Nr. 329 „ für Castrop=Rauzel und Umgebung 62. Jahrg. Castroper Zeitung Ee. Ghesatzise, Geiszeia. agsge Aseuf Vseal eick eiell Lik sen l. 2-c a. Kauxeler Neueste Nachrichten Zazigelsieliet grezigernsg A. den Leriell: Fiziz zieaebenen Bladenhorster Tageblatt Amtlicher Veröffentlichungsblan für den Landgerichtsbezirl Dortmund. Allgemeines Kreisblau für den Stadttreis Castrov=Raurel. m hoch und 22 mm breit 6 Pig. Textund 72 mm breit 25 Pig. Nachlaß nach Naswunsche auch zür die durch Pernsorecher 71.— bertos.-4.-z. seg) Lezsielle.465;, auigegbren souit lüir andenlich vigznesgen garliseft, Iis Welter in Costrop=Rauxel. DA. Xl. 36 1522. Sa. Nr. 2151 Castrop, nachm tags zuvor Erfüllungooei u. Gerchtekand Cakron=Rauxel Samstag, den 5. Dezember 1936 **— HerreEarft Von Die Voraussetzungen zur Ueberwindung der Armut Bernhard Köhler, Leiter der Kommission für Wirtschaftspolitik der RSDAP. Auf einer wirtschaftspolitischen Kundgebung am 4 Dezember in der Universität hielt Pg Bernhard Köhler einen Vortrag über das Thema„Die Beseitigung der Armut“. In dem folgenden Artikel faßt der Leiter der Kommission für Wirtschaftspolitik der NSTAP die Grundgedanken seines Referates zusammen. Der gefährlichste Aberglaube ist der an eine naturgesetzliche oder gottgewollte Armut. Ein menschenreiches Volk bringt alle Vorbedingungen des Reichtums mit sich und wird niemals arm sein, wenn es diesen natürlichen Reichtum zu benutzen versteht. Allerdings sind drei Voraussetzungen notwendig: Der entschlossene Wille zum Einsatz aller angeborenen Fähigkeiten; der Wille zur richtigen Bewirtschaftung der eigenen Arbeitskraft und des Ertrages:..„S„ig S me die entschiedene und vollige Abweyr jeder rt von Ausbeutung. Daß wir heute vor der Aufgabe stehen, die Armut des deutschen Volkes zu beseitigen, verdanken wir der Richtachtung dieser drei Grundgesetze. Es wurde seit Beginn des kapitalistischen Zeitalters versäumt, die Arbeitskraft richtig einzusetzen. Sie wurde in steigendem Maße verschleudert und verkommen gelassen, so weit, daß nach Abschluß der Epoche der großen Arbeitslosigkeit ein Einkommensverlust zu buchen war, der der Arbeit des ganzen Volkes von zwei vollen Jahren gleichkommt, also mit rund 120 Milliarden RM. zu bewerten ist. Der Vermögensverlust beträgt mindestens ein Viertel dieser Summe. Es wurde ferner seit Anfang des kapitalistischen Zeitalters schlecht gewirtschaftet. Es gibt keine schlechtere und nachteiligere Wirtschaft als die kapitalistische. Und dasjenige, was am meisten darunter zu leiden hat, ist nicht so sehr die jeweilige Lebenshaltung, als vielmehr die Bildung von Volksvermögen in jeder Form: Die kapitalistische Wirtschaft hat Volksvermögen nur in ungenügendem Maße gebildet, vielmehr aber noch Bildung von unentbehrlichem Volksvermögen unterlassen. Eines ihrer Kennzeichen war der jüdische Umsatzfimmel, der den Verbrauch zu Lasten der Vermögensbildung einseitig steigerte. Diese Einstellung führte zu einem Raubbau sowohl an den natürlichen Kräften, als auch an den Bodenschätzen und Hilfsquellen des Volkswohlstandes, Wohnungsnot und Wohnungselend sind z. B. unmittelbare Folgen kapitalistischer Mißwirtschaft. Wirtschaftliche Notstände sind immer Folgen falscher und schlechter Wirtschaft. Endlich aber sind wir Opfer einer ungeheuerlichen Ausbeutung gewesen. Die Tribute, die Inflation, die Deflation waren einige hervorstechende Maßnahmen dieser beutung. Die Ausbeutungszeit hat uns ebensoviel Menschen gekostet wie der Krieg, dazu noch ungeheure Versäumnisse an Entwicklung und Ausbildung unserer Begabung. Um alles das durchführen zu können, was wir tun müssen, haben wir jede verfügbare Arbeitskraft so zweckmäßig wie möglich einzusetzen. Die Zahl der einsatzfähigen Arbeitslosen und stellungslosen älteren Angestellten und die Reserven von Arbeitskraft, die in der da und dort noch unvermeidlichen Kurzarbeit liegen, müssen voll ausgeschöpft werden. Diejenigen, die geglaubt haben, daß die Forderung nach restloser Beseitigung der Arbeitslosigkeit das utopische Wunschbild eines romantischen Sozialismus sei, werden nun erkennen, daß die sittliche Forderung mit der wirtschaftlichen Notwendigkeit völlig übereinstimmt. Dieselben Leute werden im Laufe der Durchführung des Vierjahresplanes auch einsehen, lernen, daß die planmäßige Einordnung der Wirtschaftstätigkei einzelnen in einen großen Wirtschaftsplan ebenso wirtschaftlich nützlich wie sittlich notwendig ist. Die Sicherheit unserer Währung, die nicht nur für den Sparer, sondern auch für jeden arbeitenden Menschen äußerst wichtig ist, beruht— wie wir seit Jahren immer wieder darlegen— auf dem festen Verhältnis von Arbeit und Brot, d. h. also von Lohn und Preis. Nicht die persönliche Initiative des Unternehmers wird heute zur Sicherung dieser Verhältnisse beschränkt, sondern nur Bequemlichkeit, Kurzsichtigkeit und Unanständigkeit. Die politische Ausbeutung haben wir abgeschüttelt. Den Aberglauben an die Unmöglichkeit, aus eigener Kraft die Arbeit aufzunehmen, haben wir durch praktische Arbeitspolitik zerstört. Den Aberglauben von der naturgesetzlichen Abhängigkeit des deutschen Wohlstandes von der Mitwirkung oder dem guten Willen anderer werden wir durch den Vierjahresplan zerstören. Der Kapital= bedarf für den Vierjahresplan wird längst nicht so groß sein, wie manche Leute glauben. Die politische Wirtschaftsführung Deutschlands versteht besser volkswirtschaftlich zu rechnen, als die kapitalistische oder gar die internationale. Jedoch bedeutet das gleichzeitig das Bekenntnis zu höchster Wirtschaftlichkeit und wirtschaftlichem Verhalten, nicht nur in bezug auf die von der Partei immer wieder geforderte Leistungssteigerung, vor allem in der gewerblichen Wirtschaft selbst, und nicht nur in bezug auf die sorgfältige Verwaltung der erzeugten Güter, Kampf dem Verderb, Erfassung von Abfällen und so fort, sondern vor allem auch in einem bewußten und disziplinierten Sparen. Sparen heißt nicht Entbehren, sondern nur richtig wirtschaften. Es ist wichtiger, das deutsche Haus und die Werkstatt des deutschen Volkes gut einzurichten, als möglichst viel zu verbrauchen. Die Möglichkeit der Verbrauchssteigerung ergibt sich dann von selbst, wie ja auch seit unserer Machtergreifung fast auf allen Gebieten der Verbrauchsgüter erhebliche Verbrauchssteigerungen eingetreten sind, und zwar nicht nur im ganzen, sondern auch auf den Kopf der Bevölkerung. Der entscheidende Erfolg der zweiten Arbeitsschlacht, für die die Verkündung des Vierjahresplanes den Angriffsbefehl darstellt, wird eine Versorgungsmöglichkeit des deutschen Volkes darstellen, die ohne Wucher und Ausbeutungsgefahr jeder ehrlichen Arbeit zugute kommt. Jeden Rest der Ausbeutung und der Ausbeutungsmöglichkeit im Volke wird die nationalsozialistische Wirtschaftsführung genau so rücksichtslos entfernen, wie sie mit der Entrechtung und Ausbeutung des ganzen Volkes gebrochen hat. Mitten im Volk Wahre Volksgemeinschaft heißt Opfer bringen! M * Mllontin R Zum Tag der Nationalen Solidarität am 5. Dezember(Weltbild—.) Energiewirtschaft im Vierjahresplan Berlin, 4. Dez. Die Durchführung des Vierjahresplanes erfordert auf dem Gebiet der Energiewirtschaft den Einsatz aller Kräfte und eine straffe und einheitliche Führung. Zur Erfüllung dieser bedeutsamen Aufgabe werden Ministerpräsident Generaloberst Göring als Beauftragter für den Vierjahresplan durch das Amt für deutsche Roh- und Werkstoffe und der Reichs= und preußische Wirtschaftsminister durch die Energieabteilung seines Ministeriums aufs engste wie bisher zusammenwirken. Sonderbestrebungen müssen vor den Forderungen der Gesamtwirt= schaft und des Gemeinwohls zurücktreten. Zur Vorbereitung und Einleitung der wirtschaftlichen und technischen Arbeiten wird die Reichsgruppe Energiewirtschaft herangezogen werden, deren Leiter Richtlinien für seine Aufgabe erhält und den beiden genannten obersten Reichsbehörden in vollem Umfange für die Durchführung verantwortlich ist. Da die Reichsgruppe bereits wichtige Maßnahmen, die sich aus dem Energiewirtschaftsgesetz ergeben, vorzubereiten hat, bringt die durch den neuen Auftrag vollzogene Regelung eine Zusammenfassung der Bearbeitung der elektrizitätsund gaswirtschaftlichen Fragen. Die wirtschaftspolitischen Maßnahmen auf diesem Gebiet leitet der Reichs= und preußische Wirtschaftsminister im Einvernehmen mit dem Beauftragten für den Vierjahresplan. Die Entscheidung über die Planung und Durchführung der Arbeiten, die die Bereitstellung der Energie für die industriellen Bekenntnis der Schicksalsgemeinschaft zwischen Volk und Führung Nationale Solidarität ist der sichtbarste und sinnvollste Ausdruck des praktischen Nationalsozialismus, wie er sich dem Auge jedes aufmerksamen Volksgenossen und jedes neutralen Beobachters bietet. Nationale Solidarität bedeutet ein Bekenntnis zum gleichen Schicksal und Lebensgesetz, unter das die Gesamtheit des deutschen Volkes, unter das groß und klein, arm und reich gestellt sind. An diesem Tage spielt es keine Rolle, ob einer im Berufsleben Minister, Schauspieler, Straßenfeger oder Bergmann ist, es spielt nur eine Rolle, daß jeder sich ausnahmslos einmal zu einer ganz bestimmten Aufgabe bekennt: dem nicht durch eigene Schuld unter den Schwierigkeiten und Härten des Winters leidenden Volksgenossen Hilfe zuteil werden zu lassen. Man soll sich hierbei nicht dem Irrtum hingeben, daß man mit seiner Spende oder mit den wenigen Stunden des Sammelns eine Leistung vollbrächte, zu der man„eigentlich“ nicht verpflichtet sei. Jeder, der heute wieder in Lohn und Brot steht, muß sich bewußt sein, daß seine Wiederkehr in den Arbeitsprozeß, daß sein wiedergefundenes Glück durch das ganze deutsche Volk erarbeitet worden ist. Die Winterhilfe, in deren Dienst der„Tag der nationalen Solidarität“ steht, ist keine Almoseneinrichtung für Bedürftige, Kranke, Schwache und weniger Leistungsfähige, sondern ist eine Selbsthilfeaktion des deutschen Volkes. Im Vordergrund steht überall die Nationalsozialistische Partei. Sie, deren Männer durch jahrelange kämpferische Verbundenheit auf ein gleiches Ziel ausgerichtet sind, ist nach wie vor die Antriebskraft jeder das ganze Volk angehenden Aktion. Die Partei steht in der vordersten Linie auch im Kampf gegen Hunger und Kälte. Nationalsozialistische Politiker flüchten sich nicht aus der klaren Verantwortung in die dunstige Atmosphäre parlamentarischer Debatten, sondern wie in der Zeit des Kampfes um die Macht und im großen Ringen um die letzte Erfüllung nationalsozialistischen Wollens nehmen sie auch die Sammelbüchse in die Hand und stellen sich mitten in das Volk, und darum auch mit dem Volk rufen sie auf vorgeschobenem Posten zur nalen Solidarität auf.„..1 g. Deutschland kennt bereits seit Jahren das Bild und die Einrichtung des„Tages der nationalen Solidarität". Man kann wohl sagen, daß selten so viel frohe Gesichter auf den Straßen zu sehen sind und ein so kameradschaftlicher Ton im Verkehr der unbekanntesten Volksgenossen untereinander Platz greift, wie in den paar Stunden, in denen die führenden Männer der Bewegung, des Staates, aller Behörden und Schaffensgebiete für das Winterhilfswerk sammeln. In solchen Stunden beweist sich der unermeßliche erzieherische Wert, der vielleicht noch höher zu veranschlagen ist, als das materielle Ergebnis. Aus dem Bewußtsein einer durch nichts zu erschütternden, auf Tod und Leben gefügten Gemeinschaft entstehen erst die großen Segnungen dieses Werkes, von denen Hunderttausende unserer Volksgenossen zu erzählen wissen. Auch der„Tag der nationalen Solidarität“ ist ein Stück Wiedergutmachung für die Fehler der Vergangenheit. In diesem Sinne bedeutet jedes dem Winterhilfswerk gegebene Opfer auch einen Dank an die politische Führung, einen Dank letzten Endes an Adolf Hitler, in dessen Person alle Fähigkeiten und Kräfte des Volkes, alle Leistungen der Partei und alle Fortschritte im Leben Deutschlands ihren höchsten und schönsten Zusammenschluß finden. Vorhaben des Vierjahresplanes gewährleisten, liegt beim Amt für deutsche Roh= und Werkstoffe des Ministerpräsidenten Göring. Dimitroff in Paris? Paris, 4. Dez.„Figaro" bringt ohne nähere Quellenangabe und als einzige Pariser Morgenzeitung die Nachricht, daß sich der Sekretär der Dritten Internationale, Dimitroff, seit Donnerstag in Paris aufhalte. Beldos üder Frunnreichs Kaßenponin Kommunisten fordern Wassen für das role Spanien USkk. übernimmt die motorsportliche Partei und Schweigepflicht aris, 4. Dez. Die französische Kammer stand am Freitag im Zeichen der großen außenpolitischen Aussprache. Schon lange vor Beginn der Sitzung waren die Tribünen bis auf den letzten Platz gefüllt. In der Diplomatenloge waren zahlreiche Vertreter ausländischer Mächte anwesend, und als um 15.30 Uhr der Kammerpräsident seinen Platz einnahm, waren auch die Abgeordneten=Bänke voll besetzt. Als erster Interpellant bestieg der kommunistische Abgeordnete Péri, der außenpolitische Schriftleiter der kommunistischen„Humanité“, die Tribüne. Péri beschäftigte sich(wie kann das bei einem Kommunisten anders sein) in ganz einseitiger Form mit den Vorgängen in Spanien und forderte die Regierung auf, die Initiative auf internationalem Gebiet zu ergreifen, um die regelrechten Beziehungen zum roten Spanien wieder herzustellen. Er schloß seine Ausführungen mit der Aufforderung, dem roten Spanien die notwendigen Waffen zu liefern. Seine Ausführungen, die häufig auf der äußersten Linken durch Beifall unterbrochen wurden, stießen bei allen anderen Abgeordneten auf tiefstes Schweigen. Man stellte nur mit einiger Ueberraschung fest, daß der Ministerpräsident dem Redner zustimmend zunickte und sich sogar eine gewisse Zurückhaltung auferlegen mußte, um nicht auch Beifall zu klatschen. Der ehemalige Finanzminister Paul Reynaud stellte fest, daß Frankreich die Nichteinmischungspolitik gegenüber Spanien fortsetzen müsse. Frankreich dürfe keine Politik der schlechten Laune treiben. Der Redner zergliederte die Lage Frankreichs vom Standpunkt der militärischen Sicherheit und kam zu dem Schluß, daß Frankreich vor der Frage stehe, entweder ein allgemeines Abkommen mit Deutschland zu schließen oder einer Erweiterung des französischsowjetrussischen Bündnisses auf militärischem Gebiet zuzustimmen. Verhandlungen mit Deutschland würden bei den französischen Linksparteien eine außerordentlich starke Reaktion auslösen. Andererseits werde die öffentliche Meinung in Frankreich niemals zugeben, daß eine Regierung, die von den Kommunisten unterstützt werde, und von den kommunistischen Stimmen lebt, diese Politik mit Moskau betreibt, denn die Sowjets und die Dritte Internationale seien Moskau. Zum Schluß regte Reynaud an, die Regierung möge auf die Unterstützung der Kommunisten verzichten und die Mehrheitsgrundlage nach rechts zu verlagern. Außenminister Delbos Unter lebhaftem Beifall der Sozialdemokraten und der Linken sprach Außenminister Delbos. Frankreichs Handeln gehe immer mehr Hand in Hand mit dem anderer Länder. England steht hierbei an erster Stelle. Noch nie seien die französisch=englischen Beziehungen so herzlich gewesen wie augenblicklich. Ebenso wie England werde auch Frankreich seine ganze Streitmacht zu Lande, zu Wasser und in der Luft für die Verteidigung Englands zur Verfügung stellen, falls es angegriffen würde. Das gleiche gelte für Velgien. Wenn auch augenblicklich einige geringe Meinungsverschiedenheiten zwischen Belgien und Frankreich beständen, seien die gemeinsamen Interessen doch stark genug, um sie aus der Welt zu schaffen. Auf die Beziehungen zu Sowjetrußland eingehend, sagte Delbos, wir haben denselben freundschaftlichen Wunsch, unsere guten Beziehungen mit Sowjetrußzland aufrechtzuerhalten, diesem großen Lande, das ebenso wie wir mi: dem Werk des Völkerbundes verbunden ist. Die Kampagne, die gegen den französischsowjetrussischen Pakt gerichtet wurde, beeinträchtigt nicht unsere herzliche Treue zum Vertrag vom Mai 1935, ebensowenig wie zu dem November 1932. Das ist ein Friedenspakt, mit dem wir verbunden bleiben und dem die politischen Leidenschaften weder seinen Charakter, noch seinen Wert nehmen können. Polen, ein Freund und Verbündeter, gehe mit Frankreich in allen Fragen zusammen, die in Europa die Sicherheit beider Länder angingen. Die Beziehungen zwischen Frankreich und Italien seien, wie man zugeben müsse, getrübt. Die Meinungsverschiedenheiten hätten ihren Grund in dem Wunsche Frankreichs, seiner Pflicht gegenüber dem Völkerbund treu zu bleiben. Auf die französisch=deutschen Beziehungen eingehend, erklärte Delbos, daß nichts für die Beruhigung Europas notwendiger sei als eine deutsch=französische Annäherung. Psychologisch sei sie möglich, denn Frankreich und Deutschland hätten auf den Schlachtfeldern gelernt, sich zu schätzen. Politisch gebe es keine Grenzfrage, die sie voneinander trenne, aber um sich verständigen zu können, müsse man Reilungen verhindern. Das einzige Hindernis für eine Annäherung sei, so behauptete Delbos, die„einseitige“ Aufhebung von Verträgen. Frankreich suche einen Boden der Verständigung auf wirtschaftlichem Gebiet und in einem neuen Westpakt. Es verstehe die Sorgen Deutschlands, aber Deutschland müsse auch Verständnis für die Sorgen Frankreichs aufbringen. Frankreich wünsche aufrichtig den Abschluß eines Abkommens, das die ungeheure Gefahr der Blockpolitik abwende, die Frankreich energisch verurteile, weil sie einen europäischen„Bürgerkrieg" heraufbeschwören könnte. Das Nichteinmischungsabkommen müsse verstärkt und praktischer gestaltet werden. Der Zustrom von Freiwilligen nach Spanien sei so stark geworden, daß man sich fragen müsse, ob die Verantwortung der Regierungen nicht bald auf dem spiele stehe. Alle Anstrengungen müssen darauf hinausgehen, daß Blutvergießen sobald wie möglich einzustellen. Ausbildung auf den Ordensburgen der RSDAP. Berlin, 4. Dez. Der Leiter der Deutschen Arbeitsfront, Reichsleiter Dr. Ley, hat auf Grund einer Vereinbarung mit Korpsführer Hühnlein dem Nationalsozialistischen Kraftfahrtorps die motorsportliche und motortechnische Ausbildung auf den Ordensburgen der NSDAP. übertragen. Das RSKK. übernimmt unter Berücksichtigung seiner besonderen praktischen Erfahrungen, die es auf dem Gebiete des Motorschulwesens bedie Beschaffung des erforderlichen Fahrzeugparks sowie die Einrichtung der technischen Lehrsäle und Lehrwerkstätten und aller für die Instandhaltung des Fahrzeugparks notwendigen Werkstätten und Ersatzteillager. Das erforderliche Lehrpersonal wird gleichfalls vom RSKK. gestellt. Die technische Führerschule des Korps in München übernimmt die Ausbildung des technischen Stammpersonals, wie Schirrmeister, Vorschlosser, Schlosser, Elektriker, Schreiner, Lackierer, Lagerverwalter usw. Reichslei er Dr. Ley hat dem Korpsführer die Dienstaufsicht über diesen Sonderzweig des Lehrplanes der Ordensburgen der NSDAP. übertragen. Diese Vereinbarung ist in hohem Maße geeignet, eine lebendige Verbindung der Ordensburgen mit der motorisierten Gliederung der Partei zu fördern und der motorsportlichen Ausbildung und ihrer wertvollen Ergänzung durch die handwerkliche Schulung im Rahmen der Gesamtausbildung auf dem Gebiete des Sports einen bevorzugten Platz einzuräumen. Vernehmung von Angehörigen der RSDAP. und ihrer Gliederungen gesetzlich geregelt Berlin, 4. Dez. Die Reichsregierung hat am 1. Dezember 1936 auf Vorschlag des Reichsministers der Justiz, Dr. Gürtner, ein Gesetz über die Vernehmung von Angehörigen der NS DAP. und ihrer Gliederungen verabschiedet. Nach diesem Gesetz bedürfen Unterführer der NSDAP. und ihrer Gliederungen, die die Amtstätigkeit eines Stützpunktleiters, eine dieser gleichstehende oder eine höhere Amtstätigkeit ausüben, für Aussagen als Zeugen oder Sachverständige über Umstände, auf die sich ihre Pflicht zur Amtsverschwiegenheit bezieht, der Genehmigung. Dasselbe gilt für andere Angehörige der NSDAP. und ihrer Gliederungen, soweit sie über dienstliche, schriftliche oder mündliche Anordnungen, Verhandlungen oder Mitteilungen aussagen wollen, die im Einzelfall von der zuständigen Stelle bei der Bekanntgabe als geheim oder vertraulich bezeichnet worden sind. Die Genehmigung darf nur versagt werden, wenn durch die Aussage dem Wohle des Reiches Nachteile bereitet würden. Die Genehmigung ist entweder von der vernehmenden Stelle oder von dem zu Vernehmenden einzuholen. Diese Vorschrift gilt für alle Verfahren, in denen Personen als Zeugen oder Sachverständige vernommen werden können. Der Stellvertreter des Führers hat im Einvernehmen mit dem Reichsminister der Justiz die erforderlichen Ausführungsvorschriften erlassen, in denen bestimmt ist, auf welche Unterführer das Gesetz Anwendung findet und welche Stellen zur Erteilung der Genehmigung zuständig sind. Der Staatssekretär und Chef der Reichskanzlei Dr. Lammers traf, einer Einladung der ungarischen Regierung folgend, am 4. Dezember zu einem mehrtägigen Besuch in Budapest ein. Das umfangreiche Arbeitsgebiet auf dem Gebiet der Körperschulung für die Ordnungspolizei sieht neuerdings auch die Ausbildung von Offizieren und Wachtmeistern im Sportsechten vor. Oronung des Katsvernehses Das Verhältnis zwischen Kleinbahnen, Straßenbahnen und Reichsbahn Gemeindeverbänden mit ihren Straßenbahnen und Kraftfahrlinien auch in Zukunft eine gewisse eigene Berlin, 4. Dez. Die Reichsverkehrsgruppe Schienenbahnen, die seit September 1935 die gesetzliche Vertretung aller nicht reichseigenen Schienenbahnen darstellt und insgesamt 411 Verwaltungen für Straßenbahnen, nebenbahnähnlichen Kleinbahnen und Privatbahnen des allgemeinen Verkehrs mit 599 Betrieben und 129 000 Gefolgschaftsmitgliedern umfaßt, über ein Anlagekapital von 3,4 Milliarden und eine Streckenlänge von mehr als 20 000 Kilometer verfügt, hielt am Freitag in der Kroll=Oper in Berlin eine aus dem ganzen Reich stark beschickte Tagung ab. Im Mittelpunkt dieser Tagung stand am Vormittag eine Rede des Reichsverkehrsministers. Der Reichsverkehrsminister Freiherr von EltzRübenach befaßte sich mit der Frage nach der künftigen Stellung der nebenbahnähnlichen Kleinbahnen und mit der Regelung des Nahverkehrs. Zu der Frage der Kleinbahnen betonte er, daß sie Ausläufer der Reichsbahn seien, durch welche das Schienennetz der großen Reichsbahnstrecken in die ländlichen, enger besiedelten Gemeinden hinausgeht. Die an diesen Bahnen angesiedelten Personen und gewerblichen Betriebe hätten den begreiflichen Wunsch, daß ihre Bahnen möglichst bald in das Netz der Reichsbahn eingefügt würden da sie sich in ihrer wirtschaftlichen Betätigung durch meist höhere Tarissätze im Personen= und Güterverkehr beeinträchtigt fühlen. Er. der Minister, sei der Auffassung, daß die Reichsbahn langsam und im Rahmen ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit die nicht reichseigenen öffentlichen Eisenbahnen übernehmen solle. Ueber die Frage der Entschädigung werde man sich im Einzelfall zu einigen haben. Solange die Bahnunternehmungen ihre Betriebe weiterführen könnten und wollten, würde er sie, soweit er dazu in der Lage sei, unterstützen und an die Ausrichtung der Bahnen auch keine höheren Anforderungen stellen, als es durch die Sorge um die Sicherheit des Betriebes geboten sei. Ueber die Regelung des Nahverkehrs sagte der Minister u.., daß man den Gemeinden und Verkehrspolitik nicht versagen könne. Die Gemeinden hätten sich bemüht, die Aufgaben im Sinne des Gemeinwohls durchzuführen und würden es im nationalsozialistischen Staate mehr als bisher tun. Sie müßten sich aber darüber klar sein, daß sie auf diesem Gebiete tatsächlich nur die Maßnahmen der großen Verkehrsanstalten, der Reichsbahn und der Reichspost, ergänzten. Die Gemeinden müßten bei ihren verkehrspolitischen Maßnahmen mit den groszen Verkehrsanstalten Fühlung halten, wie auch die Reichsbahn und Reichspost darauf Rücksicht nehmen müßten Er sehe eine Lösung etwa vorhandener Schwierigkeiten in der Schaffung eines sog. „Nahverkehrsausschusses“ unter seinem Vorsitz. Mit besonderem Bezug auf das Ruhrgebiet wies der Minister in diesem Zusammenhang auf das dringende Bedürfnis nach Einrichtung solcher Ausschüsse in einigen Einzelgebieten des Reiches hin. Diese Nahverkehrsausschüsse sollten das Mittel sein, um auch in diesen Teil des deutschen Verkehrslebens eine gerechte und klare Ordnung zu bringen. Grußtelegramm des Führers Stadtrat Engel gab ein vom Führer und Reichskanzler auf eine Grußadresse eingelaufenes Antworttelegramm bekannt, das folgenden Wortlaut hat: „Den Vertretern der in der Reichsverkehrsgruppe Schienenbahnen zusammengeschlossenen deutschen Verkehrsverwaltungen danke ich für die mir heute von dieser Arbeitstagung übermittelten telegraphischen Grüße, die ich mit den besten Wünschen für ihre weitere Arbeit aufrichtig erwidere.