* Ge„„ für Castrop=Rauzel und Umgebung Se. Jochng, Hoshrover Zelung Rauxeler Neueste Nachrichten Bladenhorster Tageblatt Der Stadtanzeiger erschein wöchentlich Zmai Wochendezuggorete 50 big Ponbestelloreis 2 RM monatich Ersagansorlich: Leunen dei Storungen im Erscheinen infolge böderer Gewal, nicht gestellwerden Fruz und Verlag Geschw Schmin in Castrov=Rauxel Hauptschriftleitet, verantwortlich für den Tezttst!, Trg## Josef Pruse in Castrov=Rauzel Anzeigenleiter Wilhelm Welter in Castrop=Rauxel. DA. X. 36 1627. Sa.=Nr. 2151 Castrov. Anzeigenorete: 1 mm 300 und 22 mm drei: 7 Pio Textanzeigen 1 mm doch und 72 mm breit 25 Pig Nachlay uac den vom W. 9 D U herausgegebenen Richtlinien 3 31 gu. Preisliste Nr. 2 Fur Plauwunsche auch zür die durch Fernsprecher aufgegebenen sowie für undeutlich geschriedene Aufträge wird keine Gewähr übernommen Schluß der Anzeigen Annahme 4 Uhr nachm tags zudor Erküllungsort u Gerichtskane Cakrov=Rauzel Nr. 329 Freitag, den 4. Dezember 1936 brund- und bewerbesteuer die Steuerquellen der bemeinden Staatssekretär Reinhardt erläutert die Realsteuerreform und ihre Auswirkungen Vereinsahung des Steuerwesens Berlin 3. Dez. Vor Pressevertretern sprach am Donnerstag der Staatssekretär im Reichsfinanzministerium, Reinhardt. Er befaßte sich vor allem mit der von der Reichsregierung beschlossenen Vereinheitlichung der Realsteuern und Vereinfachung des Steuerwesens. Die Erklärung der Grundsteuer und der Gewerbesteuer zu reinen Gemeindesteuern bedeutet eine Abdrängung der Länder und der Gemeindeverbände von den Realsteuern und demgemäß eine Verlagerung der unmittelbaren Steuerquellen zugunsten der Gemeinden. Außerdem ist eine Neugestaltung des Finanz= ausgleichs zwischen Ländern. Gemeinden und Gemeindeverbänden erforderlich, und zwar in der Weise, daß die Anteile der Gemeinden an den Reichssteuerüberweisungen neu geregelt werden. Die Neugestaltung muß bis zum 1. April 1938 durchgeführt sein. Realsteuerreform Voraussetzung für weitere Neugestaltung des Reiches Die Länder und Gemeindeverbände werden nach Inkrafttreten der Gesetze vom 1. Dezember 1936 über eigene Realsteuerquellen nicht mehr verfügen. Das Ziel für die Zukunft ist, daß es nur noch Reichssteuern und Gemeindesteuern gibt. Die Einnahmen der Länder werden im wesentlichen nur noch in Anteilen an den Reichssteuern und demgemäß in Reichsüberweisungen bestehen, die Gemeindeverbände können ihren Finanzbedarf auch durch Umlagen auf die ihnen zugehörigen Gemeinden(und Gemeindeverbände) decken. Die Haupteinnahmequellen der Gemeinden werden die Grundsteuer und die Gewerbesteuer sein. Bei diesen beiden Steuern(den Realsteuern) steht der Gegenstand der Besteuerung der Gemeindeverwaltung und der Gemeindewirtschaft besonders nahe. Die natürlichen Träger der Lasten, die durch die Gemeindeverwaltung entstehen, sind neben den Bürgern, von denen eine Bürgersteuer erhoben wird, der im Gemeindegebiet vorhandene Grund und Boden und die im Gemeindegebiet vorhandenen Gewerbebetriebe. Die einzelne Gemeinde darf die Realsteuerreform nicht zum Anlaß nehmen, eine Erhöhung ihrer Realsteuern durchzuführen. Die neue Gewerbesteuer wird mit Wirkung ab 1. April 1937, die neue Grundsteuer mit Wirkung ab 1. April 1938 erhoben. Den Gemeinden ist durch§ 7 des Einführungsgesetzes hinsichtlich der Gewerbesteuer für die Rechnungsjahre 1937 und 1938 und durch§ 8 hinsichtlich der Grundsteuer für das Rechnungsjahr 1938 vorgeschrieben, die Hebesätze so zu bemessen, daß sich kein höheres Aufkommen ergibt, als sich bei Aufrechterhaltung des bisherigen Rechtes und der bisherigen Hebesätze ergeben würde. Sollte sich im Laufe des Rechnungsjahres ergeben, daß das Aufkommen höher oder niedriger ausfällt als bei der Festsetzung des Hebesatzes angenommen, so kann der Hebesatz für die einzelne Steuer im Laufe des Rechnungsjahres einmal geändert werden. Die Vereinheitlichung des Realsteuerrechtes führt zu Belastungsverschiebungen innerhalb der einzelnen Gemeinde. Diese Belastungsverschiebungen stellen weder eine allgemeine Steuererhöhung noch eine allgemeine Steuersenkung, sondern nichts anderes als im einzelnen Fall die Verwirklichung des Grundsatzes der Gleichmäßigkeit der Besteuerung dar, die Anpassung an die veränderten Werte, an die veränderten Ertragsverhältnisse und an die für das gesamte Reichsgebiet vorgeschriebene Einheitlichkeit in den Besteuerungsgrundlagen. Die Hebesätze, die nach neuem Recht festgesetzt werden, lassen einen Vergleich mit den Hebesätzen, die nach altem Recht festgesetzt waren, nicht zu, weil die Bemessung der Hebesätze auf einer durchaus anderen Grundlage geschieht als nach altem Recht. Die Grundsteuer Es wird sich bei der Grundsteuer innerhalb der einzelnen Gemeinde das folgende Bild ergeben: Ein Teil der Steuerschuldner wird nicht wesentlich mehr oder weniger zu entrichten haben als bisher. Ein Teil dagegen wird wesentlich mehr, ein anderer Teil wesentlich weniger zu entrichten haben. In den Fällen wesentlicher Veränderung der Belastung nach oben oder nach unten handelt es sich um die Verwirklichung des Grundsatzes der Gleichmäßigkeit der Besteuerung. Die Ungleichmäßigkeit der Besteuerung wird durch das neue Grundsteuergesetz beseitigt, und zwar dadurch, daß einheitliche Besteuerungsgrundlage für das gesamte Reichsgebiet der nach dem Reichsbewertungsgesetz zuletzt festgestellte Einheitswert ist. Diese Verknüpfung der Grundsteuer mit der Einheitsbewertung ist das Kernstück der Vereinheitlichung des Grundsteuerrechtes; sie ist die Voraussetzung für die Verwirklichung des Grundsatzes der Gleichmäßigkeit der Besteuerung. Im Zuge der Vereinheitlichung des Realsteuerrechtes und der Verwirklichung des Grundsatzes der Gleichmäßigkeit der Besteuerung haben auch die Befreiungsvorschriften vereinheitlicht und dabei dem Grundsatz der Gleichmäßigkeit der Besteuerung angepaßt werden müssen. Die Gewerbesteuer Die Erfahrung lehrt, daß für die Gewerbesteuer eine einzige Besteuerungsgrundlage nicht ausreicht. Würde die Gewerbesteuer nur auf den Gewerbeertrag abgestellt, so würde die Steuer so konjunktur= und krisenempfindlich werden, daß sie in die GeAlle spenden am 5. Dezember, dem„Tag der nationalen Solidarität“ meindefinanzen eine gewisse Ungleichmäßigkeit und Unsicherheit hineintragen würde. Auch das Gewerbekapital kann nicht allein als Besteuerungsgrundlage genügen, weil— ohne gleichzeitige Heranziehung des Gewerbeertrags— die Gewerbetreibenden, die kein oder ein nur kleines Gewerbekapital haben, keine oder eine nur unverhältnismäßig niedrige Gewerbesteuer zu zahlen haben würden. 7 Auch eine Abstellung der Gewerbesteuer allein auf die Lohnsumme kommt nicht in Betracht, weil dann die lohnintensiven Betriebe einseitig betroffen würden. Die Steuerreform sieht mehrere Besteuerungsgrundlagen vor. Dadurch tritt für den Steuerpflichtigen bis zu einem gewissen Grade ein innerer Ausgleich ein. Für die Gemeinden als Steuergläubiger wirkt die Anwendung verschiedener Besteuerungsgrundlagen ebenfalls ausgleichend. Sie bietet einen gewissen Schutz gegen Konjunkturschwankungen. Es sind als Besteuerungsgrundlagen nebeneinander Gewerbeertrag, Gewerbekapital und Lohnsumme vorgesehen. Es wird unter Verwendung von Meßzahlen je ein Steuermeßbetrag für den Gewerbeertrag und für das Gewerbekapital ermittelt. Aus diesen beiden Steuermeßbeträgen wird durch Zusammenrechnung ein einheitlicher Meßbetrag gebildet. Auf diesen einheitlichen Meßbetrag wird der durch die Gemeinde zu beschließende Hebesatz anSewenper, Lamarhaartnss und Kamarhekanital Neben Gewerbeertrag und Gewerbekapital kann die Lohnsumme als Besteuerungsgrundlage gewählt werden. Eine Verkoppelung der Lohnsumme mit dem Gewerbeertrag und dem Gewerbekapital ist nicht vorgesehen. Die Lohnsummensteuer soll aber im Hinblick auf ihre arbeitsmarktpolitische Bedeutung nur mit Zustimmung der obersten Gemeindeaufsichtsbehörde erhoben werden können. Besteuerungsgrundlagen und Steuerbeträge Besteuerungsgrundlage ist bei der Grundsteuer der Einheitswert.(§ 10 des Grundsteuergesetzes.) Die allgemeine Steuer(Fortsetzung: 2. Seite) 0 Kationaler Ken in der roten Jront Die Bolschewisten mißbrauchen die Madrider Sicherheitszone Paris, 3. Dez. Nach dem„Figaro“ sollen 22 000 Mann sowjetrussischer Truppen an der Verteidigung Madrids teilnehmen. Das Blatt warnt Frankreich, sich in den skandalösen Betrieb der sogenannten spanischen Demokratie hineinziehen zu lassen. Die Sowjet=„Demokratie" sei ein Witz, die mexikanische„Demokratie“ sei auch ein Witz und die„Demokratie" in Valencia und Barcelona seien ebenfalls nur Witze, denn das bolschewistische Spanien sei völlig abhängig von der iberischen Anarchistenbewegung. Die Beratung der 62— von insgesamt 484— Parlamentsabgeordneten, die in Valencia zusammengekommen seien, sei ungültig gewesen, da zur Beschlußfähigkeit die Anwesenheit von einem Drittel aller Abgeordneten notwendig gewesen sei. Wie der spanische nationale Sender Jaca berichtet. wird die von General Franco für Frauen. Kinder und Nichtkämpfer festgesetzte Sicherheitszone im Nordosten von Madrid durch die Bolschewisten in unerhörter Weise mißbraucht. Die Roten haben dort riesige Waffen= und Munitionslager angelegt und Quartiere für die roten Milizen einDer Sender Burgos weiß zu melden, daß die Bolschewisten den chilenischen Botschafter in Madrid aufgefordert haben, die 200 im Botschaftsgebäude befindlichen Flüchtlinge— zum größten Teil Spanier— herauszugeben und zur Verfügung der roten „Behörden“ zu stellen Der Botschafter habe sich jedoch geweigert, dieser Aufforderung nachzukommen in klarer Erkenntnis der Tatsache, daß eine Herausgabe der Flüchtlinge für diese den sicheren Tod bedeuten würde. Kampf nach zwei Seiten Nationaler Keil zwischen Madrid und Escorial Front vor Madrid. 3. Dez. An der Madrider Front wurden die Kämpfe auf dem linken Flügel bei Pozuelo erfolgreich fortgesetzt. Der Widerstand der Bolschewisten, die häufig Gegenangriffe versuchten, war äußerst hartnäckig. Entgegen ihrer sonstigen Gewohnheit sind die Roten nunmehr zum Stellungskrieg übergegangen, was auf den Einfluß der sowjetrussischen Militärberater zurückzuführen sein dürfte, die um jeden Preis verhindern wollen, daß die Verbindung zwischen Madrid und El Escorial abgeschnitten wird. In etwa zehn Kilometer Entfernung von der Hauptstadt schiebt sich bereits ein nationaler Keil bedrohlich zwischen die Verbindungslinie Madrid—El Escorial. Gelegentlich eines Besuches dieser Stellung. die hauptsächlich von den karlistischen Requetes und von der faschistischen Falange gehalten wird. konnte man feststellen, wie hier gegen zwei Fronten erfolgreich gekämpft wird: Im Westen in Richtung El Escorial und im Osten in Richtung auf Madrid. Kriegszone im Mittelmeer London, 3. Dez. Bei der britischen Regierung ist eine Note der spanischen Nationalregierung eingegangen. in der darauf aufmerksam gemacht wird. daß in der Zeit zwischen dem 30. November und dem 15. Dezember in der Zone von Kav San An tonio(nördlich von Alicante) und Marbella(westlich von Malaga) auf feindliche Schiffe in spanischen Hoheitsgewässern Luftangriffe durchgeführt und in den Hafenmündungen dieser Zone Minen gelegt werden würden. Offizieller Dank der Reichsregierung in Paris und Warschau Paris, 3. Dez. Botschaftsrat Forster hat am Quai’Orsay den wärmsten Dank der Reichsregierung zum Ausdruck gebracht für die tatkräftige Hilfe, die die amtlichen französischen Stellen in Madrid bei der Rettung der Deutschen aus dem Madrider Botschaftsgebäude sowie bei der Verteidigung des Gebäudes und der darin befindlichen Flüchtlinge gegen Eindring= linge geleistet haben. Warschau, 3. Dez. Der deutsche Geschäftsträger Botschaftsrat von Wühlisch hat dem polniichen Außenminister den Dank der Reichsregierung für die Hilfe ausgesprochen, die der po'nische Geschäftsträger in Madrid deutschen Reichsangehörigen erwiesen hat. Heinrich Hoffmann(.) Der Führer in der Front gegen hunger und Kälte Der 5. Dezember wird als„Tag der Nationalen Solidarität“ erneut ein Beispiel gemeinsamen Opferwillens geben. Alle marschieren mit im Kampf gegen Hunger und Kälte und spenden für das Winterhilfswerk des Deutschen Volkes. * Der Tag der nationalen Solidarität, der engsten Verbundenheit des gesamten deutschen Volkes, ist herangerückt. Wieder stellen sich die führenden und angesehenen Männer und Frauen im ganzen Deutschen Reich in den Dienst der guten Sache des WHW. Wieder stehen sie in den Straßen und auf den öffentlichen Plätzen der großen und kleinen Städte, der Ortschaften, um mit ihrer Sammelbüchse an den Opfersinn des deutschen Volkes zu appellieren. Dieser Ruf darf nirgendwo ungehört verhallen. Mehr denn je muß die Opferfreudigkeit wetteifern, nicht nur vor dem deutschen Volke den echten Geist der Zusammengehörigkeit in Freud und Leid, in ideellem und materiellem Opfersinn zu beweisen, sondern auch zugleich, um dem Auslande zu zeigen: Hier steht ein einiges Volk, das entschlossen ist, vom ersten bis zum letzten Mann seine Tatkraft zu beweisen, und dem Vaterlande in ernster Stunde mit Einsatz aller seiner ideellen und materiellen Kräfte zu dienen. Hier steht ein in sich geschlossenes deutsches Volk, das seine Ehre darein setzt, den Unglücklichen aus seinen Reihen, die noch immer durch die Röte der Zeit in Bedrängnis sind, zu helfen, bis auch sie wieder auf Grund der Maßnahmen der Reichsregierung und insbesondere im Verlauf der Durchführung des neuen Vierjahresplanes in Brot und Arbeit sind und sich selbst weiterhelfen können. Keine Unterstützung ist es, die hier gegeben wird, sondern es ist eine selbstverständliche Spende aller derjenigen, die zu geben in der Lage sind, die zur Zeit besser dastehen. Es ist nur ein Werk guter Gesinnung insofern, als die Gabe freiwillig erfolgt, aber es ist zugleich ein Werk der selbstverständlichen Pflichterfüllung, des nationalen Verantwortungs= und Gemeinschaftsbemußtseins. Kein Volksgenosse soll und darf auch in diesem noch harten Winter irgendwie unverschuldet Not leiden. In keinem braven Deutschen darf das Gefühl hochkommen, verlassen zu sein, da er ohne seine Schuld noch vom Unglück bedrückt wird und ∆ Die Giederhucken der Gemeinden ihm im Augenblick die Mittel fehlen, für sich und die Seinen zu sorgen, wie das jeder möchte. Es gilt heute wieder für jeden Deutschen im Dienste des WHW. eine große ideelle Aufgabe zu erfüllen. Da darf kein deutscher Volksgenosse zurückstehen Es ist eine sittliche Verpflichtung des Einstehens für den Bruder in Not, die nicht einmal etwas zu tun hat mit persönlichem Mitleid und vielleicht anderen Regungen aus der Sphäre des Einzel=Ichs, es ist ein nationales Bekenntnis, das Bekenninis der wirklichen Solidarität, der Solidarhaftung der ganzen deutschen Volksgemeinschaft für jedes einzelne ihrer Glieder. Indem der bemitteltere Volksgenosse dem ärmeren hilft, bestätigt er seine eigene Zugehörigkeit zu einer großen, in sich geschlossenen, auf Gedeih und Verderb verbundenen Nation, gewinnt er selbst an Stolz, innerem Wertgefühl und erhöhtem Nationalbewußtsein. Wenn sich heute im Interesse der guten Sache führende weibliche und männliche Persönlichkeiten der Partei und ihrer Gliederungen, führende Beamte, Männer und Frauen der Kunst, Wissenschaft, der freien Berufe, des Mittelstandes aufopfernd zur Sammlung bereit finden, dann hat jeder Deutsche seinerseits seine Ehre dareinzusetzen, das Werk durch persönliche Opferfreudigkeit zum vollen Erfolge zu führen. Wenn hier ein jeder nach Maßgabe seiner materiellen Lage spendet, dann wird dieses hohe ideelle Werk der nationalen Solidarität in schönstem und vollstem Umfange gelingen. Heute gilt es, sich als ganzer Deutscher mit Herz und Seele zu bekennen, den anständigen deutschen Menschen, das anständige Herz, den anständigen Charakter zu bewähren und zu beweisen und sich innerlich selbst an der guten Tat im Dienste des Vaterlandes mit zu erheben. Es gilt dem Appell des Führers vom 7. Oktober gelegentlich der Eröffnung des Winterhilfswerkes Folge zu leisten:„Deutsches Volk, hilf dir selbst. In diesem Volk— da stehen wir! Mit diesem Volk leben wir! Mit diesem Volk sind wir verbunden auf Gedeih und Verderb!— Dieses Volk zu erhalten, ist unsere heiligste und höchste Aufgabe. Kein Opfer ist dafür zu groß!“ Keinen sichtbaren Lohn, kein Abzeichen, keine Blume trägt an diesem Tage der davon. der seine Spende in die Sammelbüchse wirft, sondern nur das schöne Bewußtsein, Mitarbeiter an einer großen Idee gewesen zu sein, an der Idee des Tages der nationalen Solidarität, des Aufbaues und der Erhaltung seines deutschen Vaterlandes. Und das ist ein höherer Lohn, als irgend. welches äußere sichtbare Zeichen. Reichsminister und Reichsleiter mit der Sammelbüchse Berlin, 3. Dez. Der Tag der nationalen Solidarität steht vor der Tür. Zum dritten Male gehen Reichsminister und Reichsleiter und viele führende Persönlichkeiten aus Partei und Staat, Wirtschaft und Wissenschaft und aus allen Gebieten des öffentlichen Lebens mit der Sammel= büchse auf die Straße, um sich aktiv einzureihen in das WHW. des deutschen Volkes. Am Sonnabendnachmittag wird das Berliner Straßenbild völlig von dieser Sammelaktion beherrscht sein, die, wie in den Vorjahren, einen einzigartigen Höhepunkt des WHW. bringen werden. Ganz Berlin wird wieder unterwegs sein, um die Führer der Partei und des Staates bei der Sammeltätigkeit zu sehen. Tausende und Abertausende werden sich auch diesmal wieder um die Sammler drängen, um ihnen ihr Scherflein in die Sammelbüchse zu werfen. Durch die ganze Stadt verteilt werden die Bewohner der Reichshauptstadt die Reichsleiter der NS9AP., die Staatssekretäre, die Männer aus dem Stabe des Führers, der SS. und der Polizei und aus den Gliederungen der Bewegung bei ihrem Appell an das goldene Herz des Berliners finden, und an diesem Tage besonders gern ihren Teil zum Gelingen des WHW. beitragen. Die Preisbildung Arbeitstagung beim Reichskommissar Berlin, 3. Dez. Am Donnerstag fand in Berlin eine Arbeitstagung statt, auf der Reichskommissar Gauleiter Wagner den Vertretern der obersten Reichs= und Landesbehörden, den Gauleitern der NSDAP., den Oberpräsidenten und Regierungspräsidenten und den Gauwaltern der Deutschen Arbeitsfront eingehende Mitteilungen über die Aufgaben und Maßnahmen seines Amtes im Rahmen der vom Ministerpräsidenten Generaloberst Göring gestellten Aufgaben zur Durchführung des Vierjahresplanes machte. Küchenabfälle für Schweinemast Ein Erlaß des Reichsinnenministers Berlin, 3. Dez. Der Reichs= und preußische Minister des Innern Dr. Frick hat an die Kommunalaussichtsbehörden, Gemeinden und Gemeindeverbände einen Erlaß gerichtet, in dem es u. a. heißt: „Der Beauftragte für den Vierjahresplan, Ministerpräsident Generaloberst Göring, hat die NS.=Volkswohlfahrt beauftragt, die von ihm angekündigte Verwertung der Küchenabfälle zur Schweinemast sofort in Angriff zu nehmen und durchzuführen. Die erfolgreiche Bewältigung .eser Aufgabe hat eine tatkräftige, verantwortliche Mitarbeit der Gemeinden zur Voraussetzung. Ich erwarte daher, daß die Bürgermeister sich der gestellten Aufgabe mit allem Nachdruck annehmen und im Rahmen der gesetzlichen und finanziellen Möglichkeiten zu ihrem Gelingen beitragen.“ :( F o r t s e t z u n g v o n S e i t e 1) meßzahl beträgt 10 vom Tausend(§ 12 Absatz 1 GrStG.) Der Reichsminister der Finanzen kann im Einvernehmen mit den beteiligten Reichsministern für einzelne Gruppen von Steuergegenständen niedrigere Meßzahlen bestimmen (§ 12 Abs 2 GrStch.) Bei der Festsetzung niedrigerer Meßzahlen ist insbesondere an die kleinen Landwirte und an den Neuhausbesitz gedacht. Aus der Anwendung der Steuermeßzahl auf die Besteuerungsgrundlage(auf den Einheitswert) ergibt sich der Steuermeßbetrag(§ 11 GrStG.). Auf diesen Steuermeßbetrag, den das Finanzamt festsetzt und der Gemeinde mitteilt, ist der durch die Gemeinde zu beschließende Hebesatz anzuwenden. Das Ergebnis davon ist der Jahresbetrag der Grundsteuer. Besteuerungsgrundlage sind bei der Gewerbesteuer in jedem Fall der Gewerbeertrag und das Gewerbekapital. Die Steuermeßzahl für Gewerbeertrag ist bei natürlichen Personen und bei Personengemeinschaften gestaffelt bis zu 5 v. H. mit der Maßgabe, daß die ersten 1200 RM des Gewerbeertrages frei bleiben. Sie beträgt bei anderen Unternehmen, z B bei Kapitalgesellschaften, einheitlich 5 v. H.(§ 11 Abs. 2 des Gewerbesteuergesetzes). Die Steuermeßzahl für Gewerbekapital beträgt einheitlich 2 vom Tausend (§ 13 Gewerbesteuergesetz). Für Gewerbebetriebe, deren Gewerbekapital weniger als 3000 RM. beträgt, wird ein Steuermeßbetrag nach dem Gewerbekapital nicht festgesetzt(§ 13 Abs. 3 Gewerbesteuergesetz). Aus der Anwendung der Steuermeßzahl 2 vom Tausend auf das Gewerbekapital ergibt sich der Steuermeßbetrag für die Besteuerung nach dem Gewerbekapital(§ 13 Absatz 1 Gewerbesteuergesetz). Wird als Besteuerungsgrundlage auch die Lohnsumme herangezogen, so beträgt die Steuermeßzahl 2 v T.