinen Niedergang vor ihn hin, und da überwältigte ihn das Gefühl, daß er nicht würdig sei, von dem reinen Atemzug dieses Mädchens noch einmal gestreift zu werden— und dieses Gefühl trieb ihn zur Flucht. Rasch stürzte er zum Hause hinaus und ging mit haftigen Schritten die Straße hinaus. Er wollte sie nicht wiedersehen— er konnte sie nicht wiedersehen—, ihr gutes Auge sollte kein zweites Mal so voller Trauer und Mitleid an ihm niedergleiten. Mit tief herabgesunkenem Haupt, schamerfüllt, ging er sinnend dahin, und doch war seine Brust von einem seltsam frohen Zittern bewegt. „Wenn ich nur ein wenig Glück hätte! Mut und Kraft wollte ich schon aufbringen, daß es noch einmal anders werden könnte—“ dachte er in prüfender Selbstbetrachtung.„Herr Gott! Erhebe mich doch noch einmal, mich armseliges Menschenkind!“ ging ein Stoßseufzer über seine Lippen. Seit Jahren hatte kein Gebet mehr den Weg darüber gefunden. Und merkwürdig, der liebe Gott, der sich manchmal ein bißchen taub stellt, diesmal schien er das halb unbewußte Stammeln der irrenden Seele doch gehört zu haben. (Fortsetzung folgt.) Gehälter, die a conto der Dawes=Annuitäten gezahlt wür. den, nicht informiert. Das belgische Militärgesetz Bei der Debatte über das Militärgesetz kam es in der belgischen Kammer am Mittwoch zu Zwischenfällen. Der Kriegsminister hatte die sozialdemokrati sche Forderung auf Herabsetzung der Dienstzeit als Wahlmanöver bezeichnet, was wilde Protestrufe bei den Sozialdemokraten hervorrief. Der Minister erklärte daß Belgien im Kriegsfalle über 160000 Mann Front truppen und 160000 Mann Reserven verfügen werde. Als ein Abgeordneter den Zwischenruf machte, im Kriegsfalle würden die Truppen meutern, erhob sich ein ungeheurer Tumult. Vandervelde wandte sich als Abgeordneter gegen die Behauptungen des Kriegsministers de Brocqueville über die Reichswehr. Die Kammer nahm schließlich die Vorlage an, wonach das Kontingent der Armee für das Jahr 1928 auf 61 000 Mann festgesetzt wird. Die Hilfsmaßnahmen für Ostpreußen Unter dem Vorsitz des Reichspräsidenten haben das Reichsministerium und das preußische Staatsministerium unter Hinzuziehung des Reichsbankpräsidenten und des Generaldirektors der Reichsbahngesellschaft am Mittwoch die angekündigte gemeinsame Sitzung über Hilfsmaßnahmen für Ostpreußen abgehalten. Es wurde, wie amtlich mitgeteilt wird, beschlossen, im Anschluß an das bisher Geschehene sofort weitere wirtschaftliche Hilfe einzuleiten. Es sind Erleichterungen für die landwirtschaftlichen Kredite vorgesehen. Für den landwirtschaftlichen Kleinbesitz sollen dabei geichzeitig nicht hypothekarisch gesicherte Darlehensformen ermöglicht werden. Neben der Amwandlung schwebender Schulden in langbefristete Kredite zu tragbaren Bedingungen ist eine Erleichterung öf fentlicher Lasten, namentlich auch der Rentenbank=Grund. schuldzinsen und der Schullasten, beabsichtigt. Auf dem Gebiete des Güterverkehrs soll der abgeschnittenen Lage Ostpreußens in erweitertem Maße Rechnung getragen werden. Die zur Durchführung dieser Maßnahmen erfoderlichen Mittel werden von den Regierungen des Reiches und Preußens unverzüglich angefordert werden. Die Ausführung der Maßnahmen wird im Benehmen mit der stpreußischen Wirtschaft erfolgen. Zeimätiicher