**.* O für Castrop=Rauzel und Umgebung 60 Jahre Castroper Zeitung der Stadtanziger erscheint wöchentlich kmal. Wochendezugepreto Anzeigenpreis: 1 um doh und O2. Jahig. Caftroper=Henung 50 Pig, Postbestellpreis 2 RM. monatlich. Ersatzansprüche können anzeigen 1 mm hoch und 72 ver gen ueng— Erschetnen lgeige bößerer Gewalt uicht gantest den von W. d, 9. W. heransgegebenen Richtlinten.„., Jp, Zi; Rauxeler Neueste Nachrichten Seunzsaizie. Verlas:„Herax, Schmis zn Cakrov=Rauxel. Preisliste Nr 2. Fir Flazwunsche, aug fur die burch Fernspregher Hauptschriftteiter, verantwortlich für den Textteil: Franz aufgegebenen, sowie für undeutlich geschriebene Aufträge wird Pladenhorfter Tagoblatt Sel“ Prr#e in Castrop=Rauxel. Anzeigenleiter. Wilhelm keine Gewähr übernommen Schluß der Anzeigen=Annahme 4 Uhr Hiabenhorfrel=Taßerlalt Welter in Castrop=Rauxel. DA. XI. 36 1622. Sa.=Nr. 2151 Castrop. nachm. tags zuvor Erfüllungsort u. Gerichtsstand Castrop=Rauxel. und 23 mo breit 4 Pig. Textmm breit 25 Pfg. Nachlatz nach ansgegedenen„Richtlinten. 3. 34. gl: wünsche, auch für di. Amfliches Verösfentlichungsblau für den Landgerichtsbezirl Dortmund. Allgemeines Kreisblau für den Stadttreis Castrov=Raurel. Nr. 349 Donnerstag, den 24. Dezember 1936 Vieles ist der deutschen Seele auf ihrem langen Wege als Erinnerung zugefallen und zur Sehnsucht geworden. Das alles nimmt im deutschen Weihnachtsfeste dichterische Gestalt an. Wie von einem großen Künstler, der sein Ciefstes in schönen, ergreifenden Bildern und Gleichnissen auszudrücken versteht, geformt und gebildet, tritt, was sonst zutiefst in der Seele des deutschen Volkes verborgen liegt, zu Weihnachten sichtbar zutage. Was alles zur Weihnacht gehört, ist ebenso sehr Gleichnis, wie es beseligend wirklich unsere Stuben erfüllt: der Baum, der im Zimmer steht, die Kerzen, die auf seinen Iweigen leuchten, die Engel, die zwischen seinen Aesten schweben, der Stern, der von seiner Spitze herabglänzt— und unter dem Baum in leibhaftiger Gestalt das Christkind in der Krippe, seine irdischen Eltern zu seinen Häupten, die Hirten, die vom Felde, die Könige, die aus dem Morgenlande herbeigeeilt kamen, zu seinen Füßen. In ihnen allen werden tiefste Geheimnisse auf zauberhafte Weise sinnfällige Wirklichkeit. Man hat das Weihnachtsfest ein Jest der deutschen Familie genannt, und in der Cat findet es im häuslichen Kreis seine besondere Stätte. Es ist jagnicht ein Fest der Einsamen, die es noch einsamer macht, sondern ein Fest der Gemeinsamen, die es noch gemeinsamer macht; es fordert nicht zu stiller Versenkung auf, sondern zur Mitteilungsfreudigkeit, zum Liedersingen und Schenken. Aber die Gemeinsamkeit ist weit#### umfassender als die natürliche Verbindung der in einer Jamilie vereinigten Personen, sie ist die große Gemeinsamkeit eines ganzen Volkes in Fühlen, Denken und Wollen, die sich in diesem kleineren Kreis nur besonders mächtig erweist... anders könnten wir ja auch garnicht von einer das: In diesen Stunden der leuchtenden Kerzen findet jeder die eigenen Sehnsüchte wieder, von denen er gleichzeitig fühlt, daß es die aller anderen deutschen Menschen sind. Alles, was im deutschen Herzen uneingestanden lebendig ist, aus vergangener Zeit und Gegenwart, aus Kindheit und Alter, liegt hier Wenn wir in Deutschland wieder zurückblicken können auf ein Jahr großer nationaler, kultureller und ethischer Erfolge, wenn wir dies alles in der Gesamtheit als Weihnachtsgeschenk verbuchen, dann darum, weil die Führung des jungen nationalsozialistischen Staates in dem großen Gemeinschaftsgedanken den wahrhaften und sichtbaren Sozialismus schuf, weil die Männer dieser Führung diesen Sozialismus vorleben und weil sie das deutsche Volk zu einem Sozialismus erzogen, der darum allein positiv ist, weil er “ in der völkischen Verbundenheit aller deutschen Stämme unter allen Lebenslagen wurzelt. Wenn man die großen Hilfsaktionen der RSV., des Winterhilfswerkes und der Deutschen Arbeitsfront als Beispiel anführt, wenn man sich vergegenwär#1 tigt, wie 68 Millionen deutsche Menschen heute nach dem Wort: ##„Einer für alle und alle für Einen!“ handeln, bedarf es dann noch weiterer Beweise dafür, daß diese Art der Ausrichtung die größte und vollkommenste ist? Ar Aus dieser Gemeinschaft schöpft das deutsche de Volk seine dunamische Kraft. Wie wäre es anders denkbar gewesen, daß in diesem Jahre die entmilitarisierte Sone des Rheinlandes von uns aus aufgehoben wurde. Wie wäre es anders möglich gewesen, unsere Wehrmacht wieder der anderer Staaten ebenbürtig zu machen. Wie wäre es anders möglich gewesen, jene große Wirtschaftsschlacht zu schlagen, die uns heute schon zu großen Teilen vom ausländischen Markt unabhängig macht und in deren bisherigem Verfolg das große Heer der Arbeitslosen schon fast hat aufgehört zu existieren. Wir haben durch die Kräfte des Glaubens Leistungen ermöglicht; die niemals möglich sind, wo Glauben und Unglauben miteinander in Nivalität stehen. Weihnachten deutschen Weihnacht reden. Staatliche Grenzen spielen dabei gar keine Nolle. Ueberall, wo Deutsche wohnen, wird das Fest in gleicher Weise gefeiert. Auch die Brüder in fernsten Teilen der Erde versuchen es auf heimische Art zu gestalten, und wenn sie die seltsamsten Dinge herholen müssen, das Symbol= ihres liebsten Festes im fremden Land zu ersetzen. Es heißt oft, daß mancher Deutsche als Eigenbrötler in seinem Volke herumlaufe. Das ist das ganze Jahr über ebenso wahr, wie es zur Weihnachtszeit unrichtig ist. Denn es gibt wohl kaum einen deutschen Menschen, der sich dem geheimnisvoll halbdunklen Glanz dieses Jestes vollkommen entziehen könnte, vor dem alle Zwietracht schweigt. Das Gebeimnis dieses Vorganges ist aber nichts anderes als ist das Fest des Friedens. Uns ist es ernst um den Frieden auf Erden, für uns ist das Gefühl der Gemeinschaft, das dieses Fest beschwört, etwas Wahrhaftes, Erhebendes, ist die Freude etwas Unteilbares, die Liebe zum Nächsten etwas ehrlich Dauerhaftes, ist die Stunde des neuen Werdens heilig und groß. Wir glauben an die Friedensbotschaft, weil sie kein zitiertes Wort ist, sondern weil wir bereit sind, sie zu erfüllen. Wir freuen uns des Weihnachtsfestes, weil uns allen das Fest zu einer tiefen Feierstunde für alle wurde. Volksweihnacht feiern, erleben wir in großer Gemeinschaft, das ganze Volk eine glückliche frohe Familie des Gebens und Empfangens. Das ganze Volk glaubt an Weihnacht. sumbolisch verdichtet vor dem deutschen Herzen ausgebreitet. Hier haben wir das tiefe Geheimnis des ganzen Wesens und Lebens des deutschen Menschen, eingeformt in heilige Jeichen, fühlbar, beglückende Gegenwärtigkeit geworden. Kein Fest erfährt so viel Ehrfurcht wie dieses, und in Ehrfurcht läßt es sich ja ja auch nur erfahren. Immer sind wir vor ihm und seinen seligen Dingen scheu-andächtige Kinder. An Spunten=1ol der rote warger Jurchtbare Massenmorde in Madrid und Barcelona— Brandmarkung der Verbrechen des Judenkums Wenn Israel herrscht Opfor begen jeden Sowjet-Dakt In sechs Tagen 2100 Personen in Madrid umgebracht Salamanca, 23. Dez. In der Zeit vom November bis zum 2. Dezember wurden in Madrid, wie ein gut unterrichteter Flüchtling bekundet, 2100 Personen, darunter Frauen und 9Sgc, sih ge. inder, von den spanischen Bolschewisten erschossen. Nach zuverlässigen Schätzungen haben die Anarchisten und Kommunisten seit Beginn der Kämpfe in Spanien 45 000 bis 60000 Menschen umgebracht. Unter der Ueberschrift„Wenn Israel herrscht“ untersucht der frühere Direktor einer Madrider Rechtszeitung in einem Leitartikel der in Sevilla erscheinenden Zeitung„ABE“ die Ursachen der tragischen Ereignisse in Spanien. Mit der Ueberzeugungskraft eines Mannes, dessen Freunde und Verwandte zum größten Teil von den Bolschewisten ermordet wurden, schildert der spanische Journalist die Machenschaften des internationalen Judentums. Spanien führe nicht allein einen Kampf gegen das Untermenschentum, das sich aus den Winkeln aller europäischen Großstädte in Madrid zusammengefunden habe, so erklärt der Verfasser, und auch nicht allein einen Kampf gegen den sowjetrussischen Bolschewismus, sondern vor allem auch gegen das Weltjudentum, das vom jüdischen Geheimkomitee geleitet werde. Juda habe sich Rußlands bemächtigt. Jetzt falle es über Spanien her, das es bis aufs Blut aussagen wolle, da es nicht genug Kraft habe, das Land zu erobern. In diesem Zusammenhang kennzeichnet der spaJournalist das Verhalten einer gewissen „bürgerlichen“. Weltpresse, welche den Kommunismus zwar nicht gerade zu offen unterstützt, aber die Erfolge der spanischen Nationalisten verschweigt, sie als„Rebellen" bezeichnet und ihre Politik bewußt in zweifelhaftes Licht setzt. Bei Untersuchung könne man in allen Fällen feststellen, daß derartige Zeitungen sich in jüdischem Besitz befinden. Wahrscheinlich würden sie heute bereits mit dem Golde finanziert, das aus spanischen Banken gestohlen wurde. So hätten die Nationaltruppen bei der Einnahme von San Sebastian in dem Schreibtisch des geflüchteten Bolschewistengouverneurs einen verGroße Freude Arbeitsloser Familienvater gewinnt 50000 R M. zu Weihnachten Lüneburg, 23. Dez. Ein arbeitsloser Familienvater in Lüneburg ist der glückliche Gewinner des Haupttreffers der 8. Reichslotterie für Arbeitsbeschaffung geworden. Auf seine Losnummer 2 786 629 fiel der Hauptgewinn in Höhe von 50000 RM. Das unerwartete Glück, das der bedürftigen Familie zuteil geworden ist, hat unbeschreibliche Freude ausgelöst. Opfer des Klassenhasses Die Schreckensherrschaft von Madrid London, 23. Dez. Die Schreckensherrschaft der Bolschewisten in Madrid schildert ein Bericht des Sonderkorrespondenten der„Times“. Auf den Straßen im Norden und Osten der Stadt finde man an jedem Morgen Frauen und Männer, alt und jung, tot auf, die Opfer des Klassenhasses geworden seien. Die Anzahl der Opfer steige seit der Flucht der roten Anführer nach Valencia täglich. Der Aufruf der„Junta" zur Ablieferung der Waffen sei nicht befolgt worden. Angesichts der Kämpfe vor Madrid vermeiden es die Anhänger der Valencia=Bolschewisten, mit ihren roten Gegnern in Madrid Konflikte heraufzubeschwören. 5. Dezember seien auf dem Ronda=Platz acht Männer tot aufgefunden worden. Wenige Tage vorher habe man an derselben Stelle die Leichen von zwei Frauen und einem Mann von der vorüberfahrenden Straßenbahn aus sehen können. Am 15. November seien sieben Nonnen festgenommen worden. Zwei Tage später habe man sie als Leichen fortgeschafft. Eine Person, #5.##inem Außenbezirk von Madrid wohnt, # uli von ihrer Wohnung aus 125 Leichen gezuhlt. So gehe das Morden von Tag zu Tag und Woche zu Woche weiter. Auf diese Weise in Madrid mehr Personen ums Leben gekommen als im Kampfe gefallen. Die meisten Ermordeten seien Beamte, Priester und Führer von Vereinigungen. Rotes Massenschlachten in Barcelona „London, 23. Dez. Ueber die anarchischen Zustande in Barcelona und die Zwistigkeiten der verschiedenen kommunistischen Gruppen unterDer französische Staatsmann Tardien über die kommunistische Gefahr für Westeuropa „Der Amsterdamer„Telegraaf“ veröffentlicht einander bringt der„Daily Telegraph“ einenn burch=Opera mundi“ verbreiteten Artikel höchst bemerkenswerten Bericht seines Sonder, Andr“ Tardiens, in dem sich der französische korrespondenten. Danach war dieser Tage in Bar Staatsmann sehr energisch gegen jeden Pakt mit celona unvermutet die Verdunkelung der Stadt Roskau ausspricht. angeordnet worden, so daß die Bevölkerung an. Tardieu stellt fest, daß der Kommunismus eine einen unmittelbar bevorstehenden Luftangriffsständige Bedrohung Westeuropas glaubte. Diese Annahme wurde verstärkt durch bedeute. In einem großen Teil Europas habe er die Tatsache, daß in mehreren Teilen der Stadt bereits die Staatsmacht in Händen. Der KomGewehrschüsse gehört wurden. Nach einer Ver munismus beherrsche das ganze ehemalige russidunkelung von 15 Minuten Dauer wurde die spanischen gic und ein Drittel des ehemaligen Stav. wiever bereuchtet, und ein Rundfunk=##nen nonigsreiches. Zwar habe er seine an„recher machle die unbestin die„Gefahr vorüber“ sei. i.##.45 Minuten Dauer wurde die sche Kasserreich und ein Drittel des ehemaligen Stavt wiever veleuchtet, und ein Rundfunk tänatschergscnigsrziches. Igar hahe er seine, ansprecher machte die unbestimmte Mitteilung, daß sungliche Rolle in Ungarn, Deutschland und Itaoie.„Gefahr vorüber“ sei. sien nicht aufrecht erhalten können, doch sei ene und Ge* ie.„Gefahr vorüber“ sei. itien nicht aufrecht erhalten können, de on,„lichkeit hatte sich, entgegen den wider: om Helungen, mit Hilfe von Wahlurne uud wespruchsvollen Behauptungen der marxistischen werkschaften eine schwere Hypothek auf Presse von Barcelona, die teils nan einemdie Zukunft Franfreichs zu legen. Der die eeus vont einem Verfasson weist brankreichs zu legen. „Fisteschek=Shitangris, und teils von einers geruener veit dann eindiglich braut hin, bes „Lustabwbehkavung sprach, folgendes zugetragen: die sowjetrussische Regierung und die Dritte InIn letzter Zeit war die Gegnerschaft zwischen ternationale ein und dasselbe seien. Sie den größten Gruppen der Anarchisten und Kom seien wie zwei Faetten desselben Glases. munisten infolge von Meinungsverschiedenheiten i sche Entwichtoude g weiter eingehend die politi. über die Verteilung der einträglicheren Pfründe ren ung giguu Frantreichs in den letzten Jahimmer bedrohlicher geworden, so daß eine dieser er und die Büindnispolitik der französischen ReGruppen beschloß, unter dem Schutze einer„Lust 1938 se Nach den Wahlen im Mai abwehrverdunkelung“ die Konkurrenz zu vernich= ausgese de Hevertschaftsterror in Frankreich ten. Nach dem„Daily Telegraph“ forderte der lenbauern und ae das=Regime der Zelvorgetäuschte„Lustangriff“ hierbei 100 Tote und der Stagt dadridelegierten“ an die Stelle 180 Verwundete. Die Mehrzahl der Opfer sind Mutterlanz.... Im französischen katalanische Sozialdemokraten, die nach Ansichtl ordnung. Der aovien derrsche Under anarhistischen und kommunistischen Gruppen Lenin gesprochen aduuernde Auftand“ von den nicht raoikal genuge snd. Vorgänge— habe, sei ausgebrachen. Die in Spanien hätten die wahren Absichten Moskaus aufs neue enthüllt. Der KommuGesicht seiner Aubennglitik gehe sich M Wichtige Gerbronungen zam=Erohofrecht Ausbau des Gesetzes und Regelung von Zweifelsfragen traulichen Brief des Direktors der englischen Zeitung„News Chronicle“ gefunden, in dem dieser sich bereit erklärte, die„Erfolge der Roten in Spanien“ zu propagieren. Der Verfasser des Artikels zählt dann diejenigen auf, die Hauptschuldige an den unglücklichen Ereignissen in Spansen sind, und stellt fest, daß sie sämtlich Juden sind. Der eigentliche Diktator auf der roten Seite in Spanien sei der bolschewistische Jude Rosenberg. Ihm zur Seite ständen der aus Katalonien stammende Jude Companys, die Jüdin Margarita Nelren, die früher in Deutschland ihr Unwesen grieb, und der Jude Prieto, weiter der Jude Maranon und unzählige andere mehr oder weniger reinrassige Juden, die von den niedrigsten Instinkten beseelt seien. Diese hätten unter falschem Namen oder unter„christlichem“ Geckmantel Spanien besonders in den letzten fünf Jahren geistig verseucht und materiell zugrunde gerichtet. Das Plündern und Stehlen von Goldsachen, die zum Handel geeignet seien, von Schmuck= und Kunstwerken verrate die Ordnung dieses ganzen Systems. In Toledo habe ein in solchen Dingen erfahrener ungarischer Jude die Gemäldesammlungen fortgeschleppt. Jüdische Rechtsanwälte versuchten, den Handel ihrer Rassegenossen mit gestohlenen Volksgütern zu legalisieren. Die Plünderungen von Kirchen, so stellt der Verfasser des Artikels fest, beweisen den inneren Zusammenhang zwischen Bolschewismus und Judentum. Wer den Kirchen feindlich gegenüberstehe, der gehe achtlos an den Heiligen-Bildern vorüber; die rachsüchtige Wut aber, mit der die Kommunisten in Spanien die Kirchen stürmten, finde seine Erklärung nur in dem Fanatismus talmudischer Rabbiner, deren Art christlicher Gesinnung und christlicher Religion entgegengesetzt sei. Wortlich schließen die Ausführungen dieses spanischen Journalisten: „Der armselige Analphabet, der in Kastilien oder Andalusien hölzerne Christus=Statuen enthauptet, folgt der religiösen Beeinflussung eines Samuel oder Levi, der in London, in Paris und in Newyork als 100prozentiger Weltmann und „harmloser Geschäftsmann“ auftritt und seine Zerstreuung bei Banketts des Rotary=Clubs sucht.“ Sasdie. 73. Les. Der Reichsminister der Bustiz, Dr. Gurrner, und der Reichsminister Erzährung und Landwirtschaft, R. Walther wichtigg hatrc soeben gemeinschaftlich zwei . iIe Verordnungen zum Erbhofrecht erlas. gaesethlattn der neuesten Rummer des Reichsgesetzolartes, Teil I, verkündet worden sind: versahrensorbnung. bestimmungen in einigen Punkten unter Auswertung der Erfahrungen der seit dem Inkrafttreten des Gesetzes vergangenen drei Jahre weiter aus und regeln eine Anzahl von Zweifelsfragen, die sich bei der Anwendung des Erhofrechts ergeben und in der Praxis keine eindeutige Klärung gefunden haben. Bechtenorschritten. Fersplitterung der Rechtsvorschriften zu vermeiden und die Klarund Volkstümlichkeit des Rechts zu sichern, hat man sich nicht darauf beschränkt, die neuen Vorschriften in der Form einer weiteren vierten Durchführungsverordnung zu erlassen, sondern hat die neuen Bestimmungen mit den Vorschriften der bisherigen Verordnungen, soweit sie nicht als Uebergangsvorschriften überholt sind, unter großen Gesichtspunkten zusammengefozt. Die Erbhofrechtsverordnung enthält die gesamten sachlich=rechtlichen Vorschriften zur Durchführung und Ergänzung des Reichserbhofgesetzes, die Erbhofverfahrensordnung, die näheren Bestimmungen über die Einrichtung und das Verfahren der Anerbenbehörden einschließlich der Vorschriften über die Erbhöferolle und der Kostenvorschriften. Die beiden neuen Verordnungen stellen damit neben dem Reichserbhofgesetz selbst nunmehr die feste und übersichtliche Grundlage des Erbhofrechts dar. Die Neuentstehung von Erbhöfen Als wichtige neue Vorschriften sind von Interesse: Die Neuentstehung von Erbhöfen wird künftig an die Voraussetzungen geknüpft, daß die Schulden des Eigentümers eine bestimmte Grenze(70 v. H. des Einheitswerts) nicht übersteigen. Die Neubildung von Erbhöfen wird im übrigen dadurch gefördert, daß auch in Zukunft Höfe, die noch nicht Erbhöfe sind und Ehegatten gemeinschaftlich gehören, die Erbhofeigenschaft erlangen können mit der Folge, daß hier ausnahmsweise zunächst auch die Frau Anerbe werden kann; beim ersten Erbgang nach Entstehung der Erbhofeigenschaft tritt bei diesen Höfen Alleineigentum ein. Auch die in den Jahren seit dem Inkrafttreten des Reichserbhofgesetzes in der Hand von Ehegatten entstandenen Höfe, die den übrigen Voraussetzungen des Reichserbhofgesetzes entsprechen, sind somit auf Grund der neuen Verordnung jetzt Erbhöfe geworden. Die Steuerund Kostenerleichterungen für die Neubildung von Erbhöfen werden erweitert. Im Anerbenrecht ist eine Bestimmung geschaffen, auf Grund deren der Bauer durch Errichtung einer Hofsatzung die dauernde Zererbung des Hofes im Mannesstamm über die im Gesetz getroffene Regelung hinaus sichern „nicht ragikal genug“ sind. 50 000„Freiwillige“ aus Frankreich#####nus zeige ein doppeltes Gesicht. Das Paris, 23. Dez.„Echo de Paris“ berichtet, schein, ein Freund g meyr als 50 000 Freiwillige seit Beginn der innerpolitischa Gesicht ar.; du sein. Das ampfe in Spanien die französisch=spanische sich als g.. Communismus zeige brenze von Cebere nach Port=Von(Rordostecke ten ständen Staatten hätten. zwischen dier vor der mühsamen Aufgabe, viesen beiden Erscheinungsformen des Kommunismus zu wählen. Jeder Pakt mit Sowjetrußland sei falsch. Ein Vertrag werde für die Dritte InterKors seion....— Lindernis sein, den Um#urz, selbs bei ihrem Bundesgenossen, vorzusei der einz iaarbereitung der Veltrevolution kann; die Errichtung einer solchen Satung ist Internationale. Peiten sedoch völig freiwilig. europa sei.. Swischen Moskan und BestDie Genehmigungspflicht für diel föhnungich teine Ver Verpachtung von Erbhöfen oder von Tei werde sich entwese: omumuiomus len von Erbhöfen wird auf ale Verpachtungen oder eines gp Sendnisse mit uns für einen Zeitraum von mehr als einem Jahrs sere Weltansug u den uns bedienen, un unoder auf unbestimmte Zeit ausgebehnt. Die Zu. von Westeuropa cten. Venn Dier ständigkeit der Anerbenbehörden wird insofern nicht nur Frankreich erweitert, als diese nunmehr auch über Versor genau für England, Belgen. gungsstreitigkeiten von Abkömmlingen oder Holland. Die Lebensgrund sonstigen Familienangehörigen zu entscheiden schlössen jedes Paktieren haben, die auf einem Vertrag oder auf einerlcher Form auch immer, aus. esgng en. Sodes wegen beruihen. goder Gegenwchr zu leisten ader zu verscholnstelond erggis ist die Klärung der um ven. Erfolge biese Abwehr kraftvol und ohne Ronen un em wwieweit Forderungen des Zögern, so werde der Kommunienus wieder aus ## dem Verkauf landwirtschaftlicher sexropa verschwinden. Stoße der Kommunismus Ergeugnisse, g. D. vie Milchgelder, der Pfän=##### un Sihwachheit, dann bedeute dies den e. S die ausg landwirtschaftlicher sedoch auf Schwag. gung unterie L; Diegeier, der Pran= zrum uuf Sawachhelt, dann bedeute dies den Rostrechungersster aie Verordnung gbt dem hite ung der vesteurorüischen Kultur und GeLonstreuungsrichter die Befugnis, auf Antragssictung. eine Pfändung dieser Forderungen insoweit— aufzuheben, als der Bauer die Einkünfte notas Gsesisung ia, Meschadane aus kurz und bündig herbeizuführen. wtachenschaften schreiben und eine Ehrengabe zugehen lassen. Sehr ausführlich regelt die Verordnung das gles.ei.e: Sohle ktattete Dienstag in VeVerfahren gegen einen schlecht wirtschaftenden sation der NSDA? oder dauernd unfähiger Erhhaf= einen Besuch ab und überbrachte ihr als Ehrengabe oder bauerno unfahigen Erbhof= einen=Lesach ab und überbrachte eigentümer. Unter Beibehaltung der bis. ze, Aluslandorganisation ein Delbidnis Wilhzeln her allein zutässigen antziehung der Verwal= Hustloffs, das von dem Maler Gustav gentümer.. Unter Beibehaltung der bisher allein zulassigen Entziehung der Verwaltung und Nutznießung oder des Eigentums(sogenannte Abmeierung) wird die Möglichkeit geschaffen, als mildernde Maßnahme auch eine Wirtschaftsüberwachung durch einen Vertrauensmann, als nächst schärferen Eingriff die Wirtschaftsführung durch einen Treuhänder anzuordnen. In diesem Zusammenhang werden zahlreiche Einzelfragen, die mit der Abmeierung zusammenhängen, näher geregelt. Schließlich erfährt das Kostenrecht für das Verfahren vor den Anerbenbehörden eine umfassende und klare Regelung, wobei darauf Bedacht genommen ist, die Kosten möglichst niedrig zu halten. Dank des Reichsschatzmeisters 23. Dez. Dem Reichsschatzmeister der RSDAP., der sich vor einiger Zeit einer schweren Operation unterziehen mußte, sind aus allen Kreisen der Bewegung, des Staates und der Volksgenossen so zahlreiche und herzliche Beweise der Treue und Anhänglichkeit anläßlich seiner Erkrankung zugegangen, daß es ihm nicht möglich ist, jedem Einzelnen persönlich zu danken. Erfreulicherweise befindet sich der Reichsschatzmeister auf dem Wege der Besserung. Er bedarf aber vorerst noch dringend der Schonung, wird jedoch vermutlich Mitte Januar seine Amtsgeschäfte wieder aufnehmen können. Der Reichsschatzmeister bittet, seinen herzlichen Dank auf diesem Wege entgegenzunehmen, und verbindet seinen Dank an jeden Einzelnen, der seiner in Treue gedacht hat, mit einem herzlichen Glückwunsch für das kommende Jahr. der Anslandaragnisation ein Oelhildnis Wilhelm Gustloffs, das von dem Maler Gustav Boese ausgefuhrt wurde. fand die Trauerfeier für Geheimrat Prof. Dr. Wiegand statt. Viele Vertreter von Partei, Staat und Wissenschaft wohnten der Trauerfeier bei. Die deutsch=dänischen Wirtschaftsgehandlungen sind am Mittwoch durch den #oschluß eines Warenverkehrsabkommens für das Jahr 1937 beendet worden. Der Warenverkehr zwischen beiden Ländern wird sich im kommenden Jahr etwa auf der gleichen Höhe wie im Jahre 1936 entwickeln Die deutsch=schweizerischen Wirtschaftsverhandlungen haben am Mittwoch zum Abschluß mehrerer Vereinbarungen über den Waren=, Kapital= und Reiseverkehr geführt. Im Londoner Nichteinmischungsausschuß wurde eine Entschließung beschlossen, in der darauf hingewiesen wird, daß es von höchster Bedeutung sei, die Anwendung des Ueberwachungsabkommens zu einem möglichst frühen Zeitpunkt durchzuführen. „Der norwegische Justizminister bestärigte am Dienstagabend in einer Unterredung mit „Telegrambyraa“, daß Trotzki und seine Frau Norwegen verlassen haben, um sich ko zu, hegeben. Das Schiff wird seine Reise ohne Zwischenlandung durchführen. Der Hauptschriftleiter des„Echo de Paris“ veröffentlicht eine Erklärung, in der er trotz des Dementis des französischen Luftfahrtministers an seinen Meldungen festhält, wonach en einzigen französischen Kanonenflugzeuge nach Rot=Spanien beordert worden sind. Bei der im Gebiet von Schoa(Abessinien) vorgenommenen systematischen Säuberungsaktion waren die beiden Söhne des Ras Kassa, Dedjas Averra und Dedjas Asva Wossen, in italiewische Esfangenschaft geraten. Beide wurden in Ficce, 100 Kilometer südlich von Addis Abeba, hingerichtet. Nr. 349 Zweitee Blatt des„Stadtanzeigers für Castrov=Rauxel und Umgebung“ Donnerstag. den?“ Dezerik# Seiddien Kemnkenl Bareiishach. In Deutschland liegt Schnee. Je näher ich meiner Heimat komme, desto weihnachtlicher wird die Landschaft. Wagen voller Christbäume sind mir schon am Rhein begegnet. Auf Thüringer Bahnhösen stand an aufgestavelten Kisten zu lesen:„Vorsicht! Zerbrechlich!