(§ 25 Abs. 2 Gewerbesteuergesetz). Diese Meßzahl auf die Lohnsumme angewendet, ergibt den Steuermeßbetrag(§ 25 Abs. 1 Gewerbesteuergesetz) Auf Grund dieses Steuermeßbetrages muß der Unternehmer die Steuer nach der Lohnsumme selbst errechnen. Bei der Lohnsummensteuer ist Besteuerungsgrundlage die Lohnsumme, die in jedem Monat an die Arbeitnehmer der in der Gemeinde gelegenen Betriebsstätte gezahlt worden ist(§ 23 Abs. 1 Gewerbesteuergesetz) Uebersteigt die Lohnsumme des Gewerbebetriebes im Rechnungsjahr nicht 24000 RM., so werden von ihr 7200 RM. abgezogen(§ 2 Abs. 2 Gewerbesteuergesetz). Diese letztere Maßnahme dient der Schonung der kleinen Betriebe. Steuerbefreiung des Neuhausbesitzes Die§§ 28 und 29 des Grundsteuergesetzes regeln die Besteuerung des Neuhausbesitzes. Der sogenannte„mittlere Neuhausbesitz“ ist nach reichsrechtlicher Regelung in vollem Umfange von der Grundsteuer bis zum 31. März 1939 befreit. Dabei soll es verbleiben(§ 28 Absatz). Für den sogenannten„neuesten Neuhausbesitz“ ist die Befreiung von der Landesgrundsteuer und der halben Gemeindegrundsteuer vorgeschrieben, und zwar für Kleinwohnungen bis zum 31. März 1939, für Eigenheime bis zum 31. März 1944. Auch diese Befreiungen werden nach dem Gesetz(§ 28 Abs. 2) aufrechterhalten. Die Regelung ist, um Belastungsverschiebungen für diese Gruppe von Grundstücken zu vermeiden, so vorgesehen, daß die Grundsteuer in ihrem bisherigen Betrag erstarrt. Nach der bestehenden Regelung würden noch diejenigen Eigenheime Steuerbefreiung genießen, die bis zum 31 März(bezw 31. Mai) 1939 bezugsfertig werden. Nach der Regelung des Gesetzes(§ 28 Abs. 2 Ziffer 1) wird diese Frist auf den 30. September 1937 gekürzt.§ 29 des Grundsteuergesetzes gemäß wird die Grundsteuer für Arbeiterwohnstätten auf die Dauer von 20 Jahren durch das Reich übernommen. Diese Regelung gilt für die Arbeiterwohnstätten, die in der Zeit vom 1. April 1937 bis 31. März 1940 bezugsfertig werden Freie Beruse aus der Gewerbesteuer ausgenommen Gewerbesteuerpflichtig ist jeder stehende Gewerbebetrieb, soweit er im Inland betrieben wird. Darunter ist jedes gewerbliche Unternehmen im Sinne des Einkommensteuergesetzes zu verstehen. Für Personalgesellschaften, Kapitalgesellschaften, die sonstigen juristischen Personen des privaten Rechtes und die nicht rechtsfähigen Vereine ist eine besondere Regelung in der Weise getroffen, daß diese Unternehmen stets im vollen Umfange gewerbesteuerpflichtig sind. Bisher waren in Preußen und in den meisten anderen Ländern auch die freien Berufe gewerbesteuerpflichtig. Im neuen Gewerbesteuergesetz, das einheitliches Recht für das gesamte Reichsgebiet schafft, ist eine Realbesteuerung der freien Berufe nicht vorgesehen. Alle zeichnen Reichsanleihe! Ein Aufruf des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht Berlin, 3. Dez. Reichsbankpräsident Dr. Schacht erläßt folgenden Aufruf: Vor nicht langer Zeit hat man noch um die Frage„Kaufen oder Sparen?“ gestritten, also darum, ob es für die gesamte Wirtschaft besser sei, wenn der einzelne sein Einkommen restlos verbraucht oder einen Teil davon zurücklegt. In letzter Zeit ist es darüber recht still geworden; denn die Erkenntnis ist allgemein geworden, daß ein deutscher Wirtschafts= und Kulturaufstieg nur möglich ist, wenn Verbrauchen und Sparen in einem gesunden Verhältnis zueinander stehen. Unsere Fabriken, Maschinen, Verkehrsmittel und alle anderen Wirtschaftsgüter, die uns Arbeitsmöglichkeiten geben und unsere Arbeit erleichtern und sichern, konnten nur entstehen, weil die Generationen vor uns ihr Einkommen nicht restlos verzehrten, sondern Ersparnisse bildeten. Die nach uns Kommenden haben ein Recht darauf, daß auch wir dem Vorhandenen etwas hinzufügen, und das, was wir erstellen, auch bezahlen. Wir können heute nicht genug Sparer haben, wenn wir die vor uns liegenden Aufgaben bewältigen wollen. Wir stehen am Anfang des neuen Vierjahresplanes, durch den auch der letzte Arbeitslose in Brot gebracht und der weitere Aufstieg unserer Wirtschaft von der Rohstoffseite her gesichert werden soll. Heute gewinnt das Weniger=Verbrauchen und Mehr=Sparen auch insofern an nationaler Bedeutung, als es geeignet ist, die auf Verhinderung eines Preisauftriebs gerichtete Politik der Reichsregierung in wirksamer Weise zu unterstützen. Zu den vorhandenen Anlagemöglichkeiten für Ersparnisse tritt die bis zum 5. Dezember zur Zeichnung aufliegende neue Folge 4½ prozentiger auslosbarer Reichsschatzanweisungen. Diese Anleihe ist in jeder Beziehung eine gute Anlage; sie hat eine günstige Verzinsung und ist im Bedarfsfalle leicht verwertbar. Was die Sicherheit anbetrifft, so ist der nationalsozialistische Staat von Anfang an auf den besonderen Schutz der Sparer bedacht gewesen. Er hat den Willen und die Macht, diejenigen zu schützen, die ihm ihre Ersparnisse anvertrauen Allen kommen die Erfolge der nationalsozialistischen Aufbaupolitik zugute. Darum ist die Zeichnungsaufforderung auch an alle Berufsstände ergangen. Es darf nicht sein, daß etwa in Kreisen der gewerblichen Wirtschaft zu hören wäre: Wir haben schon früher Anleihe gezeichnet, jetzt sollen die anderen es tun. In der ländlichen Bevölkerung wird man nicht sagen dürfen: Die Reichsanleihe geht uns nichts an Die Lohn= und Gehaltsempfänger schließlich dürfen nicht glauben, ihre Spartätigkeit wäre belanglos. Der nationalsozialistische Staat könnte die Mittel, die er zur Finanzierung seiner Aufgaben braucht, auch durch ein Anziehen der Steuerschraube aufbringen. Er sieht jedoch bewußt davon ab seine Macht auf diesem Gebiete auszunutzen. Er verteilt vielmehr die Lasten, um sie tragbarer zu machen, auf eine Reihe von Jahren. Eine solche Politik ist aber auf die Dauer nur dann möglich, wenn alle einmütig zusammenstehen, um dem Staat diese notwendigen Anleihemittel zu leihen. Zehn Jahre Japan-Institut Ein Grußtelegramm des Führers Berlin, 3. Dez. Der Präsident des JapanInstituts, Vizeadmiral a. D. Behncke, hat von der heutigen Feier des Japan=Instituts an den Führer nachstehendes Telegramm gerichtet: „Gelegentlich der Feier seines zehnjährigen Bestehens senden das Japan=Institut und seine deutschen und japanischen Freunde ehrerbietige Grüße mit dem Gelöbnis, weiter nach Kräften mitzuarbeiten an den Stärkung und Vertiefung der kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und Japan. (gez.) Admiral Behncke, Präsident des Japan=Instituts.“ Der Führer hat hierauf wie folgt geantwortet: „Dem Japan=Institut und seinen mit ihm zur Feier des zehnjährigen Bestehens vereinten deutschen und japanischen Freunden danke ich herzlichst für die mir aus diesem Anlaß telegraphisch übermittelten Grüße. Ich erwidere sie mit meinen aufrichtigen Wünschen für erfolgreiches weiteres Wirken im Dienste deutsch=japanischer kultureller Gemeinschaftsarbeit. (gez.) Adolf Hitler.“ Frauen stürmen Rathaus Stricknadeln als Waffe Newyork, 3. Dez. In Pleasantveille im Staate New Jersey stürmte eine Gruppe von 77 wütenden Frauen das Rathaus und richtete sich dort für einen längeren Aufenthalt ein. Der Bürgermeister und die Gemeinderäte flüchteten vor den kreischenden Frauen, die Stricknadeln als Waffe benutzten. Die Frauen erklärten, nicht eher weichen zu wollen, bis ihnen die Stadt Arbeit verschaffe. Sie sind schon seit Jahren arbeitslos und blieben seit Montag ohne Unterstützung. Von Familienangehörigen wurden ihnen Matratzen und Lebensmittel ins Rathaus gebracht, um ihnen die Durchführung der Drohung zu ermöglichen. Unterdessen versammelten sich der Bürgermeister und die Gemeinderäte in einem Lokal, um über Mittel und Wege zu beraten, bis Weihnachten wieder in den Besitz ihres Rathauses zu kommen. Der Danziger Volkstagsabgeordnete und ehemalige Vorsitzende der verbotenen Sozialdemokratischen Partei in Danzig. Artur Brill. wurde im Zusammenhang mit den kürzlichen Wafsenfunden im Verlag der„Danziger Volksstimme". in den Geschäftsräumen der Sozialdemokratischen Partei sowie in seiner Wohnung verhaftet. Die Pariser Weltausstellung 1937 muß infolge der Auswirkungen der Streiks. der Lohnerböhungen usw. verschoben werden. Rilllähsine der beigischen Annnurvorlage Ban Zeeland für strikteste Unabhängigkeit nach allen Seiten Brüssel, 3. Dez. Die Kammer hat am Mittwoch in der Nachmittagssitzung die Militärvorlage mit großer Mehrheit angenommen. Zwischen den Regierungsparteien ist vorher eine Einigung erzielt worden auf der Grundlage eines zu dem Regierungsen wurf eingereichten Abänderungsantrages, wonach die Dienstzeit bei der Infanterie nicht auf 18 Monate, wie es in dem ursprünglichen Entwurf vorgesehen war, sondern auf 17 Monate und bei den übrigen Truppenteilen auf 12 Monate festgesetzt wird. Die Regierung hat sich mit dieser Abänderung einverstanden erklärt. Die Vorlage wurde mit 127 gegen 43 Stimmen bei acht Stimmenthaltungen angenommen. Die Mehrheit für die Vorlage setzt sich aus Sozialdemokraten, Katholiken, Liberalen und Rexisten zusammen. In der Aussprache, die der Abstimmung vorausging, ergriff noch der Abgeordnete Sap von den katholischen Flamen das Wort. Er erklärte, die Landesverteidigung müsse so eingerichtet sein, daß Belgien nicht in den Verdacht komme, daß es der Politik eines anderen Landes diene. Der Kommunismus bedrohe die ganze Welt. Der französisch=sowjetrussische Pakt, der gegen Deutschland gerichtet sei, sei eine ständige Gefahr für den Frieden. Die bolschewistische Gefahr sei vielleicht mehr zu fürchten als die in der Aussprache von verschiedenen Rednern an die Wand gemalte deutsche Gefahr. Sicherstellung der Fleischversorgung Anordnung für die deutsche Viehwirtschaft Berlin, 3. Dez. Zur Ordnung der Viehwirtschaft im Jahre 1937 hat die Hauptvereinigung der deutschen Viehwirtschaft eine Anordnung erlassen. Es wird darin festgestellt, daß die Einzelbestimmungen dazu bestimmt sind, unter Berücksichtigung der Belange der Gesamtwirtschaft und des Gemeinwohls die Erzeugung von Vieh zu fördern, die gleichmäßige Versorgung der Verbraucher mit Fleisch sicherzustellen und für Preiswahrheit auf dem Gebiete der Vieh- und Fleischwirtschaft zu sorgen. Zur Erreichung dieser Ziele dienen Verladestellen, Verteilungsstellen und Märkte. Die Verladestellen haben die Aufgabe, die Kontrolle des Viehverkehrs zu ermöglichen Die Verteilungsstellen sind Abgabestellen für Vieh und Fleisch an die be= und verarbeitenden Betriebe und können daneben Aufgaben der Verladestellen übernehmen. Für eine Reihe von SchlachtviehmärkIm Verlauf der Aussprache über die Militärvorlage ergriff Ministerpräsident van Zeeland das Wort. Van Zeeland beschäftigte sich mit der politischen Seite des Problems der Landesverteidigung. Belgien werde mit allen Mitteln an der Aufrechterhaltung des Friedens mitarbeiten. Wenn ein Konflikt ausbreche, so führte er aus, werde es sich bemühen, den Konflikt zu begrenzen und sich entschieden dafür einsetzen, daß Belgien nicht hineingezogen werde. Als einen Kriegsfall könne Belgien lediglich eine Verletzung seiner Grenzen ansehen. Die heutige Außenpolitik Belgiens sei keineswegs ein voller Bruch mit der früheren internationalen Politik Belgiens. Es sei aber auch irrig, anzunehmen, daß sich in der Außenpolitik Belgiens gar nichts geändert habe. Belgien bleibe den Grundsätzen seiner bisherigen Außenpolitik treu. Die Außenpolitik werde den veränderten internationalen Gegebenheiten und Umständen angepaßt werden. Als Gegebenheiten, die die künftige Außenpolitik Belgiens bestimmt haben, bezeichnete van Zeeland die Aufrüstung Deutschlands, die Wiederherstellung der deutschen Wehrhoheit im Rheinland und die Schwächung des Völkerbundes. Die künftige Außenpolitik Belgiens werde von der Sorge striktester Unabhängigkeit nach allen Seiten hin charakterisiert sein. ten werden gleitende Preise für Rinder eingeführt, ebenso allgemein für Schweine. Weiter hat der Vorsitzende der Hauptvereinigung der deutschen Viehwirtschaft zur Kontingentierung der Kälberschlachtungen eine Anordnung erlassen, wonach das Kälberkontingent mit Wirkung vom 1. Dezember 1936 an von bisher 80 auf 100% heraufgesetzt wird. Ein Dorf niedergebrannt Großfeuer in den Tridentiner Alpen Mailand, 3. Dez. Das Dorf Condino in den Tridentiner Alpen wurde von einem Großfeuer heimgesucht. Infolge des heftigen Windes brannten schuell 30 Häuser nieder, obwohl die Feuerwehr des Tales sofort eingriff. Neun Personen wurden verletzt. An 50 Familien sind obdachlos geworden. Viel Vieh kam in den Flammen um. Der Sachschaden dürfte 2 Millionen Lire übersteigen. Auch Miliz und die faschistischen Parteiorganisationen beteiligten sich an dem Löschwerk. s Nr. 329 Zweites Slatt des„Stadtenzeieroile Casten=Rautel und Umsebaue: Freitag, den 4. Dezember 1333 Cark Benz erzähte Meins=Seserb=A dertl* Wenn heute Caracciolas Mercedes=BenzRennwagen über die Autobahn rast, will man die Anfänge des Automobils und die Sorgen seines Erfinders Carl Benz kaum mehr glauben. So blättern wir mit größtem Interesse in seinen Erinnerungen, die unter dem Titel„Lebensfahrt eines deutschen Erfinders“ soeben in neuer Ausgabe bei Kohler u. Amelang, Leipzig, erschienen, und finden da folgenden Abschnitt über die ersten Autokäufer aus Deutschland. Ungarn und Böhmen. Mannheim kam und ihm ein Wagen vorgeführt wurde, meinte er:„Ahl so ischt dös Ding! Ich hab gemeint, man braucht nur auf einen Knopf zu drücken, dann laufts.“— Ein Menschenalter ist der wackere Schwabe mit seinen Wünschen der Zeit vorausgeeilt: denn es waren noch Jahrzehnte technischer Entwicklung nötig, bis das lästige„Andrehen“ ersetzt wurde durch den elektrischen Anlasser, d. h. durch den gewünschten elektrischen Knopf Der Kauf kam nicht zustande. Der sehlende elektrische Knopf hatte die Poesie der Postkutsche noch einmol gerettet. Ein böses Omen Nachdem das Benzinautomobil seinen Bekanntenkreis erweitert und seinen ersten großen Erfolg, die „Große Goldene Medaille“ der Münchner Ausstellung von 1888 erungen hatte, war zu erwarten, daß das Interesse für den neuen Wagen auch in den Abnehmer= und Fachkreisen Deutschlands Wurzeln schlagen werde. Und richtig! Endlich kommt einmal einer aus Deutschland. der einen Wagen kausen will. Meine Kompagnons reiben sich die Hände und freuen sich über den glückverheißenden Ansang. Der Kauf wird abgeschlossen. Aber schon nach einigen Tagen erklärt der Vater des Käufers den Kauf für ungültig, da sein Sohn in letzter Zeit nicht mehr normal gewelen sei und für sein Tun und Lassen nicht verantwortlich gemacht werden könne. Und in der Tat. der erste Käuser wanderte ins Irrenhaus noch ehe der Wagen in seinen Besitz kam„Ein böses Omen“, dachte ich. Meine guten Freunde aber singen an. sich als Propheten in empfehlende Erinnerung zu bringen und verhießen lustig allen Käufern eines Benzinwagens ein ähnliches Schichal Ein anderer Käufer Der bildete sich ein, ein Todeskandidat zu sein. „Bevor ich sterben muß". sagte er sich.„möchte ich noch das Höchste, was das Leben bietet, genießen.“ Dieses Höchste aber erblickte er im Lenken und Fahren des Motorwagens. Er kam. kaufte sich die letzte Lebensfreude und bezahlte dafür fast ein ganzes Vermögen. Wozu auch ein Vermögen? Seine Tage waren ja doch gezählt! Und so fuhr er denn drauflos. Er fuhr und fuhr— und ist selbst dem Tode vorgefahren. Der Tod holte ihn nicht ein. Der Käufer konnte noch weiß Gott wie lange sein Leben und seine„letzte Lebensfreude“ genießen. Und den Fehler in der Spekulation. mit seinen Lebenshoffnungen gar zu voreilig auch seine Lebensgüter über Bord geworfen zu haben, hatte er hinterher bald verschmerzt. Eine Triumphfahrt ins Ungarland Daß unter den ersten Käufern auch eine Lehrerin war. daran erinnere ich mich immer noch mit großer Freude Weither aus dem Ungarlande war sie gekommen, um das Mannheimer Wunder mit eigenen Augen schauen zu können. Ihre Begeisterung war groß: leider stand ihre Finanzkraft zu ihrer Begeisterung nicht im rechten Verhältnis. Aber begeisterte Frauen wissen immer Rat. Sie verstand es, ihre Begeisterung auf einen Kollegen zu übertragen. so daß auch er seine ganze Barschaft für den Wagen opferte. Es war ein Wagen aus dem Jahre 1888. Mein Sohn Eugen fuhr mit ihm zunächst„per Bahn" bis Wien. Von dort ins Ungarland war nichts anderes als eine einzige„Via triumphalis“. Ein Sturm der Freude begrüßte den Wagen beim Einzug in Sommerein bei Preßburg. Eyrensporten und Triumphbögen waren errichtet. Betranzte Festjungfrauen brachten ihm ihre Huldigungen dar. und aus dem Motorwagen war unter dem Jubel der Bevölkerung bald ein Blumenwagen geworden. Ob die beiden Käufer auf ihrem gemeinsamen Wagen später auch einem gemeinsamen Lebensglück entgegengefahren sind, habe ich nie in Erfahrung bringen können. Ein Autoreisebuch Ein Käufer. dem die Liebe zum Motorwagen im Blute lag und der heute selbst eine Automobilfabrik besitzt, war Baron von Liebig aus Reichenberg in Böhmen, einer der mutigsten Pioniere des Kraftwagenwesens. Mein Viktoriawagen und der Baron— das waren Freunde, die einander verstanden und auseinander abgestimmt waren wie zwei Stimmgabeln. Auf großen und weiten Reisen von 1200 Kilometer Länge haben diese beiden Freunde ihren Viktoriaruf hinausgeknattert in die aufhorchende Welt und trugen damit sehr viel dazu bei. den Kraftwagen bekannt zu machen. Wenn der Baron zu uns kam und über seine Reiseerlebnisse berichtete— einmal hat er sogar ein ganzes Buch über seine Reise nach Gondorf an der Mosel geschrieben und das Buch mir gewidmet—. dann freute sich das ganze Haus Hatte er aber gar noch seinen Fabrikarzt bei sich und seinen Hauskavlan diesen Mann mit seinem unversiegbaren goldenen Humor—. dann beherrschte laute und feuchte Fröhlichkeit die Stunde. Der wackere Schwabe förcht sich nicht Bewundernswerten Weitblick bewies ein württembergischer Posthalter. Er hatte von meinem Wagen gehört und wollte damals schon die Poesie des Postwagens ersetzen durch das Motorgelärm des Autoomnibus. Das berühmte Schwabenalter. hatte er wohl hinter sich. Als er nämlich nach Ein gelungener Münchener Kauz Auch aus München stellte sich bald ein Käuser ein. Mein Associé, der viel im Ausland herumgekommen war und über ein beneidenswertes Maß an Menschenkenntnis verfügte. teilte mir das mit den Worten mit:„Ein vornehmer Münchener war heute morgen be. mir: er will einen Wagen kaufen.“ Mittags kam denn auch der vornehme Münchener zu mir und entpuppte sich gar bald als der frühere Portier eines großen Münchener Hotels. Er hatte sich in seinem Beruf ein so stattliches Vermögen erworben, daß er sich als wohlhabender Mann ins Privatleben zurückziehen konnte. Nachdem er glücklicher Besitzer eines„Comfortable“ war. veranstaltete der vassionierte Selbstfahrer alle möglichen und unmöglichen Touren. Als er einmal seelenvergnügt den Berg hinunterfuhr. verlor er in der Eile das Steuer. Der Wagen wurde der Straße untreu und sauste— man sollte es kaum glauben— durch ein großes Ladensenster direkt in einen Kaufladen hinein. Der Ankömmling sowohl wie der Kaufmann sollen bei der gegenseitigen Vorstellung etwas verdutzte Gesichter gemacht haben. Ueberhaupt hatte der gelungene Münchener Kauz beim Vorstellen nicht immer Glück. Als er uns wieder einmal in Mannheim besuchte, war gerade Prälat Bischof von Sveyer mit seinem Comfortable auch da Bei der Vorstellung sagte der Münchener mit etwas breiter Dialektfärbung:„Hab dia Ehre.“ Darauf erwiderte teilnehmend der hochwürdige Herr:„Ei. was! Sie haben Diarrhöe? Das tut mir aber leid.“ Man wwird das eigenartige Mißverständnis nicht für möglich halten. Die lustige Evisode hat sich aber wörtlich in Rede und Gegenrede so abgespielt— zur allgemeinen Erheiterung der Vorstellenden und Vorgestellten. Reichsminifter des Auswärtigen Frhr. v. Neurath zum Winterhilfswerk: Opferbereitschaft für die Allgemeinheit ist im nationalsozialistischen Deutschland selbstverständliche Pflicht eines jeden Volksgenossen. Im Dienste dieses Gedankens hat sich das Vinterhilfsverk hervorragend bewährt. Möge ihm auch in kommenden Vinter der gleiche Erfolg wie bisher beschieden sein Lebensmittelhändler in Wesermünde mit einem Avvell an den Einzelhandel und an die Verbraucherschaft, dem wir folgende bemerkenswerte und beherzigende Worte entnehmen: „Wir Einzelhändler, besonders wir Lebensmittelhändler, brauchen gerade als„Kaufleute mitten im Volk" das Vertrauen unserer Kunden, das Vertrauen der Verbraucherschaft zu uns, zu unserer Arbeit, und ich habe eine Bitte hier auszusprechen: Richtet uns doch nicht immer nach dem Negativen! Seht doch. wenn unter Dreihunderttausend einer oder der andere einmal in seinem Lebenskampf ausrutscht— in welchem Berufe kommt das nicht vor— so kann man doch deshalb nicht den ganzen Stand verdammen! So richte ich die Bitte an die deutsche Verbraucherschaft, werst doch nicht immer den ersten Stein auf uns. Glauben Sie, keiner ringt so im Wirtschaftsleben um die Stabilität des Kreises, keiner ist innerlich so ausgewühlt und steht so besorgt seinen Kunden gegenüber, wenn es einmal aus irgend welchen Schwierigkeiten nicht mehr glatt geht und ein Druck auf die Preisbildung ausgeübt wurde, wie der Kaufmann, der die Sorgen seiner Kunden kennt. Helsen Sie uns also. die Schwierigkeiten, die es immer wieder einmal geben wird. gemeinsam zu überwinden. Das ganze deutsche Volk muß sich vor Augen halten, daß wir alle zusammenhalten müssen, um Schwierigkeiten zu überwinden, und wir in der Ernährungswirtschaft müssen uns mehr als alle einander vor Augen halten, daß wir alle zusammen Träger einer großen volkswirtschaftlichen Aufgabe. nämlich der Ernährung des deutschen Volkes sind, und daß keiner, weder der Urproduzent noch der Arbeiter, noch der Zwischenhandel, noch der letzte Verteiler. der Einzelhandel. aus diesem Ganzen herausgerissen werden kann, wenn nicht das Ganze in Gefahr kommen soll.“ Stadttreis Custrov=Kaußel Castrov=Rauxel, 4. Dezember 1936 ll. St.