Ten. Die Aussteuer. Von Justizinspektor Nagelsdieck=Essen. Weihnachten läßt die Herzen mancher Liebenden höhe! schlagen. Soll doch an diesem Feste ihre Verlobung veröffentlicht werden. Das Weihnachtsfest ist für sie daher von besonderer Bedeutung. Das Herz voller Seligkeit so gehen ihnen die Festtage dahin. Dann aber geht's an die Beschaffung der Aussteuer. Zwar haben Mutter und Tochter schon vorgesorgt, aber noch ist manches zur Einrichtung nötig. Die Beschaffung der Wohnungseinrichlung macht in der heutigen Zeit der wirtschaftlichen Bedrängnis manchen Eltern viele Sorge. Um spätere Streitigkeiten zu vermeiden, ist es gut, sich rechtzeitig darüber zu unterrichten, wie Rechte und Pflichten nach dem Gesetz-verteilt sind. Die Tochter— nicht jedoch auch der Sohn— kann von dem Vater im Falle der Verheiratung zur Einrichtung des Hausstandes eine Aussteuer verlangen. Allerdings besteht diese Verpflichtung für den Vater nur in dem Maße, als er unter Berücksichtigung seiner sonstigen Verpflichtungen ohne Gefährdung seines standesgemäßen Unterhalts dazu imstande ist. Wenn die Tochter genügend eigenes Vermögen hat, so fällt die Verpflichtung des Vaters überhaupt fort. Die Wahl, wie die Aussteuer gegeben wird, ob in Geld oder Einrichtungsgegenständen, steht dem Vater zu. Die gleiche Verpflichtung hat die Mutter, wenn der Vater zur Gewährung der Aussteuer nicht imstande oder gestorben ist. Die Tochter hat danach ein klagbares Recht auf die Aussteuer. Ein klagbares Recht auf bare Mitgift neben der Aussteuer hat sie jedoch nicht. Im allgemeinen kann die Tochter die Aussteuer erst bei der Eheschließung fordern. Hat jedoch der Vater zum Beispiel vor der Eheschließung bereits erklärt, daß er die Aussteuer verweigern werde, so kann die Tochter schon vorher auf„Feststellung seiner Verpflichtung" bzw. auf „Leistung nach erfolgter Eheschließung“ klagen. Nach der Eheschließung kann auch der Mann klagen, wenn er mit seiner Ehefrau im gesetzlichen Güterstande lebt, also keinen besonderen Ehevertrag geschlossen hat. Die Tochter kann die Aussteuer nur einmal, nicht etwa auch bei Eingehung einer zweiten Ehe verlangen. Der Anspruch muß innerhalb eines Jahres von der Eheschließung an geltend gemacht werden, sonst ist er verjährt und eine Klage würde aus diesem Grunde abgewiesen werden. Die Eltern können die Aussteuer verweigern, wenn die Tochter sich ohne die erforderliche Einwilligung der Eltern verheiratet. Diese elterliche Einwilligung ist aber nur erforderlich, solange die Tochter noch minderjährig ist. Heiratet demnach eine 21 Jahre alte Tochter, so kann sie die Aussteuer verlangen, auch wenn die Heirat gegen den Willen der Eltern erfolgt. Weiter können die Eltern die Aussteuer verweigern, wenn sich die Tochter einer Verfehlung schuldig macht, welche die Eltern berechtigt, der Tochter den Pflichtteil zu entziehen, d. h., sie zu enterben. Die Enterbung kann erfolgen, wenn die Tochter u. a. den Eltern nach dem Leben getrachtet oder sie vorsätzlich körperlich mißhandelt hat, wenn die Tochter sich eines Verbrechens oder schweren vorsätzlichen Vergehens gegen die Eltern schuldig gemacht hat, wenn sie ihrer Unterhaltspflicht böswillig nicht nachgekommen ist oder einen ehrlosen oder unsittlichen Lebenswandel wider den