—„„„V für Castrop=Rauzel und Umgebung Se. Johng, Lohroger Zeibung Rauxeler Neueste Nachrichten Bladenhorster Tageblatt Amtlichee Veröffentlichungsblau für den Landgerichtsbezirl Dortmund. Allgemeines Kreisblau für den Stadtkreis Castrov=Raurel. Der Stadtanzeiger erscheint wöchentlich 7mal. Wochendezugspreis 60 pig Postbestellpreis 2 RM monatlich Ersatzansorüche können der Storungen im Erscheinen infolge höherer Gewal, nicht gestell: werden Truz und Verlag Geschw Schmin in Cakrov=Rauxel Hauptschriftleiter, verantwortlich für den Textteil Fran: Josef Pruso in Castrop=Rauxe! Anzeigenletter Wilhelm Welter in Castrop=Rauxel. DA. XI. 36 1622. Sa.=Nr. 2151 Castrop. Anzeigenprets: 1 mmn doch und 22 mm dreit 6 Pig. Textanzeigen 1 mm hoch und 72 mm breit 25 Pig Nachlaß nach den vom W. d. D. A herausgegebenen Richtlinten„3 Z1 gilt Preusliste Nr. 2 Für Plaswunsche auch für die durch Fexnsprechez aufgegebenen sowie für undeutlich geschriebene Auszehge,# keine Gewähr übernommen Schluß der Anzeigen=Annahme 4 Uhr nachm tags zudor Erküllungsort u Gerichtsstand Castrop=Rauxel Nr. 333 Dienstag, den 8. Dezember 1936 Jagens auf die Jukanst ausgerichstei Baldur von Schirach vor der In- und Auslandspresse „Wir bleiben, was wir sind!“ Berlin, 7. Dez. Aus Anlaß der am 1. Dezember erfolgten Verkündung des Gesetzes über die Verstaatlichung der Hitler=Jugend sprach der Jugendführer des Deutschen Reiches, Reichsleiter Baldur von Schirach, am Montag im Hotel Kaiserhof vor der in= und ausländischen Presse über die Grundsätze der neuen Jugendführung. Dem Vortrage wohnte eine überaus große Zahl von namhaften Vertretern der inund ausländischen Presse bei. Reichsjugendführer Baldur von Schirach bezeichnete in seinen einleitenden Worten das Gesetz über die Hitler=Jugend als eine Schöpfung des Führers Adolf Hitler, der durch Inhalt, Form und Un erschrift des Gesetzes seinem Willen Ausdruck gegeben habe, die heranwachsenden Generationen mit seiner Person und seinem Werk für alle Zukunft zu verknüpfen. Daher werde die Nachwelt gerade dieses Gesetz zu den größten Taten Adolf Hitlers zählen. Wie alles, was für die Jugend getan werde, sei auch dieses Werk auf die Zukunft ausgerichtet. Die Bedeutung dieses Gesetzes liege vor allem darin, daß nunmehr die jüngere und die ältere Generation unseres Volkes in einem großen Werk und in einem großen Gedanken verbunden seien. In diesem Zusammenhang zeichnete Baldur von Schirach ein eindrucksvolles Bild jener längst überwundenen Zeit, da zwischen der jüngeren und älteren Generation heftigste Auseinandersetzungen tobten, da die Jugend führerlos allen schlimmen Einflüssen und Strömungen preisgegeben war und die Phantasie jugendlicher Leser durch verantwortungslose Geschäftemacher verderbt wurde. Er sprach über die Zeit der Zersplitterung der deutschen Jugendbewegung, in der jeder eigene Wege ging. Herzliche Worte der Anerkennung widmete Schirach hierbei dem Admiral von Trotha, dem heutigen Ehrenführer der Marine=Hitler=Jugend, der unter den Jugendführern der Nachkriegszeit als die bei weitem bedeutendste erzieherische Persönlichkeit hevorragte. Der Gegensatz der Generationen, den jene Zeit offenbarte, sei heute endgültig überwunden. Der Reichsjugendführer ging auf das Werden der Hitler=Jugend selbst ein. Sie habe sich von jeher dadurch von den anderen Jugendorganisationen im In= und Ausland unterschieden, als sie schon als kleine Gemeinschaft mit dem Anspruch der Totalität auftrat. Dieser Anspruch bezog sich nicht nur auf die Masse der in Deutschland lebenden Jugendlichen, sondern auf alle Tätigkeitsgebiete der Jugend im volklichen und staatlichen Leben. Der Reichsjugendführer nannte hierbei insbesondere die Forderung nach beruflicher Leistung und die berufserzieherische Arbeit, wie sie in den Reichsberufswettkämpfen zum Ausdruck kam, ferner die Tätigkeit der HI. in der Jugendpflege, im Jugendrecht, in der Gesundheitsführung, im Landdienst und vor allem in der weltanschaulichen und körperlichen Ertüchtigung der Jugend. Hier sei bereits vor dem 1. Dezember 1936 von der Reichsjugendführung der NSDAP. eine Arbeit geleistet worden, die unter den neuen Voraussetzungen nur sinngemäß fortzusetzen sei. Zu der Frage, ob nicht durch die Schaffung einer Obersten Reichsbehörde die Gefahr einer Verbürokratisierung der Jugendführung gegeben sei, erklärte von Schirach mit Nachdruck:„Wir bleiben, was wir sind: Die aus der nationalsozialistischen Kampfzeit und aus der nationalsozialistischen Weltanschauung heraus geprägten und mit einer stolzen Tradition erzielten Begriffe werden auch in Zukunft beibehalten werden. Glauben Sie nicht, daß ich den Ehrgeiz habe, einen riesigen Beamtenapparat aufzubauen, sondern im Gegenteil, es wird gerade mein Ehrgeiz sein, die kleinste deutsche Reichsbehörde zu führen. In der Jugend kommt es vor allem auf die Beweglichkeit der Führung und auf die direkte Verbindung mit der Jugend selbst an. Ich werde daher die Mitarbeiter meiner Behörde immer wieder mit vorübergehenden aktiven Führungsaufgaben in der Jugend selbst betrauen. Außerdem werde ich in den nächsten Tagen für das gesamte Führerkorpe die Durchführung bestimmter sportlicher Aufgaben verfügen, die in einem modernen Zehnkampfprogramm bereits festgelegt sind. Jeder von uns wird Jahr für Jahr diese sportlichen Uebungen wiederholen müssen.“ Das Prinzip der Freiwilligkeit soll, wie der Reichsjugendführer ausführte, dadurch aufrecht erhalten werden, daß die vor dem 1. Dezember 1936 und in der HJ. und im BDM. organisierten Jugendlichen zu einer Leistungsgemeinschaft zusammengefaßt werden, in die sich aber auch jeder auf Grund des Gesetzes eingegliederte Jugendliche durch Treue und Pflichterfüllung, also durch freiwillige Leistung, hineindingen kann. Es bestehe also unter keinen Umständen die Absicht, die Neueintretenden als weniger wertvoll zu diffamieren und als etwas Zweitrangiges zu behandeln. Zur Frage der Führerausbildung teilte von Schirach mit, daß der Bau der Akademien für Jugendführung in München und Braunschweig im Winter 1937 fertiggestellt sein werde.„Dort werden diejenigen Jugendführer, die sich als Unterbannführer in der praktischen Führung der Jugend ausgezeichnet haben, nach abgeschlossenem Arbeits= und Militärdienst für ein Jahr zusammengefaßt und nach einem weiteren halben Jahr Auslandsdienst zur Bannführerprüfung zugelassen.“ Mit diesem Verfahren werde für das Führerkorps eine wirkliche Auslese gewonnen werden können. In seinen Schlußworten dankte er den deutschen Eltern, die seine bisherige Arbeit ermöglicht hätten und mit deren tätiger Mitarbeit er auch in Zukunft Erfolg haben werde. Als ihr Treuhänder teile er mit allen Eltern ihre Freuden Der Führer am Tag der Nationalen Solidarität Die Schauspielerin Karin Hardt und Frau von Platen und der Vizepräsident der Reichstheaterkammer, Generalintendant Eugen Klöpfer, mit ihren Sammelbüchsen beiggeiurig, Ho#en Reichstanzlei. und Sorgen und er sei überzeugt, daß er in ihrem Auftrage handele, wenn er die Jugend der deutschen Nation nach dem großen Vorbild Adolf Hitlers erziehe: Die Koten werden in unguen Für die spanische Bolschewisten-Armee— Zahlreiche Verhaftungen Budapest, 7. Dez. Das Regierungsblatt „Esti Ujsag“ berichtet, daß in der letzten Zeit in verschiedenen Teilen des Landes eine äußerst geschickt getarnte Werbetätigkeit kommunistischer Agenten für die spanische Bolschewisten-Armee festgestellt worden sei. Der Polizei sei es gelungen, eine Reihe von Agenten zu verhaften, die in einzelnen Dörfern junge Männer zwischen 18 und 20 Jahren unter dem Versprechen von 5000 Franes als Freiwillige für die Madrider Bolschewisten anzuwerben suchten. Diese Agenten waren nach außen als Vertreter der französischen Fremdenlegion aufgetreten; tatsächlich handele es sich jedoch nach einwandfreien Feststellungen um eine unmittelbare Anwerbung für die spanische Bolschewisten=Armee. In einem Dorf sei ein Agent verhaftet worden, der ausschließlich spanisch gesprochen habe. Bei ihm sei eine genaue Liste der für die Anwerbung vorgesehenen jungen Leute gefunden worden. Im Verhör habe der Agent jegliche Auskunft verweigert. In anderen Landesteilen, so in Szegedin, seien gleichfalls Agenten aufgetreten; sie hätten den jungen Leuten die Auszahlung eines Betrages von 500 Schilling und Einkleidung in Wien versprochen, falls sie sich für eine ausländische Armee anwerben ließen. Weiter wird berichtet, daß in der letzten Zeit in verschiedenen Ortschaften Agenten der Moskauer Internationale festgestellt wurden, die in getarnter Form eine lebhafte kommunistische Propaganda betrieben. Das Regierungsblatt lenkt die Aufmerksamkeit der Behörden auf diese neue propagandistische Welle, die eine ernste Gefahr für die Nation bedeute. Jarustwdure=Wassersndl in der rücker Eine große Stadt unter Wasser— hunderte ertrunken Ankara, 7. Dez. Infolge lang anhaltender wolkenbruchartiger Regenfälle an der Südküste Kleinasiens ist der Fluß Seihun über die Ufer getreten und hat den Bezirk Adana überschwemmt. Die 73000 Einwohner zählende Stadt Adana selbst ist von den Wassermassen vollkommen eingeschlossen. In den Straßen steht das Wasser zwei Meter hoch. 600 Häuser sind eingestürzt. Man spricht von mehreren hundert Toten. 30000 Menschen sollen obdachlos geworden sein. Der Schaden wird auf mehr als drei Millionen türkische Pfund geschätzt. Der Bevölkerung des Bezirks und der Stadt Adana bemächtigte sich Panikstimmung. Die Hilfeleistung für das Katastrophengebiet wird erschwert durch die Unterbrechung aller Bahn- und Telephonverbindungen. Sowjek-Petroleumzug in Flammen Moskau, 7 Dez Einer Meldung aus Stalingrad zufolge ist auf der Strecke der Stalingrader Eisenbahn ein Petroleumzug in Brand geraten, der vollkommen vernichtet wurde. 16 Zisternen mit Erdöl und Benzin sowie fünf Wagen fielen den Flammen zum Opfer. Die Verbindung auf der Eisenbahnstrecke ist unterbrochen. Es besteht der Verdacht, daß die Katastrophe auf Brandstiftung zurückzuführen ist. Einsturzunglück in Prag Zahlreiche Bauarbeiter verschüttet Prag, 7. Dez. Bei dem Bau der neuen Prager Effektenbörse, der neben dem Neuen Deutschen Theater aufgeführt wird, und der bis zum 3. Stockwerk gediehen ist, stürzte Montag abend die noch in der Verschalung befindliche Betondecke des großen Börsensaales, der den Mittelpunkt des Gebäudes bildet, samt dem gesamten Stützwerk von der Höhe des 2. Stockwerks in die Tiefe. Von den Arbeitern, die sich im Saal befanden, konnte sich nur ein Mann retten. Die übrigen wurden verschüttet. 20 Verletzte wurden ins Krankenhaus gebracht; 9 von ihnen die leichtere Verletzungen davongetragen haben, konnten entlassen werden. Moskaus Griff nach Norden Ernste Gefahren für die nordischen Länder Die Enthüllungen des Spionageprozesses vor dem Hofgericht in Vasa in Finnland haben in ganz Europa größtes Aufsehen erregt, denn sie sind eine unwiderlegbare Bestätigung der Tatsache, daß den Ländern des europäischen Nordens ernste Gefahren von seiten der Sowjetunion drohen. In erster Linie werden davon Finnland, Schweden und Norwegen berührt. Es mag sein, daß man trotz der Enthüllungen des erwähnten Prozesses die bolschewistische Bedrohung nicht so stark empfindet, wie neutrale Beobachter sie sehen. Sie ist für die nordischen Länder genau so vorhanden wie für die baltischen Länder, gegen die erst jüngst in Moskau ein Vertreter Stalins scharfe Provokationen geäußert hat. Wenn nordische Länder immer wieder von geheimnisvollen Flugzeugen überflogen werden, und die sowjetrussische Herkunft dieser Flugzeuge nachgewiesen ist, so läßt sich die Häufung dieser Fälle nicht mehr als„Verfliegen“ junger, nicht sach= und nicht landkundiger Flieger entschuldigen, sondern es steckt, wie der Spionageprozeß und viele andere Feststellungen der letzten Zeit ergeben haben, etwas sehr Bewußtes und damit auch Ernstes hinter diesen Abstechern sowjetrussischer Flieger über nicht sowjetrussisches Gebiet. Auch in den nordischen Ländern dürfte man über die Absichten des Moskauer Generalstabes, dessen Tätigkeit nichts anderes als eine systematische Wegbereitung der bolschewistischen Weltrevolution ist, etwas eingehender unterrichtet sein und wissen, daß Sowjetrußland im Ostseeraum sehr bestimmte Ziele verfolgt, deren Erreichung ohne Störung des Friedens der Ostseeländer und ohne Beeinträchtigung ihrer Unabhängigkeit nicht möglich sein wird. Es ist also eine Existenzfrage, vor die sich die nordischen Länder sehen. Jeder Tag, an dem diese Existenzfrage verkannt wird, ist ein schwerer Verlust für die bedrohten Länder und ein Plus für die Moskauer Politik. Dieser Tage hat man sich in Norwegen über das Erscheinen einer Vielzahl sowjetrussischer-Boote an der Küste Norwegens erregt. Die Moskauer Erklärung, es handele sich bei diesen=Boot=Fahrten lediglich um ozeanographische Studien, ist in ihrer Frechheit eine Beleidigung für das norwegische Volk, denn diese-Boot=Fahrten sind nichts anderes als Parallelen zu der Spionage Moskauer Agenten in den nordischen Ländern und zu dem wiederholten geheimnisvollen Ueberfliegen dieser Länder durch sowjetrussische Militärflieger. Schließlich ist ja auch nicht unbekannt, daß die Sowjetunion bestrebt ist, schon jetzt Maßnahmen für eine Abriegelung Mitteleuropas von der skandinavischen Erzbasis vorzubereiten, denn in Moskau will man den Krieg um jeden Preis, In Erwartung der Jahslle Zum Mordprozeß David Frankfurter in Chur weil man ohne solchen Krieg keine Möglichkeit einer Ausbreitung des Bolschewismus und seiner Weltrevolution sieht. Die Gefahr für die nordischen Länder, die seikens der Sowietunion droht, ist ernst. Man bannt aber Gefahren nicht dadurch, daß man sie kennt oder verkennt, sondern einzig und allein, indem man mit Energie alles tut, um diese Gefahren abzuwenden. Reichsünleihe dbrrzeichner Erhöhung des Anleihebetrages um 100 Mill. RM. Berlin, 7. Dez. Auf die in der Zeit vom 20. November bis 5. Dezember 1936 zur öffentlichen Zeichnung aufgelegten 400 Mill. 4½prozentigen auslosbaren Schatzanweisungen des Deutschen Reiches, 3. Folge, sind nach den bisher vorliegenden Meldungen über 500 Mill. RM. gezeichnet worden. Um die zahlreichen, insbesondere auch die kleinen Zeichner befriedigen zu können und der weiteren Konsolidierung der Reichsfinanzen zu dienen, hat das Reich mit dem Konsortium vereinbart, noch einen weiteren Schatzanweisungsbetrag der gleichen Art in Höhe von 100 Mill. RM. über den ursprünglich in Aussicht genommenen Betrag zur Verfügung zu stellen, um so die Zeichnung möglichst voll berücksichtigen zu können. Da bereits von vornherein 100 Mill. RM. dieser Anleihefolge fest übernommenen waren, erhöht sich deren Gesamtbetrag auf 600 Mill. RM. Bauernführer sammelten in Goslar Goslar, 7. Dez. Der Tag der Nationalen Solidarität gestaltete sich für die Reichsbauernstadt Goslar zu einem großen Ereignis. Die führenden Männer des Reichsernährungsministers und des Reichsnährstandes bekundeten an diesem Tage erneut ihre enge Verbundenheit mit der Stadt der Reichsbauerntage und riefen die Goslarer Bevölkerung mit der Sammelbüchse zum Opfer für das Winterhilfswerk auf. Die Staatssekretäre Backe und Willikens, Stabsamtsführer Dr. Reischle, der Verwaltungsamtsführer des Reichsnährstandes, Freiherr von Kanne, und die übrigen bekannten Bauernführer mußten immer wieder die Sammelbüchsen wechseln, um die reichen Gaben der Goslarer in Empfang zu nehmen. Berlin, 7. Dez. Das Gesamtergebnis des „Tages der Nationalen Solidarität 1936“ im Gau Westfalen=Nord erhöht sich nach den letzten Feststellungen von 116 151,39 auf 127 008,32 Reichsmark. Wieder Deutschenverhaftung Ein Reichsdeutscher und seine Ehefrau in Leningrad Berlin, 7. Dez. Gestern sind der Reichsangehörige Straßenbauingenieur Dr. Hans Metzger, geboren am 18. März 1898 in Heidelberg, sowie seine Ehefrau in Leningrad verhaftet und in das Untersuchungsgefängnis eingeliefert worden. Die Maßnahme, die von amtlicher sowjetrussischer Stelle bestätigt wird, wird mit angeblicher Spionage und gegenrevolutionärer Betätigung begründet. Speisezettel für den Eintopssonntag Berlin, 7. Dez. Der Leiter der Wirtschaftsgruppe Gaststätten= und Beherbergungsgewerbe teilt seinen Mitgliedern mit, daß für den 3. Eintopfsonntag am 13. Dezember folgende vier Eintopfgerichte für die Gaststätten vorgeschrieben sind. 1. Gebundene Kohlsuppe mit Speck und Kartoffeleinlage. 2. Wirsingkohl mit Rindfleisch. 3. Fischgericht nach eigener Wahl. 4. Hammelfleisch mit Gemüse und Weißkohl gedämpft. Die Festlegung dieser Eintopfgerichte gilt nur für Gaststätten. Am Mittwoch, dem 9. Dezember, beginnt vor dem höchsten Strafgericht des Kantons Graubünden in Chur der Prozeß gegen den Juden David Frankfurter, der am Abend des 4. Februar dieses Jahres in Davos den Landesgruppenleiter der Schweiz der NSDAP., Wilhelm Gustloff, meuchlerisch ermordete. Für die Verhandlungen, die im Sitzungssaal des„Großen Rates" stattfinden, sind vier Tage vorgesehen. Anklage auf Mord Die Anklage gegen den Juden Frankfurter lautet auf Mord Sie stützt sich auf den§ 88 des Strafgesetzbuches des Kantons Graubünden 1 8. Juli 1861 Dieser Paragraph bestraft wegen Mordes denjenigen, der die widerrechtliche Tötung eines anderen mit Vorbedacht ausgeführt hat. Dieses Verbrechen wurde früher mit dem Tode bestraft. Heute ist die Todesstrafe in lebenslängliches Zuchthaus umgewandelt. Beim Vorliegen„ganz besonderer Milderungsgründe“, beträgt die Mindeststrafe 15—25 Jahre Zuchthaus. Im Gegensatz zum deutschen Strafrecht ist nach dem des Kantons Graubünden die Zivilklage zugelassen. Frau Gustloff hat von diesem Recht in einem bewunderungswürdigen und mutigen Entschlusse Gebrauch gemacht, um der Verleumdungskampagne und den schamlosen Verdrehungsversuchen der bolschewistischen und jüdischen Anstifter und Hintermänner entgegenzutreten. Ihre Prozeßvertreter sind der schweizerische Anwalt Dr. B. Ursprung aus Zürich sowie Prof. Dr. Grimm(Essen). Das Verbrechen des Juden Der Anklage liegt folgender Tatbestand zugrunde: Am Abend des 4. Februar 1936, kurz vor 8 Uhr, erschien der Jude David Frankfurter, der seit 1934 in Bern Medizin studierte, in der Wohnung des ihm völlig unbekannten Landesgruppenleiters Schweiz der NSDAP., Wilhelm Gustloff, in Davos und verlangte den Landesgruppenleiter zu sprechen. Ohne Argwohn führte Frau Gustloff Frankfurter in das Wartezimmer. Als Gustloff das Zimmer betrat, streckte ihn der Jude mit vier Revolverschüssen nieder. Nach dem Beweggrund gefragt, gab er zur Antwort:„Ich habe die Tat begangen, weil ich Jude bin!“ Vorgeschichte und Hintergründe Die Beurteilung der Tat, die in der ganzen Kulturwelt tiefsten Abscheu ausgelöst hat, ist alleinige Sache des schweizerischen Gerichts, dessen Spruch die deutsche Oeffentlichkeit mit Vertrauen erwartet. Trotz aller Herausforderungen wird sie es mit peinlichster Gewissenhaftigkeit nach wie vor vermeiden, sich in das schwebende Verfahren einzumischen. Mit Genugtuung stellt sie auch fest, daß die schweizerische Regierung durch das Verbot des Ludwig=Cohnschen Machwerkes„Mord in Davos“, das ein bisher beispielloser, einziger Erpressungsversuch ist, Richter und Oeffentlichkeit Front vor Madrid, 7. Dez. Die Ruhe an der Madrider Front wird auf Seiten der nationalen Truppen dazu benutzt, das schwierige Vorstadtgelände von den letzten roten Nestern zu säubern und umfangreiche Nachschubbewegungen durchzuführen. Rotmord scheint nach den letzten Rundfunkmeldungen fest entschlossen zu sein, Madrid nach dem Abtransport der kampfuntauglichen Zivilbevölkerung zu einer Festung des internationalen Verbrechertums zu machen. Angesichts dieses ruchlosen Vorgehens würde ein überstürztes Einrücken der nationalen Truppen in die mit Maschinengewehren gespickte Innenstadt große Verluste herbeiführen. Während die Bolschewisten ihre Kräfte im Zusammenhang mit losen Angriffshandlungen vergeuden, wobei sie täglich mehrere hundert Tote verlieren, führt die nationale Heeresleitung unter Schonung ihrer in der Schweiz vor diesem jüdischen Einmischungsversuch bewahrt hat. Leider ist dieser Versuch nicht der einzige geblieben. Er ist vielmehr der Höhepunkt eines geradezu ungeheuerlichen Verleumdungsfeldzuges, der vor dem 4. Februar 1936 die Mordtat systematisch vorbereitet hat, die er nach dem Morde in eine Schuld des Ermordeten umzufälschen bemüht ist. Diese verlogene Hetze, die am Vorabend des Mordprozesses David Frankfurter mit erneuter Wucht eingesetzt hat, zurückzuweisen, ist eine Pflicht, die nicht nur die Wahrheit, sondern auch der Opfertod Wilhelm Gustloffs gebieterisch verlangt, der sein Leben getreu dem Gebote seines Führers für die Verbesserung der Beziehungen zwischen seinem Vaterlande und seiner Wahlheimat, der Schweiz, hingab. Die Hetze gegen Deutschland In der ausgezeichneten Schrift„Der Fall Gustloff“, hat der Verfasser, Wolfgang Diewerge, fast ausschließlich durch Schweizer Meldungen den schlüssigen Nachweis nicht nur der übelsten politischen Brunnenvergiftung, sondern auch der bewußten Mordhetze gegen den Landesgruppenleiter Schweiz der NSDAP., Wilhelm Gustloff, erbracht. Streitkräfte die moralische und materielle Zermürbung des Gegners herbei. Auf einer Fahrt in die vorderste Linie von Carabanchel Bajo konnte sich der Sonderberichterstatter des DRB. von der schwierigen Kleinarbeit überzeugen, die mehrere Abteilungen Falangisten aus Sevilla, Caceres und von den Kanarischen Inseln unter dem Befehl des Oberstleutnants Tella leisten. Die Falangisten haben an einer Stelle hinter der 4 Meter hohen Backsteinmauer einer Parkanlage des Militärhospitals Vorpostenquartiere bezogen. Durch Schießscharten kann man hier die Bewegungen der in den nächsten Häusern verbarrikadierten Roten verfolgen. In knapp 100 Meter Entfernung sieht man Bolschewisten von Haus zu Haus laufen oder hinter schlecht verbarrikadierten Fenstern auftauchen. Gewehrkugeln pfeifen hin und her. Die Roten verwenden ausschließlich Explosivgeschosse, deren Wirkung schwerer ist als die von Dum=Dum=Geschossen. Ueber dem Militärhospital entspann sich zwischen etwa zehn Jagdfliegern ein Luftkampf, der damit endete, daß einer der roten Flieger in der Nähe des Friedhofs abstürzte, während ein zweiter, eine starke Rauchfahne nach sich ziehend, im Gleitflug niedergehen mußte und zwischen den Häusern des Toledo=Viertels verschwand. Bezeichnend für die Stimmung bei den Roten ist, daß ein Ueberläufer einen Tornister voll Granatzünder mitführte. Er erklärte, daß diese Zünder vor dem Abschuß von den Granaten entfernt worden seien, so daß die Geschosse beim Aufschlagen in den nationalen Stellungen nicht explodieren konnten. Der„bettelnde“ General Abenteuerliche Flucht eines nationalen Generals aus Alieante Paris, 7. Dez Wie der Rundfunksender Teneriffa mitteilt, ist General Carrasco, der im Jahre 1932 mit General Santurjo die Militärerhebung in Sevilla geführt hatte, in Gibraltar eingetroffen und hat sich von dort aus nach Sevilla begeben, um sich General Queipo de Llano zur Verfügung zu stellen. General Carrasco habe sich bei Ausbruch der Revolution in Alicante befunden und sei vier Monate lang von einer befreundeten Familie vor den Roten versteckt worden. Er habe, als Bettler verkleidet, Zeitungen in den Straßen von Aliconte verkauft, bis es ihm gelungen sei, mit Hilfe eines Ausländers nach Gibraltar zu flüchten. Unbestreitbar ist die bewußte Fehde gegen den Landesgruppenleiter, die in der' offenen Aufforderung zur Gewalt und zum Mord ausklang, aber ebenso unbestritten ist die Feststellung Schweizer Behörden, daß Wilhelm Gustloff, der seit fast 20 Jahren in der Schweiz seine zweite und geliebte Heimat gefunden hatte, niemals die Gesetze des Gastlandes mißachtet oder verletzt, sich in schweizerische Angelegenheiten gemischt oder irgend etwas getan hätte, was den Interessen seiner Wahlheimat zuwider gewesen wäre. Im Gegenteil! Er war ein aufrechter Deutscher, der sein Vaterland und seinen Führer über alles liebte und der nichts anderes kannte, als ihnen zu dienen Konnte er das besser, als daß er dem Friedenswillen seines Führers. den Geboten seines Stellvertreters Rudolf Heß und den Grundsätzen seines Gauleiters Bohle folgte, deren erster heißt: „Befolge die Gesetze des Landes, dessen Gast du bist!