“ Volksabstimmung über die französische Spanienpolitik: Ein Vorschlag der Liberté Paris, 4. Dez. Das starke Interesse der französischen Oeffentlichkeit an der Frage, ob Frankreich an der Politik der Nichteinmischung in die spanischen Ereignisse festhalten oder, dem Wunsch der Kommunisten entsprechend, zugunsten der spanischen Marxisten durch offizielle Kriegsmateriallieferungen intervenieren soll, kommt in einem Vorschlag der„Liberté" zum Ausdruck. Das rechtsstehende Blatt schlägt vor, auf dem Wege einer Volksabstimmung die wahre Meinung des französischen Volkes in dieser grundlegenden Frage festzustellen. Vudelenbrahscse als Freiwns Eine zensierte Anklagerede im Prager Parlament Prag, 4. Dez. Im Verlaufe der Aussprache über den Staatshaushalt im Prager Abgeordnetenhaus beschäftigte sich der Abgeordnete der Sudetendeutschen Partei, Fritz Koellner, mit dem Vorgehen der Staatspolizei und Gendarmerie in den von der deutschen Volksgruppe bewohnten Gebieten der tschechoslowakischen Republik. Richt weniger als 11 Stellen dieser Rede verfielen der Beschlagnahme durch den Parlamentszensor. Nach den von der Zensur freigegebenen Teilen der Rede wies der Abgeordnete Koellner u. a. darauf hin, daß man unter dem Titel„Störung der öffentlichen Ruhe und Ordnung" im Laufe dieses Jahres die Kundgebungen der Sudetendeutschen Partei in Falkenau, Teplitz und ihren Parteitag verboten habe, während die Kundgebungen anderer Parteien nicht nur nicht verboten, sondern mit allen zulässigen Mitteln gefördert worden seien. Der Redner schilderte dann einige besonders krasse Fälle. Als von der Einwohnerschaft von Roßhaupt gegen die Parzellierung eines Restgutes demonstriert und von unbekannten Tätern der Telegraphendraht zerschnitten wurde, sei ein Fahndungskommando aus Eger erschienen. NaheTeuerung in Frankreich Serienautomobile 10 Prozent teurer Paris, 4. Dez. Trotz aller Bemühungen der Regierung und der Preisüberwachungskommissare steigen seit der Frankenabwertung die Preise ständig. Beinahe jeden Tag erfährt man, daß der Preis für irgendein Lebensmittel erhöht wurde. Jetzt werden die Preissteigerungen aus der Industrie gemeldet. Wie die industrielle Wochenzeitschrift„Usine" mitteilt, haben sämtliche großen Kraftfahrzeugwerke Frankreichs beschlossen, die Verkaufspreise der Kraftwagen in Serienherstellung zu erhöhen. Die Preise wurden zum Teil bis zu 10 Prozent heraufgesetzt. Lebenslängliches Zuchthaus für Landesverräter Berlin. Vom Volksgerichtshof in Berlin wurde der deutsche Reichsangehörige Walter Schultze aus Graudenz wegen Verrates militärischer Geheimnisse zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt. Dem Angeklagten konnte nachgewiesen werden, daß er für eine ausländische Macht Ausspähdienste in Ostpreußen geleistet hatte. Da Schultze durch sein überaus schmähliches Verhalten sich selbst aus der deutschen Volksgemeinschaft ausgeschlossen hat, wurden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit aberkannt Den Angeklagten hätte zweifellos die Todesstrafe getroffen, wenn er die Tat unter den jetzt geltenden Strafbestimmungen begangen hätte. Starke Schneefälle in den französischen Alpen Paris. In den letzten Tagen sind in den französischen Alpen starke Schneefälle eingetreten, die vor allem in Savoyen Sachschäden in Höhe von mehreren Millionen Franken verursacht haben. Zahlreiche Bäume wurden entwurzelt und Fernsprech= und Telegraphenmasten umgelegt. Den Ortschaften ist zum Teil das elektrische Licht abgeschnitten. Griechischer Dampfer sendet SOS. Paris. Havas meldet aus Brest, daß der griechische Dampfer„Elena“ auf der Reise von Stettin nach dem Piräus 70 Meilen von Quessant, schweren Schaden am Steuer erlitten habe. Das Schiff habe SOS=Zeichen gesandt. Ein Schlepper aus Brest sei zur Hilfeleistung ausgelaufen. Lawinenunglück in Oberwallis Bern. Andauernder Regen nach starkem Schneefall löste im Lötschental=Gebiet zahlreiche Lawinen aus. Dabei wurden zwei junge Leute, die vom Viehbesorgen heimkehrten, verschüttet. Obwohl alle Einwohner der Gemeinde Blatten an der Berzu die gesamte männliche Einwohnerschaft des Ortes sei verhaftet und verprügelt worden. Dann habe sich die Gendarmerie auf die Straße begeben, um dort wahllos Zivilisten, Frauen und Kinder, zu verprügeln. Weitere unglaubliche Roheitsfälle berichtete der Abgeordnete aus Eger. Dort sei ein Anhänger der Sudetendeutschen Partei von Gendarmen im Verlauf eines Verhörs mit Ohrfeigen traktiert worden. Zum Schluß des Verhörs habe man ihn gezwungen, auf einen Stuhl zu knien und die Hände vorzustrecken, auf die man ihm dann ein schweres Buch gelegt habe. Ein anderer mußte beim Verhör die Schuhe ausziehen und wurde auf die Fußsohlen geprügelt. Schließlich wurden ihm die Arme ausgedreht. In Asch sei ein junger Mann bei einem Verhör gezwungen worden, nackt auf einen Sessel zu knien. Man habe ihm unter die Schienbeine einen kantigen Holzstab geschoben und auf die vorgestreckten Hände ein schweres Buch gelogt. Als er müde war, habe er mit Gummiknüppeln sieben bis acht Stöße erhalten und sei gleichzeitig auf die Sohlen geprügelt worden. Ein derartiger einwob# Mißbrauch der Amtsgewalt könne durch 10 schöne gungsarbeit teilnahmen, konnten die Verschütteten Flugstrecke verläuft über Kairo und beträgt 1400 Ministerreden nicht gutgemacht werden. bisher nicht gesunden werden. Kilometer. Die erreichten Stellungen befestigt Der nationale Heeresbericht vom Donnerstag Salamanca, 4. Dez. Der Heeresbericht des Obersten Befehlshabers in Salamanca meldet am Donnerstag, daß an der Biscaya=Front das Artillerie= und Maschinengewehrfeuer etwas heftiger gewesen sei als in den vergangenen Tagen. Von der 7. Division wird gemeldet, daß die nationalen Truppen an der Madrider Front die in den vergangenen Tagen erreichten Stellungen befestigt haben. An den Frontabschnitten von Guadarrama und Somosierra war Artilleriefeuer zu verzeichnen, das aber ohne besondere Bedeutung war. In Asturien hat der Druck des roten Gegners auf die nationalen Stellungen nach seinen gescheiterten Angriffen nachgelassen. Durch einen Handstreich der nationalen Truppen konnte eine Anzahl.von Gefangenen gemacht werden, die berichteten, daß die Roten im Laufe des Mittwochs über 1000 Mann verloren haben. Um die Toten vom Schlachtfeld zu bergen, sollen die Roten zwei Eisenbahnzüge und 100 Lastkraftwagen benötigt haben. Die Gefangenen berichteten ferner von der Mutlosigkeit und Enttäuschung in den Reihen der marxistischen Milizen und in den Ortschaften des von den Bolschewisten beherrschten Gebietes angesichts der Fortdauer des Krieges, der nur Niederlagen bringe. Der Führer und Reichskanzler hat der Frau Cecilie Rehder in Neuendorf in Holstein aus Anlaß der Vollendung ihres 100. Lebensjahres ein persönliches Glückwunschschreiben zugehen lassen. Der deutsche Botschafter in Nanking übermittelte dem chinesischen Außenminister eine Antwort der Reichsregierung über eine Anzahl Fragen, die die chinesische Regierung nach Veröffentlichung des deutsch=japanischen Abkommens gestellt hatte. Elly Beinhorn=Rosemeyer startete Freitag früh um 8 45 Uhr gemeinsam mit Bernd Rosemeyer zu einem Flug nach Südafrika, wo Bernd Rosemeyer an mehreren Autorennen für die Auto=Union teilnehmen wird. Die beabsichtigte Un. Wi.hhemzen* IO. ROMHGIBOFPO Zum Sadlänzeiger für tastrop-Räufer und Umd Dez. 1936 Engesuh, Neue Folge der Heimatblätter tür Castrop-Rauxel und Umgebun Zumitien= und Hosechronik Von Dr. Adolf Dorider. Dülmen i. Westf. XII. Der Hölterhof in Habinghorst Von A. Dorider. Dülmen Am 27. Januar 1884 brannte nach einer Meldung der damaligen Castrover Zeitung das Anwesen des Landwirts Schäfer in Habinghorst ab. Das war der alte Höltershof, von dem Schäser einen Teil erworben hatte. Die Familie Schäfer ist noch in Habinghorst an der Kaiserstraße ansässig. Nachbarin der Brennerei Kleinalstede. Weiter abwärts der Kaiserstraße, der Henrichenburger Grenze zu, an derselben Seite wohnt die Familie Sobbe gen. Hölter. Diese Familie stammt vom alten Höltershof und setzt die Linie sort Der alte Hof lag abseits der genannten Straße und stand ehemals in Abhängigkeit vom Gute Henrichenburg. Die frühere Hosesstätte ist im Gelände noch sichtbar. Zu Anfang des 18. Jahrhunderts saßen aus dem Hose die Eheleute IA. Hermann Gose(Gosemann) gen. Hölter, verheira. tet mit Anna Hölter gen. Gosefrau(gest. 24. 9. 1737). Kinder: 1. Johann Hermann getauft 24. 2 1726(s. II.). 2. Jchann Gerdt getauft 21. 3. 1728. 3. Maria Elisabeth getauft 29. 11. 1733. 4. Engel Margaretha getauft 22. 9. 1737. 13. In zweiter Ehe verheiratet seit 30. 11. 1737 mit Gertrud Lappe 5. Anna Gertrud getauft 4. 9. 1738. II. Johann Hermann Hölter(geb. s.., begraben 10. 10. 1801) verheiratet mit Anna Maria Schemhoff gen. Kölcker(get. 23. 10. 1733, begraben 9. 9. 1795). Kinder: 1. Johann Hermann geb. um 1759(s. 1I1). 2 Anna Gertrud geb. 2. 2. 1762, begraben 5. 12. 1790, heiratete 3. 8. 1787 Wilh, von der Linde. 3. Anna Catharina geboren 15. 2. 1764, begraben 3. 10. 1789. 4. Maria Catharina geboren 13. 7. 1771, begraben 12. 9. 1804, beiratete 25. 7. 1802 Wenzeslaus Koert aus Oberwiese. 5. Johann Henrich 6 Catharina Maria Zwillinge geb. 27. 6. 1775. IIIA. Johann Hermann Hölter(geb. s.., gest. 10. 12. 1823), heiratete 16. 11. 1784 Maria Elisabeth Rütershof(geb. um 1758. gest. 26. 11. 1790). Kinder: 1. Johann Hermann geboren 22. 1. 1786. gestorben 10. 9. 1858(unverheiratet). 2. Wilhelm geboren 19. 3. 1788. 3. Johann Henrich geboren 7. 11. 1790, begraben 20. 3. 1791. IIIB. Johann Hermann, heiretete 7. 6. 1791 als zweite Frau Anna Margarethe Leydag, geboren um 1764, begraben 9. 5. 1804. 4. Johann Everhard geboren 2. 7. 1792. 5. Maria Margaretha geboren 17. 2. 1794. 6. Anna Maria Catharina geboren 29. 7. 1796. 7. Johann Wilhelm geboren 13. 12. 1798, gestorben 7. 5. 1816. 8. Anna Maria Christina geboren 19. 4. 1801. 9. Johann Henrich geboren 20. 2. 1804(s. IU). Nach dem Tode der zweiten Frau heiratete zum dritten Male IIIC. Johann Hermann am 9. 8. 1804 Maria Sybilla Collöchter aus Habinghorst(geboren 28. 1. 1775, gestorben 11. 2. 1836. 10. Henrich Wilhelm geboren 14. 2. 1905, heiratete 14. 10. 1827 Anna Maria Lehmkühler. 11. Angela Elisabeth geboren 10. 9. 1807. 12. Sophia geboren 2. 11. 1809, begr. 19. 11. 1810. 13. Christina Elisabeth geboren 2. 10. 1811. 14. Hermann Joseph geboren 7. 10. 1814. IV. Johann Heinrich Hölter(geb. s.., gestorben 12. 10. 1858), heiratete 26. 11. 1833 Elisabeth Neuhaus gen. Klöster aus Habinghorst(geboren 4, 10. 1805. gestorben 15. 6. 1855). Kinder: 1. Maria Elisabeth geboren 16. 4. 1835(I.). 2. Maria Magdalena geboren 22. 6. 1837. 3. Heinrich Wilhelm geboren 24. 3. 1839, gestorben 5. 3. 1840. 4. Heinrich geboren 23. 12. 1840, gest. 23. 4. 1842. 5. Männliche Lotgeburt geboren 21. 11. 1843. 6 Hermann Wilhelm geboren 29. 11. 1845, gestorben 7. 12. 1845. Da keine männliche Nachkommen vorhanden. heiratete V. Heinrich Sobbe aus Becklem gen. Hölter(geboren 6. 5. 1826, gestorben 21. 9. 1873) 6. 11. 1855 Maria Elisabeth Hölter(geb. s.., gestorben 5. 11. 1895). Kinder: 1. Maria Elisabeth geboren 2. 10. 1856, gestorben 10 8. 1870. 2. Maria Gertrud Franzisla geboren 10. 6. 1858. heiratet: 17. 6. 1882 Theodor Rombeck in Reciem..„ 3. Magdalena Elisabeth geboren 2. 7. 1860, beiratete 17. 6. 1882 Heinrich Dortmann in Habinghorst 4. Caspar Franz geboren 17. 12. 1862, gestorben 13. 5. 1881. 1865 5. Theodor Wilhelm Heinrich geboren 6. 3. G. VI). 6. Hermann Joseph geboren 29. ö. 1867, gestorben 31. 5. 1876.„ 7. ein Knabe geboren 26. 2. 1869, stirbt nach der Geburt. 8. Franz geboren 29. 5. 1870, heiratete 19. 5. 1897 Maria Bomas. 9. Maria Elisabeth geboren 21. 4. 1872, heiratete 4. 5. 1897 Johann Hötting. 10. Zur Geschichte von Bladenhorst Die Steine zum Bau des Schlosses Bladenhorst wurden 1541 in Frohlinde gebrannt. Ziegelbrenner war der Meister Arant, der zu Frohlinde wohnte. Er erhielt am 20. März 1541 den Auftrag zur Lieserung von 150.000 Ziegelsteinen zum Bau des Schlosses, und erhielt für 1000 Steine 15 Weißpfennig, ferner bekam er den Lebensunterhalt. 2 Malter Haser für das Pferd, und Weide. Heu und Stroh: für die Knechte? Tonnen„Kote“, 2 Schesse! Roggen, 2 Scheffel Malz, ein Spind Grut(zum Bierbrauen) und eine Seite Speck. Die berühmten Evitavis zu Bladenhorst, das Grabmal des Philivo von Viermund, das kunstgeschichtlich meist noch dem Ende des 16. Jahrhunderts gutgeschrieben wird, ist erst 1625 beim Meister JörAnna Christina geboren 14. 10. 1874, heiratetegen Pells in Dortmund in Auftrag gegeben word 13. 11. 1897 Hubert Kleist int Habhighorst. Dem Meister wurden 7 Wagen Steine aus der Unnaer Steinkuhle nach Dortmund gefahren und er VI. Theodor Wilhelm Heinrich Sobbe gen. Hölter exhielt als Vorschuß 20 Rthlr. Der Meister ging heiratete 18. 9. 1888 Maria Catharina Rombeck aus aber erst 6 Jahre in die Fremde und begann seine Becklem. Arbeit 1632. Dr. Borgmann. Aus der Westsalischen Von A. H. Blesken Hab Dank. du Sohn der Roten Erde, dein Fleiß hat uns den Quell bewahrt. auf daß uns treue Kunde werde von unserer Väter Sitt und Art! tum und seine tiefe Verbundenheit mit demselben, sind Quellen und Triebseder zu seinem gewaltigen Geschichtswerke über die westsälische Heimat gewesen. Haben die 3 bis jetzt genannten Geschichtsschreiber bei ihrer Darstellung das gesamte Gebiel von NieHeinrich Peitmann. dersachsen oder Westsalen im Auge gehabt, so ist der Ueber die Bedeutung der Klöster ist an dieser nächste, Hermann von Kerssenbroch(1519 Stelle taum etwas zu sagen, da es als allgemein be= bis 1585), als Lokalhistoriker berühmt geworden. kannt vorausgesetzt wird, daß sie im Mittelalter Dieser Rektor der Münsterschen Domschule hat eine vieljach Sitze der Gelehrsamkeit waren und daß der merkwürdigsten Erscheinungen des resormatoriDichtung. Malerei und andere schöne Künste in ihnen schen Zeitalters zum Thema eines umsangreichen mit Eiser gepflegt wurden. In den Wissenschaften Werkes gemacht, nämlich die Geschichte der Wiederwaren die Mönche sowohl eigenschovjerisch wie auch täuser zu Münster. Gewiß lassen sich Parteilichkeit, als Abschreiber älterer Werke tätig, und manches ja Ungerechtigkeit, die aus seiner Einstellung als Werk des Altertums wäre wohl heute überhaupt Katholik wohl zu erklaren sind, in der Darstellung nicht mehr bekannt, wenn es nicht irgend ein gelehr= nicht übersehen: aber das ändert wenig am Werte ter Mönch abgeschrieben hätte. Es sei hier nur au seines Werkes.„Schon die Tatsache, daß in seiner noch erwähnt werden, daß einer der bei die 5 ersten Bücher der Annalen des Tacitus erin= Wiedertäusergeschichte von den 300 darin verwerteten Natorvs der aus Hamm stammende Hosoredige nert, die man erst im Jahre 1517 nach ihrer Auffin= Urkunden— wortgetreu abgeschrieben— etwa ein D. Eylert war. der im Unionsjahr 1817 zun dung im Kloster Corvey kennen lernte. Leider ist Drittel nur dadurch uns bekannt geworden ist, daß evangelischen Bischof ernannt wurde. Die letzten die Abschrift heute im Auslande, wie so manche wir sie in diesem Zusammenhang jinden, trägt viel Ausführungen haben, wenn auch nur in aller Kürze. andere Kostbarkeit: man denke nur an jene unter zum hohen Werte des Werkes bei. Ein weiterer die Zusammenhänge ausgezeigt, die sich zwischen be dem Ramen coder argenteus(slberner Coder) be: Teil der gebrachten Urkunden ist sonst nirgend wo kannten Namen finden. Wie wichtig ist doch die kannte kostbare Bibelhandschrift, die im Kloster Wer, gedruckt zu finden. Kerssenbroch hat ein lebhaftes heute mit Recht so sehr betonte Familienkunde. den aufgefunden wurde und sich jetzt in Apsala be Interesse an der Geschichte seiner Heimat, und er Nach dem Erzieher mag nun ein Arzt aufstre findet. Das eben genannte Kloster Corvey gehört gehört nach Meinung seines Biographen Dr. H. Detsicher zu den ältesten Westsalens, und einer seiner mer zu den hervorragendtten und einfiußreichsten hatten am Anfang des 18. Jahrhunderts die Been des Schweizers Joh. Heinr. Pestalozzi außerorden:liche Beachtung gesunden, und überall wurden Versuche unternommen, sie in die Tat umzusetzen. Preußen geschah das auf eine direkte Anregung de edlen Königin Luise. In Westsalen nahm sich die Sache der Oberkonsistorialrat. B. Ch Natorv(1774—1816) mit der ihm eigenen Energie an, versucht nun aber nicht etwa den Schweize Pädagogen stlavisch zu lovieren, sondern nahm vo seiner Methode dasjenige, was ihm pussend un gceignet erschien. Er huldigte schon damals der gan modern anmutenden Ausfassung, daß die beste Me thode der tüchtige und gewissenhafte Lehrer sei. Fu dessen Ausbildung alles zu tun, darauf kam es Na torv deshalb in erster Linie an. Zu diesem Zwec wurde das älteste Lehrerseminar der Provinz 18 in Soest gegründet. Natorp hat ihm Zeit seine Lebens die größte Fürorge zugewandt. Besonder lag ihm die Pflege des Gesangunterrichts am Her zen, und er betätigte sein musikalisches Wissen und Können als Verfasser eines Choralbuches und zahlreicher Bücher für den Schulgesang und als Begründer des Märkischen Lehrergesangvereins, dessen Jahressesten— belannt und beliebt bis in une Jahrhundert hinein— er immer gern beiwohnte. Auch für die materielle Besserstellung des Lehrerstandes hat sich Natorv eingesetzt, und die Lehre: haben ihm das gedankt, als sie einer Stiftung jur Hilfe in Notzeiten seinen Namen gaben. Natoro war der Sproß einer alten westsälischen Familik. die ihren Ursprung wohl im Münsterlande hattvon wo sie auf einen Hof in der Nähe der Stad. Unna kam. Von hier aus ging der Zweig, aus der der westsälische Erzieher stammte, nach Hugen. Eine: seiner Söhne war vermählt mit einer Tochter de wests. Parabeldichters Fr. Ad. Krummacher und ein Schwager des Malers W. v. Kügelgen, des Ver fassers von dem belannten Buche„Jugenderinne rungen eines alten Mannes“. Ein Enkel Natorps Dr. Gustav Natorv, war mehr als ein Viertel jahrhundert Geschäftsführer des Bergbauvereins und in diese: Eigenschaft richtunggebend jür die Arbe. des genannten Vereins. Ein Nachruf nennt ihn einen Mann vom Typus eines Stein und Harkort. Ein Urenkel Natorvs war der berühmte Marburge: Philosoph. Proj. Dr. Paul Natorv. Schließlich man noch erwähnt werden, daß einer der besten Freund streten. Es ist der aus dem Siegerlande stammende Heinrich Jung gen. Stilling(1740—1817), Mönche. Widukind von Corvey(um 950), Schriftstellern seiner Heimat, der nicht nur vieles Freund des jungen Goethe und einer der berün mag wohl der erste Geschichtsschreiber seiner Heimat aus eigener Anschauung kannte, sondern dem auch testen Augenärzte. Wichtiger abe Kst in föl“t uns unmill, eine Fülle von wertvollen Quellen zur Verjügung Tätigkeit des großen Arztes ist jü stand. Ein Zeitgenosse Hermann von Kerssenbrochs ist der westsälische Geschichtsschreiber Hermann Hamel; mann(1526—1595). Zuerst ein heitiger Gegner der Resormation, nahm er später die lutherische Lehre an und wirkte als evangelischer Geistlicher an sein. Wenn wir ihn nennen hören, fällt uns unwillkürlich der alte Sach'enherzog gleichen Namens ein Zwischen beiden besteht in der Tat nicht bloß Verwandtschaft des Namens, sondern auch die des Blutes, denn Widukind von Corvey ist ein Oheim Mathildens der Gemahlin König Heinrichs., deren Urahn der berühmte Sach enführer war. Widikind von Corvey gehört also zu den Großen des Sachsen= den verschiedensten Orten(Kamen, Bielefeld, Lemgo. landes, was wir auch daraus ersehen, daß er sich bei Oldenburg). Daneben betätigte er sick in ungemein der Krönung Kaiser Ottos des Großen zu Aachen im fruchtbarer Weise als Schriftsteller, und es mögen der Krönung Kaiser Ottos des Großen zu Aachen in wohl über 100 Schriften aus seiner Feder stammen. unmittelbarer Nähe des Kaisers befindet. Als nicht Die bedeutendste davon ist seine westfälische Resorhoch genug einzuschätzender Grundsatz für seine Be= mationsgeschichte, von der Pros. Kl. Lösfler sagt: richterstattung galt ihm der. sich nicht auf das ihm„Kein Schriftsteller dieser Zeit und dieses Gebietes von anderer Seite Zugetragene zu verlassen, sondern hat die eigenen Erlebnisse und Erfahrungen, die Benur auf das, was er versönlich gesehen und gehört richte von Amtsgenossen, Freunden und Bekannten. hat.„Angaben von Zeitgenossen, für die er nicht den seltenen zeitgenössischen Streitschriften und Trakaus eigener Erfahrung den Wahrheitsbeweis erbrin taten und die Akten, so weit sie ihm zugänglich gen kann, stellt er auch nicht als gewiß hin“. Ueber waren, in gleich umfassender und grundlegender den Wert seiner sächtischen Geschichte fällt Dr. Gerda Weise verarbeitet“. In seinen Beiträgen zur westKrüger das Urteil, daß ihr Verfasser der erste und fälischen Gelehrtengeschichte sucht Hamelmann als beeinzige Geschichtsschreiber des Mittelalters sei. der geisterter Westfale die Verdienste seiner Landsleute die Vergangenheit seines Volkes und die Geschehnisse um die Hebung der humanistischen Bildung darzuseiner Zeit unter bewußt völkischem und nationalem tun und zu preisen. Gesichtspunkte dargestellt habe. Wenn die folgenden westfälischen GeschichtsschreiSasch. Auis aeli dae Lad in haht aili aber das der Recken ist. Was ihm daven wissensund denkwürdig genug war, hat er aus alten Schriften zusammengestellt. Außer seinem Werke über das alte Sachfenland hat er einen kurzen Abriß der gesamten Geschichte von der Erschaffung der Welt bis zum Jahre 1474 versaßt, der wohl von all seinen Büchern— und er schrieb deren viele, meist theolo. gischen und philosophischen Charakters— am meisten gelesen wurde. In 18 Jahren erlebte es 30 Auflagen und zwar nicht nur in Deutschland, sondern auch in zahlreichen ausländischen Städten. In Spanien war es das erste Werk, das dort überhaupt gehohes Alter war Werner länd schelshnsce, Sesch ächslesischiei ler, der bekannte Pfarrer von Elsey. Dessen Aufsätze sind der Zahl nach weit geringer, aber dem Amsange nach größer und nehmen zu den verschiedensten Fragen der Heimatiunde Stellung. Die Echtheit des berühmten Briefes, den 3. Fr. Moeller anläßlich der Abtretung westiälischer Gebiete im Frieden von Tilsit in plattdeutscher Sprache an König Friedrich Wilhelm III, richtete, wird in letzter Zeit angezweiselt. aber noch als die für manchen Menschen seine Seelsorge geworden, wie sie sich kund gib: in zahlreichen Briefen und Schriften, und die sic weit über die Grenzen seines Vaterlandes ausgedehnt hat. Zum Arzt aber gehört der Avotheker, und da wollen wir den aus dem Paderbornschen stammen den Fr. Wilh. Sertürner(1783—1851) nennen, dessen Namen sicher nicht so bekannt ist, al seine Erfindung: das Morphium. Es ist hier nicht der Platz etwas über dieses wichtige Arzneimitte! zu sagen Und nun noch einmal ein Arzt, freilich einer von ganz anderer Art als Jung=Stilling. Es ist der Bochumer Vergarzt Carl Arnold Kortum (1745—1824), und mit behaglichem Schmunzeln gedenken wir seiner„Jobsiade“: Da war ein allge meines Schütteln des Kovfes über die Antworter des Kandidaten Jobses. Kortum war aber aud Freund des Hofrates J. Chr. Fr. Bachrens aus Schwerte. Dieser Mann war in einer ganzes Reihe von gelehrten Diszivlinen zu Hause; Erzicher in Meinershagen. Pfarrer in Schwerte. Doktor der Philosovhie und der Medizin und badischer Hofrat gleich geschätzt in seiner Gemeinde als Arst Leibes und der Seele. Auch in die Tiesen der naturwissenschaftlichen Geheimnisse suchte er einzudringen. d. h. für die damalige Zeit den Stein der Weisen zu finden oder auf künstliche Weise Gold herzustellen Adepten nannte man solche Leute. und Hofra Baehrens ist mit seinem Freunde Dr. Kortum woh. der letzte ihrer Art gewesen. Zum Schluß noch einige Juristen: Caspar Clock aus einem alten Sociter Adelsgeschlechte stammend, wirkte zur Zeit des 30jährigen Kriegeals Kanzler in Minden, Hildesheim und Braunschweig, war kaiserlicher Hospfalsgraf und legte in einem umjangreichen Schrifttum deratt grundlegende Ausführungen über Steuerrecht und Finanz wesen nieder, daß man sich bis in die Gegenwar: auf sie stützt. Gleich große Bedeutung hat der aus Iserlohn stammende Joh. Chr. Pütter(172 bis 1807), der mit 20 Jahren Professor in Göttingen Wertvoll, was besonders das gesammelte Urkun= war. Er galt als der beste Kenner von Recht un denmaterial anbelangt, sind die Arbeiten des sauer Versassung im alten Reich und wurde in schwierige ändischen Kreisgerichtsrats Jah Suibert Sei, Rechtsfällen über die Grenzen des Vaterlandes ale druckt wurde„Bis in sein hohes Alter, war, Vernex ländischen Kreisgerichtsrats Joh. Suibert, SeiRolevinck geistig tätig, betete, arbeitete, studierte und bertz und die des katholischen Geistlichen Niko= Gutachter herangezogen. Für seine Mutterspra schrieb“ sagt sein Uebersetzer. Dr. Ludwig Troß. von laus Kindlinger. Von ersterem stammen die hat er oftmals eine Lanze gebrochen(Briesausschrifihm Er starb im Jahre 1502 an der Pest. die er sich„Landes= und Rechtsgeschichte des Herzogtums West= ten in deutscher Sprache!). und daneben sand bei der ausovfernden Pflege seiner Ordensbrüder salen“ und die„Quellen zur Westsälischen Geschichte“, doch noch Zeit, jeden Tag ein Kavitel aus seine zugezogen hatte. wie sie sich zeigen in Weistümern. Güterverzeich= Bibel zu lesen. Und nun noch 2 Juriten an Als dritter Künder westsälischer Geschichte mag nissen geistlicher und weltlicher Herrschaften. Hebe, neuerer Zeit: Eduard Pavc, der Vater danun auf die beiden Mönche ein evangelischer Pfarrer registern, Ratsbüchern und den zum Teil schwer zu Kürgerlichen Gesenzbuckes und Carl Schmitt aufolgen: Johann Diederich von Steinen gänglichen Werken älterer Schriftsteller(Levold von Plettenberg, der Jurist des Dritten Reiches. aus Frömern bei Unna(1698 1759), dessen West= Northos. Jakobus von Socst u..). Kindlinger, Wenn es auch nur kurze Blicke gewesen sind. disälische Geschichte trotz aller ihr anhaftenden Mänge! schreibt in den mehrbändigen„Beiträgen zur West= wir in die westfälische Gelehrtengeschichte geran## ben, so viel haben sie uns doch gezeigt, daß Westauch heute noch für den Heimatsorscher einfach un= sälischen Geschichte“ über manchersei wirtschaftliche. entbehrlich ist Mit einem geradezu staunenswerten Verwaltungs= und Rechtsnerhältnisse. Daneben verFleiße hat er das riesige Material zusammengetragen, faßt er eine wertvolle Lokalgeschichte von Volmeund geordnet, wobei ihm viele seiner Amtsbrüder stein, deren zweiter Band ausschließlich Urkunden treue Dieiste geleistet haben. So kann man nun enthält. Die zuletzt genannten 4 Geschichtsschreiber auf den Tausenden #iten seiner Westfölischen lebten in der letzten Heälfte des 18. und der ersten Geschichte auch über il gnste Orte Nachrichten finden, des 19. Jahrhunderto. und zahlreiche Urkunden sind im Wortiaute beige: Wenden wir uns nun anderen Gebielen zu, und fügt. Heiße Liebe zur Heimat, Stolz auf sein Volks, zwar zunächst dem so wichtigen der Erziehung. Da jalen nicht bleß das Land der vielgenannten Die köpfe ist. sondern daß es auch in diesem Lande zu allen Zeiten kluge und gescheite Könfe gegeben hat Literatur: Westfälische Lebensbilder. Bis jetz: 4 Bände. Dr. H. Detmer. Leben und Schrifte# H. v. Kerssenbrochs. O. Natorv, B. Chr. Ludm Natorv. H. Neurik. Ein heimischer Adept(Mest salenland 1928). „Mbteilung Winter?... Deitter Stock, Eennier 87 Aks ich Rauhreit kaufte... Eine meckwüedlige Geschichte von Christian Bock Es muß wohl so gewesen sein, daß ich die sonderbare Begebenheit träumte, die ich hier, so gut ich sie noch weiß, erzählen will. Ich bin nicht so unbedingt überzeugt, daß ich sie nur träumte, aber weil sie anders allzu sonderbar wäre, muß es wohl so gewesen sein. Ich betrat ein großes Gebäude, das mitten in der Stadt lag, ein Geschäftsgebäude wie andere, mit vier, fünf Stockwerken, mit breiten Treppen und langen Korridoren, die mit den Türreihen links und rechts wie technische Alleen sind— so ein Gebäude war es. Unten am Eingang saß auf einem Stuhl ein Mann mit einer Dienstmütze und fragte nach m nnem Begehr. „Ist hier das Büro für Jahreszeiten?“ fragte ich. „Gewiß,“ sagte er, wollen Sie zur Abteilung Winter? Dritter Stock, Zimmer 64.“ „Dankeschön!“ Ich ging geradeaus zur Treppe hin und stieg langsam hinauf. Aber gerade vor der Treppenwendung las ich dann auf der gegenüberliegenden Tür die Nummer 64 und darunter:„Abteilung Winter." Man schien mich drinnen schon zu kennen. Die Sekretärin grüßte, wie man einen alten Kunden grüßt.„Ach, einen Augenblick— ich werde Herrn Neumann rufen!“ Damit ging sie ins Nebenzimmer, und ein Herr, offenbar Herr Neumann, kam gleich danach heraus. „Nett, daß Sie so frühzeitig da sind,“ kam er auf mich zu.„Bitte, nehmen Sie doch Platz!“ „Danke, danke!“ Dieser Neumann kam mir wirklich schon bekannt vor, und ich kann es nicht leugnen, auch die Räume glaubte ich einige Male schon gesehen zu haben. „Ja“, sagte Herr Neumann„der Winter steht vor der Tür“. „Der Winter?— Ja, gewiß,“ beeile ich mich,„gewiß, der Winter steht vor der Tür.“ Herr Neumann rieb sich die Hände. Es schten ihn außerordentlich zu freuen, daß ich seine Bemerkung bestätigte.„Wir werden Sie sicherlich“, sagte er,„auch in diesem Winter zu Ihrer vollsten Zufriedenheit bedienen. Schließlich arbeiten wir soviele Jahre schon zusammen, nicht wahr—— Also, zuerst käme ja wohl Rauhreif in Frage.— Einen Augenblick!“ Er dreht sich um und rief einem Herrn, der hinten an einem Schreibtisch arheitete, zu:„Ach, Herr Dimank, geben Sie doch mal die Rauhreifproben her!" Dann wandte er sich wieder mir zu:„Also, Rauh„Ja, Rauhreif“— sagte ich, ohne doch eigentlich die Situation zu begreifen. Aber er ersparte es mir, weiter zu sprechen. Mit dem Eifer eines Provisionsvertreters fing er an auf mich einzureden:„Sehen Sie, wir haben in diesem Jahr ganz besonders zarte Muster, und die Konstellationen in der Witterung sind außerordentlich günstig, es wird sich alles recht lange halten können. Sehen Sie bitte hier!“ „Eigentlich“, sagte ich,„bin ich für Rauhreif gar nicht so zu haben. Wie eine Torte sieht die Welt da aus. Als wäre da einer in der Nacht mit einer Tortenspritze herumgegangen und hätte überall dies Weiße hingespritzt, die Dachrinnen hin, die Häuserecken herauf und herunter———“ „Aber—“ versuchte Herr Neumann einzuwenden— „Ja“, sagte ich schnell,„ich weiß, es ist ja alles rührend nett gemacht— sogar die dünnen Telegraphendrähte entlang, wie hingepinselt, wie machen Sie das eigentlich?— Aber sehen Sie, dann kommt nun nachher die Sonne und beleuchtet das Ganze, es glänzt sich eins———“ Der Verkäufer wurde plötzlich pathetisch, sein Gesicht leuchtete:„Nicht wahr, die Welt glänzt im strahlenden Licht——“ Ich mochte diesen Ton nicht und unterbrach ihn kurzerhand:„Ja je, ich weiß, ich weiß, aber sehen Sie, Herr———.“ „Neumann, Neumann!“ „Ach, ja ja, Herr Neumann.— Also, was ich sagen wollte: Zuviel Effekte, Herr Neumann, zuviel Effekte!“ Er sprach unterwürfig, wenn er etwas sagte, aber doch entschlossen, etwas zu verkaufen.„Sie waren doch im letzten Jahr", meinte er,„sehr zufrieden mit unserer Ware, wenn ich mir erlauben darf. Sie daran zu erinnern, Sie äußerten sich sehr lobend—— Und wenn Sie in diesem Jahr für den Rauhreif etwa besondere Wünsche haben sollten, wir kommen Ihnen gern entgegen.“ Ich schnitt ihm die Rede ab:„Also, etwas Rauhreif muß ich ja wohl haben, sonst beschweren sich die Leute und— gut, das ich daran denke— die Amateurphotographen vor allem. Schon ihretwegen muß man es ja machen. Aber sagen Sie, was Sie wollen, sch finde in dem ganzen weißen Geglitzer keinen Funken Ernst—. Gewiß, immerhin, die ersten paar Stunden morgens sieht es sehr nett aus— „Nicht wahr?— Wieviel darf ich notieren?“ Er hielt seinen Bleistift bestellfertig in der Hand. „Wieviel—“ wiederholte ich zögernd,„also, ungefähr wie lm letzten Jahr.“ „Gewiß, ich werde die genaue Zahl auf der letzten Rechnung feststellen lassen.“ Er notierte den Auftrag. „Wie ist es,“ fragte ich,„in diesem Jahr zu Weihnachten mit Schnee?“ „Selbstverständlich". Er sah aus seinem Bestellbuch auf.„Wir werden unser Möglichstes tun, Sie weitgehendst zu berücksichtigen. Aber Sie wissen ja selbst, Weihnachten ist die Nachfrage groß, wir reichen nie ganz aus, und wir ahnen auch selbst noch nicht, wieviel wir in diesem Jahr zur Verfügung haben. Aber soweit wir den Bestellungen irgend nachkommen können—— „Weihnachten ohne Schnee“, warf ich ein, „ist nun mal nichts". „Gewiß nicht, nein. Sie haben völlig recht.“ „Aber hören Sie“— ich trommelte mit den Fingern auf den Tisch—„liefern Sie mir nicht so ein nasses Zeug, das gleich auseinanderschmilzt oder garnicht erst liegen bleibt, nicht wahr.“ „Aber nein, aber nein!“ Abwehrend sagte er das, als sei es ganz unmöglich, daß er schlechten Schnee liefern könnte. „Es soll auch nicht so heruntergefegt kommen“, sagte ich weiter,„schön langsam soll es fallen, richtig herunterschweben, verstehen Sie, große, dicke Wattebäusche—“ „Ja, selbstverständlich. Die Schneeproben sind leider noch nicht da, sonst würde ich sie Ihnen zeigen, aber ich weiß schon, was Sie haben wollen.