„ Se. Jochng, Kohrover Zeitung Rauxeler Neueste Nachrichten Bladenhorster Tageblatt für Castrop=Rauzel und Umgebung Der Stadtanzeiger erscheint wöchentlich Zmal Wochendezugsprete Anzeigenpreis: 1 mm doch und 22 mm dreit 4 Pig. Text: 50 Vig Posbestellpreis 2 RM monatlich Ersatzansorüche können anzeigen 1 um Joch, und 78 mm breit„.,tg., Nachlatz Vrtaliste Ne 4 Nor Besgazeigi, e“ gscgelger Aestiar sien Ser9t Vrts, galscheigg Kartel„Fuetogzetz, Piseln, Line Leagav. dier ersisgagben 2 Serichidses Laltensnauret. Welter in Castrop=Rauxet. DA. X. 36 1627. Sa.=Nr. 2151 Castrop. nachm tags zuvor Erfüllungoort u. Gerichtskano Cakrov=Rauxel. Amtliches Veröffentlichungsblau für den Landgerichtsbezirl Dortmund. Allgemeines Kreisblau für den Stadttreis Castrop=Raurel. Nr. 328 Donnerstag, den 3. Dezember 1936 Die Einigung der Graischen Jagens Der Reichsauftrag für die hitler-Jugend— Grundlegende Erklärung des Reichsjugendführers Junge Aktivisten Berlin, 2. Dez. Der Reichsjugendführer Baldur von Schirach gibt folgende Erklärung ab: Die Reichsregierung hat am 1. Dezember ein Gesetz beschlossen, dessen Bedeutung für die Erziehung unserer Jugend erst in späteren Jahren ganz verstanden werden wird. Obwohl das Gejetz über die Hitler=Jugend etwas Einzigartiges und Einmaliges in der Geschichte der menschlichen Erziehung darstellt, ist es praktisch doch nichts anderes, als die staatliche Anerkennung einer bereits vollzogenen Entwicklung. Denn die Jugend. die nunmehr durch Gesetz und Unterschrift des Führers und Reichskanzlers in der Hitler=Jugend Dienst tun soll, ist zum weitaus größlen Teil bereits unter unseren Fahnen angetreten. Nicht dieses, noch irgendein anderes früheres Gesetz hat die Jugend für die nationalsozialistische Staatsidee mobilisiert; sie ist aus freiwilligem Entschluß, aus Begeisterung und echtem sozialistischen Gefühl zur H3. gestoßen. Als ich zu Beginn dieses Jahres die kommenden zwölf Monate als das Jahr des Deutschen Jungvolks erklärte, konnte ich trotz größter Zuversicht nicht damit rechnen, daß über 90 vom Hundert der im Jungvolk-Alter befindlichen Jugendlichen meinem Rufe Folge leisten und auch in den älteren Jahrgängen Hunderttausende und aber Hunderttausende neuer Kameraden und Kameradinnen sich uns anschließen würden. Heute, am Beginn des letzten Monats des Jahres 1936, haben Führer und Reichsregierung dem freiwilligen Einsatz der Jugend die höchste Anerkennung zuteil werden lassen, die ein Staat zu vergeben hat. Aber gerade in diesem Zeitpunkt scheint es mir wichtig und wesentlich, daß wir uns der Grundsätze erinnern, nach denen diese Jugend einst angetreten ist und gekämpft und gesiegt hat. Das große und weise Wort: Jugend muß von Jugend geführt werden, das der Führer mir einst in der schwersten Zeit des Kampfes auf meinen Weg mitgab, als er mir den Sektor Jugend der nationalsozialistischen Arbeiterpartei anvertraute, wird auch in Zukunft Richtlinie unserer Arbeit bleiben. Auch ich selbst gedenke nicht, dereinst mit langem Bart vor meiner Jugend herzuwanken. Die Führung jeder Einheit der Jugend muß dem Geiste der Jugend entsprechen! Richt unreife Nichtkönner, sondern junge Aktivisten, die in unseren Führerschulen und Akademien hart angefaßt worden sind, werden auch in Zukunft der Jugend vorangestellt werden. Aber auch hier werden wir nicht dogmatisch verfahren und werden uns erst recht, nachdem wir nun eine oberste Reichsbehörde geworden sind, uns davor hüten, Paragraphen zu reiten und den gesunden Instinkt mit Aktenstaub zu ersticken. Zu allen Zeiten unseres Kampfes habe ich in meiner Umgebung eine Reihe von Mitarbeitern besessen, die an Jahren alt waren, aber in ihrer inneren Jugendlichkeit und Elastizität selbst in grauen Haaren Vorbilder jeden Pimpfes waren Ich sehe es ferner als meine Aufgabe an, das Prinzip der Freiwilligkeit auch unter den veränderten Verhältnissen nach Verkündung des Gesetzes in einer mir bereits klar vorschwebenden Form aufrecht zu erhalten. Die Jungen und Mädel, die vor dem 1. Dezember 1936 in die eigentliche H3. oder den B9M., d. h. in die Altersstufe der 15—18jährigen(beim B9M. 15—21jährigen) eingetreten sind, werden von den später hinzukommenden in einer bestimmten Form unterschieden werden. Trotzdem habe ich nicht die Absicht, in der deutschen Jugend zwei verschiedene Rangstufen zu schaffen und damit einen Grund zur Eifersucht und Zwietracht. So aber will ich eine Leistungsstufe errichten, die jeder auch nach dem 1. Dezember in unsere Gemeinschaft eintretende Jugendliche durch Treue und Pflichterfüllung und Einsatzbereitschaft physischer und seelischer Art erklimmen kann. Der Kampf um die Einigung der deutschen Jugend ist beendet. Ich habe es für meine Pflicht angesehen, ihn hart und kompromißlos durchzuführen. Viele mögen es nicht verstanden haben, daß hierbei um die Jugend soviel Aufhebens gemacht wurde. Und doch: Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei, als deren Treuhänder ich mich stets gefühlt habe und stets fühlen werde, diese Partei hat im Kampf ihrer Jugend die Entscheidung über die Zukunft des deutschen Volkes gesehen. Daß der Nationalsozialismus diesen Kampf siegreich bestand, die Herzen der jungen Generation unseres Volkes eroberte und die Jugend froh und glücklich machte, sichert ihm auch in kommenden Jahrzehnten und Jahrhunderten eine entschlossene und kompromißlose Gefolgschaft. Seine Tätigkeit in der Zukunft wird nunmehr ganz der Führung und Ausrichtung seiner Millionengefolgschaft gewidmet sein. Der Streit um die Einheit der Jugend ist vorüber und so, wie ich die Millionen einst in marxistischen Jugendverbänden organisierter Jugendlicher versöhnt und als treue Kameraden und Mitarbeiter gewonnen habe, hoffe ich, auch alle anderen, die nunmehr durch den Willen des Reiches in unsere Gemeinschaft kommen, zu versöhnen und innerlich zu gewinnen. Ich gedenke weder in den Wäldern Germaniens heidnische Opferstätten zu errichten und die Jugend zu irgend einem Wotanskult zu bringen, noch das junge Deutschland sonstwie den Zauberkünsten irgendwelcher bärtiger Krautapostel auszuliefern. Im Gegenteil! Möge jeder der religiösen Ueberzeugung dienen, die er vor seinem Gewissen verantworten kann. Die Hitler=Jugend ist keine Kirche und die Kirche keine HitlerJugend. Die von mir geführte und verantwortete Gemeinschaft wird im Sinne des Führers für den nationalsozialistischen Staat ausschließlich durch mich und meine Unterführer bestimmt werden. Und ich gebe der deutschen Oeffentlichkeit das Versprechen ab, daß die Jugend des Deutschen Reiches, die Jugend Adolf Hitlers, im Sinne des Mannes, dem allein ihr Leben gehört, ihre Pflicht erfüllen wird. Baldur von Schirach gedenkt der Gemordeten der H1. Berlin, 2. Dez. Der Reichsjugendführer Baldur von Schirach verkündete am Dienstag, 1. Dezember, um 20.30 Uhr, im großen Sitzungssaal der Reichsjugendführung vor dem Stabsführer Hartmann=Lauterbacher, vor den versammelten Amtschefs der Reichsjugendführung und vor der Reichsreferentin des B9M. das Gesetz über die HI., in dem die Hitler=Jugend neue und große Aufgaben erhält. Der Reichsjugendführer wies dabei darauf hin, daß durch die Schaffung dieses Gesetzes der Kampf und die Arbeit der HI. ihre Erfüllung finde. Ein neuer entscheidender Abschnitt der Jugendarbeit beginne nun. Der Reichsjugendführer dankte allen seinen Mitarbeitern, die in den Jahren des Kampfes und auch nach der Machtergreifung bis zum heutigen Tage durch ihre unermüdliche Arbeit mit dazu beitrugen, dieses große Werk zu vollenden. Die heutige junge Generation ist wie kaum eine vor ihr traditionsgebunden. Auch an diesem Abend kam dies sinuvoll zum Ausdruck. Das Vermächtnis der unsterblichen Gefolgschaft der H3. findet in dem Gesetz über die H3. seine Erfüllung. Der Reichsjugendführer Baldur von Schirach gedachte aus diesem Anlaß jenes Hitlerjungen, der zum Symbol der unsterblichen Gefolgschaft wurde: Herbert Norkus. In nächtlicher Stunde legte Baldur von Schirach, begleitet von seinen Mitarbeitern, auf dem stillen Waldfriedhof in Plötzensee am Grabe des Herbert Norkus, an dem Hitlerjungen des Gebietes Berlin mit Fackeln zur Ehrenwache angetreten waren, einen Kranz nieder mit der Inschrift:„Unserem unsterblichen Kameraden am Tage der Erfüllung seiner Sendung“. Entscheibender Augeif, auf Miadrio Großangelegtes nationales Umgehungsmanöver— Erfolgreiche Kämpfe Front vor Madrid, 2. Dez. Die Operationen an der Front von Madrid standen am Dienstag im Zeichen eines neuen, großangelegten nationalen Umgehungsplanes, der einen umfassenden Angriff auf die Hauptstadt ermöglichen soll. Während sich die bisherigen Kampfhandlungen im wesentlichen innerhalb des von den Straßen Toledo—Madrid und Talavera—Madrid gebildeten Keiles abspielten, wird die Front nunmehr nach Westen und Nordwesten verlängert. Die Operationen nahmen am linken Flügel bei Casa de Campo ihren Ausgang, und die Angriffe der Nationalen richteten sich vor allem gegen die feindlichen Stellungen bei den bereits genommenen Ortschaften Pozuelo und Humara, um die Verbindung zwischen Madrid und El Escorial abzuschneiden. Angriff und Verteidigung waren von ungewöhnlicher Heftigkeit. Die Kämpfe wurden durch gründliche Artillerierorbereitung und starkes Fliegerbombardement eingeleitet. Die nationalen Flieger entledigten sich ihrer Aufgabe wie stets außerordentlich erfolgreich. Die roten Flieger waren ebenfalls aufgestiegen, sie wichen jedoch dem Kampf mit den die Bombenflugzeuge begleitenden nationalen Jagdstaffeln aus. Der anschließende Sturmangriff, der von Marokkanern und Legionären ausgeführt wurde, gestaltete sich zu einem vollen Erfolg, so daß gegen Abend alle vorgesehenen Ziele genommen waren Abgesehen von dieser sich mehr im Hinterland abspielenden Gefechtstätigkeit ging auch der Angrifs in Madrid selbst am Dienstag weiter voran Unaufh#rlich dröhnten die Granateinschläge über der Stadt, die teilweise im Dunst der Sprengwolken völlig verschwand Der von der Universitätsstadt ausgehende nationale Vorstoß entwickelt sich stetig in Richtung auf den nördlichen Stadtteil Cuatro Caminos zu, so daß nunmehr fast die gesamte westliche Außenstadt in den Händen der nationalen Truppen ist. Die Härte dieses Kampfes um Madrid wird daraus ersichtlich, daß jedes Haus unter Anwendung unzähliger Handgranaten einzeln erstürmt werden muß. Ein ganzes sibirisches Regiment für die spanischen Bolschewisten London, 2. Dez. Ein Berichterstatter der „Daily Mail“ meldet aus Talavera de la Reina, daß die Bolschewisten in Madrid kürzlich durch 15000 Mann fremder Truppen verstärkt worden seien. Darunter befinde sich ein sibirisches Regiment von 3000 Mann mit Offizieren, Kriegsmaterial neuesten Typs, Tanks, Maschinengewehren usw.; sie seien von Moskau nach Madrid geschafft worden, um die Stadt verteidigen zu helfen. Britischer Dampfer mit Sowjet=Kriegsmaterial festgehalten Der britische Dampfer„Thurstoy“(3072 To.) ist von den britischen Behörden in Malta festgehalten worden. Der Dampfer war von der Sowjetregierung gechartert und hatte eine Ladung von 100 sowjetrussischen Lastkraftwagen an Bord. Gebt ausländische Kleinmünzen dem W5W. Die Reichsführung des Winterhilfswerks fordert alle Volksgenossen auf, am Tage der nationalen Solidarität die in vielen Haushaltungen herumliegenden nutzlosen ausländischen Kleinmünzen ebenfalls in die Sammelbüchsen zu stecken. Bedeutsamer Auftrag (Weltbild—.) Der Jugendführer des Deutschen Reiches, Baldur von Schirach Durch die neue deutsche Jugendgesetzgebung wurde der Reichsjugendführer der RSDAP. Baldur von Schirach mit der für die Zukunftdes deutschen Volkes bedeutsamen Aufgabe betraut, die Jugend der Nation in der HJ. zusammenzufassen und sie im Geiste des Nationalsozialismus zu erziehen. Baldur von Schirach, am 9. Mai 1907 in Weimar geboren, stand schon als 17jähriger in der Froni des Nationalsozialismus. Er studierte nach seiner Weimarer Schulzeit in München Germanistik und Kunstgeschichte und tat sich auf der Universität als unermüdlicher Vorkämpfer für die Idee Adolf Hitlers hervor. Seine Revolutionsgedichte fanden vor allem in der jungen Nation lebendigen Widerhall. Er leistete der nationalsozialistischen Bewegung während der Kampfzeit als Journalist, Redner, Organisator und Jugendführer hervorrogende Dienste. 1925 trat er in die Partei ein und gehört seit vielen Jahren bereits zum engsten Vertrautenkreis des Führers. Mit 20 Jahren wurde er vom Führer in die Reichsleitung der NSDAP. berufen und mit der Führung des Nationalsozialistischen Studentenbundes betraut. Durch seinen unermüdlichen Kampf gelang es dem RSD.=Studentenbund bereits ein Jahr vor der Machtergreifung, im Staate die Führung der deutschen Studentenschaft an sich zu reißen. 1931 ernannte ihn der Führer zum Reichsjugendführer der RSDAP. und 1932 zog er als jüngster Abgeordneter in den Reichstag ein als Vertreter der jungen Generation. Im Mai 1933 wurde er Jugendführer des Deutschen Reiches. In den Jahren nach der Machtergreifung schuf Baldur von Schirach Voraussetzungen für eine gesunde Entwicklung der nationalsozialistischen Jugendbewegung, an der nach dem neuen Gesetz die ganze deutsche Jugend Anteil hat. Als Lyriker ist der Reichsjugendführer bekannt geworden durch seine Gedichtsammlung „Fahne der Verfolgten", als Schriftsteller durch mehrere zusammen mit dem Photographen Hoffmann herausgegebene Bildbücher über den Führer und vor allem durch sein Werk„HitlerJugend, Idee und Gestalt". Der Reichsjugendführer ist seit Februar 1932 verheiratet und hat zwei Kinder, eine 1933 geborene Tochter und einen 1935 geborenen Sohn. Aulobahn Berlin—kom geplant Italienischer Straßenbauindustrieller beim Führe. Berlin, 2. Dez. Der Führer und Reichskanzler empfing heute den italienischen Straßenbauindustriellen Senator Puricelli in Begleitung des Generalinspektors für das deutsche Straßenwesen. Dr. Todt. Bei der Besprechung wurde u. a. auch der Plan einer Autobahn zwischen Berlin und Rom erörtert. Das ist Moskaus Krieg Sowjetjuden verdienen in Spanien Alle Versuche der Sowjetunion, ihre aktive Beteiligung am spanischen Bürgerkrieg zu verschleiern, sind nur noch letzte Verschleierungsmanöver. Nicht nur die Einmischung ist und wird täglich von Truppensendungen und Waffenlieferungen klar erwiesen, tatsächlich wird sogar der spanische Bürgerkrieg bereits heute zwischen den spanischen Nationalisten und der Sowjetunion geführt. Der wahre Leiter der bolschewistischen Unternehmungen in Valencia ist nicht mehr Caballero, sondern der jüdische Sowjetbotschafter Moses Rosenberg. Der Beweis wird mit dem Hinweis auf den zwischen Caballero und Rosenberg abgeschlossenen Geheimvertrag restlos erbracht. Die wesentlichsten Bestandteile dieses Vertrages bestimmen, daß Moskau endgültig und sellbständig die Belieferung der roten Truppen in Madrid und Katalonien mit Waffen, Munition, Kampfwagen, Flugzeugen und chemischen Produkten übernimmt. Ferner verpflichtet sich Moskau, eine internationale Bolschewistenarmee zur Unterstützung der roten Truppen in Spanien zu übernehmen und auszurüsten. Weiter besorgt Moskau von sich aus auf eigene Rechnung den Ankauf der Waffen und Munition für die spanischen Anarchisten in allen übrigen Ländern. Erstinung in der jungeren Teschichle Eden warnt— Waffentransportgesetz vom Unterhaus angenommen London, 2. Dez. Im Verlaufe der UnterhausAussprache über das Munitionstransportgesetz, das das Verbot britischer Waffentransporte nach Spanten vorsieht, erklärte der konservative Abgeordnete Wise, daß England bei der gegenwärtigen internationalen Lage weniger in Verlegenheit kommen würde, wenn General Franco den Krieg gewinne, als wenn die Marxisten siegen würden. Außenminister Eden wies u. a. darauf hin, daß die Gesetzesvorlage lediglich den Zweck verfolge, eine kleine, aber wichtige Lücke in den Vorkehrungen der Regierung hinsichtlich des Nichteinmischungsabkommens zu schließen. Die Regierung hätte natürlich auch die Möglichkeit gehabt, beiden Seiten die Rechte kriegführender Parteien zu gewähren, wodurch diese das Recht zur Durchsuchung britischer Schiffe auf hoher See erhalten haben würden. Dies habe die Regierung nicht getan, weil sie ihre Schiffe auf hoher See schützen wolle. Die Gegner der Vorlage unterstützten die Privatinteressen in England, die aus einem Handel, der der Regierungspolitik widerspreche, Geld machen. England ziehe es vor, lieber die Nichteinmischungspolitik durchzuführen, als die Rechte kriegführender Parteien zu gewähren. Es sei das erstemal in der jüngeren Geschichte, daß ein nischen Anarchisten in allen übrigen. Bürgerkrieg in Europa in einen europäischen Es hat sich sogar verpflichtet, die Garantie su: Krieg zu munden drohe. Da dies die Rechtferordnungsgemäße Ablieferung der Waffen, Flugzeuge und Munition in Spanien zu leisten. Als tigung für die Richteinmischungspolitik sei, sei es auch die Rechtfertigung für die Vorlage. Weiter erklärte Eden, daß England mit der Durchführung der Nichteinmischungspolitik nicht zufrieden sei, da einige Nationen das Abkommen nicht genau einhielten. Auf allen ruhe eine schwere Verantwortung für die Einhaltung dieses Abkommens, das die Staaten angenommen hätten. Hinsichtlich der Stellung von Freiwilligen vertrete die britische Regierung den Standpunkt, daß diese Frage in das Abkommen hätte mit einbezogen werden müssen. England halte es für falsch, daß Freiwillige irgendeines Landes an den Kämpfen in Spanien teilnehmen. Der Außenminister hob dann hervor, daß sich die britische Regierung während des ganzen Konfliktes in voller Uebereinstimmung mit der französischen befinde, wobei beide von dem Wunsche beseelt seien, alles zur Verhinderung internationaler Komplikationen zu tun. England sei bereit, auch mit anderen Regierungen in dieser Angelegenheit in Fühlung zu treten. Eden verteidigte im weiteren Verlauf seiner Rede Portugal gegen die von der Opposition erhobenen Vorwürfe des Vertragsbruches. Das Gesetz wurde schließlich in der Nacht zum Mittwoch mit 182 gegen 88 Stimmen endgültig angenommen. Gegenleistung hat sich Caballero verpflichtet, Moses Rosenberg die Summe von 500 Millionen Goldpesetas zur Verfügung zu stellen, die der Goldreserve der Bank von Spanien zu entnehmen sind und auch entnommen wurden. Die erste Verschiffung dieses Goldes hat in Valencia auf sowjetrussische Dampfer unter dem Schutze bolschewistischer Rotarmisten anfangs und Mitte des Monats November stattgefunden und ist bereits nach Odessa unterwegs. Auf Grund dieses Vertrages hat Moses Rosenberg sofort eine weitverzweigte Organisation zum Waffeneinkauf für Spanien geschaffen, denen nachfolgende Kominternagenten angehören: Adler, Lourié, Ziborowsky, Fuchs, Wall, Merkas und Kotijs. Die Genannten sind keine Spanier, dagegen zeichnen sich verschiedene Agenten als bekannte Sowjetjuden aus: Lourié, Adler, Merkas und Kotijs. Diese Agenten haben bereits umfangreiche Käufe in der Tschechoslowakei, in Holland, der Schweiz, in Belgien und Frankreich gemacht. Um die Einsprachen dieser Länder wegen der offiziellen Neutralitätserklärung zum spanischen Bürgerkrieg zuumgehen, werden die Verträge nicht für Spanien getätigt, sondern lauten klar und eindeutig auf Sowjetrußland als Auftraggeber. Bei schweizerischen Verträgen werden auch andere Länder als B. Mexiko. Ein kage schien nauf Gen volschewistische Parlamentskomödie in Valencia s Auftraggeber genannt, so Eden soll sondieren Kurze Sitzung des Nichteinmischungsausschusses London, 2. Dez. In der Mittwochsitzung des Nichteinmischungsausschusses, die bereits nach zwei Stunden beendet war, wurde beschlossen, den englischen Außenminister Eden aufzufordern, eine Stellungahme zu dem Plan einer Waffeneinfuhrkontrolle sowohl aus Burgos als auch aus Valencia zu erbitten. Ferner wurde beschlossen, daß der Unterausschuß am Freitag die Frage der Freiwilligen anschneiden soll. Salamanca, 2. Dez Unter der„Präsidentschaft“ des Marxistenhäuptlings Largo Cabal= lero fand am Dienstag die erste Sitzung des sogenannten„Parlaments“ der Bolschewisten in Valencia statt. Da die Parlamentskomödie selbstverständlich nur von den marxistischen und anarchistischen „Abgeordneten“ in Szene gesetzt worden war und auch von diesen mehrere im Laufe des Bürgerkrieges getötet und andere aus sonstigen Gründen nicht anwesend waren, wurde das „Parlament“ mit nur 20(!)