=Burdaralag Dentsche Weihnacht in Gastrop=Kauxer Einzelhandel und Handwerk werben gemeinsam— Anmeldungen bis zum 8. Dezember Beginn 12. Dezember Eine großzügige Geschenkveranstaltung Appell zur Beteiligung Wie im Vorjahre findet auch in diesem Jahre eine öffentliche Gemeinschaftswerbung für die Deutsche Weihnacht statt. Die Ausschmückung der öffentlichen Plätze wurde von der Stadtverwaltung übernommen. Die industriellen Werke schmücken ihre Anlagen weithin sichtbar weihnachtlich. Handel und Gewerbehaben es übernommen, durch Anbringung eines stilisierten Christbaumes aus Tannengrun mit Lichtern das Straßenbild weihnachtlich zu gestalten. In der Besprechung am 30. November d. J. haben die Vertreter sämtlicher Fachgruppen aus dem ganzen Stadtgebiet der Veranstaltung freudig zugestimmt; sie richten an alle Einzelhändler und Gewerbetreibenden den Avvell. restlos an dieser Veranstaltung sich zu beteiligen. Es darf also niemand fehlen! Weihnachtsbäume aus dem Vorjahre Die Anbringung der aus dem Vorjahre noch vorhandenen Leisten und Christbäume an den Häusern erfolgt durch zugelassene Installateure zum Preise von je.50 RM. Die Geschäfte bringen das erforderliche Tannengrün an den Leisten selbst an, und zwar möglichst dicht, und fügen als Schmuck weiße Kugeln. Lametta oder Rauhreif hinzu. Neuzugang Im Vorjahre sind 133 Bäume und Leisten geliefert worden. Diese Zahl muß in diesem Jahre verdreisacht werden, um die Nachbarorte zu übertreffen. Die Kosten für den fertigen stilisierten Christbaum betragen wie im Vorjahre einschl. Anbringung und Installation(ausschl. Birnen).50 RM. Die Anbringung erfolgt durch zugelassene Installateure. Anmeldungen bis zum 8. Dezember Die Bestellungen für die Anbringung der aus dem Vorjahre vorhandenen Bäume und Neubestellungen müssen bis zum 8. Dezember erfolgen: Castrov: Buchhandlung Franz Lambertz Münsterstraße, oder Geschäftsstelle. Münsterstraße 5. Rauxel: Hermann Meschede, Victorstraße 9. Habinghorst: Ferdinand Hillenbrand. AdolfHitler=Straße 51. Ickern: Josef Ridder. Vinckeplatz. Dauer der Werbung Beginn 12. Dezember. Schluß 2. Weihnachtstag. Die elektrischen Birnen erstrahlen bei Beginn der Dunkelheit, wenn die Schaufenster erleuchtet werden. und brennen bis 10 Uhr abends. Um der Weihnachtswerbung einen wirkungsvolleren Rahmen zu geben, ist mit der weihnachtlichen Ausschmückung der Straßen und Plätze eine großzügige Geschenkveranstaltung des Einzelhandels verbunden, die am 13. Dezember einsetzen wird. Anmeldungen hierfür müssen Einzelhandel und Gewerbe gleichfalls bis zum 8. Dezember bei den obigen Meldestellen abgeben. Diese Geschenkveranstaltung dient nicht nur der Verbundenheit mit der Kundschaft, sie wird auch allen Volksgenossen die Leistungsfähigkeit und den Leistungswillen des örtlichen Einzelhandels vor Augen führen und gleichzeitig Weihnachtsfreude verbreiten. Dem ortsansässigen Einzelhandel bietet die Veranstaltung die seit langem ersehnte Gelegenheit zur eindrucksvollen Gemeinschaftswerbung, deren Wert für die Gesamtheit derjenige erkennen muß. der guten Willens ist. Sich auszuschließen würde einer Sabotage gleichkommen. Es darf daher wohl erwartet werden, daß der auch von der Käuserschaft unterstützte Avvell zur zahlreichen Beteiligung vom örtlichen Einzelhandel verständnisvoll ausgenommen und ihm Folge gegeben wird. Vertrauen gegen Vertrauen Dr. Hayler, der Leiter der Wirtschaftsgrunve Einzelhandel und der Fachgruppe Nahrung= und Genußmittel wendet sich gelegentlich einer Tagung der (4. Dezember) Von Dr. phil. Franz Mennemeyer Es ist volkskundlich höchst bedeutsam. was uns über den Syburger Barbaratag in alter Zeit bekannt ist Auf ihn ist eine heute in ganz Deutschland bestehende Volkssitte zurückzuführen. Die Syburger Barbarakirche wurde zu einem sehr bedeutenden Wallfahrtsort dieser Gegend. Alljährlich: am St.=Barbaratag. am 4. Dezember, zogen zahllose Prozessionen von der Höhe des Hellwegs und aus dem Tale der Ruhr zu dieser Gnadenstätte. Als die Gemeinde von Syburg zur lutherischen Lehre übertrat. kam die Reliquie in die Minoritenkirche zu Köln. Nach sehr alten Aufzeichnungen am Freistuhl zu Oedingen und Patrimonialgericht, die der Geschichtsforcher Dr. Seibertz entdeckt hat, war es in Syburg Brauch, einen am Barbaratag geweihten Zweig des wilden Kirschbaumes ins Wasser zu stellen, damit dieses„Barbarareis" zum Weihnachtsfest blühe. Von hier aus hat sich diese Volkssitte schon sehr früh als eine Erinnerung an das wundersame Reis, das aus der Wurzei zart entsprungen ist, über das Land der Roten Erde and darüber hinaus verbreitet. Diese Sitte hat sich vielerorts bis auf den heutigen sag erhalten. Sarteri schreibt in seiner„Westfälischen Volkskunde": Selbst in den Industriegegenden, wo solche Zweige als Handelsware feilgeboten werden, liebt man den hübschen Brauch". Diese sinnige Volkssitte mit ihrem christlichen Inhalt geht in der Wurzel auf die altgermanische Anschauung zurück, daß ein grüner Zweig Glück bringe. St. Barbara ist auch Patronin der Artillerie. der Waffenschmiede. Glockengießer. Dachdecker. Feuerwehr und vieler anderer Beruse. deren Ausübung mit Lebensgefahr verbunden ist. Ganz besonders nehmen aber die Bergleute und Hüttenarbeiter die hl. Barbara für sich in Anspruch. Mancher Bergmann wenigstens schreibt seine Rettung aus höchster Not dem Beistande dieser Heiligen zu. Darum gehörte ein Gebet zur hl. Barbara früher auch zu den ersten Gebeten, die ein Bergmannskind zu Hause lernte. Viel verbreitet war zur Zeit folgendes Kinders betchen: „St. Barbara, in jeder Nacht. Fahr mit dem Vater in den Schacht! Steh du ihm bei in jeder Not. Bewahre ihn vor dem jähen Tod!" Für die Bergleute war der St.=Barbara. tag ein hoher Festtag, den sie mit größter Feierlichkeit begingen. Fast in jeder Bergmannsfamilie hing ein Bild der Schutzvatronin, oft in recht grellen. schreienden Farben, manchmar aber auch in schwerer, bunter Seide gewirkt. Zahlreiche Kirchen. Gemeinden. Schulen. Straßen trugen ihren Namen. namentlich in Oberschlesien, im Saarrevier und im rhein.=westfälischen Industriegebiet. Im übrigen ist die hl. Barbara ja auch die Pattonin der Sterbenden und wird in diesem Sinne neben dem Hl. Josef am meisten verehrt. Auch zählt sie zu den ogenannten 14 Nothelfern. In der Bauernregel spielt der Barbaratag eine gewisse Rolle:„Auf St. Barbara die Sonne weicht: auf Lucia sie wieder zu uns schleicht. Sinst bört man auch wohl:„Gebt Barbara im Grünen. geht's Christkindchen im Schnee.“ Immer aber gilt der Spruch: „St Barbara!... ist Winterzeit. Und dennoch ist der Lenz richt weit! Dreuen auch die Tage kurz und mast. Bald steigt und wächst das Sonnenrad. Dem Lichte zu geht's seen und nah Bald nach dem Tag St. Barbara!“ 4 1 Zetzt nur ein Schein und doch schon das Unterpfand der Sicherheit für heute und später. Das wissen die vielen Frauen, denen der Mann oder der Verlobte den Lebensversicherungsschein zu Weihnachten schenkt. Diese glücklichen Frauen können nun ohne Bangen der Zukunft entgegensehen, denn die Versicherungssumme steht bereit, wenn das Schicksal es fordert. Und gewährt ein gütiges Geschick den Ehegatten einen gemeinsamen Lebensabend, dann verbürgt die Lebensversicherung die Sorglosig= keit ihrer alten Tage.— Ein solches Geschenk schafft wahre Festesfreude; es bekundet wie kein anderes fürsergende Liebe. * 0 Preisüberwachung der LebensGenußmitte! und Der Polizeipräsident in Bochum teilt mit: Die Preisüberwachung und Preisbildung nimmt innerhalb des Vierjahresplanes eine besondere Stellung ein. Aufgabe der Preisüberwachungsstellen ist es insbesondere. Preisüberschreitungen zu verhindern und die Bevölferung mit den erforderlichen Lebensund Genutzmitteln in ausreichender Menge zu versorgen. Die Preisüberwachung für Lebens= und Genußzmittel für den ganzen Präsidialbezirk ist nunmehr dem Polizeipräsidenten in Bochum übertragen. Innerhalb des Präsidialbezirks sind drei Preisüberwachnnasstellen gebildet worden. und zwar für Herne und Castrop=Rauxel bei dem Polizeiamt in Herne. Zimmer Nr. 56. Mit der Durchführung der Preisüberwachung im einzelnen sind die Polizeireviere(in Castrop Raurel also die Polizeireviere 22 und 23) beauftragt worden. Bei ihnen können Anzeigen. Anregungen und Beschwerden mündlich oder schriftlich zu Protokoll gegeben werden. Die Mitarbeit aller Teile der Bevölkerung ist dringend erwünscht. Bas Gaststattengerberer zar keden Poitzeistandenkegeluug Vertrauensverhältnis zwischen Wirt u. Gast Durchführung des Vierjahreoplanes, und im NahDie Stadt auf dem Poststempel Zahlreich ist die originelle Reklame, die gerade in letzter Zeit findige Stadtverwaltungen wieder vermittels des Poststempels treiben. So zeigt z. B. Hameln seinen Rattenfänger. Tilsit den Elchkopf. Celle den Pferdekopf. Stolv sein„Stolver Jungchen". Wuppertal seine Schwebebahn, Reichenbach (als Stadt im Eulengebirge) eine Eule. Lübbenau seine Spreewälderin. Hirschberg a. d. S. eine Ledersohle, Insterburg(als Turnierstadt des Ostens) einen Turnierreiter.— Außerordentlich groß ist die Zahl dieser Städtewerbungen, ein Tummelplatz für einen Sammler! Auch Castrop=Rauxel will. wie wir hören. im nächsten Jahre durch Einführung eines Werbestempels, ähnlich dem, der gelegentlich der 1100=Jahrseier im Jahre 1934 im Gebrauch war. wieder Provaganda für die„Industriestadt im Grünen“ machen. Von Samstag bis Dienstag Sonntagskarten am 8. Dezember Zum 8. Dezember(Mariä Empfängnis) werden in den Bezirken der Reichsbahndirektion Köln, Saarbrücken. Wuppertal und Essen und außerdem auf den Bahnhösen der zum Bezirk der Reichsbahndirektion Frankfurt gehörenden Strecke Siegburg— Betzdorf Sonntagskarten wie zu den Sonntagen ausgegeben. Da der 8. Dezember in diesem Jahre auf einen Dienstag fällt und so nur durch einen Werktag von dem vorhergehenden Sonntag getrennt ist, erhalten in den vorgenannten Bezirken die zum Sonntag. 6. Dezember, und zu dem Feiertag am 8. Dezember ausgegebenen Sonntagskarten folgende Geltungsdauer: a) Zur Hinfahrt durchgehend vom 5. Dezember. 12 Uhr. bis 8. Dezember, 24 Uhr: b) zur Rück. fahrt durchgehend vom 5. Dezember bis 9. Dezember 24 Uhr. Die Hinfahrt muß am 8. Dezember bis 24 Uhr und die Rückfahrt am 9. Dezember 24 Uhr beendet sein. Der Leiter der Wirtschaftsgruppe Gaststätten= und Beherbergungsgewerbe für den Wirtschaftsbezirk Westjalen, Nephut, Dortmund. äußert sich in der „Westfälisch=Livpischen Wirtezeitung" in beachtenswerten Ausführungen über die erfolgte Neuregelung der Polizeistundenverlängerung. Er hebt sowohl vom Standpunkt des Wirtes wie des Gastes die soziale und wirtschaftliche Bedeutung der Neuregelung hervor. Sie sei dem Wirtegewerbe nicht mühelos in den Schoß gefallen, sondern erst nach längerer Auflärungsarbeit und Beibringung eines beweiskräfligen Materials seitens der Wirtschaftsgruppe Gaststätten= und Beherbergungsgewerbe Westfalens erreicht worden. Die ganze tatsächliche Lage habe an der Erreichung dieses Zieles mitgearbeitet. Diese und die planmäßige sorg'ame Arbeit der gesamten Wirtschaftsgrunpe hätten die sachliche Notwendigkeit und Unbedenklichkeit der Neuregelung der Polizeistunde, die dem Gaststättengewerbe größere Freiheit verschaffe klar herausgestellt. Der Gastwirt komme jetzt nicht mehr in die veinliche und schwierige Lage. anständige und geschätzte Gäste, die aus natürlichen geschäfts= oder verkehrsbedingten Ursachen erst spät die Gaststätten als Erfrischungsstätte auszusuchen in der Lage seien, die Tür weisen zu müssen. Nephut bezeichnet die Neuregelung als eine weise Regelung. die bestimmt kein Zeichen behördlicher Schwäche sei. sondern vielmehr beweise, daß der Oberpräsident von Westfalen und seine Behörden im Leben ständen und mit gesundem Urteil den wirklichen Lebensvorgängen ihre Rechte gäben, ohne irgendwie die Zügel am Boden schleisen zu lassen, denn sowohl die Genehmigung der erweiterten Polizeistunde auf längere Zeit wie auch die Ausdehnung der Polizeistunde für den ganzen Präsidialbezirk Bochum auf 2 Uhr nachts ständen unter behördlicher Kontrolle. und zwar unter bssonderen Vorkehrungen. die jede Gefahr eines Mißbrauchs ausschlössen. Die Neuregelung müsse sich nun einsvielen Nephut richtet dann an die Wirte. welche die erweiterte Polizeistunde erhalten. die Bitte, durch richtige Wirtschaftsführung dafür zu sorgen, daß sie diese behalten und ihnen kein Vorwurf über nicht ordnungsmäßige Wirtschaftsführung gemacht werden könne, die dazu führe, daß die Polizeistundenverlängerung wieder zurückgezogen werde. Die Berufsorganisation des Wirtegewerbes Westfalens freue sich des ehrlich verdienten Erfolges um der Berufskameraden und der Gäste willen. und zum Danke möchten Wirt und Gast dem die Einhaltung der Polizeistunde kontrollierenden und Feierabend gebietenden Polizeibeamten recht willig. freudig und möglichst schnell Folges leisten. „Der Besuch der Gastwirtschaft und der Aufenthalt in ihren Räumen begründet ein Vertrauensverhältnis zwischen Wirt und Gast". Mit diesem Satz, der sich in einer neuen Entscheidung des Preußischen Oberverwaltungsgerichts findet, ist ausgesprochen. daß eine zweiseitige Beziehung zwischen Wirt und Gast besteht. Nicht bloß der Wirt, sondern auch der Gast übernimmt Verpflichtungen, wenn er eine Wirtschaft betritt, um ihre Gastlichkeit in Anspruch zu nehmen, dabei ist es gleichgültig. ob er in einem Beherbergungsunternehmen absteigt oder eine Schankwirtschaft aussucht. In der„Westfälisch=Lippischen Wirte=Zeitung" erläutert Dr. Wedemeyer die Art dieser Verpflichtungen. Der Wirt kann von seinen Gästen erwarten. daß sie seine Gastlichkeit nicht ausnutzen und nicht ohne etwas zu verzehren oder bei ganz geringer Bezahlung stundenlang seine Zeitungen lesen oder im Konzertkafsee anderen Gästen die Plätze wegnehmen. Andererseits ist der Wirt verpflichtet, den Gast vor übermäßigem Genuß. insbesondere geistiger Getränke, zu bewahren. Diese Pflicht liegt ihm vor allem gegenüber jugendlichen Leichtsinnigen oder Willensschwachen ob. Der Wirt muß von seinem Gast voraussetzen, daß er seine Gaststätte nicht zu verbotenen Dingen mißbraucht. Auf der anderen Seite darf der Wirt aber seine Gäste nicht darin unterstützen. Verbotenes zu treiben. Der Wirt. der duldet, daß in seiner Wirtschaft Glücksspiele gespielt werden. verliert ebenso seine Erlaubnis, wie der. der sich zu Hehlerdiensten hergibt. Er muß einerseits wieder sordern, daß seine Gäste ihn über die Herkunft verdächtiger Sachen wahrheitsgemäß auf klären, wenn er sich danach erkundigt, um sich nicht der Hehlerei schuldig zu machen. Besonders wichtig ist in der heutigen Zeit, daß der Wirt auch dafür verantwortlich ist, wie seine Gäste sich politisch verhalten. Der Wirt dari von seinen Gästen erwarten, daß sie sich so verhalten, daß er davon keine Nachteile hat. auch das ergibt sich aus dem Vertrauensverhältnis. Der Gast muß erwarten, daß der Wirt nicht über Dinge weiterspricht, die er von seinen Gästen erfahren hat. Insbesondere soll der Wirt auch keinen Klatsch weitertragen, den er über seine Gäste gehört hat. auch dann nicht, wenn er sich damit anderen gefällig erweisen könnte. Das Vertrauensverhältnis. das aus der Aufnahme eines Gastes in die Räume einer Wirtschaft entsteht, läßt aber neben den gesetzlich rechtlichen Pflichten auch menschlich sittliche Verbindlichkeiten entstehen. men dieses Beginnens hat auch der Viehstall des Kumvels eine Aufgabe. eine viel größere, als der Fernstehende ohne weiteres diesen kleinen Tieren zutrauen mag. Wir sind gewiß, das schaffende Volk an Ruhr und Rhein wird nicht nur mit Freuden dieses ausgesuchte Kleinvieh aus dem ganzen Reiche betrachten, es wird auch für die eigene Kleintierwirtschaft nützliche Anregungen vom Besuch der Schau mit nach Hause nehmen.“ Skiläufer werden bevorzugt eingestellt Skiläuser, die ihr Können beim Dienst in der Wehrmacht verwerten wollen, können sich als Freiwillige beim Insanterie=Regiment 75 in Freiburg= Breisgau melden, das Skiläuser bevorzugt einstellt. Alles Nähere über Freiwilligenmeldung. notwendige Papiere usw. ist bei den Wehrmeldeämtern zu erfragen. Die Betriebsordnungen im rheinisch=westfälischen Steinkohlenbergbau Bekanntlich haben die für die Gefolgschaftsmit glieder im rheinisch=westsälischen Steinkohlenbergbau geltenden Betriebsordnungen seit ihrem Erlaß im Oktober 1934 wiederholt zu Meinungsverschieden heiten geführt Der Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Westfalen hat sich daher veranlaßt gesehen, für den Inhalt dieser Betriebsordnungen bestimmte Richtlinien zu erlassen, die am 1. Januar 1937 in Kraft treten. In diesen Richtlinien sind grundsätzliche Ausführungen zum Gedingerecht, zur Frage des sogenannten Vollsetzens an Feierschichtenragen, zum Betriebsrisiko und zum Schutz für Jugendliche enthalten. Besonders bemerkenswert ist die in den Richtlinien zum Ausdruck gebrachte Ansicht des Treuhänders der Arbeit zu bisher strittigen Fragen aus dem Gedingerecht, insbesondere zur Frage der sogenannten Einzelgedinge, ferner die weitere Einschränkung des Vollsetzens an Feierschichtentagen und die Heraufsetzung des Schutzalters für die Jugendlichen auf 17 Jahre. In diesem Zusammenhang weist der Treuhänder der Arbeit darauf hin, daß die Erhöhung des Mehrarbeitszuschlages für die Nachtschicht am Heiligen Abend von den Zechen bereits in diesem Jahre durchgeführt werden soll. Die Richtlinien werden im Reichsarbeitsblatt Nr. 34 vom 5. Dezember 1936 veröffentlicht. Außerdem wird der vollständige Tert der Richtlinien in einer der nächsten Ausgaben der „Amtlichen Mitteilungen“ des Treuhänders der Arbeit abgedruckt werden. bis Reichs- und Dreußischer Minister des Innern Frick zum Winterhilfswerk: Weihnachtssonderzüge von und nach Ostpreußen Wie der Landesverband heimattreuer Ost= und Westpreußen. Bezirk Rheinland=Westfalen, mitteilt. fährt am 21. Dezember 1936 ein Sonderzug von Quisburg über Marienburg. Allenstein nach Insterburg auf dem Landweg. Es werden auch Fahrkarten nach Landsberg, Kreuz, Schneidemühl und Firchau ausgegeben. Die Fahrvreisermäßigung beträgt 50 Prozent. Der Zug fährt in Duisburg um 16.08 Uhr ab, ist in Marienburg um.25, in Allenstein um 11,51 und in Insterburg um 14,22 Uhr. Der genaue Fahrplan für die einzelnen Stationen wird den Fahrtteilnehmern beim Versand der Fahrkatte mitgeteilt. Die Anmeldungen müssen spätestens zehn Tage vor Abgang des Sonderzuges bei den an allen größeren Orten bestehenden Bundesgrupven der Ost und Westvreußen erfolgen. Die Rückfahrt von Ostpreußen erfolgt am 6. Januar 1937. Der Fahrplan wird später bekannt gegeben. Um den Ostvreußen Gelegenheit zu geben. Weihnachten im Ruhrgebiet bei Freunden oder Verwandten zu feiern, veranstaltet der Verband eine Gesellschaftsjahrt am 22. Dezember 1936 von Allen stein bis Dortmund. Der Fahrvreis beträgt 25 RM. Die Anmeldungen müssen bei Landsmann Vägel in Allenstein erfolgen.— Nähere Auskunft erteilen die Geschäftsstelle des Landesverbandes heimattrener Ost= und Westpreußen, Gelsenkirchen. Märkische Straße 33. Teleion 22213, und die örtlichen Ost= und westnreußischen Heimatvereine. F* Theater. Konzerte, Vorträge Auch die zweite Kleist=Woche ausverkauft Wie uns das Tagungsbüro der Kleist=Festspiele für die Deutsche Jugend mitteilt, ist auch die zweite Kleist=Woche mit Ausnahme der beiden ersten Vorstellungen völlig ausverkauft. Zahlreiche Anfragen und Bestellungen aus Westsalen und dem Rheinland konnten deshalb auch diesmal leider nicht berücksichtigt werden. Aus diesem Grunde wird die KleistWoche mit allen Werken Kleists zum dritten Male geschlossen. und zwar in der zweiten Hälfte des Januar wiederholt. Zeitschriftenschau Münchner Illustrierte Presse Maria Oberlind (hildegard Wegener=Schmidt) u. Der Biehsrau des Kumpels Bei spanischen Kampffliegern Die ganze Welt blickt erschüttert auf die Kämpfe. die um das Schichsal Spaniens geführt werden. Täglich hören wir von den Luftkämpsen an den Fronten Wie mögen diese Ereignisse aus der Nähe aussehen, denkt sich mancher. Der Bildberichterstatter der Münchner Illustrierten Presse. Helmuth Kurth. hatte Gelegenheit mit dem Geschwader Trechuelo einen Flug mitzumachen und als Zuschauer und Photograph an einem Argriff des Kapitän Guerero teilzunehmen. Ein großer Bildbericht in der neuesten Nummer 49 der Münchner Illustrierten Presse schildert uns die aufregenden Vorgänge. Die gleiche Nummer enthält auch die erste Fortsetzung des spannenden Romans von Katrin Holland „Lilians indisches Abenteuer“ und des abenteuerlichen Tatsachenberichts„Der letzte Cowboy“ Aus Köln erreichte unsere Schriftleitung die Nachricht, daß die Romanschriftstellerin Maria Oberlind (Frau Wegener=Schmidt) nach der Geburt ihres ersten Kindes im Alter von 31 Jahren gestorben ist. Maria Oberlind(ihr Schriftstellername) ist den Lesern des„Stadtanzeigers“ durch mehrere vortreffliche, sittlich wie literarisch gleich wertvolle Romane bekannt geworden. So veröfsentlichten wir von ihr die Romane„Kampf um Erika".