“ In diesem Augenblick ging hinten eine Tür auf. Ein Mann im blauen Monteuranzug rief herüber:„Herr Neumann, zum Gewitterspeicher!“ Herr Neumann entschuldigte sich sofort und ging. Vor mir klapperte eine Sekretärin auf der Schreibmaschine.„Sagen Sie, Fräulein“ wandte ich mich an sie,„könnte man da nebenan mal hereinschauen, nur so weil es mich interessiert?" „Aber gewiß, bitte schön!“ Es war eine Tür mit der Aufschrift„Abteilung Luftbewegungen“, die meine Neugier erregte. Ich ging hinein und ging, zögernden Schritts, durch ein paar Büroräume. Offenbar hatten die Angestellten. Mittagspause, die Räume waren leer, die Schreibtische aber waren unaufgeräumt. Ich ging weiter durch fünf, sechs, sieben Räume. Irgendwie kam ich plötzlich durch eine Tür ins Freie und stand ganz unerwartet in einer Straße, die ich sehr gut kannte. Ich drehte mich um, aber die Tür, durch die ich herausgekommen war, fand ich nicht mehr. Ich sollte ja doch mit dem Neumann weiterverhandeln, dachte ich—— Frost wollte ich noch bestellen.—— Aber dann schien mir alles wieder allzu unwahrscheinlich. Ueberhaupt vergaß ich das Erlebnis ganz. Erst später fiel es mir wieder ein, ich konnte mich auch nicht an alles mehr so genau erinnern, und ich weiß, wie gesagt, auch nicht, ob es eigentlich geträumt war oder nicht. Es muß wohl so sein, daß ich es einmal träumte. Um Kopl und Kragen Der Bauernkrieg ging in Brand und Blut seinem Ende zu. Wer der Rache und dem Gericht entronnen, rettete sich in sein Dorf, wähnend, daß er nun in Schutz von Heim und Hütte geborgen sei. Aber noch von Pflug und Pferd hinweg zerrte der Haß sein letztes Opfer. Da der Truchseß von Waldburg, der die Bauern niedergerungen und niedergeritten, in das Haus Babenhausen einmarschierte, gedachte er, es in Asche zu legen, weil es lange Zeit hindurch eine feste Stätte seiner Widersacher gewesen war. Veit von Rechberg aber, dem das Dorf zu eigen gehörte, bat für die Hütten, weniger den Dörflern zulieb als zu seinem eigenen Nutz; aber er mußte dem Truchseß geloben, daß er den besten Mann der aufrührerischen Beuern vor das peinliche Gericht stelle. Dieser Auserlesene war ein prächtiger und gewandter Kerl, der ehemals ein Fähnlein geführt; den ergriff der Graf also, daß er ihn durch Strick oder Schwert vom Leben zum Tode bringe. Als nun schon der Stab über den Gefangenen gebrochen war und er zur Richtstätte gebracht werden sollte, brach auf einmal der helle Schrei eines Weibes aus der Mitte des Volkes. Der Graf ließ die Jungfer, denn eine solche von knapp zwanzig Jahren war es, vor sich führen und herrschte sie baß an, wie sie sich unterstehe, in den Rat des Gerichts hineinzuschreien. „Das ist ein gutes Recht" antwortete sie unerschrocken,„daß eine Jungfrau den Verurteilten lösen kann. Ich begehre ihn zum Manne!" Da lachte der Graf laut auf, und selbst der Bauer sah die Maid mit weiten Augen an: War es doch seine eigene Schwester, die sich ihm zum Weibe antrug. Auch die Bauern, die da hinter dem sperrenden Stricke standen, wußten das Ungeheuerliche nicht zu fassen und bangten um die Kühne Der von Rechberg fand sich zuerst:„Hat dich der Salan geblendet, daß du dermaßen gegen Gottes heilige Gebote freveln willst! Soll ich dir zu Willen sein, so magst du einen Tag in deiner Lust brennen; aber morgen werde ich dann deinen Kopf neben den seinen legen!“ „Das werdet Ihr nicht tun, gnädiger Herr". kam es furchtlos„wer der Sünde zuträgt, kann auch der Strafe nicht entlaufen! Das ist altes Recht, das vor keinem Kopfe halt macht. Auch vor Eurem nicht!“ Jetzt wurde der Graf erbost Solle er sich von einer Jungfer narren lassen, daß sie ihm seine eigenen Worte wie ein Netz über den Kopf werse? „Aber wo im Deutschen Reiche ist's denn verstattet, daß eine Schwester den Bruder freie!“ „Das Recht spricht nur von einer reinen Jungfrau, es steht aber mitnichten dabei, daß die Schwester von dieser Gnade ausgeschlossen sei“, ward ihm Antwort,„so Ihr verlangt, daß ich mein Begehr fahren lasse, da müßt Ihr zuvor Euer Urteil zerreißen; denn eins hängt am anderen!" Und sah den Grafen mit lächelnder Listigkeit an. Da erst erfaßte der Edelmann der Jungfer ganze Schalkhaftigkeit und Klugheit, die ihn wie mit scharfen Zangen seiner eigenen Worte hielt, und auf Augenblicke wußte er nicht, ob er mit raschem Zorne dareinfahre oder mit huldvoller Wohlgefälligkeit sie gewähren lasse. Dann aber überwog die Freude über die Unerschrockenheit und List der Jungfer sein richtendes Herrentum, daß er sein deutsches Amen dazusetzte; doch bemühte er sich, das Ur. teil so klüglich zu fassen, daß er sich dadurch seiner Herrenwürde nicht begab und sich zugleich gegen den Truchseß wohl salvierte. Also erhob er sich und sprach mit huldvoller Leutseligkeit:„So soll der Dirn ihr Wille werden und ihr der Delinquent zugesprochen werden. Da ich mich selbst aber in den gegenwärtigen Tagen nicht dem Feuer der strafenden Gerechtigkeit ausliefern will, so setze ich die Ehe auf einen gelegentlicheren Termin. Sollte die Dirne des Wartens überdrüssig werden und eine weitere Gelegenheit zur Ehe ergreifen, so soll ihr auch das wohl verstattet sein, und ist dann der Delinquent seines Paktes enthoben und frei!“ Darob erhob sich lauter Beifall, daraus ein Dank und eine Achtung sprachen, und ist durch diese eine erschlichene Gnade die Bindung zwischen Burg und Dorf fester geworden, als sie es je in den harten Tagen vorher gewesen. Ichicksal der„Bachumo Aus Kanada wird berichtet, daß der seit 1931 verschollene Dampfer„Bachymo“ unweit der kanadischen Küste gesichtet wurde. Pelzjäger, die auf ihren Schlitten an den Rand des Meeres gelangten, erblickten das Schiff. Es war in Packeis eingeschlossen und wurde, die Masten dicht mit Eiszapfen besetzt, eine zersetzte Flagge am Heck, von den wandernden Eismassen nordwärts weitergeschoben. Die„Bachymo“, die nun zum siebenten Male seit ihrer letzten Ausfahrt auftaucht, gehört zu jener geisterhaften Flotte, die, vom Eise der Arktis getrieben, durch die nördlichen Meere wandert und die alte Legende vom Fliegenden Holländer fortleben läßt. Seltsame Schicksale verknüpfen sich mit diesen Schiffen, die häufig bis in das Gebiet transDie Kreine Keraute Du hast sie einmal irgendwo gehört, da warst du noch ein kleines Kind. Du saßest am Rande eines sonnigen Kornfeldes— die Dächer des Dorfes funkelten rot in der Morgensonne. Und alles um dich her atmete den Frieden und die heitere Ruhe eines Sommermorgens auf dem Lande. Neben dir in den Telegraphenstangen sang es ganz fein, und sie rochen so gut nach trockenem Holz in der Sonne. Du stütztest das Gesicht auf die kleinen Fäuste und träumtest vor dich hin, während du den im Wind wogenden Halmen zusahest. Da zog es die staubige Landstraße herauf— ein mit zwei mageren Pferdchen bespannter Planwagen, mit roten Blumen vor den winzigen, weißen Fenstern und einer Unmenge schwarzhaariger Kinder, die nebenher trabten. Und ganz nahe bei dir— während du mit großen Augen dem allem entgegenblicktest— hielt der Wagen. Die beiden struppigen Pferdcen senkten die Köpfe und rupften mit ihren weichen, rosigen Mäulern das harte Gras neben dir am Wegrand. Und aus dem Innern des Wagens tönte jäh eine dunkle, süße Melodie— ein kleines Lied, das dir fremd war und dich doch sonderbar in seinen Bann zog. Das sonnige, gelbe Kornfeld mit dem roten, leuchtenden Mohn und den blauen Kornblumen, die im Wind rauschenden Halme, der blaue Himmel darüber mit den verwehten, welßen Wölkchen, der starke und bittere Holzgeruch der Telegraphenstangen, die roten, nahen Dächer des Dorfes— alles schien dir plötzlich wie verklärt.: Du warst noch ein Kind, aber du drücktest den kleinen, blonden Kopf an die Knie— und weintest und wußtest selbst nicht warum. Diese sanfte, kleine Melodie hatte dein Herz angerührt— und der Sommermorgen war so herrlich, das Ganze dir so neu und doch vertraut, daß du dich der Tränen, die so jäh in deinem kleinen Herzen und in deinen Augen brannten, nicht erwehren konntest. Vielleicht empfandest du unbewußt, wie süß und schmerzlich zugleich es war, ein Kind zu sein, ein Kind— das ganz allein in all der Sonne am Rande des Kornfeldes saß, den fremden, schwarzhaarigen Kindern zusah, die sich um eine Scheibe Brot balgten, und das der kleinen Melodie lauschte, mit aller Kinderandacht.— Dann vergingen viele Jahre, und du wurdest erwachsen, ein Mensch, den viele Erlebnisse von seiner Kindheit trennten, daß er sie schon ganz vergessen hatte, sich nicht mehr erinnern konnte. Aber eines Tages, während du bei einer Vorstellung in einem Wanderzirkus saßest und dem bunten Programm folgtest, erklang plötzlich jene kleine, längst vergessene Melodie— jenes fremde, süße Lied, zu dem ein kleines Mädchen mit seiner Puppe tanzte, denn es war ein Wiegenlied! Und etwas in dir fing an— wie damals— zu lauschen... Alle Jahre, die dich deine Kindheit vergessen ließen, fielen von dir ab— und der lange vergangene Sommermorgen kehrte wieder. Nun verstandest du die Tränen, die du damals weintest— als Kind! Und wie ein dünner, bitterlicher Schmerz ging es mitten durch dich hindurch— jene sorglose und glückliche Zeit tauchte wieder auf, greifbar nahe und wie betaut vom Schimmer und Schmelz der Kinderzeit. Und du senktest still den Kopf — während das Mädchen im Manegenrund sein Püppchen an sich drückte und mit seiner kleinen, zärtlichen Stimme das einfache, dunkelsüße Lied sang das dich so sehr bezwang und in seinen Bann zog— ganz wie an jenem Sommermorgen, da du noch ein Kind warst atlantischer Schiffahrtslinien verschlagen werden und nicht selten eine ernste Gefahr für den Schiffsverkehr bilden. Der 1300=Tonnen=Dampfer„Bachymo“ ist wohl das jüngste Schiff dieser vom Aberglauben der Seeleute umsponnenen Geisterflotte des Nordens. Im Juli 1931 verließ es den Hafen von Vancouver zu seiner regelmäßigen Reise nach der kanadischen Arktis. Im Nördlichen Eismeer wurde der Wassertank leck. Captain Cornwall fuhr deshalb nach Point Barrow zurück, um frisches Trinkwasser an Bord zu nehmen. Dann nahm das Schiff in den Pelzjägerstationen an der Hudsonbai Pelze an Bord und trat die Rückfahrt an. Infolge der Verzögerung durch die Umkehr nach Kap Barrow aber schnitt das Polareis der„Bachymo“ den Rückweg ab. Das Schiff wurde vom Eis eingeschlossen. Der Kapitän und dreizehn Matrosen errichteten ein Zeltlager auf dem Eis. In der Nacht riß ein Blizzard die Zelte fort. Der Dampfer aber war mit drei darauf zurückgelassenen Matrosen verschwunden. Captain Cornwall und seine Mannschaft stießen nach längerer Wanderung über das Eis auf eine Eskimopatrouille, auf deren Schlitten sie nach zwei Monaten das Schiff wiederfanden. Die drei Seeleute waren nicht mehr aufzufinden. Doch wurde auf dem Tisch der Kajüte ein seltsames Buch entdeckt, das den Titel „Die heilige Messe des weißen Teufels" trug, ein Betbrevier, geschrieben von drei irren Menschen. Der Kapitän und seine Leute retteten die größte Zahl der Pelze aus der„Bachymo“. Eines Nachts aber wurde das Schiff wiederum fortgetrieben. Eine Rettungsexpedition erreichte die auf dem Eis zurückbleibende Besatzung und brachte sie und die Pelzlast glücklich heim. Das Schiff aber kreuzt seitdem durch die Arktis und trotzt allen Stürmen und dem Druck des Eises. An der Westküste Kanadas ist es mehrfach gesichtet worden, und die Seeleute haben ihm den Namen„Schiff der versorenen Seelen“ gegeben. Vor einigen Jahren sichteten Eskimos das treibende Wrack des russischen Dampfers„Polotowski“, der im Dezember 1915 bei St. Michael vom Packeis eingeschlossen wurde und im Frühjahr 1916 nach einem furchtbaren Sturm spurlos verschwunden war. 1845 reiste eine englische Forschungsexpedition mit den Schiffen„Terror" und„Erebus" nach der Arktis. Die Schiffe blieben mit ihren 129 Mann Besatzung verschollen Vergeblich suchte eine ganze Flotte von Schiffen nach ihnen. Erst 1897 trieb ein Sturm acht vereiste Ruderboote an den Strand Kanadas an die die Namen der beiden Schiffe trugen Und zehn Jahre später begegnete ein Dampfer im Nordatlantik einem alten ganz eisbedeckten Wrack, das— wahrscheinlich— die„Terror“ mar. Freude- Humor# RatenIm Tacken verstenen sich ale Garker Er und Sie— in den Dem Menschen ist das Leben nicht leicht gemacht. Noch schwerer als im wirklichen Leben aber hat er es in den Witzblättern rund um den Erdball Denn das Lachen besorgen die Leser. Die Helden der Witze aber schlagen sich verzweifelt mit den Tücken des Daseins herum, verehelichen sich nur mit Ach und Krach, erleben an ihren Kindern nur Kummer, sind meist mit wahren Tanthippen verheiratet, geraten leicht auf Abwege, fliehen in den Beruf, kommen dort vom Regen in die Traufe, haben immer Geldsorgen und machen schließlich mit ihren Autos, ihrer letzten Erholung und Freude, noch die traurigsten Erfahrungen.. Da diese vielgeplagten Witzblatthelden aber zuletzt doch ihre Vorbilder im Leben haben, lachen die Witzblattleser in Wahrheit über ihre eigenen Leiden. Und diesen Trost kann man ihnen wohl gönnen. Im übrigen ist nichts so verständlich von Tokio bis Berlin und von Stockholm bis zum Kap der guten Hoffnung wie ein guter Witz. Im Lachen über allgemeinmenschliche Sorgen und Schwächen wenigstens verstehen sich die Völker. Lachen wir einmal mit! Vor der Ehe „Hat dich deine Verlobte über materielle Dinge befragt?“ „Doch, ich erzählte ihr, daß ich selbst nichts habe, daß ich aber einst einen reichen Onkel beerben werde.“ „Na, und?“ „Nichts! Sie ist meine Tante geworden!“ (Expreß humorystvczuy, Polen.) * „Sie sollten sich endlich verheiraten— schon Ihrer Gläubiger wegen!“ „Wieso? Wenn meine Gläubiger Geld brauchen, sollen sie doch selbst heiraten!“ (Le Rire, Frankreich.) * „Drohte er dir, bevor er dich küßte?“ „Ja, Papa! Er sagte: wenn du schreist, küsse ich dich nie wieder.“ (Wroble na dachu, Polen.) * „Gratuliere mir, Paloma! Heute mittag hat Herbert mich gebeten, seine Frau zu werden.“ „Das überrascht mich nicht. Gestern bat er mich darum, und als ich nein sagte, rief er verzweifelt aus, jetzt wäre er zu allem fähig.“ (Caras y Caretas, Argentinien.) * Junge Ehefrauen und ihre Sorgen „'n schönen Hecht, junge Frau? Lebend!“ „Ja, ja, aber ist er auch frisch?“ (Answers, England.) * Kundin:„Geben Sie mir bitte ein Stück Fleisch ohne Fett und ohne Knochen oder Knorpel Auch ohne Sehnen.“ Metzger:„Nehmen Sie da nicht besser ein Ei, gnädige Frau?“ (Answers,, England.) * Ehemann:„Was ist geschehen? Warum trägst du ein Pflaster über dem linken Auge?“ Sie:„Pflaster? Das ist mein neuer Hut!“ (Pearson's Weekly, England.) * Nicht alle Frauen sind Engel... „Ehe ist wie ein Hafen, in dem sich zwei Schiffe treffen, Witzblättern der Welt „Na, da muß ich einem Kriegsschiff begegnet sein.“ (Hiemmet, Norwegen.) * „Stimmt es. Herr Doktor daß die verheirateten Männer länger leben als die unverheirateten?“ „Ausgeschlossen"— es kommt ihnen nur so vor.“ (Sie und Er. Schweiz.) * „Gnädige Frau, Ihr erster Mann war wirklich ein ganz reizender Mensch— ein Jammer, daß er so früh sterben mußte!“ „Ja, ja, das sagt mein zweiter Mann auch immer!" (Lafayette Lyre, Frankreich.) * Nachbar:„Sag mal Heini, seit du verheiratet bist, hast du immer solch schön geflickte Hosen an. Nette Gemahlin, nicht?".. Heini:„Hm, jo, das ist aber auch erst so. wo sie mich'lehrt hot!“ (Schweizer Illustrierte.) * „Ich sehe, Sie taugen zum Nachtwächter nicht! Ich brauche jemand, der die ganze Nacht auf der Lauer liegt!“ „Ja, Herr, dann ist es besser. Sie stellen meine Frau an.“ (Hot Lowen, Holland.) * Sie:„Francesco, was bedeutet dieses schwarze Haar auf deiner Jacke?“ Er:„Das bedeutet, daß du mir die Jacke nicht mehr abgebürstet hast, seit du blond geworden bist.“ (Gazzettino Illustrato. Italien.) ... aber auch nicht alle Männer sind vorbildlich „Hermann, das geht nicht mehr so weiter! Vorgestern nacht kamst du gestern nach Hause — gestern nacht kamst du heute nach Hause— wenn du heute nacht morgen nach Hause kommst, dann kannst du aber was erleben, das will ich dir nur sagen!“ (Schweizer Illustrierte.) Geschäftsinhaber:„Warum haben Sie Ihre vorige Stellung verloren, Fräulein?" Junges Mädchen:„Weil ich dabei erwischt wurde, wie ich meinen Abteilungschef küßte.“ Geschäftsinhaber:„Sie können morgen früh bei mir anfangen!" Spekulieren oder aut schkalen-? Ruhlos wandelt immer wieder Er im Bette auf und nieder. Ihm ist jämmerlich und kläglich: Seine Werte sinken täglich. Schläfst du aber lieber so Wie der Mann im Bilde zwo. Willst du meiden jeden Schaden. So kann ich dich gut beraten: Zeichne Reichsanleihe! (Zeichnungen von Dr. F. Oechsner: Scherl=M) Geldsorgen aber schonen weder Geschlecht noch Alter Der Sternengucker deutete auf eine Sternengruppe und sagte:„Unhei!! Diese Sterne künden, daß ein schwarzer Mann, den Sie fürchten, bei ihnen eindringt, um sich ihres Geldes zu bemächtigen, ehe sich der Mond erneut. Haben Sie eine Ahnung, wer das sein kann?"—„Ja“. antwortete der wißbegierige Familienvater, „das kann nur der Kohlenmann mit seiner Rechnung sein.“ (Chicago=News.) * Herr Török bespricht mit seiner Frau das Reiseprogramm. „Fahren wir nach Abbazia“. sagte Frau Török. „Das wäre fein! Aber woher nehmen wir italienisches Geld?" „Wir können ja auch nach Deutschland.“ „Gut, gut, aber wo bekomme ich die dazu nötigen Mark?“ „Was meinst du mit Polen?“ „Woher nehme ich Zlotys?“ Frau Török gibt sich geschlagen.„Dann bleiben wir eben hübsch zu Hause.“ „Gut, gut“, sagt Herr Török melancholisch, „woher nehmen wir aber bloß Pengös?“ (Szinhazi Elet. Ungarn.) * „Wir haben uns lange nicht gesehen, Hert Müller!" „Stimmt. Zinsen sind es genau dreiundzwanzig Fränkle und dreißig Rappen lang!“ (Schweizer Illustrierte.) (The Age, Australien.) Wenn der Nikolaus kommt— Schuhe vor die Tür! Oben: Ein ganz Schlauer erwartet den Nikolaus. Sein Beruf erlaubt ihm das ohne kostspielige Vorbereitung.— Unten rechts: Einer, dem der Nikolaus bestimmt nichts bringt, denn er vergaß, seine Schuhe auszuziehen Unten links: Ofenrohre über die Stiefel gestülpt, „erhöhen“ die Freude.— Horst v. Möllendorf M. Schachaufgabe von Vittorio de=Barbieri 'Enigmistica Popolare 1934, 1. Preis Matt in 3 Zügen Geographisches Silbenrätsel 0— ca— cam— ce— de— dee— dor— dorf dun— e— e— e— ei— en— en— esch feld— frey— frie— ge— he—1— jo— ko kols— kre— ku— lei— li— lim— ma mat— na— nau— ni— ni— oetz— pa pe— que— qui— ran— ran— ri— rings sche— so— spe— stadt— ster— strop— tal tau— tem— we— za. Aus vorstehenden 56 Silben bilde man 20 geographische Namen, die in ihren Anfangs= und Endbuchstaben. beidemal von vorn nach hinten gelesen, ein Sprichwort ergeben. Die Wörter bedeuten: 1. Afrikanisches Küstenland, 2. Russisches Gouvernement 3. Deutsche Kolonie in Argentinien, 4. Italienische Region, 5. Stadt im Rheinland, 6. Stadt in Schottland, 7. Südamerikanischer Freistaat. 8. Kolonie im Grunewald bei Berlin, 9. Stadt in England, 10. Tiroler Alpental, 11. Rechter Nebenfluß des Rheins, 12 Vorort von Berlin, 13. Stadt in Niederschlesien, 14. Kreis und Stadt in HessenKassel, 15. Fluß in der Schweiz, 16. Hoher Berg in Argentinien, 17. Stadt in Chile, 18. Stadt in Westfalen, 19. Ostseebad. 20. Tal in Thessalien. Silben=Rätsel bert bo ca chil chin da drem dril drosch ee es gi helm holtz horn il in in ka ke kel ken ket la la lich lu me me mem nach nal ni nun o on vel pez ra ral ri richt ring ro sas se sem set si sli spar ster su te te ter ti tra trich ur ve vi witz. Aus vorstehenden 64 Silben sind 22 Wörter zu bilden, die in der ersten und fünften Buchstabenreihe, beidemal von vorn nach hinten gelesen, einen Ausspruch von Dante ergeben. Die Wörter haben folgende Bedeutung: 1. Pflaumenbranntwein 2. Kleeart 3. Anderes Wort für Täuschung 4. Mietwagen 5. Küchengerät 6. Alvenpflanze 7. Hofsitte 8. Weiblicher Personenname 9. Baumwollgewebe 10. Eigentümlicher Mensch 11. Käseart 12. Nähere Bezeichnung de Nordkapspitze 13. Gebirgsstock der nieder öerreichischen Alpen 14. Spanischer Tanz 15. Bewohner eines Hauses 16. Teil des Daches 17. Mitteilung einer Neuigkeit 18. Anderes Wort für Gekröse 19. Kleines südamerikanisches Pelztier 20. Naturforscher und Physiker 21. Schwebereck 22. Weiblicher Personenname Kreuzworträtsel Waagerecht: 1. Landbezirk, 4. Raubvogel, 7. Vorgebirge des Harz. 10. Teil des Kopfes, 11. Herrschertitel, 12. Nebenfluß der Donau, 13. Städtename, 14. Bad in Hessen=Nassau. 15. Weiblicher Personenname, 17. Stadt in Württemberg. 18. Fruchtentleerte Getreidehalme, 19. Buchstabe, 21. Beamtentitel, 24. Charaktereigenschaft. 25. Scherzname des Nordamerikaners, 27. Erdkundlicher Begriff, 28. Feierliches Gedicht, 30. Genußmittel. 31. Kleiner Meerbusen, 32. Tierwohnung. 33 Singstimme.— Senkrecht: 1. Portugiesische Kolonie. 2. Vorfahr, 3. Grundstoff, 4. Männlicher Personenname (Koseform), 5. Stadt in Schweden 6. Ausgestorbene Rinderart, 7. Haustier, 8. Junges Haustier, 9. Obstbrei, 16. Teil des Baumes, 17. Zeitmesser, 19. Europäischer Gebirgszug, 20. Weiblicher Personenname(Koseform), 23. Chinesische Münze, 24. Anderes Wort für Pöbel, 26. Weinartiges Getränk, 28. Sibirischer Strom, 29. Stadt in Frankreich. Auflösung aus voriger Nummer: Schachaufgabe von A. Briais 1. Ld1—44! Zugzwang! 1.... Sa3Xc4(). 2. SXc4--, KXc4: 3. b2—b3f. 1. Tb5—b8 (). 2. Sd6—c8+ Ke4, 3. La4—c6f 1.... Sa5—f7(); 2. Sd6Xf7+. Ke4: 3. Te7Xe6f. 1.... Th3 beliebig(): 2. Sd6—f5+. Re4: 3. Sf5—93f. 1. Tb5—56(); 2. Sdö- b7. Ke4: Sb7Xcöt. Ein variantenreiches Problem. der Einleitungszug ist nicht leicht zu finden. Silbenrätsel 1. Jrawadi, 2. Choral, 3. Schubert, 4. Anklage, 5. Erdrinde, 6. Telramund, 7. Zirkus, 8. Etikette, 9. Diagnose, 10. Elegie, 11. Naoarra, 12. Dornröschen, 13. Elfe, 14. Roßtrappe, 15. Turkestan.—„Ich schaetze den, der tapfer ist und grad.“ Diagonalrätsel 1. Leipzig, 2. Nerthus, 3. Negativ, 4. Madeira, 5. Catania, 6. Torpedo, 7. Ballade.— Diagonale: Legende. Bilderrätsel Hoch= und Untergrundbahn Kreuzworträtsel a) 1. Pudel, 4. Spuk, 8. Ehre, 10. Ara, 11. Ire, 12. Spinat, 14. Husar, 16. Ger, 17. Lek, 20. Run, 22. Nil, 24. Bader, 26. Traube, 28. Mal, 30. Not, 31. Seal, 32. Atem, 33. Gosse;— b) 1. Pein, 2. Uhr, 3. Dreher, 5. Pan, 6. Ural, 7. Katze, 9. Opal, 13. Jrene, 15. Urubu, 18. Kirmes, 19. Aetna, 21. Rabe, 23. Brot, 25. Elle, 27. Ate, 29. Aas. Gegenbeweis Die zärtlichen Eltern betrachteten ihr Kind. Die zärtliche Mutter sagte: „Es ist mir zum Verwechseln ähnlich. Vater.“ Der zärtliche Vater murrte: „Was du nicht alles sagst! Hast du etwa unser Kind schon einmal zwei Stunden ununterbrochen reden gebört?“ Der Ssctadertimonecr „„„„„„„ 4 B„tnf. Sere. Verigg. Rerlin W. 15 Alle Rechte vorbehallen bei: Horn-Verlag, Berlin W. 35 Vorsichtig lugte Traß um die Ecke des Weidengebüsches und zog sogleich wieder den Kopf zu." Wastung 1550t bt. Artide Dort kam Doktor Martens über die Brücke, „Doktor Martens?“..6a6sic## „Nein, von dem lasse ich mich grundsätzlich nicht behandeln.“ Ziud worum nicht“. dao febt in Richtugg auf den Komzissar zu vom).59) jung st Iich fabe zu so fungen Aerzten Wege ab und schritt em Stück am Fluguser ent mix“, Jarzg, uen.„de zu so jungen Aerzt Dann entstand eine kleine Pause in dem Gespräch. Cornelius rührte sich noch immer nicht von seinem Platz. Schließlich blickte Traß lächelnd zu dem Privatgelehrten auf. „Ich sitze hier wohl auf Ihrem Stammplatz, „Wenn ich ehrlich sein soll— ja. Aber natürlich habe ich nicht die geringste Berechtigung, diesen Platz für mich zu beanspruchen, Herr Kom. 75 F J. vgen Omaian#r Saitg fe da Traß schob ein paar Zweige zur Seite, so daß er von seinem Platz aus den Arzt bequem beobachten konnte,— und jetzt erst bemerkte er, daß Martens einen Rucksack schleppte. Mußte ein ziemliches Gewicht haben, der Inhalt dieses Rucksacks; der Doktor ging ganz gebückt. Jetzt machte er halt, löste die Riemen, ließ den Sack zu Boden gleiten, dehnte und reckte sich. Ganz in der Nähe des verborgenen Beobachters Nun hob er den Rucksack wieder auf, schwenkte ihn ein paarmal am Arm hin und her, ließ Zwei, drei Meter vom Ufer entfernt verschwand der Sack mit seinem Inhalt aufklatschend Mit dem Handrücken wischte sich Martens den Schweiß von der Stirn, wandte sich hastig um und warf einen prüfenden Blick in die Richtung des Moorhofs. Dann machte er zögernd kehrt und schritt den Weg zurück, den er vor wenigen Augenblicken Traß sah ihn über die Brücke gehen, sah ihn auf dem Landweg in Richtung auf die Stadt zu verschwinden..# Teharngse Und wieder zuate es an der Federpose—— Ach was, die Angel mochte nur liegen bleiben. Jetzt war etwas Wichtigeres aus dem Wasser zu Der Kommissar verließ sein Versteck, schritt „Warten Sie, ich rücke ein bißchen zur Seite. Der Weidenbusch hier hat für uns beide Platz. Und Fische genug für uns beide wird es hier hoffentlich auch geben.“ „Ah. Sie haben schon einen ganz tüchtigen Biei veongelt.“„ noch atmar andars: gaangelt, „Ich habe auch noch erwas anderes geangelt, Herr Cornelius.— Sehen Sie mal—“ „Ein Rucksack? Und ein Chausseestein?" Der Gelehrte lachte.„Ja. es ist toll, was die Leute hier manchmal ins Wasser werfen!—— Also, wenn Sie gestatten, werde ich mich dann hier neben Ihnen häuslich niederlassen!“ Cornelius ließ den Worten die Tat folgen. Dicht neben Traß nahm er auf der Grasnarbe „Auf Wiedersehen. Vielleicht treffen wir uns morgen wieder hier?— Petriheil!“ Und eilig schritt er auf die Brücke zu, wo Joseph noch immer auf ihn wartete...14 Gamr „Es ist was ganz Wichtiges,“ sagte Herr Spitzler—. „Ja— und was denn?" „Ein Brief, sagte Herr Spitzler—“ Natürlich war es kein Brief, sondern ein Telegramm. Es würde die erbetene Auskunft aus Verlim seiz,.., 2x. Himners schrit— i1. An der Seite des Hausdieners schritt er eilig den Landweg zur Stadt entlang. Gar nicht schnell genug konnte es ihm gehen. : Vielleicht war es besser, wenn er gleich zur Pot eing:., H antgen seinen Ginach. Oder sollte man ooch entgegen seinen Anordnungen das Telegramm im Gasthof abgegeben haben? So, und da war ja schon die Eisenbahnüberführung! Stop— da wäre er doch beinahe unter das Auto gekommen, das da in scharfer, gewagter Kurve um die Straßenecke schoß. Donnerwetter, war das nicht——? Natürlich war das Martens' Wagen! Der Arzt saß auch am Steuer, und neben ihm—— war das nicht Lena——? Schon um die Ecke, schon verschwunden. Ob das auch Lena Martens war, die da neben dem Arzt gesessen hatte? Jedenfalls ein weibliches Wesen, aber unter der Autobrille und der vorsichtig am Rande des Flusses entlang, bis er an jener Stelle angelangt war, wo soeben Doktor Martens den Rucksack in das Wasser geschleudert hatte. Ja, hier war noch der Fußabdruck des Arztes im weichen Moorboden zu sehen! Hier war Fraß suchte eine Grasnarbe, setzte sich hin und begann, Schuhe und Strümpfe abzustreifen. Dann stand er wieder auf, krempelte die Hosen in die Höhe und schritt zum Ufer zurück. Verflixt, war das Wasser kalt! Wie Eis! **** Aber das half nichts. Zähne zusammengebissen, und dann rein ins feuchte Vergnügen. Der schlammige Flußgrund, fiel ziemlich steil ab. Schon tauchten die Beinkleider des Kommissars ins Wasser, als er endlich dort angekommen war, wo vorhin vor seinen Augen der Rucksack in den Fluß gesunken war. Nun noch rasch die Jackenärmel aufgekremHier nichts— da auch nichts—.— aber dort Roch einen kleinen Schritt weiter hinein.— brrr— und nun endlich konnte er den Rucksack packen. Vorsichtig rückwärts schreitend, zog er ihn mit sich zum Ufer.„ Kommissar Werner Traß war ein vorsichtiger Mann. Ehe er sich um den Inhalt des geretteten Rucksacks kümmerte, rieb er mit dem Taschentuch seine Füße trocken, zog Strümpfe und Schuhe an. Dann erst schleppte er den Sack in das Versteck hinter den Weidenbüschen. Ein alter, schäbiger Rucksack war es, an mehreren Stellen geflickt. Eine Kordelschnur diente als Verschluß,„, Wsgnt.88 Der Knoten war schnell geöffnet. Und dann endlich lag der Inhalt des Sackes vor den Augen des Kommissars frei. Ein Chausseestein! Einer jener vierkantigen, weißgekalkten Steine, wie sie die Ränder einer Landstraße einfassen. 77 Gis Da mochte doch der Henker wissen, warum Doktor Martens harmlose Chausseesteine ins Rasser warf. L. Mstze, Gätung nicht.s Oder halt,— lag des Rätsels Lösung nicht bei dem Stein, sondern beim Rucksack? Hatte der schwere Stein nur dazu dienen sollen, den Sack für alle Zeiten im Wasser verschwinden zu lassen? Nein, der Rucksack hatte nichts Auffälliges an sich,— höchstens ein auf der Rückklappe angebrachtes, mit unverwaschbarer Tusche eingezeichnetes Monogramm: P JI. P—— AI—.— Paul Martens. Also weiter keine Ueberraschung.