„Abgeordneten“ anstatt 400 eröffnet. Nach einer Erklärung des Marxistenhäuptlings Largo Caballero wurde den bolschewistischen„Führern" das Vertrauen ausgesprochen. * Wie wir hören, ist man sich in Londoner politischen Kreisen über den Zweck der Parlamentskomödie in Valencia sofort im klaren gewesen, und man weist darauf hin, daß mit der neuen englischen Ablehnung eine Anerkennung der spanischen Roten als kriegführende Macht bereits die Parade erfolgt sei. Warum man die kümmerlichen Reste des einstigen roten Parlaments zusammengetrommelt habe, das wüßten vor allen Dingen. so heißt es, die Moskauer Ratgeber ganz genau. Auch diese sogenannte Parlamentstagung verfolge ausschließlich den Zweck, erneut den Anspruch zu unterstützen, daß in dem roten Rest Spaniens tatsächlich noch etwas vorhanden sei. was man mit einigen Verdrehungskünsten als„verfassungsmäßige, republikanisch= demokratische Volksvertretung“ bezeichnen könnte. Damit soll einmal der Genfer Aktion eine moralische Rechtfertigung gegeben und der Anspruch auf eine Aktion des Völkerbundes unterstützt werden. Daß das ganze angebliche Parlament nicht den mindesten Einfluß auf die Regierungsgeschäfte hat, ist dabei nach der üblichen Moskauer Betrachtungsweise ganz nebensächlich Eine Anerkennung des roten Restbestandes auf der einen und der natioDie Leistung ssteigerung der Jugeno Aufgaben und Pläne der neuen Reichsstelle nalen Regierung Spaniens auf der anderen Seite würde nun ein völkerrechtliches Wirrwarr heraufbeschwören, bei dem man von Moskau aus glaubt im trüben fischen zu können. So könnte der irrsinnige Fall eintreten, daß man im Völkerbund irgendwelche Verhandlungen in Gang brächte auf der Grundlage, daß die roten Banden als eine Völkerbundsregierung anerkannt würden, die mit einer nicht dem Völkerbund angehörigen Macht im Krieg begriffen ist. Wobei nur noch gewisse kleine Verdrehungskunststücke notwendig wären, um womöglich gar noch festzustellen, daß diese„Völkerbundsmacht" das Opfer eines Angriffs geworden ist. Was für uferlose völkerrechtliche Debatten sich mit einer solchen Konstruktion entfesseln ließen, ist ohne Mühe vorstellbar Dabei spricht natürlich auch die geheime Hoffnung mit, während der Zeit, die eine solche Debatte naturgemäß beanspruchen würde, den Nichteinmischungsausschuß soweit als möglich auszuschalten, der ja wider alles Erwarten ein erstaunliches Verständnis für die Bedeutung der Moskauer Machenschaften in Spanien gezeigt hat. Wenn man die Dinge so in London beurteilt, so ist man offenbar gar nicht weit von einer richtigen Bewertung der Zusammenhänge. Man ist also gewarnt und weiß. auf was man sich gefaßt zu machen hat. Die Ausführungen Edens waren unter diesem Gesichtspunkt betrachtet, ja auch bereits aufschlußreich. Die Stellungnahme des gegenwärtigen Ratspräsidenten Genf, 2. Dez. Auf Wunsch des chilenischen Delegierten und Ratspräsidenten Edwards, dessen Haltung von einer gewissen Presse in der letzten Zeit scharf kritisiert worden ist, wurde am Mittwoch sein Schreiben über die Zweckmäßigkeit einer Ratstagung veröffentlicht. Es heißt darin, die chilenische Regierung betrachte die Zusammenkunft des Rates im gegenwärtigen Augenblick nicht als günstig für die Erreichung der im Artikel erstrebten Ziele. Sie glaube, daß eine solche Zusammenkunft dem Ansehen des Völkerbundes schade und nur bei Anwesenheit und Mitwirkung aller beteiligten Parteien zur Beruhigung der Gemüter beitragen könne. Wachsende Aufgaben der u59. Berlin, 2. Dez. Der Hauptamtsleiter des Hauptamtes für Volkswohlfahrt, Erich Hilgenfeldt, von einer längeren Erkrankung wieder genesen, hatte zu einer Tagung seiner Gauamtsleiter eingeladen, auf der die Aufgaben des kommenden Jahres unter besonderer Berücksichtigung des von Ministerpräsident Göring dem Hauptamt im Rahmen des Vierjahresplanes übertragenen Ernährungshilfswerkes besprochen wurden. Das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, sowie das Reichsernährungsministerium hatten Vertreter entsandt. Hauptamtsleiter Hilgenfeldt zeigte in grundsätzlichen Ausführungen über das laufende Winterhilfswerk, über das Hilfswerk„Mutter und Kind“, über die Aufgabe der Schwesternschaft und über das Ernährungshilfswerk die umfassende Planung auf, die der Gesamtarbeit der NSV. ihr über die alten Aufgaben hinausführendes Gepräge gibt. Die Ausrichtung des gesamten Volkes auf das eine große Ziel der Stärkung aller Kraftquellen unserer Nation ist die ständige Erziehungsaufgabe der RSV., die bis in die letzte Familie vorgetragen und immer mehr vertieft werden muß. Eine anschließende Aussprache brachte Gelegenheit, Anregungen zu geben und entgegenzunehmen, wobei besonders die Darlegungen des Vertreters des Reichsernährungsministers große Beachtung fanden. Der Reichsschulungsbeauftragte der NS.=Volkswohlfahrt Schirner beleuchtete die Vordringlichkeit der Schulung im Hinblick auf die der RSV. neu zufallenden Aufgaben. Hauptamtsleiter Hilgenfeldt rundete zum Schluß das Bild der Erziehungsaufgaben der NSV. ab und betonte die einheitliche Steuerung sämtlicher Aufgaben Mit einem„Sieg=Heil“ auf den Führer fand die Arbeitstagung ihren Abschluß. Ilugzeug fliegt ohne Führer Rekordflug eines führerlosen Flugzeugs— Fallschirmabsprung des Piloten Paris, 2. Dez. Einen eigenartigen Rekordflug stellte ein französisches Militärflugzeug auf, das sich führerlos über eine Stunde in 1500 Meter Höhe hielt und ungesteuert eine Strecke von etwa 70 Kilometer zurücklegte, ehe es abstürzte. Ein französischer Flugschüler war mit dieser Maschine aufgestiegen, als ihn in etwa 1500 Meter Höhe Zweifel über seine Flugkenntnisse befielen und er sich kurzerhand entschloß, mit seinem Fallschirm„auszusteigen“. Er kam auch glatt zu Boden und war nur höchst überrascht, als die Maschine nicht folgte und Kurs auf St. Pierre de Louttiers und Moulins nahm. Der tapfere Flugschüler machte sofort seinem Fliegerlager in Burges von dem selbständigen Flug seiner Maschine Meldung. Jede Minute erwartete man die Nachricht vom Absturz. Es vergingen aber fast zwei Stunden, bis ein Ferngespräch meldete. daß das Flugzeug in der Gemarkung des Schlosses St. Augustin bei Moulins abgestürzt sei. Die Schloßherrschaft hatte die Maschine, die mehrmals das Gebäude umkreist hatte und auch schon einmal zur Landung heruntergegangen war. aufmerksam verfolgt. Als man schon glaubte, daß sie sich zur Landung anschicken würde, stieg sie noch einmal auf und setzte zu einem abermaligen Rundflug an. Schließlich verfing sich das Flugzeug in einer Baumkrone und stürzte ab. Voller Sorge um das Schicksal der Besatzung stürzten Hilfsbereite herbei, konnten unter den Flugzeugtrümmern aber keine Svur des Piloten finden.— Als die Meldung des Absturzes in die Fliegerschule gelangte. saß der„Held" dieser Evisode wohlbehalten beim Abendessen. Berlin, 2. Dez. Stabsführer Lauterbacher gab am Mittwoch vor Vertretern der Presse die Erklärung des Reichsjugendführers zum Gesetz über die Hitler=Jugend bekannt und teilte im Anschluß daran mit, daß das Gesetz auf die reichsdeutsche Jugend im Auslande keine Anwendung finde. Im unschluß daran sprach Obergebietsführer Dr. Stellrecht als Beauftragter des Reichsjugendführers für die körperliche Ertüchtigung. Es werde darauf geachtet werden, daß die körperliche Leistungsfähigkeit der deutschen Jugend unter Vermeidung jeder Ueberanstrengung gesteigert werde. Ferner werde das Augenmerk darauf gerichtet bleiben, daß Dienstzeiten und Dienstorte genau innegehalten würden, so daß die Eltern jederzeit darüber unterrichtet seien, wo sich ihre Kinder befänden. Die Hitler=Jugend habe sich das Ziel gesetzt, den körperlichen Zustand der ihr anvertrauten Jungen und Mädel bis zum höchstmöglichen Grad zu verbessern. Bereits die Erfolge in den letzten Jahren ließen erkennen, daß diese Absicht nicht erfolglos geblieben sei. Man habe bei den jeweiligen Generalappellen über die Leistungen der deutschen Jugend feststellen können, daß diese von Jahr zu Jahr gestiegen seien. Jetzt könne die Hitler=Jugend-Arbeit auf der ganzen Breite der deutschen Jugend einsetzen, so daß die Lücke, die zwischen Schule, Arbeits= und Heeresdienst bestehe, durch die körperliche Ausbildung geschlossen werde, die sich bis in das späteste Alter jeder Jungen und Mädel auswirken werde. Aufgabe des Amtes für die körperliche Ertüchtigung in der Reichsführung sei, das deutsche Volk gesunder, kräftiger, schöner und froher zu machen. Obergebietsführer Axmann, der vom Jugendführer des Deutschen Reiches zum Beauftragten für soziale Jugendfragen in der neuen Reichsstelle ernannt worden ist, machte Mitteigeht nicht nach Genf Eine deutliche Erklärung Roosevelts Buenos Aires, 2. Dez. Bei einer Unterredung, die Präsident Roosevelt am Dienstagnachmittag Vertretern der argentinischen Presse gewährte, beantworete Roosevelt die an ihn gerichReichsstelle ernannt worden ist, machte„Mittei= beantworere Roofer... lungen darüber, wie die Reichsjugendführung tete Frage, ob ein Beitritt der Vereinigten Staader merktätigenten zum Völkerbund möglich sei, mit einem kursen daruber, wie die Reichsjugendfuhr die sozialpolitische Ertüchtigung der werklatigen Jugend in Deutschland durchfuhren werde. Der Reichsjugendführer habe in der Kampfzeit im wesentlichen die werktätige Jugend in der Hitler=Jugend erfaßt. Er habe es seit der Machtübernahme durch den nationalsozialistischen Staat als eine seiner großen Aufgaben angesehen, die Probleme und Fragen der werktätigen Jugend einer Lösung zuzuführen. Die Sozialarbeit der Hitler=Jugend unterscheide sich völlig von der aller Jugendbünde und Organisationen, die ihr voraufgegangen sind. Sie sei in der Vergangenheit keine Wohlfahrtsarbeit in überlebtem Sinne gewesen, sie sei auch in tiefstem Sinne eine Ertüchtigung. Deshalb sei sie nach dem Grundsatz gelegt worden: Erhaltet die Jugend gesund und steigert die Leistungsfähigkeit der Leistungsfähigen. Im Reichsberufswettkampf sei die Ebene der Pflichterfüllung geschaffen worden, aus der einzig und allein die schaffende Jugend das Recht herleiten könne, in Zukunft sozialpolitische Forderungen an den nationalsozialistischen Staat heranzutragen. Obergebietsführer Armann gab zum Schluß die Versicherung ab, daß die Reichsjugendführung auf der alten Grundlage der Leistungssteigerung der schaffenden Jugend die sozialpolitische Ertsichtigung der werktätigen Jugend in Deutschland durchführen werde. ten zum Lollerband nigr., sei, mit einem kurzen Nein. Dagegen stellte der amerikanische Präsident die Möglichkeit der Bildung eines Bundes der amerikanischen Staaten nicht in Abrede. Die Rede, die Staatosekretär Backe am 28. November anläßlich des Reichsbauerntages in Goslar gehalten hat, wird auszugsweise am Donnerstag, dem 3. Dezember, zwischen 18.30 Uhr und 19 Uhr vom Deutschlandsender übertragen. Der Führer und Reichskanzler empfing am Mittwoch den zurzeit auf einer Studienreise in Berlin weilenden früheren bulgarischen Ministerpräsidenten Professor Zankoff. Der Führer weilte Dienstag abend im Hause von Reichsleiter Bouhler, der vor 15 Jahren seinen Dienst in der nationalsozialistischen Bewegung mit seiner Tätigkeit im Verlag des„Völkischen Beobachter" begonnen hat. Unter anderen Glückwunschschreiben erhielt Reichsleiter Bouhler ein Telegramm des Reichsministers Dr. Goebbels. Reichsminister Dr Goebbels empfing am Mittwoch in den Räumen seines Ministeriums die Teilnehmerinnen des Schulungslagers der Obergauführerinnen des BDM. Lodesuriene für die Jchunerdunr. Gerechte Sühne für die schweren Straftaten Breslau, 2. Dez. Das Schlesische Sondergericht verurteilte die Angeklagten Fritz und Erich Schüller wegen Mordes, versuchten Raubes und Verbrechens gegen das Gesetz vom 13. 10. 1933 zur Gewähr eistung des Rechtsfriedens sowie wegen Transportgefährdung, Freiheitsberaubung und Vergehens gegen das Schußzwaffengesetz zum Tode und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit. Walter Schüller, der an dem gemeinsamen Mord und versuchten Raub in Löwen beteiligt war, 1932 jedoch noch jugendlich war, erhielt acht Jahre Gesängnis. Wie in der Urteilsbegründung ausgeführt wurde, handelt es sich um eine sehr schwere Tat. Alle drei sind bei dem Kaufmann Ludwig in Löwen schwer bewaffnet eingedrungen. Sie haben aus nächster Nähe Schüsse abgegeben, so daß Ludwig sofort tot zusammenbrach, obwobl er keinerlei Widerstand geleistet hat. Soweit es sich um den Eisenbahnüberfall des Fritz und Erich Schüller bei Rothwasser handelt, haben die Angeklagten es nut dem Zufall zu verdanken, daß sie keine Menschen töteten. Aber durch ihre Tat haben sie sich gegen das Gesetz vom 13. Oktober 1933 vergangen, da sie bewußt auf Bahnbeamte. die gleichzeitig auch Polizeibeamte sind. geschossen haben. In Anbetracht der großen Anzahl von Schüssen, die sie abgegeben haben. bestehe kein Zweifel, daß sie damit hätten rechnen müssen, daß es Menschenleben kosten würde. Die Tat war ganz genau vorbereitet Bei der Strafzumessung ist berücksichtigt worden, daß die Angeklagten tyvische Verbrecher sind. die mit zähem, verbrecherischem Willen ihre Taten ausführten. Sie haben sich außerhalb des Gesetzes gestellt. Es mußte deshalb die gerechte Sühne für ihre schweren Straftaten gefunden werden Das Urteil des Sondergerichts ist endaültig. Die Angeklagten nahmen das Urteil weinend entgegen Das Urteil deckt sich mit den Anträgen des Staatsanwalts. Donnerstag. den 3. Dezember 1936 Nr. 328 weites Blatt des„Stadtanzeiersfür Castrov=Nauxel und Umgebung“ *„„ „Adventszeit’ im Land des Lächelus— Alnenkult und kindliches Spiel „Was sollen mir Gold und Silber Und reiches Edelgestein? Viel teurer sind mir die Kinder. Kann nichts mir teurer sein!“ (Altjapanischer Vers von Okura.) Gerade in diesen Adventstagen, wo bei uns der Puppenaufmarsch für das Weihnachtsfest beginnt, werden auch im Lande der aufgehenden Sonne die Puppen zu einer einmaligen großen Festparade hervorgeholt. Allein den Mädchen gehört dieses Fest und selbstverständlich beteiligt sich die ganze Familie, das ganze Land daran. Wie in keinem anderen Lande denken und fühlen die Japaner mit ihren Kindern, gehen ganz in ihrem Empfinden auf und werden an diesem Tage lächelnd selbst zum Kinde. Ein Javanreisender hat einmal gesagt: Man kann in Japan wohl sagen, wo die Kindheit anfängt, aber nicht, wo sie aufhört. Es ist das wirkliche Kinderparadies Das Puppenfest der kleinen Mädchen in Japan bildet einen Höhepunkt. Man darf dabei nicht vergessen, daß Puppen unbedingt zum japanischen Haushalt gehören daß sie sorglich gehütet und gepflegt werden und fast die Verehrung einer kleinen Gottheit genießen. Jede dieser hübsch angezogenen und wunderbar geschnitzten kleinen Gestalten ist einem Wesen der japanischen Mythologie gewidmet. Der Shintoglaube mit dem Ahnenkult verknüpft, hat diese Pünvpchen zu gottähnlichen Wesen gemacht. die nur bei festlichen Anlässen aus ihren sauber ausgeschlagenen Truhen und Schreinen hervorgeholt werden. Es sind keine gewöhnlichen Puppen. wie unsere Kinder sie kennen. keine Puppen, mit denen man tagaus tagein spielt die man im Puppenwagen spazierenfährt, zur Strafe in die Ecke stellt, oder je nach Temperament der kleinen Besitzerin auch einmal tüchtig verprügelt. Diese Puppen erscheinen nicht mit zerzaustem Haar mit verbeulten Köpfen oder ausgerissenen Gliedmaßen— sie sind Familiengut, das sich oft von Generation auf Generation vererbte und in höchsten Ehren gehalten wird. Auch Alltagspuppen wie sie unsere kleinen Mädchen haben, gibt es in Japan. bunt angezogen mit possierlichen Gesichtern. aber mit dem Puppenfest, den ehrenwerten Puppen, ist es ganz etwas anderes. Frau Mandelblüte baut auf In aller Herrgottsfrühe erhebt sich Frau Mandelblüte von ihren Schlafkissen. kleidet sich festlich. ordnet die Frisur mit besonderer Sorgfalt, fügt ein vaar Blüten hinein und nähert sich dem verschlossenen Schrein, wo die Puvpen wohnen. Ein paar tiefe Verbeugungen, dann öffnet sich das Schloß und die Puppen kommen vorsichtig ans Tageslicht sorgsamen Händen glättet Frau Mandelblütfestlichen Gewänder bläst ein paar Stäubchen hinweg trägt sorosam etwas Schminke und Puder auf die immer noch frischen Puppengesichter auf und ordnet sie zu einer festlichen Versammlung Das geschieht an einem kleinen altarähnlichen Gerüst von mehreren Etagen die mit zarter pfirsichfarbener Seide bespannt sind. Ganz oben auf dem schmalsten Stockwerk thronen die herrlichsten Punpen Sie haben prächtige Gewänder seiden= und goldbestickt und stellen den Mikado und seine Gattin dar. Ihre Größe ist 30 bis 40 Zentimeter. Mit größter Sorgfalt sind die Gesichter geschnitzt. die Augenbrauen und die Lippen mit haarfeinem Pinsel gezogen. Frau Mandelblüte wagt es kaum, sie richtig zu berühren. Etwas kräftiger saßt sie zu, wenn die Hofdamen und=Herren an die Reihe kommen. Sie werden in der Etage darunter zu beiden Seiten des Herrschervaares gruppiert. Dann kommen die unteren Chargen. die Musikanten und die Diener. bis der ganze Hof auf dem Altar Platz genommen hat. Frau Mandelblüte hat aber noch viel zu tun. Sie öffnet eine Lade voller Lackkästchen und jedes der Kästchen enthält ein Geschirr von wunderbar seinem Porzellan in Miniaturgröße, jedes Täßchen und jedes Tellerchen mit einer ChrysantemumBlüte, dem kaiserlichen Wappenzeichen, geschmückt. Noch viele Kleinigkeiten kommen hinzu. Toiletten= und Küchengegenstände. Wagen. Pferde und Kinder. Es gibt an diesem Tage in Japan wohl nur wenig Häuser, wo nicht der ganze Puvpen= und Spielzeugstaat hervorgeholt und aufgebaut wird. Noch eine Verbeugung macht Frau Mandelblüte vor den ehrenwerten Puppen. Dann geht sie, um die Kinder zu holen. Auch sie erhalten ihren festlichen Staat, die kleinen Jungen sind wie Erwachiene gekleidet. Weite Kimonos umhüllen ihre winzigen Glieder, ein schöner Gürtel legt sich um die schmalen Lenden. Noch herrlicher sehen die kleinen Mädchen aus. Auch sie stecken in langwallenden buntgestreiften Kimonos. während der seidene Obi(Schärpe) in vielen Falten die Taille umschlingt. Er bildet eine Art von Leibbinde und endet hinten in einer Riesenschleife, die wie ein wunderbarer Schmetterling aussieht. Die Haare sind in künstlicher Frisur geordnet. gerade wie bei den erwachsenen Mädchen die Streifen der Kimonos deuten das Alter an. Bis zu ihrem siebenten Jahr tragen die kleinen Mädchen bunte Streisen, die mit den Jahren immer schmäler und matter in ihrer Farbe werden. Und jetzt beginnt nach vielen Verbeugungen der Kleinen das eigentliche Syiel mit den ehrenwerten Pupven. Die kleinen Wädchen bereiten in dem winzigen Geschirt das Essen. Tee wird den kaiserlichen Majestäten zuerst gereicht Genau nach dem Rang folgen dann die anderen Mitglieder des Hofstaates. Dann kommt Reis und Fisch frischer Rettichsalat einige Schnitten Koko und Ingwer. Auch Bratfisch wird gereicht. sogar ein Hühnchen fehlt nicht und wenn es nicht in Natura zubereitet ist, dann sind es süße Attraven, die die Gastaeber mit Vergnügen selbst verzehren. Zum Schluß fehlt auch nicht ein Getränk das den füßen Sake, den Reiswein ersetzen soll. Kleine Gäste erscheinen, machen ihre Verbeugungen und bewundern die aufgestellten Herrlichkeiten, nehmen auch etwas von den dargebotenen Genüssen entgegen. Frau Mandelblüte steht daneben und entsinnt sich ihrer Kindheit: Es waren dieselben Puppen, dasselbe Geschirr. So geht es am Tag dieses Puppenfestes allüberall in Nippon. Millionen von Puppen feiern ihr Auserstehen zur Freude der kleinen und der großen Menschen. In reichen Häusern kommen oft hunderte von Puppen zum Vorschein, die zuweilen hundertjährige Familienerbstücke sind. Ein ganzes Land feiert mit seinen Kindern und gedenkt in Ehrfurcht der Ahnen, die ihm Leben und Bestand gesichert haben... Hauptamtsleiter Hermann Reef zum Winterhilfswerk: Jahres sich langsam diese Summe zu ersparen. Es wurden im Lause des Jahres 6500 Reisesparmarken zu je 50 Pig. abgegeben. Der Einlagebestand belief sich mithin auf 3250 Mark. Davon wurden im Lause des Jahres 2483.50 Mark abgehoben. Im Scheck= und Kontokorrentverkehr betrug die Anzahl der Konten am Jahresende 1283. Davon besaßen 903 Konten ein Guthaben in Höhe von zusammen 655000 Mark und 380 Konten Vorschüsse in Höhe von insgesamt 1 118 703 Mark. An Bürgschafts=, Faustpsand= und sonstigen Darlehen waren am Ende des Jahres 39690 Mark ausgeliehen Soweit möglich, wird die Spartasse auch weiterhin dieses kurzfristige Darlehensgeschäft vilegen, da die Gelder bei fortlausender Tilgung alsbald wieder zurückfließen. Außer diesen turzfristigen Darlehen hat die Sparkasse insgesamt 997·000 Mark auf 433 Posten in die Privatwirtschaft in Form von Personalkrediten fließen lassen. Die Höhe der Realkredite(Hypotheken) war schon eingangs erwähnt. Von den gesamten