Pee Bi en Anate,ia3 uc! * für Castrop=Rauzel und Umgebung hoch und 22 mm breit 4 Pfg. Textund 72 mm breit 25 Pfg. Nachlaß nach K 62.Jahrg. Captroper Denupg u. ea. geut g Piähler zige ante die Lasie Leitckt, Baleils. K.: Lae beststaszsennen Neatsenr Gesharaslt Ranster Kause achichen Feirche Pechich Sehisheiche bescie escescce Bladenhorster Tageblatt Veröffentlichungsblau für den Landgerichtsbezirk Dortmund. Allgemeines Kreisblau für den Stadttreis Castrop=Rauxel. Nr. 326 Dienstag, den 1. Dezember 1936 Ticht nagen, Wieder wagen Die Trauerfeier für die Verunglückten des-Bootes U 18 1 Kiel, 30. Nov. Am Montagnachmittag fand auf dem Garnisonfriedhof in Kiel die Trauerfeier für die acht Verunglückten von U 18 statt, die am 20. November in der Lübecker Bucht auf tragische Weise ums Leben kamen. Ganz Kiel stand an diesem Tage im Zeichen der Trauer. Unzählige Hakenkreuzfahnen, auf halbmast gesetzt, bekundeten die Verbundenheit der Bevölkerung mit der Kriegsmarine. Alle Schiffe, auch die der Handelsmarine, hatten Trauerbeflaggung angelegt. Der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Generaladmiral Dr. h. c. Raeder, begab sich nach seinem Eintreffen in Kiel sogleich zum Garnisonfriedhof. Abordnungen der Kriegsmarine bildeten auf dem Wege von der Kapelle, wo sich die Angehörigen der Toten versammelt hatten, bis zur Gruft Spalier. Feierliche Stille liegt über dem Garnisonfriedhof, als die Trauergäste durch das Spalier zur Gruft schreiten. Groß ist die Zahl der Kränze, die an den Särgen niedergelegt werden. Den Kranz des Führers legt Generaladmiral Raeder nieder. Weiter sieht man u. a. Kränze des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine, des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, des Oberpräsidenten und Gauleiters von Schleswig=Holstein sowie der Kriegsmarine=Stadt Kiel. Nach Abschiedsworten des evangelischen und des katholischen Marinepfarrers sprach Flottenchef Admiral Förster im Namen der Kriegsmarine und besonders im Namen der Flotte den gefallenen Kameraden einen letzten Abschiedsgruß. Ihr fielt im Angriff, wie Weddigen fiel, bei einer Angriffsübung, die höchste Anforderungen an euch stellte, weil sie euch bereit und fähig machen soll zur höchsten Leistung, die wir alle von euch erwarten. Voll Stolz und Begeisterung setztet ihr dabei euer ganzes Können und Wollen, setztet ihr dabei euer Leben ein. Ihr gingt dahin getreu eurem Eid in der Erfüllung eurer soldatischen Pflicht. Euer Opfer soll uns eine Mahnung sein, jederzeit in höchster Einsatzbereitschaft auf unserem Posten zu stehen, jeder an der ihm zugewiesenen Stelle. Wir stehen erschüttert an diesen Särgen. Aber aufrecht und stark gehen wir von dieser Abschiedsstunde wieder an unsere Arbeit, an das Werk, an dem sie mit so großem Lebensmut arbeiteten und mitgewirkt haben, an den Aufbau unserer geliebten Kriegsmarine. Auch über diesen Gräbern soll und muß das Wort stehen:„Nicht klagen, wieder wagen!“ Kommandos ertönen. Die Ehrenkompagnie präsentiert das Gewehr. Unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden verliest der Chef der-Boot=Flottille Weddigen, Kapitän zur See Loyke, die Namen der mit U 18 Gebliebenen. Drei Salutsalven folgen. Der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Generaladmiral Dr. h. c. Raeder, wendet sich darauf an die Angehörigen der toten Kameraden von U 18. „Im Namen des Führers und Reichskanzlers soll ich Ihnen allen noch einmal sagen, wie er von ganzem Herzen an Ihrer und der Kriegsmarine Trauer teilnimmt und wie er selbst in Dankbarkeit, Stolz und Anerkennung unserer Gefallenen gedenkt. Im Sinne dieser Worte, denen sich der Reichskriegsminister anschließt, drücke ich Ihnen allen und im Geiste unseren lieben Gefallenen die Hand!" Und an die überlebende Besatzung von U 18 gewandt, sagte er:„Ueberlebende! Nun wieder im Geiste der Gefallenen weiter vorwärts im Namen unseres Führers und Volkes.“ Nach der ergreifenden Trauerfeier wurden die Särge des Stabsmatrosen Schrumm aus Büdelsdorf bei Rendsburg, des Maschinenmaats Wanfleck(Schönwerda, Provinz Sachsen) und des Torpedoboots= Obermechanikergastes Panitzi (Groß=Voigtsberg in Sachsen) der Erde übergeben. In die Heimat übergeführt werden: Oberleutnant(ing.) Bastian(Breisach a. Rh.), OberGöring appelliert an Ehre und Pflichtbewußtsein des deutschen Bauern Ministerpräsident Göring, der Beauftragte für den Vierjahresplan, spricht auf der Abschlußtagung des vierten Reichsbauerntages in Goslar. Links: Reichsobmann Wilh. Meinberg.(Weltbild—.) maschinist Czygan(Kronau=Ostpreußen), Stabsmatrose Vorrath(Niedereichstädt, Provinz Sachsen), Stabsheizer Erich Ehrig(Neumünster) und Oberheizer=Gefreiter Abets(Düsseldorf=Rath). Enhenliche Jutsrung des Verneises Der Reichsverkehrsminister über nationalsozialistische Verkehrspolitik Berlin, 30. Nov. In einem Verkehrswissenschaftlichen Vortragszyklus, den Prof. Dr. Karl Luer, der Leiter der Reichsgruppe Handel und der Wirtschaftskammer Hessen, im Institut für Wirtschaftswissenschaft der Universität zu Frankfurt am Main veranstaltet, hielt Reichsverkehrsminister Freiherr von Eltz=Rübenach den ersten Vortrag über das Thema„Nationalsozialistische Verkehrspolitik". Er behandelte dabei die Gesetzgebung und die Politik auf dem Gebiete der Eisenbahnen— auch der privaten Eisenbahnen—, der Wasserstraßen, der See= und Binnenschiffahrt, des Straßenbaues und des Straßenverkehrsrechtes und stellte folgende Grundsätze auf: Einheitliche Führung des gesamten deutschen Verkehrs. Kampf gegen alles, was das volle Zusammenwachsen der Reichseinheit hemmt. Vorherrschaft des Staates im Verkehr, ja in den wichtigsten Sektoren Betrieb des Verkehrs durch den Staat selbst. Ablehnung eines allgemeinen Verkehrsmonopols, aber UnterwerAüdrider Voischewisten in der Junge Die bolschewistische Front westlich von Madrid nach Norden durchbrochen Salamanca, 30. Nov. Der Heeresbericht des Obersten Befehlshabers in Salamanca gibt bekannt, daß am Sonntag von den nationalen Streitkräften die Kampftätigkeit an der Front von Madrid wieder aufgenommen wurde. Die Front der Bolschewisten wurde westlich von Madrid in nördlicher Richtung durchbrochen. Dabei wurden das Dorf Pozuelo de Alarcon und die diesen Ort beherrschenden Höhen, die vom Feind stark befestigt waren, eingenommen. Die Bolschewisten haben allein bei dem Angriff einer einzigen Kolonne der nationalen Truppen über 400 Tote und 100 Gefangene verloren. Eine andere nationale Kolonne fügte dem Gegner bei einem Sturmangriff schwere Verluste zu. Hier ließen die Bolschewisten über 200 Tote auf dem Kampfplatz. Außerdem fiel zahlreiches Waffenmaterial und viel Munition den nationalen Streitkräften in die Hände. Amtliche Nachrichten von der Nordarmee besagen ferner, daß die Nationalen die Ortschaft Humera westlich von Pozuelo(etwa 4 Kilometer nordwestlich von Madrid) besetzt haben. In der Nacht zum Sonntag haben Luftstreitkräfte der nationalen Regierung die Häfen von Alicante und Cartagena mit zahlreichen schweren Bomben belegt. Obwohl bolschewistische Jagdflieger und Kriegsschiffe den Bombenangriff zu stören versuchten, wurden sichtbare Erfolge erzielt. Außerdem warfen nationale Flugzeuge über dem Kloster Santa Maria de la Cabeza bei Andujar(70 Kilometer nordöstlich von Cordoba) 40 Zentner Lebensmittel ab, wo sich etwa 500 nationale Spanier seit Monaten heldenhaft gegen die bolschewistischen Angreifer verteidigen. Sowjetdampfer in Cartagena versenkt London, 30. Nov. General Queipo de Llano teilte am Montag über den Rundfunksender von Sevilla mit, daß bei der Beschießung von Cartagena drei sowjetrussische Dampfer versenkt worden seien, von denen einer eine Granatenladung an Bord gehabt habe. Der Bahnhofsvorsteher von Pervignan, der bei Verschiebung eines mit Pulver beladenen Güterwagens nach Spanien eine Rolle spielte, ist auf Anweisung der Staatsanwaltschaft verhaftet worden. Der Rundfunksender Burgos meldet. daß der katalanische Bolschewistenhäuptling Companys von den Anarchisten gefangen gehalten werde. fung des in privater Hand befindlichen Verkehrs unter reichsrechtliche Normen. Nicht Angebot und Nachfrage bestimmen den Beförderungspreis. Dieser ist vielmehr so zu bemessen, daß die Finanzautonomie der Verkehrseinrichtungen aufrecht erhalten werden kann. Der Verkehr muß sich selbst tragen, darf aber keine übermäßigen Gewinne erzielen. Edelgüter können höhere Tarife tragen als Massengüter. Die größere Belastung der Edelgüter muß dazu dienen, die Massentransporte von Lebensmitteln, Kohlen und Grundstoffen zu verbilligen. Ueberschüsse verkehrsreicher Gegenden müssen zum Ausgleich unrentabler Verkehrsbetriebe in verkehrsarmen Gebieten, insbesondere in den Grenzlanden dienen. Die Tarife sind öffentlich und allgemein anwendbar. Ausnahmetarife dürfen nur aus Gründen des öffentlichen Interesses gewährt werden. Sie sollen nicht auf Gründen des Wettbewerbs mit anderen Verkehrsmitteln beruhen. Der Ausgleich zwischen den Verkehrsmitteln ist allein Sache des Staates. Der Staat steuert den Anteil der einzelnen Verkehrsmittel an den Transporten des Volkes nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten und nach den Bedürfnissen der Landesverteidigung. Als oberstes Gesetz für alle Verkehrseinrichtungen muß gelten, daß das Staatsinteresse entscheidend ist, und daß ein ehrlicher sozialer Gedanke von den Verkehrseinrichtungen der gesamten Wirtschaft gezeigt werden muß. Der Minister behandelte schließlich die Einrichtung der Reichsverkehrsgruppen und sagte: „Durch die Reichsverkehrsgruppen ist eine staatsnahe Haltung des privaten Verkehrsgewerbes überhaupt erst möglich geworden. Es ist durchaus unrichtig, wenn die Oeffentlichkeit bei dem Worte„Verkehr“ immer zunächst nur an die Reichsbahn und die Reichspost denkt. Wir haben in Deutschland kein allgemeines Verkehrsmonopol, und ich möchte die Erörterungen, die hierüber in der letzten Zeit stattgefunden haben, bei dieser Gelegenheit meinerseits auch dahin klären, daß ich kein allgemeines Verkehrsmonovol wünsche. Wir haben einen gewaltigen Verkehrssektor in privater Hand. Daß dieser Sektor heute fast ebenso leicht zu führen ist, wie die staatlichen Verkehrsanstalten selbst, verdanke ich der Entstehung dieser Reichsverkehrsgruppen. Und auch das danke ich ihr, daß in dem privaten Verkehrsgewerbe ein Führerkorps besteht oder im Entstehen begriffen ist, welches sein Augenmerk der völkischen Leistung allein zuwendet und damit dasselbe tut, was das „Tag der nationalen Solidarität“. In diesem Jahre am Sonnabend, 5. Dezember 1936 Berlin, 30. Nov. Der„Tag der nationalen Solidarität“ findet in diesem Jahre am Sonnabend, dem 5. Dezember, statt. Wie bisher werden auch in diesem Jahre wiederum die führenkden und bekannten Persönlichkeiten aus Partei, Staat, Kunst und Wissenschaft für das Winterhilfswerk sammeln. Die Sammlung wird in den Nachmittagsstunden des 5. Dezember durchgeführt. Der„Tag der nationalen Solidarität“ 1935 erbrachte fast 4,1 Millionen Reichsmark zugunsten des Winterhilfswerkes. Er muß auch in diesem Jahre ein voller Erfolg werden. wirklich gute Beamtentum von jeher als seine Ehre betrachtet hat.“ Zu der die Verkehrskreise tief bewegenden Frage der Einheitlichkeit der Verkehrsführung erklärte der Minister:„Ich halte es nicht für angebracht, in der Oeffentlichkeit darüber zu sprechen, wie man der Einheitlichkeit der Verkehrsführung die letzte Form, die ihr noch fehlt, zu geben vermöchte. Wir dürfen uns darauf verlassen, daß unser Führer und Reichskanzler zu gegebener Zeit schon tun wird, was ihm vonnöten scheint.“ Geschäftskräger Jaupel bei Franco Ueberreichung des Beglaubigungsschreibens Salamanca, 30. Nov. Der neuernannte Geschäftsträger des Deutschen Reiches, General a. O. Faupel, überreichte am Sonntagabend dem Bevollmächtigten für Auswärtige Angelegenheiten der spanischen Nationalregierung, Serrat, im Hauptquartier des Generals Franco sein Beglaubigungsschreiben. Geschäftsträger General a. D. Faupel betonte dabei in seiner Ansprache, daß es für ihn eine besondere Ehre sei, dieses Amt in dem historischen Augenblick anzutreten, wo mit immer größerer Klarheit zum Ausdruck kommt, daß der Kommunismus die größte Gefahr und eine dauernde Bedrohung für den ersehnten Frieden darstellt und daß er der gemeinsame Gegner aller zivilisierten Völker ist. Der Leiter der Außenpolitischen Abteilung der spanischen Nationalregierung, Serrat, dankte dem deutschen Geschäftsträger für seine Worte und gab der Genugtuung darüber Ausdruck, daß gerade der dem spanischen Volke schon seit langem bekannte und für die Vertiefung der kulturellen Beziehungen zwischen beiden Ländern so überaus verdiente General a. D. Faupel zum Geschäftsträger des Deutschen Reiches bei der spanischen Nationalregierung ernannt worden sei. Darauf erfolgte die Einführung des deutschen Geschäftsträgers beim Staatschef General Franco und die Vorstellung der Beamten der deutschen diplomatischen Vertretung. In den dabei gehaltenen Ansprachen wurde die traditionelle Freundschaft und Verbundenheit zwischen Deutschland und Spanien gefeiert. ∆ Appell an Ehre und Pflichtbewußtsein des deutschen Bauern Rudolf heß, Reichsbauernführer Darré und Generaloberst Göring auf der Kundgebung des 4. Reichsbauerntages Auf der abschließenden Haupttagung des 4. Reichsbauerntages in Goslar am Sonntagmittag, über die schon gestern berichtet wurde, sprachen nacheinander der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, der Reichsbauernführer R. Walter Darre und Ministerpräsident Generaloberst Göring, der Beaustragte des Führers für den Vierjahresplan. Rudolf heß: Baunung der Gefahr Der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, dankte einleitend allen denjenigen, die im Kampfe um die Ernährung des deutschen Volkes auch im vergangenen Jahre ihren Mann gestanden haben. Hierauf gedachte er auch besonders des Einsatzes der deutschen Arbeiterschaft. Sodann behandelte er die deutschen Maßnahmen zur Sicherung des Friedens vor der Bedrohung durch die Komintern.„Wir können dem Führer", so fuhr Rudolf Heß unter dem stürmischen Beifall der Versammlung fort,„nicht dankbar genug sein, daß er diese schwere dauernde Bedrohung unserer Nation durch einen Akt von weltpolitischer Bedeutung verhindert hat: durch das Antikomintern=Bündnis, das er vor wenigen Tagen mit Japan geschlossen hat. Wir wollen einen Zusammenschluß der Völker gegen Verbrecher, die bewußt und gewollt Giftbazillen in die Völker tragen. Ich sage: Verbrecher, denn es ist ja auch in Sowjetrußland nicht das Volk, das von sich aus bolschewistisch ist, sondern eine jüdische Clique hat dem Volk terroristisch die Zwangsjacke des Bolschewismus aufgedrängt. Wir wissen, daß es die Absicht der Komintern ist, die Regierungsform des Staates. in dem sie wurzelt, mit Gewalt anderen Völkern aufzuzwingen, und wir wünschen, daß die Völker zusammenstehen gegen diese Versuche der Einmischung in ihre inneren Angelegenheiten— gegen diese Versuche der Vergewaltigung ihrer Selbstbestimmung. In der heutigen Welt gibt es, so stellte Rudolf Heß unter lang anhaltendem und stürmischem Beifall fest, einige Staatsmänner, die weitblickend und tatkräftig genug sind, alles zu tun, um für ihre Völker die sichtbar heraufsteigende neue Gefahr zu bannen— die Gefahr, im Chaos eines Weltbolschewismus zu versinken. Sie lassen ihre Völker nicht in eine Katastrophe stolpern, wie die Staatsmänner von 1914. Mag die Welt heute noch jene Staatsmänner verdächtigen— wir sind der Ueberzeugung, daß die Zeit kommt, da sie ihnen Dank wissen wird. Wir Deutsche danken ihnen schon heute.“ Rudolf Heß schloß:„Wir danken vor allem dem Führer(erneute stürmische Beifallskundgebungen), daß er uns das Gefühl der Geborgenheit gegeben hat in unserem Lande. In dieser Geborgenheit wird der deutsche Bauer auch im nächsten Jahre dem Volk das tägliche Brot schaffen und so seinen Beitrag leisten für das Leben unseres Volkes. Das friedliche Schaffen des deutschen Bauern, ja das friedliche Schaffen des ganzen Volkes ist der Inhalt nationalsozialistischen Willens und Trachtens. Und der Allmächtige wird unsere Arbeit segnen, wie er sichtbar gesegnet hat das ehrliche Streben des deutschen Volkes und seines Führers!" Barks. Aoel ii Juhrungsausbruck des Badermiams Der Reichsbauernführer Darré beschäftigte sich in seiner Rede zunächst mit den Kritikern an der nationalsozialistischen Agrarvolitik. Die Erfolge der nationalsozialistischen Ernährungswirtschaft sind die durchaus folgerichtige Uebertragung der Grundgedanken des Nationalsozialismus auf das Gebiet der Ernährungswirtschaft. Wir haben 1933 nur das verwirklicht, was vor 200 Jahren Friedrich der Große forderte, um einen neuen Staat aufzubauen. Wenn also schon gewisse Kreise das Bedürfnis haben, ihr vatentiertes Originalvreußentum ausschließlich für sich in Anspruch zu nehmen, dann stellen wir die Frage. warum handelten sie auf dem Gebiet der Ernährungswirtschaft während des Weltkrieges nicht gemäß der Forderung des großen Königs. als sie noch die Möglichkeit dazu hatten? Ich möchte den immer wieder Unruhe auslösenden Kreisen folgendes sagen: Es kommt für uns Bauern nicht darauf an, was man vorgibt, für uns tun zu wollen, oder was man angeblich getan hat. Es kommt allein auf den Beweis an, inwieweit man uns Bauern die Möglichkeit verschafft hat, selbst an der Gestaltung der Probleme unseres Berufes mitzuwirken. Man hat vor dem Jahre 1933 behauptet, daß das Bauerntum zwar notwendig sei. Führer aber aus dem Bauerngeschlecht nicht stellen könne. Heute kann ich sagen, daß ich nicht nur Bauernführer gefunden habe, ich sage sogar: Der Kern des Führerkorps im Reichsnährstand besteht aus waschechten Bauern, die ihre Führereigenschaften durch die Erfolge der nationalsozialistischen Agrarpolitik in den letzten drei Jahren unter Beweis gestellt haben und die nicht nur den Glauben des Nationalsozialismus an das deutsche Bauerntum rechtfertigten, sondern ihre Berechtigung zur Führung damit bereits vor der Geschichte erwiesen haben. Adel ist Führungsausdruck des Bauerniums Solange eine Führung gut ist, solange behauptet sie sich auch. Solange sich das Führerkorvs des Reichsnährstandes durch die Leistung zur Führung berechtigt erweist, solange ist mir um die Zukunft des Reichsnährstandes wenig bange. Das durch den Nationalsozialismus frei gewordene deutsche Bauerntum steht bei Adolf Hitler und nicht bei Kreisen, die einen Führeranspruch erheben, ohne ihn durch Leistungen zu begründen. Ich betone, daß ich mich nicht gegen den Adel an sich wende; das beweist, daß von 21 Landesbauernführern allein drei Landesbauernführer adlig sind. Es war der große Krebsschaden der deutschen Geschichte, daß sich der Begriff des„Adel“ in einen Gegensatz zum Begriff des Bauerntums hineinentwickelte.