„ enteast. Auch in den Seitentaschen enthielt der Rucksack nichts. Also doch— der Chausseestein? Und dann näherten sich abermals schwere Schritte dem Versteck des Kommissars. Hastig blickte Traß auf. Sollte Martens ihn beobachtet haben und zurückkommen, um——? Nein, es war Ernst Cornelius, der da Angelrute und Fischbeutel in der Hand, am Flußufer entlanggeschritten kam, jetzt vor dem Weidengebüsch vorüber wollte—— „Hallo— Herr Kommissar Traß?“ „Guten Morgen, Herr Cernelius!“ „Ich dachte, Sie sind auf Verbrecherjagd!" Der Privatgelehrte war stehengeblieben. Nicht wenig befremdet blitzten seine grauen Augen durch die „Vorläufig mehr auf Fischsagd, wie Sie sehen, Herr Cornelius— Sie ja wohl auch?“ *„Ich angele öfter hier im Moor. Der Arzt hat es mir gegen meine Nervosität verordnet“ Platz, legte sein Angelgerät zurecht und schob Staubkappe natürlich nicht mit Gewißheit zu oogemus den boder Zeruif, nicht wahr,— Kri.“ Es hilte auch ebensogut Frau Ursula Cornelus sein können——.„, Jut, Graß, „Ja, ja, ich komme schon—“, knurrte Traß, durch ein mahnendes Hüsteln seines Begleiters aus den Gedanken gerissen. Mit wem war Martens da auf und davon gefahren? Das hatte ja beinahe nach Flucht ausgesehen —— ach, Unsinn! Selbst wenn Martens ein orve“ Privatgelehrter. Aber ich mis schlechtes Gewissen haben sollte—— „Ja— bis jetzt Privatgeleyrier. Aber ich winl bestimmt nicht der Mann danach, eine Partie so mich um einen Dozentenposten an einer süddent schnell aufzugeben und alles im Stich zu lassen. schen Universität bewerben— und deshalb auch„Ja, ja, ich komme schon!“ meine Absicht, das Haus zu verkaufen.“ „Sie sprechen doch sicherlich auch Schwedisch?“ Cornelius schüttelte verständnislos den Kopf. „Schwedisch? Wie kommen Sie darauf?“ „Ein interessanter Peruf, nicht wahr,— Kriminalkommissar?— Ich muß gestehen, daß ich eine gewisse Schwäche für so etwas habe. In der Zeitung verfolge ich jeden Mordfall, und wenn ich mich mal von meinen Arbeiten ausspannen will, dann greife ich oft zu einem Kriminal„* „Sie sind Sprachforscher, nicht wahr, Herr Cornelius?“ „Ach, ich wurde da gestern zufällig Zeuge einer Unterhaltung, die auf Schwedisch geführt wurde, und da habe ich ein paar Worte so ungefähr behalten— und möchte nun gerne wissen, was sie bedenten.„.. gammisser a5 vin „Tut mir sehr leid, Herr Kommissar. Ich bin Fachmann fur die romanischen Sprachen, aber S= hisch—— das heißt, wenn ich mich nicht Herr Spitzler stand in der Tür des Gasthauses und blinzelte in das Wetter. Erst als Traß in Sicht kam, nahm sein Gesicht einen geheimnisvollen Ausdruck an. „Na, und was ist nun?“ „Kommen Sie doch bitte herein, Herr Kommissar.“ Dann standen sie im Gastzimmer. „Also, es ist ein Telegramm für mich aus „Nein, es ist noch nichts für Sie gekommen. — Nein, kein Telegramm,— und auch kein Telephonanruf. 1. Eig. e Und schon war Kommissar Werner Traß wieder auf dem Wege zum Moorhof. Man konnte es immerhin mit einem gewagten Bluff versuchen. Als er über die Brücke schritt, blickte er zum Weidengebüsch hinüber. Cornelius war nicht mehr Dafür aber hockte Larsen auf einer Steinbank neben seinem Haus und schickte kleine Rauchwölkchen aus seiner Tabakpfeife in die blaue Herbstluft. Er erhob sich auch nicht, als Traß zu oy trot,„ Herr Garsen aaur 163„Guten Tag, Herr Larsen,— störe ich?“ „Das tut mir leid. Aber es läßt sich nun einmal nicht vermeiden, daß ich—— vielleicht gehen wir lieber ins Haus hinein?“ „Nein.“ „Und warum nicht?“ „Ich habe keine Veranlassung, Ihnen diese Frage zu beantworten, Herr Kommissar.“ Wieder das alte Versteckenspiel,— aber Traß war nicht willens, sich darauf einzulassen. Entschlossen ging er auf die Tür zu, wollte sie öffnen. Doch dann hatte ihm schon der Schwede den Weg vertreten.„Was fällt Ihnen ein? Mit welchem Recht wollen Sie in mein Haus eindringen?“ „Mit welchem Recht?— das fragen Sie?“ Larsen wandte den Blick ab.„Ich stehe Ihnen ja gern zur Verfügung, aber ich möchte, daß wir hier draußen bleiben.“ „Hm— und wo ist Ule?“ „Beim Torfstechen.“ „Nicht beim Entenschießen?“ Ich verstehe Sie nicht.“ 2 „Das scheint mir auch so, denn sonst würden Sie merken, daß es mir jetzt verdammt ernst ist, Herr Larsen.— Los, geben Sie den Weg frei! Ich will ins Haus!“ „Was unterstehen Sie sich?“ „In meiner-Eigenschaft als Polizeibeamter fordere ich Sie auf, mich eintreten zu lassen!“ Dann ging die Tür auf. Lena. Martens stand auf der Schwelle. Ihr Gesicht zeigte deutlich die Spuren von Tränen.„. Gashaft Wider willen mußte Traß lächeln.„Deshalb Larsen antwortete nicht. Er hatte nur Augen für Lena, die ihn jetzt mit sonderbarem Blick maß, dann nlötzlich zwischen den beiden Männern Fachmann für die romanischen Sxxochen, abge]„Also, es ist ein Telegramm für mich aus Schwedisch——. das heißt, wenn ich mich, nicht Berlin angekommen, nicht wayr, perr Spitzter?“ irre muß ich zu Hause ein Vörterbuch der schwe= gein Felegramm, nicht daß ich wüßte——“ irre, muß ich zu Hause ein Wörterbuch der schwedischen Sprache haben. Das würde ich Ihnen natürlich gern zur Verfügung stellen, Herr Kom„Schade, ich hätte das gerne gleich gewußt.— Na, vielleicht komme ich noch auf Ihr liebenswürdiges Angebot zurück.“„Mun(miuns Dann achteten die beiden Männer schweigend auf ihre Angeln, bis nach einer Weile Cornelius plötzlich wieder das Wort nahm:„Die Frage ist vielleicht indiskret, Herr Kommissar— aber wei es sich gerade um die schwedische Sprache handelt —— steht Ihre Frage irgendwie mit Larsen in Zusammenhang— mit dem Mann im Moor, wie man ihn hier ja nennt?“ „Erraten, Herr Cornelius.“ „Dann verstehe ich nur nicht, mit wem sich „Ein Telegramm, nicht daß ich wüßte——“ „Ja, aber zum Deubel noch mal, warum haben Sie mich dann herholen lassen?“ „Der Brief, Herr Kommissar Traß.“ „Was für ein Brief?“ „Der Brief an Frau Lundfal!“ Traß fühlte, daß er blaß wurde. Sogar die Knie zitterten ihm ein bißchen, und seine Stimme klang heiser, als er erregt hervorstieß:„Was ist mit dem Brief an Frau Lundfal?“ „Ich habe ihn gefunden, oder vielmehr meine Frau! Vorhin räumte sie das Zimmer auf, das ich vorgestern abend Frau Lundfal angewiesen hatte— das beste Zimmer im Haus. Das Gepäck der Dame hatte ja schon gestern der Landjäger abholen lassen, aber in der Waschtischschublade Larsen unterhalten haben soll. Gibt es denn hier lagen noch Kamm und Bürste— ja, und dann H semanden, der Schwedisch sprichts“ der Brief——“ noch jemunben, der Schwedisch spricht?“ „Das möchte ich auch gern wissen.“. Und ruhig schwammen die Federposen auf dem Wasser. Nicht ein einziges Mal hatten sie sich inzwischen auch nur gerührt. „Schlechtes Angelwetter heute, Herr Kommissar. So kurz vor Regen beißen die Fische besser.“ Wenn dieser brave Gelehrte nur endlich den Mund halten wollte. Erstes Gesetz des Angelsportes ist Schweigen. Hallo, da zuckte es an der Angele des Kommissars. Er hatte entschieden mehr Glück als Cornelius. Noch so ein Bursche wie vorhin, dann konnte er mit dem Ergebnis zufrieden sein. Vorsichtig—.— vorsichtig—— „Herr Traß!— Herr Traß!“ Allmächtiger, wer brüllte denn da wie verrückt von der Brücke her? Aergerlich warf der Kommissar die Angel beiseite. Natürlich war inzwischen der Fisch mit dem Köder auf und davon gegangen.„Ja, hier bin ich! Was gibt es denn?“ Er sprang auf und trat aus dem Weidengebüsch. „Herr Spitzler schickt mich— überall habe ich schon suchen müssen.“ Ach, das war ja Joseph, der Hausdiener aus der„Sonne". Was wollte der denn hier? „Herr Spitzler sagt, es ist etwas ganz Wichtor8-. „Ja doch, ich komme schon!“ Wahrscheinlich war für ihn ein Telegramm auf dem Postamt eingetroffen— oder ein Telephongespräch wartete auf ihn. „Komme schon, komme schon.“ Er kramte seine Sachen zusammen, schob das Angelzeug in den Beutel, tat den Fisch dazu und reichte Cornelius die Hand. der Brief——“ Traß hätte sich ohrfeigen mögen! Wie hatte er es aber auch versäumen können, im Zimmer der Ermordeten eine genaue und gewissenhafte Durchsuchung vorzunehmen! Traß, mein Lieber, ich glaube, du wirst alt! Es wird Zeit, daß du an die Pensionierung denkst!— Nein, das hätte er nicht vergessen dürfen! Geben Sie ihn her!“, sggen „Einen Augenblick, ich habe ihn weggeschlossen.“ Aus einem Fach im Aufbau der Theke nahm der Wirt den Brief und reichte ihm dem Kommissar. Ein graues Kuvert, billigste Dutzendware. Die Klappe aufgefetzt, mit Bleistift flüchtig hingeworfen die Anschrift:„An Frau Torda Lundfal, Gasthaus zur Sonne“. Auf der Rückseite kein Absender. Und dann der Briefbogen, liniiertes, Papier, und darauf mit der gleichen Bleistiftschrift—— Nein, das konnte Traß nicht lesen, sicherlich war das wieder Schwedisch. Es war zum Verrücktwerden. Schwedisch— Schwedisch— und nicht einmal Cornelius konnte Schwedisch. „Was steht denn in dem Brief?“ meldte sich Herr Spitzler zaghaft zu Wort. „Haben Sie den Brief denn noch nicht gelesen?" „Aber ich bitte Sie— ich bin doch nicht neugierig, Herr Kommissarl“ „Dann— bitte sehr, zur Belohnung dafür dürfen Sie den Brief lesen, Herr Spitzler.“ Der Gastwirt starrte kopfschüttelnd auf den beschriebenen Bogey., 4t fefen— „Das— kann ich leider nicht lesen—“ „Ich auch nicht! Leider— auf Wiedersehen!“ Traß schob den Brief in die Tasche und verließ das Gastzimmer. Vier Häuser weiter zur Post— maß, vann plotzlich zwischen den beiden Mannern hindurchschritt und den Landweg nach Zaufen einschlug.„„.— Einharte v. 8. Keiner der beiden hinderte sie daran. „Und nun können wir wohl eintreten, Herr Larsen?" Bitte sehr!“. uun dax Hosigse Und wieder wurde Traß von der trostlosen Aermlichkeit des Raumes beeindruckt, in dem der Mann im Moor seine Tage zubrachte, mit niemandem als Gesellschafter als nur einem Knecht, der wegen Totschlag bestraft war. „Darf ich Ihnen wieder ein Glas Milch einschenken?“ Rein, danke. D. Le, an Garmars „Ja, heute brauchen Sie diesen Vorwand nicht mebr.“ 4... t. fam e Ein 2 „Ganz recht. Heute können wir mit offenen Karten spielen, Herr Larsen!— Sagen Sie, die Einsamkeit hier draußen auf dem Moor muß doch auf die Dauer furchtbar für Sie sein!— Ich habe Sie ja jetzt näher kennengelernt und halte Sie für einen Menschen, der sich mit einem solchen Schicksal unmöglich abfinden kann.“ „Sind Sie nur gekommen, um mir darüber Ihr Mitleid auszudrücken?" „Auch deshalb, Herr Larsen!— Und was ich noch sagen wollte: es wäre doch für Sie hier noch eher auszuhalten, wenn Sie nicht so ganz einsam—— „Ule ist ja bei mir.“ „Das meine ich nicht.— Ich finde immer, eine Frau vermag auch die bescheidenste Häuslichkeit wohnlich zu machen.“ „Sind Sie verheiratet?“ „Verwitwet.“ 89.— „Und ich glaube, ein Mädel wie Lena Martens wäre eine gute Kameradin für einen Mann hier draußen im Moor.“ „Kennen Sie sie so gut?“ „So ein bißchen Menschenkenntnis erwirbt man sich ja schließlich in meinem Beruf,“ Larsen lächelte sonderbar.„Wollen Sie den Heiratsvermittler spielen, Herr Kommissar?" „Vielleicht.“ „Ich fürchte, Sie bemühen sich da umsonst.— Ich muß jetzt übrigens ans Mittagessen denken. Ule wird bald aus dem Moor zurückkommen, und Torfstechen ist eine appetitanregende Beschäftigung.“ „Ich muß immer wieder feststellen, daß Sie die deutsche Sprache für einen Ausländer bewundernswert beherrschen, Herr Larsen!“ „Ich war während des ganzen Krieges als Vertreter eines schwedischen Unternehmens hier in Deutschland, Herr Kommissar.“ „Aha, daher auch.— Waren Sie damals hier in dieser Gegend?“ „Nein, nur in Berlin.“ (Fortsetzung folgt.) Nr. 330 Zweiteo Blatt des„Stadtanzeiersfür Castrov=Nauxel und Umgebung“ Samstag, den 5. Dezember 12.0 * Sie murtenden= Biutte Nikolaus und Rnecht Rupreckt Kloplen an— Beim Baumeister des Knusperkäuschens Und macht die Kinder stumm. Sankt Nikolaus geht herum (Alter Volksspruch.) „Was hat der Nikolaus an. wenn er auf die Erde kommt?“—„Einen roten Rock hat er an und eine rote Mütze aus dem Kovf: weißer Peiz ist unten am Rock und oben auf der Mütze, aus Kristall sind die Knövfe und seine Stiefel sind so groß und schwer wie die vom Vater, wenn er im Winter auf die Jagd geht.“—„Und was tut der Nikolaus auf der Erde?" —„Er bringt den Kindern schöne Sachen und die anderen, die nichts kriegen, haut er.“—„Und was Pruar Br uggge 2aAE kuchen werden diese Teile mit Spritzglasur zusammengejügt. Vorher wurden die Fenster ausgeschnitten und mit farbiger Gelatine hinterklebt. Das Dach besteht aus den glatten glasierten Platten. So wachsen die Häuschen rasch emvor. Drei geschickte Honigkuchen=Architekten vermögen hundert dieser Häuschen an einem Tage fertigzustellen. Einer arbeitet dem anderen in die Hand. Der eine schneidet die Platten zurecht, der zweite fügt sie zusammen und der dritte übernimmt die eigentliche Ausstattung. Mit der Spritzglasur, die aus Eiweis und Staubzucker besteht und als Universalmaterial in der Honigkuchenarchitektur gilt, werden die geschnittenen Kanten sauber verdeckt. Auch die Eiszapfen, die vom Dach herunterhängen, werden im Handumdrehen daraus hergestellt. Die Tür wird eingefügt, dann erhalten die Fenster noch eine zierliche Umrandunge und das Dach wird mit allerlei Köstlichkeiten beladen, mit Pfessernüssen. Makronen und kleinen Zuckerkringeln, mit all den Dingen. die die Märchengeschwister Hänsel und Gretel von dem Häuschen“ abbrechen, bevor die Hexe aus dem Innern brummt: „Knusper, knusper, knäuschen, wer knabbert an mei!! nem Häuschen?“ Hunderttausende von süßen Hexenhäuschen dieser Art ziehen alljährlich um diese Zeit in die Welt. Die? kleinsten sind 15 bis 25 Zentimeter hoch, die größten. deren Herstellung mit mehr Sorgfalt erfolgt, erreichen vom Fuß bis zum Dachfirst wohl 50 und 70 Zentimeter. Sie tragen Giebel und Erker, denn es gibt eben auch Leute, die auf diesem Gebiete prunken wollen. Generalseldmarschall von Blomberg zum Winterhilfswerk: Im Vinter-Hilffsverk des Deutschen Volkes 1936/87 kann und soll das deutsche Volk beweisen, daß es eine wahrhaft soldatische Haltung viedergefunden hat. „Einer für Alle und Alle für Einen“ sei heute nicht nur soldatisches Lebensgesetz sondern die Parole für die ganze Nation .3 (Deile.) macht der Nikolaus nachher?"—„Nachher ist er müde und vom Säckeschlepven ist sein roter Rock gans schwarz geworden. Dann setzt er sich eine neue Mütze auf kurz vor Weihnachten, holt sich neue schöne Sachen und jetzt ist er Knecht Ruprecht.. Dieses hin und her von Frage und Antwort spielte sich vor vielen Jahren in den untersten Klassen einer Volksschule ab. Es gehörte zum Adventsvrogramm eines alten Lehrers und begann pünktlich am 5. Dezember, am Vortage des Sankt Nikolaustages. Auch hier findet sich die Vermischung der beiden Märchengestalten Nikolaus und Knecht Ruprecht. Die Kinder hatten sich sogar sinngemäß einen Uebergang konstruiert, wie aus der einen Gestalt die andere wurde und welche Aufgaben sie jeweils zu erfüllen hatten. Die dämmrigen, schneeersüllten Vorweihnachtstage, die rieselnden Flocken und der gespenstische Nebel förderten die Phantasie, ließen Bilder und Gedanken entstehen. die der erwartungsvollen Stimmung dieser Zeit entsprachen. In aller Heimlichkeit mußten am 5. Dezember die Schuhe vor die Tür gestellt werden und ernsthafte Debatten entspannen sich, welches Schuhpaar sich am besten dazu eignete. Einige der Kleinen hatten schon ihre Erfahrungen. Die großen und alten Schuhe, die „Stulvenstiefel“ und die hohen Schnürstiesel hatten sich am besten bewährt. Sie hatten das größte Fassungsvermögen, wenn sie auch nicht mehr sehr schön ausfahen. Die kleinen Mädchen wählten ihre neuesten und besten Schuhe, die nur Sonntags getragen wurden. Hineingelegt wurde der mit vieler Mühe zusammengestellte Wunschzettel. Er enthielt eine vorsorglich aufgestellte Liste der wünschenswertesten Dinge. Niemand glaubte im Ernst daran, diese Herrlichkeiten wirklich in Erscheinung treten zu sehen, aber es war doch schön, sich so das Herz erleichtert zu haben. Manchmal geschahen ja auch Wunder und das kaum erhoffte ging in Erfüllung Der spannungsvoll erwartete Morgen des 6. Dezember brachte die erwarteten weihnachtlichen Vorfreuden: Kleinigkeiten an Spielzeug und den ersten Vortrupv der Süßigkeiten, die bekanntlich immer die Pfeffernüsse sind. Daß die eine oder andere Leckerei noch mit dabei war, war sicher dem unversieglichen Großmut des Nikolaus zu verdanken, der ja an diesem Tage nicht sichtbar in Erscheinung trat und sich erst am Christabend in den Weihnachtsmann verwandelte Uebrigens soll das Urbild dieses segensreichen Kinderfreundes nach der Sage auf den Bischof Nikolaus von Myra zurückzuführen sein. der ein herzensguter Mann war und zur Zeit einer furchtbaren Hungersnot lebte, die Mensch und Tier dahinraffte. Um zu helfen und zu lindern ging er durch die Lande. kam in ein Gasthaus und begehrte etwas zur Stillung seines Hungers. Er rechnete mit ein vaar Erdävseln oder einer Kante Brot. Aber der Wirt kam mit einer Schüssel voll Salzfleisch aus dem Keller heraus. Das kam dem Bischof seltsam vor. Er begehrte zu wissen, woher das Fleisch kam, ging mit dem Wirt in den Keller, der ihm dort eine große verschlossene Tonne zeigte. Der Bischof machte das Zeichen des Kreuzes darüber, im gleichen Augenblick öffnete sich der Deckel und zwei Knäblein sprangen heraus. Der Wirt hatte die Kinder geraubt. um sie zu töten und ihr Fleisch zu verkaufen. Sein Vergehen sand schwere Strafe, die Kinder aber wurden der Mutter zurückgegeben. Von diesem Augenblick an war Bischof Nikolaus der Schutzherr aller Kinder. „Knusper, kuusper, knäuschen...“ Zwischen Nikolaustag und Christabend aber liegt noch eine Spanne Zeit. Die fleißigen Hände, die das deutsche Weihnachtsfest vorbereiten helfen. dürfen in diesen Tagen nicht ruhen. Da sind vor allem als Spezialisten die Pfefferkuchen=Baumeister noch in voller Tätigkeit. Das Kuchenhäuschen, das dem Märchen von Hänsel und Gretel entnommen ist, bildet das unerschöpfliche Modell. Das Baumaterial sind große mittelstarke, sertiggebackene Pfefferkuchenvlatten. Einige haben eine rauhe, steinartige, weißglasierte Oberfläche. Sie dienen zum Aufbau der Mauern andere sind glatt und mit weißer Zuckerglasur bedeckt. Mit dem Minkelmaß werden die Vorderwand, die Hinterwand und zwei Gieb=l aus den Platten geschnitten. Auf einem größeren PsesserGleichmäßige Regelung des Fellbezüger Jeder Volksgenosse wird die not wendigen Fettmengen erhalten Kundenlisten und Haushaltsnachweis Ueber die Regelung des Fettbezuges wird von zuständiger Stelle folgendes mitgeteilt: „Der Fettverbrauch des deutschen Volkes liegt zur Zeit erheblich über dem Verbrauch der Vorkriegszeit. Mit Rücksicht hierauf und im Hinblick auf die Sicherung der vordringlichen Ersordernisse für die Durchführung des im Vierjahresplan zu verwirklichenden großen Aufbauprogramms muß eine Regelung des Fettverbrauchs erfolgen. Hierbei ist es notwendig. in erster Linie dafür zu sorgen, daß die schwer arbeitende, im Vierjahresplan in vorderster Front wirkende deut'sche Arbeiterschaft die Fettmengen erhält, die sie braucht. Der nationalsozialistische Grundsatz des Staates erfordert hier eine ausgleichende und gerechte Verteilung der in Deutschland hergestellten und weiterhin einzuführenden Fettmengen. Es muß ferner verhindert werden, daß die sozial bessergestellten Schichten beliebig viel Fettmengen kaufen können und die minderbemittelte Bevölkerung nicht in der Lage ist, ihren unbedingt notwendigen Bedarf zu decken. Die Fettverbilligung für Minderbemittelte in erweitertem Umfange Die seit drei Jahren von der Reichsregierung durchgeführte Fettverbilligung für Minderbemittelte wird daher im Jahre 1937 nicht nur unverändert durchgeführt, sondern darüber hinaus dahin erweitert, daß ab Januar 1937 diesem Volksteil das Bezugsrecht für Konsummargarine (.63 Mark abzüglich.25 Mark Verbilligung, also .38 Mark je ½ Kilo) in Höhe von bisher 6 Kilo auf 10 Kilo jährlich erhöht wird. Ferner wird ab Januar 1937 einem weiteren Kreis von Volksgenossen, die keine Fettverbilligungsscheine erhalten. deren Einkommen aber nur wenig über dem der bisher in die Fettverbilligung einbezogenen Personen liegt, ein Bezugsrecht für 7 Kilo Konsummargarine im Jahre ohne Verbilligung durch Ausgabe von Bezugsscheinen gesichert. Dabei kommen in der Regel Personen in Betracht, deren Einkommen sich in der Nähe des dopvelten Richtsatzes der öffentlichen Fürsorge hält. Diese Margarinebezugsscheine werden auf Antrag von den Fürsorgeverbänden(Wohlfahrtsämtern) ausgegeben. Um eine gleichmäßige Verteilung der vorhandenen Speisefette auf alle Reichssette vom Erzeuger bis zum Einzelhändler sicherzustellen. hat der Reichsnährstand mit Zustimmung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft die Molkereien und Buttergroßverteiler angewiesen, ihre Abnehmer im gleichen Verhältnis zu beliesern wie im Oktober 1936. jedoch bis auf weiteres nach Abzug von 20 v.., die durch die Reichsstelle für Milcherzeugnisse, Aufruf des stellv. Gauleiters Westfalen=Süd Zum Tag der Nationalen Solidarität Der kommende Samstag, der 5. Dezember, ist der Tag der Nationalen Solidarität. Unter der Parole: „Einer für alle, alle für Einen“ werden namhafte Persönlichkeiten der Partei, des Staates. Vertreter der Behörden und der Wirtschaft, der Presse und des Theaters, der Kunst und des Svortes mit der Sammelbüchse in der Hand an die Ovferbereitschaft der Bevölkerung appellieren. Eine große Helserschar wird wiederum einsatzbereit stehen und bereitwillig die ihr übertragenen Aufgaben lösen. Kein deutscher Volksgenosse darf sich von diesem Hilfswerk ausschließen. Diese neue Schlacht gegen Hunger und Kälte muß in einem groß angelegten Sturmangriff gewonnen werden und einen Sieg erbringen, wie man ihn sich nicht schöner denken kann. Alle müssen helsen, daß ein gewaltiger Sieg im Kampf gegen die Not der Gegenwart folgt, und dieser Sieg soll zeigen, daß das ganze Volk bereit ist zu ovfern für seine notleidenden Volksgenossen. Das Winterhilfswerk 1936=37 hat eine einmütige Geschlossenheit und Ovferbereitschaft gezeigt. Jeder trug dazu bei, die Not und Armut zu lindern. Nicht durch Almosengeben, sondern durch die Ovferbereitschaft aller Stände wurde die wahre Volksgemeinschaft geschaffen. Heinrich Vetter, stellvertretender Gauleiter. Oele und Fette einbehalten und in den Hauptverbrauchsgebieten dem Bedari entsprechend verteilt werden. Aehnliche Anordnungen sind für die übrigen Fette ergangen. Verteilung der Speisefette Um dem Kleinhändler und Fleischer eine gerechte Verteilung der Fette an den Verbraucher zu ermöglichen, werden die Einzelhändler und das Fleischerhandwerk. das bereits im letzten Winter auf privater Grundlage angewandte Verfahren der Kundenliste in erweitertem Umfange und auf zuverlässigen Unterlagen ab Januar 1937 wieder aufnehmen. Um bei der Kundenliste die Personenzahl des einzelnen Haushalts zu berücksichtigen, werden die Eintragungen in die Kundenliste nur auf Grund von Haushaltsnachweisen durchgeführt werden. Noch im Dezember wird den Haushaltungen ein Haushaltsnachweis zugehen, der als Unterlage für die Eintragungen in die Kundenliste bei dem vom Verbraucher selbst gewählten Geschäft Kunoiel.- Mohnungseinrichtungen sowie Einzelmöbel liefert das Sper.-Möbelhaus Gustav Grate khestsrdsderiehen Aufraf zum Tag der nationaten Jotidarikar! Die Erkenntnis, daß jeder seine Lebenserfüllung allein in der Gemeinschaft seines Volkes findet, verpflichtet und zwingt uns gebieterisch zum Einsatz und zur Ovferbereitschaft für unser Volk. Einsatzbereit werden am kommenden Sonnabend die Männer der nationalsozialistischen Bewegung bis hinauf zu den höchsten Amtsinhabern des Staates ihre Staatsbürgerpflicht im Dienst für die Gemeinschaft erfüllen. Castrop=Rauxeler Volksgenossen! Auch an dich wird der Sammler herantreten, auch von dir wird das Ovfer für den unverschuldet notleidenden Volksgenossen gefordert. Denkt daran, daß dein Opfer niemals etwas mit Almosengeben oder Mitleid zu tun haben darf. Ein Opfer trägt immer einen wirklichen Verzicht in sich, darum überlege, ob deine bisherige Gabe an das Winterhilfswerk ein wirklicher Verzicht war und dann erst lege dein Opfer auf den Altar des Vaterlandes. Der Tag der nationalen Solidarität ist der sicht bare Ausdruck für unser gemeinsames Wollen und des unerschütterlichen Zusammenstehens; es gilt, die solidarische Haftung der Gemeinschaft für jedes ihrer Mitglieder zu beweisen. Richte dich danach und erfülle deine Pflicht! Der Kreisleiter der NSDAP. Herne—Castrop=Rauxel Der Kreisbeauftragte des W5W. Nieper Der Oberbürgermeister der Stadt Castrov=Rauxel De. Anton Kreisleiter z. b. V. Masnngung dient. Die Ausgabe der Haushaltsnachweisc wird in gleicher Weise durchgeführt, wie die Personenstandsaufnahme vom 10. Oktober jeden Jahres. In ähnlicher Weise wird die Versorgung der gewerblichen Betriebe, Gastwirtschaften, Bäckereien und Konditoreien, soweit sie vom Einzelhandel bisher bezogen haben, geregelt; als Unterlage für die Eintragung dieser Betriebe in die Kundenliste dient ein Betriebsnachweis, über dessen Aufstellung die zuständigen Wirtschaftsverbände das Nähere mitteilen werden. Hamsterern das Handwerk gelegt Durch diese Maßnahme wird durch einen gerechten Ausgleich dafür gesorgt, daß jeder Volksgenosse die notwendigen Fetimengen erhält, und daß Hamsterern, die zum Schaden der Allgemeinheit immer wieder versuchen, ihr Unwesen zu treiben. das Handwerk gelegt wird. Wenn jeder einzelne den Fettverbrauch nur einigermaßen einschränkt, ist die reibungslose Versorgung sichergestellt; auch dann liegt der Fettverbrauch immer noch über dem Verbrauch der Vorkriegszeit. Es wird erwartet, daß jeder einzelne die Bedeutung dieser Maßnahmen für den nationalen Aufbau erkennt und verantwortungsbewußt sich immer den Grundsatz vor Augen hält: Gemeinnutz geht vor Eigennutz. Stadttreis Castrov=Rauxel, 5. Dezember 1936 Wichtiger Vortragsabend der Alle Volksgenossen sind eingeladen! Seitens der NSDAP. wird am Montag 20 Uhr im Saale der Wirtschaft Thimm(Stadtteil Habinghorst Adolf=Hitler=Straße. Haltestelle BülowPlatz) ein Vortragsabend veranstaltet, zu dem seitens der Partei alle Partei= und Volksgenossen herzlich eingeladen sind. Es spricht der Stoßtruppredner Pg. Dr. Wei mer über das Thema:„Trotz aller Drobungen bauen wir das Dritte Reich". Der Redner wird dabei besonders den Bolschewismus als Weltgejahr. den Vertrag Deutschlands mit Javan und den Vierjahresplan behandeln, so daß er für alle Zuhörer bestimmt viel Interessantes zu sagen haben wird. Daher Losung für Montag: Auf zum Thimmschen Saal! Justizpersonalten beim Amtsgericht Castrop=Rauxel Amtsgerichtsrat Nordhoff ist auf seinen Wunsch zum 1. Januar 1937 an das Amtsgericht Rüdersdorf bei Potsdam versetzt worden. Amtsgerichtsrat Nordhoff war seit Avril 1922 bei dem hiesigen Amtsgericht tätig. Als Vorsitzender des Anerbengerichts, als Grundbuch. und Vollstreckungsrichter ist er mit weitesten Kreisen der Bevölkerung in nähere Berührung getreten. Man Use gegen=Rol Zum Tag der nationalen Solidarilät sieht den beliebten und scheiden. geachteten Richter ungern a brint durh die Reiben der Menichen. Gen hierhin— griss vorthin, und dann wurde sie sichtbar: die Not! „Mensch, ich friere!“ „Mach Klimmzüje, dann wird dir warm!“ Oder: 1„Die Kälte klirrt. als hätt“ ick Daler in der Tasche. Und es is doch dloß Kälte!“ „Wenn et dasor wat jäbe!" Oder ein Kind: e„Mutta, det Hols is alle!