Sparkassenbeständen waren am Schluß des Jahres 1935 angelegt: in Hypotheken 47 Prozent in Wertvavieren 23 Prozent in Kontokorrentkrediten 11 Prozent in Gemeindedarlehen 4 Prozent bei Banken 9 Prozent in anderer Weise 6 Prozent Die Rücklagen der Sparkasse betragen 722 052 Mark, außerdem die Rückstellungen 127 726 Mk. Die Gesamtliquidität der Kasse stellt sich auf 2 417 000 Mark, ist also erheblich überschritten. Angelegt sind die Vermögenswerte hauptsächlich in flüssigen Mitteln bei der eigenen Girozentrale in Höhe von 786000 Mark. in Wertpapieren des Deutschen Reiches und des Landes. in Schuldverschreibungen des Umschuldungsverbandes und in kommunalen Wertvapieren in Höhe von zusammen 2 317 725 Mark. Von dem nach den vorgenommenen Abschreibungen und Rückstellungen und der erfolgten Bilanzierung der Umschuldungsanleihen mit 91 Prozent des Nennwertes noch verbleibenden Reingewinn von 28 540 Mark wurde ein Teil dem Garantieverband zur Unterstützung der Hochwassergeschädigten und der Restbetrag der gesetzlichen Sicherheitsrücklage gutgebracht. Custeop=Kaußet Castrov=Rauxel, 3. Dezember 1936 II. 13 Entwlarlung der Ipakrasse der Stadr Gastrop=Kauzer Jeder 4. Einwohner Castrop-Rauxels hat ein Sparbuch Geschäftsbericht für 1935— Die Ausgleichsstock=Verpflichtungen sind abgedeckt Förderung der Privatwirtschaft durch Kredite— 28 540 RM. Reingewinn 6797000 auf 6 951000 Mark erhöht haben. Die Vermehrung setzt sich aus Einzahlungen in Höhe von 2 275000 Mark und Zinsgutschriften in Höhe von 209000 Mark zusammen, denen eine Rückzahlung in Höhe von 2330000 Mark gegenüber steht. In letztgenannter Summe ist allerdings die Rückzahlung von 192000 Mark Aufwertungsspareinlagen enthalten. Die Summe der Spareinlagen verteilt sich auf 5 292000 Mark mit gesetzlicher Kündigung und 1 659·000 Mark mit besonders vereinbarter Kündigung. Die Zahl der Sparbücher betrug am Ende des Berichtsjahres 15746 Stück. Damit entfällt sozusagen auf jeden 4. Einwohner ein Sparbuch. Auf den Kovf der Bevölkerung entfielen Ende des Berichtsjahres an Spareinlagen 119.72 Mark. Da es gewiß interessieren wird, wie sich die Sparbücher nach dem Einlagebestand gliedern, sei die betreffende Statistik nachstehend ausgeführt: Der Jahresabschluß der Sparkasse der Stadt Castrov=Rauxel für das Kalenderjahr 1935 ist vom Sparkassenverband geprüft und nach Anhörung der Ratsherren von der Regierung genehmigt worden. Das Vertrauen zur Staatsführung siegelt sich! auch in der Zunahme der Svareinlagen wie im gesamten Geschäftsverkehr wider. Die Wirtschaftsbesserung hat sich allerdings im Ruhrgebiet noch nicht so abgespielt wie anderwärts, da unser Bezirk noch immer Notstandsgebiet ist. Der Einlagenbestand hat sich 1935 um 284000 Mk. erhöht, und zwar die Spareinlagen auf 6 951 000 Mk. und die Scheckeinlagen auf 655 000 Mark. Die Wirtschaftsbelebung brachte einen Gesamtumsatz von 67322000 Mark bei 206 000 Buchungen. Die Buchungsposten haben sich gegen das Vorjahr um 9000 erhöht. Die erfreuliche Aufwärtsbewegung ermöglichte es, die am Schluß des Jahres 1934 noch vorhandenen Akzeptverpflichtungen aus dem Jahre 1931 in Höhe von 160 470 Mark abzudecken. Das eingefrorene Guthaben bei der Landesbank in Höhe von 410000 Mark wurde mit 4prozentigen Schuldverschreibungen des Umschuldungsverbandes deutscher Gemeinden umgeschuldet. Die Verpflichtungen an den Ausgleichsstock sind jetzt erfüllt. An die Bedarfssparkassen sind von der Stadtsparkasse Castrov=Rauxel insgesamt 1 286 904 Mark abgeführt worden. Wesentliche Neuausleihungen im langfristigen Darlehensgeschäft konnten mit Rücksicht auf die bestehenden Anlegungsvorschriften nicht erfolgen. Die Sparkasse hat sich hauptsächlich darauf beschränken müssen, durch kurzfristige Geschäfts= und Wechselkredite zu helfen. Das Hypothekenkontingent beträgt 59 Prozent. ist also noch um 9 Prozent überschritten Die ausgeglichenen Hypotheken betragen 4 101 550 Mark. Der Durchschnittsbetrag der Hypotheken beträgt 4372 Mark. Der Zinsfuß für neue und für Aufwertungshypotheken beträgt 5 Prozent. obwohl der gesetzliche Zinssuß für die Aufwertungshypotheken noch 6 Prozent beträgt. Dieser Zinssatz gilt bereits seit 1 4 1934. Dadurch hat die Sparkasse auch ihrerseits zur Entlastung der örtlichen Wirtschaft beigetragen. Ueber die Spareinlagen war schon oben gesagt worden, daß sie sich von DER an ## E, olle 4 SctioaRi herzen über Ruch dieser kampf wird uns gelingen Wenn alle treudig ihr Opfer bringen! Tag der nationalen Solidarität Das deutsche Volk hat in den letzten drei Wintern und auch in den hinte: uns liegenden Monaten des WLinterhilfswerkes 1936/37 in einmütiger Geschlossenheit und Ovserbereitschaft gezeigt, daß es den Führer in seinem Kampf gegen Hunger und Kälte unterstützt. Jeder trug dazu bei, die Not unserer bedürftigen Kameraden zu lindern. Nicht durch Almosengeben, sondern durch die Ovferbereitschaft aller Stönde wurde die wahre Schicksalsgemeinschaft geschaffen. Alle müssen helfen, daß ein neuer gewaltiger Sieg im Kampf gegen die Not der Gegenwart folgt. und dieser Sieg muß zeigen, daß mit der Größe des Opfers auch die Größe und Stärke des Volkes wächst. Finden Sie, daß das Wetter sich richtig verhält? Wenn der Adventskranz den Beginn der Vorweihnachtszeit angekündigt hat und all die verlockenden Schaufensterauslagen auf das Herannahen des schönsten Festes hindeuten, das der Kreislauf des Jahres aufzuweisen hat, dann wollen Donner und Blitz. Regen= und Hagelwetter sehr wenig in dieses Stimmungsbild passen. erfolgten und gleichzeitig die meisten Konten neu eröffnet wurden, war der Januar. Es darf das als ein Zeichen gewertet werden, daß der Gedanke, dem Kinde ein Sparbuch mit auf den Weihnachtstisch zu legen. nach wie vor im Volke wach ist und immer wieder neue Freunde findet. Heimsparbüchsen waren Ende 1935 insgesamt 642 im Umlauf. Im Lause des Berichtsjahres wurden 302 Büchen geleert. Es zeigte sich, daß im Durchschnitt jede Büchse 19.72 Mark enthielt. Die Sparkasse stellte sich auch der Durchführung des Reisesparwesens für die NS.=Gemeinschaft „Kraft durch Freude" zur Verfügung. Das Reisesparsystem gibt den Volksgenossen. denen für eine Erholungsreise ein Betrag gewöhnlich nicht zur Verfügung steht. Gelegenheit. im Lause des Sechster Rat fürs Backen: Sie müssen die Jormen grünslich fetten und- falle im Rezept angegeben- mit Zwiebackkrumen oder gehackten ManP Zein auestreuen. Kastenformen legt man mit Dapier aus, wenn das Gedäck sichlange frisch hatten soll. Für BieS Achgenen kene uen nur den Boden der Springform und belegt ihn mit Dapier. Backen Sie steie nach den bewährten Oetker=Rezepten mit dr. Oetker's Backoulvee„Backin“! Aber in diesem Jahre hatten wir an den beiden ersten Dezembertagen diese ganze unzeitgemäße Wetterfolge zu verzeichnen. In der Nacht zum 1. Dezember gab es ein ganz anständiges Gewitter und am gestrigen Vormittag sielen, während eine „ägyptische Finsternis“ herrschte und überall Licht brennen mußte. Hagelkörner von der Größe kleiner Vogeleier in solcher Menge, daß sie zentimeterhoch den Erdboden bedeckten. Dazu will man im mittleren Stadtteil, nämlich in Rauxel=Bahnhof und Bladenhorst. in der Nacht zum 1. Dezember wieder einen Erdstoß verspürt haben, der ganz ähnlich verlief wie jener, der mit der unterirdischen Gebirgsbewegung vom Vormonat zusammenhing. Die Wahrnehmungen werden u. a. aus der Victor=, Julius= und Waldstraße gemeldet. Sie sollen zwischen 3 und 4 Uhr früh beobachtet worden sein. Das ungewöhnliche Wetter, dessen wir den ganzen Sommer über uns„erfreuen" durften, soll anscheinend auch im Winter seine Fortsetzung finden. Die Auswirkung der so gar nicht zeitgemäßen Wetterlage macht sich besonders auch im Radio bemerkbar. wo von der sonst um diese Zeit wesentlichen Empfangsverbesserung noch recht wenig zu spüren ist. Im Gegenteil, in den beiden letzten Tagen konnte man im Rundsunk die charakteristischen Gewitterstörungen, die durch die harten Schläge der Vlitze verursacht werden. in einer Weise feststellen, wie es sonst nur im Hochsommer so ausgiebig möglich ist. Wie die Wetterkundigen erklären, handelt es sich dabei um den Ausgleich plötzlich und sorungweise von Island über Schottland. die Nordsee und Holland vorstoßende Polarluft mit der wärmeren Kontinentalluft. Mag dem sein, wie es will. Wir glauben nicht, daß jemand da ist, der findet, daß das Wetter sich richtig verhält. Ab 10. 12. Polizeistunde um 2 Uhr Der Polizeipräsident in Bochum teilt mit: Die Polizeistunde für Gaststätten wird vom 10. 12. 1936 an. wie bereits im Stadtbezirk Bochum. auch in den übrigen Stadtgemeinden des Polizeipräsidialbezirks Bochum auf 2 Uhr festgesetzt. Es kommen die Städte Castrov=Rauxel. Herne. Wanne=Eickel. Wattenscheid und Witten in Frage. Verlegung zweier Wochenmärkte Aus Anlaß des katholischen Feiertages Maria Empfängnis werden die Wochenmärkte in der Altstadt und im Stadtteil Ickern von Dienstag, den 8. auf Montag, den 7. Dezember verlegt. Vorbesprechung über Verkehrsvereinsgründung Oberbürgermeister Dr. Anton hat für kommenden Montag 16.30 Uhr eine Anzahl von Bürgern der Stadt zu einer Vorbesprechung über die Frage. ob ein Verkehrsverein in unserer Stadt notwendig ist oder nicht, in den Sitzungssaal des Rathauses eingeladen. Der städtische Musikbeauftragte lädt zu einer Besprechung ein Der städtische Musikbeauftragte. Musikdirektor Max Spindler hat zum morgigen Freitag. abends 6 Uhr, eine Anzahl von am kulturellen Leben unserer Stadt besonders interessierten Persönlichkeiten zu einer Besprechung in den Gasthof Köllmann einge laden. U. a. ergingen Einladungen an die Vertreter der NS.=Kulturgemeinde. NS.=Gemeinschaft „Kraft durch Freude". NS.=Lehrerschaft. Ortsmusikerschaft. Presse usw. Man geht wohl nicht sehl in der Annahme, daß diese Besprechung vor allem der Frage gilt, wie die bedauerliche Interessenlesigkeit weitester Kreise der Stadt gegenüber dem heimischen Konzertleben behoben werden kann. Silberiubilare der Arbeit Auf eine 25jährige Tätigkeit aus der Schachtanlage„Ickern 1/2“ konnte der Hauer Franz Skoberne. Riedstraße 31, zurückblicken. Der Jubilar. der im Weltkrieg für sein tapferes und unerschrokkenes Verhalten vor dem Feinde sechs Auszeichnungen erhielt, erfreut sich im Kreise seiner Arbeitskameraden wie bei seinen Vorgesetzten der besten Wertschätzung. Das gleiche Jubiläum der Arbeit konnte auch der Elektrofahrsteiger Wilhelm Klee. Adolf=Hitler= Straße 148. in diesen Tagen begehen. Auch er erfreut sich der größten Beliebtheit und Hochachtung. Beiden Jubilaren ein recht kräftiges„Glück auf“ für den serneren, hoffentlich noch recht langen und recht glücklichen Lebensweg! Né6.„Kraft durch Freude“ Goldy kommt mit ihren Brüdern! Ein bunter Abend voll lachender Fröhlichkeit Goldiges Lachen. goldigen Humor und goldige Stimmung, alles geschenkt von einem goldigen Mädel. Jugend hat immer etwas Beschwingtes. Mitreißendes an sich. Aber unsere Goldy versteht es, vielleicht sogar ganz ungewollt. ihr jugendliches Temperament auf die Zuhörer zu übertragen. Ihr goldiges, herzbezwingendes Lachen ist nicht der Ausdruck einer abgedroschenen Routine. sondern der Widerschein einer im Augenblick geborenen Fröhlichkeit. So ist Goldy! Dabei wechseln die geschickten kleinen Hände mit einer verflüssenden technischen Sicherheit vom Akkordeon zum Saxophon und greisen von hier sogar zum Xylophon über. Alles aber im rasendem Tempo gefühlsvoller Geschwindigkeit. Das kann Goldy! Mit ihr stehen zwei jugendliche Männergestalten im Rampenlicht. Goldys Brüder. Das musikalische Trio im Rhythmus der Jugend. Wo diese drei Musiktalente ihr Können, sei es durch frischfröhliche Lieder oder durch die Walzertakte des Rollschuhtanzes, zeigen, weiß die Begeisterung der Zuhörer keine Grenzen zu finden. Nicht umsonst war dieses Programm die Starnummer im Berliner Wintergarten. Ebenso einschlagend war der Ersolg ihrer Mitwirkungen bei der Universum=Filmgesellschaft und beim Reichssender Hamburg. Goldy beherrscht die Bühne und erobert die Herzen: denn sie verlangt und findet im Saale— ihr goldiges Publikum.— Applaus für Goldy! In Castrov=Rauzel finden die bunten „Goldy=Abende" statt im Wichernhaus am 11. Dezember. im Saalbau Felling am 13. Dezember, im Saalbau Müller am 15. Dezember. Der Beginn ist jeweils auf 20 Uhr angesetzt. Verbilligte Karten im Vorverkauf Kleintierschauen sind Volksschauen! Ueberall hat das Kleintier seine Heimat. auf dem Lande und in der Stadt. Diesem allgemeinen Charakter trägt die „4. Reichskleintierschau“ nicht nur in ihrem Aufbau Rechnung, auch die Eintrittsvreise sind volkstümlich gehalten. Jeder deutsche Volksgenosse, auch der Minderbemittelte, soll die Möglichkeit haben, dieser Schau seinen Besuch abzustatten und sich damit über den großen volkswirtschaftlichen Wert des Kleintieres ein wahrheitsgetreues Bild zu verschaffen. In Erkenntnis dieser Allgemeinbedeutung findet in allen Dienststellen der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ der Verkauf von verbilligten Karten statt. Falls in einzelnen Dienststellen keine Karten mehr zu erhalten sind, wende man sich an eine andere Dienststelle oder schriftlich an das Gauamt Essen der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude". Essen. Adolf=Hitler=Straße 64. Die verbilligte Eintrittskarte kostet.60 RM. statt 1 RM. an der Tageskasse. Die starke Nachfrage, die schon eingesetzt hat, läßt es auf alle Fälle ratsam erscheinen, sich sofort eine Eintrittskarte zu besorgen. Ganz besonders sei darauf hingewiesen, daß diese verbilligten Karten nur bis zur Eröffnung der Schau, also bis zum Freitag. dem 4. Dezember, zu haben sind. Nachher erhält man nur Eintrittskarten für 1 RM. an der Tageskasse. 2. Kompagnie des Schützenvereins Alt=Castrop Die 2. Kompagnie des Schützenvereins Alt=Castrop veranstaltet von Samstag. dem 5. 12. 1936. bis einschließlich Montag, den 14. 12. 1936. ein Preisschießen im Kompagnielokal Carl Thiel. Wittener Straße. Teilnehmen können alle Volksgenossen. die falls sie über ein gutes Auge und über eine ruhige Hand verfügen, recht schöne sette Gänse sowie u. a. Reichskriegsopferführer Hanns Oberlindober zum Winterhilfswerk: Das Beispiel des Einsatzes der Prontsoldaten und Kriegsopfer geht jeden an. Nas sie an Gesundheit hingeben, was alte Eltern, Prauen und Kinder an Lebensglück für ihr Volk opferten— jeder Deutsche muß es stets bedenken und danken. Sein Opfer für das Winter-Hilfsverk wird dann zu einer Selbstverständlichkeit einen Frühstückskord erringen können. Aus den ausgehängten Plakaten sind die einzelnen Preise zu ersehen. Diebstahl von 20 Wellensittichen In der letzten Zeit, zuletzt am 29. v.., wurde ein Vogelkäfig auf dem Hose des Hauses Thomas straße 24 aufgebrochen und aus demselben 20 Wel lensittiche gestohlen. Es handelt sich um Vögel mit grünen. gelben und bläulichem Gesieder. Außerdem ist auch ein kleiner Vogelkäsig entwendet worden. Wer kann der Polizei über die Täter Angaben machen? Kraftfahrzeugführer! Meidet den Alkohol! Es mehren sich die Fälle, in denen Verkehrsunfälle auf übermäßigen Abkoholgenuß der Fahrzeugführer zurückzuführen sind. Es wird nochmals darauf hin gewiesen, daß gegen diese gefährlichen Verkehrsviraten unnachsichtlich vorgegangen wird und sie mit einer empfindlichen Bestrafung zu rechnen haben. Diese Verkehrskünder haben mit der Entziehung des Führerscheins zu rechnen. Denn es kann keine Rück sicht genonnen werden auf die geschäftliche Schädi gung. die dem Einzelnen durch die Entziehung des Führer=cheines eintritt. Die Verkehrssicherheit der Straßen und der Schutz der Wegebenutzer gehen vor Einzelinteressen. W SEL Polizeikasse in Bochum 3 Tage geschlossen Der Polizeipräsident in Bochum teilt mit: Am., 4. und 5. Dezember d. J. bleibt die Polizeikasse im Polizeipräsidium. Uhlandstraße 35, wegen Instandsetzung der Kassenräume für den Publikumsverkehr geschlossen. Kaufmannsgehilfenprüfungen Wie bereits durch die Presse bekannt gemacht worden ist, ist Voraussetzung für die Zulassung zur Kaufmannsgehilfenprüfung die Beherrschung der Kurzschrift(100 Silben) und des Maschinenschreibens(120 Anschläge). Befreit sind einmalig die Lehrlinge des Einzelhandels. Da die Beherrschung der Kurzschrift und des Ma schinenschreibens der Kammer gegenüber durch Vorlage anerkannter Bescheinigungen nachgewiesen werden muß, hält das Prüfungsamt für Kurzschrift= und Maschinenschreibprüfungen bei der Industrie= und Handelskammer Dortmund eine Sondervrüfung ab. Zugelassen zur Sondervrüfung werden nur diejenigen Lehrlinge, die die Kaufmannsgehilsenprüfung ablegen wollen. Eine besondere Bescheinigung wird nicht ausgestellt. Ueber das Bestehen oder Nichtbestehen der Prüfung erfolgt lediglich eine Benachrichtigung an das Prüfungsamt. Anmeldungen auf den vorgeschriebenen bei der Industrie= und Handelskammer Dortmund erhältlichen Formularen haben bis zum 10. Dezember 1936 zu erfolgen. R 9 Seachtet und benuti die in den Straßen und Anlagen autgestellten Papierkörbe Ein bunter Strauß neuer Romane Um mit einem alten Bekannten anzufangen, sei Reinhold Conrad Muschlers„Flucht in die Heimat“ an die Spitze gestellt.(Paul NeffVerlag. Leinen.50 RM., geheitet 5 RM.). Von Muschler wurden hier früher schon„Insel der Jugend" und„Biance Maria“ ausführlich und weiter einmal das gesamte Lebenswerk dieses fruchtbaren Dichters besprochen. Wie in„Bianca Maria“ ist wieder„die Welt das Feld“ des vielgereisten Verjassers Sind es dort Deutschland. Italien. Sizilien. Griechenland und Aegypten, so sind es hier außerdem auch noch England. Frankreich und die Schweiz, die den bunten Rahmen für die vielgestaltige Handlung abgeben müssen. Lebensnähe und starker Wille zum Ethischen, die allen Büchern Muschlers eignen, finden wir auch hier aufs edelste gepaart, so daß das Buch kultiviert Unterhaltung und Begegnung mit idealem Menschentum bedeutet. Der Satz„Die Heimat ist alles, und ich bin ohne sie ein Verlassener, ein Ausgestoßener, ein im Leeren hoffnungslos Hängender“ ist der Angelpunkt des problemreichen Namens. Die Lösung des Knoten erfolgt in jener Gesinnung, die den Leser die Schönheit der von göttlicher Schönsung erfüllten menschlichen Seele inne werden läßt. Trotz der Vielgestaltigkeit der handelnden Personen hält Muschler sie wie stets fest in der Hand, so daß es ihm gelingt. sie psychologisch klar herauszumeißeln und die Handlung bis zum Schluß in Steigerung zu bringen, so daß jeder Leser innigsten Anteil nehmen muß und sich bewegt von den urgewaltigen Kräften und Strömen, die aus Blut und Boden fließen und quellen, genau so durchpulst fühlt, wie das bei den Hauptversonen des Romans„Flucht in die Heimat“ der Fall ist. In dem im gleichen Verlag erschienenen„Roman einer Ehe"„Die Trennung"(Leinen.80 RM., geheitet 3 RM.) gibt Hans Rabl uns das erschütternde Bild einer jungen Frau Eva. die unter der Trennung von dem nur seinem Beruf lebenden Mann hart zu leiden hat. Doch energisch kämpft sie für sich und das werdende Kind, während Dr. Tövjer in einem fernen Sanatorium geradezu besessen vom Dienst an der leidenden Menschheit. über der Erfindung neuer Heilmittel brütet. Aber auch in ihm wird die Sehnsucht wach. Ueber Erlebnisse und Mißverständnisse, die sich wie schier unüberwindliche Barrieren zwischen die beiden getrennten Eheleute schieben; hinweg, kommt es schließlich doch allen Widerständen zum Trotz zum Zurückfinden und zur Wiedervereinigung in glückliche Zukunft verheißender Liebe. Ein männlich seines und stilistisch seines Buch für reise und überlegende Menschen.„ Ebenfalls im Verlag Paui Nest. Berlin, in der Roman„Wir sind schon drei“ von Hanna Kie!