Se. Jochng, Kohrover Zeilung Rauxeler Neueste Nachrichten Bladenhorster Tageblatt Der Stadtanzeiger erscheimt wöchentlich Zmal. Wochendezugeprets 50 Pfg Voutbestellpreis 2 RM monatlich Ersatzansprüche können dei Storungen im Erscheinen infolge döherer Gewal, nicht gestell: werden Deus und Verlag Geschw Schmis in Castrov=Rauxel Hauptschriftleiter, verantwortlich für den Textteil Frau; Josef Pruso in Castrop=Rauxel Anzeigenleiter Wilhelm Welter in Castrop=Rauxel. DA. XI. 36 1622. Sa.=Nr. 2151 Castrop. Anzeigenprete: I mm hoch und 23 mum dreit 6 Pig. Textanzeigen 1 mm doch und 72 mm breit 25 Pig Nachlaß nach den vom W. d. D W. herausgegedenen Richtlinien 3 31 gili Preislicke Nr. 2 Für Plazwunsche auch für die durch Fernspreche: aufgegebenen sowie für undeutlich geschriebene Aufträge wird keine Gewähr übernommen Schluß der Anzeigen=Annahme 4 Uhr nachm tags zuvor Erfüllungsori u Gerichtskand Castrov=Rauxel. Amtlicher Verösfentlichungsblau für den Landgerichtsbezirl Dortmund. Allgemeines Kreisblan für den Stadttrets Castrov=Raurel. Nr. 348 Mittwoch, den 23. Dezember 1936 Mehr Achtung vor dem Brot! Immer wieder werden in den Müllkästen weggeworfene Nahrungsmittel und vor allem leider in erheblichem Umfang Brotreste gefunden. Das darf nicht sein. Das tägliche Brot ist Volksgut und darf nicht verkommen. Brot wird durch die harte Arbeit des Bauern dem Boden abgerungen. Brot muß als ein Geschenk der Erde geachtet werden. Wer Brot wegwirft, schädigt sein Volk. Wer das Brot achtet und sorgfältig nutzt, hilft die Ernährung sichern für das Volk und sich selbst. Durch die Hand der Hausfrauen gehen fast alle Nahrungsmittel. Sie sind berufen, das tägliche Brot zu hüten. Laßt kein Brot vertrocknen, auch der kleinste Rest läßt sich noch gut im Haushalt verwerten. Werft nichts weg, achtet das tägliche Brot! Weihnachtsansprache von Rudolf heß Berlin, 22. Dez. Der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, spricht— wie alljährlich— auch diesmal am Heiligen Abend über den Rundfunk zu den Deutschen in aller Welt. Die Rede wird übertragen Donnerstag, 24. Dezember, 21 Uhr bis 21.20 Uhr. Beschleunigte Kultivierung und er chließung des Emslandes Neuer Auftrag für Reichsminister Kerrl Berlin, 22. Dez. Der Beauftragte für den Vierjahresplan, Ministerpräsident Generaloberst Göring, hat Reichsminister Kerrl als Leiter der Reichsstelle für Raumordnung mit der Durchführung aller Maßnahmen, die zu einer beschleunigten Kultivierung und Erschließung des Emslandes und der angrenzenden Gebiete erforderlich sind und mit der endgültigen Regelung des Einsatzes und der Zusammenarheit der Arbeitskräfte im Emsland betraut. Für die Opfer der Arbeit Weihnachtssitzung des Ehrenausschusses der „Stiftung für Opfer der Arbeit“ Berlin, 22. Dez. Vor einigen Tagen trat im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda der Ehrenausschuß der„Stiftung für Opfer der Arbeit" zu seiner üblichen Weihnachtssitzung zusammen. Der ehrenamtliche Geschäftsführer, Oberregierungsrat Dr. Ziegler, erstattete Bericht über die Arbeit der Geschäftsstelle der Stiftung, aus welchem hervorgeht, daß die Inanspruchnahme der Stiftung unvermindert anhält. Bei der Hilfeleistung aus Anlaß von größeren Unglücksfällen im vergangenen Jahre war die Stiftung führend beteiligt. Ihr Hauptaugenmerk aber galt der Betreuung der Hinterbliebenen, deren Ernährer als Einzelopfer in ihrem Beruf verunglückten und die von der Oeffentlichkeit leider meist vergessen werden. Zur Beschlußfassung wurden dem Ehrenausschuß 1448 Gesuche vorgelegt. Auf Grund dieser Gesuche wurden 585 Familien zum ersten Male mit Zahlungen von insgesamt 143 669 RM. und 564 Familien zum zweiten oder dritten Male mit Zuwendungen in Höhe von 84540 RM. bedacht. 299 Gesuche mußten abschlägig beschieden werden, da eine besondere wirtschaftliche Notlage nicht vorlag bzw. die sachlichen Voraussetzungen für die Gewährung einer Unterstützung nicht gegeben waren. Seit Bestehen der Stiftung sind damit rund 15000 Gesuche bearbeitet und entschieden worden. Die bisherige Ausschüttungssumme beläuft sich auf rund 4 Millionen RM. Die von dem Ehrenausschuß bewilligten Summen sind bereits in die Hände der Unterstützten gelangt, so daß diese noch für das Weihnachtsfest darüber verfügen können. Der ehrenamtliche Geschäftsführer berichtete auch über die zahlreichen, bei der Stiftung eingehenden Dankschreiben, die zum Teil in ergreifender Weise die durch die Unterstützung bereitete Freude schildern. Aus ihnen ergibt sich, wie dankbar von den betreuten Volksgenossen das große soziale Hilfswerk des Führers als des Begründers der Stiftung empfunden wird. Polen gegen sddische arberstemdung Seim=Abgeordnete fordern Schutz des Polentums Warschau, 22. Dez. In der Sitzung des Haushaltsausschusses im Seim am Montag wurde besonders lebhaft die Judenfrage in Polen besprochen. Der frühere Legionär und Kavallerieoffizier Abg. Budzynski beklagte sich in der Aussprache über die Personalpolitik der Regierung. Zur Begründung wies er darauf hin, daß eine Reihe einflußreicher Posten in der polnischen Presse und Diplomatie mit Juden besetzt sei. Juden seien die Inhaber der höheren Stellen in den Redaktionen polnischer Zeitungen. Wenn die Regierung eine Pressekonferenz einberufe, so erschienen als Vertreter der polnischen Blätter überwiegend Juden. Daß die Vertreter polnischer Zeitungen in Deutschland jetzt keine Juden mehr seien, sondern Polen, sei weniger auf die Entwicklung in Polen als auf die in Deutschland zurückzuführen. Die Abteilung für Außenpolitik im polnischen Rundfunk sei mit drei Juden besetzt. Juden unterrichteten also die polnische Oeffentlichkeit über die politischen Vorgänge im Auslande. Wenn die Regierung, so fuhr der Abgeordnete fort, ihre Personalpolitik nicht ändere, dann werde sie alle Polen zu Antisemiten machen, da derartige Zustände natürlich eine Reaktion hervorrufen müßten. Die Polen könnten nicht dulden, daß auf irgendeinem Posten ein Jude die Peiping, 22. Dez. Die Vorgänge in Sianfu, die zur Gefangennahme Tschiangkaischeks führten, scheinen doch wesentlich blutiger verlaufen zu sein, als ursprünglich angenommen wurde. Von der 52 Mann starken Leibgarde Tschiangkaischeks sind, wie jetzt bekannt wird, nur noch sechs am Leben. Frau Tschiangkaischek ist mit ihrem Bruder T. V. Sung und dem englischen Berater Tschiangkaischeks, Donald, am Dienstagvormittag von Nanking nach Sianfu abgeflogen, um die Verhandlungen mit dem meuternden Marschall Tschanghsueliang fortzusetzen. Der Vorsitzende des Politischen Zentralrates der Koumintang und frühere Präsident des Vollzugsausschusses der chinesischen Nationalregierung, Wangtschinwei, der sich bekanntlich seit einiger Zeit zu einem Kuraufenthalt in Europa polnische Kultur vertrete. Es sei höchste Zeit, Polen von der inneren Okkupation durch das Judentum zu befreien. Als ein jüdischer Abgeordneter dieser Darstellung widersprechen wollte, begegnete ein anderer Seim=Abgeordneter seinen Vorstoß mit der Frage, ob der jüdische Vertreter etwa nicht wisse, daß unter den derzeitigen Verhältnissen in Polen nur noch ein Jude Rechtsanwalt oder Journalist werden könne. Der Sohn eines polnischen Bauern dagegen habe nicht einmal die Möglichkeit, sich ein Ladengeschäft zu gründen. Kundgebungen in Ost=Oberschlesien Kattowitz, 22. Dez. Am Goldenen Sonntag kam es in mehreren ost=oberschlesischen Städten zu größeren Kundgebungen gegen die jüdische Ueberfremdung. Zahlreiche Mitglieder polnischer Vereinigungen sammelten sich vor jüdischen Geschäften und forderten auf, Einkäufe nur bei Ariern zu tätigen. Gleichzeitig wurden in den Straßen Flugblätter verteilt, die den Boykott der jüdischen Geschäfte verlangten. Besonders nachhaltig waren die Kundgebungen vor den großen jüdischen Warenhäusern in Kattowitz und Königshütte. In mehreren Fällen schritt die Polizei ein, die eine Anzahl Kundgeber festnahm. befindet, hat sich am Dienstag in Genua eingeschifft, um auf dringenden Wunsch der Nationalregierung nach Ranking zurückzukehren. Wang hat durch die chinesische Abordnung in Genf eine Erklärung veröffentlichen lassen, in der er auf die Ereignisse in Sianfu und seine dadurch notwendig gewordene sofortige Rückkehr nach China hinweist. Keine Gefahr für die Deutschen in Schenst und Kansu Berlin, 22. Dez. Nach hier eingetroffenen Meldungen besteht für die in den Provinzen Schensi und Kansu befindlichen Reichsangehörigen keine unmittelbare Gefahr. Die chinesischen Behörden haben vorsorglich zugesagt, den Ausländern den notwendigen Schutz zu gewähren und im Notfall für ihre Evakuierung zu sorgen. Das Ende der Gesandtschaften in Addis Abeba Es hat lange gedauert, bis sich die beiden großen europäischen Westmächte und damit die tonangebenden Faktoren im Völkerbund entschlossen haben, aus der in Aethiovien neu geschaffenen und endgültigen volitischen Lage die erste praktische Schlußfolgerung zu ziehen. Wohl wird sowohl in London als auch in Paris mit Nachdruck erklärt, daß die Umwandlung der Gesandtschaften in Addis Abeba in einfache Generalkonsulate keine De=iure=Anerkennung der Angliederung des einstigen Negusreiches an das italienische Imperium darstelle. Diese Betonung vermag aber nicht darüber hinwegzutäuschen, daß mit dem Entschluß der beiden Regierungen in Wirklichkeit die De=facto=Anerkennung erfolgt ist. Im übrigen genügt ja schon der Hinweis, daß die Auflösung der bisherigen Gesandtschaften unmittelbar vor dem Abschluß des britisch=italienischen Verständigungsabkommens erfolgt ist, um die besondere politische Bedeutung des englischen und französischen Schrittes klarzumachen. Mik ihr ist zweifellos die wichtigste Voraussetzung für die britisch=italienische Versöhnung geschaffen worden. was auch aus dem Echo hervorgeht, das diese Maßnahme in Italien gefunden hat. Auch die Tatsache, daß sich die französische Regierung bereit erklärt hat. die Aufhebung ihrer Gesandtschaft in Addis Abeba gleichzeitig mit der Umwandlung der englischen Gesandtschaft in ein Generalkonsulat vorzunehmen, verstärkt die Ansicht, daß es sich um viel mehr als nur um eine Geste handelt. Die in der letzten Zeit in London und in Paris wieder stärker gewordenen Bemühungen, die Aussprache über einen neuen Westpakt fortzusetzen, ließen von allem Anfang an die Absicht erkennen. Italien zu diesen vorbereitenden Besprechungen beizuziehen und so die neuen Bemübungen etwas erfolgversprechender zu gestalten. Man hofft dabei, durch diese De=facto=Anerkennung Aethioviens als italienisches Gebiet. der nunmehr aller Voraussicht nach die Verlautbarung über den Abschluß des britisch=italienischen Mittelmeerabkommens auf dem Fuße folgen dürfte. in der von London und Paris vorgesehenen neuen Fühlungnahme der euroväischen Divlomatie ein gutes Stück weitergekommen zu sein. Dabei wird man somohl in der Domning=Street als auch am Quai’Orsay nicht übersehen können, daß die gemeinsame Haltuna Italiens und des Deutschen Reiches in der Westvaktfrage wiederholt feierlich verkündet worden ist. und daß daher der Versuch. Italien wieder an den Vorbereitungen für diesen Pakt zu beteiligen, gleichzeitig auch eine Rücksichtnahme und ein Eingehen auf den deutschen Standpunkt bedeuten muß. Glaubt man'so in Paris und in London, mit der politisch zmeifellos außerordentlich wichtigen Geste der endasltigen Aufhebung der Gesandtschaften in Addis Abeba das Eis gebrochen zu haben, so wird sich der damit verbundene Optimismus nur rechtfertigen lassen, wenn man der deutsch=italienischen Zusammenarbeit am Wiederaufbau Eurovas. die zuletzt besonders eindrucksvoll nach dem Besuche des Grafen Ciano im Deutschen Reiche bekundet worden ist. Rechnung trägt. Die nächsten Schritte, die in dieser Angelegenheit die verantwortlichen Divlomaten Westeurovas machen werden, müssen jedenfalls schon zeigen. in welchem Geiste man diesen neuen Versuch zu einer gesamteuroväischen Verständigung durchführen will. Einigung mit Volen im Durchgangsverkehr nach Ostpreußen Berlin, 22. Dez. In den seit längerer Zeit im freundschaftlichen Geiste zwischen dem polnischen und dem Reichsverkehrsministerium geführten Verhandlungen über die weitere Regelung des Durchgangsverkehrs zwischen Ostprenßen und dem übrigen Deutschland ist am 22. Dezember 1936 eine volle Einigung erzielt worden. Nach dem jetzt beschlossenen Uebereinkommen wird der bestehende Zustand, wonach der Verkehr über die kürzesten polnischen Durchgangsstrecken bedient wird, auch für das Jahr 1937 beibehalten. Da keinerlei Verkehrsbeschränkungen auf dem Eisenbahnwege bestehen, wird der Eisenbahndurchgangsverkehr im Jahre 1937 erheblich zunehmen. Die Zahlungsfrage hat eine Lösung gefunden. die der gegenwärtigen Sachlage bei Berücksichtigung der beiderseitigen Interessen entspricht. Der Führer und Reschskanzlei hat an die Witwe des Staatsrats Professor Dr. Wiegand ein Beileidstelegramm gerichtet. Der Führer und Reichskanzler hat dem Professor Dr. Heinrich Gloel in Wetzlar in Anerkennung seiner Verdienste um die deutsche Kunstwissenschaft und Goethe=Forschung die GoetheMedaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. Berhnnuppen=Kbendig eingemäudel Entsetzliche Feststellung in einer böhmischen Grube Prag, 22. Dez. Die Untersuchung des Unglücks auf der Grube„Prokop“ in Soborten nordöstlich von Teplitz=Schönau, das sich am 6. Oktober vor. I. ereignete, führte zu einer überraschenden Aufklärung. Sechs Bergleute wurden damals das Opfer des Unglücks. Ein Obersteiger hatte einer Kommission, die in die Grube kam, gemeldet, daß schlagende Wetter aufgetreten seien und die Grube brenne. Die Kommission hatte daraufhin die sofortige Abdichtung der Grube durch eine Ziegelmauer angeordnet. Dieser Tage nun stiegen zwei Bergleute mit Sauerstoffapparaten in den Schacht, um die Verunglückten zu bergen. Ihnen bot sich ein entsetzlicher Anblick. Fünf Bergleute lagen beisammen. Ihre Köpfe beugten sie über einen Wasserbehälter und hielten sich gegenseitig an den Händen. Wie sich herausstellte, waren die Bergleute lebendig eingemauert worden, obwohl sie in zwei bis drei Stunden hätten gerettet werden können. Eine oberflächliche Besichtigung zeigte klar, daß in der Grube überhaupt kein Brand ausgebrochen war. Die Leichen waren nämlich mit Schimmel bedeckt, der sich bei größerer Hitze nicht hätte bilden können. Auch das Handwerkszeug der Toten und die Kohlen waren unversehrt. Neuer Dammbruch in Japan Tokio, 22 Dez. Ein neuer Dammbruch des Staudammes der Grubenanlagen bei Osaruzawa, südlich von Aomeri in Nordjapan, verursachte wiederum eine Ueberschwemmung der Dörfer unterhalb des Staudammes. Trotzdem der größte Teil der Bevölkerung rechtzeitig flüchten konnte, sind 18 Tote bzw. Vermißte und 40 Verwundete zu beklagen. Die Dörfer wurden geräumt. Zwei Millionen Unterernährte in West=Schottland London, 22. Dez. Ein Untersuchungsausschuß der Labour=Party, der in den letzten Wochen die Notstandsgebiete„von West=Schottland besuchte, ist nach einer Meldung des„Daily Herald“ zu dem Ergebnis gelangt, daß in dieser Gegend etwa zwei Millionen Menschen unter mangelhafter Ernährung leiden. Noch zu keiner Zeit in der Geschichte Schottlands seien so viele Menschen auf öffentliche Unterstützung angewiesen. wie heute. Obwohl die Industriestadt Glasgow selbst nicht als Notstandsgebiet gelte, empfangen nahezu 14 v. H. der gesamten Bevölkerung Armenunterstützung. In Berlin ist im Alter von 72 Jahren Dr Otto Jessen, ehemaliger stellvertretender Direktor des WTB., gestorben. In die Zeit seines Wirkens fiel der ungeheure technische Aufschwung des deutschen Nachrichtenwesens, um das Jessen sich große Verdienste erworben hat. Die Leidgaros Eschlungnatschens gesatten Frau Tschiangkaischek verhandelt mit Tschanghsueliang Preiszuschläge für Kohl Eine Anordnung des Reichskommissars für die Preisbildung Berlin, 22. Dez. Der Reichskommissar für die Preisbildung hat Zuschläge festgesetzt, durch deren Erhebung die der Hauptvereinigung der deutschen Gartenbauwirtschaft angegliederten Bezirksabgabestellen die Preise für Weißkohl, Rotkohl, gelben und grünen Wirsing während der Wintermonate in gewissen Zeitabschnitten erhöhen können. Die für Dezember 1936 bis April 1937 genehmigten Zuschläge liegen unter denen des Jahres 1935=36. Der Reichskommissar für die Preisbildung hat damit eine Ausnahme nach§ 3 der PreisstoppVerordnung vom 26. November 1936 zugelassen. Preissteigerungen für Kohl sind in den Wintermonaten saisonbedingt und berechtigt, weil durch die Einlagerung des Kohls und das allmähliche Abfallen der alten Blätter Verluste entstehen. Die Kohlpreise der Bezirksabgabestellen vom 17. Oktober 1936, also die Erzeugerpreise für Kohl, konnten deshalb nicht für den ganzen Winter beibehalten werden. Ihre Neuregelung ist durch die den Bezirksabgabestellen vorgeschriebenen Zuschläge für das Reich einheitlich erfolgt. Gleichzeitig hat der Reichskommissar die Preisbildungsstellen ermächtigt, die auf Grund von § 3 der Preisstopp=Verordnung notwendigen Ausnahmebewilligungen für die Kohlpreise der Groß= und Kleinverteiler auszusprechen. Die damit zugelassenen Preiserhöhungen für Handel und Verbraucherschaft werden der Erhöhung des Erzeugerpreises Rechnung tragen, sich jedoch im Rahmen der erwähnten Zuschläge halten, also ein geringeres Ansteigen der Kohlpreise als im letzten Winter mit sich bringen. Die Ermächtigung der Preisbildungsstellen zur Erteilung der Ausnahmebewilligungen erklärt sich aus den örtlich verschiedenen Bewilligungen, wie Anfuhrkosten, Lagerung und Sicherungsverhältnisse, die für den Groß= und Kleinhandelspreis zu berücksichtigen sind. Monopolverkaufspreise verlängert Berlin, 22. Dez. Der Vorsitzende des Verwaltungsrats der Reichsstelle für Getreide, Futtermittel und sonstige landwirtschaftliche Erzeugnisse, hat nach Anhörung des Ausschusses des Verwaltungsrates durch eine im Deutschen Reichsanzeiger erscheinende Anordnung die Geltungsdauer der Monopolverkaufspreise derjenigen dem Maismonopol unterliegenden Waren, für die die Preisregelung am 31. Dezember 1936 abläuft, bis zum 30. April 1937 verlängert. Neuregelung der Aufwertungsfalligkeiten Berlin, 22. Dez. Der Reichsminister der Justiz, Dr. Gürtner, hat im Einvernehmen mit den beteiligten Reichsministern eine Verordnung erlassen, die eine neue Fälligkeitsregelung für die Aufwertungshypotheken bringt. Die Verordnung gilt für die Aufwertungsfälligkeiten, die Ende dieses Jahres oder später eintreten. Sie hat die früheren Vorschriften zu einer Dauerregelung ausgestaltet und dabei das Bestreben der Gesetzgebung, die Fälligkeitsbeschränkungen aufzulockern, noch mehr als bisher in den Vordergrund gerückt. Nach den neuen Vorschriften kann der Gläubiger die Aufwertungshypothek kündigen, er muß aber dabei eine Kündigungsfrist von mindestens drei Monaten innehalten. Hat der Gläubiger zum 31. Dezember 1936 gekündigt, so muß er die Kündigung wiederholen, falls er sie aufrechterhalten will. Kündigt der Gläubiger, so hat der Schuldner sich nach besten Kräften zu bemühen, ihn zu befriedigen. Kann der Schuldner die Mittel zur rechtzeitigen Zahlung des fälligen Kapitals nicht aufbringen, so muß er versuchen, sich auf Zahlungsbedingungen, die er erfüllen kann, mit dem Gläubiger zu einigen. Kommt eine Einigung nicht zustande, so kann der Schuldner oder der Gläubiger die Hilfe des Richters in Anspruch nehmen. Das muß aber innerhalb sechs Wochen nach der Kündigung des Gläubigers geschehen. Aufgabe des Richters ist es dann, eine Vereinbarung der Beteiligten über die Zahlung des Aufwertungsbetrages zu vermitteln und, wenn dies nicht gelingt, eine der Billigkeit entsprechende Entscheidung über die Fälligkeit des Kapitals zu treffen. Hierfür gibt die Verordnung dem Richter Richtlinien, die im wesentlichen darauf hinauslaufen, daß unbillige Härten für die Gläubiger vermieden werden, und daß das Zahlungsvermögen des Schuldners, auch wenn es nur beschränkt ist, für die Schuldentilgung in vollem Umfang nutzbar gemacht wird, gegebenenfalls durch Teilzahlungen oder in der Form der Abzahlungs= oder Tilgungshypothek. Aeußerstenfalls kann der Richter dem Gläubiger eine Stillhaltepflicht für die Dauer von zwei Jahren in der Weise auferlegen, daß die Kündigung, die der Gläubiger ausgesprochen hat, für unwirksam erklärt und die ordentliche Kündigung für den Gläubiger für einen Zeitraum von zwei Jahren ausgeschlossen wird. Kündigt der Gläubiger nach Ablauf der Stillhaltefrist, so kommt die Verordnung erneut zur Anwendung. Bei den Aufwertungsverbindlichkeiten der Gemeinden und Gemeindeverbände tritt wie bisher an die Stelle des gerichtlichen Verfahrens das Verwaltungsverfahren der Verordnung vom 21. Februar 1935. Wie aus Kairo berichtet wird, ist der neue englisch=ägyptische Vertrag am Dienstag in Kraft gelteten. Neue Enthüllungen in Paris Das zweite französische Kanonenflugzeug nach Barcelona gesandt „Wir dementieren das Dementl“ Paris, 22. Dez. Das„Echo de Paris“, das am Montag eine Meldung verbreitet hatte, wonach die französische Regierung das modernste französische Kampfflugzeug, einen Devoitine=Kanonenapparat, an die spanischen Bolschewisten geliefert habe, bestätigt am Dienstag diese Mitteilung trotz des Dementis des französischen Luftfahrtministers und trotz der gerichtlichen Klage, die der Minister gegen das Blatt wegen der Veröffentlichung von„Falschmeldungen“ eingereicht hat. „Wir dementieren das Dementi des Luftfahrtministers“, so schreibt das„Echo de Paris“,„und wir fügen sogar hinzu, daß auch das zweite Devoitine=Kampfflugzeug, das wir noch in Händen der technischen Abteilung des Luftfahrtministeriums glaubten, ebenfalls nach Barcelona unterwegs ist und augenblicklich wegen einer Motorstörung in Limoges liegt.