“ In den Kisten war Christbaumschmuck. Aber erst in einem Leipziger Schausenster sah ich den ersten erzgebirgischen Bergmann aus Holz, der Herzen in den Händen hielt. Er blickte mich ernst und forschend an. Eigentlich gehört zu jedem Lichterbergmann ein hölzerner Lichterengel. Der fehlte hier. Blickte der Bergmann darum so ernst über seine Herzen? Bergleute und Engel mit Kerzen in den Händen haben, seit ich denken kann, mitten drin in jedem meiner Weihnachtsfeste gestanden. Bergleute und Engel. Kerzen in den Händen haltend, die alten tieuen Sinnbilder meiner Bergheimat! Bei dem Bergmann in dem Leipziger Schaufenster war der Messerschnitt nicht entschieden genug gewesen. Er besaß so etwas wie einen Höcker. Und siehe da, mit einmal wußte ich, warum er mich so ernst und forschend ansah: das bucklige Männlein! Das bucklige Männlein! Aber nicht ausgestanzt aus dem Metall der Zeit! Vielmehr leibhaftig in der Holzgestalt eines guten Geistes aus meinen Kindertagen! Mußte ich das nicht als ein günstiges Anzeichen nehmen? Nun, ich hatte versucht, zu jeder Stunde und an jedem Ort meine Pflicht zu tun. Was in meinen Kräften stand, war geschehen, auf daß ich nicht verworsen würde. Mochte es mich also an der Schwelle meiner Heimt grüßen! Und siehe, es tat seine jorschende Miene ab, das bucklige Männlein. Einen Augenblick war es, als reckte und streckte es sich in den Schultern und als saßte es seine Herzen fester mit beiden Händen. Und als ich mir vorstellte, wie prächtig es dastehen würde, nachdem man seine Kerzen angezündet hätte zur Heiligen Nacht. da lächelte es mir zu mitten im Schaufenster. * Und dann kam ich nach Hause, und es war gerade am Heiligen Abend; denn über die Feiertage hatte ich vom Reservelazarett Urlaub bekommen. Mir sehlen die Worte, dieses Weihnachten in der Heimat auszumalen. Wenn ich nicht daran hätte denken müssen, daß in derselben Stunde Millionen noch im Angesicht des Todes lagen, meine Kameraden vom Roten Kreuz mitten unter ihnen, wäre es das Paradies selber gewesen. Den erzgebirgischen Paradiesgarten, der aus unserer Familie stammt, hatte Elisabeth natürlich aufgebaut. Aus Wurzelwerk und Moos wuchs eine kleine Landschaft die von einem Gartenzaun zusammengehalten wurde; jede der zierlichen Zaunlatten war grasgrün angestrichen und hatte ein weißes knopfförmiges Spitzchen. Im Moos lagen und standen Spielzeugkühe herum, braun und schwarz und bunt gefleckt. Schafe aus weißer Wolle weideten: es gab auch ein poar kunstvoll aus Holz geschnitzte unter ihnen; eins davon kratzte sich mit einem Hintersuß am Bauch. Und im Wurzelwerk in einer abenteuerlichen Höhle wurde das Christkind geboren. Diese Christgeburt hatten sich die Ahnen unseres Geschlechts von besonders geschickten Schnitzmeistern schnitzen lassen. Unter den Hirten, die das Kindlein anbeteten, hatte jeder ein anderes Gesicht. Einer, auf den mein Vater immer besonders stolz gewesen war, trug ein Lamm, das er sich um den Nacken gelegt hatte: vorn hielt er es links und rechts an den Beinen fest. Ein anderer Hirt; schleppte ein Krüglein Milch herbei. Im übrigen hatten es die Hirten schwer, sich gegen die Drei Könige zu behaupten, die sich prächtig wie Theatervüppchen um das Kindlein drängten. Dem Vater Joseph sah man es förmlich an, daß ihn die reichen Geschenke in Verlegenheit setzten. Dagegen wandte die Mutter Maria, die einen wunderschönen blauen Mantel an hatte, nicht einen Blick nach der Märchenpracht; sie sah nur ihr Kindlein an. das in eine niedliche Pferdekrivve gebettet war und mit den Beinen strampelte. Dieses Kindlein war aus Wachs. Außen um den Gartenzaun herum waren Kerzen in hölzernen Dillen aufgestellt, die brannten, damit man den allerliebsten Haushalt gründlich betrachten könnte. Ich stand wie gebannt von dem alten Zauber. Es war wie in den seligen Tagen, wo ich vor dem Garten kniete wie vor dem wirklichen Paradies und wo mir aus lauter Hingerissenheit das Herz bis zum Halse schlug. Und wer stand nun davor, das Gesicht gegen die Zaunlatten gedrückt, die kleinen Hände mit den tävvischen Grühchen auf den weißen Knäufen, und wer schnaufte vor Begeisterung, daß die Kerzen hünften? Mein Sohn! Er nahm nicht die geringste Notiz von dem fremden Mann, der zur Tür hereintrat. Er legte nicht eine Spur von Wert darauf, daß da einer aus dem Land der Kanonen kam und aus der Schlacht, die um den Frieden dieser Stunde tobte. Er preßte die Nase zwischen die Stäbe, er umklammerte das Gitter. er hob sich auf den Zehenspitzen, daß die drollige Walze seines kleinen prallen Körvers das Kunstwerk bedrängte. er schob zwischen dem Kerzengeflacker seine hellen Haare hin und her, daß sie goldig ausglänzten: er war in Bethlehem. Und als ich ihn aufhob, um ihn ans Vaterherz zu drücken, wehrte er sich heftig dagegen. Ich suchte seine Augen. Sie hingen an den Kerzen. Und wie ich sie mir zuwandte, siehe, da war ein neues unsagbares Flackern von Herzen darin, ja. es wandelten und kreisten geradezu Kerzen in seinen Augen. Es begab sich etwas wie ein Wunder! Und es war auch ein Wunder, denn Elisabeth hatte hinter mir und ihm die Pyramide angezündet, die Pyramide meiner Väter! Ein ganzer Turm von Kerzen flackerte, indessen oben weitausgespannt das Flügelrad sich drehte und der Rundlauf seiner wimmelnden Schatten über die Decke kroch. Die Holzscheiben in den Stockwerken drehten sich mit dem Flügelrad. und alles, was auf ihnen stand, kreiste: ganz oben Hirten und Lämmer, weiter unten Hirsche, Rehe. Füchse, hinter denen berittene Jäger drein waren, weiter unten Bergleute, die in weißen Hosen und grünen Kappen zur Parade zogen: ganz unten aber die Flucht nach Aegyptenland: Maria aus einem grauen Eselein, das Christkind im Schoß— dieses Von Rurt Arnokd Findeisen Christkind hier hatte einen hellen Schopf wie mein Sohn, Joseph trottete daneben, ein Engel schritt voran und wies die Richtung mit einem Palmenzweig. Hinter den Fliehenden aber, dem Eselein fast auf den Husen, Herodes, das Schwert gezückt, mit der Schar seiner blutrünstigen Kriegsknechte. Das alles drehte sich lautlos im warmen Atem der Lichter, der zum Flügelrad ausstieg, das alles wandelte feierlich, wie es schon viele Weihnachtsstunden, wie es in den Tagen meiner Kindheit, wie es in den Kindertagen meiner Ahnen wandelte, und hier blitzte ein Helm auf und dort ein Geweih und wenn die Häscher hundert Jahre hinter ihnen dreinkeuchten, immer im Kreise, immer im Kreise, nie und nimmer würde es ihnen gelingen, das Christkind zu sangen. Und wenn sie ihm noch so hart und gefährlich auf den Fersen wären. niemals würden die Knechte des Krieges es einholen, das Heil der Erde! Niemals und niemals! Und nicht in alle Ewigkeit! Ich setzte mein Kind nieder und zog mein Weib an mich heran, und wir standen zu dritt und sahen trotzig dem Wimmeln der blutdürstigen Leute zu, und mit uns standen Männer und Frauen und Kinstande, sondern vom Herzen regiert wird. Wenn wir unsere Kinder fragen würden, wo sitz: euer Leben, so würden sie auf das Herz zeigen. Aber ist es bei uns Erwachsenen anders? Wohni nicht auch unser tiesstes Leben im Herzen? Wenn wir nur aus dem Verstande leben wollen. so werden wir kalt und arm. Wer weiter nichts kennt, als die Bedenten und Zweisel des Verstandes, dessen Herz muß nerben. am Herzen der Menschen hat der Weihnachteg aube seinen besten Bundesgenossen Wenn man Weihnachten aus der Welt schaffen will. dann dari men es nicht mit freidenkerischer Provaganda oder atheistischer Kalenderreform bekämpfen, sondern dann muß man den Menschen das Herz nehmen. Wenn in den Weihnachtstagen die Erinnerung an die Kindheit so übermächtig wird, da ist das ein Zeichen dafür, daß das Herz noch lebt, daß es sich noch nicht hat totkriegen lassen von den rastlosen Geschäften und den ungläubigen Sorgen, daß es noch nicht gestorben ist an den kalten Gedanken. Darum kann diese Erinnerung der erste Schritt sein zu einem neuen Glauben. Es ist ein im tiefsten Sinn weihnachtliches Wort, wenn Jesus sagt: es sei denn, daß ihr euch umkehret und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen. Unter dem Weihnachtsbaum (Deile.) dort eine Trompete. Ja. Trompeten und Posaunen und Waldhörner waren es, kleine zierliche Dinger aus vergoldetem Draht, die am häusigsten aufblitzten, war doch eine Musikkavelle außen an den unteren Stockwerken um das Kreisen der Scheiben herum aufgestellt. Trommler und Pseiser und Pauker und ein zwerghafter Kavellmeister. Sie musizierten nach Kräften, die rotröckigen Soldaten in den weißen Hosen und schwarzen Bärenmützen, sie tuteten und trommelten sich die Seele aus dem Leibe. Und jeder, der in das Flackern der Lichter sah mußte ihre Musik vernehmen und jeder, den das Blitzen ihrer Instrumente anrührte, mußte ihrer fröhlichen Weisen gewiß sein. Aber immer wieder blitzten auch die Helme der Kriegsknechte, die hinter Herodes herliefen, das Christkind zu fangen. Sie waren ihm wahrlich fast auf den Fersen. Und je schneller die Flüchtlinge davonzukommen suchten, desto schneller rückten sie an. Ich starrte wie in Kindertagen in dieses Geschehen, meinen Sohn auf den Armen; es war etwas Aufregendes dabei! Und plötzlich kam es über mich in einer seltsam kindlichen Erleuchtung: Und wenn die Flüchtlinge hundert Jahre laufen müßten und der. Tausende, Hunderttausende. Millionen: ein ganzes Volk stand mit uns und sah in das flammende Kreisen, und keinem, der so dastand, war mehr bange um die deutsche Zukunft. Der blonde Schein aber, der vom Schopf meines Knaben ausging, floß zusammen mit dem Schimmer, der um das goldene Haar jenes Kindes war, das die Welt erlöst hat. Immer und ewig wird ein Kind die Welt erlösen. Immer und ewig wird ein Volk im Glanz eines strahlenden Morgens stehen, das seine Hoffnung setzt auf das junge Geschlecht! Es ist ein blonder Schein, der kommt von einem Kinde— (Diese Erzählung einer erzgebirgischen Weihnachtsseier stammt aus dem Buche„Es ist ein blonder Schein". in dem der bekannte Heimatdichter Kurt A. Findeisen seine Erlebnisse und Eindrücke als freiwilliger Krankenpfleger in Nordfrankreich gestaltet. Eindrücke ernster Art. die aber im Gedenken an die Heimat, wo dem Dichter ein kleines Bübchen geboren wird. eine tröstliche Weihe erhalten. Verlag Koehler u. Amelang.) Das Best des Werzens Wenn man die Weihnachtserzählungen und Weihnachtsaufsätze unserer Zeitungen und Zeitschriften durchsieht, findet man immer wieder die Sage von Vineta als Gleichnis verwandt. Wie der Schiffer, der am stillen Sommerabend an der Stelle der versunkenen Stadt über das Meer fährt, die Glocken aus der Tiefe läuten hört, so erwachen in den Weihnachtstagen die Erinnerungen an Kinderweihnachten und an Kinderglauben. Die häufige Wiederkehr dieses Gleichnisses ist kein Zufall. Es ist eben so, daß das Weihnachtserlebnis vieler Erwachsener in solcher Erinnerung besteht. Aber wer nur so feiert, ist in Gejahr. Weihnachten nicht ernst zu nehmen. Weihnachten wird in seiner eigentlichen Bedeutung verkannt und versälscht, wenn man es zu einem Kinderfest macht. Gewiß ist es auch ein Fest für unsere Kinder, wir möchten den Kinderiubel unter dem strahlenden Weihnachtsbaum nicht missen, und gerade um seiner Botschaft willen, in deren Mittelpunkt die Erzahlung von dem Kinde in der Krivve steht, hat das Weihnachtsjest auch den Kindern etwas zu sagen, was sie ganz unmittelbar verstehen. Aber Christus ist doch nicht deshalb auf unsere Erde geboren, damit die Kinder ein Fest haben oder damit das kindliche Gemüt etwas ahnt von der Größe der göttlichen Liebe. Haben wir Erwachsenen, die wir lernen mußten, daß Not und Sorge neben uns auf dem Wege durchs Leben gehen, und die wir wissen, daß am Ende dieses Weges der Tod auf uns alle wartet, die Botschaft nicht viel nötiger. daß Gott nicht nur der Verborgene ist, der vielleicht hinter den schweren und harten Rätseln des Lebens steht. sondern daß er in der Gestalt Jesu als helfende und rettende Liebe, als„der menschensuchende Gott" offenbar geworden ist? Freilich nicht so. daß Naturwissenschaftler und Historiker ihn mit den Mitteln ihrer Wissenschaft messen und beschreiben könnten. aber doch so. daß der Glaube ihn ergreisen und festhalten kann, der Glaube, der sich immer wieder siegreich behauptet gegenüber den Einwänden, die grübelnder Verstand und bittere Lebenverfahrungen ihm machen. Den Kindern ist der Weihnachtoglaube leicht und selbstverständlich, weil ihr Leben nicht vom VerStadttreis Castrop=Kause Castrop=Rauxel, den 24. Dezember 1936 Licht der Welt Christkindlein kommt noch jedes Jahr vom hohen Himmelszelt. und grüßet jede fromme Schar, bringt ewig Licht der Welt. Nun laßt die Herzen fröhlich sein und gebt ihm weite Tür: im Krivplein liegt das Kindelein wie einstens jetzt und hier. Schenkt euer Herz zu dieser Frist ihn in der stillen Nacht! Stern über den, der heiligen Ehrist am Kripplein hält die Wacht! Kurt Leßmöllmann. Die Kraft des Wunsches „Frohe Weihnachtsfesttage!" erschallt es jetzt allenthalben und in wenigen Tagen werden Millionen und aber Millionen von Neujahrswünschen ausgetauscht. Eine findige Industrie hat sich des„Wunsches" bemächtigt und bietet besondere Glückwunschkarten für alle Feste an, die man nur feiern kann. Hat ein Wunsch für den Bewünschten irgend eine Bedeutung? In früheren Zeiten war man hiervon überzeugt, sowohl hinsichtlich guter wie böser Wünsche, des Segnens und des Verfluchens Der Glaube an die Kraft des Segnens ist fast ganz geschwunden, während sich die Ueberzeugung von der Kraft böser Wünsche und des Verfluchens vielsuch erhalten hat, besonders bei vielen zum Aberglauben neigenden Gebirgsbewohnern. Sie glauben, daß man seinen Feinden Krankheit, Mißwachs und andere böse Dinge„anwünschen“ kann. Aber nur Beharrlichkeit im Wünschen führt zum Ziel. dessen Erreichung durch besondere Mittel beschleunigt wird. Man macht zu diesem Zweck in einen Strick, am besten in den eines Gehenkten oder Selbstmörders. 7 oder 9 Knoten und sagt beim Schlingen jedes Knotens„Ich wünsche dem und dem das und das!" Wird nun bei jedem Neumond ein Knoten gelöst und der Wunsch hierbei wiederholt, so geht bei Lösung des letzten Knotens der böse Wunsch unsehlbar in Erfüllung. Statt des Strickes kann man sich auch eines Stückes Holz von einem Galgen oder dem Sarge eines Selbstmörders bedienen, in das man bei jedem Neumond eine Kerbe schneidet. Wie sich schon in vielen Fällen gezeigt hat, können diese bösen Wünsche einen recht unheilvollen Einfluß auf den Verwünschten ausüben, wenn er Kenntnis von dem Vorgang hat. Tritt dann nur ein geringfügiges unangenehmes Ereignis ein, Krankheit von Mensch oder Vich z.., so wird dies als Folge der bösen Wünsche betrachtet und mit Bangen noch Schlimmerem entgegengesehen, was oft zu unerträglichen Gemütsbedrückungen führen kann. Häusig wird als Gegenmittel gegen böse Wünsche dem Anwünscher auch Böses nach den üblichen Rezepten angewünscht. Elektrische Licht-, Kraft- und Kühlanlagen, Raologeräte u. Beleuchtungskörper Ruf 2420 Zahlungserleichterung Ruf 2420 geschaft Otto Schrammen Hansterstrase s0 Aber ebenso, wie böse Wünsche das Gemüt, die Psyche des Angewünschten bis zum schweren Gemütsleiden beeinflussen können, so werden auch gute Wünsche eine günstige Wirkung ausüben. Wie wohi tut doch jedem Kranken ein aufrichtiger Wunsch für seine baldige Genesung, wie erfreuend wirken auf jeden Menschen herzlich ausgedrückte Geburtstagsund Festtagswünsche! Dem Wunsche wohnt entschieden eine Suggestionskraft inne, der sich nur wenige Menschen entziehen können, die aber in den meisten Fällen eine wohltätige Wirkung auf das Gemüt auslösen wird. Der Mensch ist eben ein Gemeinschaftsbewußtsein und damit Lebensfreude und Lebenskraft. Anteilnahme anderer Menschen wirkt immer wohltätig auf das Gemüt, sie kann selbst den tiesen Schmerz über einen teuren Dahingegangenen mildern. Sogar in der Heilkunde hat man die sugacstire Kraft des ständig wiederholten Wunsches zur Anwendung gebracht, wie z. B. bei den betannten Couskuren, bei denen man morgens und abends seine Wünsche zur Besserung der Gesundheit je 20. mal laut hersagt. Auch das Gesundbeten beruht auf der Suggestivkraft des Wunsches, denn Gebet ist auch eine Acußerung sehnlichster Wünsche. Bei der Land bevöllerung spielt deshalb das Gesundbeten noch immer eine Rolle, sie glaubt an seine Wirksamiet ebenso, wie an die bösen Wünsche. Den Wünschen kommt also unbedingt eine gewesse Kraft im guten wie im bösen Sinne zu und m sollten daher Wünsche zu irgend einer Gelezenbei## * cht ldiglich als Formsache betrachten, sondern ihre crait auswerten, indem wir uns nicht mit auf einer nüchtsiarte schön aufgedruckten Glückwunsch begnügen, sondern stets handschriftlich ein paar freund. che, ja herzlich: Worte hinzujügen. Niemanden aber soll man ins Angesicht hinein Böscs anwünchen, denn man kann dadurch oft schwere Gemütsschädigungen hervorrufen. Dr. F. St. Volksgenossen! Verhütet Brandschäden! Erfahrungsgemäß treten in jedem Jahre zur Weihnachtszeit Brände in größerem Umfange auf Verurlacht werden sie in dieser Zeit durch fahrlässigen Umgang mit brennenden Weihnachtsbäumen. Pflicht eines jeden Volksgenossen ist es, für feuersichere Aufstellung der Weihnachtsbäume zu sorgen. Es ergeht die dringende Bitte an die Bevölkerung: Helft Jeuer verhüten! Frühschluß im Gaststättengewerbe am Heiligen Abend Zwischen der Wirtschaftsgruppe Gaststätten= und Beherbergungsgewerbe und der Reichsbetriebsgemeinschaft„Hande ist folgende Vereinbarung getroffen: „Grundsätzlich soll allen Gefolgschaftsmitgliedern Gelegenheit gegeben werden, das Weihnachtsfest in der Familie zu feiern. Deshalb sollen die verheirateten Angestellten ab 17 Uhr und die unverheirateten ab 19 Uhr die Betriebe verlassen. Gleichzeitig wird erwartet, daß die Betriebe möglichst auch am 1. Weihnachtstage geschlossen halten, wobei natürlich bei Hotelbetrieben dem Tagesbedürfnis Rechnung zu tragen ist.“ Deutsche Arbeiksfront Geschäftsstellen vom 24. Dezember bis 3. Januar geschlossen! Die Geschäftsstellen der Deutschen Arbeitsfront sind von heute nachmittag 13 Uhr bis zum 3. Jan. 1937 einschließlich geschlossen. Lediglich zur Bearbeitung von Unterstützungsanträgen sind die betreffenden Dienststellen am Dienstag: dem 29. Dezember geöffnet und zwar in Castrov= Rauxel=Süd, vormittags von 9 bis 12 Uhr und in Castrop=Rauxel=Nord- nachmittags von 14—17 Uhr. Die Rentenauszahlung bei der Post Bei den Postämtern der Stadt Castrov=Rauxel findet die Zahlung der Militärrenten am Montag, dem 28. Dezember und die der Unfall= und Invalidenrenten am Mittwoch, dem 30. Dezember 1936 statt. 91 Jahre alt Eine der ältesten Einwohnerinnen unserer Stadt. Witwe Elisabeth Berensmann Körnerstraße 11, kann am heutigen Tage die Vollendung ihres 91. Lebensjahres begehen. Der hochbetagten Mitbürgerin, die sich in ihrem Bekanntenkreise besonderer Wertschätzung erfreut, ein herzliches„Glück auf!“ für den ferneren, hoffentlich noch recht langen und recht glücklichen Lebensabend. Heute Platzkonzert der Polizei=Musikkapelle Am heutigen Tage, in der Zeit von 11 bis 12 Uhr. findet auf dem Altstadtmarkt bei günstigem Wetter ein Platzkonzert der Polizei=Musikkapelle statt. Am 30. Dezember Verkehrsübergabe der Verbandsstraße AS VIII Uebergabe der Verbandsstraße NS VIII an den Verkehr ist jetzt im Einvernehmen mit dem Präsidenten des Siedlungsverbandes Ruhrkohlengebiet endgültig auf Mittwoch, den 30. Dezember, festgesetzt worden. Der Gedenkakt, zu dem eine Anzahl von auswärtigen Behördenvertretungen erwartet wird, soll um 11 Uhr an der Ecke Körner= und Wiesenstraße beginnen. Den Abschluß der feierlichen Verkehrsübergabe bildet ein kameradschaftliches Beisammensein. Bei der in Benutzung zu nehmenden Straße handelt es sich um eine 4 Kilometer lange Teilstrecke der Reichsstraße 235. Die Anerkennung als Reichsstraße läßt einmal die Wichtigkeit der neuen Straßenanlage erkennen, sie besagt zum anderen aber auch, daß das Reich künftig die Instandhaltung übernimmt. Wrihnachtroichtung in Masir and Spiel Jahresschlußfeier der hermesmann'schen Musikschule Am Dienstag hatten die Zöglinge der Musikschule Hermesmann ihren großen Tag. Langersehnt und beiß herbeigewünscht von den großen und kleinen Mädeln und Jungen, wurde es ein Abend voll besinnlicher Fröhlichkeit. Eine herzerfrischende Sache war schon der Anblick so viel frischer und unbekümmerter Jugend. die im Kreise ihrer Angehörigen mit froher Erwartung in hellglänzenden Augen den Schauplatz der Jahresschlußfeier, den sinnig geschmückten Köllmannschen letzten Platz besetzt hielten. Echte Weihnachtsstimmung lag über Raum und Zuhörern, die etwas von dem hohen und wundersamen Geist der Adventszeit aufleben ließ, der auch hart und unerbittlich gestählt vom Kampf des Levens. im mystischen Zauber echtester Weihnachtsstimmung weich werden läßt. Vorweihnacht schlang ihre Zauberhand um Alt und Jung. denn die deutsche Seele und deutscher Familiengeist klingen mehr als sonstwo gerade in dieser Zeit in uns auf. war wohl angebrachter als gewissermaßen „Porabend des heiligen Festes deutsche Künstler irt und Ton aufzuzeigen, die wie einst, so auch noch heute dem Geschehen der heiligen Nacht zu Bethlehem ihre schöpferische Kraft leihen! Ihre Schwingen vereinten Eltern und Kinder und Freunde der Anstalt in besinnlicher Stunde zur gemeinsamen Freude und gaben allen einen Abglanz und eine Vorfreude des Weihnachtsfriedens mit auf den Weg ins rauhe Leben. Der Charakter dieser Veranstaltung verbietet es uns, das Erlebnis dieser Stunde der weihnachtlichen Musik und Spiele in ihren einzelnen Programmpunkten zu zerpflücken; es will als ein in sich geschlossenes Ganzes bingenommen und gewürdigt Lediglich einige besondere Glanzpunkte herauszuuns hiermit gestattet. Gleich der glückliche Auftakt mit Rainer Maria Rilkes„Verkündigung— Worte des Engels“ hoben sich durch melodramatische Bearbeitung von Hermesmann zu bedeutender Wirkung emvor, die durch die lichtbringenden Engel zu einer symbolisch beziehungsreich sich auswachsenden Handlung geweitet wurde. Mit glühend heißen Backen gaben sich sowohl hier als auch im alten„Hirtenspiel aus Steiermark", im„Weihnacht der Hirtenmädchen“ von J. M. Heinen und im humorigen„Was Ruprecht vassierte“ von Hedi ### die zahlreichen Mitspieler ganz ihrer Aufgabe vin. Es ist doch immer wieder gar zu köstlich, Kinder spielen zu sehen, eben weil sie so natürlich. sind sie so prachtvoll und unbekümmert. Die jungen Mädel insbesondere waren recht in ihrem Element. Gut plaziert war Bethges„Vom Himmel gefallen“ ein bedeutungsvolles Bindeglied. Ein besonders gastliches Geschenk machte Josef Feiertag mit Tenaglias singseliger„Aria" und in Gemeinschaft mit seinem Meisterschüler Maciej durch Corellis spielfreudige„Triosonate“ Frau Irene Schumacher erntete mit den Cornelius=Liedern„Die Hirten" und„Die heiligen drei Könige“ reichen und wohlverdienten Beifall. Auch Lutz Jostmann zeigte sich in den barocken Klangwelten Johann Sebastian Bachs„Ichsteban deiner Krivpe" und„O Jesulein süß" ebenso sattelfest wie in Hugo Wolfs„Schlafendes Jesuskindlein". Magda Bayer und Herta Gibson walteten zuverlässig am Flügel ihres Amtes. Unsere lieben alten Weihnachtslieder„Alle Jahre wieder“ „Es ist ein Ros' entsprungen" und„O du fröhliche, o du selige“ schlossen die große Gemeinde mit ihrem innigen Band aufs engste zusammen. Eine reichhaltige und anregende Feier. Das nahezu vollbesetzte Haus zeugte für das Interesse, das man der Institutsarbeit allseitig entgegenbringt. Für den Kunstberichterstatter aber, der beruflich in jedem Monat auf eine ganz erkleckliche Reihe von Veranstaltungen sein betrachtendes Auge zu werfen hat, ist es immer wieder erfreulich, festzustellen, daß gerade diese Veranstaltung, die bunt, abwechselungsreich und flimmernd in ihrer Physiognomie und in ihrem Aufbau sind, stets volle Häuser findet. Das wechselnde und wohlgepflegte Gesicht dieser Jahresschlußfeier in Weihnachtsdichtung. Musik und Spiel wirkte in seiner Formenschönheit und in seinem mannigfaltigen Ausdrucksreichtum einfach faszinierend und faszinierend einfach. Dietrich Haardt. Bei aller Achtung vor dem Können des Gastes sprechen doch alle Anzeichen dafür, daß auch Huckarde die gute Form des Tabellenführers anerkennen muß. Vorher spielen: Sportgem. Erin 2. M.— Huckarde 2. Mannschaft. Arminia Marken— Sporifr. 06 Dortmund Dieses Trefsen ist ein Großereignis für Marten. das seine Anziehungskraft nicht verfehlen wird. Den Arminen wird hier die Gelegenheit gegeben, den Brambauerern nachzueisern, die bekanntlich den Svortfreunden die erste Niederlage aufzwangen. Jetzt ist Arminia an der Reihe, um durch einen Sieg punktegleich zu kommen. Einen Sieg könnte man den Arminen schon zutrauen, die in den letzten Svielen bedeutend besser zu gefallen wußten und die in Dortmund einen Sieg verdient hatten. Selbstverständlich ist eine Hintermannschaft von einem Spiekermann, Stemkowitz und Engler nur durch besondere Leistunzu schlagen,„Auf Grund der eigenen Platzvorteile und des puolitums=Rückhalts müßte ein knapper Sieg der Arminen möglich sein. Aulomatenfüllung an den Feierlagen Der Polizeipräsident in Bochum teilt mit: „Mit Rücksicht darauf, daß diesesmal beim Weihnachtsfest 3 Feiertage auseinander folgen, erteile ich mit Ermächtigung des Herrn Regierungspräsidenten in Arnsberg auf Grund des§ 30 der Arbeitszeitordnung vom 26. 7. 1934 in dem Polizeipräsidialbezirk Bochum die Erlaubnis, die Automaten, die mit einer offenen Verkaufsstelle in Zusammenhang stehen, am 27. Dezember 1936. in der Zeit von 11 bis 13 Uhr, nachzufüllen. Eine Beschäftigung von Angestellten. Gehilfen. Arbeitern und Lehrlingen im Sinne der Bestimmung der Arbeitszeitordnung ist nicht gestattet.“ Alter, lieber Brauch u. wirkliches Herzensbedürfnis heißsen uns allen lieben Lesern und Mitarbeitern Fried und Freuu beim Lichterglanz des Weihnachtsbaumes und die Erfüllung aller Weihnachtshoffnungen und damit recht„Fröhliche Weihnachten“ von ganzem Herzen zu wünschen. Verlag und Schriftleitung des„Stadtanzeiger für Castrop=Rauxel und Umgebung“ Komplette Wohnungseinrichtungen sowie Einzelmöbel liefert das Sper al-Möbelhaus Guslav Grale khestandsderieben Lebensmiltelhändler! Kundenlisten abholen! Für die Mitglieder der Fachgruppe Nahrungsund Genußmittel, Wirtschaftsgruppe Einzelhandel, treffen am 28. d. M. die einheitlichen Kundenlisten ein und können ab 29 d. M. in der Geschäftsstelle Münsterstraße 5, zum Preise von 60 Pfennig in Empfang genommen werden. Verlegung eines Wochenmärktes Der Wochenmarkt im Stadtteil Ickern wird aus Anlaß des Neujahrstages von Freitag. den 1. Jan. 1937. auf Donnerstag, den 31. Dezember 1936 verlegt. Kurzfahrten der As.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ Zur„Grünen Woche" nach Berlin vom 28. 1. bis 31. 1. 1937 Preis einschl. Fahrt, Verpflegung und Eintritt zur Ausstellung 23.50 ck. ohne Verpflegung 12.50 K. Zur Automobil=Ausstellung nach Berlin vom 25. 2. bis 28. 2. 1937 Preis einschl. Fahrt, Vervflegung und Eintritt zur Ausstellung 23.50 K. ohne Verpflegung 12.50 Zur Leipziger Messe vom 4. 3. bis 7. 3. 1937 Preis einschl. Fahrt, Verpflegung und Eintritt zur Ausstellung 22 c. ohne Verpflegung 12 K. Abgangsstation für sämtliche Fahrten: Hagen. Gleichzeitig wird bekannt gemacht, daß auch andere Veranstaltungen zu KdF.=Preisen besucht werden kön. nen. Die erforderlichen Berechtigungsscheine werden besorgt. An eldungen erbeten bei der NS.=Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Viktoriastraße 10. „Zwei Schützenfeste zur gleichen Zeit“ Vom Vorstand des Bürgerschützenvereins Obercastrov wird mitgeteilt: „Nachdem wir drei Wochen nach der Veröffentlichung des von uns für das dreitägige Schützenfest mit Königsschießen 1937 gewählten Termins(3. bis 5. Juli 1937) von keiner Seite eine Mitteilung erhielten, daß die gleichen Tage auch noch anderweitig für Festfeiern in Aussicht genommen worden sind, haben wir inzwischen für die genannte Zeit bereits angemietet und die Musik fest verpflichtet. Auch ist schon die Bewirtschaftung des Zeltes für unser Schützenfest an einen hiesigen Wirt übertragen worden. Bei allem guten Willen, eine Ueberschneidung zu vermeiden, läßt sich daher von uns aus eine Verschiebung des Schützenfestes auf einen früheren oder späteren Zeitpunkt nicht mehr vornehmen.“ Lotaler Sport BV. Brambauer— 5B. Castrop 02 Die Castrover müssen am Sonntag nach Weihnachten nach Brambauer, wo sie auf die BallspielvereinsMannschaft stoßen. Die Brambauersche Elf behauptet gut ihren Tabellenplatz. Sie verfügt über ein vortrefflich bewährtes Paßspiel und ist vor allem von einem unbeugsamen Angriffsgeist beseelt, mit dem sich auch entsprechendes technisches Können paart. Die Castrover, mit denen man nach dem verdienten Siege des letzten Sonntags über DSC. Hagen wieder zu rechnen beginnt, haben auf dem fremden Boden einen schweren Stand Lediglich dem Hörder lub ist es in der letzten Zeit gelungen, über die Mannen von Brambaue# auf deren Platz zu triumphieren. Aber das alles darf die Castrover nicht mutlos machen, muß sie viel mehr ansvornen, alles herzugeben, was in ihnen sitzt. Ein noch so knapper Sieg über die Brambauersche Mannschaft wäre für die Castrover eine Bestätigung dafür, daß sie sich auf ihren alten guten Ruf besinnen und wieder im Kommen sind. Sportgemeinde Erin-Castrop 11 gegen Westfalia Huckarde „Das Weihnachtsprogramm der Sportgemeinschaft beschranrt sich auf das am 3. Feiertage fällige Meisterschaftsspiel gegen Westfalia Huckarde. Diesem Kampf kommt eine hohe Bedeutung zu. Die Svortgemeinschaft=Elf hat den Huckardern gegenüber noch etwas gut zu machen, da diese ihr in der ersten Serie eine hohe:=Niederlage beizubringen sieht die Sportgemeinschaft in ihrem nächsten Gegner den hartnäckigsten Verfolger in der Tabelle Die Sportgem. brennt darauf, die Scharte der ersten Serie auszuwetzen. Sie hat seit der Niederlage gegen die Westfalen eine beträchtliche Formverbesserung erreicht. Durch die Hereinnahme des neugewonnenen Mittelstürmers Broder(früher Castrop 02) dürfte die Durchschlagskraft des Sturmes noch weiter gewonnen haben. Kirchlicher Anzeiger Evangelischer Gottesdienst Weihnachten 1936 Castrop. Heiliger Abend 18 Uhr Cheistvesper — 1. Weihnachtstag 6 Uhr früh Christmette(Gem. Caes Samsrin). Pastor Relle: 10 Uhr Fesgottesdienst(KirchenVilar Kallenbach. Sonntag.. 3uptiche, elilesdesse, 2el Scaeter. Uhe Vehdzachaseter dei Hluder 5 Uhr Christandacht.— 1. Weihnachtstag 10 Uhr Festgottesdienkt, Pastor Fritsch.— 2. hr Gottesdienst, Beichte und Feier des hl. AbendPahlezigest. meier.— Sonntag nach Weihnachten 10 Uhr 20 Uhr Hilfsprediger Engau(Kir31 e Pelskeste=seise 1nd Feier der belgen Aberdnaslz, Uh: Tausen und Trauagmec detigenabend 11 Uhr Christandacht(Kirchen= und VoPastor Becker.— 1. Weihnachtstag.30 Uhr Gottesdienst(Chor der Vinckeschule), Vikar Zeoter; anschließend Vorbereitung und Feier des heiligen Abendmahls.— 2. WeihnachtsGöttesdienst, Paligr Peg 15 Ubr Gottesdienst... Sonntag nach Weihnachten.30 un; vmlewien., Hastor Obermeier. Weitpnechten 9. Bövinghausen. 1. Weihnachtstag 7 Uhr Christmette; 10 Uhr Festgottesdienst: 16 Uhr Weihnachtsfeier der Kinder.— 2. Weihnachtstag 10 Uhr Festgottesdienst, Pfarrer Dienemann.— Sonntag nach Weihnachten 10 Uhr Gottesdienst, Pfarrer 11.15 Uhr Kindergottesdienst; 12 Uhr Taufen. Bodelschwingh. Heiligahend 17 Uhr Weihnachtsfeier des Kindergottesdienstes.— 1. Weihnachtstag 6 Uhr Christmette(Kir; 10 Uhr Gottesdienst(Kirchenchor) Pastor Brink.— „Veihnachtstag.30 Uhr Gottesdienst(Frauenchor). Pastor w Sonntag nach Weihnachten 10 Uhr Gottesdienst, Pastor nachtstag.3o Ah .30 Uhr Gottesdienst; 17 Uhr Krippensoiel. 1 Weihnachtstag 7 Uhr Christmette und Feier des .30 fh: Hoitesdier. 1 Gottesdienst.— 2. Weihnachtstag Gattesdienst: z. Sonntag nach Weidnachten.30 Uhr Golesvienst, 10.30 Uhr Weihnachtsfeier des Männerdienstes. Mengede. Heiligabend 21 Uhr Krippenspiel.— 1. Weihnachtsg8. 8 Uhr und.30 Uhr Gottesdienst.— 2. Weibnachtstag.30 tcadiens..— Sonntag nach Weihnachten.30 Uhr Got„Lütgendortmund. Heiligabend 22.30 Uhr Krippenspiel in der char) Wartat...30 Uhr Festgottesdienst(Kirchen„Dienemann— 2. Weihnachtstag Festgottesdienst Testagtteadienst. Pator Homann; 12.45 Uhr Masurischer Gattesdienst St.=Lambertus=Pfarre Castrop .1 Wüthnachtsfeiertag 5 Uhr Uchte mit Predigt und Segen, Austeilung der hl. Kommunion. 6,30 Uhr hl. Messe: a e n Prediat: 10 Uhr Levitenhochamt; 11.15 für die Kinder 17 Uhr Festan. 14.30 Uhr Weihnachtsandacht Sonntag nach Meihnachter grdacht.