(Leinen.80 RM., geheftet.50 RM.) erschienen, das den Werdegang eines Knaben über die Jünglingszeit zum Manne schildert. Anlage und Umwelt sind die Pole zwischen denen das Reisen erfolgt. Der deutsche Norden, die Alvenwelt und Aegypten bilden den Schauplatz des Geschehens, das um den Helden brandet und ihn inmitten aller sehnsüchtig bejahten Gemeinsamkeit die Vereinsamung empfinden läßt, in die ihn der frühe plötzliche Tod seines Vaters geschleudert hat. Erst nach dem Zurückfinden zur Heimat erfüllt sich die Sehnsucht des unruhevoll. bangend und zweiselnd Umherirrenden in der Gestalt eines Waisenknaben und eines herben. schlichten, weltwandernden Mädchens. die beide einsam sind und beide daher fühlen und denken können wie er. Reinheit und Schönheit an Sprache tragen mit dazu bei, daß des Buches Lesung zum Genuß wird, der mehr ist als bloße Unterhaltung. Im Bergstadt=Verlag(Wilh. Gottl. Korn), Breslau, ließ Hugo Ramm, dessen Roman„Der Brachthof“, früher hier schon behandelt wurde. ein neues Buch„Die Bonisers"(Leinen.80 RM.. brosch..50 RM.) erscheinen. Dem Bauernroman folgt hier ein Arbeiterroman voll ebenso viel Saft und Eigenwüchsigkeit. Ramm. der Arbeiter ist. bewährt sich als Dichter, der aus engster Lebensnähe heraus in der Unwelt der Zeit, die eben erst hinter uns liegen, in warmherziger Realistik das Ringen um große sozialvolitische Probleme schildert und dabei zu der Erkenntnis führt, daß die marxistische Anschauung vom„politisierten Arbeiter“ eine Irrlehre war. Obschon hier also ein Gegenstand von größter politischer Bedeutung behandelt wird, ist dies Buch doch kein„garstig politisches Lied", keine Problemdichtung schlechthin, da es dem gestaltenden Dichter allein um den lebendigen Menschen und ihre Schicksale geht. So schuf er ein schönes, ernstes und gütiges Buch das er bescheiden„Roman eines kleinen Schicksals" nennt. Das Schicksal eines Deutschen um 1914 behandelt Anny Peyer in ihrem soeben im Bergstadt=Verlag. Breslau erschienenen Roman„Der Weckruf" (Leinen.50 RM., brosch..20 RM.). Eine junge deutsche Medizinstudentin kommt als Tochter eines hervorragenden Arztes über die von ihrem Vaterhaus gepflegten internationalen wissenschaftlichen Beziehungen zur Ehe mit einem englischen Schiffsarzt. Ihr unbefriedigter Wunsch. an der Berufsarbeit ihres Mannes teilzunehmen, und der Ausbruch des Weltkrieges lassen sie zu einem schwanlenden Rahr werden, bis der Heldentod des Mannes und die Vorsehung als Ausländerin durch ihre englischen Verwandten sie im Gefühl völliger Verlorenheit und Abgetrenntheit sich dem englischen Roten Kreuz zur Verfügung stellt, das sie dank ihrer deutschen Sprache zur Betreuung kriegsverletzter deutscher Matreien und Soldaten in Lazaretten und Kriegsgesangenenlagern verwandet. Munden zu heilen, die der Männerkrieg schlägt. So findet sie den Rückweg zu Deutschland und die Hoffnung auf ein neues Heim dort an der Seite eines deutschen Mannes, der ihrer Pflege die Erhaltung seines Lebens verdankt. Aber erst muß ihre Pflicht voll getan. und der letzte Kriegsgesangene heimgekehrt sein! Der in Tagebuchform gehaltene Roman spielt zwischen dem 1. April 1913 und dem 30. Oktober 1915. In den Weltkrieg versetzt auch Georg Grabenhorsts„Fahneniunker Volkenborn“ (Verlag Köhler u. Amelang. Leipzig. Leinen.85 RM.). Das Buch, das bereits bei seinem ersten Erscheinen von allen Seiten Anerkennung sand, liegt jetzt im 15.—19. Tausend als gut ausgestattete Volksausgabe vor. Walter von Molo hatte recht, als er s. 3t. dem niedersächsischen Verfasser schrieb:„Ein reelles, gut gearbeitetes und gekonntes Buch, das vollkommen objektiv die Dinge gestaltet und daher desto erschütternder ist. Es werden viele aus der Kriegsgeneration auf der Strecke bleiben. Ihre Kraft und innere Wahrhaftigkeit haben Sie gerettet.“ In kaum einem anderen Kriegsbuche steht die Persönlichkeit des Helden so für die ganze Generation wie dieser Fahnenjunker. der vom Milchbart in der Reinheit seiner Gefühle, unter schweren Opfern zum Mann reift. Deshalb ist es zu begrüßen, daß gerade jetzt dieses jeden tief berührende und künstlerisch wertvolle Buch nach vier großen Auflagen in verbilligter Volksausgabe breiteren Kreisen zugänglich gemacht wird. Ein Kriegsbuch ist auch Hermann Bredehöfts „Das siebente Jahr“(Franckhsche Verlagshandlung. Stuttgart. Leinen.80 RM.), ein historischer Roman, der 1762, also im letzten Jahr des siebenjährigen Krieges spielt. In eindringlichen Bildern läßt uns das Buch erleben, wie erschütternd in dieser schwersten Notzeit den großen Preußenkönig der Kampf der deutschen Reichsstände gegen Preußen traf; aber seine heroische Persönlichkeit bleibt dem Kleinlichen seiner Zeit gegenüber so erhaben und fest, daß seine Tatkraft und sein Pflichtbewußtsein, seine Zielstrebigkeit und sein Weitblick ihm für alle Zeiten den Namen des Großen sicherten. Sein Volk steht zu ihm, dem ersten Diener seines Staates. trotz Hunger und Not, trotz Armut und Plünderung in opfernder Einsatzbereitschaft. Es ist eine Zeit, die uns gerade heute gegenwartsnah erscheint. und das läßt über dieses echte„Volksbuch“ von Friedrich dem Großen für unsere Zeit aufrichtige Freude empfinden. An diesem gigantischen Kampf um Preußens Sein oder Nichtsein. in dem die Episode des Junkers von Borcke, der in ihm seine Feuertaufe erhält und mit dem stolzen Bewußtsein bewährter Männlichkeit erfüllt wird. nur ein ganz kleines Mosaiksteinchen ist, können wir uns nämlich alle aufrichten und stärken für unsere Zeit. Lernen könen wir auch aus der Selbstbiographie. die der bekannte deutsche Industrielle Heinrich Ehrhardt im Jahre 1922 zum ersten Male unter dem Titel„Hammerschläge, 70 Jahre deutscher Arbeiter und Erfinder“ erscheinen ließ und die jetzt bei Köhler und Amelang. Leipzig, in schöner und billiger Volksausgabe(Leinen.85 Mk.) neu aufgelegt wurden. 82jährig war der aus ärmlichen Verhaltnissen durch eigene Kraft, ohne Unterstützung und„Beziehungen" zum allseitig verehrten Erfinder und Leiter großer industrieller Werke Emporgekommene, als er in der verkehrtesten Zeit durch dieses„Bekenntnisbuch“ die„Tat“ über den„Verdienst" stellte und sich inmitten von Liberalismus und Marxismus zur organischen Gemeinschaft aller im Werk Schaffenden bekannte. So wird auch im neuen Deutschland dieser Mann ein Vorbild für die Jugend sein, deren Losung heißt: „Empor durch eigene Kraft! Alles für die Volksgemeinschaft!“ Daneben ist die Lebensgeschichte dieses Mannes von höchster technischer Begabung. dem so bedeutende Erfindungen wie das Rohrrücklaufgeschütz, das in der ganzen Welt angewandte Zieh= und Preßverfahren zu verdanken sind, natürlich von besonderem Interesse für alle die Volksgenossen, die mit Stahl und Eisen zu tun haben. Eine anerkannte Größe, allerdings auf ganz anderem Gebiete, ist auch der Hold des Romans „Mein Bruder Wolfgang Amadeus“ von Hermann Richter=Halle(Verlag Köhler u. Amelang. Leipzig. Leinen.80 RM.). Der Dichter von„Drei Frauen um Chopin“ und des Lebensromans der Schauspielerin und Sängerin Wilhelmine Schröder=Devrient„Das wilde Herz“. des Romans zwischen Clara Schumann und Johannes Brahms„Von ewiger Liebe“ und der Geschichte der Vier Frauen um Haydn„Jahreszeiten der Liebe“ gibt in seinem neuen Buch den„Lebensroman der Geschwister Mozart“. Das mit zwei Dutzend zeitgenössischen Bildern geschmückte Buch erinnert in Aufbau und Gestaltung an die weltbekannte„Bachchronik“, die den Leser in den Traum einwiegt, als ob Bachs treuliebende Frau selbst erzähle. Das ist keine Herabsetzung, sondern wohl das höchste Lob. das man Hermann Richter=Halle spenden kann. Denn es ist Bestätigung seines Könnens, wenn man sagt, daß es ihm in vollendeter Weise gelang. dem neuen Roman solch lebenswahren Inhalt zu geben. daß es den Anschein erweckt, als sei von Mozarts Schwester Nannerl die Hand des Chronisten geführt, als schriebe sie die Lebensgeschichte, die einen Zeitraum von 50 Jahren umfaßt und die beiden „Wunderkinder“ mit ihrem Vater durch ganz Europa führte und das Rökokoleben an den verschiedensten Höfen schauen ließ. Gar manche bekannte historische Persönlichkeit steht an diesem Schicksalswege, darunter auch Marie Antoinette. Frankreichs unglückliche Königin, mit mannigfachen Verwicklungen und„Affairen“, die die Spannung steigern. Wer Wolfgang Amadeus Mozart schätzt. wird auch dieses Buch lieben. Fr. J. Pruys. Nr. 328 Drittes Blatt des„Stadtanzeigers für Castrov=Nauzel und Umgebung“ Donnerstag, den 3. Dezember 1936 Abeitnisch Wostfatisch. Zil untiegrotet zeutschland will und muß leben! Grgkundgebung der Gaubetriebsgemeinschaft „Eisen und Metall“ Dotmund. Die weite Werkshalle der Firma C. H. Jucho war die Stätte einer gewaltigen Kundgebing der in den Eisen= und Metallbetrieben unserer Heimat schaffenden Volksgenossen. Wieder eiimal war der Lärm der Niethämmer dröhnenden Marschtritt und flotter Marschmusik gewichen. Nach dem Einmarsche der Fahnen und der Werksharen sprach Gaubetriebsgemeinschaftswalter Viedach Worte der Begrüßung. Kreisleiter Hesseldieck begrüßte die Männer aus den Eisen= und Metallbetrieben als Arbeitsbeauftragte der Nation und betonte, daß diese machtvolle Kundgebung an die Feierstunden in der Kampfzeit erinnere. Reichsbetriebsgemeinschaftsleiter„Eisen und Metall“. Pg. Jäzosch. wies darauf hin, daß der deutsche Mensch schon von jeher der Not und der Sorge ausgesetzt war und die Jahrtausende in ihm das Bewußtsein weckten, daß er kämpfen muß, wenn er leben will. Gauobmann Ernst Stein sagte u.., daß, wenn wir an das Schicksal die Frage stellen, was die Aufgabe des deutschen Volkes ist, sie lauten würde: Du, deutsches Volk. hast tagtäglich um dein Leben zu kämpfen! Es gehe in diesem großen Entscheidungskampf um die Frage, ob deutsche Art und deutsches Wesen der Welt erhalten bleiben soll. Das Deutsche Reich sei heute nach innen geschlossen und nach außen stark, es habe die ersten und besten Arbeiter in der ganzen Welt und werde sich zu behaupten wissen. Hinein ins vierte Jahr! Festaufführung der NS.=Gemeinschaft„Kruft durch Freude" Dortmund. Aus Anlaß der 3. Jahresfeier der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ wurde am Sonntag für den Gau Westfalen=Süd im Dortmunder Stadttheater eine Festaufführung veranstaltet. Gauwart Pg. Breidenbach sprach einleitende Worte. durch die er noch einmal kurz die Leistungen des jüngsten Geburtstagskindes der DAF. in den drei Jahren herausstellte. Stellv. Gauleiter. Pg. Vetter. zog in seiner Ansprache Vergleiche zu früheren Zeiten. vor allem aber zu der Zeit der Gründung der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“, in der dem Wollen dieser Gemeinschaft noch mit äußerst skeptischen Gefühlen begegnet worden sei. Heute sei sie dagegen aus dem Volke gar nicht mehr wegzudenken. denn einzig und allein sie sei dazu berufen, den deutschen Arbeiter auch seelisch zufrieden zu stellen und ihn im Auftrage des Führers den Kulturwerten des deutschen Volkes zuzuführen. Abschließend richtete er den Appell an alle. die NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude" in ihrer großen Aufgabe nach besten Kräften zu unterstützen, damit das Werk der kulturellen Betreuung und der Feierabendgestaltung des deutschen Volkes, mit dem der Führer diese Gemeinschaft beauftragt habe, sich vollende. Dann begann das Spiel zum Geburtstag der RSG.„Kraft durch Freude":„Die Fledermaus“. Letzte Tagung des Reichsverbandes Deutscher Kleinkaliber=Schützen=Verbände Uebernahme in den Deutschen Schützenbund— Ehrungen— Kamoradschaftsabend Dortmund. Der Gau Westfalen im Reichsverband Deutscher Kleinkaliber=Schützen=Verbände hielt im Hotel„Kaiserhof“ eine Gautagung ab, die sehr stark von den Vereinen des in der Auflösung begriffenen RV. DKKSV. besucht war. Die Vereine werden in den Deutschen Schützenbund eingegliedert. Die letzte RV.=Tagung wurde vom Gauführer Kaiser eröffnet. Er wies zunächst auf die Bedeutung dieser letzten Tagung hin und sagte dann, daß der Gau Westfalen im Deutschen Schützenbund in 6 Kreise eingeteilt würde und daß von diesen Kreisen zehn durch Männer des RV. DKKSV. besetzt werden, was ein gutes Zeichen für die in den vergangenen Jahren im RV. geleistete Arbeit und eine Anerkennung für den alten Reichsverband sei. Der alte Geist des Reichsverbandes sei auch gewährleistet durch die Richtlinien des neuen Bundes. Die Gauführung bleibe in Dortmund. Die Geschäftsstelle in der Hansastraße werde ebenfalls übernommen. Das Opferschießen findetam 14. Februar n. Is. statt. Ueber den künftigen Schießbetrieb berichtete Kam. Funke an Hand der neuen stimmungen. Die Schießleitung in Berlin hat festgelegt, daß bei Schießen nicht nur nach der Ring=. sondern auch nach der Punttzahl geschossen und gewertet wird. Die verschiedenen Schieß=Klassen bringen als neue Aufgabe die sitzende Uebung, die bei allen Klassen berücksichtigt ist. In Zukunft wird auch mit der Wehrmannsbüchse geschossen. Eine Meisterklasse und eine Scharfschußklasse mit genauer Einteilung über Treffer und Ringzahl ist eingerichtet worden. Es wird geschossen auf einer 12er Ring=Figur=Scheibe, Entfernung 175 Meter. Für den Wettkampf sind noch neue Bestimmungen zu erwarten, und zwar für alle Waffenarten. Gauführer Kaiser nahm dann die Ehrung zahlreicher Kameraden vor. Es wurden Olympia=Plaketten an Ehrengauführer Lefevre, ferner an die Kameraden Riechmann, Pontel, Mentrup. Sonnenschein, Schrag. Lücke. Schünemann, Schneider, Kaiser und Funke verteilt. Die Ehrennadel des RV. mit Goldkranz erhielten die Kameraden Schrag. Mönnikes. Pollmeyer, Westermann und Lembke. Die einfache Ehrennadel des RV wurde außerdem den Kameraden Mengel. Weyers. Heitebrügge. Voigt, Lankow. Stüwe und Mentrup für ihre Verdienste um das Schießwesen im RV. verliehen. Gefahrdrohender Brand in einer Matratzenfabrik Dortmund. In einer an der Münsterstraße gelegenen Matratzenfabrik entstand während der Mittagspause wahrscheinlich dadurch ein gefahrdrobender Brand, daß glühende Kohlen aus dem Ofen sielen und das in der Nähr des Ofens aufgestapelte Pavier in Brand setzten. Dem energischen Eingreisen der Feuermehr ist es zu danten, daß nicht die ganze Fabrik zerstört wurde. ist, sein 50. Lebensjahr. Sein Vater hat einen bekannten. seit 70 Jahren bestehenden Bierverlag gegründet. Schon früh bewies er eine geschickte Hand für den Traberrennsport und ist zu einer der volksBeim Schmieren der Weichen überjahren tümlichsten Persönlichkeiten Gladbecks geworden. Den größten Erfolg seines Lebens errang er durch seine „Tifra“ mit dem Sieg beim Derby 1933 in Berlin. Interessant ist es, zu erfahren, daß Middeldorf im vorigen Jahre durch seinen Traberrennsport 90000 und in diesem Jahre 70000 RM. gewann, womit Middeldorf an der Spitze aller westdeutschen Traberrennstallbesitzer steht. und getötet Bochum. Aus dem Riemker Bahnhof wurde der in den sechziger Jahren stehende Arbeiter Bogatzki. dem es seit 30 Jahren obliegt, die Weichen zu schmieren, überfahren und auf der Stelle getötet. Als er wieder seinem Beruse oblag. wollte er sich vor einem herankommenden Zuge in Sicherheit bringen, glitt aus und konnte sich nicht mehr retten. Westdeutschlands erfolgreichster Traberrennstallbesitzer Gladbeck. Am 30. November vollendete der erfolgreichste Traberrennstallbesitzer Westdeutschlands. Drei Arbeiter schwer verletzt Duisburg. Nachts fuhr ein Personenwagen in eine Gruppe von drei auf der Strecke beschäftigte Arbeiter des Gas= und Elektrizitätswerkes. Alle drei Arbeiter wurden schwer verletzt, so daß sie ins Krankenhaus eingeliefert werden mußten. LebensJohann Middeldorf, der hier seit 30 Jahren ansässig gefahr besteht nicht. Der Bundesführer des Deutschen Reichshriegerbundes Reinhard zum Wintertilfswerk: 0 Srmzt.. a. al- Mu- A r 71 TTT II. 18 u + 1. Reichstleintierschau vom a. bis 8. Bezemder Ausstellung für Stadt und Land in Essen Essen. Die Notwendigkeit der jährlich stattfindenden Reichskleintierschau bedarf keiner Rechtfertigung mehr. Zu offensichtlich sind die Erfolge dieses seit der Machtergreifung des Nationalsozialismus begonnenen Unternehmens, zu untrennbar ist sie mit der Entwicklung unserer deutschen Kleintierzucht verbunden. Und je härter der Daseinskampf, desto unumgänglicher die alljährliche Heerschau der deutschen Kleintierzucht mit ihrer umfassenden Selbstbetrachtung und Abschätzung erreichbarer Leistungshöhe, mit der großzügigen Kundgebung, die diese Schau darstellt. Deshalb ist die diesjährige„4. Reichskleintierschau“, wenn sie am 4. Dezember in Essen ihre Tore öffnet, die große Gelegenheit, bei der der deutsche Kleintierzüchter und=halter aus seinem beruflichen Wirken heraustritt in die Gemeinschaft seiner Berufsgenossen, nicht nur, um Rechenschaft abzulegen über ein Jahr mühegesegneter Arbeit, mehr noch, um Tuchfühlung mit der Zeit zu behalten und— zu lernen. Wenn auch der deutsche Kleintierzüchter Genüge findet in dem Bewußtsein, sich nicht zu schonen, so weiß er doch um den Wert der Uebung, die eigene Leistung an der des anderen zu messen und den Austausch an Erfahrungen zu pflegen. Aber nicht allein dem Kleintierzüchter und=halter will die 4. Reichskleintierschau nützen, dem ganzen deutschen Volke wird sie zeigen, welch wertvoller Zweig unsere Kleintierzucht im deutschen Wirtschaftsleben ist und unter welchen Voraussetzungen man selbst Kleintierhalter werden kann, um auch zu seinem Teil beizutragen, das stolze Gebäude einer wahrhaft dem Volke dienenden Nationalwirtschaft wieder aufzurichten. Es ist ganz selbstverständlich, daß in diesem großen Rahmen auch der zahlreichen ideellen Gesichtspunkte gedacht wird. Die Kleintierpflege und die daraus erwachsende Freude an der Natur sind Künder der Gemütswerte, die gerade uns Deutschen seit undenklicher Zeit im Blut liegen. Sie wach zu halten und zu fördern, ist gleichfalls eine wichtige Aufgabe, die auch bei dieser Gelegenheit ganz besonders herausgestellt wird.— Alle diese Gesichtspunkte, sie verleihen dieser Schau ihren tiefen Sinn: Zwischen Stadt und Land gibt es keine Gegensätze mehr! Das Kleintier überbrückt sie alle! Eine Reihe wichtiger Veranstaltungen von Fachgruppen und Sondertagungen finden im Rahmen der„4. Reichskleintierschau“ in Essen statt. Einen Höhepunkt bringt am Samstag abend die Kundgebung des Reichsverbandes Deutscher Kleintierzüchter mit anschließendem Kameradschaftsabend in sämtlichen Räumen des Saalbaues. Die Ausstellung ist von Freitag. den 4. Dezember, bis einschließlich Dienstag, den 8. Dezember 1936, von 8 bis 18 Uhr täglich geöffnet. Aus demn Munsterkattd Tagung der westf. Eierkennzeichnungsstellen Münster. Die Inhaber und Leiter der der Landesbauernschaft Westfalen angeschlossenen Eierkennzeichnungsstellen unserer Provinz haben sich im großen Saale der Münsterlandhalle versammelt, um die wichtigsten Fachfragen zu erörtern. Der Leiter der Kleintierzuchtabteilung der Landesbauernschaft. Tierzuchtinspektor Becker, gab zunächst einen Ueberblick über die Tätigkeit der Eierkennzeichnung=stellen Westfalens im Jahre 1936. Danach hat sich deren Zahl gegen das Vorjahr ganz erheblich auf 422 erhöht. vor allem aus dem Enneve=Ruhr=Kreise wie auch aus der Gegend von Altena und Iserlohn. 700 Betriebe wurden kontrolliert. und in 117 Fällen konnten Prämien für Handelsklasseneier vergeben werden. Verstöße gegen die Bestimmungen seien mit aller Schärfe geahndet worden.— Für den verhinderten Stabsleiter der Hauptabteilung 3 der Landesbauernschaft Westfalen sprach Dr. Gerdemener über„Sinn und Aufgaben der nationalsozialistischen Marktordnung“, die dazu dienen solle. in Deutschland für jährlich drei Milliarden RM. Lebensmittel mehr zu erzeugen. als dies zur Zeit der größten Arbeitslosigkeit notwendig war.— Dann behandelte der Abteilungsleiter der Hauptvereinigung der deutschen Eierwirtschaft. Gerichtsassessor Niemann (Berlin), das Thema:„Die rechtlichen Voraussetzungen für die Durchführung der Eiermarktordnung". Dabei wies er nach, daß es sich im lausenden Jahre infolge der Einführung des Andienungszwanges als notwendig erwiesen habe. die der Andienung unterworfenen Waren ausnahmslos standardisiert in Verkehr zu bringen.— Zum Schluß verbreitete sich Geschäftsführer Marquardt(Unna) über„Die Aufgaben der Eierwirtschaftsverbände". die vor allem auf die Erhöhung der Erzeugung hinauslausen. Des weiteren wandte er sich mit aller Schärfe gegen den Schwarz= und Schleichhandel. Der Vater des Stabschefs der SA. 77 Jahre alt Bevergern. Schuhmachermeister August Lutze. der Vater des Stabschefs der SA. und Oberpräsidenten der Provinz Hannover, vollendete am Mittwoch sein 77. Lebensjahr. Er wurde hier am 2. Dezember 1859 als Sohn einer alteingesessenen Bevergerner Familie geboren, leistete seine Militärzeit bei den Dreizehnern in Münster ab und kann im nächsten Jahre das Goldene Jubiläum als selbständiger Meister seiern. Wie seit Jahrzehnten. so nimmt er auch noch heute rege an allen kommunalpolitischen Ereignissen seiner Vaterstadt teil. Die Wildspende der Warendorfer Jäger ins Best Warendorf. Aus allen Gemeinden unseres Kreises wurden in der vorigen Woche Wildivenden unserer Jäger nach hier gebracht. und das erfreuliche Ergebnis, das hier nach Recklinghausen verfrachtet werden konnte, waren für das vortige Winterhilfswerk 11 Rehe. 108 Hasen. 920 Kaninchen. 