“ Anklage wegen Urkundenfälschung Der Skandal im französischen Außenministerium Paris, 22. Dez. Die Verhaftung der Sekretärin Linder vom französischen Außenministerium und des Juden Rosenfeld beschäftigt die Pariser Presse weiterhin sehr stark, obgleich die amtlichen Stellen stärkste Zurückhaltung üben. Rosenfeld war bereits aus Frankreich ausgewiesen worden. Trotzdem hatte er sich um die französische Staatsbürgerschaft beworben. Das Einbürgerungsverfahren wurde jedoch durch gewisse Schriftstücke erschwert, die in Rosenfelds Personalpapieren im Außenministerium liegen. Aus diesen Dokumenten geht hervor, daß der Jude eine wenig empfehlenswerte Persönlichkeit ist. Die verhaftete Sekretärin hatte früher in Rosenfelds Diensten gestanden und unterhielt im mer noch enge Beziehungen zu ihm. Sie entfernte die belastenden Schriftstücke aus den Akten und ersetzte sie durch falsche Papiere, in denen dem Juden die besten Prädikate gegeben wurden. Auf diesen Dokumenten war die Unterschrift eines hohen Beamten des Quai’Orsay gefälscht worden, der inzwischen gestorben ist. Die Linder hat weiter ihren Freund Rosenfeld über alle Verhandlungen laufend unterrichtet, die im Zusammenhang mit Waffenlieferungen gepflogen wurden. Das französische Außenministerium muß zu solchen Verhandlungen Gutachten abgeben, ehe sie zum Abschluß gebracht werden können. Auf diese Weise war es Rosenfeld möglich, sich im gegebenen Augenblick einzuschalten, um sein Geschäft zu machen. Gegen die Sekretärin Linder hat der Untersuchungsrichter Anklage wegen Urkundenfälschung erhoben. Der Jude Rosenfeld wird sich vorläufig nur wegen Nichtbeachtung eines Ausweisungsbefehls zu verantworten haben. Wegen des Waffenschmuggels nach Spanien wird die Untersuchung gegen ihn noch weitergeführt. Wer Gin ossizter werden? Wichtige Bekanntmachung zur Offiziersberufswahl Berlin, 22. Dez. Im Zusammenhang mit den die vor kurzem die Schulzeit betreffenden Maßnahmen werden die derzeitigen Unterprimaner bereits im Jahre 1937, die derzeitigen Obersekundaner bereits im Jahre 1938 von den Schulen entlassen. Nachstehend werden daher die Fristen bekanntgegeben, in denen die Bewerbungsgesuche um Uebernahme in die Offizierslaufbahn, einschließlich Sanitäts= u. Beterinäroffizierslaufbahnen des Heeres, der Kriegsmarine und der Luftwaffe von den Unterprimanern und Obersekundanern, die eine dieser Laufbahnen einschlagen wollen, eingereicht werden müssen. 1. Für derzeitige Unterprimaner erfolgt die Einstellung als Fahnenjunker beim Heere und bei der Luftwaffe oder als Offiziersanwärter bei der Kriegsmarine oder als Fahnenjunker im Sanitäts= oder Veterinärkorps am 1. 10. 1937. Die Vorlage der Bewerbungsgesuche hat baldigst— spätestens jedoch bis zum 15. 1. 1937— zu erfolgen. 2. Für derzeitige Obersekundaner erfolgt die Einstellung zu einer der unter 1. aufgeführten Laufbahnen am 1. 10. 1938. Die Bewerbungsgesuche sind einzureichen: beim Heer in der Zeit vom 15. 1. bis 31. 3. 1937, bei der Kriegsmarine in der Zeit vom 15. 1. bis 31. 5. 1937, bei der Luftwaffe in der Zeit vom 15. 1. bis 30. 4. 1937. Bewerbungsgesuche, die nicht innerhalb der vorgeschriebenen Fristen eingereicht sind, können nicht berücksichtigt werden. Die näheren Bestimmungen, die bei der Bewerbung beachtet werden müssen, sind aus Merkblättern zu ersehen, die a) für die Offizierslaufbahn im Heere bei den Wehrbezirkskommandos, b) für die Offizierslaufbahn in der Kriegsmarine bei der Inspektion des Bildungswesens der Kriegsmarine, Kiel, c) für die Offizierslaufbahn in der Luftwaffe bei den Wehrbezirkskommandos und auch bei der Annahmestelle für Offiziersanwärter der Fliegertruppe, Berlin RW. 40, Kronprinzen=Ufer 12, vorliegen, sowie bei allen Truppenteilen der Luftwaffe, d) für die Sanitätsoffizierslaufbahn bei den Wehrbezirkskommandos und bei der Militärärztlichen Akademie, Berlin RW. 40, Scharnhorststraße 35, e) für die Veterinäroffizierslaufbahn bei den Wehrbezirks. kommandos und auch bei den Korpsveterinären zu erhalten sind. Ausdrücklich wird darauf hingewiesen, daß zur Vorlage der Bewerbungsgesuche nicht die in den Merkblättern angegebenen Fristen, sondern nur die vorstehend aufgeführten Gültigkeit haben. Falls es einem Bewerber nicht möglich ist, die im Gesuch beizufügenden Personalpapiere, Urkunden usw. so rechtzeitig zu beschaffen, daß er sein Gesuch innerhalb der vorgeschriebenen Frist einreichen kann, so ist das Gesuch trotzdem fristgerecht vorzulegen mit dem Bemerken, daß die fehlenden Unterlagen so bald als möglich nachgereicht werden. Vor der Einstellung hat jeder Bewerber seine Arbeitsdienstpflicht abzuleisten. Eine Meldung hierfür seitens des Bewerbers ist nicht erforderlich. Die Anmeldung zum Arbeitsdienst wird durch die Wehrbezirkskommandos veranlaßt. Bewerbungen für die Sanitätsoffizier=Laufbahn Berlin, 22. Dez. Zum 1. April und 1. Oktober 1937 werden Medizinalpraktikanten und approbierte Aerzte für die Sanitätsoffizierlaufbahn des Heeres angenommen. Bewerbungen sind an den nächsten Korpsarzt zu richten. Merkblätter sind bei den Wehrbezirkskommandos zu haben. Dietrich Eckart zum Gedenken Eine der letzten Porträtaufnahmen des nationalsozialistischen Vorkämpfers und Freiheitsdichters Dietrich Eckart, der am 26. Dezember 1923 an den Folgen unschuldig erlittener Kerkerhaft starb. (Heinrich Hoffmann—.) Der von den roten Horden seinerzeit verschont gebliebene Teil der Zivilbevölkerung ist an seine Arbeitsstätten zurückgekehrt und bemüht sich, den Befreier=Truppen das Leben während der Kampfpausen möglichst angenehm zu gestalten. Von der roten Fliegerei ist in letzter Zeit nicht mehr viel zu bemerken. Vermutlich ist ihre Tätigkeit infolge der ihr durch die nationale Flakabwehr beigebrachten Verluste ganz lahmgelegt worden. Gibraltar gegen Ceuta eintauschen Vorschlag eines englischen Admirals London, 22. Dez. Vizeadmiral Usborne, der frühere Leiter des Nachrichtendienstes der britischen Marine, sprach sich in einer Rede in London für die Abtretung Gibraltars an Spanien im Austausch für Ceuta, das an der afrikanischen Seite der Meerenge liegt, aus. Er begründete diesen Vorschlag mit militärischen Erwägungen und erklärte, daß Gibraltar im Ernstfalle nicht gehalten werden könnte. Ceuta mit seinem Hinterland bietet vor allem den Vorteil, daß ein großer Flughafen angelegt werden könne, der einen wirksameren Schutz der Meerenge gewährleiste. 4000 Getsen. Werden ausgelachaft! London, 22. Dez.„Daily Telegraph“ meldet aus St. Jean de Luz, daß die Verhandlungen zwischen den auf Seiten der Roten stehenden baskischen Separatisten und der spanischen Nationalregierung über den Austausch von insgesamt 4000 Geiseln, von denen bereits Eden in seiner letzten Unterhausrede gesprochen hatte, unmittelbar vor dem Abschluß stehe. Mit der Freilassung der Geiseln, die von britischen Kriegsschiffen befördert werden sollen, sei schon in kurzer Zeit zu rechnen. Wie Havas aus Bayonne berichtet, sind Vertreter der roten Basken aus Bilbao an Bord eines amerikanischen Kriegsschiffes in Frankreich eingetroffen, um hier mit Vertretern der spanischen Nationalregierung über den Austausch von 4000 Geiseln zum Weihnachtstage zu verhandeln. An den Besprechungen nehmen auch Vertreter des Internationalen Roten Kreuzes teil. Lebensmittelknappheit in Katalonien Salamanca, 22. Dez. Der Nationalsender teilte mit, daß infolge der ständig steigenden Lebensmittelknappheit in Katalonien die dortigen Aerzte, Rechtsanwälte und Kaufleute sich bereit erklärten, auf fällige Rechnungen 20 v. H. Nachlaß zu gewähren, wenn der dann in Rechnung stehende Betrag in Waren zur Verfügung gestellt wird. Nach den letzten in Salamanca vorliegenden Nachrichten aus Madrid begegnet die Räumung der Hauptstadt durch alle Kampfunfähigen neue Schwierigkeiten. Barcelona, Valeneia und Alicante melden, daß der Zustrom von Flüchtlingen aus den Kampfgebieten beängstigende Formen annimmt. Die Lebensmittelnot werde immer größer und es steige auch die Seuchengefahr. Infolge Brennstoffmangels könne nur noch unregelmäßig der Abtransport der nicht wehrfähigen Bevölkerung erfolgen. Radio Tetuan gibt bekannt, daß in den Straßen Madrids eine Kundgebung von Frauen stattgefunden habe, die die Uebergabe Madrids forderten. 43 Frauen, die an der Demonstration teilnahmen, wurden verhaftet und erschossen. Nach zuverlässigen Erkundungen trafen in Madrid mehrere tausend ausländische Kommunisten ein, die die großen Verluste der internationalen Kolonne in den letzten Tagen ausgleichen sollen. Keine besonderen Kämpfe vor Madrid Toledo, 22. Dez. Bei gutem, aber dunstigem sing der Montag Madrid ##* per Montag an der Mabrider Front ohne besonde Wetter ehne Aesendere Kampfereignisse. Die Feuertätigkeit war auf beiden Seiten nur gering. Zwölf nationale Bombenflugzeuge belegten die roten Stellungen am linken Flügel bei Pozuelo mit Bomben, jedoch schien ein weiteres Vordringen der nationalen Infanterie nicht geplant zu sein. In Carabanchel, wo sich der DRB.=Vertreter befindet, schlugen einige Granaten der neuen sowjetrussischen 11,5=cm.=Geschütze ein, die zwar einige unwichtige Gebäude — darunter eine geräumte Rote=Kreuz=Station — zerstörten, aber keinen einzigen Menschen verwundeten. In Carabanchel herrscht lustiges Lagerleben. Verschollenes Postflugzeug gefunden Unfall eines dritten Flugzeuges in USA. Neuyork, 22. Dez. Nach einem in Salt LakeCity(Utah) aufgegebenen Funktelegramm hat der Leutnant Cooper, ein Flugzeugführer der Nationalgarde, am Montag die Trümmer des seit mehreren Tagen verschollenen Postflugzeugs in unwegsamer Bergwildnis in der Nähe von Calder(Idaho) aufgefunden. Die beiden Bordinsassen waren tot. Die bekannte Fliegerin Emilia Earhart ist in Salt Lake=City eingetroffen, um an der Suche nach dem seit etwa einer Woche mit sieben Insassen verschollenen Passagierflugzeug, das in der Bergwildnis von Utah abgestürzt sein muß, teilzunehmen. Die Suchaktion nach diesem Flugzeug wird von Hunderten von Personen und mit Hilfe zahlreicher Flugmaschinen durchgeführt. Aus Port Jervis im Staate Neuyork wird ein dritter Unfall, von dem die amerikanische Zivilluftfahrt betroffen worden ist, gemeldet. Dort ist ein Passagiertransportflugzeug mit elf Insassen nach einer gefahrvollen Notlandung während schweren Sturmes stark beschädigt worden. Vier Passagiere wurden schwer verletzt. Nur der Geschicklichkeit und dem Mut der dreiköpfigen Besatzung, unter der sich auch der bekannte Transatlantikflieger Dick Merrill befand, ist es zu verdanken, daß eine noch größere Katastrophe vermieden werden konnte. Straßenbahnzusammenstoß in Berlin Zahlreiche Verletzte Berlin, 22. Dez. In dem nördlichen Berliner Vorort Buschholz stießen am Dienstagmittag bei starkem Nebel auf einem eingleisigen Bahnkörper zwei Triebwagen der Straßenbahnlinie 24 zusam. men, die aus entgegengesetzter Richtung kamen. Der Aufprall war so heftig, daß die Scheiben in Trümmer gingen und die Vorderteile beider Wagen schwer beschädigt wurden. Von den Insassen wurden etwa zehn Personen mittelschwer verletzt, so daß sie in das Pankower Krankenhaus geschafft werden mußten. Eine größere Anzahl weiterer Reisender erlitt leichtere Verletzungen. Durch den Unfall trat eine Verkehrsstörung von etwa einer Stunde ein. Die seit einigen Wochen in Berlin geführten Verhandlungen über die Verlängerung des deutsch=finnischen Handelsvertrages und des deutsch=finnischen Verrechnungsabkommens sind erfolgreich zum Abschluß gebracht worden. Der Herzog von Kent. der jüngere Bruder König Georgs VI., wird Anfang Januar an der Vermählung der holländischen Thronfolgerin Prinzessin Juliana mit dem Prinzen Bernhard teilnehmen. Die Interamerikanische Friedenssicherungskonferenz nahm insgesamt 37 Kommisstonsvorschläge, die das Zusammenwirken der amerikanischen Staaten in gewissen volttischen, wirtschaftlichen, verkehrstechnischen und kulturellen Fragen betreffen, an. Nr. 348 Z weites Blatt des„Stadtanzeigers für Castrov=Nauxel und Umgebung“ Mittwoch. den 23. Dezemder 1953 Die Wonmach-VeiWundernider Ein Abenteuer in der Heiligen Nacht Die Hände fest in den Taschen stapfte Johannes durch den Schnee. Jetzt war er frei, wenigstens für ein vaar Tage. Er hatte das kleine Heimatnest aufgesucht wo ihn das Haus der verstorbenen Mutter erwartete. Die Jugend hatte ihn einst freundlich umfangen, aus der Kindheit waren ein paar verblaßte Sterne übrig geblieben, aber die Erinnerungen bestürzten ihn nicht; sie nahm ihm auch nicht Gestalt an, hielten sich schüchtern im Hintergrund. Und doch fühlte er sich froh und unbeschwert, wie er so des Weges schritt, durch die Hänge. die seine Kindheit begleitet hatten, durch die Wälder der Fichten. die etwas dunkler und dichter geworden waren. Vor ihm verdämmerte der Weg im Winterabend. die Bäume zogen sich enger zusammen, ein weißer Schleier lag über ihnen. Nun zündet die Weihnacht die Lichter an— dachte er und wunderte sich, daß er plötzlich wie ein Dichter empfand. Der Himmel säumte sich mit Sternen. Von Minute zu Minute begann das Blitzen stärker zu werden. Ein Gefühl der Glückseligleit strömte über Johannes dahin. Einen Augenblick dachte er noch, wohin gehst du eigentlich? Irgendwohin, murmelte er vergnügt. Er wußte, ein Stück weiter mußte ein Haus kommen, gerade an der Waldecke. Da gab es früher ein schönes dunkles Bier. Man saß in einem alten Ledersofa hinter einem Tisch. auf den die Hängelampe ihren gelben Schein warf. Jetzt sah er auch schon die Lichter austauchen. Zwei erleuchtete Fenster rechts von der Tür. Die Tür ging gerade auf und ließ einen Streifen Licht hinausfallen. Ein Mann wünschte„Frohes Fest" laute lachende Stimmen antworteten von drinnen. Johannes war näher herangekommen. Der Mann, der das Haus verlassen, hörte seine Schritte und wandte sich noch einmal um. Er sah wie der Förster aus und Johannes rief ihm ein„Frohes Fest" nach. Der Mann lachte und sagte:„Ja, ja, in Wundersidel.“ Dann ging er eilig weiter. Los vom Alltag Als Johannes das warme und gemütliche Gastzimmer betrat. war zwischen den Gästen— zwei jungen Männern, die Johannes zu kennen meinte— und dem Wirt, scheinbar ein Rätselraten im Gange. „Dei Wackernagel. der Wackernagel“, rief der eine. „läßt nichts auf sein Haus kommen".—„Weihnachten im Wackernagelhaus ist immer was besonderes". rief der andere.—„Gehen wir hin, wir erleben was“—„und die Hilda. die Hilda“— warf der Wirt leise ein. Johannes trat näher und wünschte frohe Weihnacht. Die beiden Jungen blickten auf und riefen wie aus einem Munde:„Johannes!“ Ganz leicht formte sich in diesem ein Erinnerungsbild.„Julius und Albert?", fragte er. Sie nickten lachend und zogen ihn an den Tisch. Der Wirt brachte ein paar Gläser und dann ging das Fragen los. Johannes war nicht ganz bei der Sache.„Es ist lange, zu lange her“, sagte er und fuhr sich mit der Hand über die Augen. Aber die anderen waren eifrig, es lag ihnen gar nichts an der besinnlichen Stimmung, sie hatten etwas vor.„Wir wollen noch nach Wundersidel", sagte Julius.„Wir wollen zum Wackernagel. Er hat ein großes Stück Geld in der Lotterie gewonnen. Es gibt einen Gansbraten mit Kartoffelklößen und die Hilda wird sich verloben.“—„Komm mit, Johannes“ nötigte Albert.„es wird ein Fest, das du nicht alle Tage erlebst. Und dazu ist Weihnacht Noch eine Weile ging es so hin und her. Auf seltsame Weise angeregt spannten sich in Johannes die Erwartungen. Die Heimat umsing ihn mit freudigen Armen. Er hatte Zeit und wollte alles genießen.„Komm mit", sagten die Freunde noch einmal.„Bin ich aber willkommen?" wagte Johannes einzuwerfen.„Wie kannst du fragen. jeder ist dort zu Gast— und du vor allem.“ Der Wirt nickte mit dem Kopf und versprach nachzukommen.„Hier wirds doch still“, sagte er.„und wir haben ja versprochen, in Wundersidel Weihnachten zu seiern.. Als sie hinaustraten auf die weiße Straße. die sich tiefer im Walde verlor, hatte ein leichtes Schneetreiben eingesetzt. Die Sterne flimmerten nur noch wie trübe Kerzen in weiter Ferne. Ein hellerer Schein stieg hinter dem Wald auf. Die Unterhaltung stockte nicht einen Augenblick. Nur Johannes war wortkarg: Wundersidel, Wundersidel, ich kann mich nicht erinnern, daß ich je dort war. Froher Empfang Eine halbe Stunde mochten sie gegangen sein. Der Weg führte über einen Hügel, ging durch eine niedrige Fichtenschonung und fiel dann in die Tiefe eines kleinen Tales. Der Wald war hier wieder dichter geworden. trat dann zurück und ging in eine neue Talsenke über, aus der sich plötzlich Glockentöne vernehmbar machten. Glocken hier?— dachte Johannes Zu sehen war nichts. Kein Haus. kein Licht. Aber nach ein paar Schritten löste sich das Rätsel. Die Dachfirste und Giebel einiger Häuser wurden sichtbar. aus allen Fenstern leuchtete Licht. Ein kleiner Kirchturm stieß in den Himmel, aus seinen Schallöchern schwang sich der Glockenton. der die Luft erfüllte.„Das ist Wundersidel". riefen die Freunde und nahmen Johannes in ihre Mitte— „und dort ist Wackernagels Haus, da gehen wir hin.“ Eine seltsame Stimmung schlich sich über Johannes. Voller Glück fühlte er sich in ein Geschehen gestellt. das er nicht begreifen konnte. Was war geschohen. seit er gestern abend den Zug bestiegen hatte? Der Wechsel der Bilder. obgleich so heimatnah. erschien unsaßbar und was war mit diesem Dorf. mit diesem Wundersidel?„Auf der weißen Straße ließ sich kein Mensch sehen und aus den Häusern drang kein Ton. Nur das Licht, das aus den Fenstern drang, kündete von Leben und natürlich die Glockentöne, die das tiefe Schweigen rundum zu weihen und zu segnen schienen. Wackernagele Haus Er hörte wieder diese Worte. als sie davar standen. Ein Hana? Es schien eher eine Bura oder ein alteg Schiff. Die hesterleuchteten Fenster sahen wie große Stückpforten aus. Waren das Masten dahinter, mit Segeln beschlagen, oder die Spitzen eines giebelreichen Doches? Der Eingang führte über eine Brücke in ein Tor, das zu einer Burg gehören konnte. Einen Augenblick nur währte dieser Zauber, dann öffnete sich die Tür und lautes Leben lachender Menschen. rusender und jubelnder Stimmen, brach sich wie ein jäher Schuß in der tiesen Stille Bahn. Das war ein Anfang. wie ihn Johannes nicht erwartet hatte. Alles drängte sich um die drei, als kämen sie aus einer neuen. anderen Welt. Plötzlich waren sie mitten darin in dieser Traube froher und=seliger Gesichter. Die Stimmen schwirrten, die Augen leuchteten, der Glanz eines riesigen Weihnachtsbaumes erfüllte ein großes Zimmer, das einer endlosen hochgezogenen Halle glich. Von oben drang Musik herein, eine Pauke dröhnte vernehmlich. Geigen sangen und Trompeten schmetterten. Eine Festtafel, gedeckt. schien alle zu erwarten. Johannes wurde von seinen Freunden gerissen. Er hatte unzählige Fragen zu beantworten, ohne selbst eine stellen zu können. Die Braten wanderten um den Tisch die großen Kartoffelkloße waren wie Kanonenkugeln zu Bergen aufgetürmt, anstelle des Bieres gab es einen purpurnen Wein. An Johannes Seite saß still und versonnen ein großes blondes Mädchen, deren Augen, wenn sie sie aufhob, wie die Sterne leuchteten— Hilda. Johannes kam es vor, Johannes sah alles das mit Staunen, erfüllt von einem jähen Schrecken, der seine Brust zu sprengen drohte. Ein großer Mann trat zornig auf ihn zu. seine Knövje und Schnallen glänzten wie schwarzes Silber. Hilda warf sich ihm entgegen. Er drängte sie zur Seite, führte mit einem harten Gegenstand. den er in der Hand hielt, einen Schlag gegen Johannes. Ein surchtbarer Schrei durchriß den Raum. Das Dunkel wurde tiefer. Alle Lichter erloschen. Johannes fühlte sich umklammert. Ein zäher Kampf begann in der Dunkelheit——.— Die Glockentöne nahmen plötzlich an Fülle zu, erhoben sich zur höchsten Stärke, wurden leiser, lösten sich in der Luft——— Viele Fragen— ohne Antwort Johannes träumte, er saß in einem Schlitten, der durch die Winternacht raste. Seine Ohren waren erfüllt von dem Schellengeläute des Pferdegeschirrs. Drei Pferde waren nach Troikaart davorgespannt. Sie trugen wehende Federbüsche auf den Kövfen, einen weißen, einen blauen, einen roten. Die Pferde rasten einem Abgrund entgegen. Der Schlitten flog durch die Luft— Johannes erwachte. Er lag in einem sauber bezogenen Bett in einem weißausgestatteten kleinen Zimmer. Ein junges Mädchen, fast ein Kind noch, saß neben seinem Bett. Ragimund Reimesch(Deike.) Winter im Gebirge als hätte er sie immer gekannt. als wäre in seinem Leben nichts gewesen, von dem sie nicht Kenntnis hätte. Nußschifschen schwimmen in der Schale Später ist es Johannes unmöglich gewesen, auch nur ungefähr wiederzugeben, was an diesem Abend vor sich ging. Er weiß nur, daß er stets mit Hilda zusammen war, daß sie Hand in Hand durch die Menge der Gäste gingen, daß sie an einem kleinen Tisch unter dem Weihnachtsbaum stehen blieben, auf dem eine große Schale voll Wasser stand. Leere Wallnußschalen wurden gereicht und jeder erhielt ein kleines buntes Lichtstümpfchen.