„* Fet Cacheg. H Der Stadtanzetger erscheint wöchentlich Zmal. Wochenbezugspreto Anzeigenpreio: 1 g9%, beoti e git 5o Via. Botbestelpreie 3 Nov. wona11.9g, Zewait nicht gestent, den vom N. d. D. V. derausgegebenen Richtlinien. 3. Ji. ailt Stoenggen in Eigerlag: Gesam Pere;, ve. Jaurel. Preislike Ne. 2. Für Platzwünsche, auch für die burch, Ferzlore werden Drus und Verlag: pelag, Samiz in Castrov,=Rauzet, Peioiehener. 2. Fs: Wet undentisch geschriebene unsträge Sr. Johng, Lohraver Zekung Rauxeler Neueste Nachrichten Bladenborster tager gu Landgerichtsbezirk Dortmund. Allgemeines Kreisblatt für den Stadttreis Castrop=Rauxel. werden Drug und Verlag:„Peschw. Schmit in Castrov=Rauxel. Hauptschriftleiter, verantwortlich für den Textteil: Josef. Pruoo in Castzov=Rangel.„Anzeigegleiter: Wilhelm Welter in Castrop=Rauxel. DA. X. 36 1627. Sa.=Nr. 2151 Castrop. Keov=Raupe, Zusgzegeheneg, 2. Für Platwngelgz gutg, für die bur g. Fernipreghez : N:3 P zuseggepgg, glewie iu: un ggip-Wnzeigen Annahme ter: Wilhelm leine Gewähr überngnzann Sgzug bei 2151 Castran nachm. tags zuvor. Erfullungsorr u. Gerichtsstand Castrop=Rauxel. Nr. 308 Tresidenung der Nasse Seenn=Lont Anerkennung des römischen Imperiums durch Oesterreich und Ungarn— Wien und Budapest folgen Deutschland Wien, 11. Nov. Bei einem Bankett, das Bundeskanzler Dr. Schuschnigg Mittwoch abend den Vertretern der Rompaktstaaten gab, wurden bedeutsame Trinksprüche von großer politischer Tragweite gewechselt. In den Ansprachen des österreichischen und ungarischen Vertreters wurde die Anerkennung des römischen Imperiums ausgesprochen. Der ungarische Außenminister Kanya erklärte, daß der ungarische Reichsverweser von Horthy bei seinem Besuch in Rom dem König von Italien die Anerkennung Ungarns als Kaiser von Aethiopien persönlich zur Kenntnis bringen werde. Bundeskanzler Dr. Schuschnigg erhob sein Glas auf den König von Italien und Kaiser von Aethiopien, wodurch er ebenfalls die Anerkennung des Königs von Italien als Kaiser von Aethiopien zum Ausdruck brachte. Die Wiener Konferenz der Rom=Pakt=Staaten wurde am Mittwochvormittag mit einem Tedeum in der Minoritenkirche aus Anlaß des Geburtstages des Königs und Kaisers Victor Emanuel eingeleitet dem alle Konferenzteilnehmer beiwohnten. Am weiteren Vormittag wurden Besuche und Gegenbesuche zwischen dem ungarischen Außenminister von Kanya, dem Bundespräsidenten Miklas und Bundeskanzler Dr. Schuschnigg ausgetauscht Nach einem Frühstück beim Bundespräsidenten Miklas begannen um 13.30 Uhr die eigentlichen Beratungen, die bis gegen 17 Uhr dauerten. Um 17 Uhr stattete Graf Ciano dem Wiener Fascio einen Besuch ab. * Die Verhandlungen, die in Wien zwischen dem Grafen Ciano und den österreichischen Staatsmännern und anschließend im Rahmen einer Konferenz der Mächte der römischen Protokolle geführt werden, haben in ihrem Kern die Aufgabe, die neue mitteleuropäische Achse Berlin— Rom, von der Mussolini sprach, zu festigen und tiefer zu begründen. Das findet schon darin seinen Ausdruck, daß alle römischen und Wiener Betrachtungen den gegenwärtigen Besprechungen darum eine stark erhöhte Bedeutung beimessen, weil sie den deutsch=italienischen Verhandlungen so dichtauf folgen. Eine Wiener Darstellung sagt geradezu, daß Deutschland sowohl bei den Besprechungen zwischen Oesterreich und Italien, wie bei den anschließenden Dreierbesprechungen offenkundig der zwar unsichtbare, aber meist genannte Dritte sei. Auf eine diplomatische Formel gebracht, ist die Aufgabe so gestellt, die römischen Protokolle vom Jahre 1934, das Abkommen vom 11. Juli zwischen Oesterreich und Deutschland und die Vereinbarungen von Berchtesgaden in vollkommenen Einklang zu bringen und in sich zu verklammern, damit die neue Achse gegen alle Erschütterungen gesichert ist. Schon in dem Vertrag vom 11. Juli selbst war die Angleichung an die römischen Protokolle vorgesehen. Die offiziöse Wiener Reichspost stellte bei Beginn der „Wiener Woche“ fest, daß man sich diesmal nicht mit einer allgemeinen Lagenübersicht begnügen, sondern konkrete Beschlüsse fassen werde, um eine immer engere Zusammenarbeit in allen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Fragen zu verwirklichen. Die Staaten, die sich auf der neuen mitteleuropäischen Achse zusammengefunden haben, wollen der Welt keinen Zweifel mehr daran lassen, daß eine wahre Befriedung des Donauraumes und eine Lösung der in ihm liegenden Probleme ohne ihre entscheidende Mitwirkung nicht denkbar ist. Unter welch günstigem Stern die Wiener Verhandlungen stehen, zeigt die offizielle Anerkennung des römischen Imperiums durch Oesterreich und Ungarn gleich am Versten Tage der Besprechungen. Aeuhbeilung der beuischen Schule Reichsminister Rust eröffnet die Hochschulen für Lehrerbildung Acht neue Hochschulen im Reich Trier, 11. Nov. Reichsminister Rust eröffnete am Mittwoch mit einer grundsätzlichen Rede, die auch über den Rundfunk verbreitet wurde, die Hochschule für Lehrerbildung in Trier und zugleich die Hochschulen für Lehrerbildung in Schneidemühl, Oldenburg i.., Hamburg, Saarbrücken, Würzburg, Bayreuth und Karlsruhe. In sämtlichen Hochschulen war Gemeinschaftsempfang angeordnet. Reichsminister Rust führte u. a. aus: Alle deutschen Länder mit Ausnahme von zweien, in denen jedoch auch die Vorbereitungen bereits so weit getan sind, daß die Eröffnung im Jahre 1937 erfolgen kann, sind nun angeschlossen an die neue Form der deutschen Lehrerbildung, die ich zunächst in Preußen entwickelt habe und die im SommersemePolnische Provonation in Bulizig Polen beschmutzen Symbole und hoheitszeichen des Deutschen Reiches und der Nationalsozialistischen bewegung Danzig, 11. Nov. Am Dienstagabend fand in der Sporthalle in Danzig anläßlich des 18jährigen Bestehens Polens eine von der polnischen Kolonie in Danzig veranstaltete Festlichkeit statt. Der Wirt der Sporthalle hatte für Polizeibeamte, die, wie üblich, aus Sicherheitsgründen zur unauffälligen Ueberwachung dieser Veranstaltung kommandiert waren, ein kleines Zimmer reserviert. In diesem Zimmer steht ein Schrank, in dem sich Symbole und Hoheitszeichen des Deutschen Reiches und der Nationalsozialistischen Bewegung befinden. Vier Personen der Versammlung machten sich an dem Schrank zu schaffen und beschäftigten sich auch in einer Ecke des Zimmers mit irgend etwas. Da sie sich von einem Kriminalbeamten, der einen Blick in das Zimmer warf, beobachtet fühlten, entfernten sich die Personen. Die Feststellung über das Treiben der Personen durch den diensttuenden Kriminalbeamten ergab, daß von den Symbolen und Hoheitszeichen des Deutschen Reiches und der Nationalsozialistischen Bewegung mehrere zerrissen waren. In der einen Ecke des Zimmers lag ein Hoheitszeichen, das von den fraglichen Personen sogar in widerlichster Weise beschmutzt worden war. Der Leiter der Veranstaltung. Prof. Jawel, der auch Vorsitzender der polnischen Schulmutter ist, wurde hiervon unterrichtet. Diesem war die Angelegenheit äußerst unangenehm und er bat um Feststellung der in Frage kommenden Personen. Es handelt sich hierbei um folgende: Josef Heimowski, Jan Kurowski und Georg Ozmieski, die sämtlich Eisenbahner sind und in Danzig wohnen.„.t I. Sassumart#. Heimowski gab die Tur in wegenwart des Versammlungsleiters zu. Die anderen Personen wurden von Heimowski als Mittäter bezeichnet. Der Name der vierten Person konnte leider nicht festgestellt werden, da sie von den Tätern nicht verraten wurde. Nachdem der Sachverhalt geklärt war, wurden die drei Personen entlassen. Der Leiter der Veranstaltung bat den Kriminalbeamten wiederholt, die ganze Angelegenheit an Ort und Stelle gleich mit Geld gutmachen zu wollen, damit nichts an die Oeffentlichkeit gelange. ster 1933 mit der Gründung der Hochschule für Lehrerbildung in Lauenburg begann. Die Zersplitterung, die die Lehrerbildung vor 1933 kennzeichnete, ist damit überwunden. Wir stehen am heutigen Tage vor einem ersten und entscheidenden Abschluß. „Der nationalsozialistische Staat“, fuhr der Minister fort,„ist der erste, der aus eigener weltanschaulicher Kraft lebt. Die Bildung der seelischen Kräfte, der sittlich=religiösen und derer des Gemütes wurden entscheidend den Kirchen überlassen und im Bereich der Schulen den Kirchen unterstellt. Die völkische Weltanschauung aber trägt in sich selbst tiefe seelische Kräfte. Der nationalsozialistische Staat vermag darum aus eigenem und in eigenem Auftrag Aufgaben zu erfüllen, zu denen der weltanschauungslose Staat nicht fähig war. Das ist von entscheidender Wichtigkeit in einer Zeit, in der die Kirchen sichtbar in weiten Bezirken der Welt die Macht über die Geister verloren haben. Schluß mit der Zersplitterung Der Angriff zur Gestaltung der neuen Schule geht auf zwei Hauptwegen vor sich. Der erste heißt in alter Wortprägung, die dem Wesen dieser Aufgaben allerdings nicht gerecht wird: Schulreform. Nach ihr rufen vor allem diejenigen, die in der neuen Welt noch nicht selbstsicher ohne Anleitung, ohne Lehrbuch und strenge Einteilung des Aufgabenbezirks sich bemühen, den neuen Forderungen gerecht zu werden. Die Aufgaben für die nationalsozialistische Staatsführung sind klar. Beseitigt werden muß die Zersplitterung der Schulziele und der Schulreformen. Der Aufbau unseres Lebens auf dem Fundament völkisch=rassischer Gegebenheit weist die Schule bei ihrer Neugestaltung auf eine Anlage, die der Aufspaltung unserer völHetze ohne Veranlwörtung Wir haben in den vergangenen Jahren wiederholt das traurige Beispiel einer verantwortungslosen Hetze in ausländischen Zeitungen gegen Deutschland kennengelernt. Von deutscher Seite ist wiederholt auf die Notwendigkeit hingewiesen worden, daß die Einstellung solcher Pressekampagnen ein wertvoller Beitrag zur Entgiftung der Atmosphäre und zur friedlichen Verständigung zwischen den Völkern ist. Aber nicht überall ist dieser Mahnruf bisher beachtet worden. Zumeist sind es jüdische oder jüdisch beeinflußte Zeitungen im Auslande, die noch immer ihr Gift in die Welt spritzen. Zu welchen ernsten Folgen eine so gewissenlose Hetze führen kann, das hat der ganzen Welt der Fall Gustloff gezeigt. nunmehr am 9. Dezember zur gerichtlichen Verhandlung kommen wird. Durch planmäßige jüdische Pressehetze ist es damals schließlich so weit gekommen, daß ein angesehener Mann wie Gustloff von einem jüdischen Verbrecher ermordet wurde. Nun hat in der letzten Zeit die polnische Presse in nicht gerade rühmlicher Weise von sich reden gemacht Sie hat einen ausgesprochenen Dorfkrach aufgegriffen, um darauf eine großangelegte Deutschenhetze aufzubauen, die sich bereits zu einem politischen Skandal auswächst, denn es geht doch wahrhaftig nicht, daß die Beziehungen zwischen den Völkern getrübt werden, weil irgendwelche gewissenlosen Schreiberlinge eine geradezu sadistische Lust empfinden, irgend einen Dorfkrach zu einer politischen Sensation aufzubauschen. Während volnische Zeitungen sich nach wie vor krampfhaft bemühen, ohne ersichtlichen Grund gegen das Deutschtum zu hetzen, hat sich jetzt in Danzig ein Ereignis zugetragen, das jeden Deutschen mit Empörung erfüllen muß. Einige Polen haben nämlich auf einem polnischen Fest in Danzig Hoheitszeichen des Deutschen Reiches zerstört und beschmutzt, also eine Haltung eingenommen, die die heiligsten Gefühle des deutschen Volkes verletzen muß. Ohwohl wir über diesen Vorfall empört sind. wahren wir im Hinblick auf das große Ganze Disziplin und unterlassen es, nun unsererseits irgend eine Kamvagne gegen das Polentum zu entfalten. Das liegt uns fern, denn es ist uns ehrlich darum zu tun, daß zwischen den beiden Völkern ein friedliches Verhältnis nachbarlicher Freundschaft herrscht. Wir denken nicht daran, einer gewissen Sorte skrupelloser polnischer Zeitungsschreiber den Rang abzulaufen. Und wir hoffen, daß der anständige Teil der polnischen Presse mit aller Deutlichkeit die Schandtat in Danzig verurteilt. Die Welt möge sich ein Beispiel nehmen, wie aufrichtig die friedliche Gesinnung des deutschen Volkes ist, dessen Presse nicht daran denkt, in den rüden Ton zu verfallen, mit dem von polnischer Seite der Schöneberger Dorfkrach behandelt worden ist. Dabei ist ein großer Unterschied zwischen beiden Ereignissen. Das eine ist ein harmloser Dorfstreit, also überhaupt kein Anlaß für ernst zu nehmende Zeitungen, davon großes Aufheben zu machen. Das andere stellt eine Beleidigung für das Volk dar. dessen Symbole und Hoheitszeichen beschmutzt worden sind. Diesem Volke. in diesem Falle dem deutschen Volke, wäre es recht und billig, gegen ein solches Vorgehen lautesten Alarm zu schlagen. In diesem vom Sturm zerschlagenen Rettungsboot trieb der Schiffsjunge Roethke 12 Stunden umher Das Bild wurde von Bord der„Westernland“ aufgenommen kurz vor der Rettung des Schiffsjungen Fritz Roethke, der in einem Rettungsboot treibend von der„Westernland“ als einziger der„Isis"=Besatzung aufgesunden wurde.(Weltbild—.) kischen Einheit ein Ende macht. Was an besonderen heimatlichen und religiösen Kräften vorhanden ist, wird niemand zerstören wollen. Was an besonderen individuellen Fähigkeiten die Natur dem Kinde mitgegeben hat zu entwickeln, ist vom nationalsozialistischen Standpunkt nicht nur Dienst am deutschen Menschen, sondern Pflicht völkischer Selbsterhaltung. Aber die allgemeine völkische Weltschau und das deutsche Geschichtsbild müssen für die kommenden Geschlechter einheitlich sein. Aufspaltung der Jugend heißt Wiederkehr der völkischen Kraftlosigkeit. Aus diesem und gar keinem anderen Gesichtspunkt ist die Notwendigkeit einer Neugestaltung diktiert. Anders steht es mit dem Tempo ihrer Verwirklichung. Es ist darum der Auffassung des Führers nur entsprochen, wenn hier nicht voreilig gehandelt wurde. Das neue Schulbuch Es bringt nun diese im deutschen Schulwesen erstmalig in der Geschichte sich auftuende Möglichkeit einer in einem Lebenszentrum einheitlichen und nur in Richtung auf die Mannigfaltigkeit der Aufgaben verschiedenartigen Gestaltung der deutschen Schule auch die Forderung einer erheblichen Neuschaffung des Schulbuches mit sich. Insbesondere notwendig ist das neue Geschichtsbuch. Es kann nur geschrieben werden von der berufenen Persönlichkeit, die von ihrer innersten Schau wie ein Fixstern kalte Weltenräume mit dem Feuer des neuen Lebens durchdringt. Für das Geschichtsschulbuch nun sollen gerade die Hochschulen für Lehrerbildung eine jener Arbeitsgemeinschaften stellen neben denen der Nationalsozialistischen Partei. des engeren Staatsbereiches, der aus eigenem Auftrag berufenen, die für dieses Geschichtsbuch die Vorarbeiten leisten. Der neue Lehrer Damit sind wir wieder bei jener entscheidenden Feststellung angelangt, daß in einer Zeit, in der — ein neues Deutschland entsteht, in der eine neue Jugend entsteht, auch ein neuer Lehrer entnehen muß. Ein Lehrer, der nicht nur aus Büchern schöpft, sondern aus der völkischen Wirklichkeit, der nicht nur das Vergangene neu lehrt, sondern in der Gegenwart mitlebt, der nicht nur geistig überlegt, sondern mindestens auch dem mutigen körperlichen Einsatz der Jugend gewachsen ist. Damit lenkt sich der Blick auf die erste und entscheidende Aufgabe— die Gestaltung der neuen Schule wird entschieden mit der Formung des neuen deutschen Lehrers. Es kann dem Nationalsozialisten, der die Geschehnisse der Bewegung aus der neuentdeckten völkischen Wirklichkeit herausgeholt hat, nicht zweifelhaft sein, daß der Lehrer für seine Aufgaben der Vorbildung nicht aus den Problemstellungen der akademischen Wissenschaft der heutigen Universitäten, sondern aus dem neu aufblühenden Geist unseres Volkes unmittelbar gewinnen muß. Indem er selbst aus der völkischen Wirklichkeit heraus sein Volk und seine Lebensbedingungen begreift, wird er zu gleicher Zeit vom Ueberfluß seines Bildungsgutes in das Leben der harten Arbeit hineinzutragen vermögen. So sind schon heute diese Schulen zu gleicher Zeit die Burgen deutscher Volkstumsarbeit geworden. Die Neugründung der neuen nationalsozialistischen Hochschule für Lehrerbildung wurde notwendig. weil besondere Aufgaben es nicht zulassen, daß mehr als 500 Studenten an einer Hochschule studieren. Daß alle diese Hochschulen gefüllt sind in einer Zeit, wo dank der Tat des Führers auf allen Gebieten deutsches Leben blüht und nach jungen Kräften sucht, wo Heer und Wirtschaft ihre Pforten öffnen, das ist das stolzeste Zeugnis dafür, daß unsere deutsche Jugend heute bei ihrer Berufswahl nicht eine einträgliche Lebensstellung, sondern den Anteil an der deutschen Aufgabe sucht.