Willen der Eltern führt. Die Aussteuer ist gewissermaßen nur als ein Voraus, eine Abschlagszahlung auf das Erbteil anzusehen, denn sie ist unter den Geschwistern bei Eintritt des Erbfalles zur Ausgleichung zu bringen(wenn in einem Testament nicht etwas anderes bestimmt ist). Ein Beispiel möge dies zeigen:„ A. hinterlaßt seine Ehefrau und drei Kinder B., C., D. Ein Testament ist nicht errichtet. Der Nachlaß beträgt 32000 Mark. Das Kind B. hat 6000 Mark Aussteuer erhalten. Die Ehefrau erbt neben den Kindern zu ¼, erhält also zunächst 8000 Mark. Dem Rest von 24000 Mark wird die Aussteuer der B. hinzugerechnet, so daß die Erbmasse 30000 Mark beträgt. Hiervon erhalten die Kinder gleichmäßig ½ mit 10000 Mark, jedoch muß sich B. die empfangene Aussteuer mit 6000 Mark anrechnen lassen, so daß zur Verteilung gelangen: an V. 4000 Mark, an C. und D. je 10000 Mark. Zwei neue Volkskrankheiten. Das Reichsgesundheitsamt gibt soeben seinen vom Statistischen Reichsamt zusammengestellten Jahresbericht über den Bevölkerungsstand in den 350 deutschen Gemeinden mit 15000 und mehr Einwohnern im Jahre 1926 heraus. Es sind damit etwa 27 Millionen Einwohner oder fünf Zwölftel der Bevölkerung des Reiches erfaßt. Der Bericht stellt zunächst fest, daß trotz der gegen 1925 um rund 7000 gestiegenen Eheschließungen und der um 9000 gestiegenen unehelichen Geburten der Geburtenrückgang sich insgesamt mit rund 8000 fortsetzte. Das Interessanteste in diesem Bericht sind jedoch die Angaben über die Ursachen der Sterbefälle. Es wird festgestellt, daß die Todeskurve der Tuberkulose erfreulicherweise weiter sinkt. Es starben in den 350 Gemeinden im Jahre 1926 an Tuberkulose 26 698 gegen 28711 im Jahre 1925, also etwa 8 Prozent weniger. Erschreckend dagegen macht sich das Anwachsen zweier anderer Todesursachen bemerkbar: des Krebses und der Herzkrankheiten. Die Zahl der Sterbefälle im Jahre 1926 an Krebs ist in den 350 Gemeinden 31931 und die an Herzkrankheiten 33922. Jede Zahl dieser Sterbefälle übersteigt bei weitem die Zahl der Sterbefälle an Tuberkulose! Vergleichszahlen zu 1925 werden bei ihnen nicht angegeben, die Zahlen erscheinen demnach das erste Mal in der Aufstellung des Reichsgesundheitsamtes. Es scheint, daß die Ausbreitung dieser Krankheiten als neue furchtbare Volkskrankheiten jetzt erst erkannt wird. In Verhältnisziffern ausgedrückt, kommen bei einer Gesamtaufrechnung von 101.6 Todesursachen 9.9 auf Tuberkulose, 11.8 auf Krebs und andere bösartige Neubildungen und 12.5 auf Herzkrankheiten. Das ist ein wenig trostreiches Bild für den künftigen Gesundheitszustand unseres Volkes. (“)„hier“— keine postalische Bezeichnung. Die Reichspostverwaltung weist darauf hin, daß bei Ortsbriefsendungen vielfach der Bestimmungsort überhaupt nicht oder nur mit dem Worte„Hier“ angegeben wird. Dieses mitunter von Behörden geübte Verfahren ist nicht am Platze. Um Verzögerungen in der Bestellung oder sonstigen Unzuträglichkeiten vorzubeugen muß in der Anschrift stets der Bestimmungsort gebraucht werden.