„Fünf von der Titanie“ Es ist tief erschütternd. daß Hildegard Schmidt. die in ihren Romanen so oft und so eindringlich das Glück der Mutter geschildert hat, nun für ihr eigenes Kind das Leben opferte. Sie war ein tavferer Mensch. immer ganz hingegeben an ihre Aufgabe. Sie begann als Journalistin. Nach der Volontärzeit am„Westfälischen Kurier“ war sie mehrere Jahre in Hamm und Kiel als Journolistin tätig. bis sie nach dem großen Erfolg ihres ersten Romans er erschien in zahlreichen deutschen Zeitungen und deutschsprachigen Blättern Oesterreichs und Nordamerikos— nur noch ihren schriftstellerischen Arbeiten lebte. Das Zeitungswissenschaftliche Institut hat bei seiner umfassenden Prüfung der deutschen Zeitungsromane vor zwei Jahren in erster Linie ihre Romane als vorbildliche Zeitungsromane genannt. Ein schöner Ausdruck ihrer Liebe zur westjälischen Heimat waren ihr Hörbild„Hamm“ und die Sendung„Das zweite Gesicht" im Reichssender Köln. Ihre Ehe mit dem Schriftleiter Dr. Wegener trennte der Tod nach einem kurzen Jahr. Festaenommen Am 29. v. M. wurde eine Person wegen friedensbruchs und zubestörenden Lärm nommen. HaussesigeDer Zeitungsdienst des Reichsnährstandes schreibt: „Wenn die Landwirtschaft sich in die Stadt begeben will, dann muß sie sich verkleinern und verniedlichen. Der Boden ist in der Stadt eng und teuer, seinen Maßen muß die Landwirtschaft sich anpassen. Aus dem Ackerbau wird die Kultur des Schrebergartens. aus der Viehzucht wird die Kleintierzucht. Aber ganz verzichten wollen auch viele, sehr viele Arbeiter unserer Industriestädte nicht auf ein bißchen„Landwirt=sein“. Sehen wir uns einmal die Kumpel aus den Pütten des Ruhrgebietes an! Diese Menschen können ja zum großen Teile gar nicht auf die Freude eines gewissen bäuerlichen Lebens, aus die mitschafsende Freundschaft mit der Natur verzichten. Bleibt ihnen von ihrer knappen Zeit und von ihrer Arbeitskraft auch nur ein Rest, sie verbringen ihn gern zwischen freundlichen Pflanzen und Tieren, die ihnen gehören. Ihr Bruder sitzt ja noch auf dem väterlichen Hose, dort im Bergischen oder am Hellweg, im Klevischen oder Geldrischen. Ihr Vater, zumindest aber ihr Großvater, hat doch noch den Boden gepflügt und besät, dei nun die langen Häuserzeilen der Bergmannssiedlung trägt, der vielleicht unter dem Schutt der Halden begraben ist. Sie sind in ihrem Herzen ländliche Menschen geblieben. Es ist ein Irrtum zu glauben der Stamm der Ruhrkumpel stamme aus den polnischen Gebieten. Zwar sind sie zu Hunderttausenden von drüben her gekommen, um hier Arbeit zu finden. Viele sind auch heimisch geworden. Was aber an Treibhol; vom Strome des Arbeitsmarktes hierher gespült worden war, ist nei der Arbeitsebbe nach dem Kriege wieder abgetrieben worden, nach Frankreich, nach Belgien. nach Polen. Der Stamm blieb, weil er in diesem Boden wurzelte. Seht euch diese nordischen und jälischen Köpfe an, die das Gesicht des Ruhrarbeiters kennzeichnen: Das ist bodenständiger Stamm! Und diese Menschen, Söhne und Enkel der Bauern des Münsterlandes. des Sauerlandes, des Niederrheins, hegen ihre Erinnerung an die bäuerliche Herkunft und ihre Sehnsucht nach dem Lande in ihrem Garten und in ihrem Kleintierstalle. So ist es nicht zufällig, daß wir gerade im Industrierevier große Zahlen von Hühnern und Tauben, von Ziegen u. Kaninchen finden. Die Zucht dieser Tiere hat in den Städten der Arbeiter nicht allein ihre beste und umfang. reichste Hege, hier hat sie auch ihre Leistung weiter entwickeln können. steilich ist sie auch hier oft am weitesten die Irrwege züchterischer Spielereien gegangen. So nimmt es uns nicht wunder, daß die Kleintierzüchtervereinigungen gerade in den Städten zahlreich sind daß bei Ausstellungen gerade Bergleute und andere Arbeiter die besten Tiere ausstellen. daß die Zuchten im Schatten der Essen und Fördertürme ihren größten Umfang haben und die Ziege ja geradezu als„Bergmannskuh" bezeichnet wird. So nimmt es uns auch nicht wunder, daß man Essen, den Inbegriff einer Industriestadt. als Ort der 4. Reichskleintierschau gewählt hat. Diese große Veranstaltung der gesamten deutschen Kleintierzucht wird vom 4 bis zum 8. Dezember In Essen sein. Hier gilt es zu zeigen, was auf diesem Gebiete bisher geleistet worden ist, hier werden aber auch die Leitsätze bekannt gegeben. die Wege gezeigt, die zu weiteren Zielen der Kleintierzucht führen. Es wird zu verdoppelter Anstrengung der Züchter aufgerufen werden, denn wir stehen am Beginn der P hör mit mir 14 Hilfe tut not Wieder steht der Tag der nationalen Solidaritä. vor der Tür, jener Tag, an dem das deutsche Volt nur einen Gedanken hat, allen in Not befindlichen Volksgenossen zu helfen. Alles was einen Namen hat, sei es in der Politik, in der Kunst oder im Sport, stellt sich an diesem Tage bereitwilligst dem Winterhilfswerk zur Verfügung. Auch Peter Fünkchen hat es nicht unterlassen, in Gestalt einer wohlgelungenen Titelzeichnung von Ernst Landwehr alle Leser unserer Rundfunkzeitschrift„hör mit mir“ eindringlichst aufzufordern, ihre Pflicht zu tun. Weihnachten rückt immer näher! Eine sehr hübsche Bildfolge zeigt uns, wie überall die Vorbereitungen zu diesem schönsten aller deutschen Feste beginnen.— Wer bisher noch keine Gelegenheit hatte. Bremen kennen zu lernen, achte besonders auf den interessanten Bildbericht über diese schöne alte Hansestadt. Bilder vom Dom, vom Roland und von den schönsten Bauten geben ein prächtiges Bild vom deutschen Kunstschaffen und von der ehrwürdigen Tradition der Hanse. Die Seite der Frau. die im vorliegenden Heft eine Bild= und Textfolge über Wollkleider und Pelzmoden enthält, wird insbesondere wegen der sehr hübschen Zeichnungen unserer Modezeichnerin recht viel Freude machen. Die aktuelle Seite berichtet von der diesjährigen Tagung der Reichskulturkammer und von der Unterzeichnung des deutsch=javanischen Abkommens. Zwei herrliche Bilder vom Winter im deutschen Hoch gebirge werden den Svortfreund besonders erfreuen Die Filmseite gibt Einblick in kommende Film ereignisse wie„Die Julika" und„Kreutzersonate“ Also wiederum zusammen mit den interessanten Einführungen in die Sendungen der kommerden Woche. Roman, Unterhaltung und Programm ein wirklich gediegenes Heft. das allen Rundsunthörern dringendst empfohlen werden kann. Nr. 329 Aehel! „Gemina Wenn der Fül ner Jugend Ar durch Fleiß. dur so ist dieses Wor walter und=Wa wenn der welt walter auch nol dann ist er jede den im Winter „Seminar der Süd, diejenigen meinschaften zu tanten“ der Det scheinung treten ganz im Zeicher eines Führerton steht, nehmen männer. Gauber schulungswalter gramm dieses wähnen wir u. Grimm(Esse Nevision von V Metzsch: Das (Berlin): Weh Schlotterer nalsozialistisch A. Klemmt Kunst". 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Dezember 1936 resse ern uf die Kämpfe. eführt werden. mpsen an den nisse aus der er BildberichtPresse. Helmuth seschwader Treals Zuschauer des Kapitän Bildbericht in er Illustrierten Vorgänge.— die erste FortKatrin Holland des abenteuerLonbon! 14 ir len Solidaritä. s deutsche Volt kot befindlichen einen Namen Kunst oder im reitwilligst dem ich Peter Fünkalt einer wohlirnst Landwehr .„hör mit mir“ licht zu tun. ine sehr hübsche e Vorbereitunen Feste beginlegenheit hatte. onders auf den se schöne alte m Roland und prächtiges Bild in der ehrwür seite der Frau. = u n d T e x t f o l g e thält, wird insen Zeichnungen Freude machen. der diesjährigen von der Unterkommens. Zwei deutschen Hoch inders erfreuen ommende FilmKreutzersonate“ interessanten der kommeiden Programm ein Rundsunkhörern Reheitlisch Wostfaltsche Hiil unniegedlel Fünfjähriges Kind überfahren „Geminar der deutschen Arbeit“ in Dortmund Wenn der Führer einmal sagte:„Ich war in meiner Jugend Arbeiter wie Ihr und ich habe mich durch Fleiß. durch Lernen langsam emvorgearbeitet", so ist dieses Wort eine Verpflichtung für jeden Amswalter und=Wart der Deutschen Arbeitsfront: denn wenn der weltanschaulich=politisch geschulte Amtswalter auch noch über das nötige Wissen verfügt. dann ist er jedem Gegner überlegen. Darum werden im Winter=Halbjahr 1936/37 im sogenannten Seminar der deutschen Arbeit“, Gau WestsalenSüd, diejenigen Walter und Warte zu Arbeitsgemeinschaften zusammengefaßt, die als„Revräsentanten“ der Deutschen Arbeitsfront oftmals in Erscheinung treten müssen. An dieser Schulung. die ganz im Zeichen der Förderung nach Heranbildung eines Führertorps in der Deutschen Arbeitsfront steht, nehmen alle Gauabteilungsleiter. Kreisobmänner. Gaubetriebsgemeinschaftswalter und Kreisschulungswalter teil. Aus dem interessanten Programm dieses„Seminars der deutschen Arbeit" erwähnen wir u. a. folgende Reserate: Professor Dr. Grimm(Essen): Der 1000jährige Kampf um die Nevision von Versailles; Generalleutnant a. D. von Metzsch: Das deutsche Heer: Pg. Professor Hunke (Berlin); Wehrwirtschaft. Ministerialrat Pg. Dr Schlotterer: Die deutsche Handelspolitik. nationalsozialistisch gesehen; Studienleiter Pg. A. Klemmt(Berlin): Klassische und germanische Kunst". Erfreulicherweise ist auch der Gau Westfalen=Nord dem Beispiel des Gaues Westfalen=Süd gefolgt und hat in seinem arbeitswissenschaftlichen Institut ein ähnliches Seminar geschaffen. In Dortmund fand in einem würdig ausgestatteten Raum des Hotels„Lindenhof“ die erste Arbeitsgemeinschaft dieses„Seminars der deutschen Arbeit“ statt. Eröffnet wurde die Arbeitsgemeinschaft durch den Gauschulungswalter Pg. Dr. Lebrecht. der unter den Gästen auch Ganobmann Pg. Stein begrüßen konnte. Das Referat des ersten Tages hatte Regierungsrat im Reichsfinanzministerium Oeftering übernommen. Er sprach über nationalsozialistische Finanz= und Steuervolitik, wobei er interessante und aufschlußreiche Gegenüberstellungen der Finanzpolitik früherer Jahre traf. In der anschließenden Arbeitsgemeinschaft setzte durch den Gauobmann eine rege Aussprache ein, die bestens geeignet war, das Wissen sämtlicher Teilnehmer an der Arbeitsgemeinschaft zu vertiefen. Gelsenkirchen=Horst. Auf der Essener Straße wurde ein 5 Jahre altes Kind aus der Ecknerstraße von einem Lastkraftwagen überfahren. Das Kind erlitt schwere innere Verletzungen und wurde in das Krankenhaus transportiert. Lebensgefahr besteht nicht. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt. Wegen Wilderns festgenommen Herten. Ein hiesiger Einwohner wurde festgenommen und zur Anzeige gebracht, weil er zwei wilde Kaninchen gefangen und geschlachtet hatte. Er wird sich wegen Wilderns zu verantworten haben. Die„schwimmende Schule“ In den Duisburg=Ruhrorter Häfen Duisburg=Ruhrort. Es ist beabsichtigt, in den Duisburg=Ruhrorter Häfen, in denen die Hafenverwaltung bereits einen Liegeplatz zur Verfügung gestellt hat, ein Schiff für Unterrichtszwecke für holländische Schifferkinder vor Anker zu legen. Die „schwimmende Schule“ ist, wie holländische Blätter berichten, für die Kinder protestantischer Konfession bestimmt. Bei dem Schulschiff, das uu# Zeit, auf einer Werft in Sliedrecht(bei Vordrecht umgebaut wird handelt es sich um ein Fahrzeug von ungefähr 260 Tonnen. Es wird umgebaut für eine Schule mit drei Klassen und eine„Pförtnerwohnung". Es ist der Vorschlag gemacht worden, die Schule „Prinz=Bernhard=Schule" zu nennen, zu Ehren des kommenden Prinzgemahls der Niederlande. Durch Sturz die Sprache verloren Mülheim(Ruhr). Der Sohn des hier an der Gelsenkirchener Straße wohnenden Kaufmanns Sch. 6700 Verkehrssünder Dortmund. Im Monat November 1936 wurde im Bereich des Polizei=Präsidialbezirkes Dortmund in 6739 Fällen gegen Verkehrssünder eingeschritten. Es wurden wegen Ueberschreitung der Verkehrsvorschriften 2395 Personen zur Anzeige gebracht und 4344 gebührenpflichtig verwarnt. Fünf Kraftfahrzeuge mußten aus dem Verkehr genommen werden, weil sie nicht mehr verkehrssicher waren. Ferner wurden 104 Fahrräder sichergestellt. Im Berichtsmonat wurde 35 Kraftfahrern der Führerschein weggenommen und das Verfahren auf die endgültige Entziehung desselben eingeleitet. Vermißter als Leiche aus der Emscher geborgen Dortmund. Am 30. November, gegen 14 Uhr. wurde der seit dem 19. November 1936 als vermißt gemeldete 73jährige Invalide Heinrich Sprenger von einem Wilhelm H. in der Höhe der Parsevalstraße aus der Emscher als Leiche geborgen. Ob Unglücksfall vorliegt oder ob Sp. einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist, müssen die noch nicht zum Abschluß gelangten Ermittlungen der Kriminalpolizei ergeben. zu und verlor dadurch die Sprache. Man brachte ihn ins Krankenhaus, dessen Aerzte hoffen, daß der junge Mann mit der Heilung auch die Sprache zurückerhalten wird. Aus dem Sauerland Vom Maschinengetriebe tödlich verletzt Unna. Der auf einer hiesigen Brauerei beschäftigte Maschinist Heinrich Niehues geriet in das Getriebe einer Maschine und wurde dadurch so schwer verletzt, daß er bald darauf im katholischen Krankenhause starb. 19jähriger Brandstifter festgenommen Unna. In dem benachbarten Billmerich brannte ein Schuppen nieder. Die volizeiliche Untersuchung ergab, daß ein 19jähriger junger Mann aus bisher noch nicht bekannter Ursache den an das Mietshaus seiner Eltern angrenzenden Schuppen in Brand gesetzt hatte. Der Brandstifter wurde dem hiesigen Amtsgerichte übergeben. Aus dem Münsterland Seltenes Anglerglück Ein Riesenhecht gesangen Haltern. Dem Svortangler Hermann Piever, der am hiesigen Wasserwerk beschäftigt ist. gelang am Samstagnachmittag der Fang eines riesigen Hechtes. des schwersten Fisches überhaupt, der bisher in der hiesigen Gegend gefangen wurde. Der Hecht wiegt 18 Pfund und mißt vom Kopf bis zur Schwanzflosse .10 bir.15 Meter. Der Kampf mit dem Fisch war sehr schwer und dauerte außerordentlich lange: erst den vereinten Bemühungen zweier Angler gelang es. den Hecht ans Ufer zu bringen. Jetzt liegt der riesige Fisch in einem großen Korb als Gefangener im See. den er erst am Donnerstag endgültig verläßt. Vielleicht ist dieser Hecht der größte gewesen, den der See beherbergt. vielleicht gibt es in ihm aber auch noch größere. Man muß sich fast wundern, daß bei den Raubzügen dieser Riesentiere überhaupt noch kleinere Fische im See leben. Frau vom Auto erfaßt und tödlich verletzt Münster. Unweit des Schützenhofes stand eine Frau Sch. von der Elsässer Straße am Fahrdamm der Hammer Straße und beobachtete ein aus der Richtung Hiltrup herankommendes Auto. ehe sie den Fahrdamm überschritt, ließ dabei aber einen aus Münster kommenden Wagen außer acht. Von diesem wurde sie auf der Fahrbahn angefahren. Die Frau stürzte zu Boden. wurde mit Kopf= und sonstigen äußeren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht und ist dort kurz nach der Einlieferung infolge Schädelbruches gestorben. Aus dem brennenden Wohnhaus mit knapper Not gereitet Bad Salzuslen. Anwohner des Hauses Freilig rathstraße 32 wurden über Nacht durch starken Qualm darauf aufmerksam, daß das genannte Haus in hellen Flammen stand. Nach längeren Bemühungen gelang es ihnen in Gemeinschaft mit Polizei und Feuerwehr, das in dem brennenden Hause ruhig schlasende Ehepaar aus dem Schlafe zu wecken, und nach großen Schwierigkeiten gelang es endlich, die beiden Leute aus dem schon an allen Ecken und Enden brennenden Hause zu retten. Das Haus mitsamt fast dem gesamten Eingute ging in Flammen auf Radfahrende Frau vom Auto angefahren und tödlich verletzt Herford. Auf der Salzuselner Straße fuhr eine radfahrende Frau an einem Lastwagen vorbei, desMutter Bahr gestorben Hörstel. In unserer ganzen Gegend und weit darüber hinaus ist Mutter Bahr und ihre reizende Sommerwirtschaft bekannt. und Tausende kehrten alljährlich bei ihr ein und wurden stets von ihr mit ihrer natürlichen Herzlichkeit und mütterlichen Fürsorge betreut in der Gastwirtschaft, die ihr lange verstorbener Mann, der Landwirt Heinrich Bahr in Usseln gegründet hatte. Nun ist auch Mutter Bahr nach kurzer Krankheit im Alter von 81 Jahren ihrem Lebensgefährten im Tode gefolgt. N. 6 Großes Schadenfeuer Dortmund. Nachts entstand in der Gemeinde Ende hinter Dortmund=Schanze plötzlich ein Feuer, das schnell um sich griff. Durch den starken Wind verbreitete sich das Feuer sehr schnell und in wenigen Augenblicken stand das Gehöft des Bauern Kreuger in Flammen. An den vorhandenen Erntevorräten fand das Feuer reichlich Nahrung. Die Feuerwehr war bald zur Stelle und griff ein. Leider aber brannte das Gebäude bis auf die Grundmauern nieder und sämtliche Erntevorräte wurden ein Raub der Flammen Wie die Untersuchung ergab, ist das Feuer im Stall entstanden. Das Vieh konnte gerettet werden. Der Sachschaden ist außerordentlich groß. Lichtbild und Film im Unterricht Arbeitstagung der Bildstellenleiter Bochum. Zu einer mehrtägigen Arbeitstagung waren die Bildstellenleiter der Städte und Kreise des westfälischen Industriebezirks versammelt. Die Tagung bezweckte, die Teilnehmer mit den neuen Erfahrungen für ihre Schulbildarbeit vertraut zu machen. In der Arbeitstagung wurde hervorgehaben, daß die jetzige Regierung die Leitung der Stadt= und Kreisbildstellen. die Führung im Lichtbild= und Filmwesen durch Aufstellung von Richtlinien selbst in die Hand genommen habe. Mit Lichtbild und Filmen soll der Anschauungsunterricht in den Schulen gefördert und lebhaft gestaltet werden. Der Leiter der Landesbildstelle Münster, Buhl, sprach über den pädagogischen und psychologischen Wert des Films für den Schurunterricht. Mit der matfilms„Schwarze Berge an der Ruhr“ verbunden. Der letzte Arbeitstag wird sich mit dem Stand Organisation des Unterrichtsfilmwesens und mit dem Ausbau der Aufgaben der Stadt= und Kreisbildstellen befassen. Familienstreitigkeiten führten ihn in den Tod Gelsenkirchen. Am Dienstag mittag hat sich der Sovonn, Popoon=gaphchuß beigebracht. Er wurde suchen P. hatte bereits früher einen Selbstmordversuch unternommen Vem Wöser und Einsland Schweres Unwetter im Wesergebiet Bäume wie Streichhölzer geknickt— Lichtleitungen vom Blitz zerstört Minden. Im Wesergebiet. vor allem im Kreise Nienburg. tobte in der letzten Nacht ein schweres Unwetter. Die starken Regengüsse. stellenweise mit dicken Hagelkörnern durchsetzt, wurden von einem orkanartigen Sturm durch das Land geneitscht. Aus unheimlichen Wolkenbergen zuckten grelle Blitze durch die Nacht. Das Unwetter richtete in weiten Gebieten großen Schaden an: Bäume wurden wie Streichhölzer getnickt. Dächer abgedeckt und die Häuser beschädigt Der Blitz schlug verschiedentlich in die Lichtleitungen des Kreises Nienburg ein und setzte viele Orte in völlige Dunkeiheit. Mit 92 Jahren noch nicht geraucht und getrunken Minden. In der Nachbargemeinde Barkhausen feierte der alte Alex Münstermann seinen 92. Geburtstag. Es ist ein alter Junggeselle. der sein ganzes langes Leben hindurch mit Frauen nichts zu tun haben wollte und sich rühmen kann, sein Leben lang noch nicht geraucht oder getrunken zu haben. Gauleiter Dr. Meyer weiht ein neues Jugendheim Detmold. In einer eindrucksvollen Feierstunde weihte Gauleiter und Reichsstatthalter Dr. Meyer in Bad Salzuflen ein neues Jugenderholungsheim. das die NSV. des Gaues Westsalen=Nord errichtet hat, um hier Kindern aus den Notstandsgebieten die Heilkräfte des Bades Salzuslen zu vermitteln. Wie Gauamtsleiter Degenhardt bei seinen Begrüßungsworten betonte. ist es das 14. Heim im Gau Westfalen=Nord. das der Erholung von Mutter und Kind dient; in ihm werden monatlich 238 bedürftige Kinder Aufnahme finden. Dr. Meyer weihte das Heim in der frohen Gewißheit, daß hier abgespannte Kinder aus den Notstandsgebieten frische Kraft und Gesundheit finden, die dereinst lraftvolle und gläubige Nationalsozialisten werden. Zwei schwere Unglücksfälle Gütersloh Der sechsjährige Heinz Krümpelmann war soeben mit einer Begleiterin aus einem Auto ausgestiegen und lief gleich darauf gegen einen aus Wiedenbrück stammenden anderen Kraftwagen. Der kleine Keri wurde überfahren und liegt mit schwerem Schädelbruch und Gehirnerschütterung im Elisabeth=Krankenhaus.