„Weiß nehme ich", sagte Hilda.„und du“— zu Johannes gewendet—„das blaue Licht". Die Kerzen wurden angezündet und das Wasser der Schüssel in flutende Bewegung gesetzt.„Paß auf“, sagte Hilda,„wir fahren miteinander. Seite an Seite fahren wir, ohne daß ein Unglück geschieht. Stoßen wir aber zusammen. so gehen wir auch zusammen unter.“— In diesem Augenblick näherte sich der Schüssel von der anderen Seite ein harter Schritt. Noch eine Wallnußhälfte wurde ins Wasser gesetzt, sie enthielt einen roten Lichtrest Jemand stieß heftig an die Schüssel. Das rote Licht geriet in rasende Bewegung. Das weiße und das blaue Licht kivpten um und erloschen. Hilda bedeckte das Gesicht plötzlich mit den Händen. Ein tieses Schluchzen drang aus ihrer Brust. Die Men=; schen gingen stumm auseinander. Das Zimmer leerte sich. Die oberen Kerzen des Weihnachtsbaumes erlaschen. Eine Geigensaite sprang unter einem jähen Ton. „Wo bin ich?“— fragte Johannes. Das Mädchen schüttelte den Kopf und ging hinaus. Kurze Zeit darauf betrat ein Mann im Arztkittel das Zimmer. Er reichte Johannes die Hand und sagte:„Man hat Sie bewußtlos und wohl durch einen Schlag betäubt aufgefunden und hierhergebracht. Sie gehören nach =Stadt, wir ersahen das aus ihren Pavieren. Wenn Sie sich kräftig genug fühlen, können Sie ausstehen und sich einen Wagen nehmen, um nach Hause zu fahren".—„Wo ist Wundersidel?“— fragte Johannes.—„Kenne ich nicht. Es gibt hier weit und breit keinen Ort dieses Namens."... Johannes versuchte später das Rätsel zu lösen, das ihn in dieser Weihnachtsnacht umsangen hielt. Es gelang nicht. Er versuchte das Abenteuer noch einmal zu erleben, schritt den Weg entlang, den er das erste Mal gegangen war, kam auch über die Waldecke hinaus und stieß auf das kleine Haus. Nicht den Wirt traf er dort, sondern seine Frau, die ihm erzählte, daß ihr Mann eine cleine Aushilfsstellung angenommen habe und daß sie in der Zwischenzeit das Gasthaus allein besorge, da im Winter ja nur wenig Menschen kämen. Johannes wagte nicht weiter zu fragen. Nicht die geringste Erklärung ließ sich für das Abenteuer in der Heiligen Nacht finden. Inwieweit Traum und Wirklichkeit zusammengespie't hätten, wagte er selbst nicht zu entscheiden. Nach vielen Monaten fand er in seiner Brieftasche, vergraben unter Papieren, die er selten brauchte einen Streisen Papier, dessen Herkunft er sich nicht erklären konnte Darauf standen in sauberer, sorgfältiger Schrift die Worte: Dein erstes Wort vernahm mein Ohr. Doch muß ich fort, vergit mein nicht! Die Weihnachts des„Stadtanzeigers für Castrov=Raurel und Umgebung“ erscheint am Donnerstag, dem 24. Dezbr., zur gewohnten Morgenstunde. Für diese Ausgabe bestimmte Anzeigen erbitten wir bis spätestens Mittwoch. den 23. Dezember, nachmittags 17 Uhr. Anzeigen für die nach den Feiertagen (Montag. den 28. Dezember) erscheinende Ausgabe, werden bis Donnerstag mittag 13 Uhr entgegengenommen. Für die Aufgabe von besonders eiligen Anzeigen(insbesondere Familienanzeigen) ist am Sonntag, dem 27. Dezember. von 11.30 bis 12.30 Uhr Gelegenheit in unserer Geschäftsstelle geboten. Stadttreis Castrop=Kausel den 23. Dezember 1936. Wintervergnügen im Zimmer Wann draußen die erstarrte Welt mit scharsem Frost der dunkle Winter schrecket. wenn schroffes Eis das harte Feld mit rauhen Schollen drückt und decket. vergönnet mir des Schöpfers Güte. daß mit Bequemlichkeit und ruhigem Gemüte ich mein vergnüglich Feuer in meinem Zimmer den wärmenden Kamin mit Lust erleuchten seh'. Es steigt der regen Flammen Schimmer, rot, gelb und weiß zugleich, hell=lodernd in die Höh'; wovon durch jeden Sinn, der ihre Kraft verspüret. ich freudenvoll erquickt werd’ und gerühret. Ich sehe die geteilten Spitzen, um für den scharfen Frost mich gleichsam zu beschützen. mit reger Emsigkeit sich aufwärtsschwingen. Ich fühle durch die starte Brust ein sanftes Wohl und eine laue Lust in meinen ganzen Körver dringen und. was durch Kälte starr. erfrischen. Ich hör“ ein muntres Rauschen zischen. und durch die schnelle Loh' erregtes Schallen mit oftmals unterbroch'em Knallen der in dem Holz verschränkt“ und schnell befreiten Luft. wodurch bald hier, bald dort gesprengte Funken fliegen. Ich rieche den gesunden Duft der setten Fichten mit Vergnügen. Es schmeckt bei dieser Zeit das holde Kraut, der Tee. den ich in grüner Farb' in seinen Schälchen seh'. den kalten Livven wohl: bald wärmt ein heißer Wein. voll füßer Säurlichkeit und Lust. Hand. Mund und Magen. Man sieht mit Lust zu Tische tragen Kastanien, die süße Winterkost: Und was der Anmut mehr, die auch im strengen Frost uns unser Gott, der liebe Vater, schenket. Barthold Heinrich Brockes. Die Urlauber sind da! Der erste große Strom der Weihnachtsurlauber hat sich gestern auch in unsere Stadt ergossen. Zwar tauchten in den letzten Tagen immer mehr Uniformen in den Straßen auf. aber der rechte„Schub“ kam erst gestern. Aus allen Teilen unseres lieben deutschen Vaterlandes trafen sie mit fahrplanmäßigen Zügen und Militärsonderzügen in unserer Heimat ein, um hier ein freudiges Wiedersehen und ein fröhliches Weihnachtsfest mit ihren Lieben zu begehen. Stolz tragen vor allem die im Oktober eingetretenen Soldaten das Grau der Insanterie. Kavallerie und Artillerie, das Grün der Jäger und Schützen. das Graublau der Flieger. das Blau der Matrosen zur Schau, und gar mancher Vater und manche MutDas führende Fachgeschäft für teine Herren- Maßkleidung ist H. F. WENDORF SegSgob. G. ara- Kirte u ter blicken stolz auf ihren forschen Jungen. Aber nicht geringer ist die Beachtung und die Bewunderung, die den jungen Vaterlandsverteidigern von den Castrov=Rauxeler Mädeln zuteil wird! Das alles, und vor allem das Bewußtsein, die Urlaubstage ledig aller„Funktion" zu sein, läßt bei den Urlaubern die rechte Weihnachtsstimmung auskommen, die sie hier in der Heimat gewiß schöne Tage verleben läßt. Zu Neujahr folgt der zweite große Urlauberschub der dann alle Freuden in der Heimat noch vor sich hat, wenn für die Kameraden schon die Abschiedsstunde geschlagen hat und der Dienst sie wieder voll in Anspruch nimmt. Allen Urlaubern. auch denen vom Arbeitsdienst. ein herzliches„Glück auf“ in der Heimat! Die Stadtverwallung und die Feiertage Wann sind die Standesämter geöffnet? Anläßlich des diesjährigen Weihnachts= und Neujahrsfestes werden die städtischen Dienststellen am Dounerstag. dem 24. Dezember und am Donderstag dem 31. Dezember bereits um 1 Uhr mittags geschlossen. Ferner bleiben gemäß Anordnung der Reichsregie. rung die städtischen Dienststellen am Sonnabend dem 2. Januar 1937 geschlossen. Die Standesämter sind zur Anmeldung von Sterbefällen und Totgeburten am Freitag. dem 25. Dezember und am Sonnabend, dem 20. De 9 zember sowie am Freitag, dem 1. Januar und am Sonnabend. dem 2. Januar 1937, in der Zeit von 11—12 Uhr geöffnet. Fettschein= Ausgabe für Januar— März 1937 Die übliche vierteljährliche Fettschein= Ausgabe für bedüritige und minderbemittelte Volksgenossen findet für die Monate Januar. Februar und März 1937 wie folgt statt: 1. im Süden: 1. am 28. Dezember 1936, während der Dienststunden für folgende Stadtteile: Mittelfeld. Obercastrop bis einschl. Viktoria= und Dortmunder Straße(letztere bis Goldschmieding), ohne Wittener Straße, Unter= und Oberspredey, Cottenburg= straße und=Schlucht. Rauxel=Dorf östl. der Ringund Bahnhofstraße einschl. dieser Straßen. Schellenberg und Deininghausen: 2. am 29. Dezember 1936 während der Dienststunden für folgende Stadtteile: Altstadt=Rest westlich der Ring= und Bahnhofstraße einschließlich Wittener Straße Nr.—274: 3. am 30. Dezember 1936 während der Dienststunden für folgende Stadtteile: Frohlinde, Schwerin einschließlich Heinrichstraße. Dingen. Merklinde und Bövinghausen einschließlich Wittener Straße von Nr. 275 bis Schluß. Ausgabelokal an allen 3 Tagen: Stadtkasse, Ringstraße 29(Rathaus). 2. im Norden: am 28., 29. und 30. Dezember 1936 während der Dienststunden; 1. für den Bezirk der Verwaltungsstelle II in dem Verwaltungsgebäude. Kaiserstraße 20; 2. für den Bezirk der Verwaltungsstelle IIl in dem Verwaltungsgebäude, Kirchstraße 47. Für die Bedürftigkeitsprüsung sind Einkommensnachweise und Unterlagen über den Familienstand (Familienstammbuch pp.) vorzulegen. Die Scheine müssen von den Berechtigten persönlich abgeholt werden. Wer nicht selbst kommen kann. muß dem Beauftragten eine schriftliche Vollmacht mitgeben. Während der Fettscheinausgabe sind die Büros des Fürsorgeamtes geschlossen. 55. und 55. ferierten Vonnenwend Eindrucksvolle Weihestunde am August= Pfafi=Gedenkstein Flamme empor... Am Montag abend veranstalteten der Sturm 3 und der Reservesturm 4./30. SS.=Standarte zusammen mit der Hitler=Jugend und dem BDM. am Gedenkstein August Pfaffs. an der Ecke der Freiligrathstraße und auf dem Platze vor der August=PsaffSchule eine eindrucksvolle Weihestunde zur Wintersonnwendfeier, zu der sich außer den genannten Gliederungen auch die Bevölkerung recht zahlreich eingefunden hatte. SS.=Obersturmführer Maya=Herne hielt die Feueransprache, bei der er zunächst daran erinnerte, daß es Altväterbrauch sei, den man durch diese Veranstaltung pflege. Bei den alten Germanen sei alljährlich wie die Sommersonnenwende, auch die Wintersonnwende festlich begangen worden. Das am kürzesten Tage des Jahres von ihnen geseierte Jubelfest gab der Freude und dem Dank darüber Ausdruck, daß nun die Sonne ihre weiteste Entsernung von der Zone des deutschen Vaterlandes erreicht habe und sich langsam. aber täglich mehr und mehr uns wieder nähere, um dann am Tage der Sommersonnenwende den höchsten Stand zu erreichen. Das Jubelfest sei somit ein Tag der Freude und der Hoffnung, daß es wieder lichter, wärmer und besser werde, gewesen. Auch heute dürfe das deutsche Volk voll Hoffnung in die Zukunft schauen. Dankbar gelte es dabei des Werkes des Führers und der Opfer der Gefallenen des Weltkrieges und der Bewegung zu gedenken. Castrop=Rauxels Bevölkerung und vor allem die Kameraden der SS. und der HJ. hätten besonders Veranlassung, dem heimischen Helden August Psaff, der sein Leben für Adolf Hitler und die Freiheit und den Wiederaufstieg des deutschen Vaterlandes dahingab, eine dankbare Erinnerung zu bewahren. Sein Gedächtnis und sein Vermächtnis werde alle Zeit hochgehalten werden. insbesondere ermahnte Redner weiterhin die Jugend August Psaff als Vorbild der Treue und des Opfergeistes stets nachzustreben und wie er dem Führer unwandelbar in guten und bösen Tagen Gefolgschaft zu leisten. Der Standortälteste der Hitler=Jugend legte in seiner Ansprache im Namen der Jugend ein Treuebekenntnis zum Führer und seinem Werke ab. Obersturmführer Meya entzündete den großen Holzstoß. dessen Flammen prasselnd und lohend zum dunklen Abendhimmel ausstiegen, während die Lieder„Flamme empor...“ und„Vorwärts. vorwärts. schmettern die hellen Fansaren“ gesungen wurden. Zu Ehren der Gefallenen des Weltkrieges und der Bewegung wurde ein großer Kranz aus Tannengrün in das Sonnwendfeuer geworfen. Dann entzündete Obersturmführer Meya an den Flammen eine Fackel, die er dem Standortältesten der Hitler=Jugend als symbolisches Zeichen übergab mit den Worten: „Jugend wahre das Feuer der Liebe zu Führer und Vaterland!" Der HJ.=Führer übernahm die Fackel und gelobte, daß die Jugend dieser Verpflichtung alle Zeit nachkommen werde. Einen weiteren Höhepunkt der Veranstaltung bildete das Fackelschwingen der SS.=Kameraden, das auf dem weiten Platz vor der Schule gut zur Geltung kam und somit einen schönen Anblick bot. Weiter erklang auch das Treuelied der SS. Langsam brannte der Holzstoß aus. Mit einem dreifachen„Sieg Heil" auf Führer. Volk und Vaterland ging die Wintersonnwendfeier zu Ende. Jahrräder gestohlen Zwei Brüder hatten am 18. Dezember ihre Herren. tourenräder vor dem Hause Dortmunder Straße 106 abgestellt, um in mehreren Geschäften Besorgungen zu machen. Nach ihrer Rückkehr mußten sie feststellen, daß die Fahrräder gestohlen worden waren. Das eine Fahrrad hatte ein schwarzes Gestell und schwarze Felgen. Gummipedale. Batterie=Lampe. Das andere Fahrrad hatte ein schwarzes Gestell und schwarze Felgen mit blauen Streifen. Es handelt sich um gebrauchte Räder. Wer kann der Polizei bezüglich der Täter Angaben machen? Verkehrsunfall Kinderbescherung und Kinderjubel Habinghorst(Schützengilde Castrop=.=Nord) bei der 2. Kompagnie des Schützenbataillons Die nächsten Mütterberatungsstunden Nach den Feiertagen und im Monat Januar 1937 finden die Mütterberatungsstunden wie folgt statt: 1. Stadtteil Castrop: Dienstag, den 29. Dezbr. und Dienstag, den 12. Januar 1937, von 14.30 bis 16 Uhr. 2. Stadtteil Schwerin: Montag, den 28. Dezbr. fällt aus. Die nächste Beratungsstunde ist am Montag, dem 11. Januar 1937, von 14.30 bis 16 Uhr. 3. Stadtteil Merklinde: Montag, den 28. Dezbr. fällt aus. Die nächste Beratungsstunde ist am Montag. dem 11. Januar 1937. von 17.30 bis 18 Uhr. 4. Stadtteil Habinghorst: Dienstag, den 5. Januar 1937 und Dienstag, den 19. Januar 1937, von 16.30 bis 17.30 Uhr. 5. Stadtteil Ickern: Mittwoch, den 20. Januar 1937, von 16 bis 17.30 Uhr. Die Beratungsstunde am 6. Januar 1937(Heilige Dreikönige) fällt aus. K A Gegenseitiges Vertrauen! Zur Arbeitstagung der Zellenobmänner der Kreisbetriebsgemeinsch.„Bergbau“, Herne=Castrov=Rauxel Zu dem Bericht, den wir bereits gestern über die im Bahnhofshotel(Westerbusch) abgehaltene Arbeitstagung der Zellenobmänner der Kreisbetriebsgemeinschaft„Bergbau". Herne—Castrop=Raurel verössentlichten, erhalten wir noch folgende ergänzende Ausführungen: „Der Stellv. Gaubetriebsgemeinschaftswalter Pg. Tünnermann sprach über die Bedeutung des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit und die Betriebsordnung. Der Redner ging aus von den Paragraphen, die vor 1933 in Deutschland bestanden haben. Danach müsse, wenn diese Bestimmungen die betrieblichen Angelegenheiten der schaffenden Menschen hätten regeln können, zu dieser Zeit ein Paradies in Deutschland bestanden haben; denn nie sind mehr Gesetze und Verordnungen sozialvolitischer und arbeitsrechtlicher Art erlassen worden, als gerade in den Jahren vor 1933. Der Nationalsozialismus geht hier grundsätzlich einen anderen Weg. Er beschränkt sich auf große Grundsätze, die er für das Zusammenarbeiten der schaffenden Menschen in den Betrieben gibt; denn mir Paragraphen kann man äußerlich wohl Ruhe und Ordnung schaffen, aber nie eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und eine Betriebsgemeinschaft fordern. Das innerliche Verbundensein des schafsenden Menschen im Betrieb ist genau so wichtig, wie das innerliche Verbundensein bei einer Armee Der Wille zur Gemeinschaft muß vorhanden sein. Es ist nich getan mit einem Lippenbekenntnis, sondern ein Tatbekenntnis ist die Voraussetzung zu einer richtigen Betriebsgemeinschaft. Dabei steht über allem die nationalsozialistische Parole:„Gemeinnutz geht vor Eigennutz". Von diesem Geiste muß auch die Betriebsordnung zeugen. Zum Schluß forderte Pg. Tünnermann die Zellenobmänner auf. sich einmal eingehend mit diesen Gedanken über die Pflichten der Betriebsgemeinschaft, über die Pflichten der Führer des Betriebes. der Vertrauensmänner und der Gefolgschaftsmitglieder zu beschäftigen, damit die große deutsche Volksgemeinschaft gefördert wird.“ Alljährlich versammelt in den letzten Vorweihnachtstagen die 2. Kompagnie des Schützenbataillons Habinghorst(Schützengilde Castrop=Rauxel=Nord) die Kinder der Schützenbrüder zu einer Weihnachtsfeier mit Bescherung. Schon lange vorher freut sich der jüngste Schützennachwuchs auf diese Veranstaltung, die sich dank der in den Vorjahren gemachten guten Erfahrungen bei ihm der höchsten Beliebtheit erfreut. Vollzählig war er daher auch am letzten Sonntag im mit viel Lust und Liebe echt weihnachtlich ausgestatteten Thimmschen Saale zur Stelle. Die besondere Aufmerksamkeit und das begehrliche Wohlgefallen der Kinder erregten die 110 Teller, die da, vollgepackt mit schönen Sachen, wie Aepfeln, Spekulatius Pfefferkuchen, Stutenkerlen mit langen Pfeisen. Nüssen, Schokoladenstern usw., in Reih und Glied auf langen Tischen vor der Bühne aufgebaut standen. Schützenbruder Leutnant Prein hieß die großen und die kleinen Festgäste herzlich willkommen. Er wünschte, daß der Abend allen recht viel Freude und einen schönen Vorgeschmack des schönsten Familien= sestes, des Weihnachtsfestes, geben möge. Dann wechselten in bunter Folge von den Kindern vorgegetragene Gedichte, gemeinsam gesungene Weihnachtslieder und hübsche Weihnachtsspiele miteinander ab. Von letzteren gefielen ganz besonders „Wer möchte nicht Weihnachten feiern?" und„Weihnachtsboten“, deren Spieler sich mit besonderer Liebe und großem Können ihrer Aufgabe widmeten. Zur allgemeinen Freude der Anwesenden erschienen im Laufe des Abends auch S. Maj. Karl der Große und I. Maj. Königin Lina die Gütige mit den Herren des Bataillonsstabes, um am Jubel und Glück der Jugend teilzunehmen. Der Kompagnieführer, Hauptmann Schmedding, hieß sie mit herzlichen Worten willkommen. Er benutzte dabei die Gelegenheit, um auch allen Schützenbrüdern und Schützenschwestern, die sich um die Vorbereitung und Durchführung der schönen, allgemein befriedigenden Feier bemüht hatten, für alle geopferte Zeit und für alle Arbeit aufrichtig zu danken. Weiter galt sein Dank auch allen Offizieren, dem Feldwebel, Unteroffizieren und Gefreiten der Kompagnie, die ihn bei der Führung der Kompagnie= geschäfte mit vorbildlichem Eiser durch Rat und Tat unterstützten. Dann wandte sich der Redner besonders an die„kleine Welt" und verwies sie auf die reich gefüllten Teller, die ihrer harrten und die eine Belohnung darstellten für alle guten Taten, allen Fleiß, den sie in der Schule, zu Haus. auf der Straße und im Dienste bei der Hitler=Jugend an den Tag gelegt hätten. Redner gedachte dann des Führers und Reichskanzlers und betonte, daß es Adolf Hitler zu danken sei, daß man in Deutschland in Ruhe, Frieden und althergebrachter Weise das schöne Weihnachtsfest feiern könne. Er fuhr fort:„Den Frieden hat er uns gebracht mit anderen Ländern. Er hat uns wieder Achtung verschafft vor aller Welt. Schwe, war der Weg. und noch schwerer wird der Weg sein. er noch für uns zu gehen hat. Aber er wird es schaffen und wir alle wollen ihm vertrauen. Den Frieden hat er uns gebracht in unserem lieben Vaterlande. Der Klassenkampf soll begraben sein. Wir wollen wie Brüder und Schwestern zusammenstehen. Wir alle wollen, ein jeder auf seinem Platze, mithelfen, daß das Friedenswerk des Führers weiter vorwärts geht.“ Zum Schluß brachte der Redner ein dreifaches„Sieg Heil“ auf den Führer und Reichskanzler aus, in das alle Festteilnehmer begeistert einstimmten. Stehend wurden die beiden Nationalhymnen gesungen. Dann kam die von den kleinen Gästen schon lange sehnlichst erwartete Ueberreichung der Weihnachtsgaben. Die Freude und der Jubel der Kinder waren allen, die an der Vorbereitung und Durchführung der Feier mitgewirkt hatten, die beste Belohnung für alle ihre Arbeit. Auch die beiden Majestäten gingen bei der Bescherung nicht leer aus. Namens der Komvagnie wurde ihnen unter den besten Wünschen für ihr ferneres Wohlergehen ein Glücksstern überreicht. S. Mai. Karl der Große dankte freudigen Herzens für diese Aufmerksamkeit. Auch er hob noch einmal die Verdienste des Führers um die Befriedung und den Wiederaufbau unseres deutschen Vaterlandes hervor. Viel Freude erregte es, daß auch der Junggesellen und der jungen Ehepaare mit kleinen zweckentsprechenden Geschenken gedacht wurde. Sie wurden ihnen mit herzhaften Worten übermittelt, die sie an die Pflichten gegenüber Volk und Vaterland erinnerten. Schöne Weihnachtslieder und weitere Kindervorträge beschlossen den stimmungsvoll verlaufenen und in echter Volksgemeinschaft verlebten Abend, der allen Teilnehmern noch lange eine liebe, angenehme Erinnerung sein wird. Zwei große Schützenfeste zu gleicher Zeit? erhalten wir folgende Nun hat der Stadtteil Ickern seinen Weihnachtsbaum Die Mittel der Stadt reichten nicht aus, um mehr als drei Bäume anzuschaffen, so haben sich denn die Anwohner des Vinckeplatzes im Stadtteil Ickern im wirklichen Gemeinschaftssinne den Baum im hellen Lichterglanz selbst beschafft. Schon am letzten Samstag konzertierte die Schuvokavelle unter diesem über 10 Meter hohen Weihnachtsbaum. Der Lichterglanz und die Klänge der Musik zogen einen groven Teil der Bevölkerung zum Vinckevlatz. Möge dieses Beispiel die einzelnen Stadtbezirke anseuern! Aus unserem Leserkreis Zuschrift: „Wie aus einer Mitteilung des Bataillons Ickern der Schützengilde Castrov=Rauxel=Nord hervorgeht, hat dessen Vorstand beschlossen, sein nächstes großes Schützensest in den Tagen vom 3. bis 5. Juli 1937 im Stadtteil Ickern zu seiern. Diese Mitteilung muß in allen Schützenkreisen größtes Befremden hervorrusen, da bekanntlich der Obercastrover Bürgerschützenverein schon vor einigen Wochen beschlossen hat, sein nächstes Schützenfest gleichfalls in der Zeit vom 3. bis 5. Juli 1937 zu begehen und zwar nach einer Pause von 4 Jahren. Die Festlegung dieses Termines erfolgte so frühzeitig und wurde auch sogleich durch die Presse bekanntgegeben, damit eine Ueberschneidung der Termine von vornherein vermieden würde. Trotzdem hat nun das Bataillon Ickern der Schützengilde Castrop=Rauxel=Nord den gleichen Termin für sein Schützenfest ausersehen. Es erscheint fraglich, ob bei der Abhaltung beider Schützenfeste an ein und demselben Zettpunkte jedem der Feste der Erfolg beschieden ist, den man im Interesse der Schützensache allgemein wünschen muß. Die„Konkurrenz“ unter den Schützenvereinen in Castrov=Rauxel sollte nach der erfolgten Einigung im Schützenwesen endgültig verschwinden und einer gegenseitigen vertrauensvollen Unterstützung Platz machen! Es wäre daher zu wünschen, daß beide Schützenvereine sich über den Termin ihrer Feste einigen würden.