“ Hinter der Mordhetze stand, auch das kann gesagt werden, ohne daß damit in das schwebende Verfahren eingegriffen wird, das Weltjudentum, das heute den von ihm gedungenen Mörder mit dem Hinweis auf politische Maßnahmen in Deutschland zu entlasten sucht und das sich nicht entblödet, durch bezahlte jüdische Literaten „Visionen“ und„Träume“ als die Triebfedern der Mordtat auszugeben. Es sind die gleichen„Visionen“, die in Spanien entsetzlichste Wirklichkeit geworden sind. Diese zu beseitigen, sollte die freie Schweiz dem neuen Deutschland die Hand reichen, dann wäre der Tod Wilhelm Gustloffs die Erfüllung seines Lebenszieles. Sowjekadmiral befiehlt Bemerkenswerte Enthüllungen des„Matin“ Paris, 7. Dez. Der„Matin“ gibt Aufklärungen über den von Tag zu Tag größer werdenden Einfluß der Komintern in Katalonien. Der Chef der roten spanischen Flotte sei der sowjetrussische „Generalkonsul“ in Barcelona, Antonow=Owssejenko. Er habe sich an die Moskauer Regierung gewandt und Maßnahmen gefordert, durch die die angekündigte Blockade abgewendet werden könne. Hierauf habe in Moskau eine Besprechung zwischen den Admirälen Haller und Kojanow und General Obissow stattgefunden. Es sei beschlossen worden, 100 sowjetrussische Marineoffiziere und 500 Marineunteroffiziere nach Spanien zu entsenden, um sie als Stammbesatzung für die in Händen der Roten befindlichen Kriegsschiffe zu verwenden. Außerdem sollen zweihundert Marineingenieure und Marineartilleristen nach Spanien entsandt werden. Die ersten 300 Offiziere und Ingenieure würden schon bald in Barcelona erwartet. Trotzki-Bronstein nach Paris, 7. Dez. Einer Havas=Meldung aus Mexiko zufolge hat das mexikanische Außenministerium Trotzki=Bronstein die Einreise nach Mexiko bewilligt. Wie verlautet, hat Dielo Rivera, ein führender Trotzkianhänger in Mexiko, die Verhandlungen geführt. Die Zulassung Trotz= kis hat in mexikanischen Gewerkschaftskreisen starken Protest ausgelöst. Drei Tage im Schneesturm Mairhofen(Zillertal), 7. Dez. Zwei Knechte aus St. Johann im Ahrntal in Südtirol, die von Mairhofen aus über die Zillertaler Berge in ihre Heimat wollten, wurden am StilluppKaes von einem Schneesturm überrascht. Einer der beiden Männer stürzte ab und kam ums Leben. Sein Begleiter irrte drei Tage lang im Schneesturm umher und kam endlich völlig erschöpft und mit schweren Erfrierungen wieder nach Mairhofen zurück. Schwere Schneestürme in den französischen Alven Paris. Ueber den französischen Alvengebieten ist ein neuer schwerer Schneesturm niedergegangen. Auf den Höhen hat die Schneedecke eine Stärke von einem Meter erreicht. An verschiedenen Stellen wurde der Verkehr auf den großen Straßen durch die Schneemassen unterbrochen. Bei Notre=Dame=deBriancon hat eine Lawine die Halle einer chemischen Fabrik zerstört. Menschenleben sind nicht zu beklagen, da die Arbeiter kurs vorher das Gebäude verlassen batten. Schleichenos Keise in Jrannreich Anarchisten und Kommunisten hetzen gegen Blum Moskau lauert im Hintergrund Paris, 7. Dez. Bis jetzt ist noch keine Klärung der innerpolitischen Lage erfolgt. Verhandlungen werden hinter den Kulissen geführt. Für die Regierung Blum wird es sich darum handeln, zu prüfen, ob eine weitere Arbeit der Volksfront unter ihrer Leitung möglich ist. Wie es heißt, soll in Kürze ein Kabinettsrat zusammentreten, um sich eingehend mit dieser Frage zu beschäftigeg, Einige Abgeordnete und Senatoren äußern sich im rechtsstehenden„Jour" über die Lage, wie sie durch die Stimmenthaltung der Kommunisten geschaffen worden ist. Der unabhängige radikale Abgeordnete Montigny ist der Ansicht, daß sich in den Reihen der Volksfront zumindest eine moralische Spaltung vollzogen habe, die ihr die Dynamik nehme. Er glaube aber nichtsdestoweniger an einen Fortbestand der Volksfront bis zu dem Augenblick, wo die kommunistische Partei ihre Stunde für gekommen halte. Die Frage sei nur, ob sie an diesem Tage ihr Werk der revolutionären Organisierung nicht bereits vollendet habe. Der sogenannte„Ausschuß für ein freies Spanien“ veranstaltete in der Pariser WinterRadrennbahn eine öffentliche Kundgebung für die Aufhebung der Nichteinmischung Frankreichs in die spanischen Angelegenheiten. An dieser Kundgebung sollte ursprünglich auch der Präsident der katalanischen Generalidad Companys teilnehmen, dem aber angeblich die französische Regierung die Einreise nicht gestattet hatte. Die Hetz=Kundgebung wurde von dem Vorsitzenden der Anarchistischen Vereinigung Frankreichs geleitet. Der Generalsekretär der marxistischen Gewerkschaften Jouhaux, wandte sich scharf gegen die Nichteinmischungspolitik der Regierung. Für die Gewerkschaft gebe es keine Neutralität in Spanien. Der Redner kündigte schließlich an, daß die marxistische Internationale beschlossen habe, eine„wirksame Blockade“ gegen die Unterstützung der spanischen Nationalregierung durchzuführen. Der kommunistische Senator Cachin behauptete, wenn Leon Blum erkläre, daß die große Mehrheit des französischen Volkes hinter ihm stehe, so sei das eine Unwahrheit. Das Gegenteil sei richtig. Er sei ferner der Ansicht, daß die Erklärungen Jonchaux' die Argumente des französischen Ministerpräsidenten zunichte machten. Als aus der Versammlung die Kommunisten aufgefordert wurden, die Regierung zu übernehmen erwiderte Cachin, daß die Kommunisten nicht davor zurückschrecken würden, falls diese Notwendigkeit eintreten sollte. Unser Bild: Blick in das Zimmer, in dem Gustloff ermordet wurde.(Weltbild—.) Jeslung des Verbrecheeiants Säuberung der letzten roten Rester im Madrider Vorstadtgelände Nr. 333 Zweites Blatt des Dienstag, den 8. Dezember 1936 Fehde gegen den offenen Aufd z u m M o r d a u s t die Feststellung Gustloff. der seine zweite und niemals die ißachtet oder gelegenheiten geitte, was den Iner gewesen wäre. frechter Deutscher, führer über alles nte, als ihnen zu als daß er dem in Geboten seines den Grundsätzen eren erster heißt: dessen Gast du stand, auch das nit in das schwerd. das Weltihm gedungenen olitische Maßnahsucht und das sich üdische Literaten Triebfedern der , die in Spanien n sind. 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Darunter flitzen in emsiger Eile die Wagen in endloser Kette Die bunten Fahrtund Haltsignale der Verkehrsampeln leuchten auf. wechseln im Rhythmus des Bewegungstempos, das die ganze Straße beherrscht. Vom Denkmal des Alten Fritz aus erjaßt der Blick nur schemenhaft die Umrisse des Brandenburger Tores. In diesem Augenblick fährt die Feuerwehr auf. Was bringt sie auf ihrem großen Leiterwagen angeschleppt? Einen Tannenbaum, der vor kurzem noch im Bayerischen Wald stand— haushoch, haushoch! Ein vaar Minuten später steht der Riesenbaum fest in seinem Sockel. Die mechanische Leiter schnellt hoch und jetzt geht es on das Ausschmücken mit elektrischen Kerzen und viel, viel Engelshaar. Aber ach, der alte Fritz dreht dem Riesenbaum den Rücken zu Sein Gesicht ist ja nach dem Schloß gewendet, und der Schweif seines mächtigen Pferdes streift die Glitzeräste. Der alte Frir blickt streng voraus: sein Auge ist auf die Brücke geheftet, die zum Lustgarten hinüberführt und geradewegs in das Wunder hineinleitet, das dort in wenigen Tagen erstanden. Vor zweihundert Jahren, mag der große König denken— oder ist es noch nicht ganz solange her— hatten wir hier auch einen Weihnachtsmarkt. Paar Buden. Oellampen. Talglichter. viel Geschrei und vergnügtes Volk, Knarren und Maultrommeln. Aber jetzt Hergottsakrament haben sie da eine große grüne Mauer mit Torbögen aufgebaut und so viel Licht und Blitzen dahinter, wie ich's mein Lebtag auch in Sanssouci nicht leisten konnte... wärts und havelaufwärts hier ein, bleiben den Winter hier, um ihre duftende Last an den Mann zu bringen und fahren im Frühjahr denselben Weg zurück. In tiefer Ruhe stehen unten am Fuße einer Steintrevpe dicht über dem Wasserspiegel zwei dickvermummte unverwüstliche Anglerphilosophen. Ein paar Dutzend Zuschauer haben sie oben immer auf der Brücke. Alle paar Minuten holt einer ein Fischlein von Fingerlänge heraus, worauf er zufrieden grunzt während der andere böse dreinschaut. Rätselfrage unter den Zuschauern: Was mögen sie mit den Fischen machen?„Oelsardinen“ gibt einer bedächtig zur Antwort. Einzug der hohen Gäste Jetzt ist der ganze Weihnachtsmarkt in Bewegung. Alle 35000 Lampen. die ihn erleuchten, sind aufgeflammt, alles dreht sich, alles bewegt sich, in den Schießbuden knallt es. die Bahnen rattern, hundert Orgeln spielen zur gleichen Zeit, wie im Fieber stehen Tausende und Abertausende weihnachtserfüllt in dem lustigen Trubel. Der. Barliner Rcolaus hält seinen Einzug. Gewaltig ist der Festzug, der ihm folgt. Vier Elesanten voran und ein Edelschimmel, Nikolaus mit dem Christkind in der Prachtkutsche. ein ganzer Märchenstaat dahinter: Drei Mohren, Hänsel und Gretel, Julbock mit Fässern. Wagen über Wagen. Wandelnde Baumkuchen, Riesenbrezeln, Darstellungen des Handwerks, ausgerüstet von der Deutschen Arbeitsfront. Der spielzeugbeladene Thüringer Weihnachtsmann hat eine weite Reise hinter sich. Er bringt herrliche Sachen mit sich aus dem Erzgebirge und aus dem Vogtland: und am Platz vor dem Rathaus haben sich der Nikolaus und der Weihnachtsmann brüderlich die Hände gereicht und das Christkind hat sanft gelächelt. An der Schloßfreiheit gegenüber dem Nationaldenkmal steht eine kleine Bude in der Form eines Altberliner Giebelhauses:„Echt Berliner Naute“ steht darauf.(Für den Nichtberliner: Naute sind lange Bonbonstangen oder auch Platten, dicht mit weißem Mohn bestreut.) Ja sagt die alte Frau, die Naute verkauft, der immer so schön zwischen den Zähnen klebt:„Ick kann mir kaum denken, dat sowat möglich is. nach die schlimmen Jahre, wo wir erlebt haben. Sind gut die Leute— und auf Naute haben se auch wieder Appetit.“ Arbeisgemeinschäft für Verrehrs= und Wirtschaft Fragen Nicht Verkehrsverein zur Beitragssammlung, sondern ein Sachverständigen- Ausschuß für Verkehrsarbeit soll in Casirop-Kauxel gebildet werden Brückenschlag ins Zauberland Hineinspaziert durch die grüne Mauer ins Zauberland. Dunkel und zinnenbewehrt baut sie sich auf. ganz aus Tannenreisig von dem das Leuchten hunderter silberner Kugeln ausgeht. Zwischen den Torbögen hält der Weinachtsmann das Schild: „Berliner Weihnachtsmarkt“— auf daß keiner sich irre, wenn er von fernen Welten hierher gereist kommt. Nun gehst du hinein, durch das grüne Tor und bist gleich mitten drin im Klingen dieser guten Zeit. Die Frage ist, ob du dich erst erfrischen willst, ob du einen Honigkuchen oder eine Rostwurst zwischen die Zähne klemmst ob dir ein Glas heißer Milch oder ein kräftiger Grog lieber ist Tu. was du willst. aber dann stürze dich mitten hinein, zögere nicht auf der mächtigen Achterbahn vor der Schloßfassade von der höchsten Höhe in die tiefste Tiefe zu stürzen, das schwankende Karussell zu betreten, das dir die Illusion eingibt du befändest dich in schwankendem Boot aus hoher See— wogenauf. wogenab. Auch das Reich der Däumlinge kannst du sehen. dicht an die Balustrade des Schlosses gerückt. Schießbuden kennst do sicher. aber solche hast du wohl selten gesehen. Bilde dir ruhig ein, du bist auf dem Anstand im dichten Wald denn vor dir liegt eine naturechte kleine Kiefernschonung. Bäumchen neben Bäumchen—„betreten verboten“. Nun nimmst du das Gewehr stolz zur Hand, drückst es entschlossen in die Achsel. den Finger am Abzug. jetzt ziehst du durch. denn ganz im Hintergrund siehst du eine Kette von Hasen lausen. Der Schuß fällt. die Mümmelmänner sind außer Rand und Band. Du hast getroffen, du Glückspilz Nach dieser Leistung kannst du dich den anderen Herrlichkeiten mit gutem Gewissen hingeben. Kauf dir eine Tüte von dem Mann. der in seinem Reisewagen die Pfeffernüsse mit brauner Schokolade seilbietet, und der das sinnige Sprüchlein an seinen Giebel geschrieben hat:„Mei Haus is mei Welt.— Wenn i hab mei Ruh und mei kloanes Geld!" Aber deinen Entschlüssen sei nicht vorgegriffen, sonst würde der Mann von der Insel Wollin eisersüchtig werden, der seine geräucherten Aale. Flundern. Makresen und Bratheringe so appetitanreizend zur Schau stellt. Des handwerks Ladenstraße Drüben auf der anderen Seite. unmittelbar vor dem Dom, hat das solide Handwerk seinen Platz. Festgefügt in sorgfältiger Zimmermannsarbeit ist dort eine Ladenstraße entstanden. Koje neben Koie findest du vort. die Erzeugnisse sorgfältigster Handwerksarbeit. Die Möbeltischler, die Drechsler, die Holzbildhauer. die Kunstschlosser, die Weber und nicht zu vergessen das süße Handwerk. Sie alle bieten dir Weihnachtsgeschenke für wenig Geld in guter Form und trefflichem Material. Es sind gediegene Sachen darunter die du hier kaufen kannst, ohne befürchten zu müssen, dich mit deinen Weihnachtsmarktgeschenken zu blamieren. Von der Freitrevpe des Alten Museums bietet sich der beste Blick über das weihnachtliche Zauberland. Da siehst du eine „Feengrote und Irrgarten“ neben dem Kölner Hänneschen=Theater. das wie eine alte Burg am Rhein ausgestattet ist, mit Erkern und Zinnen. Eine kleine Sensation im weihnachtlichen gungsleben ist die„Raketenfahrt zum Mond“ Krieche ruhig hinein in diese Röhre. die eine Rakete darstellt laß dich in sausender Fahrt durch die Stratosphäre treiben. Deine gute Mutter bliebt garantiert unter dir liegen, ohne dir das Geheimnis zu verraten: Du blickst immer auf deinen Heimatglobus. Dicht daneben fließt die Syree. Da liegen die vor kurzem eingetroffenen mächtigen Obstkähne. mit guten Aenfeln aus dem Böhmerland, wie wir es hier seit Jahren gemohnt sind. Am Hock leuchten die Namen schwer aussprechbarer Orte: alljährlich un diese Zeit treffen sie nach langer Wasserfahrt elbabSeine Ziele und Aufgaben Am gestrigen Nachmittag.30 Uhr begann im Sitzungssaale des Rathauses eine Vorbesprechung über die Frage, ob ein Verkehrsverein in unserer Stadt notwendig ist, oder nicht. Oberbürgermeister Dr. Anton hieß die erschienenen Herren willkommen und betonte, daß es sich nun nicht unter allen Umständen darum handele, einen Verkehrsverein als das Ergebnis der Besprechung herausspringen zu sehen. Aber der Gedanke, daß zur Hebung des Verkehrs und zur Wahrung der Interessen der Stadt Castrov=Rauxel durch eine aus der Bürgerschaft gebildete Organisation mehr getan werden könne, als durch die Verwaltung in manchen Fällen zu erreichen ist, sei so oft an ihn herangetragen worden, daß er sich veranlaßt sehe, die Frage zur Aussprache zu stellen An sich stehe er auf dem Standpunkt, daß die Stadtverwaltung und die Ratsherren das Gremium aller die Stadt betreffenden Angelegenheiten sei. Trotzdem könne er sich Fälle vorstellen, in denen sich eine Vertretung der Bevölkerung, also etwa ein Verkehrsverein mit der Sache besser und nachdrücklicher befassen könne, als die Stadtverwaltung. Redner führte weiter aus, daß man dabei nicht unbedingt an die Gründung eines Vereins denken müsse. Es komme nicht so sehr darauf an. Beiträge zu erheben und eine Masse von gleichgültigen Menschen zu organisieren, als vielmehr ein Institut zu bilden, das gar nicht klein genug an Mitgliedern sein könne, das aber Köpfe vereinen müsse, die hundertprozentige Arbeit leisten und die der Stadtverwaltung und den Ratsherren, die ja nicht überall sein und überall hineinblicken können, wertvolle Anregungen zu geben im Stande sind. Alle Verkehrsfragen im wahren Sinne des Wortes, darüber hinaus aber auch alle Fragen der Wirtschaft, des Handels und der mannigsachen kulturellen Aufgaben der Stadt. gehörten zum Aufgabengebiet des zu bildenden Gremiums. Dazu zähle aber auch unbedingt die Werbung für alle Interessen der Stadt. Jede Stadt müsse die Trommel rühren und Provaganda treiben. Ohne diese könne sie ebensowenig auskommen, wie der vorwärtsstrebende Geschäftsmann, der darauf bedacht ist, sich zur Geltung zu bringen. Das berühmteste Beispiel auf dem Gebiete der Provaganda ist die NSDAP. Ohne ihre gewaltigen Provagandaanstrengungen wäre sie nicht zur Macht gekommen, wäre das Dritte Reich nicht da., 8. Redner ging dann auf einzelne Aufgaben des zu bildenden Gremiums näher ein und nannte u. a. Wiederbelebung des Pferdesports in Castrop=Rauxel, Verschönerung des Stadtbildes. Verbesserung der Eisenbahnanschlüsse, Veranstaltung von Freilichttheateraufführungen, von Blumenschmuckwettbewerben. Unterstützung des Einzelhandels bei der Weihnachtswerbung, Saalbaufrage, weil diese im engsten Zusammenhang steht mit dem Herholen von Kongressen, Tagungen, Tierschauen, Ausstellunsen usw..6: gmns und Vrignt Selbstverständlich sei es nicht Zweck und Aufgabe des Gremiums. in Opposition zur Stadtverwaltung zu treten. Es müsse vielmehr die geplante Gründung Hand in Hand mit der Verwaltung arbeiten und zu ihrer Rückenstärkung dienen. Die zuständigen Ministerien sind daher auch übereinstimmend der Auffassung, daß den Stadtverwaltungen in den Verkehrsvereinen die ihnen gebührende Vertretung zukommt. Aus der eingehenden Aussprache, die sich an die grundlegenden Ausführungen schloß, und an der sich Vertreter aus allen Bevölkerungskreisen und allen Stadtteilen beteiligten. kristallisierte sich die einstimmige Ueberzeugung heraus, daß es sehr wohl angebracht sei. eine Arbeitsgemeinschaft für die Bearbeitung der Verkehrs= und Wirtschaftsfragen zu bilden. die unabhängig von der Stadtverwaltung dastehe. Man sprach sich aber in der Mehrheit gegen die Bildung eines Vereins aus. Man wünschte vielmehr ein möglichst kleines Gremium von sachverständigen und vom Vertrauen der Bürgerschaft getragenen Persönlichkeiten, die durch ihre Arbeit, vor allem aber auch durch Eingaben und Presseveröffentlichungen die Verkehrsarbeit der Stadtverwaltung fördert und unterstützt. Ueber die Form der Organisation herrschte noch keine Uebereinstimmung. Doch sah man auch in der Bildung eines Beirats im Sinne der Gemeindeordnung nicht die zweckdienlichste Lösung. Man wünschte vielmehr im Interesse der Sache, wie auch der Stadtverwaltung. einen Ausschuß. der auf sich selbst gestellt ist. Die Verwaltung könne in die Verkehrs=Arbeitsgemeinschaft einige Ratsherren entsenden und so die gemeinsame Verfolgung der Ziele sichern. Die endgültige Formfindung der einstimmig als notwendig und nützlich angesprochenen Organisation wurde der Verwaltung überlassen. Auf amtl. Bekanntmachungen der Stadt Castrop-Rauxel 4. Nachtragshaushallssatzung der Stadt Castrov=Rauxel für das Rechnungsjahr 1936 Auf Grund des§ 88. Abs. 1 der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935(RGBl. I. S. 49) wird nach Beratung mit den Ratsherren folgende Nachtragshaushaltssatzung festgestellt: S 1. Der dieser Satzung als Anlage beigefügte 4. Nachtragshaushaltsvlan wird im außerordentlichen Nachtragshaushaltsplan in den Einnahmen auf 67·700 RM. (gegenüber bisher 867 965.75 RM. Einnahmen im außerordentlichen Haushaltsplan) in den Ausgaben auf 67 700 RM. (gegenüber bisher 867 965.75 RM. Ausgaben im außerordentlichen Haushaltsplan) festgesetzt. Castrop=Rauxel. den 21. Oktober 1936. Der Oberbürgermeister. Dr. Anton. Veröffentlicht! Gleichzeitig wird bekannt gemacht, daß der Nachtragshaushaltsplan vom 9. bis 22. Dezember d. Is. einschließlich, im Rathaus, Zimmer 30, zur Einsicht ausliegt. Castroy=Rauxel, den 5. Dezember 1936. Der Oberbürgermeister. Dr. Anton. Aenderung in der Abholung der Tierkadaver Vom.1. Januar 1937 ab ist für die Abholung der im Stadtbezirk Castrov=Rauxel anfallenden Tierkadaver nicht mehr die städtische Tierkörververwertungsanstalt in Dortmund. sondern der Abdeckereibesitzer Wilhelm Hooß in Bochum=Langendreer zuständig. Das große Kindersest in Vverenstrop Fast 600 junge Fackelträger im Geleite von St. Nikolaus und Christkind Gar manches Obercastroper Kind mag am Sonntag mit Besorgnis zum Himmel ausgeblickt und in banger Sorge befürchtet haben, daß es mit dem Nikolauszug. auf den es sich schon Wochenlang freute. nun doch nichts werden sollte. Plackenschnee und Regen wurden von dem Wolkensetzen jagenden Sturmwind immer und immer wieder zu einer naßkalten Schorlemorle gemixt. Aber es sollte doch noch werden! Zum vierten Male zog der heilige Mann mit einem riesigen Gefolge von groß und klein durch die Obercastrover Straßen. Der Triumphzug des großen Kinderfreundes St. Nikolaus hatte auch in diesem Jahre noch eine weitere schöne Ausgestaltung erfahren. Ein Herold mit schimmerndem Adventskranz eröffnete den Zug. Es folgte eine Zwergengruppe. die mit ihren Attributen das vorweihnachtliche Sehnen der Kinder. die Heimlichkeit und die Vorfreude, die in der Adventszeit überall leben und weben. wo Kinder sind. versinnbildeten. Dann kam das Riesenheer der Fackeln tragenden Kinder. 