— In der Gemeinde Nordrbeda schoß ein 15jähriger Junge mit einer=mm-Büchse. Der Schuß ging sehl und traf seinen 19jährigen Freund ins Auge. Das Auge ist verloren, und die Kugel konnte dem Verletzten noch nicht entfernt werden. Kleines Kind in einen Eimer kochender Brühe gefallen Höxter. In der Familie des Fabrikarbeiters Sprenger in Herste hatte man geschlachtet und im Anschlusse daran gewurstet. Den Kessel mit der heizen Brühe stellte man auf die Erde und achtete im Eifer der Arbeit nicht auf das zweijährige Töchterchen, das dabei herumlief. Ehe man sichs versah, fiel das Kind in den Kessel heißer Brühe und erlitt am ganzen Körper so schwere Verbrühungen, daß man an dem Wiederaufkommen des Kindes zweifelt. radfahrende Frau an einem Lastwagen vorbei, de sen Anhänger ins Schleudern geraten war. Die Frau wurde vom Rade gestoßen und so schwer verletzt, daß sie bald darauf im hiesigen Krankenhause den Verletzungen erlag. Brandstifter festgenommen Blotho. Die polizeiliche Untersuchung der Ursache des Brandes der Kistenfabrik, über den wir berichteten, hat ergeben, daß ein hier wohnender Kraftfahrer das Feuer böswillig angelegt hat. Der Mann wurde verhaftet und hat bereits ein Geständnis abgelegt. Von Rhein, Mosel und Saar Gemeine Kirchendiebinnen endlich erwischt Oberhausen. Von der Polizei wurden die 27= jährige Ehefrau Maria Bott und ihre Schwester, die geschiedene Gertrud Eisenacher, die beide aus Österfeld stammen. festgenommen, da sie verdächtig erschienen, seit Ende 1935 in den umliegenden Kirchen bei der Beichte fortgesetzt Handtaschendiebstähle ausgeführt zu haben. Der Bott konnten neunzehn in Osterfeld. Bottrov und Sterkrade ausgeführte Handtaschendiebstähle nachgewiesen werden. Außerdem wurden sie überführt, einen Kirchendiebstahl in Bottrov=Fuhlenbruck. bei dem eine Decke vom Predigtstuhl gestohlen wurde, begangen zu haben. Ferner hatten beide Beschuldigten bei einem Arzt in Bottrov im Juni vorigen Jahres aus dem Wartezimmer einen Schirm entwendet. Furchtbare Familientragödie Krefeld. Die Polizeibehörde machte in den Abendstunden des Dienstag im benachbarten Bösinghofen einen grauenhaften Fund. Ein Hausbesitzer aus Krefeld wollte am Abend den in Bösinghausen wohnenden Mieter Heinrich Cläßen aufsuchen, fand aber dessen Wohnungstür verschlossen. Als die Polizei später die Wohnung erbrach, fand sie die Ehefrau und das siebenjährige Söhnchen des Cläßen erschossen im Bett auf. Die Frau war durch zwei und das Kind durch einen Kopfschuß getötet worden. In einem anderen Zimmer wurde auch der Ehemann tot aufgefunden, der sich den Umständen nach selbst zwei Kopfschüsse beigebracht hat. Ueber die Beweggründe zur Tat ist bisher noch nichts bekannt, Folgenschwerer Scheunenbrand Der Brandstifter kam in den Flammen um Homberg bei Ratingen. Bei dem großen Scheunenbrand auf dem Gute Schneppershof in Homberg fielen ungefähr 1300 Zentner ungedroschenes Brotgetreide den Flammen zum Opfer. Trotzdem die Feuerwehr schnell zur Stelle war, konnte außer den landwirtschaftlichen Maschinen nichts mehr aus der Scheune gerettet werden. Die Feuerwehr mußte sich vielmehr schon bald darauf beschränken, die Wohngebäude zu schützen. Nach den jetzt erfolgten Aufräumungsarbeiten wurde festgestellt, daß auch ein Menschenleben dem Brande zum Opfer gefallen ist. Es wurden menschliche Knochen, ein Schlüsselbund und ein paar Anzugknöpfe gefunden. Vermutlich handelt es sich um einen alten ehemaligen landwirtschaftlichen Arbeiter, der ab und zu die Scheune zur Uebernachtung aussuchte. Es besteht die Vermutung, daß der Brand durch den Toten verursacht worden ist. Beim Briefschreiben hereingefallen Kaldenhausen. Unhaltbare Zustande bei der 12. bis 14jährigen Dorfiugend zwangen vor einiger Zeit die zuständigen Stellen in Kaldenhausen zum Eingreisen. Im Verlause dieser„Sauberungsaktion“ wurden mehrere Schulkinder einer Zwangserziehungsanstalt überwiesen. Die von dieser Maßnahme betroffenen Eltern drängten einen 57jährigen Kaldenhausener, der als schreibgewandt bekann war. so lange. bis er sich hinsetzte und eine Eingabe an die Staatspolizei versaßte. In dieser erhob er Beschuldigungen gegen einen Polizeibcamten. Diese Beschuldigungen erwiesen sich vor Gericht als unzutreisend Der Briefschreiber hatte für seinen „Liebesdienst“ eine Zigarre von den beschwerdeführenden Eltern bekommen. Diese kam ihm nun recht teuer. Eine Geldstrafe von 30 RM. wird ihn daran erinnern, daß man keine Eingaben solcher Ar machen darf. wenn man nicht sicher ist, daß ihr In halt stimmt Ereignisse überstürzen sich Zufflich(Kreis Kleve). Wir berichteten unlängs. von einem 81jährigen Mann. der vor einigen Tagen zum zweiten Male den Bund fürs Leben schloß. Unso überraschter mag das„iunge Paar“ gewesen sein. als diese Freude allzu schnell getrübt wurde. denn plötzlich störte die Zollfahndungsstelle das neue Eheglück. Sie brachte den Ehemann mit somt seine: jungen Gattin in das Untersuchungsgefängnis. Wie das kam?„Klompen=Hannes“ hatte bei sich einen Kostgänger aufgenommen, der sich ebenfalls ein Frau erloren und zusammen mit ihm Hochzeit ge feiert hatte. Dieser Mann wurde ihm zum Ver hängnis, denn er trieb dunkle Geschäfte. die daMißtrauen der Behörden erregten. Er hat bereit vor einigen Monaten im Untersuchungsgesängnis ge sessen. Nach einer vorangegangenen Haussuchun wurden er und seine Frau und auch unser 81jöhrige mit seiner Ehefrau verhaftet. Kiarheit werden di weiteren Ermittlungen und Vernehmungen bringen. Ber Ssutaferrmonscr Roman von Werner S. Hiniz Alle Rechte vorbehallen bei: Horn-Verlag. Berlin W. 38 8 Spitzler machte ein gekränktes Gesicht. Wie konnte man zu ihm nur kein Vertrauen haben. Er kam an den Tisch des Kommissars, räumte die Gläser ab, brachte sie zur Theke und kehrte wieder zurück. „Meine Frau hat mir vorhin etwas erzählt, Herr Traß.“ „So?“ „Der lle war gestern schon einmal hier,— in aller Frühe.— Ich war gerade weg, nach Georgswalde, einkaufen. Und eben erzählte meine Frau es mir.“ „Was?— Das Ule da war?“ „Ja, und einen Brief hat er abgegeben.“ Sonst redete doch Spitzler immer wie ein Wasserfall. Was hatte er nur, daß er jetzt so brokkenweise mit der Sprache herauskam? „Was denn für einen Brief?“ „Einen Brief an Frau Lundfal.“ Und der brave Wirt strahlte vor Triumph über diese— Neuigkeit. Traß lehnte sich in das ächzende Sofa zurück. Ganz groß wurden seine Augen. Ordentlich heißer vor Erregung klang seine Stimme, als er fragte:„ 61, 11. W2 Tekam friß „Was denn?— Also Ule war gestern früh hier— Ule, Larsens Knecht?— War hier im Gasthaus und gab einen Brief an Frau Lundfal ab? Das wissen Sie ganz genau.“ „Meine Frau weiß es, Herr Kommissar. Ich war ja in Georgswalde." „Ein Brief an Frau Lundfal. An Frau Lundfal.—— Lundfal.“ Wirklich, manchmal hatte auch ein vielgeplagter Kriminalkommissar einen hilfreichen Schutzengel.— Ein Brief an Frau Lundfal Das war ja der beste Beweis dafür, daß Lausen— oder doch wenigstens Ule— die Schwedin gekannt haben mußte, daß er von der bevorstehenden Ankunft der Frau gewußt haben mußte. Herr Larsen, Ihre Partie steht verdammt schlecht, dachte der Kommissar. Ja, jetzt wußte Traß auch, wer die Absenderin des Briefes gewesen war, von dem Lena Martens in der Moorhütte gesprochen hatte. Frau Lundfal. „Das ist auch ganz bestimmt wahr?— Das mit dem Brief an Frau Lundfal.“ „Aber Herr Kommissar, wenn meine Frau es doch sagte. Ule brachte gestern früh den Brief an Frau Mundfal hierher.— Und es ist sogar ein Zeuge dafür da. Gleich nachdem Ule wieder gegangen war, kam nämlich Herr Cornelius her, um sich Zigarren zu kaufen. Von Asper kauft er grundsätzlich nicht, wissen Sie, und ich halte die Spezialmarke von Herrn Cornelius immer vorrätig.— Ja, und der sah also den Brief... Meine Frau meint es jedenfalls ganz bestimmt. und als er dann gegen Mittag noch einmal vorsprach, der Herr Cornelius, hatte er den Brief sogar in den Händen. Der wird Ihnen das also bestätigen können, Herr Kommissar, wenn Sie meiner Frau nicht glauben.“ „Aber— wer sagt denn——“ „Dann schloß meine Frau den Brief weg. Und als gestern abend Frau Lundfal kam, hat ihr meine Frau natürlich den Brief gegeben.“ „Natürlich.“ Wie bitte?“ 8stun gl. Gl. „Nein, nein, ist schon gut. Bestellen Sie Ihrer Frau meinen besten Dank. Und sie möchte mein Abendbrot nicht vergessen.“ „Im Augenblick, Herr Traß, im Augenblick.“ Es gab einen delikaten Bratfisch. Bratfisch,—— das erinnerte Traß an sein Angelzeug, das noch immer im Koffer ruhte. Er hätte doch lieber in den Harz fahren sollen und Forellen angeln. Statt dessen saß er nun hier in Zaufen und angelte nach einem Mörder. „Verzeihung Herr Traß—“ „Ja, bitte?“ Wieder dieser unvermeidliche Herr Spitzler. Sah der Mann denn nicht, daß Traß jetzt ungestört sein wollte? „Es ist doch heute Mittwoch, und da kommen die Herren immr zum Stammtisch—“ „Von mir aus.“ „Es wird Sie doch hoffentlich nicht stören?" „Aber nein.— Welche Herren denn?“ „Nun, der Doktor Martens, Lehrer Freidank, Herr Cornelius und Herr Asper.“ „Der junge Asper?“ „Sein Vater, der Kaufmann. Die Herren spielen ihren kleinen Skat— bis gegen elf Uhr gewöhnlich—“ Eine drollige Gesellschaft. Freidank, dazu Martens und der alte Asper, der Vater des Mannes, den der Lehrer für den Mörder seiner Tochter hielt. Und dann noch der hölzerne Cornelius. Freidank, Martens und der alte Asper—— die drei Männer würden sich an einen Tisch fetzen, würden miteinander Karten spielen.— Traß erhob sich und ging auf sein Zimmer. Als er wenige Minuten später in den Gastraum zurückkehrte, hatte er eine Zeitung unter dem Arm. Vom Garderobenhaken nahm er seinen Gummimanel, zog sich in die entlegenste Ecke des Zimmers zurück, hängte seinen Mantel so auf. daß er dadurch vor den Blicken etwaiger Gäste geschützt war, faltete die Zeitung aubeinander und verbarg sein Haupt hinter den raschelnden Blättern. Dann wartete er.——— Freidank erschien als erster. Dann kam zugleich der alte Asper und Cornelius. Doktor Martens war der letzte in diesem sonderbaren Bunde. „Einen Schoppen Roten, Herr Spitzler.“ „Mir ein Bier, aber angewärmt.“ „Die Karten, Herr Spitzler.“ „Vier Zigarren von denen zu fünfzehn.“ Und niemand achtete auf den Mann hinter der Zeitung. Vielleicht hatte der Wirt die Absicht des Kommissars erraten, daß er es unterließ, seine Gäste auf ihn aufmerksam zu machen. „Sie geben, Herr Cornelius.“ Karten wurden gemischt, fielen klatschend auf die Tischplatte. Hin und wieder ein flüchtiges Wort. Und Traß wartete. „Grand mit Vieren, meine Herren.— Herr Spitzler, eine Lage Kognak. Das war der alte Asper. „Zum Wohl.“ „Ganz Spezielles.“ Und dann—„Wissen Sie auch schon, daß ein Krimminalkommissar aus Berlin gekommen ist, um den Mord im Moor aufzuklären?“ fragte Cornelius. „Bei mir war er schon—“ erklärte Freidank. Der alte Asper atmete hastig.„Und was haben Sie ihm gesagt?“ „Das ist wohl meine Sache.“ „Glauben Sie, Herr Freidank.— Ich kann mir schon denken, daß Sie die Geschichte von meinem Sohn aufgewärmt haben.“ „Ich habe nur die reine Wahrheit gesagt, Herr Asper.“ Freidank hatte sich vorgebeugt. Seine Augen bohrten sich in das Gesicht des alten Kaufmanns. Und jetzt mit einem Male begriff Traß, warum der Lehrer überhaupt an dieser sonderbaren Skatpartie teilnahm. Sie war für ihn die einzige Gelegenheit, mit dem Manne zusammenzukommen, dessen Sohn er für den Mörder seiner Tochter hielt. Und genau so, wie er vom Fenster seines Arbeitszimmers aus das Haus des alten Asper beobachtete, genau so belauerte er jetzt argwöhnisch jede Regung im Mienenspiel des Kaufmanns. Er suchte,— suchte nach Wahrheit, die er doch schon längst zu erkennen glaubte,— suchte vielmehr nach Beweisen für diese Wahrheit. Und Traß, hinter der Deckung seines Zeitungsblattes, schüttelte verwundert den Kopf. „Ich habe ihm nur die reine Wahrheit gesagt, Herr Asper,“. „Wissen Sie denn überhaupt, was die Wahrheit ist?— Sie haben es nur darauf abgesehen, meinen Sohn ins Unglück zu stürzen mit Ihrem Gerede.“ „Aber meine Herren.“ „Nein, nein, Herr Cornelius, das muß einmal gesagt werden. Seit Tagen muß ich schon von allen Seiten hören, daß Herr Freidank das Gerücht verbreitet, mein Sohn——“ „Und Sie? Und Sie?“ Die Stimme des Lehrers überschlug sich.„Was tragen Sie in der Stadt herum?— Daß mein Mädel die Geliebte — jawohl, daß mein Mädel die Geliebte von Herrn Doktor Martens gewesen ist. Sie und Ihr sauberer Herr Sohn erzählen es jedem, der es hören oder nicht hören will.“ „Bitte sehr, Gerhard hat seine Gründe für diesen Verdacht." „Ich muß doch sehr bitten“, rief Martens dazwischen.„Vielleicht sind Sie einmal so freundlich, diese Gründe zu nennen, Herr Asper.“ „Na, was man weiß, das weiß man.“ „Herr Asper, in allem Ernst,— wenn ich hören muß, daß Sie diese lügenhaften Behauptungen weiter verbreiten——“ „Nicht einmal im Grabe ist ihm mein armes Mädel heilig.“ „Lassen Sie doch, Herr Freidank“, gütigte Cornelius. „Nein, nein.— Da geht so einer in der Stadt herum und macht andere Leute schlecht und hat doch den Mörder unter seinem Dach—“ „Herr Freidank, das——“ „Und wer weiß, Herr Asper, ob Ihr sauberer Herr Sohn nicht auch gestern im Moor war?“ „Was soll das heißen, he?— Ich selbst machte gestern abend einen Spaziergang am Moor entlang, und deswegen wird doch niemand glauben, daß ich die Frau erschlagen habe.“ „So, Sie waren gestern am Moor, Herr Asper?“ „Ja.— Und nicht allein, das will ich Ihnen sagen.— Sie, Herr Doktor Martens, habe ich auch da auf dem Moor beim Dunkelwerden gesehen.“ „Mich?“. Die Stimme des Arztes hatte viel von ihrer Sicherheit verloren.„Das muß doch wohl ein Irrtum——“ „Haha, ein Irrtum.“ „Ich war den ganzen Abend über zu Hause.“ „Dann wollen Sie vielleicht behaupten, daß ich ein Lügner bin, wenn ich sage, daß ich Sie im Moor gesehen habe.“ „Ja.“ „Also, das ist nicht wahr?— Na, gottseidank kann ich mich noch immer auf meine Augen verlassen.— Sie waren im Moor, Herr Doktor Martens. Das nehme ich auf meinen Eid.“ „Sie sind ein——“ „Aber einen Augenblick, meine Herren“, fiel Cornelius ein.„Sie können sich da sehr geirrt haben, Herr Asper. Vergessen Sie doch nicht, daß wir gestern abend dichten Nebel im Moor hatten, — und so gute Augen hat doch niemand, daß er bei Nacht und Nebel erkennen kann, ob——“ „So,— Sie nehmen den Doktor in Schutz, Herr Cornelius? Das wundert mich, wo Ihre Feindschaft doch schon Stadtgespräch ist! Und man weiß ja auch, weshalb. Und wenn ich Ihnen raten darf, dann geben Sie besser auf Ihre Frau acht——“ „Herr Asper!“ „Das ist eine Unverschämtheit!“ „Was unterstehen Sie sich!“ Und dazwischen wehklagte Spitzler:„Aber meine Herren! Ich bitte Sie! Meine Herren!“ Niemand achtete auf Traß, der, seinen Sommermantel unter dem Arm, aus der Tür schlich und erst in der Veranda stehen blieb. Was war das nun wieder gewesen? Der alte Asper wollte Martens im Moor gesehen haben? Stimmte das nun oder nicht? Da mochte der Henker draus klug werden! Oder war alles nur ein sinnloses Geschwätz dieser gegeneinander verhetzten Männer? War die Lösung aller Rätsel nicht hier in der Stadt sondern draußen im Moor zu suchen? Der Brief an Torda Lundfal! Ein Jahr seines Lebens hätte Traß darum gegeben, wenn er diesen Brief beschaffen könnte. Er muß die Lösung enthalten. Aber weder in den Kleidern der Toten noch in ihrer Handtasche hatte man das Schreiben gefunden. Natürlich, wenn Larsen seine Hand bei dieser Mordsache im Spiele gehabt hatte, dann war er auch so vorsichtig gewesen, nach vollbrachter Tat den Brief an sich zu nehmen. Und wenn nicht? Ein Schatten schob sich vom Vorgarten her in die Veranda.„Guten Abend, Herr Kommissar.— Ich suche Sie schon den ganzen Tag über——“ Landjäger Henseleit. „Guten Abend, guten Abend.— Na, was haben Sie denn auf dem Herzen?" „Es ist wegen Peter Larsen, Herr Kommissar.“ „So, so— wegen Larsen?— Dann kommen Sie mal mit in mein Zimmer, Herr Henseleit.“ Als die beiden Männer durch die Tür schritten, vernahmen sie undeutlich die streitenden Stimmen aus dem Gastzimmer. Aber diese Stimmen verstummten, als Traß und der Landjäger das Zimmer durchquerten und durch die Tür verschwanden, hinter der die Treppe in das obere Stockwerk führte. „Was war denn das, Herr Kommissar?“ „Ach, nichts. Wohl nur eine kleine Auseinandersetzung über einen Grand mit Vieren.— Vorsichtig, die Stufen sind ein bißchen eng für unsereinen.“ Denn auch Henseleit war nicht gerade schlank zu nennen. „So— bitte hier herein.— Pfui Deibel.“ Da hatte er doch wirklich vergessen, vorhin das Fenster zu schließen. Die Feuchtigkeit des Nebels machte sich unangenehm bemerkbar.„Na, rauchen wir ein: Zigarre, dann wird die Luft bald erträglicher werden!“ Und krachend schloß der Kommissar die Fensterflügel.„Bedienen Sie sich berch „Danke, ich bin so frei.“ „Hier haben Sie Feuer,— und nun schießen Sie los. Was ist mit Peter Larsen?“ Henseleit zog gewaltig an seiner Zigarre,— vielleicht nur, um seiner Verlegenheit Herr zu werden, ein Kriminalkommissar aus Berlin,— so einem hohen Tier hatte er noch nie gegenübergesessen. Aber schien ein netter Kerl zu sein. „Sehen Sie, Herr Kommissar, die Sache ist doch so: Ich als gewissermaßen Vertreter der Obrigkeit hier in Zaufen, muß mich doch auch darum kümmern, was das für Leute sind, die so hier in der Gegend wohnen, nicht wahr?— Und vor allen Dingen, wenn einer so hereingeschneit kommt wie dieser Herr Larsen—.— Also ich habe mich einmal genau nach ihm erkundigt,— und auch nach seinem Knecht Ule. Der heißt also Ulrich Kestner und ist ein ehemaliger Strafgefangener.“ „Ich weiß. Totschlag.“ Henseleit senkte bekümmert den Kopf. Dann wissen Sie also auch von Larsen?“ „Nein. Was ist denn mit dem?“ „Hat auch gesessen,— in Schweden. Wegen Betruges und Unterschlagung.“ „Was Sie nicht sagen. Dann haben sich ja die beiden da auf dem Moorhof gesucht und gefunden.“ „Das soll wohl wahr sein.— Und da habe ich mir gedacht: So ein Totschläger und ein Betrüger da im Moor,— da braucht man doch nicht weiter zu suchen, wer die kleine Freidank und diese Frau Lundfal auf dem Gewissen hat.“ „Sie machen sich aber die Sache sehr leicht, Herr Henseleit. Wenn das so einfach ginge, dann hätte ich schon drei Mörder!" „Drei?“ „Oder vlelmehr vier.— Aber das ist natürlich Unsinn. Und was ich noch sagen wollte,— wie lange ist hier die Post auf, daß man mit Berlin telephonieren kann?" „Das Telephon geht hier bis zehn Uhr— Sie können gleich unten im Gastzimmer sprechen. Spitzler hat Telephon.“ „Um alles in der Welt nicht, mein Lieber.“ „Aber die Post hat schon zu.“ „Dann werden Sie gleich mit mir kommen und dafür sorgen, daß ich doch noch telephonieren kann. Nicht wahr, den Gefallen tun Sie mir doch?“ * Im Gastzimmer saßen nur noch Freidank, Cornelius und Doktor Martens. Der alte Asper war gegangen. Aber auch der Arzt schien sich gerade verabschieden zu wollen. Ohne weiteren Aufenthalt begaben sich Traß und Henseleit auf die Straße hinaus. „Und wo ist die Post?“ „Gleich hier links, vier Häuser weiter.“ Schon seit sieben Uhr war die Post geschlossen, aber der Landjäger ging hintenherum über den Hof in die Wohnung des Vorstehers und erreichte es auch schnell, daß man den Kommissar in die Amtsräume einließ. „Dort drüben ist die Fernsprechzelle.“ Herrgott, war das in dem engen Kasten eine Luft. Zum Umfallen. Und der Apparat da an der Wand schien auch noch aus dem vorigen Jahrhundert zu sein. Traß nahm den Hörer vom Haken. Und das dauerte etwas, bis sich jemand meldete! „Hallo!— Na, endlich!— Fräulein, verbinden Sie mich mit Berlin, mit dem Polizeipräsidium.“ Und er nannte die Nummer. Dann wieder warten— warten——— Drei Minuten—.— fünf Minuten—— acht Minuten——. Er hätte wirklich lieber ein Blitzgespräch anmelden sollen—— „Hallo, da klingelt es ja endlich. „Hallo, hallo!—— Ist denn dort das Polizeipräsidium? Miserable Verständigung! Das Polizeipräsidium, ja?— Hier Kommissar Traß. Verbinden Sie mich mit Kriminalrat Studtkampf, Hausapparat— ja, Studtkampf!“ Gott sei Dank, nun kam die Stimme doch schon lauter und deutlicher über den Draht. „Hier Kriminalrat Studtkampf?— Ja, hier ist Traß. Ich spreche aus Zaufen— Zaufen! Ach so, Sie wissen Bescheid.— Um so besser. Es handelt sich um die Mordsache Lundfal. Der Bericht ist Ihnen wohl schon übermittelt worden.— Ah, ausgezeichnet.— Ja, und nun möchte ich—— Ach so, Sie haben sich schon mit der schwedischen Polizei in Verbindung gesetzt? — So, so, nähere Auskünfte über Frau Lundfal sind schon angefordert. Ausgezeichnet. Ausgezeichnet.— Und wollen Sie dann dafür sorgen, Herr Kriminalrat, daß mir diese Auskunft sofort hierher zugestellt wird,— sofort, verstehen Sie.— Ja, ich bin Ihnen sehr dankbar. Telegraphisch natürlich.— Und— halt, ehe ich es vergesse, ich möchte auch alle verfügbaren Angaben über Herrn Peter Larsen, schwedischer Staatsangehörigkeit, zurzeit hier wohnhaft, Vorstrafenregister und so weiter,— alles, was Sie mir beschaffen können.— Ja, auch telegraphisch hierher.—— Lieber Gott, ich kann noch gar nichts sagen. Augenblicklich tappe ich noch völlig im Nebel.— Natürlich.— Ich werde dann morgen früh auf der Post nachfragen. Und Sie beschleunigen die Sache nach Möglichkeit, nicht wahr, Herr Kriminalrat——.“ Bloß an die frische Luft. Bloß an die frische Luft. Wenn er noch eine Minute länger hier in dieser stickigen Zelle hätte bleiben müssen, wäre ihm bestimmt sonst was passiert.— Vor dem Postamt auf der Straße wartete Henseleit in Gesellschaft des Vorstehers. Ra, alles zur Zufriedenheit erleoigt, Herr Kommissar?“ „Danke, ja.— Und auch Ihnen danke ich, Herr Vorsteher, daß Sie mir die Gelegenheit verschafften——“ „Oh bitte, bitte, hat nichts zu sagen!“ Der Beamte, der in seiner dünnen Kleidung hier im Nebel nicht wenig fror, verabschiedete sich rasch. „Und was nun, Herr Kommissar?“ „Jetzt können Sie meinetwegen schlafen gehen, Herr Henseleit. Ich brauche Sie nicht mehr.“ „Und was werden Sie machen?" „Weiß ich noch nicht——“ In diesem Augenblick jagte ein Automobil an die näck ihnen vorüber, bog in die nächste Seitenstraße ein.— Ueberrascht hob Traß den Kopf.„Sagen Sie mal, war das nicht—?“ „Das war der Wagen des Herrn Doktor Martens.“ „Also doch.— Und wo kann der jetzt noch so eilig hinfahren?" „Das ist die Chaussee nach Liebenstein. Wahrscheinlich ist der Doktor noch zu einem Kranken gerufen worden—“ „Wahrscheinlich.— Na, dann guten Abend, Herr Henseleit.“ Der Landsäger grüßte, machte kehrt. Gleich darauf war er im Nebeldunst verschwunden. Ueberhaupt war das heute ein Nebel ir der Stadt! Schlimmer als gestern abend. (Fortsetzung folgt.) MenenKalt=Iut Uebenbei bemerkt 8000 sehen„Schwergewichtsparade So kompliziert und raffiniert auch die neue amerikanische Autorennbahn auf dem Newyorker Roosevelt=Field angelegt war, sie hat nicht den Beifall der Massen gefunden. Der Mann. der seinen Dollar Eintrittsgeld gezahlt hat, will bei Boxkämpfen einen K., beim Freistilringen tolle Sensationen mit den nötigen brutalen Einlagen und bei Autorennen große Geschwindigkeiten sehen. Im Labyrinth des Roosevelt=Fielt vermochte man abei nicht, Durchschnittsgeschwindigkeiten zu erzielen, die bei 150 Stdklm. lagen. Damit hatte man ursprünglich gerechnet, doch zeigte die Praxis schon beim ersten Training, daß ein Forcieren der Geschwindigkeit auch unverzüglich zum Schleudern führen mußte, zumal der Untergrund der Fahrbahn sehr schlecht war. Trotz des wundervollen Sieges von Tazio Nuvolari und verschiedener schöner Rennszenen war das Rennen um den Vanderbilt=Pokal keine Sensation Man hat daher beschlossen, die Rennbahn umzubauen Es sollen zwei Lange Gerade. die mit zwei riesengroßen Kurven verbunden sind. angelegt werden Die Geraden werden zueinander varallel laufen Auf ihnen können sich in den kommenden Rennen die Fahrer„austoben“ und das sensationsbegierige Newyorker Publikum wird den„Thrill“ großer Spitzengeschwindigkeiten erleben. * Demnächst wird in den Vereinigten Staaten wieder die Sullivan=Trophäe vergeben. Diese Auszeichnung verleiht ein Ausschuß der Amateur=Athletic=Union alljährlich dem besten amerikanischen Sportler. Von mehr als 600 Fachleuten aus allen Teilen des Landes wird eine Liste der Anwärter aufgestellt. 