“ „Rimm's Stuhlbein!" Immer schritt die Not durch die Reihen... Wer sah sie? Der Nächste? Ab und zu: oher Silberjubiläum auf der Zeche„Erin“ In diesen Tagen konnte der aus der Kolerei der Zeche„Erin"beschäftigte Mauter Gustar Kirste auf eine 25jährige ununterbrochene Tätigkeit im Dienste der GBAG, zurückblicken. Der Silberjubilar erfreut sich als ein fleißiger und" Wer fan sr Der Fauste: Ab und zu: aber tüchtiger Arbeiter des besten Ruses bei seinen Vor=Bselten genug. Denn die Not war ja privat und ging gesetzten. In gleicher Weise ist er auch bei allen den anderen an, den sie angerührt hatte. Wer sah Gefolgschaftsmitgliedern beliebt. Wir wünschen ihm9 sie? Der Künstler? Der Armenpsleger? Der Mann nachträglich ein herzliches„Glück auf“ für den ferne=shinter dem Schalter der Stempelstelle? Ja, manren, hofsentlich noch recht langen und glücklichene cher unter ihnen sah sie. Lebensweg. I. Die Not hatte auch magere Jahre. Dann schuf sie Kokerei Bictor=2 wieder in Betrieb Astille Tragödien der einzelnen— immer noch geDie Klöckner=Werke AG, hat die am 15. Oktober Aber plötzlich ging die Kurve ihrer Eristenz 1930 stillgelegte Kolerei Victor 1/2 wieder in Be= grauenvoll aufwärts. Ihre Macht wuchs ins trieb genommen. Nach Beendigung der Vorberei=gigantische, tungsarbeiten wurde gestern abend der erste Koks“ Sie schritt— sie zielte— sie zielte ausgezeichnet gedrückt. Seit langer Zeit sah man wieder die 1— sie wurde wie ein Maschinengewehr— sie raffte lodernde Glut als ein erfreuliches Zeichen zunehmen= reihenweise— scharenweise— raffte Millionen! der Wirtschaftsbelebung. Neben Kols werden Teet.] Der Hunger feierte Orgien. Ammoniak und Leichtöl erzeugt. Die Batterie ist!] Wenn's warm war, dann 60 Oesen stark und wird hosffentlich recht lange ihrer Zweckbestimmung erhalten bleiben. Kameradschaftsabend für die Gefolgschaft: der Victor-Ickern-Anlagen war wenigstens Hoffnung da. Sonne ist Hoffnung. Aber wenn's kalt war... Elend ohne Ende! Woher nahm sie Macht und Kraft?! Ja woher! Aus der Gleichgültigkeit, aus der Gewissenlosigkeit. aus dem Grausamen der versönlichen Lust, aus der Zu einem Kameradschaftsabend mit Frauen hatte; Gefühlsarmut. Aus dem Gutgehen einzelner, deren der Gefolgschaftsführer der Zechen Victor-Ickern, klingende Beutel praller und praller wurden auf Aus den Amoraliseine Gefolgschaften in den Saalbau der Klöckner=, Kosten anderer. Werke. Adolf=Hitler=Straße, eingeladen. Diesmal Aus den Schieberexistenzen! füllte eine Bauernkomödie„Die drei Eis= schen bären" das Programm des Abends aus. Da der Die lustwandelten über den grauenvollen Teppich etwa 700 Personen fassende Saalbau für eine ein= des Elends, und die Not wuchs ins riesenhafte. malige Veranstaltung in diesem Sinnc zu klein war.I wurde die Aufführung an mehreren Abenden wieder. Alles Lehendige hat einen Feind. Auch die Not. holt, und zwar am 15., 21., 28. und 20. November Ihr Feind heißt Hilse, und am 6. Dezember. An diesen Abenden sollten sich die Gefolgschaftsmitglieder mit ihren Frauen in wahrer Volksverbundenheit kameradschaftlich näherkommen. Schon beim Betreten des geräumigen Saales wird man wundersam eingefangen durch die ruhige und vornehme Innenausstattung. Kein überladener Kitsch. keine grellen Farbtöne beeindrucken das Gemüt. Nach einigen einleitenden Worten, die den Zweck dieser Veranstaltungen unterstrichen, kam der lustige Dreiakter zur Aufführung. Man muß es der Spielschar von Werne schon lassen, die Darsteller und Darstellerinnen hatten schon das Zeug dafür, die einzelnen Personen naturwüchsig zu kovieren. Selber lebte man mit in das Stück hinein und der Humor brach sich in dauernden Lachsalven Bahn. Irgend einen Darsteller der Komödie besonders hervorzuheben, wäre Unrecht an den anderen Jeder spielte seine Rolle mit meisterhafter Geschicklichkeit und stellte damit seinen ausgewandten Fleiß unter Beweis. Die bisherigen Abende brachten jedem Zuschauer die gewollte Entsvannung vom Alltagsleben und reicher Beifall belohnte die Künstler. Herr Rombeck wartete mit guter Schallvlattenmusik während der Pausen auf. Es ist zu erwarten, daß auch der noch ausstehende Abend ein vollbesetztes. Haus und ein dankbares Publikum findet. Eines Tages kam die Hilfe. Sie stand auf gegen die Not. Schritt durch die Reihen. griff hierhin griff dorthin, und dann wurde sie sichtbar. Und da sprach einer, den sie angerührt hatte: „Mich friert nicht mehr!" Und ein zweiter: „Endlich ein warmer Löffelstiel!" Und ein anderer: „Arbeit, das gibt Kraft in die Beine!" Tapser wachsend schritt die Hilfe durch die Reihen. grifs hierhin— griff dorthin, und dann wurde sie sichtbar. Wor sah sie? Der Nächste? Ja. der Nächste! Denn Hilse ist darin anders als die Not. Die Hilse hatte erst schwere Jahre. Damals, als die Not so groß war, daß man nur schrittweise vorwärts kam. Aber hier wurde Licht und da wurde Licht... hier und dort flackerte ein wärmendes Feuer auf, dampfte ein nährender Herd, und so begann die Not ihren Rückzug. Not und Hilfe maßen ihre Kräfte. Es wurde ein Ringen auf Leben und Tod. Aber dann ging die Kurve der Hilfe auswärts. Ihre Macht wuchs ins gigantische! Sie schritt— sie griff zu! „Wir frieren nicht mehr!" „Wir haben satt zu essen!" * Nun hat die Hilse Titanenkraft. Aber woher? Ja. woher? Aus dem geweckten Gewissen, aus der geweckten Verantwortung, aus der Erkenntnis, daß das„Wir" die Aufgabe stellt, die not tut. Die Hilfe schreitet über die sterbende Not! Auch du siehst, du fühlst es doch allenthalben. Und wenn du nicht siehst und nicht fühlst, dann bist du der Zeit nicht wert. in der du lebst. Mühe dich, daß du sehen lernst! Aber Sehen und Fühlen allein genügen noch nicht. Das Tun muß hinzukommen. Mein— dein Tun. auf daß wir mitschreiten in dem Siegeszug. den die Hilfe gegangen sti. Mein, dein, unser aller Tun. Hörst du den Ruf? Jeder— jeder— jeder ist verpflichtet! Stehst du auf der Seite, die die Not nicht sehen will! Oder auf der Seite der Hilse? Du mußt dich entscheiden! Der soziale Wert deiner Persönlichkeit wird danach mitbemessen. Not lehrt beten— Hilfe aber ist erhörtes Gebet. der n5Dnp. Schwars zum 7 5 Kundgebung des Bekleidungs= und Reinigungsgewerbes Die Deutsche Arbeitsfront. Gaubetriebsgemeinschaft„Das deutsche Handwerk", Fachgruppe Bekleidungs= u. Reinigungshandwerke(Schneider. Schneiderinnen, Wäscheschneiderinnen, Stickerinnen. Putzmacherinnen, Schuhmacher, Kürschner. Hut= und Mützenmacher. Färber, Wäscher, chem. Reiniger. Friseure usw.) veranstaltet für die Kreise Bochum. Wanne=Eickel, Wattenscheid. Herne—Castrop=Rauxe! am Donnerstag. dem 10. Dezember 1936. 20 Uhr, in Bochum(Parthaus, Stadtpark) eine Kundgebung mit dem Gauobmann der DAF., Pg. Stein, MdR., Bochum. Gauamtsleiter Handwerk und Handel. Pg. Spratte. Bochum. Reichsfachgruppenwalter und Reichsinnungsmeister Friseure. Pg. Renz. Berlin. Reichsfachschaftswalter und Reichsinnungsmeister Putz. Pg Kaiser, Reichsfachschaftswalter Schneider. Pg. Ostermann, Berlin. Alle Handwerker obengenannter Berufe Betriebsführer und Gefolgschaftler. Meister. Gesellen. Lehrlinge, sind zu dieser Kundgebung herzlich eingeladen. Es wird das Bekleidungs= und Reinigungshandwerk durch vollzähliges Erscheinen beweisen, daß es gewillt ist, sich in den Kundgebungen die nötigen Richtlinien und die Kraft zu holen. um an des Führers Vierjahresplan mit allen Kräften mitzuarbeiten. Kursus für die Fachschaft Schubmacher Der Kursus für die Fachschaft Schuhmacher beginnt am Dienstag, dem 8. Dezember, abends 8 Uhr. in der Werkstatt des Fachschaftswalters Hugo Kessebohm. Castrop=Rauxel 1. Bornstraße 23. Interessenten können sich noch bis zum Beginn des Kursus melden. Die Gebühr beträgt 10 RM., wovon die Hälfte bei der Anmeldung und der Rest S Tage später zu zahlen ist. Kursusleiter ist der Kreisfachgruppenwalter Aug. Kleemeler. Handfertikeitsausstellung Wie alljährlich in der Vorweihnachtszeit wurde auch diesmal in der Nähstube und in der Bastelstunde der Fürsorgestelle„Erin" tüchtig und fleißig für das Christkind gearbeitet. Die übliche Ausstellung findet am 14. und 15. Dezember in dem Kindergarten Erindorf, Marienstraße 3, statt. Zur Besichtigung der von Gefolgschaftsmitgliedern, deren Frauen und Kindern angesertigten Arbeiten, die vormittags von—12 Uhr und nachmittags von —6 Uhr erfolgen lann, wird schon heute herzlich eingeladen. Neue Insassen in den Vogelkäfiger im Stadtgarten Unsere Vogelhäuser im Stadtgarten haben in den letzten Tagen Zuwachs an Insassen bekommen. So wurden u. a. 2 Turmsalken. eine Rabenkrähe und verschiedene Finken= und Ammernarten eingesetzt, die durch ihr munteres Treiben den Beschauern viel Freude bereiten. Die Neuerungen am städtischen Müllwagen Zur Erleichterung der Arbeit der Müllarbeiter Ueber die von uns bereits vor einiger Zeit mitgeteilten Neuerungen an einem der städtischen Müllwagen schreibt jetzt das Städtische Presseamt: „Die Stadtverwaltung hat an einem der Müllwagen vor kurzem eine hydraulische Einkippporrich= tung einbauen lassen. Die recht schweren Kübel mußten vor Einbau der Kivvvorrichtung von den Müllarbeitern mit viel Aufwendung von Kraft eingekivpt werden. Heute hängen die Müllader die Mülltonnen an die Einkippvorrichtung. ein Arbeiter zieht an einem Hebel. die Einkivvvorrichtung faßt die Tonnen von der Erde und hebt das Gefäß hoch. das sich dann selbsttätig entleert. Die Stadtverwaltung hat, als sie von dieser neuen Erfindung erfuhr und sich von der Zweckmäßigkeit überzeugt hatte, im Interesse der Müllarbeiter diese hydraulische Einkivvvorrichtung von der Herstellerfirma Armin Tenner(Berlin) einbauen lassen. Sie ist von dem Grundsatze ausgegangen. dem arbeitenden Volksgenossen alle Erfindungen und Verbesserungen, die es ermöglichen, ihm seine tägliche schwere Arbeit zu erleichtern, zugute kommen zu lassen. Gleichzeitig mit dem Einbau der Einkippvorrich= tung ist das Müllauto auf den Verbrauch einheimischer Treibstoffe umgestellt worden. Zur Verwendung kommt BV.=Treibgas(komprimiertes Gas). das auf den Sticktofswerken im Stadtteil Ickern hergestellt wird. Es ist beabsichtigt, den zweiten Müllwagen demnächst ebenfalls mit den vorgeschilderten Neuerungen zu versehen. Kaminbrand Am 3. Dezember, gegen 18 Uhr, brach bei dem Bergmann., Castrov=Rauxel 2.=Straße 10. durch Ueberheizen des Küchenherdes ein Kaminbrand aus. der die Alarmierung der Feuerwehr erforderlich machte. Nachdem die Berufofeuerwehr Victor der Klöckner=Werke den Schornstein gereinigt hatte, war die Gefahr beseitigt. Schaden ist nicht entstanden. Einbruch in eine Werkstatt 39.70 RM. erbeutet Am 3. d. M. wurde die Werkstatt eines Schuhmachers in der Waldstraße mit einem Stemmeisen erbrochen und daraus eine schwarze Geldbörse mit 39.70 RM. Inhalt gestohlen. Als Täter kommen 2 Personen in Frage. die von den Geschädigten überrascht wurden, jedoch flüchten konnten. Wer hat den Vorfall beobachtet oder kann sonst nähere Angaben machen? Sachdienliche Angaben erbittet die Kriminalpolizei. Zevpelinstraße 11. Vorsicht bei Geldtransporten! Der Polizeipräsident in Bochum teilt mit: In verschiedenen Städten Deutschlands sind in der letzten Zeit mehrere schwere Raubüberfälle auf Bank. und Kassenboten verübt worden. Es liegt daher im Interesse der Geldinstitute, die Geldtransvorte gut zu sichern. Vor allem muß davor gewarnt werden. Jugendliche allein mit der Abholung. sowie dem Transport von großen Geldbeträgen zu betrauen. Aber auch bei Geldtransvorten durch Erwachsene ist größte Vorsicht geboten. Achtung! Radfahrer! 6 Gebote für Nadfahrer. 1. Du mußt auch bei Tage an Deinem Fahrrad einen Rückstrahler haben. 2. Auf Verkehrsstraßzen und in geschlossenen Ortschaften darf grundsätzlich nur einzeln und hintereinander gefahren werden. 3. Du mußt scharf am Rande des Fahrdammes fahren. 4. Du mußt, wenn Du die Verkehrerichtung wechselft, immer die Fahrtrichtung anzeigen. 5. Du darfst, wenn dir Dein Leben lieb ist. Dich nicht an andere Fahrzeuge anhängen. 6. Du mußt, wo besondere Radfahrwege sind, diese benutzen. Radfahrer, beachtest Du diese Gebote, so verhinderst Du Verkehrounfälle und schonst Dein und anderer Leben. Wer war diesen Sommer auf Fahrt? Der Sommer ist dahin. Die Sonne, die uns solange erwärmte und fröhlich machte. scheint nicht mehr. Vorbei ist die Zeit des Vogelgezwitschers, des Grünens und Reisens: vorbei ist damit auch die schöne Wanderzeit. Der rauhe Wintergesell hat Einzug gehalten und das Kommando übernommen. Wer von euch hat da die schöne Sommerzeit nicht zu fröhlichen Fahrten auszunutzen gewußt? Ich glaube annehmen zu dürfen, daß ein jeder von euch einmal das Ränzelein auf den Rücken schnallte, um schöne deutsche Gaue zu durchwandern. Und jeder von euch bewahrt sicherlich noch überreiche Erfahrungen und Erlebnisse in seinem Innersten von dem lustigen Tivvelleben. nicht wahr? Wie wäre es nun. wenn ihr euch einmal hinsetzen würdet, um sie niederzuschreiben und sie im nächsten Heimabend mitzubringen? Es ist nämlich von der Gefolgschaft ein großes„Fahrtenbuch“ eingeführt worden, worin die Berichte der einzelnen Jungen und Gruppen„verewigt“ werden sollen. Wer will da zurückstehen? „Keiner", darf nur eure Antwort sein! Und nun haltet einmal ordentliche Rückschau über eure gemachten Fahrten! Vielleicht befindet sich auch unter euch ein tüchtiger Zeichner, der zu den Schilderungen ein lustiges Bildchen hinzusetzen kann. Also zeigt, daß ihr nicht nur körverlich euren Mann stellt. sondern auch geistig! Zeigt, daß ihr ein solches „Fahrtenbuch“ führen könnt! W. M. Pressewart der Gefolgschaft 18. Nationale Solidarität Der„Tag der nationalen Solidarität“ ist bereits eine traditionell gewordene Einrichtung des Winterhilfswerks. Was Solidarität ist, weiß das im Nationalsozialismus geeinte deutsche Volk wie kein anderes. Mit diesem Wort ist aber in der Vergangenheit ein Mißbrauch getrieben worden, wie er übler nicht gedacht werden kann. Der Marxismus war mit der„Solidarität“ stets rasch bei der Hand. wenn es galt. marxistische Interessen zu verteidigen. Nur waren diese Interessen nicht diejenigen der von den Marxisten verführten Volksgenossen. So mancher Streik stand im Zeichen der„Solidarität“. Und wenn sich die Streikenden nachher den Schaden besaben, dann kamen sie sich elend betrogen und verraten var. Im Zeichen der Solidarität, so wie sie vom Marxismus aufgefaßt wurde. haben sich denn auch rechtzeitig die roten Volksverführer aus dem Staube gemacht. Das deutsche Volk hat in seiner Gesamtheit von dieser salschen Solidarität genug. Es übt heute die deutsche und damit auch die wahre. allen Volksgenossen zugute kommende Gemeinschaft. Wo gab es denn früher ein Winterhilfswerk, das von allen getragen wurde? Wo gab es eine Organisation, die sich um jeden kümmerte und keinen vergaß?. Unser zu einheitlichem Willen zusammengeschmolzenes Volk steht auch aus dem Gebiete der Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft wie ein Mann zusammen. Sind die Wintermonate der Hilfstätigkeit eine lückenlose Kette praktischer und umfassender Solidarität, so bilden die noch eingestreuten Sondersammlungen. und dazu gehört der 5. Dezember als der„Tag der nationalen Solidarität“, besonders starke Glieder in dieser Kette. 3. Klasse der Staatslokterie Der Präsident der Preußisch=Süddeutschen Staatslotterie teilt mit: Die Erneuerung der Lose zur 3. Klasse der lausenden Klassenlotterie ist bis spätestens Freitag, den 4. Dezember 1936. 18 Uhr, bei dem zuständigen Lotterie=Einnehmer unter Vorlegung des Vorklassenloses und Bezahlung vorzunehmen. Die Ziehung der 3. Klasse beginnt am Freitag. den 11. Dezember 1936. 8 Uhr. im Ziehungssaal des Lotteriegebäudes in Berlin. Viktoriastraße Ladeneinrichtungen liefert nsch eigenen u gegebenen Entwünf. in all Holzarten preisw. Friedr. Schweitzer, Schreinermeister Kalser-Friedrich-Strafic 30: Ruf 2062 Winkersport mit„Kraft durch Freude“ Der kommende Winter verspricht gute Wintersportmöglichkeit, denn alle Anzeichen deuten auf Schncereichtum hin. Wir führen im Winter 1936/37 folgende Schikurse durch: 1. Wochenend. bzw. Sonntagskurse in Oberhundem (Neue Abfahrtsstrecke Rhein=Weserturm—Oberhundem). Teilnahme außer Fahrt.60 RM. 2. 14tägige Kurse im Anschluß an die Winterurlauberzüge des Amtes„Reisen, Wandern u. Urlaub“ und zwar in Oberammergau und Ruhpolding. Teilnahme für den Schikursus 10.— RM. 3. Wir führen zwei Schihüttenfahrten von je 14 Tagen durch die aber auch zusammen benutzt und auf 4 Wochen ausgedehnt werden können. Schihüttenfahrt für Anfänger und Fortgeschrittene Spitzingssee—Alm(bei Fischhausen=NeuhausSchliersee). 1. Fahrt: 1. bis 13. Februar 1937. Preis einschließlich Eisenbahnfahrt(=Zug). Unterkunft und Verpflegung(mit Nachmittagskaffee und Gebäck) 92.— RM. 2. Fahrt: 14. bis 27. Februar 1997. Preis einschließlich wie vor 92.— RM. Kombinierte Fahrt für vier Wochen: 1. bis 27 Februar: 154.— RM. Dazu kommen Kursusgebühren für je 14 Tage 10.— RM. Die besten Schilehrer stehen zur Verjügung. Die Kursusgruppen werden nach Erstlingen. Anfängern und Fortgeschrittenen eingeteilt, jede Gruppe wird von einer eigenen Lehrkraft betreut. Höchstteilnehmerzahl: 80 Personen. Bereits heute schon liegt eine ansehnliche Zahl von Anmeldungen vor. Wir empfehlen daher allen Säu migen keinen Tag mehr zu zögern, sondern sich schnellstene bei dem nächsten Kreisamt. Orts= oder Betriebswart die Teilnahme an diesen lustigen Winterfahrten zu sichern. Nr. 330 Drittes Blatt des„Stadtanzeigers für Castrov=Nauzel und Umgebung“ Samstag, den 5. Dezember 11 JGEND A N 2 S P auf Fahrt? onne, die uns sobte. scheint nicht Vogelgezwitschers, ist damit auch die tergesell hat Einübernommen. Sommerzeit nicht in gewußt? Ich in jeder von euch cken schnallte, um dern. 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Die Landesbauernschaft Westfalen hatte die Vertreter der westsälischen Pressc zu einer Orientierung über den Gedanken„Weg zur Nahrungsfreiheit" eingeladen, die den ganzen Donnerstag in Anspruch nahm. Im Sitzungssaale der Landesbauernschaft entbot zunächst Landesbauernführer Habbes den Gruß der Landesvauernschaft Westsalen und schloß daran aufschlußreiche Darlegungen über die sich für den Reichsnährstand aus dem VierJahresplan des Führers ergebenden Aufgaben. Der Beauftragte der Landesbauernschaft. Landwehrmeyer von der Hauptabteilung 2. machte dann nähere Ausführungen hierzu. Rund 200000 Hektar müssen durch Um= und Zusammenlegung in eine günstigere Bewirtschaftungsform gebracht und mindestens 160000 Hektar durch Drainage des Ackers oder Grünlandes im Grundwasserstande neu geregelt wer. den. Danebenher gehen die erforderlichen Flußund Bachregulierungen zur Beschaffung der Vorflut und geeigneter Bewässerungsanlagen. Eine weitere wichtige Aufgabe sei in den klimatisch geeigneten Bezirken die Umwandlung von Grünland zu Acker. wobei allerdings die Grünlandbewirtschaftung aufs stärkste zu intensivieren sei. Die etwa 30 Prozent umfassende Grünlandfläche in Westfalen sei nur mit etwa 10 Prozent am Ertrage beteiligt. Des weiteren befaßte sich der Redner mit der notwendigen Ausdehnung des Zwischenfruchtbaues zur Gewinnung von eiweißreichem Saftfutter und stellte fest. oaß in Westfalen und Livve in der Zeit vom 1. Oktober 1934 bis zu dem gleichen Tage 1936 der Raum der Gärfutterbehälter von 50 000 chm auf 240000 ebm gestiegen sei. Während man 1934 in knavv 1000 Betrieben Gärfutterbehälter gezählt habe, verfügen jetzt mehr als 7000 Betriebe in Westsalen über diese Anlagen. Des ferneren sei in Westfalen der Anbau von Oelsaat von 250 Hektar im Jahre 1932 auf 1574 Hektar im Jahre 1936 gestiegen. der von Flachs in dem gleichen Zeitraume von 50 Hektar auf 1934 Hektar. In diesem Herbste haben 80 Kartoffeldämpfkolonnen gearbeitet. Ganz besonders aber gehöre zu den Aufgaben des Vierjahresplanes die Lösung der Arbeiterfrage und die Schulung des Bauern auf allen Gebieten. Dann sprach der sehen: Um die Grubenlampe, als Symbol für Bochum, wird ein mit Sternen geschmückter Kranz aus Tannengrün angebracht, der weithin sichtbar. die festliche Note betonen soll. Diesen Weihnachtsschmuck erhalten nicht nur die Geschäftshäuser, sondern auch die verschiedenen öffentlichen Gebäude— so z. B. das Bochumer Rathaus— das eine besonders festliche Dekoration ausweist. Stimmungsvoll geschmückt ist der Innenhof mit dem Glockenspiel, wo auch ein Weihnachtsbaum aufgestellt ist. Vom Glockenspiel ertönen stündlich Weihnachtslieder. Beleuchtete Weihnachtsbäume befinden sich ferner an verschiedenen Plätzen der Stadt. Außerdem werden die bedeutendsten Gebäude und Kirchen festlich angestrahlt. An den drei Adventssonntagen svielen vom Vorbau des Rathauses Posaunenchöre die schönen deutschen Weihnachtsweisen. Als Auftakt für die Gemeinschaftswerbung findet am Sonnabend. dem 5. Dezember ein großer Nikolauszug statt, an dem sich Tausende von Kindern beteiligen. Der Zug bewegt sich vom Stadttheater durch die Hauptstraßen der Stadt zum Rathausvorvlatz, wo der Nikolaus Aufstellung nimmt und die Kinder ein Geschenk erhalten. Auch dieser Nitolauszug ist Tradition geworden und eine besondere Eigenart für Bochum. Bewußtlos aufgefunden und gestorben Recklinghausen. Am Mittwoch abend wurde an der Ecke Reiners= und Castrover Straße der 74 Jahre alte Friedrich Soete aus der Berghäuser Straße bewußtlos aufgefunden. S. roch stark nach Alkohol. Er wurde in das Prosver=Hospital transvortiert, wo er kurz nach der Einlieferung verstarb. Die Todes= ursache konnte noch nicht festgestellt werden. Ebenso steht noch nicht fest, ob Soete angefahren wurde oder gestürzt ist. Reichsbahn und Ruhrbezirk Essen. Der Güterverkehr der Reichsbahn stand nach dem soeben exschienenen Bericht für Oktober 1936 in diesem Monat ganz im Zeichen der Erntebewegung und der weiter ansteigenden industriellen Konjunktur. Die durchschnittliche arbeitstägliche Wagengestellung, die eine besonders wichtige Meßzahl für Beurteilung der wirtschaftlichen Entwicklung abgibt, betrug im Ottober 150 844 Wagen gegen 138 731 im Oktober 1935 und nur 110 874 im Oktober 1932. Das starke Steigen der Zisser ist um so höher zu bewerten. als es vor sich geht trotz der im Güterverkehr ständig wachsenden Inansrruchnahme des Lastwagens. der sich neuerdings auch besonders der Getreide=, Rüben=, Kartoffel. und Kohlentransvorte in zunehmendem Maße bemächtigt. Der Brennstoffversand, der im Güterverkehr der Reichsbahn eine hervorragende Rolle spielt, hat, obwohl die Binnenschiffahrt den ganzen Monat über voll leistungsfähig war, gegenüber dem Oktober 1935 um 13 v. H. zugenommen, wesentlich stärker als der Gesamtgüterverkehr. Für den Brennstoffversand wurden 1637545 Wagen gestellt gegen 1 450 761 im Oktober 35. Ueber ein Drittel aller von der Reichsbahn gestellten Güterwagen hatten dem Verkehr in Brennstoffen zu dienen. Auf die Steinkohle entsielen 1 166 122. auf die Braunkohle 471 423 Wagen. Das Ruhrgebiet nahm von den für den Steinkohlenversand in gestellten Wagen fast 7/10, nämlich 697.670 in Anspruch gegen 633334 im Oktober 1935. Wie stark der Ruhrkohlenversand infolge der wach enden industriellen Konjunktur in der Entwicklung begriffen ist, zeigt auch die Erhöhung der werktäglichen Durchschnittsleistung auf dem Hauptrangierbahnhof Hamm von 6900 Wagen im September auf 7880 im Oktober, während Mannheims Leistung nur von 5500 auf 5550 und die von Wustermark von 3400 auf 3650 stieg. Für die Brennstossversorgung der Berliner Elektrizitäts= und Gaswerke wurden 50 Großgüterzüge gegen 45 im Vormonat gefahren. Davon entfielen 29 auf das Ruhrgebiet gegen 23 im Vormonat. Der Anteil der Ruhrkohle ist also gewachsen. be. Ministerpräsident Generaloberst Hermann Göring zum Winterhilfswerk: Opfervillen und Opferfreude eind der AusVerlust von nicht weniger als 362 Stück Federvieh ergeben. Von den an der Stever wohnenden Baueri meldeten der erste 25 Hühner und 30 Külen. de zweite 15 Hühner und 29 Junghennen, der dritt 4 Hühner und 9 Junghennen, der vierte 4 Jung hennen und 55 Küken. Das sind allein schon 17 Stück Federvieh. Weitere 191 werden aus dem Gebiete der Livve gemeldet: von einem Hose 30 Küten. von einem anderen 4 Enten und 25 Küten, von zwe weiteren je 15 Hühner. ein fünfter meldet 6 Enten 5 Hühner und 50 Küken und der sechste den Verlu von 2 Hennen und 39 Külen. In der Werse ertrunken Ahlen. Ein hier wohnender Rentner hatte sein Rente abgeholt und auf dem Heimwege widersuh ihm das traurige Geschick, daß er in die bochgehend Werse geriet und ertrank. Es gelang, seine Leich zu bergen. Jahrer eines Lastzuges ködlich verunglück Greven. Der mit Webwaren beladene Fernlast zug einer hiesigen Fabrik. bestehend aus dem Metorwagen und einem Anhänger, fuhr in der Näh von Geldern in der Gemeinde Wankum=Harzbeck aus bisher noch nicht bekannter Ursache in einer Kurrgegen einen Baum und stürzte die mehrere Meter tiefe Böschung hinunter auf ein Weidegrundstück Dabei wurden beide Wagen vollständig zertrümmert. Dem Beijahrer war es gelungen, sich durch rechtzeitiges Abspringen in Sicherheit zu bringen. Da gegen wurde der Fahrer, ein hier wohnende 27jähriger Mann. auf der Stelle getötet. Bei den Anvrall war das Steuerrad abgebrochen und dem Fahrer tief in die Brust gedrungen. Von der Sturzkarre gefallen und södlich überfahren Billerbeck. Ein seit Jahrzehnten bei dem Gastwirt und Schmied Heiler in der Beerlage beschäftigter alter Knecht hatte mit einer Sturzkarre in Havirbeck eine Besorgung gemacht. Auf dem Rückweg. entglitt ihm die Leine. Das Pferd scheute. Der Knecht siel vom Wagen. wurde überfahren und wa innerhalb einer knappen Stunde eine Leiche. Aus dem Sauerland Drei häuser vom Blitz gekroffen Leiter der Anstalt für Pflanzenkunde und Samenuntersuchung. Univ.=Prof. Dr. Spiekermann, über das Thema:„Kampf dem Verderb“ und schilderte in allen Einzelheiten die mannigfaltigsten Schädlinge der Früchte. Besonders interessant war aus diesem Vortrage vor allem die Feststellung, daß heute noch 5 Prozent des Gtreides allein durch Pilze verloren gehen, wie denn auch Pilz und Made ein Drittel des wachsenden Obstes vernichten. Es folgte dann die Besichtigung der genannten Anstalt. die den Vorzug hat. die erste dieser Art in Deutschland zu sein, wie auch die der benachbarten Landwirtschaftsschule an der Kronvrinzenstraße. Die Fahrt ging dann weiter nach Sendenhorst zur Besichtigung eines Betriebes, dann nach Hamm, wo ein Vortrag über die Sicherung der Ernährung gehalten wurde. Dabei wurde betont. oberstes Ziel aller Bestrebungen sei die soziale Gerechtigkeit, die sowohl einen Schutz des Erzeugers wie des Verbrauchers bedinge. Für die Interessen beider könne nur die Qualitätsgarantie den richtigen Ausgleich bringen. Im Anschluß daran besichtigte man in Hamm die Lehr= und Versuchsanstalt für Geflügelzucht unter der Führung ihres Direktors Eickel. Dann ging die Fahrt weiter nach Dortmund zur Besichtigung eines Lebensmittelhandelsgeschäftes. eines Metzgereibetriebes und der Dortmunder Mühlenwerke. Den Schluß bildete dann ein die gesamte Orientierungsfahrt zusammenfassender Vortrag von Dr. Keim von der Landesbauernschaft Westfalen. Küchenzettel druck unseres Dankes an den Pührer. Wie in den vergangenen Jahren wollen vir auch in diesem Vinter durch die Tat beweisen und der Nelt zeigen, daß im nationalsozialistischen Deutschland jeder Einzelne nicht an sich selbst, sondern nur an das Woh l des ganten Volkes denkt und danach handeit. Aus denn=KKunsterkatts für die Woche vom.—13. Dezember 1936 (Mitgeteilt vom Deutschen Frauenwerk. Gau Westjalen=Süd. Abt. Volkswirtschaft— Hauswirtschaft.) Montag: Supve vom Sonntag, Blumenkohlauflauf.„ K 4 Dienstag: Grunternsupve, Buckinge. Kartoffelsalat mit Gurtenscheiben. Mittwoch: Grünkohl mit Schweinefleisch. Kortofseln. Donnerstag: Biersuppe, Grünkohl mit Bratkartoffeln. Freitag: Gedünsteter Fisch mit Senftunke, Kartosseln und Salat. Rote Avfelspeise. Samstag: Kartofselsupve. Sonntag: Gemischtes Gemüse mit Schweinefleisch. Kartofseln als Eintopf. Gemischtes Gemüse: 1 Eßlössel Fett 250 Gramm Nackenstück(Würfel). Zwiebelwürsel. 750 Gramm Wirsing. ½ Sellerieknolle.—3 Stangen Porree, Blumenkohl, wenig Salz. Wasser, Kartosseln. Schwerer Verkehrsunfall in Gerlhe Lieferwagen und Motorrad zusammengeprallt Bochum=Gerthe. Zu einem schweren Verkehrsunfall kam es am Donnerstag mittag gegen 11.30 Uhr auf der Heinrichstraße. Als ein zum Lieserwagen umgebauter Omnibus von der Heinrichst raße in die Schwerinstraße einbiegen wollte, kam es zu einem Zusammenprall mit einem aus entgegengesetzter Richtung kommenden Motorrad. Der Motorradfahrer., und die Soziusfahrerin B. beide aus wverthe, erlitten bei dem heitigen Zusammenprall Verletzungen. die die sofortige Ueberführung ins Bochumer Bergmannsheil erforderlich machten. Das Motorrad wurde stark, das Auto nur leicht beschädigt. Bochum im Zeichen von Grubenlicht und Weihnachtsbaum Bochum. Die Stadt Bochum steht in den Dezember=Wochen im Zeichen seiner traditionellen Werbung„Grubenlicht und Weihnachtsbaum“. Einheitlich ist die Ausgestaltung dieser Werbung so vorgeAus der Kirchenprovinz Westsalen Münster. Wie das Evangelische Konsistorium der Kirchenvrovinz Westsalen mitteilt, wurden berufen: Pfarrer Albrecht Wollschläger zum Pfarrer der reformierten Kirchengemeinde St. Petri in Minden: Pastor Friedrich v. Bodelschwingh zum Pfarrer der Kirchengemeinde Schlüsselburg(Krsgem. Minden): Hilfsprediger Konstanz Theymann zum Pfarrer der Kirchengemeinde Valbert(Krsgem. Lüdenscheid).— Zu besetzen ist die Pfarrstelle der Kirchengemeinde Lünern(Krsgem. Unna) durch freie Gemeindewahl. Der Rechtsausschuß der Kirchenprovinz Westsalen neu gebildet Münster. Nach Mitteilung des Enangelischen Konsistoriums hat der Landeskirchenausschuß auf Grund der Verordnung über die Neubildung der Rechtsausschüsse vom 19. Februar 1936 den Rechtsausschuß der Kirchenprovinz Westsalen wie folgt gebildet: Vorsitzender Oberkonsistorialrat Dr. Thümmel. stellv. Vorsitzender Oberkonsistorialrat Dr. Kupsch. Mitglieder(die jeweiligen Stellvertreter sind in Klammern beigefügt): Pfarrer D. Kolfhaus in Blotho (Suverintendent Möller in Preuß.