„Hier" ist also keine postalische Bezeichnung. (=) Die erste Klaviersteuer in Höhe von 20 Mark wurde in der deutschen Stadt Gera eingeführt. Es ist ein trauriger Rum, eine solch' Bildungsfeindliche Steuer eingeführt zu haben. Aus Nah und Fern. () Bad Salzusten, 22. Dezember. Wahl eines neuen Bürgermeisters. In öffentlicher Sitzung ging unter großer Beteiligung der Bürgerschaft die Wahl des neuen Bürgermeisters seitens der Stadtverordnetenversammlung vor sich. Von den auf die engere Wahl gestellten vier Bewerber um die Bürgermeisterstelle erhielt Verwaltungsdirektor Breimann=Saarbrücken 11 Stimmen und Bürodirektor Bühnert=Weißenfels a. d. Saale 7 Stimmen. Verwaltungsdirektor Breimann ist somit zum neuen Bürgermeister gewählt worden. („) Bielefeld, 22. Dezember. Das Bielefelder Stadttheater in Not. Mit einem Notschrei wendet sich Bürgermeister Köllner wegen des schlechten Besuches des Stadttheaters an die Oeffentlichkeit. Bekannt sind die langwierigen Verhandlungen, in denen es im Vorjahre gelang, das Theater als G. m. b. weiterzuführen. Trotz der verkürzten Spielzeit ist es gelungen, das Ensemble auf einer auch bei erhöhten Anforderungen durchaus beachtlichen Höhe zu halten, jedoch ist, abgesehen von Abonementsvorstellungen und den Sondervorstellungen der Bühnenvereinigung, eine durch das künstlerische Niveau keineswegs gerechtfertigte gähnende Leere festzustellen. Unvermeidliche Ausgabesteigerungen für Honorare und Löhne brachten 9600 Mark Mehrausgaben. Trotzdem hat der Aufsichtsrat noch immer gezögert, für die Mitglieder des Solopersonals, die Chormitglieder und die Verwaltung die an und für sich ebenfalls notwendigen Gageerhöhungen eintreten zu lassen, um nicht durch den geringen Zuschuß der Landesbühne entstandenen Fehlbetrag zu erhöhen. Jedenfalls wird der Fehlbetrag des Vorjahres erheblich überschritten werden. ): Bielefeld, 22. Dezember. Der Ausbau der neuen Straßenbahnlinie geht der Vollendung entgegen, nachdem auch am Jahnplatz, dessen Sperrung den Verkehr stark behinderte, das Schlußstück gelegt werden konnte. Der Bau der Stromleitung dürfte Neujahr fertig sein, so daß dann der Verkehr eröffnet werden wird. ) Österwiehe, 22. Dezember. Vollständig niedergebrannt ist das Wohn= und Wirtschaftsgebäude des Landwirts und Holzschuhmachers Joseph Hövelberend von hier. Der Brand brach kurz vor Mittag aus, als gerade nur zwei-ältere Leute zu Hause waren. Das Feuer griff in dem alten Fachwerkgebäude so schnell um sich, daß nur mit Mühe das Vieh und etwa die Hälfte des Mobiliars gerettet werden konnte. Nicht mal an eine Benachrichtigung der Feuerwehr konnte gedacht werden, da das ganze Anwesen schon in einer Stunde vollständig niederbrannte. Das Feuer ist sehr wahrscheinlich durch einen schadhaften Schornstein entstanden. Der Schaden ist durch Versicherung bei der Westfälischen Provinzialfeuersozietät gedeckt. 1 Oftilien quelle Paderbora Onselbad Quelle West deutschlande von dratlichen Autoritdten empfohlen. Vor dem Fest. Lustiger der bescheidene Berliner.