“ Wir geben dieser Zuschrift Raum, da der Einsender zweiselsohne Recht hat, wenn er meint, daß die gleichzeitige Feier von zwei großen Schützenfesten in Castrop=Rauxel beiden Festen abträglich ist, und daß weiter der Schützensache durch eine derartige„Konkurrenz“ ein Bärendienst erwiesen wird. Bei der Länge der Zeit, die zu den erforderlichen Vorbereitungen noch zur Verfügung steht, dürfte es unschwer sein, zu einer Vereinbarung zu gelangen. die beiden Vereinen und auch dem Publikum gerecht wird. Brandgefahr durch Weihnachtsbäume Das Weihnachtssest ist zweisellos eines der schönsten deutschen Familienfeste. Leider wird die Festesfreude aber alljährlich in tausenden von Familien gestört, indem durch Unvorsichtigkeit beim Aufstellen der Bäume und beim Anzünden der Kerzen Brände entstehen. Wie oft schon sind aus diesem Anlaß ganze Häuser eingeäschert worden, zum wenigsten Zimmer völlig ausgebrannt! Wenn der geldliche Schaden für den Einzeinen auch meistens von einem Versicherungsunternehmen ersetzt wird, so bleibt der Schaden für die Volksgemeinschaft doch derselbe. Die Mahnung zur besonderen Vorsicht ist also unerläßlich. Sie will niemand die Festesfreude nehmen oder vergällen, sondern gerade erhalten. Deshalb: Weihnachtsbäume sicht in der Nähe von Gardinen. Vorhängen und 4 veren leicht feuerfangenden Sachen aufstellen. Kerzen stets in soliden Haltern an kräftigen Zweigen anbringen und vorsichtig— die oberen zuerst— anzünden. Kerzen an trocken gewordenen Weihnachtsbäumen nicht mehr anzünden. Kinder niemals allein lassen, wenn die Lichter brennen. Kinder niemals allein die Kerzen anzünden oder auslöschen lassen. Vorsicht mit„Wunderkerzen“! Nochmals: bitte etwas Obacht und dann srohe Weihnachten! Vor der Zeche„Victor 1/2“ stieß am Dienstag abend gegen 6 Uhr ein aus Baden kommender Ferngüterverkehrswagen mit einem in der Richtung Ickern fahrenden Straßenbahnwagen zusammen. Durch den Unfall wurde ein Aufenthalt von ungefähr 20 Minuten hervorgerufen. In ein Bauloch gestürzt Am Dienstag stürzte in den Abendstunden eine Frau auf der Dortmunder Straße in ein unbeleuchtetes und uneingefriedigtes Bauloch. Sie zog sich dabei Verletzungen an den Beinen und am Arm zu. Außerdem wurden ihr verschiedene Kleidungsstücke beschädigt. Nationalsozialistisches Reiterkorps An alle ausgeschiedenen Soldaten! Das Mitteilungsblatt des Soldatenbundes gibt in der Folge 23 nachstehende wichtige Mitteilung der Bundesführung bekannt:„Betr. Reiten. Durch Verfügung des Führers wurde das Nationalsozialistische Reiterkorps(RSRK.) ausgestellt und mit der alleinigen Durchführung der„Reit= und ildung vor der Dienstzeit" entsprechend den linien des Reichskriegsministeriums beauftragt. „Das Reiterkorvs steht unter der Führung des Reichsinspekteurs für Reit= und Fahrausbildung Obergruppenführer Litzmann, welcher mit Zustimmung des Reichskriegsministers vom Stabschef der SA. ernannt wurde. Die Mitglieder des Soldatenbundes, die im Heer im Reiten ausgebildet worden sind und sich ihre Reitfertigkeit erhalten wollen, müssen in das Nationalsozialistsche Reiterkorps(RSRK.) eintreten. Im allgemeinen ist die Gestellung eines eigenen Reitpferdes erforderlich. In diesem Fall entstehen durch die Zugehörigkeit zum Reiterkorps keine Kosten. Reiter und Pferd müssen gegen Unfall versichert sein. die Versicherung kann durch das NSRK. erfolgen Die Zugehörigkeit zum Soldatenbund bleibt durch die Teilnahme am Reitdienst des Nationalsozialistischen Reiterkorps unberührt. Die Anlegung eines besonderen Reiterabzeichens wird noch befohlen. Maseena. dat bei der zuständigen des Nationalsozialistischen Reiterkorps (RSRK.) zu erfolgen.“ Gemeinderat und Bürger Wie Ministerialrat Dr. Loschelder in dem soeben herausgekommenen inst ruktiven„Jahrbuch der Landgemeinden 1937“ mitteilt, ist die Frage einer wirklich volksnahen Gemeindeverwaltung gerade in den letzten Monaten wiederholt von führenden Männern und Staat ausgeworsen worden. Von diesem Gesichtspunkt aus untersucht der Referent das Verhältnis der Gemeinderäte zur Bürgerschaft. Erste Aufgabe der Gemeinderäte sei es, die dauernde Fühlung der Verwaltung der Gemeinden mit allen Spitzen der Bürgerschaft zu sichern. Dieser Aufgabe werde ein Gemeinderat nur gerecht werden, wenn er wirklich mit beiden Füßen im Volke steht. Er dürfe sich keine Gelegenheit entgehen lassen, die ihn mit seinen Volksgenossen zusammenführt. Werde ihm die noch nicht behobene Notlage einer Familie nahegebracht, so tue er gut, sich an Ort und Stelle zu überzeugen usw. Der Gemeinderat müsse Freund der Bevölkerung und ihr Mittler zum Bürgermeister sein. Er habe ausschließlich das Gemeinwohl zu wahren und dürfe sich nicht zum Mittler etwaiger eigensüchtiger Wünsche machen. Weiter habe er den Maßnahmen des Bürgermeisters in der Bevölkerung Verständnis zu verschaffen. Früher sei es das Vorrecht des Gemeindevertreters gewesen, all das was der Bürgermeister anders als nach seinem Willen tat, schlecht zu machen. Von der Stammtischnörgelei bis zum gehässigen Flugblatt habe man diese Art von Tätigkeit von Gemeindevertretern erlebt. Ganz anders heute, wo der Gemeinderat dienendes Glied der Gemeindeverwaltung sei, zu der er in dem besonderen Treueverhältnis des Beamten steht. Dennoch habe er wirklichen Einfluß auf die Maßnahmen des Bürgermeisters durch die Beratung. zu der er verpflichtet sei. Humor Er kennt ihn „Wenn ich jetzt eine Mark in diese Säure werse. würde die das Geldstück zerfressen?" „Bestimmt nicht!" „Und warum nicht?“ „Wenn sie das täte, würden Sie sicher nie die Mark hineinwersen!" Leistung! „Na, Schatz, wie schmeckt dir mein Heringssalat?" „Ausgezeichnet! Hast du ihn selbst gekauft?" Ein lustiges Buch bringt überall die rechte Stimmung und viel Freude. Schenken Sie daher das humorvolle„Bilderbuch für große Leute". zu dem „Peter Fünkchen“. dem bekannten„Hör mit mir"=Zeichner E. Landwehr Modell gestanden hai. Das übermütige Buch kostet nur.50 R M. und ist bei unseren Boten und in der Geschäftsstelle zu haben. Nr. 348 Deittes Blatt des„Stadtanzeigers für Castrop Jianxel und Umgebun #ittwoch, den 23. zeiler 1333 Gemeinschaftsardeitschafft Fochstleistang Aus der Vorstandssitzung der Elektro=Gemeinschaft Westfalen Das Reichswirtschaftsministerium hat Handel und Handwerk ausgefordert, in gemeinsamer Zusammenarbeit die Belange der Elektrizitätswirtschaft zu fördern und durch fachliche Schulung und richtunggebende Ziele für die einzelnen Mitglieder die Durchführung dieser Arbeiten vorzubereiten. Die Elektro=Gemeinschaft Westfalen(EGW.), welche seit 1934 bereits umfassende Arbeiten auf diesem Gebiete geleistet hat. trat am Ende des Arbeitsjahres 1936 zusammen, um einen vorläufigen Ueberblick über die Erfolge der durchgeführten Maßnahmen zu geben. Von Seiten des Reichs=Innungsverbandes des Deutschen Elektro=Installateur=Handwerks nahm der Bezirks=Innungsmeister mit seinem Geschäftsführer teil; von dem Elektro=Fachhandel der Fachgruppenleiter für Westsalen, außerdem die Vertreter der VEW. Es wurde festgestellt, daß die Beschäftigungslage des Elektro=Installateur= Handwerks als befriedigend bezeichnet werden kann, obwohl es eine der schwierigsten Aufgaben auch heute noch ist, für dieses empfindliche Schlüsselgewerbe fortlausend neue Arbeitsgebiete zu erschließen. Durch umfangreichen Einsatz, durch Schulung und durch Weiterbildung ist es weitestgehend gelungen, den früher„Nur=Installations=Reister" auch zum Fachhändler zu erheben. Der neu ausgenommene Handel der EGW.=Mitglieder erstreckt sich in erster Linie auf Elektro=Wärmegeräte und Kühlschränke, für welche im VEW.=Gebiet mit den günstigen Tarisen eine gute und leichte Absatzmöglichkeit gegeben ist. An Hand der Geräte=Anschlußmeldungen wurde jestgestellt, daß bereits in 9 Monaten des Kalenderjahres 1936 der Jahresumsatz 1935 erreicht wurde. Hiernach haben im Stromversorgungsgebiet der BEW. rd. 8300 Haushalte elektrische Herde; 2400 elektrische Heißwasserspeicher für Küche und Bad. Allein 690 elektrische Haushalts=Kühlschränke sind zur Unterstützung der Reichsaktion„Kampf dem Verderb“ zum Anschluß gekommen, ohne die vielen gewerblichen Kühlanlagen und=Schränke. Die eotl. notwendig gewordene Finanzierung dieser Elektrogeräte erfolgte nach dem Ratenzahlungs=Kredit=System der VEW. Um auch die kulturellen Bestrebungen der Reichsregierung zu unterstützen, wurden insgesamt rund 34000 Volksempfänger finanziert mit einem Darlehnsbetrage von .7 Millionen RM., das Wort. In längeren Ausführungen behandelte er das Vertrauen zerschlagende ehemalige Betriebsrätegesetz. Tödlicher Unfall im Untertagebetrieb Dortmund. Im Untertagebetrieb der Schachtanlage„Fürst Hardenberg" verunglückte am Montag der Bergmann Friedrich Ottebusch aus Dortmund=Lindenhorst durch Steinfall tödlich. Er stand im Alter von 40 Jahren, war verheiratet und hinterläßt seine Frau und zwei Kinder. 502 162 Tagewerke zur Arbeilsbeschaffung Unna. In nicht weniger als vierzig Gemeinden unseres Kreises hat unsere Kreisverwaltung öffentliche Arbeiten ausführen lassen, um durch Verbesserung der Straßen, Wege. Kanalisationen wie auch Bach= und Flußregulierungen für die zum Teil schon jahrelang arbeitslosen Kreiseingesessenen Verdienstmöglichkeiten zu schaffen. Insgesamt wurden bisher für diese Arbeiten 502 162 Tagewerke ausgeführt. Ein Schüler als Kassektendieb Herne. Auf dem Weihnachtsmarkt hatte eine Spielwarenstandinhaberin die Geldkassette mit der Tageseinnahme auf dem Verkaufsstand stehen. In einem unbewachten Augenblick hat ein 12jähriger Schüler dieselbe gestohlen und ist davongelaufen. Er konnte von der Krivo ermittelt werden und das Geld und die Kassette wurden der Geschädigten wieder zurückgegeben. 70jähriger Mann beim Baumbeschneiden abgestürzt Bochum. In dem an der Karl=Friedrich=Straße gelegenen Garten des Stadtteils Weitmar war der 70jährige Berginvalide Wilhelm St. mit der Leiter in die Krone eines Baumes gestiegen, um diese zu beschneiden. Dabei rutschte die Leiter ab. St. fiel auf die Erde und mußte mit Oberschenkelbrüchen ins Krankenhaus gebracht werden. Von den Pussern erdrückt Wanne=Eickel. Der in Hamm wohnende ReserveLokomotivführer Friedrich Schroer wollte in den Morgenstunden auf dem hiesigen Bahnhof eine Lokomotive vor den Zug koppeln, geriet dabei jedoch zwischen Maschine und Packwagen. Ihm wurde der Brustkorb eingedrückt, so daß der solide und fleißige Mann auf der Stelle tot war. Seine Frau und drei Kinder sehen traurigen Weihnachten entgegen. „Spanisches Feuerwerk“ ist gifthaltig Herten. Viel zu wenig wird vor allem von den Kindern beachtet, daß die Zündmasse des sogen. Spanischen Feuerwerks, also der Radauplätzchen, Teuselskracher usw., gelben Phosphor enthält. der. wie es hier vorgekommen ist, sogar den Tod herbeiführen kann. Ein zehnjähriger Junge hatte zwei der bekannten Radauplätzchen in den Mund genommen, daran gelutscht und schließlich hinuntergeschluckt. Bald darauf trat Erbrechen ein als Folge von Uebelkeit und einige Stunden später starb der Junge. 35 Schulen Gelsenkirchens wegen Grippe geschlossen Gelsenkirchen. Wenn im allgemeinen auch über den Stand der Grivpe in unserem weiten Stadtgebiete nicht viel in die breite Oeffentlichkeit drang. so zeigt den wahren Stand der Seuche doch eine Mitteilung des hiesigen Kreisarztes. Dieser teilte in einer Sitzung der Beiräte für das Gesundheitswesen der Stadt Gelsenkirchen mit, daß in den letzten Wochen nicht weniger als 35 Schulen wegen Grippe geschlossen werden mußten. Er gab sich als Kriminalbeamter aus Gelsenkirchen=Buer. Fest genommen und dem Amtsgericht zugeführt wurde am 19. Dezbr. ein 23 Jahre alter Mann aus der Polsumer Straße. Dieser erschien vor einigen Tagen bei einem Invaliden in Erle und gab an, Kriminalbeamter zu sein. Unter schweren Drohungen verstand er es. dem Invaliden 100 RM. abzunehmen. Nach einigen Tagen erschien er nochmals bei demselben Invaliden und verlangte wiederum Geld. Als dieser ihm erllärte, er habe kein Geld mehr, äußerte er. am Abend wiederzukommen, um sich das Geld zu holen. Als er das Geld abholen wollte, wurde er von der Kriminalvolizei festgenommen. Der Bursche wird einer empfindlichen Bestrafung nicht entgehen. Velt MKunsterkatts schon die Flasche Zielwasser entkorkt und mit fröhlichem„Prost!" reihum gereicht. Und gerade war man so recht mitten in der Freude drinn, da gibt es ein scharfes Rascheln und Prusten, und Heidi! verschwindet der totgeglaubte und schon so nett totgeseierte Keiler mit mächtigen Fluchten ins Dickicht der Schonung. Die wackeren Nimrode sollen ob dieser auch wirklich nicht erwarteten Ueberraschung so erschrocken sein, daß der, der„dran war", die Pulle in den Schnee fallen ließ. Und die Moral von der Geschicht: Man soll das Fell eines Keilers nicht eber versaufen. bis der Schmied es unter der glühenden Eisenstange hat! Sprengkapsel im Küchenherd Schwerte. Als in dem benachbarten Westhosen eine Familie friedlich in der von dem brennenden Herde wohlig durchwärmten Küche saß, gab es plötzlich einen gewaltigen Knall, und die Trümmer der Herdplatte flogen nach allen Richtungen in der Küche umher. Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Wahrscheinlich war eine Sprengkapsel aus dem Bergwerk in die Kohlen geraten. der als zusätzlicher Umsatz des Handels gewertet werden muß. Berücksichtigt man, daß die Erfolge erst nach kurzer Gemeinschaftsarbeit erzielt wurden und nur in den Orten und Gemeinden, in denen die günstigen VEW.=Tarise zur Verfügung stehen. so dürfte dies zweisellos als Erfolg anerkannt werden. Berücksichtigt man ferner, daß zum Anschluß der Geräte auch noch die Verlegung einer Installationsleitung erforderlich wird, so erkennt man. wie die Zusammenarbeit auch hier Handel und Handwerk gefördert hat. Aus dieser Tatsache ergibt sich auch die vordringliche Aufgabe der Elektro=Gemeinschaft, allen Gemeinden und Parteistellen diese Erfolge eindrücklichst vor Augen zu führen. Mit dem Ziele, möglichst alle Gemeinden, welche noch nicht die günstigen BEW.= Tarise haben, zur Einführung solcher verbilligter Tarife zu bewegen. Hierdurch wird nicht nur Handel und Handwerk gefördert, sondern auch die Leistungsfähigkeit der Stromabnehmer gesteigert. Der Vorstand berichtete weiterhin über Maßnahmen zur Förderung der Arbeitsleistung in der Landwirtschaft, und wies darauf hin, daß in Gemeinschaft mit dem Reichskuratorium für Technik in der Landwirtschaft in der Nähe von Münster ein Elektrodorf errichtet wurde. Die einzelnen Bauern haben Elektroherde, Heißwasserspeicher. Futterdämpfer und Brotbacköfen mit den üblichen Tarisen in Betrieb. Von neutraler Stelle aus werden in Gemeinschaft mit den Bauern die Auswirkungen der Elektrifiziekung fortlaufend untersucht. Zum Schluß wurde festgelegt. Anfang 1937 eine erweiterte Vorstandssitzung einzuberufen. an welcher ille Vertreter des Handels und des Handwerks aus den Bezirken Dortmund Bochum. Münster. Arnsberg und aus den Kreisen Büren und Brilon teilnehmen, um den Jahresbericht und die Erfolge des Jahres 1936 zu besprechen. Gleichzeitig soll in großen Zügen der Arbeitsplan 1937 festgelegt werden, welcher im Zeichen des Vierjahresplanes des Führers stehen wird. Arbeitsgemeinschaft der Zellenobmänner und Betriebsberusswalter der Kreisbetriebsgemeinschaft„Bergbau" Dortmund Dortmund. Auf Veranlassung der Gaubetriebsgemeinschaft„Bergbau". Bochum, fand eine Arbeitsgemeinschaft der Zellenobmänner und Betriebsberufswalter der Kreisbetriebsgemeinschaft„Bergbau". Dortmund. im„Haus der Deutschen Arbeit", Dortmund, statt. Nach der Begrüßung durch den Kreisbetriebsgemeinschaftswalter. Pg. Pieverbeck. ergriff der Gauberufsreferent, Pg. Cordemann, das Mort. Eingehend sprach er über Sinn und Zweck der zusätzlichen Berufsschulung. Nicht eine rein fachliche Ausbildung soll durch die Arbeitsgemeinschaften der Deutschen Arbeitsfront erreicht werden, sondern die Berufserziehungsmaßnahmen dienen zur Verwirklichung des großen Grundgedankens der nationalsozialistschen Revolution zur Formung des deutschen Menschen zur Volksgemeinschaft. Es kommt nicht darauf an. reine Berufsstreber zu erziehen, sondern vielmehr einen Bergmann zu bekommen. der — weltanschaulich ausgerichtet— weiß, wofür er seine Leistung vollbringt. Die Durchführung der Berufserziehungsmaßnahmen ist vom Führer der Deutschen Arbeitéfront übertragen worden. Die Deutsche Arbeitsfront wird die ihr gestellte Aufgabe bis zum letzten lösen und dadurch die erstrebte Betriebsgemeinschaft erreichen: denn nur durch die Arbeit in der Betriebsgemeinschaft können die hohen Ausgaben bemältigt werden, die der Führer gerade dem Bergbau im Vierjahresplan gestellt hat. Anschließend ergriff der Gausachgruppenwalter. Pg. Tunnermann. Aus der Evgl. Kirchenprovinz Westsalen Münster. Nach Mitteilung des Evgl. Konsistoriums der Kirchenprovinz Westfalen wurde der Hilfsvrediger Ernst Künkler in Elverdissen bei Herford zum Pfarrer der Kirchengemeinde Bismarck(Kreisgem. Gelsenkirchen) berufen.