580 Knaben und Mädel gaben dem Zuge ihr fröhliches Gepräge durch die altvertrauten Lieder. die immer und immer wieder erklangen. Der größten Beliebtheit bei den kleinen Zugteilnehmern erfreute sich wohl das Liedchen: Niklaus. komm' in unser Haus. Pack' die großen Taschen aus. Stell' dein Schimmelchen unter den Tisch. Daß es Hen und Haser frißt. Heu und Hafer frißt es nicht. Zuckerplätzchen kriegt es nicht. Immer wieder wurde es angestimmt. In ihm paart sich mit dem christlichen Fest noch altgermanischer Urglaube: Der„Schimmelreiter“ ist der Anführer der Seelengeister, der wildesten Jagd. Er ist auch wohl Wodan selbst, der zur Zeit der Wintersonnenwende mit der Göttin Bertha oder Perchta, deren Name an Ruprecht anklingt, durch die Lande zieht und Gaben verteilt. An die Stelle des heidnischen Brauches stellte das Christentum auch hier die christliche Sitte. in Erinnerung an den Bischof St. Nikolaus von Myra, der Zeit seines Lebens ein großer Freund der Armen und der Kinder war. Gaben auszuteilen. Gerade in Westfalen. Rheinland und Holland hat sich der alte schöne Brauch erhalten. Hier haben wir an vielen Orten Nikolausumzüge: teilweise können sie schon aus ein stattliches Alter zurückblicken, teilweise wurden sie aber erst, wie auch in Obercastrov. in den letzten Jahren wieder eingeführt, um in der Welt der Realistik und des hastenden Jagens nach irdischem Gute, Altväterbrauch vor dem Untergang zu bewahren.. gn f. St Minsint uit 6. Daß die christliche Welt St Nikolaus mit seinem Trabanten, dem„schwarzen Mann“, zum Vorläufer des Christkindes machte, kam auch im Obercastrover Umzug sinnfällig zum Ausdruck. indem den beiden bekannten Gestalten des St. Nikolaus und des Knecht Ruprecht, die mit allen Zeichen ihrer Macht und Würde angetan, hoch zu Roß ritten, die besonders prachtvoll und liebevoll ausgestaltete Gruppe des Christkinds folgte. Zwerge und Engel umgaben dessen festlich geschmückten Wagen, der den Abschluß Castrop=Rauxel, den 4. Dezember 1936. Der Oberbürgermeister als Ortsvolizeibehörde. des Nikolauszuges von Obercastrop bildete. Durch ein dichtes Spalier von Zuschauern bewegte, sich der festliche Aufmarsch der Obercastroper Jugend durch die Bochumer, Brecken=, Cottenburgstraße, Tiefer Weg. Grüner Weg. Bochumer, Cottenburg=, Wittener, Franzstraße und Im Scheiten an den vielen illuminierten Fenstern der Häuserzeilen vorbei. nach der Augustaschule, deren Vorplatz mit Lampions flankiert war. Hier machte man Halt, um die übliche Ansprache des Hl. Mannes entgegenzunehmen. Namens der Kinderschar entboten ihm und seinem Gefolge Hugo Kessebohm, Magdaleie Hollmann und Anneliese Reinhardt mit hübschen, gut vorgetragenen Gedichten den herzlichsten Willkommensgruß. St. Nikolaus(Hans Leßmann) hielt dann eine kurze und kernige Ansprache an sein großes„kleines Volk“. in der er#die Kinder zu treuer Pflichterfüllung auf allen Gebieten ermahnte und der Tugend ihren Lohn und dem Frevel seine Strafe ankündigte. Letzteres wurde vom Ruprecht(Josef Grote) in herkömmlicher Weise recht drastisch unterstrichen. Ihren Ausklang fand die in jeder Weise würdig und erhebend verlaufene Veranstaltung auf dem Vorplatz der St. Elisabethkirche, wo an die Kinder aus großen Körben die wohlgefüllten Gabentüren verteilt wurden. Der Jubel, der dadurch bei den Kindern ausgelöst wurde, soll allen denen, die sich unter Führung von Otto Peters um das Zustandekommen und die Durchführung des Nikolauszuges bemühten. Lohn sein, der reichlich lohnet. Stadttreis Castbop=Kausel Castrov=Rauxel, den 8. Dezember 1936. Nächstes Jahr wieder Castroper Rennen! Auch wieder Freilichttheater! Wie Oberbürgermeister Dr. Anton gelegentlich einer Besprechung im Rathause mitteilte, wird daran gedacht, im kommenden Jahre in Castrop=Rauxel die althistorischen Rennen, wenn auch vorläufig nur noch in bescheidenem Rahmen, wieder ins Leben zu rusen. Des weiteren sind Bestrebungen im Gange. die auf die erneute Veranstaltung von Freilicht=Aufführungen auf der gelegentlich der 1106=Jahrseier der Stadt im Jahre 1934 mit bestem Erfolge benutzten Naturbühne am Haus Goldschmieding hinzielen. Man will dabei auch die NS.=Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ interessieren und sie zur Heranbringung von Besuchern von auswärts veranlassen Die Bürgerschaft, vor allem die Gewerbetreibenden, werden diese Bemühungen zur Verkehrsbelebung gewiß mit Freude begrüßen. Sozialismus der Tat Weihnachtszuwendungen der Klöckner=Werke und der Rütgerswerke an ihre Gefolgschaftsmitglieder Das abgelausene Jahr ermöglicht es der Klöckner=Werke.=G. auch in diesem Jahre den Gefolgschaftsmitgliedern die Anerkennung für ihre Mitarbeit durch eine Zuwendung zum Ausdruck zu bringen. und zwar soll diese nach folgenden Richtlinien zur Auszahlung kommen: Ledige 15.— RM., Verheiratete 20.— RM., Verheiratete mit 1 Kind 25.— RM., Verheiratete mit 2 Kindern 30.— RM., usw für jedes weitere Kind eine Zulage von 5 RM. Berücksichtigt werden ohne Unterschied Gehaltsund Lohnempfänger mit einem Einkommen bis zu der für diese Zuwendungen steuerfreien Grenze, Voraussetzung ist, daß das Gefolgschaftsmitglied am 1. Dezember 1936 ein Jahr lang ununterbrochen beschäftigt war. Die Auszahlung erfolgt Mitte Dezember. In ähnlicher Weise kommt auch aus den Rütgerswerken aus Anlaß des Weihnachtsfestes eine Sonderzuwendung zur Auszahlung. Es erhalten Gefolgschaftsangehörige mit einer Werkszugehörigkeit von 1 bis 5 Jahren 15 RM., von 5 bis 10 Jahren 23 RM. und von über 10 Jahren 30 RM. Für Frau und Kinder wird ein Zuschuß von je 5 RM. gewährt. Diese Zuwendung wird mit der eotl. zu gebenden Jahresabschlußpramie verrechnet. Zausfrauen und Hausgehiisen in der Baß. Die Aufgaben der Reichsfachgruppe hausgehilfen Spendet Rundfunkgeräte Musiklehrer-Besprechung Der Musikbeauftragte der Stadt Castrop=Rauxel. Städt. Musikdirektor Max Spindler, ladet alle Musiklehrer u. Musiklehrerinnen der Stadt Castrop= Rauxel für Mittwoch, den 9. Dezember, abends 6 Uhr, zu einer Besprechung in den Saal der Wirtschaft Köllmann am Markt ein. Wegen der Wichtigkeit der zur Sprache kommenden Angelegenheiten ist die Teilnahme aller in Frage kommenden Personen unbedingt Pflicht. Fachkurse zur Vorbereitung auf die Meisterprüfung Nachfolgende Fachkurse zur Vorbereitung auf die Reisterprüfung werden in Dortmund abgehalten: Zuschneide= Kursus: Eröffnung: 4. Januar 1937, Zeit: 15.30 Uhr. Material=Kursus für Herrenschneider: 9. Januar 37. 16 Uhr. Material=Kursus für Damenschneider: 9. Januar 37. 16 Uhr. Schlosser= und Schmiede=Fachkursus: 9. Januar 1937. 16.45 Uhr. Mechaniker=Fachkursus: 9 Januar 1987, 17.30 Uhr. Tischler=Fachkursus: 30. Januar 1937. 18 Uhr. Friseur=Fachkursus: 31. Januar 1937, 9 Uhr. Fleischer=Fachkursus: 31. Januar 1937,.30 Uhr. Meldungen zu vorstehenden Kursen müssen an die Handwerkskammer in Dortmund eingereicht werden. 9AF., Fachgruppe Friseure Am Donnerstag, dem 10. Dezember 1936, 20 Uhr. findet in Bochum, Parkhaus(Stadtpark), eine Großkundgebung der Fachgruppe Friseure statt: Außer dem Gauobmann. Pg. Ernst Stein. sprechen der Reichsfachgruppenwalter und Reichs=InnungsObermeister Pg. Renz und Gauamtsleiter Pg. Spratte. Zu dieser sehr wichtigen Tagung sind sämtliche Friseure eingeladen. Im Rahmen der großen, allumfassenden Organisation der Deutschen Arbeitsfront nimmt die Fachgruppe Hausgehilsen eine besondere Stellung ein. An Stelle der Betriebsgemeinschaften in den gewerblichen Betrieben tritt in dieser Fachgruppe die Hausgemeinschaft, das heißt die Gemeinschaft derer. die im Haushalt leben. Die Fachgruppe Hausgehilsen, die aus dem Verband der Heimarbeiter und Hausgehilfen entstand. hat anfangs dagegen zu kämpfen gehabt, daß sie als eine Interessengemeinschaft für„Arbeitnehmer“ angesehen wurde. Die Hausfrauen stellten sich aus diesem Grunde auch gegen die Fachgruppe, weil sie in ihrem Wirken einen Gegenvol zu ihrem Handeln sahen. Das Bestreben der Fachgruppe Hausgehilfen war es und ist es, nicht über irgendwelche Interessenvertretungen, sondern über die Hausgemeinschaft eine Lösung der Hausgehilfenfrage zu schaffen. Der Gedanke der Hausgemeinschaft wurde von der Reichsfachgruppe in Versammlungen und Veröffentlichungen immer wieder in den Vordergrund gestellt. Hausfrauen und Hausgehilfinnen gehören genau so fest und unlöslich zusammen, wie in den gewerblichen Betrieben Gefolgschaft und Betriebsführer. Mit der Zeit ist es auch dem fortwährenden Trommeln und Rusen der Fachgruppe gelungen, die deutsche Hausfrau zu der Ueberzeugung zu bringen: Die Reichsfachgruppe ist keine einseitig ausgerichtete Organisation, sondern die Betreuerin der im Haushalt Tätigen, die Hüterin der Hausgemeinschaft. Aus diesem Gesichtspunkt der Hausgemeinschaft wurde auch alle Arbeit angepackt. So insbesondere in der sozialen Betreuung, die nun nicht etwa den Hausgehilfinnen stets recht und den Hausfrauen stets unrecht gab, sondern die Pflichten beider Teile. der Hausfrauen wie der Hausgehilfinnen. in 14 Richtlinien im Deutschen Reich grundsätzlich herausstellte. Die Reichsfachgruppe Hausgehilfen prüfte sowohl die Klagen der Hausfrauen wie die der Hausgehilfen. Unwürdige Zustände in der Unterbringung und Entlohnung werden ebenso beseitigt wie die bei Hausgehilfen noch vorliegenden Berufsmängel. Vor allem sah es die Fachgruppe als ihre Aufgabe an, den Hausgehilfen bessere Fertigkeiten in ihrem Beruse zu vermitteln und darüber hinaus sie auf ihre spätere Aufgabe als Hausfrau und Mutter vorzubereiten. Näh=, Koch=, Plättkurse. Unterrichtung in der Haushalts= und Gesundheitspflege sorgten für eine weitgehende berufliche Ertüchtigung. Durch eine gleichlausende weltanschauliche Erziehung wurde die Hausgehilfin so zu einer Kameradin der Hausfrau erzogen. Die soziale Betreuung der Hausgehilfin erstreckt sich keineswegs nur auf Abstellung sozialer Mißstände und eine Steigerung des Berufskönnens, sondern darüber hinaus geht die Fachgruppe in zielbewußter Arbeit daran, in allen größeren Orten des Reiches für die Hausgehilfinnen Kameradschaftsheime. in denen sie nach Feierabend im fröhlichen Kreise zusammen sein können, sowie Erholungs=, Schulungs= und Uebernachtungsheime, die zur kostenlosen Verfügung der Hausgehilfen stehen. zu schaffen. Die Fachgruppe will als Betreuerin und als zuständige Gruppe der Deutschen Arbeitsfront die Stelle sein, zu der die Hausgehilfin mit all ihren kleinen und großen Sorgen und Nöten kommen können, mit dem Bewußtsein, daß ihnen hier geholfen wird. Die größte Freude nach zweijähriger Arbeit ist es heute für die Facharuppe, daß Hausfrauen in allen Gauen des Reiches die Aufgabe der Fachgruppe in der Deutschen Arbeitsfront erkannt haben, sich in die DAF. einreihten und heute mit zu den tüchtigsten Führerinnen der Reichsfachgruppe gehören. Das soll auch in Zukunft und vor allen Dingen in diesem Winterhalbjahr das Ziel der Fachgruppe sein. dafür zu sorgen, daß Hausfrauen und Hausgehilfinnen in der DAF. gemeinsam für die Ziele schaffen und arbeiten die der Haushalt. die Hausgemeinschaft, in der deutschen Volksgemeinschaft zu erfüllen hat. Jeder Haushalt in Deutschland muß eine Hausgemeinschaft werden. Emilie Peters=Haffner, Leiterin der Reichsfachgruppe Hausgehilfen. Die Gaupropagandaleitung der NSDAP., Haupt. stelle Rundfunk, erläßt an die Bevölkerung des Gaues Westsalen=Süd folgenden Aufruf: Die Parole des Führers:„Keiner soll hungern und frieren!" wird von der deutschen Volksgemeinschaft restlos durchgeführt. Ist es aber nicht unsere Pflicht, auch für das geistige Wohl unserer ärmeren Volksgenossen zu sorgen? Hunderte von Volksgenossen. Opfer des Krieges und der Arbeit, können nicht teilhaben an dem großen Geschehen der Nation. weil sie kein Radiogerät besitzen. So mancher ist in der Lage. durch die Spende seines alten Rundsunkapparates einem Invaliden oder einer Kriegerwitwe eine große Weihnachtsfreude zu bereiten. Darum ergeht an alle. die es angeht. die Aufjorderung: „Spendet Rundfunkgeräte!" Gebt Eure alten Geräte bei den Kreisleitungen und Ortsgruppen der NSDAP. ab! Auch beschädigte Apparate werden gern entgegengenommen! 1. Kreisklasse Gruppe Dortmund Kameradschaftsappell der Kriegerkameradschaft Castrop Am Samstag, dem 5. Dezbr., fand im Kameradschaftsheim ein Kameradschaftsavpell der Kriegerkameradschaft Castrop statt, der in Verhinderung des in Althalvensleben erkrankten Kameradschaftsführers Major a. D. Holfeld. vom stellv. Kameradschaftsführer Boch eröffnet und geleitet wurde. Nach der Neuverpflichtung des Kameraden Böhm und der Ehrung der verstorbenen Kameraden und Kameradenfrauen durch Erheben von den Sitzen, gab Schriftwart Strickhausen die seit dem letzten Kameradschaftsappell herausgekommenen Parvlebefehle bekannt. Ferner wurde von ihm ein Schreiben des Bezirksverbandes bezüglich der Stellungnahme des Kyffhäuserbundes zu den Wafsenringen mitgeteilt. Endlich verlas er aus dem Buche„Männer im Dritten Reiche" die Biographie über den Bundesführer des Reichskriegerbundes(Kyffhäuserbund) Oberst Reinhard und einen Bericht aus der Wochenschrift „Kyffhäuser“ vom 4. 2. 1934 über die entscheidende Tat des Bundesführers in den Kämpfen bei Brzeziny in Polen im November 1914. Die Ausführungen fanden das lebhafteste Interesse der Kameraden. Ein außerdem noch vorgesehener Vortrag über den BDA. mußte wegen dienstlicher Verhinderung des auswärtigen Redners verschoben werden. Der Annell wurde dann vom stellv. Kameradschaftsführer Boch in der üblichen Weise geschlossen. Das Gemeinschaftsouch des Velriedes Zum Nutzen des Volkes und der ganzen Nation Schützenverein Obercastrop Dritte Komvagnie Wie bekannt,, gibt das Organisationsamt der Deutschen Arbeitsfront(Auslieferungsstelle Brunnenverlag. Willy Bischofs. Berlin SW 68) das Gemeinschaftsbuch der Betriebe heraus. Dem Buch ist eine hohe Aufgabe zugedacht. Es soll den nationalsozialistischen Gemeinschaftsgedanken an seinem Platz fördern und soll weiter das Wort des Reichsleiters der DAF Dr. Robert Ley.„Der Betrieb ist eine Einheit“ zur Wirklichkeit werden lassen. Der Hauptamtsleiter Claus Setzner schreibt über dieses Buch:„Bei der Ausgestaltung. dieses Buches sind wir davon ausgegangen, daß wir zunächst einmal die deutsche Geschichte in markanten Darstellungen fixiert, daß wir darüber hinaus die Geschichte der deutschen Arbeit umrissen, daß wir darüber hinaus die Geschichte der Deutschen Arbeitsfront mit eingefügt haben. Was die weiteren Inhalte anbelangt, so sind die Versassung der Deutschen Arbeitsfront, gegeben vom Führer und Reichskanzler Adolf Hitler vom 24. Oktober 1934 die Vereinbarungen zwischen Herrn Dr. Ley und Herrn Dr. Schacht. die sogenannte Leinziger Vereinbarung mit dem Erlaß des Führers darin enthalten. Ferner stehen Ansprüche der bedeutendsten Deutschen in dem Buch, und zwar über das Thema„Volk und Arbeit“. Adolf Hitler spricht hier in markanten Sätzen. Ernst Moritz Arndt. Bismarck. Dr. Goebebls. Hermann Göring Hierl. Hindenburg. Es sind dort Sätze über die Gesellschaft, über die Arbeit, über den schaffenden Menschen, über die Persönlichseit, über die Gemeinschaft der Schafsenden und über die soziale Gerechtigkeit zu lesen. Es ist natürlich klar, daß auch ein Denkmal der Toten unserer Bewegung in das Buch ausgenommen wurde, und die verbleibenden 3 Seiten sollen nun durch die Vertrauensräte ausgefüllt werden. Wie ich schon eingangs sagte, es soll ein Betriebsspiegel sein für Freud und Leid. in dem Aufstieg und auch Rückschläge chronologisch festgehalten und verzeichnet werden. Dieser Betriebsspiegel ist ein wertvolles Mittel, auch später die Musterbetriebe zu erstellen, denn man wird aus diesem unbestechlichen Buch, aus dieser Betriebschronik feststellen können. wieviel Anstrengungen und wieviel Zusammenarbeit und wieviel Gemeinschaftsgesinnung zum Ausdruck kommt. Das Buch hat darüber hinaus aber auch einen amtlichen Charatter: denn es enthält die Protokolle des Vertrauensrates. Das ist es, was das Buch besonders wertvoll machen wird. Man wird sehen, wie gut und mit welchen Themen der Vertrauensrat gearbeitet hat. Man wird sich jederzeit zurückerinnern können, wann eine besonders entscheidende Sitzung oder ein entscheidender Beschluß gefaßt worden ist. Edelstahlwerke Dorstfeld 09 Arminius Marten Westsalia Eving Sportfreunde Schwerin Castrop=.=Nord Urania Lütgendortmund 11 Eintracht Rauxel Westfalia Somborn Viktoria Somborn Alemannia Rauxel Eintracht Dortmund Britannia Dortmund 2. Kreisklasse Gruppe 2 11 S 1 3 10 4 1 10 4 10 1 1 8 Kurzum. der Betriebsspiegel unter nationalsozialistischen Gesichtspunkten von uns zur Verfügung gestellt, soll den nationalsozialistischen Geist der Betriebe widerspiegeln, soll insbesondere auch jetzt, wo in Vollzug des Vierjahresplanes historische Initiative zur Vollendung des Vierjahresplanes durch die einzelnen Betriebe ergrifsen wird. soll es auch eine Stätte geben, wo man diese Bereitschaft und dieses Tun bei Beginn, so geradezu bei der Grundstellung einer Idee festgehalten hat.“ Am Sonntag morgen fand im Standquartier Bolenz ein Appell der 3. Kompagnie des Schützenvereins Obercastrop statt, zu dem u. a. auch der Vereinsführer Weyers und Oberstleutnant Schäfer erschienen waren. Vereinsführer Weyers erkannte in einer Ansprache die guten Schießleistungen der 3. Kompagnie an und übermittelte den Altschützen Kurt Scharrenberg, Rudolf Bolenz jun., Heinrich Scharvenberg, und Fritz Göddeke die bronzene Schießauszeichnung. Altschütze Fritz Meiser und Schießwart Albert Klivp erhielten die silberne Bundesnadel. Allen Ausgezeichneten wurde auch ein entsprechendes Divlom ausgehändigt. Hauptmann Storch bekam für seine besonderen Verdienste um das deutsche Schützenwesen ebenfalls eine Medaille. Hauptmann Storch gab bekannt, daß die nächste Kompagnieversammlung wegen der Sonntagsarbeit auf„Erin“ auf Sonntag, den 3. Januar 1997. 5 Uhr nachmittags verlegt werden muß Einbruchsdiebstahl Einem Einwohner des Hauses Adolf=Hitler=Str. 29 wurden am 5. Dezember, zwischen 17 und 21 Uhr, aus seinem verschlossenen Stalle vier Hühner gestohlen. Es handelt sich um 2 weiße Leghorn und 2 schwarze Italiener. Vor Ankauf wird gewarnt! Wer kann der Polizei sachdienliche Angaben machen? heiligung an den genannten Tagen sogar in erhöhtem Maße in Erscheinung treten würde, wenn auch in Schankbetrieben musikalische Darbietungen ernsten Charakters gestattet werden. Kein Verständnis habe das Schankgewerbe dafür, daß an den Verbotstagen den Gästen nicht einmal Radiomusik vom Deutschen Rundsunk übermittelt werden dürfe. Kein übertriebener Schutz der Feiertage Tanz am ersten Weihnachtstag Lokaler Billard-Reisterschaftsspiele Angesichts der großen finanziellen Ausfälle, die im Schankgewerbe durch die Verbote der Veranstaltung von Musik und Tanz entstehen, hat die WirtschaftsDie Bergmann-Brauerei blieb Höchstbielender Bei der am gestrigen Montag morgen am hiesigen Amtsgericht vorgenommenen Zwangsversteigerung der Gastwirtschaft und der zugehörigen Garten= und Ackergrundstücke der Witwe des Wirtes Johann Meyer. Wittener Straße 198. blieb die BergmannBrauerei, Dortmund, Höchstbietender. Die Fundpolizei keilt mit: Damenschirm gesunden! Eigeniumsansnrüche sind umgehend bei der Ortsvolizeibehörde. Rathaus, Ringstraße 29, geltend zu machen. Fahrraddiebstahl Am? Dezember, gegen. 18.30 Uhr. wurde vor dem Hause Vinckestraße 155 ein Damen=Tourenrad, Marke „Hawe“. Nr. 120 967, schwarzes Gestell, Radfelgen schwarz mit grünen Streisen, einem Pedal sehlt die Gummiemnlage. Boschlampe mit Batterie. Druckbreuse, gestohlen. Wer kann der Polizei sachdienliche Angeben machen? Vor Ankauf wird gewarnt! betrifft. Die in den Abend= und Nachtstunden vom 23. zum 24 Tezember veranstalteten öffentlichen Tanzlustbarkeiten können sich daher bis zur üblichen Polizeistunde erstrecken Die weitergehenden Wünsche der genannten Wirtschaftsgruppe erstrecken sich u. a. auf Aufhebung des reichsgesetzlichen Schutzes für den Bußtag. Zulassung von ernster Konzert= und Radiomusik am Karfreitag. Bußtag. Allerseelen. Totensonntaa. Heldengedenktag und 9. November. Aufhebung des Tanzverbotes für den Vorabend des Osterfestes. Möglichkeit der Verlängerung der Polizeistunden an den Vorabenden der ernsten Feiertage. Aufhebung des Tanzverbotes in Preutzen während der Karwoche(ausgenommen Karfreitag) und Aufhebung der Verschiedenartigkeit der Veranstaltungsbeschränkungen in den einzelnen Ländern, mindestens aber in den Grenzgebieten. Die Wirtschaftsgruppe ist der Aufsassung, daß eine FeiertagsWestfälische Bezirksklasse Gruppe Dortmund In der Dortmunder Bezirksklasse standen diesmal nur drei Begegnungen auf der Tagestarte. Das bemerkenswerteste Tressen kam auf dem Nebenfeld des Dortmunder Stadions zwischen Sportfreunde 06 und Arminia Arten zum Austrag. Der Tabellenführer büßte hier mit:1 Toren nach langer Zeit wieder einmal einen Puntt ein, was aber vorerst noch nichts ausmacht Die Alemannen hatten den Hörder Sportclub zu Gaste, der mit:3 Treffern Sieg und Punkte lassen mußte. Von großer Wichtigkeit ist für die Mengeder der.:=Sieg. den sie bei Union Haspe erzwingen konnten. Mit der Volksgarten=Mannschaft scheint es nun doch bergan zu gehen. Die Spiele für den kommenden Sonntag sind noch nicht bekannt, doch dürften aller Wahrscheinlichkeit nach die Treisen Castrov 02 gegen Alemannia und Arminia Marten gegen Brambauer zum Austrag gelangen Nr. Dorstfeld 09— Sportfreunde Schwerin:2 Dorstfeld 09 büßte trotz des Vorteiles des eigenen Platzes einen wertvollen Punkt ein, während Schwerin seine Tabellenstellung erneut verbessern und befestigen konnte. Die erste Halbzeit stand im Zeichen der Sportfreunde, deren forsches Drausgängertum von Anfang ein solches Tempo ins Spiel brachte, daß Dorstfelds Verteidiger ihnen in der 5. Minute durch ein Selbsttor zur Führung verbalf. Auch das zweite Tor des Tages gehörte den Schwerinern. 