— 2. Weihnachtsfeiertag und Se##, Weihnachten: Die Ordnung ist dieselde wie an den Sonntagen.— Krankenwoche: Vikar Grote. St.=Elisabeth=Pfarrvikarie Obercastrop 1. Weihnachtsfeiertag 5 Uhr Krivpenfeier mit Chor= und VolksGeis- Siegen..35 prh Uhr feierliche Christmette mit Aussetzung "„Uor stille hl. Messe mit Nusteilung der hl. Kommunion; 4 uor hl. Messe; 8 Uhr hl. Messe mit Predigt; .30 Uhr feierliches Levitenamt mit Aussetzung: 14.30 Uhr feierl. Beisnamen= mit1“ Messe:.30 Uhr 10.30 Uhr Hochamt; 14.30 Uhr Weihnachtsandacht. Bis 16 Ude 92==eseihet.— Sonntag nach Weisnachten: Goteodienst vie St.=Franziskus=Psarrvikarie Schwerin 1. Weihnachtsfeiertag 12 Uhr nachts Christmette: 7 Uhr Frühmesse mit gemeinschaftlicher hl. Kommunion der Mädchen vom.—8. Schuljahr und der Frauen und Mütter:.30 Uhr. 8 Uhr und.30 Uhr hl. Messen:.30 Uhr feierliches Hochamt mit sakramentalem Segen: 14.30 Uhr Festandacht. Anschließend Beichtgelegenheit bis 18 Uhr.— 2. Weihnachtsseiertag.30 Uhr Frühmesse mit gemeinschaftlicher hl. Kommunion der Männer: 9,30 Uhr Hochamt: 14,30 uhr Krippenandacht.— Sonntag nach Weihnachten ist die Ordnung dieselbe.— Die Bücherausgabe in der Borromäusbibliothek fällt aus. Pfarrvikarie zu den hl. Schutzengeln Frohlinde manion: B 30 Ahe Sir tenmer, Chriskmette mit Pfarrsamilsienkom. „Inton; /2. ahr Gellenmesse mit hl. Kommunion;.30 Uhr feierliches Festhochamt mit sakramentalem Segen: 14,30 Uhr Weihnachtsandacht; 15 bis 16 Uhr Beichtgelegenheit.— 2. Weihmic an Sonhtagennachten ist der Gottesdienst St.=Marien=Pfarre Merklinde und Td) ude dl. Mesen:): Christmette; anschließend 7 Uhr Deutsche Pesperenduchl.“ 10 Uhr feierliches Hochamt; 14.30 Uhr nach Weidnach.:F3 Weihnachtsseiertag und Sonntag #ihnaghten ist der wottesdienst wie an den übrigen SonnHerz=Jesu=Pfarre Rauzel Predigt und Segen; 8 Uhr hl. Messe: 10 Uhr feierliches Hochami und Segen; 14,30 Uhr Festandacht.— 2. 10 Oitsr Sesams. Pethnachten.30 Uhr Frühmesse; G. vgam, 14.30 Uhr Keippenandacht. Petomene: St.=Joseph=Pfarre Habinghorst 1. Weihnachtsfeiertag 6 Uhr erste hl. Messe:.30 Uhr hl. 7,30, 8..30 und 9 Uhr hl. Messen; 10 Uhr feierliches Hochamt mit sakramentalem Segen. 14.30 Uhr Festandacht. —.2. Weihnachtsfeiertag.30 Uhr Frühmesse;.30 Uhr hl. Messe; .45 Uhr hl. Messe: 10 Uhr Hochamt; 14,30 Uhr Festandacht.— Sorigen Sonntagen. St.-Autenins-Piaere Idern 1. Weihnachtsfeiertag 12 Uhr nachts Christmette, vorher kurze Krippenseier;.30 Uhr stille hl. Messe; 7,45 Uhr hl. Messe mit gemeinschaftlicher hl Kommunion der Frauen;.30 Uhr hl. Messe, 9 Uhr hl Messe mit voln. Gesang: 10 Uhr feierliches Levitenamt mit Aussetzung und Predigt: 14.30 Uhr Weihnachtsandacht.— 2. Weihnachtsfeiertag.30 und.45 Uhr hl. Messen Bi“ S8aie“ mit voin.. 9 Uhe .30 Uhr Andacht. 10 Uhr Hochamt mit Predigt; bienst wie an den Abrigen Sonntagen. im Spiel Von Wolfg. Gilbert Koeppen Jährlich um die Weihnachtszeit baute er die Eisenbahn auf. Da wurde er zum Schöpfer eines großen und ernsten Spiels, das er den Kindern bescheren wollte, seinen Enkelkindern und ... sich selbst. Am Heiligen Abend würde er sein Sviel beginnen, da Gott selbst mit den Händen in den großen Baukasten griff und den Stall zu Bethlehem herausnahm und eine Krippe dareinsetzte: da Gott das Spielzeug der Weihnacht, die Hirten und die Engel. Maria und Josef und die Könige den Menschenkindern überließ zum ernsten, sehr ernsten, zum göttlichen Spiel... So wurde auch sein Sviel verstanden, sein Spiel von der Eisenbahn, von der Landschaft mit den Städten und Dörfern, den Bergen und Flüssen, den Seen und Teichen, den Hügeln und Tälern und von ihrem tausendfältigen Leben... Aber nein! Es war ja totes Material, das er zu seinem Spiel verwandte; der See hatte ein Spiegelglas zum Grunde. und den Schnee auf den Bergen bildeten Wattetupfen, die Wiesen wuchsen aus grünem Pulver, und die Flüsse mußten sich begnügen, aus blauen und weißen Oelfarben gemischt zu sein: Tiere und Menschen aber waren aus Holz geschnitten oder aus Metall gegossen. Und dennoch wurde sein Spiel als ein Lebendiges hingenommen, weil er all den Dingen Ausdruck seines Ich verlieh und sie so, für die Dauer eines Spiels, für die Zeit des Kindseins unter Kindern, zum Leben erweckte... Er spielte mit totem Material; aber wie er spielte, das war das Urlebendige. Es war ja nicht, daß er die Dinge, die Gebilde aus Pappe und die Figuren aus Holz und Metall aufstellte, wie man sie in einem Spielzeugladen aufstellt! Sein heißer Atem ging über die Dinge, sein ordnendes Auge gab jedem seinen Platz, und seine formenden Hände bildeten aus den Dingen eine Welt... Niedrige kleine Häuschen standen in engen, dunklen Straßen der Altstadt, aus der die Neustadt mit den breiten Baumalleen herausdrängte. Die Landstraße führte an grünen Wiesen und Kornfeldern vorbei zum Dorf, wo vor dem Gasthaus die Wagen hielten. Und am Ausgang stand die kleine Holzkirche mit dem Glockenstuhl zur Seite... Dann stieg die Landschaft an. Die Ströme wurden reißender, und die Wege schlängelten sich. Brücken mußten die Klüfte überwinden. Tunnels fraßen sich durch das Gestein. Berge ragten empor. Hoch oben im Firnelicht aber träumte eine Kapelle—— So ward aus Abend und Morgen der erste Tag. Am sechsten Tage aber schuf Gott den Menschen, sich zum Bilde schuf er ihn. Und da es im Spiel dem Menschen erlaubt ist, Gott ähnlich zu sein, durfte auch er die große Schöpfung Gottes nachahmen. So stellte er den Menschen, diesen Homunkulus aus Holz und Metall, in seine Landschaft hinein... Der Mann eilte zur Arbeitsstätte, die Frau ging über den Hof des Hauses, und das Kind lief zur Schule. Auf dem Marktplatz herrschte ein reges Treiben, und in einer Seitengasse prügelten sich zwei Jungen. Was aber schuf der Mensch sich zum Bilde, wem gab er seinen Geist und seine Kraft?— Der Maschine. So ward zur Krone auch seiner Schöpfung im Spiel die Maschine, die Raum und Zeit überwindende Maschine eines Jahrhunderts: Die Eisenbahn. So griff auch er zum Stahlband und legte es um seine kleine Erde. Kalt und hart und manchmal drohend waren die Schienen, starr und geradeaus wiesen sie die Richtung... Auch hier gab's eine Rangordnung. wie überalll in der Welt. Auf dem Gleis lief der blaue Expreß ein mit Stille Nacht, heilige Nacht! Alles schläft, einsam wacht, Nur das traute, hochheilige Paar, Holder Knabe im lockigen Haar, Schlaf’ in himmlischer Ruh’, Schlaf’ in himmlischer Ruh’. Der Expreß auf Gleis 1 könnte viel erzählen, von den Fahrgästen, die er an die Adria oder an das blaue Marmarameer gebracht, die er durch viele Länder getragen hat; manch Schicksal, ja, manch Drama hat sich in seinen blauen Wagen mit der goldenen Schrift abgespielt. Dieser Zug weiß von den Ausmaßen des Lebens... Der Zug auf Gleis 2 aber kennt das AllStille Nacht, heilige Nacht! Hirten erst kundgemacht, Durch der Engel Halleluja, Tönt es laut von fern und nah. Christ, der Retter ist da, Christ, der Retter ist dal Stille Nacht, heilige Nacht! Gottes Sohn, o, wie lacht Lieb’ aus deinem göttlichen Mund, Da uns schlägt die rettende Stund“ Christ“ in deiner Geburt, Christ’ in deiner Geburt! der goldenen Schrift an den Wagen. Auf dem zweiten Gleise hielt der Fernschnellzug mit den Durchgangswagen. Auf dem Gleis 3 wartete der Personenzug auf den gehobenen Stab des Stationsvorstehers. Auf dem Gleis 4 aber, da war's ein ewiges Rollen und Schnurren, ein Klirren des Eisens auf Eisen; da rangierte der Zug letzter Ordnung. der Zug ohne Fahrgäste, der Güterzug. tagsleben; er hat die Reisenden, jeden an seinen Bestimmungsort geführt: Den Kaufmann an den Handelsplatz. den Industriellen in die Messestadt. den Gelehrten an die Stätte der Wissenschaft. Dieser Zug weiß von der Schwere des Lebens... Der Zug auf dem dritten Gleis nimmt sich des kleinen, stillen Lebens an; er bummelt von Stadt zu Dorf und von Dorf zu Stadt und führt die„Reisenden mit Traglasten“, die Marktleute mit ihren Körben, die Schulkinder, die Männer im grauen Kleid und mit der blauen Kanne in der Hand. Dieser Zug weiß von der Treue des Lebens... Der Zug auf Gleis 4 endlich, der ewig schurrende und klirrende, der Zug mit Gütern der Menschen, dem Holz und der Kohle, den Maschinen und den Möbeln, den Fässern voll Benzin und den Ketten aus Eisen: dieser Zug weiß von dem Zwang des Lebens... Und noch ein Zug wartet, fern von den andern. auf einsamem Gleise in der Halle eines kleinen Gebirgsbahnhofes: ein Zug mit verschlossenen Wagen und stämmig gebauter Lokomotive. Nur wenige Menschen sitzen in ihm, denen es vergönnt ist, auf die Höhen und Gipfel der Berge zu klettern. Dieser Zug weiß von dem Glück des Lebens—— Am Heiligen Abend begann er sein Spiel. Da gab er dem allen den lebendigen Anstoß. Der blaue Expreß und der Fernschnellzug, der Bummelzug und der Güterzug und die Zahnradbahn setzten sich in Bewegung. Sie jagten und überholten einander und strebten nach ihrem Ziel, das ihnen doch allen gemeinsam war; an der Endstation gebot einem jeden von ihnen, mochte er schnell oder langsam gefahren sein, der hochgestreckte Signalarm Halt! Ein Zeitalter ging zu Ende, und ein neues brach an. Er aber ragte vom alten in das neue hinein, er, der alle Jahre um die Weihnachtszeit die Eisenbahn aufbaute und als Kind mit den Kindern spielte... Fünfzehn Jahre war ich zu Weihnachten nicht daheim. Nun bin ich wieder einmal da. Und alles ist akkurat wie damals. Ich stehe in der guten Stube und atme den Kuchenduft. Ganz dieselbe Mischung wie vor Jahren. Nicht ein Atom hat sich in dem schwebenden Duft verschoben. Dazwischen hat es Krieg gegeben und manche Erschütterung in der Seele. Mutters Weihnachtskuchen aber duftet so herrlich wie in der Bubenzeit. Ja, dies sind die ungesprochenen Gedichte des Lebens: in Mutters guter Stube stehen und den Kuchenduft vor Heiligabend einatmen, sich erinnern und lächeln um diesen letzten Hauch der Jugend.... Denn eins ist unwiederbringlich verloren: das Kinderherz in der eigenen Brust. Ach. die Herzen der Kinder! Ihr heimliches Blühen erfüllt seit Wochen die Welt. Engelträume verwehen in sie wie ein silberner Wind und sie klingen. Unbeholfen und inbrünstig weihen die Kinder mit kleinen Weihnachtsliedern die Dämmerungen. Die Welt ist ihnen voll von wandernden Schaukelpferden und Eisenbahnen in den Wolken, und wenn der Schnee fällt, ist das schon Wegbereitung des Christkindes. Bilderbücher, groß wie ein Haus, blättert der Wintersturm in ihren erwartungsheißen Träumen. Jedes geheimnisvoll dreinleuchtende Licht an der Wand oder hinter den Fenstern ist ihnen unirdisch. Jedes Geräusch ist Flügelschlag der Engel oder Stapfen des Weihnachtsmannes. Wir armseligen Großen wandern durch den winterlichen Blumengarten der Kinderherzen mit zärtlicher Wehmut und halten die Hände darüber, daß nichts den Zauber der himmlischen Erwartung zerstöre. Zeteneens Eleitoltum Skizse von Erich Jütiner Als wir das Landheim unserer Schule betraten, waren wir eine bunt zusammengewürfelte Gesellschaft von Jungen zwischen zehn und sechzehn Jahren. Als wir es verließen, waren wir eine Mannschaft von Kerlen, die einander auf Tod und Teufel verschworen waren und eher an den Untergang der Welt glaubten als an die Treulosigkeit eines unter uns.— Es hatte ohne Aufhören zwei Tage lang geschneit. Die Bauden auf dem Kamm des Gebirges waren in der weißen Flockenflut ertrunken wie sinkende Schiffe, über denen das Meer zusammenschlägt. In den Wäldern lagen die verendeten Rehe. Am Vormittag des 24. Dezember standen wir im Schuppen unseres Heims und sägten Holz. Dazu sangen wir im Rhythmus der langen, knirschenden Bandsäge: „Lippe=Detmold, eine wunderschöne Stadt, Darinnen ein Soldat!“ Gegen Mittag kam Lothar aufgeregt aus dem Dorfe zurück und überfiel uns mit Neuigkeiten. „Dieser elende Schinder!“ schrie er.„Dieser Kerl ... der gemeine!“—„Was ist denn los?“— „Er hat ihn mit Hunden gehetzt... mit Hunden, sage ich euch!“—„Wer denn, und wen denn?“ schwirrten unsere Fragen durcheinander. „Der Förster natürlich! Und gerade den alten Langer, der nicht mal'ne warme Suppe zu Weihnachten hat!“ „Also— was ist nun eigentlich?“ trat Kurt vor, der unter uns der Aelteste war und unbegrenzte Autorität besaß.„Erzähl' langsam und zusammenhängend— nicht so nervös wie eine alte Jungfer. Lothar verschnaufte einen Augenblick, dann begann er:„Ich war im Dorf— beim Postboten — hab's euch ja erzählt. Als ich auf dem Rückweg gerade das Haus des alten Langer hinter mir habe, ungefähr zehn Minuten von hier, hör' ich plötzlich einen männermordenden Lärm. Da stürzt der alte Mann aus dem Walde, schreit und rennt und setzt mit mächtigen Sprüngen zur Straße hinunter. Und hinter ihm— ich trau meinen Augen nicht— die Hunde des Försters!“ „Nun ja,“ fuhr Lothar ruhiger fort,„auf der Straße haben sie dann von ihm abgelassen. Aber die Hosen waren zerrissen, und in der rechten Wade hatte er einen tiefen, blutenden Biß.“ „Und weshalb das alles?“ fragte Kurt, mühsam beherrscht. „Weil er sich eine Fichte holen wollte, für heute abend, einen Christbaum. Wir schwiegen entsetzt. Wir sahen den Förster, wie er glattrasiert mit schmalen, eingekniffenen Lippen vor uns stand: ein Mann, den das Schicksal vom Platze seiner Sehnsucht ferngehalten hatte, und der sich nun an den Menschen und Dingen seiner Umgebung rächte. Und wir sahen auch den alten Langer: wie er sich Jahr um Jahr auf dem kargen Boden seiner Bergheimat durchgebracht hatte, oft bei Wasser und Brot, und wie er trotzdem eine Schar von sechs Kindern großzog, ohne zu verzweifeln! Das alles überdachten wir in diesem Augenblick Unser Plan war fertig. Als die Dämmerung kam und das weiße Bergrevier im letzten Tagesschimmer seltsam bläulich aufglomm, zogen wir zu vieren in den nahen Wald. Wie eine Expedition in unbekanntem Lande schoben wir uns durchs Dickicht. Ich ging sichernd voraus. Der Schnee knirschte unter unseren Schritten. Wie ein unheimliches Heer silberner Grenadiere umgab uns der Hochwald. Und manchmal schien es uns, als wanderten die Bäume bergauf, in unablässiger Prozession bergauf. „Pst!“ machte ich plötzlich und erstarrte. Die Rotte hielt schweigend. „Ich habe ein Geräusch gehört!“ flüsterte ich. „Wird deine Herzklappe gewesen sein.“ spottete Lothar. „Quatsch,“ lächelte ich überlegen. Aber dann ging ich doch weiter. Denn außer dem Wind, der leise durchs Geäst harfte, und hier und da kleine, bastige Schneewirbel entfesselte, störte keine Regung das abendliche Schweigen. Nach einigen Minuten tat sich vor uns eine Lichtung auf, ein Holzschlag, dessen Ränder m jungen, mannshohen Fichten bestanden waren. „Halt!“ kommandierte Kurt.„Hier ist Platz!“ Wir strichen suchend an den jungen Bäumen hin, hielten hiet und da, achteten mit Kennerblick auf Wuchs, Fülle und Ebenmäßigkeit der Christbaumkandidaten und entschieden uns schließlich für ein schlankes, dichtästiges Bürschchen. Werner— übrigens mit seinen vierzehn Jahren der jüngste Teilnehmer unserer Expedition—. von dem wir wußten, daß er es zu Hause nicht wagen würde, ohne Erlaubnis auch nur das kleinste Stückchen Weihnachtsstollen zu nehmen, war mit ingrimmiger Freude bei der Sache. Lothar, leicht entflammbar für alle Ideale des Lebens und der Phantasie, schnaufte vor Wut und Glück. Und ich nahm mir vor, jeden Windhauch zu belauschen, um mich der gefährlichen Größe des Abenteuers würdig zu erweisen. Endlich lag das Bäumchen wohlverschnürt auf dem Schlitten, und der Rückmarsch konnte angetreten werden. Breit und auffallend führte die Spur unseres Weges durch den Wald zurück bis an den Hang, der sich zum Hause niedersenkte. And still wie ein Leichenzug schlichen wir mit der 176 ein und verbargen unsere kostbare Diebesfracht im Schuppen. * Wir hatten die Erlaubnis erwirkt, den alten Langer besuchen zu dürfen, waren uns aber darüber einig, daß wir Doktor Steinhaus unseren Diebstahl bis zum letzten Augenblick verheimlichen mußten. Lothar hatte ihm die Sache mit dem Förster erzählt und war belehrt worden, daß die Gesetze unantastbar wären. Als die Glokken des Dorfes fernher die Heilige Nacht einläuteten, und der Wind in Ehrfurcht erlosch, traten wir vor dem Heim an und formierten uns zu einem kleinen Zuge. Die Berge hoben sich wie weißbehangene, schlafende Kolosse vom Sternenhimmel ab, und es schien, als sei auf Erden eine tiefere, glücklichere Ruhe eingekehrt als bisher. Wir setzten uns in Bewegung. Am Schlusse, das er fast nicht mehr gesehen werden konnte, zog Lothar den Schlitten mit unserem Christbaum nach. Als wir das Haus des alten Langer erreicht hatten, warteten wir, bis Doktor Steinhaus uns angemeldet hatte. Dann folgten auch wir. Der alte Mann lag mit verbundenem Bein auf einer kahlen Pritsche. Ihm zur Seite standen mit großen, erstaunten Augen die Kinder. Den Tisch schmückte das bekränzte Bild der Mutter, die vor Jahren schon gestorben war. Wir sahen alles und nahmen die Armseligkeit des Raumes in uns auf, als müßten wir noch heute in die Häuser der Reichen gehen, um anzuklagen und Rechenschaft zu fordern. Wir erschraken vor der Enge, die uns klein machte, und den ängstlichen Mienen der Kinder, in denen keine Weihnachtsfreude lag. Wir sahen zum ersten Male, wie grausam das Schicksal sein konnte, und daß es an uns war, Glück zu stiften. Wäre in diesem Augenblick nicht Lothar mit dem Christbaum gekommen, wir hätten vielleicht die Tränen nicht länger zurückhalten können. Nun aber stellte er die Fichte mitten in den Raum und tat, als sei das alles so verabredet. Wir sahen Doktor Steinhaus an; er lächelte — aber er fragte nicht. Werner befestigte die Lichte, die er in der Tasche mitgebracht hatte, an den stärksten Aesten des Baumes. Und ehe die andern sich von ihrer Ueberraschung erholt hatten, erstrahlte der Baum im Glanze der Kerzen und verbreitete Wohlgeruch und festliches Behagen. Der alte Langer versuchte sich zu erheben— aber die Schmerzen zwangen ihn nieder. Da griff Lothar in die Tasche, holte ein Paketchen Lebkuchen heraus und gab es dem Kranken. Der dankte mit Tränen in den Augen. Und plötzlich, als habe uns alle derselbe Gedanke beseelt, griff jeder von uns in die Tasche, und jeder von uns wartete mit einem kleinen Geschenk auf. Unversehens füllte sich der Tisch. Bücher, Spielzeug, Kuchen, Würste, Seife, Hemden und Strümpfe schichteten sich unter dem Christbaum zu herrlichen Haufen. Die Kinder des Alten jubelten, vergafften sich staunend in den Reichtum, der plötzlich— unfaßbar und zauberisch— ihnen allein gehören sollte. Wir aber wandten uns, gingen in die kalte, klare Nacht hinaus und waren stumm vor Glück. Saettenmente Weihnachtserinnerung von Rauk Renovanz Von den Sümpfen her pfeift scharfer Ost. Kompagnien gehen im Raum Bolingradsk=Biturki vor. Da jagt der Ordonnanzoffizier der Division über das verharschte Feld:„Befehl an Regiment: Erstes und drittes Bataillon nehmen hinterm Gutsgehöft halbrechts der Straße Dekkung; zweites schickt Schützenschleier voraus und besetzt den Waldrand von Postawy. Gros folgt ausgeschwärmt elf Uhr zehn nach!“ Der Oberleutnant reißt den dampfenden Gaul herum und galoppiert zurück. Vorn Gewehrfeuer. Geschosse zirpen durch eisige Luft. In eine Schneemulde geschmiegt, die der Sturm hinter der Gutsmauer aufgeweht hat, liegen Landwehrleute. Ihre frostigen Gesichter sind von grauen Baschliks vermummt. Wie eine Rauchfahne geht ihnen der Atem vom Munde. Zwei Brüder sind unter ihnen, blutjung der eine. Mitunter rieselt ein Stäublein Mörtel auf sie nieder. Mitunter schlägt's einen dürren Zweig vor die Füße. Ein munterer Spitz(gehört wohl einem von den Feldküchen) kläfft emvor zu jedem Klack, das aus dem Geäst der Parkbäume schallt. Sieht sich geäfft, der dumme kleine Kerl. „Rußki schießt zu hoch. Glaubst du, daß wir's ohne viel Verluste machen werden? Immerhin, man kann...“ „... nie wissen,“ spöttelt der Aeltere,„ob es einen zuguterletzt nicht doch noch erwischt. Nein, genau kann man das nie wissen, mein Junge.“ W „Ach, mißversteh mich doch nicht,“ wehrt der andere,„nur,“ fügt er leise hinzu,„heute ist der vierundzwanzigste. Da fällt doch in die ärmste Hütte ein bißchen Licht.“ Müßtest sie nur haben, diese schon sprichwörtlich gewordene Hütte.“ „So bitter, Erwin?“ „Weihnacht— hier draußen. Muß viel an Mutter denken.“ „Ich habe sie gesehen, flüstert Friedrich,„gefühlt hab' ich sie. Sie hat mit mir gesprochen — gestern.“ „Gestern? Unsere Mutter?“ „Als ich um Patronenkästen nach hinten geschickt wurde, ja. Der Himmel war ein einziger, ein herrlicher Lichterbaum.“ „Du sagst, du sahst unsere Mutter?“ „Ich sah sie. Ich lag im toten Winkel unter einem Weidenstumpf. Die Geschoßgarbe eines Maschinengewehrs ging um Handbreite über mich weg. Flach hingestreckt lag ich, mit dem Gesicht nach oben. Wußte, geringste Bewegung bedeutete Tod. Aber die Sterne müssen sich in meinen Augen gespiegelt haben. Und wundersam war mir. Weit und leicht fühlte ich mich, als flöge ich unterm Himmel. Morgen ist Weihnacht, sagte ich weh und froh zugleich. Aus klingenden Todesschleiern der Geschosse sagte ich es heraus, mitten in Gottes Herz: morgen ist Weihnacht. Und ich liege, ein Gefangener des Menschenhasses, liege hier vor dir... Da entdeckte ich die Kassiopeia— Glucke und Küchlein haben 0 9 # OC We Das Weihnachtslied im Schützengraben Zur Erinnerung an die Kriegsweihnachten 1914—1918(Das deutsche Bild—.) wir sie genannt. Mit Goldstaub ist ihr diamantenes Gefieder bestreut, so versicherte uns Mutter, da sie dir und mir die Märchen von den Sternen erzählte. Du erinnerst dich, Erwin, der kindlichen Dämmerstunden, wenn wir müdgespielt nach Hause kamen. In was für Zauberschächte stiegen wir da an Mutters Hand hinab! Aber ich dachte auch an jenen letzten Abend und Abschied, bevor ich ins Feld ging. Da leuchtete dieses selbe Gestirn über dem Giebel des Elternhauses, und Mutter hielt mich umschlungen und wies hinauf zu den ewigen Höhen. Ich sah wohl ihr überströmendes Auge, aber ich fühlte dieses große tapfere Herz. Und ohne daß ihr Mund es aussprach, verstand ich sie auch so. Immer würde sie mir in Not und Todesgefahr nahe sein, wenn ich nur jenes Gestirn über mir und ihr Bild fest in mir wüßte. Es war fünf Minuten nach sechs, Erwin; und ich weiß, Mutter hat um die nämliche Zeit mit allen Schmerzen der Liebe, deren nur Mütter fähig sind, an uns gedacht. Und die Geschoßeinschläge, die eben noch in den E mec fuhren, hörten plötzlich auf. Mir aber gab die Mu##er zum andern Mal das Leben.“ „Träumer— lieber!“. Erwin blickte dorthin, we er Deutschland wußte... Weihnachten? Diese stummen Männer haben Lippen, die das Schweigen lernten. Sie stehen in den Dünsten des Winterwaldes. Sie haben Kerzen im Tornister. Aber diese Kerzen dürfen ihnen nicht den Goldglanz ersehnter Heimatträume schenken. Einem, der es rauh versuchen will, erstirbt das frommselige Lied im Munde. Die Feldküchen verteilen heißen Tee. Acht Laibe angefrorenen Brotes kommen auf die Gruppe. Und die Nacht hat erst begonnen— diese lange Waldwintemacht... Trüb rinnen die Stunden. Drüben in Deutschland, da stecken sie um die Zeit wohl noch einmal die Lichter an... Ein Meldegänger stolpert heran. Der hagere Major hört ihn regungslos an. Wie aus Holz geschnitzt ist das Offiziersprofil. Dann neigt sich der Kommandeur dem Manne ein wenig zu— um den tiefgekerbten Mund blüht Freude auf. Und wie ein elektrisierender Funke läuft ein Zauberwort die Reihen entlang: Ortsunterkunft! Das Regiment wird, bis auf drei Kompagnien, die den Abschnitt zu sichern haben, nach Postawy zurückmarschieren und für den Rest der Nacht Quartier in der Kirche beziehen. Schweigend wandert der Wald neben den Männern her. Müde bleiben die Bäume zurück, Nebel schluckt sie ein. Die Kompagnien stapfen und trappen durch den gestorbenen Ort, von dem, ragend und einsam nur die große zweitürmige Kirche übrig blieb... Sie drängen behutsam hinein in Bänke und Gestühl, legen Helm und Tornister ab. Kerzenflämmchen durchglühen frostrote Hände. Ein junger Soldat betastet den violetten Samt der Altardecke, wirft einen hungrigen Blick auf das aufgeschlagene Buch und irrt ratlos über fremde Buchstaben hin. Flüstert die holdvertrauten Verse des Evangeliums vom Gebot, welches ausging, daß alle Welt geschätzet würde. Und läßt die Worte des Engels an die Hirten wie ein seliges Mysterium aus seinem Munde gehen. Aber wie jetzt alter Christgesang rein und leuchtend gleich einer Schneerose aufquillt— gibt auch Erwin sich seinen Träumen hin und achtet nicht der Träne, die ihm die eingefallene Wange hinabrinnt. Denn dieses Lied hatten sie einmal in der Zeit der Zwölf Nächte gesungen. Und Leipziger Thomaner war ja auch er einst gewesen. Wann aber? Waren Ewigkeiten darüber gegangen? Von Harmonien hätte er sich einspinnen und forttragen lassen mögen— doch da legt die Hand des Leutnants sich sacht auf seine Schulter, und dessen Befehl ist eine Bitte: „Ein Weihnachtslied!“ So fällt Verheißung klingend nieder.„Vom Himmel hoch— da komm ich her——“ singt silbern die Orgel. Die angeklebten Lichtlein zittern im Atem der Sänger. Inbrünstig steigt ein Gebet in die Nacht des Schicksals empor. Da der lajor nun an die Altarstufen tritt, erkennt er die Gesichter im Dämmer des Raumes nicht, aber er fühlt den Herzschlag notgehärteter Gemeinschaft. Er weiß, daß die auf ihn gerichteten Augen kindergläubig in ihm den Vater sehen. Er spriche zu ihnen in Worten einer soldatisch knappen, rauh verborgenen Liebe und stellt in sandgefülltem Patronenkasten eine kleine nackte Krüppelkiefer auf den Altar, unsagbar schlicht und rührend anzuschauen. Aber er gibt ihnen damit, den Heimatverwunschenen, einen friedsamen Gedanken in die traumverzauberten sinkenden Köpfe. Die Kerzen sind heruntergebrannt. Nur oben auf dem Orgelchor wachen im Banne der seltsamen Nacht die beiden Brüder, über eine kleine broschierte Partitur gebeugt. Auf Erwins Knien liegt Beethovens Neunte. Seit Cambrai trägt er sie bei sich. Und mit feierlichen Gesichtern folgen sie dem Hauptsatz, der sie in eine Stimmung gespenstisch wirrer Phantastik entführt. Die Einmischung des großen Paukensolos, das ruhelos jagende Fugato, die spitzen stachelnden Register der Holzbläser und der erregende Ansturm der Instrumente im Viervierteltakt schließlich— ist das nicht bestürzendes Abbild des heutigen Gefechtstages? Unter ihnen atmen schwer die Schläfer. Die Brüder sehen sich beklommen an... tauschen einen Blick des Einverständnisses. „Bach und Beethoven.“ sagt Erwin innig und drückt das Licht aus. „Mutter,“ flüstert der Jüngere, im Entsinken die Nähe des Bruders spürend. — a D Eine Weihnachtsgeschichte von Ina Adams „Firlefanz!“ mit diesem Wort pflegte Klaus Grober alles Gefühlsmäßige abzutun. Gefühle waren ihm verhaßt.„Die sind ein Luxus, den wir uns heutzutage einfach nicht mehr leisten können!“ ärgerte er sich bei jeder festlichen Gelegenheit immer wieder aufs neue. Er gratulierte, weder noch durfte man ihm gratulieren. Vor allem aber war es das Weihnachtsfest, das dem jungen Gutsbesitzer zuwider war. Vermutlich weil es die meisten Gefühlswerte barg. Daß Klaus Grober unverheiratet war, braucht wohl nicht besonders bemerkt zu werden. Denn bekanntlich haben ja Liebe und Ehe allerlei mit Gefühlen zu tun. Bei Bekannten und Verwandten wurde er nach seinem Lieblingswort eigentlich nie anders als„Herr Firlefanz“ genannt. Woher diese seltsame Abneigung stammte? Vermutlich war sie die Folge einer freudlosen Jugend, in der der mutterlose Knabe bei einem harten Vater wenig Liebe erfahren hatte. Schon der Vater hatte alle Feste und Aehnliches als „Unsinn" bezeichnet—— der Sohn dagegen erklärte es für„Firlefanz“. * Es war einige Zeit vor Weihnachten. Der junge Gutsbesitzer hatte in der nahen Stadt Geschäfte erledigt. Nun fuhr er mit seinem Auto durch den dämmernden Nachmittag heim. Vom grauen Himmel rieselte der Schnee. Man mußte langsam fahren, da die Straße recht glatt war. Aber was lag denn da mitten im Wege, halb verschneit? Scharf bremste Klaus. Dann sprang er ab. Sein Zuruf hatte nichts geholfen. Also war es wohl nichts Lebendiges, das da lag. Jetzt konnte er es im Licht der Scheinwerfer erkennen. Großer Gott, da war ja ein Mensch! Es schien eine Frau zu sein, die hier im Schneetreiben ohnmächtig geworden war. Er bettete sie, so gut es ging, auf dem Rücksitz seines Wagens und jagte dem Gutshof zu. Kurze Zeit darnach lag die Frau auf dem Lager der alten Wirtschafterin, die entsetzt die Hände zusammenschlug:„Aber das ist ja noch ein blutjunges Ding! Wenn es uns nur nicht stirbt!“ Der herbeigerufene Arzt stellte völlige Erschöpfung fest.“ Die werden wir bald schon herausgepflegt haben!“ meinte gutmütig die alte Mamsell und sah mitleidig auf das blasse Geschöpf in den weißen Kissen. Der junge Gutsherr aber ging mißmutig in seinem Zimmer auf und ab. Na, da hatte man sich ja eine nette Last aufgehalst! Wer konnte wissen, woher die kam! Und was mochte sie auf die Landstraße getrieben haben? Unterdessen erzählte in der Stube der alten Mamsell ein zuckender junger Mund die traurige Geschichte eines Menschenkindes, das seine Eltern früh verloren hatte und von einem zum anderen in der Welt herumgestoßen worden war. Am anderen Morgen bat sie ihren Herrn, das junge Mädchen als Hilfe behalten zu dürfen. Der meinte achselzuckend:„Na, da werden Sie wohl noch nette Dinge erleben, Mamsell! Aber wer nicht hören will, muß fühlen! Ist ja doch alles Firlefanz!