132 Fasanen, 2 Rebhühner wie auch eine Ente und eine Wildtaube. Kind von einer Ratte angefressen Olsen. Die Ehefrau des Postschaffners Merten wurde nachts durch das Schreien ihres erst vierzehn Tage alten Kindes geweckt und jah. daß eine diee Ratte aus dem Gesicht des Kindes saß und es durch Kratz= und Bißwunden verletzte. Bißwunden waren hauptsächlich an der Nasc des Kindchens. Aus dem Sauerland Noch keine Aufklärung des Wittener Raubüberfalles Witten. Der Raubüberfall auf den Boten der Dresdner Bank in Witten hat bisher noch keine Aufklärung gefunden. Ergänzend wird mitgeteilt. daß der eine der Täter kurz vor Ausführung der Tat mit einem auffallend großkarierten Mantel gesehen worden ist. Bei der Ausführung der Tat muß er diesen Mantel abgelegt haben. Wem ist eine Person bekannt. auf die die bekanntgebene Beschreibung paßt? Der Mann war etwa.80 Meter groß und von schlanker Gestalt. Die geschädigte Bank bzw. ihre Versicherung hat einen Betrag von 15 v. H. des wieder herbeigeschafften Geldes als Belohnung ausgesetzt. Die Bevölterung wird noch mals um regste Mitarbeit gebeten. Die gesamte Ernte verbrannt Iserlohn. In der Stallung des Landwirts Kreuger in der Nachbargemeinde Ende entstand ein Brand, der sich rasch auf das gesamte Gehöft ausdehnte und die Baulichkeiten mitsamt der ganzen Ernte des Jahres vernichtete. Nur das Vieh und die Möbel konnten gerettet werden. Die Familie ist obdachlos und wurde von einem benachbarten Bauer ausgenommen. Aus dem Weser= und Emsland General Hohmann, Minden, gestorben Minden. Unerwartet ist in Minden, wo er nach seiner aktiven Dienstzeit, in der er zuletzt Kommandeur des 6. Preuß. Artillerie=Regiments war. Generalmajor a. D. Friedrich Hohmann gestorben. Nach dem Kriege stand er in verschiedenen Garnisonen und machte in Minden die Verminderung des Reichsheeres auf 100000 Mann mit. Er ist im Besitz des Eisernen Kreuzes 1. und 2. Klasse und des Hohenzollernschen Hausordens. Nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst war er an führender Stelle in den vaterländischen Verbänden uiktig und u. a. auch Ehrenführer der Mindener Gardekameradschaft. Zimmermann durchs Dach gestürzt und getötet Steinheim. Auf dem Dache der hiesigen Möbelfabrik war der 62jährige Zimmermann Anton Walbaum mit Ausbesserungsarbeiten beschäftigt. Dabei glitt er auf dem vereisten Dache aus und stürzte durch eine Scheibe. Er war sofort tot. Der Famis lie dieses fleißigen, allgemein beliebten Handwerksmeisters bringt man allerseits aufrichtige Teilnahme entgegen. Schüler vom Herzschlag getötet Lippstadt. Der in Bettinghausen wohnende 16jährige Handelsschüler Heinrich Risse hatte sich wohl etwas verspätet, um den Zug.22 Uhr auf dem Bahnhof Horn zur Handelsschule in Soest noch zu erreichen, und strengte sich, obgleich er den Weg fast nur laufend zurückgelegt hatte. noch erheblich mehr an, als er den Zug herankommen hörte. Zwar gelang es ihm noch, den Zug zu erreichen Aber auf dem Trittbrett brach der 16jährige junge Mann, vom Herzschlage getroffen, tot zusammen. Von Rhein, Mosel und Saar Der Hahn im Stadtwappen von Haan Haan. Die Ratsherren der Stadtgemeinde Haan berieten in ihrer letzten Sitzung über die Einführung eines Stadtwappens, welche schon seit 1923 die Gemüter bewegt. Dazu teilte Bürgermeister Adrian mit, daß der für diese Frage eingesetzte Beirat sich für den Bergischen Kräher" als„ein vortreffliches Sinnbild für den kampfesfrohen Geist. von dem die Einwohner der Stadt Haan von jeher für ihre Heimat beseelt sind“ entschieden habe. Er beabsichtigte deshalb. seine Einführung zu beschließen. Die Genehmigung des Stadtarchivs stehe in sicherer Aussicht. Obwohl der Name der Stadtgemeinde Haan von Hain(Umhegtum) abgeleitet sei. ist die Wahl des Beirates und des Bürgermeisters doch auf die Darstellung des Hahnes gefallen, weil ein Wappenbild, das die Umhegung zeigen würde, nie an den wirklichen Stadtnamen erinnert hätte. Dem Beispiel anderer Städte folgend, wählte der Bürgermeister deshalb, wie er ausführte, das Hahnenwanpen aus Gründen der Volkstümlichkeit und Einprägsamkeit unter Anerkennung seiner etymologischen Unrichtigkeit. Von Flammen umhüllt Linnich. In dem Nachbarort Dürwiß kam es zu einem schrecklichen Unglücksfall. Ein neunjähriges Kind holte einen Topf mit Milch vom Herd und faßte diesen mit seiner Schürze an, die am Herd Feuer fing. Im Nu war das Kind von Flammen umhüllt. Es eilte auf den Hof. Mit lebensgefährlichen Verletzungen wurde das Kind in das Eschweiler Krankenhaus gebracht, wo es bedenklich darniederliegt. A. 1 Der Sod tauert im MNoor onmen Xa. Miniz Alle Rechte vorbebellen bei: Horn-Verleg, Berlin W. 33 Roman von WDerner S. Biniz „Du lieber Gott— wie man eben in so einer kleinen Stadt miteinander befreundet ist.— Befreundet, das ist überhaupt schon zu viel gesagt, vir kind Bekannte—., ,. 16 1. 8uch.— „Natürlich, natürlich, so mein—. Sie waren übrigens mit Hanni Freidank verlobt?“ „Und Sie gollten, diese Verlobung lösen, nicht Herr kommisar— und u915 albe in Teiser ie Stzeiegesgeaisen Sie hatteg, an jenem Abend vor acht Tagen Sie damit hinauswolln. Sicher waren Sie bei dem alten Freidank, und der hat Ihnen „Rein, ich)—.— dez vgani ienem Tage blsaiz Sschse Seächeche „Und da irrten Sie durch das Moor, durch den Nebel— und mit einem Male stand liche Gestalt vor Ihnen—— wie damals vo „Kante Die ein Arzorsgung ere uen gen. seas ors haek Aache e der. Shes kalte soater Mord wie damals bei Hangi., Freidagk. legter Mord wie damals bei Hanni Freidank, —— und vielleicht waren Sie auch damals nicht auf—— ich schwöre Gerhard Asper schauspielerte wohl kaum, Froß hatte ein seines Empfinden für die geringste UnLolt cane bansesiche iscehlscheleandten sche esc eece Hause, ich habe noch etwas zu erledigen. Guten Abend!“ Gerhord Asper woz der Zöher ar hatte sich bis Schluß schr in der Gewalt gehabt, aber gewisse Anzeichen sproger. hetsch wach hestellt war. deren Auspirkungen Motir WParnt, Vsegthashelen Kennenlernen des jungen Mannes festzu figten, wenn es darauf ankan, ihr triebhaftes Uind dann war da noch Doktor Martel Warnungsversuch, der doch unzweifelhaft nur Gerhard Asper gegolten haben konnte. Aber warum hatte Martens warnen wollen? Vor es ihm vielleicht borau Henge gang erez von missars keineswegs da. Im Gegenteil Haktor Martens' Landhaus angekommen war. Doktor Martens' Landhaus angekommen war. o; geigeltür des Schuppens war nicht ganz Die Flugelur des Schuppens war nicht ganz geschlossen. Helles Licht schimmerte durch den den Buhrios, Heregs gug die Rasenfläche und schritt so gerabewegs auf S9e u uiger Hanshgeit de Hernicher, sinkend zu erkennen, die sich da vorsichtig dem Vor dem Tor blieb der Kommissar stehen und warf einen flüchtigen Blick in den Garagenraum. Dort stand, mit Eimer und Putzlappen in der Hand, Doktor Martens vor seinem war damit beschäftigt, die Karosserie sorgfältig Der Kommissar stieß die Tür auf, trat ein. „Guten Abend!— Da bin ich!“ Martens hatte sich haftig umgewandt. Sein Gesicht war von der Arbeit gerötet. „Ah,— guten Abend, Herr Kommissarl— Ich erwartete Sie nicht so schnell. Wir wollen doch lieber ins Haus hinüber—“ „Nein, nein, lassen Sie sich nur nicht bei Ihrer Arbeit stören, Herr Doktor! Was wir miteinander zu besprechen haben, können wir ja auch hier erledigen. Sie pflegen wohl für gewöhnlich Ihren Wagen nicht selbst zu reinigen?“ „Nun,— nehmen Sie es mir nicht übel, aber Sie stellen sich dabei ziemlich ungeschickt an. Ich beobachte Sie nämlich schon ein Weilchen von der „Ja, sonst macht das auch immer der alte Penzkl, der uns auch hier im Garten 5Ag mi: gurgr „Sie bewohnen also das Haus mit Ihrer Schwester ganz allein?“ Auerdipgs, Han.na. z. Aankens. „Sind Sie schon lange in Zaufen?“ „Vor drei Jahren übernahm ich die Praxis nach dem Tode des alten Schober— igen „Vor drei Jahren,— so, so. Zur gleig,„Geit also, als Larsen den Moorhof kaufte, nicht wahr?“ Sie wollten mir etwas über die Morde Die unvermittelten Gedankensprünge des Kommissars schienen Martens ein wenig aus der daß man sich so seine Gedanken über diese beiden furchtbaren GeschehDas begreife ich, mir geht es auch so:. „Und da habe ich mir—— übrigens muß ich Sie um Entschuldigung bitten, Herr Kommissar. Vorhin bei C neliusens habe ich Sie in mein Erregung unvorsichtigerweise bei Ihrem Amts„Vorüber waren Sie denn so erregtr„Nicht eigentlich erregt—“, verbesserte sich Martens.—„Ich war nur so ganz von meinem ia Sprechen=P. diesem Gedanken wollten Sie „Ja, das wollte ich.— Sehen Sie, Herr s Selocdeuen Aldt, Geöhaike sid, Schoshe Morde uner den geichen Anseizgr aie 655 den, nicht wahr?“ Das ist schon richrig. gragg—. Run, ich besahte, Ohrgere Potors. „Richt bedingungstog, perr goktor!“ ug, „Jedenfalls möchte ich jetzt Ihnen gegenugeg betonen, daf ich der festen bertgsesetzen.ergrecher die beiden Morde von dem gleichrng,###grecher —— das heißt, Verbrecher ist rechte Wort, wenn meine Annahme zutrifft.“ glaube fest, daß ein Irrsinniger der Täter gewesen ist.“ „Beide Verbrechen sind so ganz ohne jeden ersichtlichen Beweggrund begangen worden „Das heißt: wir kennen vorläufig noch keinen Beweggrund. Oder besser gesagt: es gibt mehrere His Lcshen Gans lais Kast ac der Llite „Warum nichts Das wäre schließlich aubhnein Gerhard Aspers Mutter im Irrenhaus starb? mit Ihrer Annahme, auf Täter hindeuten, nicht wohr'; gi, gren 6. Posten, uu Asger Zeie ich basel nösz er weien str. Sch meinte velnehe, des in einsam menschenscheuer Sonderling das Moor Larsen!“ Entweder Asper oder Larsen, — auf einen von diesen beiden mußte Martens Mörder gewesen sein—“ Sache doch nicht ins Scherzhafte ziehen, Herr Kommissar. Ganz abgesehen davon, daß dieser— — Scherz recht sonderbar ist—“ „Was halten Sie von dem Ehepaar Co nelius?“ „Ich kenne sie kaum—“ „Nur rein nachbarliche Beziehungen, nicht wahr?“ „Auch zu— Frau Ursula?“ „Ich verstehe Sie nicht, Herr Kommissar!“ „Ist ja auch gleichgültig.— was mir übrigens gerade einfält.— Ihr Bogggr zu mäscgerl gen, um einen Spaziergang ins Moor zu machen, Kur dort hinten über den Gartenzaun, über die Bahngleise, und dann ist man schon ganz in der Nähe des Moorhofes.— Sie wissen doch, daß Larse DDer Rann vom Moorhofl— 3ch kenne ihn kaum.“— Die feindliche Abwehr in den Augen des Arztes war unverkennbar. „Oh, er ist ein interessanter Mann, dessen Bekanntschaft sich schon lohnt.— Ist eigentlich Gerhard Asper in Ihrer ärztlichen Behandlung, Herr bin der einzige Arzt hier in der Stadt. e Ke certichen hachsn der daune Noch einen letzten Rundblick warf Traß in die Garage, dann lachte er leise.„Das glaube ich Ihnen aufs Wort. Vielleicht war das auch meine Absicht.— Und nun will ich Sie nicht langer stören. Sie müssen doch Ihren Wagen putzen.— Ist wohl lange her, daß Sie ihn nicht gesäubert „Vor zwei Wochen ungefähr., 3ch gehrguche ihn ja auch nicht oft. Nur wenn ich einmal in eins der Dörfer hier in der Nähe gerufen werde. In der Stadt erledige ich meine Geschäfte zu Fuß.“ „Danke, das wollte ich auch nur wissen.— Auf Viedersehen, Herr Doktor Martens!“ Und Traß verließ die Garage, ohne auf eine Erwiderung des Arztes zu warten. Schritt, der Helligkeit dort drinnen geblendet, unsicher in den nebligen Abend hinaus. Tappte in die Dunkelheit hinein und wußte nicht recht, wohin sein Weg durch den Nebel ihn führen würde. In mehr als einem Punkt hatte Martens ihn Er stand zu Frau Ursula in einem gefährlich nahen Verhältnis, sein Wagen war viel 3g au: ber, um nicht bereits vor ganz wenigen Lagen gereinigt worden zu sein,— und so eine kleine Gewiß, sie mochten bedeutungslos sein,— aber kannte den Mann von Noor. sehr gut, er glaubte sicherlich selbst nicht an Worve— eine Ho 1, Toeresig, heute nach. behauptet, beß Vgrezgon, og.e iezage Srecht, als der Mord an Hanni Freivunt geschah, unterUnd war Hanni vielleicht doch die Geliebte des Doktor Martens gewesen? Schade, man hätte es dem Arzt auf den Kopf zusagen sollen und dann sehen, was er für ein Gesicht dazu gemacht haben Nun, die Möglichkeit blieb ja noch immer—.— So, da war die Gartenpforte. Nun nach rechts hinunter zur Hauptstraße und dann Ja, was dann? Ins Gasthaus gehen? Nicht nur hier auf der Straße tappte Traß im Nebel. Auch mit seinen Nachforschungen war es so, daß er sich durchs Ungewisse vorwärts tastete. Martens? Asper? Larsen? Cornelius oder Frau Ursula? Und zwei Opfer des unbekannten Mörders, Hanni Freidank und Torda Lundfal, die aus Schweden hergekommen war, um hier ihrem Welche Berdihbung Heite erichf Bäise der. Freagen m b geagen 2. v. und vniegenbwenig, nachdem er am Nachmittag den Mann im Moor so sehr auf seiner Hut gesehen hatte. „Was haben Sie mir nun zu sagen?“ „Ich?— Nichts.— Aber Ule hat Ihnen etwas zu erzählen, was Sie zweifellos interessieren wird. „Mich interessiert nur, wer die beiden Morde im Moor begangen hat,— und auf diese Frage wird Ihr Knecht wohl kaum die rechte Antwort geben können.“.„. M 475341 „Das kommt darauf an.— Los, Ule, erzähle.“ Na, da war Traß aber neugierig, was man ihm nun wieder für einen Bären aufbinden wollte. Der Knecht rieb sich die Rase Sehen Sie, das nin wieder für einen Bären aufh Der Knecht rieo sich die Nase.„Sehen ist nämlich so,— wenn man auch da draußen im Moor wohnt,— so weit ist die Stadt doch nicht entfernt, daß man nicht mal davon hört, was hier gesprochen wird. Und da hat der junge Asper Aha, auf Gerhard Asper also war es abgesehen. „Und da hat der junge Asper gesagt, daß er damals vor einer Woche nicht mit der Lehrerstochter zusammen war. Das stimmt aber nicht.“ se „Ja,— ich habe die beiden gesehen.“ „Oben im Wald— ganz in der Nähe von der „Was machten Sie denn das 3ch denke, Sie hausen nur im Moor?“ „Ule sollte ein bißchen Brennholz sammeln“, mischte sich jetzt Larsen ein.„Im Herbst ist der Wald von der Försterei zum Holzsammeln freiUnd da beobachtete Ule das junge Mädchen und Gerhard Asper?“ „Ja.— Na, erzähle doch, Ule!“ „Das war nämlich so—— ich ging erst be Dunkelwerden in den Wald— denn— nicht wahr?— so lange es hell ist und die Nebel noch nicht steigen, hat man im Moor genug tun. Und da kamen dann die Beiden an mir vorbei. Sie sprachen sehr laut miteinander „— so, daß Sie das genau hören wie Asper dem Mädel einen Spaziergang ins Moor vorschlug, nicht wahr?“ „Nein, davon hat er nichts gesagt.“ „Schade.— Also was sagten sie sonst?“ „Sie sagte nur etwas,— die Lehrerstochter. Sie sagte ihm, daß er in Georgswalde ein Mädel sitzen habe und daß er sie doch nur loswerden =36,— und dannf“ „Dann?“ „Was war dann weiter?“ „Nichts, die Beiden gingen weiter und ich blieb an meiner Sammelstelle.“ sehebeutch) weniger erfundene Geschschte zu lbten zu bekommen, die nur den eineg. Zres Knecht ihm nun aber erzählt hatte, klang gar nicht einmal so unwahrscheinlich. „Sie werden Ihre Aussage vielleicht vor dem Landjäger wiederholen müssen, mein Lieber. „Ich will nichts mit der Polizei zu tun haben.“ „Dann hätten Sie nicht zu mir kommen Wieder mischte sich Larsen ein. wissen, Herr Kommissar, daß Ule ein entlassener „Sos9.u; Bas hat er demn auf dem Kurb„Totschlag.— Er war damals völlig be„Uns trinkt er jetzt auch nochs„Auf dem Moorhof gibt es keinen Wtaßel, r Kommissar. Außerdem, sehrannte Kinver sache früher oder später erfahren hätte.“ „Ihre Aufrichtigteit freut mich, Herr Larsen. Nur schade, daß Sie heute nachmittag nicht eben Es hat eben jeder so seine Ueinen Gehemmeine Aufgabe hier wohl erledigt is#, Herr R0.Larsen dentete lichelnd auf die beiden leren Bierseidel, die vor Ule und vor ihm auf dem Tisch standen.„Erst muß ich noch meine Zeche „Ueberlassen Sie das bitte mir, Herr Larsen. — Erstens kann ich mich für den Becher Milch erkenntlich zeigen,— und dann sind Sie ja mei„Danke schön, Herr Kommisar.— 36 din eben kein reicher Mann.— Komm Uhle.“ Sie verließen das Gastzimmer, und schon we nige Augenblicke später erschien Herr auf der Bildfläche. Fast hatte es den Anschein, als habe er nur auf das Verschwinden der Beiden gewartet, um seine Neugier zu stillen. „Na, was wollten sie denn,— der Larsen und „Die zwei Glas Bier hier gehen auf meine Rechnung, der Durt“(Forisetzung 4. Kapitel „Er ist drinnen—“, sagte Herr Spitzler bedeutungsvoll, als er Traß vor der Tür zum Gastzimmer hegegnete. „Der Mann im Moor——(g hpgezpi ihn hier immer,— Larsen meine ic. Und seinen Knecht hat er auch mitgebracht.“ „Ist zum erstenmal, daß die beiden mir Schon hatte Traß die Tür geöffnet, betrat nun das Zimmer und grüßte flüchtig in die Ecke hinüber, wo Larsen und Ule hinter einem Tisch Platz genommen hatten. Ruhig durch querte er den Raum und schritt nun zu der zweiten Tüx, hin; über, hinter der die Treppe ins obere Stockwerk „Einen Augenblick, Herr Kommissar—“ Also doch— Larsens ungewöhnlicher Besuch galt ihm. Kein Zweifel, Larsen war von einer gewissen Unrast befallen, und das wunderte Traß nicht Abotvurt Aügden von England S, Pbestegt Drake der Schußgewaltige Die Anteilnahme an dem Länderspiel war außerordentlich groß. wenn auch der Besuch mit 45 000 Zuschauern auf dem Arsenal=Platze in Highbury etwas hinter den Erwartungen zurückblieb. Zahlreiche Schlachtenbummler hatten die ungarische Mannschaft nach London begleitet, doch erreichte die ungarische Invasion bei weitem nicht die Stärke des deutschen Anhangs beim Spiel England gegen Deutschland auf dem Tottenham=Platz. Das Wetter war fast das gleiche wie an jenem Spieltage vor einem Jahre. :1 für England bis zur Pause Nachdem Dr. Sarosi die Wahl gewonnen hatte. entwickelte sich sofort mit dem Anstoß ein schnelles und schönes Sviel. Zuerst waren es die Ungarn. die wiederholt das englische Tor bedrohten. Hier war es wieder der schußgewaltige Halblinke Cseh. der zweimal kurz hintereinander hart und genau den Ball abschoß. Aber Englands junger Tormann Tweedy war auf dem Posten und erntete die ersten internationalen Lorbeeren. Leicht und sicher holte er die ihm zugedachten Bälle von ihrer Flugbahn herunter Schon nach wenigen Minuten zeigte es sich, daß das Schwergewicht des englischen Angriffs allein die rechte Seite mit Crooks=Bowden und Drake war. Gerade in dieser Zeit zeigten die Ungarn wundervolles Zusammenspiel. Das Passen in den freien Raum ging ganz schulmäßig vor sich und setzte selbst die in dieser Beziehung stark verwöhnten Engländer in Erstaunen. stets wurden die gegnerischen Linien auseinandergerissen. Bei ihrem ungestümen Zug nach dem Tor brachten Vincze und Cseh mehrmals die hinteren englischen Reihen in Verwirrung. In der 25. Minute kam dann England zum Führungstor. Der Mittelstürmer Drake hatte den Ball dem Linksaußen Brook fein vorgelegt und dieser schoß aus wenigen Metern unhaltbar ein. Mit dem Wiederanstoß ging jedoch Ungarns Fünferreihe wie der Sturmwind durch und nach 30 Sekunden war durch Cseh der Ausgleich hergestellt. England begann nun ein kleines Uebergewicht auszuspielen. In der 35. Minute kam Drake wieder zum freien Schuß und Sekunden vor dem Pausenpfiff konnte abermals der Angriffsführer einschießen und das Halbzeitergebnis auf:1 für England stellen. Zum Schluß:2 Unentmutigt nahmen nach der Pause die Ungarn den Kampf wieder auf. Es waren kaum vier Minuten abgelaufen, da spielte sich Vincze fein durch. täuschte Tweedy und schon saß der scharf geschossene Ball im englischen Tornetz. Ungarns Schlachtenbummler jubelten und schwenkten ihre Fähnchen, war doch ihre Mannschaft auf:3 herangekommen. Die Freude war nur von kurzer Dauer, denn in der sechsten Minute erhielt England einen Freistoß zugesprochen, der rechte Läufer Britton gab das Leder hoch über die vor dem Tore sich zu einer starken Mauer zusammenballenden ungärischen Sviéler. über die hinweg senkte sich das Leder an dem sich vergebens reckenden Szabo vorbei ins Tor. Nun wurde die Ueberlegenheit der Engländer immer größer und die Ungarn erlebten bange Minuten. Das Verhängnis war jedoch nicht aufzuhalten. In der 20 Minute fand Drake wieder die freie Schußbahn zum fünften Treffer. Beide Mannschaften holten im Endkampf ihre letzten Kräfte heraus. Der Ball wanderte mit Blitzesschnelle von Tor zu Tor. Die Leistungen aller Svieler auf dem weichen, kräftezehrenden Grund waren bewundernswert. Dabei war England noch einmal vom Glück begünstigt. Vier Minuten vor Schluß feuerte Carter den Ball ab und zum sechsten und letzten Male mußte sich Szabo im ungarischen Tor geschlagen bekennen. Revanche Knoth— Murach Gaukampf Niederrhein— Westfalen der Amateurboxer in Düsseldorf und Elverseld Schon wieder stehen die Amateurboxer des Gaues Niederrhein vor zwei schweren Begegnungen. Kaum daß sie von ihrer mit geteilten Erfolgen durchgeführten Bayernreise zurückgekehrt sind, müssen sie am kommenden Wochenende gleich zweimal in den Ring klettern. Diesmal ist es die starke Vertretung des Westfalengaues. die der Niederrheinstaffel harte Nüsse zu knacken geben wird. Was die beiden Kampfabende am Freitag in Düsseldorf und am Sonntag in Elberfeld besonders reizvoll macht ist der Umstand, daß sich. abgesehen von dem Kampf im Federgewicht, jedesmal andere Borer gegenüberstehen. Folgende Paarungen sind vorgesehen: In Düsseldorf: Fliegen: Palussek— Strangfeld: Bantam: Madrak— Schmitz: Feder: Heese— Gänserich; Leicht: Bracht— Jakubowski: Welter: Knoth— Murach: Mittel: Isenberg— Blum: Halbschwer: Kloth— Richter: Schwer: Hoffmann gegen Schnarre. In Elberfeld: Fliegen: Spannagel Strangfeld: Bantam: Westhoff— Schmitz: Feder: bese— Gänserich: Leicht: Batz— Jakubomski: Welter: Schumacher— Kaisler: Mittel: Isenburg — Murach: Halbschwer: Rosenkranz— Münzer: Schwer: Runge— Schnarre. Auffallend ist, daß bei den Westfalen Olymviasiege: Kaiser=Gladbeck fehlt: seine Verletzung ist noch immer nicht ausgeheilt, doch liegt seine Vertretung bei dem Hertener Strangfeld in den„besten Händen". Strangfeld wird Palussek=Essen und dem Elberfelder Alimeister Spannagel ein hartes Gefecht lieferr. Während in Düsseldorf der Westfale als Sieger zu erwarten ist, könnte der routinierte Spannagel u. U. zu einem Siege kommen.