— Ein Skiparadies. Weihnachtsmarkt. Berlin, im Dezember. „Na, diesmal ist es ja beizeiten richtig Winter gevorden,— so beginnt schon seit Wochen jedes Gespräch wischen Bekannten und Unbekannten. Warum sollte eine Berliner Weihnachtsplauderei nicht auch so beinnen? So etwas kann man gar nicht oft genug sagen. Es ist das Bemerkenswerteste, was sich gegenwärtig festtehen läßt, und alles andere leitet sich von den beiden her: Winter und Weihnachten. Ein gastronomisches Unternehmen im Grunewald erläßt Wetterberichte à la Erz= und Riesengebirge in den Zeitungen. Temperatur— 12; Schneehöhe 5 Zentimeter; Ski= und Rodelbahnen ausgezeichnet. Ausgezeichnete Skiund Rodelbahnen bei 5 Zentimeter Schnee! Und keiner weifelt, jeder ist glücklich darüber. Da sieht man wieder die viel zuwenig anerkannte Bescheidenheit des Berliners; wie ist er froh um ein paar Schneeflocken, wie ruischt er Im Grunewald auf seinen vorweggenommenen Weihnachtsbretteln! Hinter jeder Abfahrt zieht sich eine Sandspur nach, so dünn ist die Schneedecke. Aber was macht es? Der Berliner kann nicht jeden Sonntag ins Gebirge ahren und die Hügel von Freienwalde gelten ihm schon als Skiparadies. 4 Der eigentliche Berliner Wintersport ist und bleibt ja der Eislauf. Wenn die Kälte noch ein ganz klein wenig anhält, kann man von Treptow nach Erkner auf der Spree und von Spandau nach Werder auf der Havel laufen. Es ist ein Erlebnis wie ein Wunder, wenn man im Dahinsausen sich bewußt wird, daß diese kilometerbreiten, spiegelglatten, klingend harten Flächen eigentlich Wasser sind, Seen, auf denen sich bis vor Wochen Dampfer, Motorboote und Segler tummelten. Auch jetzt laucht hier und da ein kleines weißes Dreieck auf. Ein Eissegler. Eissegeln ist aus den märkischen Seen schon eit einem halben Jahrhundert und länger heimisch. Und die Schlittschuhläufer von damals fuhren schon auf denselben Eisbahnen, die auch heute noch die beliebtesten Ind. im Tieraarten und auf den Grunewaldseen. Warum man eigentlich gerade um Weihnachten so zern an Die vergangene, an die gute alte Zeit denkt? Wohl weil mit Weihnachten für jeden wieder Kindheitserinnerungen auftauchen. Mir selbst ist die Vorweihnachtsstimmung unlöslich verbunden mit der Gestalt des Laternenanzünders. Wenn die Tage so kurz waren, daß wir dem Laternenanzünder begegneten, als wir nachmittags um vier Uhr von der Schule nach Hause gingen, dann am Weihnachten. Oft begleitete ich den alten Mann Hunherte von Laternen weit und sah andächtig zu, wie er mit einer langen Stange erst den Gashebel aufdrehte und dsann das Lämpchen in die kleine Öffnung der Laterne ineinbalancierte, bis das Licht aufflammte. Und im Laternenschein zogen Pferdeschlitten mit Glockengebimmel vorüber. Das war vor zwanzig und noch mehr Jahren m einer kleinen verträumten Stadt. Kürzlich sah ich den Laternenanzünder wieder. Immer noch balancierte er eine lange Stange von Laterne zu Laterne, drehte den Bashebel auf und ließ das Licht aufflammen. Aber keine Schlitten klingelten, sondern Autos fauchten und hupten; denn es war gestern abend in einer der Hauptstraßen von Groß=Berlin. Das Weihnachtsgeschäft blüht schon seit Wochen. Man keht auch ohne die Brille des Reparationsagenten, daß vir Gott sei Dank endlich wieder Geld haben. Freilich chwimmen wir nicht in Geld. Wenige haben viel und diele haben wenig und keiner hat genug, aber die meisten aben doch etwas. Dieser Betrieb am Silbernen und erst im Goldenen Sonntag! In einem Warenhaus kaufen lu wollen, wäre eine glatte Unmöglichkeit gewesen. Durch die Gänge schoben sich die kompakten Massen der Schauustigen und wurden vom Personal mit Unterstützung der Polizei in Bewegung gehalten. Aber die Spezialgeschäfte satten gute Tage. Und erst der Straßenhandel! Schade, haß