“ Ueberreichung des Ehrenbürgerbriefes Am Dienstagabend fand im Rathaussaal ein Festakt statt. in dessen Verlauf Oberbürgermeister Christ=Trier dem Reichsminister Rust den Ehrenbürgerbrief der Stadt Trier„als Ausdruck der Verehrung und der Dankbarkeit für Rat und Hilfe im Kampf um den kulturellen und wirtschaftlichen Aufstieg der Westmark" überreichte. Das Beileid des Führers zum Untergang der„Isis“ Berlin, 1. Nov. Der Führer und Reichskanzler hat an die Hamburg=Amerika=Linie folgendes Telegramm gerichtet: „In tiefer Trauer habe ich von Ihrem Bericht über den Verlust Ihres Motorschiffes„Isis" und der Meldung Kenntnis genommen, daß mit Ausnahme des geretteten Deckjungen die gesamte Besatzung des Schiffes als verloren gelten muß. Ich spreche Ihnen zu diesem schweren Verlust meine herzlichste Anteilnahme aus und bitte Sie, den Angehörigen der in tapferer Pflichterfüllung untergangenen Seeleute den Ausdruck meines tiefempfundenen Beileids zu übermitteln.“ Der Reichssportführer hat angeordnet, daß den Hinterbliebenen des untergegangenen Motorschiffes„Jsis“ ein Betrag von 5000 RM. aus den Einnahmen des am Sonntag stattfindenden Fußballkampfes Deutschland— Italien zur Verfügung gestellt werde zur Linderung der ersten Not. Umzug der Kanzlei des Führers Berlin, 11. Nov. Die Kanzlei des Führers der RSDAP. teilt mit: Die Kanzlei des Führers der RSDAP. und die Privatkanzlei des Führers bleiben wegen Umzugs von Freitag, 13. November, bis Montag, 16. November einschließlich, für den gesamten Parteiverkehr geschlossen. Zuschriften sind während dieser Zeit bis auf ganz dringende Fälle zu beschränken. Die neue Anschrift der Kanzlei des Führers der RSDAP. lautet ab Montag, 16. November: Berlin W. 9, Hermann=Göring=Str. 15. Die neue Anschrift der Privatkanzlei des Führers: Berlin W. 9, Voßstr. 19(Eingang Hermann=Göring=Str. 15). Rüstungsautarkie der Kleinen Entente Skoda baut die rumänischen Rüstungswerke aus Budapest, 11. Nov. Zu der Tatsache, daß die Skoda=Werke ihr Aktienkapital erhöht und ausländische Rüstungswerke erworben haben, werden in gutunterrichteten Kreisen interessante Einzelheiten erörtert. Sie werden die rumänischen Rüstungswerke ausbauen und so zur Rüstungsautarkie der Kleinen Entente und besonders Rumäniens beitragen. Auf diese Weise soll Rumänien von den Lieferungen der Firma Armstrong=Vickers unabhängig gemacht werden. Die zum Ausbau der rumänischen Rüstungswerke notwendigen Mittel sollen nicht nur in bar, sondern auch auf dem Kompensationswege durch vorläufige tschechoslowakische Waffen= und Maschinenlieferungen nach Rumänien aufgebracht werden. Italien und England Noch keine endgültigen englischen Vorschläge an Italien London, 11. Nov An amtlicher englischer Stelle wird ausdrücklich erklärt, daß Großbritan= nien Italien keinerlei endgültige Vorschläge gemacht habe, und daß keine formalen Verhandlungen stattfänden. Es wird aber bestätigt, daß auf dem Wege über die beiderseitigen Botschaften ein Meinungsaustausch stattgefunden habe. Die Lage sei wie folgt: Auf das MussoliniInterview habe Ministerpräsident Baldwin in seiner Guildhall=Rede geantwortet. Seitdem stehe die Angelegenheit in Erwägung. Anf Anfrage hin wurde erklärt, es sei unwahrscheinlich, daß in den Besprechungen ein Pakt über die Festlegung der beiderseitigen Flottenstärken im Mittelmeer erörtert worden sei. Das Rote Kreuz= Ehrendienst am Volk Reichsminister Dr. Frick auf der Festkundgebung des Reichsfrauenbundes des Deutschen Roten Kreuzes Jubiläum des Reichsfrauenbundes Berlin, 11. Nov. Das 70jährige Bestehen des ehemaligen Vaterländischen Frauenvereins vom Roten Kreuz wurde im Rahmen der Reichsarbeitstagung des Reichsfrauenbundes feierlich begangen. Neben den 15000 Schwestern aus dem ganzen Reiche und den weiblichen Hilfskräften des Roten Kreuzes, die zum großen Teil in ihrer weißen Tracht gekommen waren, sah man viele Ehrengäste, unter ihnen den Reichsminister des. Innern, Dr. Frick, Vertreter verschiedener Reichsministerien, Vertreter der Portei und der Behörden. Im Mittelpunkt der Kundgebung stand eine große Rede von Reichsminister Dr. Frick, der einleitend Gruß und Dank im Namen der Reichsregierung aussprach und betonte, ein Werk, das durch die Zeitspanne eines Dreivierteljahrhunderts blieb, sei um dieser Treue willen im Reiche Adolf Hitlers neu verankert worden. Seit Jahrhunderten, so sagte Reichsminister Dr. Frick u. a. weiter, haben deutsche Frauen ihre Männer, ihre Väter und ihre Söhne immer wieder in den Krieg ziehen sehen, mit Sorge und Angst im Herzen, und trotzdem mutig, weil es um Volk und Vaterland ging. Sie haben nicht kummervoll im Winkel gesessen, sondern gehandelt, wo Männer fehlten, und sie haben die Kranken und Wunden gepflegt. So haben auch durch vier Jahre des Weltkrieges deutsche Frauen fast Uebermenschliches geleistet. Heute gedenken wir in Ehrfurcht der Frauen, vom Königsthron bis zur bescheidensten Hütte, die das Werk des Roten Kreuzes unter den deutschen Frauen zum Siege geführt haben. Sie haben eine tüchtige organisatorische Arbeit geleistet, aber noch mehr, sie haben ihr Bestes, die ganze Kraft ihres Gefühls, zum Einsatz gebracht, sie haben gewirkt als die Mütter des Volkes bis zum Letzten, auch bis zu dem Einsatz ihres Lebens. Eine lange Reihe, nicht allein der Schwestern, auch der Frquen und Mädchen im Kriegsgebiet und in der Heimat, die unter dem Zeichen des Roten Kreuzes ihr Leben hingaben, mahnt uns, ihrer in stolzer und ehrfurchtsvoller Verbundenheit zu gedenken. Sie werden nie vergessen sein. Nach einer Rückschau auf sieben Jahrzehnte der Frauenarbeit unter dem Roten Kreuz, die ein Abbild des gewaltigen Aufwärts und Abwärts unserer Geschichte zeigt, betonte der Minister, daß es im Dritten Reich selbstverständlich gewesen sei, daß das deutsche Rote Kreuz, seine Frauen so gut wie seine Männer, getreu seiner Tradition, dem Volke zu helfen, sich ganz hineingestellt haben in Ziel und Streben des Dritten Reiches. Den stärksten Aufschwung für das Rote Kreuz bedeutete aber eine der größten Taten Adolf Hitlers, die Erklärung der Wehrhoheit des deutschen Volkes, verbunden mit der Erklärung zum Frieden als der Grundlage des deutschen Wiederaufbaues. Damit ist das Deutsche Rote Kreuz wieder ganz seiner ursprünglichen Verpflichtung gemäß dem Genfer Abkommen zugeführt worden. nämlich der Verpflichtung zur Mitwirkung im Amtlichen Sanitätsdienst der Wehrmacht im Kriege. Es hat damit die Grundlage zurückgewonnen, die ihm eigentümlich ist, und in der es niemand beeinträchtigen will. Ich weiß, mit welcher Energie, ohne davon viel Aufhebens zu machen, das Deutsche Rote Kreuz darangegangen ist, diese Verpflichtung zu erfüllen. Es darf darin der Förderung durch Staat und Partei gewiß sein. Der Führer hat seinen Willen dahin kundgetan, daß das Deutsche Rote Kreuz ein Bestandteil des nationalsozialistischen Staates und Träger völkerrechtlicher Aufgaben bleiben soll. Der Stellvertreter des Führers hat deutlich zum Ausdruck gebracht, daß die Beteiligung von Parteigenossen und Parteigenossinnen an der Rotkreuzarbeit wünschenswert und notwendig ist, und daß Eingriffe in seine Organisation oder Beschränkung seiner Tätigkeit nicht erfolgen dürfen. Der Führer hat nach dem Heimgang des Generalfeldmarschalls von Hindenburg die Schirmherrschaft über das Deutsche Rote Kreuz übernommen und damit zum Ausdruck gebracht, daß er sich auf die Treue und Gefolgschaft des Deutschen Roten Kreuzes verläßt. Diese Anerkennung und dieses Vertrauen darf sich nicht in dem Bewußtsein einer gesicherten Grundlage für die Arbeit erschöpfen. Sie bedeutet für das Deutsche Rote Kreuz zugleich die Uebernahme einer hohen Verantwortung und die Verpflichtung, in der unerschütterlichen Treue der Frauen und Männer vom Roten Kreuz zu dem Führer die entscheidende Voraussetzung der Rotkreuzarbeit im Dritten Reich zu erkennen. Allen Kreisen des deutschen Volkes, die guten Willens sind, steht der Weg offen, im Deutschen Roten Kreuz mitzuschaffen und mitzuwirken in dem Umfang und in dem Rahmen, den die Satzung den Aufgaben des Roten Kreuzes gezogen hat. Wir wünschen alle, daß unserem Volke ein neuer Krieg erspart bleiben möge, aber das Rote Kreuz muß bereit sein, wenn wir erneut überfallen werden sollten. Hand in Hand damit geht der Einsatz seiner Kräfte zu ständiger Schulung und Uebung für die Aufgaben, die ihm in Friedenszeiten gesetzt sind. Pflichterfüllung ist für sie Ehrendienst am Volk! Dieser Dienst aber ist um so schöner und Neue kunnn der Moskowbner Antikommunistische Propagandazentrale in Ungarn aufgedeckt Jüdische Drahlzieher verhaftet Budapest, 11. Nov. Nach wochenlangen mühevollen Nachforschung ist es der politischen Polizei nunmehr gelungen, in Budapest ein weitverzweigtes kommunistisches Propagandanetz aufzudecken und unschädlich zu machen. Bereits in den letzten Tagen wurden 25 kommunistische Agenten verhaftet. Am Mittwoch gelang der Polizei ein weiterer Schlag durch die Festnahme von neun führenden Kommunisten. Unter den Verhafteten befindet sich der Anführer des großangelegten kommunistischen Komplotts in Ungarn, der Jude Reingold, sowie eine 16jährige jüdische Schülerin, die der zionistischen Kampforganisation„Somer“ angehört. Nach den Feststellungen verfolgt Moskau eine neue Taktik. Diese Taktik sieht die Auflösung sämtlicher kommunistischen Organisationen vor. An Stelle der Flugzettelpropaganda tritt die Bildung kommunistischer. Zellen und die Propaganda von Mund zu Mund. Die Aufdeckung des neuen kommunistischen Organisationsnetzes stieß daher auch auf außerordentliche Schwierigkeiten. Das Verhör der verhafteten kommunistischen Rädelsführer ergab, daß man nach der neuen Methode an den Universitäten, Hochschulen und Mittelschulen kommunistiOslo, 11 Nov. Am Loensee hat sich ein neuer schwerer Bergsturz ereignet, der in seinem Umfang dem Bergsturz vom 13 September gleicht. Die Felder sind weithin verwüstet, jedoch sind Verluste bisher nicht zu verzeichnen. Bei dem Unglück am 13. September hatte bekanntlich ein Felsstück, das in den See fiel, eine Flutwelle verursacht, durch die zwei kleine Dörfer fast völlig vernichtet wurden. Damals kamen 74 Menschen, darunter 30 Kinder, ums Leben. Diesmal ist der seit dem Bergsturz in der Nacht zum 13. September freihängende Hammer des Berges abgestürzt. Er hat lm Fjord eine Flutwelle erzeugt, die noch höher war, als die sche Zellen gebildet hatte, die in einer streng getarnten Form arbeiteten. Eine besondere Rolle spielte hierbei die verhaftete 16jährige jüdische Schülerin, die einen kommunistischen Schulungskursus absolviert hatte und eine außerordentlich rege Propagandatätigkeit in den Mittelschulen entfaltete. Die vor einigen Monaten aufgedeckte kommunistische Propaganda in den Mittelschulen, die zur Verhaftung von kommunistischen jüdischen Schülern und Schülerinnen führte, war auf ihren Einfluß zurückzuführen. Das Ziel der kommunistischen Tätigkeit war in erster Linie die Zersetzung der sozialdemokratischen Fachgewerkschaften. Die in der letzten Zeit verhafteten 28 kommunistischen Agenten waren zum größten Teil jüdische Intellektuelle. Sie hatten die Aufgabe, in die Leitungen der verschiedensten Organisationen und Verbände einzudringen und diese kommunistisch zu verseuchen. Es wurde festgestellt, daß der Rädelsführer, der Jude Reingold, weitgehende finanzielle Mittel von der„Roten Hilfe“ erhalten hatte. Bei ihm wurde ein in allen Einzelheiten ausgearbeiteter Aktionsplan vorgefunden, wodurch die Aufdeckung des kommunistischen Komplotts möglich wurde. vom 13. September; an einigen Stellen betrug sie gegen 50 Meter. Die herabstürzenden Steinmassen werden auf drei Millionen Tonnen geschätzt. Der Sachschaden ist wiederum erheblich. Ein großes Motorboot und mehrere kleinere Boote wurden durch die Flutwelle gegen die Felsen geschleudert und zertrümmert. Die kürzlich erst wieder instand gesetzten Straßen wurden von neuem zerstört. Das ganze Tal ist mit Steingeröll angefüllt. Die Bevölkerung hat sich in die Berge geflüchtet, das Vieh konnte gerettet werden. Der norwegische Staatsbiologe Bugges, der schon nach dem Felssturz vom 13. September neue Bergstürze voraussagte, ist der Ansicht, daß auch nach dem neuen Unglück der Berg keine Ruhe geben wird, sondern daß mit immer neuen Bergstürzen zu rechnen sei. reiner, je größer der Wille zu aufrichtiger Kameradschaft und wahrhafter Volksgemeinschaft, zur stillen und selbstlosen Tat ist! Während Dr. Frick der Frauen und Mädchen gedachte, die während des Krieges ihr Leben für das Vaterland hingaben, spielte die Musik das „Lied vom guten Kameraden". Die Ausführungen des Ministers wurden mit stärkstem Beifall aufgenommen. Telegrammwechsel mit dem Führer Eingangs der Kundgebung hatte der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Herzog Karl Eduard von Sachsen, Koburg und Gotha mitgeteilt, daß er dem Schirmherrn des Deutschen Roten Kreuzes, dem Führer, Mitteilung von dieser Tagung gemacht habe und daß der Führer darauf folgendes Antworttelegramm gesandt hat:„Den im Reichsfrauenbund des Deutschen Roten Kreuzes vereinigten Volksgenossinnen danke ich für das mir übermittelte Treuegedenken. Ich erwidere ihre Grüße in dankbarer Erinnerung an die seit 70 Jahren in Kriegs= und Friedenszeiten von deutschen Frauen unter dem Zeichen des Roten Kreuzes geleistete wertvolle Volksarbeit und mit den besten Wünschen für ihr weiteres Wirken.“ Die Verlesung dieses Antworttelegramms des Führers wurde mit lebhaftesten Beifallskundgebungen aufgenommen. Weiter gab der Präsident Begrüßungstelegramme der internationalen Organe des Roten Kreuzes bekannt. Aufschlußreicher Jahresbericht Frau von den Knesebeck erstattete den Geschäftsbericht der Reichsfrauenführerin über die Frauenarbeit im Deutschen Roten Kreuz. Der Präsident des bayerischen Landesvereins, Sanitätsrat Dr. Adam, sprach über Aufbau und Arbeit des Roten Kreuzes im Dritten Reich. Er wies darauf hin, daß der Bereitschaftsdienst des Roten Kreuzes heute einen größeren Umfang habe als je zuvor. Es dürften heute im ganzen Reich mehr als 80000 Samariterinnen und Helferinnen zur Verfügung stehen. Zum ersten Mal werde in diesen Tagen der B9M. an Stelle der aufgelösten Jugendgruppen des Roten Kreuzes Mädchen im Alter von 18 bis 21 Jahren dem Roten Kreuz zur Verfügung stellen; ebenso stellt auf Grund besonderer Vereinbarungen mit der Reichsjugendführung die Hitler=Jugend den Nachweis für die Sanitätskolonnen. Abschließend betonte Dr. Adam, daß das Rote Kreuz durch die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht seine älteste Aufgabe in größerem Umfange wiedererhalten habe, den Bereitschaftsdienst zur Ergänzung des Heeressanitätswesens. Einen weiteren Vortrag hielt Prof. Dr. Löffler=Königsberg über die Mitarbeit der Frau in der Rassenpflege. „Frankreich zu Verhandlungen bereit“. Eine Erklärung des französischen Außenministers zum Waffenstillstandstage Paris, 11. Nov. Der französische Außenminister Delbos hat anläßlich des Waffenstillstandstages eine Erklärung abgegeben, die durch Rundfunk verbreitet wurde. In dieser Erklärung heißt es u.., daß der Waffenstillstandstag in erster Linie ein Tag der Dankbarkeit und inneren Sammlung im Gedenken an diejenigen sei, die für das Vaterland gefallen seien. Sie seien schließlich auch für den Frieden gestorben, der erhalten werden müßte. Dies sei der tiefste Wunsch aller Franzosen. Die friedliebenden Völker müßten sich vereinen und ihre Handlungen in Uebereinklang bringen. Dies sei die Aufgabe, die sich das republikanische Frankreich gestellt habe, und es werde nach dieser Richtung hin keine Initiative außer acht lassen. Es lade dazu alle Völker ohne Ausnahme ein, und es sei stets zu Verhandlungen und zu allen Abkommen bereit unter der einen Bedingung, daß sie niemanden bedrohten. * Die Waffenstillstandsfeier in Paris hat diesmal nach dem Wunsche der Volksfrontregierung ein besonderes Gepräge erhalten. Die diesjährigen Gestalter der 11.