„Adel“ ist im Grunde seines Wesens„Führungsausdruck des Bauerntums“. In den gegenwärtigen Schicksalsstunden unseres Volkes habe ich nicht das Recht, meiner Langmut die Zügel freizugeben. Daher erkläre ich hier für das mir vom Führer und Reichskanzler verantwortlich übertragene Gebiet der Ernährungswirtschaft und wende mich dabei in erster Linie an gewisse Namen auf wissenschaftlichen Lehrstühlen deutscher Hochschulen:„Drei Jahre lang war ich langmütig und habe die Verhältnisse auf den Universitäten von mir aus nicht gestört. Aber aus Verantwortungsgefühl gegenüber Führer und Volk vermag ich nicht mehr schweigend Dingen zuzusehen, die sich, Gott sei Dank vereinzelt, auf einigen Hochschulen abspielen. Es glauben mir noch heute Menschen beweisen zu müssen, daß ich den Bauern zu ideal und zu romantisch sehe. Ich muß es mir verbitten, daß man mir nach drei Jahren nationalsozialistischer Erfolge vorwirft, ich sei ein Romantiker des deutschen Bauerntums. Das ist keine Kritik mehr an meiner Person, sondern eine Kritik am Führer, der mich 1930 gerade wegen dieser meiner Einstellung zum Bauerntum rief.“ Gesundes Landvolk kut not Zu den unmittelbaren Aufgaben des vor uns liegenden Jahres folgendes: Wenn auf der einen Seite die Erzeugnisse des Bodens durch die Marktordnung in ihren Preisen stabil gehalten werden, kann man logischerweise auch nicht den Boden. der nicht vom Erbhofgesetz erfaßt ist, als Handelsobjekt dem freien Sviel der spekulativen Kräfte überlassen. Auch hier werden wir zu einer Ordnung kommen müssen, um unsere Aufgabe meistern zu können. Um die Aufgaben der Erzeugungsschlacht bewältigen zu können, muß unser Landvolk auch körverlich gesund sein. Hier muß ich eine betrübliche Zahlen bekanntgeben, denn die Redensart von der körverlichen Gesundheit des Landvolkes erweist sich leider als frommes Märchen. In einigen Gauen war die gesamte Körverhaltung der ländlichen Jugend bis zu 75 v. H. schlecht. Der Atmungsunterschied zwischen Ein= und Ausatmung betrug bis zu 75 v. H. zwischen 2 bis 4 Zentimeter, während er sich normalerweise zwischen 8 und 9 Zentimeter bewegen soll. Bis zu 75 v. H. war die Ripvenbildung schlecht und die Wirbelsäule in irgend einer Form verkrümmt. Vom Zustand der Füße konnte festgestellt werden, daß bis zu 90 v. H. verbildete Füße hatten. Hiervon waren 60 v. H. Senkfüße, 10 v. H. Spreizfüße, 5 v. H. Plattfüße und 2 v. H. Hohlfüße. Bei einem Gau wurden sogar 70 v. H. Plattfüße festgestellt. Ich erwähne das, weil es erwähnt werden muß. Wenn darum Asphaltliteraten die Lehre glauben bestreiten zu können, daß das Landvolk die Blutquelle der Nation ist, dann ist dies keine Beweisführung hiergegen, sondern vielmehr ein Beweis dafür, wie man durch das Judentum gegenüber den Lebensgesetzen des eigenen Volkes blind zu werden vermag. Die Hauptschuld an dieser Entwicklung trägt die jahrzehntelang bewußt betriebene Mißachtung des Körvers und der Körverkultur auf dem Lande. Mit theoretischen Erörterungen über die Bedeutung der Leibesübungen wird man allerdings einen Bauern nie überzeugen können. Hat sich ein Dorf erst einmal praktisch von dem Wert der Leibesübungen überzeugt, dann ist es verblüffend, wie schnell das Interesse für die Leibesübungen der Dorsjiugend wach wird. Alles menschliche Dasein baut sich auf und erhält sich durch zwei Urtriebe: der eine Urtrieb ist der Hunger, das heißt der Trieb des einzelnen Menschen zur Erhaltung seines Ichs; der zweite Urtrieb ist die Liebe, das heißt der Gattungstrieb, also der Trieb der Gattung zur Erhaltung ihrer Art. So ist es klar, daß ein Volk diese beiden Urtriebe beachten und ordnen muß, um Ordnung in seinen Volkskörver hineinzubringen. Das Bauerntum erhält seine Berechtigung nur aus der Tatsache, die uns die Geschichte lehrt, nämlich: Daß ein Volk sich immer nur aus seinen Bauerngeschlechtern erneuert, daß das Bauerntum mithin die ewige Blutsquelle des Volkes darstellt und daß ein Volk sein Bauerntum lebendig erhalten muß, um sein eigenes Dasein zu erhalten. Unsere Bauerngeschlechter sind uralt. Freilich müssen wir aufhören, die paar Jahrhunderte unserer Geschichte als besonders wichtig zu nehmen. Während man bei uns von„Jahrhunderten" eines Geschlechtes spricht, lebt z. B. in Kufu in China in der 77. Generation ein direkter Nachkomme des Weisen Kung, der unter dem Namen Konfuzius bei uns bekannt ist. Dieser Nachkomme des Konfuzius wohnt noch auf derselben Stelle und in demselben Hause, in dem Konfuzius vor 2786 Jahren geboren wurde und wohnte. Unsere eigenen alten Geschlechter konnten nur ewig leben, weil sie sich als Glied in der Kette ihrer Ahnen fühlten und aus diesem Grunde die Zeugung von Nachkommen als eine heilige Verpflichtung ansahen. Der Kommunismus wird weder den Kapitalismus überwinden, noch den Sozialismus verwirklichen. Der Kommunismus kann an einer einzigen Tatsache scheitern: Diese Tatsache ist die Mißachtung der Lebensgesetze der Menschheit. Warum ist der Kommunismus so. wie er sich heute darstellt? Weil er der geistige und praktische Ausdruck eines Volkes ist, welches Gott dazu verdammt hat, nur Unheil und Unfrieden über die Welt zu bringen: ich meine das jüdische Volk. Bauerntum und Judentum Bauerntum und Judentum scheiden sich wie Wasser und Feuer. Wenn Sowjetrußland seine Bauern verhungern läßt, um durchaus logischerweise die jüdischen Herren in Sowjetrußland. die Rüstungsindustrie, die Armee und die GPU. zu ernähren. so ist das genau so folgerichtig vom jüdischen Standpunkt aus wie in Deutschland Nürnberger Gesetze und Reichserbhofgesetz logisch sind zum Schutze des deutschen Blutes. Der Nationalsozialismus, und das ist Adolf Hitler, ist die Verkörperung der von Gott gewollten Ordnung innerhalb unseres Volkes, der Bolschewismus ist die vom Juden und seinen Gesetzen gewollte krebsartige Zersetzung aller göttlich gewollten Lebensbedingungen und Lebensvoraussetzungen unseres Volkes. Reichsbauernführer Darré schloß, indem er sich besonders an Generaloberst Göring wandte:„Herr Ministerpräsident, als ich diesen Reichsbauerntag in diesem Jahr eröffnete, da habe ich die Worte gesagt: So wie ein kleines Kampfgeschwader im Jahre 1918 es als ein Glück empfand, einen Hermann Göring zu seinem Kommandeur zu erhalten, so ist das Führerkorvs des Reichsnährstandes glücklich, heute unter dem Kommandeur Hermann Göring den zweiten Vierjahresplan des Führers durchzuführen.“(Beifall.) böring: Alle Stände werden gleich behandelt Ministerpräsident Göring, der Beauftragte für den Vierjahresplan, erklärte zu Beginn seiner immer wieder von lautem und lang anhaltendem Beifall unterbrochenen Rede, daß es ihm eine aufrichtige Freude sei. heute zu dem Führerkorps der deutschen Bauernschaft sprechen zu können, die jetzt eine der Hauptlasten in dem neuen großen Plan Adolf Hitlers trage. Er erinnerte noch einmal an die furchtbaren Verhältnisse der Vergangenheit, an das Bauernsterben, und wies auf die gewaltigen Leistungen des Nationalsozialismus zum Schutz des deutschen Nährstandes hin. Er erklärte: „Kein Mensch vermag den deutschen Bauern heute von seinem Haus zu bringen. Es mögen schwere Zeiten kommen— keine Schuldenlast, keine wirtschaftliche Not oder Unglücksernte vermag das zu zerbrechen, was aufgebaut worden ist. Wenn es manchmal schwer für Euch wird, dann bedenkt das eine: Wenn Ihr das Schicksal Eurer Volksgenossen, der deutschen Arbeiter, anseht, sie haben noch keine Erbhofstellen auf ihrem Arbeitsplatz; sie sind den wirtschaftlichen Schwankungen preisgegeben und noch abhängig von den Konjunkturen. Dann dankt Gott und nächst ihm dem Führer, daß Ihr davor bewahrt und behütet seid. (Stürmische Zustimmung.) Darum muß auch das Bauernvolk und vor allem sein Führerkorps verstehen, daß auf seine Schultern eine schwere Verantwortung gelegt ist, und daß das deutsche Volk ein Recht hat zu verlangen, daß die deutsche Bauernschaft auch diese Verantwortung trägt. Und ich weiß, Ihr werdet Eure Pflicht erfüllen als echte Bauern des Dritten Reiches.(Erneuter, lebhafter Beifall.) Wenn wir jetzt daran gehen, den großen Wirtschaftsplan in vier Jahren zu erfüllen, wenn wir Deutschland frei machen wollen muß ich an Euch, meine deutschen Bauern, appellieren und verlangen, daß Ihr in meiner Gefolgschaft als erstes Sturmbataillon bereitsteht, die deutsche Ernährungsfreiheit, die ja die Grundlage der Gesamtwirtschaft ist, zu erringen. Wir wollen dem deutschen Volk das immer wieder aufs neue sagen, damit es die Lage klar erkennt: Der deutsche Lebensraum ist für uns und die nach uns kommenden Geschlechter zu klein! Seien wir dankbar, daß es der ausgezeichneten Organisation und dem leidenschaftlichen Einsatz der Bauern geglückt ist, für die heutige deutsche Bevölkerung wenigstens das Brotgetreide auf eigenem Boden zu schaffen. Es heißt also jetzt, die Nahrungsfreiheit zu kommen Alles kann aber nicht aus dem deutschen Boden gewonnen werden. Darum muß der Ausgleich auf der anderen Seite von dem industriellen Sektor geschaffen werden. Wenn man fragt, was der deutsche Bauer innerhalb dieses Vierjahresplanes tun solle, dann kann ich nur antworten: Ihr habt von Eurer Führung bereits die Richtlinien bekommen. Jahrelang habt Ihr eine Erzeugungsschlacht nach der anderen gewonnen. Ihr sollt nichts weiter tun, als auch die nächste Erzeugungsschlacht mit noch mehr Willen und noch größerem Einsatz als bisher schlagen, damit sie zu einem noch größeren Erfolge führt.(Stürmischer Beifall.) Ich kenne den Reichsnährstand und ich kenne seinen Führer. Ich habe zu ihm das Vertrauen, daß er diesen Kampf durchführen wird, denn der Reichsnährstand ist eine der festesten Grundlagen unserer Wirtschaft, und ich werde niemals erlauben, daß an seinem Gefüge auch nur das geringste geändert wird(Stürmischer Beifall.) Ich weiß, daß ohne das deutsche Bauerntum, ohne seinen bereitwilligen Einsatz der Sieg nicht denkbar ist.“ Alle Stände werden gleich behandelt Ministerpräsident Göring wandte sich auch dann seinerseits gegen den Liberalismus, der einen Stand zuungunsten des anderen gefördert wissen wolle.„Dieser fürchterliche Irrtum ist nun beseitigt worden, aus einem Volke einen Stand herauszunehmen und ihm eine besondere Förderung zuteil werden zu lassen. Wir sind ein Volk im Glück und erst recht in der Not. Wir gehören alle zusammen, und es ist unmöglich, einen Stand— sei es nun der Bauernstand oder die Arbeiterschaft oder die Industrie— herauszunehmen und ihm ein besseres Leben vorzugaukeln. So sind die Verhältnisse der Bauern also nicht im eigenen Interesse, sondern als ein im ganzen Volke wurzelnder Teil im Gesamtinteresse des Reiches geordnet worden; denn es ist nationalsozialistisches Fundamentalgesetz, daß Volk und Reich nur blühen können, wenn sein Urstand, sein Bauernvolk, in Ordnung ist. Ich achte den deutschen Bauern", stellte Ministerpräsident Göring unter jubelnder Zustimmung fest, hoch, um zu glauben, daß er ein schmutziges Angebot, wie es darin liegt, für ein Zurückhalten der Ware höhere Preise zu bekommen, annimmt. Ich bin überzeugt, daß das geschlossene deutsche Bauerntum einen Schädling, der dies dennoch wagen sollte, selbst ausmerzen wird. Darum, deutsche Bauern, appelliere ich an Eure Ehre, an Eure Verantwortung und an Euer Pflichtbewußtsein als deutsche Volksgenossen.(Erneuter Beifall.) Sollte es noch einzelne Schädlinge geben, die nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind, so müßt Ihr zur Selbsthilfe schreiten. Wer sich an dem heiligsten Gut der Nation, an dem Brotgetreide für das deutsche Volk, vergreift, ist ein Landesverräter und muß vernichtet werden. Die deutschen hirtenbrief des Erzbischofs von Edinburgh Der Kommunismus die größte geistige, moralische und soziale Gefahr in der Welt London, 30. Nov. In einem Hirtenbrief, der am Sonntag in allen römisch=katholischen Kirchen der Erzdiözese von St. Andrew und Edinburgh verlesen wurde, nennt der Erzbischof Dr. Macdonald den Kommunismus die größte geistige, moralische und soziale Gefahr, der die Welt heute gegenüberstehe. Wo auch immer der Kommunismus sein anmaßendes Haupt erhebe, bleibe eine gräßliche Spur der Gewalttätigkeiten, des Blutvergießens und des Frevels zurück. Diese Macht behaupte sich durch eine Tyrannei, die angesichts ihrer Rechtlosigkeit und Rücksichtslosigkeit in der Geschichte nicht ihresgleichen finde. Die unaussprechlichen Greuel, die den Aufstieg der kommunistischen Macht in Rußland begleitet hätten, und die schrecklichen Verbrechen, die während der letzten Monate von der roten Revolution in Spanien begangen worden seien, seien lediglich die Durchführung des kommunistischen Planes, der, wenn die richtige Stunde komme, auf jedes Land der Welt angewandt werden würde. Es könne wahrlich gesagt werden, daß sich in der Geschichte niemals zuvor eine solche schwarze Flut des Uebels über die Welt ergossen habe, wie sie sich jetzt von Moskau aus verbreite. Bauernscheuern müssen die sichersten Panzerschränke für das tägliche Brot des deutschen Volkes sein. Wir sind in unserem täglichen Brot unabhängig vom Auslande, aber nur solange als jeder einzelne deutsche Bauer seine Pflicht tut. Das möge jeder einzelne begreifen.“ Appell an die Bauernführer An die Bauernführer richtete der Ministerpräsident den Appell, sich stets ihrer Verantwortung als Bauernführer bewußt zu bleiben. Zum Reichsnährstand habe er die größte Zuversicht, da er seine Führung seit Jahren kenne und wisse, wer ihn geschaffen und welchen Charakter dieser Mann habe. Unter stürmischem Beifall der Massen dankte der Ministerpräsident in erster Linie dem Reichsbauernführer Darré und dem Reichsobmann Meinberg sowie seinem jetzigen engen Mitarbeiter Staatssekretär Backe ganz besonders für ihre einsatzbereite Tätigkeit. Dann fuhr Göring fort:„Für die deutschen Bauern muß es ein stolzes Gefühl der Dankbarkeit für den Führer und die Bewegung sein, daß sie nun auf dem Platz stehen, auf dem sie heute sind. Daß sie diese Stellung sich in der Zukunft erhalten und daß sie im Frieden ihren Pflug führen können, verdanken sie der starken Wehrmacht, die vom Führer geschaffen heute das Reich schützt. Das mag sich“, so betonte der Ministerpräsident,„jeder gesagt sein lassen: So schwach wie 1914 sind wir heute nicht mehr, kein schwaches Parlament der zerrissenen Parteienherrschaft lähmt heute noch die Kraft des deutschen Volkes. So sind wir außenpolitisch wieder zu einer starken Macht geworden, zu einer Macht, auf die Freunde und Feinde gleichermaßen schauen.“ Zum Schluß seiner immer wieder mit stürmischem Jubel und Begeisterung ausgenommenen Rede forderte Ministerpräsident Göring die deutschen Bauern noch einmal auf, sich des großen Vertrauens, das das deutsche Volk, der Führer und er ihnen entgegenbringe, würdig zu erweisen. „Das Vertrauen zum Führer ist die Basis, auf der wir alle bauen und schaffen, und darum, deutsche Bauern, geht an die neue Arbeit mit gleichem Mut, mit noch festerer Ueberzeugung, mit noch größerer Leidenschaft, ergreift den Pflug mit Eurer starken Faust, damit das deutsche Volk im Frieden sein Brot essen kann. Deutschland ist unüberwindlich, solange es einig ist, und Deutschland wird solange einig bleiben, als das Siegeszeichen des Hakenkreuzes über Deutschland weht.