20 Minuten später wurde es durch einen Elfmeter exzielt. Mit:0 für Schwerin ging es in die Pause. In der zweiten Halbzeit setzten die Dorstfelder alles daran. weitere Tore der Gäste zu verhindern. Es gelang ihnen auch ihren Diuck zu verstärken. Dorstfelds Halblinker konnte nach langem. hartem Kampfe, nach voraufgegangener Ecke, durch Kopfball das erste Tor für seine Farben erzielen. Da schon eine Stunde Spielzeit verstrichen war. glaubte man schon, daß es bei diesem Stande bleiben würde. Doch die Dorstfelder kämpften entschlossen bis zum Schluß und konnten auch eine Minute vor dem Abpfiff durch ihren Mittelläufer den Ausgleich erzielen. Beide Mannschaften haben sich brav geschlagen, so daß die Aufteilung der Punkte dem Spielverlauf entspricht. Mit dem 1. Jo des deutschen Sc Schützenverband sport betreibend zusammengefaßt, Schießsport in regelung betrifft im Gau Westfale ten Jahrzehnten stark gefördert m striegebiet des 2 Jahre 1926 gegri lich in den letzt erlebte, hatte se Sitzung nach S dem Hinübergel Stand des Schütz gebiet darzulege zirkssvortleiters herrschte nur ei Bezirkes Indust: sation an der wesens mit aller den einheitlichen ## hatte man volle daß er die Fort den SchützenbemEs wurde eine Schützenwesens i seine schießsvor wurde im Jahre Zahl von 845 sich die Zahl sch auf 10.200 undh vereine und Se Schützen und I hörenden Schütz hundertjähriges sind der Schütze gerusen ist. Hö 1310. der Bochu Dortmunder Sc # lebhafte Entwi fälischen Indust seit 1900 Grün. Industriegebiet Spielfeld schloß alle führenden und mit der E Hitlers das der zum Wohle des entwickeln werd sichtigung des haus an. in we dien im Gau 2 Neuer Leiter Alemannia Rauxe!— Westf. Somborn:4 Die Alemannen hielten sich in der ersten Halbzeit gegen die Gäste recht gut. Sie ließen sich durch das Führungstor der Somborner nicht entmutigen, sondern kämpften zäh weiter. Ihr Eiser wurde denn auch 25 Minuten später belohnt, so daß sie durch den Mittelstürmer gleichziehen konnten. Aber bald jagt der Linksinnen der Westfalen das Leder zum zweiten Male ins Rauxeler Tor. Der Mittelstürmer der Alemannen konnte dann noch einmal erfolgreich sein, während die Somborner, deren überlegenes Spiel die zweite Hälfte fast ganz beherrschte, durch ihren Innensturm noch zwei weitere Tore erzielen und damit den:=Sieg sicher stellten. Dortmund.1 zeit ausscheide Stadttbeaters. Theaterdezerner mung des Ober der Generalint Stadttheater S der Stadttheae Hoenselaers am Stadttheatdung erfolgte Luise Dumont. in Lübeck. Wü dem 1. Juli 19 Stadttheaters Fr Hohensyburg. Jahres durch: frühgeschichtlich der Hohensybu# Tagen eine In Zeit entdeckt. aus Feldsteine depot, das et: einen vollständ Wichtige Entd und Aschegrube aus Eichenholz Meter. ferner Funde lassen d Siedlung aus Ausgrabungen I. Klasse Billardfreunde Schwerin 1 M.— Vierbande Dortmund 1. M.:0 Schüsse au ein III. Klasse Billardfreunde Schwerin 2. M.— Vierbande Dortmund 2. M. 5½:½ Zwei eindrucksvolle Siege erzielten die Billardfreunde Schwerin gegen den Billardklub Vierbande Dortmund(Kreismeister 1935/36). Am Samstag. dem 5. Dezember standen sich die 2. Mannschaften obengenannter Vereine im ersten Meisterschaftskampf (III. Klasse) gegenüber. Hier konnte Schwerin von 6 Partien 5 Siege und 1 Unentschieden für sich buchen. Das Gesamtergebnis lautete 600 zu 428 Punkten für Schwerin bei einem Mannschaftsdurchschnitt von.39. Der Meisterschaftskampf der 1. Mannschaften vorgenannter Vereine(I. Klasse) fand am Sonntag. dem 6. Dezember statt. Die Schweriner Spieler fanden sich auf dem erneuerten Billard im Vereinsheim gut zurecht, wogegen die Spieler von Vierbande Dortmund. die einen Ersatzmann stellen mußten. sehr enttäuschten und an ihre gewohnten Leistungen nicht heranreichten. Schwerin gewann alle 6 Partien. Schaier=Schwerin erreichte gegen Formann=Dortmund bis 200 Punkte bei 7 Aufnahmen einen Durchschnitt von 28.59. Formann erzielte nur 49 Punkte. Noch zu erwähnen ist die Partie Waimann=Schwerin gegen Klein=Dortmund. Warmann. der sich in allerbester Form besand, konnte diese Partie bei einem Durchschnitt von 10.00, für sich buchen. Das Gesamtergebnie der 1. Mannschaften lautet: 1000 zu 542 Punkten für Schwerin bei einem Gesamtdurchschnitt von 9,09. Bochum. den landwit berg, der ar straße Haßli den Persone abgegeben u hat. HaftbefDie Krim menarbeit m weitere Nac von Haßlis 11 Jahren öfteren in tiert und# mutet werde noch nicht kam. So m gegen 23.45 Zimmer der Straße in beschädigte und drang steckte. Nur Decke geplat und sicherg gegeben, au war, mie 5 naber; unte Mit einem trone verlic seines Arb Schaft war. ###ctt Er Waldstück 1 Nr. 333 Drittes Blatt des „Stadtanzeigers für Castrov= Nauxel und Umgebung“ Dienstag, den 8. Dezember 1936 ikgeräte NSDAP., Haupt. Bevölkerung des enden Aufruf: keiner soll hungern tichen Volksgemeint. auch für das geilksgenossen zu soren. 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Diese Neuregelung betrifft auch den Westfälischen Schützenbund im Gau Westjalen, unter dessen Führung in den letzten Jahrzehnten das Schützenwesen in Westfalen stark gefördert worden ist. Der Schützenbezirk Industriegebiet des Westfälischen Schützenbundes, der im Jahre 1926 gegründet wurde und gleichfalls namentlich in den letzten 4 Jahren einen großen Aufstieg erlebte, hatte seinen Gesamtbeirat zu einer letzten Sitzung nach Schwerte zusammenberufen, um vor dem Hinübergehen in die neue Organisation den Stand des Schützenwesens im westfalischen Industriegebiet darzulegen. Sie stand unter Leitung des Bezirkssportleiters Spielfeld=.=Hörde. In der Sitzung herrschte nur eine Meinung, daß die Schützen des Bezirkes Industriegebiet auch in der neuen Organisation an der weiteren Entwicklung der Schützenwesens mit allen Kräften mitarbeiten werden. Für den einheitlichen Zusammenschluß des Schützenwesens hatte man volles Verständnis und war der Ansicht. daß er die Fortentwicklung der in Westsalen blühenden Schützenbewegung nur vorteilhaft fördern werde. Es wurde eine Uebersicht über den Stand des Schützenwesens im Schützenbezirk Industriegebiet und seine schießsportliche Tätigkeit gegeben. Danach wurde im Jahre 1926 der Bezirk gegründet mit einer Zahl von 845 angeschlossenen Schützen. 1930 belief sich die Zahl schon auf 4800. im Jahre 1934 bereits auf 10 200 und heute umsaßt der Bezirk 113 Schützenvereine und Schützengilden mit weit über 13000 Schützen und Jungschützen. Manche der ihm angehörenden Schützenvereine können schon auf ein mehrhundertjähriges Bestehen zurückblicken. Die ältesten sind der Schützenverein Lünen. der 1332 ins Leben gerusen ist. Hörder Bürgerschützenverein im Jahre 1310. der Bochumer Bürgerschützenverein und der Dortmunder Schützenverein im Jahre 1388. Für die lebhafte Entwicklung des Schützenwesens im westjälischen Industriebezirke spricht die Tatsache, daß seit 1900 Gründungen von 66 Schützenvereinen im Industriegebiet erfolgt sind. Bezirkssvortleiter Spielfeld schloß die Sitzung mit Dankesworten an alle führenden Schützen des Bezirkes Industriegebiet und mit der Hoffnung. daß unter Führung Adolf Hitlers das deutsche Schützenwesen auch in Zukunft zum Wohle des ganzen deutschen Volkes sich weiterentwickeln werde. Der Sitzung schloß sich eine Besichtigung des Schützenmuseums im Schwerter Rathaus an. in welchem alle historischen Schützenkleinodien im Gau Westfalen gesammelt werden sollen. Leiter des Dortmunder Stadttheaters Dortmund. An Stelle des mit Ablauf der Spielzeit ausscheidenden Intendanten des Dortmunder Stadttheaters. Dr. Georg Hartmann, ist von dem Theaterdezernenten. Stadtrat Schüler, mit Zustimmung des Oberbürgermeisters und des Kreisleiters der Generalintendant Pa. Peter Hoenselaers vom Stadttheater Stettin mit der Leitung des Dortmunder Stadttheaers betraut worden. Hoenselaers stammt aus Krefeld, wo er zunächst am Stadttheater tätig war. Seine weitere Ausbildung erfolgte im Schausvielhaus Düsseldorf unter Luise Dumont. Dann betätigte er sich an Theatern in Lübeck. Würzburg, Karlsruhe und Wien. Seit dem 1. Juli 1935 war er Generalintendant des Stadttheaters Stettin. Frühgeschichtliche Funde auf der Hohensyburg Hohensyburg. Nachdem man im Frühjahr dieses Jahres durch Museumsleiter Spiegel aus Schwerte frühgeschichtliche Funde bei einer Ausgrabung auf der Hohensyburg gemacht hat, wurde vor einigen Tagen eine Industriesiedlung aus sächsisch=fränkischer Zeit entdeckt. Jetzt fand man zwei Herdstellen. die aus Feldsteinen bestanden. ferner ein Schmelztiegeldevot, das etwa 50 Schmelztiegel enthielt. Dazu einen vollständig erhaltenen Tiegel mit Bionzeresten. Wichtige Entdeckungen machte man in den Abfallund Aschegruben. Man fand hier einen Holzrahmen aus Eichenholz in Größe von etwa einem halben Meter. ferner Scherben= und Eisenreste. All diese Funde lassen darauf schließen, daß es sich um eine Siedlung aus sächsisch fränkischer Zeit handelt. Die Ausgrabungen will man im nächsten Jahre fortsetzen. Schüsse auf Personenkraftwagen und in eine erleuchtete Wohnung Bochum. Das Amtsgericht in Schwelm hat gegen den landwirtschaftlichen Arbeiter Anton Schweinsberg, der am Abend des 19. 2. 1936 auf der Landstraße Haßlinghausen—Gevelsberg zwei Schüsse auf den Personenkraftwagen des Divl.=Ing. Schürhoff abgegeben und die Frau Schürhoff erheblich verletzt hat. Haftbefehl erlassen. Die Kriminalvolizeistelle Bochum hat in Zusammenarbeit mit der Ortsvolizeibehörde Haßlinghausen weitere Nachforschungen angestellt. In der Gegend von Haßlinghausen. wo Schweinsberg sich seit 11 Jahren aufhielt. ist in den letzten Jahren des ofteren in gejährlicher Weise mit Schußwassen hankiert und geschossen worden, so daß mit Recht vermutet werden konnte, daß Schweinsberg auch für die soch nicht ausgeklärten Fälle als Täter in Frage kam. So wurde am Abend des 12. September 1934 segen 23.45 Uhr in ein erleuchtetes und bewohntes Zimmer der 1. Etage eines Hauses an der Silscheder Straße in Haßlinghausen geschossen. Das Geschoß beschädigte den Fensterrahmen sowie den Vorhang und drang in die Zimmerdecke ein, wo es bie heute steckte. Runmehr ist der bei dem Aufschlag in der Dccke geplatzte Geschoßzmantel aus der Decke entfernt und sichergestellt worden. Schweinsberg hat zuslegeben, auch diesen Schuß abgegeben zu haben. Er wat, wie bekannt, ein Sonderling und Waffenliebsaber: unter anderem besaß er alte Militärgewehre. Mit einem solchen und einer selbstverfertigten Paikone verließ er am Abend des 12. 9. 1931 den Hof eines Arbeitgebers Das Gewehr. welches ohne Schaft war, trug Schweinsberg unter der Jacke vereckt Er durchstreifte ein in der Nähe liegendes Raldstück und kam an das betr. Haus an der Selscheder Straße. Hier betrat er den eingezäunten Garten des Hauses, zielte auf das erleuchtete Fenster und schoß ins Zimmer hinein. Durch diesen Schuß waren die Bewohner erheblich gefährdet. Kurz vor Abgabe des Schusses hatte die Frau des Wohnungsinhabers am Fenster in der Schußrichtung gesessen. Schweinsberg behauptet, er habe die Wohnungsinhaber lediglich änstigen wollen. Die Kriminalvolizei hat am 4. 12. 1936 noch zwei Gewehrläufe. eine Teschingvistole. 1 Schachtel Munition und leere Patronenhülsen beschlagnahmt, die Schweinsberg versteckt hatte. Sturz aus dem 3. Stockwerk Gelsenkirchen=Horst. Am 4. Dezember gegen 18 Uhr stürzte die Ehefrau Agnes Hanl in Horst. Koststraße 10a wohnhaft. aus dem Fenster des dritten Stockwerkes in den Hos. wo sie regungslos liegen blieb. Sie wurde mit schweren inneren Verletzungen in das Horster Krankenhaus geschafft, wo sie gegen 20.30 Uhr ihren erlittenen Verletzungen erlegen ist. Ob ein Unglücksfall vorliegt, kann im Augenblick noch nicht gesagt werden. Die Untersuchung ist eingeleitet. Wie nachträglich festgestellt wurde, liegt ein Unglücksfall vor.e Schuld eines Dritten liegt nicht vor. Ueberfall auf einen Briefträger Essen. Hier wurde ein Briefträger auf dem Wege zum Dienst vor dem Hause Segerothstraße 26 von einem noch unbekannten Mann durch einen Stoß gegen die Brust zu Boden geworfen. Der Ueberfallene, der kurze Zeit besinnungslos war. vermißte. als er wieder zu sich kam. in ein Zeitungspavier eingeschlagenes Päckchen mit 120 Rundsunkquittungen und ein schwarzes Notizbuch mit einer Quittung über Rückzahlung von Ebestandsdarlehen auf den Namen Karl Ostwald. Die Sachen trug er in einer inneren Brusttasche des Mantels. Das Päckchen mit den Rundfunkquittungen wurde kurz darauf in der Segerothstraße von einem Arbeiter gesunden und bei der Polizei abgeliefert. Maskierte Räuber überfielen Geldboten 3200 RM. geraubt Duisburg. In den frühen Abendstunden des Freitags wurde auf der Alsenstraße in Meiderich ein schwerer Geldraub verübt. Zwei Männer. die sich mit Gesichtsmasken unkenntlich gemacht hatten, übersielen zwei Angestellte der Eva in Meiderich, die in einem Koffer einen Geldbetrag von 3200 RM. zur Post bringen wollten. Die Räuber forderten die Boten unter Vorhaltung von Schußwassen zur Herausgabe des Koffers auf. Während einer der Täter dem Boten den Koffer entriß, hielt der andere die Boten mit der Schußwaffe in Schach, bis sein Komplice mit dem Koffer aus einem Fahrrad die Flucht ergrissen hatte. Dann flüchtete auch dieser Räuber auf einem Fahrrad. Trotz sofortiger Verfolgung war es nicht möglich, die Räuber einzuholen. Duisburger Karnevalsmotto: „Schlager auf Schlager“ Duisburg. In einer Sitzung der Arbeitsausschüsse für den Rosenmontagszug 1937 in Duisburg wurde das Motto für den Rosenmontagszug 1937 geprägt. Es lautet:„Schlager auf Schlager“. Es soll den Wagenstellern und Gruppen die Möglichkeit bieten. alte und neue Schlager in lustig=närrischer Weise darzustellen. Die Duisburger Stadtverwaltung wird sich nach einer Zusage von Oberbürgermeister Dillgardt, mit einem oder zwei Wagen an dem Zuge beteiligen. Aus dem Sauerland Goldenes Doktorjubiläum Hagen. Der Archivar der Stadt Hagen. Prof. Dr. phil. Fritz Schemann, am 7. 11. 1864 zu Hagen geboren, kann heute(am 8. Dezember) sein 50jähriges Doktoriubiläum seiern. 41 Jahre lang. von 1888 bis 1929, hat Schemann im höheren Schuldienst der Stadt Hagen gestanden, zunächst als wissenschaftlicher Hilfslehrer, seit 1893 als Oberlehrer am Hagener Gymnasium und Realgymnasium. Den Verdiensten, die er sich als Schulmann erwarb. hat er solche als Erforscher der märkischen Geschichte hinzugefügt, der er eine ganze Reihe wertvoller Schriften widmete. Als er schon nahe der Altersgrenze stand. im Avril 1929, übernahm er. einem Ruf der Stadtverwaltung folgend. die Aufgabe der Errichtung eines städtischen Archivs seiner Vaterstadt. Ihm verdanken es Wissenschaft und Heimatkunde, daß seitdem die leider sehr lückenhaften Archivalien aus der Hagener Vergangenheit aus einer schier unglaublich erscheinenden Zerstreuung gesammelt und sorgfältig katalogisiert worden sind. Mit unermüdlicher Arbeitskraft. bewundernswerter geistiger Rüstigkeit und der Liebe des Kenners baut der 72jährige an seinem Werk. das binnen kurzem durch Herausgabe einer fast vollendeten Bibliographie der Stadt Hagen einen besonderen Höhepunkt erreichen soll. Im Stausee ertrunken Hagen. Bei der Ausführung von Abbrucharbeiten neben der Ruhrbrücke auf der Eisenbahnstrecke Wetter—Ruhr—Vorhalle ist in der Nacht zum Mittwoch der Arbeiter Gottfried Raskovf aus DuisburgMeiderich abgestürzt und im Staufee ertrunken. Der Verunglückte hinterläßt Frau und ein Kind. In heißes Wasser gestürzt, verbrüht und gestorben Hagen. In einem Hause an der Gertrudstraße hatte eine Frau einen mit heißem Wasser gesüllten Behälter auf den Fußboden gestürzt. Das vierjährige Töchterchen der Familie N. sah das Faß. wollte hineinsehen und verlor das Gleichgewicht. Das Kind stürzte in das kochendheiße Wasser und zog sich sehr schwere Verbrühungen zu, denen es am folgenden Tage im St.=Josefs=Hospital erlag. Grauenhafter Tod im Schmelztigel Lüdenscheid. Bei seiner harten und schweren Arbeit stürzte auf einem hiesigen größeren Werk ein Arbeiter in einen mit glühendem Metall gesüllten Schmelztiegel. Der Mann verbrannte vollständig und war auch sofort tot. Der Betriebsführer schloß in Anbetracht dieses allen Arbeitskameraden nahegehenden Trauerfalles sofort den Betrieb und ließ die Flagge auf Halbmast setzen. Bau einer Räuberbande aufgestöbert Livvstadt. In der Gegend bei der Ervernburg verschwand in der letzten Zeit auffallend viel Junggeflügel. Als jetzt der Förster Wetter sein Revier abging. stellte er Dachssvuren fest und folgte ihnen. Sie endeten in einem Reiserhausen, der nach Umstellung handiester Männer abgetragen wurde. Plötzlich wollten ein Dachs und vier Füchse Reißaus nehmen. Es gelang jedoch den Dachs und drei seiner Räuberkameraden zu erlegen. Hitlertes Jugend Neuer Leiter der Presse= und Provagandaabteilung des Gebietes Westsalen der 53. Durch den Gebietsführer wurde der Gess. Kurt Parbel(Recklinghausen) zum 1. Dezember al; Leiter der Abteilung Presse und Provaganda in die Gebietsführung Westfalen(9) der Hitler=Jugend be rusen. Der neue Abteilungsleiter ist seit 1930 in der Hitler=Jugend und kommt aus der nationalsozielistischen Kampfpresse. Er war zuletzt Schriftleiter der National=Zeitung in Recklinghausen. Kreisvresseamtsleiter der NSDAP., und Stellenleiter im Bannstab der Hitler=Jugend. Von niederbrechenden Gesteinsmassen getroffen Ahlen. Im Untertagebetriebe der Zeche„Westfalen“ wurden zwei Hauer während der Arbeit durch herabfallendes Gestein getroffen. Der eine der beiden mußte mit schweren Brust=, Ripven= und Koviverletzungen ins Hammer Krankenhaus gebracht werden, der andere kam mit leichteren Verletzungen davon. Bauernhof vollständig eingeäschert Beckum. Als der Bauer Frerich in der Bauer schaft Dalmer mit seinen Leuten am Frühstückstisch saß, bemerkte er, wie auf dem Heuboden neben den Kamin des Viehkessels Rauch ausstieg. Er versuchte zunächst selbst, gemeinsam mit einem Knechte da Feuer zu löschen, und als ihm dies nicht gelang. alarmierte er die Feuerwehr. Mittlerweile aber hatte das Feuer bereits auf die dem Hause angebauten Scheunen und den Viehstall übergegriffen. DiFeuerwehr mußte sich auf die Rettung des Eingutes beschränken, da die Baulichkeiten nicht mehr gelösch werden konnten. Mit ihnen verbrannten die gesamte Ernte von 100 Morgen Land und fast sämiliche Maschinen. Zweckmäßig wäre es gewesen. die Feuerwehr sogleich zu benachrichtigen. Der Hof. der jetzt bis auf die Umjassungsmauern niederbrannte, hätte dann noch wohl. wenigstens zum Teil. gerettet werden können. Haus und eine Scheune mit Eingut niedergebrannt Zwei landwirtschaftliche Brände Koesfeld. In der Bauerschaft Harle bei Koesfeld entstand in der unmittelbar neben dem Wohnhause gelegenen Scheune des Bauern Ameling ein Brand. durch den die Scheune und das gesamte tote Eingut vernichtet wurden.— Ein anderer Brand äscherte in der Brockbauerschaft bei Osterwick das Anwesen der Familie Isfort=Kruse ein. Der Brand war auf den mit Heu und Stroh bevackten Boden entstanden. Velt BKulsterkants lung und später als Fliegeroffizter. Außer dem EK 2. und 1. Klasse ist er Inhaber des Silbernen Verwundetenabzeichens für seine dreimalige Verwundung Im Jahre 1920 wurde er zum Priester geweiht. Niebecker wurde 1895 in Arnsberg geboren und ist nach mehrjähriger Tätigkeit als Seeisorger seit 1929 am Gymnasium zu Borken tätig. Das große Reit- und Fahrkurnier Mitte Januar Münster. Der Höherunkt der vserdesportlichen Veranstaltungen ist seit mehr als zehn Jahren für das Münsterland und weit darüber hinaus das vom Urlaub und fuhr nach Berlin.„Das Leben in den Verband der ländlichen Zucht=, Reit= und FahrverBerliner Hotels und überhaupt die Wohllebigkeit eine des Kreises Münster in der Münsterlandhalle 20 000 RM. Schulgelder durchgebracht Die„Wohllebigkeit" der Weltstadt reizte ihn Münster. Die Enge und Bescheidenheit des Lebens in einer Provinzstadt behagte dem früheren langjährigen Leiter der Katholischen Knabenmittelschule in Münster keineswegs mehr. Er sann auf Mittel und Wege, dieses Einerlei des Provinztages einmal durch ein paar schöne Tage in der Reichshauptstadt zu unterbrechen Seine samose, alle Vorstellungen von Ordnung und Rechtmäßigkeit über den Hausen wersende Buchführungen gestatteten es ihm. einen ansehnlichen Fonds für diese Berliner Reise anzusammeln. Er bewilligte sich einen ausgedehnten gefielen mir so, daß ich überhaupt nicht davon lassen konnte", gab der Angeklagte als Grund seiner Unterschlagungen an. Dem Gericht war keine Möglichkeit gegeben, die Summe der unterschlagenen Schulgelder auch nur annähernd festzustellen. Es mußte sich dabei ganz auf die Angaben des Angeklagten verlassen, der sie mit rund 20000 RM. angibt. Dem abwechslungsreichen Leben der letzten vier Jahre ließ das Gericht nunmehr durch sein Urteil eine Bestimmungszeit von zwei Jahren Gefängnis folgen. Die Nachkörung der westfälischen Hengste Münster. Nach Mitteilung der Landesbauernschaft wird am 12. Januar in den Städtischen Ausstellungshallen zu Hamm die Nachkörung der westfälischen Hengste abgehalten, auch der Vollblut= und Ponyhengste. Anmeldungen müssen bis zum 10. Dezember bei der Landesbauernschaft in Münster vorliegen. Borkener Studienrat zum Dr. theol promoviert Münster. Unter den sinnvollen Feierlichkeiten, die sich bei der Doktorvromotion in den Kath.=Theolo= gischen Fakultäten unserer Universitäten erhalten haben, wurde im Aula=Hörsaal der westfälischen Landesuniversität Studienrat und Religionslehrer Engelberg Niebecker vom Gymnasium in Borken in Gegenwart des Bischofs Clemens August auf Grund der Dissertation„Das allgemeine Priestertum“ zum Dr theol. promoviert. Niebecker trat als Kriegsfreiwilliger in den Heeresdienst ein, kämpfte zunächst an der Westfront bei einer Maschinengewehrabteiveranstaltete große Reit= und Fahrturnier. In diesem Jahre wird es, wie jetzt endgültig feststeht. in den Tagen des 15. bis 17. Januar 1937 abgehalten. und wieder werden sich hier die ländlichen Reiter in ausgewählten Schaunummern mit den Reitern der Wehrmacht, der SA. und SS. in friedlichem Turnierkampfe messen. Für die ländlichen Reitervereine gilt es wieder. den Kampf um die Kreisstandarte und um den Preis des Oberlandstallmeisters auszutragen. Für die Soldaten des Führers kommt ein Fünfkampf der SA.= und SS.=Reiter der SA. Gruppe Westfalen und des SS.