=November=Feier haben bei der Ausschmückung der Straßen das alte Wahrzeichen der„glorreichen Revolution", die„Phrygische Mütze" als Symbol der Volksfront der Trikolore beigegeben. Darüber hinaus hat die Volksfrontregierung sich bemüht, dem Tag den Stempel der nationalen Einigkeit aufzuprägen: Abordnungen aller nur denkbaren Organisationen waren bei den Feiern vertreten. Die Waffenstillstandsfeiern sind im großen und ganzen ruhig verlaufen. Nur hier und da haben sich kleinere Zwischenfällen ereignet, die von der rechtsstehenden Presse entsprechend aufgemacht und gerügt werden. In Lille stimmten die Kommunisten die Internationale an. In den umliegenden Häusern waren Grammophone an die offenen Fenster gestellt worden, die durch die Wiedergabe vaterländischer Lieder den Gesang der Internationale zu übertönen versuchten. Ein politisches Nachspiel dürften die Vorgänge in Grasse haben. Die Vertreter der Volksfront hatten Kriegsminister Daladier telegraphisch aufgefordert, diesmal kein Militär an der Waffenstillstandsfeier teilnehmen zu lassen. Der Vorstand der radikalsozialistischen Ortsgruppe hat daraufhin ein Protesttelegramm an Daladier gesandt. Die in Grasse liegenden Alpenjäger wohnten der Feier bei. Auch in Arras ist es zu ähnlichen Vorfällen gekommen. Wieder Bergsturz am Loen-See 50 Meter hohe Flutwelle— 3 Millionen Tonnen Gestein abgestürzt Bevölkerung rechtzeitig gerettet Nr. 308 Zweites Statt des„Stadtanzeleroitt Cattev=Rautel und Umsebang: Donnerstag, den 12. November 1936 SSuls Buns=Sertereeseeer Mit der Reichsautobahnbühne unterwegs— Kleist, zwischen Arbeitskameraden erlebt NSK Sich nach eingetretener Dämmerung und möglichst noch bei Nebel den Weg zu einem unserer Reichsautobahnlager zu bahnen, ist keine ganz leichte Sache. Einsam ist die Gegend, larg die Landschaft, mit tiesen Räderspuren ausgefahren sind die Wege. Man ist froh, mit gründlich durcheinandergeschüttelten Knochen am Ziel angekommen zu sein. Hier in diesem Lagerviereck wohnt also die meinschaft von Arbeitern, die auf vorgeschobenem Posten in harter Arbeit die Straßen des täglich weiter ins Land hineintreiben. Wir sehen Reichsautobahnbühne zu Gast, um auf diesem verlassenen Stückchen Erde für einen Abend Feststimmung zu verbreiten. Zweimal in jedem Jahr Nach August Hinrichs„Swinskomödie“, nach Paul Schureks„Straßenmusik" steht jetzt Heinrich vo Kleists„Zerbrochener Krug“ auf dem Spielplan. Jener berühmte Krug der Frau Marthe. der unverwüstlich ist, so oft er auch Baue rniu, Komiödie; das ist schon ein Weg, der uns in dem einen Jahr des Bestehens der Bühne ein großes Stück weitergeführt hat. Und doch, wie wenige wissen im Grunde etwas von ihr. Bei den meisten verbindet sich das Wort „Wanderbühne" unwillkürlich noch mit dem alten Begriff der Schmiere, die von Dorf zu Dorf zog, um für ein vaar Groschen Geld oder Lebensmittel neugierig zusammengelaufenes Volk zu amüsieren. Von diesem Charakter ist nicht das geringste mehr übriggeblieben. Sie ist, wie die Reichsautobahnen, eine Schöpjung des Führers selbst. Er war es, der die NSG.„Kraft durch Freude" aufrief, sich in besonderem Maße der Freizeitgestaltun Autobahnatbeiter zu widmen. 1935 innerhalb des Reichsamtes„Feierabend“ in der RSG.„Krast durch Freude“ die„Veichautgbahn, bühne, deren Vorstellungen als Kronung für die von den Gauen in den einzelnen Lagern regelmäßig durchgeführten Unterhaltungsabende gedacht waren. Zweimal ist sie jährlich in jedem Autobahnlager zu . Hier gehört die Kunst dem Volk Man muß selbst einmal in solch einem Lager unter den Autobahnarbeitern gesessen, man muß in ihre Gesichter während der Aufführung gesehen haben. um die wahre Bedeutung dieser Bühne würdigen zu können. Hier stößt das Theater in einem Maße auf Neuland, wie wohl sonst nirgendwo. Volksgenossen, die noch nie in einem Theater waren. sind hier keine Seltenheit. Nirgendwo anders kommt man kulturell besser an diese Menschen heran. Unbestreitbar hat KdF. in den Städten in diese kunstfremde Volksschicht schon eine Bresche geschlagen. Selbst die nur halbwegs Interessierten, die bei normalem Eintrittsgeld verzichten würden, konnten durch die Preisermäßigung gewonnen werden. Aber nicht diejenigen die aus Unwissenheit uninteressiert sind. weil sie nicht wissen, was ihnen da geboten wird. die mißtrauisch dem Theater fernbleiben, auch wenn man ihnen heimlich und umsonst eine Karte in die Tasche stecken würde. Es sind die durch die Schuld der Cliquen= und Judentheater mißtrauisch Gewordenen. Davon wollen sie nichts wissen, das geht sie nichts an, das bedeutet für sie Zeitverlust, Feierabendverlust. So ist die Lage in den Städten. wo anderweitige Ablenkung in Hülle und Fülle vorhanden ist. Anders aber ist es in den Lagern. In diesem eng umfriedeten Kreis gibt es nicht viel Zerstreuung, da ist jeder auf sich und die Kameradschaft angewiesen. Da ist es beinahe selbstverständlich, daß er sich einmal solch ein Theater ansieht. Entscheidend ist dabei, daß er nicht zum Theater zu gehen braucht, sondern, daß die Bühne zu ihm kommt, zu ihm in den Gemeinschaftsraum, wo er zu Hause ist. Künstlerischer Stoßtrupp In einem solchen Zustande der ersten Annäherung kommt alles darauf an, wie die Bühne arbeitet. Sie kann den Zuschauer für immer gewinnen, sie kann ihn aber auch für immer verjagen. Die Wanderschmieren haben in ähnlicher Lage versagt, sie gingen letzten Endes an ihrer inneren Diszivlinlosigkeit zu Grunde. Die Reichsautobahnbühne dagegen ist sich bewußt künstlerischer Stoßtruvp zu sein. Nicht umsonst wurde in Berlin wochenlang Tag um Tag mit den erfahrensten Spielleitern geprobt, nicht umsonst legte man Wert darauf. die Erstaufführung von der Berliner Theaterkritik beschicken zu lassen. Das. was den Autobahnarbeitern geboten wird. kann sich getrost auch in Theatern der Reichshauptstadt sehen lassen. Vom Spiel gebannt Es gab bisher nichts Schöneres für die Angehörigen der Reichsautobahnbühne, als die innere Anteilnahme die wachsende Ergrifsenheit der Arbeiter vor dem Geschehen des Stückes zu verfolgen. Einmal war es— der sympathische Lehrer des Sviels wollte gerade das geliebte Mädchen an sich ziehen, unterließ es aber aus fangenheit und bat um ein neues Stelldichein am Abend. wo jeder von den Zuschauern wußte, daß sie dann bereits mit einem Bauernburschen verabredet war— da syrang einer der Arbeiter auf und rief. erregt und beschwörend:„Nein, jetzt, heute abend ist es doch zu spät!“ Ein andermal begrüßten sie eine Schauspielerin. die ihnen in„Krach um Jolanthe“ in einer lustigen Rolle gefallen hatte, und die sie nach Monaten wiedererkannten, bei ihrem Auftreten mit freudigen Zwischenrufen. Sie glaubten auch diesmal wieder an eine lustige Rolle. Als die Darstellerin sie aber diesmal in eine tragische Welt versetzte, da verstummte sehr bald das Hallo, da wurde sich manch einer zum ersten Male bewußt, daß Schausvielertum nicht nur Spaßmacherei, sondern Menschengestaltung ist Wer aber einmal mit seinen Gedanken soweit gekommen ist, den läßt das Theater— und im erweiterten Sinne die Kunst überhaupt— nicht mehr los der wird ihm auch später, wenn er wieder in den Städten ist und Geld für eine Vorstellung bezahlen muß, treu bleiben. Und wenn man Monate später wieder in ein Lager kommt, und über das Gesicht eines Autobahn= arbeiters huscht ein Erkennen und er sagt:„Ihr habt letztens das und das Stück gespielt, ich habe gestern noch mit meinen Kameraden darüber gesprochen!“ dann ist das meistens der schönste Lohn für einen, der mit dabei war. Brücke zum Dichter Diesmal also stand Kleist im Mittelpunkt des Abends. Jetzt, wo alles vorbei ist, wo wir die lachenden Gesichter und die ausgelassene Stimmung der Arbeitskameraden am Schluß mit eigenen Augen gesehen haben, jetzt können wir es ja im Vertrauen gestehen, daß wir ansangs von Lampensieber nicht ganz frei waren. Die lange vorher überlegte Frage: Ist Kleists Meisterwerk nicht noch verfrüht? ist beantwortet. Das Spiel begann mit einer kleinen bildhaften Einführung. Ein Projektions= apparat warf Kleists Bild. seine wichtigsten Lebensdaten mit einer Erklärung seines tragischen Schicksals auf die Leinwand. So erhielt jeder gleich ein persönliches Verhältnis zu dem Dichter. Dann hob sich der Vorhang und ließ vor einem reizend gebauten Bühnenbild Traugott Mülders (in der Beschränkung zeigte sich hier wahrhaft der Meister) Kleists heiteren Korruptionsikandal vom Dorse sich absvielen. Es ist wochenlang an diesem Stück geprobt worden. Fritz Holl als Regisseur hatte an Spielmomenten herausgeholt, was herauszuholen war. es gab, auch in den stummen Szenen, keinen toten Punkt. Zuerst war es ungeheuer still, man wuzte noch nicht, um was sich die Sache da vorn eigentlich drehte, man sand sich auch mit der Kleistschen Sprache nicht sofort zurecht die naturgemäß den anfangs fremd anmuten muß, der nur moderne Schauspiele gesehen hat Doch wie dann immer sichtbarer wurde, daß da auf dem Richterstuhl ein ganz durchtriebener Halunke saß. vom Dichter mit liebenswürdig menschlichen Zügen gezeichnet, der sich wie ein Aal den Fängen der Gerechtigkeit zu entziehen suchte, da war der Kontakt schlagartig hergestellt. Der Berichterstatter hatte auf dem„Mittelrang“ einen Platz zwischen zwei Autobahnern erwischt. Bei den Höhepunkten hieb ihn der eine aufs Bein, boxte ihn der andere mit den Ellbogen in die Rivven, es war alles wundervoll in Ordnung. Auch innerlich! Eine große Kameradschaft Nach der traditionsgemäßen Rauchvause gab es dann noch einen Nachtisch, einen satyrhaften Abgesang.„Ein kleiner Spaß— ernst gemeint", so verkündete das Programm geheimnisvoll Es handelte sich im Kern um die tolle einaktige Posse von Johann Nestroy„Hinüber=herüber“, die einem gutgelaunten Bearbeiter in die Hände gefallen war. der die ganze Sache des Wienerischen entkleidete und einen regelrechten Theaterkult mit allerlei zeitgenössischen und lokalen Anspielungen daraus machte. Am Schluß gab es viel Hallo und Zuruse. einer der Arbeiter setzte sich ans Klavier, um das Abräumen der Dekorationen zu verschönen, einer packte mit an, um den Schauspielern beim Abbauen zu helien, alles in allem: Wer dieses Lagerleben einmal ein vaar Wochen miterlebt hat, den läßt es so leicht nicht wieder los! H. Leisegang. Wertvone Neuerwerdung für das Zeimarmaseum Die Stadt Castrop-Kauxel kauft das Olympia-Bild„Erin bei Nacht“ Wie wir unseren Lesern s. Zt. mitteilten und durch Veröffentlichung einer Abbildung belegten, war auch unsere Heimatstadt Castrop=Rauxel auf der großen „via triumphalis“, der Olympia=Prachtstraße„Unter den Linden" durch ein kreisrundes. ca..60 Meter im Durchmesser großes, auf Sverrholz in Oelfarbe gemaltes Bild„Erin bei Nacht". das vom Kunstmaler Kayser=Eichberg nach der bekannten Lichtbildaufnahme Günther Karkoskas geschaffen wurde. Insgesamt waren rund 300 deutsche Städte durch ihre Stadtfahnen bzw. durch Werbebilder, die besonders charakteristische Eigenarten der Städte wiedergaben auf dieser Olympia=Prachtstraße vertreten. Das Castrov=Rauxeler Bild war am Fahnenmast der Nachbarstadt Recklinghausen angebracht. Wohl alle Castrov=Rauxeler, die gelegentlich der olympischen Wettkämpfe in Berlin weilten, haben nicht nur das Bild der Heimat. das an so hervorragender Stelle Platz sand. aufgesucht und mit Befriedigung gesehen, sondern auch den Wunsch gehabt, daß dieses„Erin bei Nacht“ in der Heimatstadt späterhin einen bevorzugten Platz finden möchte. Diesem Wunsche hat dann auch der„Stadtanzeiger“ bereits während der Olympiade selbst Ausdruck verliehen. Er geht jetzt, wie wir zu unserer Freude mitteilen können, auch in Erfüllung. da die Stadtverwaltung Castrov=Rauxel sich entschlossen hat, das Angebot des Berliner Oberbürgermeisters anzunehmen, der das Bild zu einem annehmbaren Preis zur Verfügung stellte. Das Olympia=Bild„Erin bei Nacht" wird von der Stadt Castrov=Rauxel käuflich erworben und seinen Platz in unserem Heimatmuseum finden. Castrov=Rauxel, das selbst bekanntlich im Frühjahr im Heimatmuseum durch eine viel beachtete Olympia=Vorschau für die Olymvischen Sviele 1936 geworben hat, bekommt auf diese Weise nicht nur ein besonders wertvolles Schmuckstück für sein Heimatmuseum, sondern auch eine bleibende Erinnerung an die großen sportlichen Wettkämpfe, die in besonderem Maße die ganze Welt auf die Reichshauptstadt und Deutschland blicken ließen. Wir werden unsere Leser vom Eintreffen und Ausstellen der Bildscheibe sofort benachrichtigen, damit alle Interessenten diese wichtige und begrüßenswerte Neuerwerbung unseres Heimatmuseums sogleich besichtigen können. 1. Hauptkonzert der Chorgemeinschaft „Diebethalle*. Dr. hans Wedig erobert sich im Sturm die herzen der Castrop- Kauxeler und natürlich in der Empfindung übermittelt. Feine Schattierungen, namentlich die behutsam behandelten mittleren Stärkegrade, das Fundament jedes Chorsingens. erhöhten den Reiz der zu Herzen gehenden Darbietungen. Der satte Klang des rund 80 Sänger zählenden Chores kam der konnten Ludwigschen Bearbeitung von„Schönster Abendstern“ sehr zu statten. Daß diesen überaus glücklichen Wurf mit seinem volyphon aufgelockertem Satz Sänger und Publikum„liebten aus Herzensgrund“ und ihn gleich noch einmal verlangten. haben wir garnicht anders erwartet. Sehr sein entstaubt war Jüngs„Der letzte Tanz“, dem wir in solcher Fassung immer gern wieder begegnen. Der Umstand, daß man zur Mitwirkung den Frauenchor des Lehrergesangvereins Dortmund verpflichtet hatte, gab der Veranstaltung eine ganz besonders geschlossen wirkende Note. Gleich Plüddemanns„Gesegne Dich aub“ mit obligater Violine überzeugte durch Sicherheit in der Tongebung. Klare Abtönung verband sich im herrlichen„Minnelied“ mit akurater Tonreinheit, so daß der Wohllaut des Chorklanges gesangen nahm. Entzückend und anmutig vorgetragen wurde Grabners„Spinn, spinn“. dem um nichts das flüssig dargebotene Knabs „Ging ein Weiblein Nüsse schütteln“ nachstand, so daß es zum Dank für stürmische Aufnahme gleich noch einmal schütteln durite. Stieders„Veile, Rose, Blümelein" waren eine rhythmische, Zucht bestätigende, dynamisch aufgelokkerte Leistung. Mit resonanzvollem, bestrickendem Chorklang wurden die klangseligen Schätze von Knabs weicher Naturlyrik in die„Stille Stadt“ herausgeschält. Herrlich gelangen Henels„Der Feldjäger" und„Kein schöner Land“ in glücklicher Aufteilung zwischen Männer=, Frauen= und Gemischten Chor. Schade, daß wir am Orte nicht auch einen Frauenchor haben! Welche begrüßenswerte Abwechselung er in die manchmal stereotypen Formen unserer MännergesangvereinsKonzerte bringen kann. dürite jedem klar geworden sein. Wie wäre es. Chorgemeinschaft„LiederhalleHarmonie? g„ h. K. M Und nun noch ein Wort zu Dr. Hans Wedig. Das Wesentlichste: Sein Vortrag ist gefühlsvertieft. frisch und natürlich, der an den Eitelkeitsspiegelscheiben äußerlicher Uebertreibung achtlos vorübergeht. Bei allen Wiedergaben zeigte es sich, daß die beiden Hauptpfeiler, die die strahlende Kupvel jeglichen Chorgesanges tragen. rhythmische Diszivlin und Tonreinheit von ihm zu zuverlässigen Stützen im Sinne seines verehrten Vorgängers weiter ausgebaut wurden. Es war für uns höchst reizvoll zu beobachten, mit welch versöhnlicher Vorsicht und haushälterischer Klugheit er bei den verschiedenen Darbietungen ans Werk geht. Jeder seiner: Vorträge war auf ein gesundes und sormklares Maß abgestellt. Nirgendwo fanden sich Ueberspannungen. Selbst die emotionellen Höhepunkte waren ruhig und klar. Er steht, wenn man es so sagen will, mit der Improvisation auf unkündbarem Kriegsfuß. Denn er ist ein Chormeister der offensichtlich zu Tage tretenden soliden Vorbereitung. der die Bedeutung der Probe eher über= als unterschätzt. Daher ist er auch prädestiniert für all die Scharen unter der Standarte des deutschen Liedes. denen Gesang zwar Herzensbedürfnis. denen aber infolge der nur geringen Bewegungsfreiheit, die ihnen Arbeit und Beruf läßt, das Verständnis für ein Lied oder Chor keineswegs sofort und unmittelbar aufgeht. Es zeigte sich, daß er gerade ihnen, die sich oft nur mit unendlicher Mühe eine Bresche zu schlagen vermögen, in schönes und unbekanntes Land. die sich die künstlerische Größe und Einmaligkeit eines Liedes sehr oft mit großen Opfern an Zeit und Geduld erkämpfen müssen, ein ernsthafter, sympathischer, gewinnender und gewissenhafter Chorerzieher ist, der mit leidenschaftlichem, begeisterndem Aufwande an Fleiß und Kunstvervilichtung gewissenhaft seinen Sängern die Bedeutung jeder einzelnen Note vor Herz und Ohren führt: der nicht eher ruhet und rastet, bis er sich seiner Auffassung, die ihm vorschwebt, denkbar nahe weiß. Der rechte Mann am rechten Fleck! Bei ihm ist das wertvolle Traditionserbe der„Liederhalle=Harmonie" in besten Händen. Glück auf zu neuen Taten! Die Erwähnung, daß Josef Feiertag der Geige goldene Töne seinsinnig verwob dem Plüddemannschen. Grabnerschen und Knabschen Frauenchor. gibt uns Gelegenheit, mit einer für alle Teile der Ausführung gern gegebenen Zustimmung abzutreten.—.