— Zu besetzen sind je eine Pfarrstelle der Kirchengemeinden Herscheid(Krsgem. Lüdenscheid), Minden(Marienkirche). Unna und Wattenscheid, sämtlich durch freie Gemeindewahl. Theologische Prüfungen bestanden Münster. Wie das Evgl. Konsistorium der Kirchenprovinz Westfalen mitteilt, haben die zweite theologische Prüfung bestanden die Kandidaten der Theologie Dietrich Heßmer, Friedrich Valldorf und Kurt Voß. Ihnen wurde die Wahljähigkeit zuerkannt. Die erste theologische Prüfung bestanden die Studierenden der Theologie Heinz Flender. Heinz Hoberg. Fritz Menn. Friedrich Wilhelm Schmidt. Wilhelm Spieker und August Thüner. Ihnen wurde die licentia concionandi erteilt. Zu Kirchenmusikdirektoren ernannt Münster. Soeben wird durch Bekanntgabe des Evgl. Konsistoriums der Kirchenprovinz Westfalen bekannt, daß der Landeskirchenausschuß für die Evgl. Kirche der altvreußischen Union den Organisten Gerhard Bunk und Otto Heinermann, die beide als Orgellehrer an der Evgl. Kirchenmusitschule in Dortmund tätig sind, in Anerkennung ihrer Verdienste um die Pflege und Förderung der Kirchenmusik die Amtsbezeichnung„Kirchenmusikdirektor“ verliehen hat. Kaufmann Ferdinand Emmrich gestorben Münster. Der vor allem durch seine Tätigkeit als Mitglied des Bürger=Schützenkorps und Förderung des Westfälischen Schützenwesens wie auch als Mitglied des Westfälischen Reitervereins allgemein bekannt gewordene Kaufmann Ferdinand Emmrich. Seniorchef des am Prinzivalmarkt gelegenen Galanteriewarengeschäftes Gustav Emmrich, ist nach kurzer, schwerer Krantheit ganz unerwartet gestorben. Schweres Autounglück Ein Toter, zwei Verletzte Münster. Auf der Warendorfer Straße wollte in der Nacht zwischen Nobiskrug und St. Mauritz das von einem gewissen Risse aus Nienberge gesteuerte Auto einen Lastkraftwagen mit Anhänger überholen und glaubte da er„allerhand Sachen darauf hatte", mit seinem Wagen noch vor den Lastwagen zu kommen, bevor ein gleichfalls entgegenkommender Personenwagen den Lastwagen kreuzen mußte. Da aber auch dieser schnell fuhr. schien ein Zusammenstoß mit diesem unvermeidlich, weshalb Risse den Wagen zur Seite, aber gegen den Anhänger steuerte. Der Stoß. aus dem man die Geschwindigkeit des Nienberger Wagens erkennen kann, war so schwer, daß dieser sich unter den Anhänger schob. Dadurch wurde die Deichsel des Anhängers eingedrückt, und dessen schwere, doppelt bereifte Hinterachse abgerissen. Der neben dem Fahrer sitzende 19jährige Bruder des Risse wurde auf der Stelle getötet. Risse und ein gewisser Neuhaus. der dritte Insasse des Wagens, mußten mit schweren Schädelverletzungen ins Krankenhaus gebracht werden. Der Zustand des Neuhaus ist ernst, wenn auch nicht hoffnungslos. Zwei frischgeschlachtete Schweine gestohlen Warendorf. In der Nachbargemeinde Einen drangen nachts Diebe durch ein Kellersenster in das Haus der Bauern Schulte=Berge ein und stahlen aus dem Pökelsaß und der Räucherkammer das Fleisch von zwei vor kurzem geschlachteten Schweinen, u. a. etwa 70 frische Mettwürste und sogar eine Anzahl Gläser mit frisch eingekochten Fleischkonserven. Einen Teil der Beute haben die Diebe, die anscheinend mit einem Motorrad davongefahren sind, in einem Rucksack in einer Hecke versteckt, da sie die ganze Beute wohl nicht auf einmal tragen konnten und den Rest später nachholen wollten. Dort hat man den Rucksack am anderen Morgen gesunden, bevor er gleichfalls abtransvortiert werden konnte. Max Freiherr von Heeremann verunglückt Riesenbeck. Der Majoratsherr des freiherrlich von Heeremannschen Besitzes. Max Freiherr von Heeremann, machte seinen gewohnten. allmorgendlichen Besichtigungsritt auf den zum Hause Surenburg gehörenden Ländereien. Dabei trat sein Pferd ganz unvermutet in ein Kaninchenloch, überschlug sich. und Freiherr von Heeremann kam unter das Tier zu liegen, wodurch er, wie sich später herausstellte. einen Bruch des vorderen Beckens erlitt. Ohne jegliche Hilfe mußte der schwer Verletzte eine zeitlang da liegen. bis ein Radfahrer aus Bevergern an der Unglücksstelle vorbei kam und, durch das herrenlos dastehende Pferd aufmerksam geworden. den Verunglückten fand. Man brachte ihn nach Münster in die Chirurgische Universitätsklinik. Sein Zustand ist befriedigend. Mit 91 Jahren noch tätiger Priester Riesenbeck. Am 21. Dezember vollendete der hier wohnende Pfarrer und frühere Generalvikar. Pärstlicher Hausprälat Johannes Oechtering. Priester der Diözese Osnabrück, sein 91. Lebensjahr. Noch heute läßt es sich der Priestergreis, der der älteste Einwohner unserer Gemeinde ist, nicht nehmen. noch täglich das hl. Opfer darzubringen. Zusammenlegung von Gemeinden Borken. Nach Bekanntgabe des Regierungspräsidenten zu Münster wurden die Aemter Werth mit Liedern. Weseke mit Gemen und Velen mit Ramsdorf zusammengeschlossen. Transportarbeiter tödlich verunglückt Eve. Als der bei den Laurenzschen Textilwerken beschäftigte Transportarbeiter Haying mit dem Reinigen seines Transportwagens beschäftigt war. setzte sich der Wagen plötzlich in Bewegung. Haying wurde überjahren und starb kurz darauf im Krankenhause. Aus dem Sauerland Wieder Brand durch schadhaften Kamin Witten. In dem Hause Crengeldanzstraße 34 entstand durch einen schadhaften Kamin ein Wohnungsbrand, bei dem auch der Fußboden zum Teil zerstört wurde. Die Feuerwehr trat der weiteren Ausdehnung des Brandes entgegen. Der listige Keiler und die zu früh geöffnete Pulle Medebach. Auf dem„Faust“ hatte man festgestellt. daß sich dort ein Keiler aufhalte, ein Eingänger und nach den Fährten im Schnce zu urteilen, ein ungewöhnlich starter Kerl. Da gab es denn ein fröhliches Weidmanns Heil. und einem der Jägersleute gelang es denn auch, dem alten Bassen kräftig eins aufs Fell zu brennen. Der Keiler— ein prächtiger Kerl— knickt an einer Fichtenschonung zusammen. Allgemeiner Jubel. Und während der alte Bursche mit den Läufen die letzten Zuckungen zeigt, wird auch Aus dem Weser= und Emsland Eine Feuersäule schoß aus dem Schutzheln Minden. Auf dem hohen Eisengerüst eines hiesigen größeren Betriebes waren Arbeiter damit beschäftigt, die Metallkonstruktion mit Bleimennige zu bespritzen. Um vor Erkrankungen durch diese Arbeit bewahrt zu werden, trugen die Arbeiter Schutzhelme mit Frischluftzuführung. Plötzlich schoß bei einem der Männer eine zwei Meter hohe Flamme aus dem Helm. in dem der Mann bereits zwei Stunden gearbeitet hatte. Man kam dem Manne schnellstens zu Hilfe und hatte Erfolg damit, ihn sowohl vor dem Absturz, wie auch vor dem Verbrennen zu bewahren. Der Helm wurde ihm rasch vom Kopfe gerissen und brannte dann vollständig aus. Glücklicherweise kam der Mann mit geringen Brandwunden am Hals und an der Brust davon. Als Ursache dieses seltenen Unfalles wird angegeben, daß der Sauerstoff. der dem Helme zugeführt wurde, mit dem in der Mennige enthaltenen Oele in Berührung kam. Da Sauerstoff beim Vorhandensein auch nur geringster Spuren von Oel und Fett. wenn auch nur ein ganz geringes Fünkchen entsteht. eine Riesenflamme erzeugen kann. so stellt die Verwendung feuerfördernder Gase eine erhebliche Gefahr dar. Zweifamilienhaus vollständig ausgebrannt Detmold. In Fromhausen bei Heiligenkirchen entstand in einem auf dem Stemberg gelegenen Zweifamilienhause ein Schadenfeuer, das sich mit ungeahnter Schnelligkeit auf das ganze Haus ausdehnte. Trotzdem alsbald drei Feuerwehren zur Stelle waren, gelang es nicht einmal, den größten Teil des toten Eingutes und der Ernte zu retten. Es verbrannte mitsamt dem ganzen Innern des Hauses. das vollständig ausbrannte. Die Rettungsarbeiten wurden anfangs dadurch sehr erschwert, daß das Wasser von einer etwa 300 Meter entfernt liegenden Stelle herbeigeholt werden mußte. Ein Nachbarhaus war zeitweilig durch Funkenflug ernstlich gefährdet. Nacheichung von Meß= und Wiegegeräten vor Ablauf des Jahres inhaber über die Fristen für die Nacheichung der Meß= und Wiegegeräte nicht unterrichtet sind. Nach § 17 des Meß= und Gewichtsgesetzes betragen die Nacheichungsfristen allgemein zwei Jahre. Die Frist beginnt mil Ablauf desjenigen Kalenderjahres, i: dem die letzte Eichung vorgenommen wurde. Meßzund Wiegegeräte, die zuletzt im Jahre 1931 geeicht worden sind. dürfen hiernach nicht mehr nach den 31. Dezember 1936 im öfsentlichen Verkehr angewendet und bereitgehalten werden; werden sie nach die sem Zeitpunkte noch vorgesunden, so verfallen sie der polizeilichen Beschlagnahme, außerdem ist Strase verwirkt. Die Eichung der verspätet vorgelegten Mes geräte hat nach den Bestimmungen nur zu den Gebühren der Neueichung zu erfolgen. Den Geschäfteinhabern wird daher empfohlen. ihre eichpflichtigen Gegenstände mit dem Eichzeichen 1931 sofort, je denfalls aber noch vor dem 31. Dezember 1936 dem Eichamt. Kronprinzenstraße 51, zur Nacheichung vor zulegen. Nur bei Waagen für großte zulässige Last von 3000 Klgr. und darüber, bei den festfundamen tierten Waagen und bei Fässern für Wein und Obs wein betragen die Nacheichungsfristen drei Jahre; es sind also die im Jahre 1933 zuletzt geeichten Geräte dieser Art bis zum 31. Dezember 1936 ebensalls einer Nacheichung zu unterziehen. 11 Dad opsel dee eunzern=Snentoll „Wenn mein Wulf noch Urlaubsverlängerung bekommen kann, dann bringt er mich nach Europa. Ich habe nur einen Wunsch: mein Kind möchte auf deutschem Boden zur Welt kommen. Es ist vielleicht ein Aberglaube und Wulf lacht mich aus. Aber ich habe keine Ruhe bei dem Gedanken, in meiner schweren Stunde so fern der Heimat zu sein. Ich gebe dir Nachricht, ob und wann ich in Deutschland eintreffe. Laß Du mich auch über Botelli wissen, was aus Dir wird. Wir müssen ja unser Kindchen ziemlich zur gleichen Zeit bekommen. Ich möchte doch wenigstens ahnen, wo meine Gedanken Dich suchen können. Freust Du Dich ebenso auf das Kleine wie ich? Liebe Gunde, ich hoffe, wir sehen uns als glückliche Mütter wieder.“ Gunde erschrak. Beatrix kam zurück mit ihrem Mann? Oh, nur Wulf von Sydow nicht begegnen. Sie hatte den Gedanken an ihn ganz tief in sich versenkt. Alles, was sich inzwischen ereignet hatte, der Tod der Mutter, die Veränderung ihres Lebens, die Vorfreude auf das Kind, es war so viel gewesen, daß sie ihre Jugendträumerei fast vergessen hatte. Aber nun die Möglichkeit bestand, Wulf von Sydow zu begegnen, war ihr Herz von Angst und Sehnsucht erfüllt. Sie schalt sich selbst töricht, einem Kindertraum so viel Raum in sich zu geben. Aber in diesem Punkte war sie nicht Herr über sich. Ihn nur nicht wiedersehen, dachte sie immer wieder. Sie beschloß, Beatrix nicht zu verraten, wohin sie gehen wollte. Sie war selbst noch nicht ganz entschlossen. Der einzige Mensch in dem Badeort, den sie näher kannte, der freundliche alte Badearzt, hatte ihr eine Privatklinik in Berlin besonders empfohlen, die ein Bekannter von ihm leitete. Es war ein stilles, ruhiges Sanatorium in einem Vorort. Sein Chefarzt war berühmt als tüchtig und sorgsam. Dort würde sie niemand vermuten. Dort würde weder Beatrix noch Wulf von Sydow sie finden können. * Es war, als hätte die Natur Gundes Herz noch einmal mit dem ganzen Glanz und der ganzen Wärme ihrer Schönheit erfüllen wollen. Denn als Gunde Bürgner fortfuhr aus dem kleinen Badeort, fort nach Berlin. um ihrer schweren Stunde entgegenzugehen, strahlte Himmel und Meer in tiefblauem Glanze. Die Sonnenstrahlen verfingen sich in den goldenen Blättern der Bäume. Die letzten Sommerfäden segelten langsam durch die stille Luft. Gunde saß mit Hildegard im Zuge. Sie sandte einen wehmütigen Blick zurück. Dort tauchte das kleine weiße Haus noch einmal auf und war jetzt schon verschwunden. Hildegard hatte Gundes traurige Augen bemerkt: „Sie müssen es sich nicht schwer machen, Frau Bürgner, jetzt kommt doch hier draußen die schlechte Zeit, da wird es stürmisch und kalt. Da wäre es auch zu einsam in dem Häuschen gewesen. Es ist schon besser, wir kommen jetzt wo anders hin. Na, und wenn Sie erst Ihr Kindchen haben, für das kleine Wurm wäre doch die rauhe Seeluft schon gar nichts.“ Dankbar lächelte Gunde Hildegard an. Die treue Seele fand doch immer das richtige Wort. Ihr war plötzlich wirklich sehr schwer ums Herz geworden. In der sicheren Umfriedung ihres kleinen Sommerheims hatte sie sich so geborgen gefühlt vor allen Unbilden der Welt. Nun sie wieder hinaus mußte ins Leben, fürchtete sie wieder dunkle Gewalten. Aber Hildegard hatte etwas so Beruhigendes und Einfaches.„Der liebe Herrgott hilft schon immer“, war ihr Glaube und ihr Zuspruch. Damit tröstete sie Gunde stets, wollten Stunden der Mutlosigkeit kommen. Auch heute brachte sie es dahin, daß der trübe Schein in Gundes Augen allmählich wich. Der Zug flog durch das herbstliche besonnte Land. Noch einmal tauchte ganz fern am Horizont die Rauchfahne eines Dampfers auf. Das Meer selbst konnte man schon nicht mehr sehen. Dann blieben die weiten W esen, die Weiden zurück, Städte kamen, und mit der einfallenden Dunkelheit war man in Berlin. Gunde mußte unwillkürlich denken, wie traurig diese Ankunft werden würde. Wenn doch ein lieber Mensch sie erwarten würde! Andere Frauen hatten einen Gatten, hatten Mutter oder Vater— sie aber? Einsam war sie doch, trotz der Treue Hildegards und der Fürsorge der Freunde. Aber ihre Ankunft wurde doch anders, als sie es gedacht. An der Sperre des Bahnsteigs stand eine freundliche Schwester mit einem guten aufmerksamen Gesicht unter der weißen Haube und musterte aufmerksam die Reisenden. Jetzt trat sie zögernd auf Gunde zu: „Verzeihung, Frau Gordow=Bürgner?“ Die Schwester lächelte freundlich: „Frau Oberin schickt mich, Sie abzuholen, damit Sie nicht so fremd hier ankommen. Das ist aber lieb von Ihnen Schwester" Die Schwester in ihrer umsichtigen Art erledigte alles. Und das war Gunde sehr lieb Sie war in der ganzen weiten Welt herumgereist und in diesen Dingen eigentlich sehr sicher Aber seit sie nicht mehr die Tänzerin Lueinda war, sondern wieder Gunde Bürgner, war alles von Weltgewandtheit von ihr abgefallen. Ihre alte Schüchternheit kam wieder zum Durchbruch. Sie fuhren durch die lichterhellten Straßen Berlins. Bis sie in einen stillen Vorort einbogen. Ein großes Haus, ein paar helle Fenster, ein Vorhof, nun hielt der Wagen. „Gott segne Ihren Eingang, Frau Bürgner", sagte die Schwester herzlich. Sie half Gunde beim Aussteigen, führte sie hinein. Gunde sah sofort, mit der Wahl dieses kleinen Sanatoriums war sie glücklich gewesen. Alles atmete Behaglichkeit und peinliche Sauberkeit. Nachdem die Anmeldungsformalitäten vollzogen waren, fuhr die Schwester mit Gunde und ihrer treuen Hildegard im Fahrstuhl herauf. Sie öffnete die Tür zu einem behaglichen weißen Zimmer, mit fröhlichen lichtblauen Gardinen und weißblauen Möbeln. Ein Strauß von leuchtenden Herbstastern stand auf der blauen Leinendecke. „Hoffentlich sagt Ihnen das Zimmer zu, Frau Bürgner, es ist das netteste, das wir gerade frei haben, Mittagsonne, die kann man jetzt im Herbst gut gebrauchen. Für Fräulein Hildegard haben wir ein Zimmer nebenan.“ Die Schwester öffnete die Tür zu einem kleinen, aber behaglichen Nebenzimmer. „Wir dachten, es würde Ihnen angenehm sein, Fräulein Hildegard in Ihrer Nähe zu haben. Nun würde ich raten, daß Sie sich möglichst bald zur Ruhe begeben.— Morgen wird der Herr Chefarzt Sie dann besuchen. Wenn Sie irgendwelche Wünsche haben, bitte klingeln Sie nur. Es ist Tag und Nacht eine Schwester hier auf dem Korridor.“ „Ich glaube“, meinte Hildegard befriedigt, „hier kann unser Kind—“ Hildegard sprach niemals anders als von„unserem Kinde—“ in Frieden zur Welt kommen.“ 16. Kapitel Drei Wochen lebte Gunde Bürgner in dem Sanatorium„Lindenhof“. Alles war ihr nun schon vertraut, der schöne Park in den letzten Rot= und Bronzefarben des Herbstes, die behaglichen Aufenthaltsräume des Sanatoriums, seine gute Bibliothek, der Musikraum, in dem man viele Stunden am Flügel verbringen konnte, die Schwestern, alle freundlich und tüchtig— und vor allem der Chefarzt, ein gütiger, kluger Mann. Die Menschenliebe leuchtete ihm aus den Augen. Sein Vorbild war für die anderen Aerzte und die Angestellten hier ein immer neuer Ansporn, alles für die Erholung und Gesundheit der Gäste zu tun. Gunde Bürgner schien der alte Arzt besonders ins Herz geschlossen zu haben. Wenn er sie allabendlich bei der Visite besuchte, plauderte er immer besonders lange mit ihr. Er überwand mit sanften Worten ihre Menschenscheu und brachte sie mit ein paar netten Insassen des Sanatoriums zusammen. Besonders zu zwei jungen Frauen, die gleichfalls ihre schwere Stunde hier erwarteten, fühlte sie sich sehr hingezogen. Aber als die beiden ihr eines Tages freudestrahlend erzählten, ihre Männer kämen in den nächsten Tagen, um in ihrer schweren Stunde bei ihnen zu sein, da zog sich Gunde wieder ganz in sich zurück. Bei ihr würde niemand sein. Niemand würde ihre Hand halten. Niemand würde das Kindchen mit liebevollen Vateraugen anschauen. Nicht Vater, nicht Großeltern, kein Mensch auf der weiten Welt, zu dem sie und ihr Kindchen gehören würden. Aber immer wieder raffte sie sich zur Tapferkeit auf. Sie mußte ja dem Geschick schon dankbar sein, daß sie ihr Kind wenigstens in Ruhe und Frieden zur Welt bringen konnte, einigermaßen gesichert gegen die Not und geschützt vor Boris Gordow. Und dann kam die Stunde, die schmerzensreichste und glückseligste für jede Frau, Stunden der Qualen— Schmerzen, die sie bis ins Mark zerrissen— Aerzte und Schwestern um sie herum— halbe Ohnmacht— ein feiner Nadelsich von einer wohltätigen Spritze— tiefes Versinken in Schlaf—. Erwachen nach langer Zeit, noch halb betäubt. Aber Klarheit in dem Augenblick, als sich das gute Gesicht des Professor Botemer über Gunde beugte und sagte: „Wachen Sie doch auf, liebe kleine Frau, zwei reizende kleine Mädels wollen ihrer Mutti guten Tag sagen.“ „Zwei?“ fragte Gunde verwirrt. Sie konnte es gar nicht recht begreifen. Professor Botemer nickte froh: „Ja, denken Sie einmal an Sie tapfere kleine Mutti, zwei kleine Mädels. Beide mit braunen Aeuglein und putzmunter. Zwei reizende kleine Kerlchen. Hören Sie?“ Gunde lauschte. Aus dem Zimmer nebenan kam ein ganz kleines Weinen. Eigentlich war es weniger ein Weinen als ein Zirpen und Krähen, es war der süßeste Laut für eine Mutter: die ersten Laute ihrer Kinder. Und dann war alles vergessen, jede Qual, jede Angst, die Härte des Lebens, durch die Gunde gegangen. Richts mehr, als zwei kleine warme Geschöpfchen, zwei faltige und kleine Gesichtchen, die sich warm in Gundes Arm schmiegten, ein zarter, blumengleicher Atem aus winzigen kleinen Mündern Sie war glücklich, die Welt war versunken. Die Sorge vor der Zukunft schattere noch nicht in diese ersten Tage. Aber allmählich kam diese Sorge doch. Zwei Kinder— was sollte werden? Wie sollte sie die beiden aufziehen? Das Geld, vom Vater ihr allmonatlich übersandt, hatte gerade für sie gereicht. Zwei Kinder aber? Solange sie klein waren, mochte das noch gehen. Wie aber, wenn sie heranwuchsen? Nur durch die große Sparsamkeit im vergangenen Sommer konnte sie überhaupt die Anstaltsrechnung jetzt bezahlen. Ach, sie wollte ja so gern für die Kinder arbeiten. Aber womit sollte sie Geld verdienen? Sie hatte nichts gelernt als Tanzen. Sollte sie wieder zurück in jenes Leben, das ihr durch Boris Gordow so verhaßt war? Jeder Gedanke an ihre Kunst war mit Boris Gordow verbunden. Und Gunde war viel zu bescheiden und unsicher, als daß sie glauben konnte, ohne Gordow irgend etwas zu erreichen. Je mehr die Tage hingingen, umso mehr stellte sich die ganze Zukunft dunkel und drohend vor ihr auf. Wer sollte ihr raten? Wer ihr helfen? Sie mußte endlich Entschlüsse fassen. Denn in längstens vierzehn Tagen mußte sie das Sanatorium hier verlassen. Professor Botemer war mit dem Zustand seiner Lieblingspatientin nicht zufrieden. Erst hatte sich alles so gut angelassen. Es war ein Wunder gewesen, wie diese zarte kleine Frau zwei so gesunde, kleine Kinder zur Welt gebracht hate. Aber jetzt nach acht Tagen stockte plötzlich der Fortschritt in Gundes Gesundheit. Sogar eine kleine Temperatursteigerung hatte sich heute abend eingestellt. „Na, na, was machen wir denn für Geschichten?“ fragte der Arzt zu Gunde Bürgner hereinkommend.„Temperatur? So was wollen wir doch nicht einführen, kleine Frau. Tut Ihnen irgend etwas weh? Wie ist es mit dem Nähren gegangen? Vielleicht zu anstrengend die beiden kleinen Würmer? Wir werden doch daran denken müssen, eins abzusetzen.“ „Ach, lassen Sie sie mir, so lange ich kann, Herr Professor,“ bat Gunde,„es sind ja meine glücklichsten Stunden, denn sonst— man kommt jetzt ins Grübeln und weiß nicht weiter. Daher vielleicht auch die Temperatur.“ Der Professor setzte sich neben Gunde ans Bett. „So, und nun erzählen Sie mir mal, was Sie für Kummer haben.“ Da erzählte Gunde. Sie vertraute sich ganz dem gütigen alten Mann an. Sie las in seinen Augen Verstehen und Mitleid. Sie konnte ihr Herz erleichtern. „Was soll werden, Herr Professor?“ fragte sie angstvoll.„Wie soll ich für die beiden Kinder sorgen? Ich habe ja nichts als die Summe, die mir allmonatlich von meinem Vater geschickt wird. Ich werde kaum etwas übrig behalten, wenn ich die Rechnung hier bezahlt habe. Und ich muß doch irgendwohin mit den Kindern." Bewegt hörte Professor Botemer zu. „Machen Sie sich zunächst mal keine Gedanken dieser Rechnung wegen. Auf keinen Fall lasse ich Sie ohne Mittel hier aus meiner Anstalt gehen.“ Er wollte weitersprechen, aber es klopfte hastig. Der Assistenzarzt sah herein. „Herr Professor, das Marienkrankenhaus ist am Telefon. Herr Professor Bindermann läßt bitten, Sie möchten doch zu seinem Konsilium kommen, eine schwere Geburt drüben—“ Der Professor erhob sich eilig: „Ich komme sofort. Rufen Sie an. der Wagen soll vorfahren. Lassen Sie die Tasche mit den Instrumenten zurecht machen.“ Dann wandte er sich zurück zu Gunde.„Sehen Sie, mein liebes Kind, es gibt auch wo anders Not. Dort ist vielleicht eine Mutter und ein Kind in schwerer Gefahr. Ist das nicht schlimmer, als die Sorgen für spätere Zeit zu haben? Freuen Sie sich Ihrer gesunden zwei Kinder. Allerdings, eins wäre ja genug gewesen. Auf Wiedersehen.“ „Eins wär’ auch genug gewesen,“ die Worte klangen in Gunde nach. Ja, bei einem Kinde hätte sie nicht solche Angst gehabt, wie sie die Zukunft meistern sollte. Und doch liebte sie eins wie das andere, hätte ihr Herzblut hingeben mögen für alle beide. Ihre Gedanken gingen weiter zu der armen Frau in dem anderen Krankenhaus. Möglicherweise mußte dort das Kind geopfert werden, um das Leben der Mutter zu retten. Ein entsetzlicher Gedanke! Sie schauerte zusammen. Nein, ihr Schicksal war noch nicht das beklagenswerteste. Am nächsten Tag erschien Professor Botemer sehr ernst bei der Vormittagsvisite. Zaghaft fragte Gunde: „Herr Professor, wie ist es gestern geworden? Lebt das Kind?“ Der alte Professor seufzte schwer: „Nein, es ist tot.“ „Wie schrecklich!“ Gunde wurde ganz blaß. „Und die Mutter, wie findet sie sich darein?“ „Noch weiß sie nichts Sie liegt in schwerem Fieber. Ob sie durchkommt? Ich weiß nicht, ob ich es ihr wünschen sollte. Diese Verzweiflung. wenn sie hören wird ihr Kind ist tot!“ Er zuckte die Achseln,„sa, ja. manchmal steht man mit all seiner ärztlichen Kunst da und ist verzweifelt und kann nicht helfen.“ Gunde kam mit ihren Gedanken von dieser unbekannten jungen Frau nicht los. Sie hatte keine Ahnung, wer sie war, hatte auch nicht gefragt. Der Professor hätte es ihr auch sicher nicht gesagt. Gunde wußte, wie ängstlich er seine ärztliche Schweigepflicht wahrte War sie wohl schon tot? Oder lag sie noch in Fieberdelirien? War sie erwacht und mußte erfahren, daß ihr Kind vor ihr dahingegangen? Es ließ Gunde keine Ruhe. Als die Oberin sie am nächsten Vormittag unerwartet besuchte, sagte sie zaghaft: „Sagen Sie, Frau Oberin, mich beschäftigt das Schicksal dieser jungen Frau so sehr. Was ist da geworden?