— Schmitz=Dortmund, ein talentierter und ehrgeiziger junger Kämpfer, dürfte über den Essener Madrat als Sieger zu erwarten sein: in Elberfeld dagegen sollte Meister Westhoff erfolgreich bleiben.— Gänzweier Mannschaften. Der Italiener Battesini fand sich auf der nur 160 Meter langen Bahn überhaupt nicht zurecht und gab schon nach 50 Minuten auf. Sein Partner Guerra bildete mit Reboli eine neue Mannschaft, nachdem Shicman von den Veranstaltern ebenso wie die weit zurückliegenden WinterMiller aus dem Rennen genommen worden waren. Sechs Mannschaften behaupteten sich in der Spitzengruppe. die von Walthour=Croßley vor den Deutschen Kilian=Vovel. den Franzosen Ignat=Diot und Peden=Thomas nach Punkten angeführt wurde. Schön=Pellenaers folgten mit zwei Runden Rückstand in der zweiten Gruppe an achter Stelle. Toto und Tip Köln 1. Purzelbaum=Hürdenrennen: 1. Athos(Holtei), 2. Landesfreund, 3. Dobler. Tot.: Sieg 280. Platz 32, 12, 15.— 2. Nikolaus=Jagdrennen: 1. Lavant (Rößler), 2. Roswitha, 3. Adalbert, 4. Solneman. Tot.: Sieg 42. Platz 17. 19, 16, 15.— 3. DezemberRennen: 1. Scolaro(Vincena), 2. Meister, 3. Fensterparade, 4. Reichsherold. Tot.: Sieg 87, Platz 16, 33. 14, 16.— 4. Preis vom Weidenpescher Park: 1. Jan v. Werth(Kruschwitz), 2 Titine, 3. Fedeler. Tot.: Sieg 48. Platz 23, 23, 103.— 5. Niehler=Hürdenrennen: 1. Gemse(Dreiskämper), 2. Gloricus, 3. Casteau. Tot.: Sieg 22, Platz 13, 12, 28.— 6. Letzter Versuch: 1. Glasbläser(Zade), 2. Sarro. 3. Mogul. 4. Audentia. Tot.: Sieg 48. Platz 23, 68, 21. 28.— 7. Halai=Rennen: 1. Abendstern(Jalaß), 2 Gassenjunge, 3. Eilwerk. Tot.: Sieg 34. Platz 13, 12, 15. Enghien 1. Prix de Montlignon: 1. Grand Coeur(Haes), 2 Palais Borghese. 3 Merlin'Enchenteur. Tot.: Sieg 73. Platz 23. 19. 66.— 2. Prix de la Dhuys: 1. Coryanthe(Bates), 2. Triplepatte 2. 3 Jsedon. Tot.: Sieg 26. Platz 14, 18.— 3. Prix de'Yvette: 1. Mamba(Tremeau), 2. Charlie 2, 3. Lady Traquet. Tot.: Sieg 27. Platz 16. 25.— 4. Prix Carpe Diem: 1. Le Florentin(Polat), 2.'Aurelien. 3. Versot. Tot.: Sieg 26. Platz 13. 17. 20.— 5. Prix de Margency: 1. Le Paasadou Matin 2, 3 Castel Mont Tot: Sieg 27. Platz 11, 11.— 6. Prir du Bois=Jacques: 1. Cambolle(Galaurchi), 2 Nymph, 3. Hue Cocotte. Tot.: Sieg 400. Platz 76. 13. 76. Hane2. und Industele Märkte Berliner Metallnotierungen Berlin, 2. Dez.(Amtlich.) Elektrolytkupfer (wirebars), prompt, cif Hamburg. Bremen oder Rotterdam 61.50: Original Hütten=Aluminium. 98 bis 99 Prozent, in Blöcken 144: dgl., in Walz= oder Drahtbarren 148: Reinnickel, 98 bis 99 Prozent. 269 RM. per 100 Kilo; Silber in Barren ca. 1000 sein. 40.30—43.30 RM. per Kilo. .80 ab rhein. Station: Haferstroh gepreßt.60 ab rhein. Station; Wiesenheu.50—.20; Luzernheu lose,.60—.80 frachtfrei ab rhein. Station; dto., gepreßt.20—.80 frachtfrei ab rhein. Station. serich=Dortmund hat gegen den ausgezeichneten Techniker Heese=Düsseldorf einen schweren Stand. Der Düsseldorfer ist in der letzten Zeit noch besser geworden, seine Linke hat schon manchen Gegner zur Verzweiflung getrieben. Der Ausgang des Kampfes hängt davon ab, wie sich der Westfale mit dieser Linken abfindet.— Im Leichtgewicht ist an leiden Abenden ein westfälischer Sieg zu erwarten. Der Bochumer Polizeiboxer Jakubowski ist sowohl dem Düsseldorfer Bracht als auch dem Ruhrorter Batz ar Ringerfahrung und auch technisch überlegen Die beiden Rheinländer müßten schon eine „Ueberform“ erreichen, wenn sie den Westfalen auspunkten wollen.— Knoth=Düsseldorf gegen MurachSchalke— das ist die Paarung des Düsseldorfer Kampfabends. Knoth hat von den Kämpfen um die deutsche Meisterschaft noch etwas gegen den Schalker gutzumachen. In seiner augenblicklichen Form ist der Düsseldorfer als gleichwertig anzusprechen, und man wird in dieser Klasse mit einem großen Kampf rechnen können.— Schumacher könnte dank seiner Härte gegen Kaisler zum Siege kommen.— Blum=Altena, früherer deutscher Reister. wird im Mittelgewicht dem Düsseldorfer Isenburg hart zusetzen. Trotz seines Alters ist der Wentfale immer noch ein gefährlicher Mann; es fragt sich. wie schnell der Düsseldorfer die rechte Einstellung zu ihm findet. In Elberfeld allerdings wird er gegen Murach auf verlorenem Posten stehen.— Der frühere Bonner Kloth, der jetzt für Düsseldorf bort. wird gegen den westfälischen Halbschwergewichtsmeister vor einer schweren Aufgabe stehen: Rosenkranz dagegen mird es in Elberfeld gegen den Recklinghäuser Münzer leichter haben.— Es kommt darauf an, wie schwer Schnarre=Recklinghausen gegen Hoffmann zu kämnfen hat, um festzustellen. was er gegen Runge leisten kann. Normalerweise steht der Westfale dem Olymviasieger nicht viel nach. Warenmärkte Rheinischer Großmarkt für Getreide und Futtermittel zu Köln. Abteilung Krefeld Großhandelsvreise je 100 Kilo Krefeld, 2. Dez. Weizen. rhein., 76=77 Kilo. ab Erzeugerstation W XVI 21.00. W XIX 21.40; Roggen, rhein., 69/71 kg. ab Erzeugerstat. R XV 17.30. R XVIII 17.70: Futtergerste. rhein., 59/60 kg. ab Erzeugerstation G XII 17.50. G XIV 17.80: Futterhafer. rhein., 48 /49 kg. ab Erzeugerstat. H XIII 16.20. II XVI 16.60. H XVIII 16.80 H XIX 16.90: Weizenmehl. Type 790. für W XVI 28.30. W XIX 28.30: Roggenmehl. Type 997, für R XV R XVIII 23.15: Roggenschrot. Type 1800. für R XV 19.45. R XVIII 19.65: Weizenkleie. Grundvreis W XVI 11.45. W XIX 11.65. Weizenkleie Handelsvreis 12.00. Weizenfuttermebl W XIX Handelspreis 14.50. Roggenkleie. Grundvreis R XV 10.55 R XVIII 10.80: Roggenkleie Handelsvreis 11.15: Rogg nvollkleie. Handelsvreis 12.15. Mehl zuzüg! .50 RM Frachtausgleich bei Abnahme von 10 To. frei Empfangsstation gemäß Anordnung 9 der W. B Auf= und Abschläge gemäß Anordnung 8 der.=V Kleie ab Mühle. Roggen= und Weizenstrob. gevr.. Viehmärkte Dortmunder Zucht= und Faselviehmarkt Dortmund, 2. Dez. Zum heutigen Zucht= und Faselviehmarkt wurden aufgetrieben: Großvieh 602. Ferkel 137. Läufer und ältere Futterschweine 24, Kälber 47, Schafe— Ziegen 3. Der Handel war in Großvieh: gute Tiere mittel, sonst langsam. Hochtragende und frischmelkende Kühe: 1. Sorte 510—540, 2. Sorte 460—500, 3. Sorte 350—450. Rinder kosteten 390—490; beste Tiere über Notiz. Der Handel am Schweinemarkt war ruhig(Durchschnittsqualität und Durchschnittsvreise). Es wurden bezahlt:—6 Wochen alte Ferkel—9.—8 Wochen alte Ferkel 10—15.—10 Wochen alte Ferkel 16—20, 10—12 Wochen alte Ferkel 21—28. Läuferschweine,—5 Monate alte, kosteten 30—70. ältere Futterschweine(einschl. magere Sauen)—. Abfallende Ware entsprechend niedriger, ausgesuchte Spitzentiere entsprechend höher.— Sämtliches zum Markt aufgetriebenes Vieh ist gegen Maul= und Klauenseuche geimpft.— Nächster Markt am 9. Dezember. Osnabrücker Zucht= und Nutzviehmarkt Osnabrück, 2. Dez. Auftrieb: Kühe und Rinder 94. Schweine 911. Es kosteten: Milchkühe: 1. Sorte 430—530. 2. Sorte 360—430. 3. Sorte 300—360, 4. Sorte 240—300; Rinder: 1. Sorte 380—480. 2. Sorte 300—380. 3. Sorte 250—300, 4. Sorte 180—250. Ferkel:—8 Wochen alte—10.—13 Wochen alte 10—14. Läuferschweine 14—26 RM per Stück: ½ Kilo Lebendgewicht.25—.38 Tendenz: Rinder und Schweine langsam. Nächster Markt am 9. Dezember. Amtliche Berliner Devisenburse Mitte— Niederrhein in Erfurt Der noch fehlende Austragungsort des vierten Zwischenrundenspiels um den steht nunmehr fest. Die Begegnung zwischen den Gauen Mitte und Niederrhein findet endgültig in Erfurt statt. UsA. will„Sportgroschen“ einführen Auf der am kommenden Wochenende in der Terasstadt Houston stattfindenden Jahrestagung der Amerikanischen Amateur=Atbletik=Union wird über zahlreiche bemerkenswerte Anträge entschieden werden müssen. In erster Linie geht es um die finanzielle Sicherung künftiger Olympiaerpeditionen. Es dürfte noch in Erinnerung sein, daß die letzte Ausreise der amerikanischen Olymviamannschaft in der festgesetzten Stärke von Newyork nach Vernin wegen der fehlenden Gelder stark gefährdet war. Erst im letzten Augenblick gelang es durch Sammlungen und Stiftungen, den zur Gesamtsumme fehlenden erheblichen Betrag zusammenzubekommen. Diesem unwürdigen Zustand soll durch die Einführung eines kleinen Zuschlags auf jede Eintrittskarte bei allen von der AAAU kontrollierten sportlichen Veranstaltungen abgeholfen werden. In Aussicht genommen ist ein Einheitsbetrag von fünf Cents, was den Stock zum Olymviafonds geben soll. In einem weiteren Antrag wird gefordert. bei den Meisterschaften die Laufstrecken wieder nach dem englischen Maß festzusetzen. Bei den Vorbereitungen für Berlin wurde zum Zwecke der besseren Vergleichemöglichkeit fast allgemein dat metrische Maß angewandt. In dieser Richtung sollen jedoch der 1500.Meier= und der 200=Mezes: Hürdenlauf sowie ein 3000=Meter=Bahngeoen Teibehalten werden. Argent Buen Air Belg 1B: u Antw Dänem[Kopenhg Danzie 1Danzig England[London Frankreich Paris Holland[Amsterd u Rotterdam Italien(Rom. Mail Jucosl Belg 2aer Berliner Börsenkurse vom 2. Dezember 193 212 112 Kurze Sportnotizen Länderkampf England— Deutschland in London Deutschland und England werden ihren in zweijähriger Folge stattfindenden Leichtatbletik=Länder= kampf im nächsten Jahre am 14. August in London austragen. Das Programm setzt sich aus folgenden 13 Wettbewerben zusammen: 100 Bards. 200 Bards. 440 Bards. 880 Pards. 1 Meile. 3 Meilen, 1 Meile (gemischte Staffel), 120 Bards, Hürden. Hochsprung. Weitsprung, Stabbochsprung. Diskuswerfen und Kugelstoßen. Jede Nation stellt für jeden Wettbewerb zwei Teilnehmer und eine Staffel. Der Sieger erhält 5. der Zweite 3 und der Dritte einen Punkt. so daß also der Letzte nicht mehr gewertet wird. Die siegreiche Staffel erhält 3 Punkte. Deutschland hat bislang alle gegen England ausgetragenen vier Länderkämpfe gewonnen. Schmeling Ehrenbürger von Benneckenstein Das borsportfreudige Horzstädtchen Benneckenstein ernannte Max Schmeling zu seinem Ehrenbürger. Die Ehrung wurde im Rahmen eines Heimatabends vorgenommen, der gleichzeitig in vier Sälen abgewickelt wurde. Nach der Ueberreichung des Ehrenbürgerbriefes durch den Regierungspräsidenten Staatsrat Dr. Weber begab sich Schmeling an die verschiedenen Kundgebungsorte, wo er von den überaus zahlreichen Zuschauern herzlich begrüßt wurde. Die gleiche Ehrung hat Benneckenstein auch für die zwei westdeutschen Olympiasieger Willi Kaiser und Herbert Runge vorgesehen, die ja in Benneckenstein auf die Olymvischen Sviele vorbereitet wurden. Kilian=Vovel Zweite in Newyork Die erste Nacht des Newyorker Sechstagerennens brachte gleich scharfe Jagden und den Ausfall S 13.12 108¾ 109 106 188½ Anleihen: 1)-Anl 27[101 ¼ Benten: Commera-Bank Otsch Bank Dresdner Benk Reichsbank Rh-Westt BodenCredit 127.— Verkehrswerte: Reichsbahn-Vorz Hapag Nordd Llovd Brauereien: Dortmund Aktien Dortmund Ritter Dortmund Union Schlegel Wicküler Küpper Soostige: Aku 4 E G. Bember# Chem Ind Celsenk Cont Ceuteb Tumler Motoren isch Erdöl Flekt: Lichto K. Eschweiler Bere Parbenindustrie Pelten Friedrichshofte jebberd& Co —+ bedeutet oho212 112 101 2 127 ¾ 177 10 ½ 197 169 137½ 37% 138 ne Angebot und Ges 1. el. Untern Gödbardt Gebr. Goldschmidt Harpenes Berg Hoesch Kali Aschersleben Klöcknerwerke Köln Ges u Elekt W Krefft Kromschröder Kronprinz Metall Küppersbusch Lahmever Mannesmann Mensfelder Wasch Unternehm Wülheimer Berg Phönis Bergbau Rhein Braunkohlen Rhein Elektr. Rhein Spiegel Rheinstahl R E W Rhein West! Kall Rodder drube Saledetfurth Schwelmer Eisen Siemene& Haleke Stolberder 7ink Stollwerck Westd Kaufhof Ver Dtech Nichel Ver Glanzstoll Ver Stahlwerke Warsteiner Gruben Wasserw. Gelsenk Nechtrage 144 1271 1501 117% 123½ 74½ 108 144½ 221 ½ 12.% 148 ½ 138 V 1 8 143 137½ 119 153% 134 ¼ 170 221 130 93. 150 138¾ 184 1975 92 ¼ 113½ 61% Westeregel! West-Draht Hamn Westiälische Landesbankanl. 4½% heingold 25 4½% dito 26 4½% dto 27 R 4½% dto Komm 2 u. 3 4½% dto Komm 4 4½% dto Gold 1 und Westl ProvinzAuelocnn Festverziosliche Werte: 132% 138 444 9 Pr Ld- Pid Br Anst 10 dito 4½% 4½% dito 4½% dito 4½% dito 4 ½ fs6. 4½% 110 Komm 20 44% dito 16 14 8 dito 4½% dito 4½ S Pr Central a Plandbr ½% dito Koom Steuer-Durchschnittsuu# 135 ½ 95 1 95 9418 10 97.— 95.— 109.9 Besuch in den neuen Jorschnugsanlagen in Berlin=Dahlem Der Taem des namztlichen Eithe Drei Millionen Volt durch Spannungsmultiplikation Wird das Kätsel der Akomzertrümmerung endlich gelöst? In Berlin=Dahlem wird das neue KaiserWilhelm=Institut für Physik demnächst seiner Bestimmung übergeben. Der Nobelpreisträger Professor Dr. Debye hat dort die stärksten Atomzertrümmerungs=Anlagen der Welt errichtet, mit deren Hilfe er einzig dastehende wissenschaftliche Ergebnisse zu erzielen hofft. Die Fragen der chemischen Vorgänge bei der Atomzertrümmerung und der Wahrscheinlichkeit, mit der man hierbei zu rechnen hat, sind leider noch immer nicht einwandfrei gelöst. Außerdem ist die Atomzertrümmerung noch überaus umständlich und mit hohen Kosten verbunden, was auch bei den bevorstehenden Versuchen in BerlinDahlem wieder der Fall sein wird. Wie ein mittelalterlicher Wehrturm voll gedrungener Wucht erhebt sich auf dem Gelände des neuen Kaiser=Wilhelm=Instituts für Physik der achtzehn Meter hohe gewaltige Turm, der die Hochspannungsanlagen zur Atomzertrümmerung aufnehmen wird. Das Dachgewölbe wird von einer massiven Eisenkonstruktion getragen, die zugleich die Hebevorrichtungen für die Apparate enthält. Fenster sind keine vorhanden, weshalb der Wunderturm, von weitem gesehen, an einen mächtigen Gasometer erinnert. Während die Amerikaner riesige Magneten zur Atomzertrümmerung verwenden, hofft man in Dahlem zu demselben Zweck weit höhere Enerdien als in den Vereinigten Staaten durch eine gigantische Gleichrichteranlage zu erzielen. In der Mitte des Turmes werden zwei durch Gleichrichterröhren verbundene Doppelzylinder aufgestellt, dahinter die Transformatoren und dazwischen das Entladungsgefäß. Nach dem Prinzip der Spannungsmultiplikation, wobei die Stromstärke immer wieder vervielfacht wird, können durch diese Apparatur geradezu ungeheuerliche Energien entwickelt werden. Jedes der beiden Zylinderpaare wird eine Spannung von 1,4 Millionen Volt erreichen, doch kann auch die Stromstärke der gesamten Anlage auf ein Entladungsgefäß vereinigt werden, wodurch die fast unvorstellbare Energie von annähernd drei Millionen Volt erzielt wird. Eine Spannung von dieser Höhe ist bisher auf der ganzen Welt noch nirgends erreicht worden. Durch Spiegelvorrichtungen werden die Gelehrten„um die Ecke herum“ in einem von der Transformatorenanlage abgesonderten Beobachtungsraum die physikalischen Vorgänge ungefährdet verfolgen können. Lediglich ein leises Summen und das violette Licht, das von den Apparaten und allen spitzen Gegenständen im Raum ausstrahlt, wird die ungeheure Kraft des gebändigten künstlichen Blitzes erkennen lassen. Goldmachen— eine Utopie Welche praktische Bedeutung hat nun eigentlich die Atomzertrümmerung. Da man hierdurch ohne weiteres ein Element in ein anderes umwandeln kann, haben schon früher die Berliner Physiker Miethe und Stammreich versucht, Gold aus Quecksilber zu gewinnen. Das Experiment ist jedoch damals nicht gelungen. Die Goldspuren, die man in dem zur Verwendung gelangenden Quecksilber entdeckte, waren schon vorher darin enthalten. Heute ist es zwar theoretisch möglich, unter Zuhilfenahme radioaktiver Stoffe oder hoher elektrischer Spannungen Gold zu machen, dauert jedoch entweder Hunderte von metalls in keinem Verhältnis mehr stehen. Die dankeisten Nachte Von Albin Michel Es trägt die Nacht ein schwarzes Kleid. Wer steckt nun wohl darinnen? Dem einen scheint es Priesterkleid, Dem andern Teufelslinnen. Wilhelm Müller. Wie der Juni die„weißen Nächte" bringt, in denen es kaum dunkel wird, in denen sich die Dämmerung vom Abend bis zum Morgen hinzuziehen scheint, so kommen im Dezember die dunkelsten und längsten Nächte; früher geht die Sonne unter, später kommt sie am Morgen wieder hervor. Nur noch eine Spanne von 7 Stunden und 39 Minuten liegt dann nach mitteleuropäischer Zeit zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang. Die Zeit der kürzesten Tage und der längsten Nächte ist jedoch in Wirklichkeit nicht über ell gleichmäßig lang, auch nicht in Deutschland. Wie unter dem Aequator Tag und Nacht immer die gleiche Dauer haben, so werden die Unterschiede zwischen Tag und Nacht immer größer, je näher es den Polen der Erde zugeht. Die wirkliche Dauer des kürzesten Tages im Dezember ist im südlichsten Teil Deutschlands, in der Umgebung des Bodensees, um reichlich 1¼ Stunde länger als in Tilsit, und in Berlin ist der kürzeste Tag immer noch um rund eine halbe Stunde länger als in Tilsit; am Bodensee dauert der kürzeste Tag des Jahres 8 Stunden 22 Minuten, in Tilsit 7 Stunden 4 Minuten. Etwas ausgeglichen wird dies dadurch, daß sich im Norden die Dämmerungserscheinungen länger hinziehen als im Süden. Der Tag nimmt nach den längsten Nächten nördlich rascher zu als südlich. So wird bis Mitte Januar der Tag in der Gegend von Tilsit um annähernd ¾ Stunden länger, am Bodensee nur um 25 Minuten. Die längsten Nächte fallen bei uns zwischen dem 19. und dem 26. Dezember. Von der BeNeue Wege zur Atomzertrümmerung Der Forscher bringt einen Kristall zur Atomzertrümmerung in die Höchstspannungsröhre(oben), in der die starken Strahlen erzeugt werden, die die Atome so lange beschießen, bis sie auseinander platzen. Die Einschläge der Strahlengeschosse in die Atome können durch ein Vergrößerungsfenster beobachtet werden.