=Oberabschnittes West als neu hinzu. Durch scheuendes Pferd lödsich verunglückt Burgsteinfurt. Ein Bauer aus Ohne bei Schüttorf hatte den hiesigen Nitolausmarkt besucht und nahm auf dem Heimwege den Küfer und Landwirt Joh. Buhr mit auf seinem Wagen. Nicht weit von Wettringen scheute das Pferd. ging durch und war nicht mehr zu halten. Der Bauer. der die Gejahr erkannte. sprang ab und konnte sich vor Schaden retAus dem Weser= und Emsland Automarder machten Ostwestfalen unsicher Jugendliche achtkönsige Bande vor dem Mindener Schöffengericht Minden. Im letzten Sommer wurden die Autobesitzer in den Städten Ostwestfalens in nicht geringen Schrecken versetzt, als in geradezu erschreckendem Ausmaße sich die Autoentführungen mehrten. In den verschiedensten ostwestfälischen Städten, so vor allem in Bad Oeynhausen. Bünde und Vlotho tauchten diese Automarder auf. kaperten sich ein Fahrzeug auf irgend einem Parkplatz, durchstreiften damit je nach Benzininhalt Westfalen und das Lipperland und ließen dann den Wagen irgendwo auf der Landstraße oder in einem Feldweg herrenlos stehen. Zwar konnten die Autobesitzer. denen die Fahrzeuge wieder zugestellt wurden, so von größeren Schäden bewahrt bleiben. aber die Streiche der Bande daß es sich um eine solche handeln mußte, ergaben die ersten Ermittlungen— nahmen derartige Ausdeh nung an. daß sie zu einer Plage wurden. Und gerade zu dieser Zeit. im Hochsommer. kam denn auch das Ende der Herrlichleit dieser Autofahrer. In Bad Oeynbausen tagten gerade die Fahriehrer von Westjalen und Livve. Ein Fahrlehrer aus Halle war mit einem neuen Wagen zur Tagung gekommen. den er auf dem Parkvlatz stehen ließ. Als er sich am Abend sein Auto zur Heimfahrt holen wollte, da wer beschreibt sein Entsetzen— war der neue Wagen verschwunden. Die Polizei nahm die Verfolgung der Täter auf. sie wurden aufgespürt, als sie nach Oeynhausen zurückkehrten. doch konnten sie sich## schnell der Festnahme durch die Flucht entziehen. als sie den Wagen rücksichtslos auf der Straße stehen ließen. Doch schon bald waren die beiden Burschen endgültig gesaßt und mit ihnen hatte man die Zentrale der achtkönfigen Bande, die im Verlauf der weiteren Ermittlungen ausgehoben wurde. Und nun stand diese Bande der Automarder. der Schrecken der ostwestfälischen Autobesitzer. vor dem Mindener Schöfsengericht. Ihr Anführer zählt erst 18 Jahre. Die Jugend dieses Angeklagten wird ihn vor einer exemplarischen Strafe bewahrt haben, denn das Gericht erkannte gegen ihn auf 5 Monate Gefänani während der Staatsanwalt 7 Monate beantract lauten ten. Kurz darauf prallte der schleudernde Wagen hatte. Bei den übrigen Angeklagten lauten die gegen einen Baum und ging vollständig in Trum= Urteile auf Gefängnisstrasen bis zu 2 Monaten. mer. Der 53jährige Küfer Buhr wurde bei dem Anvrall gegen den Baum geschleudert und mußte mit schwerem Schädelbruch ine hiesige evangelische Krankenhaus gebracht werden, wo er bald darauf starb. Er war Vater mehrerer Kinder. 1000 RM. unterschlagen und verhaftet Ablen. Dem hiesigen Amtsgerichtsgefängnis wurdein bei der Stadtsparkasse beschäftigt gewesener Mann zugeführt, der Gelder in Höhe von 1000 RM. unterschlagen hat. Der Heimatdichter Heinrich Decius 84 Jahre alt Herford Der hier im Rubestand lebende winfälische Mundartdichter Heinrich Decius wurde soeben 84 Jahre alt. Seine bekanntesten Arbeiten dürften wohl die plattdeutschen Bünnenstücke„Geerven Doabers" und„Viuresluie“ sein, die schon ot aufgeführt worden sind und jüngst wieder durch de Rundsunk lebendig wurden. 12 Halt, da war ja noch ein Nachsatz in dem Telegramm. „Erwarten stündlich Auskünfte über Frau Lundfal, die Ihnen sofort zugehen werden. Stadtkampf: Ob diese Auskunft noch von Bedeutung sein konnte? Und wenn,— der Inhalt dieses Telegramms war ja schon das letzte Glied in der Kette der Beweise gegen Larsen. Die Beziehungen zwischen ihm und der Ermordeten waren klargelegt. Larsen war Angestellter des Bankhauses Lundfal gewesen.?e Traß sich erinnerte, hatte er aus dem Paß der Schwedin ersehen können, daß sie Witwe war. Ihr verstorbener Mann also war der Besitzer des Bankhauses gewesen, in dem Larsen seine Unterschlagungen begangen hatte. War Frau Lundfal hergekommen, um Larsen zur Rede zu stellen? Hatte sie vielleicht neue Beweise gegen ihn gefunden, die ihn noch stärker belasteten? War sie vielleicht dem Verbleib des unterschlagenen Geldes auf die Spur gekommen und wollte von Larsen die Rückerstattung der Summe verlangen? Eine Unmenge neuer Möglichkeiten bot sich dar. Ob man jemals den einzig wahren Grund aller dieser Geschehnisse herausfinden würde, war zweifelhaft,— aber fest stand, daß jetzt das Beweismaterial gegen Larsen stark genug war, um auch den letzten Zweifel über seine Schuld an Frau Lundfals Ermordung zu beseitigen. Mit dem Mord an Hanni Freidank war das ja nun eine ganz andere Sache—— Sollte man nicht lieber Henseleit mitnehmen? — Ach was, Larsen sah nicht so aus, als ob er es darauf ankommen lassen würde, Widerstand zu leisten, wenn das Spiel für hin verloren war. Und zum dritten Male an diesem Tage legte Traß den Weg ins Moor zurück. Tot und verlassen lag der Hof in der erstickenden Glut der Nachmittagssonne. Aber die offene Tür verriet Traß, daß er doch jemand im Hause antreffen würde. Er trat in die Tür, räusperte sich:„Hallo!“ Nebenan im Zimmer wurde ein Stuhl gerückt, jedoch dauerte es noch einige Augenblicke, bis Larsen auf der Schwelle erschien. „Ach, Sie sind es, Herr Kommissar?“ Seine Frage klang nicht weiter erstaunt. „Ja, ich bin so frei! Sie müssen die Störung schon entschuldigen, Herr Larsen.— Ich darf doch nähertreten?“ „Bitte sehr!“ Irgend etwas in dem Zimmer war anders als vorhin. Es dauerte eine kleine Weile, bis Traß es herausgefunden hatte. Es roch hier— wonach? So süßlich, so— fast hätte man glauben können, daß Larsen ein Parfüm benutzte. Aber das war natürlich glatter Unsinn. Und übrigens völlig gleichgültig. Mit gekreuzten Armen stellte sich Traß in die Nähe der Tür, an die Wand. Larsen setzte sich auf die Fensterbank. Fest und forschend waren seine Augen auf den Kommissar gerichtet. „Und was verschafft mir wieder die Ehre Ihres Besuches?“ Aber Traß zeigte nicht die geringste Neigung, auf den spielerisch ironischen Ton des anderen einzugehen. „Lassen Sie doch diese Komödie, Herr Larsen! Das ist jetzt doch zwecklos. Die Dinge haben einen Verlauf genommen, der mich zum Handeln zwingt.—— Sie waren also Angestellter des Hauses Lundfal in Boras.“ Der Schwede hatte sein Gesicht halb zu Boden gesenkt. Trotzdem entging es dem Kommissar nicht, wie es wetterleuchtend über die Züge des Mannes huschte. „Ja oder nein.“ „Ja.— Ich war dort Buchhalter.“ „Und warum sagten Sie mir das nicht gleich?“ „Ich konnte ja nicht wissen, daß es Sie so sehr interessieren würde.“ „Ihre Ausflüchte werden immer dürftiger, mein Lieber! Ich darf wohl annehmen, daß Sie das Spiel jetzt verloren geben!— Gestehen Sie ein, daß Sie Frau Lundfal ermordeten?“ „Nein!“ „Ich bewundere Ihre Starrköpfigkeit.“ „Es bestand kein Grund dafür, daß ich Frau Lundfal nach dem Leben trachten sollte.“ „So?— Und daß Sie im Bankhause Lundsal Unterschlagungen begingen? Daß Sie sich dann, nachdem man Sie aus dem Gefängnis entlassen, hier in die Einsamkeit dieses Moores vergruben? Daß dann Frau Lundfal Ihren Schlupfwinkel ausfindig machte und hierher kam, um Sie zur Rechenschaft zu ziehen?“ „Das sind Vermutungen!“ „Das sind Beweise! Es steht fest, daß Sie die Unterschlagungen begingen! Umsonst hat man Sie nicht zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt, mein Lieber!“" „Sie werden mir doch nicht glauben, wenn ich Ihnen sage, daß ich unschuldig verurteilt wurde, daß ich niemals nur das Schwarze unter dem Fingernagel veruntreut habe——“ „Nein, das glaube ich Ihnen allerdings nicht! — Woher hatten Sie denn das Geld, um den Moorhof zu kaufen, he?“ Larsen antwortete nicht. „Ra also!— Ich denke. Sie sind jetzt vernünftig und legen ein Geständnis ab—“ „Ich habe nichts zu gestehen! Begreifen Sie doch! Ich bin unschuldig an Frau Lundfals Tode * „Sie haben die Frau ermordet!„— Und wenn Sie es nicht selbst taten, dann geschah es auf Ihre Veranlassung! Ule ist Ihnen sicher ein williger Knecht gewesen—“ „Ule hat mit der Sache ebensowenig zu tun no1e—— „Dann waren Sie es! Sie sind der Mörder!“ „Ja!“ Beide Männer hoben gleichzeitig den Kopf, als eine harte, schneidende Mädchenstimme dieses entscheidende Wort in die immer heftiger werdende Auseinandersetzung warf. In der niedriger Bretterhütte, die zum Nebenraum führte, stand Lena Martens. Jetzt wußte Traß auch, woher der Parfümgeruch gekommen war. Sicherlich war das Mädchen schon vor seinem Erscheinen hier gewesen. Larsen hatte sie nebenan verborgen und so war sie Zeugin der furchtbaren Anklage geworden. Und nun stand sie auf der Schwelle—— „Ja—— du bist der Mörder, Peter! Jetzt, wo ich die ganzen Zusammenhänge erfahren habe —— deine Vergangenheit als Betrüger, deine Beziehung zu Frau Lundfal,— jetzt wage selbst ich nicht mehr an deiner Schuld zu zweifeln! Dein Briefwechsel mit Torda Lundfal— alles nur, um die Frau hierher zu locken! Deine nächtlichen Wanderungen im Moor——“ „Lena— ich bitte dich——“ „Laß mich, ja?!“ „Du weißt ja nicht, was du sprichst!“ „Das weiß ich nur zu gut! Ich——“ „Lena, du beurteilst alles ganz falsch——“ „O nein, das war einmal!— Früher, da war ich eifersüchtig auf deinen Briefwechsel mit Frau Lundfal— auf die Briefe, die du mir nie zeigen wolltest.— Wäre doch nur meine Eifersucht begründet gewesen.— Eine Freundschaft von früher her, dachte ich! Statt dessen aber ein ganz gemein ausgeklügelter Mordplan——“ Larsen wi. am Ende seiner Selbstbeherrschung. Er sprang von der Fensterbank, stand mit zwei, drei Sätzen neben dem Mädchen und packte es am Arm. „Du sollst ruhig sein!“ „Ich sage nur die Wahrheit!“ „Von der warst du nie weiter entfernt als jetzt——“ „Du sollst mich loslassen, hörst du?!“ Traß mischte sich nicht ein. Bei diesem Aufeinanderprall der erregten Temperamente war er der kühl berechnende Beobachter. Nur seine rechte Hand hatte er in die Hosentasche gesteckt, wo er den Dienstrevolver bei sich trug. „Du sollst mich loslassen, Peter!— Es fehlt ja nur noch, daß du dich an mir vergreifst— Mörder!“ Die ganze grenzenlose Enttäuschung ihrer betrogenen Liebe klang aus diesem einen Wort ——„Mörder!“ Larsen prallte zurück, ließ ihren Arm fahren. „Und das sagst du mir— gerade du, die mich doch besser kennen sollte——“ Und dann ging alles so schnell, daß Kommissar Traß keine Gelegenheit fand, einzuschreiten. Lena war auf die Tür zugeeilt, hatte sie aufgerissen. Ihre flüchtenden Schritte verhallten auf den Fliesen des Flurs. Dann fiel die Tür schwer ins Schloß. Inmitten des kahlen Zimmers stand Larsen, die Schultern vorgeneigt, den Kopf gesenkt. Seine schwieligen Hände waren zu Fäusten geballt. Als er dann mit einem jähen Ruck den Kopf wieder hochriß und Traß anblickte, waren seine Augen blutunterlaufen. „Wissen Sie, Herr Kommissar——“ und seine Stimme klang heiser und brüchig—„wissen Sie, jetzt begreife ich, daß man zum— Mörder werden kann!" „Lena Martens?“ „Lena Martens? Nein, Sie!“ Ueberstürzt brach es aus ihm heraus, kaum, daß ein Wort vor dem anderen Platz fand.„Sie!— Mit meinen Händen könnte ich Sie erwürgen! Das Letzte haben Sie mir jetzt genommen,— das einzige bißchen Glück! Fremd und einsam wie ein Ausgestoßener habe ich mich hier in dieser Einöde vergraben müssen! Nur ein einziger Mensch hat zu mir gehalten,— und den haben Sie mir jetzt genommen! Sie!— Nicht genug, daß Sie mich zum Mörder stempelten——“ is haben Sie selbst getan!“ unterbrach Traß den maßlos Erregten.„Und auf Sie fallen alle Fole n Ihres Tuns zurück!— Ich mache Sie darauf aufmerksam, daß ich heute noch Ihr Haus unter polizeiliche Bewachung stellen lassen werde. Morgen hoffe ich den Verhaftungsbefehl hier zu haben,— und was dann geschehen wird, das können Sie sich ja wohl denken!" Jäh war die furchtbare Erregung des Schweden einer ebenso großen Niedergeschlagenheit gewichen. Vielleicht erkannte er die Wahrheit der Worte, die der Kommissar soeben gesprochen hatte?! Gebrochen ließ er sich auf einen Schemel fallen, stützte die Arme auf den Tisch und legte den Kopf auf die Hände. Seine breiten Schultern bebten. Weinte er? Oder setzte er nur eine ausgeklügelte Komödie fort? Traß wartete,— er wußte selbst nicht, worauf. Irgendwo in der Herzgegend verspürte er einen leichten Stich. Selten hatte er einen Mann weinen sehen,— und noch nie einen so starken Mann wie Peter Larsen! Herrgott, sollte er sich doch zusammreißen!— Sollte er sich doch verantworten, sein Verbrechen eingestehen— oder seine Unschuld nachweisen, wenn er dazu in der Lage war! Traß machte ein paar ziellose Schritte durch das Zimmer. Vor dem Schrank blieb er stehen. Da steckte ja der Schlüssel im Schloß—— Larsen saß ihm abgewandt Er schien sich überhaupt nicht um den Kommissar zu kümmern. Man brauchte nur den Schlüssel umzudrehen. —— Nein, selbst das war nicht einmal nötig. Der Schrank war garnicht abgeschlossen. Vorsichtig zog Traß die Tür auf. Da stand im Mittelfach das Telephon, ein alter Apparat, billigstes Material. Die Verbindungsdrähte waren von dem Kabel abgetrennt und traten mit ihren Enden am Apparat hervor. Daneben befand sich ein Trockenelement, das wahrscheinlich dazu gedient hatte, die Alarmglocke in Betrieb zu setzen. Schade nur, daß jetzt nicht mehr festzustellen war, mit welchem anderen Apparat dieses Telephon in Verbindung gestanden hatte.— Traß hielt die freien Drahtenden in den Fingern, Gleichsam spielerisch näherte er zwei Drähte den beiden Polen des elektrischen Elements. Nichts—— Er versuchte es mit zwei anderen Drähten, versuchte es abermals—— Ein schrilles Läutesignal erklang, und im gleichen Augenblick wußte Kommissar Traß, wo er ein ähnliches Klingeln schon einmal gehört hatte. Peter Larsen war herumgefahren. Erschrocken stierte er auf den geöffneten Schrank, und begriff erst einen Augenblick später, was da geschehen war. „Ach so—“ „Wollen Sie mir nicht sagen, Herr Larsen, mit wem Sie gestern abend telephonierten?“ Und fast machte es den Eindruck, als habe Traß das nur gefragt, um überhaupt etwas zu sagen. Mit seinen Gedanken war er ganz wo anders. Das Läutesignal—— durch einen reinen Zufall hatte er es in Betrieb gesetzt. Hatte nur ausprobieren wollen, ob nicht doch noch irgend eine Verbindung vielleicht bestand,— und da hatte plötzlich die Alarmklingel geläutet. Natürlich konnte alles nur ein zufälliges Zusammentreffen sein, aber—— Ueberraschend schnell hatte der Schwede seine Fassung zurückgewonnen. Wie ein verstohlenes Lächeln zuckte es jetzt sogar um seine Mundwinkel. „Also doch—“ „Wie meinen Sie?“ „Ich ahnte ja, daß Sie mich gestern abend belauscht hatten!“ „Sagen Sie lieber: Ule hat es Ihnen verraten, nicht wahr? Er beobachtete mich.— Und deshalb vernichteten Sie in der Nacht die Leitung vom Moorhof nach der Stadt!“ „Ja!“ „Wo endete diese Leitung?“ „Wenn Sie das erfahren dürften, hätte ich ja erst garnicht die Leitung zu vernichten brauchen—“ Plötzlich trat Traß auf den Schweden zu, legte ihm schwer die Hände auf die knochigen Schultern. „Ich möchte jetzt Ihre Gedanken lesen können, Herr Larsen! Dann würde ich nicht so im Nebel herumtappen, wie ich es tue! Dann würde ich wenigstens wissen, ob Sie es waren—— oder was Sie sonst mit Ihrer gefährlichen Komödie bezwecken! Dann würde ich—— Herrgott, Mann, so kommen Sie doch endlich mit der Wahrheit heraus!“ „Geben Sie sich keine Mühe, Herr Kommissar——“ „Sie sind doch kein Narr, Larsen! Sie sind doch ein Mensch, der seine Lage beurteilen kann! Sehen Sie denn nicht ein, wie hoffnungslos Ihre Sache steht?— Wenn Sie irgend etwas zu Ihrer Entlastung wissen,— sagen Sie es, ehe es zu spät ist!— Und wenn Sie es waren, dann seien Sie doch Mann genug, die Folgen Ihrer Tat auf sich zu nehmen!“ „Erwarten Sie im Ernst von mir, daß ich Ihnen Ihre Aufgabe so sehr erleichtere? Ich müßte ein schlechter Spieler sein, wenn ich die Partie so schnell aufgeben würde——“ „Es gibt Augenblicke, wo ein Spieler erkennen muß, daß die Karten gegen ihn sind!“ „Mag sein, Herr Kommissar,— aber der Augenblick ist für mich noch lange nicht gekommen!" „Soll ich das als ein—— ein verkapptes Eingeständnis betrachten?“ Traß kämpfte wie ein Verzweifelter. Seine Worte waren die Waffen, mit denen er den anderen zu verwunden suchte. Aber warum er so verbissen diesen zwecklosen Kampf fortsetzte,— das wußte er selbst nicht. Oder doch! Vielleicht war da in ihm— ganz tief im verborgensten Innern— eine Stimme, die gefühlsmäßig gegen alle zerschmetternden Beweise für die Unschuld Larsens sprach. Vielleicht war da eine gewisse Sympathie für diesen sonderbaren Mann, mehr noch, eine ganz heimliche Ueberzeugung, daß jener unmöglich ein feiger Mörder gewesen sein konnte. Und wenn er am Tode Torda Lundfals die Schuld trug, dann mußten ganz andere Zusammenhänge dazu geführt haben.— Zusammenhänge, die nur Larsen kannie, und die Traß ihm jetzt vergeben. zu entlocken suchte. Erst nach einer kleinen Weile antwortete der Schwede mit müder. gebrochener Stimme:„Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mich jetzt allein lassen würden, Herr Kommissar.“ Herrgott, dieser Mensch war wie der Nebel, in dem er lebte. Man mochte gegen ihn angehen— mit Worten, mit Fäusten— nirgends fand man Widerstand. Man fühlte wohl deutlich, wie er zurückwich,— aber dann war er auch schon im nächsten Augenblick wieder an seinem alten Platz. Wie die Nebelwände die rings um das Moor standen und seine Geheimnisse schützten. „So.— Also gut. Wie Sie meinen.“ Wieder schritt Traß zu dem Schrank hinüber, warf die Tür krachend zu.„Ich gehe jetzt, Herr Larsen, wenn ich wiederkomme, wird es in Begleitung des Landjägers Henseleit sein. Sie können sich ja wohl denken, was dann geschehen wird!“ „Ich kann es nicht verhindern. Jetzt ist mir ja doch alles so gleichgültig—— seitdem Lena von mir gegangen ist——“ „Das könnte doch alles noch einmal gut werden, wenn——“ „Nein! Ich kenne Lena Martens zu gut. Die findet nie wieder den Weg zu mir zurück.“ Warum nicht? Weil die furchtbare Bluttat zwischen ihr und Peter Larsen stand? * Werner Traß schlug den Weg zum Städtchen ein, den sandigen Landweg. von dem er jetzt schon jeden Meter kannte. Dort war die Brücke über den toten Flußarm, dort der Pfuhl mit dem Schilfgürtel—— Dieser Larsen! Dieser Larsen! Na schön, er hatte es eben nicht anders gewollt. Es blieb nichts weiter übrig, als zur Post zu gehen und ein Telegramm aufzugeben: „Erbitte dringend Haftbefehl gegen Peter Larsen— wegen Mordes an Frau Lundfal—“ Aber war Peter Larsen wirklich der Mörder? Diese Ungewißheit! Nebel überall, überall nur ein Schritt ins Ziellose. Vielleicht war überhaupt nur diese dunstige, unklare Atmosphäre des Nebels über Moor und Stadt daran schuld, daß man keinen Entschluß zu fassen wagte. Auf einmal stand Lena Martens mitten auf dem Weg. „Haben Sie auf mich gewartet?“ „Ja!“ „Nun— bitte!“ Ohne auch nur einen Augenblick lang innezuhalten, schritt Traß weiter und überließ es Lena Martens, mit ihm gleichen Schritt zu halten. Heimlich von der Seite her aber umfaßte er sie mit einem prüfenden Blick, um sich zum ersten Male ein genaueres Bild von diesem sonderbaren Mädchen zu machen. Ein auffallend schmales Gesicht, hart und herb wie das Moor, mit Augen, die so grau waren wie der Nebel, von fast allzuschlanker Gestalt, und bei jedem Schritt, mit jeder Bewegung eine verhaltene Kraft verratend. Ihre Hände waren ungepflegt und von der Sonne verbrannt. Das also war die Frau, die in Peter Larsens Leben alles bedeutet hatte und die heute mit einem einzigen Wort ihr Schicksal von seinem Geschick getrennt hatte. „Mörder!“ hatte sie ihn genannt. „Sie haben vorhin Peter Larsen einen Mörder genannt, Fräulein Martens. Haben Sie Beweise dafür?" Denn Lena Martens war ein Mensch, bei dem man geradeswegs ohne Phrasen auf sein Ziel lossteuern konnte. Solche Menschen waren selten. „Deswegen möchte ich mit Ihnen sprechen, Herr Kommissar—“ „Haben Sie Beweise?“ „Nein.“ „Aber warum sagten Sie denn vorhin—?“ „Sie werden mich nicht begreifen können!“ „Ich muß viel begreifen, Fräulein Martens.“ „Ich—— ich wollte Peter Larsen zwingen, sich zu verteidigen! Ich wollte ihn dazu zwingen, endlich seine Geheimniskrämerei aufzugeben!—— Ich—— mein Gott, ich weiß ja selbst nicht, warum ich es tat!“ Sie brach jetzt in Schluchzen aus. Ihre Stimme klang kaum verändert. Und doch erriet Traß, welche unerträgliche Erregung sie in schmerzlichem Bann hielt. „Dann glauben Sie also fest an Larsens Unschzlb?“ „Ich habe im Ernst nie daran gezweifelt!— Und wenn auch alles gegen ihn spricht——“ „Es spricht sehr viel gegen ihn, das darf ich Ihnen nicht verhehlen. Nicht zuletzt wird er durch Ihre eigenen Worte belastet.— Sein Briefwechsel mit Frau Lundfal.“ „Peter wird Ihnen den Grund dafür nennen können!“ „Bisher hat er es leider nicht getan, und ich zweifle daran, daß er es jemals freiwillig tun wird.“ „Aber warum?— Warum?“ Und jetzt zum ersten Male ließ Lena Martens die Maske gleichgültiger Zurückhaltung fallen. Sie blieb stehen, verkrampfte angstvoll die Hände ineinander. „Warum nur?