=Oldendorf. Pfarrer Meier in Gladbeck und Pfarrer Hartmann in Gehlenbeck bei Lübbecke). Pfarrer Kehrer in Hüsten (Pfarrer Kraemer in Burgsteinfurt. Pfarrer Kayser in Hagen und Pfarrer Ferke in Bielefeld. Landgerichtsdirektor i. R. Unterhinninghofen in Bochum (Erster Landesrat i. R. Schulze=Steinen in Münster. Oberregierungsrat Schobeß in Münster und Oberstaatsanwalt i. R. Dr. Schwedersky in Bielefeld). Oberegierungsrat Trommershausen in Recklingbausen(Studienrat Friedrichs in Unna. Kaufmann Petri in Minden und Katasterdirektor i. R. Böckmann in Münster). Für den Fall des Vorliegens des§ 5 der Verordnung tritt anstelle des letztgenannten Mitgliedes als Beisitzer in den Rechtsausschuß ein. 1 wenn das Verfahren einen nicht geistlichen Beamten einer Kirchengemeinde oder eines Synodalverbandes betrifft: als Mitglied Küster Klen in Hamm(als Stellvertreter Gemeindeamtsvorsteher Kastrun in Bielefeld. Rendant Franke in Gladbeck und Rendant Lücke in Münster), 2. wenn das Verfahren einen Beamten der allgemeinen kirchlichen Verwaltung betrifft: als Mitglied Konsistorialamtmann Voltmann in Münster(als Stellvertreter Konsistorialoberinspektor Götz, Konsistorial= oberinspektor Trelle und Konsistorialkanzleiinspektor Kahl. sämtlich in Münster). Die Gattin des früheren Oberpräsidenten Dr. Wuermeling gestorben Münster. Die Gattin des Obervräsidenten Dr. Bernhard Wuermeling. der als Nachfolger des Prinzen Dr. von Ratibor und Corvey gegen Kriegsende und nach dem Kriege einige Jahre hindurch die Geschäfte des Oberpräsidiums der Provinz Westfalen führte und jetzt hier im Ruhestande lebt. nachdem er lange Jahre hindurch hohe Ministerialstellen in Berlin bekleidet hatte. ist vorgestern hier im Alter von fast 65 Jahren gestorben. Fast 43 Jahre lang war Frau Wuermeling, eine geborene Elisabeth Terfloth. ihrem Gatten eine treue Lebensgefährtin. Einführung von sechs ehrenamtlichen Beigeordneten Münster. Unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters und Teilnahme zahlreicher Mitglieder der Bürgerschaft wurden am Donnerstagnachmittag in feierlicher Sitzung der Ratsherren sechs vom Oberpräsidenten aus Vorschlag des Beauftragten der NSDAP, für die Stadt Münster. Kreisleiters Mierig, nunmehr endgültig berufene ehrenamtliche Beigeordnete in ihr Amt eingeführt. Es sind dies: Gaurechtamtsleiter der RSDAP. und Gauführer des NSRB. Rechtsanwalt Dr. Fleiter, Kaufmann Heinrich Mangels. SA.=Brigadeführer und Gausportführer für Westfalen Max Lorenz. Ortsgruppenleiter August Wolf. Kreisobmann des NS.=Aerztebundes und Kreisamtsleiter des Amtes für Gesundheit Dr. med. Fenner und anstelle des wegen Arbeitsüberlastung ausgeschiedenen Gauamtsleiters Schürmann der Kreisobmann der Deutschen Arbeitsfront Galler. Was der Fuchs an Federvieh vernichtet Haltern. Es ist interessant, einmal genaue Zahlen darüber zu erhalten, welch ungeheuren Schaden der Fuchs in der Geflügelhaltung auch nur einer einzigen Gemeinde anrichten kann. So hat eine Rundfrage in der Nachbargemeinde Hullern den Schwerte. Während man im allgemeinen wenig Schaden aus den letzten Gewittern berichtet hat: wurden hier in der Mülmkestraße allein drei Häuser vom Blitze getroffen. Zwar zündete der Blitz nicht. richtete dafür aber überall erheblichen Schaden an. Aus dem Weser= und Emsland Motorradfahrer ködlich verunglückt Minden. Der auf der Kiesbaggerei in Schlüsselburg beschäftigte 38jährige Baggermeister Hermann Maas fuhr mit seinem Motorrade gegen eine Dammerhöhung. kam zu Fall und wurde mit dovveltem Schädelbruch besinnungslos ins Krankenhaus gebracht, wo er bald darauf gestorben ist, ohne mieder zur Besinnung gekommen zu sein. Erkältungen Ein plötzlicher, rauher Witterungsumschlag stellt die Widerstandskraft unseres Körvers auf eine besonders harte Probe. Ganz besonders ist dies der Fall. wenn ohne langsamen Uebergang kaltes und rauhes Wetter einsetzt. Dann haben wir mit Erkältungen zu kämpfen. die mit einem harmlosen Schnupsen oder Husten ihren Anfang nehmen. aber sehr leicht zu der mit Recht so sehr gefürchteten Grivve oder Influenza, wie es früher hieß. ausarten und in besonders schweren Fällen noch Aergeres mit sich bringen können. Allgemein ist man geneigt, diesen Erkältungen keine besondere Bedeutung beizumessen, obwohl gerade aus ihnen die schwersten Krankheiten entstehen können. Auch hier gelte der Grundsatz: Vorbeugen ist besser als heilen. Man kleide sich der Witterung entsprechend und laufe nicht noch in leichten, sommerlichen Kieidern umher, wenn kalte Ostwindblasen und das Thermometer auf Null herabsinkt. Sollte es nun doch noch trotz vorbeugender Maßnahmen eintreten, daß man sich erkältet, so lasse man den Husten oder den Schnupfen nicht einreißen. Eist eine vollständig irrige Ansicht, man müsse zum Beispiel den Schnupfen sich austoben lassen. Dann kann es leicht vorkommen, daß er sich häufig zum Schlimmeren austobt. und wenn dann der Arzt gerusen werden muß, steht dieser vor einer schweren Aufgabe, nur weil man ihn zu spät zu Rate gezogen hat. Wer die Absicht hat— und die müßten wir allhaben—. sich für den Winter abzuhärten, der soll damit zur rechten Zeit beginnen. Man warte da mit nicht bis zur Zeit des plötzlichen Temveratursturzes. Vielmehr härte man sich nur allmählich ab. indem man langsam zu immer tieferen Tem veraturen fortschreitet. Vor allen Dingen gewöhn man sich daran. nicht durch den Mund zu atmen. da gerade diese Art der Atmung die meisten Er kältungskrankheiten verschuldet. die bei eine Nasenatmung vermieden werden. Sollten sich bei dieser Atmungsbeschwerden bemerkbar machen, so wende man sich unverzüglich an einen Arzt. um diUrsache festzustellen und nach Möglichkeit zu beseitigen. Erkältungen werden häufig, so widersinnig es auch klingen mag. durch überheizte Zimmer hervorgerusen. Man verweichlicht und schwächt den Körpe damit. und begibt man sich dann einmal aus dieser Treibhausluft ins Freic. so kann der Schaden kaum ausbleiben. Der Erkältungsgefahr ganz und gar aus dem Wege zu gehen. ist wohl kaum möglich. Wenn man jedoch auf die Gefahr achtet. kann man ihr durch ent sprechendes Verhalten in den meisten Fällen aus weichen. Beachtet und benutzt die in den Straßen und Anlagen aufgestellten Papierkörbe) Bor Ssstaherrmronsc Roman von Werner S. Hiniz Alle Rechte vorbehellen bei: Horn Verlag. Berlin W. 25 Wahrscheinlich war der Doktor zu einem Kranken gerufen worden,—— warum auch nicht? Konnte ja möglich sein. Zwar hatte er noch vor Kurzem im Zimmer des Gasthauses gesessen.— Die Hände in die Taschen seines Sommermantels vergraben schlenderte Traß die Straße entlang, vorüber am Gasthaus„Zur Sonne“, immer weiter. Und jeder Schritt führte ihn tiefer in das Nebelgebräu hinein. Jetzt mußte er gleich die Eisenbahngleise erreicht haben. Und dahinter kam der Weg zum Moorhof. Hoppla, da waren ja schon die Schienen. Beinahe wäre er darüber gestolpert. Verdammter Rebel.„ 9 Eine Viertelstunde brauchte er bis zum Moorhof. Er kannte ja jetzt den Landweg. Eigentlich hätte er sich eine Taschenlampe mitnehmen sollen. Angenehm war er nicht, dieser nächtliche Spaziergang durch das Moor. Der Nebel war Schuld daran, daß alle Geräusche unheimlich nahe erschienen,— das Gluckern des Wassers in den Abzugskanälen, der dumpfe Schrei eines Sumpfvogels.— : N u r i m m e r g e r a d e a u s h a l t e n, d a m i t m a n nicht vom Wege abkam. Das, was Traß jetzt vorhatte, hätte auch noch bis morgen Zeit gehabt. Aber wer konnte wissen, mit welchen neuen Finten und Lügen der Mann im Moor morgen den geplanten Hieb parieren würde?„„ 96 Der Brief an Frau Lundfal.——— Das heißt, vielleicht war es doch besser, erst einmal den Polizeibericht aus Berlin abworn„ war 2. Than epterwegs, Run Ach was, nun war er schon unterwegs. Nun konnte es nicht mehr lange dauern, bis der Moorhof erreicht war. Erst noch die Brücke über den toten Flußarm —— ja, hier mußte sie sein. Traß sah sie nicht, aber die hölzernen Bohlen polterten dumpf unter seinen schweren Schritten. Und dort vorne der gelbliche Fleck in der Nebelwand,— ein helles Fenster im Moorhof. Traß schritt jetzt sicherer aus, nachdem er sein Ziel vor Augen hatte. Geradewegs auf dieses Fenster zu führte ihn sein Weg. Links vom Fenster mußte sich die Tür befinden, aber vielleicht war es doch besser, wenn er Dann stand er auch schon aufatmend vor dem Fenster, durch dessen trübe Scheiben er einen umjassenden Blick über das ganze dürftige Zimmer des Moorhofbauern hatte. Nur Peter Larsen war zu sehen, von Ule keine Spur. Wahrscheinlich schon schlafen gegangen. Aber Larsen war auch wichtiger als der Knecht. Der Schwede saß in der Herdecke auf einem Schemel. Neben ihm an der Wand hing eine billige Petroleumlampe, die sein Gesicht von der Seite her beleuchtete. Eine Tabakspfeife hing zwischen seinen Lippen. Sonderbar, wie das Gesicht des Mannes jetzt, wo er sich unbeobachtet glaubte, einen ganz anderen Ausdruck zeigte als vorhin in der Gesellschaft des Kommissars. Eine heimliche Verzagtheit schien in seinen Zügen zu geistern. Jetzt nahm er die Pfeife aus dem Mund, legte sie auf die Herdplatte zurück. Dann griff er in seine abgetragene Jacke und brachte die Brieftasche zum Vorschein, kramte unentschlossen darin umher. Und was er jetzt in der Hand hielt, war Lena Martens Bild. Lange ließ er seinen Blick auf der Photographie ruhen, hob sie näher ans Licht und schüttelte den Ropf." 67.49 mb...Nt. 9. Was hatte er denn bloß? Was sollte Lena Martens Bild? Traß war doch nicht hierhergekommen, um eine sentimentale Liebesgeschichte zu belauschen. 42 richt Eran Gumste. Warum holte er denn nicht Frau Lundfals Brief hervor, den er doch zweifellos irgendwo in diesem Raum verborgen haben mußte? Plötzlich hob Larsen lauschend den Kopf. Und auch Traß hatte dieses sonderbare Geräusch vernommen, dieses schrille Klingeln, ohne jedoch gleich feststellen zu können, woher es stammte. Jetzt erhoh sich der Schwede schwerfällig von seinem Sessel und schritt auf den verschlossenen Wandschrank zu. Der Schlüssel steckte. Eine leichte Drehung, dann schwang die Tür auf. Und mit wachsendem Befremden starrte Traß durch die trübe Fensterscheibe. Was sollte das nun wieder heißen? Ein Telephonapparat hier auf dem einsamen Moorhof? Inzwischen hatte Larsen den Hörer von der Gabel genommen. Im gleichen Augenblick verstummte das Klingelzeichen. Wo nur hatte Traß doch etwas Aehnliches erlebt?— Aufgepaßt, jetzt sprach Larsen!— Deutlich vernahm der Kommissar die Stimme des Mannes, hörte jede Silbe— und verstand doch kein einziges Wort.: Minmem.a 1 Erst als Larsen wenige Minuten später den Hörer wieder auf die Gabel zurückgelegt, den Schrank abgeschlossen hatte, fiel es Traß wie Schuppen von den Augen. Schwedisch—. Larsen hatte Schwedisch gesprochen. Also geb es doch eine Verbindung vom einsamen Moorhof zum Städtchen,— einen dünnen ephendraht; und derjenige, mit dem Larsen dieses kurze Gespräck geführt heite, mußte genau so wie der Mann im Moor in dieses Geheimnis verwickelt sein. Eine sichere Spur,— die erste Spur,—— endlich. Im Postamt von Zaufen mußte es sich ja unschwer feststellen lassen, von wem dieser späte Anruf stammte. Und dann—— Weiter kam Traß nicht mit seinen Gedanken. Irgendwo im Nebel zuckte ein blitzartiger Schein auf, der Knall eines Schusses klang verdächtig nahe Verdammt noch mal, wer——? Blindlings stürzte Traß durch die grauen Schwaden dahin, wo soeben das Mündungsfeuer des Schusses aufgeblitzt war. Prallte gegen eine Männergestalt Wer ist da?“ g. 8 Diese Stimme kannte Traß. Ule! Was machte Ule zu dieser späten Stunde auf dem Moor? Warum schoß er? „Sind Sie wahnsinnig geworden? Wie kommen Sie dazu, auf mich zu schießen, he?“ „Ich habe auf Enten geschossen!“ „Lügen Sie nicht, Mann. Bei diesem Nebel auf Enten geschossen?" „Nach dem Fluß ist der Nebel nicht so dicht, — sehen Sie doch sebst—“ Der Knecht hatte recht. Schon wenige Schritte weiter lichtete sich der Nebel. Wie ein düster schimmerndes Band konnte man von hier aus den toten Flußarm erkennen. Schwarze Flecke trieben in der Nähe des Ufers einher,— Wildenten.— „Jedenfalls sollten Sie zu dieser Zeit etwas vorsichtiger mit Ihrem Gewehr sein.“ „Wenn die Nebel da sind, dann gehört mir das Moor. Dann hat weiter keiner hier etwas zu suchen.“„: „Das sind ja reizende Ansichten.— Jedenfalls mache ich Sie darauf aufmerksam, daß ich jetzt über den Landweg in die Stadt zurückkehren werde,—— damit Sie nicht etwa aus Versehen in diese Richtung schießen, mein Lieber!" „Ich bin kein Mörder.“ Am schilfigen Flußufer entlang stolperte Traß auf die Brücke zu, die sich ja irgendwo hier in der Nähe befinden mußte. Noch zweimal knallte das Gewehr des Knechts. Einmal folgte dem Schuß der düstere Todesschrei eines getroffenen Wasservogels, ein wildes Flügelschlagen, ein Aufspritzen des Wassers. Mehr und mehr beschleunigte Traß den unsicheren Schritt, denn je weiter er von dem anderen entfernt war, um so größer war die Gefahr eines—— Fehlschusses. Und dann endlich die Brücke, der Landweg. Eine Viertelstunde später schlenderte der Kommissar durch die Hauptstraße der kleinen Stadt. Weit hinter ihm wie ein böser Traum lag das Moor. Nur die Nebel verließen ihn auch hier nicht. Eine Zigarre hatte er nach diesem Abenteuer ja wohl eigentlich verdient. Und doch, als er sie zwischen den Lippen hatte, war ihm mit einem Male der ganze Rauchhunger vergangen. Im Gastzimmer der„Sonne“ brannte noch Licht. Neben der Theke saß Herr Spitzler und las die Abendzeitung. „Guten Abend, Herr Traß, guten—— mein Gott, wie sehen Sie denn aus?“ „Wie eine Wildente, nicht wahr?“ lachte der Kommissar grimmig. „Wieso, wie eine Wildente?“ „Das frage ich mich auch.— Und jetzt will ich schlafen gehen. Wecken Sie mich morgen früh um acht Uhr, wenn ich bis dahin nicht von allein wach geworden sein sollte" „Um acht Uhr—— sehr wohl——“ Morgen um acht Uhr wird die Post geöffnet. Morgen um acht Uhr würde die Entscheidung fallen. Und bis dahin—— schlafen, nichts als schlafen. „Haben—— ich meine, haben Sie nun schon etwas herausgefunden, Herr Traß?“ „Ja!— Daß ich lieber in den Harz hätte fahren sollen und Forellen angeln!“ „Aber hier in dem toten Flußarm gibt es doch so herrliche Fische, Bleie und——“ „Ja, und Wildenten. Das ist mir aber zu gefährlich!— Gute Nacht, Herr Spitzler!“ 5. Kapitel. Dis schien hier in Zaufen wohl so die Regel zu sein, daß auf einen nebligen Abend ein herrlicher Sonnenvormittag folgte. Als jedenfalls wenige Minuten nach acht Uhr — natürlich hatte Traß die Zeit verschlafen!— Herr Spitzler vorsichtig an die Zimmertür des Kommissars pochte, drangen schon die gelben Strahlen der Morgensonne durch den schmalen Spalt, den der Fenstervorhang offen gelassen hatte.— „Ja, ja, es ist schon gut, Herr Spitzler!“ Traß hatte es sehr eilig. Als er dann aber vor seinem Koffer stand, um einen neuen Kragen herauszunehmen, verweilte er doch etwas länger bei dem Anblick seines Angelzeuges. Da lag nun diese schöne, zusammensetzbare Rute, da lag das Päckchen Angelhaken, die Büchse mit dem Köder.—— Ach was, mitnehmen konnte man das Zeug ja auf alle Fälle. Vielleicht fand man doch noch im Laufe des Vormittags ein Stündchen Ruhe, um sich im Moor an den Fluß setzen zu können.— Genau so hastig, wie er es von Berlin her gewohnt war, schlang Traß gleich darauf unten in der Gaststube sein Frühstück hinunter. Um acht hatte die Post geöffnet! Ein Glück nur, daß er es nicht weit hatte bis zum Postamt. Nur vier Häuser weiter. Ein ältliches Fräulein saß hinter dem Schalter. Der Herr Vorsteher war noch nirgends zu entdecken. „Traß, mein Name.— Sind für mich vielleicht schon Telegramme aus Berlin eingetroffen? Oder hat man mich am Telephon verlangt?“ Das ältliche Fräulein schüttelte den Kopf. „Nichts?— Drum, drum!— Sorgen Sie doch dann bitte dafür, daß ich sofort benachrichtigt werde, falls irgend etwas für mich eintrifft. Ich bin in der„Sonne“ zu erreichen.“ „Jawohl.“ „Auf keinen Fall aber lassen Sie Telegramme oder Briefe, die für mich hier ankommen sollten, im Gasthof abgeben. Ich hole mir schon alles selbst ab!“ „Jawohl, mein Herr.“ —— und noch etwas. Geben Sie mir doch einmal das Telephonverzeichnis von Zaufen zur Einsicht!" Das Fräulein schien nicht recht zu wissen, was sie von diesem sonderbaren Manne halten sollte. Daß er seine Briefe und Telegramme unbedingt selbst abholen wollte, war zumindest recht verwunderlich. „Das Telephonverzeichnis?— Bitte, mein Herr.“ Traß nahm das dünne Heftchen in Empfang, in dem sämtliche Telephonanschlüsse von Georgswalde und den umliegenden Ortschaften verzeichnet waren. Auf der letzten Seite endlich fand er, was er suchte. Ein Telephon schien hier in Zaufen ein Luxusgegenstand zu sein. Kaum mehr als zwanzig Teilnehmer fanden sich in dem Verzeichnis. Mit dem Zeigefinger fuhr Traß die Spalte entlang. Zuoberst stand Kaufmann Asper. Auch Martens hatte einen Fernsprecher, wie es ja bei einem Landarzt nicht anders zu erwarten war. Dann der Pfarrer, der Gemeindevorsteher, das Gasthaus„Zur Sonne“— und so weiter. Nur Larsen war nicht zu finden. „Danke schön, Fräulein. Das Verzeichnis ist wohl nicht ganz vollständig, nicht wahr?“ „Doch, es ist von diesem Jahr?“ „Aber der Anschluß von Herrn Larsen steht nicht darin!“ „Larsen?" „Der Besitzer vom Moorhof!" „Ja, ich weiß schon.— Aber der hat doch kein Telephonl.„ S5lain „Sie müssen sich irren, Fräulein! Natürlich hat Larsen einen Fernsprechanschluß!“ „Aber nein doch! Ich weiß es ganz genau! Ich bediene doch selbst am Nachmittag den Zentralapparat hier in der Post!“ „Vielleicht hat er dann einen Nebenanschluß?“ „Der müßte doch auch gemeldet sein, mein — und ich weiß ganz genau, daß das nicht der Fall ist!“—Die Geschichte wurde immer rätselhafter! Gestern abend hatte er doch selbst mit eigenen Augen gesehen, wie Larsen in seinem Zimmer telephoniert hatte! Und nun sollte der Schwede gar keinen Anschluß haben?... Jedenfalls mußte man dieser Geschichte unbedingt auf den Grund gehen! Mit höflichem Dank verließ Traß den Dienstraum des Postamtes und schlug den Weg zum Moor ein. Trotzdem es inzwischen schon recht warm geworden war, beschleunigte er seinen Schritt immer mehr, je näher er dem Moorhof kom.. ag,,.“ Wu Ar um Für dieses Rätsel gab es nur eine einzige Lösung. Der Moorhof war durch eine geheime Leitung mit einem Haus hier in der Stadt verbunden, und die Leitung mußte zu Larsens unbekannten Bundesgenossen führen. Vielleicht zu Martens? Vielleicht zu Asper? Vielleicht——? Als Traß auf der Holzbrücke angelangt war, die über den toten Flußarm führte, blieb er plötzlich stehen. Deutlich sah er den dunkelbraunen Streifen, der die hellere, von der Sonne ausgedörrte Oberfläche des Moorbodens durchzog. Eine schmale, zu beiden Seiten aufgewühlte Furche war es, die vom Moorhof bis an das Ufer des Flusses führte. Am jenseitigen Ufer jedoch war sie nicht mehr zu sehen. Und Traß wußte nur zu gut, was das zu bedeuten hatte. In der vergangenen Nacht hatte Larsen den Draht der Telephonleitung aus dem Boden gerissen, hatte damit jede Verbindung zwischen dem Moorhof und der Stadt vernichtet. Ein verdammt schlauer Hund, dieser Larsen! Aber warum das alles? Wie nur war der Schwede auf den Gedanken gekommen, daß ihm und seinen unbekannten Verbündeten aus dieser verborgenen Fernsprechleitung eine Gefahr erwachsen könnte? Ule!— Natürlich. Ule hatte ja gestern den Kommissar noch spät am Abend in der Umgebung des Hofes gesehen, hatte sicherlich seinem Herrn davon berichtet,— und Larsen hatte sich an sein Telephongespräch erinnert, hatte das einzige Mittel angewandt, um diese Spur zu verwischen. Verdammt schlauer Hund! Hatte es nun noch einen Zweck, mit dem Schweden abzurechnen,— oder war es nicht doch besser, abzuwarten, bis genauerer Bescheid aus Berlin eingetroffen war? Der im Sonnenlicht verlockend flimmernde Spiegel des toten Flußarmes beeinflußte den Kommissar nicht wenig in seiner Entscheidung. Sich jetzt dort drüben bei den Weidenbüschen hinsetzen und angeln— nur gut, daß man das Angelgerät mitgenommen hatte!— und sich dabei noch einmal den ganzen Fall in Ruhe durch den Kopf gehen lassen,— das war bestimmt vernünftiger als ein übereiltes Handeln Larsen gegenüber, mit dem man wahrscheinlich doch nur mehr verderben als gewinnen würde. Abwarten und—— angeln! Und schon saß Traß, vor unerwünschten Beobachtern durch das dichte Weidengebüsch verborgen, am Ufer des Flusses und schleuderte mit kunstgerechtem Wurf seine Angelleine in das leise aufspritzende Wasser. Der rote Schimmer mit der Federpose tanzte erst ein wenig aufgeregt, verharrte dann bewegungslos in der Mitte des Wassers. Nun fehlte nur noch ein Fisch. Und während Traß keinen Blick von der Federpose ließ, überlegte er in aller Ruhe.— Zwei Mordtaten waren hier im Moor geschehen. Zwei Frauen waren unter den gleichen Tatumständen ermordet aufgefunden worden— Hanni Freidank, die Lehrerstochter, und Torda Lundfal, die unbekannte Frau aus Schweden. Noch war wenig über diese beiden Mordtaten, noch fast gar nichts über ihre Hintergründe ermittelt worden,— aber was sich bisher im Laufe der Untersuchung ergeben hatte, sprach mit eindeutiger Schärfe gegen Peter Larsen. Er wohnte hier draußen einsam auf dem Moor — sein Knecht zählte ja nicht mit— und konnte hier unbeobachtet handeln, vor allen Dingen, wenn der dichte Nebel über dem Moor lag. Er war der einzige, bei dem sich eine Beziehung zu Torda Lundfal hatte nachweisen lassen,— eben jener Brief, den Ule im Gasthaus abgegeben hatte. Nur— wie stand die Sache mit Hanni Freidank? Gab es eine bis jetzt noch nicht geklärte Verbindung zwischen dem Mädel und dem Mann im Moor? Das mußte erst erwiesen werden, um Larsen auch für diese erste Tat verantwortlich machen zu können—— Hallo,— da hatte es eben an der Federpose geruckt! Traß riß die Angel hoch,— vielleicht ein wenig zu hastig, vielleicht auch zu früh. Kein Fisch hatte auf den Köder angebissen. Also schön, mußte man eben noch einmal sein Heil versuchen.—— Und wie stand die Sache mit Doktor Martens? Zweifellos war auch der Arzt nicht wenig belastet. Kaufmann Asper hatte behauptet, daß Martens ein Verhältnis mit Hanni Freidank gehabt habe,— und wenn das vielleicht auch nur geschah, um den Bruch zwischen Gerhard Asper und der Lehrerstochter zu begründen, so war da doch noch jene Behauptung, die Frau Ursula Cornelius bei ihrer Unterredung mit Martens ausgesprochen hatte: daß der Arzt entgegen seiner Behauptung in jener Nacht, als der Mord an Hanni geschah, nicht zu Hause gewesen war. Und wie stand es mit Aspers zweiter Behauptung, daß er Martens am Abend des Mordes an Frau Lundfal ebenfalls im Moor gesehen haben wollte? Und Gerhard Asper? Wenn Ules Aussage von der Auseinandersetzung zwischen Asper und Hanni Freidank auf Wahrheit beruhte, dann hatte sich auch der junge Mann durch seine Lüge sehr verdächtig gemacht. Lüge! Ueberall Lüge. Schwindel, Vertuschung. — Und wo war die Wahrheit zu suchen? Hier im Moor? Oder drüben in der Stadt? Hier bei dem menschenscheuen, einsamen Sonderling? Drüben bei den biederen Bürgern von Zaufen? Jeder war verdächtig,— jeder einzige! Larsen, Ule, Martens, der junge Asper,— ach, überhaupt alle, denn sie alle konnten ja ihr schlechtes Gewissen hinter der Maske ihres behäbigen Alltags verbergen. Alle!— Alle! Und nun endlich hatte einer angebissen,— ein kapitaler Bursche von mindestens drei Pfund, ein Blei, den Traß behutsam aufs Trockene zog. Wenn es ihm doch nur gelingen würde, auch den feigen Frauenmörder so schnell und leicht zu fangen! Von der Stadt her zitterten zehn Glockenschläge durch den warmen Herbstmorgen. Die Sonne meinte es wirklich gut. Nachdem Traß die Angel wieder ausgeworfen hatte, senkte er den Kopf, schloß die brennenden Augen ein wenig—— Ruhe—.— Ruhe—— Tatsächlich, da hatte er wohl gar ein Nickerchen gemacht? Und wußte nun gar nicht, was ihn so jäh aus seinem Schlummer aufgeschreck, hette. Ach so dieses Geräusch von der Brücke her.— Schritte—— (Fortsetzung folgt.) Schätntes Aacfahf jac Spihe Drei Nachzüglerkämpfe im Gau Westsalen was der Vonnlag dringl Die Jugend beschäftigt sich am kommenden Wochenende wieder in allen Gauen lebhaft mit Leibesübungen. Im Fußball und Handball ist, wie gesagt, die Meisterschaft die Trumpfkarte des Sonntags. Zwar werden auch das überlieferungsreiche Städtespiel der Fußballmannschaften von Hamburg und Berlin sowie das Werbespiel Fortuna Düsseldorf— Minerva Berlin in Bad Oeynhausen ihr Publikum finden, aber noch zugkräftiger ist jetzt im vorentscheidenden Stadium die Punktejagd. Im Kampf um den Hockey=Silberschild fällt am Sonntag die Vorentscheidung. Dabei begegnen sich in Hannover Niedersachsen und Gau Südwest. in Berlin der Schildverteidiger Brandenburg mit Sachsen Schlesien Mit einiger Sicherheit kann man die routinierte Mannschaft der Reichshauptstadt im Endspiel erwarten; wie aber die Entscheidung zwischen Niedersachsen und Südwest ausfällt, bleibt dahingestellt. Einige Freundschaftsspiele runden das Programm des Sonntags ab Eis= und Rollschuhsport stellen sich am Sonntag in den Dienst des Winterhilfswerkes. Bereits am Samstag eröffnet das Kölner Eisstadion als vierte westdeutsche Kampfbahn ihre Pforten. Im Kunstlausprogramm startet u a. die Deutsche Meisterin Viktoria Lindpaintner. Düsseldorfer Eislaufgemeinschaft und Altonaer Schlittschuhklub bestreiten das Eishockeyspiel Auch Krefeld veranstaltet bereits am Samstag, wobei mit dem Treffen Krefeld— IHC. Brüssel der Kampf um den Nordwest=Europapokal im Eishockey einsetzt. Am Sonntag spielen die Belgier im Rahmen dieses Wettbewerbs dann in Düsseldorf. Im Schwimmen geht es nochmals um Meisterehren. In Berlin steigt das dritte Gaugruppenturnier im Wasserball, in dem der dritte Teilnehmer an den deutschen Meisterschaftsendspielen ermittelt wird Weißensee 96 Schwimmsportfreunde Barmen und ASV. Breslau machen das unter sich aus Sehr rührig sind wieder die Radfahrer Die Westfalenhalle in Dortmund hat für ihr DreiStunden=Mannschaftsrennen eine große nationale und internationale Besetzung gefunden. Heiß umstritten dürfte auch der Sieg im Hamburger Mannschafterennen sein Im Ausland finden die Rennen in Brüssel und Paris ohne deutsche Beteiligung statt. Im Rennsport beschließt nun auch Strausberg die Saison und Mülheim=Duisburg beginnt mir seinen traditionellen Winterrennen. Roth bort in Brasilien Der belgische Halbschwergewichts=Weltmeister Gustave Roth hat die Herausforderung des Brasilianers Rodriques angenommen. Der Belgier wird zusammen mit dem jungen Brüsseler Weltergewichtler Al. Baker Eurova in den nächsten Tagen verlassen und sich nach Rio de Janeiro einschiffen. Er will vor dem Weltmeisterschaftskampf im Januar möglichst noch einen Trainingskampf austragen. Langsam bekommt nun auch die Rangfolge in der Gauliga Westfalen den richtigen„Schliff". Das Interregnum des einen oder anderen Mitbewerbers des königsblauen Meisters aus Schalke ist dahin und auch der letzte„Stellvertreter", der tüchtige Neuling Rotthausen, wird vielleicht schon am kommenden Sonntag abtreten. Schalke selbst wird im Spiel gegen die Germania in Bochum das seine dazutun, um endlich an die Tabellenspitze zu kommen und vielleicht leisten die Erler dem Meister den kleinen freundnachbarlichen Dienst und halten ihren Gast aus Rotthausen nieder. Schalke wäre dann auf dem ersten Rang zu finden— und das mit fünf Spielen! Hierin liegt allein schon ein überzeugenDer erste Dezember=Sonntag lenkt die Aufmerksamkeit der großen niederrheinischen Fußballgemeinde erneut auf ein bedeutendes und über dem sonstigen Niveau stehendes Lokaltreffen in der schönen Gartenstadt, das gleichzeitig die dritte und letzte lokale Auseinandersetzung der ersten Serie ist. Die Gegner sind Turn Düsseldorf und VfL. Benrath. Solche Begegnungen sind in den meisten Fällen eine ziemlich offene Angelegenheit und nach dem augenblicklichen Tabellenstand nur bedingt zu beurteilen. Immerhin aber gilt Benrath nach dem letzten Schützenfest gegen Hamborn als vollauf berechtigter Favorit, zumal die Hamborner nach ihrem :=Sieg über Turn nicht einmal chancenlos nach Benrath gekommen waren. Läßt man also die Bewertung auf dem Papier gelten, dann muß Benrath einen klaren Sieg erringen. Turu hat sich gegen Schwarz=Weiß Essen wieder von einer besseren Nach ihrem schönen Erfolge am vergangenen Sonntag in Trier haben die Turner des Nieder= rheingaues am kommenden Sonntag wieder eine schwere Aufgabe zu bewältigen. Zum ersten Male trifft die Gauauswahl auf die Gauriege von Nordmark, in deren Reihe das Mitglied unserer siegreichen Olympiamannschaft Walter Steffens turnt, der Beweis für die überragende Spitzenstellung der Elf von der Glückauf=Kampfbahn. Drei Kämpfe um die Zähler stehen am ersten Dezembersonntag an. Es sind immer noch Nachzügler aus der ersten Serie, die aber nun doch bald von allen Vereinen, mit Ausnahme der Schalker, abgeschlossen sein wird. Mit dem TuS. Bochum können am Sonntagabend auch schon Rotthausen, Germania Bochum und Hüsten 09 eine„Zwischenbilanz“ ziehen. Es spielen: Germania Bochum— Schalle 04 SV. Höntrop— SuS. 09 Hüsten Erle 08— SV. Rotthausen Seite gezeigt, muß aber diese Leistung noch erheblich steigern, wenn sie bestehen will Im Spiel zwischen VfL. Preußen Krefeld und SSV. Elberfeld kann es sehr leicht eine Ueberraschung geben. Die Krefelder haben in Duisburg gut gefallen und einen Formausschwung verraten, der ihnen hier schon zum Erfolge gereichen kann. Elberfeld wird also keine leichte Aufgabe vorfinden, deren Lösung lediglich eine Frage des Angriffs sein wird. Duisburg 99 erwartet den SV. Hamborn 07 und darf diesen Gegner keineswegs nach der hohen Benrather Niederlage einschätzen. Wir erwarten sogar einen durchweg offenen Kampf mit gleichguten Erfolgsmöglichkeiten. Die Paarungen im einzelnen: Turn Düsseldorf— VfL. Benrath VfL. Preußen Krefeld— SSV. Elberfeld Duisburg 99— Hamborn 07 der auch in Düsseldorf das Rückgrat seiner Mannschaft bilden wird. Sehr sorgfältig hat der Gau Nordmark seine Kämpfer ausgesucht; nach mehrfachem Ausscheidungsturnen qualifizierten sich schließlich folgende Turner für den Gaukampf: Behrens(Hamburger Turnerschaft Barmbeck), Höper(Kieler TV), Jürgensen(Hamburger Tschft. von 1816). Lahrs(Hamburger Tschft. von 1816). Reinhardt(Thd. Wandsbeck). Richter(Eimsbütteler TV). Smuda(Eimsbütteler TV), Steffens(Hamburger Tschft. von 1816) Westbraische Beziensnlasse Westsalen Gelsenkirchen: Schwarz=Gelb Gladbeck— Sportfreunde Gladbeck; TB Eicke!