(Scherl—.) kleines Häuschen unweit des Wunderturms wird als„Kältewerkstatt“ eingerichtet. Selbst an den heißesten Sommertagen wird hier eine Temperatur von minus annähernd 273 Grad erreicht werden, womit man dem absoluten Nullpunkt sehr nahe kommt. Zum Vergleich sei hier die Temperatur flüssigen Sauerstoffes angegeben, der eine Kälte von„nur“ 183 Grad hat, währen flüssiger Stickstoff auf 196 Grad kommt. Professor Dr. Debye wird in dem Häuschen mit seinen Assistenten seine Experimente mit tiefsten Temperaturen zum Abschluß bringen, mit denen er noch vor der Zuerkennung des Nobelpreises 1936 für Chemie begonnn hat. Dem Gelehrten ist es damals bereits gelungen, nahezu Weltraumkälte zu erzielen, doch fehlten ihm zur Beendigung seiner Versuche die erforderlichen Mittel. Professor Dr. Debye wird daher den Nobelpreis dazu verwenden, dem absoluten Rullpunkt noch näher zu kommen, als es bisher möglich war. Man versuchte dies bisher mit der Herstellung flüssiger Luft, flüssigen Wasserstoffs und flüssigen Heliums, kam jedoch damit nicht zum Ziel. Durch Entmagnetisierung hofft indessen Prof. Dr. Debye in der„Kältewerkstatt“, in Berlin=Dahlem jetzt auch dieses große physikalische Problem der Lösung entgegenzuführen. Natürlich haben diese Versuche noch keinerlei praktische Bedeutung, doch pflegt es in der Wissenschaft immer so zu gehen, daß sich der Forscher, wenn er erst ein bestimmtes Ziel erreicht hat, plötzlich Perspektiven von ungeahnter Tragweite eröffnen. Wie in der Strahlenforschung, die der leidenden Menschheit zum Segen wurde, werden auch auf den Gebieten der Atomzertrümmerung und der Kälteforschung die Erfolge der Wissenschaft vielleicht erst in Jahrzehnten zu voller Auswirkung gelangen. .15 Milliarden Liter Milch Der erstaunliche Nutzen der Ziege— Das geeignetste Kleintier des Industriearbeiters Die Ziege, die unter unsern Kleintieren das größte ist, kann auch mit großartigen Ziffern über ihren Nutzen für den Menschen aufwarten. Wir haben im Reiche knapp 2½ Millionen Ziegen. An der Verteilung dieses Bestandes über die Landschaften des Reiches erkennt man, daß die Ziege mit gutem Grund den Namen „Bergmannskuh" trägt. Denn dort, wo es viele sogenannte„kleine Leute“ gibt, und besonders in den industriellen Gegenden zählen wir die meisten Ziegen. Und dort werden sie auch am besten betreut, denn sie geben dort die meiste Milch. Von den rund 2 Mllionen Milchziegen erhalten wir im Jahre etwa 1,15 Milliarden Liter Milch. Auf jede kommen also 575 Liter. In den Städten aber und in den Industrierevieren übersteigt ihre Jahresleistung oft 700 Liter. So nimmt die Ziegenzucht auf der 4. Reichskleintierschau, die vom 4. bis zum 8. Dezember in Essen, mitten im Land der Industriebevölkerung stattfindet, auch den ihr gebührenden Raum ein. Die Ziege liefert uns aber nicht allein Milch, und zwar eine sehr fettreiche und wohlschmekkende Milch, sondern auch Fleisch. Ein Ziegenbraten ist ein wirklich gutes Gericht. Selbst die Haare, die Klauen, die Hörner und die Knochen sind zu verwerten. Rechnet man den Wert dieser Erzeugung zusammen, so kommt die runde Summe von einer Viertelmilliarde heraus, auf jede Ziege also 100 RM. Das größte Schaugeschäft der Erde Die Ontario=Regierung gibt in einer amtlichen Uebersicht zu, daß sie auf ihrem Grund und Boden das größte Schaugeschäft der Erde beherberge: und zwar die Fünflinge, die in den Monaten Juli. August und September in ihrem Heim in Callander von nicht weniger als 459 764 Fremden besichtigt wurden. Allerdings weist die Ontario=Regierung darauf hin, daß den Fünflingen diese Besichtigung keineswegs geschadet habe, denn auf Veranlassung der Regierung seien Fensterscheiben angebracht worden. durch die man von draußen nach innen, aber nicht von innen nach außen sehen konnte. Die praktische Bedeutung der AtomzertrümJahren oder erfordert ungeheure Summen, die zu dem Wert des hierbei gewonnenen Edelmerung liegt daher auf einem anderen Gebiet. Die hohen Spannungen der Dahlemer Transformatorenanlage sind z. B. dazu geeignet, die Heilkraft von mehreren Kilogramm Radium zu ersetzen. Es wäre daher durchaus denkbar, daß sich später einmal Patienten zur Bestrahlung in dem neuen Forschungsinstitut einfinden werden. Vorläufig herrscht dort allerdings einzig und allein die physikalische Wissenschaft. Vielleicht werden bei der Atomzertrümmerung sogar Stoffe gewonnen, die bisher auf Erden überhaupt noch nicht vorhanden waren oder gleich nach ihrer Entstehung wieder zerfallen. Den Gelehrten werden sich dabei wohl die Haare auf dem Kopfe sträuben, doch nicht etwa vor Entsetzen, sondern durch die elektrischen Spannungen, die trotz sorgfältigster Abschirmung sich noch bemerkbar machen dürften. Kampf um den absoluten Nullpunkt? Die Atomzertrümmerung ist jedoch nicht das einzige wissenschaftliche Problem, das man in dem neuen Institut, an dem gegen dreißig Gelehrte, darunter zahlreiche Ausländer, tätig sein werden, endgültig zu lösen hofft. Ein eigenes völkerung wird kein Tag unmittelbar vor dem Weihnachtsfest als der kürzeste angesehen, sondern der Luciatag, der 13. Dezember. Um den Luciatag, den 13. oder 14. Dezember, ist nämlich die Zeit gekommen, da im täglichen Untergang der Sonne die Wendung eintritt, die sich beim Sonnenaufgang erst zu Beginn des Januars bemerkbar macht. Während vom 14. Dezember bis zum Schluß des Monats beim Sonnenaufgang noch eine Verspätung von 8 Minuten eintritt, schiebt sich in der gleichen Zeit der Sonnenuntergang schon wieder um 9 Minuten hinaus. Ganz besonders in Schweden gilt daher Lucia, die Kalenderheilige des 13. Dezembers, als die Lichtbringerin. Auch in der Fremde vergessen Schweden nie, das Luciafest zu feiern. Junge Mädchen, als Lucien ausgeputzt und mit Kerzen in den Händen, dringen in der Lucia=Nacht in die Häuser ein, um die Schläfer zu wecken und um Licht in die Behausungen zu bringen. Ebenso gibt es im deutschen Sprachgebiet noch Gegenden, wo Lucia als Lichtbringerin und Ueberwinderin der dunklen Dezembernächte gefeiert wird. An die Tatsache, daß der Luciatag wenigstens die weitere Verkürzung der Tageshelle am Nachmittag zu Ende führt, erinnert der alte Spruch:„Sankt Lucen macht den Tag stutzen.“ Im altgermanischen Glauben war nicht der Tag das Ursprüngliche, sondern die Nacht. Daher wurde nach Nächten, nicht nach Tagen gerechnet. Die Nacht war die Tochter eines gewaltigen Riesen, erst sie gebar den Dag oder Tag. Dachten sich die Germanen Nacht als eine geheimnisvolle, dunkle Gestalt, so stellten sie sich ihren Sohn, den Dag, als eine lichte Gestalt von großer Schönheit vor. Die Nacht vor der Wintersonnenwende hieß die Mutternacht. Aus ihr entstand der Tag, an dem die Sonne von neuem emporstieg. Gellert schrieb:„Die Nacht ist keines Menschen Freund". Ebenso dachten die Angehörigen der deutschen Stämme. Ein Grauen vor den dunkelsten und längsten Nächten durchzieht noch Die Beisetzung der Toten von„U 18“ Am Montag wurden in Kiel die Opfer der=Boots=Katastrophe von„U 18“ beigesetzt. Generaladmiral Raeder legte im Auftrage des Führers und Reichskanzlers einen Kranz nieder. Die Ehrensalve über das offene Grab.(Scherl—.) heute den Volksglauben.„Die Nacht ist die Zeit des Bösen“, heißt es in einem Bauernspruch. Je dunkler und länger die Nächte sind, desto mehr kommen nach dem Volksglauben allerlei Gestalten hervor, die Menschen wie Tieren Schaden zufügen wollen. In der Nacht schleichen sich die Nachtmahre, Albe und Truden ein, die sich schlafenden Menschen auf die Brust setzen, sie bedrücken und peinigen. Oefter als am Tage tritt der Tod an Krankenlager heran, in den Nächten verschlimmern sich oft Krankheiten, mehr als am Tage ziehen Menschen in der Nacht aus, um Verbrechen zu begehen. In Goethes„Faust“ heißt es:„Wer kennt den Schelm in tiefer Nacht genau? Schwarz sind die Kühe, so die Katzen grau.“ Lohengrin sagt:„Denn nicht komm' ich aus Nacht und Leiden, aus Glanz und Wärme komm' ich her.“ Aus aller Welt Der Verfall der Teppich-Industrie in Die an der serbisch=bulgarischen Grenze liegende Stadt Pirot besitzt eine alte Teppichindustrie. Die schönen Piroter Teppiche, die verhältnismäßig wenig kosten, sind wohl jedem Besucher Serbiens bekannt. Die Piroter Teppiche werden von Frauen in mühseliger Knüpfarbeit hergestellt. Der Verdienst der Teppichknüpferinnen in Pirot kann tatsächlich nur als Hungerlohn bezeichnet werden Er beträgt etwa 5 Dinar(35 Pfennig) pro Tag. Trotz dieser Hungerlöhne befindet sich aber die Piroter Teppichindustrie in einer schweren Krise. Der Absatz wird immer geringer. Während früher in serbischen Bürgerhäusern fast ausschließlich Piroter Teppiche zu sehen waren, geht heute das Streben der Bürgerkreise in Belgrad und in anderen Städten Serbiens dahin, möglichst „Perserteppiche“ zu haben, da dies teurer sind und den Wohlstand des Besitzers zeigen. Die Piroter Teppichindustrie versucht nunmehr, um sich zu erhalten, sich auf genossenschaftlicher Grundlage zu organisieren und den Verkauf der Piroter Teppiche auf eine breitere Grundlage zu stellen. Man erhofft auch von dem Absatz in das Ausland, in dem sich in der letzten Zeit größeres Interesse für Piroter Teppiche zeigt, eine Neubelebung dieser alten Industrie. Eine historische Speisekartensammlung in Serajewo Der Serajewoer Gastwirt Stephan Mese besitzt zweifellos eine der interessantesten historischen Speisekartensammlungen der Welt. Für seine Sammlung wurden ihm schon vor dem Kriege 100000 Goldfrank angeboten. Da aber Mese ein sehr vermögender Mann ist, schlug er das Angebot aus. Die Sammlung umfaßt etwa 4000 Speisekarten, die Mese noch als Lehrling in einem großen Budapester Hotel aufzubewahren begann. Später bereiste er alle Erdteile, um interessante Speisekarten ausfindig zu machen. In ihr befinden sich zahlreiche Andenken an historische Essen. Von den anläßlich der Krönung des Zaren Alexander II. im Jahre 1883 stattgefundenen Festveranstaltunger besitzt Mese eine ganze Reihe von Speisekarten, die zum Teil künstlerisch sehr schön ausgestattet sind. Weitere historische Speisekarten halten folgende Ereignisse fest: Ein Galaessen, das Kaiser Franz Josef am 12. Dezember 1878 gab, ein Geburtstagsessen Eduards VIl. im Jahre 1909, das Essen anläßlich des 50 Geburtstuges des Königs Nikita von Montenegro im Jahre 1910.— Mese will seine interessante Sammlung demnächst in Belgrad ausstellen. Einenglischer Zoologe versichert, daß die Schweine sich nur deshalb so gern im Schlamm wälzen, weil ihre Haut weniger Schweißdrüsen aufweist als die anderer Tiere und auf diese Weise die nötige Abkühlung des Körvers erreicht wird. Deutscher Bampsee gesannen 12 Matrosen ertrunken— Verzweifelter Kampf mit Sturm und Wellen Hamburg, 2. Dez. Der deutsche Dampfer „Elsa“ ist bei Borkum gesunten. Der Dampfer, der sich auf der Fahrt von Danzig nach Cherbourg befand, ist 849 Bruttoregistertonnen groß und wurde 1917 erbaut. Besitzer des Schiffes ist der Kapitän Weitendorf. An Bord des Dampfers befanden sich 14 Mann, von denen zwei Mann von dem deutschen Dampfer„Levensau“ gerettet werden konnten. Die Suche nach den übrigen zwölf Mann der Besatzung ist bisher ergebnislos verlaufen, so daß damit gerechnet werden muß, daß sie den Tod in den Wellen gefunden haben. Der Führer der deutschen Seeschiffahrt, Staatsrat Eßberger, hat folgenden Aufruf erlassen:„Schon wieder ist die deutsche Seeschiffahrt von einem schweren Verlust betroffen worden. Der in Rostock beheimatete Dampfer„Elsa“ ist in schwerem Orkan in der Nähe von Norderney gesunken, nachdem durch einen schweren Brecher Kapitän und Rudermann über Bord gespült worden sind. Trotz der durch den Dampfer„Levensau“ vorgenommenen Rettungsversuche konnten nur zwei Mann geborgen werden. Die deutsche Schiffahrt trauert um den Verlust von zehn braven deutschen Seeleuten, die in treuer Pflichterfüllung ihr Leben lassen mußten. Alle deutschen Handelsschiffe setzen die Flaggen am 3. Dezember halbmast. Bei den Ueberlebenden Dramatische Schilderung des Matrosen Bearwich In der Nacht zum Mittwoch ist die„Levensau" mit den beiden Ueberlebenden der„Elsa“ an Bord im Hamburger Hafen eingetroffen. Der Schiffszumpf„weist erbebliche Beschädigungen auf. Am Vorschiff siebt man ein größeres Loch. eine Folge des Zusammenstoßes mit dem verunglückten Schiff. — Auf dem Deck treffen wir die beiden Geretteten. den 16jährigen Messeiungen Kutzner und den 18. jährigen Matrosen Bearwich. Der kleine Messejunge steht noch ganz unter dem Eindruck dieser Schiffskatastrovhe. Eine halbe Stunde ist er geschwommen. bevor er von den Rettern an Deck gezogen wurde. Er selbst kann sich an das wenigste erinnern. Doch der Matrose Bearwich hat das Unglück bei vollem Bewußtsein erlebt. Eingebend schildert er den Hergang der Rettung. „Als ich von der Brücke nach achtern kam. hörte ich ein fürchterliches Krachen“. so beginnt Bearwich seine Schilderung.„Als ich mich umsah. war die Brücke fortgerissen, eine fürchterliche Boe batte sie über Bord gespült. Der Deckiunge, der am Ruder gestanden hatte, schwamm im Wasser. Wir warfen ihm einen Rettungsring zu und es gelang uns, den Schwerverletzten an Bord zu ziehen. Inzwischen hatte unser Schiff eine erhebliche Schlagseite bekommen. Da die Brücke vollkommen zerstört war. trieb die„Elsa zunächst steuerlos umher. Darum wurden von uns Notsignale gegeben. Gegen 11 Uhr tauchte die„Levensau auf. die auf uns zuhielt. Wir versuchten. nachdem wir notdürftig die Ruderleitung wieder hergestellt hatten. dem Schiff in die Elbe zu folgen. Bald mußten wir jedoch dieses Vorhaben aufgeben, denn die See wurde immer stärker. Der Dampfer„Levensau“ kam zurück und umrundete uns einige Male. Er kam dann längsseits, so daß wir beinahe übersteigen konnten. Aber wir konnten uns nicht entschließen. überzusteigen, denn so schnell wollten wir unser Schiff nicht verlassen. Kurz danach war es jedoch zu spät. Dreimal schlug die gewaltige See unseren Steven gegen die Bordwand der„Levensau". Durch die überkommende See und die schweren Beschädigungen schlug das Schiff voll und begann zu sinken. Die„Elsa“ neigte sich immer mehr auf die Steuerbordseite, so daß wir auf der Backbordseite auch kein Nettungsboot mehr zu Wasser bringen konnten.— Ich hing an der Steuerbordreling, als eine schwere See mich wegspülte. Ich glaubte bereits, unter das Schiff geraten zu sein, aber dann entdeckte ich einen Lichtfleck und sah, daß ich unter einer Leiter geklemmt lag. Ich konnte mich glücklicherweise befreien und die Oberfläche erreichen. In der Nähe sah ich den Laufsteg unseres Schiffes schwimmen, an den ich mich ebenso wie der Heizer Beise klammerte. Dann bemerkte ich in etwa 10 Meter Entfernung unser Rettungsboot treiben. Trotz der Warnungen meines Kameraden Beise schwamm ich auf das Boot zu, und es gelang mir. an dem Boot hochzuklettern. Ich nahm dann die Ruder heraus und versuchte, auf Beise zuzusteuern, aber er war leider schon in den Wellen verschwunden. Ich konnte mit meinen Rudern natürlich nichts gegen den Sturm ausrichten und so beschränkte ich mich darauf, das Boot mit dem Bug gegen die hohen Wellen zu halten. Die Männer von der„Levensau“ sahen meinen verzweifelten Kampf mit dem Element und hielten auf mich zu. Taue wurden herabgelassen. Endlich konnte ich eines fassen. Ein tapferer Kerl von der „Levensau“, der Matrose Myke, sprang trotz großer Gefahr ins Boot und zog mich an Deck. Von meinen anderen Kameraden sah ich nichts: mein Freund Kutzner wurde erst einige Zeit später aus dem Wasser gezogen.“ Sturmschäden im Unterwesergebiet Der Sturm verursachte am Dienstag auf dem Feuerschiff„Nordernev“ einen Kettenbruch. Das Schiff. das deshalb seinen Liegeplatz verlassen mußte, hat in Bremerhaven eine Reservekette an Bord genommen. Im übrigen hat der Sturm auch im ganzen Gebiet der Unterweser größere Schäden. besonders durch Ueberschwemmungen, angerichtet. Während des schweren Sturmes am Dienstag hat das Feuerschiff„Borkum=Riff“. Kettenbruch erlitten und mußte infolgedessen seine Station verlassen. An Bord des Schiffes, das mit eigener Kraft die Fahrt aufgenommen hat, befindet sich alles wohl.„Vorkum=Riff“ hält sich in der Nähe seiner Station auf und wird, sobald ruhiges Wetter eingetreten ist. Borkum anlaufen, um eine Reservekette, Kohlen und Lebensmittel zu übernehmen und dann seine Station wieder beziehen.W„ Das gestrandete holländische Fischerfahrzeug „Frueoio J. M. 201“ liegt in der Höhe des Norderneyer Leuchtturms in einem Priel und gilt als verloren. Die gerettete Besatzung fand sich Dienstagabend mit der Besatzung des Rettungsbootes „Bremen“ zusammen. Der Führer und Reichskanzler richtete an die Deutsche Gesellschaft für Rettung Schiffbrüchiger, Bremen, in Würdigung der am 1. Dezember bei schwerem Nordweststurm durchgeführten Rettung von vier holländischen Fischern folgendes Telegramm:„Der Rettungsmannschaft des MotorRettungsbootes„Bremen“, der Station Norderney spreche ich meinen Dank und meine Anerkennung aus.“ Englischer Kutter gesunken Achtköpfige Besatzung ertrunken Paris, 2. Dez. In der Nacht zum Mittwoch ist auf der Höhe von Calais im Aermelkanal ein englischer Kutter untergegangen. Die acht Mitglieder der Besatzung ertranken bei dem Versuch, sich in einem Rettungsboot in Sicherheit zu bringen. Sturm im Schwarzwaldgebirge 20 Zentimeter Neuschnee auf dem Feldberg Freiburg i. Br., 2. Dez. Seit Anfang der Woche herrscht mit nur kurzen Unterbrechungen heftiger Sturm über dem Schwarzwaldgebirge und seinen Tälern. Am Dienstag begann es in den höheren Lagen zu schneien. Der Feldberg meldet bereits am Mittwochabend eine Schneehöhe von 20 Zentimeter, der Schau=ins=Land eine solche von 10 bis 15 Zentimeter bei weiter anhaltendem Schneefall. Die Temperaturen schwanken zwischen 2 bis 3 Grad unter Null. Der Führer und Reichskanzler hat dem Fräulein Pauline Zinke in Apolda aus Anlaß der Vollendung des 100. Lebensjahres ein persönliches Glückwunschschreiben und eine Ehrengabe zugehen lassen. Das Schwesterschiff der„Queen Mary“ wird, wie nunmehr bekannt wird, Anfang nächsten Jahres auf Kiel gelegt werden. Die Schweiz hat ein Einfuhrverbot für kommunistische Zeitungen erlassen. Auch die„Prawda“ und die Iswestija“ dürfen nicht mehr die Grenze nach der Schweiz passieren. Ainneriihssween=Tastel sar Weisnachten Liebesgabenpakete und Lebensmitte!— Weihnachtsbäume und Spielzeug Das Weihnachtsfest und der 30. Januar sind jeweils die Höhepunkte des Winterhilfswerkes, für die über die laufende Betreuung der Bedürftigen hinaus alle Kräfte angespannt werden, um durch eine außerordentliche Leistung dazu beizutragen, daß die allgemeine Festesfreude nicht nur nirgends durch Hunger und Kälte getrübt wird, sondern daß auch die Armen tatsächlich an dieser Freude teilhaben können. Ganz besonders gilt dies für das Weihnachtsfest, für das gerade jetzt vom Winterhilfswerk wieder die notwendigen Vorarbeiten zu leisten sind. Hauptgrundsatz ist dabei, daß das Weihnachtsfest der Familie gehört und daß die Bemühungen des Winterhilfswerkes deshalb in erster Linie der Verschönerung des Festes im Familienkreise zu gelten haben. Wenn darüber hinaus auch in diesem Jahre wieder die Partei wenige Tage vor dem Fest, am 20. Dezember, Weihnachtsfeiern der Betreuten veranstaltet, so soll dadurch ohne dem Fest seinen Charakter zu nehmen, der Gemeinschaftsgedanke, das Bekenntnis zur Einigkeit auch beim Weihnachtsfest dokumentiert werden. Für die Ausgestaltung der weihnachtlichen Betreuung gelten die gleichen Richtlinien wie in den Vorjahren. Zentral ist nur die Grundlinie festgelegt. während für die Durchführung den einzelnen Gauen möglichst freie Hand gelassen wird. Ueberall ist man darauf bedacht, zu Weihnachten die Lebensmittelspenden besonders reichlich zu bemessen und namentlich besondere Mehl= und Zuckerspenden ebenso wie zusätzliche Kohlengutscheine zu verteilen. Von besonderer Bedeutung sind zu Weihnachten die Liebesgabenpakete und die Weihnachksbäume. In jedem deutschen Hause soll zu Weihnachten der Lichterbaum brennen, und wo das aus eigener Kraft nicht ermöglicht werden kann, hilft das Winterhilfswerk. Nicht weniger als 700000 Weihnachtsbäume wurden, wie das ND3. meldet, im vorigen Jahre vom Winterhilfswerk verteilt. Bäume, die zum Teil aus Spenden der Forstverwaltungen, zum größeren Teil aber aus Ankäufen des Winterhilfswerkes stammen und deren frachtfreie Beförderung die Reichsbahn übernommen hat. Das Liebesgabenpaket soll über die Lebensmittelspende hinaus durch praktische Geschenke für die Großen und Naschwerk und Spielzeug für die Kleinen Freude stiften. Seit Jahren stehen besonders auf dem Gebiete der Spielzeugherstellung auch die Gliederungen der Partei, namentlich die HJ. und der B0M., in dem Dienst des guten Werkes; darüber hinaus werden auch in reichem Maße Spielwaren angekauft. Die Zahl der im Vorjahr verteilten Liebesgabenpakete betrug 1316311. die Zahl des verteilten Spielzeuges 532000 Stück. Auch die 128000 Bücher, die im vorigen Jahre verteilt wurden, die 1500 Musikinstrumente und viele andere Spenden sind der weihnachtlichen Sonderbetreuung zuzuzählen. Auch die seelische Betreuung der Bedürftigen wird vom Winterhilfswerk gerade im Weihnachtsmonat besonders gepflegt; so werden beispielsweise in den Städten vermehrte WHW.