“, schloß er mehr ärgerlich als gerade logisch. * Klaus Grober sah wenig von der neuen Hausgenossin. Die aber erwies sich als äußerst willig und anstellig, so daß die Mamsell ihre Freude an ihr hatte. Dann erkrankte die alte Wirtschafterin. Da geschah es eines Morgens, als der Gutsherr nach seinem Frühstück schellte, daß zaghaft an seine Türe geklopft ward. MariAnn stand mit dem Frühstück auf der Schwelle. Verwundert sah Klaus von seiner Zeitung auf. „Die Mamsell ist krank— da dachte ich— ich wollte..“ stotterte Mari=Ann. „Ist schon gut!“ schnitt ihr der Gutsherr das Wort ab.„Stellen Sie mir alles auf den Tisch!“ Gewandt ordnete das junge Mädchen das Frühstück an. Eigentlich war es das erste Mal, daß der Gutsherr sie richtig betrachtete. In weichen Locken umrahmte blondes Haar das feingeschnittene Gesichtchen. Geräuschlos huschte sie wieder aus dem Zimmer. Während der Krankheit der Alten bediente Mari=Ann den jungen Herrn. Merkwürdig, wie oft der jetzt schellte. Das hatte er doch früher nie getan. Bald fehlte dies, bald Ich geh’ durch weiße Felder, Der Abend bricht herein Und hüllt die stummen Wälder In weiche Schleier ein. Vor mir in Wunderfernen Der Abendstern erglüht, Und rings aus tausend Sternen Ein Lichtermeer erblüht. bricht aus Himmelsweiten Ein Glanz mit Zaubermacht, Und Silberflocken gleiten Ins Lied der stillen Nacht. das. Im Grunde genommen aber fehlte ihm nur Mari=Ann. Am Tag vor Heiligabend erkundigte sich das junge Mädchen:„Mamsell, wann kommt denn der Tannenbaum ins Haus? Wir müssen ihn doch noch schmücken!" Die Alte wehrte ab:„Hier auf dem Gut wird kein Tannenbaum gemacht, Kind! Das will doch der„Herr Firlefanz“ nicht! Verlegen schlug sie sich auf den Mund. Wahrhaftig, da war. ihr ja der Spitzname des Herrn entschlüpft. Natürlich mußte sie den dem jungen Mädchen erklären. Aber Heiligabend ohne einen Baum, das wollte Mari=Ann nicht in den Kopf. Sie steckte sich hinter den Großknecht, der ihr eine kleine Tanne besorgte. Und im nahen Dorf gab's Christbaumschmuck. Heiligabend! Glockenklänge jubelten durch die verschneite Nacht. Die Mamsell war schon zur Ruhe gegangen. Da huschten leichte Schritte durch den dunklen Flur, der plötzlich hell ward. Das kam von dem kleinen Lichterbaum, den zwei Mädchenhände sorgsam vor sich hertrugen. Am Zimmer des Hausherrn machte sie halt. Das Herz zitterte ihr. Aber sie konnte den einsamen Mann da drinnen am Heiligabend doch nicht so freudlos sitzen lassen! Er war doch so gut gegen die Verlassene gewesen, die er gerettet hatte. Leise ward die Tür geöffnet. Es war dunkel im Raum, nur die brennende Zigarre zeigte, wo Klaus Grober saß. Regungslos stand sie auf der Schwelle. Es war wie ein Weihnachtsmärchen! Nur daß diesmal das Christkind ein junges, holdes Menschenkind war, dessen Herz Freude spenden wollte, denn es war ja das Herz einer Frau! Der Gutsherr war aufgesprungen. In zwei Schritten war er an der Tür.„Mari=Ann“, stammelte er und nahm aus den zitternden Händen den kleinen Lichterbaum, den er auf den Tisch stellte.„Soll das für mich sein?“ Wie seine Stimme klang! So hatte das junge Mädchen sie noch nie gehört! „Es ist doch Heiligabend!“ flüsterte MariAnn.„Da soll doch Friede und Freude auf Erden herrschen!" Eigentlich hätte jetzt Klaus Grober, dem alles Gefühlsmäßige verhaßt war, sein bekanntes „Firlefanz“ ausrufen müssen Aber nichts dergleichen geschah. Was aber geschah, war etwas Deutscher Winter Ein verschneites Schwarzwaldhaus 1(Weltbild—.) so Süßes und Beglückendes, daß man es nur erleben, aber nicht erzählen kann. ... Und wer„Firlefanz“ dazu sagt, in dessen Herzen ist es sicher noch niemals Weihnacht gewesen! Die Wenmnacstene Ein Märchen aus der Wirklichkeit von Franz Klinkhardt In weichen Flocken sank sanft und weich der Schnee vom Himmel herab. Die beiden kleinen Tannen rechts und links der Tür, die aus dem Garten der Oberförsterei in den Wald hinaus führte, sahen aus wie lustige kleine Winterpüppchen. „Das sind zwei Weihnachtsbäumchen, wie Sie leicht keine anderen finden werden“ meinte der Oberförster und lächelte ein wenig dazu. Nun ja, es waren hübsche, niedliche und tadellos gewachsene Bäumchen.„Wollen Sie die Tannen wirklich zum Heiligen Abend opfern?“ fragte ich. „Abhacken?“ Der Oberförster wehrte fast entsetzt ab.„Wo werde ich denn! Damit nähme ich ja meinen Kindern die schönste Weihnachtsfreude. Nein, ich lege nur eine elektrische Leitung aus dem Haus hierher, und dann kommen ein paar elektrische Kerzen darauf. So habe ich es auch vor vier Jahren gemacht, als mein Aeltester Weihnachtszauber (Weltbild.) gerade so weit war, daß er Ostern in die Schule sollte.“ Der Förster schien keine Antwort zu erwarten. Er sprach weiter.„Ja, vor vier Jahren am Heiligabend hatte ich zum ersten Male die elektrischen Kerzen auf die kleinen Tannen gesetzt. Ich wollte gerade die Kinder holen, da hörte ich wütendes Hundegekläff die Dorfstraße heraufkommen. Ich trat durch das Tor hinaus, uno da kamen in hohen Fluchten zwei Rehe heran, die sich bei der beißenden Kälte vom Hunger getrieben ins Dorf gewagt hatten und nun von den Hunden gehetzt wurden. Die beiden Rehe setzten an mir vorbei durchs Tor in den Garten, die Hunde stutzten und wurden von mir schnell verscheucht. Dann sah ich nach den beiden Eindringlichen. Die standen ausgerechnet vor den leuchtenden Bäumchen und blickten mich zitternd an. Ich holte rasch die Kinder, die den geängstigten Tieren, die schnell zutraulich wurden, Brot gaben und noch tagelang jubelten, wenn von dieser Weihnachtsbescherung für die am Heiligabend zu Besuch gekommenen Rehe die Rede war. Das andere Jahr überraschte ich vor Weihnachten meinen Aeltesten, der nun schon zur Schule ging, wie er bei den kleinen Tannen eine Krippe aufbaute.„Für die Rehe, Vati!“ meinte der kleine Mann ganz ernsthaft,„die kommen doch wieder zur Bescherung, nicht wahr?" Ich wollte dem Jungen den Spaß nicht verderben und sagte nichts. Und, was meinen Sie? Der Kleine hatte die Tür zum Wald ausgemacht, die Kerzen strahlten wieder, und wir mußten uns die Lichter aus einiger Entfernung ansehen. „Damit die Rehe sich auch trauen!“ hatte der Junge energisch verlangt. Das Wunder, das der Kleine so selbstverständlich annahm, geschah. Zwei Rehe kamen vorsichtig durch die offene Tür, schnoberten an den Brotstückchen und fraßen. Ob die ungewöhnlichen Lichter auf den Bäumchen sie angelockt hatten? Ich weiß es nicht. Und dann, im vorigen Jahr, hatten wir sogar vier Rehe als Weihnachtsbesuch. Für meine Kinder ist es nun eine glatte Selbstverständlichkeit, daß sie Weihnachten die Rehe bescheren müssen. Sie erleben ein Märchen, schöner als sie es irgendwo gedruckt lesen könnten“ „Und wenn dann einmal die Rehe ausbleiben. Wird das nicht eine sehr bittere Enttäuschung für die Kleinen sein?“ Der Förster lachte fröhlich.„Enttäuschung? Sicher! Aber die kann es nicht mehr geben. Nun weiß auch ich bestimmt, daß jedes Jahr am Heiligabend die Rehe kommen werden, und dieses Jahr wird es sogar eine ganze Menge sein.“ Jetzt mußte ich wohl ein ungläubiges Gesicht gemacht haben, denn der Forstmann lachte wieder.„Sie denken wohl, ich forderte jetzt das Märchenwunder heraus? Nein, nein, ich habe ein ganz anderes Mittel. Von der nächsten Futterstelle im Walde aus streue ich Kastanien und kleine Heubündel bis an das Gartengitter. Und meinen Sie nicht auch, daß dieses kleine Mittelchen recht ist, wenn damit den Kindern ein lebendes Märchen erhalten bleibt?“ Ich konnte dem wackeren Förster nur zunicken, als wir jetzt durch den verschneiten Garten ins Haus gingen. Er hatte recht——, mit diesem jedes Jahr wiederkehrenden Weihnachtswunder gab er seinen Kindern ein Fest, das nicht vielen so durch ihre Kindheit leuchtet. „Ach so! Na, du kannst ja Kartoffeln ranhängen.“ erwiderte der grob. „Wär nicht dumm— ohne die lebten wir beide nicht mehr.“ „Wird bald genug der Fall sein,“ sagte der Hüne und schürte das Feuer an. Nachts murmelte Sepp im Traum und seufzte ein paarmal. Der Andere lag wach da, hörte zu Der Schäter von Cagerskeim Eine Weihnachtsanekdote von Friedrich Rießner Zu Beginn des Dreißiejährieen Krieges. als Der Weihnachtsmann war fleißig!(Hase—.) B Känker und Tne Futte Es war am vierten Tage nach seiner Flucht aus der Legion, als der junge Sepp Hubermann das Wunder erblickte. Die beiden ersten Tage war er durch das Atlasvorland gelaufen, geschlichen, gekrochen, voller Angst vor dem Fangkommando, den Räuberbanden und den Kopfjägern, die die geflohenen Legionäre überfallen und zurückschleppen, um den Fangpreis einzustecken. Halb verhungert. tödlich erschöpft und mit erfrorenen Gliedern war er schon bereit, sich in das weiße Schneebett zu legen, als er eben dieses Wunder erblickte. Das Wunder hat mancherlei Gestalt, diesmal sah es wie eine verschneite Blockhütte mit rauchendem Schornstein aus. Ein militärischer Sommerunterstand, sicherlich. Aber jetzt bezogen? Einerlei. Sepp taumelte gegen die Tür. Die Tür öffnete sich gerade weit genug, um einen Flintenlauf sehen zu lassen, den Sepp unbedenklich ergriff und an dem er sich in das Innere der Hütte gezogen fühlte, wo er auf den Boden niederstürzte und liegen blieb. Ein verwildertes Gesicht beugte sich über ihn, mit graugemischtem Haar. der Kopf saß auf einem hünenhaften Körper in Legionärsuniform. Aber igs bemerkte Sepp ebensowenig wie den Griff. den die Gestalt nach dem Bajonett tat. Er lag nur da und reckte die Hände nach dem Ofen. Die Gestalt nahm die Hand vom Bajonett. „Essen!“ flüsterte Sepp. Der Hühne schob ihm ein paar heiße Kartoffeln hin. „Einmal ist keinmal“, sagte er drohend.„Auf Besuch bin ich nicht eingerichtet.“ Es kam Sepp ganz natürlich vor, daß der Mann deutsch sprach. Aber gab es ein herrlicheres Gericht als heiße Pellkartoffeln? Sepp verschlang es und schlief ein. Als er errachte, saß der Andere auf der Bank, das Gewehr zwischen den Knieen.„Also nun allons!“ sagte er,„toll dich!“ Vielleicht wäre Serp vor dem finsteren wilden Gesicht wieder hinausgesaufen in den Schnee, aber seine Füße schienen an den Boden geschmiedet zu sein, und zwar mit glühenden Eisen. Der Schmerz, den er bei der geringsten Bewegung spürte, war entsetzlich.„Meine Fuße", stammelte er, als er wieder sprechen konnte,„ich habe mir die Fühe erfroren!“ Der Hüne stieß einen Fluch aus und sprang auf. Fassungslos starrte er auf den Burschen, seine Hand faßte in den Rockkragen, als fürchte er, zu ersticken. „Du mußt weg!“ sagte der Hüne,„verzeih mir Gott, aber es ist Notwehr! Du mußt weg!“ „Wirf mich hinaus!“ sagte Sepp. Der Hüne sab ihn wild an. „Vielleicht werde ich es tun“, sagte er. Der Morgen kam, es kamen viele Morgen. Die beiden verzweifelten Gefährten sprachen kaum miteinander, sie verzehrten zweimal am Tage ihr Pellkartoffelgericht, obwohl es beiden in der Kehle würgte, wenn sie auf den rasch schwindenden Haufen der kostbaren Frucht in der Ecke blickten. „Vielleicht werden meine Füße noch einmal gut," dachte Sepp zuweilen,„aber dann werde ich verhungert sein. Ja, wenn ich die Hütte leer gefunden hätte.. „Ich muß mich aufraffen und ihn fortbringen.“ dachte der Hüne.„Gott wird es mir verzeihen, er kann selbst nicht wollen, daß alles umsonst gewesen sein soll! Ist es nicht besser, es rettet sich einer, als daß beide sterben?“ Eines Tages brachte der Grauhaarige eine Last frisches Holz zur Hütte hinauf, es war noch Reisig daran. Er warf es hin und ging wieder fort. Als er zurückkam, hatte Sepp ein Nadelbäumchen zwischen den Knieen. „S' ist gerade keine Tanne,“ sagte er,„aber man könnte es doch brauchen.“ „He!“ fragte der Andere kurz. „Meine Mutter pflegte immer Nüsse dranzuhängen.“— es muß bald Weihnachten sein.“ erläuterte Sepp, zu dem Großen aufblickend. und watf sie Greich ur de. u, e e uer ee, e. ### arbertich von der einen auf die um Weibnachten die Regimenter des spanischen Manger natn San sein... Generals Don Vernando Consalvo de Cortucbe Am nächsten Morden nahm Seod sein Hals. gegen Frankenthal anrückten, liefen an einem tuch und dekorierte damit den Baum. Tage mehr Hasenfüße aus Oggersheim hinaus. „Mein Junge legte auch immer allerhand als Jäger und Wilddiebe in einem Jahr hinBuntes drauf.“ sagte der Große plötzlich. Sepp eingetragen hatten. Denn straßauf und ab hatte sah auf.„Du hast Kinder?" fragte er überrascht, am frühen Morgen das Gerücht, daß die Spa„Zwei. Der Junge war neun, das Mädchen nier die Stadt plündern würden, die Oggerszebn—.vor acht Jahren.... beimer in solchen Schrecken gesetzt, daß sie, mit „Ja vin zweiundzwanzig, surte Sepp,„und Hab und Gut bepackt, auf Karren und Krücken ich muß nun sterben.“ nach Mannheim flohen. Alle, bis auf einen „Faren!" erwiderte der Hüne brüsk. Dann Schäfer und dessen Frau, die guter Hoffnung dravierte er das Tuch anders.„Sieht es so nicht war, und vierundzwanzig arme Gesellen, die netter aus?“ außer ihrem kärglichen Leben nichts zu verte.„Meine Mutter,“ sagte er,„wird lieren hatten und die auf den Wällen der Stadt, wohl schon ihren Baum haben.“ als die feindliche Vorhut erschien, mehr aus „Meine Frau raufte ihn immer am Heilig. Galgenhumor denn aus Kriegslust die verlasabend, weil er dann billiger war.“ erklärte der senen Geschütze abfeuerten, daß die Erde Andere,„sie hatte wenig— ich war viel im bebte. Wirtshaus, ja!“. Die angalovvierenden Reiter warteten erst „War nicht schön von vir, mißbinligte Sepp. auf die ihnen folgenden Sturmregimenter und # auch büßen müssen. Ich unter= griffen dann an. Als die Burschen, die inzwischrieo im Sufj, weißt du.“. schen ihre Geschütze wieder geladen hatten, den Sepp verstand.„Und ich war auf der Wander. Feind plötzlich in so unerwarteter Stärke anDer Große nahm Silsernanie van Furmn geiten saben, schwand ihnen der Mut, und sie R Sttverbavier von leeren sorangen, vurzelten, kugelten über die StadtZigareltenswhachtein, die in einer Ecke lagen, mauer, um, wie die Bürger tags zuvor, auch und formte einen Stern, den er auf die Baum= den Hasenweg nach Mannbeim einzuschlagen. nächtes Jahe werde i8. Mas iedoch die Spanier so mibverkanden, dat einen Baum mutzen für zie guelleicht wirlich de die Flucht für eine ausgebecte Falle dielten. einen Baum baben, für die Kinder, sagte er. Sie rückten deshalb nicht mehr mit verhängten Es klang so sanft, daß der Junge fast erschrak. Zügeln, sondern langsam und gegen vermutete Er sagte:„Ja, du kannst nochmal fort. aber ich. Hinterhalte gesichert, vor. mit meinen Füßen— ich hab eine Bitte, Ka. Während sich so die Reiter zu einem neuen merad; schieß mich tot!“ Angriff formierten, stand als einziger Oggers„Faxen!“ sagte der Andere wieder. Dann heimer der Schäfer auf dem Stadtwall und belte er ein Paket aus seinem Strohsack hervor, feuerte in Verzweiflung und Wut darüber, daß „Nauuffleisch. Ich fand es hier, hob es als Pro= ihn seine Gefährten im Stich gelassen hatten, piant für die Reise auf.“ Er sah Sepp aufmun Geschütz um Geschütz gegen den feindlichen „Was meinst du, wenn man nicht Troß, wobei auch noch der Zufall wollte, daß wartet, bis die letzte Kartoffel verzehrt ist und die meisten Kugeln trafen. So kam es, daß die man schwach, wird vom Hunger'„Wenn man Spanier, die eine bartnäckige Verteidigung # Vorstoß macht, auf Biegen oder keineswegs erwartet hatten und nun fürchteten, Biel Glückt“: t. Stnn umet bei längerer Belagerung den wichtigen Ansclut grichst du Lusen sasie Sevo gevreßt.„Wann an die Flankenregimenter vor Frankenthal zu Wie brechen auf Deute 8:. verstumen, unverüäglich eine Wbordnung vor billos bier zuriclassnzu ve dich jich, Tebergaße un möslicht schnell eine güttun?“ Der Schäser, der vor den seindlichen 1 „Großer Gott! Ganz einfach! Dich binunter= händlern so tat, als einer beil unten ankommis: Hgen, dargauf wartete, Cortuba eine Riederlage Der Hüne lachte, es klang nicht mehr wild.. uuit e kein zweites Mal Jungen runterbrächte, wenn es um sein Leben der Stadt außer dem Schäfer und seinem kranken Seop sah den Hünen an, dann leste er den So niemand erblichten. Kovf auf die Arme und begann zu schluchzsen, gegebenes Wort Der Große klovfte ihm den Rücken, er fühlte sich Plünderung bei g. daeu— ucchmals jede sehr glücklich. icen, er fühlte sie Pissz gee Lodesstrafe verbot, aber dachte, „ der schlaue Schäfer werde sich vor ihm nicht Drei Jahre später, an seinem Hochzeitstag, dlicen lassen, geschab doch abends, als sich die leste Sepp seintr jungen Frau ein bröckliges diensreu i ai ce zu einem Fektaottesund zerkrümeltes Etwas in die Hände. der Fugersammelten, daß bei der Verküinduns „Hüt es aut“ sagte er,„es ist ein Stück von.“ eu#sbotschaft von der Geburt Chrikt vlöbeinem kleinen Nadelbaum, der deinen Vater veranlaßte, mich den Atlas hinabzutragen— guter Gott, das war eine Bergtour!“ Die Geschenke müssen mit ins Bett lich der Schäfer in die Kirche stürzte und mitten in die andächtige Stille hineinrief: „Wo ist der Herr General? Laßt mich zu euerm General, ich muß mit ihm reden!“ „Einen Feldscher!" „Was? Einen Feldscher?" fragte der General erstaunt, als ob er eben nicht richtig gehört habe. „Ja, einen Arzt!“ sagte der Schäfer. Da nämlich seine Frau, die seit ein paar Stunden in den Wehen liege, allein nicht entbinden könne und er, obzwar er manchem Lämmchen als Hebamme schon geholfen habe, diesmal mit seiner Kunst am Ende sei... „Einen Feldscher!“ zornlachte Cortuba, dabei überlegend, ob er den Schäfer am nächsten Baum aufknüpfen lassen solle:„Um der Frau willen, einen Feldscher!" Er winkte schon ein paar Soldaten, daß sie den Burschen abführten. der noch beim Anlegen der Handfesseln rief. ja, schrie:„Um des Kindes willen!“ Und schließlich. da er am Kragen gepackt und zur Tür gestoßen wurde, mit all seiner Stimmkraft in den Kirchenraum brüllte:„Einen Feldscher, beim Namen des Kindes... das dort am Altar zum Gedächtnis aller Christen... in der Krivve liegt!“ Worauf der General nach kurzem Blick auf seine Offiziere befahl, daß der Schäfer freigelassen werde und der Regimentsarzt die Frau aufsuche. Als am nächsten Morgen unter Trommelgedröhn und Trompetengeschmetter die Regimenter vor dem Oggersheimer Tor zum Abmarsch rüsteten und Cortuba und der Geistliche eben als letzte die Stadt verließen, kam ihnen der Schäfer freudig mit einem Bündel am Arm entgegengelaufen: Ob denn die Herren nicht zum Abschied das Kind, das in der Christnacht geboren wurde, sehen wollten? „Potztausend, das Kind!" rief der General. dem plötzlich der Humor ins Herz schoß, daß ihm die Augen überliefen. Ja, dieses Kind wolle er freilich gern sehen, bevor er nach Frankenthal reite, und— seine Rechte in die des Schäfers einschlagend:„Auch über die Taufe heben, denn solche Ehre wird selbst einem General nicht alle Tage zuteil, daß er der Pate eines Kindes sein darf, das einen so furchtlosen (Scherl— Du., Belden zum Vater hat.“ *„ Monaten Holzfäller seit vielen rättige gbn auf dem Berg, sechs rauhe und länner hausen in einer Blockhütte, Beren Biergmäh einden Kahlhlebe in ein wers swaldern, und wenn sie damit fertig sein werben, ziehen sie weiter und schlagen für ade, pgie.. vi Holz, wo es eben gehaben se uch zus.eude Rot der Zeit haben sie sich husammengetan; aus der Stadt, wo es längst keine Arbeit mehr für sie gab, sind eie Benenagegangen, und da sie mit wenig zudas sie essen, iemmen sie durch, und das Brot, Wasser, das sie i eigen erarbeitetes, und das bus nir ktinken, muß das ersetzen, was lags in der harten Arbeit sie an Schweiß verloren. Das macht sie stolz und frei, sie lassen sich nichts sagen, und wo sie fällen, ist es ihr Wald, Maghen sie atmn ist es ihre Lust. Alle zwei ab in: Feist abwechselnd einer von ihnen hinVerpflegung gu deit von den Gemeinden die rial Beiltablezz“ guch neues Schlägermate. „, Bellstühl, Jeppeline und Sägebänder. Und das andere ist Speck und Butter und Brot, Buchsensachen, Tabak und ein Kanister Schnaps. Ja, das sind die sechs Holzschläger oben auf dem Berg, so leben sie, und der Sommer ist vorübergegangen, und sie schlugen Holz, der Herbst kam, und sie schlugen Holz, und nun ist winier, und es liegt hoher Schnee, und es hat und sie schlagen noch immer Holz in den Wäldern. Erst im nächsten Sommer, werkein Prenschs aran. dann ist, das weiß Rensch. Wenn es hell wird, gehen sie an ihte arbeit, wenn es dunkelt, hocken sie sich hertin in Sesaitt= und legen sich päter nieder zum jetzt ist Weihnachten herangekommen. vor ein paar Tagen war wieder einer von ihnen unten im Tal und hat ihnen ihre Verpflegung heraufgeschafft in mühseliger Arbeit durch den Schnee. Aber es hat sich gelohnt und daran merken sie es auch, daß jetzt Weihnachten kommt: ein doppeltes Gemäß Schnaps und die doppelte Ration Tabak gab es dabei, und das war ihnen von den Gemeinden als besondere Weihnachtszulage zugedacht. So, so, das war jetzt also Weihnachten. Doch am Tage des Weihnachtsabends selbst hatten sie noch gefällt wie immer, keiner hat irgend etwas anderes gedacht als Bäume anschlagen und niederbrechen machen. Aber als um vier Uhr nachmittags heftiges Schneewehen einsetzte, und damit das Zwielicht grau und neblig in den Wald kroch, und die Fäller nichts mehr tun konnten, da machten sie Feierabend, legten ihre Aexte und Sägen hin und verstauten sie wohl hinter der Hurte. „So“, sagte der eine von ihnen, der eine Art Komando führte,„so“, sagte er,„jetzt ist Weihnachten“, und die anderen nickten, sagten auch nachher ja, und alle gingen in die Hütte. Da hockten sie sich, stumpf und müde, wie sie waren, hin. Weihnachten, das wußten sie immerhin, o ja, das behält das Herz jedes Menschen, mag er sein, wo und was er will, mag er sonst auch alles vergessen haben, mag er innen versteint sein— aber Weihnachten, das ist etwas Besonderes, ja ja, so wußten es de Fäller noch. Und so hockten sie in der Hütte und sahen vor sich hin. Draußen war es halb dunkel geworden, fahl und blaß, die wenige Helligkeit in der Luft, vom Widerschein des Schnees herrührend, stand im Hüttenfenster und gab innen einen schwachen Schein, wo die Männer, die noch kein Licht angezündet hatten, schweigend im Kreise saßen. Ab und zu glimmte hier und ort aus einer Pfeise beim Ziehen ein mattes Leuchten auf und lief Erzählung von Eberhard Meckel sekundenschnell zuckend über ein wetterhartes und es wie gespenstisch mit allen Falten und Rillen und Gruben, die das harte #egrahen hatte, erstehen lassend. Keiner pruch ein Wort, nur der Ofen spuckte glegentlich knallend aus der halboffenen Tür ein versengtes Holzstück wie ein Fauchen in die Stille. der Fäller hinausging, um neues Feuerholz zu holen und einen Augenblick die Tür ins Freie hinaus offenstand. Schneeflocken wirbelten herein, Wind fuhr jäh in den Raum, und da hörten sie es, die Fäller: kaum vernehmbar ein Läuten... Nun, an witdigen Tagen trug oftmals die Talwehe von tief unten das Läuten der Glocken von den kleinen Dorkirchen bis hinauf zu ihnen, vornehmlich an Sonntagen=hörten siv es manchmal, wenn der Lärm der niederbrechenden Bäume und ihre Schläge ihnen nichts das Läuten verschlugen. Aber sie hatten sich niemals etwas dabei gedacht; aber heute, heute, nun ja, sie es alle ganz genau.„Glockenläuten,“ sagte der eine, der mit dem Feuerholz dann gleich wieder zurückkam, in das Schweigen hinein, und die anderen sagten es auch. Und wieder stand dann einer auf und ging ins Freie. Nach einer Weile kam er wieder und brumte: „Ganz deutlich hört man es, draußen an der Bergwacht.“ Und da standen alle auf, wie sie dazu kamen, wußten sie eigentlich nicht, aber sie standen auf und stapften das kurze Stück durch den tiefen Schnee zur Bergwacht. Das war ein Felsvorsprung, der herausstand, und von dort aus fiel es jählings weit über tausend Meter fast senkrecht hinab ins Tal. Dahin also gingen die sechs Männer, ja, um das Läuten zu hören. Ueber die Schneelhne beugten sich alle sechs und hielten die Ohren in die Windrichtung.„Man hört es deutlich“, sagten sie, und dann gingen sie wieder zurück. Nicht, daß sie ein anderes Gefühl dabei überkam, nein, so groß war schon ihre Nauheit, daß sie nichts dergleichen aufkommen ließ, aber so wenig, so, wie sie es nicht oft Wintersport (Weltbild—.) Sstiärsi ihnen doch zumute, so etwas Undo sat aaes lief in sie hinab, in die Brust, und Mar das da Gezaus nicht mehr ganz heraus. War das das Besondere? Ach, es machte, daß die Fäller zunächst in der Hütte einmal ordentlich aßen und tüchtig tranken, und dann machte es, daß einer nachher, als die mit dem Essen um ihn mitten. a. 410gen wollte, zu stellen. Denn die dütte als Weihnachtsbaum den sie alle uizein Baum muhte her, das fanplotzlich. Ein Baum, das gehörte Haön, in Baum, das mußte sein. Doch als sie ihn abfügen wollten, draußen hinter der Hütte, Ein Druck— die Fahrkärte ist ferlig die Reichsbahn Das ist auch eine von den Selbstverständlichdie wir täglich als gegeben hinnehmen: Wir steuen uns an einen Fahrkartenschalter der Reichsbahn, nennen unser Reiseziel und warten Augenblick. Der Beamte hinter dem Schalterfenster nennt uns den Fahrpreis, wir zahlen und halten dann die Fahrkarte in Hän257, dis uns das Recht auf eine Fahrt in die Weile gibt. Es ist nur ein rechteckiges Stückchen Pappe mit mancherlei Aufdruck, den wir kaum beachten, aber es steckt mehr dahinter, als man ahnt. Wer etwa glaubt, daß der Beamte die verlangte Fahrkarte nun mit sicherem Griff aus verwirrenden Anzahl von Fächern heraussucht, der befindet sich auf dem Holzwege. Gewiß, so war es einmal, und es war nicht leicht für den Beamten, aber heute? „In einer mittleren oder großen Fahrkartenausgabe werden nur zu etwa einem Zehntel Fahrkarten verkauft, die fertig gedruckt vorliegen: die meisten werden selbst gedruckt oder ausgeschrieben.“ Das ist die Aufklärung, die der wei einer großen Fahrkartenausgabe gibt. Weiter heißt es:„Die Fahrkartenausgabe ist eine kleine Druckerei für sich, die dem Beamten Wer möchte das nicht auch können? (Weltbild—.) wesentlich erleichtert und ihm vor beten eriparens die umsangreichen AbschlußarWir schlendern durch die Bahnhofshalle zur Fahrkartenausgabe. Reisende stürmen im Eilin der Schaltern. und dieser Anblick wer sechrag,“ekannte Bestimmung der EisenbahnPerlehrsordnung in Erinnerung, daß fünf Minuten vor Abfahrt der Anspruch auf eine latle ertischt. Doch die Auskunft, die wir darüber erhalten, klingt beruhigend:„Gewiß besteht vie Vorschrift, und sie sollte von jedem beachtet ist eigentlich nur da, um unbilligen Ansprüchen zu begegnen. Kommt nicht ganz Außergewöhnliches vor, ist das Reiseziel nicht ganz ausgefallen, so wird jeder auch noch zwei oder drei Minuten vor der Abfahrt seine Fuhltarte erhalten und seinen Zug erreichen.“ An den Schaltern herrscht Hochbetrieb. Flüsternd und polternd werden Wünsche vorgebracht.