— Union Gelsenkirchen, Viktoria Recklinghausen—. Sp. Vag Röhling= hausen; Gelsenguß Geisenkirchen— VfB Bottrop; Gelsenkirchen 07—. Union Realinghausen. Bochum: Witten 92— VfB. Börnig; Tura Altenvoerde— Wattenscheid 09=30, Westfalia Bochum — STV. Werne; MBV. Linden— Preußen Bochum Dortmund: Sportfreunde Dortmund— Arminia Marten: Union Haspe— TuBV. Mengede: Alemannia Dortmund- SC. Hörde Münster: Rheine 09— Sp. Vgg. Erkenschwick; Münster 08— SuS Hüls. Minden: Arminia Bielefeld— Paderborn 08: Sp. Vgg. Beckum— Borussia Lippstadt; ViB. Bielefeld— Union Herford; Teutonia Lippstadt— Bielefeld 06=07: Westfalia Blackwede— SuS. Herford Arnsberg: Sportfreunde Siegen— LüdenscheidHöh; Jahn Werdohl— Klafeld=Geisweid. Mittelrhein Gruppe 1: Nippes— Blau=Weiß; Jugend Kalk .=Gladbach; Viktoria— Allianz: Kölner BV. 07— Wolsdorf; Oberlar— Vingst 05; Siegburg — Troisdorf Gruppe 2: Kölner BC.— Friesdorf; Köln=Nord — Viktoria Hennef: Preußen— Phönix; Rhenania — Bayenthal; Godesberg— Union 05: Bonner BC.— VfL. Poll Gruppe 6: Wittlich— Neumagen. Gruppe 7: Eintracht Kreuznach— Kirschweiler; Sp. Vgg. Idar— Schw.=W. Kreuznach: Oberstein SV.— Algenrodt: Tiefenstein— Sobernheim. Gruppe 8: Mariadorf— Alemannia Aachen; Birkesdorf—. Kreuzau; Düren 1899— Dürener SV.: Kellersberg— Jugend Düren: Baesweiler — Eschweiler: Stolberg— Palenberg. Handball: Mülheimer SV.— Mil. SV. Koblenz; TV. Obermendig— TV. Köln=Kalk: Gummersbach TV.— Alemannia Aachen; VfB. 08 Aachen — Niederseßmar; TV. Ehrenfeld— WV. Mülldorf. Niederrhein: Gruppe 1: Lürrip 1910— Rheydter SvV. Vikt. Rheydt— Borussia Gladbach. Grün=Weiß Viersen— Odenkirchen 05/07. Gruppe 2: Germania Küllenhahn— SSpVg Barmen, BV 04 Düsseldorf— SC Cronenberg. Gruppe 3: SpV Langenberg— Eintracht Düsseldorf. BV Lüttringhausen— Schwarz=Weiß Barmen. Bayer Leverkusen— Düsseldorf 99. Gruppe 4: SB Lintfort— Kleve 63. SC Österfeld— Duisburger SpV, VfvB Alsum— Union Krefeld. SV Duissern— Kray 04. Gruppe 5: Preußen Essen— Union Hamborn, Meidericher SoV— Homberger SpV. Westende“ Hamborn— VfvB Ruhrort, Borussia Rheinhausen gegen Sterkrade 06107. Handball: SB Lintfort— SC Barmen. Tura Barmen— Tura Bergheim. Rhenania Düsseldorf gegen BV Solingen 98. BV Stoppenberg— Gerresheim 08. Rasensport Mülheim— Kupferhütte Duisburg. „Seel Glunden der Westfaleihsutte Japoan=Tropnumpf in Jasseldde Turn Düsseldorf erwartet die Mannen um Hohmann— Bünger noch verletzt im Krankenhaus— Drei Punktespiele am Niederrhein Gihmplasiegee Blessens in Basseldde Kunstturnwettkampf Niederrhein— Nordmark Nordmark erscheint mit starker mannschaft 13 Mannschaften starten am Sonntag, dem 6. Dezember Das letzte große Steherrennen der Westfalenhalle um das„Goldene Rad“ erhielt seinen überragenden sportlichen Wert bekanntlich nicht nur durch den großartigen Zweikampf Metze— Lohmann, sondern nicht zuletzt auch durch die Entdeckung der beiden hervorragenden Dortmunder Straßenfahrer Emil Kijewski und Hermann Siebelhoff für den Stebersport. Siebelhoff startet nun in den„Drei Stunden“ der Westsalenhalle am Sonntag, 6. Dezember. 17 Uhr, zusammen mit Ungethüm, einem der ehemals erfolgreichsten deutschen Amateurflieger, dessen enorme Spurtfähigkeit eine vortreffliche Ergänzung zum Stehvermögen des Straßenfahrers Siebelhoff bildet. Kijewski hat Weckerling als Partner. der, selbst ausgezeichneter Straßenfahrer. in Mannschaftsrennen schon genügend Erfahrung hat, auch gegen stärkste Konkurrenz in dem Dortmunder Rennen eine gute Rolle zu spielen. Neben den großen Dortmunder Straßenrenn=Stars Siebelhoff und Kijewski startet auch als Dritter im Bunde Bautz. der in diesem Jahre nach der der Siege der erfolgreichste unter den deutschen„Giganten" war. Der berühmte Dortmunder hat in den„Drei Stunden" am Sonntag deshalb eine ganz besondere Chance. weil er einen der vielversprechendsten Mannschaftsfahrer, den der deutsche Radsport gegenwärtig besitzt, zum Partner hat: Heinz Wengler=Bielefeld. Wengler, der als Straßenfahrer begann, bat sich seine ersten Sporen auf der Bahn in der Westfalenhalle verdient. Er hat einen unerhört raschen Aufstieg genommen und steht heute bereits in der ersten Reihe unserer Mannschaftsfahrer. Mit Bautz müßte er in Dortmund eine bervorragende Rolle spielen. Unter den rein westfälischen Mannschaften verdie. nen Bremer=Markuse(Bochum=Gelsenkirchen) besondere Beachtung. Diese Paarung war die große Ueberraschung des 100=Kilometer=Rennens in der Westfalenhalle am 25. Oktober, in dem sie hinter Kilian=Voepel, Schön=Pellenaers und Piinenburg= Slaats einen guten vierten Platz belegte. Bremer ist ein überaus erfahrener Mannschaftsfahrer. Er wird zusammen mit dem jungen Gelsenkirchener Examateur eine gute Rolle in diesem Kampf spielen. Als eine weitere rein westfäl. Paarung stellten sich in Dortmund Schmidt=Tertilte(DortmundBielefeld) vor. Schmidt hatte als Berufsfahrer einen guten Start gehabt und dürfte für einen guten Platz im Mittelfeld gut sein, zumal er in Tertilte einen der vielversprechendsten Spezialisten im Mann. schaftsrennen zum Partner hat. Wenn auch die beiden Westfalen angesichts der schweren Konkurrenz für einen der ersten Plätze nur schwerlich reif sein bürften, so werden doch ihr Kampfgeist und ihr Draufgängertum wesentliche Momente für die Gestaltung dieses großen Rennens darstellen. Den Beschluß der für Sonntag verpflichteten Mannschaften bilden Clausmeyer=Sagurna, die zwar in den Wettbewerb der Favoriten um die allerersten Plätze nicht eingreifen dürften, aber mit ihrer Schnelligkeit und ihrem bewährten Kampfgeist die „Unruhe“ dieses Rennens bilden werden, das, wie ein Ueberblick über das Starterfeld zeigt, viele der besten der in Europa verbliebenen Mannschaften am Ablauf vereinigt. Die genaue Starterliste lautet: Piinenburg=Slaats(Holland)— Zims=Küster (Köln)— Deneef=Debruycker(Belgien)— Hürtgen=Merkens(Köln)— Goebel=Wals(DortmundHolland)— Funda=Pützfeld(Berlin=Dortmund)— van den Broek=van Schiindel(Holland)— SchmidtTertilte(Dortmund=Münster)— Bautz=Wengier (Dortmund=Bielefeld)— Bremer=Markuse(Bochum=Gelsenkirchen)— Ungethüm=Siebelhoff(Dortmund)— Kiiewski=Weckerling(Dortmund=Bielefeld)— Clausmeyer=Sagurna(Dortmund). Der überragende Mann in der Mannschaft ist selbstverständlich Steffens: ihm wird auch der Niederrhein keinen ebenbürtigen Gegner zur Seite stellen können. Dafür ist die Mannschaft der Rheinischen aber gleichmäßiger besetzt. Da diesmal nur mit acht Leuten geturnt wird. von denen einer als Ersatzmann zählt— in Trier turnten elf Kämpfer. darunter ein Ersatzmann—. fehlen einige der Turner in der Niederrheinriege. Unerwartet kommt die Nichtaufstellung des Hasteners Nigge. der aber verhindert ist; sein Fehlen bedeutet unverkennbar eine Schwächung der Niederrheinriege, die nun mit folgenden Turnern den Kampf aufnimmt: Müller (Langerfelder TV), Schmitz(AXV Rheydt), Beckmann(Langerfelder TV). Fleckhaus(TusV Essen) Seligmann(Düsseldorfer TV 1847), Ullrich(TV Remscheid=Hasten), Sich(Düsseldorfer TV 1847), Schneider(TV Remscheid=Hasten). Die Reihenfolge ist nicht endgültig. So wird zum Veispiel bei Nordmark wahrscheinlich der Eimsbütteler Richter Ersatzmann sein. während sich beim Niederrhein kaum etwas ändern wird. Der normale Ausgang wäre ein Sieg der Niederrheinturner. Ihre Stärke liegt in der AusgeglichenAuigeisss auf ostn. Kont Die Verfolger vor schwierigen Klippen Schon 2 Rückspiele am 6. Dezember Beuels Vormarsch steht nach den letzten Leistungen der Elbern=Mannschaft, die nun eiligst ihren Spielrückstand aufholen muß, im Brennpunkt des mittelrheinischen Ligakampfes. Der nach Würselens Stolpern in Andernach als inoffizieller Herbstmeister bestätigte BfR. Köln darf am kommenden Sonntag abermals zuschauen, wie seine Verfolger von gefährlichen„Außenseitern“, gestellt werden, und die Höhenberger erwarten dabei wieder, daß sich Schrittmacher für ihre an sich feste Spitzenstellung finden Die Kämpfe des letzten Sonntags haben erneut die Heimstärke und umgekehrt die Schwäche einiger Mannschaften auf fremdem Boden hervorgekehrt. Gemeint sind vor allem die in ihrer endgültigen Spielstärke immer noch nicht klar abzuschätzende Rhenania Würselen und der aus dem schlimmsten „Druck“ zum Leidwesen der weiter enttäuschenden Mülheimer befreite Tus Neuendorf. Eine Formverbesserung zeigte der in Ortskämpfen stets unberechenbare, aber noch auf abschüssiger Bahn liegende Bonner FV. Der weitere Vormarsch von Beuel bringt eine neue, interessante Note in den Kampf um die Führung oder wenigstens in die Jagd hinter dem führenden BfR. Köln. Es fragt sich, ob die in nächster Zeit durch nachzuholende Spiele„gehetzte“ Elbern=Mannschaft einer solchen Anforderung im ersten Ligajahr als vielleicht aussichtsreichster Bewerber gewachsen sein wird. Die beiden nächsten Verfolger des„Herbstmeisters“, Rhenania Würselen und Gaumeister Kölner CfR. stehen in Mülheim und im Bonner Stadion(gegen die bisher durchschnittlich abschneidende Tura) vor schwierigen Aufgaben, wie auch Beuel in Neuendorf die Heimstärke der Gauchel=Elf zu verdauen hat. Um das Programm infolge der ungleichen Spielanzahl der Teilnehmer möglichst zu fördern, sind auch bereits zwei Rückspiele fällig. K SC. 99— BFV. suchen sich, jeder auf Kosten des anderen, aufzurichten. Andernach hat neuen Mut in seiner Abstiegsnot erhalten, so daß Sülz 07 in Abrutschgefahr schweht Die Spiele des Sonntags: Mülheimer SV.— Rhenania Würselen Tura Vonn— Kölner CfR. *.3 Neuendorf— SV. Beuel 06 a n: SC. 99— Bonner 7V. 2 I Undernach— Sülz 07 heit der Riege. Jeder der Turner verfügt über ein solides Können. so daß mit Ausfällen kaum zu rechnen ist: es müßte schon einer vom Unglück verfolgt sein. Schneider erwies sich in Trier als bester Niederrheinturner: sein Vereinskamerad Ullrich und die beiden Düsseldorfer Sich und Seligmann standen ihm aber nicht viel nach. Die Lage ist hier eben so. daß jeder Wettkampf eine andere Reihenfolge in der Wertung erbringen kann. Es ist für den Niederrhein ein großes Handicav. daß Nigge nicht dabei ist: man könnte dem Verlauf des Kampfes ruhiger entgegensehen. Müller scheint am Reck doch etwas schwach zu sein. Trotzdem wäre ein Sieg der Nordmark doch eine Ueberraschung Die Nordmark stützt sich in erster Linie auf ihren Olymviatämpfer Steffens; nächst ihm wären Smuda vom ExV und der Kieler Höver zu nennen. Während Smuda sozusagen zum„eisernen Bestand“ der Nordmarkriege gehört, hat der Kieler in letzter Zeit so gut gefallen, daß ihm der Platz in der Gauvertretung gesichert ist. Richter ist der älteste der Riege: er will seine wettkämpferische Laufbahn mit dem Gaukampf in Düsseldorf beschließen. Seine Haltung bei den teilweise sehr schwierigen Uebungen ist auch heute noch für manchen der jüngeren Turner vorbildlich. Die übrigen Mitglieder der Riege sind bisher weniger hervorgetreten, müssen aber immerhin beachtet werden. vor allem der Hamburger Jürgensen. der mit ungeheurem Ehrgeiz bei der Sache Niederrheins Turnfreunde werden am Sonntag einen großen Kampf erleben; bedauerlich ist nur. daß keine günstigere Stunde und keine größere Halle gewählt wurde. Es würde gewiß mancher Türnfreund mehr kommen. Unsere starken Männer in Essen Essen 1888 München 1860 Freising Verlei Schuster Bumberger Jansen Wölpert L. Ismayr R Wagner Endres Popp A. Wagner Huttner Grätz Gottschalk Giet! R. Ismayr Bierwirth Straßberger Manger Vierzehnmal wurde bisher der Meistertitel ausgekämpft. Allein zehnmal schrieb sich München 60 in die Siegerliste ein. Erst im Vorjahre gelang es Essen 88, die einzigartige Erfolgsserie der Bayern zu unterbrechen. Die Liste der bisherigen Mannschaftsmeister weist folgende Namen auf: 1922: München 1860, 1923: Mannheim 1846. 1924: München 1860, 1925: Roland Hamburg, 1926: München 1860: 1927: München 1860, 1928: München 1860, 1929: München 1860, 1930: Siegfried Essen. 1931: München 1860, 1932: München 1860, 1933: München 1860, 1934: München 1860, 1935: Essen 88. Arbeitadienst im Kampf gegen die Sturmflut Aeee und Sillem oezwungen Neues Rettungswerk an der Nordsee— Bewundernswerte Pflichterfüllung Vor wenigen Wochen erst hörten wir von den großen Verwüstungen und Schäden, die von der orkangepeitschten gierigen Nordsee an den deutschen Küsten verursacht wurden. Mit Stolz und Bewunderung blickte ganz Deutschland auf seine einsatzbereiten tapferen Männer vom Arbeitsdienst, die zäh und verbissen ihr Rettungswerk vollbrachten und Land und Menschen vor der Vernichtung bewahrten. Kaum sind die klaffenden Breschen, die von der Nordsee in die Dämme und Deiche geschlagen wurden, mit neuer Erde gefüllt, da singt der Sturm schon wieder sein heulendes Lied, wieder krachen die schweren Brecher gegen die Kaimauern, rollen die Wogen die Deiche hinauf, stauen sich die Flüsse bis weit ins Land hinein. Und wieder ist der Arbeitsdienst sofort zur Stelle, um zu helfen, wo die Gefahr am größten ist, wo die Deiche zu brechen drohen, wo deutsches Land und deutsche Menschen in Gefahr sind.( 42542#. ist. Bei Hechthausen im Haveln=Lanve ist es, dicht an der Küste, die den Wellenbergen des aufgewühlten Meeres standzuhalten hat. Beim letzten Orkan gelang es der See, ein tiefes Loch in den schützenden Deich zu reißen. Der Arbeitsdienst hat es inzwischen wieder aufgefüllt und ausgebessert. Doch der frische Boden war noch zu weich, dem neuen Ansturm standzuhalten. Der Arbeitsdienst muß wieder Durch die Lager der Gruppe 170 hallen um Mitternacht die Alarmsignale. In wenigen Minuten stehen die wetterharten Arbeitsmänner angetreten. Schweigend werden Spaten und Schaufeln verteilt, Sandsäcke werden vorsorglig mitgenommen, dann geht es los. Je näher die Männer dem Deich kommen, desto lauter heult der Sturm und donnert die See. Die Fetzen der Schaumkronen schlagen ihnen ins Gesicht. Jetzt sind sie an der Stelle, wo letztesmal der Deich brach. Ueber die Hälfte davon schon haben die Wellen wieder weggerissen, und immer neue und neue Wogen rollen heran und reißen die Erde mit sich. Die 600 Mann verteilen sich den Deich entlang, Erde wird herangeschafft, drüben steht eine Gruppe beisammen, um die Sandsäcke zu füllen. Schon ist es der ersten Woge gelungen, den geschwächten Deich zu überklettern, da springen die tapferen Männer vom Arbeitsdienst in die Bresche. Bis über die Knie stehen sie im eisigen Wasser, um die Sandsäcke aufzuschichten, die das Hinterland vor den mörderischen Fluten bewahren sollen. 12 Stunden lang stehen so die Männer in finsterer Nacht, ihre Kleider sind durchnäßt, ihre Finger und Arme werden steif vor Kälte. Doch sie ermüden nicht, es gibt kein Zurückweichen für sie, sie sind zum letzten Einsatz bereit, zum Einsatz im harten Kampf für deutschen Boden und deutsche Menschen. 6000 Sandsäcke füllen die Bresche, die von der Nordsee gerissen wurde. Allein der Sturm läßt nicht nach, an anderen Stellen schon droht der Deich zu brechen. Die Front der Arbeitsmänner muß immer mehr verlängert werden, 600 Mann kämpfen auf kilometerlangem Deich gegen die Gewalt der Natur. Ein Sandsack nach dem anderen wird von der See herausgerissen aus dem neu errichteten Bollwerk, die Männer sind in Gefahr, jeden Augenblick von den Fluten hinuntergerissen zu werden in den Strudel, aus dem keiner mehr wiederkehrt. Der Abteilungsführer entschließt sich bei Anbruch der Dämmerung, den Deich aufzugeben, um das Dorf zu schützen. In raschem Lauf eilen die 600 Mann nach dem Dorf Hechthausen, auf ihren Fersen schon folgt ihnen die Flut. Rasch verwandelt sich die ganze Niederung um das Dorf— 200 Hektar Boden sind es— in einen großen See. Doch um das Dorf stehen bereits die Sandsackbarrikaden des Arbeitsdienstes, die in gemeinsamer mühedoller Arbeit mit den Die Ueberlebenden des gesunkenen Dampfers „Elsa“ Die Geretteten des in Rostock beheimateten Dampfers„Elsa“, der auf der Fahrt nach Cherbourg nach mehrstündigem Ringen mit schwerer See westlich von Norderney gesunken ist. Links: Albert Kützner und Heinz Barwich. Die übrigen zehn Mann der Vesatzung sanden den Seragesthigz.., Eine ganze Landschaft durch Dammbruch überschwemmt bruch der Oite in einer Breite von etva Pgucd ze, metelepesk Laldereien apd Pirser überschpemmen. Wassermassen in das Hinterland ergießen uud Rtomelerwent Lanbertien und.“, eltgi Mg, Bauern errichtet wurden. Durch diese Maßnahmen, durch die Energie, die Tatkraft und den Opferwillen dieser jungen deutschen Männer vom Arbeitsdienst gelang es, das Dorf zu retten, Hunderte von Menschen mit ihrem Hab und Gut vor dem schlimmsten Unheil zu schützen. Wieder hat die deutsche Jugend, die in den Lagern unseres Arbeitsdienstes steht, durch die Tat ihre Gesinnung und ihre Einsatzbereitschaft bewiesen. Sie hat gezeigt, daß sie mit äußerster Entschlossenheit und Zähigkeit bereit ist, zu jeder Stunde und in jeder Situation die Arbeit und den Kampf für deutsche Menschen und deutschen Boden aufzunehmen. H. Schw. was laf tar ii zeostoresiatruch! — Vorbild der Volksgemeinschaft Die Tat des Arbeiters henniges Der Volksgenosse Henniges hatte für eine schwerkrank darniederliegende Frau Blut für eine Uebertragung zur Verfügung gestellt. Die ihm zufallende Entschädigung überwies er auf das Konto des Winterhilfswerkes. Der Reichsbeauftragte für da W5W., Pg. Hilgenfeldt, hat diesem Arbeiter, als schlichten Ausdruck des Dankes, sein Bild mit eigenhändiger Unterschrift überweisen lassen. Dieser Tage habe ich in einem kleinen ärmlichen Orte den Arbeiter Henniges aufgesucht. Er hatte in den letzten Wochen einer Frau, die im Krankenhaus schwer darniederlag, von seinem gesunden Blut gegeben. Er hatte sie nicht gekannt, nur gehört halte er auf seiner Arbeitsstätte, daß sie in den nächsten Stunden sterben werde, wenn es nicht gelänge, ihr frisches Blut zuzuführer,.7zit Was. Da hatte er seine Arbeit verlassen, war in das Krankenhaus gegangen und hatte die Aerzte gebeten, sein Blut zu untersuchen, um es dieser mit dem Leben ringenden Frau geben zu können. Der Arzt halte dankbar zugesagt und ihm mitgeteilt, daß er selbstverständlich für diese Blutabgabe eine entsprechende Entschädigung bekäme.„Nein, das nehme ich nicht,“ hatte da der Arbeiter protestiert,„was ich tue, ist eine Selbstverständlichkeit. Dafür nehme ich keinen materiellen Lohn entgegen. Ich habe mich nicht für Geld zur Verfügung gestellt.“ Erstaunt hatten ihn die Aerzte angesehen. Die Blutübertragung glückte, und als wenige Tage danach der Arbeiter im Krankenhaus erschien, sagte man ihm, daß die Frau gerettet werden konnte. Ein Glanz trat in die Augen des echten Volksgenossen, der darauf bescheiden antwortete: „Sehen Sie, das ist mein Lohn. Das Geld aber, das ich hätte bekommen sollen, das überweisen Sie dem Winterhilfswerk.“ Diesen Vorgang hat er mir nun nochmals erzählt. Als er geendet hatte, erfuhr ich vom Ortsgruppenleiter, daß dieser Arbeiter erst vor kurzer Zeit in Verdienst gebracht werden konnte, weil er selbst krank war. Er hätte das Geld gewiß gut gebrauchen können. Wir sehen ihn an, wie er jetzt nachdenklich vor uns sitzt und uns nun lächelnd die bescheidenen und doch so stolzen Worte entgegnet:„Mich macht schon die Gewißheit reich, daß ich von dem, was ich noch besitze, anderen deutschen Volksgenossen immer noch etwas geben kann.“ Lange saßen wir nach diesen Worten stille. Dann aber erfüllte uns die Gewißheit: Hier sitzt ein wahrer Nationalsozialist. Hier sitzt einer, der bereit ist, genau so wie wir, jederzeit mit allen Kräften einzustehen für den Führer und für die nationalsozialistische Bewegung.....„...4n Wohnun; hi. Als ich die kleine, bescheidene Wohnung dieses Arbeiters verlasse, ist es mir, als hätte ich nicht in einem gedrängten Raum gesessen und hätte dort mit einem treuen, deutschen Arbeiter gesprochen, sondern als hätte ich eine herrliche weihevolle Feierstunde erlebt. Eine Feierstunde, die das Herz und den Geist über Raum und Zeit erhebt, die das Innere erfüllt mit Kraft, Stolz und Glück, die Ansporn gibt zu restlosem Dienst und zu stetem Einsatz als nationalsozialistischer Kämpfer, die manchen beschämt und alle verpflichtet. A. R. Weil der Fisch das Ruder mitnahm. Robert Smith und Frederick Deane waren in der australischen Marubra=Bai mit ihrer Barkasse, um zu fischen. Eine Fangleine mit einem Köder hatten sie dabei unbedachterweise an ihrem Steuerruder befestigt. Ein großer Fisch schnappte diesen Köder und machte, um wieder freizukommen, derartige heftige Bewegungn, daß er dabei das ganze Steuerruder mit abriß und mit ihm in der Tiefe verschwand. Das nunmehr steuerlos gewordene kleine Schiff trieb unaufhaltsam an eine Klippe und zerschellte, wobei Smith und Deane ertranken. Dus ist Vrot für's Ehaeingee Land Die Spielwarenindustrie von der Lausitz bis zum Vogkland Schon öffnen sich die ersten Verkaufsbuden der Weihnachtsmärkte. In den großen Kaufhäusern und den einschlägigen Geschäften hat ein Run auf die Spielwarenabteilungen eingesetzt. Sehnsuchtsvoll richten sich tausend Kinderaugen auf das Reich des Spieles Wer die Heimat unseres deutschen Spielwerkes kennt, wer die Menschen und das Land sich anschaute, der wird bei solch tum an Spielgeräten auch einmal eine kurze wirtschaftliche Ueberlegung anstellen müssen. Die deutsche Spielwarenindustrie war in diesem Jahr überraschend gut beschäftigt, besonders die Holzschnitzereien im Thüringischen und birge, ja, sie ist es noch, denn über das Weihnachtsgeschäft hinaus hat ja der Staat durch das große Opferwerk des deutschen Volkes Tausenden von Heimarbeitern für die Herstellung von Abzeichen und Symbolen Arbeit und Brot gegeben. Was im Erzgebirge geschaffen wird, sind wahre Kunstwerke in höchster Vollendung. Das Schnitzerhandwerk vererbt sich vom Vater auf den Sohn, in allen Dörfern gibt es sogenannte Schnitzervereine. Und wenn man die Leute einmal in ihrer Arbeit beobachtet, so möchte man sagen, diese Arbeit ist viel mehr ideell als materiell. Sie verdienen nur, weil des Lebens Notdurft und Nahrung nicht umsonst sein kann. Es gibt sehr kostbare Arbeiten, so die bekannten„Weihnachtsberge“, die biblische Geschichten darstellen, und auch kunstvolle Weihnachtspyramiden, die den frommen Sinn ihrer Meister offenbaren. In den Städten bekommt man sie schon für ein paar Mark zu kaufen, und wenn sich recht viele Menschen entschließen könnten, solche Schnitzereien zu erwerben, es gäbe da oben in Thüringen und im Erzgebirge keine Sorge um das Brot. Der Liebe des Erzbirglers und des Vogtländers zum Basteln verdanken große Industrien im sächsischen Grenzlande ihr Entstehen. Industrien, die an Stelle des in früheren Zeiten so ertragreichen Silberbergbaues getreten sind Gerade in diesen Tagen zeigt sich uns eine Fülle von Erzeugnissen bodengebundener sächsischer Grenzlandindustrien, erzgebirgische Spielwaren, Porzellan aus der Meißener Manufaktur, wie gesagt kunstgewerbliche Arbeiten aus Holz, Schneeberger Spitzenklöppeleien usw. Als Beweis des wiedererwachenden Bergbaues ist auch das Altenberger Zinn vertreten, das in allen möglichen Varianten und Ausführungen demjenigen, der selig geben will, viel Freude bereitet. Neulich verriet ein Vogtländer interessante Zahlen aus seinem kleinen gewerblichen Betrieb: Allein 300000 Steh=auf=Männchen traten aus seinem Werk in der Vorweihnachtszeit den Weg in die Städte an. Die Zahl der Holzsoldaten ging wohl in die Millionen. Daneben waren Holzpuppen, nicht immer handgesertigt, sondern sehr oft auch maschinell, überaus reichlich gefragt. Alljahrlich, wenn die Weihnachtszeit naht, beschäftigt sich die Allgemeinheit mit dem Los der Menschen, die das Spielzeug fertigen. Spielzeug, das uns Erwachsenen so oft die Lust eintreibt, selbst noch einmal am kindlichen Spiel Anteil zu nehmen. Man soll es aber nicht dabei bewenden lassen, sondern man soll bei der Zusammenstellung des Gabentisches auch aktiv helfend in das Los dieser Volksgenossen eingreifen. Leider ist es diesen Industrien in Thüringen und im Erzgebirge noch immer versagt, wieder in das Exportgeschäft zu kommen. Lediglich die„klingenden Thäler“, die Musikinstrumenten=Industrie Klingenthals hat Export aufzuweisen und ist darüber hinaus auch für das eigene Land wieder leidlich beschäftigt. Aber es gab hier lange Jahre der erbärmlichsten Not und Entsagung, Jahre, in denen soundsoviele Instrumentenmacher wirtschaftlich zerbrachen. Diese Scharten können erst allmählich wieder ausgewetzt werden. Es ist eine alte wirtschaftliche Erkenntnis, daß man in zwei Jahren nicht einholen kann, was man in einem Jahr verlor. Wenn man dabei bedenkt, daß die Zeit der Erwerbslosigkeit und des lahmliegenden Geschäftes hier in Thüringen und im Erzgebirge weit länger als zwei Jahre dauerte, dann wird man verstehen, warum den Menschen dieser Industrien unsere verstärkte Hilfe zuteil werden muß. Geschichten aus aller Welt „Entrechtete“. Ehefrauen Große Entrüstung herrscht unter den Ehefrauen Chiles über eine Anordnung des Bürgermeisters von Vina del Mar, dem mondänen Seebad Chiles. In Vina del Mar gibt es auch ein Spielkasino, und vor allem sind in ihm regelmäßig auch die Vertreterinnen des zarten Geschlechtes zu erblicken, die wahrhaft leidenschaftliche Spielerinnen sind. Der Bürgermeister hat die Kasinoverwaltung nun angewiesen, nur noch solchen Ehefrauen Zutritt zu gewähren, die eine schriftliche Bescheinigung und Erlaubnis ihrer Ehegatten dazu vorweisen können. Bettler=Ansturm beginnt schon Auch die„Zaungäste" des kommenden englischen Krönungsfestes, das das britische Weltreich im nächsten Jahre mit niedagewesener Prachtentfaltung begehen wird, rühren sich schon: die Bettler, Taschendiebe und ähnliches Gelichter. Die Londoner Polizei hat gerade in diesem Jahre ein recht scharfes Auge auf den alljährlich nach Abklingen der Sommerzeit im Herbst in die Hauptstadt einkehrenden„Rückstrom“ dieser Herrschaften, die, nachdem sie in den schönen Jahreszeiten die Provinz„abgegrast" und unsicher gemacht haben, für den Winter doch die schützenden Mauern der Großstadt und ihre unzähligen Schlupfwinkel vorziehen. Sie hat aber heute schon untrügerische Anzeichen dafür, daß dieser Rückstrom in diesem Jahre Zehntausende mehr als sonst nach London gebracht hat. Kenner der Materie beziffern die Londoner Standortbettler im Winter auf rund 20 000 Köpfe, von denen etwa 3000 ihren festen Platz in einem Umkreis von rund 3 Meilen rund um Charing Croß besitzen. Diese Zahl ist aber jetzt, Mitte Oktober, schon bei weitem überschritten, und man rechnet damit, daß sich schon im nächsten Monat mindestens 60000 Bettler, also das Dreifache, in den Londoner Straßen umhertreiben werden, um das Gelände für das„Krönungsgeschäft" zu sondieren. „Das Bettlerproblem ist eines der schwierigsten bei uns im Lande!“ erklärte ein hoher Beamter der britischen Vereinigung gegen das Bettlerunwesen dem Vertreter eines großen Londoner Sonntagsblatts.„Wir wissen kaum ein wirksames Mittel gegen es anzuwenden!“ Samariterdienst ist Pflicht Das sollten sich alle Volksgenossen merken Ein Kraftdroschkenführer in Stuttgart wurde zu einer empfindlichen Geldstrafe verurteilt, weil er sich geweigert hatte, einem Verletzten Beistand zu leisten. Der Angeklagte stand mit seiner Kraftdroschke vor dem Kaiserbau, als ein aus vielen Wunden blutender Mann, der von einem Messerhelden übel zugerichtet worden war, auf ihn zutrat mit der Bitte, ihn schnellstens in das nahegelegene Marienhospital zu fahren. Der Droschkenkutscher befürchtete jedoch, daß sein Wagen beschmutzt würde und verweigerte den Hilfsdienst. Er gab vor Gericht zu seiner Entschuldigung an, der Kraftwagen sei sein einziges Vermögen und er habe bei dem erbetenen Transport einen Verdienstausfall, verursacht durch die Reinigung der Polster, zu befürchten gehabt. Das Gericht gab ihm aber zu verstehen, daß in einem solchen Falle jedermann gesetzlich zur Hilfeleistung ohne Rücksicht auf die für ihn daraus entstehenden Folgen verpflichtet sei. Dacchsaheung dee Wjäheigen Schatzen Ein Erlaß des Reichserziehungsministers Die sieden tage Das Reichskabinett hat in seiner Sitzung vom 1. Dezember eine Reihe wichtiger Gesetzesvorlagen verabschiedet. Es ist einmal das Gesetz über die itler=Jugen d. nach dem die gesamte deutsche Jugend innerhalb des Reichsgebiets in der HitlerJugend zusammengesaßt wird, um hier körperlich, geistig und sittlich im Sinne des Nationalsozialismus zum Dienste am Volk und zur Volksgemeinschaft erzogen zu werden. Diese Aufgabe der Erziehung ist dem Reichsjugendführer der RSDAP. übertragen worden und ihm zugleich die Stellung einer obersten Reichsbehörde, die dem Führer und Reichskanzler unmittelbar unterstellt ist, verliehen worden.