“ (Fortsetzung folgt.) ** NOOperel Juponn in den beaischen Gaden Fußball-Volkstag im Olympiastadion Das Fachamt Fußball wird das Endspiel um den Tschammer=Pokal zwischen dem FC. Schalke 04 und dem VfB. Leipzig am Sonntag, 3. Januar, im Olympiastadion auf dem Reichssportfeld zu Berlin zu einem Volkstag gehalten; um allen Volksgenossen den Besuch dieses schönen Spieles zu ermöglichen, sind die Eintrittspreise so niedrig wie nur möglich gehalten worden. So kann der billigste Platz einschließlich des Sportgroschens schon für 35 Pfennig erworben werden. Die Sitzplätze im oberen Ring kosten 55 Pfennig, während für die Sitzplätze im unteren Ring ein einheitlicher Preis von.10 Mark festgesetzt ist. Der Vorverkauf der Karten beginnt am 14. Dezember. Die Endspielgegner Schalke 04 und VfB. Leipzig sind die in dem gewaltigen Pokalkampf übriggebliebenen beiden letzten Vertreter von 5288 Vereinen, die zum Jahresanfang in den Wettbewerb traten. Die größte Zahl stellten mit 4112 Mannschaften die Kreisklassen aller Gaue, es folgten mit 1016 Mannschaften die Bezirke und mit weiteren 160 Mannschaften die Gauliga, als höchste Spielklasse. Der Spielbeginn ist bereits auf 14 Uhr festgesetzt worden. Zu der gleichen Zeit werden übrigens die vier Zwischenrundenspiele um den Reichsbund=Pokal am 20. Dezember in Erfurt. Dortmund, Köln und Hannover von den Schiedsrichtern angepfiffen. Schalke 04 und Hindenburg Minden in Münster Münster hat am kommenden Dienstag, 8. Dezember, gleich zwei Deutsche Meister zu Gast.. Im Fußball gibt Ermeister Schalke 04 beim SC Preußen Münster ein Gastspiel, das die Gelsenkirchener in stärkstmöglicher Besetzung— aber ohne Urban und Gellesch— bestreiten. Im Handball spielt der Deutschmeister Hindenburg Minden gegen den MSV Münster. Schnarre nach Irland Olympiasieger Runge erkrankt Der deutsche Olympiasieger im Schwergewichtsdoren, Herbert Runge=Elberfeld, ist erkrankt und mußte seinen Kampf am Dienstag in Berlin absagen. Als Ersatz gegen den Ungarn Nagy springt der Berliner Polizist Tralst ein und zugleich hat auch Olympiasieger Kaiser=Gladbeck für die Begegnung Berlin— Westdeutschland seine Zusage gegeben und wird gegen Tietzsch antreten. Runge wird auch die Irlandreise nicht mitmachen und in diesem Länderkampf durch Erich Schnarre=Recklinghausen ersetzt. Pludra siegt im Achtkampf Olympiasieger Schwarzmann begeistert in Stettin Der WV. Korporation Stettin veranstaltete am Sonntag das 12. Stettiner Kunstturnen und hatte sich dafür die Mitwirkung des Olympiasiegers und Weltmeisters Schwarzmann gesichert, außerdem den Sieger der Brandenburgischen Gerätemeisterschaften Hans Pludra=Forst, sowie den Zweiten dieses Wettbewerbs, Hanns Mock vom ATV. Berlin. Bereits zu den Pflichtübungen am Vormittag hatten sich 500 Zuschauer eingefunden. Beim Kürturnen am Nachmittag war die Halle mit 2000 Personen ausverkauft. Der Achtkampf wurde wie bei den„Brandenburgischen" zu einem Ringen zwischen Pludra und Mock. Beide gingen sofort in Führung, wobei sich Pludra einen Vorsprung sicherte, den er auch bis zum Schluß des Kampfes nicht mehr abgab. Das Können der Pommern hat sich sehr verbessert. Ihre Spitzenturner belegten den ., 5. und 6. Platz, so daß der Veranstalter als Sieger des Mannschaftskampfes hervorging. Besonderes Interesse fanden natürlich die meisterlichen Vorführungen von Schwarzmann, der außer Konkurrenz turnte. Seine fehlerfreien in der Haltung unüberbietbaren und außerordentlich schwierigen Uebungen wurden begeistert ausgenommen. Termine für 1937 Das neue Leichtathletikjahr Das Fachamt Leichtathletik gibt die vom Reichssportführer genehmigten Termine für das nächste Jahr bekannt. Im ersten Jahr nach den Olympischen Spielen wird die Vereinsarbeit wieder im Vordergrund stehen. Besondere Aufmerksamkeit wird der Wettkampftätigkeit in den Kreisen entgegengebracht. Aber auch den Meisterschaften in den Vereinen, in den Gauen und schließlich den Endkämpfen um den Deutschen Meistertitel wird die größte Beachtung geschenkt werden. Der Terminkalender: 14. März: Märsche in den Kreisen 20 Klm.— 4. April: Findigkeitsläufe in den Gauen.— 11. April: Deutsche Gepäckmarschmeisterschaft in Bautzen— 9. Mai: Bahnstaffeln. 20=Klm.=Lausen und 30=Klm.=Gehen in den Kreisen.— 15. Mai: Beginn der Pflichtkämpfe innerhalb der Deutschen Vereinsmeisterschaft, Männer und Frauen und der Mannschaftskämpfe für Jugendliche.— 23. Mai: Tag der Großstaffelläufe.— 7. Juni: 30=Klm.= Laufen und 40=Kim.=Gehen in den Kreisen, Gauen oder Gaugruppen.— 12.=13. Juni: Kreisbahnmeisterschaften mit Staffeln.— 26.=27. Juni: Gaubahnmeisterschaften mit Staffeln.— 10.=11. Juli: Deutsche Juniorenkämpfe, Staffelmeisterschaften u. Deutsche Zehnkampfmeisterschaft in Frankfurt am Main— 24.=25 Juli: Deutsche Bahnmeisterschaften und Marathonlauf in Berlin.— 27. Juli: Deutsche Meisterschaft im 50=Klm.=Gehen.— 5. September: Endkampf um die Deutsche Vereinsmeisterschaft, Männer in München, Frauen in Dresden. Jugend in Hamburg.— 12. September: Voraussichtlich Teilnahme der Leichtathleten an den National= sozialistischen Kampfspielen anläßlich des Reichsparteitages.— 10 Oktober: Letzter Tag für die Kämpfe um die Vereinsmeisterschaft.— 17 Oktoder: Findigkeitsläufe in den Kreisen.— 24. Oktober: Waldläufe in den Gauen.— 14. November: Kindigkeitsläufe in den Kreisen oder Gauen. Ostpreußen klar zur Meisterschaft In den ostpreußischen Bezirken haben die am Sonntag ausgetragenen Spiele die Lage geklärt, Für die im Frühjahr einsetzenden Kämpfe um die Gaumeisterschaft stehen im Bezirk Königsberg Rasensport Preußen und der Altmeister VfB. Königsberg. im Bezirk Gumbinnen Vork Insterburg und der SV Goldap und im Bezirk Allenstein Hindenburg Allenstein und der Rastenburger SV. bereit. Nicht ganz so weit ist der Bezirk Danzig, wo sich neben Preußen noch Gedania und der BuEV. Danzig die Teilnahmeberechtigung erkämpfen können. Im Gau Pommern haben die letzten Spiele die Spitzenstellung der alten Vereine nur erhärtet. In der Gauliga West ist der führende Stettiner SC. nur von der Stettiner Polizei bedroht, während in der Gauliga Ost der Meister Viktoria Stolp letzten Endes nur Mackensen Neustetrin= zu fürchten haben wird. Schlesiens Meister hat Abstiegssorgen. Schlesiens Meisterelf, Vorwärts RSV. Gleiwitz, muß alle Kräfte zusammennehmen, um der drohenden Abstiegsgefahr zu entgehen. Es muß daher als ein Erfolg gewertet werden, daß es den Gleiwitzern gelang, dem der Meisterschaft zustrebenden SV. Beuthen 09 beim Stande von:2(:2) einen Punkt zu entreißen. Beuthen ist bei einem Spiel weniger mit Preußen Hindenburg punktegleich, während BR Gleiwitz vorläufig noch an vorletzter Stelle zu finden ist. Auch Wormatia Worms geschlagen. In der Südwestecke des Reiches waren die Plätze zum Teil schneebedeckt. Der ungewohnte weiße Untergrund bette jedoch nicht lange Bestand; vielmehr machte das Tauwetter die Felder fast unbespielbar. Dadurch gab es einen Ausfall und mehrere Spielabbrüche. Wormatia Worms kehrte von Union Niederrad mit:1(:1) geschlagen zurück. Die erste Niederlage der Fath=Mannschaft hatte sogleich einen Führungswechsel in der Tabelle des Gaues Südwest zur Folge. An die Spitze gerückt sind die Offenbacher Kickers nach ihrem 311=(:=) Siege über die Saarbrücker Sportfreude. Eintracht Frankfurt schlug den SV Wiesbaden:0(:0) und liegt dadurch noch gut im Rennen. Das große Spiel in Mannheim zwischen dem BfR. und dem SV. Waldhof Mannheim klang:1(:1) unentschieden aus. VfR führt mit 14:4 Punkten weiter vor Waldhof mit 13:3 Punkten und dem 1. FC. Pforzheim mit 11:3 Punkten. Der Deutsche Meister an der Spitze. In Bayern gewann der 1 FC. Nürnberg den für ihn wichtigen Kampf gegen 60 München sicher mit:0(:0) vor rund 8000 Zuschauern. Die Münchener Löwen waren im Angriff recht schwach und hatten fast nie eine ernste Torgelegenheit. Obwohl der Club den Nationalverteidiger Munkert durch Uebelein 1 ersetzen mußte, entstand keine Lücke Glänzend hielt sich auch der auf dem Flügel für Spieß eingesetzte Uebelein 2, der allein zwei Tore schoß. Die beiden anderen Treffer erzielten Friedel und Uebelein 1, der einen Handelfmeter verwandelte. Vor rund 7000 Zuschauern siegte im Heinrich=Zisch=Stadion Bayern München gegen den 1. FC. Schweinfurt mit:0(:). Der Erfolg ist um so höher zu werten, als die Rothosen ohne Bader. Krumm und Geßler antraten und für den verteidigenden Goldbrunner den jugendlichen Moll als Mittelläufer einsetzen mußten. Nach der torlosen ersten Hälfte schoß Bergmaier das erste Tor, dem zehn Minuten später der Ersatzmann Sebald den zweiten Treffer anreihte. Bei Schweinfurt kam Kitzinger wegen einer Verletzung weniger zur Geltung. Der BC. Augsburg fällt nach seinem gutenAnlauf mehr und mehr zurück. Die Niederlage gegen den ASV. Nürnberg mit:4(:1) bringt die Schwaben in starke Abstiegsgefahr. Die Tabellenführung hat nunmehr der 1 FC. Nürnberg mit 13:3 vor Fürth 13·7, Bayern München 11:7 und 60 München 10:8 Punkten übernommen. Nebenbei bemerkt In Dortmund wurde am Sonntag ein DreistundenMannschaftsrennen für Berufsfahrer ausgetragen. das allgemein enttäuschte. Die Zuschauer erlebten eine recht matte Fahrt. In der ersten Stunde wurden nur 46.60 Kilometer zurückgelegt und später sank der Durchschnitt noch mehr. Die Fahrer konnten nicht schneller— sie waren alle restlos ermüdet. Man kann natürlich verstehen, daß ein Berufsfahrer in den Wintermonaten, wo sich die Hallenbahnveranstaltungen aneinander reihen, so oft wie möglich starten will. Aber das ist wohl doch ein falscher Weg, wenn man kurz nach einem schweren Sechstagerennen— in Kovenhagen war am Donnerstagabend Schluß— in der Nacht vom Samstag auf Sonntag acht Stunden in der Deutschlandhalle abkurbelt, dann noch nach Dortmund reist, um auch hier noch drei Stunden durchstehen zu wollen. Das ist nicht nur Raubbau an den eigenen körverlichen und seelischen Kräften, sondern auch eine Unbotmäßigkeit gegenüber dem Publikum, das seine Groschen nicht auslegt. um einige müde Fahrer, sondern um ein frisch=fröhliches Rennen zu sehen. Es geht den Berufsradsportlern nicht mehr so gut wie vor Jahren. Die Renntage sind im allgemeinen seltener geworden, wenn auch gerade in Deutschland der Radsport wieder einen mächtigen Auftrieb bekommen hat. Die Gagen sind auch nicht mehr so hoch wie früher— aber das ist noch lange kein Grund. nun unvernünftig zu werden. Die 4000 Zuschauer in der Westfalenhalle hatten allen Grund. enttäuscht zu sein. Die Fahrer sollten wissen. daß enttäuschte Zuschauer auf die Dauer immer kleinere Einnahmen der Veranstalter und daher kleinere Gagen bedeuten. Bei einer solchen„Taktik“ ist der Radsport auf dem besten Wege, die gesamte Aufbauarbeit wertlos zu machen. Die Folge der matten Dortmunder Vorstellung dürfte zumindest sein, daß sich der Veranstalter in Zukunft durch besondere Vertragsklauseln vorsehen wird. Er hat ein Recht darauf, mit einem vollwertigen Mann rechnen zu können und man kann es ihm nicht verübeln, wenn er sich in besonderen Fällen weigert, die vereinbarte Geldsumme auszuzahlen. * Avery Brundage. der verdienstvolle Präsident der Amerikanischen Amateur=Athletic Union ist auf der Jahrestagung in Houston(Texas) von seinem Posten zurückgetreten. An seine Stelle tritt I. T. Mahoney, der nicht immer mit Brundage einig gegangen war. Brundage. der das größte Verdienst um die Zusammenstellung der starken amerikanischen Olympia=Mannschaft hat ist wahrscheinlich nicht ohne Sorge aus dem Amt geschieden. Es heißt, daß Mahoney und Brundage einen sogenannten„Waffenstillstand“ geschlossen hätten. Brundages Worte, immer das große Ziel im Auge zu behalten. nie einer kleinen Gruppe von Störenfrieden zu folgen, zeigen seine Besorgnis an. Er hat aber auch erklärt, daß er zur neuen Führung halte und es ist anzunehmen, daß er sich mit Mahoney völlig ausgesprochen hat. Man hatte übrigens in sensationslüsternen amerikanischen Kreisen darauf gewartet, daß in Houston auch über Jesse Owens und Eleanor Holm=Jarrett gesprochen würde. Im Interesse der guten Verständigung unterließ man es aber, diese Fälle noch einmal auszugraben und schuf damit auch jene friedliche Stimmung gediegener Aussprache, die hoffentlich zum Besten des amerikanischen Amateursportes sich auswirken wird. ihnen können auch Aktive teilnehmen, die später die Uebungsarbeiten leiten können. Nachdem Engelhardt seine Westfalenreise am Sonntag bereits mit gutem Erfolg in Paderborn eröffnete, weilt er am 8. Dezember in Hagen, am 9. Dezember in Dortmund, am 10. Dezember in Hamm, am 11. Dezember in Bochum, am Wochenende in Iserlohn und abschließend am 14. und 15. Dezember in Siegen und Weidenau. Turnier=Schluß in Stuttgart Die internationale Rollschuh=Sportveranstaltung in der Stuttgarter Stadthalle zeitigte am Sonntag den erwarteten Sieg des deutschen Meisters Stuttgarter SRC, der das Turnier ungeschlagen vor der Stadtmannschaft Zürich beendete. Antwerven und die Helvetia=Azzurris belegten die nächsten Plätze. Thiedtke Deutscher Billardmeister Im großen Billardsaal der Bremer Billardfreunde wurde in den späten Nachtstunden zum Montag der Kampf um die Deutsche Billardmeisterschaft 1936 abgeschlossen. Sieger und Deutscher Meister wurde der erst 22jährige Düsseldorfer Thiedtke, der sich gegen die beste deutsche Klasse durchsetzte. vor Sorge=Berlin, Foerster=Aachen, Thielens=Gelsenkirchen, Unshelm=Dresden und Rudolph=Essen. Holland bei den Weltmeisterschaften An den Eishockeywelt= und Europameisterschaften vom 17. bis 27. Februar nimmt nun auch Holland teil.— Der Länderkampf Frankreich— Holland wurde auf den 16. Dezember nach Paris angesetzt. Toto und Tip Rennen zu Enghien 1. Prix de la Reole: 1. Yedo 2, 2. Baquette Magique, Source'Or 2. Sieg 190. Platz 54, 19. 60:10. — 2. Prix du Vordelais. 1. Eginhard, 2. Adrien, 3. Carpia. Sieg 15, Platz 11, 37:10.— 3. Prix de Perigneux. 1. Feuille'Automme, 2. Donine, 3. Bonhomme., Sieg 168, Platz 24, 13, 15:10.— 4. Steeple=Chase de Decembre. 1 Dalagos, 2. Ange Pitou. 3. Timbale. Sieg 46. Platz 20, 13. 52:10.— 5. Prix de'Angoumois. 1. Dieff. 2. Verbena, 3. Lightning. Sieg 37. Platz 21, 60, 36:10.— 6. Prix du Poitou. 1. Farfadette, 2. Isodon. 3. Mongol. Sieg 13, Platz 11, 14:10.— 7. Prix Ontario. 1. Herminette 3, 2. Harris, 3. Jarnac, Sieg 31. Platz 13, 14, 15:10. Westsalens Börer wieder siegreich Gau=Amateurboxkampf Niederrhein— Westfalen Der zweite Gau=Vergleichskampf der Amateurboxer von Westfalen und Niederrhein wurde am Sonntag in der Elberfelder Stadthalle durchgeführt. Bekanntlich endete der erste Kampf am Freitagabend im Düsseldorfer Planetarium mit 10:8 Punkten für Westfalen. Die Veranstaltung in Elberfeld begann mit dreiviertelstündiger Verspätung Wegen Erkrankung einiger Boxer erfuhren die Mannschaften wieder in letzter Minute Umstellungen. Bis zur Pause führten die Westfalen mit:3 Punkten Fliegengewicht: Strangfeld=W. gegen Spannagel=N. unentschieden Beide Boxer zeigten einen technisch schönen Kampf. Der Elberfelder Spannagel war im Nahkampf besser, dagegen hatte Strangfeld auf Distanz Vorteile. Das Ergebnis Unentschieden entspricht dem Kampfverlauf Leichtgewicht: Jakubowski=W. Punktsieger über Batz=N. Auch der Leichtgewichtskampf zwischen Jakubowski und Batz brachte guten Sport. Jakubowski hatte immer wieder mit kurzen und trockenen Haken Erfolg und feierte einen verdienten Punktsieg. Halbschwergewicht: Rosenkranz=N. gegen Berger=W. unentschieden Ueber alle drei Runden lieferten sich Rosenkranz und Berger ein überaus hartes Gefecht. Die Kämpfer waren sich gleichwertig und das Unentschieden ist gerecht und entspricht dem Kampfverlauf. Federgewicht: Scholten=N. gegen Gänserich=W. unentschieden Recht temperamentvoll verlief die Begegnung im Federgewicht zwischen Scholten und Gänserich. Nürnberger Ringer siegen in Stuttgart Am Sonntag fand in der Untertürkheimer Lindenschul=Turnhalle eine interessante Kraftprobe zwischen den Ringermannschaften von Stuttgart und Nürnberg statt. Die Kämpfe waren durchweg technisch sehr hochstehend und brachten den nahezu 1000 Zuschauern erstklassigen Sport. Beide Mannschaften waren sich ebenbürtig, so daß die Nürnberger nur mit einem Sieg von:7, der ebensogut aber auch an Stuttgart fallen konnte, die Matte verließen. Im Federgewicht kämpfte Grimmeis (Wangen) mit dem Olympiasieger Brendel(Nürnberg). Brendel errang mehrere klare Vorteile und wurde verdient Sieger nach Punkten. Ein Einlagetreffen im Federgewicht entschied Fabro(Nürnberg) durch einen Punktsieg über Eckert(Münster) für sich. Im Leichtgewicht hatte Krehl(Untertürkheim) in Wohlrab(Nürnberg) einen 32jähr. alten Ringfuchs zum Gegner. Der knappe Punktsieg des Nürnbergers hätte ebensogut an Krehl fallen können. Im Weltergewicht überraschte Baitinger gegen Lieder durch unermüdliche Angriffe. Der Punktsieg Baitingers war einwandfrei. Im Halbschwergewicht wurde Wallenmeier(Stuttgart) von dem Nürnberger Werner nach 50 Sekunden durch Untergriff von vorn in die Brückenlage gebracht und von dort glatt auf die Schultern gedrückt. Beim Stande von•7 trafen sich im Schwergewicht Lägerle(Wangen) und der Deutsche Meister Hornfischer auf der Matte. Dem großen Können des Meisters war Lägerle nicht gewachsen, er überließ Hornfischer aber nur einen Punktsieg. Es gelang keinem der beiden Boxer auch nur einen kleinen Vorteil zu erzielen, so daß mit dem Unentschieden das richtige Urteil ausgesprochen wurde. Bantamgewicht: Westhof=N. schlägt Mauczik=W. ko. Das Bantamgewichtstreffen zwischen Westhoff und Mauczik nahm schon in der ersten Runde sein Ende. Zum Schluß der zweiten Runde erwischt Westhoff den Westfalen hart am Kinn. Mauczik sucht den Boden auf, wird aber bei fünf durch den Gongschlag gerettet. Zu Beginn der zweiten Runde kann der Westfale noch nicht antreten, so daß Westhoff zum Ko.=Sieger erklärt wurde. Weltergewicht: Ahlbach=N. verliert gegen Kausler=W. nach Punkten Dieser Kampf endete mit einem hohen Punktsieg des Westfalen, der namentlich in der dritten Runde seinem Gegner klar überlegen war. Kausler hatte das Pech, daß ihm bereits in der ersten Runde das rechte Auge aufgeschlagen wurde. Schwergewicht: Fein=N. Punktsieger über Babsti=W. In dieser Gewichtsklasse war Niederrhein durch den Koblenzer Fein vertreten, der sich als der bessere Techniker erwies und zu einem verdienten Punktsieg über den Westfalen Babski kam. Mittelgewicht: Murach=W. punktet Isenburg=N. aus Murach hatte in den beiden ersten Runden mehr vom Kampf, mußte aber die dritte Runde gegen den stark aufkommenden Isenburg abgeben. Ob es für Isenburg zum Unentschieden gereicht hat. war schwer festzustellen. Jedenfalls löste das Urteil „Punktsieger Murach“ ein Pfeifkonzert aus.— Die Kämpfe waren von 2500 Zuschauern besucht: Kurze Sportnotizen Hildeoheim gewann den Dreistädtekampf Eintracht Dortmund. MTV 1848 Hildesheim und MTV Magdeburg trugen in der ausverkauften Hildesheimer Ausstellungshalle einen Dreistädtekampf im Gerätturnen aus. Hildesheim gewann sehr knapp mit 787,9 Punkten vor Dortmund 764.1 und Magdeburg 712,7 Punkten. Als beste Einzelturner erwiesen sich Klinger=Dortmund mit 144 Punkten und sein Vereinskamerad Hollfelder mit 143.2 Pkt. Düsseldorfer Amateurboxer in Düren Die Dürener Sportgemeinschaft hatte die Boxstaffel der Fecht= und Athletiksportvereinigung Düsseldorf zu Gast. Der Kampf endete mit:7 Punkten unentschieden. Im Einlagekampf siegte der frühere Gaumeister Lövenich=Düren über den Ratinger Mittelgewichtler Breitgraf in der ersten Runde durch Aufgabe. „Colonia“ gegen Stadtmannschaft Der SC Colonia Köln borte in der gut besuchten Koblenzer Stadthalle gegen eine starke Städteauswahlmannschaft von Koblenz. Im Gesamtergebnis behielten die Kölner mit 12:4 Punkten die Oberband. Sportlehrer Engelhardt in Westfalen Im Auftrage des Fachamtes Leichtatbletik führt in der zweiten Dezemberwoche Reichssportlehrer Engelhardt, der vorzügliche frühere Mittelstreckler und Olymviazweite von Amsterdam. Lehrgänge für Vereinsübungsleiter im Gau Westfalen durch. An D2oo Spalen Gerden=Teptor! Steigerung unserer Arbeitsleistung— Forschungsergebnisse aus dem KaiserWilhelm=Institut für Arbeitsphysiologie Dortmund, die Metropole des rheinisch=westfälischen Industriegebietes, ist der Sitz des KaiserWilhelm=Institutes für Arbeitsphysiologie. Die zahllosen Schächte, die sich in die mächtigen Flöze einbohren, der unabsehbare Wald von Fördertürmen und Fabrikschloten— das ist die Umgebung dieser wissenschaftlichen Anstalt, welche die zweckmäßige Gestaltung der beruflichen Arbeit anstrebt. Die Forschungen des Instituts sind keineswegs theoretischer Natur, bereits heute wirkt sich eine Fülle hier gewonnener Erkenntnisse im praktischen Leben aus. Die Forschung befaßt sich vielfach mit Dingen, die beim ersten Blick lächerlich einfach erscheinen, die aber tatsächlich von ausschlaggebender Bedeutung für die zweckmäßige Gestaltung der Arbeit sind. Da sind Griffe und Stiele an Arbeitsgeräten durch den Privatdozenten Dr. E. A. Müller(Münster) untersucht worden. Es ist klar, daß die geringste Ermüdung beim Halten eines Griffes dort zu erwarten ist, wo die Haltefestigkeit am größten ist. Eine Anzahl von Versuchen hat ergeben, daß der günstigste Durchmesser für einen festen Griff 3 bis 4 cm ist, und daß die Oberfläche möglichst rauh sein soll. Für drehbare Griffe liegt der günstigste Durchmesser zwischen 1 und 2 cm. In einem der Räume wühlt ein Mitarbeiter die den Fußboden bedeckende Erdschicht auf. Von seinem Munde führt ein Schlauch zu einem Gummisack, der auf seinem Rücken angebracht ist. Man erfährt, daß hier aus einer Anzahl Spaten die zweckmäßigste Form ermittelt wird. Dabei gilt der Energieverbrauch und die Analyse der ausgeatmeten Luft als Maßstab. Auch hier ist das praktische Ergebnis da: die gebräuchliche Form des„Gärtnerspatens“, kann wirkungsvoll dadurch gebessert werden, daß der Schneidekeil des Spatenblattes zu beiden Seiten um je einen Millimeter verrückt und kurz oberhalb der Schneide wieder in die normale Blattstärke zurückgeführt wird. Durch diese Maßnahme wird ein„freischneidendes“ Grabwerkzeug geschaffen, d. h. die früher an der ganzen Blattfläche wirksame Reibungskraft wird auf ein Mindestmaß beschränkt. Durch diese Anordnung wird das Einstechen in die Erde gegenüber dem Normalspaten um 60 bis 70 v. H. erleichtert. 1200 verschiedene Schaufelformen sind von Dipl.=Ing. G. Kirsch untersucht worden, mit dem traurigen Ergebnis, daß die jeweils zweckmäßigsten Formen niemals die gebräuchlichsten sind. Die passende Schaufel richtet sich nach dem geschaufelten Gut, ob es nun grob ist oder fein, leicht oder schwer. Die günstigste Schaufellast beträgt 10 Kilo. Arbeiter, die Preßluftwerkzeuge bedienen, leiden oft an Gelenkschädigungen, Muskelschwund und Nervosität. Um diese Wirkungen zu bekämpfen, sind von Dr.