„Jedesmal dreht sich der Beamte zur Gelle, steilt den Zeiger des Fahrkartendruckers ein, ein Hebeldruck, und die Fahrkarte wird fertig ausgeworfen. Durch eine einzige Bewegung ist sie gedruckt worden, mit allen Angaben, die wir auf ihr finden, dem Tag der Ausgabe, dem Fahrpreis, der Nummer usw. Der Beamte hat lediglich darauf zu achten, daß er die leere Karte gichtigen Farbe wahlt, die die gewünschte zenklasse kennzeichnet. Der Fayrrartendrucker, das ist die Seele des Ganzen. Rund 2000 verschiedene Fahrkarten können mit ihm hergestellt werden, mit den modernsten Maschinen sogar bis zu 5000. Der Drucker enthält in alphabetischer Reihenfolge das Kartenverzeichnis. Ihm entspricht die gleiche anzahl Druckplatten, die unterhalb liegen und je nach Bedarf ausgewechselt werden können. Es werden übrigens nur solche gedruckt, die das übliche rechteckige Format haben, alle anderen Größen werden in besonderen Schränken geführt, ebenso die Auslandkarten. Aber nun der Druckvorgang selbst: Durch den Hebeldruck wird die untenliegende Druckplatte in das eigentliche Druckwerk gehoben, am Färber vorbeigeführt und gegen die Fahrkarte gedrückt, ebenso gegen den Verkaufsstreifen und den Aufrechnungsstreifen, die fortlaufend Nummer und Betrag der ausgegebenen Karte anzeigen. Karte Karte erscheint darauf für den Beamten in der Maschine, der Betrag wird angezeigt und die Druckplattennummer, aus der später festzustellen ist, wohin die Karte gelöst wurde. Und wenn der Beamte seinen Verkauf schließt, dann steckt er einen Streifen in den Aufrechner, der den letzten Bestand festlegt und in Beträgen von Hundertmark, Zuhemark, Mark, Zehnpfennigen und Pfennigen untereinander geordnet die Beiträge zeigt. So sieht es heute in einer Fahrkartenausgabe aus. Und der Verkehr mit dem Publikum? Er geht fast reibungslos vor sich. Natürlich werden immer wieder Auskünfte gewünscht, die man schon lange vorher hätte einholen können, und natürlich fehlt auch nicht der Mann, der steif und fest behauptet, er habe bei seiner letzten Fahrt zum gleichen Ziel einen geringeren Fahrpreis bezahlt. Ihm wird eben bedeutet, daß die Reichsbahn nur feste Preise kennt. und hat es jemand gar zu eilig, so muß die Ruhe des Beamten seine Aufgeregtheit ausgleichen. Es gibt ja nun einmal Menschen, die den Zug schon abfahren sehen, wenn sie den Koffer packen, die schon auf dem Wege zum Bahnhof Angst haben, ihre Fahrkarte nicht rechtzeitig zu bekommen Sie sollten wissen, daß mit den heutigen Einrichtungen der Fahrkartenausgaben jeder Verkehr zu bewältigen ist. Allerdings gehören dazu Rücksichtnahme auf andere, Geduld und guter Wille. Adolf Neß. fiel ihnen ein, daß sie ja kein Flitter und nichts und keine Kerzen hätten, damit der Baum auch aussähe wie ein richtiger Weihnachtsbaum. Da kam einer auf die Idee, man sollte ihn doch stehen lassen, so in der vollen Schneelast auf den Zweigen, so wäre es doch am schönsten. Und wieder einer sagte, man könne ja ein paar Späne anbrennen und sie dann brennend ins Geäst stecken, das sei wohl auch nicht schlecht. Also machten sie es, holten einige Späne und brannten sie an und steckten sie an den Baum. Es war zufällig Windschatten dort hinter der Hütte, wo der Baum stand, so blies der Sturm nicht gleich die Spanfeuer aus, ein paar Minuten hielt es schon, ein paar Minuten stand da ein lebender Weihnachtsbaum oben auf dem Berg. Es schneite, es schneite, lautlos und immer tiefer sank alles unter die weiße Schneelast, im Feuerschein der Späne standen sechs Männer und sahen den Baum an mit glänzenden Augen und sagten nichts. Die abbrennenden Späne prasselten etwas, auch taute etwas von ihrer Wärme hinein, über den Männern sauste der Bergsturm heulend dahin zwischen den Wipfeln der alten mächtigen Tannen, und trotzdem war es still bis zum Erschrecken. Nichts, kein Zucken, kein Blick verriet in den Gesichtern der sechs, ob irgendeine Bewegung in ihnen war. Reglos standen sie da, doch einer ging vordem, ehe die Späne ganz niedergebrannt waren, hinein in die Hütte. Und als die andern nach dem Erlöschen auch dorthin zurückkehrten, saß der eine hinter seinem Schnaps und trank und trank. Hoho, und nun ging eine wüste Zecherei los mit Fluchen und Witzen, bis ihnen die Köpfe glühten und halb wirr waren. Sie gröhlten und sangen rauhe Lieder, die Ziehharmonika wurde wieder hervorgeholt, und einer von ihnen, der eigentlich einmal Studierter war. es aber zu nichts gebracht hatte, dafür aber weit herumgekomen war. der wußte ganz toll zu spielen. Sie sagen das Lied von dem harten Mann. der den Hirsch im wilden Forst schoß und in Nacht und Eis den Stein zum Bett gemacht gemacht hat und dennoch die Liebe einst gespürt hatte. Sie sangen es wieder und wieder, sie liebten es so sehr, und es wurde ihnen seltsam zumute. Hallo, was hat denn der, schau dort, haha, haha! Und fünf Männer rüttelten am sechsten, der plötzlich ganz still dasaß, und ihm lief eine Träne die Stoppeln hinab. Ja ja, der Schnaps und so ein Lied, das macht halt den stärksten Mann weich, da erliegt der kräftigste Mensch. Doch der Stille schimpfte auf einmal laut auf, aber ganz echt klang es noch nicht, wischte sich das Gesicht am Aermel ab und sagte, der Qualm vom Rauch sei zu stark. Und alle sechs Fäller wurden am Schluß sehr wortkarg und rauchten wie wütend vor sich hin. Aber nach einer Pause nahm der der vorhin Ziehharmonika gespielt hatte, das Instrument wieder auf, und, nachsinnend, was er denn jetzt wohl spielen könnte, kamen ihm zufällig mit ein paar Griffen an der Tastatur ein paar Töne heraus, so ganz nachlässig im langsamen Auseinanderziehen und Einziehen der Harmonika. Tam=tatatat, tametatata, ja, wahrhaftig, ach so, Herrgott, das war ja der Anfang zu dem Lied von dier stillen und heiligen Nacht! Das kannten sie alle, nur war es ihnen vorhin nicht eingefallen, seltsam, daß es ihnen vorhin nicht eingefallen war! Niemand von den sechs Männern kannte zwar den Text genau, aber was schadet das, sie bekamen ungefähr das Lied zusammen, und sie sangen dann mit ihren von Alkohol und Rauch heiseren Stimmen das Weihnachtslied... Sangen es oft, sangen es immer wieder, wie vorhin das Lied von dem Jäger. Nur mit dem Unterschied, daß ihnen jetzt dabei immer froher und leichter ums Herz wurde. Sie konnten es sich nicht erklären, was brauchte sich ein Holzfäller darüber klar zu sein, wie ihm zumute ist und warum er sich auf einmal so ungekannt friedlich und versöhnlich gestimmt fühlt. Das war schön, das war ihr Weihnachten, empfanden sie, hoch oben ihr auf dem Berg in der Hütte feierten sie Weihnachten. Und als sie sich später auf ihre harten Lager zum Schlafen legten, sahen ste, im Einschlafen noch das Weihnachtslied vor sich hinsummend, durch eine Luke im Dach den Sternenhimmel. Also wußten sie noch, und sie nahmen es mit herüber in ihren Schlaf, war draußen der Nebel gewichen und der Sturm, und es war still und klar um sie.. *** KUNST UND LEBEN Die Schöpterstündeh der Mirsik Kleine Geheimnisse aus dem Pieracht Schatfen großer Meister Es wird vielfach behauptet, daß der schöpferische Musiker nur aus seinem Innenleben gestalte, er benötige also keinerlei Anregung durch seine äußere Umgebung, wie der Dichter und der bildende Künstler. Dem ist aber nicht so. Gerade unsere großen Meister der Töne ließen sich fast immer durch äußere Einflüsse zu ihren Werken inspirieren. Wenn es oft auch nur ganz unscheinbare Dinge waren, mit denen sie sich umgaben, irgend eine Aeußerlichkeit mußte es doch sein, die den ersten Anstoß zu einer Schöpfung gab. Von Beethoven wird z. B. berichtet, daß er die besten Einfälle am frühen Morgen im Bade hatte, aber das Motiv zum Scherzo der„Neunten“ weckte in ihm das Aufblitzen der Lichter, nachdem er vorher lange im Finstern gesessen hatte. Donizetti behauptete, daß die Anregung seiner Phantasie nur durch schweren Kaffee kommen könne, er verbrauchte auch während seiner schöpferischen Tätigkeit ungeheure Mengen dieses Getränkes. Gluck hingegen benötigte wieder schäumenden Wein und— Sonne, um schöpferisch schaffen zu können. Er saß während des Komponierens fast immer auf einer grünen Wiese am Klavier, den Sonnenstrahlen preisgegeben und schlürfte dazu Champagner. Goldmark ließ sich ebenfalls häufig durch Vorgänge in der Natur anregen. So sagte er selbst, daß er den melodisch so eigentümlich und berückenden Lockruf der Astaroth im 2. Akt der„Königin von Saba“ dem Gesang einer Lerche abgelauscht habe. Haydn verschaffte sich die erforderliche Anregung auf andere Weise. Nachdem er sich vorher überzeugt hatte, daß im Zimmer peinliche Ordnung herrsche, steckte er sich einen bestimmten Ring an den Finger, den er einst von Kaiser Franz II. erhalten hatte. Ohne diesen Ring, behauptete er, könne er keine Musik schaffen. Meyerbeer wieder schöpfte aus dem Toben der Naturelemente. Wenn es stürmte, donnerte oder Regen niederprasselte, schwang seine Phantasie in Tönen mit. Es konnte vorkommen, daß er bei Gesellschaft im eigenen Hause mit dem ersten Donnerrollen seine Gäste verließ und sich in sein Glasgemach zurückzog, um zu komponieren. Mozart schuf im größten Lärm seine schönsten Werke, z. B. das entzückende Es=dur=Trio für Klavier, Klarinette und Bratsche, welches er während einer lustigen Kegelpartie auf der Kegelbahn komponierte und das deshalb auch „Kegelstatt=Trio“, heißt. Aber auch sonst mußte seine Gattin ihn oft während der Arbeit durch Vorlesungen unterhalten. Paer schuf seine größten Werke, während er mit Freunden plauderte, mit seiner Gattin haderte, die Kinder strafte oder mit den Dienstboten zankte. Cimarosa brauchte ebenfalls Lärm oder heitere Gesellschaft, um sich anzuregen, und Sachini konnte nur dann Melodien erfinden, wenn er bei seiner Geliebten war und deren Katzen um sich wußte. Salieri kamen die besten Gedanken im größten Straßenlärm und er hatte stets Schreibzeug bei sich, um die glücklichen Einfälle sogleich festhalten zu können. Sarti aber benötigte zur Stimmung ein großes, düsteres Zimmer, welches nur schwach beleuchtet war und in dem die Stille der Nacht herrschte. Paésiello komponierte wieder nur im Bett, außerhalb desselben fiel ihm nichts ein. Bekannt ist auch, daß Schubert im Wirtshaus mitten unter der lustigsten Gesellschaft viele seiner Tänze und Lieder entwarf, die er dann allerdings erst daheim in der Stille seines Stübchens fertig ausarbeitete. Und der Walzerkönig Strauß wurde von seinen Einfällen in allen Lebenslagen geradezu überrumpelt. Er kritzelte sie dann auf jedes erreichbare Papier hin, den Walzer „Nur für Natur“ z. B. auf eine— Hundertguldennote. Mangelte es aber im Augenblick an Papier, mußten die Manschetten etc. herhalten. Eine Romanze skizzierte er nachts um die neben ihm schlafende Gattin nicht durch das Anbrennen der Kerze zu wecken, mit dem Bleistift auf das Bettleintuch. Der Freischütz Kleine Geschichten um eine Oper Es war mehrere Monate vor der Uraufführung des„Freischütz“ in der Königlichen Oper in Berlin. Die Vorbereitungen waren unter der Leitung des Intendanten Brühl in vollem Gange. Brühl war es auch, auf dessen Vorschlag die romantische Oper, die zuerst „Der Probeschuß" und dann„Die Jägersbraut“ hieß, den Namen„Der Freischütz“ erKrippendarstellung der Geburt Christi hielt. Weber konnte sich nur schwer zur Aenderung des Titels entschließen, als er aber schließlich doch seine Einwilligung gab, sagte er:„Merkwürdig, wie aus Mädchen Knaben werden können. Doch warum nicht, macht doch Schiller aus Weibern sogar Hyänen!“ Die Uraufführung des„Freischütz“ am 18. Heilige Nacht.(Nach dem Gemälde von Peter Paul Rubens, 1577—1640) Wußten Sie das Vom 13. bis zum 16. Jahrhundert war von Preßburg bis zu den Ostkarpathen die Slowakei von einem Gürtel deutscher Bergwerkssiedlungen durchzogen. Silber, Gold und Kupfer wurde dort von deutschen Bergleuten geschürft, die überall eigene Städte gründeten. Heute sind nur noch Sprachinseln davon übrig geblieben. * Preßburg und Budapest sind einstmals deutsche Städte gewesen. In Preßburg wurde im 15. Jahrhundert eine Universität mit deutschen Lehrern gestiftet. * Der schönste deutsche Dom des Ostens steht in Kaschau, an der Grenze zwischen der Slowakei und Karpathoru#ßland. * Die östlichste deutsche Hochschulstadt war fast ein Jahrhundert lang Schemnitz in der Slowakei. Hier hatte Maria Theresia 1770 eine Bergakademie gegründet, zu der später noch eine Forstakademie kam. Noch im 19. Jahrhundert herrschte hier deutsches Studentenleben. * Nicht weit davon liegt die Bergwerksstadt Kremnitz, die bis in unsere Tage berühmt war durch ihre Goldmünze; auch sie ist eine alte deutsche Stadt. Noch in der Nachkriegszeit wurden hier die Münzen für die Nachfolgestaaten Oesterreich=Ungarns geprägt. * Das deutsche Brauchtum auf der Kremnitzer Sprachinsel hat sich am besten erhalten in dem abgelegenen Dorf Münnichwies. Dort kennt man noch den Possenreißer und den Vorsänger bei der Hochzeit und bei der Beerdigung die Totenklage. * In und um Preßburg gibt es noch 60 000 Deutsche. In den Vorstädten wohnen deutsche Weinbauern, die im Herbst, wie in Württemberg oder in Grinzing, den Besen vor die Tür stecken und in ihren Häusern den„Heurigen“ ausschenken. * Im 13. Jahrhundert schlossen sich die 24 Zipser deutschen Städte in der Slowakei zusammen und unterstanden außer dem König nur ihrem Landgrafen, den sie selbst wählten. * Im Ostzipfel der Tschechoslowakei, dem sogenannten„Karpathorußland“, sind seit dem Mittelalter eine Reihe deutscher Siedlungen entstanden um den Mittelpunkt Munkatsch; an die 10000 unserer Volksgenossen wohnen dort in armen Verhältnissen. Sie haben heute wieder 24 Schulen und 44 Klassen mit über 2000 Schülern. * Im Sothmarer Gau, an der rumänischen Westgrenze, wohnen gegen 70000 Schwaben in 40 Dörfern. Sie waren vor dem Krieg dabei, lautlos vom Madjarentum aufgesogen zu werden, bei uns waren sie ganz verschollen. Durch den Krieg und die nachfolgende Zugehörigkeit zu Rumänien erwachten sie zu neuem völkischen Bewußtsein, 50000 sprechen noch deutsch und haben jetzt wieder deutsche Schulen. Aber in den Kirchen wird von der katholischen Geistlichkeit fast immer noch nur ungarisch gepredigt. * Das Burgenland in Siebenbürgen wurde vom Deutschen Orden kolonisiert, ehe er nach Ostpreußen gerufen wurde. Nur 14 Jahre hatte er Zeit und hinterließ doch eine Reihe von deutschen Siedlungen, Städten und Burgen. Dort steht heute noch als Ruine die erste Marienburg. * Auch in der Moldau, die zu Rumänien gehört, früher aber einmal ein selbständiges Fürstentum war, sind in mittelalterlicher Zeit die Städte von Deutschen begründet worden. Baja, Sereth, Suczawa und die anderen Stadie hatten damals deutsche Bürger. Später ging dieser Einschlag in dem großen Völkergemisch unter. (Weltbild— Juni 1821 war ein beispielloser Erfolg. Ueberall war man voll des Lobes und des Rühmens. Aber über dem Triumph des Komponisten Karl Maria von Weber hatte man völlig den Textdichter Friedrich Kind vergessen, und das wurde erst anders, als die folgenden Verse die Runde machten: „Wie töricht doch die Menschen sind! Vor Liebe möchten sie den einen fressen! Den andern sie darüber ganz vergessen. Und doch— was wär' Maria ohne Kind?“ Weber wurde nämlich von seinen besten Freunden nur mit seinem zweiten Vornamen Maria gerufen. * Trotz der begeisterten Aufnahme, die die Oper bei ihrer Uraufführung fand, fehlte es auch nicht an abfälligen Urteilen. Nur ein Beispiel: E. T. A. Hoffmann verurteilte die „poetisch fratzenhafte" Richtung des Textes und bezichtigte den Komponisten sogar des Abschreibens von Spontini. Aber der Herr Kammergerichtsrat wußte auch zu loben. Die Arie der Agathe fand sein uneingeschränktes Lob, und er schrieb wörtlich:„Seit Mozart ist nichts Bedeutenderes für die deutsche Oper geschrieben worden als Beethovens„Fidelio“ und dieser„Freischütz". Das weiße Pferd Von Johannes Vogel Lord Sandringham, ein schottischer Edelmann, ritt einst durch die Straßen von Genua, wo er sich seit längerer Zeit zum Zeitvertreib aufhielt, als er an einem Marktschreier vorüber kam, der sich Doktor der Magie und Astrologie, sowie Chiromant und Hellseher betitelte und irgendwelche geheime Tinkturen und schnell geschriebene Horoskope verkaufte. Lachend hielt der Ritter seinen Gaul an und schaute dem Magier zu, der, unversehens aufblickend, dem Lord zurief:„Hütet Euch vor einem weißen Pferd.“ Das Gefolge des Ritters stimmte ein Gelächter an, doch der Ritter war blaß geworden und ritt nachdenklich weiter, schließlich rief er einen seiner Begleiter zu sich und erzählte ihm: vor vieler Jahren chabe er in Schottland, aus dem Burg tor trabend, einen Gaukler gesehen und sein Treiben eine Weile betrachtet, als dieser ihr plötzlich starren Blickes anschaute und dani laut schrie: Junker, hütet Euch vor einen weißen Pferd.“ Seitdem seien mehr als zwanzig Jahre ver gangen, um so stärker habe ihn die Wieder holung jener Prophezeiung getroffen, übe die er damals als junger Mensch nicht weni ger gelacht als eben das Gefolge. Ber Begleiter erhob sich, dem Chiromanter nachzuforschen, der möglicherweise eben jene Gaukler aus Schottland sei, denn allzuwei zögen solche Burschen umher und allzugewitz sei ihr Tun. Jedoch mußte nach einigen Ta gen dem Lord berichtet werden, daß die For schungen nur ergeben hätten, der Genuese: Astrologe sei seit mehr als dreißig Jahrer hierorts bekannt und habe die Stadt niemal: verlassen. Einige Jahre später, 1715, wurde Lord Sandringham, inzwischen wieder auf britischem Boden und dort in eine Verschwörung verwickelt, die den Stuarts wieder auf den englischen Thron verhelfen wollte, verhaftet und ins Gefängnis geführt. Als er vor dem Tor noch einmal seinen Blick erhob, sah er über der Tür das neue hannoverische Wappen prangen mit dem weißen Welfenroß. Lächelnd schritt der Lord über die Schwelle, teilte seinen Mitverschworenen mit, daß er auf keine Gnade rechne und erzählte ihnen die Prophezeiungen von dem weißen Pferd, vor dem er sich hätte hüten sollen. Aber er behielt Unrecht, denn der neue König aus dem Hause Hannover verzieh ihm, und nach wenigen Jahren konnte Lord Sandringham wieder reiten und jagen. Aber als er eines Tages auf einem Schimmel hinter dem Fuchs herhetzte, stürzte das Tier an einem Graben und warf seinen Reiter ab, der niemals wieder aufstand. Dad opste der Eunzeen=Enennell Roman von Guntha Alle Rechts vorbehaltes bei Hors-Verles, Berlia W 33 Und eine „Ich kann nicht,“ sagte ihr Herz. leise Stimme in ihr sprach: „Kannst du wirklich nicht?“ Die ganze Nacht wälzte sie sich schlaflos in ihrem Bett herum. Frühmorgens sah sie dem Arzt mit umschatteten Augen entgegen. Sie fürchtete, er würde das Gespräch noch einmal auf das bringen, was die Oberin gestern von ihr verlangt hätte. Aber Professor Botemer sagte kein Wort. Er mochte wohl an diese Dinge nicht mehr rühren. Und doch lag Gunde dies alles wie eine Zentnerlast auf der Seele. Sie hatte keine Ruhe. Sie mußte die Oberin noch einmal über diese Sache befragen. Als die Oberin nach ihr sehen kam, sagte sie: „Frau Oberin, ich kämpfe mit mir, und ich komme zu keinem Ende. Wenn ich daran denke, daß durch meine Schuld eine andere Frau verzweifeln sollte und sterben, dann ist mir, als ertrüge ich es nicht. Aber auf der anderen Seite bedenken Sie, es sind meine Kinder, ich liebe eins wie das andere. Mir ist, als müßte ich zu Grunde gehen, wenn ich eins von ihnen hergebe. Sagen Sie mir wenigstens, wer es ist, der mein Kind haben möchte, damit ich mir etwas vorstellen kann. Ich will den Gedanken noch einmal durchdenken. Ich will darum ringen. Wer möchte mein Kind haben?“ „Leider darf ich Ihnen das nicht sagen, meine liebe Frau Bürgner. Das würde alles durch die Adoptivstelle gehen. Da ist es oberstes Gesetz, daß die Mütter niemals wissen, wohin ihre Kinder kommen.“ „Wie grausam,“ Gunde schauerte zusammen. „Natürlich, es ist im ersten Augenblick grausam. Aber denken Sie weiter, liebe Frau Bürgner, ein solches Kindchen soll doch dann bei den neuen Eltern aufwachsen, wie ein eigenes. Da ist es schon besser, der Trennungsstrich wird scharf gemacht. Wenn später die wirkliche Mutter käme und das Kind für sich beanspruchte, welche Konflikte! Nein, da gibt es nur ein Entweder— Oder.“ „Gunde drehte sich in ihrem Bett zur Seite. Ihr Gesicht war immer noch ganz blaß. Um ihren Mund lag ein harter Zug, wie ihn die Oberin noch niemals gesehen hatte. Die Oberin wollte leise hinausgehen. Da wandte Gunde sich noch einmal um, wie von einem unerklärlichen Zwange getrieben. „Und die junge Frau, weiß sie schon, daß ihr Kindchen tot ist?“ „Morgen wird man es ihr sagen müssen. Sie verlangt schon dauernd nach dem Kind und wird ungeduldig, weil man es ihr nicht zeigt. Bis jetzt hat man sie noch beschwichtigen können. Man hat ihr abgeredet, ihr Fieber wäre die Folge einer starken Grippe, man könnte das Kind nicht gefährden. Aber ewig kann man ja diese Lüge nicht aufrecht erhalten. Der Mann ist in einem Zustande völliger Verzweiflung. Es ist wirklich zu traurig.“ Der harte Zug um Gundes Münd wich einem schmerzlichen Ausdruck. „Gehen Sie, Frau Oberin,“ sagte sie leise„ich muß noch einmal nachdenken. Vielleicht wird Gott mir den richtigen Weg zeigen.“ Stunde um Stunde kämpfte Gunde mit sich. Dann rief sie ihre treue Hildegard: „Hildegard,“ sagte sie,„willst du mir einen Gefallen tun, einen Freundschaftsdienst, Hildegard? Niemand darf von ihm erfahren.“ Hildegard nickte: „Was ich für Sie tun kann, Frau Bürgner, das tue ich. Das wissen Sie doch, und schweigen kann ich auch.“ Da zog Gunde Bürgner die Getreue nahe an sich heran und erzählte ihr, was die Oberin von ihr erbeten hätte. „Hildegard, kann ich es denn? Darf ich es denn?“ fragte sie.„Wie soll ich mein eigen Fleisch und Blut hergeben?“ Hildegard streichelte die junge Frau. Dann meinte sie nachdenklich: „Ich kann es Ihnen nachfühlen, wie weh das tun müßte. Und doch— sehen Sie, Frau Bürgner, wenn ich denke, Ihr Kindchen käme in gute Hände, würde keine Not kennen lernen. dann würde ich sagen, es ist für das Kind besser.“ „Hildegard,“ sagte Gunde,„man würde mir viel Geld geben, wenn ich eins meiner kleinen Mädchen fortgäbe. Aber das kommt natürlich nicht in Betracht. Ich würde mir ja wie eine Verbrecherin vorkommen, nähme ich Geld für mein Kind. Wenn ich es tue, dann nur, weil ich das Kind gesichert weiß und eine verzweifelte Mutter gerettet wird.“ „Zu wem soll das Kind fragte Hildegard. Verzweifelt schlug Gunde die Hände vor's Gesicht: „Ja, wenn ich das wüßte— das wird mir nicht gesagt. Niemals werde ich es erfahren. Und das ist für mich unerträglich. Ehe ich mich zu irgend etwas entschließe, muß ich wissen, wer sollen die Eltern meines Lieblings sein.“ denn kommen?" Hildegard erhob sich: „Das müßte doch merkwürdig sein, wenn man das nicht herausbekommen sollte, Frau Blrgner:— le. F6 „Das habe ich auch gedacht, und deshalb habe ich Ihnen alles erzählt, Hildegard. Ich bitte Sie, versuchen Sie in Erfahrung zu bringen, wer die junge Frau ist und wer der Ehemann. Dann will ich mir diese schwere Schicksalsfrage noch einmal vorlegen.“ „Ich gehe gleich heute vormittag, Frau Bürgner. Gott gebe, daß ich irgend etwas erfahre.“ „Aber kein Wort zu irgend jemandem, Hildegard.“ „Kein Wort, Frau Bürgner." In fieberhafter Unruhe wartete Gunde auf die Rückkehr Hildegards. Sie saß in ihrem Lehnstuhl, denn sie durfte jetzt schon einige Stunden gufstehen. Aber sie fühlte eine eigentümliche Schwäche. Kaum, daß sie sich zur Ruhe sammeln konnte, als die Kinder ihr gebracht wurden. Heiße Tränen rollten auf die flaumigen Köpfchen, als sie eins der Kinder nach dem andern an die Brust legte: „Nun, wir werden heute wirklich mit der Flasche anfangen müssen,“ sagte die Schwester, als das zweite der beiden kleinen Mädelchen unzufrieden vor sich hinweinte.„Die beiden Kinder sind zu viel für Sie und keins kommt zu seinen Hecht. au Gommt 21 Gunde zuckte zusammen. Keins kam zu seinem Recht. Sie nahm es in einem anderen Sinne. sie nicht wirklich ihr Kind mehr lieben als sich selbst? Wenn es in gute und glückliche Verhältnisse kam, mußte sie nicht verzichten? Mit solchen Gedanken saß sie und wartete auf Hildegard. Wartete verzweifelt. Endlich nach drei Stunden erschien diese. Ihr Gesicht war erregt. Sie hatte etwas erfahren. Aber was? „Nun, Hildegard?“ fragte Gunde bang. Hildegard konnte vor innerer Bewegung kaum sprechen:— Lepegung „Ja, Frau Bürgner, ich habe alles erfahren. Denken Sie, da treffe ich doch vor dem Hause eine frühere Kollegin von mir. Wir waren einmal zusammen in Hannover in Stellung. Ich nicht viel zu fragen brauchen. Die Geschichte von der armen jungen Frau, die immer noch glaubt, ihr Kindchen wäre am Leben, es doch längst begraben war, ist ja in aller Munde.“ „Und wer— wer ist es?“ Hildegard zögerte einen Augenblick: „Es ist jemand, Frau Bürgner, den Sie gut kennen, es ist die Gräfin Sydow.“ Gunde schrie auf: „Beatrix?" „Ja, Frau Bürgner, Gräfin Beatrix von Sydow. Sie hat ein totes Kind zur Welt gebracht und weiß noch nichts davon. Aber um Himmels Willen, was ist Ihnen?“ sagte das Mädchen erschrocken, denn Gunde sank halb ohnmächtig zusammen. Hildegard sprang zu. „Es geht schon vorüber. Aber bitte, ich möchte jetzt allein sein.“ Tränen rollten über Gundes Wangen. Hildegard zögerte, herauszugehen. Konnte sie die junge Frau in diesem Aufruhr des Gemüts allein lassen? Aber es gab Dinge, die man allein mit sich abmachen mußte. Das wußte sie aus ihrem eigenen Leben. Es war still im Zimmer. Die Geräusche des Sanatoriums kamen nur schwach bis in Gundes Zimmer. Und sie saß und kämpfte den schwersten Kampf ihres Lebens. Beatrix— um ihretwillen wurde das Opfer gefordert. In Beatrix' und Wulf Sydows Hände sollte ihr Kind kommen. Und doch fühlte sie tief in ihrem Innern: für Beatrix mußte sie es tun. Die Freundin ihrer Jugendzeit, die Helferin in dem Kummer ihres Frauenlebens, sie durfte nicht sterben. Und Wulf von Sydow? Gunde trug ihn in ihrem Herzen fest und unveränderlich. Sollte er an zwei Todeslagern stehen müssen? Erst an dem des Kindes und vielleicht auch an dem der geliebten Frau? Barmherziger Himmel, dachte sie, gib mir die Kraft, zu tun, was nötig ist: gib mir die Kraft, meinen Egoismus zu überwinden! Es war vier Uhr, als die Oberin hereinkam. Sie erschrak. Leichenblaß saß Gunde Bürgner in ihrem Sessel. was heißt denn das, Frau Bürgner,“ „nicht im Bett? Sie haben doch nur Erlaubnis, bis zum Mittag aufzusein. Hat denn Hildegard nicht für Sie gesorgt? Wo ist sie denn?“ Gunde Bürgner sah die Oberin an. Es war der Blick einer Schmerzensmutter. „Schelten Sie nicht, Frau Oberin, ich mußte nachdenken. Ich möchte Ihnen nur sagen, ich will mein Kindchen weggeben. blondgelocktes Mädchen von drei Jahren am Fenster. Sie drückte ihr Näschen an die Scheiben, sie reckte sich auf die Zehen, aber sie war doch noch zu klein, um auf die Straße hinabzusehen. „Was machst du denn da, Klein=Trixie?" fragte Hildegard Werner und sah von ihrer Näharbeit auf. „Sehn, ob Mutti kommt.“ Das kleine Persönchen versuchte angestrengt, sich emporzustrecken. Hildegard lachte: „Na, komm, du kleiner Gernegroß, ich will dir mal helfen.“ Sie legte ihre Flickarbeit zusammen und nahm das Kind auf den Arm. Zusammen spähten sie die Straße entlang. „Mutti! Mutti!“ Die kleine Trixi begann auf dem Arm Hildegards zu zappeln, sie hatte mit ihren scharfen Augen die Gestalt der Mutter erspäht. „Du hast ja Augen wie eine Maus, Trixi.„ meinte, Hildegard. Sie erkannte Gunde erst jetzt, wie sie quer über die Straße von der Haltestelle der Elektrischen her dem Hause entgegenkam. Jetzt schaute sie auf, bemerkte am Fenster den kleinen Blondkopf und winkte. Klein=Trixie wäre Hildegard beinahe vom Arm gesprungen. Ihr kleines Herz klopfte ungestüm. Die Heimkehr der Mutter war ein immer neues Fest. „Mutti immer bei Titzie bleiben,“ erklärte sie jeden Tag, wenn Gunde fortging. „Aber Mutti kann nicht bei Trixie bleiben,“ war dann Gundes Antwort.„Mutti muß arbeiten und Geld verdienen.“ 17. Kapitel Jahre waren vergangen. In einer kleinen behaglichen Vorortwohnung Münchens stand ein Es wurde Gunde manchmal schwer, soviel von ihrem Liebling fort zu sein. Aber die treue Hildegard pflegte Klein=Trixie ja besser als sie selbst es gekonnt. Wie Gunde jetzt leichtfüßig auf das Haus zuschritt, die Freude auf einen behaglichen Spielnachmittag mit Klein=Trixie im Herzen, überdachte sie, wie glücklich sich ihr Schicksal in diesen Jahren gefügt hatte. Nachdem sie aus dem Krankenhaus fortgegangen war, hatte sie sich hier in München niedergelassen und versucht, Gymnastikstunden zu geben. Professor Botemer hatte ihr die Wege geebnet. Er hatte eine Menge Bekannte hier. Zu den ersten Schülern hatten sich bald mehrere gefunden. Gundes Können und ihr feines, warmes Lesen hatten ihr schnell einen Namen gemacht. Niemand wußte, daß hinter Gunde Bürgner, wie sie sich selbst nannte, die ehemalige Tänzerin Lueinda steckte. Gunde selbst war es, als wäre diese Zeit schon lang, lang vorbei. Sie lebte ganz ihrer Arbeit und der Sorge für Klein=Trixie. Alles was vorher gewesen, war von ihrem jetzigen Leben abgetrennt. Von Boris hatte sie nichts mehr gehört. Langsam hatte sich die Angst verloren, er könnte noch einmal in ihr Leben eingreifen. Bitter war nur, daß sie die Verbindung zu Beatrix ganz verloren hatte, obwohl sie selbst daran schuld war. Aber es mußte sein. Sonst wäre sie auch über die Trennung von ihrem kleinen Mädchen nicht hinweggekommen. An diesen Augenblick durfte sie überhaupt nicht denken, diesen schrecklichen Augenblick, als sie ihr kleines Mädelchen, die kleine Marianne, zum letzten Male im Arm gehalten, zum letzten Male das weiche Blondköpfchen geküßt. Mit keinem Wort hatte sie verraten, daß sie wußte, zu wem ihr Kind ging. Denn das hätte alles vernichten können. Dann wäre das Opfer, das sie nur um Beatrix' und Wulfs willen auf sich genommen, vergeblich gewesen. Sie ließ die Formalitäten der Adoption durch die Adoptivstelle stumm über sich ergehen. Tränenlos unterschrieb sie das Schriftstück, in dem sie sich verpflichtete, niemals nach ihrem Kinde zu forschen, keinerlei Ansprüche auf das Kind zu machen. „Sie dürfen versichert sein, Frau Bürgner, Ihr kleines Mädchen kommt in die allerbesten Hände,“ hatte ihr die Fürsorgerin gesagt. „Das hoffe ich,“ hatte Gunde erwidert,„sonst würde ich es auch nicht tun.“ Keine Miene hatte in ihrem Gesicht gezuckt. Sie wunderte sich selbst, was für eine Schauspielerin sie geworden war. Am gleichen Tage, an dem das Kind von ihr fortging, hatte sie das Sanatorium verlassen. Kein Zureden hatte sie dazu bringen können, noch länger dazubleiben, obwohl Professor Botemer sich ernstlich um sie sorgte. Aber hier in den Räumen zu bleiben, in denen ihre beiden kleinen Mädchen geatmet und gelebt, das ging über ihre Kraft. Aus jedem Winkel schien ihr kleine zarte Gesichtchen ihres verlorenen Lieblings entgegenzuschauen. Wenn sie an das Doppelkörbchen trat, glaubte sie, sie müßte wahnsinnig werden, weil nur die kleine Beatrix in ihm ruhte und Klein=Marianne fehlte. Professor Botemer hatte wohl geahnt, was in ihr vorging. Rührend hatte er sich benommen Als Gunde nach der Rechnung verlangte, wurde sie ihr bereits quittiert auf das Zimmer geschickt „Ist alles schon erldigt, liebe kleine Frau,“ hatte die Oberin gesagt,„Herr Professor hat ausdrücklich gewünscht, daß die Summe von seinem Privatkonto überwiesen wird.