— Dann wurde eine reichsrechtliche Regelung der Realsteuern gesetzlich festgelegt, wodurch an die Stelle von 16 verschiedenen Landesgesetzen und verschiedenen Grundsätzen nunmehr eine einheitliche reichsgesetzliche Regelung der Realsteuern erfolgt ist. Die Grund= und Gebäudesteuern sind in Zukunft nur noch Gemeindesteuern, die nach einheitlichem Reichsrecht geregelt werden.— Zu erwähnen wären noch das Gesetz über das Winterhilfswerk, das diesem die Stellung einer rechtsfähigen Stiftung des bürgerlichen Rechts verleiht und zugleich dem Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda unterstellt, und das Gesetz über Wirtschaftssabotage, das den unter Todesstrafe stellt, der wissentlich und aus grobem Eigennutz oder aus anderen niederen Beweggründen den gesetzlichen Bestimmungen zuwider Vermögen nach dem Ausland verschiebt oder im Auslande stehen läßt und damit der deutschen Wirtschaft sehr viel Schaden zufügt. Für die Aburteilung ist der Volksgerichtshof zuständig. Zwei neue Verordnungen des Beauftragten für den Vierjahresplan, Ministerpräsidenten Göring, zum Preisproblem sowie eine Ausführungsverordnung des Reichskommissars für Preisbildung, Gauleiters Wagner, bringen einen entscheidenden Abschnitt der nationalsozialistischen Preispolitik, weil sie mitentscheidend ist für das Gelingen des Vierjahresplanes. Durch diese Verordnungen wird die Preisüberwachung nach allen Richtungen hin geregelt und ein allgemeines Preisstop eingeführt, und zwar rückwirkend vom 18. Oktober an für Güter und Leistungen aller Art. Das Verbot der Preiserhöhung gilt in Zukunft nicht nur für die gewerbliche und industrielle, sondern auch für die Ernährungswirtschaft, es ersaßt auch die Neuhausmieten sowie grundsätzlich Terrain= und Hausverkäufe Kurz und gut, es ist eine starke Handhabung zur Meisterung des gesamten Preisniveaus. Der Versuch der spanischen Bolschewisten in Gen Die spanischen Bolschewisten haben sich eine eigenartige groteske Demonstration erlaubt, denn ihr sogenannter Außenminister del Vayo hat am 27. November an den Völkerbundsrat und alle Mitglieder des Völkerbundes einen Appell gerichtet, in dem er Deutschland und Italien der„Intervention“ im spanischen Bürgerkrieg beschuldigt und als verschärfend die Anerkennung der Regierung Franco durch beide Mächte hervorgerufen hat. Er ging aber in seiner Dreistigkeit noch weiter und forderte auf Grund des Artikels 11 des Völkerbundvaktes die unverzügliche Einberufung des Völkerbundsrates. In Genf war man sich über den Sinn dieses Appells völlig im unklaren, nur das eine erkannte man heraus, daß dieser Schritt in engster Fühlungnahme mit Litwinow=Finkelstein erfolgt war. Dadurch wurde die Situation noch grotesker, daß nun der Hauptangeklagte sich zum Ankläger ausspielen will. England und Frankreich sind nicht angenehm überrascht über diesen eigenartigen Schritt ihres Schützlings und nicht gewillt, ihm Folge zu leisten. Sie halten nach wie vor den Nichteinmischungsausschuß für genügend, um hier alle strittigen Fragen der Einmischung zu klären. Wenn Delbos diesen dreisten Schritt mit diplomatischer Vorsicht dahin kennzeichnete, daß er„zumindest unvorsichtig und unangebracht“ wäre, so besagt das genug. Der Kampf um die Volksfront in Frankreich Frankreich befindet sich mitten in einer inneren Krise durch die plötzliche Kampfansage des Kommunistenhäuptlings Thorez gegen die Regierung Blum. Die kommende außenpolitische Debatte wird von erhöhtem Interesse sein. Sie wird ergeben, wie sich das Parlament besonders zur Außenpolitik, das heißt, zur Nichteinmischung in Spanien, stellen wird. Denn die bisherige neutrale Haltung Frankreichs im spanischen Konflikt war der große Stein des Anstoßes nicht nur für die französischen Kommunisten, sondern auch für das hinter ihnen stehende Moskau. Diese Politik zu durchkreuzen gilt der Angriff Thorez, der anscheinend darauf hinauslausen soll, eine Volksfron##regierung unter einem anderen, und zwar willfährigeren Marxisten als Léon Blum zu stellen. Die Gefahr einer Regierungskrise ist also sehr nahe gerückt, denn eine Frontstellung der Kommunisten gegen Blum kann leicht zur Folge haben, daß der Rücktritt der Regierung heraufbeschworen wird und mit ihrem Fall zugleich die Volksfront selbst zerbricht. Der Reichsjugendführer im Kundfunck Berlin, 4 Dez. Der Stabsführer des Jugendführers des Deutschen Reiches hat an die HitlerJugend folgenden Befehl erlassen: „Befehl an die HJ., D3., B9M., 3M.! Jugendführer des Deutschen Reiches, Baldur von Schirach, spricht am Mittwoch, 9. Dezember, in der Zeit von 20.15 Uhr bis 20.45 Uhr über alle deutschen Sender(im Deutschlandsender von 20.45 Uhr bis 21.15 Uhr) zu den deutschen Eltern zum Gesetz über die HitlerJugend. Die Standortführer der HI. haben sofort Gemeinschaftsempfänge nach den bekannten Richtlinien des Rundfunkamtes der Reichsjugendführung anzusetzen. Die Ausführungen des Jugendführer des Deutschen Reiches werden so bedeutend und für die weitere Entwicklung der H3. so wichtig sein, daß allen Eltern, Jungen und Mädeln, die die Rede nicht am eigenen Gerät hören können, Gelegenheit geboten werden muß, sie in geschlossenen Sälen gemeinsam anzuhören.“ Der österreichische Bundestag bereikete am Donnerstag dem nationalen Spanien eine herzliche Sympathiekundgebung. Berlin, 4. Dez. Reichserziehungsminister Rust hat vor kurzem angekündigt, daß die Neuordnung des höheren Schulwesens die zwölfjährige Schulzeit einführen wird. Da aber die Verlängerung der Dienstzeit beim Heer für die jetzigen Jahrgänge eine sofortige Neuregelung der Ausbildungszeit erheischt und der Erfolg der Arbeitsschlacht des nationalsozialistischen Staates sich bereits dahin auswirkt, daß in vielen akademischen Berufen ein erhöhter Nachwuchsbedarf eingetreten ist, hat der Reichserziehungsminister durch Erlaß vom 30. November 1936 angeordnet, daß die jetzigen Schüler der Unterprima der höheren Schulen für Jungen bereits am Schluß dieses Schuljahres die Reifeprüfung ablegen, und zwar in der Woche vom 15. bis 20. März 1937. Dabei fällt die schriftliche Prüfung fort. In einigen wichtigen Fächern ist mit den Unterprimanern auch der Lehrstoff der Oberprima in den wesentlichsten Grundzügen bis zum Schluß des Schuljahres zu erarbeiten. Die erforderliche Zeit wird durch verschiedene Einzelmaßnahmen gewonnen. Um einer Ueberlastung der Lehrer und Schüler vorzubengen, hat der Stellvertreter des Führers veranlaßt, daß sie vom Dienst in der Partei und ihren Gliederungen bis zum Ende des Schuljahres sofort befreit werden. Für die nachrückenden Klassen werden Uebergangsmaßnahmen getroffen. Die jetzigen Obersekundaner werden bereits Östern 1938 die Reifeprüfung ablegen. Auch für die Schüler der jetzigen Oberprima, die in der Woche vom 1. bis 6. Februar 1937 die Reifeprüfung ablegen, fällt die schriftliche Prüfung fort. Durch diese Anordnungen, die naturgemäß den Charakter von Uebergangsmaßnahmen tragen müssen, wird die zwölfjährige Schulzeit mit sofortiger Wirkung praktisch durchgeführt. * Reichsleiter Rosenberg in Nürnberg Nürnberg, 4. Dez. Auf der Arbeitstagung des fränkischen SA.=Führerkorps sprach am Freitag der Beauftragte des Führers zur Ueberwachung der Schulung und Erziehung der gesamten nationalsozialistischen Bewegung, Reichsleiter Alfred Rosenberg. Reichsleiter Rosenberg skizzierte einlettend die Entwicklung des nutionalsozialistischen Kampfes, der bewiesen habe, daß einer neuen Weltanschauung nicht eine Theorie oder Debatte vorauszugehen brauchten, sondern daß Charakter= wille und-haltung eine neue Weltanschauung wachsen ließen. Bei diesem Wachsen habe sich die SA. ein weltgeschichtliches Verdienst erworben. Man könne es heute mit Stolz sagen:„Auf den Schultern der SA. wurde die Revolution zum Siege getragen!“ Die SA. aber sei, wie kaum eine andere Organisation, nach ihrer inneren Struktur an das Leben des Alltags geknüpft. Dann sei die SA. zugleich zur Kerntruppe für die Tagesverteidigung der Joee bestimmt und es sei gut, daß der Mann im Braunhemd ebenso bei großen politischen Aktionen wie bei schweren Unglücksfällen als der unbekannte, Berlin, 4. Dez. Am Freitag übergab die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung der Oeffentlichkeit ihren achten Jahresbericht für die Zeit vom 1. April 1935 bis zum 31. März 1936. Zur Erläuterung dieses umfassenden Tatsachenberichtes, der mit vielen Zahlenübersichten und graphischen Darstellungen den Text anschaulich gestaltet, führte der Pressereferent der Reichsanstalt vor Pressevertretern u. a. aus: Im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit ist in der Zeit vom 1. April 1935 bis 31. März 1936 wiederum ein großer Erfolg erzielt worden. Betrug die Zahl der Arbeitslosen Ende März 1935 noch rund 2,4 Millionen, so wurden ein Jahr später nur noch 1 937·000 Arbeitslose bei den Arbeitsämtern gezählt. Das bedeutet eine Abnahme um 19,4 v. H. Diese günstige Entwicklung kommt noch klarer zum Ausdruck, wenn man den Umfang der Arbeitslosigkeit auf 1000 Einwohner an diesen beiden Stichtagen vergleicht. Ende März 1935 kamen auf 1000 Einwohner noch 36.4 Arbeitslose, am 31. März 1936 jedoch nur noch 29,3 Arbeitslose. Je mehr die Arbeitslosigkeit verschwindet, desto weniger sind die Entwicklung bezw. der weitere Rückgang der Zahl der Arbeitslosen geeignet, Spiegelbild der Entwicklung des Arbeitseinsatzes und der Wirtschaftstätigkeit eines Volkes zu sein. Ein zuverlässigerer Gradmesser ist vielmehr die Entwicklung der Beschäftigtenziffer. So stieg diese Zahl um rund ½ Million stärker an, als die Zahl der Arbeitslosen gesunken war. Diese verschiedenartige Entwicklung läßt nur den außerordentlich erfreulichen Schluß In den Fächern Deutsch, Geschichte, Erdkunde, Biologie, Chemie, Physik und Mothematik ist mit den Unterprimanern auch der Lehrstoff der Oberprima in den wesentlichsten Grundzügen bis zum Schluß des Schuljahres zu bearbeiten, in den Fächern Chemie. Physik und Mathematik jedoch nur soweit, daß die Schüler den Fachvorlesungen des ersten Semesters zu folgen vermögen. Die erforderliche Zeit wird durch folgende Maßnahmen gewonnen: 1. Die Stundenzahl der übrigen Fächer ist auf ein Mindestmaß zu beschränken. Dabei kann mit Ausnahme der Fremdsprachen und der Leibesübungen nötigenfalls auf einzelne Fächer ganz verzichtet werden. 2. Die bisherigen Arbeitsgemeinschaften fallen fort, 3. Die Zahl der Unterrichtsstunden für die Schüler kann um höchstens fünf Wochenstunden vermehrt werden. Da die Verhältnisse an jeder Schule verschieden sind, überlasse ich die Einzelregelung den Schulleitern. Ein Lehrerwechsel in den Klassen Sexta bis Obersekunda ist möglichst zu vermeiden. Die Pflichtstundenzahl einzelner Lehrer darf vorübergehend erhöht werden, soweit nicht die Mehrstunden durch andere Lehrkräfte gedeckt werden können. Bei Jungen, die Mädchenschulen besuchen, ist in gleicher Weise zu verfahren. Da an den Jungenschulen Oberprimen Östern 1937 nicht eingerichtet werden können, sind die Schülerinnen der Unterprima solcher Schulen sofort in die Gemeinschaft der künftigen Primaner zu überführen, sofern nicht die Zahl der Mädchen die Einrichtung einer Oberprima rechtfertigt. Auch in diesem Falle nehmen die Unterprimanerinnen nicht an dem Sonderunterricht der Jungen teil, sondern sind nach dem Normalplan weiter zu unterrichten. stets bereite Helfer erscheine. So leiste die SA. im stillen Einsatz ungeheuer viel für die nationalsozialistische Idee. Wie einst Athen den großen Verteidigungskampf der griechischen Kultur gegen das Kleinasiatentum führte, so sei Deutschland heute bestimmt. Europas Kultur gegen das jüdisch=bolschewistische System zu verteidigen. Dieser Kampf verlonge selbstverständlich den geschlossenen'nsatz der deutschen Menschen, denen die NSDAP. das Rüstzeug geben werde. Dazu aber gehöre die totale Erfassung der deutschen Menschen, denn die Weltanschauung des Nationalsozialismus sei unteilbar. Um in dieser Idee und Weltanschauung festen Boden zu bekommen, müsse jeder in sich die Entscheidung selbst fällen. Der Nationalsozialismus nehme diesen inneren Kampf niemand ab. Aber die erkämpfte, nicht eine„fertig gelieferte“ Weltanschauung führe die Menschen dann in die Gemeinschaft der Idee. „Bei dieser Arbeit am deutschen Menschen hat die SA. nicht nur ein großes Vermächtnis zu wahren, sondern selbst die heldische Haltung des nationalsozialistischen Menschen vorzuleben, damit wir alle einmal in den Sturm Horst Wessels in Ehren eingegliedert werden können.“ zu, daß nicht nur die sogenannte unsichtbare Arbeitslosigkeit weitgehend beseitigt werden konnte, sondern daß es auch möglich war, den starken Jahrgang Jugendlicher ohne große Schwierigkeiten in das Erwerbsleben aufzunehmen. Der seit der Machtübernahme erzielte beispiellose Rückgang der Arbeitslosigkeit ist vor allem darauf zurückzuführen, daß neuartige Wege zur Lösung der Arbeitslosenfrage beschritten wurden. Eine staatspolitisch begründete Arbeitseinsatzpolitik, die von dem Grundgedanken ausgeht, daß es richtiger ist, dem arbeitslos gewordenen Volksgenossen so schnell wie möglich wieder Arbeit und Brot zu verschaffen, statt ihn lediglich zu unterstützen, kann aber nur dann erfolgreich sein, wenn sie mit Hilfe planvoll durchdachter Maßnahmen betrieben und vor allem, wenn sie einheitlich geführt und gelenkt wird. Schritt für Schritt mit den einzelnen Abschnitten des Kampfes um die Beseitigung der Arbeitslosigkeit ist die Reichsanstalt dem Ziele einer solchen einheitlich gelenkten und planmäßig durchgeführten Arbeitseinsatzpolitik nähergekommen. Tierischer Mord der Roten Paris, 4. Dez. Wie Havas aus Talavera de la Reina meldet, ist im Dorfe Alcorcon in der Nähe der Dorfkirche die Leiche des Dorfpfarrers gefunden worden. Er war von den roten Horden bei lebendigem Leibe verbrannt worden. Hände und Füße waren mit Brettern zusammengebunden worden! „Kuf den Schunden der In. wurde die Revolution zum Siege getragen“ Plannlapigeeennung 22o Ner endLnl,.: 8. Jahresbericht der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung Bucheckernsammlung der hitler Jugend Berlin, 4. Dez. Der Reichsforstmeister Generaloberst Göring hat als Beauftragter für den Vierjahresplan angeordnet, daß die gesamte Hitler=Jugend Sonnabend, 5. Dezember, und Sonntag, 6. Dezember 1936, in den deutschen Wäldern Bucheckern sammelt. Damit soll die in diesem Jahre in vielen Gegenden besonders reiche Buchenmast, die nur zu einem verschwindenden Teil für die Verjüngung unserer Waldungen erforderlich ist, der Speiseölgewinnung zugeführt werden. Da die Bucheckern ein außerordentlich hochwertiges und sehr wohlschmeckendes Oel liefern, wird man das Ergebnis dieser großzügigen Sammelaktion in allen Volksteilen lebhaft begrüßen und die Erleichterung unserer Speiseölversorgung sehr willkommen heißen. Der Reichsforstmeister hat alle seine Dienststellen angewiesen, die Sammelaktion in jeder Weise zu unterstützen. Sammlerlohn für Bucheckern Berlin, 4. Dez. Ministerpräsident General= oberst Göring hat als Beauftragter für den Vierjahresplan veranlaßt, daß der Sammler= lohn, den die Oelmühlen den Sammlern von Bucheckern bezahlen, von 18 auf 25 Reichsmark je 100 Kilogramm Bucheckern erhöht wird. Damit wird für das Sammeln von Bucheckern ein verstärkter Anreiz gegeben, der dazu führen wird, daß diese in größerem Umfange als bisher der Verarbeitung zu Oel zugeführt werden. Die Oelmühlen werden in die Lage versetzt werden, den Sammlern von Bucheckern den erwähnten Betrag zu zahlen. Zur Vermeidung einer Benachteiligung können diejenigen Sammler, die seit dem 7. 7. 1936 bereits Bucheckern geliefert und hierfür einen Sammerlohn von nur 18 RM je 100 Kilogramm Bucheckern erhalten haben, bei den von ihnen belieferten Oelmühlen den Unterschiedsbetrag gegenüber dem neuen Kaufpreis nachfordern. Das Leistungsabzeichen der für die Rheinmetall=Borsig.=G. Düsseldorf, 4. Dez. Im Rahmen einer Betriebsfeierstunde in der großen Werkshalle des Werkes Derendorf der Rheinmetall=Borsig.=G. wurde am Freitag in Anwesenheit von Vertretern der Partei und ihrer Gliederungen, der Wehrmacht, der Wirtschaft, der Behörden und der gesamten Gefolgschaft dem Werk als erstem in Westdeutschland von Dr. Ley das Leistungsabzeichen der DAF. für anerkannte Berufserziehungsstätten verliehen. Dr. Ley besichtigte das Werk und äußerte sich anerkennend über die vorbildlichen Unfallverhütungsmaßnahmen, die zur Zeit durch die RBG. Eisen und Metall in dem Werk durchgeführt werden. Verkaufssonntage vor Weihnachten Berlin, 4. Dez. Um den Erfordernissen eines guten Weihnachtsgeschäftes sowie den berechtigten Bedürfnissen der in der Zeit vor Weihnachten stark beanspruchten Angestellten Rechnung zu tragen, werden zu Verkaufssonntagen vor Weihnachten grundsätzlich die Sonntage erklärt, die in die Zeit vom 8. bis 24. Dezember fallen. Infolgedessen sind im Jahre 1936 Verkaufssonntage der 13. und 20. Dezember. In den Klauen der Gpu. Nürnberg, 4. Dez. Unter den 32 Deutschen, die in Sowjetrußland von der GPll. wegen angeblicher„Sabotage“ verhaftet wurden und von denen Stickling nach einem merkwürdigen„Justizverfahren" zu zehn Jahren Kerker„begnadigt“ wurde, befindet sich auch der Vertreter der Aschaffenburger Zweigstelle der Aktiengesellschaft für Zellstoff= und Papierfabrikation, Kurt Futterknecht. Futterknecht, der die russische Sprache vollkommen beherrscht, war seit zehn Jahren jeden Sommer im Auftrage seiner Firma in Leningrad tätig. Am 22. November lief bei der Zentrale der Firma in Berlin eine Depesche des deutschen Generalkonsulats in Leningrad ein, aus der hervorging, daß ihr dortiger Vertreter Futterknecht um den 10. November von der GPll. wegen angeblicher„Spionage“ verhaftet worden sei. Auch seine Frau, eine gebürtige Russin, wurde festgenommen und in das Gefängnis eingeliefert. Weder mit Futterknecht noch mit seiner Frau konnte das deutsche Generalkonsulat in Leningrad bisher in Verbindung treten. Futterknecht, dem seine Firma das beste Zeugnis ausstellt, ist gelernter Holzfachmann und hatte in Leningrad die Aufgabe, das von seiner Firma angekaufte Papierholz, in der Hauptsache Fichtenholz, das aus den großen Waldgebieten des Nordens und zum größten Teil mit Flößen nach Leningrad transportiert wurde, auf seine Güte zu überprüfen und nach Deutschland weiterzuleiten. Der Vorsitzende des Verbandes der französischen Steuerzahler befürchtet, wie„Le Jour“ meldet, daß die Bank von Frankreich das ihr von den spanischen Bolschewisten zugewiesene Gold durch Hergabe von französischen Banknoten im gleichen Wert an zwei sowjetrussische Banken in Umlauf gesetzt hat. Der britische Geschäftsträger in Madrid ließ am Freitag allen noch in der spanischen Hauptstadt befindlichen britischen Staatsangehörigen die Aufforderung zugehen. Madrid so bald wie möglich zu verlassen, da wahrscheinlich auch die britische Botschaft zurückgezogen werde. Kirchiichtr Anzeigrt Sonnttg, den 6. Dezember 1936 Katholische Gottesdienstordnung St.=Lambertus=Psarre(Altstadt) .15 Uhr erste hl. Messe; 7,30 Uhr Gemeinschaftsmesse und gemeinschaftl. hl. Kommunion der ganzen Männer= und Jung männerwelt; 9 Uhr Kindermesse mit Prerigt und gemeinschaftl. hl. Kommunion der Kinder des 4. Jahrganges. Zum Beichten sind die Kinder Samstag punkt 3,30 Uhr in der Kirche: 10 Uhr Hochamt mit Predigt: 11.15 Uhr letzte hl. Messe mit Predigt: .30 Uhr Andacht und Christenlehre:.15 Uhr Taufen; 5 Uhr Andacht mit Predigt für alle Männer und Jungmänner. Dienstag, den 8. Dezember: Fest der Unbesleckten Empfängnis. Die Gottesdienstordnung ist dieselbe wie an den Sonntagen. Am Tage vorher ist von 5 Uhr an Geleggenheit zur hl. Beichte. Krankenhauskapelle .30 Uhr hl. Messe mit Predigt: 8 Uhr Gymnasialmesse; 2,30 Uhr Andacht. St.=Elisabeth=Pfarrvikarie(Obercastrop) 7 Uhr erste hl. Messe;.30 Uhr zweite hl. Messe mit gem. hl. Kommunion; 10,30 Uhr Hochamt mit Predigt:.30 Uhr Andacht St.=Franziskus=Gemeinde Schwerin 7 Uhr Frühmesse mit gem. hl. Kommunion der Knaben und Mädchen vom 4. Schuljahr und der erwachsenen männlichen Jugend: 9,30 Uhr feierliches Hochamt: 2,30 Uhr Andacht. Dienstag, den 8. Dezember 1936 .30 Uhr Frühmesse: 9,30 Uhr feierliches Hochamt mit sakramentalem Segen:.30 Uhr Andacht. Aus den Vereinen: Jungfrauenverein. Sonntag, den 6. Dezember, abends 7 Uhr, Adventsfeier im Vereinssaal. Elisabeth=Frauenverein. Donnerstag. den 10. Dezember. nachmittags 4 Uhr. Sitzung des Vorstandes und der Bezirksleiterinnen im Vereinssaal. Rosenkranz=Bruderschaft. Mittwoch. den 9. Dezember. nachmittags 4 Uhr. Monatsversammlung im Vereinssaal. Aloysiusverein. Sonntag. den 6. Dezember. nachmittags 4 Uhr, Monatsversammlung im Vereinssaal. Vorromäus=Verein. Die Bücherausgabe in der Pfarrbücherei ist Sonntag, den 6. Dezember, vorm. von 10.30—12 Uhr. Kirchensteuer=Hebetermin ist Sonntag, den 6. Dezember, von 10.30 bis 12 Uhr im Vereinssaal. Die Grabhilfe hält Sonntag, den 6. Dezember. Zahlungstermin ab. und zwar von 10.30—12 Uhr im zweiten Vereinssaal. Pfarrvikarie„Zu den hl. Schutzengeln“(Frohlinde) .30 Uhr Frühmesse mit gem. hl. Kommunion;.30 Uhr Hochamt;.30 Uhr Andacht. Herz=Jesu=Pfarre(Bahnhof Rauxel) 7 Uhr Frühmesse mit gem. hl. Kommunion;.30 Uhr Hochamt; 2,30 Uhr Andacht. St.=Joseph=Pfarre(Habinghorst) .30 Uhr erste hl Messe; 7,30 Uhr zweite hl. Messe mit Predigt; .45 Uhr Hochamt;.30 Uhr Andacht. St.=Antonius=Pfarre(Ickern) .30 Uhr hl. Messe; 7,45 Uhr Frühmesse mit Predigt und gem. hl. Kommunion;.45 Uhr hl. Messe mit voln. Gesang; 10 Uhr Hochamt mit Predigt;.30 Uhr Andacht. „St. Marien“(Merklinde) .20 Uhr Frühmesse; 16 Uhr Hochamt; 2,30 Uhr Andacht. Kirchlinde..30 Uhr hl. Messe; 8 Uhr hl. Messe mit Predigt; 10 Uhr Hochamt; 2 Uhr Andacht. Marten. 7 Uhr Frühmesse; 8,30 Uhr zweite hl. Messe; 10,30 Uhr Hochamt..30 Uhr Andacht. Evangelische Gottesdienstordnung Castrop. Sonntag 8 Uhr Frühgottesdienst, Vikar Rohlfing: 10 Uhr Hauptgottesdienst mit Abendmahlsfeier, Pastor Nelle; 10,30 Uhr Kindergottesdienst.— Sonntag 7 Uhr Gemeindeabend, Vortrag von Pastor Niemöller und Aufführung„Mutterliebe“ Chorgesänge, Reigen. Dienstag 8 Uhr Kirchenchor, 8 Uhr Bibel stunde Frohlinde, 8 Uhr Jungmütterkreis der Frauenhilfe 2. Mittwoch 8 Uhr Bibelstunde im Wichernhaus. Donnerstag 3 Uhr Frauenhilfe 1(Castrop) Tonfilmvorführung. 8 Uhr Bibelstunde im Wichernhaus. 8 Uhr Vorbereitung zum Kindergottesdienst. Freitag 5 Uhr Bibelstunde der schulpflichtigen Jugend, 8 Uhr Bibelstunde der weiblichen Jugend. Bladenhorst. Sonntag 10 Uhr Gottesdienst, Pastor Fritsch; 11 Uhr Kindergottesdienst. Habinghorst. 10 Uhr Pfarrer Obermeier: 11,15 Uhr Kinder. gottesdienst: 12,15 Uhr Taufen und Trauungen in der Kirche. Dienstag 20 Uhr Jugendbibelstunde im Gustav=Adolf=Haus. Ickern. Sonntag.30 Uhr Gottesdienst. Vitar Zepter: 11 Uhr Kindergottesdienst und Taufen; 18 Uhr Adventsgottesdienst. Bövinghausen. Sonntag 10 Uhr Gottesdienst: 11,15 Uhr Kindergottesdienst; 12 Uhr Taufen. Dienstag 20 Uhr weibliche Gemeindejugend. Mittwoch 20.15 Uhr Gemeindebibelstunde. Donnerstag 20 Uhr männliche Gemeindejugend. Bodelschwingh. Sonntag.30 Uhr Gottesdienst, Pastor Brink: .30 Uhr Kindergottesdienst. Freitag 20 Uhr Gemeindebibelstunde. Marten. Sonntag.30 Uhr Gottesdiens: 10.45 Uhr Kinder gottesdienst: 20 Uhr kirchenmusikalische Feierstunde. Montag 20 Uhr Jungmädchenkreis. Dienstag nachmittag Frauenhilfe 1; 20 Uhr Kirchenchor. Mittwoch 20 Uhr Gemeindebibelstunde. Donnerstag Frauenhilfe 2. Kirchlinde. Sonntag.30 Uhr Gottesdienst mit Taufen: 10.45 Uhr Kindergottesdienst: 15 Uhr Fest der Frauenhilfe Kirchlinde Mittwoch 16 Uhr Frauenhilfe Rahm; 20 Uhr Bibelstunde der jungen Mädchen. Freitag 20 Uhr Gemeindebibelstunde. Lütgendortmund. Sonntag 9,30 Uhr Gottesdienst und Taufen, Pastor Dienemann; 11 Uhr Kindergottesdienst. Sonstige religiöse Veranstaltungen Christliche Versammlung. Viktoriastraße Sonntag.30 Uhr Sonntagsschule: 5 Uhr Verkündigung des Wortes Gottes. Mittwoch 7 bis 8 Uhr Gebetsstunde; 8 bis 9 Uhr Wortbetrachtung. Kirchl Gemeinschaft und Jugendbund für Entsch. Christentum, Castrop=Rauxel 1(Konfirmandensaal, Biesenkampstraße) Sonntag 16 Uhr Evangelisationsvortrag! 17.15 Uhr Jugendbundstunde. Donnerstag 20 Uhr Bibelbesprechung und Gebetsstunde. Gemeinde gläubig getaufter Christen(Baptisten). Castrop=Rauxel 1, Bahnhofstraße 33(Baracke) Versammlungen. Sonntag.30 Uhr Bibelstunde. Sonntag 11 Uhr Sonntagsschule Sonntag 16 Uhr Heilsverkündung. Donnerstag 20 Uhr Bibel= und Gebetsstunde. Neuapostolische Gemeinde Castrop=Rauxel 1, Herner Straße 16 (Hinterhaus) Sonntag morgen 9 Uhr. Sonntag nachmittag 4 Uhr. Mittwoch abend 7 Uhr— Kinderunterricht Sonntag. 2 Uhr Sonntagsschule. Mittwoch nachmittag 5 Uhr Konfirmanden= und Katechumenen=Unterrichtsstunde. Freie evgt. Gemeinde Castrop=Rauxel 1. Schubertstraße 33 Sonntag vormittag.30 Uhr Bibelbesprechstunde; 11 Uhr Kindergottesdienst; nachmittags 4 Uhr Evangeliumsverkündigung. Mittwock abend 8 Uhr Bibel= und Gebetsstunde. Freie evgl. Gemeinde Castrop=Rauxel 4, Friedhofstraße 11 Sonntag vormittag.30 Uhr Bibelbesprechstunde. 11 Uhr Kindergottesdienst. 16 Uhr Predigt. Donnerstag abend 7,30 Uhr Bibel= und Gebetsstunde. Castrop=N. 3. Adolf=Hitler=Straße 53(Eing. Henrichenbg. Straße) Sonntag morgen 9 Uhr. Sonntag nachmittag 4 Uhr. Mittwoch abend 7 Uhr. Kindergottesdienst Sonntag nachmittag 2 Uhr. Dortmund=Bövinghausen. Sonntag morgen 9 Uhr Gottesdienst. 1,30—2,30 Uhr Sonntagsschule. 3 Uhr Gottesdienst. Mittwoch 7 Uhr Gottesdienst. Theater, Konzertr, Vorttage Stadttheater Bochum Kleist=Festspiele 1936 für die deutsche Jugend Samstag, 5. Dezbr., 11 Uhr:„Amphitryon“.— 19 Uhr:„Robert Guiskard"—„Der zerbrochene Krug“.— Sonntag, 6. Dezbr., 11 Uhr:„Penthesilea". — 19 Uhr:„Das Käthchen von Heilbronn".— Montag. 7. Dezbr., 11 Uhr:„Die Hermannsschlacht".— 19 Uhr: Prinz Friedrich von Homburg".— Dienstag. 8. Dezbr., 20 Uhr:„Das Käthchen von Heilbronn".— Mittwoch. 9. Dezbr., 15.30 Uhr:„Der gestieselte Kater".— 20.30 Uhr:„Penthesilea.— Donnerstag, 10. Dezbr., 20 Uhr:„Amphitryon“.— Freitag. 11. Dezbr., 20 Uhr: Gastspiel der Kölner Oper:„Martha, rom.=kom. Oper von Flotow.— Samstag. 12. Dezbr. 16 Uhr: Geschl. Vorstellg.— 20 Uhr: Zum ersten Male:„Neun Offiziere“, Schauspiel von Georg Fraser.— Sonntag, 13. Dezbr., 15.30 Uhr:„Der gestiefelte Kater".— 20 Uhr: „Penthesilea.— Montag. 14. Dezbr., 19 Uhr: Gastspiel der Kölner Oper:„Carmen“. Over mit Ballett von G. Bizet. Städtische Gemäldegalerie Bochum Sonntag. den 6. Dezember. 11.30 Uhr, wird die Dezember=Ausstellung der Städt. Gemäldegalerie (Kaiser=Wilhelm=Straße 24) mit einem Führungsvortrag von Dr. Reiche eröffnet. Sie vereinigt Kollektivausstellungen von zwei westjälischen und zwei rheinischen Malern: Walter Dornseiser(Bochum) und Walter Steinecke(Lemgo). Adolf Erbslöh(München) und F. M. Jansen(Köln). Die Ausstellung ist täglich von 10—16 Uhr. Sonntags bei freiem Eintritt von 10—13 Uhr geöffnet. io. Im Gesängnis Gesangener:„Sehen Sie mal, Wärter, ich habeine Beschwerde vorzubringen— in dem Kuchen hie: war eine Feile eingebacken!“ Nach Gottes hl. Willen entschlief gestern Abend. .30 Uhr. nach kurzer. schwerer Krankheit meine liebe Gattin, unsere treusorgende Mutter. Schwiegermutter. Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante, die Chesrad=Zesel Vongalh Maria, geb. Losacker im fast vollendeten 76. Lebensjahre, vorher gestärkt durch den Empfang der hl. Sterbesakramente. Um ein frommes Gebet für die liebe Verstorbene bitten im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Josef Bongartz und Kinder. Castrop=Rauxel 1. den 4. Dezember 1936. Die Beerdigung findet statt am Sonntag. dem 6. Dezember 1936. nachmittags.15 Uhr. vom Sterbehause Am Wiedehagen 26 aus. Das Seelenamt ist am Montag, morgens.30 Uhr, in der St.=Lambertus=Pfarrkirche. Sollte jemand aus Versehen keine besondere Nachricht erhalten haben, so diene diese als solche. TANZSCHOET DIEL eigener Unterrichtsraum Kaiser-Friedrich-Straße 16 Neuer Abendkursus Montag, den 7. Dezember 1936 20 Uhr Einzelstunden sowie Sumnastik zu jeder Tageszeit Hand-, Wasser- u. 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