— Mit Recht hat man das Schwinden des deutschen Volksliedes aufrichtig beklagt und in rechter Erkenntnis der reichen Schätze, die dieser edle Kunstzweig zu bieten vermag, ist man nach Kräften bemüht, das Bekannte durch eifrige Pflege zu erhalten und das zu Unrecht vergessene wieder zu erwecken. Keine schönere Aufgabe kann unseren Vokalvereinigungen werden, als diesen unendlich wertvollen Schatz deutscher Volkskunst in seiner ganzen Schönheit. Einfachheit und Tiefe zu neuem, kraftvollem Leben zu bringen, mit dieser reinen, großen Kunst alle Unnatur. berüchtigte Chorkünstlereien zu verdrängen und durch das mustergültige Vorbild vergangener Zeiten Sängern und Publikum gesunde Veredelung des Geschmacks zu bescheren. Es ist erfreulich, daß sich diese verantwortungsvolle Aufgabe trotz mancherlei Widerstände bei unseren Männergesangvereinen Bahn gebrochen hat. Wir stehen nicht an. Dr. Hans Wedig aus diesem Grunde ganz besonders zu begrüßen, da auch er es für seine Ehrenpflicht hielt, mit seinem hiesigen Debüt den Beweis zu erbringen, daß auch er sich, wie sein Vorgänger, dem deutschen Volksliede in steigendem Maße zu widmen gedenkt. Da wir uns in den Vorbesprechungen eingehend mit den Werken auseinandersetzten, können wir uns sofort der Wiedergabe zuwenden. Den Reigen eröffnete Kurt Lißmanns gehaltvolles„media vita“, dessen hier und da versteckte Schwierigkeiten, trotz kleiner vorübergehender Schwankungen im Endteil mühelos bewältigt wurden. Aus der Reihe der übrigen Darbietungen ragte der mehr anspruchsvollere Chor„Flamme empor“ von Richard Strunk hervor. Dieses aus echt rheinischem Musikerherzen entsprungene Werk gehört zu den schönsten und ehrlichsten seiner Art, und schon lange kennt, liebt es jeder Sänger. Das in Wort und Ton gleich wertvolle Opus, das in den Jahren tiefster Schmach 1927 entstanden ist, fand eine so lebhafte, packende und aufrüttelnde Wiedergabe, daß es gleich da capo laufen mußte. Saubere Intonation. rhytmische Prägnanz und prächtiger, frischer Vortrag, zeichneten Hensels„Es leben die Soldaten" aus. Die Volksweisen Silchers „Frisch gesungen" und Der Lindenbaum“ wurden verständig im Tempo und schlicht Custrop=Kaußet Castrov=Rauxel, 12. November 1936 Meckern- einmal erwünscht Laßt uns das Lob der Ziege singen. Alle Meckerei hat diesem anspruchslosen tierischen Hausgenossen nicht zu der gebührenden Anerkennung verhelfen können die ihm eigentlich gebührt. Eine Ziege im Hause des Kleinbauern, des Siedlers, des ländlichen Arbeiters ist wie ein Haussegen. Sie verlangt wenig und gibt viel.— Im Deutschen Reich gibt es heute knapp zweieinhalb Millionen Ziegen, die einen Verkaufswert von rund 70 Millionen darstellen, deren Erzeugungswert aber 240 Millionen Mark im Jahresdurchschnitt beträgt. Die Ziegen liefern wertmäßig 150mal so viel als die gesamte deutsche Pelztierzucht, 10mal so viel als die gesamte Kaninchen= zucht und 6mal so viel als die Bienenzucht. Wenn eine Ziege 800 Liter Milch im Jahresablauf liefert, so ist sie in Ordnung. wenn sie die Tausender=Grenze überschreitet, ist sie brav. Jahresleistungen bis zu Wie macht's der Lebenskünstler? 1 # V *2 Ihm können die kleinen Mühen des Tages nichts anhaben, ihn quälen auch nicht große Sorgen um die Zukunft; immer steht er mit freiem Kopf und frohem Mut mitten im Lebenskampf. Ist er so sorglos aus Leichtsinn? Oh, gewiß nicht! Er befreit sich nur -% ungesäumt von Sorgen, die ihn bedrücken und hemmen könnten; er versichert insbesondere auch rechtzeitig und ausreichend sein Leben. Ein geringer Teil seines Einkommens reicht ja schon zur Lebensversicherung, die für seinen Lebensfeierabend bestimmt ist, aber im schlimmsten Falle auch schon morgen für seine Witwe und Kinder die große Hilfe in der Not sein wird. Die Dinge ruhig und nüchtern überdenken und dann ohne Aufschub entschlossen handeln, das ist das Geheimnis seiner Lebenskunst und seiner Erfolge. — Last Jatteil sPrechen! Was die Standesamtseintragungen des Monats Oktober 1936 erzählen Reise und Verkehr Sonntagsrückfahrkarten aus besonderem Anlaß 2000 Liter verschaffen ihr ein Diplom. Man rechne sich das einmal auf den Tag um! Dabei setzt sie bei ordentlicher Pflege nur fünf Wochen im Jahre aus und ist fast nie tuberkulös. Kann der Milchsegen von durchschnittlich mehr als zwei Liter je Tag nicht als Getränk bewältigt werden, so wird Käse, Quark und Butter bereitet. Jawohl Butter! Auf der Reichskleintierschau in Leipzig waren aus allen Gauen 220 verschiedene Ziegenbutterproben zu einer Prämiierung gesandt worden. und die raffiniertesten Feinschmecker unter den Preisrichtern haben mit der Zunge geschnalzt. Ziegenbutter, mit etwas Möhrensaft goldgelb gefärbt. zerstört auch das völlig unberechtigte Vorurteil des „strengeren“ Geschmacks. Ueber Ziegenkäse erst ein Wort des Lobes zu verlieren, hält jeder Kenner für unwürdig. Selbst das Fell, das man der Ziege schließlich über die Ohren zieht, hilft kräftig wirtschaften. Heute: Romantisch-Nordische Musik und Dichtung im Lyzeum Zur Werbung und Vertiesung des nordischen Gedankens veranstaltet heute abend die RSG.„Kraft durch Freude" in Verbindung mit der NS.=Kulturgemeinde einen Romantisch=Nordischen Abend in der Aula des Lyzeums Erlesene Musik= und Literaturwerke werden von bekannten Künstlern zu Gehör gebracht. Nochmals sei empfehlend auf den interessanten Abend, der um 20.15 Uhr beginnt, hingewiesen. Wilhelm Kösters letzte Fahrl Ein Trauergeleite, wie man es in Castrov=Rauxel nur selten sieht, begleitete am gestrigen Nachmittag den verstorbenen Amtsbaumeister i. R. Wilhelm Köster zur letzten Ruhestätte aus den Evgl. Friedhof. Die große Trauergemeinde, die sich vor dem Trauerhause an der Wilhelmstraße einfand, zeigte so recht, welcher Hochachtung und Verehrung sich der „alte Köster“ in allen Kreisen der Bevölkerung zu erfreuen hatte. Eröffnet wurde der stattliche Leichenzug von der Musikkapelle der Feuerwehr, der die aktiven und passiven Mitglieder des Löschzuges 4(Rauxel) mit ihrer umflorten Standarte und weiterhin die Mitglieder des Vereins der Ruhestandsbeamten und des Evgl. Bürger= und Arbeitervereins der Luthergemeinde in starker Zahl folgten. Auch eine Abordnung von„Alten Herren“ und die Chargierten mit der Fahne der Verbindung der Baugewerkschaftsschule Holzminden. der der Verstorbene seit seiner Studienzeit angehörte, war zur Beisetzung erschienen. Besonders stark waren unter den übrigen zahlreichen Leidtragenden die Beamten der Stadtverwaltung, mit dem Oberbürgermeister und dem Bürgermeister an der Spitze. vertreten. Bemerkenswert erscheint weiter, daß die sechs Söhne ihrem Vater den letzten Liebesdienst erwiesen und das Tragen des Sarges, genau wie s. Zt. bei der Mutter. selbst übernahmen. Sie erfüllten damit in schönster Kindesliebe den letzten Wunsch ihres Vaters. Die Grabrede hielt Pfarrer Nelle, der vor allem die Gewissenhaftigkeit und die Fachkenntnisse hervorhob, mit denen der Verstorbene alle Zeit seines langen Dienstes seines Amtes waltete. Neben der politischen Gemeinde habe auch die kirchliche von der Erfahrung und dem Können des nunmehr Heimgegangenen die größten Vorteile gehabt. Ueber 50 Jahre habe er seine schätzenswerte Kraft als Presbyter der Luthergemeinde ehrenamtlich und uneigennützig zur Verfügung gestellt. Zur Anerkennung habe man ihn zum Ehrenpresbyter auf Lebenszeit ernannt. Weiter hob er u. a. bervor, daß der Tote allezeit in inniger Liebe an seiner Heimat hing und mit ihr mit allen Fasern seines Herzens verbunden war. Er war als echter Westfale von altem Schrot und Korn treu seinem Gott, seinem Volke. sich selbst und seiner Familie. Unter den zahlreichen kostbaren Kranzspenden. die am oifenen Grabe niedergelegt wurden, befand sich auch ein mit der Hakenkreuzschleise und den Stadtfarben geschmücktes Kranzgebinde der Stadt Castrop= Rauxel. Goldenes Turnerjubiläum Der alte, aber ewig junge„Turnvater von Castrop=Rauxel". Konrektor i. R. Albert Hoof. kann ein überaus seltenes Jubiläum seiern. Es jährt sich nämlich in diesen Tagen zum 50. Male der Tag. an dem er Mitglied der Deutschen Turnerschaft wurde. Aus diesem Anlaß veranstaltet der Castrover Turnverein von 1874, dessen langjähriger Vorsitzender und jetziger Ehrenvorsitzender der Goldjubilar ist, am Samstag im Saale des Gasthofes Köllmann ein kameradschaftliches Zusammensein. WN Oetebeue K 50 Jahre im Dienste der Reichsbahn Reichsbahnobersekretär Fritz Suve vom Bahnhof Rauxel kann aus eine 50jährige, ununterbrochene Dienstzeit bei der Deutschen Reichsbahn zurückblicken Der Goldjubilar wurde im Jahre 1871 zu Welwer geboren. Im Herbst 1886 trat er in den Eisenbahndienst ein und wurde dann zunächst in Dortmund beschäftigt. Seit 1908 ist er auf dem Bahnhoj Rauxel tätig. Er erfreut sich, dank seiner vorzüglichen menschlichen und fachlichen Eigenschaften der besonderen Hochachtung und Wertschätzung seiner Vorgesetzten und Mitarbeiter, sowie auch des Publikums. Aus diesem Grunde wurden ihm auch anläßlich des gewiß nicht alltäglichen Jubiläums mannigfache Ehrungen und Auszeichnungen zuteil. Die Gefolgschaft des Bahnhofs Rauxel versammelte sich am gestrigen Morgen, soweit sie dienstlich abkömmlich war. unter Führung von Reichsbahnbetriebsinspektor Mähner in dessen Dienstzimmer. Als Vertreter des Reichsbahn=Präsidenten war Reichsbahndirektor Heinze=Essen erschienen, der dem Jubilar ein Ehrendiplom überreichte. Weiter brachten Fachschaftsführer Rechnungsrat Stollberg von der Essener Reichsbahndirektion und Regierungsbaumeister Rechnungsrat Meier vom Reichsbahnbetriebsamt Dortmund dem Jubilar gegenüber die sherzlichsten Glückwünsche zum Ausdruck. Als Sprecher der Beamten Angestellten und Arbeiter des Bahnhofes Rauxel sprach Reichsbahnbetriebsinspektor Mähner, der in besonderem Maße die örtKommen, Werden und Vergehen Im Monat Oktober 1936 wurden auf den drei Standesämtern der Stadt Castrov=Rauxel insgesamt 80 Geburten zur Eintragung gebracht: das bedeutet ein weiterer geriger Geburtenrückgang, denn im Monat Septemder waren 86 Geburten zu verzeichnen gegenüber 111 im Monat August. Zu Vergleichszwecken seien nachfolgende Geburtenzahlen genannt: Juli 86, Juni 116. Mai 96. April 87. März 113, Februar 95. Januar 103. Dezember 87. November 90. Oktober 1935 91 Geburten. Von den Neugeborenen waren 45(September 42) Knaben und 35(41) Mädchen. Zwillingsgeburten kamen 1(1) mal vor, und zwar handelte es sich dabei um 2(1) Knaden und—(1) Mädchen. Von den 3(1) Totgeburten wurden 3(1) Knaben und— (—) Mädchen betroffen. 46 Eheschließungen wurden im Monat Oktober vor den Standesämtern unserer Stadt vorgenommen. Das bedeutet gegenüber nur 35 Eheschließungen im Monat September wieder eine erfreuliche und wohl mit der Aufwärtsentwicklung der heimischen Industrie zusammenhängende Steigerung. Die Eheschließungszahlen der Vormonate sind: August 42. Juli 36. Juni 28. Mai 42. April 29. März 42, Februar 36. Januar 28. Dezember 39. November 41. Oktober 1935 43 Eheschließungen. Von den Eheschließenden waren bis 20 Jahre alt Männer—(—), Frauen 1(), 20 bis 25 Jahre alt Männer 9(). Frauen 22(17), 25 bis 30 Jahre alt Männer 22(16), Frauen 13(). 30 bis 49 Jahre alt Männer 13(), Frauen 9(), über 40 Jahre alt Männer 2(). Frauen 1(). Nach dem bisherigen Familienstande waren von den Eheschließenden; ledig Männer 44(29), Frauen 43(30), verwitwet Männer 1(), Frauen 1(), geschieden Männer 1(), Frauen 2(). 'eaerei!„„„„ initgerein von der Staotilchen Volfsbucherei Caltrop-Kaufer. Döchentlich zwei Bückher für vierteijährlich 50 Reicheofennig Was wir vom Weltkrieg nicht wissen Eines der interessantesten Werke über den Weltkrieg ist in diesen Tagen in die städtische Volksbücherei eingestellt worden. Es ist ein umsangreiches Buch von Walter Jost, dem Leiter der Pressegruppe im Reichskriegsministerium, und Friedrich Felger, dem Direktor der Weltkriegsbücherei i.., unter dem Tite!„Was wir vom Weltkrieg nicht wissen". Mitarbeiter sind unter anderem Werner Beumelburg mit einer Arbeit„Vom unbekannten deutschen Soldaten“. Generalleutnant a. D. Kabisch mit Aussätzen über„Schicksalstunden im Weltkrieg" und über„Hintergründe der politischen Geschichte der Weltkriegsjahre". Werner Berg bringt„Interessante Fälle aus der Arbeit der Feldpolizei“. Von dem ehemaligen Oberarzt am Gouvernement Brüssel stammt der Bericht über die Hinrichtung der als Spionin tätigen englischen Krankenschwester Miß Cavell. Einblicke in den Nachrichtendienst während des Weltkrieges. über die Spionagetätigkeit auf beiden Seiten, bringen Schilderunge: von Oberst a. D. Nicolai. Karl Herrmann, Dr. Elsbeth Schragmüller und Major a. D. Karl von Roeder.„Unbekanntes von Luftschiffen, ihre Kriegführung und ihren Verlusten" betitelt sich eine Arbeit von Kapitänleutnant a. D. Freiherr Treusch von Bud lar=Brandensels. Kapitän zur See a. D. von Waldener=Hartz schreibt über„Denkwürdige Begebenheiten aus dem Seekriege".„Der Kampf, um Ostende und Zeebrügge" und„Vom Geiste der deutschen Kriegsmarine: Den Seekrieg behandeln die weiteren Arbeiten„Aus den Geheim= nissen des.Boot=Krieges".„=Deutschland",„Weshalb der schonungslose=Boot=Krieg geführt wurde und weshalb er nicht zum Ziele führte" und„Scapa Flow. 21. Juni 1919“. Ueber die Entwicklung des Gaskrieges schreibt General der Insanterie Geyer, über die Tankschlacht und über das Parisgeschütz Walter Fi edrich.— Aus dem vielseitigen und äußerst fesselnd geschriebenen Inhalt sind genannte Dem Religionsbekenntnis nach waren von den Ehepaaren: katholisch 20(18), evangelisch 17(). katholisch und evangelisch 9(), sonstige—(). Weiter brachten die Standesämter der Stadt Castrop=Rauxel im Monat Oktober weiter zur Eintragung 46 Sterbefälle Damit ist die Zahl der Todesfälle gegenüber dem Vormonat September mit nur 21 Sterbefällen auf über das Doppelte gestiegen. Es zeigt sich hier so recht der Einfluß der überaus ungün tigen Witterung. unter der namentlich die älteren Leute(über 60 Jahre) sehr zu leiden haben. Die Erscheinung ist aber jahresüblich, wie die nach stehenden Vergleichszahlen zeigen: In den Monaten August und Juli waren je 34 Sterbefälle zu verzeichnen, während es deren im Juni 51 gab..n Mai waren es 31. im April 52, im März 43. im Februar 53, im Januar 46. im Dezember 1935 53 und im November 1935 50. Von den Toten des Monats Oktober 1936 standen im Alter bis zu 1 Jahre 5(). von 1 bis 5 Jahren 1(), von 5 bis 15 Jahren 1(—), von 15 bis 20 Jahren—(—). von 20 bis 40 Jahren 5(), von 40 bis 60 Jahren 11(), von über 60 Jahren 23(). Als Todesursachen wurden amtlich ermittelt: Diphtherie 1(—). Tuberkulose der Atmungsorgane 2(). Tuberkulose der Hirnhäute und des Zentralnervensystems 1(—). Krebs= und andere bösartige Neubildungen 6(). Zuckerkrankheit 2(—). Gehirnschlag und Lähmung ohne nähere Angabe 5(), Herzkrankheit 5(), Bronchitis 1(). Lungenentzündung 6(), Blinddarmentzündung 2(—). Nierenentzündung 3(—). Frühgeburt 1(). Angeborene Mißbildungen. Lebensschwäche. Geburtsfolgen unter 1 Jahr 2(). Altersschwäche 4(). Selbstmord—(). Verunglükkung 2(—). Plötzlicher Tod und nicht oder ungenau angegebene Ursachen 2(—). Alle übrigen Todesursachen(Kriegssterbefall) 1(). Der Reichsverband deutscher Kleintierzüchter. Landesgruppe Westsalen, veranstaltet vom 13. bis 15. November in Hamm(Wests.) die 4. Gaugruppengeflügelschau. Aus diesem Anlaß wird die Reichs bahn Sonntags= oder Blanko=Sonntagskarten nach Hamm(Wests.) auf eine Höchstentfernung von 75 Klm. ausgeben. Die Karten gelten zur Hinfahrt vom 14. November 0 Uhr bis 15. November 24 Uhr (Beendigung der Hinreise) und zur Rückfahrt vom 14. November 12 Uhr bis 16. November 24 Uhr (Beendigung der Rückreise). Büchertisch Sich erfolgreich bewerben! Von Divl. Hld. H. Leder. Verlag Wilh. Stollsuß. Bonn. Preis RM..—. Die vorliegende Schrift behandelt das Stellensuchen nicht nur nach dem„Wie“ des Bewerbens. sondern zeigt vielmehr, um was man sich bewerben soll. Auf die Vorbereitung der Bewerbung ist großer Wert gelegt und durch die Art der Behandlung des Stofses ist der Schrift schon ein Erfolg sicher. Wenn auch die Beispiele auf den kaufmännischen Angestellten zugeschnitten sind, so haben sie doch für die Angestellten aller anderen Berufe den gleichen Wert. Lehrbuch der Deutschen Kurzschrift. 1. Teil: Verkehrsschrift für Anfänger zur leichten und schnellen Erlernung. Von Universitäts=Stenographielehrer H. Schneider. Verlag Wilh. Stollfuß. Bonn. Preis RM..—. Das nach der Urkunde der Deutschen Kurzschrift vom 30. Januar 1936 neu bearbeitete Lehrbuch liegt in neuer Auflage vor. In sehr übersichtlicher Weise versteht es der Verfasser, den Lernenden in die Kurzschrift einzuführen. Die stenographische Darstellung ist kaum zu übertreifen. Leseübungen und Uebertragungsarbeiten sind dem Lehrbuche beigefügt. Jeder, der stenographieren lernen möchte, sollte zu diesem vorzüglichen Leitfaden greifen. Die Sicherstellung von Frauenvermögen. Wie steht die Frau gegenüber Gläubigern da? Für den Nichtiuristen und seinen praktischen Gebrauch erläutert. Verlag Wilh. Stollsuß, Bonn. Preis RM..25. Hier wird ein Gebiet behandelt, aus dem allenthalben große Unkenntnis herrscht. Die Schrift behandelt in einer dem Laien sehr leicht saßlichen Darstellung alle Vermögensbeziehungen. Haitungen, Sicherungen, vor allem die gesamte Vermögensstellung der Frau nach außen gegenüber Dritten. Vermögensfragen, die sich z. B. aus der Mitarbeit der Frau im Geschäft des Mannes ergeben, oder aus dem selbständigen Betrieb eines Erwerbgeschäftes durch die Frau, um nur einige Beispiele zu nennen. finden ihre Darstellung. Geschäftliches Olympia Schreibmaschinen-Sonderschau Unter diesem Titel veranstaltet die EurovaSchreibmaschinen.