“ Landbauwissenschaft im Dienste der Ernährungssicherung Goslar, 30. Nov. Anläßlich des 4. Reichsbauerntages in Goslar sprach Staatssekretär Backe vor dem Forschungsrat der deutschen Landbauwissenschaft über die grundsätzlichen Aufgaben der landwirtschaftlichen Forschung im Rahmen des Vierjahresplanes. Die landwirtschaftliche Wissenschaft müsse einmal die Arbeit der Praxis durch ihre schon gewonnenen Erkenntnisse unterstützen. Außerdem habe sie völlig neue Wege zu suchen, um die Ernährung unseres Volkes weiter zu sichern und zu verbessern. Dabei komme es wesentlich darauf an, die gewonnenen Erkenntnisse der breiten Praxis sofort und mit der höchsten Einsatzwirkung durch Herantragen der Erkenntnisse an die große Masse des Bauern zu vermitteln. Die Verantwortung für den Wissenschaftler sei dabei um so größer, als in den nächsten Jahren der Wissenschaft immer neue und immer größere Aufgaben erwachsen würden, und jede Maßnahme, die Erfolge verspreche, sofort in großem Maße eingesetzt werde. Die Volkswirtschaft fordere stärkste Intensivierung; daher liege das Schwergewicht in der Aufgabe, aus dem deutschen Boden herauszuholen, was irgend herauszuholen sei. Hierbei müsse die Wissenschaft auf allen Gebieten und mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln mitwirken. Die anschließenden Berichte der Obmänner und Vertreter der Reichsarbeitsgemeinschaften über die Entwicklung und den Stand der landwirtschaftlichen Forschung auf den verschiedensten Gebieten bewiesen, daß in den letzten zwei Jahren schon wichtige wissenschaftliche Vorarbeiten für den Vierjahresplan geleistet worden sind. Nach Schluß des Reichsbauerntages fand in Goslar die erste Arbeitstagung der Reichsarbeitsgemeinschaft„Agrarpolitik und Betriebslehre“ im Forschungsdienst statt. Bor osstalerrimokscr Roman von Werner S. Hiniz Alle Rechte vorbehallen bei: Hern-Verleg. Berlin W. 29 Die Begleiterin des Arztes war die Frau aus der Bahnhofshalle, war Frau Cornelius. Uebrigens achteten die beiden kaum auf ihre Umgebung. Das lebhafte Gespräch, in das sie vertieft sind, nimmt ihre ganze Aufmerksamkeit in Anspruch. Traß hört ihre erregten Stimmen bis zu seinem Versteck herauf. Was sie miteinander sprachen, konnte er allerdings nicht verstehen. Also. abwarten. In einiger Entfernung gingen die beiden an ihm vorüber, schlugen dann den Rundweg ein. Als sie an einer von halbhohen Gebäuden umgebenen Bank angelangt waren, setzten sie sich. Traß war neugierig. Sein Beruf brachte das so mit sich. Und besonders neugierig war er in diesem Falle, wo ihm Doktor Martens' Verhalten schon am Vormittag allerlei zu denken gegeben hatte. Vorsichtig, hinter den Bäumen Deckung suchend, pirschte er empor und näherte sich auf versteckten Umwegen der Bank. Rasch tauchte er in den Büschen unter und holte tief Atem. Für einen Anderthalb=Zentner=Mann in seinen Jahren war das alles keine Kleinigkeit gewesen. Jetzt sah er das Paar nicht mehr. Das Gebüsch verbarg es seinen Blicken. Aber die Stimmen hörte er deutlich,— selbst dann, wenn ein leichter Windstoß hin und wieder in den Zweigen raschelte. Doktor Martens— „— und trotzdem weiß ich, daß Sie mir etwas verbergen, Ursula! Seit einer Woche sind Sie ganz anders zu mir.— Und auch gestern diese überstürzte Flucht, deren Grund Sie mir nicht nennen wollen—— ich weiß nicht, was ich davon halten soll.“ Dann Ursula Cornelius' Stimme, schwach und mit einer gewissen Verlegenheit kämpfend: „Hatten Sie mir nicht selbst zur Flucht geraten, Paul?“ „Gewiß— aber das geschah ja unter ganz anderen Voraussetzungen. Ich—— Ursula, verübeln Sie es mir nicht, wenn ich jetzt ganz offen zu Ihnen bin,— ich hatte gestern den Eindruck, daß Sie weniger vor Ihrem Mann als— vor mir flohen.“ „Das—— bilden Sie sich ja nur ein——“ „Nein, nein.— Es war ja auch nur ein Vorwand von Ihnen, um mich aus dem Wege zu schaffen, daß Sie mir den Auftrag gaben, Ihren Mann zu beobachten—“ und Sie führten diesen Auftrag nicht aus. Ernst fing mich am Bahnhof ab.“ Dann eine lange Pause— „Ich konnte es nicht verhindern, Ursula. Ich —— ich verlor Ihren Mann aus den Augen—“ „Und wo waren Sie gestern abend?" „Ich war zu Hause.—— Oder, nein, ich ging noch ein Stück spazieren—— Ursula!“ Ungewöhnlich heftig rief er ihren Namen. „Paul, lassen Sie mich jetzt gehen.“ „Und das soll unser Abschied sein?“ „Mein Gott, Paul, begreifen Sie denn nicht, was zwischen uns steht?“ „Ihr Mann—— ja.“ „Wenn das nur alles wäre. Darüber könnte ich hinwegkommen. Ernst ist mir schon lange ein Fremder.“ Wie ein heimliches Schluchzen klang es jetzt in der Stimme der Frau. „Und was sollte sonst——?“ „Sie wissen es doch.“ „Ich weiß es nicht.— Und Sie—— verbergen es vor mir.— Es gab einmal eine Zeit, wo cie keine Geheimnisse vor mir hatten, Frau Ursul „Es gab einmal eine Zeit,——— ach, was nützt es, davon noch zu reden.“ „Doch.— Ich habe ein Anrecht darauf, zu wissen, was zwischen uns steht.“ Dann ein einziges Wort aus Ursulas Mund, so leise gesprochen, daß Traß es beim besten Willen nicht verstehen konnte. „Ursula sind Sie—— sind Sie wahnsinnig geworden?— Was soll das heißen?— Glauben Sie etwa an dieses Geschwätz, das der alte Asper in die Welt gesehzt hat?— Ursula, Sie wissen doch selbst—— nur in Ihrem Haus traf ich mit Hanni Freibank zusammen. Und nun— sagen Sie——. „Wollen Sie ableugnen, daß Hanni Ihnen nicht ganz gleichgültig wur?“ „Auf diese Frage gebe ich Ihnen keine Antwort.“ „Sie machen es sich sehr leicht, Herr Doktor Martens.“ „Aber Ursula, das ist doch—— ist doch kindisch. Sie lassen sich da blindlings in einen Verdacht hineintreiben—“ „Ich bin nicht der einzige Mensch, der das glaubt—“ „— und dieser neue Mord im Moor müßte Ihnen doch eigentlich bewiesen haben—— ganz abgesehen davon, daß ich an jenem Abend vor einer Woche, als das mit Hanni Freidank geschah, zu Hause war—.—“ „Das ist eben nicht wahr.— Ich habe erfahren, daß Sie an jenem Abend noch mit dem Auto unterwegs waren—— von einem Patienten. Dann brachten Sie den Wagen in die Garage und gingen wieder fort—— und kamen dann erst spät nach Hause—“ „Wer hat Ihnen das erzählt, Urfula!“ „Das sage ich nicht.“ „Wer hat——“ „Ist es wahr,— ja oder nein?“ „Und wenn es wahr wäre—— wie konnten Sie nur glauben, daß ich Hanni erschlagen habe?“ „Sie war Ihre— Geliebte—“ „Ursula,— schämen Sie sich nicht, so etwas zu sagen?— Ich schwöre Ihnen—— nein. es hat ja keinen Zweck. Sie würden mir ja doch nicht glauben!“ Und dann das Geräusch flüchtender Schritte, die sich rasch entfernten. „Ursula!— So warten Sie doch!— Ich muß Ihnen noch etwas Wichtiges——— Ursula!“ Und Werner Traß richtete sich aus seiner unbequemen Hockstellung auf. Teufel, Teufel, schmerzte ihm das Kreuz. Aber es hatte sich gelohnt. Gewiß war es die blinde Eifersucht, die aus der Frau gesprochen hatte, trotzdem—— man konnte nicht wissen—— Nur eines paßte nicht so recht zu diesem Bild: Der Mord an Torda: Lundfal.: Es gab keine Verbindung von ihr zu Martens. Oder vielleicht doch,— dann aber mußte diese Verbindung erst gefunden werden. Traß verließ vorsichtig seinen Lauscherposten. Dort hinten auf dem Waldweg eilte Doktor Martens entlang. Von Ursula Cornelius war keine Spur zu entdecken. Und im Garten seines Häuschens stand jetzt der Lehrer Freidank bei seinen Rosenstöcken, die lange Pfeife im Mundwinkel. Torda Lundfal—— was hatte sie hier in Zaufen gewollt, sie, die Schwedin? Warum war Lena Martens so erschrocken gewesen, als sie diesen Namen gehört hatte? War hier vielleicht die fehlende Verbindung zu suchen? Oder hing das mit dem Bild in der Brieftasche zusammen?— Ja, richtig, die Brieftasche. Da mußte ja noch etwas unternommen werden.— und dazu war jetzt vielleicht der günstigste Zeitpunkt gekommen. Vesperzeit,— und schon legte es sich dort hinten über das weite Moor wie ein leichter grauer Schleier. Schon waren die Höhenzüge in der Ferne nicht mehr so deutlich zu erkennen. Wie lange noch, und der Nebel war da. Ob man vorher noch ins Gasthaus ging und Kaffee trank?— Ach was, das andere war wichtiger Schnell eilte Traß den Abhang hinab, vorüber an dem Haus des Lehrers, der ihn nicht bemerkte. Dann bog er in die Hauptstraße ein, überquerte das Bahngleis und schritt den Landweg entlang, der zum Moorhof führte. 3. Kapitel Wenn man sich nicht gerade beeilte, brauchte man immerhin eine Viertelstunde, um das einsame Gehöft zu erreichen. Dabei kam man an den Weiden vorüber und mußte auf einer alten Holzbrücke über den toten Flußarm hinweg. Eigentlich ein kümmerliches Anwesen. Hatte es schon aus der Entfernung den Eindruck einer halben Ruine gemacht, so bestätigte sich das beim Näherkommen nur zu sehr. Fingerbreite Risse klafften in den Lehmwänden des Hauses, das von morschen Fachwerkbalken nur mühsam zusammengehalten wurde. Wenn hier mal ein richtiger Sturm kam, dann war es um die ganze Herrlichkeit bestimmt geschehen. Kaum eine einzige Scheibe an den niedrigen Fensterlöchern war noch ganz, wo die Scheiben fehlten, war ein Stück Papier gegen den Holzrahmen geklebt. Der Landweg führte um das Haus herum, weiter in das Moor hinein. Ein schmaler Fußweg überquerte ein Stück dürren Rasens und endete vor der Tür, die halb offen stand und schief in ihren Angeln hing. Und über dem allen der leichte Nebeldunst, der die Strahlen der schon recht tief stehenden Sonne dunkelgelb färbte. Traß klopfte an. Wartete. Niemand meldete sich. Oder doch— da fiel ein Schatten um die Hauswand. Und dann stand vor dem Kommissar der Mann aus der Kleinbahn, wischte sich mit der schmutzigen Rechten den Schweiß von der Stirn. „Bitte schön?“ Er schien Traß nicht wiederzuerkennen. Gleichgültig ruhten seine grauen Augen auf dem Besucher. In der Ferne blökte eine Kuh, und das gab dem Kommissar das Stichwort. „Könnten Sie mir vielleicht ein Glas Milch verkaufen?— Seit einer Stunde schon laufe ich hier im Moor spazieren—“ „Kommen Sie herein." In dem mit Steinfliesen ausgelegten Flur roch es feucht und modrig. Der gleiche Geruch herrschte auch in dem zweiten Raum, vor, in den der Moorbauer seinen Besucher jetzt führte. Ein roher Eichentisch, drei Schemel, ein Regal mit Geschirr, in der Ecke über dem Steinherd ein gewaltiger, verrußter Rauchfang, ein verschlossener Schrank an der Wand. Weiter nichts,— wenn man nicht den Staub hinzurechnen wollte, der den Fliesenboden bedeckte. Der Mann nahm einen Blechbecher vom Regal, ging zum Herd und füllte ihn aus einer Kanne, die dort stand. „Bitte sehr—“ Um den Schein zu wahren, trank Traß den Becher auf einen Zug aus, obwohl ihm beim Anblick dieses Raumes der Durst völlig vergangen war. „Und das macht—?“ „Nichts.“ „Aber ich kann doch nicht——“ „Noch ein Becher Milch gefällig!“ „Nein, nein, danke wirklich!" „Wie Sie wollen.“ Nun hätte er ja wieder gehen können,— aber wegen des Bechers Milch war Traß ja nicht hierhergekommen. „Was ich noch sagen wollte——“ „Ja?“ „Ich fand unterwegs das hier——“ Und der Kommissar zog die Brieftasche hervor, legte sie auf den Tisch.„Wissen Sie zufällig, wem das gehören könnte?" „Das ist meine Tasche." „Nun, dann freut es mich um so mehr, daß ich sie Ihnen zurückgeben kann, Herr—.—“ „Larsen". Der andere machte so etwas wie einen steifen Diener.„Das wußten Sie doch übrigens schon. Mein Ausweis muß doch in der Tasche stecken!“ „Ich habe nicht nachgesehen—“ „Doch, das haben Sie.“ „Aber——“ Larsen machte eine abwehrende Handbewegung, nahm den Milchbecher und stellte ihn auf den Herd. Die Brieftasche ließ er auf dem Tisch liegen. „Jedenfalls war es ein glücklicher Zufall, daß ich die Tasche fand, Herr Larsen—“ „Wo?“ Traß hatte das peinliche Gefühl, daß ihm der andere gefährlich überlegen war. Man konnte nicht klug werden aus dem Ausdruck seiner grauen Augen. Flimmerte es darin jetzt nicht wie heimlicher Spott? „Beim Spazierengehen— da dicht am Weg— wo das Gebüsch steht.— Da, wo man heute früh die tote Frau fand—“ „Das ist nicht wahr.“ „Aber erlauben Sie——“ „Das ist nicht wahr. Es ist auch nicht wahr, er Stunde im Moor spazieren gehen. Sie sind aus der Stadt geradenwegs hierhergekommen. Ich sah Sie.“ „Nun schön. Und dabei fand ich die Tasche—“ „Nein. Die fanden Sie gestern in der Bahn, nicht wahr?“ Traß machte eine vieldeutige Geste. Mochte der andere daraus entnehmen, was ihm beliebte. Vielleicht war es am besten, jetzt gleich aufzubrechen. Hier stand er doch nur auf verlorenem Posten. „Und warum dieser ganze Schwindel, Herr? Haben Sie sich eingebildet, ich würde darauf hereinfallen?" Ja, das hatte Traß sich eingebildet. Aber Larsen war eben zu sehr auf der Hut gewesen. „Hat man Ihnen dort drüben in der Stadt Raupen in den Kopf gesetzt? Hat man Ihnen gesagt, daß hier der Mörder sitzen muß? Und Sie haben das geglaubt?“ „Sie verkennen die Sachlage vollkommen, Herr Larsen. Ich bin mit der Untersuchung des Mordfalles betraut.—— Das ist nun schon der zweit:#, dieser Mord an Frau Lundfal—“ Der Kerl hatte ein Gesicht wie aus Stein. Nicht einmal die Augenlider zuckten. „Frau Lundfal war eine Schwedin——“ „Ach so,— und weil ich selbst Schwede bin? Denn das haben Sie natürlich aus meinem Ausweis ersehen——“ „Ganz recht, deswegen.—— Wen erwarteten Sie eigentlich gestern auf dem Bahnhof von Georgswalde?" „Wer sagt Ihnen denn, daß ich jemanden erwartete?— Ich hatte dort Geschäfte zu erledigen und dachte mir, daß vielleicht noch jemand aus Zaufen mit dem Zuge zurückfahren würde. Dann hätte ich wenigstens Gesellschaft gehabt.“ Gott sei Dank, jetzt wurde er ein wenig beredter. Dabei konnte ihm vielleicht das eine oder andere unbedachte Wort entschlüpfen. „Gesellschaft?— Ich denke, Sie stehen sich nicht gut mit den Bürgern von Zaufen!" „Na ja, man ist hierzulande natürlich so halb und halb als Fremder angesehen und kann nicht festen Boden fassen——“ „Für einen Schweden sprechen Sie sehr gut Deutsch.— Sie sind seit drei Jahren hier, nicht wahr?“ „Ich habe auch schon früher in Deutschland gelebt, während des Krieges als Vertreter—— aber das dürfte Sie ja wohl kaum interessieren, Herr—.—“ „Traß, Kriminalkommissar Traß.—— Und was ich noch fragen wollte: Warum stiegen Sie gestern eigentlich eine Station früher aus und nicht hier in Zaufen?" „Der Weg von dort zum Moorhof ist kaum länger als von Zaufen aus. Und dann spart man Fahrgeld.— Ich muß mit jedem Pfennig rechnen. Das sehen Sie wohl selbst.“ Allerdings, die ganze Umgebung verriet das nur zu deutlich. „Sie haben einen Knecht?" „Knecht?— Ule ist ein eben so armer Teufel wie ich selbst. Er hilft mir fürs Essen und Trinken, soweit ich selbst etwas habe. Jetzt ist er draußen auf dem Moor, Torf stechen für den Winter." Herrgott, dieser Kerl war wie ein guter Panzerschrank. Nicht an ihn heranzukommen. Auf alles eine Antwort,— und nichts, wo man hätte einhaken können. „Noch eine letzte Frage, Herr Larsen! Können Sie mir im Zusammenhang mit diesen beiden Mordfällen irgend etwas sagen, was für meine Nachforschungen von Bedeutung sein dürfte?“ Ja.“ „Und—!“ „Ich bin es nicht gewesen,— und der Ule auch nicht. Wenn wir auch hier draußen im Nebel wohnen,— zu verbergen haben wir nichts. Aber drüben in der Stadt, da sitzt mancher, der sich lieber im Nebel verstecken möchte!“ „Wie meinen Sie das? Wollen Sie damit etwas Bestimmtes andeuten?" „Bin ich von der Polizei?“ Traß nahm einen letzten Anlauf.„Herr Larsen, dieses Versteckenspiel hat doch keinen Zweck——“ „Ich habe nicht damit angefangen.“ „Sie haben also nichts auszusagen?“ Ein stummes Achselzucken. Dann knarrte draußen die Tür. Schritte hallten auf den Fliesen des Vorflures. „Einen Augenblick. Das wird Ule sein.“ Mit zwei Schritten hatte Larsen die Tür erreicht— und schloß sie dicht vor der Nase des Kommissars, der ihm hastig gefolgt war. Ein Schlüssel knirschte im Schloß. Also eine Unverschämtheit! Am liebsten hätte Traß die Tür eingetreten, aber die war aus kräftigen Eichenbrettern gezimmert. Außerdem wurde sie schon wenige Augenblicke später wieder geöffnet. Larsen stand auf der Schwelle. „Es war Ule. Ich habe ihn in den Stall geschickt.“ „Ich hätte gerne einmal mit ihm gesprochen.“ „Jetzt geht das nicht. Jetzt müssen die Kühe gemolken werden. Aber Sie können ja ein andermal wiederkommen.“ Eine glatte Unverschämtheit! Der Teufel mochte wissen, was sich dahinter verbarg. Und nichts dagegen zu machen. Noch hatte Traß ja nicht die Bestätigung aus Berlin, daß er mit dem Fall betraut war. „Ich werde wiederkommen, verlassen Sie sich darauf!“ „Es soll mich freuen. Und vielen Dank noch, daß Sie mir die Tasche brachten. Sie ist für mich sehr wertvoll— wegen des Zwanzigmarkscheines, Herr Traß,— nur deswegen!“ Und Larsen lachte.„„„ Das war offener Spott. Aber warte nur, wer zuletzt lacht—.— Dann verließ Traß grußlos das Haus und schlug den Weg ins Moor ein. Er mußte mit seinen Gedanken allein sein. * Grauer Dunst—— Zu beiden Seiten des Landweges stieg er auf. aus den Pfützen und Lachen des Moores, aus den trügerischen Grasnarben. Die verkrüppelten Weiden sahen aus wie Gnomengestalten in einem Märchenbuch. Warum hatte Larsen durchaus verhindern wollen, daß Traß mit dem Knecht sprach? Jetzt zur Rechten ein stehendes Gewässer, von Schilfruten umsäumt. Ein Sumpfvogel krächzte. Modergeruch lag in der schweren Luft. Warum——? Und die Antwort auf diese Frage fand der Kommissar zehn Minuten später, als er dicht vor sich die gebeugte Männergestalt mit einem Spaten arbeiten sah. Es war gar nicht Ule gewesen, denn Ule war hier im Moor und stach den Torf für den Winter. Zu kleinen Haufen waren die triefenden braunen Ziegel geschichtet. Jetzt erst fiel es auch Traß ein, daß die Schritte, die er gehört hatte, unmöglich die schweren Tapfer des Knechts gewesen sein konnten. Kehrt— so schnell wie möglich zurück zum Moorhof! Traß knöpfte Mantel und Jacke auf, lief, als gelte es sein Leben. Diese Gelegenheit durfte er nicht versäumen,— diese Gelegenheit, vielleicht einen Blick hinter die Geheimnisse des Mannes im Moor werfen zu können. Wenn er nur nicht zu spät kam—! Da war das Haus. Die Rückwand hatte keine Fenster. Außer Atem umrundete er den kleinen Anbau des Viehstalles, näherte sich der Tür von der Seite, auf der, wie er wußte, der Wohnraum nicht lag. Die Tür stand noch genau so offen, wie er sie beim Verlassen des Hauses gelassen hatte. Auf Zehenspitzen betrat er den Flur. Auch die Zimmertür war nur angelehnt. Dem Geräusch der Schritte nach zu urteilen, wanderte Larsen nebenan unruhig hin und her. Und dann endlich das erste Wort.