=Ing. A. Hasse die Stöße eines Preßlufthammers auf elektrischem Wege gemessen worden. Es hat sich ergeben, daß durch Luftfederung ein großer Teil des Rückstoßes beseitigt werden kann, ohne die Handlichkeit und die Leistung zu beeinträchtigen. Mit Hilfe der Messung des eingeatmeten Sauerstoffes hat Prof. Dr. G. Lehmann die günstigste Treppenform festgelegt. Die zweckmäßigste Treppenstufe muß eine Höhe von 17 und eine Antrittsbreite von 29 cm haben. Bei Benutzung einer solchen Treppe ist der Energieverbrauch am geringsten. Derselbe Forscher hat wertvolle Beiträge zur Bekämpfung der„Staublungenkrankheit“ geliefert. Die Gesteinsarbeiter müssen stets viel kieselsäurehaltigen Staub einatmen, was manchmal zur Uebersättigung des Blutes mit Kieselsäure führt. Unter gleichen Arbeitsbedingungen tritt diese Krankheit verschieden auf. Der Grund hierfür liegt in der Filterwirkung der Nase. Wie Prof. Lehmann festgestellt hat, fehlt bei manchen Nasen diese Wirkung fast völlig. Besonders gute Nasen können dagegen bis zu 80 v. H. des feinsten Staubes aus der Luft filtern. Aus solchen Ergebnissen erwächst die Forderung, daß alle Gesteinsbetriebe eine Eignungsuntersuchung einführen und möglichst nur Arbeiter mit guten Nasenfiltern einstellen sollen. Der Leiter des Kaiser=Wilhelm=Instituts für Arbeitsphysiologie, Prof. Dr. Atzler, hat sich gemeinsam mit Prof. Dr. Lehmann mit der Frage der zweckmäßigsten Kraftnahrung befaßt und dabei festgestellt, daß pflanzliches Lecithin den Kräfteverbrauch am schnellsten wieder ersetzen kann. Da aber Lecithin eine schlecht schmeckende Substanz ist, hat man sie in innige Verbindung mit Blutfarbstoff gebracht. Dadurch wurde eine Lecithinwurst geschaffen, die eine billige und ideale Kraftnahrung ist. Die Steigerung der Leistungsfähigkeit wird auf Grund von Beobachtungen an Versuchspersonen gemessen, die eine bestimmte Laufbahn abzuschreiten haben. Es ist augenfällig, wie die körperliche Leistung eines Menschen nach einer Lecithinkur steigt. Um die Frage der Ernährung zu erforschen. wurden mehrere Arbeiterfamilien für viele Wochen im Institut untergebracht und nach der modernen Ernährungslehre beköstigt. Zunächst durften sie nicht arbeiten. Zeitweilig wurden der Nahrung Phosphatsalze zugesetzt. Alles, was die Versuchspersonen aßen, wurde genau abgewogen und in seinen Bestandteilen festgestellt. So erhielt man einen Ueberblick darüber, was der einzelne Körper von der gereichten Nahrung für sich verarbeitete, und was er als unbrauchbar abgab. Die gleichen Versuchsreihen wurden gemacht, als die Versuchspersonen arbeiteten. Das Ergebnis war, daß der Großstadtmensch viel zu wenig Milch trinkt, in dem Grotesken der Unvernunft: die wertvollsten Nahrungsbestandteile im günstigsten Mischungsverhältnis enthalten sind. Während der Arbeitslosigkeit entwöhn: sich der Körper von Phosphaten, und bei Wiederaufnahme der Arbeit werden die zusätzlichen und notwendigen Mengen an Phosphatsalzen zunächst ausgeschieden. Das ist zum Teil der Grund, weshalb ehemals Arbeitslose trotz guter Ernährung nach Wiederaufnahme der Arbeit weniger leisten als solche, die fortwährend gearbeitet haben. Die Leistungsfähigkeit wird durch hohe Temperaturen um 50 und mehr Prozent herabgesetzt. Beim starken Schwitzen wird nämlich außer Wasser auch Kochsalz ausgeschieden, das die „Wärmewirtschaft" des Körpers regelt. Uebermäßiges Schwitzen ist daher schädlich. Die Forschungen von Dr. med. A. Szakal haben ergeben, daß Hitzearbeiter durch Trinken nur etwa ein Viertel des im Schweiß verlorengehenden Wassers zu ersetzen brauchen. Der beste Wirkungsgrad der Arbeit setzt eine richtige Abstimmung von Leistung und Ruhepause voraus, und dies ist bei jeder Tätigkeit verschieden. Privatdozent Dr. G. Graf hat eine physiologische Arbeitskurve ermittelt, die dem sogenannten„Tagesrhythmus“ entspricht, und bei bestimmter Arbeitsweise bei geringer Ermüdung hohe Leistung ergibt. Solche Untersuchungen über zweckmäßige Werkzeuge und Arbeitsgestaltung sind sehr wichtig, besonders heute, wo es immer noch gilt, viele Volksgenossen wieder zu Arbeit und Brot zu bringen. Das setzt die Konkurrenzfähigkeit der Handarbeit mit dem maschinellen Betrieb voraus. Die Form der Werkzeuge ist heute noch zu einem großen Teil durch Tradition und nicht durch Zweckmäßigkeit bestimmt. Objektive wissenschaftliche Untersuchungen sind daher erforderlich zur Erkennung der zweckmäßigsten und gleichzeitig für den Arbeiter ungefährlichsten Form der Arbeitsausführung. Aegemleinnen uls undersathseinintttel Der„Chor der Fußsohlensänger“— Das„Haus der Auferstehung“— Menschen mit Leopardenkrallen— Die„Totenerwecker“ von Haiti— Sonderbare Sekten und ihre Geschichte gen„Anstiftung zum Aufruhr und Landfriedensbruch“ eingereicht. In dem Städtchen Brooksville in den Vereinigten Staaten veranstaltete dieser Tage die„Sekte der Regentrinker“ einen Propagandaumzug, der in eine wüste Straßenschlacht ausartete und in einem Prozeß wegen Anstiftung zum Aufruhr und Landfriedensbruch noch ein gerichtliches Nachspiel finden wird. Wie die Rohköstler, Barfußläufer und sonstigen Naturapostel schwören auch die amerikanischen „Regentrinker“ auf die Heilkraft des Wassers. Ihnen genügt jedoch das klarste Quellwasser nicht; das belebende Naß muß vielmehr frisch vom Himmel gefallen sein, um die„Wunder" an Leib und Seele bewirken zu können, die die Sekte ihm zuschreibt. Seit Wochen schon wurden die Bewohner von Brooksville und Umgebung durch die grotesken Propagandamaßnahmen der„Regentrinker" beunruhigt. Eine Wahlkundgebung der republikanischen Partei gab der Sekte willkommenen Anlaß, bei strömendem Regen in langem Zuge barfuß und mit halbentblößtem Oberkörper durch die Stadt zu marschieren. Plötzlich stürzten auf ein verabredetes Zeichen hin aus Haustüren und Torbögen die in Brooksville sehr zahlreichen Gegner der„Regentrinker“ heraus, um die sonderbaren Heiligen mit Schirmen und Stöcken weidlich zu verdreschen. Die Folge war eine regelrechte Straßenschlacht, wobei die unbekleide'en Wasseranbeter natürlich den kürzeren zogen. Dafür haben jedoch diese jetzt mit einem Schriftsatz von zwanzig Schreibmaschinenseiten beim obersten Gerichtshof des Staates Colorado eine Klage gegen die— Schirmhändler von Brooksville weAuf den Knien über den Newyorker Broadway Man sieht an diesem Beispiel wieder einmal, wie sehr in Amerika das Sektenunwesen noch in Blüte steht. Da gibt es„Evangelisten“, die im Abendanzug mit geschlossenen Augen und hocherhobenen Händen auf den Knien über den Asphalt des Newyorker Broadway rutschen, um „die sündige Menschheit zu bekehren";„Gottesdienste“ mit Frühstück und Tanzunterhaltung und Vereinigungen, die immer wieder den Weltuntergang ankündigen. Natürlich haben derartige Machenschaften nur den Zweck, die Kassen der betreffenden Sektenhäuptlinge zu füllen, denn wer mit dem Leben abgeschlossen hat, braucht kein Geld mehr. Doch auch in Europa hat es schon die merkwürdigsten„Religionsgesellschaften“, gegeben. Es sei hier nur an jene Frau Dorothea Boller erinnert, die um die Jahrhundertwende am Züricher See in ihrem„Haus der Auferstehung“ eine große Weberei eingerichtet hatte. Das wäre an sich nichts Besonderes, wenn nicht die Weber, teilweise sehr vermögende Frauen und Männer aller Bevölkerungskreise, völlig— umsonst für ihre„Brotherrin" tätig gewesen wären. Tag und Nacht liefen die Webstühle, bis das Vermögen von Frau Boller auf mehrere hunderttausend Franken in Gold und Silber angewachsen war. Von Zeit zu Zeit trat die sonderbare Heilige mit einer kostbaren goldenen Krone auf dem Kopfe und einem ebensolchen Schwert in der Hand auf den Balkon ihres Hauses und„sprach“ mit Gott, indem sie eine Stunde lang beharrlich stillschwieg. Diese Zeremonie ersetzte ihren Anhängern jede Lohn= und Gehaliszahlung, glaubten sie doch mit ihrer Weberei, aus deren Erträgnissen Frau Voller sich die Taschen füllte, ein gottgefälliges Werk zu tun, für das sie im Jenseits belohnt würden. Wenn man keinen Ofen im Hause hat——— Noch vor wenigen Jahren gab es in Deutschland über dreihundert Sekten, von denen es manche an Unvernunft mit den amerikanischen durchaus aufnehmen konnten. Verhältnismäßig harmlos war noch der„Chor der Fußsohlensänger“, den eine halbverrückte Rheinländerin gegründet hatte. Diese predigte ihren Anhängern, daß man nicht mit Stimmbändern oder Kehlkopf, sondern— von den Fußsohlen herauf singen und sprechen müsse. Man bekäme hierdurch ein wärmendes Gefühl im ganzen Körper, das auch im Winter das Heizen völlig überflüssig mache. Die Gründerin des merkwürdigen Gesangvereins hielt regelmäßige Unterrich sstunden ab, wobei sie ihren Gläubigern unter verzücktem Augenrollen und mit theatralischen Handbewegungen von einer Kanzel herab das„Fußsohlensingen“ beizubringen trachtete.— Männlein und Weiblein erhoben dabei ein derart schauerliches Gekrächze, daß schließlich die Ortspolizei einschreiten mußte. Todesstrafe für„Leichen=Galvanisierung“ Erfreulicherweise folgen jetzt immer mehr Kulturnationen dem Beispiel Deutschlands, das Sektenunwesen auszurotten. Lediglich bei den Naturvölkern urd dies noch lange nicht möglich sein. In Liberia z. B. steht noch immer das ganze Land unter dem Terror der„Leopardenmenschen". Die Anhänger dieser weitverbreiteten Geheimsekte schleichen nächtlicherweile, mit Leopardenkrallen nachgebildeten Eisenklauen bewaffnet, durch den Busch, um ihnen begegnende Eingeborene, unter Umständen sogar eigene Familienangehörige und Bekannte, niederzureißen und zu töten. Und auf Haiti pflegen Mitglieder der Zaubergilde heute noch wie vor hundert Jahren ihnen hierzu geeignet erscheinende Menschen durch ein nur ihnen bekanntes schweres Schlafgift in einen Dämmerzustand zu versetzen, der die Betreffenden wie tot erscheinen läßt. Die Unglücklichen werden dann wirklich beerdigt, jedoch bald darauf wieder ausgegraben und von den Zauberern„galvanisiert", das heißt, durch ein Gegengift zum Leben erweckt, was dem Volk natürlich immer wieder aufs neue gewaltig imponiert und den Glauben an die Wunderkraft der Hexenmeister wacherhält. Die Regierung von Haiti kämpft seit Jahren vergeblich gegen diesen Sektenunfug an und hat daher auf die Herbeiführung des künstlichen Scheintodes bei einem Menschen dieselbe Strafe wie für vorsätzlichen Mord gesetzt. Weshalb die Maltesermarken so selten sind. Auf dem internationalen Briefmarkenmarkt jagt man zur Zeit mit besonderem Eifer jenen Marken nach, die auf Malta in der Zeit zwischen 1860 und 1875 herausgegeben wurden. Man bezahlt bis zu 10 Pfund Sterling für derartige Marken. Bei den Nachforschungen nach jenen Marken stieß ein Sammler auf einen eigenartigen Vorgang, der die Seltenheit erklärt. Die Malteser liebten über alle Maßen schönes Feuerwerk. Um die Raketen recht schön bunt zu gestalten, klebte man alle Briefmarken auf die Raketen. So kam es, daß Werte, die heute mit englischen Pfundstücken aufgewogen werden, damals mit ein paar Gramm Pulver in die Luft aufgeschossen wurden. Der Tag der Nationalen Solidarität in der Reichshauptstadt den: Reichsjugendführer Baldur von Schirach rd am Potsdamer Platz von Spendern umdrängt; der bekannte Rennfahrer Stuck und Korpsführer Hühnlein schwingen an der Kaiser=WilhelmGedächtniskirche die Sammelbüchse. Unten: Lilian Harvey muß sich vor dem Andrang der gebefreudigen Menge ins„Hochparterre“ retten.— Im Propagandaministerium werden die vollen Sammelbüchsen entgegengenommen. Gebefreudigkeit überall Oben: Stabschef Lutze am Tag der Nationalen Solidarität in Hannover. Unten: Der Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen, Dr. Todt, übt seine Sammeltätigkeit auf der Reichsautobahn bei Ramersdorf(Bayern) aus. (Weltbild—.) Jendecsorgung der Minderbemnenen Bevorzugte Zuteilung verstärkt— Neue Durchführungserlasse Dr. Goebbels bei der Eröffnung des Berliner Weihnachtsmarktes Auf der Freitreppe des Alten Museums während der Eröffnungsansprache des Staatskommissars Dr. Lippert: Reichsminister Dr. Goebbels mit seinen beiden Töchtern, dem Weihnachtsmann und dem Christkind. Schon am Tage der Eröffnung des Weihnachtsmarktes stand der Lustgarten im Zeichen eines Massenandranges.(Weltbild—.) Beachtenswerter Erfolg der Sudetendeutschen Partei Teilweise Gemeindewahlen in der Tschechoslowakei Prag, 7. 12. Am Sonntag fanden in 269 vorwiegend kleinen Ortschaften der Tschechoslowakei Gemeindewahlen statt. In 75 Gemeinden waren deutsche Listen aufgestellt worden. Die Sudetendeutsche Partei hatte in 53 Fällen eigene Listen eingereicht. Sie erhielt bei den Wahlen insgesamt 24097 Stimmen, was ungefähr den letzten Parlamentswahlen vom 19 Mai 1935 entspricht. Sie konnte in 20 Gemeinden einen Stimmenzuwachs und in 29 Gemeinden einen unbeträchtlichen Stimmenrückgang verzeichnen. Sie erhielt 489 Mandate und in fast allen Gemeinden mit überwiegender deutscher Mehrheit die absolute Majorität und damit die Gemeindeführung. Der Sudetendeutschen Partei waren bei diesen Wahlen nicht nur Koalitionen anderer Parteien entgegengestellt worden, sondern man hatte ihr bei den Wahlen selbst mit Wahlbeeinflussungen und in verschiedenen Fällen sogar mit Stimmenkauf entgegenzuwirken versucht. Auch die Methode der indirekten Wahlbeeinflussung wurde nach Kräften ausgenützt. So wurde z. B. in der Gemeinde Tutz der als Mitglied der Wahlkommission tätige Ortsvertreter der Sudetendeutschen Partei von Gendarmen mit aufgepflanztem Bajonett unter einem Vorwand„abgeführt“, um die Wähler einzuschüchtern. Daß die Presse keine Mühe gescheut hatte, um die Wähler der Sudetendeutschen Partei in ihrer Ueberzeugung zu erschüttern, bedarf keiner Erwähnung. Die Sudetendeutsche Partei hat aber trotz dieses umfassenden Angriffes ihre Stellung im großen und ganzen nicht nur behauptet, sondern in einzelnen wichtigen Orten, wie Budweis, erheblich verstärkt. Berlin, 7. Dez. Zur Fettversorgung der minderbemitlelten Bevölkerung haben die zuständigen Minister jetzt die Durchführungserlasse herausgegeben. Um den minderbemittelten Volksgenossen die Deckung des notwendigen Speisefettbedarfes zu angemessenen Preisen zu sichern, werden die bisherigen Maßnahmen der Reichsregierung zur Verbilligung der Speisefette für die minderbemittelte Bevölkerung in den Monaten Januar, Februar und März 1937 fortgeführt und erergänzt. Es werden wiederum Stammabschnitte mit sechs Reichsverbilligungsscheinen ausgegeben. Sie gewährten bisher durch die Reichsverbilligungsscheine B einen Anspruch auf bevorzugte Zuteilung von 1½ Kilogramm Konsummargarine im Vierteljahr Dieser Anspruch wird vom 1. Januar 1937 an auf 2½ Kilogramm erhöht. Der Stammabschnitt enthält demgemäß einen Reichsverbilligungsschein A (für Butter, Käse usw.) und fünf Reichsverbilligungsscheine B zu je ½ Kilogramm Konsummargarine. Zum Kreise der zum Bezuge der Stammabschnitte Berechtigten gehören auch die Empfänger der Familienunterstützung. Weiterhin können landwirtschaftliche Deputatarbeiter mit geringem Einkommen einbezogen werden. Für Volksgenossen, die nach ihrer wirtschaftlichen Lage auf den Bezug von Konsummargarine angewiesen sind, ohne daß bei ihnen die Voraussetzungen für die Gewähr der Verbilligungsscheine erfüllt sind, werden vom 1. Januar 1937 an Stammabschnitte mit Bezugsscheinen für Konsummargarine ohne Verbilligungsschein eingeführt und auf Antrag gewährt. Diese Margarinebezugsscheine erhalten hiernach Personen, deren Lohn und sonstiges Einkommen sich in der Nähe des doppelten Richtsatzes der öffentlichen Fürsorge hält, ihre Ehefrauen und unterhaltsberechtigten minderjährigen Kinder; mit Rücksicht auf ihre Bedeutung für die Erhaltung des Volkstumes sind dabei Familien mit zwei und drei Kindern bevorzugt zu behandeln. Die Margarinebezugsscheine werden von den Fürsorgeverbänden oder den von ihnen beauftragten Dienststellen ausgegeben. Die Entscheidung über die Zuteilung trifft die Ausgabestelle nach pflichtmäßigem Ermessen. Bei Prüfung der Anträge ist die wirtschaftliche Gesamtlage des Antragsstellers zu berücksichtigen. Die Ausgabestelle kann über den angedeuteten Personenkreis hinausgehen, soweit es die ihr zur Verfügung gestellte Gesamtzahl der Margarinebezugsscheine gestattet. Die hier verteilten Stammabschnitte enthalten 4 Bezugsscheine über je ½ Kilogramm Konsummargarine zum normalen Verkaufspreis. Die Gültigkeitsdauer von drei Bezugsscheinen ist auf je einen Monat begrenzt, für Januar, Februar und März 1937, während der vierte Bezugsschein nach Belieben in der Zeit vom 1. Januar bis 31. März 1937 verwendet werden kann. Die bestimmungsmäßige Durchführung durch die Verkaufsstellen wird durch Stichproben überwacht. Im vorliegenden Falle hatte demnach der Volksgenosse die Kirchensteuer nur bis Ende April 1933 zu bezahlen. Reichsgericht bestätigt Urteil im Strafprozeß über das Eisenbahnunglück bei Groß=Heringen Leipzig, 7. Dez. Das Reichsgericht hat die von dem Angeklagten Kurt Dechand aus Weißenfels und von Willy Bande aus Berlin gegen das Urteil der Raumburger Strafkammer vom 26. Juni eingelegten Revisionen als unbegründet verworfen. Damit sind die Beschwerdeführer wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung sowie wegen fahrlässiger Transportgefährdung und Gefährdung von Telegraphenanlagen zu einem Jahr drei Monaten bzw. zu sieben Monaten Gefängnis rechtskräftig verurteilt. Die Angeklagten hatten am Weihnachtsheiligabend vorigen Jahres die Vorspann= und die Zuglokomotive des=Zuges 44 Berlin—Frankfurt am Main geführt, der dem Personenzug 825 Erfurt—Leipzig beim Bahnhof Groß=Heringen in die Flanke gefahren war. Bei dem Zusammenprall wurden 12 Fahrgäste in die Saale geschleudert, wo sie ertranken. Insgesamt forderte das Unglück 33 Todesopfer und 22 Verletzte. Die Angeklagten hatten als Lokomotiv= führer ein in Warnstellung befindliches Vorsignal Üiberfahren und nach dem Bemerken des auf Halt stehenden Hauptsignals zu spät gebremst. Zeitliche Wirkung der Kirchenaustrittserklörung Eine klare Entscheidung des Preußischen Oberverwaltungsgerichts RSK. Eine bedeutsame Entscheidung hat das Preußische Oberverwaltungsgericht, wie die Juristische Wochenschrift mitteilk; in der Frage der Kirchenaustrittserklärung getroffen. Ein Volksgenosse hatte am 5. Januar 1933 die rechtsgültige Erklärung abgegeben, daß er aus. der evangelischen Landeskirche austrete. Es entstand Streit darüber, für welche Zeit er noch Kirchensteuer zu zahlen habe. Bekanntlich läuft das Rechnungsjahr für die Kirchensteuer vom 1. April bis 31. März des nächsten Jahres. Nach den gesetzlichen Bestimmungen tritt die Befreiung von der Kirchensteuer„mit dem Ende des laufenden Steuerjahres, jedoch nicht vor Ablauf von drei Monaten nach Abgabe der Erklärung“ ein. Die Kirchenbehörde meinte folgendes: Da eine Mindestfrist von drei Monaten einzuhalten sei, die im vorliegenden Falle aber bis zum 31. März 1933 nicht mehr gewahrt werde, müsse als maßgebliches laufendes Rechnungsjahr das Steuerjahr 1933=34 gelten. Infolgedessen habe der Volksgenosse die Steuer noch bis zum 31. März 1934 zu bezahlen. Das Preußische Oberverwaltungsgericht bezeichnet diese Ansicht als irrig und stellt fest: Die formgültige Kirchenaustrittserklärung bewirkt Befreiung von der Kirchensteuer mit dem Ende des Rechnungsjahres, in dem die Erklärung abgegeben worden ist. Liegen zwischen dem Zeitpunkt der Erklärung und dem Ende des Rechnungsjahres weniger als drei Monate, so tritt die Befreiungswirkung erst im nächsten Rechnungsjahr ein, und zwar mit Ablauf des Monats, in den das Ende der Dreimonatsfrist fällt. Eine Erstreckung der Wirkung auf das Ende jenes nächsten Rechnungsjahres findet nicht statt Ein Dorf sorgt für seine Rekruten Das„Militarigeld“ von Hettingen.— Vorbildlicher Gemeinschaftssinn In manchen Gegenden bestand früher der löbliche Gebrauch, den eben ausgehobenen jungen Vaterlandsverteidigern eine Wegzehrung mit auf den Weg zu geben. Diese Sitte nahm jetzt das kleine Dörflein Hettingen auf der Schwäbischen Alb, dem Lande Hohenzollern zugehörig und unweit der Kreisstadt Sigmaringen gelegen, wieder auf. In einer der letzten Beratungen des Bürgermeisters mit den Stadtvätern wies das Stadtoberhaupt auf den alten Brauch hin, der schon vor dem Sechsundsechziger Krieg bestanden hatte und bis zum Weltkrieg fortgesetzt worden war. Nachdem der Führer uns die Wehrfreiheit geschenkt hat, meinte der Bürgermeister, wäre es da nicht angebracht, die„Rekrutensteuer" wieder einzuführen? Und so wurde dann als freiwillige Steuer ein Betrag von dreißig Pfennig auf den Kopf eines jeden Bürgers und eines jeden Rekruten festgesetzt. Schon am nächsten Tag ging der Gemeindediener von Haus zu Haus und sammelte das„Militarigeld“, wie man diese eigenartige Steuer in dem Dorfe nennt, ein. Und als kürzlich die ersten fünf Rekruten ihr Heimatdorf verlassen mußten, um ihrer Militärpflicht zu genügen, stand die ganze Gemeinde vollständig zum Abschied am Ortsausgang. Jeder von den fünf angehenden Soldaten erhielt vom Bürgermeister 51,60 RM. ausgehändigt, soviel hatte der Einzug der freiwilligen Rekrutensteuer bei den 600 Einwohnern des Dorfes ergeben. Auch sonst zeigt sich in diesem Albdorf ein vorbildlicher Gemeinschaftssinn. Wenn sich ein Brautpaar in der Kirche einsegnen läßt, ruht jede Arbeit im Dorfe und jeder erwachsene Einwohner des Dörfleins und der Umgebung stiften eine„Brautgabe“, die sich je nach dem Einkommen des Spenders richtet, mindestens aber dreißig Pfennig beträgt. Bei der Geburt eines Kindes tun sich die Frauen zusammen und steuern der jungen Mutter Wäsche, Lebensmittel oder auch etwas Geld bei. Baut sich ein Einwohner ein Haus, so halten es alle Männer für eine selbstverständliche Pflicht, dem Bauenden mit einer„Bauabgabe“ beizustehen. „Einer für alle, alle für einen“— dieses schöne Wort, das im nationalsozialistischen Deutschland grundlegende Bedeutung erhalten hat, ist in diesem kleinen Hohenzollerndorf weitgehend zur Tat geworden. Chronik vom lage Reichsminister Dr. Goebbels an Gustaf Gründgens Berlin. Reichsminister Dr. Goebbels sandte an den Intendanten des Staatlichen Schauspielhauses. Gustaf Gründgens. nachstehendes Telegramm:„Sehr verehrter Herr Intendant! Nehmen Sie zur 150Jahr=Feier des Staatlichen Schauspielhauses meine herzlichsten Glückwünsche entgegen. Möge das Staatstheater unter Ihrer umsichtigen künstlerischen Leitung auch in Zukunft eine Pflegestätte echtester deutscher Bühnenkunst bleiben und damit allen deutschen Theatern ein Vorbild sein.