=., Erfurt, am 13. November im„Gasthof zur Post“(Haller), am Altstadt=Markt. eine Ausstellung ihrer Erzeugnisse. Es werden Büromaschinen verschiedenster Art. Buchungsmaschinen, Kleinschreibmaschinen in verschiedenen Ausführun. gen bis herunter zur Preislage von 109.50 RM. gezeigt. Des weiteren sind interessante Darstellungen aus der Fabrikation der Schreibmaschine zu sehen. Der Besuch der Sonderschau steht jedermann ohne Eintrittsgebühr offen. Sie ist von 12 bis 20 Uhr geöffnet. lichen Verdienste des Jubilars hervorhob und ihm vor allem für seinen Pflichteifer und seine Pünktlichkeit im Dienst alle Anerkennung zollte. An diesen offiziellen Festakt schloß sich ein gemütliches Beisammensein in der Bahnhofswirtschaft an. Wir schließen uns den vielen Glückwünschen, die dem Goldiubilar zuteil wurden. von Herzen gern an und hoffen, daß ihm noch viele Jahre in Glück, Zustiedenheit und leiblicher und geistiger Frische beschieden sein mögen. Unbekannte weibliche Leiche im Kanal gefunden Wer kann Angaben machen? Am 9. November 1936. in den Morgenstunden. wurde im Rhein=Herne=Kanal in Henrichenburg an der Kanalbrücke Döttelbeck, eine weibliche Leiche gesunden. deren Persönlichkeit bisher nicht festzustellen war. Die Leiche hat anscheinend nur kurze Zeit im Wasser gelegen Beschreibung: .62 Meter groß, beleibt, blond=grau gemischtes spärliches Kopfhaar, rundes, volles Gesicht, zurückweichende Stirn, braune Augen, sparliche Augenbrauen, geradlinige breite Nase, ovale Ohren, breites Kinn(Dopvelkinn), große Hände und Füße. An der rechten Halsseite befindet sich ein erbsgroßes Gewächs. Der rechte und linke obere Augenzahn sehlen. Bekleidung: Grüne gestrickte Wolljacke, dunkelblaues Rivskleid mit Gürtel. schwarzseidene Bluse mit Spitzenbesatz am Halse, blaues Beinkleid aus Wollstoff. schwarze Baumwollstrümpse, weißes Leinenhemd. schwarze Halbschuhe mit flachen Gummiabsätzen.— Wer kennt die unbekannte Tote? Wer kann zweckdienliche Angaben machen? Mitteilungen nehmen alle Polizeidienststellen sowie die Provinzialnachrichtensammelstelle für Vermißte und unbekannte Tote beim. Polizeipräsidium in Recklingyausen jederzeit entgegen. Arbeiten nur ein Teil. Dem Werk sind 234 Abbildungen und verschiedene Zeichnungen. Karten und Tabellen beigegeben.—„Was wir vom Weltkrieg nicht wissen.“ soll ein Volksbuch sein im besten Sinne des Wortes, zuverlässig und umfassend. leicht verständlich und anregend. gediegen im Inhalt und in äußerer Form Es soll einen farbigen Querschnitt durch das große Völkerringen geben und den neuzeitlichen Krieg in allen seinen Erscheinungsformen beleuchten". Das Geleitwort schrieb Generalieldmarschall von Blomberg. Theater. Konzerte, Vorträge Wichtig für auswärkige Besucher der Bochumer Kleist-Woche! Das Tagungsbüro der Kleist=Woche teilt mit:„Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß der Andrang zur Kleist=Woche so stark ist, daß für auswärtige Besucher Gefahr besteht, an der Abendkasse keine Karten mehr zu bekommen. Deshalb bitten wir dringend alle diejenigen, die beabsichtigen, eine oder mehrere Aufführungen der Kleist=Woche zu sehen. unverzüglich ihre Bestellung schriftlich oder telesonisch(Ruf 610 51) vorzunehmen. Allerdings muß bei reservierten Karten unbedingte Gewähr für Abholung gegeben werden.“ Anzeigentell Hierdurch laden wir Sie zum Besuch der D* SCHREIBMASCHINEN SUNDERST berrlichst ein Wir zeigen unsere neuesten „hinen, Buchungsmaschinen, Oranisslonamihein u. Sleloschraibmaschinen. E IROFN SORERNAKSONIEN ASFRTD Lastrop Küufer Sasiliol„Zür Pest 13. November 1936 12—20 Uhr EINTRITT FREI Donnerstag, den 12. November 1936 Aus der Frühzen der Harpener Bergbau uS. Vor 75 Jahren eröffnete Zeche„Prinz von Preußen“ den Betrieb Be Mit„Allerhöchster Bestätigungsurkunde“ vom 16. Dezember 1856, unterschrieben von König Friedrich Wilhelm IV. und dem großen vreußischen Handelsminister von der Heydt, hatte die Harvener Bergbau=Aktiengesellschaft das Recht bei Harven gelegenen Steinkohlen. und Eisensteinfelder zu erwerben und auszubeuten". Das Gründerkonsortium hatte um diese Zeit schon umfangreiche Vorarbeiten geleistet. Nördlich der heutigen Eisenbahn von Bochum nach Langendreer waren durch erfolgreiche Mutungen 10 zusammenhängende Grubenfelder gesichert, denen sich östlich, bis an die heutige Bahn heranreichend, das Grubenfeld„Heinrich Gustav" und westlich, jetzt von der Bahn durchschnitten, das Grubenfeld„Prinz von Preußen" als weiterer Besitz der im Aufbau begrissenen Harver Gesellschaft anschlossen. Als am 4. Januar 1856 die Gründung stattfand, waren ein Schacht im Feld „Heinrich Gustav“ schon ziemlich weit abgeteuft und die Abteufung eines Schachtes im Feld„Prinz vor Preußen" vorbereitet. Alle erworbenen Felder lagen in den damals noch selbständigen Gemeinden Harven, Kirchharven, Gerthe. Werne, Oestrich und Bövinghausen des Landkreises Bochum. Die Grundlagen für eine der bedeutendsten Bergbaugesellschaften des Ruhrbezirks mit einer Gerechtsame in der bis dahin beispiellosen Größe von 12.4 Millionen Quadratmeter waren Auf der Anlage„Heinrich Gustav" wurde am 4. April 1859 mit dem regelmäßigen Kohlenverkauf begonnen, also in einer Zeit, als bereits eine zerstörende Krise die erste Gründerzeit abgelöst und den meisten Werken, so auch Harven. viele geldliche Schwierigkeiten gebracht hatte. Vor 75 Jahren am 12. November 1861, kam auch die Förderung auf„Prinz von Preußen“ Auf dem Grubenfeld„Heinrich Gustav“ ist die Großanlage„Robert Müser" entstanden. Die andere Harvener Stammzeche,„Prinz von Preußen". hat allerlei sorgenreiche Schicksale erlebt, bis ihre bergbaulichen Verhältnisse im Jahre 1870 durch Erwerb der benachbarten Zeche„Caroline" verbessert werden konnten. Dieser Erwerb war der erste, besonders glückliche Schritt zur Ausdehnung des Harvener Bergwerksbe sitzes: er brachte auch die Errichtung einer Koterei auf„Prinz von Preußen“ mit sich, die zusammen mit dem gleichzeitigen Bau einer Kokerei auf„Heinrich Gustav“ den Eintritt der Harpener Gesellschaft in die Koksproduktion bedeutete. Mit dem Jahre 1920 hat„Prinz von Preußen“ als selbständige Schachtanlage zu bestehen aufgehört. Sie gehört ebenso wie die Nachbarzeche„Caroline“ heute zu der Großanlage„Robert Müser“. Aber den Namen dieser Stammzeche Harvens lesen die den auch jetzt noch an altem Gemäuer, wenn sie von Bochum nach Langendreer fahren. Wenige nur abnen, wie stark die Bevölkerungsentwicklung im östlichen Teile Bochums mit dem Werk zusammenhing. das den alten Namen getragen hat. Fahrlässige Schießbudenangestellte Recklinghausen. In den Abendstunden des 5. November wurde auf dem Rummelplatz am Kaiserwall ein 11 Jahre alter Knabe durch das leichtfertige Hantieren der Budenangestellten mit einer büchse an der Hand verletzt. Der Knabe mußte sich sofort in ärztliche Behandlung begeben. Gegen die Schießbudenangestellte wurde ein Verfahren wegen fahrlässiger Körververletzung eingeleitet. Radjahrerin durch den Sturm umgeworfen Wanne=Eickel. Bei dem surchtbaren Sturm. der hier tobte, wurde die 15jährige Verkäuferin Hildegard., als sie auf ihrem Fahrrade fuhr, vom Sturm umgeworsen. Das Mädchen gen an den Knien und am Kopfe. Vorübergehende nahmen sich der Verunglückten an. Goldenes Jubiläum als Schmiedemeister Bottrop. Der an der Kirchhellener Straße wohnende Schmiedemeister Heinrich Wittstamm, ein bekannter Bottrover Handwerksmeister, der trotz seiner 76 Jahre auch heute noch am Amboß steht und ebenso jetzt noch manches Pferd beschlagt, konnte soeben sein goldenes Jubiläum als Schmiedemeister seiern. Im Jahre 1875 trat er in die Lehre bei einem Wattenscheider Meister, ging als Geselle.## Wanderschaft und arbeitete u. a. in München, Berlin, Hamburg und Münster. Hier in Bottrov gründete er 1886 seine Schmiedewerkstatt in einem kleinen Häuschen an der Overbeckstraße und brachte es durch seinen Fleiß so weit, daß er zehn Jahre später seiner Werkstatt ein Eisen= und Haushaltswarengeschäft angliedern konnte. In den 50 Jahren seiner Meistertätigkeit hat er nicht weniger als 43 Lehrlinge ausgebildet. Ein„nettes Früchtchen“ Bottrov. Am Montagnachmittag fiel einer Frau in dem Kaushaus Eva an der Hochstraße ein Mark=Schein auf den Fußboden. Dieser Schein wurde von einem etwa 10—12jährigen Mädchen aufgehoben, das damit das Weite suchte. Westdeutsche unter den Opfern der„Isis“ Essen. Wie aus Hamburg gemeldet wird, fanden bei dem Untergang des Frachtmotorschiffes„Isis“ der Hamburg=Amerika=Linie auch der Messesteward Ernst Grabosch aus Gelsenkirchen, der Vierte Ingenieur Walter Altvater aus Minden i. W. und der Erste Steward Wilhelm Geller aus Köln den Tod im Meer. Srofkiichsballt Verwirklichung des großen Der Westtart „Trierer Planes" begonnen Auf wirtschaftskundlicher Fahrt 35 Jungbergleute aus dem Gau Westsalen=Süd Dortmund. 35 Jungbergleute aus dem Gau Westfalen=Süd. Gausieger im Reichsberufswettkampf de: Vorjahres, trafen sich im Dortmunder Hauptbahnhof. um auf Veranlassung der Deutschen Arbeitsfront und der HJ. eine achttägige wirtschaftskundliche Fahrt in den Gau Südhannover=Braunschweig anzutreten. Ihnen soll dort Gelegenheit geboten werden. artverwandte Berufe, so den Kali=, Braunkohlenund Erzbergbau und deren Nebenprodukte, kennen zu lernen. Vor der Fahrt wies Gaubetriebsgemeinschaftswalter Pg Siebert auf den vom Führer auf dem letzten Reichsparteitag aufgestellten Vierjahresplan hin. Gerade den Jungbergleuten würde ein großer Tei! der Aufgaben zufallen, um das Ziel des neuen Vierjahresplanes zu erreichen, und es sei ihre Pflicht, sich durch eifriges Lernen vorzubereiten, damit sie auch in der Lage seien, ihre Aufgaben voll und ganz erfüllen zu können. Arzichzermittegtogatte. Grüße des Gauobmanns Stein urermttl hatte. entließ er die Jungbergleute auf ihre schöne Reise. Trier. Trier. die älteste Stadt Deutschlands, hart an der Westgrenze gelegen, ist durch den Vertrag in seiner wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung besonders stark behindert worden. Um einen Ausgleich zu schaffen, wurde unter der besonderen Förderung des Gauleiters Staatsrats Simon der Plan gefaßt. Trier zu einem Zentrum des Fremdenverkehrs zu machen. In Durchführung dieser auf die Zukunft gerichteten Arbeit ist für den stadttrierischen Gau ein großzügiges Projekt ausgearbeitet worden, das unter dem Begriff„Trierer Plan“ die Zusammenfassung der zahlreichen mäler deutscher Geschichte der Westmark aus zwei Jahrtausenden zu einem Denkmälerschauzug vorsieht. Nachdem mit der Umgestaltung des SimonStiftes. eines einzigartigen Denkmals deutscher Baukunst aus dem 11. Jahrhundert. bereits begonneu wurde, wurde am Dienstag durch den Landeshauptmann der Rheinvrovinz Haale der erste Hammerschlag getan zum Umbau des ehemaligen kurfürstlichen Palastes zu einem Großmuseum der Westmark. Die Stadt Trier hat den Grund und Boden sowie den Bau des kurfürstlichen Palastes im Werte von rund 700000 Mark zur Verfügung gestellt. Zur Unterstützung der Arbeiten bewilligte die Rheinprovinz 500000 Mark und das Reich ebenfalls 500 000 Mark. Die Gesamtbaukosten werden über 1 500 000 Nark bettagen. zmerschlages hatten iah Zur Feier des ersten Hammerschagts hatten sich im großen Saal des kurfürstlichen Palastes zahlreiche Ehrengäste der Partei, des Staates. sowie der Kunst und Wissenschaft des gesamten Rheinlandes eingefunden. Oberbürgermeister Christ(Trier) teilte mit, daß das Reich, dank der Förderung durch Reichsminister Dr. Frick, die Rheinprovinz und die Stadt Trier zur Lösung der Gesamtausgabe sich zu einem Arbeitsausschuß zusammengefunden haben. dessen Arbeiten vorerst auf acht Jahre berechnet sind. Wie Landesrat Dr. Apffelstaedt anschließend bekannt gab. werden in dem neuen Großmuseum der Westmark besondere Säle den tapferen Stämmen der Traverer gewidmet, weiter all den Persönlichkeiten. die innerhalb des Moselraumes die Abwehrfront gegen den Westen führten. Die Jetztzeit soll vor allem neben der Tätigkeit des landesverräterischen Separatismus die Erinnerung wachhalten an die Männer, die ihr Leben für die Erhaltung des Deutschtums in der westlichen Grenzmark hingaben. Landeshauptmann Haake tat zum Schluß der sehr eindrucksvollen Feierstunde den ersten Hammerschlag und kennzeichnete den Sinn des neu zu gestaltenden Museums dahin, daß es Trier zu dem Bollwerk deutscher Kulturarbeit im Westen mache. Landwirtschaftsschule eine dreijährige Praxis in der Landwirtschaft nachweisen können. Die Gebühr für die Teilnahme beträgt 20 Mark(für Nichtwestsalen 40 Mark). Die Unterbringung und Vervflegung erfolgt in der genannten Anstalt zu dem mäßigen Preise von.20 Mark pro Tag. Anmeldungen. denen ein ausführlicher, selbstgeschriebener lauf und sämtliche Zeugnisse beizufügen sind, sind an das Verwaltungsamt der Landesbauernschaft in Münster. Schorlemerstraße 6, zu richten, von der auch jede weitere Auskunft tostenlos erteilt wird. Um ein Irrlausen der eingesandten Schriftstücke zu vermeiden ist ausdrücklich zu bemerken, daß eine Teilnahme an dem Lehrgang für Kontrollassistenten beabsichtigt ist. alles nach dem Bodensee geschafft, so daß der Start von dort erfolgen konnte. Aber die ganze rung hätte vermieden werden können, wenn in Frankfurt eine zweite, in die Windrichtung einstellbare Halle vorhanden gewesen wärc. Die Hallenverhältnisse drängen zur Entscheidung. Es sind noch weitere Fälle aufzahlbar, in denen Frankfurt als Lande= oder Startplatz ausfallen mußte. Der markanteste ist wohl der, der Anfang September das Luftschiff„Hindenburg“ hinderte, nach der planmäßig von Südamerika führenden Fahrt auf dem Hasen Rhein=Main zu landen. 54 Passagiere, die Post und das Gepäck mußten nach Friedrichshafen gebracht werden, wo das Lustschiff landen konnte. Kann auch an der Regelmazigleit der Zeppelinflüge nicht das Mindeste ausgesetzt werden, so verlangen die Umstände andererseits doch, daß Flughasen Rhein=Main allen Ansprüchen genügt. Das wird erst mit der Fertigstellung der Halle der Fall sein. 414 Denn schon schreitet der Bau des Schwestersaiffe: vom„Hindenburg". des L3 130 in Friedrichshafen rüstig vorwärts. Es ist damit zu rechnen, daß bereits zu Ausgang des kommenden Jahres die ersten Fahrten gemacht werden können. Wir haben dann drei Luftschifse. aber nur zwei Hallen, so daß der Bau der neuen Frankfurter Halle auch aus diesem Grunde dringend wird. Die vorliegenden Pläne weisen unter anderem auch auf eine sogenannte„Schleusenhalle“ hin. In eine solche, natürlich drehbare Halle, kann das Luftschiff bei jeder Windrichtung einfahren, und es wird dann in aller Sicherheit in die freie Aufenthaltshalle geschoben. Diese Schleusenhalle würde gewissermaßen ein Verbindungsstück zwischen den beiden großen Luftschisshallen sein. Naturlich lägen die beiden Hallen in verschiedenen Richtungen, so daß nicht in jedem Falle die Schleusenhalle in Anspruch zu nehmen wäre.„ So ausgestaltet, würde sich der große neue Flughafen Rhein=Main allerdings einer Vollkommenheit erfreuen, die bei keinem anderen Hasen der Wen anzutrefsen ist. Auf jeden Fall aber muß der Baubeginn der zweiten Luftschifshalle schon in den nächsten Monaten erfolgen, wie aus unseren Darlegungen hervorgeht. Noch 6152 Margen kulturfähiges Oedland im Kreise Warendorf Warendorf. Bei der Ausführung des großen Vier=Jahres=Plans des Führers werden die Arbeiten zur Kultivierung des Moor= und Heidegeländes im Deutschen Reiche naturgemäß eine ganz hervorragende Rolle spielen, und gerade dem Reichsarbeitsdienst, dem auf diesem wichtigen Gebiete schon so unendlich viel zu danken ist, wird hier seine außerordentlich wichtige Bedeutung erneut unter Beweis stellen. Allein im Kreise Warendorf liegen noch 280 Morgen unkultivierter Moorflächen, außerdem noch rund 10000 Morgen Oed= und Unland. Hiervon allerdings sind 6152 Morgen Aufforstungsfähig. während der Rest nicht in Kultur genommen werden tann. wenigstens nach dem augenblicklichen Stande unserer Kulturmaßnahmen. Gedenkraum für die Toten der SA.=Standarte 457 Herne. In einer schlichten Feierstunde gedachte am 9. November die SA.