“ Abends hatte sie noch eine lange Unterhaltung mit dem Professor gehabt. Sehr energisch hatte er ihren Dank abgewehrt und ihr gesagt, wie lieb er sie gewonnen hatte, daß es ihm wäre, als ob er für seine eigene Tochter hätte sorgen dürfen. Und dann hatte er mit ihr die Zukunftspläne gemacht. Einzige, was Ihnen helfen kann, ist Arbeit, kleine Frau, und noch einmal Arbeit.“ Gunde selbst wußte nur zu genau, der Arzt hatte recht. Arbeit war das einzige Mittel, um den Kummer zu betäuben, aber auch das einzige Mittel. sich selbst ein Leben aufzubauen, fern von aller Vergangenheit und fern von Beatrix. Täglich dankte sie jetzt Professor Botemer, daß er ihr den Weg geebnet hatte. Denn was hätte sonst werden sollen! Die Geldsendungen des Vaters waren seltsamerweise zur gleichen Zeit ausgeblieben, als sie bewußt die Verbindung zu Beatrix abbrach. Aber da war sie schon so weit, auf eigenen Füßen stehen zu können. Gerade jetzt hatte sie die Leitung eines größeren Gymnastikkursus in einer Bankverwaltung bekommen. Da würde sie zum Sommer vier Wochen Ferien machen können, mit ihrem Mädelchen an einen der kleinen bayrischen Seen fahren, im Sande liegen, den Sommer genießen, einmal nichts anderes sein dürfen als Mutter. Der Schmerz um Klein=Marianne hatte sich in ihr zu einer stillen Wehmut gesänftigt. In allem Kummer war es ein kleines Glück, zu denken, daß ihr Liebling bei Beatrix und Wulf aufwuchs. Wie mochte Klein=Marianne jetzt aussehen? Wie mochte sie sich entwickelt haben? Wochen, nachdem sie aus dem Sanatorium weggegangen war, hatte sie einen Brief von Beatrix bekommen. Es war ein Brief voll Jubel und Dank für endliche Genesung und für das Kind." chen. Beatrix hatte keine Ahnung, daß Marianne nicht ihr wirkliches Kind war. „Ich habe viel Schweres durchgemacht", schrieb sie,„ich glaubte nicht, daß ich leben bleiben würde. Aber nun ist alles überwunden. Das Kleine gedeiht wundervoll. Es ist das süßeste Baby, das es auf Gottes Erdboden gibt. Es hat blaue Augen, ein zierliches Näschen und einen kleinen süßen Mund. Wir haben lange nachgedacht, wie wir es nennen wollen. Und schließlich bin ich darauf gekommen, es sollte Marianne heißen. Deine liebe Mutter war ja die Letzte, mit der ich über Deine und meine Zukunft sprach. Es ist mir wie ein gutes Omen, wenn das Kindchen den Namen einer Frau trägt, die so mutig und tapfer war wie Deine Mutter. Und wie geht es Dir? Was macht Dein Kindchen? Wie schön wird es sein, wenn wir endlich einmal zusammenkommen und unsere beiden kleinen Mädchen sich kennen lernen. Vielleicht werden sie auch einmal so befreundet sein, wie wir beiden es waren. Leider ist vorläufig an ein Zusammenkommen nicht zu denken. Ich bin bereits mit Wulf in Amerika. Bei euch ist jetzt Winter. Bei uns in Rio de Janairo ist herrlicher, strahlender Sonnenschein. Baby steht in seinem Wägelchen draußen unter einer schattigen Palme. Ich sitze dabei und schreibe Dir und bin unendlich glücklich. Schreib auch Du bald. Ich denke in aller Liebe an Dich. Deine Beatrir.“ Diesen Brief hatte Gunde erhalten, als sie gerade in München festen Fuß gefaßt hatte. Sie hatte ihn nicht beantwortet und dafür gesorgt, daß Beatrix ihre Spur verlor. Was hätte sie auch schreiben sollen? Jedes Wort wäre eine Lüge gewesen. Denn die Sehnsucht nach dem Kinde war damals noch wie eine ätzende Qual in ihr. Mochte Beatrig denken, daß sie undankbar wäre, daß sie die Freundin vergessen hätte, alles besser, als eine Verbindung aufrecht zu erhalten. Ein einziger kleiner Trost war es für Gunde, daß Beatrix eigentümlicherweise das kleine Kindchen auf denselben Namen getauft hatte, wie sie es genannt hatte: Marianne, der Name der Mutter,— eine geweimnisvolle Verbindung zwischen ihnen allen. Wie kam ihr heute nur nach drei Jahren die ganze Vergangenheit wieder so lebendig in Erinnerung? Es war wohl so, daß die Gegenwart nur wie ein dünner Schleier über der Vergangenheit lag und jeden Augenblick wieder zerriß. Jetzt aber war Gegenwart. Jetzt war Glück. Denn wie Gunde die letzten Stufen zu ihrer Wohnung heraufschritt, wurde oben die Tür aufgerissen. Auf dem Treppenpodest erschien ein kleines weißes Persönchen. Es rannte auf die Mutter zu und ihr gerade in die geöfneten Arme. Und nun war ein Erzählen, ein Lachen, ein Jubeln, daß Gunde alle Müdigkeit der Arbeit vergaß. Es war ja Sonnabend=Mittag, sie hatte keine Stunden zu geben. Und Klein=Beatrix hatte der Mutter soviel zu zeigen: die Puppenecke war fein aufgeräumt. Hildegard hatte für Puppe Emmi ein Mützchen gehäkelt. Der Hühnerstall war aufgebaut, und die Hühner mußten unbedingt kleine Brotkrümchen essen. Gunde saß auf der Erde und spielte mit dem Kinde und war nichts anderes als eine glückselige Mutter. Sie war ganz im Spiel mit ihrem Kinde vertieft, bis Hildegard zum Essen rief. (Fortsetzung folgt.) Seaue 8 Numür Niiten Rien Am Eine Gase auf dem Fuße zu folgen. Besagter Mantel, das sah der Direktor sofort, reichte seinem Träger bis an die Knöchel. Da dämmerte es im Gehirn des Beamten. Er nahm den Gauner. der das Hotel bestimmt ohne Hosen betreten hatte, fest. Beim Verhör vor der Polizei gestand der Gauner ohne weiteres, daß bisher noch niemand Beerzeim Raschen Kadein... Oder: Die Bestandsaufnahme Onkel Kamm war gestorben. Die Regelung„Noch am gleichen Vormittag begibt sich Dr. garethe bat also Dr. Kamm, ihren Neffen, den ist Befehl!“ Inhalt des Weinkellers schlüsselmäßig aufzutei. In dem Augenblick, als er mit seinen Notizen len und zu diesem Zweck erst einmal eine Be= beginnen will, stellt sich etwas Seltsames heraus: standsaufnahme zu machen. Sämtliche dreizehn Flaschen haben weder EtiIm Astoria=Hotel zu Chicago war ein Riesen= Der Direktor verlor schließlich die Nerven, er krach, und zwar aus dem Grunde, weil man dem achtete nicht mehr darauf, was ihm der Detektiv, Gast von Zimmer, Nr. 1516 seine besten Hosen den er in den tieften Pfuhl der Hölle wünschte, dgrauf gekommen sei daß ieer nech gestohlen hatte. Diese Tatsache erschien dem zuflüsterte, sondern bat den Gast viele tausende n hethmieg sel, daß er die Hotels sters eiligst herbeigerufenen Hoteldirektor derart un Male um Entschuldigung und ersuchte ihn höf. oyne Hosen verreten habe. faßbar, duß er von einer Ohnmacht in die andere lichst, sich ins Kontor zu bemühen, um dort über Und dann versicherte er noch treuherzig, daß fiel, was ja auch in Anbetracht des erstklassigen den verursachten Schaden zu verhandeln. auch kein Mensch bei seinem Fortgehen auf diese Renomees, dessen sich das Haus in ganz USA. In all dem Trubel und all der Aufregung Idee verfallen sei, weil er niemals vergessen erfreute, durchaus verständlich war. Natürlich vergaß er aber völlig, von irgendeinem Hotel= habe, sich eine Ersatzhose geben zu lassen. ließ man trotz der grenzenlosen Bestürzung, die angestellten ein paar Hosen zu leihen, und so In Anbetracht der Tatsache, daß ihm ob dieser dieses peinliche Vorkommnis bei allen ausgelöst kam es denn, daß der Gauner seine sonst so„genialen“ Erfindung einige Jährchen stillster hatte, nichts unversucht, den in Unterhosen um= geübte Vorsicht vergaß, nicht daran dachte, in Beschaulichkeit sicher waren, schimpfte er dann herrennenden, tobenden Millionär zu beruhigen, welch heikler Situation er sich befand. Er langte auch noch mächtig auf seinen Komplizen, weil Leider erwiesen sich aber alle diesbezüglichen seinen Mantel vom Haken und zog diesen eil- der vergessen hatte, ihn davon zu benachrichtiBemühungen zunächst als zwecklos, da der maß, fertigst an und machte Anstalten, dem Direktor gen, daß er im Astoria schon„gearbeitet“ hatte. los aufgeregte Herr keinen zu Worte kommen ließ und dauernd nur darüber jammerte, daß ihm durch diesen Zwischenfall ein Geschäft mit 20 000 Dollars durch die Lappen gegangen sei. Man kann sich vorstellen, daß dem Direktor ein zentnerschwerer Stein vom Herzen fiel, als es ihm endlich gelungen war, den Gast zur Vernunft zu bringen. Er verließ um.000 Dollars. Onkel Kamm war gestorben. Die Regelung Noch am gleichen Vormittag Schadenersatz reicher und mit einer vom Ober= der Hinterlassenschaft war denkbar einfach. Das Kamm zusammen mit seinem Schwager und seikellner entliehenen Hose das Hotel. Testament verfügte Punkt für Punkt, was mit nem Vetter in den Weinkeller seines Wahrscheinlich wäre nie mehr geredet w. Jahr später dieselbe Wieder tobte, wie Gast in irgendeinem Zimmer und fragte hohnlächelnd den wie ein geölter Blitz herbeistürzenden Direktor, ob er vielleicht annehmen könne, er habe das Hotelvestibül ohne Hosen betreten. Das glaubte dieser nun zwar auch nicht, trotzdem kam ihm diesmal, infolge der Duplizität der Ereignisse, die Sache etwas„spanisch“ vor. Deshalb ließ er den Hoteldetektiv kommen. Selbstverständlich wußte der sofort, was die Glocke geschlagen hatte und daß man es hier mit einem abgefeimten Gauner zu tun hatte. Und in der Annahme, der seltsame Gast habe, um seine Erpressung mit Erfolg durchzuführen, die Hose irgendwo versteckt, krempelte er zunächst einmal das ganze Zimmer um. Auch davor schreckte er nicht zurück, jeden Koffer einzeln zu revidieren und nach etwaigen vorhandenen doppelten Böden zu forschen. Leider blieben aber alle Recherchen erfolglos, so daß dem etwas ängstlich veranlagten Direktor der Angstschweiß ausbrach, was insofern verständlich war, da der tobende Gast von Minute zu Minute seine Schadenersatzforderung höher schraubte. Im Gegensatz zu dem kleiner und kleiner werdenden Direktor, dessen Hirn nur noch damit beschäftigt war, darüber nachzusinnen, wie er mit einem blauen Auge aus dieser Affäre herauskommen würde, gab der Detektiv das Rennen noch lange nicht auf. Er verhörte den Portier, die Kellner, die Zimmermädchen, die Hausdiener, das ganze Küchenpersonal und sonstige Angestellte und fragte jeden eindringlichst, ob ihm an dem seltsamen Gast irgend etwas Verdächtiges aufgefallen sei. Leider verneinten alle diese Fragen, die Tellerwäscherinnen schwuren hoch und heilig, daß der Gast sein Fenster auch nicht einen Spalt breit geöffnet habe, da ihnen das Hinauswerfen einer Hose bestimmt nicht entgangen wäre. Der Detektiv gab sich aber trotz aller negativen Ergebnisse noch immer nicht geschlagen und ließ jetzt in allen Toiletten. Baderäumen, Lichtschächten und sonstigen Stellen nachsuchen, die mit Leichtigkeit ein blitzschnelles Ver= Eine schöne Weihnachtsbescherung stecken einer Hose ermöglicht hätten. Aber nir. Der gute Weihnachtsmann bringt dem Onkel Doktor einen Sack voll Patienten, die sich alle gends fanden sich die Unaussprechlichen! den Magen verdorben haben.(Horst von Möllendorff—.) ketten um den Bauch noch Staniolkavseln um den Hals. „Das kompliziert die Sache außerordentlich.“ kratzt sich Dr. Kamm den Kopf.„wir wissen ja gar nicht, ob Rotwein drin ist oder Kognak oder Himbeersaft...“ „Nun,“ sagt der Schwager.„das ist immerhin leicht festzustellen.“ Und er zieht eine der Flaschen auf. der Vetter hat schon ein Glas besorgt, und nach dem ersten Schluck flüstert Dr. Kamm: „Aßmannshäuser". „Augenblick mal.“ nimmt da der Schwager das Glas.„was verstehst du schon viel von Weinen? Lächerlich.“ schüttelt er dann den Kopf. „das ist kein Aßmannshäuser, das ist Burgunder!“ Nunmehr ist dem Vetter zwangsläufig die Rolle des Schiedsrichters zugeschoben. Er probiert, kaut den Wein andächtig zwischen den Zähnen und dann stellt er fest: Kalifornier. „Das wäre doch gelacht.“ sagt Dr. Kamm. kostet noch einmal, zieht die zweite Flasche auf. probiert auch diese, hält die zweite Flasche für einen kleinen Spanier, die erste nach wie vor für Aßmannshäuser. der Schwager hingegen bleibt bei Burgunder, während er die zweite Flasche ebenfalls als Spanier ausmacht. Die dritte Flasche bezeichnen sie alle in voller Einmut als einen Ungar. und auch die vierte, schätzen sie. stammt aus der Südostecke Europas.—— Am nächsten Tag liefern sie die Bestandsaufnahme bei der Tante Margarethe ab. Die Tante macht große Augen, als sie den Zettel sieht: Inhalt des Weinkellers— Dreizehn leere Flaschen.“— Ich will über den Heimgegangenen nichts Schlechtes sprechen", flüstert sie und nimmt ihr Taschentuch.„aber mir gegenüber hat er behauptet, im Keller lägen noch dreizehn Flaschen eines wundervollen uralten Bordeaux." Auf saurisch Zurückhaltend Der Sepp ist ein Bummler. der bisher ohne viel Arbeit ausgekommen ist. Als sie jedoch im Dorf im Oberbayrischen ein Fremdenhotel bauen, begibt er sich zum Maurerpolier und bittet um Arbeit. Der Polier meint, daß er keinen Arbeiter brauchen könne die Arbeit reiche gerade für seine Leute aus. Aber der Sepp antwortet: „Na, dös bissel, was i schaff', dös werd den andern koan Abbruch net tun!“ Verschnappt Der Holzknecht Wastl steht wegen Wilderns vor Gericht und die Bemeisaufnahme zieht sich in die Länge, weil dem Wastl bei seiner Pfiffigkeit einfach nichts zu beweisen ist. Schließlich nimmt ihn der Staatsanwalt noch einmal ins Verhör: „Sie sind also nachts durch den Wald gegangen. plätzlich ist auf der Lichtung Wild aufgetaucht. Sie haben angelegt abgezogen und eine Rehgeiß erlegt. Dabei mußten Sie, daß in dieser Zeit obendrein der Abschuß von weiblichem Wild verboten war!" Das geht dem Wastl. an dem ein zünftiger Jäger verloren gegangen ist denn doch wider den Strich. und er ruft dem Ankläger zu: „Also dös laß i mir net'fallen! Daß i net lach! I solle Goaß'schossen ham? A Bock. a blitzsauberer Pock, is' gewesen, damit dös Gered von dera Goaß an End' hat!“ Das Mittel List Karlstedt fragte ihren großen„Spielkameraden“, den bekannten Münchener Komiker Karl Valentin, was sie denn gegen ihren Husten tun sollte. Valentin antwortete: „Mußt dir warm's Katzenschmalz auf die Brust tun. Dös hilft! I hust' nu schon an die zwanzig Jahr un hab nie nir anders genommen!“ Schachaufgabe von Erich Brunner(München) Aus dem Buche:„Miniatures stratégiques“ Matt in vier Zügen Kreuzworträtsel Nr. 1 Waagerecht: 1. Naturerscheinung, 4. nordischer Gott. 8. unkluger Mensch, 9. Stufenleiter, 10. Papageienart, 11. Name aus der griechischen Mythologie, 12. germanische Gottheit. 13. Stadt in der Altmark, 17. Monatsname, 19. türkischer Erlaß. 23. Nebenfluß der Drau, 24. Gesellschaftszimmer, 25. weiblicher Personenname, 26. Stadt in Holland, 27. euroväischer Volksstamm.— Senkrecht: 1. Haushaltsplan, 2. Name eines europäischen Herrschers, 3. anderes Wort für Verlobte, 4. Nebenfluß der Wolga, 5. Land in afrikanischer Bezeichnung, 6. mittelasiatischer Strom, 7. Beiname des Ovid, 9. europäisches Reich, 14. finkenartiger Singvogel, 15. Gemütsstimmung. 16. französischer Fluß, 18. asiatisches Hochland, 20. Teil des Wagens, 21. Stadt in Südtirol, 22. großes Gotteshaus. Silben=Rätsel au ber bo buh cke da eee ei en er er fal se har in in in in le lett li lot ne ne no on re reu ru rung rung ruy sor ter ter tiv to tre um wer. Aus den vorstehenden 42 Silben bilde man 15 zweisilbige und drei viersilbige Wörter, die in den Anfangsbuchstaben der ersten Silbe von vorn nach hinten u. den Anfangsbuchstaben der zweiten Silbe von hinten nach vorn gelesen, einen Sinnspruch ergeben. Die Wörter bedeuten: 1. Deklinationsfall 2. Ueberzug für Federbetten 3. anderes Wort für Aufregung 4. anderes Wort für Schmetterling 5. holländischer Seeheld 6. Nebenfluß der Weser 7. Fisch 8. Maulwurfsgrille 9. Stadt im Orient 10. Glücksspiel 11. Tonkünstler 12. Astronom 13. anderes Wort für Untergang 14. männl. Personenname 15. Uferschutz 16. anderes Wort für Mahnung 17. Schmerz über eine begangene Tat 18. Geldschrank Kreuzworträtsel Nr. 2 Bédeutung der einzelnen Wörten enemun nach rechts: 1 Meresvogel, eresiapr 8 Klostervorsteher, 9 Schluß, 12 Le. #assafg, 13 Himmelsrichtung, 14 mohammedani. scher Gottesname, 16 europäische Hauptstadt, 7 Spitze, 20 Behörde, 21 südamerikanischer Staat, 22 Wildgehege; b) von oben nach unten: 2 Meßgerät, 8 Fischfett, 4 Musikstück, 5 Gewässer, 6 Tongeschirr, 8 europäischer Staat, 9 Voranschlag, 10 Laubbaum, 11 Erfinder eines Wärmemessers, 15 Stadt Schleswig=Holstein, 18 germanischer Gott, 19 Kopfbedeckung. 40920 Auflösung aus voriger Rummer: Schachaufgabe von K. A. L. Kubbel 1. La8—66! Interessant ist es, wie in einer Variante: e7—e5: 2. Lb6f der schwarze Turm durch den weißen Läufer verstellt wird, in der anderen 1.... La4—f3; 2. Dauf durch den schwarzen. Bilderrätsel Es gibt keine Handlung, für die niemand verantwortlich wäre. Kreuzworträtsel a) 1 Schlepper, 7 Ehe, 8 Balsam, 10 Eule, 12 Nas, 13 Ate, 15 Ems, 18 Lot, 19 Eris, 22 Mainau, 23 Eva, 24 Astrachan;— b) 1 See, 2 Chur, 3 Hel. 4 Para, 5 Platte, 6 Esse, 9 Mur, 11 Egmont, 14 Dom, 15 Elis, 16 Star, 17 Niva, 20 Reh, 21 San. Silbenrätsel 1. Wallot, 2. Oderbruch. 3. Ravaillac, 4. Tahiti, 5. Einhufer, 6. Tarasp. 7. Ulfilas. 8. Ransen, 9. Eintagsfliege, 10. Strandkorb, 11. Nargile, 12. Ichthyol. 13. Cervantes, 14. Hacienda, 15. Tankred.— Worte tun es nicht, das Leben spricht. Waagerecht und senkrecht: 1. Praktiker, 2. Rosa, 3. Aster, 4. Kaete. 5. Kapri, 6. Emu, 7. Rad, 8. Zama, 9. Realist, 10. Pud, 11. Seine, 12. Tibet, 13. Ei, 14. Eiblsee). Wir haden Glaa mnn den Feierlagen Erst 1942 liegen die Festtage wieder so günstig Wer ist in diesen letzten Tagen vor Weihnachten nicht einmal heimlich zum dünnen Kalenderblock an der Wand gegangen und hat verstohlen darin geblättert? Oder er hat behutsam die letzten Blätter des Umlegekalenders auf dem Schreibtisch von der rechten auf die linke eSite gelegt. nicht etwa, um die Tage bis Weihnachten zu zählen, sondern um festzustellen, wie die Feiertage in diesem Jahre eigentlich fallen. Und wie fallen sie? Wir haben Glück, das muß vorweg gesagt werden. Günstiger— wenigstens für die vielen Angestellten— ist es gar nicht möglich. Heiligabend fällt auf den Donnerstag. der erste Feiertag ist Freitag, der zweite Sonnabend und der dritte, sonst nicht ganz anerkannte, ist diesmal ein tatsächlicher Feiertag, ein Sonntag. Also drei volle Tage, an denen wir mit unserer Zeit anfangen können, was wir wollen, an denen in der Frühe kein Wecker rasselt, sondern allenfalls Erwin oder Paulchen mit der vom Weihnachtsmann gebrachten Kindertrompete zum Wecken blasen. Das diesjährige Glück mit den Feiertagen werden wir wieder nach sechs Jahren, also 1942, haben, dann aber werden elf lange Jahre vergehen, ehe wir wieder 1953 drei ganze Feiertage vor uns haben. Damit haben wir schon fast für die nächsten zwanzig Jahre festgestellt, wie die Weihnachtstage fallen. Aber sehen wir weiter. Bis wir ein neues Jahrtausend unserer Zeitrechnung beginnen, wird in folgenden Jahren der erste Feiertag wie in diesem Jahre auf einen Freitag fallen 1959, 1964, 1975, 1980, 1986 und 1997. Das mag vorerst genügen. Da kann, wer Lust hat, schon jetzt Pläne machen für die Weihnachtstage kommender Jahrzehnte. Und so könnte man Schluß machen mit der Rechnerei, wäre nicht die andere Eigentümlichkeit dabei herausgekommen. Zählt man nämlich die Jahre, die jedesmal zwischen den „Glücksjahren“ liegen. in denen wir drei Feiertage haben, so ergibt sich, beginnend mit 1931 und endigend mit 1997, die auffallende Zahlenfolge: 5— 6— 11— 6— 5— 11— 5— 6— 11. Sonntag, 24. Januar:„Wohnung und Hausrat der Eisenzeit“, Dr. Albrecht. Sonntag. 7. Februar:„Die Bildhauerkunst der Renaissance in Deutschland". Dr. Fritz. Sonntag, 14. Februar:„Wohnung und Hausrat der Germanen zur Römerzeit". Dr. Albrecht. Sonntag. 28. Februar: Professor Dr. Georg Biermann. Berlin, spricht über„Deutsche Kunst", Schicksal und Vermächtnis. Sonntag, 14. März:„Deutsche Bildhauerkunst des Barock und Rokoko". Dr. Fritz. Freitag. 19. März:„Meine Teilnahme an den neuesten Ausgrabungen in Griechenland(Kreta, Mykene)". Dr Albrecht. Das Programm ist an der Kasse des Museums. in der Stadt= und Landesbibliothek und im Verkehrsverein unentgeltlich zu haben... Wichtige Arbeitstagung im herner Rathaus Regierungspräsident Dr. Runte leitete die Sitzung Herne. Am Dienstag fand im großen Sitzungssaale des Rathauses zu Herne eine Arbeitstagung der Parteibeauftragten, Landräte. Oberbürgermeister und Polizeipräsidenten des Regierungsbezirkes Arnsberg statt. Mit dem Herrn Regierungspräsidenten Dr. Runte, der die Tagung leitete, waren auch der Regierungsvizenräsident sowie die Dezernenten der Regierung für die verschiedenen Arbeitsgebiete erschienen Regierungsrat Dr. Schoengarth. der Leiter der Staatsvolizeistelle, hielt ein Referat über die„Aufgaben der Staatspolizei“. Landrat i. R. Herold von der Arnsberger Regierung sprach Militärurlauber und ReichsbahnPersonenverkehr Der Pressedienst der Reichsbahndirektion Essen teilt mit, daß bei dem starken Feiertagsverkehr eine reibungslose Abwicklung des Personenverkehrs sehr gefördert werden kann, wenn die Fahrkarten nicht erst bei Antritt der Reise, sondern einen Tag oder zwei Tage vorher gelöst werden. Das ist auch ganz besonders von den Urlaubern, die mit Militärfahrkarten fahren, bei der Rückfahrt vom Feiertagsurlaub zu beachten, da sonst der Andrang an den Fahrkartenschaltern zu langem Warten, zu Zugversäumnissen und Urlaubsüberschreitungen führen kann. Alles das kann bei rechtzeitiger Lösung der Rückfahrkarten vermieden werden. Sage mir, ob du Flachs baust, und..... Was ist ein Soldat ohne Munition? Er ist machtlos seinem Gegner preisgegeben, das wissen alle Soldaten des Weltkrieges. Helft mit an der Beschaffung aller Arten dieser Munition, zu der auch der Flachsanbau gehört. Ihr stärkt dadurch unser Heer und seinen Führer. Dieser wichtigste aller Rohstoffe für die Bekleidung unserer Wehrmacht und Bevölkerung kann und muß auf deutschem Boden wachsen Dazu trägt auch jeder Bauer und Landwirt Westfalens wie in den vorhergehenden, so auch im kommenden Jahre bei, indem er in seinem Anbauplan ein Stück Flachs vorsieht. Kein Hof ohne Flachs! Nur so können wir in unserer Faserversorgung unabhängig werden. Keiner schließe sich aus, denn wir alle brauchen Leinen. Jeder baut Flachs, denn wir brauchen Oel und Futterstoffe. Und wer möchte sich ausschließen, wenn es gilt. seinem Volke und seinen Soldaten zu helfen, zu denen ja auch Deine Söhne, westfälischer Bauer und Landwirt, gehören. Theater. Konzerte, Vorträge Neue Vortragsreihe im Dortmunder Museum Soeben bringt das Städtische Kunst= und Gewerbe. museum in Dortmund(Ostwall) den zweiten Teil seiner dritten Vortragsreihe heraus. Das Programm ist dieses Mal besonders entsprechend gestaltet. In den Monaten Januar bis März sind folgende Veranstaltungen vorgesehen: Sonntag, 10. Januar:„Die deutsche Bildhauerkunst der Spätgotik". Dr. Fritz. Zum Willtersport WPOpERTeRT. MADTE über Fragen der Preisüberwachung. Regierungsrat Dr. Rosenberger von der Provinzialverwaltung in Münster sprach über die„Aufgaben der Landesplanung“. An jedes Reserat schloß sich eine eingehende Aussprache, in der die Fragen von den verschiedensten Seiten behandelt wurden. Regierungspräsident Dr. Runte saßte zum Schluß das Ergebnis der Tagung zusammen und gab seiner Freude über die Zusammenarbeit zwischen den Parteidienststellen und den staatlichen Dienststellen seines Bezirks Ausdruck. Er dankte allen für die Mitarbeit im vergangenen Jahr und schloß die Sitzung mit einem Sieg Heil auf den Führer. An die Tagung, die gegen 11.30 Uhr beendet war, schloß sich in der Wirtschaft Nordmann ein gemeinsames Labskaus=Essen an. In der Wirtschaft Nordmann sand außerdem eine Sitzung des Zwecksparverbandes statt. Feier auf Zeche Dorstfeld DAF.=Leistungsabzeichen überreicht Dortmund. Auf der Zeche Dorstfeld wurde in einer gemeinsamen Werksfeier, die in der festlich ausgeschmückten Lohnhalle vor sich ging, das der Zeche für vorbildliche Lehrlingsausbildung ihrer Jungknappen von Reichsorganisationsleiter Dr. Ley verliehene Leistungsabzeichen der Deutschen Arbeitsfront überreicht. Gauobmann der Deutschen Arbeitsfront von Westfalen=Süd, Stein, wies bei der Ueberreichung der Ehrenplakette und der Ehrenurkunde auf den Wert hin, den ein gut geschulter Facharbeiternachwuchs für die Förderung des wirtschaftlichen Aufbaues im nationalsozialistischen Staat besitze. Für die Zeche bedeute es eine ehrenvolle Anerkennung, als erste Zeche des Wirtschaftsgebietes WestfalenSüd das Ehrenzeichen der Deutschen Arbeitsfront zu besitzen. Generaldirektor Tengelmann erklärte in seiner Dankansprache, daß die Zeche mit ihrer gesamten Belegschaft sich dieser Ehrung durch weiteren Ausbau des Ausbildungswesens ihrer Jungknappen würdig erweisen werde. Die Nachste Aasgade * unsere Zeitung erscheint am Montag. dem 28. Dezember, morgens, zur gewohnten Zeit. Anzeigen für diese Ausgabe werden bis heute nachmittag 13 Uhr erbeten. Besonders eilige Anzeigen(insbesondere Familien=Anzeigen) können jedoch auch noch am Sonntag, dem 27. Dezember, von 11.30 bis 12.30 Uhr, in unserer Geschäftsstelle aufgegeben werden. 42 beatsche Gesandheirsamter Castrop-Rauxels Gesundheitsamt gehört zu den insgesamt 90 städt. Gesundheitsämtern Drei große Arbeitsgebiete Seit dem 1. Avril 1935 bestehen im Deutschen Reich 742 Gesundheitsämter. Neunzig von ihnen sind, wie auch das Gesundheitsamt der Stadt Castrov=Rauxel, städtische Einrichtungen. Die übrigen 652 Gesundheitsämter sind vom Staat eingerichtet, mit Personal besetzt und finanziert. Alle diese Gesundheitsämter dienen praktisch der Ueberwachung und Pflege der Volksgesundheit, während das Reichsgesundheitsamt eine wissenschaftliche Zentralbehörde ist, die kein Aufsichtsrecht ausübt. Vor der Machtübernahme herrschte auf diesem Gebiet durchaus noch keine Ordnung und Klarheit. Für Kranke und Gebrechliche galt es oft, weite Wege zurückzulegen, und über die Zuständigkeit der Aemter, Stellen und Aerzte mußte man sich im Augenblick der Bedrängnis erst den Kopf zerbrechen. Heute ist das anders. In jedem Stadt= und Landkreis Deutschlands gibt es ein Gesundheitsamt, das— ob städtisch oder staatlich— der Regierung des Landes und durch diese der von Ministerialdirektor Dr. Gütt=geleiteten Abteilung IV(Volksgesundheit) des Reichsund Preußischen Innenministeriums verantwortlich ist. Der Aufbau der Gesundheitsämter stellt die Verwirklichung des Reichsgesetzes über die Vereinheitlichung des Gesundheitswesens vom 3. 7. 1934 dar, das seit 1. 4. 1935 in Kraft ist. Im Dienst der staatlichen Gesundheitsämter arbeiten heute schon mehr als 2000 hauptamtliche und mehr als 4000 nebenamtliche Aerzte, mehr als 3500 Gesundheitspflegerinnen. 