“ Die Oberin machte ein merkwürdiges Gesicht. Sie schwieg einen Augenblick, dann sagte sie: „Frau Bürgner. ich bin beauftragt, eine sehr ernste Sache mit Ihnen zu besprechen. Daß Sie gerade nach dem Schicksal jenir armen jungen Wöchnerin fragen, erleichtert mir die Einleitung.“ „Also lebt sie noch?“ fragte Gunde. Die Oberin nickte: „Ja, sie lebt, sie ist unendlich schwach, aber bei Bewußtsein.“ „Was hat sie gesagt, als sie hörte, ihr Kind wäre tot?“ „Sie weiß es noch nicht. Ihr Leben hängt an einem ganz schwachen Faden. Jede Aufregung, jeder Schmerz kann das Ende bringen. Bisher war sie noch viel zu matt, um nach ihrem Kinde fragen zu können. Das eine aber ist allen, dem Ehemann wie den Aerzten klar: in dem Augenblick, in dem sie erfährt, ihr Kind ist tot zur Welt gekommen, in dem Augenblick stirbt auch sie.“ Die Oberin schwieg eine Weile, dann sagte sie leise: „Frau Bürgner, ich bin von den Schwiegereltern der Kranken beauftragt worden, Sie zu fragen—“ sie nahm Gundes Hände, sah ihr liebevoll in die Augen—„liebe kleine Frau, es ist für Sie ja so schwer, beide Kinder durchzubringen. Sie haben mir selbst von Ihren Sorgen gesprochen, Sie sind eine Frau, die der Himmel doppelt mit Glück gesegnet hat. Dort ist ein verzweifelter Ehemann, eine totkranke Frau. Würden Sie nicht eins Ihrer Kinder dieser armen jungen Frau geben können?" Gunde schrie auf: „Nein, nein, niemals! Verlangen Sie das nicht von mir, nein!“ „Ruhig, ruhig, Frau Bürgner, es verlangt kein Mensch von Ihnen, ich frage ja nur. Der Professor und ich haben darüber gesprochen, und auch mit dem Arzt der jungen Frau haben wir geredet. Dort eine Mutter, der ihr einziges Kind genommen wurde, hier Sie, die nicht weiß, wie sie beide Kinder gut durchs Leben bringen soll. Das Kind käme in die besten und sichersten Lebensverhältnisse. Die Eltern sind reich, können dem Kinde alles geben, was es zu seiner Erziehung braucht. Sie würden es auf Händen tragen.“ Gunde schwieg. Ihr Gesicht war schneeweiß. „Ich kann es nicht, Frau Oberin, ich kann es nicht. Verlangen Sie das nicht von mir.“ „Und wenn ich Ihnen sage, daß den Schwiegereltern der armen jungen Frau nichts zu teuer wäre, um Sie über dies schwere Opfer hinwegzubringen? Es würde für immer für Sie und Ihr Kindchen gesorgt sein, liebe Frau Bürgner.“ „Für Geld soll ich mein Kind hergeben? Nein, Frau Oberin, lieber hungern, lieber arbeiten bis zum letzten Atemzug. Der liebe Gott wird mir helfen. Ich werde meine Kinder durchbringen.“ Die Oberin stand auf: „Dann bleibt mir nichts anderes übrig, als Ihre Absage den Schwiegereltern mitzuteilen.“ „Sind Sie mir böse, Frau Oberin?“ fragte Gunde ängstlich. Die Oberin strich ihr zärtlich über das blonde Haar: „Aber Kind, wie könnte ich böse sein? Es war nur ein Gedanke, daß man diese arme junge Frau retten könnte. Man hätte es eben so gemacht, daß man ihr beim Erwachen gesagt hätte, das Kind lebte. Sie hat ihr eigenes Kind ja niemals gesehen. Sie hätte ein anderes Kind eben so geliebt, wenn man es ihr in den Arm gelegt hätte. Jetzt ist wohl nicht mehr zu hoffen, daß sie am Leben bleiben wird.“ Gunde blieb in entsetzlicher Seelenqual zurück. Sie konnte keins ihrer Kinder hergeben. Sie stellte sich vor, eins von diesen beiden kleinen zarten Wesen sollte plötzlich von ihr fortgehen. Ja, welches denn? Sie hatte beide gleich lieb. Sie waren ihr Fleisch und Blut. Ebenso hätte sie sich einen Arm, eine Hand abtrennen können ebenso ihr Herz in zwei Stücke zerschneiden. Es war unmöglich, ganz unmöglich. Doch sie fand keine Ruhe Die andere würde sterben, weil sie bettelarm war. Und sie, Gunde Bürgner, die trotz aller Sorge und Rot vom Schicksal gesegnet war mit zwei schönen, gesunden Kindern, sie hatte von ihrem Reschtum nichts abgeben wollen, um die andere zu retten. (Fortsetzung folgt.) Airbiroll Ostpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien, Mitte. Niedersachsen. Westfalen. BaSachsen, Mittelrhein, SüdDie Elf von Pfb. Leipzig gegen Schalke 04 Zum Tschammer=Pokal=Endspiel in Berlin am 8. Januar gegen den FC. Schalke 04 hat VfB. Leipzig folgende Mannschaft aufgestellt: Wollner Dobermann Große Richter Thiele Jähnig Breidenbach Schon May Reichmann Holst Ersatz: Hausmann, Müller und Gabriel. handball=Pokal.-Reisterschaft 1937 Einteilung der Vorrunde und der Gaugruppenspiele Der Reichsfachamtsleiter des Fachamtes Handball. Richard Herrmann, hat für die Pokalkämpfe und die Meisterschafts=Endspiele der Handballer bereits die Einteilung der Vorrunde bzw. die Zusammenstellung der Gaugruppen vorgenommen. Die Handball=Gaumannschaften bestreiten im nächsten Jahre erstmalig einen Pokalwettbewerb um den Preis des Reichssportführers, dessen Vorrunde am 14. Februar ausgetragen wird. Die Zusammensetzung der acht Spiele ist wie folgt bestimmt worden: Württemberg— Westfalen. Hessen— Niederrhein. Mittelrhein— Sachsen, Mitte— Ostvreußen, Bayern— Brandenburg, Pommern— Südwest, Schlesien— Niedersachsen. Die Austragungsorte werden erst später bestimmt. Die Deutsche Meisterschaft der Männer wird, wie in den letzten Jahren. nach dem Punktsystem ausgetragen. Die 16 Bewerber werden zunächst in vier Gaugruppen zusammengefaßt, deren Sieger dann die Vorschluß= und Endrunde bestreiten. Die Einteilung der Gaugruppen hat für 1937 folgendes Aussehen: Gaugruppe 1 Nordmark, Hessen. Gaugruppe 2: Niederrhein. Gaugruppe 3 den. Bayern. Gaugruppe 4: west, Württemberg. Im Anschluß an die diesjährigen Meisterschaftsendspiele ist die Austragungsart der Deutschen Handballmeisterschaft für Frauen dergestalt geändert worden, daß statt der bisher üblichen Svielart in Vor=, Zwischen=, Vorschluß= und Endrunde auch die 16 Frauen=Gaumeister in vier Gaugruppen zusammengefaßt werden. Jede Gaugrupve ermittelt in Turnierform an einem Wochenende ihren Sieger, die in einem weiteren Vierer=Turnier den Deutschen Meister ausspielen. Die Einteilung der vier Gaugruppen hat hier folgendes Aussehen: Gaugrupve 1: Ostvreußen. Pommern, Brandenburg. Schlesien. Gaugruvve 2: Niedersachsen. Mittelrhein. Baden. Württemberg. Gaugruppe 3: Mitte. Niederrhein, Südwest, Bayern. Gaugruppe 4: Sachsen, Nordmark, Westfalen. Hessen. Die Austragungsorte der Gaugruppen=Turniere sind noch nicht bestimmt: sie werden gewählt unter Orten der Gaue Brandenburg(), Baden(), Bayern(3) und Westfalen(). Der Deutsche Schlittensportverband recht tätig An den 5. Akademischen Welt=Winterspielen, die im Februar 1937 in Igls stattfinden, bei denen das sportliche Rodeln als Demonstration in einem Rahmenwettbewerb zugelassen ist, nimmt der Deutsche Schlittensportverband mit einer ausgesuchten Mannschaft teil. Die Europa=Rodelmeisterschaft findet am 20. und 21. Februar 1937 in Oslo statt. Der Deutsche Schlittensportverband, der die letztjährigen Europameister stellte, wird sich mit einer ersten Mannschaft beteiligen. Die Deutschen Meisterschaften finden am 31. Januar 1937 in Oybin bei Zittau statt, gemäß den Richtlinien des Reichssportführers zum erstenmal national. Um den Verkehr mit dem Auslande weiter zu pflegen, besonders mit den Oesterreichern, Sudetendeutschen u. Polen, wird am gleichen Tage von jetzt ab regelmäßig ein großes internationales Rennen um die Erzplatte des Verbandes(Wanderpreis) stattfinden, die für Männer=Einsitzer, Frauen=Einsitzer und Doppelsitzer ausgefahren wird. Die Erzplatte muß dreimal hintereinander oder fünfmal ohne Reihenfolge gewonnen werden, um endgültig in Besitz zu gelangen. Die Deutsche Lenkermeisterschaft sowie die Deutsche Skeleton=Meisterschaft findet am 10. Januar 1937 in Ilmenau statt. Der Verbandsführer des Deutschen Schlittensport=Verbandes, Dr. Wernicke, der seit 10 Jahren das Amt des Präsidenten des Internationalen Schlittensport=Verbandes bekleidet, hat dieses Amt niedergelegt. Die Gaumeisterschaft von Sachsen findet am 30. Januar in Oybin bei Zittau statt. Bestimmungen für Großschanzen Auf dem Skikongreß im Februar in Garmisch= Partenkirchen wurden neue Bestimmungen über Großschanzen beschlossen, die, genau formuliert, von der FIS jetzt wie folgt bekanntgegeben werden: 1. Sprunghügelanlagen. die für internationale Wettbewerbe verwendet werden, müssen von der FIS. genehmigt sein. 2. Die Genehmigung wird nur erteilt für Anlagen mit kritischem Punkt bei höchstens 80 Meter. 3. Sprungwettbewerbe dürfen nur für die von der FIS. genehmigten Schanzen ausgeschrieben werden. 4. Ein Verstoß gegen diese Bestimmung zieht die Disqualifikation der betr. Springer, des meldenden und des veranstaltenden Verbandes nach sich. 5. Ein Start auf nicht genehmigten Schanzen wird mit einem Jahr Disqualifikation bestraft. 6. Die Sprunghügelberater der FIS. müssen sich den FIS=Richtlinien anpassen und dürfen sich an Vorbereitungen bzw. Bauten von Großschanzen mit dem kritischen Punkt über 80 Meter nicht beteiligen. Sachsenschanze für 60=Meter=Sprünge Die Sachsenschanze bei Altenberg, die im Februar Stätte der Deutschen Skimeisterschaft ist, verzeichnet, wie das Fachamt Skilauf im DRL. mitteilt, ihren Punkt bei 60 Meter. Man rechnet damit, daß gestandene Sprünge von 70 Meter selbst bei guten Schneeverhältnissen nur sehr schwer möglich, Sprünge von 75 Meter Weite hingegen eine glatte Unmöglichkeit sind. Himmelsgrundschanze verbessert Die Schreiberhauer Himmelsgrundschanze galt von jeher mit Ausnahme der Naturschanze am Zugspitzplatt als die schneesicherste deutsche Schanze. Als im vergangenen Winter kurz vor den Olymvischen Spielen nirgendwo mehr gesprungen werden konnte, war die Himmelsgrundschanze noch mit Schnee bedeckt und für die Springer der Tschechoslowakei die letzte Rettung bei ihren Olympiavorbereitungen. Jetzt hat man diese Schanze, auf der 1932 die Deutschen Meisterschaften ausgetragen wurden. noch weiter verbessert. U. a. wurde die Aufsorungbahn durch Beseitigung kleinerer Felsen verbreitert, ebenso wurden die Schneepegel am Schanzentisch und am kritischen Punkt aufgestellt. Obwohl bei Uebungsspringen in den letzten Tagen nur der halbe Anlauf freigegeben wurde, erreichten Nachwuchsspringer des öfteren die Fünfzigmetergrenze. Sport in Kürze Schlauchs Rekord anerkannt Die von Heinz Schlauch(Neptun Gera) am 29 November 1936 in Greiz aufgestellte deutsche Höchstleistung im 200=Meter=Rückenschwimmen mit:32,7 Minuten ist jetzt als deutscher Rekord bestätigt worden. Diese Leistung wird gleichzeitig als neuer Europarekord geführt. HfL. Dortmund in Aachen geschlagen In Aachen kam ein Schwimmwettkampf zwischen den Mannschaften der Technischen Hochschule Aachen und der Hochschule für Lehrerbildung Dortmund zur Durchführung. Die Aachener gewannen alle vier Wettbewerbe— das Wasserballspiel sogar mit nicht weniger als 24:3(12:1)— und siegten im Gesamtergebnis mit 16:8 Punkten. Das Rahmenprogramm brachte u. a. gute Leistungen der Schwimmerinnen von Aachen 06. die über 3mal100=Meter=Brustschwimmen mit:53 Minuten eine ausgezeichnete Zeit erzielten. Für die 3mal=100Meter=Lagenstaffel benötigten :36,5 Min. die Aachenerinnen Berufsboxen in Leipzig Leipzig leitet das neue Sportjahr am 2. Januar mit einem internationalen Berufsboxkampfabend ein Schauplatz ist wieder die Alberthalle. Der in Belgien lebende Amerikaner Joe Zeeman wird nach seinen großen Kämpfen mit Heuser und Witt diesmal im Mittelpunkt stehen. Sein Gegner ist der Düsseldorfer Paul Wallner Kurt Haymann, der jetzt in Lanke, Schmelings früherem Trainingsort, Quartier bezogen hat. tritt gegen den jungen Stuttgarter Hölz an, und in den beiden anderen Rahmenkämpfen werden die Leipziger Bernhardt gegen Leopold=Berlin, sowie Alfred Polter gegen Walter Müller=Gera herausgestellt. Deutsche Radamateure in Kopenhagen Zu den kommenden Amateurveranstaltungen auf der Kopenhagener Winterbahn wurden erneut deutsche Rennfahrer offiziell eingeladen. Das 50Kilometer=Mannschaftsrennen am zweiten Weihnachtsfeiertag bestreiten die beiden Stuttgarter Weimar und Bühler, während für den sechsten Preis der Nationen am 6. Januar vom Deutschen Radfahrer=Verband die Westdeutschen Schorn Kamp mit der Vertretung der deutschen Farben betraut wurden. Gerätekämpfe der Turnerinnen Wie schon die Turner, so werden auch die deutschen Turnerinnen im nächsten Jahr einen Wettkampf im Gerätturnen durchführen. Das Reichsausscheidungsturnen wird am 11. oder 25. April in Jena veranstaltet. Bis dahin sind Ausscheidungsturnen in den Städten, in den Kreisen, in den Gauen und in den Gaugruppen zu bestehen. Die Gaugruppenkämpfe sollen am 7. März möglichst gemeinsam mit den Männern stattfinden. Verlangt werden von den Turnerinnen sechs Pflichtübungen, und zwar am Schwebebalken, an den Schaukelringen, am Barren, am Pferd quer(Sprung), ferner eine Springseilübung und eine Keulenschwungübung. Neu ist, daß jede Uebung einmal wiederholt werden darf; insgesamt können 60 Punkte erreicht werden. Hunde. und onldustele Märkte Berliner Metall=Notierungen Berlin, 22. Dez.(Amtlich.) Elektrolytkupfer (wirebars), prompt. cif Hamburg. Bremen oder Rotterdam 64: Original Hütten=Aluminium, 98 bis 99 Prozent. in Blöcken 144; dgl. in Walz= oder Drahtbarren 148: Reinnickel. 98 bis 99 Prozent. 269 RM für 100 kg; Silber in Barren, ca. 1000 fein. 40.70 bis 43.70 RM per kg. Warenmärkte Kölner Hauptmarkt Köln, 22. Dez. Der letzte Kölner Hauptmarkt vor dem Weihnachtsfest war gut beschickt. Es war ein reges Geschäft zu verzeichnen, so daß für mehrere Artikel ein Anziehen der Preise sich bemerkbar machte. Große Mengen Gemüse und Obst wurden nach auswärtigen Bezirken verkauft. Blumenkohl konnte gut verkauft werden. Trotz der kalten Witterung war die Nachfrage nach Weißkohl und Wirsing verhältnismäßig gering. Nur Rotkohl war etwas griffiger. Der Markt konnte ziemlich geräumt werden. In der Markthalle ging es etwas lebhafter zu, aber der Verkauf entsprach noch nicht den Erwartungen. Am Montag trafen vier Bahnwagen Apfelsinen aus Italien ein, die bald vergriffen waren. Sehr reich beschickt war der Wild= und Geflügelmarkt und das Geschäft entwickelte sich recht lebhaft. Begehrt waren besonders Weihnachtsgänse und auch in Hasen zeigte sich flotter Absatz. Es kosteten Hasen im Fell 65—70, Rehe im Fell 80—85. Gänse 115—130. Enten 120— 130. Hähne 110—130, Hühner 100—120 Pfg. das ½ Kilo. Kaninchen 115—130. Tauben 50—60 Pfg. das Stück. Markenbutter 145—148, Molkereibutter 143. 145. Margarine: Konsum 56, mittlere 86. beste 98 Pfg. das ½ Kilo. Käse: Holländer 95—120. Edamer 85—105, Schweizer 105—120, Tilsiter 85—100. Limburger 50—60 Pfg. das ½ Kilo. Mainzer 110—120 Pfg. das Kistchen. An den Seefischständen war das Geschäft ruhiger bei geringem Angebot. Der Obstmarkt war gut beschickt und das Geschäft vollzog sich lebhafter. Kochäpfel kosteten 20—25. Eßäpfel 35—45, Birnen 30—50 Pfg. das ½ Kilo. Es kosteten im Großhandel: Grünkohl—4. Rosenkohl 16—20. Weißkohl—3. Rotkohl.—4,5. Wirsing—.5. Feldsalat 20—40. Spinat—10. Steckrüben—4, weiße Rüben—4, Karotten—6, Möhren—.5. Schwarzwurzeln 10—22. Zwiebeln—6. Treibhaustomaten 30—50. Chicoree 25 Pfg. das ½ Kilo: Blumenkohl 15—30. Endivien—17, Breitlauch—.5. Kohlraben—5. aus dem Treibhaus 8. Rettich—6. Meerrettich 25—30. Sellerieknollen—30 Pfg. das Stück: Petersilie—5 Pfg. das Gebund. An Auslandswaren: Holl. Kovfsalat 13. holl. Blumenkohl 40—45 ital. 30—35 Pfg. das Stück; holl. Tomaten 55. holl. Schwarzwurzeln 23—25 Pfg. das ½ Kilo. Trauben 65—70, ital. Aepfel 20—25, holl. Eßäpfel 32—35. Kochävfel 20, Ananas 110—130. Bananen —28. Haselnüsse 35—48. Baumnüsse 40—45. Maronen 20—22, Feigen 20—22 Pfg. das ½ Kilo. Zitronen 12—15 RM. die Kiste. Rheinischer Großmarkt für Getreide und Futtermittel zu Köln Köln, 22. Dez. 100 Kilo Frachtlage Köln, soweit nichts anderes vermerkt: Weizen. rhein., 75/79 kg. Preis für den Landwirt ab Erzeugerstation W KIX 21.40. W XVI 21.00. Handelspreis Frachtlage Köln 21.80. Futterweizen 20.60. Roggen. rheinischer. 69=71 kg. Preis für den Landwirt ab Erzeugerstation R XVIII 17.70. R XV 17.30. R XIV 17.20 R XIII 17.10. Handelsvreis Frachtlage Köln 18.10. Futterrogen 40 Pfa auf den genannten Erzeugerpreis: Futterbafer. rheinischer. Preio für den Landwirt ab Erzeugerstation H XIII 16.20. HXIV 16.40. HXVI 16.60, H XVIII 16.80, H XIX 16.90: Futterhafer. rheinischer. Handelsvreis. 46-49 kg 17.60. Futtergerste. 59=60 kg. Preis f. d. Landw.: G XII 17.50. G XI 17.30. G XIV 17.80: Futtergerste. rhein., Handelsvreis G XII 18.50: Sommergerste. 59=60 kg. zu Futterzwecken(Handelsvreis) —.—: Wintergerste. 59=60 kg. zu Futterzwecken (Handelsvreis) 17.90: Industriegerste. franko Köln 19.30—19.40. Die nachfolgenden Notierungen für Weizen= und Roggenmehl sowie Roggenschrot versteht sich gemäß Anordnungen der.=V bei Abnahme von mindestens 10 Tonnen frei Empfangsstation zuzüglich.50 RM Frachtausgleich Weizenmehl mit einer Beimischung von 20 Prozent Austauschweizen.00 RM höher die 100 Kilo. mit einer Beimischung von 10 Prozent.50 RM höher die 100 Kilo. Auf= und Abschläge gemäß Anord nungen der.=V. Weizenmehl. inl.. Grundtype 790. für W XIX und W XVI.30; deutscher Weizengrieß(Müblenvreis einschließlich Frachtausgleich) 34.80: Roggenmehl. Grundtype 997. für R XVIII 23.15. R XV 22.95. R XIV 22.85, R XIII 22.75: Roggenschrot. inl. Grundtove 1800. für R XIII 19.65. R XV 19.45. R XIV 19.35, R XIII 1925: Weizenkleie. Grundvreis W XIX 12.15; dito. Handelspreis 12.50: Weizen=Futtermehl W XIX. Handelsvreis 15.00: Roggenkleie R XVIII Grundvreis 10.80 Handelsvreis 11.15. Roggenvoll. kleie 12.15: Wiesenheu, lose.00—.10: Rotkleehen .00—.40; Luzernkleeheu.50—.00; Roggenstroh, gepreßt ab rhein Station.40—.50: Weizenstroh, gepr. ab rhein. Stat.40—.50; Hafer= und Gerstenstroh, gepreßt ab rhein. Station.20—.30.— Weizen und Roggen werden weiter vermehrt angeboten. Futterhafer und Industriegerste fehlte. Industriehafer war wenig am Markt. In Industrieund Braugerste lag mäßiges Angebot vor. die Werke nahmen bei zusagenden Qualitäten gern Waren auf. In Weizenmehl der neuen Type kommt das Januargeschäft langsam in Fluß: Roggenmehl wurde laufend gekauft. Viehmärkte Altenessener Schweinemarkt Altenessen. 22. Dez. Auftrieb: Ferkel 520. Läuferschweine 359. zusammen 879. Es kosteten im Großhandel: Ferkel unter 6 Wochen bis 6 RM.,—8 Wochen alte—12 RM.,—12 Wochen alte 12—19 RM.: Läuferschweine:—4 Monate alte 19—25 RM.,—6 Monate alte 25—50 RM., größere entsprechend höher. Marktverlauf: langsam. Schlachtviehmarkt in Berlin (Amtlicher Bericht vom 22. Dezember 1936) Auftrieb: Rinder(Großvieh) 1975 Stück, darunter Ochsen 176. Bullen 228. Kühe. Färsen, Fresser 1571: Kälber 3531: Schafe(Lämmer und Hammel) 3055; Schweine 20 676, direkt zugeführt 1403. Ausland 186: Ziegen 181. Marktverlauf: Rinder verteilt. Kälber verteilt. Schafe glatt. Schweine verteilt.— Preise: Rinder(Großvieh); Ochsen: vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwerts 44; sonstige vollfleischige 40: fleischige 35: Bullen: jüngere. vollfleischige höchsten Schlachtwerts 42: sonstige vollfleischige oder ausgemästete 38; fleischige 33: Kühe: jüngere. vollfleischige höchsten Schlachtwerts 42; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 38; fleischige 32; gering genährte 20—24: Färsen(Kalbinnen): vollfleischige. ausgemästete höchsten Schlachtwerts 43: vollfleischige 39: fleischige 34: Kälber: Sonderklasse: Doppellender bester Mast 78; andere Kälber: beste Mast= und Saugkälber 63: mittlere Mast= und Saugkälber 53: geringe Saugkälber 38; geringe Kälber 35—38; Lämmer, Hammel und Schafe: Lämmer und Hammel: beste Mastlämmer: Stallmastlämmer 53: beste jüngere Masthammel: Stallmasthammel 50—52; mittlere Mastsämmer und ältere Masthammel 45— 49: geringere Lämmer und Hammel 32—44: Schafe: beste Schafe 40—42; mittlere Schafe 36—39: geringe Schafe 31—35; Schweine: Schweine über rund 150“ ka Lebendgemicht 54½: vollfleischige Schweine von 135—150 kg 53½: vollfleischige Schweine von etwa 120 bis etwa 135 kg Lebendgewicht 52½; vollfleischige Schweine von etwa 100 bis etwa 120 kg Lebendgewicht 50½: vollfleischige Schweine von etwa 80 bis etwa 100 kg Lebendgewicht 48½; Sauen: fette Svecksauen 53½; andere Sauen 50½.— Die Preise sind Marktvreise für lebend gewogene Tiere und schließen sämtliche Svesen des Handels ab Stall für Fracht=, Markt= und Verkaufsunkosten. Umsatzsteuer sowie den natürlichen Gewichtsverlust ein. müssen sich also wesentlich über die Stallvreise erheben.