=Standarte 457 ihrer ermordeten Kameraden. Gleichzeitig wurde denkraum eingeweiht, der für imner die Erinnerung an den Heldentod der vier Ovfer der Standarte wachhalten wird. In Anwesenheit von Vertretern der SA., SS., HJ. und der Wehrmachl, des Arbeitsdienstes und der Polizei wurde der Gedenkraum vom Brigadeführer Bauer(Dortmund) seiner Bestimmung übergeben. Der Raum birgt eine Büste des Führers, über der eine schlichte Aus dem Münsterland Ausbildung von Milchkontrollassistenten Aeit narr 09 Panember b: Beckum. In der Zeit vom 23. Novemder bis 19. Dezember d. J. findet an der Staatlich anerkannten Viehpflege= und Melkerschule in (Kreis Beckum) wieder eine Ausbildung von Milchkontrollassistenten statt. Daran teilnehmen können junge Bauern= und Landwirtssöhne im Mindestalter von 18 Jahren, welche eine Landwirtschglts: schule mit Erfolg besucht haben. Nichtlz. söhne müssen außer dem zweisemestrigen Besuch einer Bauernknecht überfahren und getötet Beelen. Der Knecht des in der Bauerschaft Vohren wohnenden Bauern Dütting war mit einem Fuhrwerk fortgefahren. Als nach einiger Zeit das Pferd mit dem Wagen allein zurück kam, hielt man Nachschau und fand den Knecht mit schweren inneren Verletzungen am Wege liegen. Kurz darauf ist der junge Mann gestorben. Füssenicher Mörder gefaßt? Köln. Wie die RWZ. erfährt, steht die Mordafjaire in Füssenich bei Düren, bei der die Witwe Schmitz getötet und ein Mitbewohner des Hauses schwer verletzt worden ist, vor der Aufklärung. Der Kriminalpolizei ist es gelungen, aus Grund ihrer Ermittlungen mehrere des Mordes an der Schmitz verdächtige Personen festzunehmen. Sie wurden zum Teil in Füssenich und in einem Nachbarort, ein anderer in Aachen verhaftet. Von einem der Verdächtigen soll, wie wir erfahren, bereits ein Geständnis vorliegen. Falschmünzerbande festgesetzt Wupvertal. In letzter Zeit waren falsche 50=Pig.=, =Mark= und=Mark=Stücke in Umlauf gebracht worden. Der Kriminalvolizei in Wuppertal gelang es nunmehr in Zusammenarbeit mit auswärtigen Kriminalpolizeistellen, eine fünjkönfige Falschmünzerbande— vier Männer und eine Frau aus Wuppertal=Barmen— dingfest zu machen. Bei der Durchsuchung der Wohnungen wurden einige zur Herstellung des Falschgeldes benutzte Geräte sowie einige zur Herstellung des Falschgeldes benutzte Geräte sowie verschiedene Falschstücke vorgesunden. Einige Formen wollen die Falschmünzer bereits vernichtet haben. Tragischer Jagdunfall Westkirchen. Ein Jagdunfall mit tödlichem Ausgang ereignete sich in der Mittagestunde im Jagdbezirk des Bauern Heinrich Horstmann. Der Bruder des Bauern Horstmann. der Rechtsanwalt Dr. Gerhard Horstmann. wurde durch die eigene Kugel getroffen. Er war allein auf die Jagd gegangen und als er nach Mittag noch nicht zurücklehrte, suchte man ihn und fand ihn in Horstmanns=Wald tot auf. Er war beim Ueberspringen eines Grabens infolge des glitschigen Bodens ausgeglitten und dabei ging das Gewehr los. Die Kugel traf ihn in die Brust. 10 000 Mark Amtsgelder unterschlagen Gescher. Die Kriminalvolizei nahm hier den Amtsrentmeister Althoff fest, dem zur Last gelegt wird. 10000 Mark ihm anvertrauter Gelder. unter denen sich auch 2000 Mark Kirchengelder befanden, unterschlagen zu haben. Das Amtsgericht in Koesfeld hat über ihn die Haft verhängt. Autounglück fordert zwei Todesopfer Bielefeld. Auf der Straße von Bad Salzuflen nach Herford verfehlte ein mit zwei Personen besetztes Bielefelder Auto kurz vor Herford eine Kuroeund fuhr mit kaum geminderter Geschwindigkeit gegen einen Baum. Der Baum wurde umgerissen und das Auto zertrümmert. Der Fahrer des Autos war auf der Stelle tot. Sein Mitjahrer. der in hohem Bogen auf das Straßenpflaster geschleudert wurde, erlag seinen schweren Verletzungen nach kurzer Zeit. Kinder zünden eine Strohdieme an Benninghausen. Eine auf dem Kaldewen aus etwa 100 Zentnern Stroh aufgebaute Strohdieme wurde durch einen Brand vollständig vernichtet. Die Untersuchung ergab, daß Kinder an der Strohdieme mit Streichhölzern gespielt und dabei das Stroh angezündet haben. Westfälischer Fronkkämpferlag 1937 Bad Pormont. Die 66. Führertagung des Landesverbandes Westfalen des deutschen Reichskriegerbundes„Kuffhäuser“ wird in den Tagen des 22. und 23. Mai 1937 in Bad Purmont abgehalten. Mit ihr ist verbunden der Westfälische Fronttämpfertag und aufmarsch im deutschen Reichskriegerbund. Zu diesem werden mehrere Zehntausend Kameraden erscheinen. Namen der vier Toten Helmut Barm, Pcggg, mann. Wilhelm Koziolek und Bernhard Schl####an angebracht ist. Auch die Angehörigen der Ovser hatten sich eingesunden. Vor der Tafel legten Sreisleiter Niener, Oberbürgermeister Meister und Maior Wahrendorff Kränze nieder. Das Schlußwort sprach Standartenführer Lappe. Wieder 24 Kleinsiedlungshäuser bezugsfertig Recklinghausen. Im Osten unserer Stadt, nördlich und südlich der Castrover Straße, hatte die Stadtverwaltung Baugelände zu außergewöhniich günstigen Bedingungen bereit gestellt und auch den Erwerb einer großen Menge Bausteine möglich gemacht, um hier unter Mithilfe der Westfälischen Heimstätte als Trägerin des Unternehmens eine neue Siedlung erstehen zu lassen, die ais wemneinschaftssiedlung den verschiedensten Berufen zugute kommt. Die hierfür vorgesehenen 24 Kleinsiedlungs= häuser sind jetzt bezugssertig. nachdem die zutünftigen Eigentümer selbst kräftig mitzugegrissen haben. Zu jedem Hause gehören 600 am Land. und 100 am können als Pachtland hinzugenommen werden, so daß jede Stelle über 1000 am Land verfügt. Das ist umio wertvoller, als den Siedlern auch die Nöglichkeit geboten ist, durch Kleintierzucht ihren Aonsunterhalt selbst mitzubeschaffen. Bild die zibens=Hebbellichalts kt Frattrfart=Trehbar! Während der letzten Sturmtage konnte das Lustschiff nicht landen Schuljunge im Teich ertrunken Versmold. Ein kleiner Schuljunge aus der Bauerschaft Rivvelbaum bei Füchtorf. der in die Peckeloher Schule ging. scheint dem Feuerlöschteich dieser Gemeinde zu nahe gekommen und auf dem schlüpfrigen Boden ausgerutscht zu sein. Man sand seine Leiche in dem Wasser des Teiches. In Frankfurt am Main sind die Luftverkehrssachverständigen vor eine Entscheidung von großer Tragweite gestellt. Es geht um die Frage. ob die schon seit dem Bau des Flughafens Rhein=Main geviante zweite Luftschiffhalle drehbar gemacht werden soll oder nicht. Die Ereignisse der letzten Sturmtage. die unter anderem auch die Landung des„Graf Zeppelin“ in Frankfurt verhinderten, erfordern den Bau einer drehbaren Halle, die sich in die herrschende Windrichtung einstellen läßt. Es ist nicht das erste Mal, daß unsere Luftschisse von der vorschriftsmäßigen Landung auf dem neuen Hafen Abstand nehmen mußten. Bekanntlich kann die Landeeinrichtung den Luftschissen die Einfahrt in die feststehende Halle auch dann ermöglichen. wenn der Wind nicht gerade gunstig steht. Die Stürme der vergangenen Woche waren jedoch so anormal daß selbst die in dieser Hinsicht viel gewöhnte Flughafenverwaltung dem von Friedrichshafen gemeldeten„Graf Zeppelin" durch Zungpruch mitteilen mußte, daß ein sicheres Einbringen in die Halle nicht gewährleistet werden könne. Sobald nämlich starte Nordweststürme wehen. reicht der Schienenstrang, auf dem der Landeturm fahrbar angeordnet ist, nicht aus: die Luftschiffe müßten dann im Freien ankern, was jedoch immer gefährlich ist. Was der Erbauung einer drehbaren Halle besonders das Wort redet, ist der Umstand. daß die von aller Welt bestaunte Planmäßigkeit der Zevpelinflüge durch die Landeschwierigkeiten in Frankfurt eine unliebsame Unterbrechung sand. Der Luftschiffführung stand allerdings immer noch die Halle in Friedrichshafen zur Verfügung, aber die Fahrtroute konnte nicht innegehalten werden. Dazu kam, daß in Frankfurt bereits alle Vorbereitungen für die Fahrt des„Graf Zeppelin" nach Südamerika getrossen waren. Die Fahrgäste waren nach Frankfurt bestellt Post. Güter und Proviant standen dort bereit, aber das Luftschiff mußte aus Friedrichshafen abfliegen. Natürlich wurde durch Sonderflugzenge Dierter Rat fürs Backen: Bringen Sie das Gemisch von Mehl und Backpulver niemale direkt mit Klüssigkeit in Berührung, da sonst ein Teil der Criebkraft verloren geht. Beim Rührteig z. S. mengt mon das Mehl=„Bockin:" Gemisch immer in Teilmengen unter die Masse, ehe Misch zugefügt wird und rührt diese gut unter, ehe von neuem Mehi und „Bockin“ zugegeden wird. Der Erkoig: Slänzende Wirkung des altbewahrten De. Getker- Backpulne#„Bacin“! Ut Aldoer san.,! Roman von Heinz Lorenz-Lambrecht 11 „Ich will ihr gern guten Tag sagen. Ein andermal komm ich dann länger. Ernst Florian wartet nämlich in einem Café auf mich. Sie können sich denken, wie er darauf brennt, etwas zu erfahren.“ Bornstetts bewohnen ein bescheidenes Zimmer nach dem Innenhof zu, in dem ein alter verblühter Magnolienbaum seine grünglänzende dichte Krone wölbt. Margit liegt auf dem Diwan, ein wenig elend im Gesicht und mit tiefen Schatten unter den Augen. Sie freut sich, ihre junge Freundin zu sehen. Auch sie wird in Ernst Florians Affäre jetzt eingeweiht. Als dann Bornstett, mit Absicht vielleicht, für eine Weile das Zimmer verläßt, flüstert die junge Frau Nicolette mit leuchtenden Augen ein Geheimnis ins Ohr. Da strahlt auch Nicolette auf:„Ach, Margit! Ein Baby...! O, wie schön! Da wünsche ich dir heute schon...“ Bornstett kommt zurück. Als sich Nicolette verabschiedet, verspricht Bornstett noch einmal, daß er sich die Möglichkeit einer Hilfe für Ernst Florian überlegen werde. Als Nicolette kurz nach fünf Uhr in das Café in der Passage zurückkommt, sitzt Ernst Florian noch auf seinem Platz. Er springt auf, stürzt ihr entgegen:„Nicolette...! Da bist du! Was ist? — Bezahlt habe ich schon. Komm, wir wollen gehen. Dieses Hocken und Warten war fürchterlich. Komm!— Was ist mit ihr? Hast du etwas herausgebracht?" Arm in Arm durch die Passage gehen sie, am Denkmal Leonardo da Vincis vor dem Scalatheater vorbei. Nicolette berichtet, was sie in Erfahrung gebracht, und wie sie Graf Bornstett getroffen und mit ihm alles besprochen habe. Sie beraten zusammen, wie man etwas gegen Adrienne Wöhler unternehmen könne und verlieren sich im Eifer ihres Pläneschmiedens in den Gassen und Straßen der Stadt. Schließlich besinnen sie sich darauf, daß sie noch eine kleine Beschäftigung im Zirkus Franconi haben. Sie erfragen die beste Trambahnlinie und fahren zurück. Der Alltag nimmt sie wieder auf, und das ist gut, denn ihre Gedanken um Adrienne Wöhler haben sich bereits heißgelaufen, und eine Ruhepause kann nur von Vorteil sein. Abends nach der Vorstellung wollen sie weitersprechen. Und zwar in Cherubinis Garderobewagen. Zum erstenmal gibt Nicolette Ernst Florian die Erlaubnis zu einem Besuch in ihrer Schlafkabine. * Nicolette erwartet Ernst Florian. Während der Abendvorstellung hat sie mit Graf Bornstett gesprochen. Er hat inzwischen festgestellt, daß Adrienne Wöhler schon seit einigen Wochen im Hotel „Monopol“ wohnt, und zwar unter dem Namen Ariana Bosley. Doch wollte auch dieser Name nichts besagen, meinte Bornstett, sie könnte noch einen dritten und vierten haben. Es schwebte ihm auch schon ein Plan vor, wie man gegen sie vorgehen könne, doch ließ er sich darüber nicht aus. Das ist es, was Nicolette Ernst Florian berichtet, als er nach der Vorstellung zu ihr in den Wagen kommt. Auch er hat inzwischen weiter überlegt. Er spricht jetzt von einem Detektiv, den er annehmen wolle.„Man muß sie nur ununterbrochen beobachten“, sagte er,„man kann nicht wissen, ob sie nicht einfach über Nacht verschwindet, und dann ist die einzige Gelegenheit verpaßt.“ Sie sitzen nebeneinander auf dem Rand des Bettkastens, von dem die Kattunvorhänge zurückgerafft sind— anders ist in dem engen Raum ein Nebeneinandersitzen, wie sie es haben wollen, nicht möglich. Nicolette hat das nüchterne Chaos von all den hundert Gegenständen, die herumliegen, herumstehen oder herumhängen, etwas abzumildern versucht, indem sie eine kleine rote Papierampel über der elektrischen Birne befestigte. Sie hat auch Chianti besorgt, von dem sie schon ein ganzes Glas getrunken hat. Eine frohe Erregung schwingt in ihr. Ein fast trotziger Glaube erfüllt sie, daß es gelingen wird, den Weg nach Deutschland für Ernst Florian frei und ehrenvoll zu machen. Dieser Glaube ist daran schuld, daß ihr Blut freier strömt, aber auch der Umstand, daß Ernst Florian heute zu verschwiegener Nachtstunde in ihrem eng und dünn gebauten Zimmer mit ihr allein ist. Ihre Unterhaltung über Adrienne Wöhler verliert nach nud nach an Eifer. Sie denken wieder an sich selbst. Wenn sie sprechen, träumen ihre Stimmen. Nicolettes Augen haben trunkenen Glanz, ihr Gesicht ist von sanfter Glut überleuchtet. Eng an Ernst Florian geschmiegt, sitzt sie. Er fühlt wohl ihre losgelöste Hingabe, aber er bleibt stark für sie. Er will sich nicht übermannen lassen von dem Gefühl, das auch in ihm brennt. Nicolette ist ihm heilig, sie ist sein guter Engel, glaubt er, solange er sie heilig hält. Sachte löst er sich von ihr, richtet sich auf und spricht in ihre Augen hinein:„Wie schön wirst du sein, wenn du den Brautschleier trägst. Dann gehörst du mir ganz.“ Richt sofort erfaßt sie, warum er gerade jetzt diese Worte spricht. Dann aber verebbt das Drängen ihres Blutes, und sie senkt den Kopf. Nach einer Weile legt sie den Arm um ihn und spricht:„Wie gut du bist, Ernst Florian!— Du bist so stark!“ Um sie abzulenken, mehr als daß es ihn dazu drängt, beginnt er wieder von seiner Absicht, einen Detektiv mit Adrienne Wöhlers Beobachtung zu betreuen und sich mit der Polizei in Verbindung zu setzen.„Es ist ja nicht ausgeschlossen, daß sich die Agentin auch in Mailand etwas zuschulden kommen läßt. Auch hier gab es bedeutende chemische Fabriken, die ihre Geheimnisse hatten wie die deutschen. Man würde dem Lande vielleicht einen Dienst erweisen, wenn man die Polizei auf einen solchen Schädling aufmerksam machte. Und dann hat man sie fest.“ „Dann tu es doch!“ ermunterte Nicolette.„Geh zur Polizei und nimm dir einen Detektiv. Aber ich würde mich an deiner Stelle erst mit Graf Bornstett besprechen, sonst tut ihr beide dasselbe oder ihr kommt euch gegenseitig ins Gehege.“ „Wenn ich nur mehr Zeit hätte...“ „Du mußt dich eben freimachen. Jetzt ist deine Stellung im Zirkus doch nebensächlich geworden. Das andere geht ganz allein vor. Und natürlich will ich dir gern alle Gänge und Besorgungen erledigen, soweit ich es kann.“ Ernst Florian hatte noch eine andere Einwendung:„Ich habe auch kein Geld. Es ist mir schrecklich, Bornstett darum zu bitten, obwohl ich es ihm zurückerstatten könnte, sowie ich erst glücklich daheim wäre. Aber wer weiß, wie es ausgeht und ob die Geldausgaben überhaupt einen Zweck haben. Ich besitze nichts mehr als diese Uhr.“ Er zieht die goldene Uhr aus der Westentasche.„Ich konnte mich noch nicht von ihr trennen. Sie ist ein Andenken. Mein Vater trug sie im Felde...“ Die letzten Worte kommen etwas schwerfällig heraus.. Nicolette fällt eifrig ein:„Du sollst die Uhr nicht verkaufen. Ich habe etwas Geld. Ich habe noch ein Goldstück, und außerdem habe ich mir auch einiges gespart von dem, was Cherubini mir wöchentlich gibt. Er würde mir auch mehr geben, wenn ich ihn darum bitten würde." „Nein, nein, das sollst du nicht!“ wehrte Ernst Florian entschieden ab.„Ich will nicht noch mehr Personen in meine Angelegenheit hineinziehen. Graf Bornstett, ja, zu dem habe ich Vertrauen. Von dem weiß ich, daß er diese mißliche Geschichte mit Feingefühl behandelt. Aber Cherubini...“ Er unterbricht sich. Die Uhr, die er spielerisch zwischen den Fingern drehte, ist ihm entglitten, bleibt aber zum Glück zwischen den geschlossenen Beinen stecken. Beide bücken sich gleichzeitig danach, beide stoßen mit den Köpfen leicht zusammen. Nicolette kichert auf, unwillkürlich fällt ihr die Pechserie in Herrn Damosiers Bäckerladen ein. Sie hat die Uhr schon erwischt, eine flache Uhr ist es, Schweizer Arbeit mit einem Sprungdeckel. Nicolette betrachtet sie, und Ernst Florian muß ihr zeigen, wie man den Deckel aufspringen läßt. Ein paarmal läßt sie dann selbst den Mechanismus spielen, was ihr offenbar Spaß bereitet. Dann betrachtet sie, wa sauf der Innenseite des Deckels eingraviert ist. Ein Wappen mit einem Namenszug darüber ist es. Und dies Wappen— ja, es erinnert sie an ein anderes, es gleicht dem Wappen im Ring ihres Vaters. Und da geschieht es, daß sie plötzlich eine dumpfe Ahnung überfällt, ganz plötzlich springt sie wie ein häßliches, tückisches Tier aus dem Gestrüpp heraus— eine Ahnung, die sie unter anderen Umständen zu einem Jubel sondergleichen hingerissen hätte. Aber noch ist sie nicht begründet, und Nicolette weist die Gewißheit weit von sich. Tastend, denn sie hat Furcht vor der Antwort, fragt sie, indem sie auf die Gravur deutet:„Was stellt das dar?“ „Es ist das Wappen meiner Familie mit dem Namenzug“, antwortet er. „Und was stellt das Wappen dar?“ „Es sind fünf ineinandergeschlungene Ringe.“ „Fünf ineinander...“" Nicolettes Stimme versagt. Ihr Herz versagt und will aussetzen.— Warum freut sie sich nicht? Warum bricht der Jubel nicht durch? Hätte sie hier nicht eine untrügliche Spur, die sie zu dem Ziel hinführt, das zu erreichen ihr bis zu diesem Augenblick Lebensaufgabe war. Mußte denn dieser Mann, der neben ihr sitzt, und den sie so liebt, daß sie ohne ihn nicht mehr leben zu können glaubt— muß er denn schon ihr Bruder sein? Das wäre ein Zufall, wie er größer und seltsamer und— grausamer wohl noch nicht dagewesen ist.