33 Bewerber sind in diesem Jahre aufgeführt, und die Kommission steht vor einer sehr schwierigen Aufgabe, denn die USA. haben bei den Berliner Olympischen Spielen verschiedene großartige Sportler herausstellen können, von denen es jeder verdient, mit der Sullivan=Trophäe ausgezeichnet zu werden Da ist vornweg Jesse Owens. der dreifache Olympiasieger, der inzwischen aber Berufssportler geworden ist. Da ist der Zehnkampf=Weltrekordmann Glenn Morris, sicherlich der größte Athlet des Jahres. Da ist auch noch Forrest Towns. der einen so wunderbaren Hürden=Weltrekord aufstellte, den man nach der finnischen Punktwertung über alle bisherigen athletischen Weltrekorde stellen muß. Aber Glenn Hardin, der Schwimmer Jack Medica, Helen Stephens, Helen Jacobs, die Wimbledonsiegerin. Jonny Fischer, der amerikanische Golfmeister, wollen auch beachtet sein. Am Wochenende wird in Houston(Texas) die AAU zu ihrer Tagung zusammentreten. Und dann wird auch die Entscheidung über die Vergebung der Sullivan=Trophäe fallen. Nachträglich erhält der Präsident des französischen Tennisverbandes, Pierre Gillou, für seine seltsame Weltrangliste noch einen Dämpfer Kein Geringerer als Jack Crawford, Australiens Spitzenspieler, schreibt zu einer eigenen Rangliste, in der er Henner Henkel auf den zehnten Platz stellt, daß er von Gillou— der Henkel überhaupt nicht aufführte— den Eindruck habe, als habe er offenbar mit Tennis keine Verbindung mehr. Henkel habe in diesem Jahre neun Davispokalkämpfe ohne Satzverlust gewonnen, das genüge, um ihn Parker und Mangin vorzuziehen. Auch Wallis Myers hat sich bekanntlich für Henkel eingesetzt und ihm den neunten Platz eingeräumt. Dabei betonte er, daß Henkel wahrscheinlich einen besseren Platz bekommen hätte, wenn er am Vorabend des Davispokalkampfes gegen Australien nicht erkrankt wäre. * Englands hervorragender Langstreckenläufer Ernest Harver, der in Berlin im olympischen Marathonlauf hinter dem Javaner Son den zweiten Platz belegte, wird sich nach 15jähriger Tätigkeit im Laufsport zurückziehen. Harper war schon 1924 beim Pariser Olymvia dabei und belegte im 10 000Meter=Lauf den fünften Platz. Die englische Meisterschaft über zehn Meilen gewann er dreimal. Einen großen Sieg feierte er 1931 in Berlin im „Chamvionat der Streckenläufer“. einem internationalen Bahnlaufen. Selle und Klein siegen nach Punkten Als Fortsetzung ihrer„Schwergewichtsparaden“ führte die Deutschlandhalle am Mittwochabend ihren dritten und zugleich letzten Großkampftag in diesem Jahre durch. Die weite Halle wies in den Zuschauerrängen einige Lücken auf. immerhin dürften es aber rd. 8000 dafür um so stärker begeisterte Anhänger des Vorsports gewesen sein, die den Kämpfen gespannt folgten. Zwei nationale Begegnungen leiteten den Abend ein. Werner Selle=Quisburg und Kurt Haymann= München lieferten sich über sechs Runden ein lebhaftes Gefecht, das Selle mit kleinen Vorteilen als Punktsieger beendete. Haymann bot die technisch abgerundetere Leistung. Selle war aber im Nahkampf klar der Bessere und siegte trotz einer Verwarnung verdient.— Anschließend holte sich Erwin Klein=Solingen über acht Runden einen Sieg über Paul Wallner=Düsseldorf. Klein sammelte mit seinen stürmisch vorgetragenen Angriffen ständia Punkte und zwang Wallner zur Verteidigung. Lediglich in der zweiten Runde konnte der Düsseldorfer seine überlegene Reichwekte ausnuben. Arno Kölblin schlug Pancho Villar Gleichfalls über alle acht Runden ging der erste Hauptkampf, den Arno Kölblin gegen den Spanier Pancho Villar nach Punkten gewann. Der deutsche Meister„verschlief“ in diesem Kampf im wahrsten Sinne des Wortes die besten Gelegenheiten. Bis zur vierten Runde spielte er sein besseres Können aus, hatte dem Spanier schon in der zweiten Runde das linke Auge geschlossen und ihn in der vierten stark angeschlagen. Es gelang ihm aber nicht, den viel Mut und Tapferkeit zeigenden Spanier von den Beinen zu bringen. Im Gegenteil, Villar gab gut zurück, er bekam allerdings in der letzten Runde die Ueberlegenheit Kölblins nochmals zu spüren und verlor klar nach Punkten. Meister Witt von Hough ausgepunktet Einen prächtigen Kampf lieferten sich dann der deutsche Halbschwergewichtsmeister Adolf Witt=Kiel und der Engländer Frank Hough in den angesetzten zwölf Runden, den der sympathische Engländer nach Punkten gewann. Beide zeigten ausgezeichnetes Boren, wobei der Engländer dank seiner besseren Schule der überlegene Klassemann war. Wohl versuchte Witt in der ersten Runde eine schnelle Entscheidung herbeizuführen, mußte aber, wie seinerzeit Heuser, erfahren, daß der bewegliche Hough ein Ziel bietet, und auch über Nehmerqualitäten verfügt. Frank Hough kam immer wieder mit seiner gefährlichen geraden Linken durch und konnte Witt stark zusetzen. Trotz einer Mundverletzung hielt aber Witt gut durch und beide Borer erhielten nach Schluß des Kampfes starken Beifall. Willi Müller gab auf... Im letzten Kampf des Abends standen sich der Krefelder Hans Schönrath und Willi MüllerDüsseldorf gegenüber. Hans Schönrath, der bereits die Zweizentnergrenze erreicht hat, hatte in seiner trockenen Art das bessere Ende immer für sich. Ende der dritten Runde brach Müller mit einem lauten „Wehschrei" zusammen und reklamierte„Tiefschlag", den aber der Ringrichter und keiner der Anwesenden gesehen hatte. Müller wurde ausgezählt. 208: Roggen. 69/71 Kilo. R XVIII 177. R XVI 175. R XV 173. R XIII 171. R XI 169: Futterhafer. 46/49 Kilo. H XIX 169, H XVIII 168. H XVI 166. HI XV 165. H XIV 164, H XIII 162; Futtergerste. 56/60 Kilo. G XIV 178. G XIII 176. G XII 175. G XI 173. G X 172.— Mehl: Grundvreis für Weizen= und Roggenmehl. Weizen= und Roggenkleie. Die Zuschläge bezw. Handelsspannen errechnen sich nach den gesetzlichen Bestimmungen. Weizenmehl. Type 790. W XVIII 28.30. W XVI 28.30, W XIII 27.55, W XII 27.55. W IX 27.55; Roggenmehl. Type 997, R XVIII 23.15, R XVI 23.00. R XV 22.95. R XIII 22.75. R XI 22.55; Weizenkleie: W XVIII 12.05. WXVI 11.95, W XIII 11.75, W XII 11.70, W IX 11.55: Rogenkleie: R XVIII 10.80. R XVI 10.70, R XV 10.55, R XIII 10.45. R XI 10.30. Viehmärkte Osnabrücker Viehmarkt Osnabrück, 3. Dez. Am heutigen Viehmarkt standen zum Verkauf: Großvieh 87. darunter: Ochsen 2, Bullen 15. Kühe 12. Färsen 21: Kälber 83. Schweine 656. Preise für 1 Pfund Lebendgewicht in Pfg.: Ochsen: a) 41, b) 37: Bullen: a) 40—41. b) 35—37; Kühe: a) 39—41. b) 35—37. c) 28—31. d) 21—23: Färsen: a) 40—42. b) 36—38; Kälber: a) 60—63, 50—53. c) 37—38: Schweine: a1) rund 150 Kilo 54.50. a2) von 135—149 Kilo 53.50. b) von 120—134 Kilo 52,50, c) von 100—120 Kilo 50.50. d) von 80— 100 Kilo 48.50, von 60—80 Kilo—. unter 60 Kilo —: Sauen: fette Specksauen 53.50. andere Sauen 50.50. Marktverlauf: Rinder zugeteilt. Kälber zugeteilt.(Die vorstehenden Preise sind Marktvreise am Osnabrücker Schlachtviehmarkt und nicht mit Stallvreisen zu verwechseln.) Hander und Silbastele Märkte Berkiner Metallnotierungen Berlin, 3. Dez.(Amtlich.) Elektrolytkupfer (wirebars). prompt. cif Hamburg. Bremen oder Rotterdam 61.50: Original Hütten=Aluminium, 98 bis 99 Prozent. in Blöcken 144: dgl., in Walz= oder Drahtbarren 148: Reinnickel. 98 bis 99 Prozent. 269 RM. per 100 Kilo: Silber in Barren ca. 1000 fein. 40.60—43.60 RM. per Kilo. Warenmärkte Italiens Fußballer proben Das erste Probespiel der italienischen Nationalmannschaft im Hinblick auf die Begegnung mit der Tschechoslowakei wurde für den 13. Dezember in das Berta=Stadion in Florenz angesetzt. Der Verbandskapitän Vittorio Pozzo. der am Sonntag in Paris beim Städtespiel Paris— Prag die tschechostowakischen Spieler studierte, hat u. a. als Mittellägfer Piccini eingeladen, ein Beweis dafür, vaß Andreolo in Berlin doch nicht gefallen hat. Auch Militärvatrouille in Chamoniz? Der Französische Ski=Verband beabsichtigt, gelegentlich der FIS=Rennen im Febuar in Chamonix auch einen Militärpatrouillenlauf auszuschreiben und französischen Blättermeldungen zufolge sollen sich Italien und Ungarn bereits zustimmend geäußert haben. Im Programm der FIS=Rennen ist eine solche Patrouille gesehen. so daß es sich um eine private Veranstaltung des französischen Verbandes handeln dürfte. Schäser nicht mehr beim BIK Schisserstadt Beim ViK Schifferstadt, einem der führenden deutschen Schwerathletikvereine, hatten sich in der letzten Zeit Mißstände ergeben, die jetzt in einer Mitgliederversammlung bereinigt wurden. Das bekannteste Mitglied des Vik, der Olymviazweite Fritz Schäfer, der kürzlich seine Mannschaft bei einem Meisterschaftskampf der Ringer in Ludwigohasen im Stiche ließ, ging allen Auseinandersetzungen dadurch aus dem Wege, daß er sammlung seinen Austritt erklärte. Ernst Kold. einer der besten deutschen Gewichtheber, wurde von dem Vereinsführer aus dem Verein ausgeschlossen. Berliner Getreidegroßmarkt Berlin, 3. Dez.(Zu= und Abschläge für Weizen, Roggen und Futtergetreide gemäß Anordnung des Geteidewirtschaftsverbandes„Kurmark".) Weizen (für 1000 Kilo in RM.): Märk. Weizen. Durchschnittsqual.(an Auswuchs. Besatz, Bruch. Schmachtkorn, Rost, sind zusammen 3% zulässig). Gewicht pro bl. 75/77 kg. frei Berlin 212; ges. Erz.=Preis für die Preisgebiete W VI 200, W II 201. W VIII 202, I IX 203, W X 204. W XII 206. W XIV 208: Futterweizen, märk., vereinzelt, frei Berlin—.—: gesetzlicher Mühleneinkaufspreis plus—6 RM.: Stimmung: gefragt.— Roggen(für 1000 Kilo in RM.): Märk. Roggen. Durchschnittsqual.(an Auswuchs, Besatz, Bruch. Schmachtkorn sind zusammen zulässig), Gewicht pro hl 69/71. frei Berlin 175: vereinzelt—.—; gesetzl. Erzeugerpreis für die Preisgbiete R V 163, R VI 164, R VII 165, R VIII 166. R XI 169 R XII 170, R XIII 171: gesetzlicher Mühleneinkaufspreis vlus—6 RM.: Stimmung: gefragt.— Gerste(für 1000 Kilo in RM.): Braugerste, gute frei Berlin 212. ab märk. Station 215: Industriegerste(Sommergerste) frei Berlin 192.00, ab märkischer Station 198.00; Futtergerste. Gewicht pro Hektoliter. 59.60 Kilo. gesetzlicher Erzeugerpreis für die Preisgebiete G V 162. G VI 163. G VII 165. G VIII 168. G IX 170: Stimmung: ruhig.— Haser(für 1000 Kiloramm in RM.): Märk. Hafer. Durchschnittsqualität. Gewicht pro hl. 48/49 kg. gesetzlicher Erzeugervreis für die Preisgebiete H IV 150. H VII 154. H X 157. H KI 159. 1 XIII 162, H XIV 164: Stimmung: ohne Angebot. — Weizenmehl(ohne Ausland). Type 790(BasisType). nach Skala Professor Mohs(in RM. für 100 ka brutto einschließlich Sack), gesetzlicher Erzeugerpreis für die Preisgebiete(Bezirksstelle X der.= V. Berlin): II 27.50. III 27.50, V 27.50. VI 27.50, VII:(Soldin=Arnswalde) 27.50. VIl?(Luckau=Caau) 27.55, VIII 27.80. IX 27.80. X 27.80, XII 28.20. XIV 28.50; zuzüglich.50 RM. Frachtausgleich. bei Abnahme von mindestens 10 Tonnen frei Empfangsstation gemäß Anordnungen der Wirtschaftl. Vereinigung.— Roggenmehl(in RM. für die Preisgebiete(Bezirksst. X der.=V. Berlin): 21.10, II 21.20. IV 21.45. V 21.55, VI 21.65. VII 21.80, VIII 21.90. X1 22.25. XII 22.35. KIII(Bln.) 22.45: zuzüglich.50 RM. Frachtausgleich, bei Abnahme von mindestens 10 To. frei Empfangsstation gemäß Anordnungen der Wirtschaftlichen Vereinigung. Type 815+.50 RM., Type 700+1,25 RM., Type 610+2 RM.— Kleie: Weizenkleie(in RM. für 100 Kilo brutto einschl. Sack ab Mühle einschl. Verladungskosten daselbst), gesetzlicher Erzeugervreis für die Preisgebiete(Bezirksstelle X der.=V. Berind. I1 11.15. 1I1 11.20. V 11.30. Vi 11.35. VII (Soldin=Arnswalde) 11.40. VII(Luckau=Calau) 11.40, VIII 11.50. IX 11.55, X 11.60. XII 11.70. XIV 11.85; zuzüglich.50 RM. Ausgleichsbetrag für 100 Kilo. Bei Weizenvollkleie kann ein Aufschlag von.50 RM. für 100 Kilo berechnet werden. Roggenkleie(in RM. für 100 Kilo brutto einschl. Sack ab Mühle einschließlich Verladungskosten daselbst), gesetztl. Erzeugervreis für die Preisgebiete (Bezirksstelle X der Wirtschaftlichen Vereinigung Berlin): I 10.10, II 10.15, IV 10.30, V.95. VI 10.40, VII 10.45, ViII 10.10. K1 10.30. KII 10.40, XIII(BIn.) 10.45; zuzüglich.30 RM. Ausgleichsbetrag für 100 Kilo. Bei Roggenvollkleie kann ein Aufschlag von 1 RM. für 100 Kilo berechnet werden. — Für 100 Kilo in RM. ab Station: ViktoriaErbsen, neue 36.00—40.50(feinste Sorten über Notiz): kleine Erbsen 34.00 36.50, Futtererbsen 24.50 bis 26.50: Peluschken 27.00—29.00; Ackerbohnen 24,00—25.50; Wicken, dtsch. 26.50—28.50; Futterwicken 17.50—20.00; Lupinen, blaue 17.00—18.50; dto., gelbe 24,00—25,00; Leinkuchen. Basis 37%. ab Hamburg 16.38 incl. Handelsspanne und Umsatzsteuer: Erdnußkuchen. Basis 50 Proz., ab Hamburg 15.88 incl Handelsspanne und Umsatzsteuer: Erdnußkuchenmehl, deutsche Mahlung 17.38 incl. Handelsspanne und Umsatzsteuer: Trockenschnitzel, neue Ernte. ab Fabrik.60; extrahiertes Soyabohnenschrot. 45 Proz., ab Hamburg 15.58 incl. Handelsspanne und Umsatzsteuer: dto., 45 Proz. ab Stettin 15.98 incl. Handelsspanne und Umsatzsteuer. Kartoffelflocken. Parität waggonfrei Stolv Namslau Verladestation—.— incl. Verpackung, brutto für netto: dto.. Parität Berlin—.— incl. Verpackung: brutto für netto. Großmarkt für Getreide und Futtermittel e. V. Dortmund Erzeugerpreise für die Festpreisgebiete der Provinz Westfalen— Monat Dezember Dortmund, 3. Dez. Weizen, 76/77 Kilo. W XVIII 212. W VXI 210, W XIII 207. W XI 206. W IX Ver. Westdeuitsche Waggontabriken .-., Köln Das Geschäftsjahr 1935=36(30. Juni) hat nach einer Verwaltungsäußerung eine bessere Beschäftigung als das Vorjahr gebracht, vor allem durch Hereinnahme von Aufträgen aus verwandten Arbeitsgebieten. Die Reichsbahnaufträge haben nur wenig zugenommen. Verstärkte Bestellungen erfolgten seitens der privaten Industrie und auch des Auslandes, bei letzteren allerdings zu stark gedrückten Preisen. Die Gefolgschaft konnte eine Zunahme um 50% erfahren. Auch im neuen Geschäftsjahr dauert die Beschäftigungsbesserung an. An Stelle einer alten, den heutigen Anforderungen nicht mehr genügenden Montagehalle, wird gegenwärtig eine neue große Kranhalle gebaut. Zur Zeit finden sich in enger Zusammenarbeit mit der Reichsbahn verschiedene neue Triebwagentypen in Ausführung, von denen die ersten Anfang 1937 zur Ablieferung gelangen werden. Es handelt sich hier vornehmlich um Typen, bei denen der Diesel=Hydraulische Antrieb im Vordergrund steht.— Ueber die finanziellen Ergebnisse können zur Zeit noch keine näheren Angaben gemacht werden.(I. V. nach Auflösung von 0,38 Mill. RM. Gewinnvortrag Deckung des Restverlustes von 0,59 Mill. RM. aus Reserve.) Amtliche Berliner Devisenkurse Argent(Buen Alr Belg(Br u Antw Dänem[Kopenha DanzieDanzig England[London Fankreich Paris Holland[Amsterd &u Rotterdam Italien(Rom. Mail) lucos! Bele 2aer Ber liner Börsenkurse vom 3. Dezember 1936 Chem Ind Gelsenk Cont Cautch Deimler Motoren Disch Erdel Elektr Licht u. K. Eschweiler Berg Farbenindustrie Fellen Friedrichshütte Gebhard& Co 163% 118½ 141 34 1611 136 ¼ 312 212 3 12. 212 104 120 142“ 155% 77 168 130 137% Ges t. el. Untero Gödbardt Gebr. Goldschmidt Harpene: Berg Hoesch Kali Aschersleben Klöcknerwerke Köln Gas&u. Elekt W Krefft Kromschröder Kronprinz Meta! Köppersbusch Lahmever Mannesmann Mansfelder Masch Unternehm Mülheimer Berg Phöniz Berzbau Rhein Braunkohlen Rhein Elektr. Rhein Spiegel Rheinstahl R E W Rhein-Westt Kalk Rodderdrube Saledetfurth Schwelmer Eisen Siemene& Halske Stolberder Zink Stollwerch Westd Kaufhaf Ver Dtsch Nicket Ver Glansstoft Ver Stahlwerke Wersleiner Cruben Wasserw. Celsenk 142 ¼ 127 149 116 34°3 122 73½ 3 8 135 116¾ 132 130 221 130 147 137½ 188 197% 111. 59¼ 64% 120 86 ½ 166% 144 127 1501 117⅝ 123½ 74½ 108 136.— 118 153 132. 221 12.% 148 ½ 138 V 198 93 3 112% 61• 163 121¾ 66. Westeregelr West-Draht Ham Westlälische Landesbankanl.: 4½% Feingold 25 4½% dito 26 4½ ¾5 dto 27 R 4½% dto Komm 2 u. 3 4½% dto Komm 4 4½% dto Gold 1 und 2 Westl. Provinz.Auslosung Festverzinsliche Werte: Komm 1 Steuer-Durehschalttskur: 133 95 9. 95 ¼ 941. 94 93¼ 96½. 118% 97% 97 9 97 ½ 97 ½ 971. 98 95 93 95. 95 97 35 10 132% 138— 73 1 95 ½ 948 94— 9419 96 2 119.— 97% 97½ 97½ 97½ 97½ 98.— 95.— 95.— 95.— 95.— 97.— 93.— 109.9 —+ bedeutet ohne Angebot und Nachtrage Dreilausend Schüler basteln um die Wette Der Regutalde uls Maschinlengeweise Zehnjährige als Tank- und Flugzeugkonstrukteure Die Reichsausstellung „Volksgemeinschaft— Wehrgemeinschaft“. Durch den Reichswalter des Nationalsozialistischen Lehrerbundes, Gauleiter Wächtler, wurde in der Berliner Stadthalle eine Reichsausstellung„Volksgemeinschaft— Wehrgemeinschaft" feierlich eröffnet. Ein großes Preisausschreiben mit entsprechenden Hinweisen in einer weitverbreiteten Schülerzeitung hat die Jungens und Mädels im ganzen Reich auf den Plan gerufen, sich durch Schrift, Bild oder Modell zu dem Gedanken „Volksgemeinschaft— Wehrgemeinschaft“ zu bekennen. Den Siegern winken, außer einem achttägigen Freiaufenthalt in Bayreuth und einem sechstägigen für ein halbes Dutzend Jungen in Wilhelmshaven, Barpreise in Höhe von 850 RM., sowie Freiflüge mit dem Zeppelin und Flugzeugen, HI.=Ausrüstungen und noch viele andere schöne Dinge. Unter diesen Umständen war es kein Wunder, daß die Jugend mit Feuereifer an die Arbeit ging. Nicht weniger als dreitausend Plakate, Bilder, Plastiken und Basteleien wurden geschaffen, von denen etwa zwei Drittel in der Ausstellung vereinigt werden konnten. Sie offenbaren eine geradezu erstaunliche Gedankenfülle und Erfindungsgabe, an denen sich mancher Erwachsene ein Beispiel nehmen könnte. Die Skagerrak=Schlacht im Modell Wohl den Vogel abgeschossen hat in dieser Hinsicht ein vierzehnjähriger Schüler aus Reichenbach, der auf dem elterlichen Dachboden einen alten Regulator aufstöberte und daraus ein— regelrechtes Maschinengewehr zusammensetzte. Als Vorbild dienten ihm hierbei die Abbildungen russischer und französischer Maschinengewehre in einem Buch. Das Uhrwerk des Regulators wirkt jetzt als Antriebsmechanismus für das„Maschinengewehr", das nach zwölfmaligem Umdrehen des Uhrwerkschlüssels sogar richtiggehend zu„schießen" vermag. Laut und deutlich hämmert sein„Tak=Tak" durch die Ausstellung, so daß sich der alte Frontsoldat unwillkürlich veranlaßt fühlt,„in Deckung“ zu gehen. Nicht minder anerkennenswert sind die originalgetreuen Modelle des deutschen Torpedobootzerstörers„Iltis“ und des Flaggschiffs Relsons, S. M. S.„Victory“, das in der Schlacht bei Trafalgar im Jahre 1805 dem englischen Admiral zur Todesstätte wurde. Die Stelle auf der Brücke, wo Nelson von der tödlichen Kugel getroffen wurde, ist durch ein kleines Schild gekennzeichnet. An dem 4,67 Meter langen Modell des„Iltis“, das mit einem 2,5=PS.