der Weihnachtsmarkt am Potsdamer Platz verboten st. Dort war sonst immer sein Zentrum. Aber an jedem erlaubten Eckchen entfaltete er sich, am Alexanderplatz swischen den Bretterwänden der Untergrundbahnbautrube, am Leipziger Platz zu Füßen Brandenburgs und Wrangels, dem über die Berliner Schnauze der Ausrufer das Herz unter dem ehernen Waffenrock warm wird. „Immer lustig, immer munter holt der Müller den Sack herunter! Das ist was für unsere Kleinen, damit ste lachen und nicht weinen. Meine Herrschaften, die ganze Jare eine Reichsmark. Hat vor dem Kriege schon fufflehn Groschen gekostet. Was bezahlen Sie eigentlich mit der Mark? Bezahlen Sie den Arbeitslohn oder das aterial oder bezahlen Sie auch nur den Quatsch, den ich hier mache? Nischt bezahlen Sie! Sie bekommen die Ware geschenkt. Und warum? Bloß damit sie alle wird! hier noch einmal der neueste Schlager von der Leipziger Messe. Bekommen Sie in ganz Deutschland nur bei mir. Garantiert amerikanisches Patent. Neu, originell und inverwüstlich. Noch nie dagewesen, kommt alle Jahre vieder. Greifen Sie zu, meine Herrschaften, nur nicht zeniert!“ Ernsteken. Kunst und Wissen. Ein Kunstausstellungsgebäude in Hamburg. In Hamburg schweben gegenwärtig Verhandlungen zwischen dem Senat, dem Kunstverein, der Hamburgischen Sezession und der Hamburger Künstlerschaft E. C. wegen der Errichtung eines Kunstausstellungsgebäudes. Die Räume der Hamburger Kunsthalle reichen für die Bedürfnisse bei weitem nicht aus. Der Verein Künstlerfest E. V. hat eine Summe von etwa 30 000 bis 35000 Mark, etwa ein Drittel der benötigten Bausumme zur Verfügung gestellt und man hofft, daß der Staat den Baugrund im Zentrum der Stadt zur Verfügung stellt. Für das Gebäude selbst soll seinerzeit ein Wettbewerb unter dend hamburgischen Architekten ausgeschrieben werden. :!: Eine Massen=Kunstversteigerung aus russischen Schlössern. Die russische Regierung verhandelt seit einiger Zeit mit dem Wiener Versteigerungsamt Dorotheum über die Möglichkeit, den Kunstbesitz aus enteigneten russischen Schlössern zur Versteigerung zu bringen. Es handelt sich um Kunstsammlungen, Massen von Stilmöbeln und Waffen aus mehreren Jahrhunderten, soweit ihr Inventar nicht in die russischen öffentlichen Kunstsammlungen über gegangen ist. In Leningrad ist dieser gesamte Bestand vorläufig vereinigt worden, und die Verhandlungen mit einem Sachverständigen aus Wien sollen vor dem Abschluß stehen. :: Die Komödie in Dresden bringt im Dezember„Die Eselsklippen" von Hans Alfred Kihn(den erfolgreichen Autor von Meiseken) und„Komödie“ von Siegfried Geyer zur Uraufführung. ichnung. Die Reichsiß bei Ortsbriefsenlberhaupt nicht oder 1 wird. Dieses mitist nicht am Platze. oder sonstigen Under Anschrift stets n.„Hier“ ist also söhe von 20 Mark eingeführt. Es ist ingsfeindliche Steuer Fern. r. 