— Nein. Nein, sie will diese Ahnung, die sich ihr, zunächst aber wieder rein gefühlsmäßig, mit unheimlicher Wucht aufdrängt, auf keinen Fall wahr haben. Weiter fragt sie sich tastend, zögernd in ihr Schicksal hinein:„Und das da? Sind das Buchstaben über dem Wappen?" „Ja, es sind Buchstaben“, versetzt er ruhig. Ihre Veränderung ist ihm noch nicht aufgefallen.„Es ist ein Namenszüg— R. v. E.— die Anfangsbuchstaben meines Namens.“ Er legt den Arm um sie:„Ich habe dir noch nicht meinen vollen Namen genannt, Nicolette“, bekennt er.„Ich hätte es schon getan, aber anfangs, am ersten Tag, da wollte ich es nicht tun— du wirst es begreifen, obwohl ich schon hätte merken müssen, daß ich dir vertrauen konnte. Und später— nun, Nicolette, der Name schien mir wirklich so nebensächlich, nicht wahr?" „Ja“, murmelte sie. Nun merkt er etwas von ihrer Benommenheit, die er indes für Schmerz über sein Mißtrauen hält.„Sei mir nicht böse, Liebling“, bittet er. „Gewiß hätte ich dir rückhaltlos alles sagen können. Aber sieh, gerade der Name schien mir so völlig belanglos. Und dann...“ er lächelt,„dein Ernst Florian klang so hübsch. Wie ein Lied fast. Und ich heiße wirklich so, Ernst Florian. Es ist mein Vorname.“ „Und— wie dein anderer Name?“ fragt sie tonlos. „Ringh von Einödshoff— furchtbar lang und umständlich, nicht wahr? Du hättest dir gewiß die Zunge daran zerbrochen.“ „Ja, furchtbar lang und...“ Es ist ihr nicht möglich, ihm das Gesicht zuzudrehen. Sie glaubt, er müsse aus ihren Augen alles lesen. Krampfhaft hält sie den Blick auf die Uhr zwischen ihren Händen gerichtet. Sie forscht weiter:„Sag, es gibt doch viele solche Namen in Deutschland.— Ich meine— es heißen wohl viele so wie du?“ „Nun, so viele meines Namens gibt es gerade nicht", antwortet er obenhin.„Eigentlich gibt es nur eine Linie Ringh von Einödshoff, das sind wir. Die andern nennen sich Ringh auf Einödshoff. Aber den Unterschied verstehst du nicht. Ist ja auch furchtbar gleichgültig.“ Er will ihr die Uhr abnehmen, aber sie hält sie fest. Sie braucht sie noch, um ihren Blick darauf zu verankern. „Laß sie mir noch. Sie ist so hübsch...“ Und sie denkt: Von oder auf— von einem dieser beiden lächerlich kleinen Wörtchen soll vielleicht mein ganzes Lebensglück abhängen. Mutter sagte „von“, ja, es ist kein Zweifel,„von“ steht auch auf dem kleinen Stückchen Papier, ich weiß es genau, und ich kann es mit meinem besten Willen nicht in„auf“ umzaubern. Und es gibt nur eine Familie von Einödshoff. Zögernd beginnt sie wieder:„Dein Vater hat die Uhr im Felde getragen? Dann ist sie freilich viel wert, und du darst sie nicht... War er im Krieg... im Weltkrieg?" „Ja“, sagt Ernst Florian und dann ernst:„Er fiel im Krieg.“ „Ach...!“ Mein Vater fiel im Krieg, denkt sie schon. Er fiel dort bei Loos, ich weiß es, ich brauche gar nicht weiter zu fragen. Und doch setzt sie zur Frage an. Aber da fehlt ihr auf einmal die Luft. Sie atmet hart und hastig. Vor ihren Augen dunkelt sich der rote Schein. Mit geschlossenen Augen fällt ihr Kopf gegen Ernst Florians Schulter. Da erschrickt er:„Nicolette...!“ Nun erst gewahrt er ihre ganze Verstörtheit:„Was ist denn? Du bist ja bleich wie der Tod... Was ist denn? Mäldel... liebes...?“ Gewaltsam drückt sie die Lider in die Höhe und richtet sich auf. Versucht zu lächeln:„Nichts, Ernst Florian...“ murmelt sie.„Ich glaube, der Wein... und dann die Aufregung den ganzen Tag schon, und die Hitze...“ Sie fährt mit der Hand über Stirn und Augen. „Siehst du...! Dann mußt du jetzt schlafen, kleines Mädel. Und ich will gehen.“ Aber sie hält ihn. Sie muß jetzt alles wissen, und wenn es ihren Tod bedeutet:„Nein, bleib noch ein bißchen, Ernst Florian! Nur fünf Minuten, bitte. Deine Uhr— du mußt doch deine Uhr haben...“ Sie drückt ihm die Uhr in die Hand. „Deine Hände sind eiskalt“, sagt er besorgt. „Wirklich, sind sie... Ach... sie werden schon wieder warm werden.“ Sie nimmt sich zusammen:„Wo war denn dein Vater im Krieg? Du mußt nämlich wissen... ich kenne ein ganzes Stück von der Front in Frankreich, wo so schrecklich gekämpft wurde...“ „Mein Vater ist immer im Westen gewesen, also da in Frankreich. Zuerst hat er die Marneschlacht mitgemacht, die erste, da war er bei der Heereskavallerie. Aber dann wurde er ganz einfacher Schützengrabenoffizier in Nordfrankreich. Er fiel schon im Frühling 1916. Bei einem Angriff auf Loos. Kennst du die Gegend?“ „Loos? Ob ich Loos kenne? Ja, ich kenne es. Aber... da war ja der Krieg schon vorbei, als ich dahin kam.“ Mühsam schleppen die Worte einander nach. Ein Schweigen entsteht. Wieder will Ernst Florian gehen. Aber da hat sie noch eine letzte Frage:„Kavallerist war dein Vater? Dragoner oder was?“ Noch immer hängt die Hoffnung an ihrer grenzenlosen Enttäuschung. „Er war Husarenoffizier." „Husarenoffizier...“ Das Wort ist ein verlöschender Hauch. Es ist der letzte, der Todesstoß, den ihr Glück empfangen hat. Sie kippt mit dem Oberkörper vornüber, sie wäre zu Boden gestürzt, wenn Ernst Florian sie nicht aufgefangen hätte. Nun wird er energisch:„Also nun ist Schluß, Liebling, mit deinem Gefrage. Du bist ja todmüde und gehst sofort ins Bett, hörst du? Soll ich dir noch etwas besorgen? Wasser? Oder ein Schlafpulver? Ich werde schon eines auftreiben. Hast du Kopfschmerzen?" „Ein bißchen, nicht viel. Laß nur sein, Ernst Florian. Ich brauche Ruhe. Morgen ist alles wieder in Ordnung.“ Mühsam richtet sie sich auf: „Geh jetz, Ernst Florian, du mußt ja morgen wieder frühzeitig auf dem Posten sein, während ich schlafen kann.“ Er hält sie vor sich, indem er sie an beiden Ellbogen stützt. Forscht besorgt in ihrem Gesicht. Es fällt ihm schwer, sie jetzt allein zu lassen. Aber sie drängt ihn zur Tür:„Geh jetzt nur, Flori! Um mich mach dir keine Sorgen. Morgen sehen wir uns wieder. Der dumme Wein...“ „Keinen Kuß?“ fragt er vorwurfsvoll, als sie sich nahe an der Tür mit einem Händedruck von ihm wenden will. Er hält sie fest. „Verzeih...“ Sie hält ihm krampfhaft geschlossene Lippen hin. Auch die Augen sind geschlossen. Es ist ihm, als küsse er den Mund einer Toten, kalt sind die Lippen, und er spürt nicht den geringsten Gegendruck. Wieder erwacht seine Besorgnis:„Wenn es nur nichts Ernsthaftes ist, Nicolette. Am liebsten möchte ich bei dir bleiben.“ Da bricht die Nervosität aus ihr. Sie ist zu Ende mit ihrer Kraft. Sie kann sich kaum noch aufrecht halten.„Nein, nein, geh jetzt, Ernst Florian!“ fordert sie erregt und am Ende ihrer Kraft. Geh! Ich muß jetzt schlafen, das ist alles, was ich brauche.“ Da verläßt er sie. Sie steht an der Tür und lauscht, bis sein Schritt verklingt. Es ist still um sie. Langsam dreht sie den Schlüssel— fast eine mühsame Arbeit für die Hand, die rasch schlaff wird. Jetzt, wo sie allein ist, verliert der Körper die krampfhaft bewahrte Haltung und Anspannung. Sie macht einen Schritt in das Wageninnere, noch einen, dann tragen sie die Knie nicht mehr, sie sinkt zusammen unter dem Verhängnisvollen, das sich unversehens über ihr Glück gewälzt hat. Wie betäubt kauert sie am Boden, das Gesicht auf den Knien, die Hände um den Kopf geschlungen, so, als wolle sie nichts mehr sehen und hören, als wolle sie sich verbergen. Sie weiß noch nicht die Tragik ihrer Lage in vollem Umfange zu erfassen, sie vermag nur wieder mit dem ihr eigenen Instinkt zu fühlen, daß es das Schicksal so grausam wie gut mit ihr gemeint hat. Sie zog aus, um ihren natürlichen Vater zu suchen und fand statt seiner den natürlichen Bruder, einen Bruder, zu dem sie eine Liebe erfaßt hat, der nichts Geschwisterliches innewohnt. Nicolette kennt nicht die geschriebenen Gesetze der Rechtswissenschaft, sie kennt nicht die ungeschriebenen, in der menschlichen Gesellschaft verankerten Gesetze der Moral und des ethischen Empfindens. Recht und Moral trägt sie in ihrer Brust. Ihr angeborenes Gefühl für das wirklich Gute und vor das wirklich Böse bewahrt sie vor Fehlschlüssen und Fehltritten. Sie fühlt jetzt mehr, als daß sie es weiß, daß sie in dieser Nachtstunde, in der ihr Blut begehrlicher pochte als gewöhnlich, nur um Haaresbreite davon entfernt war, einer fürchterlichen Schuld zu verfallen, einer Schuld, die vielleicht nur durch den Tod wieder gut zu machen gewesen wäre. Die Vorsehung, die es bisher so gut mit ihr gemeint hat, ist ihr auch heute treu geblieben, indem sie in dieser verhängnisvollen Stunde Ernst Florian an ihrer Seite stark machte.— Ja, sie fühlt wohl, wie sehr sie dieser Vorsehung danken muß, die ihr den Bruder entdeckte, ehe es zu spät war, aber sie bringt jetzt noch nicht die Kraft zu einem Dank auf, der eine solch übermenschliche heroische Entsagung in sich schließt. Zu innig, zu fest, zu leidenschaftlich ruhen die Fühler ihres Herzens in Ernst Florian versenkt, als daß sie sich so rasch herauslösen könnte. Der wie unter Schmerzwehen zuckende Körper richtet sich auf und steht. Sie sieht sich um mit einem Blick voll müder Trostlosigkeit. Auf dem primitiven Toilettentisch steht noch ein halb mit Wein gefülltes Glas. Sie trinkt es so gierig aus, daß ihr Herz stockt und ihr minutenlang schwindelt von dem in den Kopf steigenden Blut. Die Luft im Wagen ist drückend, dumpf, voll Staub — nie weht ein frischer Luftstrom hier herein. Mit wirren Gedanken kleidet sie sich aus und legt sich auf das Bett. Es wird etwas ruhiger in ihr. Der Wein schläfert die trockene Qual ein, die ihre Brust zersprengen will. Tränen kömmen, das ist die erste Erlösung, ihr Schmerz hat einen Ausfluß. Und so beruhigen sich auch die verworrenen Gedanken und klären sich. Nicolette beginnt bereits Entschlüsse zu fassen. (Fortsetzung folgt) RSOSUTUT Schalke 04 spielt in Bielefeld Westfalens W5W.=Programm am 18. November Am 18. November(Buß= und Bettag) ist der Kampftag der Fußballer im Dienste des Winterhilfswerks. Auch im Gau Westfalen wird an diesem Tage ein Riesenprogramm mit recht zugkräftigen Paarungen durchgeführt, um einen möglichst großen Betrag dem WHW. zuführen zu können. Die Begegnungen tragen fast alle örtlichen Charakter, um die Unkosten so gering wie eben möglich zu halten. Nur Ostwestfalen steht vor einem ganz besonderen Ereignis, da Schalke 04 in Bielefeld auf eine Stadtvertretung trifft, die mit einem guten Abschneiden einen Beweis der ostwestfälischen Spielstärke geben möchte. Auch die anderen zehn Gauligisten haben im Kampf gegen Hunger und Kälte größtenteils kombinierte Mannschaften der Bezirks= und Kreisklasse zum Gegner, die alle einen guten Publikumszuspruch finden sollten. Die Spiele. in denen die zehn Gauligisten antreten. sind folgende: Stadtmannschaft Bielefeld— Schalke 04 Stadtmannsch. Herten— Stadtm. Recklinghausen SV Rotthausen— Union Gelsenkirchen DSC Hagen— SuS Hüsten 09 Wattenscheid 09=30— SV Höntrop Germania=Fortuna Herne— Westfalia Herne Tus Bochum— Westfalia Bochum Preußen Bochum— Germania Bochum Borussia Dortmund— Viktoria=SC 95=Brackel 06 Buer 07=Resse 08— SV Erle 08 Nordmark-Pokalelf für Elberfeld Nach dem Niederrhein hat nun auch die Nordmark ihre Pokalelf für das Vorrundenspiel des 22. November im Stadion zu Elberfeld aufgestellt. Sie lautet wie folgt: Kruse(Hermannia); Holdt und Schwartz(beide Viktoria Hamburg): Kleikamp. Rohde.(beide Eimsbüttel). Diercksen(Viktoria Hamburg): Weber(Altona 93), Seeler(Viktoria Hamb.), Rohwedder(Eimsbüttel), Noack(HSV.), Möschel(Holstein Kiel). Und Nordmark=Niedersachsen=Elf für Leeuwarden Auch für den Revräsentativkampf Nordholland— Norddeutschland, der am 22. November in Leeuwarden steigt, steht bereits die norddeutsche Vertretung fest. Es spielen: Kühne(Arminia Hannover): Petzold(Hannover 96), Miller(St. Pauli): Amann (Viktoria Hamburg). W. Schulz(urminia Hannover). Bergmann(Eimsbüttel): (beide Werder Bremen). Kurzke(Pol. Hamburg), Linken, Klein(Holstein Kiel). laufen in Düsseldorf Das Eissportprogramm am Wochenende Das kommende Wochenende wird uns in Deutschland zahlreiche größere Eissportveranstaltungen bringen. In Düsseldorf werden unsere Olymviasieger und Weltmeister Marie Herber=Ernst Baier im Mittelpunkt der zweitägigen Veranstaltung stehen. Die Düsseldorfer Eislaufgemeinschaft wird im Eishockeykampf auf Brandenburg Berlin In Berlin weilen die German Canadians aus Krefeld. Sie spielen am Freitag gegen den Berliner Schlittschuhklub. am Samstag(KdF) gegen RotWeiß=Preußen Berlin. am Sonntag gegen eine Berliner Auswahlmannschaft und am Montag gegen die Zehlendorfer Wespen. Megan Taylor und Vera Hruba wurden u. a. für das Kunstlaufprogramm der Dortmunder Westfalenhalle treffen sich am Sonntag der SC Rießer See und die Zehlendorfer Wespen. Vivianne Hulthén wird in den Pausen ihr reifes tänzerisches Können zeigen. In München laufen die Wiener Geschwister Pausin, während der Münchener SV. dem jetzt auch wieder Egginger angehört, gegen den EHC Davos spielen wird. Auch in Nürnberg sollen Erik und Ilse Pausin ihre Kunst zeigen. Die Hockeygesellschaft Nürnberg spielt im Linde=Eisstadion gegen den Münchener EV. Sport in Kürze „Reichsoffenes“ in Paderborn gut besetzt 25 Jahre besteht in diesen Tagen der 1. Schwimmverein Paderborn, er ist gut im Reich bekannt und so ist auch das Reichsoffene Jubiläums=Schwimm= fest am kommenden Sonntag gut besetzt. Aus Bremen kommt neben elf anderen Vereinen der Bremische SV., der sich in den Staffelwettbewerben vor allem mit Westfalen Dortmund auseinanderzusetzen hat. Die Fischer, Heibel. Witt und Freese werden sich natürlich im Kraulen so leicht nichts vormachen lassen. Joachim Balke(Dortmund) kommt u. a. mit Wiesner(Münster 91) und Krones(Hamm) zusammen. Auch Simon(Gladbeck) fehlt nicht und ebenso rechnet man mit Leo Esser im Kunstspringen. Von den westdeutschen Mädeln kommen u. a. Trude Wollschläger aus Duisburg, Fischer(Krefeld) und die Dortmunderinnen Müller und Bingel. Gauführer Max Lorenz 50 Jahre Der westfälische Gauführer des DRfL., Max Lorenz, feierte am 10. November seinen 50. Geburtstag. Seine Kameraden verbanden mit ihren Wünschen das Versprechen weiterer tatkräftiger und treuer Mitarbeit. Toto und Tip Rennen zu Mülheim=Duisburg 1. Grünhorn=Jagdrennen: 1. Bärbel, 2. Lebensart, 3. Bekassine. 4. Romantik. Toto: Sieg 50. Platz 14, 14, 7, 14:10.— 2. Rhein= und Ruhr=Preis: 1. Lapsus. 2. Panther, 3. Gräfin Mariza. Toto: Sieg 24, Platz 11, 12, 17:10.— 3. Ruhrwacht=Ausgleich: 1. Periflor, 2. Marsch=Marsch, 3. Mithrg. 4. Griffon. Toto: Sieg 166, Platz 41, 15. 46. 37:10. — 4. Duisburger Rhenania: 1. Lufthauch, 2. Agathon. 3. Athenerin. Toto: Sieg 39, Platz 15, 15, 16:10.— 5. Homberg=Hürden=Ausgleich: 1. Gemse. 2 K a s t a n i e n b l ü t e, 3. L a n d e s f r e u n d, 4. M e e r j u n g e. Toto: Sieg 200, Platz 60. 53, 43, 60:10.— 6. Kahlenberg=Ausgleich: 1. Fensterparade, 2. Kriegsflamme, 3. Melle, 4. Seydlitz.— 7. Preis von Kertwig: 1. Grenzwall, 2. Mississivvi. 3. Milotti, 4. Asti(). Toto: Sieg 200, Platz 20, 14, 16. 11:10. Hanss. und Snlöusterl Husweis der Niederländischen Bank Weiter unveränderter Goldbestand Der letzte Ausweis der Niederländischen Bank zeigte wiederum einen unveränderten Goldbestand von 569,9 Mill. Hfl.. Die Inlandswechsel blieben mit 22,5(22,6 Mill. Hfl.) fast unverändert. Die übrigen Ausleihungen der Bank zeigten mit 289,3(288,1) eine geringe Zunahme um 1,2 Mill. Hfl. Im Notenumlauf trat die übliche Entspannung der Monatsmitte in Erscheinung. Die Zirkulation ging mit 22,1 Mill. Hfl. auf 783,5(805,6 Mill. Hfl.) zurück, während die Giroeinlagen eine bemerkenswerte Steigerung mit 20,9 Mill. Hfl. auf 139,0(118,1 Mill. Hfl.) zeigen. Hierbei werden die Guthaben des Staates mit 40,1(30,2), die Guthaben Privater mit 98,9 (87,9) Mill. Hfl. ausgewiesen. Märkte Berliner Metall=Notierungen Berlin, 11. Nov.(Amtlich.) Elektrolytkupfer (wirebars), prompt. cif Hamburg, Bremen oder Rotterdam 62; Original Hütten=Aluminium, 98 bis 99 Prozent. in Blöcken 144; dgl. in Walz= oder Drabtbarren 148; Reinnickel, 98 bis 99 Prozent. 269 RM. für 100 kg: Silber in Barren, ca. 1000 fein. 43.20—46,20 RM. per kg. Auf= und Abschläge gemäß Anordnung 8 der.=V. Kleie ab Mühle. Roggen= und Weizenstrob, gepr., ab rhein. Station.50—.60: Haferstroh. gepr., ab rhein. Station.40—.50; Wiesenheu ab rhein. Station 4,50—.20: Luzernheu, lose.40—.60; gepreßt.80—.60 RM. Frankfurter Großmarkt für Getreide und Futtermittel Getreide. Trockenschnitzel und Oelkuchen ohne Sack. Mühlenfabrikate mit Biertreber mit Sack. Die Mehlvreise verstehen sich für Abnahme von mindestens 10 To. frei Empfangsstation, gemäß Anordnung der.=V. Für Mühlenfabrikate gelten die Bedingungen des Reichsmühlenschlußscheines. Die Preise verstehen sich für Getreide die übrigen Waren je 100 Kilo. soweit durch Gesetz oder Verordnung nichts anderes bestimmt ist: Frachtverrechnung(Parität) Frankfurt a. M. für alsbaldige Lieferung. Frankfurt, 11. Nov. Weizen. 