— Nächster Markt am 29. Dezember 1936. Amtliche Berliner Deviser“erse Berliner Börsenkurse vom 22. Dezember 1936 21 12 21 12 Ges 1 el. Untero Gödhardt Gebr. Goldschmidt Harpener Berg Hoesch Kall Aschersleben Klöcknerwerke Köln Gas u. Elekt W Krefft Kromschröder Kronprinz Metall Kdppersbusch Lahmever Mannesmann Mansfelder Masch Unternehm Wülheimer Bere Phöniz Bergbau Rhein Braunkohlen Rhein Elektr Rhein Spiegel Rheinstahl R E W Rhein Westt Kalk Rodder drube Seizdetfurth Schweimer Eisen Siemene& Halske Stolberder Zink Stollwerch Westd Kaufhof Ver Diech Nicker Ver Glenzstoft Ver Stahlwerke Warsteiner Ciruben Wasserw Geisenk —+ bedeutel ohne Angebot und Nachtrage Kriegskunst in 400 000 Bänden. Weichen=Ainntelirug Kupoleon dei Kusterng. Insanterieangriff mit aufgepflanzten... Pinseln— hindenburgs Unterschrift im Instruktionsbuch— Die deutsche heeresbücherei in Berlin Vor zwanzig Jahren wurde durch eine Neuorganisation der Bibliothek der Preußischen Kriegsakademie der Grundstein zu der heutigen Deutschen Heeresbücherei in Berlin gelegt. Bis zur Beendigung des Weltkrieges trug das deutsche Armeebibliothekswesen weder äußerlich, noch innerlich einen einheitlichen Charakter. Die vorhandenen Literaturbestände lagen bei den einzelnen Militärbehörden, Institutionen und Truppenteilen verstreut. Die bedeutendsten Heeresbüchereien der Vorkriegszeit besaßen der Große Generalstab, die Kriegsakademie und die Militärtechnische Akademie, sowie der Sächsische Generalstab und die Armeebibliothek in München. Der wissenschaftlichen Vertiefung der Kriegskunst war dieser Zustand nicht gerade förderlich. Man ging daher noch während des Weltkrieges an eine Neuorganisation der seit dem Jahre 1916 un er der Leitung von Professor Klefecker, des letzten 1. Direktors der Deutschen Heeresbücherei, stehenden Bibliothek der Kriegsakademie in Berlin, der nach und nach dann die Heeresbüchereien des Großen Generalstabs, des Kriegsministeriums, der Militärtechnischen Akademie sowie der Generalinspektion des Ingenieur= und Pionierkorps wie der Festungen und des militärischen Verkehrswesens angeschlossen wurden. Die„Kriegslist" des alten Strategen Die Deutsche Heeresbücherei als solche wurde allerdings erst am 1. Oktober 1919 ins Leben gerufen. Trotz stärkster Widerstände politischer und wissenschaftlicher Art, durch welche die Bibliothek entweder um ihre Bestände gebracht oder aus ihrer selbständigen Stellung verdrängt werden sollte, gelang es, die einzigartige Sammlung durch die Stürme der Zeit unversehrt hindurchzubringen. Als im Jahre 1919 in den Straßen der Reichshauptstadt die rote Revolte raste, sollten ihr auch die zum großen Teil unersetzlichen Schätze der Heeresbücherei zum Opfer fallen. Als „nicht mehr zeitgemäßen Geistesballast" wollte man die Bücher dem Scheiterhaufen überantworten. Sie waren bereits aufgeladen, als durch eine kleine„Kriegslist" Direktor Klefecker die Rettung der Bestände gelang. Er ersuchte um die Vergünstigung, wenigstens die wertvollsten Bücher aus der„Makulatur“ aussuchen zu dürfen, was ihm auch gewährt wurde. Hiermit war schon Zeit und in diesem Falle alles gewonnen. Die angekündigte„Auslese" zog sich dann eben solange hin, bis wieder einigermaßen normale Verhältnisse eingetreten waren. Ihre Daseinsberechtigung erwies die Deutsche Heeresbücherei schon in den ersten Jahren ihres Bestehens. Bereits in den Jahren 1921=22 bis 1925=26 stieg die Zahl der Entleiher von 337 auf 713 Personen und die der verausgabten Bände von 11 740 auf 31 421 Stück. Auf einem Grundstock von 350000 Bänden, der zunächst systematisch nach Fachkatalogen geordnet wurde, wurde erfolgreich weitergebaut. Heute zählt die deutsche Heeresbücherei bereits gegen 400000 Bände und 200 000 Karten, sowie 500 wertvolle Handschriften. Als öffentliche Fachbibliothek für Kriegswissenschaften umfaßt sie nicht nur alle deutschen und die wichtigsten ausländischen Bücher militärischen Charakters, sondern daneben auch zahlreiche grundlegende Werke auf den Gebieten der höheren Mathematik, Medizin und Musik, ja selbst der Theologie und Philosophie. Die Kriegskunst ist eben eine Universalwissenschaft, die alle Wissens= und Lebensgebiete umfaßt. „Der vollkommene teutsche Soldat“ Natürlich sind unter den annähernd 400000 Bänden auch zahlreiche bibliophile Seltenheiten und Kuriositäten. Da trifft man z. B. sämtliche Dienstvorschriften sowie Stamm= und Ranglisten der preußischen Armee vom Jahre 1720 an bis zum Weltkrieg. Zur Vervollständigung der Heeres= und Truppengeschichte sind diese Sammlungen von besonderer Bedeutung. Ferner findet man in dem mächtigen roten Backsteingebäude an der Dorotheenstraße auch Flemigs berühmtes Werk.„Der vollkommene teutsche Soldat“ aus dem Jahre 1726, des Marquis de Fenquiers„Geheime und sonderbare Kriegsnachrichten“ und— ein wahres Wortungeheuer— ein„Kriegs=Ingenieur-, Artillerie=, See= und Reiter=Lexikon" vom Jahre 1757 aus Dresden. Zu den größten Schätzen gehört auch die Heeresbücherei Friedrichs des Großen, Feldzugskarten aus dem Siebenjährigen Kriege, die noch die Spuren der Kämpfe tragen; Originalbriefe Moltkes, die nur noch in einem einzigen Exemplar vorhandenen Memoiren des Grafen Kalkreuth und ein grundlegendes Werk über die Neuaufstellung der russischen Armee in kostbarer Lederkassette, das gegen Mitte des vergangenen Jahrhunderts durch den Kaiser von Rußland dem König von Preußen zum Geschenk gemacht wurde. Hauptstück der Sammlung aber ist ein altes Gewehr=Instruktionsbuch vom Jahre 1874, das seinerzeit dem Jägerleutnant von Hindenburg gehörte und von dessen Hand den Vermerk„Uebernommen am 30. Mai 1877“ trägt. Deutlicher könnten wohl der Ordnungssinn und die peinliché militärische Gewissenhaftigkeit des großen deutschen Nationalhelden nicht zum Ausdruck gebracht werden. Friedrichs des Großen Generalstabskarten Es gibt fast nichts von einiger militärischer oder geschichtlicher Bedeutung, was man aus den Lag der Beiesfmarhe 937 der II. Kongress der Federation Internakonole de Philatelie in Luxemburg am 29.fugust 1936 beschloß auf fintrag des Reichsbundes der Philatelisten: tag der beiefmarte für alle Länder üder sonntag nach dem.Januar ag Die linke Hälfte der Postkarte, die zu dem„Tag der Briefmarke“ am 7. Januar von der Reichspost ausgegeben wird.(Scherl—.) Sammlungen der Deutschen Heeresbücherei nicht erfahren könnte. Da ist z. B. der Gaskampf von den berüchtigten Stinktöpfen der Chinesen, wie den künstlichen Rauch= und Staubwolken der alten Griechen und Römer an bis zur Phosgengranate des Weltkrieges vertreten. Selbst der Fachmann wird erstaunt sein, zu vernehmen, daß nach der Schlacht von Bautzen am 20./21. Mai 1813 dem Berlin gegen Napoleon verteidigenden General von Bülow von den Berliner Stadtvätern allen Ernstes angeraten wurde, statt der Bajonette— Pinsel auf die Gewehre pflanzen und diesen beim Angriff in Blausäure tauchen zu lassen, wodurch jeder Widerstand des Feindes gebrochen werden sollte. Wen es hingegen interessiert, welchen Mantel Napoleon in der Schlacht bei Austerlitz trug, oder welche Bibelsprüche die Feldprediger des 18. Jahrhunderts ihren Predigten zugrunde zu legen pflegten, der wird gleichfalls auf seine Rechnung kommen. Nicht minder lehrreich ist es, an Hand von Generalstabskarten und Angriffsplänen festzustellen, wie sich die großen Heerführer der letzten drei Jahrhunderte den Verlauf ihrer Schlachten und Gefechte dachten und welchen Ausgang diese dann in Wirklichkeit nahmen. Geschichten aus aller Welt Die Zukunft gehört den Aerzten! Auf einer fachwissenschaftlichen Versammlung hielt dieser Tage in London der Präsident des Königlich Britischen Colleges für Mediziner einen Vortrag, in dem er nicht mehr und nicht weniger dartat, als daß die Zukunft der Völker uneingeschränkt den Aerzten gehören wird. Es wird, und zwar recht bald, so führte er aus, die Zeit kommen, wo die Gesundheit und die damit in Verbindung stehende Lebenshaltung jedes einzelnen Staatsangehörigen unter der Aufsicht der staatlich besoldeten Aerzte stehen wird. Ja, diese Beaussichtigung werde so weit gehen, daß der Gesundheitsminister der Krone jeden Abend dem Volke durch den Rundfunk bekanntgeben werde, was jeder einzelne Volksgenosse am nächsten Tage zu— essen habe. Hausfrauen, die sich in ihrem Menü nicht nach diesen Anweisungen richten würden— und die Küchen würden jeden Tag kontrolliert werden!— würden bestraft und im Wiederholungsfalle das Recht verlieren, selbst für ihre Familien das tägliche Essen zu bereiten. Die Demokratie in England scheint recht fremdartige Wege gehen zu wollen.... Wenn ein salscher Pove amtiert... (1) Sofia. Das westbulgarische Dorf Diwelja, das sonst ein sehr beschauliches und weltvergessenes Dasein führt, hat auf einmal seine große Sensation: Der langjährige Seelsorger der Gemeinde, Pop Lew. wurde von den Kirchenbehörden Knall und Fall davongejagt und sitzt vielleicht schon hinter schwedischen Gardinen, weil sich herausgestellt hat, daß er überhaupt kein geweihter, sondern ein falscher Geistlicher war. Die Vorgeschichte ist kurz: Lew. ein russischer Flüchtling, hatte in den ersten Nachkriegsjahren die bulgarische Staatsangehörigkeit angenommen und war zunächst als Kraftdroschkenlenker in Sofia tätig. Da seine Tätigkeit nicht viel abwarf, sah er sich nach etwas„Besserem" um, was auch bald gefunden war; weil er eine gute Stimme besaß und sich durch allsonntägiges Singen in einem Kirchenchor einige liturgische Kenntnisse angeeignet hatte, kam er auf den Einfall, Pove zu werden, und zwar im=ZugTempo und ohne langweiliges Studium. Er verschaffte sich gefälschte Papiere als russisch=orthodorer Priester und bewarb sich um die ausgeschriebene Pfarre im Dorfe Diwelja, die er auch erhielt. Da Bauhalle für„L3. 130“ schon zu klein Da das Gerippe des neuen Luftschiffes„L3. 130“ schon fast die ganze Bauhalle ausfüllt, müssen die letzten Bauringe zum Kippen aus der Halle herausgefahren werden.(Weltbild—.) in Bulgarien ein ziemlicher Mangel an Dorfpoven besteht und weitere Bewerbungen nicht vorlagen. war es dem arglosen Kirchenrat Diweljas und der übergeordneten Kirchenbehörde in der Bezirksstadt Radomir nicht eingefallen, sich die Papiere des Kandidaten näher anzusehen und Erkundigungen anzustellen. Waren doch viele russische Poven von der bulgarischen Landeskirche angestellt worden. Pov Lew hatte dazu eine sehr leutselige Ader und vor allem auch eine klangvolle Stimme... Nur durch Zufall wurde Pov Lew nach sechsjähriger„Praxis“ entlarvt und aus dem Dorf gejagt. das nun in hellster Aufregung ist. Nach den Bestimmungen der orthodoren Landeskirche Bulgariens müssen jetzt sämtliche Taufen. Trauungen und Grabgebete, die„Pov" Lew vorgenommen hat und ungültig sind, wiederholt werden. Alle Kinder, die aus von Lew eingesegneten Ehen stammen, sind einmal unehelich und zudem kleine Heiden— nach kirchlicher Auffassung, denn Bulgarien kennt noch keine Zivilehe. Die Toten, die ohne Povengesang beerdigt wurden, brauchen zwar nicht noch einmal zu sterben; die Grabgebete und=gesänge müssen zwar sämtlich nachgeholt werden, damit die Verstorbenen ihre Ruhe im Jenseits haben... Der neue Pove von Diwelja wird, wenn er alle Zeremonien nachholen will— und darauf werden die Dörfler bestimmt nicht verzichten—. Arbeit am laufenden Band haben... Eisenzeitfunde in Lothringen Ein Waldwärter ist es gewesen, der den französischen Archäologen und Professor am Metzer Lyzeum, Delort, auf das Vorhandensein vorgeschichtlicher Grabhügel am Walde von Anzeling bei Bouzonville in Lothringen aufmerksam gemacht hat. Der Gelehrte ging diesem Hinweise nach und hat jetzt tatsächlich an der ihm von dem Waldwärter bezeichneten Stelle eine sehr interessante Grabstätte aus der Eisenzeit, also vor rund 3000 Jahren, ausgegraben. In der sauber angelegten Grabkammer fand man außer Skelettüberresten u. a. zwei tiefschwarze Vasen, die ineinandergestellt waren, ein gut erhaltenes Schwert, das mittels zweier ebenfalls noch erhaltener kupferner Ringe am Wehrgehänge befestigt wurde, und eine Lanze von riesigen Ausmaßen. Die wertvollen Funde werden dem Museum in Metz überwiesen werden. Schald und Geesatseung Welche Schulden verjähren am Jahresende? Mit Ablauf des Jahres tritt für zahlreiche Ansprüche die Verjährung ein. Viele Schuldner werden deshalb jetzt prüfen, welche von ihnen noch nicht geforderten Schulden sie bei Beginn des neuen Jahres aus ihren Büchern streichen können. Das Gesetz bestimmt im allgemeinen eine Verjährungsfrist von 30 Jahren. Diese Frist kommt aber bei den meisten Ansprüchen nicht zur Anwendung, weil für sie kürzere Fristen bestimmt sind. Nach 30 Jahren verjährt z. B. die Forderung auf Rückzahlung eines Darlehns. Dagegen verjähren die rückständigen Zinsen des Darlehns schon nach vier Jahren. Diese kürzere Frist gilt auch für die Tilgungsbeträge, die als Zuschlag zu den Zinsen zwecks allmählicher Abtragung des Kapitals zu zahlen sind. Auch Besoldungen, Ruhegehälter, Unterhaltsbeiträge, Renten usw. fallen hierunter. Eine noch kürzere Verjährungsfrist bestimmt das Gesetz sodann für alle Schulden des täglichen Geschäftsverkehrs, die schon nach zwei Jahren verjähren. Hierzu gehören Forderungen aus Warenlieferungen der Kaufleute, aus Arbeiten der Handwerker, aus Gewährung von Wohnung und Beköstigung durch Gastwirte, Pensionsinhaber usw Sodann fallen hierunter die Gehaltsund Lohnforderungen der im Privatdienst Stehenden, die Honorare der Lehrer. Aerzte, Rechtsanwälte usw Das Bürgerliche Gesetzbuch hat im § 196 eine lange Liste der in Betracht kommenden Ansprüche aufgestellt, und es kann allen Interessenten nur eindringlich empfohlen werden, diese Aufzählung genau zu beachten. Die Verjährungsfrist wird gehemmt, solange der Gläubiger dem Schuldner eine Stundung bewilligt hat. Die Zeit der Stundung wird in die Verjährungsfrist nicht eingerechnet. Hat also ein Gläubiger die Zahlung fälliger Zinsen für drei Monate gestundet, so läuft die Verjährungsfrist erst nach vier Jahren und drei Monaten ab. Anders dagegen ist die Fristberechnung, wenn die Verjährung unterbrochen ist. Eine solche Unterbrechung erfolgt z.., wenn der Schuldner den Anspruch durch Abschlagzahlung, Zinszahlung, Sicherheitsleistung oder in anderer Weise anerkennt Als Unterbrechung gilt dagegen nicht, wenn der Gläubiger an Zahlung erinnert oder eine Mahnung durch den Rechtsanwalt schickt. Vielmehr muß eine ausdrückliche Erklärung des Schuldners gegenüber dem Gläubiger erfolgen, aus der unzweideutig hervorgeht, daß der Schuldner sich des Bestehens der Schuld bewußt ist. Eine Unterbrechung der Verjährung kann ferner dadurch herbeigeführt werden, daß der Gläubiger bei Gericht Klage, erhebt, Zahlungsbefehl beantragt, Güteantrag stellt, die Forderung zum Konkurs anmeldet oder sonst gerichtlich gegen den Schuldner vorgeht. Ist auf diese Weise die Verjährung unterbrochen, so wird die bis dahin verstrichene Zeit nicht mehr gerechnet. Vielmehr läuft nach Beendigung der Unterbrechung eine neue Verjährungsfrist in der Dauer des vollen für den betreffenden Anspruch bestimmten Zeitraums. Für alle Fristen gilt die gemeinsame Bestimmung, daß sie von dem Schlusse des Jahres an gerechnet werden, zu dem der Gläubiger die Zahlung von dem Schuldner verlangen kann. Bei einem Darlehn tritt also die Verjährung des Anspruchs auf Rückzahlung am 31. Dezember des Jahres ein, in welchem 30 Jahre seit dem Ablauf der Kündigungsfrist verflossen sind. Entsprechen diese Bestimmungen über die Verjährung auch heute noch dem heutigen Rechtsempfinden des Volkes? Sind sie mit den nationalsozialistischen Grundsätzen zu vereinbaren? Diese Fragen sind zu bejahen, soweit die Verjährungsbestimmungen einen berechtigten Schutz des Schuldners darstellen. Wenn ein Gläubiger jahrelang seine Ansprüche nicht geltend gemacht, seine Schulden nicht eingefordert hat, so spricht die Wahrscheinlichkeit dafür, daß sie nicht oder nicht voll begründet sind, und daß sie deshalb des Staatsschutzes durch Gewährung der gerichtlichen Hilfe nicht würdig sind. Der Schuldner muß auch dagegen geschützt werden, daß er sich nach vielen Jahren noch unerwartet gegen unberechtigte Ansprüche verteidigen muß. Es muß ihm erspart werden, die rechtliche und tatsächliche Unbegründetheit von Forderungen zu beweisen, die sich auf weit zurückliegende Tatsachen stützen und zu deren Entkräftung er Umstände anführen müßte, die durch die lange Zeit verdunkelt sind. Die Bestimmung einer besonders kurzen Verjährungsfrist für die Ansprüche aus dem täglichen Geschäftsverkehr mahnt außerdem die Gläubiger zur rechtzeitigen und ernsten Einziehung ihrer Außenstände. Sie ist deshalb eine erzieherische Maßnahme, welche der nationalsozialistische Staat, der auf Wiederherstellung der Ordnung des öffentlichen Lebens und des Verkehrs unter den Volksgenossen hinwirkt, nur begrüßen kann. Andererseits wird der Schuldner berücksichtigen müssen, daß auch eine verjährte Schuld noch eine Schuld bleibt. Denn das Gesetz bestimmt nicht, daß das Recht des Gläubigers untergeht, sondern es hindert nur seine gerichtliche Geltendmachung, indem es dem Schuldner gestattet, einer Klage den Einwand der Verjährung entgegenzustellen Der Gläubiger kann also auch nach Ablauf der Verjährungsfrist den Schuldbetrag noch einfordern. Ihm verbleibt auch das Recht, den Betrag einzuklagen, während z. B. Schulden aus Spiel und Wette nicht einklagbar sind. Wenn aber der Schuldner den Einwand der Verjährung erhebt, so muß die Klage abgewiesen werden. Der Schuldner wird nun bei der Frage, ob er von der gesetzlichen Ermächtigung Gebrauch machen und sich auf Verjährung berufen soll, prüfen müssen, aus welchen Gründen die Schuld innerhalb der bis zum Eintritt der Verjährung abgelaufenen Zeit nicht beglichen ist. Handelt es sich um eine ungeklärte Forderung, deren rechtzeitige Klarstellung der Gläubiger versäumt hat, oder handelt es sich um Beträge, die der Gläubiger infolge seiner unordentlichen Buchführung nicht rechtzeitig eingefordert oder deren Quittungen der Schuldner schon vernichtet hat, so kann der Schuldner die Zahlung mit vollem Recht verweigern. Das gleiche gilt, wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse des Schuldners sich gegen früher so verschlechtert haben, daß ihm unter Berücksichtigung seiner sonstigen Verpflichtungen die Begleichung der Schuld, zu der er früher imstande gewesen wäre, jetzt nicht mehr zugemutet werden kann. Anders liegen die Verhältnisse, wenn der Gläubiger nur wegen der Notlage des Schuldners und seiner Familie die Schuld nicht rechtzeitig eingefordert hat, oder wenn er im Vertrauen auf die wiederholten Zahlungsversprechen des Schuldners# von einem gerichtlichen Vorgehen abgesehen hat oder auch dann, wenn die rechtzeitige oder genaue Rechnungsausstellung dadurch versäumt worden ist, daß der Gläubiger erkrankt oder gestorben ist und seine Angehörigen die geschäftlichen Fragen nicht bewältigen konnten. In solchen Fällen oder wenn die wirtschaftliche Lage des Gläubigers sich wesentlich verschlechtert hat, wird der Schuldner ernstlich prüfen müssen, ob er bei Beachtung der sittlichen Grundsätze von Treue und Ehrlichkeit die Bezahlung einer unbestreitbaren Schuld durch Berufung auf die Verjährung verweigern darf. Das amtliche Werk über das Reichssportfeld Staatssekretär Pfundtner vor Vertretern der Presse Berlin, 22. Dez. In seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Bau=, Kunst= und Finanzausschusses der 11. Olympiade hat Staatssekretär Pfundtner der deutschen Presse das vom Reichsministerium des Innern herausgegebene amtliche Werk über das Reichssportfeld zugeleitet und zu dem Werk einige Erläuterungen gegeben. Reichsminister Dr. Frick hat dem Buch selbst ein Geleitwort gewidmet, in dem er darauf hinweist, daß die großzügige Planung des Reichssportfeldes der eigenste Gedanke des Führers Adolf Hitler gewesen ist, und in dem er allen am Bau Beteiligten seinen Dank für ihre aufopfernde Tätigkeit ausspricht. In den fünf Abschnitten des Werkes sind die Männer zu Worte gekommen, die die Arbeit in leitender Tätigkeit praktisch getragen haben. Die gesamten Aufwendungen des Reiches, der Stadt Berlin, der Deutschen Reichsbahn, der Reichspost und des Rundfunks betragen danach rund 50 Millionen RM., von denen auf die eigentlichen Bauten rund 40 Millionen RM. entfallen. Sportabteilung im Innenministerium Berlin, 22. Dez. Im Reichs= und preußischen Innenministerium des Innern wird auf Anordnung des Reichsministers Dr. Frick mit Wirkung vom 1. Januar 1937 zur Bearbeitung aller Angelegenheiten des Sportes und der Leibesübungen eine besondere Abteilung— Abteilung Vlll— gebildet. Mit der Leitung der neuen Abteilung wird der Reichssportführer von Tschammer und Osten betraut, dessen Stellung als Leiter des Reichssportamtes hierdurch nicht berührt wird. Aufgabe der neuen Abteilung ist die Bearbeitung aller Angelegenheiten des Sports und der Leibesübungen in der Ministerialinstanz nach den vom Minister oder Staatssekretär erteilten Weisungen. Dem Reichssportamt als der nachgeordneten Reichsbehörde liegt die Ausführung der Anordnungen des Ministeriums ob. Es bleibt in persönlicher und sachlicher Hinsicht von der Ministerialinstanz getrennt. Doch wird durch die in der Person des Reichssportführers hergestellte einheitliche Leitung eine enge Zusammenarbeit zwischen der neuen Abteilung des Ministeriums und dem Reichssportamt gewährleistet. Die neue Abteilung wird im Dienstgebäude des Ministeriums am Königsplatz untergebracht. sicheminster D.: Volteweibnuachten mit Dr. Goebbel. Verlin. Von hier aus wurde die Weibnachisansprache des Reicheministen übertragen, wo im Rahmen von 23000 Feiern rund 3 Mill. Kinder beschert wurden.(Weltbild].) 