=Motor ausgerüstet ist und damit eine Stundengeschwindigkeit von fünfzehn Kilometer zu erreichen vermag, haben die Jungen der Modellbauschule Potsdam allein ein halbes Jahr gearbeitet. In einem gemeinsamen Wasserbassin schwimmen die beiden Schiffe, in deren Konstruktion ein Zeitabstand von einem ganzen Jahrhundert übersprungen ist. Sogar die rückhaltlose Bewunderung und Anerkennung der Admiralität gefunden hat ein umfangreiches Modell, das die Skagerrak=Schlacht darstellt. Eine ganze Hamburger Schulklasse hat monatelang an dem Werk gearbeitet. Jeder Kreuzer, jedes Torpedoboot und jedes Schiff nimmt hierbei den Platz ein, den es in dem größten Seetreffen aller Zeiten tatsächlich inne hatte. Beinahe patentreife technische Verbesserungen Auch das im Verhältnis:20 auf der Werft im Bau gezeigte Schulschiff„Gorch Fock“ stellt eine großartige marinetechnische Leistung dar. Der Stellungskrieg zu Lande wird durch ein von mit zahlreichen Soldaten besetztes Gewirr von Schützengräben veranschaulicht, über dem Kampfeindecker dem Feind entgegenfliegen. Gut ausgebaute Artilleriestellungen und die drohenden Schlünde der hervorragend gebastelten Minenwerfer vervollständigen den kriegerischen Eindruck. Sogar ein Holzmodell der aus dem Weltkrieg bekannten„Dicken Berta" und ein vollständig eingerichteter Luftschutzkeller fehlen nicht in der einzigartigen Schau. In zahllosen Aufsätzen, Zeichnungen und Plakaten kommt der Wehrgedanke nicht minder sinnfällig zum Ausdruck. Der Grabenkampf ist darauf in allen Einzelheiten dargestellt, Fliegerbomben schlagen in brennende Häuser ein, und vielfach werden sogar beinahe patentreife Verbesserungen an Tanks, Flugzeugen und Schiffsgeschützen vorgeschlagen. Ein Junge hat einen Fesselballon, ein anderer eine Benzinpistole und ein dritter sogar ein neues Stratosphärenflugzeug konstruiert. Daß die Wehrhaftigkeit nicht erst eine Errungenschaft der Neuzeit ist, beweisen die Donnerkeile, Pfeilspitzen und Streitäxte, wie man sie in alten Gräben gefunden hat. Sie alle wurden von jugendlicher Hand originalgetreu nachgebildet. Sogar eine mittelalterliche Befestigungsanlage, auf die von Bleisoldaten mit Belagerungsmaschinen ein„Sturmangriff" versucht wird, ist vorhanden. benswahrheit entgegen. Die verschiedensten Unterbringungsmöglichkeiten von Babys samt Kinderwagen und Schnuller im Luftschutzraum sind Gegenstand eingehender Betrachtungen. In vielen Plastiken und Bildern wird der Soldat als Schützer der Volksgemeinschaft und des friedlichen Aufbaues gefeiert. Da sieht man einen Krieger, der, ein Symbol der wiedererrungenen Wehrfreiheit, ein Schwert aus der Erde zieht, einen anderen, der seinen Schild schützend über Schmied, Gelehrten und Bauern hält, und eine Frau, die mit ihrem Kind im Arm im Schatten einer mächtigen Kanone ruht, während im Hintergrund aus einem Stacheldrahtverhau die Flammen des Krieges auflodern. Und ein besonders aufgeweckter Junge hat gar in zwei Bildern einen gutgewählten Vergleich zwischen der natürlichen Tarnung der Tiere und der künstlichen der Menschen im Kriegsfalle gezogen. Babys im Luftschutzkeller Der„Alte Fritz" tritt dem Ausstellungsbesucher als Plastilinfigur von verblüffender LeDie toten Alimente Der in Newyork lebende polnische Einwanderer Frank Pieczarka war seit Jahren geschieden. Da er als schuldiger Teil geschieden worden war, mußte er seiner Frau tüchtig Alimente zahlen. Das ist ihm aber in der letzten Zeit zu dumm geworden und so beschloß er, sich totzustellen. Das heißt, er veröffentlichte in allen großen Newyorker Blättern seine eigene Todesanzeige mit der Mitteilung, daß er im Krankenhaus gestorben sei, und vergaß auch nicht einen rührenden Nachruf. Frau Pieczarka las diese Todesanzeige. Aber irgendwie traute sie dem Frieden nicht. Die Sache kam ihr jedenfalls verdächtig vor, und so beauftragte sie die Polizei, trotz allem Nachforschungen anzustellen. Nach einigen Wochen war Frank Pieczarka aufgestöbert. Er wurde verhaftet. Aber der Richter war milde mit ihm und ließ ihn laufen, allerdings erst, nachdem Mr. Pieczarka einen heiligen Eid geleistet hatte, daß er die Alimente an seine Frau weiter zahlen werde, und zwar pünktlicher als bisher. Sachseus größte Reichsautobahnbrücke Die neue Reichsautobahnbrücke, die bei Nossen in einer Höhe von 70 Meter überspannt. Der stählerne Ueberbau hat eine Gesamtlänge von 403 Meter. die Freiburger Mulde (Weltbild—.) Wirtschafterin als Alleinerbin Das Testament war von A bis 3 gesälscht Eine häßliche Fälscheraffäre beschäftigte die 8. Große Strafkammer des Landgerichts Berlin, vor der sich die 59 Jahre alte Christine Blümel und der 29jährige August Sch. verantworten mußten. Seltsam sind oft die Wege. die zwei alte Menschen zusammenführen. Als der Witwer Z. im vergangenen Jahre eines Tages auf dem Friedhof das Grab seiner Frau besuchte, kam er mit der Angeklagten ins Gespräch, die für einen ihrer Bekannten den Nachbarhügel pflegte. Daraus entwickelte sich eine Freundschaft und bald zog Frau B. als Wirtschafterin zu dem Witwer. Nach einem halben Jahr erkrankte Z. aber plötzlich und mußte ins Krankenhaus gebracht werden, wo er an einer schweren Zukkerkrankheit langsam dahinsiechte. Als täglich mit dem Ableben des Mannes. der meist ohne Bewußtsein lag. gerechnet werden mußte, erklärte die Angeklagte den Angehörigen des Schwerkranken, daß sie über das ganze Vermögen ihres Pfleglings als Universalerbin eingesetzt sei. Man hielt diese Behauptung aber für leeres Gerede und nahm die Worte nicht weiter ernst. Erst die zweite Fälschung entsprach den Bestimmungen Frau B. wollte einem Rechtsanwalt eines Tages ein Testament des Z. zur Aufbewahrung übergeben. dessen Inhalt aber nicht den gesetzlichen Vorschriften entsprach und deshalb zurückgewiesen wurde. Kurz nach dem Tode des Mannes erschien die Angeklagte erneut bei dem Anwalt und legte abermals ein Testament vor, das richtig abgefaßt war und unanfechtbar schien. Danach hatte der Verstorbene in seinem letzten Willen nicht nur sein gesamtes Barvermögen, das über 5000 Mark Bargeld betrug. sondern auch erhebliche Sachwerte seiner Wirtschafterin vermacht. Dieses Testament wurde zusammen mit einer eidesstattlichen Versicherung der Angeklagten, daß sie in seinem eigenhändigen Testament als alleinige Erbin eingesetzt sei. dem Nachlaßgericht übergeben. Bei der Testamentseröffnung waren die Verwandten wie vor den Kopf geschlagen. als verlesen wurde, daß der Verstorbene seiner Wirtschafterin. die er knapp ein halbes Jahr gekannt hatte, sein gesamtes Vermögen hinterlassen hatte. Doch die Angelegenheit nahm eine überraschende Wendung, denn das Testament stellke sich als von A bis 3 gefälscht heraus. Frau B. hatte nämlich den im gleichen Hause wohnenden Mitangeklagten Sch. als gefügiges Werkzeug benutzt und ihn gegen Belohnung von einigen 100 Mark dazu überredet nach ihrem Diktat ein Testament abzufassen und unter die Urkunde den Namenszug des Verstorbenen zu setzen. Das Sparguthaben sofort abgehoben War es nun Habgier oder Angst, daß die Verwandten das Sparguthaben des Verstorbenen sverren lassen könnten, jedenfalls hob die Angeklagte annähernd 5000 Mark ab und brachte das Geld in Sicherheit. In der Gerichtsverhandlung war der Mitangeklagte Sch. in vollem Umfange geständig. Frau B. versuchte dagegen immer wieder. die Angelegenheit zu verschleiern. Leider konnte ihr die Behauptung nicht widerlegt werden, daß sie das Geld im Einverständnis mit dem damals Schwerkranken abgehoben hatte, so daß in diesem Punkte Freispruch mangels Beweises erfolgen mußte. Für die Testamentsfälschung und die Abgabe der falschen eidesstattlichen Versicherung hatte der Staatsanwalt gegen Frau B. zwei Jahre sechs Monate Zuchthaus und fünf Jahre Ehrverlust beantragt. Das Gericht hielt jedoch ein Jahr sechs Monate Gefängnis für die bisher unbescholtene Angeklagte als ausreichende Sühne. Ihr Helfershelfer kam mit acht Monaten Gefängnis davon. Böser Blick und blonde Locke Seltsame Abenteuer am Rande der großen Welt— Hypnose vor dem Bankschalter— 100 000 Dollar für ein Seidenhaar. Auf der Alm, da gibt's ka Sünd'... Aber dieses Sprüchlein gilt nicht nur für die Alm. Ueberall dort, wo arbeitsame Menschen ihrem stillen Tagewerk nachgehen, in selbstverständlicher, altüberkommener Uebereinstimmung mit sich und der Natur, auf dieser festgegründeten Erde können die Sumpfpflanzen nicht gedeihen, die draußen in der sogenannten großen Welt, an den internationalen Tummelplätzen ihr Wesen treiben. Da müssen die Männer, mögen sie nun den eigenen oder fremden Besitz zu verteidigen haben, höllisch auf dem Posten sein. Vor allem die Männer, die an den Schaltern der Banken einem schweren und gefährlichen Beruf nachgehen. Das Deutschland von heute allerdings— das ist ein heißer Boden für die Glücksritter, die es auf die Tasche des lieben Nächsten abgesehen haben. Manche von ihnen mögen mit Wehmut an die Tage der Inflation zurückdenken, da man in Berlin, in Köln, in Frankfurt die deutschen Banken so herrlich übers Ohr hauen konnte und da im Vorraum der Schalter nur noch selten ein ausgesprochen deutscher Männerkopf anzutreffen war. Und so ist es denn kein Wunder, wenn die großen Spitzbübereien der Gegenwart fast ausschließlich dort vorkommen, wo sich der internationale Handel zusammenballt oder wo die Geldfürsten dieser Welt auf ihren prallen Säcken ausruhen. Wenn diesen Zeitgenossen das Mißgeschick widerfährt, einmal von einem gerissenen Spitzbuben„hochgenommen“ zu werden, dann fällt es dem unbefangenen Beobachter einigermaßen schwer, neben dem weinenden, das lachende Auge zu verbergen... Vor kurzem haben die Banken an der schönen Riviera beim Geldwechsel böse Erfahrungen machen müssen. Kam da eines Tages ein dunkelhäutiger Hindu in die Halle eines Bankgeschäfts, warf ein ansehnliches Bündel von Geldscheinen auf den Tisch und bat, ihm dafür Noten höheren Wertes auszuhändigen. Er nannte auch den Gesamtbetrag. Als aber der Schalterbeamte nachzählte, fand er, daß es hundert Franken mehr waren. Er sagte es dem Hindu, und der zeigte sich über diese Ehrlichkeit dermaßen gerührt, daß er sich erbot, dem Geldmanne völlig umsonst die Handlinien zu deuten. Das geschah. Aber dann senkten sich die dunklen Augen des Asiaten mit unwiderstehlicher Gewalt in das Innere des Kassenbeamten, der allen seinen Willen dahinschmelzen fühlte, als sei es Wachs unter heißer indischer Sonne. „Erst einige Minuten später, als der Fremde bereits gegangen war“, so berichtete der Kassierer kurze Zeit darauf,„erinnerte ich mich, daß ich ihm Geld gegeben hatte. Viel, viel mehr, als ich ihm hätte geben dürfen. Der dämonische Gauner hatte mich hypnotisiert...“ Aehnlich erging es dem Kassierer eines Hotels in Cannes. Unter dem Blick des Inders gab der Franzose die achtzig Franken her, die im Geldschrank lagen. Mehr hatte er nicht. Aber der Kassierer eines Reisebüros war leistungsfähig. Unter dem zwingenden Blick des Magiers rückte er 4000 Franken heraus.„Ich konnte seinen Augen nicht widerstehen“, so berichtete der Geprellte später der Polizei, die sich alsbald an die Fersen des dunkelhäutigen Gauners heftete. leider ohne Erfolg... Er hatte mehr Glück als die schön Rose Peixolto, die vier Monate in den englischen Seehäfen großartige Beute gemacht hat, bis sie endlich den Häschern ins Garn ging. Sie„arbeitete“ ebenfalls mit den Augen, allerdings auf etwas andere Weise. Sie suchte die Schalterräume der Banken in stilleren Geschäftsstunden auf. Dann bat sie, man möge ihr doch einige TausendDollar=Noten in kleinere Scheine umwandeln. Die Beamten, die den verführerischen Blicken der Frau einstweilen noch standhielten, verlangten dann den Paß und notierten den Namen: Rose Peixolto. Und neben dem Namen lag an einem Seidenfaden eine Locke der schönen Fremden. Natürlich reichte man ihr alles mit bestem Dank zurück. Aber dann lächelte Rose den Mann am Schalter an und legte ihm die Locke mit verheißungsvollem Augenaufschlag wieder auf den Platz. Worauf sie die erbetenen Noten bekam. Sie hat insgesamt nicht weniger als 60000 Pfund Sterling auf diese Weise einheimsen können. Die Dollarnoten, die für dafür gab, waren sämtlich— gefälscht. Und an allem trug die Locke die Schuld. Nicht nur die Locke, die in dem Paß gelegen hatte, sondern ebensosehr die Locke, die bei der Fälschung der Geldscheine verwandt worden war. Auch sie stammte vom Haupte der schönen Rose. Die Fälscher hatten sie benutzt, um das Papier recht naturgetreu herzustellen. Das war kein leichtes Stück Arbeit gewesen. Das feine Seidenhaar, das von der amerikanischen Notenbank in das Papier eingewebt wird, galt bislang immer als ein untrügliches Kennzeichen für die Echtheit des Scheines. Niemand hatte geglaubt, daß dieses Merkmal gefälscht werden könnte. Aber nicht alle Bankkassierer lassen sich so schnell durch ein Paar feuriger Augen und eine blonde Locke in Verwirrung bringen. Und so geriet die schöne Rose Peixolto eines Tages an einen Mann, der den Schwindel rechtzeitig merkte und die Polizei holte. Da wird die verbrecherische Frau also hinter den Gittern von Portsmouth Muße haben, sich zu der Erkenntnis durchzuringen: Auch die Waffe, mit der einst Eva den Mann besiegte, nutzt sich eines Tages ab. Wenzel Ortlepp Wassertorbball in Amerika In Amerika hat man wieder einen neuen Sport entdeckt. Das Basketspiel, das man bisher nur auf dem Lande spielte, wurde jetzt in der gleichen Form auch im Wasser vorgeführt. Um dieses Spiel populär zu machen, photographierte man zu Anfang nette Girlmannschaften, die das Spiel vorführen mußten. Es wird wahrscheinlich weniger sportlich gewesen sein, dafür ist es aber auch netter anzusehen.(Scherl—.) Kreuepflicht gegen=Reich und Volk derichl 39 Reichsangehörigen die deutsche Staatsangehörigkeit aberkannt Berlin, 3. Dez. Auf Grund des§ 2 des Gesetzes über den Widerruf von Einbürgerungen und die Aberkennung der deutschen-Staatsangehörigkeit vom 14. 7. 1933(Reichsgesetzblatt 1 Seite 480) erklärt der Reichsinnenminister im Einvernehmen mit dem Reichsminister des Auswärtigen folgende Reichsangehörige der deutschen Staatsangehörigkeit für verlustig, weil sie durch ein Verhalten, das gegen die Pflicht zur Treue gegen Reich und Volk verstößt, die deutschen Belange geschädigt haben: 1. Baumann. Alfons. geb. am 1. 1. 1900 in Gissigheim(Baden): 2. Beyer. Georg. geb. am 2. 10. 1884 in Breslau; 3. Braun, Matthias(Matz). geb. am 13. 8. 1892 in Neuß; 4. Bräuer. Walter, geb. am 5. 10. 1906 in Hanau: 5. Danzebrink. Heinrich Peter. geb. am 2. 1. 1899 in Prüm(Eifel): 6. Erpenbeck. Fritz. geb. am 6. 4. 1897 in Mainz; 7. Goldschmidt, Alfons. geb. am 28. 11. 1879 in Gelsenkirchen: 8. Gröhl, Karl, geb. am 10 2. 1896 in Schneidemühl: 9 Gundelfinger. Leo, geb. am 22. 5. 1901 in Regensburg: 10. Haas. Kurt. geb. am 1. 2. 1898 in Fürth: 11. Heiden. Konrad geb. am 7. 8. 1901 in München: 12. Heymann. Fritz. geb. am 28. 8. 1897 in Bocholt(Westfalen); 13. von Hildebrand, Dietrich. geb. am 12. 10. 1889 in Florenz(Italien): 14. Kiesewetter. Ernst. geb. am 30. 11. 1897 in Kolberg: 15. Kippenberger. Hans Karl. geb. am 15. 1. 1898 in Leipzig: 16. Kirschmann, Emil, geb. am 13. 11. 1888 in Oberstein(Nahe): 17. Koenen. Wilhelm. geb. am 7. 4. 1886 in Hamburg: 18. König, Heinrich, geb. am 13. 4. 1886 in Weitmar: 19. Kowal'ski. Paul. geb. am 22. 2. 1911 in Potsdam: 20. Künder. Paul Christian, geb am 17. 10. 1897 in Wandsbek: 21. Lauriolle, August Heinrich, geb. am 6. 8. 1886 in Mainz; 22. Lehnert, Gustav. geb. am 6. 7. 1896 in Gelsenkirchen: 23. Ludwig. Adolf. geb. am 27 6. 1892 in Pirmasens: 24. Machts. Hertwig. geb. am 16. 7. 1895 in Jena; 25. Mann, Thomas, geb. am 6. 6. 1875 in Lübeck; 26. Olden. Rudolf, geb. am 14. 1. 1885 in Stettin: 27. Otten. Karl. geb. am 29. 7. 1889 in Oberkrüchten: 28. Reinbold. Georg. geb am 22. 10. 1885 in Triberg (Baden): 29. Ritzel, Heinrich, geb am 10. 4. 1893 in Offenbach(Main): 30. Schnog, Karl. geb. am 14. 6. 1897 in Köln: 31. Schreiner, Karl. geb. am 8. 11. 1895 in Köln: 32. Sollmann. Wilhelm, geb. am 1. 4. 1881 in Oberlind: 33. Sprey, Jakob. geb. am 8. 4. 1904 in Düsseldorf; 34. Steinthal, Hans Gustav. geb. am 16 9. 1893 in Charlotte(Bayern): 35. Thalheimer. Siegfried. geb. am 10. 1. 1899 in Düsseldorf: 36. Thiele. Arthur Otto, geb. am 28. 4. 1896 in Dresden: 37. Vahsen. Arnold geb. am 10 1. 1902 in Harf. Kreis Bergheim: 38. Wronkow. Ludwig. geb. am 3. 12. 1900 in Berlin: 39. von Zwehl. Hans. geb. am 17. 3. 1888 in Otterndorf. Das Vermögen der vorstehend bezeichneten Personen wird beschlagnahmt. Der Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit erstreckt sich auch auf eine große Zahl von Fami lienangehörigen der Betroffenen. Die Entscheidung darüber, inwieweit der Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit sonst noch auf Familienangehörige zu erstrecken ist, bleibt vorbehalten. Georg Bener(Markivicz) jüdischer Redafteur. war bis zur Machtübernahme an der sozialdemakratischen„Rheinischen Zeitung" in Köln tätig. Er flüchtete in das Ausland und beteiligte sich an der Gründung einer deutschfeindlichen Zeitung in Saarbrücken, die snstematische Greuelprovaganda gegen das Reich und seine Führung betrieb. Matthias(Matz) Brann, früher Volksschullehrer, Fraktionsführer der SPD. in der Stadtverordnetenversammlung Neuß und Redakteur der berüchtigten marristischen Tageszeitung„Der Freie Sprecher“. Wegen seiner radikalen politischen Einstellung verließ er Deutschland und begab sich in das Saaraebiet, wo er eine unrühmliche volitische Rolle spielte. Nach der Abstimmung flüchtete er nach Frankreich und entfaltete dort eine planmäßige Hetze gegen das Reich. Ende 1935 gründete er eine Korrespondenz. deren alleiniges Ziel darin bestand, den ernsten Aufbauwillen des Reiches zu verdächtigen. In unzähligen Aufrufen. Versammlungsreden und Zeitungsartikeln, die von der Emigrantenpresse bereitwillig übernommen wurden. gab er seinem blinden Haß gegen den deutschen Wiederaufstieg Ausdruck. Alfons Goldschmidt. Jude, ehemaliger Dozent in Leipzig. führendes Mitglied zahlreicher internationaler kommunistischer Vereinigungen. Nach seiner Emigration hielt er in zahlreichen Städten Amerikas meist in jüdischen Klubs betzerische Vorträge, in denen er durch grobe Lügen über die innerdeutschen Verhältnisse Stimmung gegen das Reich zu machen suchte. 16..: ScHestmr mir.n. Leo Gundelfinger, judischer Redakteur war früher an der marxistischen Zeitung„Rheinische Warte“ in Koblenz tätig. die eine gemeine Hetze gegen die nationalsozialistische Bewegung entfaltete. Nach vorübergehendem Aufenthalt im Saargebiet flüchtete er nach Frankreich. In Wort und Schrift richtete er gehässige Angriffe gegen Deutschland. Fritz Heymann, Jakob Spren und Siegfried Thalheimer, drei jüdische Zeitungsunternehmer, die früher den„Düsseldorfer Lokalanzeiger“ betrieben Nach dem Umschwung flüchteten sie ins Ausland, wo sie enge Verbindung mit jüdischen Emigrantenorganisationen in Paris aufnahmen und sich in staatsfeindlichem Sinne betätigten. Dietrich v. Hildebrand, ehemaliger außerordentlicher Professor für Philosophie in München. Seit 1934 hält er sich in Oesterreich auf und beteiligte sich an der Gründung der katholischen Zeitung„Der christliche Ständestaat“, in der er die niedrigsten Anwürfe gegen das Reich und seine Führung veröfentlichte,...amasianr P. 9 Emil Kirschmann, ehemaliger Reoarteur der „Rheinischen Zeitung“ und hoher Ministerialbeam= ter der Revublik, war bis zur Machtübernahme führendes Mitglied der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion. Er flüchtete unter Mitnahme eines großen Teiles des ehemaligen SPD=Vermögens ins Ausland. Gemeinsam mit anderen Emigranten gibt er eine Hetzschrift heraus, in der er in gehässigster Weise Propaganda gegen das Reich treibt. Wilhelm Koenen, ehemaliger kommunistischer Reichstagsabgeordneter. Nach dem Umschwung flüchtete er nach Paris. wo er im Sinne der kommunistischen Umsturzpläne tätig ist. Er spielt insbesondere in internationalen Organisationen zur Bekämpfung des Faschismus eine Rolle und versucht in letzter Zeit durch seine publizistische Tätigkeit, den politischen Katholizismus für eine„antifaschistische Volksfront“ zu interessieren. An der mißlungenen Boykottbewegung gegen die Abhaltung der Olympischen Spiele in Deutschland hat er sich an maßgebender Stelle beteiligt. Heinrich König, marxistischer Funktionär, der sich aktiv an Gewalttätigkeiten im politischen Kampf beteiligte. Thomas Mann, Schriftsteller, früher in München wohnhaft. Nach dem Umschwung kehrte er nicht wieder nach Deutschland zurück, und begründete mit seiner Ehefrau, die einer jüdischen Familie entstammt, seinen Wohnsitz in der Schweiz. Wiederholt beteiligte er sich an Kundgebungen internationaler, meist unter jüdischem Einfluß stehender Verbände, deren feindselige Einstellung gegenüber Deutschland allgemein bekannt war. Seine Kundgebungen hat er in letzter Zeit offen mit staatsfeindlichen Angriffen gegen das Reich verbunden. Anläßlich einer Diskussion in einer bekannten Züricher Zeitung über die Bewertung der Emigrantenliteratur stellte er sich eindeutig auf die Seite der staatsfeindlichen Emigranten und richtete öffentlich gegen das Reich die schwersten Beleidigungen, die auch in der Auslandsvresse auf starken Widerspruch stießen. Sein Bruder Heinrich Mann, sein Sohn Klaus und seine Tochter Erika Mann sind bereits.vor längerer Zeit wegen ihres unwürdigen Auftretens im Auslande der deutschen klärt worden. Staatsangehörigkeit für verlustig erWilhelm Sollmann, marristische Parteigröße des Novembersystems. Seit 1920 gehörte er der ehemaligen SPD.=Fraktion an und war während des Kabinetts Stresemann Reichsminister des Innern. Im Ausland betätigte er sich als Verfasser zahlreicher gegen das Reich gerichteter Artikel. Heinrich Ritzel, ehemaliger Oberregierungsrat. Hans Gustav Steinthal, ehemaliger Studienrat. Heinrich Peter Danzebrink, ehemaliger Regierungsrat. Hertwig Machts, ehemaliger Kriminalkommissar. Gustav Lehnert, ehemaliger Kriminalassistent. Paul Kowalski, ehemaliger Polizeiwachtmeister. Alfons Baumann, ehemalig. Polizeiwachtmeister. August Heinrich Lauriolle, ehemaliger Polizeiverwaltungssekretär. Ehemalige deutsche Beamte, die nach der Machtübernahme wegen ihrer bisherigen politischen Betätigung aus dem Staatsdienst entlassen wurden. Sie begaben sich vorübergehend ins Saargebiet, wo es ihnen gelang, eine Anstellung durch die Regierungskommission des Saarlandes zu erhalten. Nachdem die Abstimmung nicht das von ihnen erstrebte Ergebnis hatte, flüchteten sie in das Ausland und setzten dort in offener und versteckter Form ihr landes= und hochverräterisches Treiben gegen Deutschland fort. Die meisten von ihnen beteiligten sich in Frankreich an internationalen marxistischen Kampforganisationen, deren Bestrebungen gegen den Bestand des Reiches und seiner Regierungsform gerichtet waren. Hierbei zeichnete sich besonders Lehnert aus, der eine führende Stelle einnahm. Die Ausbürgerung der Saaremigranten ist wegen ihrer deutschfeindlichen Betätigung nach Beendigung der Verwaltung des Saarlandes durch den Völkerbund erfolgt; im übrigen handelt es sich um Personen, die weder abstimmungsberechtigt waren noch unter den Schutz des sogenannten römischen Abkommens vom 2. und 3. Dezember 1934 fallen. Imn Jeichen der Aichleinnnischung! Innerhalb von zwei Wochen passierten 12 sowjetrussische Frachtdampfer mit Kriegsmaterial die Dardanellen Istanbul, 3. Dez. In der Zeit vom 18. Nov. bis 3. Dezember haben 12 sowjetrussische Frachtdampfer die Meerengen in der Richtung nach dem Mittelmeer durchfahren. Den gleichen Weg haben drei spanische Dampfer und ein Dampfer unter mexikanischer Flagge genommen, die ebenfalls aus sowjetrussischen Häfen kamen und für Spanien bestimmt waren. Im Zeitraum vom 22. November bis zum 3. Dezember sind acht sowjetrussische Dampfer leer aus spanischen Häfen nach Sowjetrußland zurückgefahren. Die Uebernahme der für Spanien bestimmten Ladungen erfolgte in den Häsen von Noworossisk, Batum, Odessa und Mariapol. Der Schiffsverkehr zwischen Sowjetrußland und Spanien hält in unverminderter Stärke an. Zu den im Ausland verbreiteten Meldungen, wonach sowjetrussische Kriegsschiffe die Meerengen durchfahren haben sollen, erklären türkische Stellen, daß von Sowjetrußland bisher keinerlei Ankündigung über eine beabsichtigte Durchfahrt erfolgt sei. Eine solche Ankündigung ist aber nach dem Wortlaut des Meerengenabkommens erforderlich und muß acht Tage vor der Durchfahrt erfolgen.