=Veranstaltungen in Kinos und Theatern zur Steigerung der Vorfreude beitragen. Es ist natürlich, daß das WHW. zur Erfüllung dieser großen Aufgaben immer wieder an die Opferfreudigkeit aller Volksgenossen appellieren muß. Wenn die Zahl der Hilfsbedürftigen geringer geworden ist, so soll dafür nach dem Willen des Führers die Hilfe für den einzelnen um so fühlbarer werden. Das Winterhilfswerk erwartet daher, daß sich die Hausfrauen an der Sammlung der Weihnachtspakete diesmal besonders freudig und reichlich beteiligen werden, daß jeder, dem es vergönnt ist, im Weihnachtsmonat zu verreisen, reichlichen Gebrauch von den schön bebilderten Spendenkarten der Reichsbahn macht und daß auch bei den verschiedenen Haus= und Straßensammlungen gerade zum Weihnachtsfest einmütig die Gemeinschaft der Gebenden und Nehmenden dokumentiert wird. Das gilt auch besonders für den bevorstehenden Tag der nationalen Solidarität! Für die letzte große Sammlung vor dem Fest, die von der HJ. durchgeführt wird, hat das WHW. noch eine besondere Ueberraschung vorbereitet. Hatten schon die kleinen Reiterlein im Vorjahr überall Entzücken ausgelöst, so werden es die niedlichen Engel und Zwerge mit Sternen und Laternchen, die Sternthaler Kunst, der Skiläufer, das tanzende Mädchen und die übrigen bunten Holzfigürchen, die diesmal in einer Auflage von 17 Millionen Stück vertrieben werden, erst recht tun, zumal sie einen reizenden Weihnachtsbaumschmuck abgeben. Hlotze„Talsbaisn Eine3 Juoniur3 In acht Jahren auf 578 Jahrten 1 650 000 Kilometer zurückgelegt Aus dem Bordbuch„Graf Zeppelins“ Berlin, 2. Dez. Mit der am 1. Dezember erfolgten Heimkehr des Luftschiffes„Graf Zeppelin“ von seiner letzten diesjährigen Südamerikafahrt wurde der zweite Fahrtenabschnitt dieses Luftschiffes unter der Flagge der Deutschen Zeppelin=Reederei abgeschlossen. Mit gewohnter Zuverlässigkeit und Regelmäßigkeit führte der„Graf Zeppelin“ auch in dem jetzt beendeten achten Jahr seinen Südamerikadienst durch, und zwar 13 Fahrten zwischen Deutschland und Brasilien sowie eine Pendelfahrt über den Südatlantik im Rahmen des deutschen SüdamerikaLuftvaktdienstes. Mit einer diesjährigen Fahrtstrecke von über 300000 Kilometer hat der„Graf Zeppelin" wieder eine Jahresleistung erzielt, auf die die Zeppelin=Besatzung mit Recht stolz sein darf. Die Leistungen des„Graf Zeppelin" sind angesichts der Fahrten seines berühmten großen Bruders, des Luftschiffes„Hindenburg", verständlicherweise etwas in den Hintergrund getreten. Es erscheint daher gerechtfertigt, die bisherige„Laufbahn" dieses Jubilars im Südamerika=Luftverkehr auf Grund einiger Zahlen aus seinem Bordbuch zu würdigen. Auf 578 Fahrten hat der„Graf Zeppelin" bisher insgesamt rund 1650 000 Kilometer zurückgelegt— bei jedem Wetter, über Land und Meer, in die Tropen, in die Polargebiete und rund um die Erde. Acht Jahre steht das Luftschifs in einem nur während der Wintermonate unterbrochenen Fahrdienst. Seit seche Jahren führt es seinen fahrplanmäßigen Südamerikadienst durch. Nicht weniger als 139mal hat es den Atlantik überquert, ohne Vorbild und ohne Beispiel in der ganzen Welt, als ein wesentlicher Faktor für Deutschlands Ansehen im Auolande. Ohne einen einzigen Unfall wurden annähernd 13000 Fahrgäste und 100 000 Kilogramm Post und Fracht befördert. Auf sämtlichen Reisen war der„Graf Zeppelin" in diesem Jahr ausverkauft. Bei den letzten Fabrten mußten infolge Platzmangels sogar Fahrgäste zurückgelassen werden. Angehörige fast aller Länder der Welt zählten zu den Zeppelin=Passagieren, unter denen Deutschland und die übrigen großen Staaten Eurovas und Südamerika das Hauptkontingent stellten. Nach seiner bisherigen Fahrtleistung, die einer 41maligen Fahrt um den Erdball entspricht, wird der„Graf Zeppelin“ mit seiner bewährten Besatzung jetzt auf Weihnachtsurlaub gehen, um nach der üblichen Wintererholung im nächsten Frühjahr seine Südamerikafahrten in 14tägigen Abständen wieder aufzunehmen. „C3. Hindenburg“ über Südbrasilien Triumphfahrt über dem deutschen Siedlungsgebiet An Bord des„L3. Hindenburg". 2. Dez. Auf seiner Rundfahrt über Südbrasilien fuhr das Luftschiff „Hindenburg" nach dem Besuch von Sao Paulo zunächst die Küste entlang und traf am Dienstag um 2 Uhr früh in der Hauptstadt des Staates Santa Catbarina. Florianovolis, ein, wo es trotz der vorgerückten Nachtstunde von der Bevölkerung durch Abbrennen von Feuerwerk und Raketen begrüßt wurde. Das Luftschiff kreuzte bis 3 Uhr über der Stadt und setzte dann seine Reise nordwärts nach Itajahy fort. Mit der Morgendämmerung erreichte es das Gebiet der deutschen Siedlungen im Staate Santa Catharina. Kurz nach 5 Uhr grüßten die Fabriksirenen von Blumenau den deutschen Luftriesen. Die Bevölkerung hatte sich auf den umliegenden Höhen versammelt und feierte den Besuch aus dem Reich mit Böllerschüssen. Bei der Rückkehr an die Küste wurde Joinville überflogen, wo ebenfalls die Straßen und Hausdächer von der jubelnden, winkenden Bevölkerung dicht besetzt waren, und wo auf dem Boden ausgebreitete Hakenkreuzfahnen das Luftschiff grüßten. Das Luftschiff setzte seine Fahrt längs der Küste bis nach Paranagua fort, von wo aus anschließend die Stadt Curityba besucht wurde. Nach längerem Besuch über die ausgedehnte Kamp=Landschaft Paranas erreichte das Luftschiff erneut die Küste. Auf der Heimreise wurde um 13 Uhr nochmals Sao Paulo besucht. Von dort ging es über Santos zurück nach Rio de Janeiro, wo die Fahrt mit einem Rundflug über der im Lichterglanz prangenden schönsten Stadt der Welt beendet wurde. Spanische Banknoten, die sich im Ausland befinden, müssen bis zum 9. Dezember abgestempelt werden, wenn sie ihre Gültigkeit behalten sollen. Es empfiehlt sich deshalb, zur Vermeidung von Verlusten derartige Banknoten umgehend an die Reichsbank oder anderen Devisenbanken abzugeben. Der Führer empfängt die BDM.=Führerinnen In der Reichskanzlei empfing der Führer die Obergauführerinnen und Referentinnen der Reichsjugendführung, die ihm vom Reichsjugendführer vorgestellt wurden. Unsere Aufnahme zeigt den Führer im Gespräch mit Reichsjugendführer Baldur von Schirach und der Gauverbandsführerin Trude Mohr.(Heinrich Hoffmann—.) Neue Reichstarifordnung für das Baugewerbe Berlin, 2. Dez. Der Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Brandenburg hat als Sondertreuhänder eine neue Reichstarifordnung für das Baugewerbe erlassen, die an die Stelle des bisher noch weiter geltenden alten Reichstarifvertrages tritt. Die neue Reichstarifordnung, die das Ergebnis eingehendster Beratungen mit allen Beteiligten ist, schafft den großen Rahmen für die allgemeinen Arbeitsbedingungen im Baugewerbe. Sie bringt in verschiedenen Streitfragen, so z. B. in der Abgrenzung von Hoch= und Tiefbau und Lohn die dringend notwendige Klarheit und trägt der Tatsache, daß Bauarbeiter heute vielfach weitab von ihrem Wohnort in den verschiedensten Teilen des Reiches tätig sind, durch Vereinheitlichung der Arbeitsbedingungen Rechnung. Mit zeitgemäßen sozialen Verbesserungen ausgestattet, wird die neue Reichstarifordnung auch durch eine Neufassung der Arbeitszeitbestimmungen den staatspolitischen Notwendigkeiten gerecht, die sich aus den großen Aufgaben der Gegenwart für die Bauwirtschaft ergeben. Die Reichstarifordnung, die am 5. Dezember 1936 im Reichsarbeitsblatt veröffentlicht wird, erfährt hinsichtlich der Löhnung und Ortsklassen sowie sonstiger nicht für das ganze Reich festzulegender Bestimmungen eine Ergänzung durch 14 Tarifordnungen, die von den Treuhändern der Arbeit für ihre Wirtschaftsgebiete in der nächsten Zeit geschaffenwerden. Reichsdarlehen für Kleinpachtgärten? Berlin, 2. Dez. Bei der Vorbereitung des großen deutschen Wohnungs= und Siedlungswerkes nimmt die Bereitstellung ausreichender zusammenhängender Dauergrünflächen und Dauerkleingartenanlagen einen bedeutungsvollen Platz ein. Das Kleingartenwesen ist ein wichtiger Faktor für die Verbindung der deutschen Familien mit dem Boden. Mindestens 9 Millionen Familien sind noch ohne diese Verbindung. In einer Betrachtung über die Bedeutung der Kleingärten für die Bevölkerungspolitik weist Dr.=Ing. Kammler=Berlin in der Zeitschrift des Reichsbundes der Kleingärtner und Kleinsiedler Deutschlands darauf hin, daß vor allem für die jungen Ehepaare der Kleingarten von großer Bedeutung sei. Wenn wir die junge Familie, die Träger unserer Zukunft, nicht gleich nach Gründung der Ehe mit dem Boden in Verbindung brächten, so werde sich das später an den Nachkommen schwer rächen. Der Kleingarten biete nicht nur die erforderliche ruhige Erholungsstätte, sondern er sei auch ein Faktor für die gesunde zusätzliche Ernährung und die Hebung der Kaufkraft, insbesondere aber in Verbindung der jungen Familie mit den Ereignissen der Natur, die für die Einstellung zum Kind und zur nationalsozialistischen Weltanschauung wesentlich sei. Es wäre deshalb zu überlegen, ob man nicht neben der Gewährung von Ehestandsdarlehen den Jungverheirateten auch Reichsdarlehen zur Schaffung von Kleinpachtgärten zur Verfügung stellen soll. Auf diese Weise wäre nicht nur die Bildung, sondern die Gesunderhaltung und Ernährung dieser Familie in erheblichem Maße ermöglicht. Mit verhältnismäßig geringen Mitteln könne ein großer und dauernder Nutzeffekt erreicht werden. Die Frage der Eigentumsverhältnisse an den Kleingärten müsse einheitlich für das Reich geregelt werden. Doppelmord in einem Pfarrhof Wien, 2. Dez. Im Pfarrhof der Stadt Pöchlarn an der Donau wurde ein furchtbares Verbrechen verübt. Dort wurden im Laufe der Nacht der Stadtpfarrer Johann Wiesmüller und seine Schwester, die ihm den Haushalt führte, von einem Unbekannten ermordet. Der Täter lockte den Pfarrer vor das Haus und schlug ihn dann mit einer Eisenstange nieder. Auf die ersterbenden Hilferufe des greisen Mannes eilte die Schwester herbei, die das gleiche Schicksal erlitt. Es dürfte sich um einen Racheakt handeln 0 Von Rhein, Mosel und Saar Streitfragen über gepfändeten Lohn Interessante Entscheidungen Köln. Ein landwirtschaftlicher Arbeiter war durch rechtsgültigen Beschluß verurteilt, für den Unterhalt seines Kindes aufzukommen. Als dies nicht geschah, wurde der Arbeitgeber durch Pfändungsund Ueberweisungsbeschluß angewiesen, den Lohn des Arbeiters für den Unterhalt des Kindes abzuführen. Dies geschah aber auch nicht, und so kam es zu einer Klage am Arbeitsgericht gegen den Landwirt. Dieser wandte ein, daß er beim Eintreffen des Pfändungs=. und Ueberweisungsbeschlusse. vor der Ernte stand und befürchten mußte, daß der Arbeiter bei Abführung des Lohnes den Hof verließ. Das Gericht mußte den Landwirt belehren, daß er jetzt den Lohn noch einmal zahlen müsse für den Unterhalt des Kindes. In einem zweiten ähnlichen Prozeß war ein Handwerksmeister durch Pfändungs= und Ueberweisungsbeschluß angewiesen, den Lohn eines Gesellen für den Unterhalt seiner Ehefrau abzuführen. Da dies nicht geschah, wurde ebenfalls Klage gegen den Meister am Arbeitsgericht erhoben. Der Beklagte wies nach, daß er dem Gesellen vor Zustellung des Beschlusses 100 RM. zur Beschaffung von Winterkleidern als Vorschuß gegeben habe. Diesen Betrag müsse er vorerst für sich einbehalten. Das Gericht erkannte diesen Einwand an und wies die Klägerin mit dem Anspruch ab, der erst geltend gemacht werden könne, wenn der Schuldner abgezahlt habe. Ein eigenartiger„Detektiv“ Ein Nachspiel zum Fall Graß Köln. Im April d. Is. erschien bei der Polizei ein 40jähriger Mann und bot seine Hilfe zur Aufdeckung des Mordes an der Witwe Graß an. Selbstverständlich wurde das Ansinnen des Mannes, der zudem ziemlich wirre Reden führte und von seiner „überirdischen Berufung“ sprach, glatt abgelehnt. Nun nahm sich der„Detektiv“ vor, auf eigene Faust vorzugehen. Am 28. April besah er sich morgens zunächst einmal das Anwesen der verschwundenen Witwe Graß und ging auch ins Innere des„verwunschenen Schlosses". Am Nachmittag des gleichen Tages drang er nochmals in das Haus ein. staffierte sich mit neuer Kleidung aus und verschwand unter Zurücklassung seines alten Anzuges. Später gestellt und in Haft genommen, wurde der merkwürdige Dieb auf Grund des§ 51. 1(Geisteskrankheit) freigesprochen, dann aber durch richterlichen Entscheid vorläufig der Heil= und Pflegeanstalt Düren überwiesen. Vor der 5. Großen Strafkammer in Köln sollte nun über seine völlige Unterbringung in eine Heil= oder Pflegeanstalt entschieden werden. Nach den Bekundungen der beiden medizinischen Sachverständigen treten bei dem Angeklagten in größeren Abständen wahnhafte Ideen auf. die ihn bisher regelmäßig dazu brachten, sich in behördliche Angelegenheiten einzumischen. Der Mann leide an zeitweisen geistigen Störungen, die aber nach einiger Zeit wieder abklingen, wie auch jetzt wieder. Seine Unterbringung in eine Heil= oder Pflegeanstalt sei vorläufig nicht erforderlich. Das Gericht wies den Antrag auf dauernde Unterbringung in eine Heil= oder Pflegeanstalt zurück. Nach der goldenen noch einmal eine grüne Hochzeit Zyfflich(Kreis Kleve). Ein„Ereignis“ hat in den letzten Tagen die Gemüter des kleinen Grenzdörschens Zyfflich erregt.„Klompen=Hannes“ heiratete. Eigentlich ist das sonst nichts Besonderes; wenn man aber 81 Jahre auf dem Rücken trägt, die grüne, die silberne und die goldene Hochzeit hinter sich hat, wie das bei„Klompen=Hannes“ der Fall ist, dann zeugt dies gewiß von einer besonderen Neigung zum Gemeinschaftsleben. Vor Jahresfrist trug man seine erste Gattin zu Grabe, mit der er mehr als 50 Jahre in Treue verbunden war. Seitdem war jede Arbeitsfreude von ihm gewichen. Wenn dies letzthin wieder anders wurde und man Hannes wieder in der Werkstatt schaffen sah, so hat das seinen besonderen Grund. Er stand auf Freiersfüßen! Dieser Tage war nun Hochzeit, und das ganze Dorf nahm an dem freudigen Ereignis teil. Dem Gedächtnis eines großen deutschen Hüttenmannes (Zum 150jährigen Geburtstag des Wirkl. Bergrats von Faber du Faur) Bc Vor 150 Jahren. Anfang Dezember 1786. wurde zu Stuttgart als Sohn eines württembergischen Kavallerie=Obersten Achilles Christian Wilhelm Friedrich von Faber du Faui geboren. Er ist in die Industriegeschichte eingegangen als einer der bedeutendsten deutschen Pioniere der eisenschaffenden Industrie in der Zeit ihres Ausstiegs zur modernen Hochofentechnik. Faber du Faur. der seit dem 1. Dezember 1813 Verwalter der staatlichen Hütte zu Wasseralfingen war. gebührt der Ruhm, als erster deutscher Hüttenmann die überaus weittragende Bedeutung der Nelsonschen Erfindung der Winderhitzung im Hochosenbetrieb erkannt zu haben. Schon im Jahre 1830. kurz nach Bekanntwerden dieser Erfindung. machte Faber du Faur seine ersten Versuche, die ihn schnell zu erheblichen Verbesserungen des Nelsonschen Verfahrens führten. Er konstruierte einen Winderhitzungsappakat, der sich vortrefflich bewährte und die Ausbreitung des Schmelzens mit heißem Wind in Deutschland stark förderte. Die von ihm gefundene Art der Ableitung der Gischt gase wurde zu einem entscheidenden Fortschritt. zumal. nachdem es ihm gelungen war. Puddel= und Schweißöfen mit Hochofengasen zu betreiben. Diese Erfindungen erregten in ganz Europa größtes Aufsehen und wurden zum Ausgangspunkt der Erzeugung von Heizgas(Generatorgas) für metallurgische Zwecke. Es gilt zwar nicht als nachgewiesen. aber doch wahrscheinlich, daß Faber du Faur. ebenfalls als Erster Generatorgas verwandt hat. Jedenfalls standen schon 1844 auf der Hütte zu Wasseralsingen Generatorösen in Betrieb. d. h. in dem Jahr, aus dem ihr erstes Auftauchen an anderen deutschen Plätzen gemeldet wird. Die Nachrichten über Faber du Faurs Versuche und Erfolge sind leider nur unvollkommen, weil er seine Erfindungen so geheim wie möglich hielt, um sie geldlich auszuwerten. Er handelte in der Hinsicht leider nicht wie sein großer westfälischer Zeitgenosse Friedrich Harkort, der jeden von ihm gesundenen Fortschritt dem Woh. der Gesamtheit dienstbar machte. Wegen seiner technischen Erfolge zum Wirklichen Bergrat ernannt und nach Stuttgart berufen. starb Faber du Faur dort am 22. März 1855. Mit Recht hat Beck in seiner Geschichte des Eisens seinen Namen an vielen Stellen genannt als den Namen des Mannes. dem„unbedingt die Priorität der Erfindung und praktischen Ausführung der Ableitung und Verbrennung der Gischtgase“ gebühre. 120 Jahre Regenerator 80 Jahre Siemens Regenerator Bc Anfang Dezember 1856. also vor 80 Jahren. nahmen Friedrich und Wilhelm Siemens ihr berühmtes britisches Patent auf den Siemens Regenerator. durch den. nach der Patentbeschreibung.„die Hitze der Verbrennungsprodukte denselben dadurch entzogen wird, daß man sie durch Kammern leitet, welche mit feuerfesten Materialien derart ausgesetzt sind, daß sie große Wärme aufnehmende Oberflächen darbieten; und daß dann diese aufgespeicherte Hitze Strömen von Luft oder Gasen. welche man abwechselnd über die erhitzten Flächen und in umgekehrter Richtung wie die Feuergase streichen läßt, mitgeteilt wird. Die Ströme von Luft oder Gas gelangen dadurch in immer stärker erhitzte Räume, bis sie am Ende mit einer sehr hohen Temveratur in den Verbrennungsraum austreten Hierdurch kann eine fast unbegrenzte Hitze mit verhältnismäßig wenig Brennmaterial erzeugt werden.“ Die Siemenssche Erfindung kam zu durchschlagendem Erfolg. nachdem man 1858 zur Gasfeuerung übergegangen war. Welchen Einfluß sie auf die technische Entwicklung ausgeübt hat, bedarf hier nicht der Erörterung. Wie so oft große Erfinder auf Arbeiten von Vorgängern aufgebaut haben, so auch Friedrich Siemens in diesem Falle. Er selbst bezeichnete den Engländer Robert Stirling als den Erfinder des Regenerators. Dieser hatte schon 1816 ein Patent auf eine Luftmaschine genommen, die den gedanklichen Grundsatz des Siemens=Generators enthielt. Das kann aber das Verdienst von Friedrich Siemens nicht schmälern, der den ursprünglichen Gedanken zu ungeahnter technischer Entfaltung brachte. In Preußen, wo man in jener Zeit der Reaktion wenig vom technischen Fortschritt hielt, wurde die Patentierung der umwälzenden Siemensschen Erfindung fünfmal abgelehnt. Feirschristenschau Unter dem Zeichen des Adventkranzes. der in fröhlichen Farben den Umschlag schmückt, steht das Dezemberheft von Velhagen u. Klasings Monatsheiten. Es vereinigt eine Fülle von anregenden und liebenswürdigen Beiträgen, die den Leser in jene behagliche Vorweihnachtsstimmung hineinführen. welche vielleicht den größten Reiz des Festes ausmacht. Eröffnet wird es durch einen jarbig bebilderten Aussatz über„Farbige deutsche Plastik“ von Proj. Dr. Georg Lill. den Münchener Gelehrten. Neben diesem ernsten Beitrag steht ein in den lustigsten Farben glänzender:„Rund um den Weihnachtstisch", eine Plauderei zu allerlei netten Dingen wie Nußknackern. Räuchermännchen. Christbaumschmuck. an denen man zu Weihnachten seine Freude hat und die zum größten Teil im Erzgebirge und in Thüringen das Brot für viele Tausende Deutscher heranschaffen helfen. Erzählungen, die ebenfalls in die Weihnachtszeit vassen, bringen Rüdiger Syberberg und Fritz Müller=Partenkirchen. Außerdem enthält das Heft zwei umsangreiche Novellen an zwei von der Bühne her besonders bekannt gewordenen Dichtern: von Maxim Ziese„Bitte. bitte, heirate mich!" und von Wolfgang Goetz„Der Tempel der Vesta". In die Welt der Berge führt der illustrierte Aussatz von Rudolf Anderl:„Ein Mann namens Balmat besiegt den Montblanc". Zwei gelehrte und zeitgemäße Beiträge geben auch dem hohe wissenschaftliche Ansprüche stellenden Leser Wertvolles: der Münchener Psychologe Pros. Dr. Kurt Schneider behandelt die Frage:„Warum ist man verstimmt?“ und Dr. Johannes Wütschke schildert im„Kampf um den Erdball“ die geopolitischen Kraftquellen, Kraftfelder und Kraftlinien. Das Heit ist mit vielen Kunstbeilagen ausgestattet. Die erste Bühne des Reiches Am 5. Dezember feiert das Stadttheater in Berlin sein 150jähriges Bestehen. Heute ist es wieder die wichtige und richtunggebende Bühne des Deutschen Reiches geworden. Die berühmtesten Schauspieler haben auf ihr gespielt und Triumphe gefeiert. Die Kölnische Illustrierte Zeitung bringt in einem großen Bildbericht eine ausführliche Würdigung zu diesem Gedenktag.—„Die 93. Provinz“ ist ein großer Aufsatz überschrieben, der interessante Aufnahmen aus den ehemaligen Pontinischen Sümpfen enthält. Italien hat sich hier in zäher Arbeit neues Ackerland für seine Bauern geschaffen.— Wir erwähnen aus dem weiteren Inhalt: 1700 kleine Bühnenbilder. Schülerzeichnungen für das Weihnachtsmärchen im Kölner Schauspielhaus: Stoff auf Pelz. eine Modeseite: Razzia auf Bazillen, ein Bildbericht aus Brasilien: Der Sieg über Guynemer, Erinnerungsblatt für einen deutschen Kriegsflieger. Ein reichhaltiges Feuilleton und Bilder des aktuellen Tages geschehens runden das Heft ab. Ein tüchtiges Mädel „Wenn ich Sie nun küssen würde. Fräulein Irene, was würden Sie dann tun?" „Ich denke niemals an eine Gefahr, bevor sie da ist.“ „Und was tun Sie dann?" „Dann slicke ich ihr ins Auge!“ M W K W W SEEE ca.- ky Dose R01.-40- co. k. Dose RM-75· co.-ko Dose RM.40 Frische Bechrihe eingetroffen zu den bekannt billigen Preisen ORO MIUSS Castrop-Rauxel 1, Widumerstraße 1 Mlet-Vertrage stets vorrätig Druckerei Geschw. Schmitz Ladenhüter vermeidet der Kaufmann, der durch regelmäßiges Inserieren im„Stadtanzeiger“ in dauernder Verbindung mit dem Konsumenten steht Abgeschlossene -Zimmer= Wohnung Nähe Bahnhof# Rauxel, zum 1. Januar od. auch früher, zu vermieten. Mietpreis 40 RM. Anfragen:(141 Bahnhofstr. 289 3. Etage. Makulatur papier stets zu haben im Stadtanzeiger Trauer-Kleidung Auf Anruf 51041 sofort Auswahlsendung mit lachkundiger Bedienung durch das Mode- Spezialhaus Leifner& Co. 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