41 „Jur krven und Vrol Oeffentliche Ziehung der 8. Reichslokterie für Arbeitsbe schaffung Mäcdel vireufen Lich O Sülcrschrechs Wehische esechen Schtsehden, Kodee Drsch ncete. Bestcede scenench ##d Attne der sce br sschettesengn 8tahr bot# Adgltegkens## Spede pierSschungerch ie###. es ses Köchz# Snen 19 drs 963 Pasheahrge ien ensche bentehe. uen München, 22. Dez. In München begann am Dienstagnachmittag unter Aufsicht des Notariats München 5 die öffentliche Ziehung der 8. Reichslotterie für Arbeitsbeschaffung, die im Künstlerhaus stattfindet und zwei Tage beansprucht. Die Ziehung wurde eröffnet im Auftrage des Reichsschatzmeisters der RSDAP. durch Stabsleiter Saupert, der in einer Ansprache auf die gewaltigen Fortschritte und Erfolge hinwies, die auch in diesem Jahre in der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit erreicht worden sind, nicht zuletzt dank der Reichslotterie für Arbeitsbeschaffung. Nach der Ansprache des Stabsleiters wurde zur Ziehung geschritten, die Lotterie enthält zwei Abteilungen, A und B, mit je drei Millionen Losen, die in eine große Lostrommel eingeschüttet sind. Eine zweite Trommel enthält die Gewinnröllchen, eine dritte die Endnummerngewinne, die zuletzt gezogen werden. Zur Ausspielung gelangen u. a. zwei Gewinne zu 50000 RM., 20 Prämien zu 2500 RM., 50 Gewinne zu 1000 RM. und 100 Gewinne zu 500 RM. Die insgesamt 424 152 Gewinne und 20 Prämien ergeben zusammen eine Gewinnsumme von 1600000 RM. Bereits am 1. Tag der Ziehung wurden die 4152 Gewinne in Höhe von 20,— bis 50000,— RM. von insgesamt 424152 Losen beider Abteilungen ausgelost. Dabei fiel der Haupttreffer von 50000 RM. in beiden Abteilungen, also 100000 RM., auf das Doppellos Nr. 2 786 629!(Ohne Gewähr.) Die großen Treffer Bei der Ziehung wurden bei den Hauptgewinnen von 50000 RM. in beiden Abteilungen und den zahlreichen Gewinnen zu 500, 100, 50 und 20 RM. und darunter auch 50 Gewinne zu je 1000 RM.(oder je 2000 RM. beim Doppellos) gezogen, und zwar auf folgende Nummern: 73.627, 230 366, 382049, 566 671, 592 651, 726 892, 791 766, 905.914, 1 096 592, 1 322 151, 1517 444, 1860 239, 1 922053, 1 941 166, 2079 499, 2123119, 2347 278, 2435 970, 2 484 555, 2494 207, 2602 351, 2612 790, 2 733 765 2748895 und 2955 179.(Ohne GeC Gleichzeitig mit den 4152 Gewinnen, die einzeln aus dem großen Nummernrad gezogen wurden, wurden durch die letzten zehn Züge auch Prämien zu 2500 RM.(oder 5000 RM. beim Doppellos) ermittelt. Sie fielen auf 9 big 65g gezogenen Gewinne in Höhe von RM. und zwar auf die Losnummern 164 629, 1 489 695, 2073697, 2504 023, 2578979, 2627 615, 2642 805, 2884 939, 2 909 550 und 2999170.(Ohne Gewähr.) Kur noch 2rsiall 44 Erjahnassen Krankenversicherung 1936 ohne Defizit M 2* Le hJ. wirbt für den Landdienst Vom 12. Januar ab führt die HJ. eine große Propaganda=Aktion für den Landdienst der HJ. durch. In diesen Tagen wird man überall diese Plakate sehen. Der Text des Plakates hat folgenden Wortlaut: Wen braucht der Landdienst? Gesunde Jugend im Alter von 15 bis 25 Jahren. Was ist der Landdienst? Ein freiwilliger Dienst unserer Jugend am deutschen Boden für die Ernährung unseres Volkes, eine Arbeits= und Erziehungsgemeinschaft auf dem Lande. Was bietet der Landdienst? Eine gesunde und ehrenvolle Arbeit. Entlohnung nach vollem Landarbeitertarif, Verpflegung und Unterkunft in Gemeinschaftsheimen. Wer im Landdienst bleibt, hat die Möglichkeit, als Gruppenführerin oder Wirtschaftsleiterin tätig zu sein Für den Fürsorge=, Pflege= oder Schwesternberuf ist der Landienst als geeignete Vorbereitung anerkannt. Anmeldungen: Bei sämtlichen Dienststellen der Hitler,=Jugend(ähnlich ist auch der Wortlaut des Werbeplakats für die Jungen). (B0M.— Scher!—.) Schwere Stürme über dem Aklantik Newyork, 22. Dez. Schwere Stürme über dem Atlantik haben das Eintreffen von 10 Ueberseedampfern beträchtlich verzögert, unter ihnen befinden sich die„Europa“,„Normandie",„Aquitania“ und„Deutschland“ mit etwa 2500 Fahrgästen und Tausenden von Weihnachtspostsäcken. Die Verzögerungen betragen bis zu 24 Stunden. Die Post trifft infolgedessen zu spät ein, um noch zum Weihnachtsfest ausgetragen werden zu können. Die„Europa“, die bereits am Dienstag docken sollte, wird erst am Mittwoch auf Dock gehen. Berlin, 22. Dez. Obwohl endgültige Zahlen noch nicht vorliegen, läßt sich jetzt schon überblicken, daß die Krankenversicherung nicht mit dem Defizit das Jahr 1936 verlassen wird, mit dem sie das vergangene abschließen mußte. Wie Oberregierungsrat Dr. Grünewald vom Reichsarbeitsministerium in der„Ortskrankenkasse“ mitteilt, konnten Einnahmen und Ausgaben der Krankenkassen weitgehend ins Gleichgewicht gebracht werden. Der Mitgliederstand sei einheitlicher und ständiger geworden, die Inanspruchnahme der Kassen durch diejenigen, die infolge der Entbehrung langjähriger Arbeitslosigkeit krankheitsanfälliger waren, sei zurückgegangen. Von den gesetzlichen Maßnahmen auf dem Gebiet der Krankenversicherung im Jahre 1936 hebt der Referent besonders die Umgestaltung der Ersatzkassen hervor. Während am 1. Januar 1936 noch 44 Ersatzkassen zugelassen waren, werden es am 1. Januar 1937 nur noch 29 sein. Von ihnen sind 17 Ersatzkassen für Angestellte und 12 für Arbeiter. Unter den letzteren sei die größte und in ihrem Mitgliederkreis umfassendste die aus Vereinigung und Neuzulassung entstandene Arbeiter=Ersatzkasse für das Deutsche Reich. Das Jahr 1937 werde auch den Ersatzkassen die endgültigen Leiter bringen, die für die Orts- und Innungskrankenkassen inzwischen ernannt seien. Zu den Gemeinschaftsaufgaben der Krankenversicherung gehört vor allem der Betrieb von Heilanstalten. Der Referent stellt fest, daß der Gedanke, daß Vorbeugen besser ist als Heilen, und daß entstandene Krankheiten gründlich ausgeheilt werden müssen, von Jahr zu Jahr in unserem Volk mehr Eingang finde. Bisher könnten diese Grundsätze zum Teil infolge der wirtschaftlichen Lage mancher Kasse noch nicht genügend zur praktischen Anwendung kommen. Je mehr sich die Erkenntnis Bahn breche, daß die gefährlichste Krankheit die Verbrauchskrankheit ist, um so mehr werde auch das Bedürfnis nach Bewilligung von Kuren steigen und um so mehr werde auch erkannt werden, daß die Bewilligung von Kuren auch vom Standpunkt der Kasse billiger ist als die Gewährung von Leistungen im Krankheitsfall. Abschließend erklärt der Referent, daß der Neuaufbau der Krankenversicherung zwar 1936 noch nicht endgültig abgeschlossen würde, daß aber die Grundlagen geschaffen worden seien, auf denen weiter gebaut und der Bau vollendet werden könne. Einen Säugling entführt Die Rache der verliebten Gymnasiastinnen Dr. Hendrik., der jungverheiratete Lehrer an einem Osloer Mädchengymnasium, erfreute sich ungewöhnlicher Beliebtheit unter seinen Schülerinnen. Der junge stattliche Mann wurde so sehr umschwärmt, daß er sich schließlich ganz energisch alle Aufmerksamkeiten der Backfische verbitten mußte. Tatsächlich hatte er nun auch für einige Zeit Ruhe. Um so unangenehmer aber war der Streich, der ihm dann von zwei verliebten Gymnasiastinnen gespielt wurde. Eines Vormittags, Dr. E. war wie gewöhnlich in der Schule, klingelte es an der Wohnungstür des Lehrers und ein Bote übergab der ahnungslosen Ehefrau ein umfangreiches Paket. In dem Paket aber befand sich zur höchsten Bestürzung der jungen Frau ein etwa drei Wochen alter Säugling und ein kleiner Zettel mit der Aufschrift:„Besten Dank— Marie“. Die junge Frau brach in Tränen aus. Marie, das war der Name des Hausmädchens, das vor sechs Monaten auf Betreiben des Lehrers das Haus hatte verlassen müssen. Also hatte Dr. Hendrik mit dem Mädchen Beziehungen unterhalten, die nicht ohne Folgen geblieben waren. Auf der Stelle verließ die junge Frau die Wohnung und begab sich zu ihren Eltern, um von die Ehescheidungsklage einzureichen. Als Dr. Hendrik müde und abgespannt am Nachmittag nach Hause kam, fand er nur noch die verlassene Wohnung und das schreiende Kind. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als den Säugling auf den Arm zu nehmen und mit ihm zur nächsten Polizeiwache zu gehen, damit dem Kind Unterkunft und Pflege verschafft werde. Gleichzeitig aber beauftragte er die Kriminalpolizei Der Prozeß gegen den Juden Arthur Simson Meiningen, 22. Dez. In Meiningen nahm an Dienstag der vor sechs Monaten begonnene Prozeß gegen den ehemaligen Mitbesitzer des früheren Simson=Werkes in Suhl. den Juden Arthur Simson, und seine früheren Angestellten Bätz, Klett und Gutke sein Ende. des Prozesses ist, daß der Jude Arthur Simson, der auf Grund des Versailler Friedensdiktates lange Zeit die Alleinbelieferung der Reichswehr mit gewissen Waffen durchführte, diese Monopolstellung zu einer ungeheuren Ausbeutung des Reiches mißbrauchte. Eine gewisse Wiedergutmachung erfolgte dann später durch die Abtretung der Werke an den Treuhänder, Reichsstatthalter Sauckel. " Die Durchführung des Prozesses gestaltete sich äußerst schwierig, da der größte Teil des belastenden Materials seinerzeit durch den Juden beiseitegeschafft und vernichtet wurde. Arthur Simson und seine Helfershelfer haben es vorgezogen, zur rechten Zeit ins Ausland zu fliehen. Seine Neffen Meyer, die in Dresden wegen Landesverrats verurteilt wurden, weil sie versucht hatten, Geheimmaterial über die tschechoslowakische Grenze ins Ausland zu bringen, wurden damals gegen eine hohe Kaution auf freien Fuß belassen und benutzten natürlich auch die Gelegenheit, ins Ausland zu gehen. So standen nur die früheren Angestellten Bätz, Klett und Gutke vor den Schranken des Gerichts. Der Prozeß endete mit dem Beschluß, das Verfahren gegen Arthur Simson vorläufig einzustellen. Haftbefehl und die Vermögensbeschlagnahme bleiben bestehen. Bätz und Klett wurden mangels Beweises freigesprochen. Max Gutke, der des Betruges schuldig war, wurden mildernde Umstände zugebilligt. Das Verfahren gegen ihn wurde auf Grund des Straffreiheitsgesetzes vom 7. August 1934 eingestellt, da er nur zu einer Geldstrafe unter 1000 Mark hätte verurteilt werden können. Die Verkündung der Urteilsbegründung erfolgte in nichtöffentlicher Sitzung, da militärische Geheimnisse zur Sprache kamen, deren Veröffentlichung eine Gefährdung der Staatssicherheit bedeutet hätte. mit der Untersuchung der rätselhaften Angelegenheit. Der Polizei gelang es schon nach wenigen Tagen, nicht nur die Herkunft des Säuglings festzustellen, sondern auch die Täter zu ermitteln, die dem Lehrer den üblen Streich gespielt hatten. Es handelte sich um zwei Backfische, Schülerinnen des Dr. Hendrik, die durch das abweisende Verhalten des vergötterten Lehrers so aufgebracht waren, daß sie beschlossen, Rache zu üben. Sie stahlen aus einem Kinderwagen auf der Straße einen Säugling und schickten ihn dann der Lehrersfrau ins Haus. Dieser Tage nun hatten sie sich vor dem Gericht zu verantworten. Da die beiden Angeklagten schon achtzehn Jahre alt sind, verhängte der Richter eine Strafe von je sechs Monaten Gefängnis mit der ausdrücklichen Bemerkung, die leichtsinnigen Mädchen seien noch einmal bei ihrem Kindesraub mit einem blauen Auge davongekommen, denn wenn dem Säugling auch nur das geringste zugestoßen wäre, hätte die Strafe noch weit härter ausfallen müssen. Die Pariser Sandschak=Verhandlungen zwischen den türkischen und den französischen Delegierten begegnen großen Schwierigkeiten, da beide Parreien an ihren Standpunkten festhalten. „Wie an Londoner unterrichteter Stelle erklärt wird, ist die Veröffentlichung der englisch=italienischen Vereinbarung erst im neuen Jahr zu erwarten. Das Prager Justizministerium hat dem polnischen Staatsangehörigen Jan Delong, der am 13. November 1935 vom Kriegsgericht in Mährisch=Ostrau zu 18 Jahren Zuchthaus verurteilt worden war, den Rest der Strafe erlassen. Der Prozeß hatte seinerzeit in der polnischen Presse außerordentliches Aufsehen erregt. Das Urteil wurde als unerhört bezeichnet, da die Verhandlung die Grundlosigkeit der Anklage ergeben habe. In Warschau wurde eine deutsch=polnische Vereinbarung unterzeichnet, durch die das deutschpolnische Wirtschaftsabkommen vom 4. November 1935, das bis zum 31. Dezember 1936 verlängert worden war, um weitere zwei Monate verlängert wird. In Mandschukuo werden Vorbereitungen zur Einführung der allgemeinen Wehrpflicht getroffen „Havas“ meldet aus Mexiko, daß der Dampfer„Sil“ mit einer Ladung Waffen und Munition für das rote Spanien aus Veracruz ausgelaufen ist. Das Regiment ohne Soldaten (—) London. In Irland gibt es hoch im Norden ein Regiment, das aus einem Soldaten und einem Pferd besteht. Dieser eine Soldat ist Sir Ronald Roß, der also gleichzeitig sein eigener General und sein eigener Untergebener ist. Schon vor einigen Jahren wurde einmal im Unterhaus darauf hingewiesen, daß es doch ein Unfug sei, gleichzeitig mit einem Titel jenem Ronald Roß auch das Recht zuzubilligen, eine— wie es offiziell heißt —„berittene Miliz von Nord=Irland“ zu bilden. Aber wie die Engländer nun einmal sind: der Kriegsminister hielt daran fest, daß man es hier mit einer uralten Tradition zu tun habe, an der auch nicht zu rütteln sei. Jenes Regiment erfülle zwar keinen vernünftigen Zweck, jener General Sir Ronald Roß habe also nur die Befehlsgewalt über sich selbst Doch eine Beachtung der alten Tradition schade niemand etwas Und wenn eine überlieferte Sitte semand nicht schade— dann möge man auch die Finger davon lassen. Beruf— Weltanschauung— Sport Die körperliche Ertüchtigung im Reichsberufswettkampf 1937 Die Erziehungsarbeit der Hitler=Jugend wird geleitet von der Erkenntnis, daß es notwendig ist, die junge Mannschaft weltanschaulich zu festigen, zu einer beruflichen Leistung zu führen und sie körperlich zu ertüchtigen. Niemals wird und kann die Hitler=Jugend auf eines von den Dreien verzichten. So werden die Jungen auf dem Sportplatz und im Gelände einer körperlichen Ausbildung zugeführt. die aus ihnen gesunde. widerstandsfähige Menschen macht. In Heimabenden. Führerschulen. Lagern und auf Fahrt wird die weltanschauliche Ausrichtung betrieben und die Konsequenz dieser weltanschaulichen Ausrichtung ist, daß der Hitler=Junge und das B0M.=Mädel zu der Erkenntnis kommen, daß sie der Gemeinschaft gegenüber verpflichtet sind. sich jederzeit mit aller Kraft und allem Können für die Gemeinschaft einzusetzen, also nicht nur im Dienste der Formation, sondern auch im Beruf die Pflicht zu tun, die die nationalsozialistische Weltanschauung von jedem Glied der Gemeinschaft fordert. Aus dieser Haltung heraus stellt auch der Reichsberufswettkampf nicht einseitige berufliche Anforderungen an die Jungen und Mädel, sondern in der Aufgaben= bzw. Fragenstellung sollen der Junge und das Mädel ihre richtige Einstellung zum Beruf. zur beruflichen Leistung beweisen. Zum ersten Mal wird in dem vor uns liegenden Reichsberufswettkampf nun auch die körverliche Leistungsprobe in größerem Umfange durchgeführt. Bisher hatte man sich darauf beschränkt die Gaubesten und diejenigen, die mit in den Reichsentscheid kamen, einer sportlichen Leistungsprüfung zu unterziehen. In diesem Jahre müssen alle Jungen und Mädel. die beim Ortskampf über dem Durchschnitt stehen, also beruflich besonders leistungsfähig und weltanschaulich klar ausgerichtet sind. auch ihre körperliche Leistungsfähigkeit auf sportlichem Gebiet unter Beweis stellen. Nur diejenigen, die den Anforderungen auf allen drei Gebieten gerecht werden, dürfen den Gauentscheid mitmachen und wenn sie dort als Beste hervorgehen mit in den Reichswettkampf eintreten. So erreicht die Hitler=Jugend. daß wirklich nur„ganze Kerls" als Reichssieger aus diesem Leistungswettkampf hervorgehen. Der berufliche Streber jedoch. der sich engstirnig nur auf seinen Beruf konzentriert. vom Wollen und von den Forderungen des Nationalsozialismus keine Ahnung hat, aber auch alle. die beruflich leistungsfähig sind und den Nationalsozialismus zwar verstandesmäßig begreifen, die letzte Schlußfolgerung aber noch nicht zogen. werden ausgeschieden. Mithin treten nur der Junge und nur das Mädel am 1. Mai vor den Führer, die ganz den Forderungen der Hitler=Jugend entsprechen: Weltanschaulich fest zu stehen, körperlich gesund und widerstandsfähig und beruflich höchstleistungsfähig zu sein. Nach Berlin und Leipzig Drei„Kraft durch Freude"=Sonderzüge Die Deutsche Arbeitsfront. NS.=Gemeinschaft „Kraft durch Freude" des Gaues Westfalen=Süd. teilt mit: Im Interesse derjenigen Arbeitskameraden, die an den kommenden großen Ausstellungen in Berlin und Leipzig interessiert sind, plant das Gauamt Westfalen=Süd die Einlegung von 3 sehr wichtigen Sonderzügen. Hierbei gilt es. den Besuch der„Grünen Woche" Berlin, sowie der„Auto=Ausstellung" Berlin und vor allem die„Leipziger“ jedem Südwestsalen zu ermöglichen. Bis zur Stunde liegen die Fahrtvreise noch nicht fest, so daß hierüber noch rechtzeitig in der Tagespresse berichtet wird. Um aber schon heute jedem die Gelegenheit zu geben, sich mit dem Zeitpunkt dieser Fahrten vertraut zu machen und danach seine eigenen Wünsche einzurichten, geben wir vorerst die Termine der eingelegten Sonderfahrten bekannt: 1. Fahrt zur„Grünen Woche“ Berlin vom 29. 1. bis 7. 2. 1937: 2. Fahrt zur„Autoausstellung" Berlin vom 20. 2. bis 7. 3. 1937: 3. Fahrt zur„Leipziger Messe“ vom 28. 2. bis 8. 3. 1937. Allen Arbeitskameraden, die beabsichtigen, sich an einer dieser Fahrten zu beteiligen, empfehlen wir in der nächsten Woche die Tageszeitungen durchzusehen, da eine Veröffentlichung der Fahrtvreise dann vorgenommen werden wird. Reise und Verkehr Mitwirkung des Fahrgastes beim Weihnachtsverkehr Ueberhandnahme der Zuschlagnachlösung während der Fahrt im Eil= und Schnellzugverkehr Wie wir vom Pressedienst der Reichsbahndirektion Essen hören hat in letzter Zeit die Nachlösung von Fahrausweisen im Zuge stark zugenommen. Obwohl an den Fahrkartenschaltern Eil= und Schnellzugkarten sowie auch lose Zuschlagkarten zu den Personenzugfahrkarten für die Benutzung zuschlagpflichtiger Züge zu haben sind, kann immer wieder, namentlich in den Eilzügen, die Wahrnehmung gemacht werden. daß diese Züge mit dem ungültigen Fahrausweis für Personenzüge bestiegen werden. Bei einem großen Teil der Fahrgäste hat sich die Gewohnheit herausgebildet. die Zuschlagkarten für die höher tarisierten Züge erst im Zuge zu lösen, und zwar vielfach erst dann, wenn der Schaffner bei der Nachprüfung der Fahrkarten dazu auffordert. Die Reichsbahndirektion Essen weist darauf hin, daß besonders bei dem starken Weihnachtsverkehr durch die vermeidbare Inanspruchnahme des versonals zur Ausfertigung von Zuschlagkarten. deren Lösung am Schalter möglich war. diese Bediensteten ihren sonstigen Dienstgeschäften und damit u. a. auch der ihnen obliegenden Betreuung hilfsbedürftiger und reisennkundiger Personen entzogen werden. Auch entstehen für Reisende, die sich nicht freiwillig zur Nachlösung von Zuschlagkarten melden. noch besondere Unannehmlichkeiten, weil sie nach den Tarifbestimmungen als Reisende ohne gültigen Fahrausweis anzusehen und zur Zahlung eines empfindlichen Fahrpreiszuschlages heranzuziehen sind. Die Fahrgäste, die einen Eil- oder Schnellzug benutzen wollen. werden deshalb gebeten. besonders in der Hauptreisezeit, schon am Schalter des Abgangsbahnhofes die gültigen Fahrkarten mit eingerechnetem Zuschlag zu lösen, oder zu den Personenzugfahrkarten die erforderlichen Zuschlagkarten zu verlangen. Mutter von 5 Kindern vom Schafbock getötet Aschendorf. Die Frau des Landwirts Eiken=Otten in der Nachbarbauerschaft Ahlen ging zur Weide, um nach dem Vieh zu sehen. Als sie nach längerer Zeit nicht zurückkehrte, hielt ihr Gatte nach ihr Ausschau und fand seine 56jährige Frau, Mutter von fünf Kindern. tot in einer Blutlache. Sie war von dem als bösartig bekannten Schafbock eines Nachbarn angegriffen und getötet worden. Beide Füße abgequetscht Kleinenberg. Zwischen hier und Lichtenau geriet auf der Reichsstraße ein mit zwei Personen besetzter Lastwagen ins Schleudern und prallte gegen einen Baum. Der Anprall war so stark, daß der Wagen vollständig in Trümmer ging. Fahrer und Beijahrer wurden sehr schwer verletzt. Dem einen wurden beide Füße abgequetscht, der andere erlitt furchtbare innere Verletzungen. Angebor von binligen Woinen Heddesheim. Honigberg Fl. O. 65 RMI. Niersteiner Oelberg FI.70 RM. Niersteiner auphaus Fl..70 RM. Ingelheimer Rotwein Fl..60 RM. 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Dezember .00 .05 .30 .00 .00 .10 .30 .45 .55 11.50 12.00 13.00 14.00 14.15 15.00 16.00 18.00 18.45 19.30 21.00 21.20 22.30 Morgenlied— Wetterbericht für den Bauer Leibesübungen Frühkonzert Nachrichten— Morgenlied— Morgenruf Kalenderblatt— Zeit. Wetter. Wasserstandsmeldungen Frauenturnen Ohne Sorgen jed. Morgen Zeit, Nachrichten, Wasserstandsmeldungen Was ist los im Sport? Bauer merk auf! Musik für alle Mittagsmeldungen— Glückwünsche Mittagsmeldungen Allerlei von Zwei bis Drei Zur Unterhaltung Nachmittagskonzert Die Glocken läuten Weihnachtslieder zum Mitsingen Deutsche Weihnacht Weihnachtsansprache des Stellvertreters des Führers Besinnliche Musik Weihnachtsoratorium von Joh. Sebastian Bach Ausklang.