— „Gewiß, Lena, das gebe ich zu. Warum sollte ich denn auch nicht einen Brief aus Schweden bekommen haben?“ „Ich sah den Namen der Abfenderin—“ Leng Martens Stimme! (Fortsetzung folgt.) * M Nr. 326 Drittes Blatt des„Stadtanzeigers für Castrov=Nauxel und Umgebung“ Denstag, den 1. Dezember 1936 „ tad nerttera Englands populärster Gaune In einem englischen Antiquariat sind vor einiger Zeit Teile der„Klage Jonathan Wilde", des berüchtigten Gaunerkönigs im England des 18. Jahrhunderts, aufgetaucht. Es handelt sich dabei um eine große, halbvergessene Merkwürdigkeit, die das Leben dieses seltsamen Verbrechers für viele ins Gedächtnis zurückruft. Zu den seltsamsten Einrichtungen der altenglischen Justiz gehörte das Geschäft des sogen.„Diebesfängers“, des Stadtmarschalls. der gewöhnlich selbst eine berüchtigte Person war. Die Tätigkeit dieses Mannes bestand darin, lichtscheues Gesindel festzunehmen und Diebe zu greisen. Ein ähnliches Geschäft aber in viel größerem Umsange betrieb in London auch Jonathan Wild. In einer Flugschrift seines Gegners wurde er folgendermaßen betitelt:„Seht diesen König unter den Dieben, diesen General=Lügenmeister von England. diesen Generalkapitän der Armee aller Plünderer. diesen außerordentlichen Beauftragten des Königs von Dunst und Wind" Und an einer anderen Stelle:„Die Steine in den Straßen müßten aufschreien über solche fluchwürdigen Praktiken, wie sie in dieser Stadt und den benachbarten Orten begangen werden von Dieben. Räubern und vor allem von— Diebesfängern. Ein Diebesfänger. der Justiz überliefert, ist von mehr Vorteil für die Stadt, als hundert ergriffene Diebe...“ Trotzdem ist es für uns heute schwer, die Art der Verbrechen des Jonathan Wilds zu charakterisieren. Er war, wie es ein Kriminalist einst zusammensaßte „Schrecken und Trost der Diebe und der Bestohlenen“ zur gleichen Zeit und in einer Person. Er selbst beraubte und bestahl niemand, er war auch kein Hehler; er war der Leiter eines großen Diebeskommissions=Geschäftes, wo jeder für Geld das finden konnte, was ihm fehlte— der Bestohlene das ihm entwendete Eigentum. der Dieb einen Abnehmer für die gestohlenen Sachen und wenn notwendig eine Anweisung. wo es etwas Neues zu stehlen gab. Jonathan Wild war der bekannteste Mann Londons. in den Jahren 1710—1725. Ob groß. ob klein. ob hoch, ob niedrig, wer durch Einbruch. Raub oder Diebstahl Dinge von Wert verloren hatte. wandte sich an Jonathan Wild. der ihn freundlich ausfragte und gegen entsvrechendes Honorar die gestohlenen Sachen auch zurückschaffte. Er verhalj nicht nur den Beraubten zu ihrem Eigentum. sondern stellte sich auch in den Dienst der Gerechtigkeit, entdeckte Diebe. ergriff Räuber. spürte Mörder auf und überlieferte sie der Polizei. Er säuberte die Straßen. füllte die Kerker und war trotzdem selbst der ärgste Betrüger. Dieb und Räuber. wenn auch nicht nach dem Buchstaben des Gesetzes. Warenhäuser und Schiffe Man wußte, daß Jonathan Wild mit gewissen Gentleman=Verbrechern in Verbindung stand, besonders mit Falschmünzern, daß ihm verschiedene Warenhäuser gehörten, in denen die gestohlenen Sochen aufgespeichert wurden. Auch war er Reeder einer kleinen Flotte. um Juwelen. Uhren und andere Gegenstände von Wert nach Holland hinüberzuschafsen, wo einer seiner Beauftragten saß, der das gestoblene Gut veräußerte. Sein Haupthandelshafen war Ostende, von wo aus die Sachen nach Brügge. Gent. Brüssel und weiter vertrieben wurden. Holländische Leinwand und Spitzen bildeten den Gegenerlös. In England unterhielt Wild außerdem mehrere Atcliers, in denen verschiedene Künstler beschäftigt waren. um Aenderungen an den gestohle nen Sachen vorzunehmen, vor allem an den Uhren und Ringen. Petschaften und tostbaren Tabakdosen. Erfuhr er etwas von einem Raubzug und verkauften ihm die Diebe nicht das gestohlene Gut. dann setzte er alles daran. ihrer habhaft zu werden und sie den Gerichten zu überliefern. Das alles war kein Geheimnis. Das Publikum wußte es ebensogut, wie die Behörden und doch konnte Jonathan Wild unter den strengen Gesetzen eines geordneten Staates dieses Geschäft 15 Jahre hindurch in halber Oeffentlichkeit treiben. Erst als er nicht mehr auf der Höhe seiner Kraft stand. als er unter seinem unruhigen Leben körverlich zu leiden begann und als ihm vieles mißglückte, ereilte ihn das Verhängnis. Kränklich. von der Gicht gelähmt. von tausend Augen bewacht. von dem Haß vieler Unglücklichen verfolgt. ging er seinem Ende entgegen. Im Frühjahr 1725 wurde die Klage gegen ihn erhoben. Der Prozeß endete, wie erwartet, mit seiner Verurteilung zum Tode. Nach einem mißglückten Selbstmordversuch im Gefängnis wurde Wild völlig geistesabwesend und zusammengebrochen nach Tyburn gebracht. Auf der Fahrt warf das erbitterte Volk mit Steinen nach ihm. An der Richtstätte angelangt, wollte ihm der Henker. weil Wild völlig apathisch dasaß. einen Augenblick Ruhe gewähren, aber das Volk tobte und drohte sich auf den Henker zu stürzen, wenn er noch länger zögere. Unmittelbar darauf. am 24. Mai 1725, endete Jonathan Wild am Galgen. In der„Klage Jonathan Wilds“, von der jetzt ein Teil aus vergessenem Dunkel wieder aufgetaucht ist. handelt es sich um die berüchtigten„letzten Todesreden“, die zu jener Zeit nach allgemeinem Brauch noch vor der Hinrichtung ausgeschrieen und verkauft wurden. Die Verse beginnen merkwürdig genug: „Undankbarkeit ist euer Erbteil, Briten.— Blind seht ihr nicht, was ich für euch gelitten" usw.... Zum Schluß aber heißt es: „Doch nur getrost, es kommt die Zeit heran. Wo Uhren man verliert in Drury=Lane, Wo schöne Tabakdosen gehn abhänden, Und Ringe. Taschentücher allerenden... Die Reue kommt zu spät— Ihr ruft wohl dann: Ach hätten wir noch unseren Jonathan!“ Der reichste und mißtrauischste Mann der Welt Gespäch mit Rockesellers Leibarzt Wien. Von Berlin kommend. traf in Wien Dr. Marchinson, der Leibarzt John D. Rocesellers. ein. Dr. Murchinson hat auf ausdrücklichen Wunsch des Bnch — Das Diebeske Milliardärs eine Erholungsreise angetreten und will sich nach Athen begeben. Der Arzt erklärte während seines Wiener Aufenthaltes, daß„John.“ niemals erlaube, ihn für krank zu erklären, höchstens gestattet er. daß man von einem„leichten Unwohlsein“ spricht, wenn er sich wirklich mal nicht auf dem Posten fühle. Im eisernen Tresor seines wundervollen Landsitzes bewahrt der Navoleon des Oels noch immer jenes denkwürdige Tagebuch auf. daß er im jugendlichen Alter von 22 Jahren mit folgenden Worten begann:„Ich möchte einmal sehr reich und 100 Jahre alt werden.. Dr. Murchinson ist auch der festen Ueberzeugung. daß Rockeseller seinen einzigen Ehrgeiz. 100 Jahre alt zu werden. tatsächlich erfüllt sieht. Viele erkundigten sich bei dem Leibarzt des Magnaten. ob ihm das viele Geld Segen gebracht habe Murchinson aber beschränkte sich nur darauf zu entgegnen, daß das Geld den Charakter seines betagten Patienten verwandelt und aus ihm den mißtrauischsten Menschen der Erde gemacht habe. Wörtlich meinte Murchinson:„Der reichste Mann der Welt hat weder Freunde. noch liebt er seine Familienangehörigen. Er liest keine Briefe und will sie auch nicht vorgelesen haben. Dies alles aber tut er nicht aus Geiz. denn man weiß, daß der Oelkönig eine halbe Milliarde Dollar zu Wohltätigkeitszwecken svendete. Allein die nach ihm benannte Rockeseller=Stiftung empfing 180 Millionen Dollar. John D. Rockefeller trachtet heute nur noch nach einem Ziel: sein Jahrhundert zu vollenden. An diesem Tage. so steht heute schon mit Sicherheit fest, wird der Magnut der Rockeseller=Stiftung ein fürwahr königliches Geldgeschenk machen, das alle philantrovischen Werke aller Zeiten übertrefsen wird.“ Aas dem heimi Der Stand der Tabellen nach dem 29. November 1937 Westfälische Bezirksklasse Gruppe Dortmund gegen Sportfreunde 06 am meisten gespannt. Mit :1 Toren fielen Sieg und Punkte an die Dortmunder. die jetzt so klar die Tabelle anführen, daß an ein Einholen bald gar nicht mehr zu denken ist. In Brambauer behielt der dortige Ballspielrerein über Hagen 72 mit 311 die Oberhand und aus dem Alemannenplatz mußte sich Union Haspe nach stürmischem Spielverlauf mit:2 Toren geschlagen bekennen. In Unna gab es sogar einen Spielabbruch. Die dortigen 08er führten gegen Marten mit:0, als sich der Leiter im zweiten Abschnitt gezwungen sah. abzuvseisen. In Bövinghausen verlor der Hörder Sportclub überraschend hoch mit:4 Treffern und in Mengede kam der TBV. Mengede über Castrov 02 mit:0 endlich mal zu einem Sieg. Für den kommenden Sonntag stehen erst 3 Spiele fest: Sportfreunde— Marten, Alemannia— Hörder Sportelub. Union Haspe— Mengede. Gruppe Bochum 1. Kreisklasse Gruppe Dortmund 2 i tonatkau: ält des Me. Jonathan Wild Gelähmter Milliönär seines Vermögens beraubt Eine Schriftstellerin unter den Tätern Bukarest. Der in internationalen Kunstkreisen betannte rumänische Multimillionar Milziade Savatino. ein Mann. dessen Antiqultätensammlung zu den seltensten ihrer Art gehört, wurde das Opfer eines raffinierten Gaunerpacks. Sapatino. ein Mann in vorgerückten Jahren, wurde unlängst durch einen Schlagansall teilweise gelähmt. Nach dem Tode seiner erst kürzlich gestorbenen Gattin führte eine gewisse Lucaci den Haushalt des Mäzens. Ein Freund der Wirtschafterin. der Wiener Emanuel Nadler, hob in diesen Tagen eine Million Lei vom Konto des Savatino mittels gesälschter Schecks ab. Dann schaffte das Paar gemeinsam mit Komplizen den größten Teil der Kunntschätze des Millionärs nach und nach aus dem Hause. um sie an Hehler zu verschleudern. Zu den Helfershelfern bei diesem Diebstahl größten Stiles gehört auch die unter dem Pseudonym Manolescu bekannte Schriftstellerin Mendelvici. Schließlich nahm die Bande die Verbindung mit einem Bankangestellten aus. der sich dazu hergab. gegen gefälschte Quittungen Sabatinos Wertvaviere über mehrere Millionen aus dessen Banktresor auszuliefern. Mit der völligen Ausvlünderung der Villa und dem Verlust der wertvollen Kunstgegenstände. antiken Möbel und Teppiche sowie seines Bargeldes, ist der gelähmte Sammler über Nacht arm geworden. Der Raub der Kostbarkeiten ging so vor sich, daß Sapatino nicht das Geringste davon merkte. Erst als ein Neffe ihn besuchte, kam der Massendiebstahl an den Tag. Gegen die Haushälterin und ihre Mittäter. die flüchtig sind. wurde Anzeige erstattet. chen Vvorliager 2. Kreisklasse Gruppe 2 meister in den Westfalenspielen Um die Bezirksmeisterschaft standen sich nach einem unentschiedenen:=Spiel das Adolf=Hitler=Gymnasium Gelsenkirchen=Schalte und das Reaignmnasium Castrop=Rauxel zum Wiederholungsspiel in Gelsenkirchen gegenüber. Der Anstoß erfolgte pünktlich um 3 Uhr. Der Kampf stand auf einer bedeutend höheren Stuse als in Castrov. Die Castrover waren die ganze Spielzeit überlegen und gewannen mit:1. Das erste Tor fiel nach 15 Minuten für Gelsenkirchen. Den Ausgleich erreichten die Castrover nach weiteren 5 Minuten. um kurz darauf mit einem 2. Tor die Führung zu übernehmen. Bei Halbzeit stand das Spiel:1. Obgleich die Ueberlegenheit der Castrover in der 2. Halbzeit noch deutlicher wurde, konnte das verdiente 3. Tor nicht geschossen werden. Zeitweise drängten die Gelsenkirchener sehr. aber der Castrover Torwart klärte leicht. Am Dienstag. dem 1. Dezember. muß Castrov gegen den Bezirksmeister Recklinghausen=Herten um die Grupvenmeisterschaft kämpfen. VfL. Habinghorst— Merkur:1 Die Habinghorster hielten, was man sich von ihnen versprach, während die Gäste eine Enttäuschung waren. In der ersten Halbzeit hielten sie sich zwar noch leidlich: immerhin mußte ihr Torhüter schon zweimal hinter sich greisen. Mit:0 ging es in die Pause. Nach Wiederanstoß lieferte Habinghorst seinem Gegner ein so gutes Spiel. daß er nichts mehr zu bestellen hatte und froh sein mußte, daß er durch Verwandlung eines Handelfers zum Ehrentor kommen konnte. Die Habinghorster erzielten noch drei weitere Tore, während sie die dann noch zugesprochenen zwei Elimeterbälle verschossen. Urania Lütgendortm.— Alem. Rauxel 3: Die Alemannen sind. unserer Voraussage entsvrechend. bei ihrem schweren Gang nach Lütgendortmund auf der Strecke geblieben. Es langte nicht einmal zu einem Ehrentreffer. so daß sie torlos heimkehren mußten Trotzdem haben sich die Rauzeler brav geschlagen. Die Uranen verdanken ihren Sieg neben ihren guten Stürmern einer reichlichen Dosis Glück. Nach ausgeglichenem Spiel führten sie beim Seitenwechsel:0. 70 Minuten Spielzeit waren erforderlich, bis das zweite Tor für Urania fiel, und gar erst 2 Minuten vor dem Abpfiff konnte das dritte Tor von den Uranen erzielt werden. Sportfr. Schwerin— Eintracht Rauxel 4: Wie vorausgesagt, war es für die Sportftreunde nicht leicht, die Eintrachtler zu schlagen. Im ersten Spielabschnitt war das Sviel nach anfänglicher Ueberlegenheit der Sportfreunde ausgeglichen, so daß es. nachdem die Sportfreunde mit zwei Führungstoren sich zunächst an die Spitze setzen konnten. mit:2 in die Pause ging. Nach Wiederanstoß konnte Eintracht durch ein weiteres Tor auf•2 stellen. aber Schwerin wurde dann immer mehr überlegen und erzielte durch seinen Mittelstürmer den Ausgleich. Kurz vor Schluß brachte ein elfmeterstoß den Sportfreunden schließlich den verdienten Sieg. Viktoria Somborn— Castrop=Rauxel=N.:4 Obschon Ickern mit drei„Reservisten" antreten mußte, konnte es allem Kampfgeist der Viktorianer zum Trotz doch einen verdienten, wenn auch knappen Sieg herausholen. Somborn trat die beiden ersten Tore: dann kamen aber die Nördlichen auf, um durch ihren Mittelstürmer bis zur Halbzeit den Ausgleich zu erzielen. Nach Wiederanstoß war der gleiche Spieler. der einen sehr guten Tag hatte. noch einmal erfolgreich. Vittoria konnte zwar noch gleichziehen. mußte sich dann aber durch im Anschluß an einen Eckball getretenes viertes Tor der Castron=Raureler geschlagen bekennen. Ringen K6V. Arminius Deininghausen gegen KGV. Deutsche Eiche=Germania Bochum Am Sonntag war der KSV. Arminius Deining= hausen bei dem KSV. Deutsche Eiche=Germania Bochum zum fälligen Meisterschaftskampf. Die Bochumer waren mit 14:6 erfolgreich: doch entspricht das Ergebnis nicht so recht dem Kampfverlauf. Mit etwas Glück und einer anderen Mannschaftsaufstellung hätte es auch umgekehrt lauten können. Außerdem gab es eine krasse Fehlentscheidung im Federgewichtskampf zwischen Leidereiter(Bochum) und Hülsmann 11(Deininghausen). Hülsmann hatte in diesem Kampf jederzeit das bessere Ende für sich, und es erregte deshalb sogar bei der lokalen Zuschauerschaft Befremden aus, als sich das Kampfgericht für den Bochumer entschied. Nachstehend die einzelnen Ergebnisse: Bantamgewicht: Fiege(Bochum)— Winter(Deininghausen) Ein kurzer, mitreißender Kampf. Winter ist hier der stärkere und siegt bei einer Griffkombination am Boden. Zeit: 3½ Minuten. Federgewicht: Leidereiter(Bochum)— Hülsmann II(Deiningh.) Hier müßte Hülsmann der Sieger heißen, da er jederzeit im Kampf dominierte. Leidereiter kann auf seinen Sieg nicht besonders stoiz sein. Leichtgewicht: Hier war der ursprünglich vorgesehene Mürhoff (Deininghausen) zu schwer, so daß für ihn Hülsmann I einsprang. Es stand ihm der Bochumer Hildebrand gegenüber, dem er eine mehr als gleichwertige Partic lieferte. so daß er sich nach Minuten als Schultersieger vorstellen konnte. Weltergewicht: Bork(Bochum)— Ohndorff(Deininghausen) Hier erzielte der Platzverein erstmalig verdienterweise die Punkte. Vork zeigte sich als großer Bodentechniter. Er siegte bei Ausführung eines Aufreißers entscheidend nach 5 Minuten. Mittelgewicht: Furmanek(Bochum)— Prugotzki(Deininghausen) Prygotzki stand vor einer schweren Aufgabe. Trotz harten Widerstandes siegte der Bochumer nach 5: Minuten durch Schleudergriff am Boden. Halbschwergewicht: Berker(Bochum)— Hitzko(Deininghausen) Der Bochumer hat das bessere Ende vom Kampf und siegt durch Schulterschwung nach 2½ Minuten Einlagekampf: Bork(Bochum)— Mürhoff(Deiningbausen) Durch taktische kluges Ringen geht M. in Führung und siegt nach hartem. aber schönem Kampf durch gekonterten Selbstfaller mit Eindrücken der Brücke nach 13½ Minuten. Den Kämpsen wohnte ein sportverständiges Publi. kum bei, das durch die Leistungen vollauf befriedigt war. Hamot Unverhofftes Glück Hedwig bekam graue Haare. Hedwig lief zum Drogisten. „Ein Haarfärbemittel!" „Blond?“ „Ja. Für Blondinen.“ Der Drogist gab ihr ein Eigenfabrikat. Hedwig, lief heiter nach Hause. Nach zwei Tagen kam Hedwig traurig zurück. „Sehen Sie selbst!“ „Was?“ „Mein Haar ist grasgrün geworden!" Der Drogist staunte: „Da haben Sie aber Glück gehabt!" „Glück?" „Ja. Heute früh waren nämlich schon zwei da. denen ist davon das ganze Haar ausgefallen.