800 technische Assistentinnen, 800 Gesundheitsaufseher und mehr als 2000 Büro= und Kanzleikräfte. Dieses Heer von Dienern der Volksgesundheit leistet seine aufopferungsvolle Arbeit in Spezialberatungsstellen, in Fürsorgestellen, die je nach den örtlichen Verhältnissen verschieden aufgebaut sind, und in einem ganzen Netz von Säuglings=Fürsorgestellen, das so engmaschig über das Reich gespannt ist, daß keinerlei Transportschwierigkeiten für die Ratsuchenden entstehen. In all diesen Stellen wird jeder deutsche Volksgenosse kostenlos beraten. Das Arbeitsgebiet der Gesundheitsämter umfaßt heute drei große Bereiche: der erste ist der Gesundheitsschutz, für den früher die Kreis=, Bezirks= und Amtsärzte zu sorgen hatten; der zweite ist die durch die nationalsozialistische Gesetzgebung geschaffene Erbgesundheits= und Rassepflege nebst Bevölkerungspolitik; der dritte umspannt die Gesundheitsfür= und vorsorge sowie die Förderung der Körverpflege und Leibesübungen. Durch diese großzügige und zentral geführte Gesundheitspolitik übernimmt das Reich durch die Person des Innenministers Dr. Frick die Verantwortung und Sorge um das Wohl jedes einzelnen Deutschen. Die Bronung der Biehwirtschäft im Führe 1037 Von der Landesbauernschaft wird mitgeteilt:„Mit dem Datum vom 25. November 1936 hat der Reichsnährstand durch die Hauptvereinigung der deutschen Viehwirtschaft die Anordnung Nr. 74 bekannt gegeben, die nicht nur eine Zusammenfassung der früher von der Hauptvereinigung veröffentlichten Anordnungen und damit eine wesentliche Vereinfachung für die mit der Durchführung der Arbeiten Beauftragten bedeutet, sondern einen maßgeblichen Schritt zur Erreichung der Preisklarheit und der Preiswahrheit darstellt. Durch den Ausbau der Bestimmungen für einzelne Gebiete der Marktbewirtschaftung mit Vieh und Fleisch sind die Voraussetzungen gegeben, den Unterbau der viehwirtschaftlichen Marktordnung organisch zu festigen. Es liegt in der Natur der Sache, daß mit der Durchführung dieser Sammelanordnung und der zum Teil einschneidenden Maßnahmen nur schrittweise und verbandsweise vorgegangen wird Aus diesem Grunde bestimmt die Hauptvereinigung der deutschen Viehwirtschaft den Zeitpunkt der Ingangsetzung, um eine gleichmäßige Durchführung der Bewirtschaftung im Reich sicherzustellen. Es ist ganz selbstverständlich, daß bei der Vielgestaltigkeit der Gebiete und bei dem Bestreben nach Möglichkeit den natürlichen Eigenarten jedes Gebietes gerecht zu werden. nicht bürokratisch verfahren werden darf. Im einzelnen ergeben sich in großen Zügen folgende Abweichungen von den bisher auf dem Gebiete der Bewirtschaftung mit Vieh und Fleisch geltenden Bestimmungen: Zur Einhaltung einer geordneten Bedarfsdeckungswirtschaft bedarf es einer strafferen Erfassung und Lenkung des Schlachtviehs. Diesem Zwecke dienen Verlade= und Verteilungsstellen, die von den Viehwirtschaftsverbänden eingerichtet werden. Ueber diese Stellen wird in Zukunft sämtliches Schlachtvieh zum Versand oder zur Verwertung gebracht werden müssen. Die einzelnen Verlade= und Verteilungsstellen werden in der nächsten Zeit von den Viehwirtschaftsverbänden bestimmt. Die Hauptvereinigung hat sich ihrerseits den Zeitpunkt, zu welchem diese„Schleusen für Schlachtvieb" in jedem Verbande bzw. Bezirk in Tätigkeit gesetzt werden sollen. vorbehalten, um die notwendige organische Entwicklung des Ganzen zu gewährleisten. Mit der Festlegung der Verlade- und Verteilungsstellen wird teilweise eine Aenderung im Einkauf des Schlachtviehs Hand in Hand geben, und insosern, als den Schlachtviehmärkten selbst oder den Verteilerstellen, nötigenfalls auch den Verladestellen zum Einkauf zugewiesen. Das besagt, daß in Zukunft ein direkter Einkauf von Schlachtvieh durch den Schlachter selbst beim Bauer nicht mehr getätigt werden kann. Im Zusammenbang hiermit sieht die Ausdehnung der bislang nur für Schweine geltenden Schlußscheinpflicht auch auf den Handel mit Rindvieh. Die bisher gültigen Bestimmungen über die Voranmeldepflicht von Schlachtvieh aus dem Gebiet eines Viehwirtschaftsverbandes heraus mußten eine Erweiterung erfahren, um jederzeit einen einwandfreien Ueberblick über den tatsächlichen Versand und damit auch die Möglichkeit der Warenlenkung zu haben. In Zukunft ist in sämtlichen Viehwirtschaftsverbänden der Versand von Schlachtvieh aus dem Gebiet einer Kreisbauernschaft heraus voranmeldepflichtig. Daraüber hinaus wird der Bezug eines jeden Viehwirtschaftsverbandes heraus an nicht marktgeschützte Plätze von einer Genehmigung abhängig gemacht, während bisher die einschlägigen Bestimmungen nur für einzelne Viehwirtschaftsverbände Geltung gehabt haben. Der bisher völlig unkontrollierbare Versand von Fleisch wird in die Gesamtregelung einbezogen. Damit wird auch der unwirtschaftliche Fleischversand unterbunden und der wirtschaftlich notwendige eine entsprechende Förderung erfahren. In der Festsetzung von Preisen für Rinder wird sich im wesentlichen an den bisher schon geltenden Grundvreisen nichts ändern. Neu ist lediglich die Aufnahme von jahreszeitlich bedingten Zuund Abschlägen bei einer Reihe von Märkten. Auf 23 Großmärkten werden in den Frühjahrs= bzw. Sommermonaten Zu= und Abschläge erhoben werden. um den Versand von Schlachtvieh nach den jeweiligen Zufuhrgebieten ordnungsmäßig vornehmen zu können und damit auch die Gleichmäßigkeit in der Gesamtversorgung sicherstellen zu können. Im übrigen enthält die Anordnung noch Preisregelung für Fleisch im Großhandel sowie Höchstvreise für Schafe auf den Schlachtviehmärkten. Die Anordnung tritt mit Wirkung vom 1. Januar 1937 in Kraft. Lediglich die Bestimmungen, die eine längere Anlaufzeit bedingen, werden schrittweise von der Hauptvereinigung wirksam gemacht werden. W Sk Schießen mit Luftbüchse ist gefährlich Wattenscheid. Ein Schüler, der mit einer Luftbüchse auf Vögel schoß, hat dabei einem Mann das rechte Auge ausgeschossen. Es kann nicht genug davor gewarnt werden. Kindern Schießwerkzeuge in die Hand zu geben. Es wird auch erneut darauf hingewiesen, daß das Schießen an von Menschen bewohnten Orten verboten und unter Strafe gestellt ist. Feier des Schalker Vereins Gelsenkirchen. In den 15 Jahren, die seit der Gründung der Werkschule des Schalker Vereins vergangen sind, ist neben die Leistungsfähigkeit stets die Kameradschaft. neben die Schaffensfreude die Freude am Dasein getreten. In der Gefolgschaftserziehung hat diese Einstellung dem Nationalsozialismus wesentlich vorgearbeitet. Das Zusammengehörigkeitsgefühl trat auch bei der diesjährigen Weihnachtsfeier wieder deutlich in die Erscheinung. Das Hans=Sachs=Haus war bis auf den letzten Platz gefüllt, als Werksschulleiter Dellwig die Feier eröffnete und insbesondere die 550 Werkschüler mit ihren Eltern begrüßte. Im Mittelpunkt des Abends stand die Ansprache von Prof. Dr. Arnhold. der die hiesigen Werkschulen gegründet hat und heute der Leiter des Amtes für Berufserziehung und Berufsführung in der DAF. ist. Zigeunerinnen als Wechselfallen=Schwindlerinnen Gelsenkirchen. Hier betraten zwei Zigeunerinnen einen Bäckerladen in der Viktoriastraße und kauften einige Kleinigkeiten. Eine der Zigeunerinnen zahlte mit einem=Markstück. Als die Verkäuferin auf das Gekaufte der Zigeunerin den Restbetrag zurückgab. schob diese das Geld zurück und bat um kleinere Münzen. Die Verkäuferin entsprach dem Verlangen. Als die Zigeunerinnen den Laden verlassen hatten, mußte die Verkäuferin feststellen, daß ihr zwei Mark in der Kasse fehlten. Diesen Trick wenden Zigeunerinnen vielfach an und beweisen hierbei eine ungewöhnliche Fingerfertigkeit. Sie versuchen durch andauerndes Reden ihre Opfer abzulenken. Beim Erscheinen von Zigennerinnen ist daher besondere Aufmerksamkeit am Platze. Giltheitiiche Regelung der Handesteder Die kommende Mustersatzung des Reiches Durch Ministererlaß sind die Gemeinden angewiesen worden, ihre Hundesteuerverordnungen zunächst unverändert zu lassen, da das Reich beabsichtigt, eine Musterordnung zu erlassen, an die die Gemeinden gebunden sein sollen. Damit ist eine der letzten Steuern die maßgeblich von den Gemeinden geregelt wurden, der Gemeindeautonomie entzogen und den Rahmenbestimmungen des Reiches unterworfen. Der Wunsch nach einer solchen einheitlichen Regelung kommt nicht von den Gemeinden, sondern dürfte auf die Wünsche der Züchterorganisationen zurückzuführen sein, die nur auf diesem Wege eine restlose Erfüllung ihrer Belange verwirklicht sehen. Man wird sich daher fragen müssen, welche Grundsätze eine Reichssteuerordnung bei dieser nicht allzu ertragreichen, aus polizeilichen Gründen geschaffenen Steuer anwenden könnte. Die Ertragshoheit muß und wird zweifellos den Gemeinden erhalten bleiben, die Festsetzung der Höhe des Steuersatzes wird ihnen auch weiterhin vorbehalten sein. Es können nur gewisse Grundgedanken sein, die der Reichsgesetzgeber durchsetzen wird. Diese werden den Kreis der Steuerbefreiungen betreifen, die Förderung der Hundezucht und die wirksamere Gestaltung des Tierschutzes. Der Kreis der Steuerbefreiungen ist heute örtlich verschieden festgelegt. Kraft Reichsrecht sind schon bishei Hunde, die als Betriebsmittel eines Gewerbes oder der Landwirtschaft dienen, also Ziehhunde. Artistenhunde usw. steuerfrei. Darüber hinaus sind Diensthunde der Wehrmacht, der Polizei, der Forstbeamten und verwandter Personenkreise befreit. unterschiedlich ist die Besteuerung der Blindenhunde. Große Aenderungen sind hier wohl kaum zu erwarten. Bedeutsamer sind die steuerlichen Begünstigungen im Interesse der Hundezucht. Schon bisher haben viele Gemeinden eine Zwingersteuer eingeführt, die für die Züchter von Rassehunden Ermäßigungen vorsieht. Hier ist denkbar vor allem eine besondere Begünstigung der Züchter von Gebrauchshundrassen gegenüber den Züchtern ausgesprochener Luxushunde. Eine Förderung der Gebrauchshunde liegt im allgemeinen Interesse, und es ist bekannt, daß Deutschland schon bisher auf diesem Gebiet führend ist und einen starken Ausfuhrüberschuß hieraus erzielt. Vor allem sind unsere Polizeiund Führerhundrassen im Ausland stark begehrt. Entscheidend dürfte weiter die Durchsetzung tierschützlerischer Gesichtspunkte hiesein. Das Schicksal der Kettenhunde ist für den Kenner der Verhältnisse besonders traurig. Auch hier haben einige Städte bereits vorbildliche Regelungen getroffen. Wiederum im Anschluß an Frankfurt(Oder) haben Steuerordnungen die Gewährung von Ermäßigungen bei Wachhunden davon abhängig gemacht, daß dem Hund eine ausreichende Unterkunft zur Verfügung steht, haben die Voraussetzungen des Liegens an der Kette aufgehoben und dergleichen. So kann in der Tat eine reichsrechtliche Rahmenregelung auf diesem Steuergebiet nicht materielle, sondern vor allem auch ideelle, ethische Bedeutung haben. ***„ 10Ssuleo „„„ Keihnachteilr Reiche Tageskarten an den drei Jesttagen— Nur vereinzelt internationale Begegnungen, dagegen interessanle Tressen mußgeblicher Vereine aus verschiedenen deutschen Gauen— Vereinzelte Punktekämpfe im Westen Das Zusammentreffen von 3 Festtagen bestimmt die Menge der sportlichen Veranstaltungen an diesem Weihnachtsfest. Zu den das ganze Jahr über gängigen Sportarten kommen in verstärktem Maße Schnee= und Eislauf hinzu, deren Zeit nun gekommen ist. Hinter der Menge bleibt vielfach auch die Bedeutung der vorgefaßten Pläne nicht zurück, so daß man von einem recht sportfrohen Weihnachten sprechen kann. Die Weihnachtsfeiertage wurden seit Jahren dazu benutzt, den gesellschaftlichen Verkehr der Vereine zu fördern. In diesem Jahr bietet sich dazu Gelegenheit wie nie zuvor. Das Schwergewicht hat sich aber von dem ehedem an den hohen Feiertagen so gern gepflegten zwischenstaatlichen Spielverkehr mehr auf nationale Freundschaftstreffen verlagert. Schon in den letzten Jahren war diese Beobachtung zu machen und die Vereine schnitten dabei immer recht gut ab. Das wohl im ganzen Reich am meisten beachtete Spiel steigt in Schalke, wo sich in der neuen Kampfbahn der Knappen die berühmtesten Fußballmannschaften der letzten Jahre. Schalke 04 und Fortung Düsseldorf gegenüberstehen. Der alte und doch immer wieder frische Wettstreit der beiden Mannschaften um die Vorherrschaft im deutschen Westen verleiht diesem Spiel seinen besonderen Reiz. der der Glückauf=Kampfbahn am zweiten Feiertag sicherlich einen Massenbesuch bescheren wird. Feiertagsprogramm Dus bebeuienöste Ereihnis! Schalke 04— Jortung Düsseldorf in Gelsenkirchen Aus der Liste der Privatspiele ragt ein Ereignis. das zwar nicht mehr zum Niederrhein=Programm zählt, aber auf das die gesamte westdeutsche Fußballgemeinde seit Wochen und Monaten mit ziemlicher Spannung wartet Schalke 04— Fortuna Düsseldorf, hervor. Der Vorverkauf zu diesem Großkampf ist derart stark, daß man ein ausverkauftes Haus erwartet. Bei den bereits mehrere Jahre zurückliegenden letzten Kämpfen der westdeutschen Spitzenmannschaften war es nicht anders. Polizeilich mußte in der ersten Begegnung in Schalke die Anlage geschlossen werden. In Düsseldorf waren es ebenfalls rund 30 000. die die Revanche der Fortunen erlebten. Zuletzt standen sich beide Vereine im Endsviel um die Deutsche im Jahre 1933 in Köln gegenüber. Mit 310 wurde Schalke damals von den in Höchstform spielenden Düsseldorfern besiegt. Die Gegner stehen auch heute wieder an der Spitze ihrer Gaue. Sie haben die größten Aussichten, auch im kommenden Jahr wieder unter den„Letzten" zu sein. Diese Aussicht allein genügt schon, dem Privatspiel am zweiten Festtag den Stempel eines Groß=Treffens aufzudrücken. Schalke befindet sich augenblicklich in ganz überragender Form, Fortuna Düsseldorf dagegen kann nicht richtig schießen stellt aber eine überragende Hintermannschaft. Das Ende wird knapp sein, vielleicht sogar ohne Entscheidung verlaufen. Kleine Ausbeute am Mittelrhein Nur gering ist die Ausbeute am Mittelrhein. Größere Spielabschlüsse wurden nicht bekannt. Am zweiten Tage steigt neben dem Punktekampf in Bonn als unbedeutendes Gesellschaftsspiel die Begegnung zwischen dem Mülheimer SV und dem SC Köln=Nord. Die aufsteigende Form der Mülheimer spricht für einen sicheren Sieg. Am Sonntag erwartet der Kölner SC 99 den westfälischen Bezirksligisten Alemannia Dortmund zum Rückkampf. Der SV Bayenthal wird dem Gauliga=Tabellenersten VfR Köln ein ehrenvolles Ergebnis abzuzwingen versuchen. Ebenso darf die SvVag Sülz 07 den Gastgeber Kölner BC nicht zu sehr unterschätzen. auf fremden Plätzen zu spielen verstehen. Borussia Dortmund erwartet Erle 08. Die kürzliche Niederlage in Erle könnte also hier schon eine Umkehrung erfahren, zumal der Sieg im Hinspiel sehr glücklich errungen wurde. Der Gau 10(Niederrhein) führt am zweiten Feiertag den VfL Benrath mit dem SSV Elberfeld zusammen. Die Aussichten scheinen für Benrath günstiger, zumal das letzte Sviel in Oberhausen wieder eine Formverbesserung zeigte. Unter Hohmanns Führung müßte die Angriffsreihe der Gastgeber stark genug sein. um die für den Sieg nötigen Tore zu erzielen. Elberfelds Stärke liegt vornehmlich im Sturm, der durch plötzliche sehr gefährliche Vorstöße der Abwehr Benraths sehr zu schaffen machen wird. Trotzdem aber erwarten wir einen knappen Sieg der Gastgeber. Im Gau 11(Mittelrhein) tragen Tura Bonn und der SV Beuel das einzige Punktespiel aus. Beuel ist zurzeit unbeständig in der Form. Aber auch Tura kann zurzeit nicht besser eingeschätzt werden. Formgemäß müßte ein knapper Sieg der Gäste heraussoringen, doch würde ein Sieg der Gastgeber nicht überraschen. Westdeutsche Bezirksklasse Westfalen Gelsenkirchen: Union Gelsenkirchen— SC Hassel, Union Recklinghausen— Sportfreunde Gladbeck. Gelsenkirchen 07— TB Eickel. SyVag Röhlinghausen— BV 12 Gelsenkirchen. Schwarz=Gelb Gladbeck — VfB Bottrov, Gelsenguß Gelsenkirchen— Vikt. Recklinghausen. Bochum: BfB Börnig— SC Dahlhausen. Tura Altenvoerde— STV Werne. Wattenscheid 09=30— FC Schwelm(26. 12.), Sportring Gevelsberg— MBV Linden. Kiahft zu Vler, nicht zu Wenig Westfälisches Weihnachts-Fußballprogramm Im Reich sind die bedeutendsten Treffen die Gastspiele von Vikioria Hamburg beim VfR Mannheim, dem Freiburger FC und dem SpV Stuttgarter Kickers. ferner das Graf=Beroldingen=Gedächtnisspiel Eintracht Frankfurt— VfB Stuttgart am 26. Dezember, sowie der Städtekampf Magdeburg gegen Braunschweig am Sonntag.— In einzelnen Gauen müssen die Feiertage auch zu Punktekämpfen in Anspruch genommen werden. Im Handball ist der Rhythmus der Meisterschaftskämpfe auch über Weihnachten nicht gestört, denn alle Gaue wollen möglichst weit vorankommen. ehe Schnee= und Matschwetter Ausfälle unvermeidlich machen. Der Rugbysport beschränkt sich auf wenige Freundschaftsspiele im Reich. In Paris findet ein internationales Studenten=Städtespiel zwischen den Universitätsmannschaften von Paris und Berlin statt. Skiläufers Weihnachten werden selbstverständlich in den Bergen gefeiert. Zu sportlicher Betätigung ist dabei reichlich Gelegenheit gegeben und die meisten„Zünftigen" tun den Sprung in den Winter gleich an den Schanzen. So wurden Skispringen ausgeschrieben in Schönwald(25. Dez.). Garmisch=Partenkirchen(25. und 26.). Schreiberhau (25.), Brotterode(25.), Brückenberg(25.), Berchtesgaden(26.). Braunlage(26.), Krummhübel(26.) und Johanngeorgenstadt(27.). Nicht kleiner sind die Pläne der Eisläufer. In Davos beginnen am 27. Dezember die Eishockeyspiele um den Svenglervokal. an denen auch der Berliner SC beteiligt ist. In Düsseldorf wird am Sonntag und Montag der Wiener EV seine Karte abgeben und in der Reichshauptstadt steht das Gastsviel der Kimberley Dynamiters im Vordergrund. Auch Garmisch=Partenkirchen. Reichenhall. Brüssel und Cortina'Ampezzo sind Schauplatz von Eishockenkämpfen. Bei den Borern und Schwerathleten hält sich das Weihnachtsprogramm in kleinerem Rahmen. Der Berliner Spichernring zieht einen deutsch=holländischen Boxkampfabend auf und der TSV Stollwerk Köln hat mit Schalke 04 einen Klubkampf für den 26. Dezember vereinbart. Der Am Siegfried Köln hat ein Weltergewichtsringerturnier für den Sonntag ausgeschrieben. Das Fußballprogramm an den drei Feiertagen läßt im Gau Westfalen eigentlich nichts zu wünschen übrig. Es bringt als„Schlager“ die große Begegnung in der Glückauf=Kampfbahn zwischen Schalke 04 und Fortuna Düsseldorf und daneben eine gesunde Mischung von Meisterschaftskämpfen und freundschaftlichen Kräftevergleichen. Die Vereine, die ihre Meisterschaftskämpfe auf den ersten oder zweiten Feiertag vorverlegten, wurden nicht schlecht beraten. Gleichfalls am ersten Feiertag erwartet Borussia Dortmund im FCUnion Sportive Dudelingen eine tüchtige luxemburgische Elf. von der einige Spieler bereits mit nationalen Aufgaben betraut wurden. Die Dortmunder werden die Gelegenheit benutzen, ihre Reihen nach den letzten Niederlagen wieder„in Ordnung zu bringen“. Am zweiten Feiertag wird die Kampfbahn„Glückauf“ mit dem Gesellschaftsspiel Schalke— Fortuna wieder einen Großkampf erster Güte erleben. Beide entführten als einzige westdeutsche Vertretungen überhaupt je einmal die„Viktoria“ und gehören nach wie vor zur Elite des deutschen Fußballsports. Schalke 04 ohne Gellesch und Urban kann es mit seinen ausgezeichneten Nachwuchskräften trotzdem schaffen, aber ebensogut kann auch der Sieg zum Rhein gehen. Der VfB Bielefeld mißt seine Kräfte mit den Offenbacher Kickers. die im Südwestgau zurzeit mit Wormatia Worms die Spitze halten. Uebrigens steht in den Reihen der BfBer seit einiger Zeit mit Grebe ein bekannter Offenbacher Stürmer, der in Bielefeld seiner Militärzeit genügt. Wir glauben nicht, daß der starke westfälische Bezirksligist den Sieg schafft, immerhin werden es die Gäste vom Main nicht leicht haben. Germania Bochum feiert das 30jährige Bestehen mit einem Treffen gegen Preußen Bochum, und der SC Hörde erprobt sein Können gegen den SB Rotthausen. TuBV Mengede hat ein Gesellschaftsspiel mit Westfalia Bochum abgeschlossen. In Freundschaft stellt sich der SV Höntrov am 27. Dezember seinem Ortsgegner Wattenscheid 09=30 zu einer reizvollen Auseinandersetzung. Keine Ruhe in der Punktejagd Die Weihnachtsfeiertage können in diesem Jahre nicht nur ausschließlich dem Privatspielverkehr zur Verfügung stehen. Einige der westdeutschen Gaue haben in der Meisterschaft noch rückständige Sviele nachzuholen und einen Teil davon für die Festtage angesetzt. So bringt der Gau Westfalen allein vier Punktespiele. In den rheinischen Gauen dagegen ist mit je einem Spiel die Ausbeute der Titelkämpfe erschöpft. „ Im Gau 9(Westfalen) beginnen am ersten Feiertag Tus Bochum und der SV Rotthausen. Die zurzeit besser einzuschätzenden Rotthausener werden nichts unversucht lassen, ihre günstige Position hinter den Schalkern zu behaupten. Tus Bochum steht also vor einer Aufgabe, die selbst auf eigenem Platz nicht so leicht zu lösen sein wird. Die stärkere Angriffsreihe der Gäste könnte den Ausschlag geben. Am zweiten Tag erwartet Westfalia Herne den mehr und mehr abfallenden SV Höntrov. Für die Gäste sollte daher in der augenblicklichen Form nichts zu gewinnen sein. Am Sonntag stehen in den beiden restlichen Punktekämpfen die Platzmannschaften vor guten Aussichten. Die Svielvgg. Herten darf allerdings den SuS Hüsten 09 nicht zu leicht nehmen. denn die Südwestfalen bewiesen zuletzt, daß sie auch Dortmund: Arminia Marten— Sportfr. Dortmund. BV Brambauer— Castrop 02. DEC Hagen — Union Haspe. BC Bövinghausen— Unna 08. Minden: Borussia Lippstadt— Westfalia Brackwede, Bielefeld 06=07— Union Herford. SuS Geseke— SpVgg Beckum, Paderborn 08— Arminia Bielefeld. SuS Herford— Spielvgg. Schildesche. Münster: SuS 13 Recklinghausen—. Borussia Rheine. Preußen Münster— Westfalia Ahlen. SuS Ahlen— Münster 08. BV Rheine— Rheine 09. Sus Hüls— SvVag Erkenschwick. Arnsberg: Klafeld=Geisweid— SvVag Olve. Sportfreunde Siegen— Jahn Werdohl, Arnsberg 09— Lüdenscheid=Höh. SuS Menden— RSV Eiserfeld. Hemer 08— SV Herdringen. BfB Weidenau— BE Siegen. Handball: Hindenburg Minden— T2 Svenge, Jahn Werdohl— Schalke 04. Westfalia Somborn— Grün=Weiß Bielefeld. Eintracht Dortmund— DSC Hagen. Niederrhein Gruppe 3: BV Lüttringhausen— SpV Langenberg(27.). SSV Oberkassel gegen Schwarz=Weiß Barmen(27.). Gruppe 4: SC. Osterfeld— Meiderich 06(26.), Duisburger SoV— 1. FC Styrum(27.). Handball: Tura Bergheim— SC Barmen. SV Lintfort— BV 98 Solingen. Rhenania Düsseldorf — Kupferhütte Duisburg, Rasensport Mülheim— TV Stoppenberg. Mittelrhein Kampfplan für den 27. Dezember Gruppe 1: SV Siegburg— Vingst 05. Gruppe 7: Baesweiler— Alemannia Aachen. Handball: TV Köln=Kalk— Siegburg=Mülldorf. Mülheimer SV— Alemannia Aachen, TV Ehrenfeld.— VfB 08 Aachen, TV Obermendig— WB Niederseßmar. TV Gummersbach— TV Rieden. Kudsport un den Feierlagen Jadbraische Gereine sinen gefragt Reichhaltiges Weihnachtspro gramm im Gau Niederrhein 1. Feiertag Das einzige größere Treffen am ersten Festtag sieht Rot=Weiß Oberhausen und Phönix Ludwigshafen im Kampf. Vor zwei Jahren waren die Ludwigshafener noch Südwest=Gaumeister und im Kampf um die„Deutsche“ ein gefährlicher Gegner des VfL Benrath. Inzwischen ist Phönix zur Bezirksklasse abgestiegen, doch bestehen Hoffnungen, daß die Elf im kommenden Jahr wieder zur Gauliga aufrückt. Rot=Weiß ist spielerisch besser und durch die starke Hintermannschaft im Vorteil, so daß an einem Siege des niederrheinischen Vertreters kaum zu zweifeln ist. 2. Feiertag Ein weiterer süddeutscher Gast kommt mit dem FSU Frankfurt nach Krefeld zum VfL Preußen. Wenn die Krefelder auch in der Meisterschaft bisher sehr ungünstig abschnitten, so besitzt die Elf doch soviel Können, um den Süddeutschen eine gleichwertige Partie zu liefern. Der FSV hält sich im Südwest=Gau in der Spitzengruppe auf. In technischer Hinsicht sind die Preußen kaum unterlegen. Eintracht Gladbach empfängt den VfR Köln, der in der mittelrheinischen Gauliga so klar führt, daß man in ihm schon den Meister sieht. Man darf auf das Abschneiden der Gladbacher gegen diesen starken Gegner gespannt sein. Der Rheodter Spielverein hat in der SVa Tilburg einen internationalen Gegner. Tilburg steht in der holländischen Gauklasse. Spielerisch dürfte Rheydt kaum schwächer sein, so daß ein gutes Ergebnis für den Gastgeber herausspringen müßte. Union Hamborn mißt die Kräfte mit dem Gauligisten Hamborn 07. Die Union ist in der augenblicklich guten Form zumindest ebenbürtig. 3. Feiertag Ein zweites Gastspiel gibt Phönix Ludwigshafen beim SpV Hamborn 07. Wenn beide Mannschaften von den Vorspielen nicht zu sehr mitgenommen sind, wird es einen interessanten und ausgeglichenen Kampf geben. Fortuna Düsseldorf erfüllt eine alte Rückspielverpflichtung gegen Preußen Berlin. Die Gäste haben in der brandenburgischen Bezirksklasse klar die Führung, so daß man sie vielleicht im kommenden Jahre in der Gauliga sieht. An einem Siege der Düsseldorfer ist nicht zu zweifeln. Schwarz=WeißEssen erwartet in Kickers Offenbach einen spielstarken Gegner aus dem Süden. Die Offenbacher liegen mit Wormatia Worms an der Spitze im Südwest=Hau. Technisch ist Essen sicherlich gleichwertig, doch kann Offenbach nur mit schußfreudigen Stürmern bezwungen werden. Am Sonntag spielen die Benrather dann in Barmen gegen die Sport= und Spielvereinigung. Es ist auch für Gauligisten schon seit jeher schwer gewesen. in Barmen zu Erfolgen zu kommen. Wenn Benrath auch als Favorit startet, so kann es doch eine Ueberraschung geben, zumal die Bergischen technisch kaum schwächer sind. Das Weihnachtsfest, das sich in diesem Jahre über drei Tage hinzieht, bietet nach der Ruhe am Goldenen Sonntag den Berufsfahrern und Amateuren vor allem auf den deutschen Winterbahnen hinreichend Gelegenheit zur Teilnahme. Bis auf die Hamburger Hanseatenhalle warten sämtliche übrigen deutschen Kampfstätten mit meist international besetzten Veranstaltungen auf. Der erste Festtag bleibt, abgesehen vom Genter Sechstagerennen— das bereits im Gange ist, frei. Die Dortmunder Westfalenhalle hat als Hauptereignis den Weihnachtspreis der Steher über 75 Kilometer in drei Läufen, 20. 25 und 30 Kilometer, ausgeschrieben. Die Teilnahme von Erich Metze, Walter Lohmann, A. Wambst und Raynaud bürgt für spannende Kämpfe in allen Läufen. Die Amateure füllen das Rahmenprogramm aus. Sie werden einmal in bezug auf ihre Vielseitigkeit geprüft und haben ein Omnium zu bestreiten. Grotegut=Seegers, v. d. Ahé=Postler, Hasselberg=Kurzawa und SwitallaMertens sind die Gegner.— Die Kölner Rheinlandhalle vereinigt am gleichen Abend im Großen Preis der Stadt Köln. einem Zweistunden=Mannschaftsrennen, die besten deutschen Amateure am Start. Aus dem Zwölferfeld seien als die bekanntesten Paare Dubaschny=Bartoskiewicz, Arndt=Schwiers, Harazin=Stamm, Schultenjohann=Schorn, SchneiderKneller, Mende=Jung. Breuer=Schneider und SmitsKlein als holländisch=deutsche Mannschaft genannt, die spannende Kämpfe versprechen. Im Rahmen dieser großen Prüfung greift Horn=Köln den Weltrekord des Franzosen Faucheur über eine englische Viertel=Meile an, der auf 27.8 Sekunden steht. Ferner sieht das Programm noch ein Mannschaftsverfolgungsrennen und ein Halbstunden=Mannschaftsrennen der Nachwuchs=Amateure vor.— Die Deutschlandhalle bietet ihrem großen Anhang zur Abwechslung ein Programm, das infolge seiner Vielseitigkeit etmas Neuartiges für Berlin bedeutet. Es bringt Dauer= und Mannschaftsrennen sowie ein Omnium. Die Dauerrennen bestreiten Möller. Stach, Meuleman und van Hoeck. Das Omnium „Deutschland— Ausland“ sieht auf jeder Seite sechs Fahrer beteiligt, nämlich Walthour, Croßley, Kaers, Loncke, Guimbretiere und Pecqueux bezw. Rausch. Hürtgen. Schön, Ehmer, Hoffmann und Merkens. Das Mannschaftsrennen sieht u. a. Zims=Küster, Gröning=Negd und Marklewitz=Nickel am Start.— In der Stuttgarter Stadthalle nimmt ein international besetztes starkes Feld im 166=Klm.=Mann= schaftsfahren den Kampf auf. U. a. wurden P. v. Kempen=J. v. Kempen, Piemontesi=Bini, GrilloGilliberti, Prieto=Danholt, Funda=Pützfeld. SchmidtTertilte und Umbenhauer=Göbel verpflichtet.— In Kovenhagen vertreten im 50=Klm.=Mannschaftsrennen Weimer=Bühler die deutschen Farben gegen beste dänische Klasse.