“ Offizieller Dank der Reichsregierung im Haas Haag. Der deutsche Gesandte Graf Zech=Burkersrode hat dem niederländischen Außenminister den Dank der Reichsregierung für die tatkräftige Hilfe ausgesprochen, die der niederländische Geschäftsträger in Madrid bei der Rettung Deutscher aus dem dortigen Botschaftsgebäude sowie bei der Verteidigung des Gebäudes und der darin befindlichen Flüchtlinge geleistet hat. Schaffung von Freiwilligen=Abteilungen in Polen Warschau. Das volnische Kriegsministerium wird während der Wintermonate, um die Arbeitslosigkeit durch Unterbringung eines Teiles der arbeitslosen Jugend zu bekämpfen, besondere FreiwilligenAbteilungen unter der Bezeichnung„Abteilungen der nationalen Verteidigung“ aufstellen. Diese Abteilungen, die vom 4. Januar bis 20. März 1937 bestehen sollen, werden in den am meisten von der Arbeitslosigkeit betroffenen Gebieten bei einer Reihe von Infanterieregimentern ins Leben gerufen. Als Freiwillige werden Reservisten und ungediente Leute der Jahrgänge 1916 bis 1919 zugelassen. Von den ungedienten Leuten sollen in erster Linie solche eingestellt werden, die bereits Organisationen der militärischen Vorbereitung angehören. Schlacht in einem Wiener Nachtlokal Wien. Zu einer wahren Schlacht, bei der es einen Toten und vier Schwerverletzte gab. kam es in der Nacht zum Sonntag in einem Wiener Nachtlokal. Ein Gast traf dort mehrere Bekannte, mit denen er verfeindet war, zog sofort seine Pistole und begann wie wild zu feuern. Vier Männer sanken schwerverletzt zusammen. Andere Gäste warfen sich auf den Angreifer und schlugen ihn zu Boden, wobei sie ihm aber so schwere Verletzungen beibrachten, daß er kurze Zeit später starb. Ein neues Lynchurteil in den Vereinigten Staaten Washington. Wie aus Laurel im Staate Mississipvi gemeldet wird, hat sich dort ein Fall von Lynchjustiz ereignet. Man fand die Leiche eines 17jährigen Negers, die an dem Gerüst einer Eisenbahn= brücke aufgeknüpft war. In wenigen Zeilen Der Führer und Reichskanzler hat der Frau Luise Pries in Kiel aus Anlaß der Vollendung ihres 100. Lebensjahres ein persönliches Glückwunschschreiben und eine Ehrengabe zugehen lassen. Am Tageder Nationalen Solidarität versammelten sich die Deutschen in Rio de Janeiro zu einer großen Winterhilfswerk=Kundgebung der DAF. Den Höhepunkt bildete eine Sondersendung auf Kurzwelle aus Berlin. Der polnische Staatspräsident hat den bisherigen diplomatischen Vertreter Polens in Danzig. Dr. Papé. zum Gesandten in Prag ernannt. Gleichzeitig hat der Staatspräsident den bisherigen Geschäftsträger in Prag, Marjam Chodachi, zum polnischen Vertreter in Danzig ernannt. Der rumänische Handels= und Industrieminister Paul Bastid ist am Sonntagabend nach Belgrad abgereist, um dort den französisch=jugoslawischen Handelsvertrag zu unterzeichnen. Diekatalanischen Bolschewisten haben die Ablieferung aller im Besitz von Privatleuten befindlichen Rundfunkgeräte verlangt. Der Sprecher des javanischen Außenamts dementierte alle Meldungen über einen endgültigen Abbruch der Verhandlungen mit Nanking. (Weltbild—.) Der finnische Staatspräsident 75 Jahre Am 14. Dezember feiert Finnland den 75. Geburtstag seines Befreiers vom russischen Joch, des Staatspräsidenten Per Edwin von Svinhufpud. Helsingki. Staatspräsident Svinhufvud wurde von einer überparteilich zusammengesetzten Abordnung unter Führung von Senator Caarlo Castren besucht und gebeten, sich für die Wiederwahl zum Präsidenten zur Verfügung zu stellen. Svinhufvud hat diesem Angebot zugestimmt. Auch die finnische Sammlungspartei beabsichtigt, Svinhufvud zu bitten, sich als Präsidentschaftskandidat für ihre Partei aufstellen zu lassen. Aus aller Welt Durch Tanzen am Leben geblieben Ein eigenartiger Fall von Lebensrettung ereignete sich dieser Tage auf dem Medelser Gletscher. Der junge Angelo Soldati war mit fünf Freunden auf den Gletscher gestiegen, den er von früheren Touren gut kannte. Alle Teilnehmer der Gletscherbesteigung waren gut angeseilt. Endlich teilte sich die Gruppe und Soldati stieg mit einem Freund getrennt weiter. Plötzlich versank er in einer Gletscherspalte. In einer Tiefe von 22 Meter konnte er jedoch einen Vorsprung erfassen und so Halt finden. Bald stellte sich heraus, daß sein Freund nicht stark genug war, um ihn herauszuziehen. Der Freund machte sich also sofort auf, um eine Rettungsmannschaft zu alarmieren. Noch in der Nacht brachen die Retter auf, doch mußte Soldati 12 Stunden in der Gletscherspalte aushalten, ehe es gelang, ihn herauszuholen. Es war ein Wunder, daß er nicht erfroren war. Er selber gab dafür folgende Erklärung ab: er hatte die ganze Zeit Tanzmelodien gepfiffen und auf dem ihm zur Verfügung stehenden kleinen Platz nach dieser„Musik“ getanzt. So hatte er sich selber die ganze Zeit in Bewegung gehalten, da er, wenn er sich niedergesetzt hätte, unweigerlich erfroren wäre. Das entlarvte Jahrmarktwunder Dieser Tage ereignete sich auf dem Jahrmarkt von Mährisch=Ostrau ein lustiger Vorfall. Dort wurde eine„schreckliche Abnormität“ gezeigt, ein „Bulldoggenmenschenhund“. Auf einem normalen menschlichen Körper trug das von der schaulustigen Menge bedauerte sonderbare Wesen einen Kopf, der tatsächlich ein Gesicht zeigte, das einer dogge ähnelte. Ab und zu brummte der„Bulldoggenmenschenhund“ recht gefährlich und fletschte sein furchterregendes Gebiß. Der Budenbesitzer erzählte den Zuschauern ein richtiges Schauermärchen über die Entstehung der„Abnormität“. Die Mutter, die diesen bedauernswerten Kretin in Karpathenrußland zur Welt gebracht habe, hätte sich in einen Bären„versehen". Alle blickten interessiert auf das Wundertier, als plötzlich ein Mann aus der Menge auf den„Bulldoggenmenschenhund“, zutrat und ihm einen starken Kinnhaken versetzte. Der Erfolg dieser rohen Tat war verblüffend, denn statt der„abnormalen Rarität“ saß dort der Aussiger Bürger Wenzel Fleischer. Durch den Faustschlag war ihm das falsche Gebiß, daß er soeben noch befletscht hatte, aus dem Munde gepurzelt und die künstlich ausgekugelte Kinnlade saß wieder an ihrer normalen Lage Der Budenbesitzer wollte natürlich protestieren, doch schon legitimierte sich der rücksichtslose Entlarver als ein Detektiv der Ostrauer Polizei. Da war denn jeder Miderstand vergeblich und der Jahrmarkt von Mährisch=Ostrau um eine„Sehenswürdigkeit“ ärmer. Das Luftschiff„Hindenburg“ ist am Montag um 21.35 Uhr von seiner letzten diesjährigen Südamerikafahrt auf dem Flug= und Luftschiffhafen Rhein=Main glatt gelandet. Walter Neusel— Max Baer Boxkampf im Februar in London London gibt in den nächsten Monaten den Schauplatz für einige Großveranstaltungen im Berufsboxen ab. Im Februar trifft Walter Neusel auf den früheren Weltmeister Max Baer und vier Wochen später verteidigt der von Neusel geschlagene britische Empiremeister Ben Foord seinen Titel gegen Jack Petersen. Die Sieger der beiden Begegnungen stehen sich während der Krönungswochen gegenüber. 4 Von Rhent, Mosel und Saal 100 Prozent jährlich an Wucherzinsen Köln. Durch ein bei der hiesigen Staatsanwaltschaft schwebendes Sammelverjahren wurde man auf die geradezu unglaublichen Wuchereien des Inhabers eines Geldleihinstituts aufmerksam. Wie die Feststellungen ergeben haben, hat der nunmehr hinter Schloß und Riegel sitzende Wucherer an Beamte und festbesoldete Angestellte Darlehen zu einem Zinssatz ausgegeben, der einem Jahressatz von 100 Prozent entspricht. Außerdem ließ sich der skruvellose Geldverleiher von den Darlehnsnehmern noch vor Auszahlung des Betrages 2 Prozent für Lanweil er mindestens mit der hat, nicht wählen zu dürsen. altbekannten Melodie entstanden. Der Verfasser des Liedtertes ist Albert Heesen aus Dülken. Sein Argonnerlied wurde soeben Gegenstand von Schallplattenaufnahmen des Berliner Reichssenders. Es Möglichkeit gerechnet wird in einer Dezembersendung in Verbindung mit anderen Soldatenmelodien wieder lebendig werden. Amerikas„Strumpfkönig“ gestorben In Düren geboren, in Düsseldorf erzogen Schreckenstat einer Mutter Sie wollte ihre Tochter ermorden Meisenheim. In der Ortschaft Kappeln war es in einer Landwirtssamilie zwischen der Mutter und zwischen der Tochter, als diese einem Kinde das Düren. In den Vereinigten Staaten starb am 1. Dezember der„Strumpfkönig" Dr. h. c. Gustav Oberländer. Er wurde im Jahre 1867 in Düren geboren. Da seine Eltern früh starben, fand er Leben schenkte, zu einem sehr gespannten Verhältnis Aufnahme und Erziehung bei seiner Großmutter in gekommen. Die Mutter wurde über den Fehltritt Düsseldorf. Im Jahre 1883 siedelte er in die Ver= ihrer Tochter so aufgebracht, daß sie den Entschluß vor Ausdahtung(####.##chig aber nicht einigten Staaten über, wo er bald zu Würden und saßte, ihr Kind zu töten. Des Nachts schlich sie sich des- und Wechselstempel zahren.—.—.—. Ruhm gelangte. Er wurde Inhaber der größten in das Schlafzimmer ihres Kindes und versetzte ihm daran, diese Stempelsteuern, die sich insgesamt au! Strumpffabrik Amerikas. Nach manchen namhaf= mit einem Hammer einen Schlag gegen den Kopf. 7500 RM. beliefen, abzuführen. Er wird sich.19 ten Stiftungen wurde Oberländer Patron des Mu Die Tochter erwachte sosort und schrie um Hilse, woauch noch wegen Betruges und Steuerhinterziehuns seums der Universität Philadelphia. Er gründete rauf die Mutter fortlief und sich in den Brunnenzu verantwokten haben. eine Stiftung von einer Million Dollar, die seinen schacht stürzte. Sie konnte nur noch als Leiche geNamen trägt und Verbindung mit seinem alten Hei= borgen werden. Die Verletzungen der Tochter, die slard.r; Hon Nustarsch nau Missanschaftsern wit dam Kinde dem Krankenbaus zugeführt wurde, nicht bedenklicher Art. öltorer Handmorbir Namen trägt und Verbindung mit seinem alten Hei= borgen m Bitteres Los für einen auleren Hanvwerner fmatland durch den Austausch von Wissenschaftlern mit den uhmacher hatrieb erstrebt. Oberländer war Ehrenmitglied des Archä= sind nicht Solingen. Ein 52jähriger Schuhmacher betrieb glogischen Instituts Berlin, Träger der Leibnizhier eine Werkstatt. Er war von außerhalb gekommen, doch wurde ihm seine Tätigkeit aufgesagt, weil er nicht in der Handwerkerrolle eingetragen war. Das Bezirksverwaltungsgericht erkannte die Härte des Verbots an, zumal der Handwerker 38 Jahre in seinem Berufe tätig war, und trat an den Landeshandwerksmeister mit der Bitte heran, dem Volksgenossen zu helfen. Das Handwerksamt hielt sich jedoch an die Bestimmungen und forderte den Schuhmacher auf. sein Meisterzeugnis bezzubringen. Da er die Papiere von Metz aus nicht beschaffen konnte, wurde ihm sein Handwerk gung in die Handwerkerrolle aufgesagt trotzdem ausgeübt hatte, wurde er vom Einzelrichter mit einer Geldstrase von 15 RM belegt. Das Los sei bitter, sagte das Gericht, aber es liege ein Verstoß gegen ein Gesetz vor. Medaille. Ehrendoktor der Universität Heidelberg und Besitzer der Goethe=Medaille. Der Stadt Düren hat er einen ansehnlichen Betrag zur Schaffung eines Heimatmuseums gespendet. Eine Frau vom Blitz erschlagen Siegburg. In Donrath(Kreis Siegburg) wollte eine Frau während des Unwetters ihr Kind ins Haus rufen. Als sie auf die Straße lief und noch schnell eine vom Sturm heruntergerissene Antenne beiseite legen wollte, fuhr ein Blitz nieder. Die tot. Sie hinterläßt drei kleine Kinder. Die Störung war willkommen Königswinter. Der Inhaber eines Geschäftes beEinwurf Er nahm an, daß sich jemand büchse verstopft war. einen schlechten Scherz erlaubt habe. Aber bei der idwerk bis zur Eintra= Oeffnung in der Bank stellte sich heraus, daß ein aufgesagt. Weil er es 100=Mark=Schein die Ursache der Störung war. Man Große Scheune mit Erntevorräten durch Blitz eingeäschert Moers. Bei einem schweren nächtlichen Gewitter. hat dem„Störenfried“ gern verziehen. Reichstagung des Amtes„Schönheit der Arbeit“ Koblenz. In Koblenz und in Bacherach fand die Reichstagung des Amtes Schönheit der Arbeit statt. zu der sich alle Gaureserenten aus dem ganzen Reich unter Leitung des Architekten des Führers A. Speer Heiratsantrag auf krummem Wege Der„Korb“ war einfacher zu holen Dillenburg. Dieser Tage gab ein junger Mann in einer hiesigen Zeitung eine Anzeige auf. in der zu lesen stand, daß er jeden gerichtlich belangen würde, der über Fräulein X. aus Dillenburg und über ihn üble Nachreden führen werde. Wie sich nachträglich herausstellte, wollte der Inserent auf Grund der Auseinandersetzungen, die durch diese Anzeige unausbleiblich hervorgerufen werden mußten. das sich über der Grafschaft entlud, schlug der Blitz versammelten. Gaupresseamtsleiter Urmes betonte, de in eine große Scheune des Bauern Johann Hasen= daß die Grenzgaue gewissermaßen die Fenster des mit der Dame, die ihn nicht kannte, versönliche Berahm in Laßfonderfeld bei Neukirchen. die mit gro= neuen Deutschlands seien. Sodann gab der Gau= ziehungen anknüpfen, um ihr sväter einen HeiratsStroh= und Getreidevorräten wie auch landwirt= reserent für Schönheit der Arbeit, Bach, einen Tätig= antrag zu machen. Die Dame fühlte sich jedoch durch Stroo=ung H;#auarmhren##fcht Amte gc; Haklan, T„ 9 2 An dieses Manöver des ihr unbekannten Heiratskandißen schaftlichen Maschinen gesunt war. Die geuerweoren keitsberigt des Amtes Gau Kovtenz=Trier. Im An= dieses Manöver des ihr unbekannten von Vluyn und Neukirchen mußten sich auf den schluß hieran sprach der Leiter der Abteilung Presse daten komrromittiert und machte die Schutz des Wohnhauses und der anderen Wirtschaftsgebäude beschränken. Die große Scheune aber brannte mitsamt dem Inhalt vollständig nieder. Ein Haus viermal vermietet Opladen. Ein schon mehrfach wegen Betruges vorbestrafter Mann aus Opladen hatte sein Siedlungshaus, das er bewohnt und im Erbbaurecht besitzt, an vier verschiedene Mieter gleichzeitig zu verPolizei auf den Inserent aufmerksam. Zweifellos hätte sich der Heiratslustige den Korb einfacher und billiger holen können. und Provaganda im Reichsamt. von Hubenet(Berlin). Die Tätigkeit des Amtes Schönheit der Arbeit stehe ganz im Einklang mit der positiven lebensbejahenden Einstellung des Nationalsozialismus. Schönheit der Arbeit beziehe sich nicht nur auf Aeußerlichkeiten, söndern sei auch eine Angelegenheit der inneren Grundhaltung. Nach einem kurzen Ausflug zum Rittersturz begaben sich die Gäste nach Maria Laach, wo sie das Kloster besichtigten und im gene Hotel Oranien aus Privathand erworben u. der Anschluß von Kreisleiter Landrat Heiliger(Mayen) Polizei als Kuranstalt zur Verfügung gestellt. Die mieten gesucht und sich von allen Mietern mehr oder begrüßt wurden. Den Abschluß der Fahrt bildete zukünftige Kuranstalt der deutschen Polizei wird weniger große Mietvorauszahlunegn geben lassen. die Besichtigung der Ausstellung„Kunst und Künst= zur Aufnahme von Polizeibeamten dienen, die sich Als die Mieter dann entsprechend der Vereinbarune ler“ im Mayener Rathaus. Abends jand in der im Dianst, gelendheitliche Schäden zugezagen hahen Kuranstalt der deutschen Polizei Wiesbaden. Der preußische Staat hat in Wiesbaden das in unmittelbarer Nähe des Kurparks geleAbends fand in der Stadthalle zu Koblenz eine große Kundgebung statt. „Argonnerwald um Mitternacht“. Dülken. Das im Kriege viel gesungene Soldatenlied„Argonnerwald um Mitternacht“ ist aus einer einziehen wollten, war das Haus natürlich nicht frei. Der betrügerische Vermieter wurde diesmal in drei von den vier Fällen zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Vor Schreck gestorben Kleve. Hermann Vehreschild aus Kleve versuchte in der Nacht des Erntedankfestes zunächst mit verschiedenen Zeugen anzubändeln. Als ihm das nicht recht gelang, stieß er auf den Lagerarbeiter P. der mit Frau und Kind auf dem Wege nach Hause war. Während P. sich mit dem Angeklagten aufhielt und ihn zur Rede stellte, ging die Ehefrau mit dem Kinderwagen weiter. Vehreschild. der angetrunken war. schlug den Zeugen mit einer Glasflasche gegen die Stirn, daß die Flasche zerbrach und der Zeuge eine Koofwunde erhielt. Als der Zeuge zu seiner Frau kam, fand er sie neben dem Kinderwagen tot am Boden liegen. Sie war vor Schreck einem Herzschlag erlegen. Das Gericht verurteilte., der mehrfach vorbestraft ist, zu 18 Monaten Gefängnis. Ein Jude beteiligte sich an der Wahl Kleve. Julius Cramer aus Kranenburg ist nach den Nürnberger Gesetzen Volljude, weil er von drei jüdischen Großeltern abstammt. Er zog im vorigen Jahre nach Kranenburg und erhielt irrtümlich eine Wahlkarte, weil seine Abstammung nicht, bekannt de. Inr,###g ei. Amrngu gMttger war. Daraufhin beteiligte er sich an der Wahl. Das jahrtausendealten Teutoburger Wald tobten. Gruß Gericht verurteilte ihn zu einer Gefängnisstrafe von und Dank zu sagen. Kreisleiter Himmrich und Obereinem Monat und einer Geldstrafe von 100 RM., bürgermeister Budde legten für den Sänger und im Dienst gesundheitliche Schaben zugezogen haven. Ein geschultes ärztliches Personal wird für eine sachgemäße Behandlung Sorge tragen. Es ist dies die erste Kuranstalt für Polizeibeamte. in der auch heilkräftige Bäder zur Verfügung stehen. Die Eröffnung ist nach einigen Umbauten für das Frühjahr 1937 vorgesehen. Aus dein Weser= und Einlslaus Bielefeld ehrte seinen größten Sohn Gers Besel Zehntausende beim Kreistreffen der NSDAP. in Bielefeld Bielefeld. Das erste Kreistressen der NSDAP. in Bielefeld, das am Sonntag unter stärkster Anteilnahme der Bevölkerung festlich begangen wurde, war Bielefelds größtem Sohne, Horst Wessel. gewidmet. Seiner gedachten denn auch die Gliederungen der Bewegung zu Beginn des Kreistreffens in überaus stimmungsvoller Weise. In den frühesten Morgenstunden fanden sich die Führer von Partei. Wehrmacht und Staat am Horst=Westelstein auf der Höhe des Teutoburger Waldes ein, um ihm im Scheine der Fackeln. während die Dezemberstürme durch den nen ab. Auf dem Schillerplatz nahm der Gauleiter noch einmal das Wort und sprach über die Bedeutung dieses Kreistressens als eines Marksteines in der Geschichte des Gaues Westsalen=Nord. Festlicher Ausklang des Tages war am Abend der Fackelzug der schafsenden Volksgenossen aus allen Betrieben durch die im Lichterglanz erstrahlende Stadt. Ein Bein abgefahren Minden. In das hiesige Krankenhaus wurde der Arbeiter Wiese aus Stemmer gebracht, dem ein Bein abgefahren worden war. Er war bei den Erd= und söschungsarbeiten der Staustufe Petershagen am Lahder Damm beschäftigt, wurde dabei von einem Zuge erfaßt und ihm ein Bein abgefahren. Reste alter Urnen gefunden Bentheim. Bei Kiesabbauarbeiten auf dem Gelände des Hovsenberges in der Bauerschaft Wilsum fanden Arbeiter eine Anzahl Reste alter Urnenscherben. Die wissenschaftliche Untersuchung wird feststellen müssen, ob es sich dabei um die Scherben einer oder mehrerer Urnen handelt, und weiter wird es ihre Aufgabe sein, zu untersuchen, ob man hier vielleicht auf eine altgermanische Begräbnisstätte gestoßen ist. Eine mehr als 400jährige Schlachterfamilie Lemgo. Die durch unsere nationalsozialistische Regierung belebte Familienforschung hat schon zu manchen interessanten Feststellungen geführt. So hat man bei der hier ansässigen Schlachtersamilie Klasing gesunden, daß von ihr schon über 400 Jahre das Metzgerhandwerk ausgeübt wird. Denn schon um 1500 findet sich in dem Mitgliederverzeichnis des hiesigen Knochenhaueramtes der Name Klausing. der im Lause der Zeit in Klasing geandert wurde. Diphtherie fordert drei Todesopfer Halle. In der Gemeinde Varenholz ist vor einigen Tagen die Diphtherie ausgebrochen, so daß sich die zuständigen Stellen infolge der zahlreichen Erkrankungen von Schülern und Schülerinnen entschlossen haben, die Schulen zu schließen. Bisher sind drei Todesfälle zu verzeichnen. Mit Rücksicht auf die Ansteckungsgefahr sind sämtliche Veranstaltungen abgesagt worden. Märtyrer der nationalsozialistischen Revolution Kränze nieder. Dann rief die Arbeit. Die einzelnen Aemter traten zu ihren Sondertagungen zusammen. Währenddessen wurde das neue Horst=Wessel=Haus, das neue Haus der NSV. und das schöne Heim der HJ. feierlich eingeweiht. Die Uebergabe dieser Häuser vollzog Gauleiter und Reichsstatthalter Dr. Meyer. Den Höherunkt erreichte das Kreistresfen mit der großen Führertagung in der überfüllten Ausstellungshalle. in der Gauleiter Dr. Meyer die kommenden Aufgaben aufzeichnete und mit dem Appell schloß. im Kampf um den Vierjahresplan alle Kräfte einzusetzen. Kreisleiter Himmerich überbrachte unter dem Jubel der Tausende dem Divisionskommandeur. Generalleutnant Kuntze, den Dank der Bewegung für das gute Verhältnis und die harmonische Zusammenarbeit mit der Wehrmacht. Im Anschluß an die Kundgebung nahm der Gauleiter und Generalleutnant Kuntze vor dem festlich geschmückten Geburtshause Horst Wessels den Vorbeimarsch der FormatioGute Aussichten für die nächsten Schlenlasnten Ostern 1937 werden wieder etwa.2 Millionen Knaben und Mädchen aus den Schulen entlassen. Dieser Schulschlußjahrgang wird als erster geschlossener von dem Facharbeiternachwuchs=Erlaß des Beauftragten des Führers für den Vierjahresplan, Ministerpräsident Generaloberst Göring. prosttieren, der das Baugewerbe und die Eisen= und Metallindustrie betrifft. Die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung glaubt, wie das Ndz. meldet, daß Sondermaßnahmen, wie sie besonders in den letzten beiden Jahren hilfsweise eingeführt wurden, für diese Schulentlassenen überflüssig sein werden, zumal, abgesehen von der Neuregelung, die laufenden Einberufungen zum Arbeitsdienst und zur Wehrmacht immer wieder auch Lehrstellen frei werden lassen. Die Reichsanstalt nimmt an, daß Ostern 1937 bzw. im Laufe der nächsten sich anschließenden Wochen alle Schulentlassenen ohne weiteres einen gewünschten Platz im Arbeitsleben erhalten können. Und wenn auch der genannte Göring=Erlaß sich seinem Wortlaut nach nur auf Baugewerbe und Eisenund Metallindustrie erstreckt, so hält es die Reichsanstalt doch für selbstverständlich, daß die übrigen Zweige der deutschen Wirtschaft auch ohne ausdrückliche Vorschriften nach Möglichkeit die Zahl der Lehrstellen steigern und um die Ausbildung des ja auch in ihrem eigenen Interesse so notwendigen Nachwuchses bemüht sein werden. Immer wieder müsse der Appell an die Wirtschaft gerichtet werden, sich jederzeit ihrer Verantwortung der Volksgemeinschaft und Volkswirtschaft gegenüber auch auf diesem Giebiete bewußt zu sein. Dabei wird noch die Bedeutung einer vernünftigen altersmäßigen Gliederung der Gefolgschaften unterstrichen. Angesichts der jetzigen Zusammensetzung der Betriebe und der notwendigen Maßnahmen für die älteren Angestellten sei eine Ergänzung durch ausreichenden jungen Nachwuchs sogar aus rein egoistischen Gründen schon geboten. Schleiferei Kalthoff Giäumerstraße schleift Scheeren, Rasiermesser, Hearmaschiren schnell und hearschert Bevor Sie Haushaltwaren und Porzellan kaufen, besichligen Sie in Ihrem eigenen interesse unsere gepflecten Abwechlr und Oaallist verden Sie Kaufhaus Kirsch überraschen. Castrog. Mümsterstrade 2 1.-BuschAlbum, 1 Culaway mit Weste, Größe.75, 1 Kindersportwagen zu verkaufen. Zu erfragen im Stadtanzeiger. Zum 1. Januar oder später abgeschlossene 3- bis 4(64 Bohung in Castrop=Rauxel 1 gesucht. „Offerten unter Nr. 785 an den Stadtanzeiger. Ruhige Leute suchen abgeschl. 3- bis 4ZimmerWohnung, mögl. i. Castrop= Rauxel 1. Angebote erbet. unt. Nr. 792 an den Stadtanz. Ladenhüter vermeidet der Kaulmann, der durch regelmäßiges Inserieren im„Stadtanzeiger in dauernder Verbindung mit dem Konsumenten steht Wegen Verheiratung meines Hausmädchens suche ich bald ein braves, ehrliches(B117 Mädchen für alle Hausarbeiten. Bhfs.=Gaststätte Dechenhöhle, Post Grüne. bei Iserlohn. Fernruf: Iserlohn 3534. 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