“ Gehaltserhöhung Buchhalter Henschels vekuniäre Verhältnisse befinden sich in einem trostlosen Zustande. Er ist 50 Jahre alt. hat vier Kinder, und 2000 Mark jährlich wollen und wollen nicht reichen. Nach reiflicher Ueber legung saßt er Mut und entschließt sich, um Gehaltserhöhung zu bitten. Vorsichtig liest er eine An sprache, die er halten will, immer wieder durch, so daß er sie schließlich auswendig heruntersagen kann. Mit zitternden Knien geht er eines Morgens zu seinem Chei hinein, verbeugt sich und sagt seierlich: „Guten Tag. Herr Direktor! Ich bin vier Jahre alt und habe 50 Kinder....“ „Was reden Sie da für Unsinn?" „Verzeihung— ich bin 2000 Jahre alt und habe.... „Wollen Sie mich zum Besten halten?" „Herr Direktor. ich meine— ich habe 200N Kin der— ich bin 50 Jahre angestellt gewesen— habe nur vier Mark Gehalt— und wollte darum bitten. Der Bürovorsteher mußte kommen und Herrn Henschel mit sanfter Gewalt hinausführen. Die Nerven „Sie müssen alles vermeiden, was Sie aufregen kann“, sagte der Arzt.„Alkovol. Tabak. Vergnügen und so weiter!" „Aber glauben Sie denn. Herr Doktor. daß mich diese Verordnung nicht aufregt?“ rei=N.•4 en“ antreten Viktorianer auch knappen beiden ersten auf, um durch den Ausgleich der gleiche noch einma gleichziehen. luß an einen rov=Rauxeler segen lia Bochum sius Deining= che=Germania vf. Die Bosoch entspricht sverlauf. Mit schaftsaufstelinen. Außerng im FederBochum) und sann hatte in für sich und en Zuschauernpfgericht für die einzelnen nghausen) Zinter ist hier nbination am I(Deiningh.) heißen, da er dereiter kann den e Mürhoft ihn Hülsder Bochumer ine mehr als sich nach 5½ onnte. De Vochandshtrate ini Leumnamestungsnache beiten— Gchäigter Gero es e e e u ee e! ae eeai Bere Aauien u n elian der Sichl Sograhe. dus über der—. asten die dar gegeraste üder die Vera. wachen gt. s Gechäftsahr 1336 erfordersich Die Gaschasuer e eilene ue die Vortage keine Bedenken geGerstene eaehe Seeriden eteue aner die Verwaltungstosten erbürt aifung de inghausen) ig verdientergroßer Bodenz eines Aufseininghausen) Aufgabe. Trotz mer nach 5½ n. nahansen) c vom Kampf 2½ Minuten ingbauten) N. in Führung Kampf durch en der Brücke indiges Publilauf befriedigt Oberbürgermeister Dr. Anton begründet noch ausführlich die Benennung der Herman=Göring= Straße „Die Ratsherren Schmitt und Wegner sind der Ansicht, daß man bei Straßenbenennungen auch an August Pfaff denken solle. Oberbürgermeister Dr. Anton nimmt das zur Kenntnis, erinnert aber daran, daß man bereits eine August=Pfafs=Schule und ein August=Pfaff=Heim habe. Ratsherr Vogt ist mit dem Namen HermanHörina=Stzaße, einverstanden: er Wil. 9or. den ikat. rig zurück. schon zwei da. gefallen.“ hältnisse besinEr ist 50 Jahre jährlich woreiflicher Ueber h. um Gehalts er eine An sieder durch so itersagen kann. Norgens zu seiagt feierlich: bin vier Jahre hre alt und en?“ habe 20N Kinewesen— habe wollte darum n und Herrn übren Sie aufregen bak. Vergnügen oktor. daß mich Overvurgermeister Dr. Anton macht weiter darauf aufmerksam, daß an ihn die Anregung ergangen sei, zur Wahrung der Interessen der Stadt Castrov=Rauxel einen Verkehrsverein zu gründen. Die grundlegenden Besprechungen werden am kommenden Montag im Sitzungssaale im Rathaus stattfinden. Er bat die Ratsherren. der Angelegenheit vollstes Interesse und Verständnis entgegenzubringen. Er werde sich erlauben. gegebenenfalls auch Mitarbeiter aus dem Kreise der Ratsherren heranzuziehen. In diesem Zusammenhang gab Oberbürgermeister Dr. Anton seinem Bedauern über den schlechten Besuch der Konzertveranstaltungen Ausdruck. Die Anteilnahme seitens des Publikume sei so kläglich, daß man sich vor den von auswärte gekommenen Solisten und Orchester schämen müsse Das sei sowohl beim Totensonntagskonzert als auch bei der Wagner=Gedenkseier und dem Auftreten der Solisten Hölscher der Fall gewesen, der eben jetz vor Hermann Göring svielen durfte, also eine aner kannte Größe auf seinem Gebiet sei. Ob es nur Das größere osre Verhiuge u. Vereigene r Ad-. u a unh uge Eirschräntung gesagt weroc Reichsbund für Leibesübungen, der Der Dexiche. ihrung des Reichsspartin diesen Lagen unter bezad Eiten seine engten führers von Nitarbeiter, die Goulhihgk, angeschlossenen Verund die Gührer der dem.—. in Versin versammelt bände zu einer Arboitzlggeischen Abschlutz der Diombat, stcht noch dem erno, großen Aufgaben. ben Sbs ve, u. u, Peicheaursehfrheichen, bus der bürztsc iv..s Deutschen Lipmpichen führten Abichlustogup ihssportjührer über die LeiAuschules ogte der.., Spielen:„Für uns al tungen bei den Diumpl'schen. Lag nicht der einzelne st es eine boöne Vewisteijgndern, die geschlossene den Eriolg errungen bo.,„ports, und für uns alle Kameradschaft des deutschen v..., dag dieser Erfolg ist es eine noch schönere Gewihhye guch nicht für eine für niemanden veriöptich erungen wurde, sondern Won Vn Vel, olf und Baterlald, Hugegg. Eroshangen sehi der Reicheburgetgaden von dicten Eryogunger einer wichtigten Aufgaben besübungen.s ein„Hauses des deutschen Sports die überfachliche Arbeit in allen ihm nehr auf de. Reg st gewesen, vun Sepigtege und nehr an. ver Weg Willens an. Die auleemeine Lage der Leibesübunezn Frage kommenden de durgeit vo, dop vistharungen getroen wurden. Steilen besondere Vorzehg, Hinsicht gewährleistet ist. o daß die Einbeit in).,„stischen Aufbaus haben Die Jahre nationalloso, zu den Augen der Welt wußter Dienst am Volk eid Vorbid git. Die Entwictige üer gemeitz vorangekommen, daß man jept.Luxx,=H,izung geben und an die Forderung einer großeren Eeinung 4 Ee aecbt un de wvorwvo)tsagschen Arhbeit der Reichsbund eegenüibe;„de voraeschrieben.to. Hand Sochmter un e Arbeiten gebt der Kampf gegen 7 Hand wit biesen zegen as das, was in das Gedie Vereinsmeigxei., ve..„Abzulehnenden gehört. ses be Aungen, euu, ue Gechanitheilt des Wer nicht dos gröbere)se, oltes jür die Sache nationalsozialistischen deutschen—iehzt, der hat auch der Leibesübungen uu venirgendwpig an der Gestal. ein Recht verwirt, noc) reund Sportlebens maokung de Hiatt bejzeig zim Zusammenbang, damit gebend betentut uu.. Vergebung von Artun. wird u. a. auch die Frage ber zie, nunmehr ebensalls den und Preisen vepanigrade auf diesem Gebiete einbeitlich veregelt, b. Vereinsmeiertum zum Teil recht stark aus, so daß jetzt diesen Dingen die Spite genonmnen wurde,(en setzen eine imAlle in Frage kommenden Stegage, dex Leibes, “ Sto vee 2 Bgichsbund für Leibesübungen wird übungen an. v...., Zeit mit besonderen Maßbier schon in allernücht on gntscheidender Wichtigrohmen voranoeben, die Zukunst die Ausrichtung esit bieipt sedoph IPexeine und Einzeimitglieder nicht nur in sportlicher, sondern auch in scher Hinsicht. ehrung des Lothringenbioe, Du Hiegngt 37 Jubiate mit 40 und 2 von bsben Auenden unh uen Secdlchen-creh. der einzelnen Vegtergerlog zuprstrigenuaz iod vertetzo,„vierämter Bochum und Cakrov. bwwer, der der= Deutschen Arbeitsfront teil. Die Houvtoni, Er wpärhigte deren Verdienste erkennung das Abtiche Ge'chrenhrief der Industese die Jubilore aud esopig ein Zuch und ein Divlon. und Gondeleommer.Aag von„Getaf * der Lobilate von Ahuat Steue Die damen v Beger, Klemoner: 2. gtig, Kesslheiser: 8. Aler Ortbgll, Diederich, Steiger... een an. An die Jubilarehrung schlos lich eir eisammensein eiun verouhuse, lun gergsaglsice uud das Sänger trugen. Kameradschaftsabend der Kokerei„Erin“. Die Geselgschaft, Der, e here Wirtschaft Willi Baack am Sonntag im Sog), Straße, einen Kamerad(Sängerbeim), Wittene: vt.„zeisge einen schönen bostsaoben) od, Wi, werden auf die Veranstaltung in der morgigen Ausgabe Wieder Nikolauszug in Obercastrop Am Sonntag. dem 6. Dezember, dem Tage des Hl. Nikolaus. findet auch in diesem Jahre wieder der übliche Nikolauszug im Stadtteil Obercastrov statt. Er bewegt sich wie im Vorjahre durch die Bochu mer. Brecken=, Kreuzstraße, Tieser Weg. Grüner Weg. Bochumer, Kottenburg=, Wittener. Marienstraße. Im Scheiten und Rudolfstraße zur Augusta=Schule, wo St. Nikolaus wieder eine Ansprache halten wird. Der Zug endet bei der Elisabeth=Kirche, von wo er auch auszieht. Zum Abschluß findet die Bescherung der Jugend statt, die am Zug teilgenommen hat. aus den Rinnen ohne Verwendung. haltung zu lagern. Die: a unter de Burch Frot ergen esteige. wwecs Selelt zu bestreuen 8000 Säumige machen sich strafbar. Die E #r, Vorschriften wird durch die Polizei ko In diesem Zusammenhang seien die Verp schben g; achteile sie sich wenn durch Nichtreachtung der Streu= u nigungspflicht Unfälle hervorgerufen werde abinselen kany. Ecstee Bacchgung Geender Mit wenigen Ausnahmen ist in den Meisterschaftsspielen der deutschen Fußballgaue der erste Durchgang beendet. Noch ist nichts entschieden, und mit Volldampf gebt es nun in die zweite Serie, den Höhepunkt der Spielzeit. Der Winter ist nun auch auf den Fußballfeldern eingekehrt und die Kälte, zu der sich später noch Schnee oder Eis gesellen werden, ist für Aktive und Zuschauer die unangenehme Begleiterscheinung der Jahreszeit. In allen Gauen herrschte am letzten Novembersonntag verstärkter Betrieb. Nur Brandenburg unterbrach die Punktekämpfe und veranstaltete in der Reichshauptstadt einen Städtekampf Berlin— Krakau, wobei mit:4(:2) der Sieg an der Spree blieb. Mit 12000 Personen war das Spiel im Poststadion auffallend schwach besucht. Aus Pommern kommt die Kunde von der ersten Niederlage des Gaumeisters Viktoria Stolv. der daheim von Pfeil Brandenburg mit:0 besiegt wurde. Noch ein zweiter Verein, der auf der Liste der„Unbesiegten“ stand. hat am Sonntag seinen Ruhm eingebüßt. In Schlesien wurde der Altmeister Beuthen 09 von Breslau 02 mit:0(:0) geschlagen. Der Tabellenführer Preußen Hindenburg hat nach seinem mageren:=Sieg gegen den BfB Gleiwitz bereits 14:4 Punkte angesammelt, doch liegt Beuthen 09 mit 11:3 Punkten auch weiterhin noch aussichtsreich im Rennen. Glücklicher Sieg des Sachsenmeisters. Rund 15000 Zuschauer wohnten dem Großkampf in Sachsen zwischen dem Dresdener SC und dem Polizei=SV Chemnitz bei. Die Ordnungshüter konnten mit:0 einen nicht ganz verdienten Sieg feiern. Das durch Helmchen mit Kopfball in der 32. Minute erzielte Führungstor war zwar nach den Leistungen bis zur Halbzeit gerechtfertigt, aber nach dem Wechsel beherrschten die Dresdener Rotjacken eindeutig das Feld. Jedoch der oft in greifbarer Nähe liegende Ausgleich glückte nicht. Selbst Richard Hofmann, der allerdings von seiner früheren Form noch weit entfernt ist, konnte den Verlust der beiden wertvollen Punkte nicht verhindern. Der an der Tabellenspitze stehende BE Hartha mußte mit Fortuna Leipzig beim Endstand von 111 die Punkte teilen, dagegen schlug der SC Planitz den Tschammer=Pokal=Anwärter BfB Leipzig sicher mit :0. Planitz mit 13:3 Punkten vor Hartha mit 12•4 Punkten und Polizei Chemnitz mit 11:3 Punkten bilden die Spitzengruppe. In großer Fahrt ist im Gau Mitte der SV 05 Dessau, dessen mit 10:0(:0) zahlenmäßig hoher Sieg über Kricket Viktoria Magdeburg einen Klasseunterschied vermuten läßt. Der 1. SV Jena kehrte aus Lauscha mit:0 geschlagen heim. während Thüringen Weida gegen den SV 99 Merseburg mit:1(:0) erfolgreich war. Dessau 05 scheint mit 15:3 Punkten kaum noch zu holen sein. Den zweiten Tabellenplatz halten Jena und Weida mit je 12:6 Punkten gemeinsam. Der Hamburger SV hatte im Gau Nordmark erhebliche Mühe, um gegen die Lübecker Polizei mit :2(:1) die Oberhand behalten zu können. Leichter hatte es der Gaumeister Eimsbüttel, dessen immer besser werdende Form der schöne:=Sieg über Phönix in Lübeck deutlich unterstreicht. Die Führung hat nach wie vor der HSV mit 18:2 Punkten vor Holstein Kiel, die im Freundschaftsspiel gegen Werder Bremen mit:6(:3) den kürzeren zogen, vor Eimsbüttel und Fa Sankt Pauli. Die große Kraftvrobe in Nordhessen bestand der Spielverein Kassel gegen Germania mit:3 (:). Germania Fulda und Hessen=Hersfeld erlitten Punkteinbußen, dagegen hat der FC 93 Hanau einen:=Sieg über den BfB Friedberg herausgeholt und damit einen schönen Sprung nach oben gemacht. SV Kassel mit 13:3. Hanau mit 10:4 und Hersfeld mit 12:6 Punkten stehen ungeachtet der Reihenfolge am günstigsten. Das Sviel des Tages war im Gau Südwest die Begegnung zwischen Wormatia Worms und dem FK Pirmasens. Die Mannen um Seppl Fath verteidigten den ersten Tabellenplatz durch einen:0Erfolg. Die Offenbacher Kickers schlugen den SV Wiesbaden mit:0(:0) und da auch die Frankfurter Eintracht die Conen=Mannschaft des FC Saarbrücken mit:1(:1) abfertigen konnte, hat sich auf den ersten drei Tabellenplätzen nichts geändert. In Baden spielten die Mannheimer Spitzenmannschaften jedesmal nur unentschieden. Der VfR trennte sich vom VfL Neckarau= beim Stande von:1, während Waldhof und der Freiburger FC :3 spielten. Dadurch ist alles beim alten geblieben. Der Stuttgarter Lokalkampf zwischen dem BfB und den Kickers war das Ereignis für Württemberg. Der Gaumeister BfB Stuttgart festigte seine führende Stellung durch einen:=Sieg. Der BfB hat 18•4 Punkte und liegt weit in Front. Das torlose Unentschieden des Deutschen Meisters überraschte in Bayern. Wacker München rang dem 1. FC Nürnberg einen Punkt ab. Das durchgeführte Sviel war von 7000 Personen besucht. Die Spielvereinigung Fürth konnte gegen den 1. FC 05 Schweinfurt, obgleich dieser schon nach fünf Minu3. Januar Pokalfinale Schalke 04— VfB. Leipzig im Olympiastadion Das zweite Endspiel um den Tschammer=Pokal ist vom Fachamt Fußball für den 3. Januar in der Deutschen Kampfbahn aus dem Reichssportfeld zu Berlin angesetzt worden. Dadurch ist der Entscheidungskampf im Wettbewerb der Vereinsmannschaften zwischen dem FE. Schalke 04 und dem VfB. Leipzig in den Mittelpunkt der Fußballereignisse am ersten Sonntag des neuen Jahres gestellt worden. Reichsbund-Pokal-Zwischenrunde Dortmund: Westfalen gegen Baden— Erfurt oder Magdeburg: Mitte gegen Niederrhein— Köln: Mittelrhein gegen Brandenburg Der Wettbewerb der Gaumannschaften um den Reichsbundpokal wird am 20. Dezember mit den vier Spielen der Zwischenrunde fortgesetzt. Das Fachamt Fußball hat die noch im Rennen liegenden acht Gaue wie folgt gepaart: Westfalen— Baden in Dortmund. Mittelrhein—. Brandenburg in Köln. Mitte— Niederrhein in Erfurt oder Magdeburg. Niedersachsen— Sachsen in Hannover. ten Spielzeit seinen Halbrechten Rosenbauer durch Verletzung verlor. nur ein Unentschieden(:2) erzielen. Bayern München kam in Nürnberg gegen den ASV mit:0(:0) zu einem glücklichen Siege. In der Tabelle steht Fürth mit 13:7 Punkten vor dem„Club“ mit 11:3 und 60 München mit 10:6 Punkten an der Spitze. Mlederrhein Bleg der kürker Niederrhein— Mittelrhein 1699,5:1649,5 Punkte Trier, das in letzter Zeit kaum eine größere Turnveranstaltung gesehen hat, war am Sonntag Austragungsort des Gauvergleichskampfes Niederrhein gegen Mittelrhein. Die sportfreudigen Westmärker dankten dafür dem Ausrichter mit gutem Besuch. Die Städtische Turnhalle, in der der Kampf abgewickelt wurde, konnte nicht alle Interessenten aufnehmen. Mit über 3000 Personen war die Kampfstätte nahezu überfüllt. Die turnerischen Leistungen der beiden Auswahlmannschaften standen auf achtbarer Stufe. Daß der Niederrhein gesiegt hat. kommt erwartet, doch hatte man sogar noch mit einem höheren Gesamterfolg gerechnet. Aus diesem Grunde ist das Abschneiden der Mittelrheinmannschaft anzuerkennen: 1699,5:1649.5 Punkte für den Gau Niederrhein lautete das Schlußergebnis. Dabei mußten die Mittelrheinischen auf ihre Hauptstütze, den Kreuznacher Konrad Frey, verzichten. Frey war wohl in Trier, konnte aber wegen einer alten Beinverletzung nicht in den Gaukampf eingreifen. Er zeigte einige Uebungen außer Wettbewerb. und erhielt starken Beifall. Mit Freys Teilnahme wäre ein Mittelrheinsieg zwar nicht zustande gekommen, aber der Erfolg des Gegners hätte noch knapper gelautet. Niederrhein stellte die fünf besten Einzelturner Die besten fünf Einzelturner stellte in diesem Gauvergleichskampf der Niederrhein. Besonders erfolgreich waren die Vertreter des TV RemscheidHasten.— Die ersten fünf: 1. Lorenz Schneider(Remscheid=Hasten) 183.5 Pkt., 2. W. Nigge(Remscheid=Hasten) 178 Pkt., 3. Georg Siech(TV 47 Düsseldorf) 176.5 Pkt., 4. Ludw. Seligmann(TV 47 Düsseldorf) 173 Pkt., 5. Heinrich Schmitz(ATV Rheydt) 172,5 Pkt. Werdesporhent des Inr. in Bernn Von den Mittelrhein=Turnern war Josef Brandfaß(Köln=Mülheim) der Beste. Schade, daß er sich beim Pferdsprung die Hand verletzte und durch eine schlechte Uebung Punkte einbüßte, so kam er insgesamt auf 168,5 Punkte. Er war der beständigste Turner seiner Riege in allen Uebungen. Am Reck erhielt er von 40 möglichen Punkten 39. für die Freiübungen 37,5 Pkt., am Seitpferd 37.5 Pkt., am Barren 34.5 Pkt., beim Pferdsprung(Verletzung) sodann 20 Punkte. Der Köln=Ehrenfelder Toni Sehingen kam ihm mit 167 Punkten am nächsten vor Alex Herren=ATV Aachen mit 166.5 Punkten. Herren war übrigens mit seinen 35 Lebensjahren der älteste Teilnehmer. In der Niederrheinmannschaft erhielt Willi Ullrich vom TV RemscheidHasten für seine Uebung am Reck als einziger überhaupt die höchste Punktzahl 40. Der Essener Fleckhaus bekam am Pferd 38.5 Punkte gewertet und holte sich am Barren 38 Punkte. Schneider am Seitpferd 39.5 Punkte und Seligmann in den Freiübungen 38 Punkte. Mittelrhein am Seitpferd besser Die Niederrhein=Riege ging in der ersten Uebung, dem Pferdsprung in Führung: 343.:326 Punkte, die sie am Barren mit 321,5:310 im vorläufigen Gesamtergebnis auf 665:636 Punkte erhöhte. Am Seitpferd gelang es dann der Mittelrheinmannschaft mit 321.:319.5 Punkten zum ersten Male als bessere Riege abzuschneiden, was die Führung des Gegners im Gesamt etwas verminderte: 984.:957,5 Punkte. Die Freiübungen, in denen die Niederrheinischen ausgezeichnete Leistungen zeigten, brachten ihnen eine Punktzahl von 350:343.5. Das vorläufige Gesamtergebnis lautete hier: 1334,5:1301 Punkte. Somit stand der Sieg so gut wie sicher fest. Da konnte auch eine gute Leistung der MittelrheinAuswahl am Reck nicht mehr helfen. Dennoch gab es gerade in der Schlußprüfung mit die schönsten Kämpfe. Der Niederrhein erzielte am Reck 365 Punkte, der Mittelrhein 348.5 Punkte. Das Schlußergebnis lautete also: In Anwesenheit des Reichssportführers brachte am Sonntagabend der Gau 3(Berlin) in der Deutschlandhalle sein erstes großes Hallensportfest seit der Neugliederung der deutschen Leibesübungen zur Durchführung. Das Werbefest wurde ein voller Erfolg, und 8000 Zuschauer wären mit den gebotenen Leistungen sehr zufrieden. In vier Abteilungen zeigten die einzelnen Fachgebiete Ausschnitte aus ihrer Arbeit. Darüber hinaus waren die Hitler=Jugend, SA., SS, Polizei und Arbeitsdienst sowie der Reichsnährstand mit Darbietungen beteiligt. In der Ehrenloge sah man neben dem Reichssportführer den Gauführer SS.