-Boote der Uferstaaten des Schwarzen Meeres dürfen dieses Meer nur verlassen, wenn sie Werften und Docks in anderen Meeren aufsuchen müssen, und müssen die Durchfahrt bei Tage vornehmen. Rote Mörder 51 nationale Spanier in Alicante erschossen Paris, 3. Dez. Nach aus Sevilla vorliegenden Meldungen haben die Roten in Alicante trotz der Eingaben der konsularischen Vertreter 51 nationale Spanier, die als Geiseln festgehalten worden waren, erschossen. Wie es heißt, soll diese furchtbare Bluttat als Vergeltungsmaßnahme für die Bombardierung der Stadt durch nationalistische Flieger verübt worden sein. Der Bürgermeister von Alicante habe angeblich erklärt, daß er den Forderungen der anarchistischen Elemente nicht mehr länger habe Widerstand leisten können. Krach in der Sowjet=Botschaft in Paris dub. Paris, 3. Dez. Am Donnerstagnachmittag kam es im Hof der sowjetrussischen Botschaft in Paris zu einer lärmenden Kundgebung. 10 Sowjetrussen, darunter zwei Frauen, die man nicht in der Botschaft empfangen wollte, stießen Protestrufe im Hofe der Botschaft aus. Es mußte Polizei herbeigerufen werden, der es gelang, die Kundgeber aus dem Botschaftsgebäude zu entfernen. Verankerung eines großen Werkes Berlin, 3. Dez. Regierungsrat Dr. Peter Gast vom Reichsministerium für Volksaufklärung und Provaganda sprach vor Vertretern der Presse über das neue Gesetz über das Winterhilfswerk des deutschen Volkes. Er führte u. a. aus: Das Gesetz bedeutet nur den Abschluß einer organischen Entwicklung von mehr als drei Jahren Dauer, es bedeutet die endgültige Stabilisierung eines natürlichen Zustandes. Das Winterhilfswerk hat sich im Herzen des deutschen Volkes einen Platz erobert, von dem es nicht wieder zu verdrängen ist. Es steht organisatorisch fertig da. und damit ist der Augenblick gekommen, um es auch rechtlich in die Form zu bringen, die ihm nach seiner tatsächlichen Stellung zukommt. Das neue Gesetz will dem Winterhilfswerk diese Rechtsstellung geben; es trägt so dazu bei, das Winterhilfswerk dem deutschen Volke in der jetzigen Form für alle Zeiten zu erhalten. Durch das Gesetz wird dem großen Hilfswerk, auf das das deutsche Volk stolz ist und um das uns das Ausland beneidet, der Platz im Staate zugewiesen, der ihm zukommt. Das Winterbilfswerk des deutschen Volkes wird jetzt und in aller Zukunft für den Kampf gegen Hunger und Kälte eingesetzt werden können; es wird aber über diese unmittelbare Aufgabe hinaus auch weiterhin dem hohen Ziel dienen, das Zusammengehörigkeitsgefühl des deutschen Volkes zu stärken und damit den Sinn für den wahren Sozialismus der Tat zu wecken. Symbolisch für dieses Gefühl der unbedingten Schicksalsverbundenheit aller Deutschen ist der Tag der nationalen Solidarität, den wir am kommenden Sonntag begehen. Es mag als glückhaftes Zeichen gedeutet werden, daß die erste große Straßensammlung des Winterhilfswerkes, die nach dem Erlaß des Gesetzes stattfindet, gerade auf diesen Tag fällt. Einsatz der 53. zur Sammlung von Bucheckern und Eicheln Auf Befehl des Reichsjugendführers ist am Samstag und Sonntag, 5. und 6. Dezember, ein Generaleinsatz der H3. und ihrer Gliederungen zur Sammlung von Bucheckern und Eicheln. Am Samstag, dem Staatsjugendtag, sammeln das Jungvolk und die Jungmädel, am Sonntag, 6. Dezember, die HJ. und der B9M. Die Einheiten der H3. im Gebiet Westfalen werden sich auch diesmal für die im Rahmen des Vierjahresplanes stattfindende Sammlung tatkräftig für Deutschlands Unabhängigkeit einsetzen. Gemeinden und Vierjahresplan Reichsleiter Fiehler ruft zur Mitarbeit auf München, 3. Dez. Am 3. Dezember begann in München die Reichsarbeitstagung des Hauptamtes und der Gauämter für Kommunalpolitik. Im Mittelpunkt der Tagung stand eine große Rede des Münchener Oberbürgermeisters, Reichsleiter Fiehler, über den Einsatz der deutschen Gemeinden und Gemeindeverbände im zweiten Vierjahresplan. Die Aufgaben im neuen Vierjahresplan, so sagte der Redner u.., erwüchsen den Gemeinden einmal aus der umfangreichen wirtschaftlichen Betätigung in ihren Betrieben und Anstalten sowie den von diesen Stellen zu vergebenden Arbeiten und Lieferungen, zum anderen aus ihren sonstigen wirtschaftspolitischen Aufgaben mit ihren zahllosen Möglichkeiten zur Mitarbeit im Rahmen des Vierjahresplanes. Hinsichtlich der Energiewirtschaft müßten die Gemeinden ihre Werke auf den höchsten Leistungsstand bringen und sich mit allen Kräften bemühen, ihre Werkstarife weitestgehend den Erfordernissen des Vierjahresplanes anzupassen. Beim Betrieb der Gaswerke, bei der Ausnutzung der Abwässer, bei der Beteiligung an der landwirtschaftlichen Erzeugung, bei der gemeindlichen Müllverwertung, bei der Erfassung von Hotelabfällen, bei der Aktion„Kampf dem Verderb“ usw. hätten die Gemeinden vielfach praktische Möglichkeiten in Höhe des Vierjahresplanes. Von ganz besonderer Bedeutung seien sie als Großverbraucher von Bau=, Werk= und Treibstoffen, Textilien, Fetten, Oelen, Nahrungsmitteln und Rohstoffen aller Art sowie an Fertigfabrikaten. Es sei ein selbstverständliches Gebot, nur den tatsächlichen Bedarf zu decken und darüber hinaus in jedem Falle zu prüfen, ob der angeforderte Bedarf der Leistungsfähigkeit der deutschen Rohstoffwirtschaft und der Devisenlage angepaßt sei. Ein großes und teilweise völlig neues Arbeitsgebiet sei nunmehr in den Gemeinden zu bewältigen. Dabei sei, es selbstverständlich, daß die sonstigen Gemeindeaufgaben nicht vernachlässigt werden dürfen, so die Förderung der Volksgesundheit, die Erziehung unserer Jugend, die weitere Sanierung der Gemeindefinanzen und die weitere Belebung der örtlichen Wirtschaft. NRR M POAR K So sieht Moskau den nationalen Befreiungskampf in Spanien In vielen Theatern Moskaus und Leningrads wird gegenwärtig ein Stück des Sowjetdramatikers Afinogenow aufgeführt, das den Bürgerkrieg in Spanien behandelt. Unser Bild zeigt eine Szene aus diesem Stück, in dem die Truppen der nationalen Regierung hinter einem lebenden Schutzwall spanischer Frauen kämpfen, eine Taktik, die gerade von den roten Horden angewandt wird. Ein typisches Beispiel für die Verdrehung von Tatsachen durch die roten Machthaber(Associated Preß Taifun über den Philippinen Newyork, 3. Dez. Wie aus Manila gemeldet wird, wurden mehrere Provinzen der Philippinen erneut von einem schweren Taifun heimgesucht. Große Ueberschwemmungen richteten großen Schaden an. Auch ein großer Teil der Ernte wurde vernichtet. Mehrere Fischerboote wurden vom Taifun auf offener See überrascht. Bisher steht fest, daß ein Fischer ertrunken ist, während 12 weitere vermißt werden. Schmeling reist nach UsA. Max Schmeling tritt am Freitag von Bremerhaven aus die Reise nach Newyork an, um dort die Angelegenheit seines Weltmeisterschaftskampfes mit James Braddock persönlich zu regeln, nachdem die Kreise um den Weltmeister immer wieder versuchen, den Titelkampf zu umgehen. Schmeling will am 11. Dezember der Sitzung der Boxkommission beiwohnen und bei dieser Gelegenheit gleich den Vertrag für den Kampf im Juni abschließen, nachdem er sich von seinem bisherigen amerikanischen Interessenvertreter getrennt hat. Zur Aufhebung der Versailler Bestimmungen über die deutschen Ströme Berlin, 3 Dez. Auf die Mitteilung der Reichsregierung vom 14. November 1936 von ihrem Entschluß, die Versailler Bestimmungen über die deutschen Ströme als für sie nicht mehr verbindlich zu betrachten, haben einige der unterrichteten Regierungen Antworten erteilt In diesen nehmen sie in verschiedener Weise zu den Ausführungen der deutschen Note Stellung. Die gewaltigen Waffentrausvorte aus Sowjetrußland für die spanischen Bolschewisten riefen in Italien wachsende Besorgnie und Entrüstung hervor. In der Presse erscheinen darüber eingehende Berichte. Zwischen dem König von England und der britischen Regierung sollen zurzeit Differenzen bestehen. Da ihre Ursachen privater Natur zu sein scheinen, verzichten wir darauf, dazu in Einzelnachrichten oder Kommentaren Stellung zu nehmen. Eine Reuter=Meldung über die Anerkennung der spanischen Nationalregierung durch Holland wird von befugter bolländischer Seite nicht bestätigt. Vol Rhen, Mosel und Saat Der Antikomintern=Zug in Köln Eröffnung der Ausstellung„Weltseind Nr. 1“ Köln. Der Antikomintern=Zug der Reichsprovagandaleitung der NSDAP. hat in Köln auf dem Heumarkt Ausstellung genommen, um mit seiner Ausstellung„Weltseind Nr. 1" die rheinische Grenzlandbevölkerung über den Bolschewismus wirkungsvoll aufzuklären. Gauprovagandaleiter Dr. Toni Winkelnkemper gab in seiner Eröffnungsansprache darüber Auskunft, warum der Nationalsozialismus den Kampf gegen den Bolschewismus ohne Unterlaß fortsetze, wenn auch Deutschland von ihm völlig gesäubert sei. Wer glaube, daß das heute nicht mehr notwendig wäre, der verkenne durchaus das Wesen des Bolschewismus, der immer wieder versuchen werde, den verlorenen Boden wieder zu gewinnen. Im Anschluß an die Eröffnungsfeier wurde zunächst der Film„Weltseind Nr. 1“ vorgeführt. der die Wühlarbeit des Bolschewismus in aller Welt mit überzeugenden Bildern nachweist. Die Teilnehmer des Festaktes besichtigten dann die in den zwölf Wagen des Antikomintern=Zuges ausgebaute Ausstellung unter dem gleichen Titel. plötzlich zu Boden und verschied nach wenigen Minuten. Sie ist einem Herzschlag erlegen. Wall, Zugbrücke und Graben Schloß Rheydt wird wieder, wie es einstmals war Rhendt. Schloß Rheydt. eine der besterhaltenen und schönsten Wasserburgen am Niederrhein, soll wieder ganz in den historischen Zustand versetzt werden. indem man zu den noch vorhandenen historischen Anlagen auch wieder den Graben um die Vorburg (der früher offenbar vorhanden war) mit der Zugbrücke herstellt. Es wurde bereits mit dem Auswersen des Wassergrabens begonnen. Im übrigen sind in grüßerem Umjange Ausbesserungsarbeiten zur Erhaltung und Festigung des Mauerwerks im Zuge der Neuanlagen begonnen worden. Zweifellos wird die alte Wasserburg nach Vollendung der Arbeiten. mit der man schon in etwa einem bis anderthalb Monaten rechnet, als einzigartiges, reizvolles Baudenkmal noch mehr gewinnen. Eine Lötlampe explodierte Zwei Telegraphenarbeiter verletzt ener in der Wohnung eines Lebensmüden Krefeld. Zwei Telegraphenarbeiter, die mit KaHarses der Kölner Altstadt belarbeiten beschäftigt waren, wurden durch die Die Bewohner eines naues der Kolner Alliav: Explosion einer Lötlampe verletzt und mußten dem hörten plötzlich laute Hilferuse aus den Wohn=,. Lan Ee aufstand emm räumen eines Mannes. Zu ihrem Entsetzen mußten sie feststellen, daß in einem Zimmer des Mannes Feuer ausgebrochen war. Die sofort herbeigerufene Feuerlöschpolizei konnte in kurzer Zeit den Brand löschen. In einem anderen Zimmer fand man den Wohnungsinhaber mit einem Strick um den Hals vor. Er konnte noch rechtzeitig befreit werden. Man vermutet, daß der Lebensmüde, der dem Krankenhause zugeführt wurde, das Feuer selbst angelegt hat. Zum letzten Male am Elterngrab Nach dem Friedhofsbesuch vom Tode überrascht Krantenhaus zugefuhrt werden. Es entstand ein Brand. der aber noch rechtzeitig von der Feuerlösch= polizei gelöscht werden konnte. Blitzschäden in der Propsteikirche Kempen. In der Nacht zum Mittwoch ging ein schweres Gewitter. begleitet von Sturm und Regenschauern. nieder, das in der Kempener Propsteikirche insofern Schaden anrichtete, als die gesamte elektrische Lichtanlage zerstört wurde, so daß die Beleuchtung der Kirche mit Kerzen bewerkstelligt werden mußte. Frechheit eines Pferdediebes Ein gesundes Pferd als Schlachttier verkauft Auf Grund der Aufschrift wurde festgestellt, daß der Wagen aus Bochum stammte. Schon kurz danach ermittelte die Polizei, daß der Wagen mit Pferd in Bochum gestohlen worden war. Daraushin wurden die Nachforschungen nach dem Pferd eingeleitet. Diese Suche hat nunmehr am Mittwoch Erfolg gehabt. Es hat sich herausgestellt, daß der Dieb des Fuhrwerke von Hemmerden aus einen Pferdemetzer in Düsseldorf telefonisch angerufen und ihm mitgeteilt hat. sein Pferd sei bei einem Unfall verletzt worden, und er wolle es daher zu Schlachtzwecken verkaufen Das Geschäft kam zustande und das Pferd wurde geschlachtet. Der Dieb erhielt dafür einen Preis von 120 RM. Das Geschirt hatte der Dieb in einer Wirtschaft in Hemmerden zurückgelassen mit der Angabe. er würde es wieder abholen. Nach einem Scherz totgefahren Godesberg. Ein Ferntransportzug aus Württemberg fuhr in der Nacht zum Dienstag um.30 Uhr. von Hagen i. W. kommend. durch Bad Godesberg. Am Stadtausgang standen zwei junge Männer. Durch ihr Benehmen— der eine blieb unentwegt auf der Fahrbahn stehen— veranlaßten sie den Wagenführer zum Anhalten. Darauf stieg der eine junge Mann auf das Trittbrett und verlangte die Papiere des Fahrers zu sehen. Er konnte aber keinen Ausweis vorzeigen, daß er dazu berechtigt gewesen wäre. Nachdem man den Unbekannten entsprechend belehrt hatte, wurde er veranlaßt, sich wieder zu entfernen. Darauf setzte der Lastzug seine Fahrt fort. Unterwegs wurde der Fahrer von einer Rheinstation aus benachrichtigt, daß er in Bad Godesberg einen Mann totgefahren habe. Er meldete sich darauf bei der Binger Polizei. Der Unfall hat sich sehr wahrscheinlich dadurch ereignet, daß der junge Mann in seiner Trunkenheit nicht so weit dachte, daß der Motorwagen noch einen Anhänger hatte. So lief er jedenfalls beim Ueberqueren der Straße zwischen Lastwagen und Anhänger, wobei er von dem Anhänger überfahren und getötet wurde. Jungweine besser als erwartet Koblenz. Von der Provinzial=Weinbaulehranstalt in Trier ist die vierte diesjährige Mitteilung über die Behandlung der Jungweine herausgegeben worden. Darin heißt es, daß der neue Wein jetzt soweit gegoren und probierfähig ist. Der 1936er präsentiert sich übrigens besser als man allgemein angenommen hat. Neue Reichstarifordnung für das Baugewerbe Die neue Reichstarifordnung, die das Ergebnis eingehendster Beratungen mit allen Beteiligten ist. schafft den großen Rahmen für die allgemeinen Arbeitsbedingungen im Baugewerbe. Sie bringt in verschiedenen Streitfragen, so z. B. in der Abgrenzung von Hoch= und Tiefbau und Lohn die dringend notwendige Klarheit und trägt der Tatsache, daß Bauarbeiter heute vielfach weitab von ihrem Wohnort in den verschiedensten Teilen des Resches tätig sind. durch Vereinheitlichung der Arbeitsbedingungen Rechnung. Mit zeitgemäßen sozialen Verbesserungen ausgestattet, wird die neue Reichstarifordnung auch durch eine Neufassung der Arbeitszeitbestimmungen den staatspolitischen Notwendigkeiten gerecht, die sich aus den großen Aufgaben der Gegenwart für die Bauwirtschaft ergeben. Die Reichstarifordnung. die am 3. Dezember 1936 im Reichsarbeitsblatt veröffentlicht wird, erfährt hinsichtlich der Löhnung und Ortsklassen sowie sonstiger nicht für das ganze Reich festzulegender Bestimmungen eine Ergänzung durch 14 Tarifordnungen, die von den Treuhändern der Arbeit für ihre Wirtschaftsgebiete in der nächsten Zeit geschaffen werden. Was lernt die As.=Schwester? Für die Ausbildung der NS.=Schwester=Schüler innen stehen eine ganze Anzahl staatlicher anerkannter Krankenpflegeschulen zur Verfügung, die entweder ganz oder teilweise mit NS.=Schwestern besetzt sind. Die erste Krankenpflegeschule der NS.= Schwesternschaft ist das Rudolf=Heß=Krankenhaus in Dresden, dem das Reichsmutterhaus der NS.= Schwesternschaft angeschlossen ist. Dort werden die NS.=Schwester=Schülerinnen nach einem Lehrplan geschult, der neben dem fachlichen Unterricht in Krankenpflege, Armeimittellehre, Ernährungslehre usw., neben der Einführung in die Grundbegriffe von Physik, Chemie und Biologie auch weltanschauliche, rassenpflegerische und sportliche Schulung einschließt. Auf die körperliche Ertüchtigung der Schwestern im Turnen, Sport und Spiel wird besonders Wert gelegt. Dieser Lehrplan geht bei weitem über das hinaus, was z. Zt. staatliche Vorschrift ist. Nach der theoretischen Ausbildung folgt selbstverständlich die praktische Ausbildung der jungen Schwestern auf allen Krankenstationen. Diese Ausbildung liegt ebenso wie die theoretische in den Händen nationalsozialistischer Aerzte. .f vertihegute Sesheislern act Verearesten. Castrop-.“, werkst.: Bahn- Umarbeitung— Modernisierun hofstraße 31. Privat: Bahn- gämtlicher Polstermöbel— Ehehofstraße 31 und 37 standsdarlehn u. Kinderbeihilfe Von Kirsch ne' Miele sagte Tante, die was von Waschmaschinen kannte Ausstellungsraum Münsterstraße 21 Münsterstraße 16 baut vor. Er wartet nicht. bis der Umsatz nachläßt.— Durch ständige Werbung in unserem leistungsfähigen Insertionsorgan festigt und erhöht er seinen Umsatz S* WeihnachtsSeschenke kauft insbesondere die Haustrau bei den Interessenten ihres Familienblattes. Sie weiß, daß das werbende Geschäft Vorteile bietet und widmet allen Angeboten Interesse. Der erfahrene Kaufmann berücksichtigt daher bei allen Werbungen den Stadtanzeiger I. Castrop-Rauxel u. Umgbg.“ Seine Verbreitung in allen Berutsständen sichert beste Ertolge. Die Anzeigentexte erbitten wir jeweils bis nachmittags 3 Uhr. 3- bis 4ZimmerWohnung So bekam ich mal eines hinter die „Löffe. als ich noch Stift auf dem Büro war. Da mußte ich täglich die Post lertig machen, also die Briefe in den Umschlag stecken und die Adresse daraut schreiben. Wie es eben bei den Stitten so ist, man paßt nicht immer auf. Und da passiert es mir, daß ich einen Brief, der an Müller-Köln lautete, in den Umschlag Schulze-Düsseldorf steckte. Müller bekam nun Schulzes Brief und Schulze Müllers Briel. Als diese Verwechslung herauskam, de gabs Krach, denn Müller bekam dadurch zu hören, daß Schulze einen viel höheren Rabatt bekam als er. Der Chef, wütend, klatschte tüchtig hinter die Ohren und meinte:„Aber eine solche Verwechslung soll im Leben nicht mehr in meinem Geschäft vorkommen“. Man rief die Druckerei Geschw. Schmitz u. ließ alle Brielblätter, Rechnungen u. Miteilungen für Fensterhüllen passend anlertigen. Seitdem wir diese prakt. Einrichtung von der Druckerei Geschw. Schmitz haben, ist eine so peinliche Verwechslung nicht mehr möglich. Lassen auch Sie sich mal diese praktische Einrichtung zeigen. Am be n schon, wenn Sie Ihre nächsten Sachen neu drucken lassen. Druckerei Geschw. Schmitz, Castrop-Rauzel 1, Münsterstraße 24, Rut 2151 in Custrop=R. 1 gesucht. 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Morgenlied und Morgenruf .00 Kalenderblatt,— Zeit, Wetter, Wasserstandsmeldungen .10 Frauenturnen .30 Morgenmusik .45 Zeit, Nachrichten, Wasserstandsmeldungen 10.00 Eine gute Idee 11.50 Bauer merk auf! 12.00 Die Werkpause 13.00 Mittagsmeldungen— Glückwünsche 13.15 Mittagskonzert 14.00 Mittagsmeldungen 14.15 Allerlei von Zwei bis Drei 15.45 Wirtschaftsmeldungen 16.00 Freitags zwischen Vier und Sechs 18.00 Unterhaltungskonzert 19.45 Momentaufnahme 20.00 Erste Abendmeldungen 20.10 Soldaten— Kameraden 21.15 Wo bist du, Kamerad? 22.00 Zeit, Wetter, Nachrichten 22.30 Unterhaltungskonzert. Samstag, 5. Dezember .00 Morgenlied— Wetterbericht für den Bauer .05 Leibesübungen .30 Frühkonzert .00 Nachtrichten, anschl. Morgenlied und Morgenruf .00 Kalenderblatt.— Zeit, Wetter, Wasserstandsmeldungen .10 Frauenturnen .30 Blasmusik .45 Zeit. Nachrichten, Wasserstandsmeldungen 10.00 Die Sendlinger Bauernschlacht 10.30 Fröhliches Spiel für die Kleinsten 11.00 Was ist los im Sport? 12.00 Buntes Wochenende 13.00 Mittagsmeldungen— Glückwunsche 13.15 Mittagskonzert 14.00 Mittagsmeldungen 14.15 Wochenendkonzert 15.15 Jungmädel singen und erzählen 15.45 Wirtschaftsmeldungen 16.50 Das Reibeisen 18.00 Der neue Funkplan 18.05 Kleine Musik 18.20 Wie kam er rein?— Wie geht das aus?— Der Nikolaus im Rundfunkhaus 19.00 Alte Musik zum Feierabend 19.45 Momentaufnahme 20.00 Erste Abendmeldungen 20.10 Fideler Wochenschluß 22.00 Zeit, Wetter, Nachrichten 22.30 Und morgen ist Sonntag. Sonntag, 6. Dezember .00 Hafenkonzert .00 Zeit, Wetter, Wasserstandsmeldungen .05 Kleine Erinnerungen von Wilhelm Schussen .15 Musik am Sonntagmorgen 10.00 Tragt eure Herzen in den Morgen 10.30 Schallplatten=Konzert 11.00 Ernte des Meeres 12.00 Musik am Mittag 13.00 Ein Wort an die Hörer 13.10 Glückwünsche 13.15 Musik am Mittag(Forts.) 14.00 Lustiger Rätselfunk 14.30 Der Kiepenkerl packt aus 15.15 Neue Volkserzähler der Heimat und zwischendurch Musik 16.00 Nette Sachen aus Köln 18.00 Wo bist du, Kamerad? 18.30 Emil Roosz spielt 18.40 Das deutsche Dorf 19.00 Kammermusik 19.30 Kunstturnkampf Niederrhein— Nordmark 19.45 Sportvorbericht 20.00 Ein Abend bei P. Lincke 22.00 Zeit. Wetter, Nachrichten 22.30 Tanzmusik. Kaiser’s vorzüglicher Festkaffee: 800 Beliebte Sorte.. 2.— Marke Kaffeekanne.40 Kaffeekanne Extra.80 Für Kenner 3.— Für Anspruchsvolle.20 Auf Wunsch in Festtagsdosen: Preis der 250-Dos. Preis der 500g-Dos. Kaiser’s Tee In ausgewählten Mischungen, köstliches Arome. 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