— Nicht so umfangreich ist die Ausbeute am Sonntag, der in Deutschland noch ein weiteres Mannschaftsrennen in der Halle Münsterland bringt. Das neunköpfige Feld mit den beiden ausländischen Paaren Grillo=Gilliberti(Frankreich) und Walthour=Croßley(Amerika) ist so ausgeglichen besetzt. daß die 1001=Runden=Prüfung von Anfang bis Ende in ihrem Ausgang ungewiß erscheint. Tertilte=Schmidt. Zims=Küster und Ehmer=Hoffmann sollten den Ausländern noch den größten Widerstand leisten. Die Pariser Winterbahn wickelt als Hauptereignis ein Länder=Omnium Frankreich— Italien ab, das Pelissier, Charventier und Archam= baud bezw. Guerra, Di Paco, Bini und Battesini bestreiten. Richard und Olmo treffen sich wiederum über 10 Kilometer in einem Einzelfahren. Grassin, Sausin und Marechal starten in den Dauerrennen. — Auf der Baseler Winterbahn gehen die Deutschen Erich Möller und Tony Merkens=Hürtgen in einem Dauerrennen bezw. Omnium gegen beste Schweizer Klasse an den Start. Die Dreisbildung Aenderung der Verordnung über Fleisch= und Wurstpreise vom 22. Oktober Berlin. Im Reichsgesetzblatt erscheint demnächst eine Verordnung des Reichskommissars für die Preisbildung und des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft über eine Aenderung der Verordnung über Fleisch= und Wurstpreise vom 22. Oktober 1936. Diese Verordnung hat im wesentlichen nur formelle Bedeutung. Sie war erforderlich, um die Verordnung über Fleisch= und Wurstpreise vom 22. Oktober 1936 der Anordnung Nr. 74 der Hauptvereinigung der deutschen Viehwirtschaft über die Ordnung der Viehwirtschaft im Jahre 1937 vom 26. November 1936, in der die Preise für Rinder und Schweine sowie für Rinder= und Schweinehälften bekanntgegeben werden, und der Ersten Anordnung über die Wahrnehmung der Aufgaben und Befugnisse des Reichskommissars für die Preisbildung vom 12. Dezember 1936 anzugleichen. Durch die vorliegende Verordnung tritt eine Aenderung der Kleinhandelshöchstpreise für Fleisch und Wurst nicht ein. Gegen ungerechtfertigte Preissteigerungen im Weinhandel Berlin. Die Hauptvereinigung der deutschen Weinbauwirtschaft hat auf Anregung des Reichskommissars für Preisbildung Maßnahmen in die Wege geleitet, um den in letzter Zeit beobachteten ungerechtfertigten Preissteigerungen im Weinhandel entgegenzuwirken. Der Reichskommissar für die Preisbildung hat ferner angeordnet, daß Weinversteigerungen bis 1. Mai 1937 nicht stattfinden dürfen und daß die seit dem 18. Oktober d. J. auf Weinversteigerungen erzielten Preise im Hinblick auf die Verordnung über das Verbot von Preiserhöhungen einer Nachprüfung unterzogen werden. Weihnachtszawendungen und Reichsversicherung Gesetz über die Aenderung einiger Vorschriften der Reichsversicherung Deutschland an der Spitze der europäischen Kundfunkländer Die englische Hörerziffer um 40 000 geschlagen Berlin, 23. Dez. Die soeben bekanntgegebene vorläufige englische Hörerzahl beträgt 7898 750. Deutschland zählte am 1. Dezember 1936 7 937 907, Rundfunkteilnehmer. Damit hat Deutschland den seit langem von aller Welt mit Interesse verfolgten Kampf um die höchste europäische Hörerziffer mit einem Mehr von rd. 40 000 im Augenblick für sich entschieden. Schon einmal hat der deutsche Rundfunk diese führende Stellung innegehabt, und zwar vom Januar 1929 bis Juni 1931. Es zeigte sich aber, daß der Systemfunk außerstande war, diesen Vorsprung zu halten. England übernahm die Führung und behielt sie unbestritten bis zum heutigen Tage. Als 1933 die Nationalsozialisten den deutschen Rundfunk übernahmen, war die Kurve der deutschen Hörerzahlen im Begriff, eine rückläufige Bewegung anzunehmen. England zählte damals gegenüber Deutschland über 1 Million mehr. Berlin, 23. Dez. Vor kurzem brachten die Zeitungen die Nachricht, daß für das diesjährige Weihnachtsfest eine Neuregelung beabsichtigt sei, wonach Weihnachtszuwendungen bei der Berechnung der Beiträge zur Reichsversicherung im allgemeinen unberücksichtigt bleiben. Nunmehr hat die Reichsregierung das Gesetz beschlossen, das die Neuregelung enthält; es wird demnächst im Reichsgesetzblat und im Reichsanzeiger verkündet werden. Künftig sind also Weihnachtszuwendungen als Entgelt nur dann noch anzusehen, wenn sie schriftlich oder in einer Tarif=, Betviebs= oder Dienstordnung festgelegt sind. Andere Weihnachtszuwendungen sind nur insoweit Entgelt, als sie ein Monatsgehalt übersteigen. Im übrigen sind alle einmaligen Zuwendungen bei der Berechnung der Beiträge nicht mehr auf das Jahr zu verteilen, sondern nur noch in dem Zeitabschnitt(Woche, Monat) zu berücksichtigen, in dem sie gewährt werden. Außerdem bringt das Gesetz einige weitere Aenderungen. Den Auslandsdeutschen wird der freiwillige Eintritt in die Invaliden= oder die Angestelltenversicherung unter denselben Bedingungen ermöglicht, wie im Inland. In Uebereinstimmung mit der Devisengesetzgebung wird klargestellt, daß die freiwilligen Beiträge zur Invaliden= und zur Angestelltenversicherung beim Aufenthalt im Ausland in ausländischer Währung gezahlt werden müssen; das nähere hierfür bringt eine besondere Durchführungsverordnung. Ferner wird das Verfahren für die Einstellung von Renten bei staatsfeindlicher Betätigung geregelt. Wann staatsfeindliche Betätigung vorliegt, entscheidet der Reichsminister des Innern im Einvernehmen mit dem Reichsarbeitsminister. Der Begriff staatsfeindliche Betätigung ist den entsprechenden Vorschriften des Beamtenrechts und des Rechts der Wehrmachtversorgung entnommen. Die Vorschriften über den Beginn der Rente werden vereinfacht und günstiger gestaltet. Wenn z. B. ein Versicherter am 15. Januar Invalide wird oder stirbt, so muß nach jetzigem Recht der Antrag auf Invaliden= oder Hinterbliebenenrente noch bis zum 31. Januar gestellt werden, wenn die Rente mit 1. Februar — dem frühest möglichen Zeitpunkt— beginnen soll. In Zukunft dagegen beginnt die Rente am 1. Februar auch dann, wenn der Antrag bis Ende Februar gestellt wird, der Berechtigte hat also genügend Zeit, sich die erforderlichen Unterlagen zu beschaffen, bevor er den Antrag stellt. Für alle, die einen Rentenantrag stellen wollen, ist wichtig, daß solche Anträge bei den Rechtsberatungsstellen der DAF. mit derselben Wirkung gestellt werden können, wie bei den Versicherungsträgern. Endlich wird die Geltungsdauer einer Sondervorschrift des Angestelltenversicherungsgesetzes über den 1. Januar 1937 hinaus verlängert, wonach Angestellte als berufsunfähig gelten, die 60 Jahre alt und seit einem Jahr ununterbrochen arbeitslos sind. Eschängissdelungs Keiner macsäsiert auf Bedrohliche Entwicklung— Kommunistische Streitkräfte drohen Auch die Schweiz erkennt an Anerkennung des italienischen Imperiums durch die Schweiz Bern, 23. Dez. Die schweizerische Gesandtschaft in Rom erhielt den Auftrag, der italienischen Regierung zur Kenntnis zu bringen, daß der schweizerische Bundesrat die italienische Souveränität über das äthiopische Gebiet anerkenne und demzufolge das genannte Gebiet als zum Konsulargebiet gehörig betrachte, das der Gesandtschaft direkt unterstellt sei. Die Mitteilung erfolgte am Mittwochabend durch den schweizerischen Gesandten Dr. Ruegger an den italienischen Außenminister Graf Ciano. Der Memelländer Gottschalk begnadigt Kowno, 23. Dez. Der litauische Staatspräsident hat am Mittwoch aus Anlaß der Weihnachtstage noch einige politische Gefangene begnadigt. Unter diesen befindet sich auch der Memelländer Kurt Gottschalk, der in dem Kriegsgerichtsprozeß 1935 zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt wurde. Von den 87 Verurteilten in diesem Prozeß sind bisher 27 begnadigt worden. Vier brauchten die Strafe nicht anzutreten, einer ist im Gefängnis gestorben und elf haben die Strafe abgebüßt. Es bleiben somit noch 44 im Zuchthaus. Die Sowjets ordnen eine Sammlung zum Ausbau der Flotte an Warschau. Wie aus Moskau gemeldet wird, benutzen die Sowjets die Versenkung des Dampfers „Komsomol“, dazu, eine große Sammlung für den Fonds zum Ausbau der Sowjetflotte aufzuziehen. In sämtlichen Sowjetfabriken sollen alle Beschäftigten einen Monat lang ihren halben Tagesverdienst für diesen Fonds zur Verfügung stellen, damit fünf neue Kreuzer und 10 Motorschiffe gebaut werden können Alle müssen dem Gottlosenverband beitreten Warschau, 23. Dez. Zwischen der Komintern, dem Zentralrat des Gottlosenverbandes und dem Moskauer Außenkommissariat ist ein Abkommen geschlossen worden, nach dem sich alle Sowjetdiplomaten und Beamten des Außenkommissariats der Gottlosenbewegung anschließen müssen. Allen Beamten des Außenkommissariates, die noch nicht ihre Aufnahme in die Organisation des Gottlosenverbandes beantragt haben, ist nahegelegt worden, ihren Eintritt bis zum 1. Januar 1937 zu vollziehen. In einer neuen Zuschrift an die Londoner„Times“ setzt sich Lord D. Cecil wiederum für eine gerechte Regelung des deutschen Kolonial= problems ein. Peiving, 23. Dez. Den letzten Nachrichten zufolge zieht Tschanghsueliang alle seine Truppen zur Verteidigung Sianfus zusammen. Seine Front lehnt sich im Süden an das Tinling=Gebirge an, während seine kommunistischen Verbündeten bestrebt sind. Anschluß an Sinkiang zu gewinnen. Ihre Linie im Westen reicht bereits bis Kantschou und wird rasch ausgeweitet. Die Gesamtmacht der Truppen Tschanghsueliangs. die in Kampfstellung gegen die Zentralregierung zusammengezogen werden. wird auf 200 000 geschätzt. Nachdem der erste Entschluß der Nenkinger Regierung, den gefangenen Marschall Tschiankaischek seinem Schicksal zu überlassen, fallen gelassen wurde. bleibt die Entwicklung in der nächsten Zukunft völlig ungewiß. Tschanghsueliang konzentriert seine Macht östlich von Sianfu, während die Overationen der Regierungstruppen durch die Fortsetzung eines gewissen, wenn auch beschränkten Verkehrs zwischen Nanking und Sianfu und durch die Hoffnung auf eine Vermittlung behindert werden. Das Gebiet im Westen ist von Tschanghsueliang dessen kommunistischen Verbündeten überlassen worden. wodurch z. B. vier Divisionen, die bisher um Kantschou standen, freigeworden sind. Sie befinden sich bereits auf dem Marsch nach dem Osten. Der Plan des Staatsstreichs in Sianfu ist aller Wahrscheinlichkeit nach auf Bing Tetien zurückzuführen, der als das„Hirn" der Tschanghsueliang umgebenden Kommunistengruppe bezeichnet wird. Ding Tetien, der die Columbia=Universität in Newyork besucht hat. trat in Amerika der Kommunistischen Partei bei und stand dem kommunistischen Präsidentschaftskandidaten Browder nahe, der früher die kommunistische Provaganda für Ostasien zunächst von Schanghai, dann von Sidney aus leitete Nach seiner Rückkehr wurde Ding Tetien ein sehr aktives Mitglied der illegalen kommunistischen Parteiorganisation in Peiving. Einem im vorigen Sommer erlassenen Haftbefehl kam er durch die Flucht nach Hankau zuvor, wo ihn das frühere Haupt dieser Organisation. Li Tientsai, in der ihm seit 1934 unterstehenden Geheimkanzlei Tschanghsueliangs Unterschlupf gewährte. Der von den Kommunisten beschlossene Organisationsplan sah den Anschluß der in Ninghsia stehenden Truppen und den gemeinsamen Vormarsch zur Herstellung der kürzesten Verbindung mit der Sowjet=Mongolei vor. Inzwischen sollte durch die Gefangennahme Tschiangkaischeks die Nankinger Regierung lahmgelegt und den mit der bisherigen Haltung der Zentralregierung gegenüber den Kommunisten oder gegenüber Japan unzufriedenen Elementen im ganzen Land. nicht zuletzt in Nanking. Gelegenheit gegeben werden, sich durchzusetzen. Bisher liegen keine Anzeichen vor, daß dieser Plan aufgegeben worden ist. Frau Tschiangkaischek in Sianfu Kurze Unterredung mit dem Marschall Schanghai, 23. Dez. Wie die chinesische Abendpresse meldet, wurden Frau Tschiangkaischek und Präsident T. V. Sung nach ihrer am Dienstagabend erfolgten Landung auf dem Flugplatz von Sianfu von General Tschanghsueliang begrüßt. Frau Tschiangkaischek hatte darauf eine kurze Unterredung mit dem Marschall, an der Tschanghsueliang teilnahm. Anschließend fand eine halbstündige Aussprache zwischen T. V. Sung und Tschiangkaischek statt. T. V. Sung wird voraussichtlich am Donnerstag nach Nanking zurückkehren, um die Regierung von dem Ergebnis seiner Verhandlungen zu unterrichten. Frau Tschiangkaischek beabsichtigt, sich mehrere Tage in Sianfu aufzuhalten. Noch keine Entscheidung In Nanking macht man sich darauf gefaßt, daß die Verhandlungen über die Freilassung Tschiangkaischeks noch mehrere Tage andauern werden. Man erklärt hier, daß während dieser Zeit keine Luftangriffe auf Sianfu unternommen werden. Es gehen im übrigen Gerüchte um, wonach Tschanghsueliang bereit sei, ins Ausland zu gehen, und daß er die Forderung gestellt habe, von Marschall Tschiangkaischek persönlich nach Hongkong geleitet zu werden. Inzwischen haben Nankinger Kerntruppen Weinan an der Strecke Tungkwan=Sianfu eingenommen. Die Truppen Tschanghsueliangs haben sich in Unordnung zurückgezogen. Tagtäglich überfliegen Regierungsflugzeuge die Provinzhauptstadt Sianfu, um ein Entkommen Tschanghsueliangs im Flugzeug zu verhindern. In Nanking ist die Stimmung gedämpft, jedoch noch optimistisch. Oeffentliche Vergnügungen aller Art sind in Nanking eingestellt worden. Die rote Welt kämpft in Spanien Die Ausländer in der Internationalen Brigade Salamanca, 23. Dez. Aus der Beute, die die spanischen Nationaltruppen bei den Kämpfen um Madrid machen, geht immer wieder mit aller Klarheit hervor, in welchem Ausmaß auf seiten der Kommunisten Ausländer an den Kämpfen beteiligt sind. Gleichzeitig wird deutlich, daß diese Ausländer von den spanischen Bolschewistenführern zum Teil hohe Entschädigungen erhalten, zumindest soweit sie als Abteilungsführer tätig sind. Bei der Leiche eines polnischen Kommunistenführers fanden spanische Legionäre die Summe von 55000 Peseten. Ein gefallener Belgier im Leutnantsrang trug ein von Largo Caballero persönlich unterzeichnetes Schriftstück bei sich, nach dem sich der belgische Kommunist gegen Verleihung des Offiziergrades und gegen Zahlung einer hohen Summe verpflichtete, für drei Monate an die Front zu gehen. Im übrigen beweist dieser Fall, daß die Ausländer in der Internationalen Brigade sich ihre Kontrakte direkt von dem Bolschewistenhäuptling selber bestätigen lassen, da sie offenbar in die Unterschrift dritter Personen kein allzu großes Vertrauen setzen. Während der letzten Kämpfe erbeuteten die Nationaltruppen schwarzrote Regimentsfahnen mit anarchistischen Inschriften. Auf anderen Fahnen, die ihnen in die Hände fielen, stand in russischer Sprache„Dritte Internationale Brigade“. Unter 277 toten Bolschewisten stellten die Soldaten der Nationalisten nur einen einzigen Spanier fest. Die übrigen waren Engländer und andere Ausländer. Eine nationale Patrouille nahm einen Sowjetrussen gefangen, der den Rang eines Bataillonführers bekleidete, und zwei Polen. Die Polen waren als Dolmetscher nach Spanien angeworben worden. Sie wurden jedoch von den Bolschewisten unter Drohungen gezwungen, aktiv an den Kämpfen teilzunehmen. Die Gefangenen waren völlig verängstigt, da die Kommunisten das Gerücht ausgestreut haben, daß die Nationaltruppen jedem Gefangenen die Augen ausstechen, um auf diese Weise ihre Leute vom Ueberlaufen abzuschrecken. Trotzdem liefen bei der Universitätsstadt 54 Beamte der Polizei, die bisher zur Dienstleistung bei den Roten gezwungen wurden, in voller feldmarschmäßiger Ausrüstung zu den Nationaltruppen über. Nach den in Salamanca vorliegenden Meldungen herrscht an der Madrider Front seit drei Tagen nur schwaches Artilleriefeuer. Bei den Kämpfen gegen die Internationale Brigade erbeuteten die Nationaltruppen in letzter Zeit 36 Maschinengewehre, drei Panzerautos und sieben Lastwagen mit Munition, worunter eine größere Menge Dum=Dum=Geschosse gefunden wurde. Eine Streife der Legionäre drang von Villanueva de la Canada aus acht Kilometer weit in das Gebiet der Roten ein und erreichte die Ortschaft Navala Gaoella, die von den Roten und von der Bevölkerung vollständig geräumt war. zulegen mit dem Bemerken, daß die fehlenden Unterlagen so bald als möglich nachgereicht werden. Vor der Einstellung hat jeder Bewerber seine Arbeitsdienstpflicht abzuleisten. Eine Meldung hierfür seitens des Bewerbers ist nicht erforderlich. Die Anmeldung zum Arbeitsdienst wird durch die Wehrbezirkskommandos veranlaßt. Mehreinschlag und Waldverwüstungsgesetz Berlin. Vom Reichsforstamt wird amtlich mitgeteilt, daß die vor kurzem ergangene Verordnung zur Erhöhung des Hiebsatzes in allen Waldbesitzformen auf 150 v. H. in keiner Weise das Waldverwüstungsgesetz vom 18. Januar 1934 berührt. Während es sich hier um einen volkswirtschaftlich schädlichen Raubbau oder zumindest um einen vorzeitigen betrieblich nicht vertretbaren Abtrieb solcher betriebsunreifer Bestände handelt, die noch in wertvolle Nutzholzsortimente hineinwachsen können, wird der auf Grund unseres derzeitigen verstärkten Holzbedarfs notwendige Mehreinschlag im Rahmen eines ordnungsmäßigen Forstbetriebes erzielt. Insbesondere kann er durch Nachholung versäumter Durchforstungen, durch Pflege= und Lichtungshiebe in älteren Beständen erzielt werden. Die Bestimmungen des Waldverwüstungsgesetzes gelten in vollem Umfange weiter. Wer win Issizier werden! Fristen für die Bewerbungsgesuche um Uebernahme in die Offizierslaufbahn Berlin. Im Zusammenhang mit den die Verkürzung der Schulzeit betreffenden Maßnahmen werden die derzeitigen Unterprimaner bereits im Jahre 1937 die derzeitigen Obersekundaner bereits im Jahre 1938 von den Schulen entlassen. Nachstehend werden daher die Fristen bekanntgegeben, in denen die Bewerbungsgesuche um Uebernahme in die Offizierslaufbahn einschließlich Sanitäts= und Veterinärlaufbahnen des Heeres. der Kriegsmarine und der Luftwaffe von den Unterprimanern und Obersekundanern, die eine dieser Laufbahnen einschlagen wollen, eingereicht werden müssen. 1. Für derzeitige Unterprimaner erfolgt die Einstellung als Fahnenjunker beim Heere und bei der Luftwaffe oder als Offiziersanwärter bei der Kriegsmarine oder als Fahnenjunker im Sanitäts= oder Veterinärkorps am 1. Oktober 1937. Die Vorlage der Bewerbungsgesuche hat baldigst— spätestens jedoch bis 15. Januar 1937 — zu erfolgen. 2. Für derzeitige Obersekundaner erfolgt die Einstellung für eine der unter 1. aufgeführten Laufbahnen am 1. Oktober 1938. Die Bewerbungsgesuche sind einzureichen; beim Heere in der Zeit vom 15. Januar bis 31. März 1937; bei der Kriegsmarine in der Zeit vom 15. Januar bis 31. Mai 1937, bei der Luftwaffe in der Zeit vom 15 Januar bis 30. April 1937. Bewerbungsgesuche, die nicht innerhalb der vorgeschriebenen Fristen eingereicht sind können nicht berücksichtigt werden. Die näheren Bestimmungen. die bei der Bewerbung beachtet werden müssen, sind auf Merkblättern zu ersehen, die a) für die Offizierslaufbahn im Heere bei den Wehrbezirkskommandos, b) für die Offizierslaufbahn in der Kriegsmarine bei der Inspektion des Bildungswesens der Kriegsmarine. c) für die Offizierslaufbahn in der Luftwaffe bei den Wehrbezirkskommandos und auch bei der Annahmestelle für Offiziersanwärter der Fliegertruppe, Berlin NW. 40. Kronprinzen=Ufer 12. Erdgeschoß, sowie bei allen Truppenteilen der Luftwaffe. d) für die Sanitäts=Offizierslaufbahn bei den Wehrbezirkskommandos und bei der Militärärzt= lichen Akademie. Berlin NW. 40. Scharnhorststr. 35. e) für die Veterinär=Offizierslaufbahn bei den Wehrbezirkskommandos und auch bei den Korpsveterinären zu erhalten sind. Ausdrücklich wird darauf hingewiesen, daß zur Vorlage der Bewerbungsgesuche nicht die in den Merkblättern angegebenen Fristen, sondern nur die vorstehend aufgeführten Gültigkeit haben. Falls es einem Bewerber nicht möglich ist, die dem Gesuch beizufügenden Personalpapiere. Urkunden usw., so rechtzeitig zu beschaffen, daß er sein Gesuch innerhalb der vorgeschriebenen Frist einreichen kann, so ist das Gesuch trotzdem fristgerecht vorNach dem Ausscheiden von Admiral Foerster aus dem aktiven Dienst der Kriegsmarine ist Konteradmiral Carls mit der Wahrnehmung des Dienstes als Flottenchef beauftragt worden. (Weltbild—.) Wegen sortgesetzten Betruges jestgenommen Gelsenkirchen. Wegen fortgesetzten Betruges wurde ein Einwohner von hier, der in den letzten Monaten eine Anzahl von Personen empfindlich geschädigt hatte. Obwohl arbeitslos, gab er sich als Bauingenieur oder auch als selbständiger Bauunternehmer aus, der für die Heeresverwaltung Arbeiten ausführe. Einer Frau versprach er die Ehe und ließ sich von ihr mit 180 RM. aus einer augenblicklichen Geldverlegenheit helsen. Bisher konnten ihm 10 Betrugsfälle nachgewiesen werden. Er wurde dem Amtsgericht zugeführt. Ein netter Kavalier Gelsenkirchen. Am 18. Dezember sprach ein gutgekleideter Mann in der Schalker Straße eine Dame an, die er zu einer Tasse Kafsee einlud. Die Dame nahm die Einladung an. Sie gingen zusammen in ein hiesiges Lokal. Der Mann. der es auf die Handtasche seiner Begleiterin abgesehen hatte, verstand es auch, diese an sich zu nehmen. Unter einem Vorwand verschwand der saubere Kavalier. Als die Dame dann die Handtasche später nachsah, mußte sie jeststellen, daß der Bursche 20 Mark mitgenommen hatte. Todessturz aus dem Fenster Gelsenkirchen. In Ueckendorf vutzte eine junge Frau und Mutter ein Oberlicht ihrer in der zweiren Etage gelegenen Wohnung, wobei sie sich nur an der Fensterleiste festhielt. Plötzlich stürzte sie aus dem Fenster auf die Straße, wurde schwer verletzt zum Krankenhaus gebracht und ist dort, ohne wieder zur Besinnung gekommen zu sein, gestorben. Brand durch schadhaften Kamin Buer. In einem Hause der Moltkestraße war glühender Ruß durch Ritzen, die sich in dem Kamin gebildet hatten, ins Fachwerk des Hauses gedrungen und hatte einen Brand hervorgerufen, durch den u. a. ein Pelzmantel verbrannte. Die Feuerwehr konnte eine weitere Ausbreitung des Feuers verhüten. Alter Werdener Leuchter für 15 000 RM. verkauft Werden. Auf einer in Köln abgehaltenen Ver steigerung von Kunstwerken wurde auch ein aus der alten Abtei Werden stammender romanischer BronzeStandleuchter versteigert. Das wertvolle Stück war mit 8000 RM. angesetzt, wurde jedoch stark überboten und ging zum Schluß für den Preis von 15000 RM. in den Besitz des Landesmuseums in Bonn über. Neuer Ordinarius für Germanistik Münster. Der bisherige Ordinarius für deutsche Sprache und Literatur an der Technischen Hochschule in Danzig. Pros. Dr. Heinz Kindermann, wurde mit Wirkung vom 1. Dezember d. Is. ab an die westfälische Landesuniversität nach Münster berufen. Lastkraftwagen mit Resselladung verbrannt Ochtruv. Auf der Gronauer Straße geriet der mit einer Ladung Nessel beladene Lastkraftwagen einer Schüttorfer Weberei in Brand und verbrannte vollständig mitsamt der Ladung. zumal zum Löschen erst eine 200 Meter lange Schlauchleitung gelegt werden mußte. Der Wagenführer gibt an, sich entfernt zu haben, um Brennstoff zu besorgen, der ihm ausgegangen war. Als er wiedergekommen sei, habe der Wagen bereits in Flammen gestanden. Drei Einbrüche in einer Nacht Burgsteinfurt. In dem benachbarten Leer drangen Einbrecher mit Hilfe eines Brecheisens in die Pastorat ein, wurden aber verscheucht. Dann scheinen sie sich der Schule zugewandt zu haben und erbeuteten aus dem Besitz einer dort wohnenden Krankenpflegerin Spirituosen und eingemachte Früchte. von denen sie einen Teil im Klassenzimmer verzehrten. Auch in das unweit gelegene Haushaltungspensionat„Haus Horeto“ drangen die Einbrecher nach Verbiegen der Stäbe eines Oberlichtes ein und erbeuteten ebenso wie in der Pastorat nur einen kleinen Geldbetrag. 76 Siedlungshäuser erbaut Burgsteinfurt. Die Gelegenheit der Richtung von 19 neuen Siedlungshäusern in Ludwigsdorf benutzte Bürgermeister Dr. Schumann zu einem Ueberblick über das in vier Abschnitten bereits vollendete große Siedlungswerk. In 2½ Jahren wurden hier für den Betrag von 300000 RM. 76 Siedlungshäuser erbaut, deren Ausführung fast nur dem einheimischen Handwerk übertragen war. Es sei beabsichtigt, dieses große Siedlungswerk ganz großzügig auszuführen. und deshalb sei der Bau von 300 Siedlerheimen geplant. Folgenschwerer Sturz eines Kraftradfahrers Hiltruv. Der hier wohnende Kraftradjahrer W. streifte mit seinem Rade einen auf der Straße haltenden Anhänger, stürzte und mußte mit so schweren inneren Verletzungen ins Clemenshosptital nach Münster gebracht werden. Drei Autounfälle in kurzer Zeit Hörstel. Auf dem sogenannten Knobben, wo sich in der letzten Zeit mehr als ein Dutzend Autounglücke ereigneten, davon drei mit tödlichem Ausgang. kam es innerhalb weniger Stunden wieder zu drei Autounfällen. Der Lastwagen einer Rheiner Firma fuhr gegen einen Baum, krallte sich förmlich in ihm fest und mußte abgeschleppt werden. Bald darauf wollte einige hundert Meter weiter ein Personenwagen einen Lastzug überholen. In dem gleichen Augenblicke aber kam auch ein zweiter Personenwagen aus der entgegengesetzten Richtung. Beide Personenwagen stießen zusammen, da sie aber verhältnismäßig geringe Geschwindigkeit hatten, war der Zusammenprall noch ziemlich glimpflich. Bauerngehöft durch Feuer zerstört Liesborn. Das in Waldliesborn neben der alten Kapelle gelegene Bauerngehöft, im Jahre 1795 erbaut und als solches eines der ältesten des Kreises Beckum, wurde mitsamt den Wirtschaftsgebäuden und der Ernte durch Feuer zerstört. Mehrere Schweine mußten notgeschlachtet werden. Vom Zuge überfahren Laggenbeck. Zwischen hier und Velve sand man den 20jährigen Franz überfahren und getötet auf den Gleisen der Osnabrück—Rheiner Bahnstrecke. Allem Anscheine nach liegt ein Unglücksfall vor. Bredens letzter Torfstecher gestorben Breden. Noch bis in die letzten Tage hinein arbeitete der 80jährige Torfstecher Engelbert te Moller, der in den 90er Jahren von Holland nach hier gekommen war. im Zwillbrocker Venn, stets als erster an der Stelle und als letzter vom Ort. Jetzt ist er nach kurzer Krankheit gestorben, und mit ihm ist Vredens letzter Torsstecher von Beruf aus dem Leben geschieden. Todesopfer des Nebeneinanderfahrens Ernste Warnung für alle Radfahrer Köln. Durch verbotenes Nebeneinanderfahren kam hier eine siebzehnjährige Radfahrerin zu Tode. Drei Mädchen befuhren nebeneinander das Kaiser=Friedrich=Ufer. Dabei rutschte die Rechtsfahrende mit ihrem Rade aus und siel gegen das in der Mitte fahrende Mädchen. Dieses wiederum fiel gegen die linksfahrende Kameradin, die dadurch aus der Fahrtrichtung kam und von dem Anhänger eines Lastzuges überfahren wurde. Sie war auf der Stelle tot. Eine Unsitte fordert zwei Todesopfer Leverkusen. Auf der Manforter Straße in Leverkusen=Wiesdorf fuhr eine Zugmaschine mit zwei Anhängern in Richtung Schlebusch. In der gleichen Richtung fuhren zwei junge Leute, die zusammen auf einem Damenfahrrad saßen. Plötzlich gerieten die Radjahrer ins Schwanken und verloren die Gewalt über das Fahrrad. Sie gerieten zwischen die beiden Anhänger und wurden von dem zweiten Anhänger überfahren. Beide trugen so schwere Verletzungen davon, daß sie bereits auf dem Transvort zum Krankenhaus starben. C Statt Karten. Ihre Verlobung geben bekannt Watnilde urlnoff Otto Schrammen Castrop-Rauxel 1, Weihnachten 1936 Statt Karten. Ihre Vermählung geben bekannt Walter Pannenbecker Else Pannenbecker geb. Richter Welper(Ruhr Castrop-Rauxel 2 Weihnachten 1936 Statt Karten. Ihre Vermählung geben bekannt Leendert Lagemann Sergeant-Major Hilde Lagemann geb. Ennigkeit Harderwyk(Holland) Castrop-Rauxel 1 Wittener Str. 76 den 27. Dezember 1936 Pianos vom billigsten StudierPiano bis zum erstklassigen Marken-Instrument. Zahlungserleichtg. Miet-Pianos und gebr. Instrumente stets am Lager. Pianohaus Marks Bochum Keiser- Wilhelm-Straße Statt Karten. Christine von Alt Wilhelm Köhlhoff Verlobte Castrop-Rauxel 1, Weihnachten 1936 Marienstraße 31 Altes türs Aute FACHGESCHAFT NEUGUMMIEREN VULKANISIEREN K HERNE/ KAISER-WILHELM-STRASSE 15 Annahme Großtankstelle Soika, Castrop-R. 1. Münsterstraße Abgeschlossene -Zimmer= Wohnung mit anschl. Balkonzimer. im Stadtteil Schwerin, ist zum 1. Februar 1937 zu vermieten. Näheres:(M8s Cottenburg= Straße 182. Schöne(E33 Herrei zu verkaufen. Eickrodt, Frohlinde. Hans Vierhaus Infertigung von Solas, Couch, Hans Vierhal-— Schlarallia- Matratzen(Epeda). Castrop-R. 1, Werkst.: Bahn- Aufpolstern und Reparaturen, hofstraße 31. Peiset. pahn, Umarbeitung— Modernisierung Hoistraus Si. Vilvan Dallll- gamtlicher Polstermöbel— Ehehofstraße 31 und 37 standsdarlehn u. Kinderbeihilfe Zur„Berg-Quelle“ Dingertal Fröhliche Weihnachten“ und zur Jahreswende ein„Frohes neues Jahr“ wünscht allen meinen verehrten Besuchern und Gönnern Wirt Friedrich Rüther. An allen 3 Festtagen Konzert und Tanz ausgeführt von der bellebten Kapelle Arthur Franzrahe. Haben Sie etwas zu verkaufen oder wollen Sie etwaskaufen? Suchen Sie eine Stelle od. biet. Sie eine Stelle an? Dann inserieren Sie für CestropRauxel und Umgebung Statt Karten. Ihre Verlobung geben bekannt Paula Poppe Otto Klostermann Castrop-Rauxel 1, 2. Weihnachtstag 1936 Herner Straße 26 Käthe Wedekind August antförder Verlobte Castrop-Rauxel 3, Weihnachten 1936 Adolf-Hitler-Straße 41 DruCK Sadten für Industrie und Handel Briefrogen Mitteilungen Briefumschläge Rechnungen Postkarten Zirkulare Preislisten Kataloge Prospekte GESCHW SCHMITZ Castrop- Rauxel Fernrut 2151 u. 2152 Aeltester und größter Betrieb am Platze. Midinunu! Vulkanisier- Anstalt Kowalek Ruf 3030 Neugummierung. Reitenlager Rul 5030 Tankstelle, Münsterstraße 52 Makulatur papier stets zu haben im Stadtanzeiger Zu Weihnachten! Kanarienvögel Vogelkätige das beste Geschenk H. Hethey, Nuastr 38 Werkstatt für ersik assige Kau-.örihspauische Arbeitel Reparaturen sauber und preiswert Schuhmachermstr Heinr. Brüggemann Castrop-Rauxel 1, Im Ort 11, Rul 2026 Zu Neujahr! Vergessen Sie nicht Ihr Jestbier beim Honsabierverlag A. Stiffel Hckerstraße 25, Teleion 2004 zu bestellen. Lieserung frei Raus! Wader Meidung Auf Hnruf 51041 sofort Auswahlsendung mit lachkundiger Bedienung durch das Mode- Spezialhaus Lernerato. früher Gebr. Kaufmann Herne. Parfümerien Tollettenseifen, Haut- u. Haarpliegemittel in schönen Geschenkpackungen in großer Auswahl Bamenkteeurgeschals W. Wagener, Castrop-Rauxel Wittener Straße 36 Reichssender Koln Freitag. 25. Dezember 6,00 Weihnachten an der Waterkant. Hasenkonzert .00 Uebertragung aus der ev. Kirche Wupverseld: Das Weihnachtslied der Orgel Veranrheilereinnit Vernschten! Der Hausfrau stehen die Mittel der Wissenschaft nicht zur Verfügung, aber dennoch hat sie es in der Hand. der Verbreitung ansteckender Krankheiten zu begegnen. Das oberste Gebot ist da: Sauberkeit?— vor allem Sauberkeit der Wäsche! Das bewährte Waschmittel Persil besitzt wertvolle desinfizierende Eigenschaften und bietet so Gewähr für einen wirksamen Gesundheitsschutz. .00 Das schönste Fest der Familie .10 Musik am Wethnachtsmorgen .15„Mit füßem Jubelschall Nun singet fröhlich all:“ 10,00 Am Weihnachtsmorgen 11.00 Deutsche Erzählkunst der Gegenwart 11.20 Liedstunde 12.00 Mittagskonzert 14.00 Schöne Opernstimmen 16,00 Musik aus Dresden 18.00 Weihnachten der Auslandsdeutschen 18.15 Schlaf Kindlein, süße.. 18.45 Josef Haydn: Klaviersonate Nr. 9=Dur 19.00 Zur Unterhaltung 19.45 Sportvorbericht 20.00 Festliches Konzert 22.00 Zeit. Wetter. Nachrichten 22.05 Berühmte Chöre singen 22,30 Barnabas von Geczy spielt zur Unterhaltung Sonnabend, 26. Dezember .00 Frühkonzert .00 Glasbläsers heilige Nacht Eine Erzählung von Richard Euringer .10 Kleine Musik .15 Der freundliche Tag .45 Sendepause 10.00 Ausgewählte Schallplatten 11.00 Zur Sendung um 21.00 Uhr „Falstaff“ von G. Verdi Uebertragung aus der Mailänder Scala 11.30 Dietrich Edart 11.45 Aus dem„Wohltemverier= ten Klavier“ von Johann Sebastian Bach 12.00 Mittagskonzert 14.00 Goldene und silberne Klänge um den Weihnachtsbaum 14.30 Der Kievenkerl packt aus 15.00 Wolfg. Amadeus Mozart Sonate=Dur KV. 454 15,30 Weihnacht, Weihnacht überall... 16.00 Nette Sachen aus Köln 17.45 Weihnachtskonzert des Bielefelder Kinderchores 18.30 Weihnachten im Felde 19.30 Sportvorbericht 20,00 Barnabas von Geczy spielt 20,55„Falstaff“, Oper von Einseppe Verdi. Sonntag, 27. Dezember .00 Hafenkonzert .05 Frau Holle und der Blinde .15 Unterhaltungskonzert .45 Sendevause 10.00 Unser ist dies Land, dieses heilige Land 10.30 Musik am Sonntagmorgen 11.45 Heiratsanträge— eine Erzählung von Paul Ernst 12.00 Musik am Mittag 13.00 Glückwünsche 13.05 Fortsetzung des Konzertes 14.00 Zur Unterhaltung 15.00 An meine Frau. Lob der ehelichen Liebe 15.15 Kleine Musik 15,30 Ze wihen nahten Vom Glauben und Brauch in den zwölf heiligen Nächten zwischen den Jahren Nachmittagskonzert Wo bist du. Kamerad? Ernst und heiter und so weiter Der Sonntag im Funkbericht Svortvorbericht Aus der bunten Weihnachtstüte. Ein fröhlicher Unterhaltungsabend des Reichssenders Köln Zeit.„Wetter. Nachrichten Wir bitten zum Tanz 16.00 18.00 18.30 19.30 19.45 20.00 22.00 28.70