=Oberführer Breithaupt, die Fachamtsleiter und zahlreiche Vertreter der Kampfformation, der Bewegung, der Wehrmacht und der Behörden. Hindernislauf über 10 Runden erwiesen sich die Polizisten als die Besten.— Dann zeigte der Reichsnährstand anmutige Bauerntänze in hübschen Trachten. Die Erinnerung an die Olympischen Spiele riefen die abschließenden Freiübungen der 300 Männer des DRL. wach, die mit außerordentlicher Exaktheit geturnt wurden. Festlicher Ausklang des Abends war der Aufmarsch aller Teilnehmer zur Ehrung der 45 Olympiasieger des Gaues Brandenburg, die unter tosendem Jubel hinter der Olympischen Flagge und den Fahnen des Reiches in die Halle einzogen. Die Ehrung nahm SS=Oberführer Breithaupt vor, dann schloß die Veranstaltung mit dem Sieg=Heil auf den Führer und den Liedern der Nation. 1. Gau Niederrhein 1699.5 Punkte, 2. Gau Mittelrhein 1649.5 Punkte. Heinz Schlauch schwamm Europarekord Im Rahmen eines Uebungsschwimmens zweier Thüringer Kreise in Greiz unternahm Heinz Schlauch einen erfolgreichen Angriff auf den Europarekord im 200=Meter=Brustschwimmen, den Hans Gerstenberg mit:34,2 am 25. Oktober 1935 aufgestellt hatte. Unter offizieller Kontrolle schwamm Schlauch die glänzende Zeit von:32.7. womit er die Bestleistung des Magdeburgers beträchtlich unterbot. „Senerumästerung der Schwilnmer Reichsprüfungskämpfe Nach dem Einzug von 300 Pimpfen des Bannes I/35 Potsdam unter Fanfarenklängen turnten Mädchen des Reichsbundes an 20 schwedischen Bänken, während die 300 Jungen Freiübungen zeigten. Es folgte dann ein ausgezeichnetes Fußballspiel, das die Knabensieben von Hertha=BSC. gegen Blau=Weiß mit:1 in der Verlängerung gewann. Im Faustball blieb der Zehlendorfer TusV. mit 16:12 über den TV. Forst erfolgreich, während im Handball die Mannschaft des Askanischen TV. im Revanchekampf über die Deutsche Beamten=Versicherung mit:3 schlug. Die Uraufführung des von Albert Fischer(Potsdam) komponierten Marsches „Deutscher Sport“, gespielt von der Kapelle der Berliner Schutzpolizei, leitete dann zu den Wettbewerben über, in denen das Leistungsprinzip verkörpert ist. Ein 60=Meter=Hürdenlauf der Jugend wurde von Merz(DSC) gewonnen. Das 1500=Meter=Rollschuhlaufen holte sich Ewald Müller vom Berliner RC. Westen in:35. Ein sehr schönes Bild boten die Vorführungen der Tennisspieler, Boxer und Fechter. 13 Amateure bestritten ein Punktefahren über 20 Runden. Von den vier Wertungen holte sich Herbert Schmidt vom Post=SV. allein drei und wurde überlegener Sieger. Bei dem Die„Generalmusterung“, wie am besten die ersten Reichsprüfungskämpfe der deutschen Schwimmerjugend bezeichnet werden können, rechtfertigten den größten Optimismus. Es würde dem Sinne dieser Veranstaltung nicht gerecht werden, aus Einzelkämpfen irgendeinen der Jungen besonders hervorzuheben; es waren eigentlich alle der überaus stark besetzten Rennen Höhepunkte, denn erst der Einsatz des letzten Könnens und der letzten Kraft gestalten ja irgendeine Prüfung spannend, wobei es auf die geschwommene Zeit erst in zweiter Linie ankommt. War es in den Einzelrennen der Kampf Mann gegen Mann, so gewannen die Staffeln dadurch an Reiz, daß hier schon die bekannteren Schwimmer mit eingesetzt werden konnten. Die bei den Wettbewerben erzielten Zeiten werden auch die ersten Grundlagen für die neu zusammenzusetzenden Trainingsgemeinschaften bilden. Berlin hat auf Grund seiner großen Aktivenzahl erklärlicherim Sportforum-Bad weise recht erfolgreich abgeschnitten und stellte mit Plath, der über 200 Meter Brust auf:47,8 kam, und Müller die besten Leute. Eine ausgezeichnete Zeit holte auch der Dortmunder Bachmann über 400 Meter Kraul mit:13,4 heraus. Viel versprechende Jungen schickte auch Waspo=Stettin, die in vielen Rennen den ersten Platz belegen konnten. Ein allgemeiner Ueberblick über die Ergebnisse sieht aber Schwimmer aus allen Gauen im Vordertreffen, so wie im Springen Ernst=Iserlohn das Erbe Leo Essers wahren wird, und auch Leipzig, Breslau. Altona und Elbing unter den ersten zu finden sind. Der Bremische SV. ist etwas ins Hintertreffen geraten, auch Hellas und Magdeburg 96 müssen sich anstrengen, wollen sie ihre große Tradition erfolgreich wahren. Ein Anfang ist mit diesen Prüfungskämpfen gemacht; die Arbeit muß weitergehen. Uebenbei bemerkt Ja, da muß man schon graue Haare bekommen. Wenn das am besten Holze passiert...? Wimbledon meldet sinkende Einnahmen! Wahrlich eine beängstigende Meldung. Hat das Mekta aller Tennisspieler al. Beveutung verloren, wendet sich Old England einer anderen„Leidenschaft" zu? 1933, als der Australier Jack Crawford das Männereinzel gewann, gingen durch die Tageskassen von Wimbledon rund 180000 Mark. In den Jahren 1934 bis 1936— also als England durch seinen Fred Perry die Spitze hielt— sanken die Einnahmen beträchtlich. 1934 wurden von den Zuschauern nur mehr 108000 Mark gezahlt und im vergangenen Jahre kamen etwa nur 105000 Mark ein. Die genaue Abrechnung der diesjährigen Einnahmen liegt noch nicht vor, aber man darf annehmen, daß es einen weiteren Rückschlag gegeben hat, zumal das Wetter nicht sehr gut war. Tennis=Dämmerung in England? Keine Bange! Es wird wohl daran liegen, daß die wirtschaftlichen Krisen der letzten Jahre, die auch das reiche Großbritannien in hohem Maße durchmachen mußte, die Begeisterung insofern etwas abgedämpft haben, als man für einen Wimbledon=Platz immer allerhand zahlen wuß. Die grauen Haare können wir uns also ruhig wieder ausreißen, uno wir sind überzeugt, daß die vornehmen grauhaarigen Herren, die in Wimbledon die Organisation leiten, deshalb aus Gram keinen Whisky mehr trinken, als ihnen der Hausarzt zugestanden hat. * Die Schwergewichte wiegen. Nicht nur in Pfunden und Kilos, sondern auch in Dollar. In den USA. steht ein Schwergewichtler geschäftlich weit höher im Kurs, als ein weit besserer Mann der leichteren Klasse. Im Madison Square Garden boxte vor 10 000 Zuschauern der Weltergewichts= Weltmeister Barney Roß gegeneseinen Herausforderer Jszy Janazzo und siegte nach Punkten. Die teueren Plätze waren kaum besucht, denn der Kampf war nicht der richtige„Thrill“ für die BroadwayFans, denen kein Platz zu teuer ist, wenn sie eine Sensation wittern. Der Madison Square Garden machte— ekneut— ein sehr schlechtes Geschäft. Barney Roß hat seinen Preis. Er weiß, was er kann und erhielt auch im Kontrakt 37.000 Dollar Garantie zugestanden. Janazzo war aber nicht der richtige Gegner, um den Madison Square Garden zu füllen. Mit Gustav Eder wäre es vielleicht anders gewesen. So kamen statt der erwarteten großen Dollarsumme nur 18000 Dollar ein. Und der Madison Square Garden, der auch noch an Janazzo zahlen mußte, meldete ein Defizit von 24 000 Dollar. Nicht immer wird im Berufsboxsport verdient. Es wird auch gewaltig zugesetzt. Knickmann=Gepäckmarsch in Köln SA.=Standarte Essen geht Tagesbestzeit Auf einer 5 Kilometer langen Rundstrecke(mit Start und Ziel zwischen Innerer Kanalstraße und Bachemerstraße) in Lindenthal wurde am Sonntag der Knickmann=Gepäckmarsch über 25 Kilometer durchgeführt. Die Prüfung, deren tieferer Sinn im Kameradschaftsgeist und Einsatzbereitschaft liegt. gestaltete sich zu einem Erfolg auf der ganzen Linie. denn die vielen Zuschauer, die die an der Rundstrecke liegenden Straßenzüge umlagerten, sahen in allen Klassen spannende Kämpfe. Tagesbestzeit wurde von der Mannschaft der SA.= Standarte 60 Essen in Klasse III(Formationen) erzielt. Die SA.=Männer benötigten für die 25 Kilometer:49.2 Stunden. eine Zeit, die als sehr gut anzusprechen ist. Diese Leistung hatte man eher von dem Reichsbund=Verein Reichsbahn=Turn= und Sportverein Köln(Klasse 1) erwartet, der zwar Klassensieger blieb, aber mit:50.14 Stunden über der Zeit der Essener lag. Am Ziel sah man zahlreiche Vertreter von Partei und Staat, u. a. auch Brigadeführer und Polizeipräsident Hövel, Brigadeführer Kock. Stab. führer der Gruppe Niederrhein. weiter Stabsführer der Brigade 76 Aachen u. a. „Drei Stunden“ in der Westsalenhalle Die Dortmunder Westfalenhalle bringt bei ihrer nächsten radsportlichen Veranstaltung am kommenden Sonntag, 6. Dezember, ein Drei=StundenMannschaftsreanen für Berufsfahrer Es wurde#reits die Verpflichtung von drei starken ausländischen Mannschaften bekannt. Piinenburg=Slaats, Schyndel=van den Broek und Deneef=Debruycker dürften wohl mit unter den ersten dieser schweren Prüfung sein. Von deutschen Fahrern wurden bereits Hürtgen=Merkens verpflichtet. Die nächsten Berufsfahrerrennen in Köln werden am 13. Dezember veranstaltet. Es handelt sich um ein 100=Kilometer=Mannschaftsrennen, für das eine Anzahl der besten internationalen Fahrer verpflichtet werden soll. Entwürfe in Hülle und Fülle— Das Streben nach künstlerischem Wert— Gute Ideen und kitschige Angebote— Erdacht von Könnern, getragen in Stolz lie die Wyw. kozeichen Emstehen Jahr für Jahr tragen wir nun zur Winterzeit die kleinen WHW.=Abzeichen, die bei den Reichsstraßensammlungen allmonatlich zur Ausgabe gelangen. Immer wieder sind es neue Werkstoffe, neue Formen, die uns überraschen. Millionen von diesen die Volksgemeinschaft betonenden Abzeichen werden hergestellt, und die kleinen Schmuckstücke erfüllen in zweifacher Hinsicht ihre Aufgabe. Einmal sind sie dem WHW.=Spender ein Dank für seine Gebefreudigkeit, zum anderen haben mit der Herstellung des Abzeichens Tausende von Volksgenossen Arbeit und Brot erhalten. Ein Berg von Mustern Alljährlich werden die Verantwortlichen für das WHW. vor die immer wieder neue Aufgabe gestellt, neue geschmack volle Abzeichen aus der Fülle der Einsendungen auszuwählen, die dann schließlich zur Herstellung kommen. Nicht leicht ist es, aus den Hunderten von Eingängen von Abzeichen die besten herauszufinden und zugleich bei der Massenanfertigung zu berücksichtigen, daß in erster Linie Notstandsgebiete für diese WHW.=Abzeichen herangezogen werden müssen. In der Reichsleitung des Winterhilfswerkes hängen die Tafeln mit den Abzeichen der bisherigen WHW., daneben finden wir auch einen großen Berg von Mustern, die bisher nicht zur Ausführung kamen, seien es nun abwegige Themen, die seitens der Hersteller gewählt wurden, oder aber weil sich die Verantwortlichen noch nicht für das eine oder andere Abzeichen entscheiden konnten. Eine einheitliche Linie— das Streben zur künstlerische Gestaltung— zieht sich vom ersten bis zu den eben getragenen Winterhilfsabzeichen, aber die künstlerische Vertiefung wird anhalten, und es wird immer wieder mit wertvollen und sinnreichen Ideen aufgewartet werden. Ein langer Weg führt vom Entwurf bis zu der Massenherstellung, die erforderlich ist, weil jeder deutsche Volksgenosse in jedem Monat das WHW.=Abzeichen als Beweis seiner Opferfreudigkeit tragen will. Idee, Geschmack und Verstand Im ersten Winterhilfswerk waren noch keinerlei Erfahrungen vorhanden. Auch waren die eingesandten Muster rein zahlenmäßig noch gering, überdies standen als Anlaufzeit nur wenige Monate zur Verfügung. Aber im zweiten WHW. und nach stärker im dritten konnte bereits eine Auswahl unter Hunderten von Einsendungen getroffen werden. Wer sind nun die Einsender von WHW.=Entwürfen? Jeder, der das Zeug in sich fühlt und der eine gute Idee, verbunden mit den wirtschaftlichen Voraussetzungen, hat, kann sich an diesem Wettbewerb beteiligen. Was wird doch da alles zurechtgebastelt! Jeder Industriezweig ist bemüht, schon von sich aus nur wirklich geschmackvolle Abzeichen im Entwurf einzureichen. Daneben aber gibt es auch eine Anzahl Von kuriosen Dingen, die oft sehr in das rein Geschäftliche ausarten. Letzten Endes geht es doch bei der Herstellung der HWH.=Abzeichen einmal um die Verwendung deutscher Werkstoffe, zum anderen um die Unterstützung und Hilfe für die Notstandsgebiete. Wo nun das alles mit gutem handwerklichem Können zusammentrifft, da ist die Grundlage für ein zu verwertendes Muster gegeben. Aus der Fülle der letzten eingereichten dreihundert Entwürfe seien einige herausgegriffen, wobei die zur endgültigen Anfertigung angenommenen Abzeichen außer Betracht gelassen werden. Da ist zunächst ein ganzer Berg von farbigen Steinen, schillernd in allen Farben, das Spektrum des Sonnenlichts in sich vereinigend. Was wollen die Einsender damit? Sie sind der Ansicht, daß diese Steine, die die Gestalt von Knöpfen haben, ein besonders begehrter Sammelgegenstand sind und daß die Nadel, die ja angebracht sein muß, damit das WHW.=Abzeichen auch getragen werden kann, zugleich die Bejestigungsmöglichkeit darstellt. Die Zusammenfassung der Schaffenden zu Arbeitsgemeinschaften ermöglicht zugleich eine gerechte Verteilung unter den einzelnen, schafft andererseits die Voraussetzungen für das glatte Arbeiten mit den zuständigen Stellen, denn so kann sich der einzelne ganz seiner Arbeit widmen und weiß, daß seine Tätigkeit auch entsprechend belohnt wird. Einer hilft dem anderen, einer setzt sich für den anderen ein, und jeder weiß, daß dieses Bemühen des einzelnen Volksgenossen bestimmend ist für den Erfolg dieses einzigartigen Winterhilfswerkes. Was es nicht alles gibt...! Etwas schwieriger wird es schon mit dem Vorschlag des Frauenhandschuhs, denn man stelle sich einmal vor, man ginge mit einem Handschuh im Knopfloch durch die Straßen. Oder möchten Sie mit einem Baby im Steckkissen als Ansteckzeichen durch die Straßen gehen? Wahrscheinlich nicht! Noch komplizierter wird es aber mit dem vorgeschlagenen Kinderwagen, den man nun, statt ihn vor sich hinzuschieben, am Anzug tragen soll. Diesem Gegenstand an sich sei stets die gebührende Achtung entgegengebracht, hier aber ist er nichts als Kitsch! Schwierige Auswahl Schon annehmbarer wirkt der Vorschlag mit der versteckt zu tragenden Blumenvase, in die jeden Monat eine zu bestimmende Blume getan werden muß. Daneben aber muß auch von den Abzeichen gesprochen werden, die den künstlerischen Anforderungen, die an das WHW.=Abzeichen gestellt werden, entsprechen. Da hat zum Beispiel die Porzellanindustrie kleine bunte Vögel eingereicht. Von der Marmorindustrie sind hübsch gefaßte Stücke vorhanden. Daneben gibt es auch LederHitler=Jugend singt im englischen Rundsunk Ein gemischter Chor der HI. gab im englischen Rundfunk Proben seiner Kunst und wird auch an mehreren Schulen deutsches Liedergut vermit teln.— Unser Bild zeigt den Chor beim Ueben in einer Londoner Jugendherberge.(Weltbild).) Symbole der Volksgemeinschaft Wenn wir Monat für Monat zur Winterzeit ein neues WHW.=Abzeichen tragen, dann sind wir stolz darauf, dem anderen helfen zu können, und sind glücklich darüber, daß das Werk des Führers, daß sein Ruf an das deutsche Volk einen millionenfachen Widerhall findet. Sch. Der Reichskriegsminister beim Kampfgeschwader„Hindenburg" Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Blomberg schreitet auf dem Flugplatz bei Neubrandenburg in Begleitung des Generals der Flieger Staatssekretär Milch die Front ab. Er übergab dem Kampfgeschwader„Hindenburg“ drei neue Gruppenfahnen.(Weltbild—.) waren, die sehr wohl unter den nächsten WHW.=Abzeichen zu finden sein werden. Ist einmal erst eine grobe Durchsicht erfolgt, so fällt natürlich die letzte Auswahl am schwersten. Hier ist sich manches Stück ziemlich gleichwertig, und doch, irgendeine Grenze muß ja gezogen werden. Sind dann die für den kommenden Winter bestimmten Abzeichen herausgesucht, dann geht es an die Verteilung der Aufträge. Dann regen sich die Hände Wer den Entwurf einreichte, wird naturgemäß zuerst berücksichtigt, jedoch nur entsprechend seiner Arbeitsmöglichkeit. Meist sind es ja Arbeitsgemeinschaften, von denen Vorschläge eingehen. Als Beispiel dafür nur IdarOberstein, dessen Entwürfe in diesem Jahre bereits zum dritten Male Anklang fanden. Nur wenigen Gottbegnadeten hat zu allen Zeiten die Vorsehung die Mission aufgegeben, wirklich unsterblich Neues zu gestalten. Damit sind diese aber die Wegweiser für eine lange Zukunft, und es gehört mit zur Erziehung einer Nation, den Menschen vor diesen Großen die nötige Ehrfurcht beizubringen, denn sie sind die Fleischwerdung der höchsten Werte eines Volkes. * Alle großen Kulturschöpfungen der Menschheit sind als schöpferische Leistungen aus dem Gemeinschaftsgefühl heraus entstanden und sind deshalb in ihrem Entstehen und in ihrem Bilde der Ausdruck der Gemeinschaftsseele und=ideale. Gerade dieser Monat brachte uns die schmucken Halbedelsteine in den geschmackvollen Fassungen. Monate um Monate haben durch derartige WHW.