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Dem ablaufenden Jahr ist schon deshalb eine besondere sportliche Bedeutung beizumessen, weil es Vorprüfungen für die Olynipischen Spiele schuf, die nächstes Jahr in Amsterdam zum Austrag kommen und die ganze Welt anspornen, auf Leistungssteigerungen hinzuarbeiten. Selbstverständlich stand in allen auf diesem Gebiet führenden Ländern die sportliche Betätigung in den einzelnen Disziplinen unter der Aufsicht erfahrener Sportlehrer. In diesem Zusammenhang verdient festgestellt zu werden, daß eine ganze Anzahl deutscher Sportlehrer einen Ruf ins Ausland erhielten; ein bemerkenswertes Zeichen, daß die Entwicklung deutschen Sportkönnens und die Gründlichkeit, mit der die deutschen Sportler an ihre Aufgabe gehen, auch bei den andern Völkern Anklang findet. In einigen Sportarten ist das Können der deutschen Sportler in einem Maße gestiegen, daß Spitzenleistungen geschaffen wurden, die die bestehenden Rekorde beträchtlich überboten, ja sogar neue Welthöchstleistungen auf deutsche Namen in die internationale Rekordliste eingetragen werden konnten. Namen wie Dr. Peltzer, Erich Rademacher, Hans Luber, Matthias Engel aus dem Amateurlager oder derjenige Max Schmelings von den Berufsboxern haben heute anerkannten Ruf; sie sind Zeichen einer bedeutenden Vorwärtsentwicklung des deutschen Sportes, die 1927 ausreifen ließ, was in früheren Jahren vorsorglich vorbereitet wurde. Wenn wir die Erfolge des deutschen Sportes in diesem Jahr prüfen, so läßt sich nicht eindeutig sagen, welche Sportart am weitesten vorwärtskam. Dies erklärt sich aus der Verschiedenartigkeit der sportlichen Bewegung, die sich nicht in allen Disziplinen der gleichen Volkstümlichkeit erfreut. Die Leichtathletik hat bei ihren Länderkämpfen gegen die Schweiz und gegen Frankreich erneut gezeigt, daß systematische Arbeit Erfolg verbürgt. Beide Nationen wurden leicht geschlagen. Erwähnenswert ist es, daß die Begegnung der Ländermannschaften von Deutschland und Frankreich die erste ihrer Art war. Sie trus nicht unwesentlich dazu bei, in der französischen zeit; die Werfer und Springer vermochten sich der Grenze der Welthöchstleistungen zu nähern. Der Schwimmsport sah nach der vorjährigen Amerikareise Erich RadeRoman Najuch, Deutschlands bester Tennislehrer(links). Heinrich Troßbach, Deutschlands Hürdenmeister(unten). c* r S be##urich Stuhllaut. Deutschlands Meittertorwart. machers(der in keinem Wettbewerb geschlagen werden konnte, verschiedene neue Bestleistungen aufstellte und heute Inhaber aller Rekorde im Brustschwimmen ist) in diesem Jahr ein erfolgreiches deutsches Auftreten bei den Europameisterschaften im neuen Stadion zu Bologna, einer in diesem Jahr vollendeten Kampfstätte modernster Art, die 70000 Zuschauern Raum gibt. Hans Luber, Deutschlands bester Turmspringer, ist auch heute noch der Welt Bester und Ernst Vierkött er, der Examateur, erntete in Amerika beim dortigen Marathonschwimmen wahre Triumphe. Auch die Radfahrer warteten mit großen Leistungen auf. In Köln gingen, nach jahrzehntelanger Pause, erstmalig wieder für Deutschland, die Radweltmeisterschaften über die Bahn. Mit lebhafter Befriedigung dürfen wir fest. stellen, daß dem Kölner Mathias Engel der große Wurf gelang: er wurde, als erster Deutscher, Weltmeister der Flieger. Die vielen Kämpfe förderten neue junge Kräfte zutage und so braucht Deutschland wegen seines Radsportnachwuchses nicht besorgt zu sein. Im Lager der Berufsfahrer ist die Situation ähnlich. In den Weltmeisterschaften zu Brüssel errang zwar der Belgier Linart aufs neue den Titel, aber die deutschen Fahrer Sawall und Krewer gaben auf den nächsten Plätzen eine Probe starken