=Aufträge Notstandsgebiete wieder Arbeit. So manche der Werkstätten, so viele schaffende Hände, die bislang im Schoß gelegen haben, können sich nun wieder regen, und so kommt eine Werkstatt nach der anderen wieder in Betrieb. Die zahlreichen Heimarbeiter, die Unzahl von kleinen Händwerkern, sie alle stehen nun wieder an der Arbeitsbank, sind in die Reihe der schaffenden Volksgenossen eingegliedert. beschichten aus aller Welt Schottische Sparsamkeit Als vor einigen Tagen dem berühmten Smithsonien=Institut in Washington in feierlicher Sitzung eine Büste seines großen Gönners, des Lord Kelvin, überreicht wurde, gab es für die daran beteiligten Herren Gelehrten etwas zum Lachen. Während der feierlichen Zeremonie traf zuerst ein Glückwunschtelegramm einer großen englischen Gelehrtengesellschaft ein, das nicht weniger als 1500 Worte umfaßte und eine warme Würdigung des bekannten Naturwissenschaftlers und Philosophen Kelvin enthielt. Dieser bekleidete während seiner wissenschaftlichen Laufbahn auch ein Menschenalter lang den Lehrstuhl für Naturphilosophie an der schottischen Universität Glasgow, so daß selbstverständlich auch von dieser ein Glückwunschkabel zu erwarten war. Und richtig traf es auch ein. Es enthielt ein einziges Wort:„Felicitations!“(Glückwünsche!). Ein Höllengelächter folgte der Vorlesung dieses sparsamen Telegramms. Versöhnung mit dem ehemaligen spanischen Königshause Eine Nichte des früheren spanischen Königs ist mit einem Grafen Zamoyski verheiratet. Dieser Graf hat nicht gut gewirtschaftet, so daß nicht nur seine Güter in der Zips und anderen Gebieten der Slowakischen Karpathen unter den Hammer kamen, sondern auch der wertvolle Brautschmuck der Gräfin aus königlichem Geblüt, der seinerzeit in drei Wagen aus Spanien auf dem Schlosse der Zamoyski eingetroffen war, in das Pfandhaus nach Preßburg gewandert war. Darunter befand sich die Krone der Mutter Alphons XIII. Für die Schmucksachen wurden vom Leihamt eine Million Kronen gezahlt, von denen ein großer Teil allerdings in die Hände der Vermittler floß. Der Brautschatz der Infantin, die außerdem eine Jahresrente von 300 000 Tschechenkronen aus der königlichen Schatulle erhält, hatte einen Wert von 10 Millionen Dollar. So kam es zu schweren Zerwürfnissen zwischen Alphons XIII. und Graf Zamoyski, die so tief gingen, daß der ehemalige spanische König sich nicht einmal entschließen konnte, Schritte zu unternehmen, um den sicheren Vermögensverfall des Grafen aufzuhalten. Vor einigen Monaten wurde der gräfliche Badeort Bruzbaki in den Karpathen versteigert, alle Hilferufe des Grafen an seinen Schwager waren vergebens. Doch wollte das Glück, daß die beiden tschechischen Ingenieure, die den Besitz für etwa zwei Millionen Tschechenkronen, einen verhältnismäßig geringen Betrag, erworben hatten, die Genehmigung der Regierung nicht besaßen, so daß jetzt eine neue Versteigeung angesetzt werden mußte. Inzwischen aber hat sich das Herz des königlichen Verwandten erweichen lassen. Er hat seine Privatschatulle in London angewiesen, den Grafen auszulösen, der nun nicht nur wieder in den vollen Besitz seiner Güter, sondern auch der Mitgift seiner Frau gelangt. Die völlige Aussöhnung steht nun bevor. Druzbaki rüstet sich zum Empfang des spanischen Exkönigs, das Schloß der Zamoyski,„Villa Thermia“, wird bereits hergerichtet, um Alphons XIII. und seine Gemahlin aufzunehmen. Der ganze Badeort verspricht sich von dieser Attraktion einen neuen Aufschwung. Die Wintersaison soll sogar ein internationales Hockeyturnier bringen. So streut das Füllhorn königlicher Großmut noch weiter als er selbst gewollt. Englische Diebesgeschichten In Eynsford in der englischen Grafschaft Kent sollte dieser Tage eine Ausstellung der Dartforder Industrie= und Geschäftsvereinigung eröffnet werden, die eine großzügige Werbung der einheimischen Geschäftswelt im Hinblick auf das kommende Weihnachtsgeschäft sein sollte. In der Nacht vor dem festlichen Einweihungstage besuchten Diebe die Ausstellung und stahlen wie die Raben, u. a. auch große Posten Tabak und Zigaretten. Für das Ausstellungskomitee ließen sie in Kreideschrift an der Eingangstür die Mitteilung zurück:„Einweihung bereits vorgenommen. Wir erklären die Ausstellung für eröffnet.“ Vor dem„Royal=Albert=Institut" in Windsor wurde dieser Tage von Autodieben ein prächtiger Luxus=Personenwagen gestohlen. Die Diebe fuhren damit los, gerieten aber in der Nähe von Runnymede in dichtesten Nebel. Dabei stießen sie mit dem Wagen in voller Fahrt gegen einen Chausseebaum und stürzten in den Straßengraben, wo der Wagen zertrümmert liegen blieb, ohne daß einem der Herren Langfinger etwas dabei geschehen wäre. Flugs sahen sie sich nach einem anderen Kraftwagen um, fanden ihn auch in der Nähe stehen, und fuhren dreist und gottesfürchtig mit dem zweiten Wagen nach Windsor zurück. Unterwegs begegnete ihnen das Streifenauto der Polizei, das auf der Verfolgung der Diebe des ersten Wagens, also ihrer selbst, war, und erkundigte sich bei ihnen, ob sie den zuerst gestohlenen Wagen nicht irgendwo gesehen hätten. Bereitwilligst und zuvorkommend gaben die Gauner die Stelle an, wo sie im Vorüberfahren im Straßengraben ein völlig zu Bruch gefahrenes Auto erblickt hätten; die Polizei bedankte sich bei ihnen ebenso höflich und liebenswürdig für die freundliche Auskunft und braucht heute — für den Spott nicht mehr zu sorgen! Anastasius spricht nicht mehr Der Carmeliter=Mönch Anastasius Elie, der übrigens gleichzeitig Ritter der Ehrenlegion ist, galt bis heute für die größte lebende Autorität der arabischen Sprachen. Nun wird man nie mehr etwas von ihm hören. Er hat einem Freund in Kairo einen kurzen Brief geschickt. Geschrieben ist dieser Brief in der Mönchszelle des Carmeliter=Klosters von Bagdad. Das Schreiben hat folgenden Wortlaut:„Das Kloster hat mich beauftragt, in eine einsame Wüstenniederlassung außerhalb des Jraks zu gehen. Ich habe nunmehr beschlossen, meine Lippen zu schließen und bis zur letzten Stunde meines Lebens nicht mehr zu sprechen. Antworte mir nicht, denn Briefe werden mich nicht erreichen. Leb' wohl!“ Anastasius ist heute 72 Jahre alt. Niemand außer ihm und dem Abt, der ihn in das Wüstenkloster schickt, weiß, wo dieser letzte Aufenthaltsort des großen Wissenschaftlers liegt. Ein Schloß für die Wissenschaft Im 18. Jahrhundert war Schloß Charlotten= lund königliche Residenz. Jenes Schloß liegt ganz in der Nähe von Kopenhagen und wurde deshalb mit Freuden von der Internationalen Kommission für ozeanographische Forschung angenommen, als die dänische Regierung das Schloß kostenlos zur Verfügung stellte. Freilich muß das Schloß zweckentsprechend als Hauptquartier für jene ozeanographische Forschung umgebaut werden. Das kostet 350000 Kronen. 60 v. H. trägt die dänische Regierung, den Rest bezahlt die Carlsberg=Stiftung. Die größte Ueberraschung aber wird die Einrichtung eines großen Aquariums im Keller jenes Schlosses sein. Ein dänischer Ingenteur hat sich bereit erklärt, nicht nur sämtliche Konstruktionen unter der Erde kostenlos auszuführen, sondern bezahlt sogar die gesamten Anlagen und den ersten Fischtransport, der jenes Aquarium im Schloßkeller bevölkern soll. Beuische in Lucnowih berurlein Niederschmetternder Eindruck bei der deutschen Volksgruppe Kattowitz, 30. Nov. Vor dem Bezirksgericht in Tarnowitz ging am Sonnabend der Prozeß “ g e g e n 4 9 d e u t s c h e J u g e n d l i c h e z u E n d e, d e r M i t t e November begonnen hatte. Die Anklage warf den deutschen Jugendlichen Geheimbündelei vor. Die Angeklagten, von denen acht nicht zur Verhandlung erschienen waren, gehörten den aufgelösten Jugendorganisationen„Oberschlesischer Wanderbund Kattowitz",„Tarnowitzer Wanderbund" und„Jugendgruppe des Verbandes deutscher Katholiken in Polen in Radzionkau" an. Die Vernehmung der Angeklagten wie auch der Zeugen, unter denen sich eine Anzahl Kriminalbeamter befanden, erbrachte keinen Beweis für die zur Last gelegten Beschuldigungen. Das Urteil fiel überaus streng aus. Die Hauptangeklagten Horn und Freier wurden zu je 2½ Jahren Gefängnis verurteilt. Acht Angeklagte erhielten je 1½ Jahre, neun Angeklagte je 1 Jahr und acht Angeklagte je acht Monate Gefängnis. Sieben Angeklagte im Alter von 15 bis 17 Jahren wurden zur Unterbringung in einer Erziehungsanstalt verurteilt. Drei dieser Angeklagten, die das 15. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, erhielten einen dreijährigen Strafaufschub. Während dieser Zeit sollen sie jedoch unter Vormundschaft gestellt werden. Nur in sieben Fällen kam das Gericht zu einem Freispruch. Keinem der Verurteilten wurde eine Bewährungsfrist zugebilligt, obwohl sie alle noch unbestraft sind und im jugendlichen Alter stehen. In der Urteilsbegründung stellte das Gericht zunächst fest, daß die Angeklagten Mitglieder ordnungsmäßig angemeldeter Vereine waren, also keinem Geheimbunde angehörten. Dagegen stellte es sich auf den Standpunkt, daß die Organisationsform dieser Vereine und ihre Arbeit bezw. ihr Ziel vor den Behörden geheim gehalten worden sei. Nach der Urteilsverkündung stellte der Staatsanwalt mit der Begründung, daß Fluchtverdacht vorliege, Haftantrag für alle Angeklagten, die bis zu 1½ Jahren Gefängnis verurteilt wurden. Diesem Antrag widersetzte sich die Verteidigung, die ihrerseits die Haftentlassung des Angeklagten Freier beantragte, der sich als einziger noch in Untersuchungshaft befindet. Nach kurzer Beratung gab das Gericht dem Antrage des Staatsanwalts insofern statt, als es die Verhaftung des Angeklagten Horn anordnete. Weitere Verhaftungen gestattete das Gericht nicht. Die Haftentlassung Freiers wurde abgelehnt. Das Gericht erklärte sich jedoch bereit, Horn und Freier gegen eine Sicherheitsleistung von je 6000 Zloty freizulassen. Zum Schluß legte die Verteidigung im Namen sämtlicher Verurteilten Berufung ein. * Das überaus harte Urteil hat bei der deutschen Volksgruppe einen niederschmetternden Eindruck gemacht. Die deutsche Minderheitenpresse bringt am Montag das Urteil in großer Aufmachung auf der ersten Seite und nimmt in umfangreichen Kommentaren Stellung zu diesem harten Richterspruch. dieses harte Urteil bis ins Herz getroffen. Die ganze Tragik der deutschen Jugend tritt hier zutage. Indem das Urteil den toten Buchstaben des Gesetzes über den lebendigen Geist stellt, soll der deutschen Jugend jede Möglichkeit genommen werden, sich entsprechend ihrer Weltanschauung zu organisieren und die zu dem künftigen Bestand unserer Volksgruppe notwendige Erziehungsarbeit zu leisten. Es sieht so aus, als ob jedes offene Bekenntnis zum Deutschtum ein Verbrechen wäre." Deutsche Volksgruppe wehrt sich Posen, 30. Nov. Im Zusammenhang mit der augenblicklichen Pressehetze eines großen Teiles der polnischen Presse gegen das Deutschtum in Polen und mit den sowohl hart als auch als ungerecht empfundenen Maßnahmen gegen die deutsche Volksgruppe im gesamten Staatsgebiet, sah sich der Landesleiter der Jungdeutschen Partei, Senator Wiesner, veranlaßt, in den Westgebieten Polens eine Reihe öffentlicher Versammlungen anzuberaumen, um grundsätzlich zum Verhältnis der deutschen Volksgruppe im polnischen Staatsgefüge Stellung zu nehmen. Diese für das gesamte Deutschtum in Polen so außerordentlich wichtige Aktion wurde von Senator Wiesner mit einem Aufruf in der Presse eingeleitet, in dem es u. a. „Es muß langsam in allen Kreisen die Ueberzeugung einkehren, daß die deutsche Volksgruppe — ein Element der Ordnung, der Disziplin und des Aufbauwillens— nur von dem einen Gedanken bescelt ist, ihrem Volke zu dienen und seinen Bestand zu sichern, sowie an der Zukunft und dem Aufbau des Staates mit allen Kräften mitzuarbeiten. Ein Zustand der Befriedung zwischen Volksgruppe und Staat kann nur erreicht werden, wenn der Staat von sich aus alles unternimmt, um die vorhandenen Reibungen aus dem Wege zu räumen und um die deutsche Volksgruppe in ein geregeltes Verhältnis zum Staat und damit zum polnischen Volk zu bringen. Um eine solche Regelung des Verhältnisses der deutschen Volksgruppe zum Staat kämpfen wir.“ Nach persönlichen Vorstellungen Senator Wiesners bei den Behörden wurde das gegen ihn erlassene Redeverbot mit Einschränkungen aufgehoben. Roskau: hehl au, in Indlenl Eine Erklärung des Unterstaatssekretärs Butler London, 30. Nov. Am Montag gab der Unterstaatssekretär für Indien, Butler, im Unterhaus eine Erklärung über die Kämpfe an der indischen Nordwestgrenze ab. Er teilte mit, daß die Grenzstämme den Wunsch geäußert hätten, daß britische Truppen einen Demonstrationsmarsch durch die fraglichen Gebiete veranstalteten, da sie dem Treiben des die Unruhen verursachenden Fakirs sonst nicht Einhalt gebieten könnten. Um die regierungstreuen Eingeborenen zu stärken, sei dieser Marsch beschlossen worden, dem manche Stämme ernsten Widerstand entgegengesetzt hätten. Verluste seien wegen der Geländeschwierigkeiten unvermeidlich gewesen. Während der dreitägigen Aktion seien 19 Offiziere und Mannschaften getötet und 119 verwundet worden. Außerordentlich bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang ein Artikel in der Evening News, in dem betont wird, daß auch bei diesen Unruhen Moskau seine Hand im Spiele gehabt habe. Durch die Fakire von Impi habe Moskau verbreiten lassen, daß die Engländer in Indien erledigt seien, und daß man ihnen getrost trotzen könne. Barcelona Lagungsort der Dritten Internationale? „Matin“ über den starken Eindruck des deutsch=japanischen Abkommens in Moskau Paris, 30. Nov.„Matin“ will nähere Aufklärungen über die Absichten Sowjetrußlands machen können, insbesondere hinsichtlich der zukünftigen Tätigkeit der Komintern. Die Unterzeichnung des deutsch=japanischen Abkommens, so schreibt das Blatt, habe in Sowjetrußland einen sehr viel stärkeren Eindruck gemacht, als man dies allgemein glauben machen wolle. Eine Gruppe in Moskau sei der Ansicht, daß Sowjetrußland sich nicht eher in einen Konftikt einlassen dürfe, bevor es nicht einer zumindest wohlwollenden Haltung der bürgerlichen Staaten sicher sei. Zu diesem Zweck habe man vorgeschlagen, den politischen Sitz der Komintern aus Sowjetrußland zu verlegen. Es handele sich jedoch nur um das politische Sekretariat, während der technische Dienst und die Geheimarchive nach wie vor in Moskau bleiben sollten. Die Organ der Jungdeutschen Partei in Po=] Versammlungen der Dritten Internationale aber Eliignen Zwischen Wien und Badupest dem ungarischen Ministerpräsidenten Daranyi und dem ungarischen Außenminister Kanya sowie dem österreichischen Bundeskanzler Schuschnigg und dem österreichischen Staatssekretär für auswärtige Angelegenheiten am Sonntag begonnenen politischen und wirtschaftlichen Besprechungen wurden Montagnachmittag fortgesetzt. Nach Schluß der etwa dreiviertelstündigen Besprechungen stellten die Staatsmänner der beiden Länder mit Genugtuung fest, daß sie in allen zur Sprache gebrachten Fragen der gleichen Auffassung sind. Es wurde beschlossen, im Interesse des einheitlichen Verfahrens auch weiterhin die engste Verbindung miteinander aufrechtzuerhalten. Trinksprüche in Wien Zu Ehren des ungarischen Reichsverwesers von Horthy und seiner Gemahlin gaben am Sonntagabend in der feenhaft erleuchteten großen Galerie des Schlosses Schönbrunn der Bundespräsident Miklas und Gemahlin ein Abendessen, an dem neben Bundeskanzler Schuschnigg und der österreichischen Regierung der ungarische Ministerpräsident Daranyi und der Außenminister Kanya sowie das Diplomatische Korps, darunter Botschafter von Papen mit Gemahlin, teilnahmen. Bundespräsident Miklas betonte in einem Trinkspruch, daß dem Staatsbesuch vom Gesichtspunkt geschichtlicher Betrachtungen wie auch gefühlsmäßig eine besondere Bedeutung zukomme. Wie die Geschichte unserer beiden Länder schicksalsmäßig durch viele Jahrhunderte verbunden war, so sieht auch die Gegenwart Oesterreich und Ungarn kameradschaftlich Seite an Seite in die Zukunft vorwärts schreiten. Reichsverweser Nikolaus von Horthy erwiderte mit einem Trinkspruch, in dem er mit Befriedigung feststellte, daß die freundschaftlichen römischen Protokollen sich ergebenden Bestrebungen beruhen auf einer Interessengemeinschaft freier unabhängiger Staaten, die nur das eine Ziel vor Augen haben: Im Kampf um die Wiederherstellung normaler Verhältnisse in Mitteleuropa ihren Völkern mit friedlichen Mitteln einen Platz an der Sonne zu sichern. Bei der Wahl der Genfer Kantonsregierung wurden die sieben bürgerlichen Kandidaten sämtlich gewählt. Die Marxisten erlitten eine völlige Niederlage. Sie sind nunmehr im Genfer Staatsrat überhaupt nicht mehr vertreten. der Komintern nach Paris zu verlegen, sei aufgegeben worden, da man eine Reaktion der französischen Oeffentlichkeit befürchtet. Es scheine jedoch, als ob man sich nunmehr auf Barcelona geeinigt hätte. Diese Lösung habe nach Ansicht der bolschewistischen Kreise auch den Vorteil, den Kampf endgültig nach dem Westen Europas zu übertragen. Die katalanischen Behörden hätten schon ihre begeisterte Zustimmung zu diesen Plänen gegeben. Eden über das Japan=Abkommen London, 30. Nov. Außenminister Eden gab am Montag im Unterhaus auf Befragen eine Erklärung über das deutsch=japanische Abkommen ab. Eden führte aus: „Der Wortlaut des am 25. November in Berlin von den Vertretern der deutschen und japanischen Regierung unterzeichneten Abkommens ist den britischen Botschaftern in Berlin und Tokio von den Außenministern der beiden Länder kurz vor der Veröffentlichung mitgeteilt worden. Hierbei versicherte der deutsche Außenminister dem britischen Botschafter, daß irgendein militärisches oder anderes Bündnis zwischen Deutschland und Japan nicht vorhanden sei. Der japanische Außenminister erklärte, daß überhaupt kein Geheimvertrag bestehe. Ich habe keine Mitteilung darüber, daß Italien schon ein ähnliches Abkommen mit Japan abgeschlossen hat.: Was die Haltung der britischen Regierung angeht, so ist im Unterhaus betont, daß die Regierung ausdrücklich jede Tendenz einer Teilung der Welt in verschiedene Lager, besonders auf ideologischer Grundlage, ablehnt. Die Politik der britischen Regierung besteht weiterhin darin, alles in unserer Macht Stehende zu tun, um freundschaftliche Beziehungen zwischen allen Nationen zu fördern.“ Spanien, ein warnendes Beispiel Garvin warnt vor der Weltgefahr des Kommunismus Glaubenslose statt Dissidenten Neuregelung der religiösen Bezeichnungen Berlin, 30. Nov. Unter Aufhebung früherer Anordnungen hat der Reichsinnenminister zugleich im Namen des Stellvertreters des Führers und des Reichsministers für die kirchlichen Angelegenheiten dic Bezeichnung der religiösen Bekenntnisse neu geregelt. Der Erlaß behandelt vor allem die Bezeichnung Dissident. Sie besagte ursprünglich, daß ihr Träger keiner der anerkannten Religionsgemeinschaften angehörte. Im Sprachgebrauch hat sich dieser Begriff im Laufe der Zeit jedoch verengt. In weiten Kreisen verr steht man heute unter einem Dissidenten einen Menschen, der glaubenslos ist. Die Bezeichnung Dissident, so heißt es in dem Erlaß, könne daher nicht angewandt werden auf alle die Volksgenossen, die sich zwar von den anerkannten Religionsgemeinschaften abgewandt haben, die jedoch nicht glaubenslos sind. Eine Klarstellung der Bezeichnungen der religiösen Bekenntnisse sei deshalb erforderlich. Zukünftig seien in öffentlichen Listen, Vordrucken und Urkunden auf Grund ihrer Erklärung zu unterscheiden: 1. Angehörige einer Religionsgemeinschaft oder einer Weltanschauungsgemeinschaft, 2. Gottgläubige, 3. Glaubenslose. Bei der Personenstandsaufnahme 1937 wird in der Haushaltungsliste die Fragestellung die sich bisher auf die Feststellung der rechtlichen Zugehörigkeit zu einer anerkannten Religionsgemeinschaft beschränkte, entsprechend geändert Deutsch=chinesische Freundschaft Marschall Tschiangkaischek zum deutsch=japanischen Abkommen Ranking, 30. Nov. Anläßlich einer Gedenkfeier für Sunyatsen hielt Marschall Tschiang= kaischek in Loyang eine Rede, in der er auch das deutsch=japanische Abkommen gegen die Komintern in seiner Bedeutung kennzeichnete. Zunächst würdigte Marschall Tschiangkaischek den kürzlich errungenen Sieg von Pailingmiao, der die Gewißheit gebe, daß auch der Endsieg sicher errungen werde, wenn ganz China an der Verteidigung teilnehme. Marschall Tschiangkaischek kam dann auf das deutsch=japanische Abkommen zu sprechen und gab dabei seiner festen Ueberzeugung Ausdruck, daß diesem Vertrage nur der Grundsatz einer gemeinsamen Abwehr der kommunistischen Gefahr zugrunde liege. Dies würde schon dadurch bewiesen, daß Deutschland die Rücksichten auf seine Freundschaft mit China und anderen Ländern nicht völlig außer acht lassen könne. Nach seiner Ansicht, so betont Tschiangkaischek, würden durch dieses Abkommen nicht nur keinerlei Veränderungen in den äußeren Beziehungen zwischen Deutschland und China eintreten, sondern es würde auch keinerlei Einfluß auf die Gesamtlage im Fernen Osten haben. ** Die Bedeutung, die diesen Ausführungen Tschiangkaischeks beigemessen wird, geht schon daraus hervor, daß sie auf schnellstem Wege aus dem Hauptquartier an das Nachrichtenbüro Zentral News zur sofortigen Veröffentlichung weitergeleitet wurden. Die Rede soll, wie erklärt wird, der Erleichterung der Lage vienen, die durch bestimmte Befürchtungen und nervöse Pressekommentare entstanden war, und soll außerdem die Bedeutung der chinesischdeutschen Freundschaft in allen ihren verschiedenen Erscheinungsformen sachlich würdigen. Schriftenfolge über die Kämpfe der deutschen Freikorps in der Nachkriegszeit Berlin. Die Forschungsanstalt für Kriegs= und Heeresgeschichte bearbeitet eine Schriftenfolge über die Kämpfe der deutschen Freikorps und Truppen in der Nachkriegszeit. Das beim Reichsarchiv vorhandene Material über diese Kämpfe ist unvollständig. Ein großer Teil des für die Forschung wichtigen Materials befindet sich in den Händen von Privatpersonen. Auch Regimentsvereine und ähnliche Organisationen verfügen teilweise noch über einschlägige Akten und Aufzeichnungen. Das Reichskriegsministerium bittet daher alle Privatpersonen, Organisationen usw., an dem amtlichen Werk über die deutschen Freikorps durch Uebersendung von Material tatkräftig mitzuhelfen. Alle Zusendungen werden erbeten an das Heeresarchiv, Potsdam. Am Reichsarchiv 8. London, 30 Nov. Im„Observer“ greift Garvin am Sonntag die Kritiker des deutschjapanischen Abkommens gegen die Weltgefahr des Kommunismus an und fragt, was anderes England als Folge der sowjetrussischen Pakte und der Einmischung der Bolschewisten in Spanien wohl erwartet habe. Die Abmachungen zwischen Moskau, Paris und Prag bereiteten die erneute Einkreisung Deutschlands unter gewissen Voraussetzungen vor. Diese Abmachungen hätten die Aussichten für Europa verschlimmert. Die deutschen Proteste seien durchaus gut begründet gewesen. Es handele sich bei dem deutsch=japanischen Abkommen einfach um die Binsenwahrheit, daß Druck Gegendruck erzeuge. Ein Teil Englands, dieser bequemen und ziemlich sorglosen Insel, lehne die deutschen Beweisgründe gegen die Propaganda der Komintern ab. Eine andere Frage, die die englische Politik vergifte, bezeichne die antisowjetrussische Schlachtlinie als Ideologie. Wie derartige Ansichten nach dem spanischen Schulbeispiel vertreten werden könnten, sei unvorstellbar. Madrid und Katalonien würden heute in erster Linie nicht von Spanien, sondern von ausländischen Agenten und Heloten der internationalen bolschewistischen Revolution geführt. Der Sowjetbotschafter in Spanien sei der Hauptmacher der roten Junta. Ohne die absichtliche Ermutigung und Hilfe Moskaus, lange bevor General Franco daran gedacht habe, die vaterlandsliebenden Elemente Spaniens zum Kampf um Leben oder Tod aufzurufen, hätten sich spanische Schrecken in der heutigen Form niemals ereignet. Wenn es Moskau gelinge, in Spanien festen Fuß zu fassen, werde jedes andere Land in West= und Mitteleuropa in Gefahr geraten. Frankreich werde der nächste Schauplatz kommunistischer Wühlerei werden. In Quito(Ecuador) ist in einem Artillerieregiment eine Meuterei ausgebrochen, die sofort niedergeschlagen werden konnte. Sie hat 29 Tote und 69 Verletzte gefordert. Das Schulschiff„Deutschland“ des Deutschen Schulschiff=Vereins ist am 27. November wohlbehalten in Rio de Janeiro angekommen und wird am 7. Dezember nach Montevideo weitersegeln. Der Führer und Reichskanzler hat 21 Personen die Rettungsmedaille am Bande verliehen. darunter dem Sanitätsgefreiten Helmuth Goofe in Delmenhorst, dem Handlungsgehilfen Willi Heine in Hameln. dem Gefreiten Karl Poschenrieder in Weiden und dem Hochofenarbeiter Wilhelm Strathmann in Mülheim=Ruhr. Der Volkspreis für deutsche Dichtung 1936 wurde in Braunschweig an den Verfasser des historischen Werkes„Schicksal und Liebe des Nitlas von Cuse“. Hans Künkel, verliehen. Für den Durchschnitt des Monats November 1936 beträgt die Reichsinderziffer für die Lebenshaltungskosten 124.3(1913/14= 100): sie ist gegenüber dem Vormonat unverändert geblieben (+.1 v..).„„„„ Der deutsche Gesanvie in Oslo wurde vom Außenminister empfangen, um der norwegischen Regierung den wärmsten Dank der Reichsregierung auszusprechen für das heldenhafte Eintreten des norwegischen Geschäftsträgers bei der Rettung Deutscher aus der Botschaft, der Verteidigung des Botschaftsgebäudes und der darin befindlichen spanischen Flüchtlinge gegen eindringenden Pöbel. 0 Aus Westodurschrattt Tod auf der Baustelle Gelsenkirchen. Ein 50 Jahre alter Maurer aus der Moorkampstraße, der auf einem Neubau beschäftigt war. stürzte bei dem Transport eines etwa 30 Kilo schweren Gerüstblocks und zog sich bei dem Sturz auf das Plaster einen Schädelbruch zu, der seinen sofortigen Tod zur Folge hatte. Einbruch im Ida=Hospital Soest. Im St. Ida=Hospital zu Hovestadt drangen nächtlicherweise Diebe ein, erbrachen das Tabernakel der Kapelle, brachen von der Monstranz und zwei Kelchen die silbervergoldeten Kreuzchen ab und stahlen außerdem eine Patene und ein Kelchlöfselchen, beide gleichsalls silbervergoldet, ferner drei Taschenuhren, 25 RM. Bargeld und drei Schlüssel. Alles in allem haben die gestohlenen Sachen einen Wert von etwa 400 RM. Münsters Karnevalszug„Münster im Jahre 2011“ gesichert Münster. In einer Sitzung des Bürgerausschusses unter dem Vorsitze des Stadtrates Aschhoff wurde beschlossen, den Entwurf des Kunstmalers Wilhelm Götting„Münster im Jahre 2011“ dem diesjährigen Karnevalszug am Rosenmontag zugrunde zu legen. Ein zweiter Entwurf„Vom Pastor sine Koh“ der ebenfalls viel Beifall fand, wurde bis 1938 zurückgestellt. Die Mehrzahl der Wagen wurden bereits von den Karnevalsgesellschaften und Vereinen übernommen, so daß der diesmalige Rosenmontagszug gesichert ist. Bei dieser Gelegenheit wurde übrigens betont, daß die Kosten eines solchen Rosenmontagszuges sich auf mindestens 20000 RM. stellen. Zur Anlegung von Lautsprechern in Kirchen Münster. Das Bischöfliche Generalvikariat der Diözese Münster macht ausdrücklich darauf aufmerksam, daß bei der Anlegung von Lautsprechern in Kirchenräumen eine fachmännische Beratung unbedingt erforderlich ist, damit die Kirchengemeinden vor Enttäuschungen und vergeblichen Ausgaben bewahrt bleiben, und ordnet daher an, daß, wo in einer Kirche eine solche Anlage geplant wird, vor der Beschlußfassung dem Generalvikariat darüber berichtet wird, damit das Generalvikariat auf alle Fälle für eine fachmännische Beratung Sorge tragen kann. Die Fredesche Stuhlfabrik niedergebrannt Telate. Ein Ferntransportjahter bemerkte, daß die dicht an der Bahn gelegene Fredesche Stuhlfabrik nachts in hellen Flammen stand. und alarmierte sogleich die Feuerwehr. Diese wandte ihre Sorge zunächst vier in der Nähe der brennenden Fabrik stehenden Eisenbahnwaggons zu. und es gelang ihr dann noch, den Inhalt des Geschäftszimmers und einen Teil der Möbel zu retten. Der Maschinenraum brannte völlig aus: außerdem gelang es der Wehr, das Feuer von einem zweiten Teile der Fabrik fernzuhalten. Aber sie konnte doch nicht verhindern, daß ein großer Teil der Holzvorräte verbrannte. Bei Reparaturarbeiten überfahren und getötet Rheine. Auf dem hiesigen Bahnhofe hatte der Schlosser Fischer eine Revaratur an einer Bremsklotzeinrichtung auszuführen. Als eine Lokomotive einen anderen, dicht bei dem reparaturbedürftigen Wagen stehenden Wagen abholen wollte und dabei den Wagen etwas zurücksetzte, wurde Fischer überfahren und auf der Stelle getötet. Brand durch spielende Kinder Brake. Zwei Jungens untersuchten ein in einer Waschküche an der Schulstraße ausgestelltes Motorrad, und um besser sehen zu können, zündeten sie dabei ein Streichholz an. In dem gleichen Augenblicke aber schlug eine große Stichslamme aus dem Benzintank des Motorrades hervor, glücklicherweise ohne die beiden unvorsichtigen Jungens zu treffen. Ein beherzter Nachbar ging dem Brande mit einem Minimarapparat zu Leibe und löschte das Feuer. Das Motorrad aber hatte durch den Brand schwer gelitten. 5000 Jahre altes Steinbeil sichergestellt Jever. Dem Städtischen Heimatmuseum wurde ein hellgraues Steinbeil von 18 cm Länge und.2 Zentimeter Dicke übergeben, das seit etwa hundert Jahren in der Familie eines Bauern unserer Gegend aufbewahrt wurde. Nach sachverständigem Urteil stammt es aus der Uebergangszeit von der mittleren zur neueren Steinzeit und ist danach etwa 5000 Jahre alt. Zeitungsverleger Fels gestorben Drensteinfurt. Buchdruckereibesitzer und Verleger der„Drensteinfurter Zeitung“ Heinrich Fels hatte vor einigen Wochen einen leichten Schlaganfall erlitten und sich in die Raphaelsklinik zu Münster bringen lassen. Dort ist er jetzt an den Folgen des Schlaganfalles gestorben. Fels hat sein Buchdruckereiunternehmen aus kleinen Anfängen heraus zu der heutigen Entfaltung mit vielem Fleiß entwickelt und war weit und breit geachtet. 200 alte Silbermünzen gefunden Lingen. Bauhandwerker stießen bei Ausschachtungsarbeiten in 1½ Meter Tiese auf einen irdenen Krug. der 200 alte Silbermünzen enthielt. Die Münzen. die auf eine spanische Prägung schließen lassen, stammen vermutlich aus der Zeit des spanisch=niederländischen Erbfolgekrieges. Raffinierte Brieffälschung Wegen Privaturkundenfälschung verurteilt Essen. Der 42jährige Wilhelm Z. aus Essen war seinerzeit Geschäftsführer des Gaues RheinlandWestfalen der Reichsvereinigung ehemaliger Kriegsgefangener. In dieser Eigenschaft hatte er auch die Sterbegeldzuschußkasse zu führen. Im Mai dieses Jahres verlangt das Versicherungsamt der Stadt Essen Aufschluß über die Vermögensverhältnisse der Sterbekasse. Z. ließ von dem geschäftsführenden Vorstand einen Brief unterschreiben, in dem zum Ausdruck gebracht wurde, daß das Geld„restlos zur Verteilung gelangt". Vor Absendung des Briefes sälschte er durch den Zusatz des Wörtchens„ist“ den Sinn des Brieses und so entstand der Eindruck, daß die Gelder der Sterbekasse restlos zur Vreteilung gelangt seien. In Wirklichkeit standen keine Gelder mehr zur Verfügung, denn Z. hatte in den Jahren vor 1931 den gesamten Kasseninhalt von rund 8000 RM. unterschlagen und für sich verbraucht. Wenige Monate später versuchte er, bei einem vermögenden Verwandten eine Anleihe aufzunehmen, um den unterschlagenen Betrag zu decken. Der Verwandte lehnte aber ab. Z. ging nun hin, verwendete den Briefkopf. schrieb einen neuen Brief des Inhalts. daß der fragliche Geldbetrag am 1. Oktober zur Verfügung stehe. Beide Briefhälften klebte er zusammen und photographierte sie. Die Kovie benutzte er zur Täuschung des Gauvorsitzenden. Wegen der Unterschlagung war ein Strafverfahren nicht mehr möglich, da die Angelegenheit verjährt war. In der Voruntersuchung und Hauptverhandlung war Z. geständig. Er will die Gelder bei Verbandstagungen. bei Kindertransporten. Kameradschaftsabenden usw. verwendet haben. Das Urteil lautete wegen schwerer Privaturkundensälschung in zwei Fällen auf neun Monate Gefängnis. Flucht aus dem Gerichtssaal Aber vom Polizeihund wieder aufgestöbert Aachen. Vom Schössengericht war ein Mann wegen Zollhinterziehung zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt und wegen der Höhe der Strafe verhaftet worden. Der Verurteilte bat zunächst, die Strafe bis nach Weihnachten auszusetzen. Als diese Bitte aber abgeschlagen wurde, bat er darum, seinen Mantel seinem auf dem Flur wartenden Bruder aushändigen zu dürfen. Dagegen wurde kein Einwand erhoben. An der Tür des Gerichtssaales lief der Verurteilte nun plötzlich los, durcheilte mit schnellen Schritten das ihm wohlbekannte Treppenhaus des Gerichtsgebäudes und verschwand auf der Straße im Gedränge der Fußgänger. Zwei Justizwachtmeister und zwei Polizeibeamte nahmen mit einem Polizeihund die Verfolgung des Flüchtlings auf. der schließlich durch die weitaufstehenden Tore des Kleinbahndevots verschwunden war. Den Burschen konnte man aber zunächst im Depot nicht finden, bis schließlich der Polizeihund das Versteck entdeckte. Die„flüchtige“ Kirchendiebin stiehlt weiter Trier. Die Kirchendiebin, die vor einiger Zeit auf frischer Tat ertappt wurde, sich aber durch eine verwegene Flucht der Festnahme entziehen konnte, hat. nachdem sie längere Zeit ausgesetzt hat, ihr unsauberes Handwerk wieder ausgenommen. Sie wechselt dauernd den Ort ihrer Handlung. bald erscheint sie in dieser Kirche, bald in jener. Dabei arbeitet sie immer in der gleichen Weise. Die von auswärts stammende Person entwendet Handtaschen oder sie entnimmt diesen die Geldbörsen. Die Diebstähle führt sie dann aus, wenn die Kirchenbesucher in den Beichtstuhl oder zur Kommunionbank gehen. Humor Seine Besonderheit „Ist es nicht unbequem, linkshändig zu sein?“ „Bewahre, wir haben ja alle unsere Eigenheiten!" „Ich nicht...!“ „So?— Rührst du nicht etwa mit der rechten Hand den Kassee um?" „Natürlich!" „Da kannst du ja selber sehen, das ist deine Eigenart! Alle anderen Menschen rühren doch mit einem Löffel um!" trühe: Gebrüder Kautmann- Herne, Bahnhofstr. Schleiferei Kalthoff Giäumerstraße 1 schleift Scheeren, Rasiermesser, Haarmaschinen schnell und haarschart Auch Sie müssen sparen! 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