Könnens. Eine weitere Sportart, noch dazu eine, die in Deutschland ziemlich jung ist, der Boxsport, legte gleichfalls Zeugnis einer starken, vor kurzem noch ungeahnten, Entwicklung ab. Noch vor wenigen Jahren öffentlich verboten und auf den kleinen Kreis Interessierter beschränkt, nahm er nach Wegräumung der Hindernisse einen machtvollen Aufschwung und namentlich das letzte Jahr brachte dem jungen Boxsport sichtbare Erfolge. Sowohl im Amateur= wie im Berufslager der Faustkämpfer vollbrachten die Deutschen Leistungen, die wirklich als Spitzenleistungen anzusprechen sind. Max Schmeling(siehe Bild oben links) errang nach schwerem Kampf den Titel eines Europameisters im Halbschwergewicht und die in Berlin durchgeführten Kämpfe der Amateure ergaben vier deutsche Siege. Ein n.B#inder erfolgreiches Jahr hat der Fußballsport hinter sich. über 40000 Zuschauer wohnten dem Schlußspiel um die Deutsche Meisterschaft bei, die zum fünftenmal vom 1. F. C. Nürnberg gewonnen wurde. Die Länderkämpfe brachten gegen Norwegen einen stolzen 6:2=Sieg und auch in den internationalen Vereinskämpfen konnten für die deutschen Farben schöne Erfolge erzielt werden. Deutschlands Hockeysport bekundete seine Qualität durch Ländersiege über befreundete Nationen, die Wassersportler, Ruderer und Segler, vermochten sich in Schweden und in Holland auszuzeichnen. In Werner als Automobilisten, Roman Najuch als Tennislehrer und Otto Schmidt als Rekordjockei haben wir so hervorragende Kräfte zu stellen, daß der stolze Sport auch auf diesen Gebieten in den Weltranglisten zu beachtlicher Stufe aufrückt Im nächsten Jahr wird Deutschland zum erstenmal wieder die Möglichkeit haben, im Rahmen der Olympischen Spiele seine Kräfte zu messen und zu beweisen, daß es gewillt ist, auchhiermitzusprechen. 1912 in Stockholm, errang nur insgesamt fünf Dr. Otto Weltrekordläufer über Mittelstrecken. Bei der letzten Teilnahme, Deutschland mit 226 Teilnehmern olympische Siege. Wir dürfen mit Recht annehmen, daß es in Amsterdam besser abschneiden wird, denn sowohl in der Leichtathletik wie im Schwimmen wie vielleicht auch im Boxen und in einigen Nebenkonkurrenzen sind die Aussichten der deutschen Sportler erheblich gestiegen. Dies ist wohl in letzter Linie der wachsenden Einsicht der Behörden zu verdanken, die gerade in letzter Zeit dem Sport jene Förderung zuteil werden ließen, deren er bei uns noch bedarf. Heute besitzt Deutschland in den Reihen seiner Sportleute Könner, die zur Spitzenklasse zählen und auch berufen erscheinen, im internationalen Wettbewerb ihren Mann zu stellen. ) Karl Koppehel. 848 * S Tiriner Gebr. Wiggen, Paderborn, Rathausplatz 2— Fernruf 2847. Empfehlen für die Schlachtzeit: Stähle und Messer in reichster Auswahl. Belle, Spalter und Hackmesser. Knochensägen, Leibgurten und Messerscheiden. Fleischhackund Aufschnittmaschinen. Ersatztelle für Fleischhackmaschinen. Schleilen von Messer und Scheben. Willst Du eine gute Uhr wähle die Alpina nur. DiS EERNNNOET GOER URSER Alleinverkauf Herm. Kirchhoff, Paderborn, Marienplatz 13 Reparaturen sorgiältigst. Wir liefern jede Menge Kalksandsteine auch frei Baustelle. Altensenner Kalksandsteinfabrik Heinrich Wüseke Sennelager. Telefon 10. 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