76=77 kg. gut. gesund. trocken. W XIII 203. W XVI 206. W XIX 210. W XX 212: Roggen, 72/73 kg. gut, ges., trocken, R XII 166 R XV 169. R XVIII 173. R XIX 175: Braugerste 235: Weizenmehl. Type 790. Svez. 0 a. W XIII 28.10. W XVI 28.20. W XIX 28.20. W XX 28.55: Roggenmehl, Type 997. R XII 22.45. R XV 22.80. R XVIII 22.30. R XIX 22.50; Weizenkleie W XIII 10.65. W XVI 10.80. W XIX 11.00. W XX 11.10: Roggenkleie R XII.95. R XV 10.15. R VIII 10.40. R XIX 10.50: Treber, getrocknet 16—16.75; Heu, südd., gut. gesund. trocken.00—.70: Weizen= und Roggenstroh, drahtgepreßt und gebündelt.40— Tendenz: tetig.— Die Preise für Weizen und Roggen sind Großhandelsvreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Für Futtergerste und Hafer Großhandelspreise ab Station, bei Wasserverladung über 100 Tonnen.00 RM. mehr. Für Weizen= und Roggenkleie: Mühlenfestprei sab Mühlenstation, soweit sie in den Bereich der Landesbauernschaft HessenNassau fallen. Mehle: zuzüglich.50 RM. Frachtausgleich. Warenmärkte Viehmärkte Verlängerung des Zusammenschlusses der Hersteller von viereckigem Drahtgeflecht Seit Januar 1934 sind vom Reichswirtschaftsminister auf Grund des Gesetzes über Errichtung von Zwangskartellen die Betriebe, die viereckiges Drahtgeflecht herstellen, im Gesamtverband der Hersteller viereckiger Drahtgeflechte e.., Berlin, zusammengeschlossen. Da die Voraussetzungen, die zum Erlaß der Anordnung geführt haben, noch gegeben sind, hat der Reichswirtschaftsminister die Anordnung unter Berücksichtigung der erforderlich gewordenen Aenderungen bis zum 30. September 1938 verlängert. Eine Erhöhungn der Verbraucherpreise gegenüber dem bisherigen Stande tritt durch diese Maßnahme nicht ein. Die in Betracht kommende Anordnung ist im Deutschen Reichs= und Preußischen Staatsanzeiger veröffentlicht. Rheinischer Großmarkt für Getreide und Futtermittel zu Köln. Abteilung Krefeld Großhandelsvreise je 100 kg. Krefeld. 11. Nov. Weizen. rhein., 76=77 Kilo, ab Erzeugerstation W XIV 20.00. W XIX 20.40; Roggen. rhein., 69/71 kg. ab Erzeugerstat. R XV 16.30. R XVIII 16.70: Futtergerste. rhein., 59/60 kg. ab Erzeugerstation G KII 17.10. G XIV 17.40: Futterhafer. rhein. 48/49 kg. ab Erzeugerstat. H XIII 15.80. H XVI 16.20 H XVIII 16.40. H XIX 16.50: Weizenmehl, Type 790. für W XVI 28.10. W XIX 28.10: Roggenmehl. Type 997 für R XV R XVIII 23.15: Roggenschrot. Type 1800. für R XV 19.45. R XVIII 19.65: Weizenkleie. Grundvreis W XVI 11.45. W XIX 11.65: Weizenkleie. Handelsvreis 12.00: Weizenfuttermehl W XIX Handelsvreis 14.50: Roggenkleie. Grundvreis R XV 10.55. R XVIII 10.80: Roggenkleie. Handelsvreis 11.15: Roggenvollkleie. Handelsvreis 12.15. Mehl zuzüg! .50 RM Frachtausgleich bei Abnahme von 10 To frei Empfangsstation gemäß Anordnung 9 der W. V Dortmunder Zucht= und Faselviehmarkt Dortmund, 11. Nov. Zum heutigen Zucht= und Faselviehmarkt wuden aufgetrieben: Großvieh 435. Ferkel 128. Läufer= und ältere Futterschweine 24. Kälber 31. Ziegen 1. Der Handel war in Großvieh gut, sonst mittel. Hochtragende und frischmelkende Kühe: 1. Sorte 490—520, 2. Sorte 440—480, 3. Sorte 350—430: Rinder kosteten 370—470(beste Tiere über Notiz). Der Handel am Schweinemarkt war mittel. (Durchschnittsqualität und Durchschnittsvreise.) Es wurden bezahlt:—6 Wochen alte Ferkel—9: —8 Wochen alte Ferkel 10—15:—10 Wochen Ferkel 16—20: 10—12 Wochen alte Ferkel 21—28; Läuferschweine,—5 Monate alte, kosteten 30—70. Abfallende Ware entsprechend niedriger, ausgesuchte Svitzentiere entsprechend höher. Sämtliches zum Markt aufgetriebenes Vieh ist gegen Maul= und Klauenseuche geimpft.— Nächster Markt am 19. 11. Osnabrücker Zucht= und Nutzviehmarkt Osnabrück, 11. Nov. Auftrieb: Kühe und Rinder 117 Schweine 804. Milchkübe: 1. Sorte 400—520, 2. Sorte 350—400, 3. Sorte 300—350, 4. Sorte 250— 300: Rinder: 1. Sorte: 380—420, 2. Sorte 300— 380. 3. Sorte 240—300. 4. Sorte 190—230; Ferkel: —8 Wochen alte—11.—13 Wochen alte 11—15. Läuferschweine 15—28 RM. per Stück. ½ kg Lebendgewicht 0,30—.40 RM. Tendenz: Rinder langsam. Schweine mittel: ausgesuchte Ferkel über Notiz.— Nächster Markt am 19. 11. Turareioin Wieder auf Rendrojags ’cht!“ S= war man sich schon einie die Auf der Reichsautobahn Norweden(Oslo) Oesterreich[Wien Schweden(Stockb Schweiz(Zürich, Basel Bern Spanien(Madrid u. Barcelona Tschechosl.(Prag) Ver. St. v. Amerika New York) zwischen Darmstadt und Frankfurt machte sich Rudolf Caracciola am Mittwoch wieder auf die Jagd nach Rekorden. Zunächst sah es freilich nicht danach aus. als ob sich das Vorhaben an diesem Tage verwirklichen lassen würde. Regenschauer zogen über Frankfurt, als Oberingenieur Neubauer. Rudolf Caracciola und der gesamte Rennstab von Mercedes=Benz am Dienstagabend eintrafen. In der Nacht hellte es zwar etwas auf, doch zogen regendrohende Wolken aus der Südwestecke heran, als sich kurz vor 8 Uhr Caracciola daranmachte, die am 26. Oktober so erfolgreich begonnenen Versuchsfahrten auf der Reichsautobahn fortzusetzen, die nicht nur seinen eigenen Bestleistungen galten. sondern auch denen von Hans Stuck über die längeren Strecken. Der Rekordmotor war unverändert. Der Wagen stellte sich diesmal als geschlossene Rennlimousine vor: der Zellon=Aufsatz. der bisher nur vor dem Gesicht Caracciolas lag, war bis zur Kovfstütze Am Bug des Wagens waren noch veutlich die beitsspuren zu sehen, die beim Ausbeulen der burch den Wind eingedrückten Vorderfront entstanden waren. Rennleiter Neubauer hat ein anderes Teilstück für die neuen Versuchsfahrten ausersehen— es lag zwischen Kilometer 2 und Kilometer 9. „Es geht nicht!“ — meinte Caracciola nach dem ersten Versuch. Mit dem unheimlichen Anzugsvermögen war der Mercedes schon innerhalb 30 Sekunden auf 300 Stundenkilometer(!!) gekommen und nach Minuten erschien Carratsch schon wieder. Aber seine Meinung war wenig zuversichtlich. Er hielt es für unmöglich. heute Höchstgeschwindigkeiten zu fahren. Der Wind ist viel zu stark. die Straße im Anlauf ein Stück weit noch naß und außerdem springt der Wagen an einer Stelle und gerät schon bei kleiner Geschwindigkeit— was Caracciola eben unter„kleiner Geschwindigkeit" versteht— um zwei bis drei Meter der Fahrtrichtung ab. Doch noch einmal vervon nicht! So war mun sich schon einig, die Versuchsfahrten für den Mittwoch als beendet anzusehen. Und dann besseres Wetter Nachdem Caracciola noch einmal in den Mercedes geklettert war, um sich den Leuten vom Film in einem Heinkel=Flugzeug für Aufnahmen zu stellen. änderte die Rennleitung doch noch ihren Beschluß. Das Wetter war viel besser geworden, der Wind stand günstiger und so kam man um 10 Uhr doch zu der Meinung: es wird gehen. Und so wurden die Rekordversuche doch noch am Vormittag ausgenommen. Der Angriff Caracciolas geht auf die Stuckschen Rekorde über 5 Kilometer, 5 Meilen und über 10 Meilen. Und wieder fielen die Rekorde! Zwischen 11 und 12 Uhr unternahm Rudolf Cala dann nach Rücksprache mit Rennleiter Neubauer trotz widriger Windverhältnisse auf der inzwischen getrockneten Straße den Angriff auf drei Klassenrekorde und einen Weltrekord— und er glückte! Die neuen internationalen Klassenrekorde — vorbehaltlich der Genehmigung durch die A. I. A. C. R.— sind: 5 Meilen: Hinfahrt:26,53 Minuten, Rückfahrt:25.48 Minuten. Der Durchschnitt von :26.005 ergibt eine Geschwindigkeit von etwa 335.5 Stundenkilometer. Der alte Rekord von Haus Stuck stand auf:39.535 gleich 291.035 Stundenkilometer. 10 Meilen: Hinfahrt:56.76, Rückfahrt :50.70: Durchschnittszeit:53.73 entspricht einer Geschwindigkeit von rund 337 Stundenkilometer.— Alter Rekord von Stuck::22.255 gleich 286.451 Stundenkilometer. Der Klassenrekord über 10 Meilen ist gleichzeitig neuer Weltrekord. 10 Kilometer: Hinfahrt:49.98, Rückfahrt Durchschnittszeit:48.47 entspricht einer 11. 11. 101 ¼ 110. 112. 109 188½ 125 7/ 16 18 ¼ 178 1011 :4690 990 St. ilamet Geschwindigkeit von etwa 332 Stunventilometer. Stundentilometer. Stud 2704175 gleich 288612 41½ 119¾ 171 123 3 144. 160% 174½ 141⅝ 140% 101 109¼ 109¾ 107½ 189 128 125½ 15 ¼ 15 ½ 176 201 41 ½ 114½ 172½ 123 ½ 143 ¼ 158. 173% 140 140% 11 11. Ges. t. el. Untern Gödhardt Gebr. Goldschmidt Harpener Berg Hoesch Kall Aschersieben Klöcknerwerke Köln. Gas u. Elekt W. Krefft Kromschröder Kronprinz Metall Küppersbusch Lahmeyer Mannesmann Mansfelder Masch. Unternehm Mülheimer Berg Phönix Bergbau Rhein Braunkohlen Rhein Elektr. Rhein Spiegel Rheinstahl R. E. W Rhein.-West! Kall Roddergrube Salzdetfurth Schwelmer Eisen Siemene& Halske Stolberger Zink Stollwerck Ver Disch Nickel Ver Glanzstoft Ver Stahlwerke Warsteiner Gruben Wasserw. Gelsenk Westeregeln 147½ 128 ¼ 131 158.— 121 ¼ 142½ 10 11. 148½ 118 158½ 133% 193 201% 94½ 122• 166% 136% 132.— 148½ 117 155 131½ 168 127. 228½ 134.— 137½ 148½ 194½ 200 93 ¼ 122½ 166½ 124½ 88 1 167 138¾ West-Draht Hamm Westd. Kaufhof Westfälische Landesbankanl.: 4½% Feingold 25 4½% dito 26 4½% dto. 27 R. 1 4½% dto. Komm. 2 u. 3 ½% dto. Komm. 4 4½% dto. Gold 1 und 2 Westf. Provinz.Auslosung Festverzinsliche Werte: 11 11. 1011 4% 4½% 4½% 4½% 4½% 4½% 4½% 4½% 4½% 4½% 4½% Pr. Ld.-Pfd.Br.-Anst. 19 dito 4 dito 11 dito 13. 15 dito 21 4tto 24 dto. Komm. 20 dito 16 dito 6 dito 8 Pr. Central 1 93½ 94.— 96.119— 97½ 97% 97½ 97• 97½ 62 ¼ 621 95 ¼ 95¼ 94¼ 96.— 1197 a. Pfandbr. dito Komm. 1 Steuer-Durchschnittskur97.95. 109.9 97.— 95.— 100.9 A — a bedeutet ohnn Andebat und Nachtrage Der Essendurt der Nirderianer Leije koen, der Clown als Arzt— Schmierseife gegen seelische Leiden Die Welt will betrogen sein Zweihundert Jahre ist es her, daß der„Eisenbart der Niederlande", Tetje Roen, das Zeitliche segnete. Aber während unser Doktor Eisenbart mit seinen wunderlichen Gewaltkuren für sich noch in Anspruch nehmen kann, daß er guten Willens gewesen ist, gehört Tetje Roen zu den Quacksalbern schlimmster Sorte, die in gewissenlosester Weise die Dummheit derer ausnutzten, die nie alle werden. Tetje Roen hat seine Laufbahn als der Knecht eines anderen niederländischen Quacksalbers begonnen, für den er mit seinem ebenso losen wie witzigen Mundwerk den Anreißer spielen mußte. Die tollen Späße Tetjes zogen das Publikum in Massen an, und auch hier bewahrheitete es sich, daß man, wenn man die Lacher auf seiner Seite hat, mit ihnen auch eher in ein Geschäft kommt. Der Herr Tetjes wußte sehr wohl, daß die Späße seines Knechtes viel mehr wert waren als seine ganze undurchsichtige Kunst. Aber auch Tetje durchschaute bald die Zusammenhänge und sagte sich: Was brauche ich den Knecht zu spielen, wenn ich selber der Herr sein kann. Und er lief seinem Brotgeber davon. Nicht lange aber dauerte es, da prangte an einer Bude auf dem Buttermarkt zu Amsterdam ein Schild mit der Inschrift: „Tetje Roen, das ist der Mann, Der die Aerztekunst wohl kann.“ Der neue Diogenes und seine Tonne Bei Tetjes Mutterwitz und seiner Tüchtigkeit mußte das Geschäft bald einen großen Umfang annehmen. Tetje beschränkte sich nicht mehr auf den Buttermarkt zu Amsterdam. Er wurde nach damaligem Brauch ein wandernder Doktor, der von Ort zu Ort zog und dem der geheimnisvolle Ruf seiner Wunderkuren schon voranging. Natürlich zog Tetje stolz mit Pferd und Wagen über Land, und auch er hatte sich wie weiland sein Herr einen Knecht gemietet, der das Anreißen der Massen übernahm. In jedem Dorf, in jeder Stadt, wohin er auch kam, erteilte er den Kranken, die ihn besuchten, seinen Rat und war nie um ein Heilmittel verlegen. Aber damit man seinen großsprecherischen Worten auch den rechten Glauben schenkte, mußte natürlich den Kunden etwas blauer Dunst, etwas Magie und Zauberei vorgemacht werden. Zu diesem Zweck hatte Tetje auf seinem Wagen eine riesige Tonne, in die der für ihre Dummheit bedeutend höhere Preise anlegen konnten, als das Volk auf den Märkten. Nachdem er nun einmal Eingang in die vornehmen Patrizierhäuser gefunden hatte, brauchte er auch nicht mehr herumzuvagabundieren, und so kaufte er sich das schöne Haus zum Elefanten in Amsterdam, wo er seine Praxis mit immer wachsendem Erfolg ausübte. Er wollte nicht Spaßmacher des Zaren werden Noch einmal hätte Tetje Roen Gelegenheit gehabt, in einen bürgerlichen und angesehenen Beruf hinüberzuwechseln, um den ihn jedermann beneidet hätte. Im Jahre 1697, wie uns ja allen aus der schönen Oper„Zar und Zimmermann“ bekannt ist, weilte Zar Peter von Rußland, der „Pieterbaas“, in Amsterdam, um die Schiffsbaukunst zu erlernen. Hier traf er auch verschiedentliche Male auf Tetje Roen. Aber dem Zaren schienen die tollen Späße des Wunderdoktors besser zu gefallen als seine Quacksalbereien, denn er rief ihn nicht als Hofarzt nach Petersburg, sondern machte Tetje das Angebot, als Hofnarr in seine Dienste zu treten. Tetje aber liebte sein freies Quacksalberleben so sehr, daß er die höchsten Angebote des Zaren ausschlug. Er blieb in Amsterdam und starb hochbetagt als berühmter Mann, der sich, außer daß er Schmierseife für das Mittel aller Mittel gehalten hatte, niemals mit Wissenschaften je beschäftigte. Ja, in aller Offenheit gab er sogar zu, betrogen zu haben, denn: „mundus vult decipi, ergo decipiatur“— die Welt will betrogen sein, also wird sie betrogen— so lautete sein Wahlspruch. Der große Scharlatan der Niederlande aber lebt im holländischen Volke genau so wie unser Doktor Eisenbart in unzähligen Versen fort. Aber wenn wir über ihn lachen, wollen wir nicht vergessen, daß es auch in unserer Zeit noch Leute gibt, die auf Quacksalber hereinfallen. Der Nichter hat dus Werl... Interessante Urteile der letzten Tage— Eine nützliche Lehre für alle Unterhaltspflicht des unehelichen Vaters Eine bemerkenswerte Entscheidung fällte Einblick durch eine Gardine versperrt war. In dieser Tonne hatte der große Tetje seine Inspirationen, aus dieser Tonne holte er seine Geheimmittel, und bald genoß Tetje mit seiner Tonne einen Ruf, wie einst der weise Diogenes. War bisher nur das niedere Volk ihm nachgelaufen, so wurden jetzt auch die hohen Herren auf ihn aufmerksam, denn man soll ja nicht denken, daß die Dummheit bei ihnen auch nicht zu Hause wäre. Für Tetje hatte das den Vorteil, daß sie K Die„Juristische Wochenschrift“ veröffentlicht in ihren letzten Nummern eine Anzahl von Entscheidungen verschiedener Gerichte, aus denen wir im folgenden vier Beispiele herausgreifen, die infolge ihrer grundsätzlichen Bedeutung auch für weitere Kreise der Oeffentlichkeit von Wichtigkeit und Interesse sind. Was ist notwendiger Unterhalt? Nach der Zivilprozeßordnung sind die Einkünfte des Schuldners unbeschränkt pfändbar, soweit die Pfändung wegen gesetzlicher Unterhaltsansprüche erfolgt ist. Dem Schuldner ist jedoch von den Abzügen so viel zu belassen, als er für seinen notwendigen Unterhalt bedarf. In dem vorliegenden Falle wurden dem Schuldner monatlich 103 RM. netto von seinem Ruhegehalt belassen. Der Schuldner verlangte, daß ihm eine höhere Summe belassen würde, es müsse berücksichtigt werden, daß er kein Handarbeiter sei, sondern eine höhere Schule besucht und früher eine gute Stellung als Abteilungsleiter bei der AEG. gehabt habe. Er habe somit Anspruch auf eine entsprechend höhere Lebenshaltung. Das Kammergericht hat dieses Verlangen abgelehnt und ausgeführt, daß die gesellschaftliche Stellung des Schuldners oder seine frühere gehobene Erwerbsstellung eine Erhöhung des üblichen Satzes nicht rechtfertigen könnten. Sinn und Zweck des Gesetzes würden einer solchen Ansicht auch widersprechen. Wenn ein Schuldner die Lebensführung, die seiner früheren Stellung entspricht, nicht mehr aufrechterhalten könne, ohne seine Unterhaltspflichten zu verletzen, so sei es selbstverständlich, daß er sich, um seinen Pflichten nachzukommen, auf das Maß des wirklich zum Leben Notwendigen beschränken muß, und daß er keinen Anspruch darauf habe, daß ihm seine frühere Lebensstellung auf Kosten Unterhaltsberechtigter gesichert werde. das Oberlandesgericht Hamburg über die Unterhaltspflicht des unehelichen Erzeugers. Der uneheliche Vater ist im Jahre 1907 verurteilt worden, dem Kinde bis zur Vollendung des 16. Lebensjahres Unterhalt zu gewähren. Er hat sich jedoch um die Erfüllung dieses Anspruchs gedrückt. Die Mutter hat das Kind aus eigenen Mitteln und durch ihre Arbeit unterhalten. Sie hat nunmehr Ersatz ihrer Aufwendungen von dem Erzeuger verlangt. Das Oberlandesgericht Hamburg hat ihr vollen Ersatz der für das Kind in den 16 Jahren aufgewendeten Unterhaltsbeträge zuerkannt. In dem Urteil führt es aus, daß der Vater zur Unterhaltsleistung verpflichtet sei; wenn er diese Pflicht nicht erfülle und ein anderer— hier die Mutter— diese an seiner Stelle tut, so handelt es sich um eine Geschäftsführung ohne Auftrag, für die der Vater Ersatz leisten muß. Denn die auftraglose Geschäftsführung besteht hier in der Erfüllung einer gesetzlichen Unterhaltspflicht. Wann ist Blutprobe zu gestatten? In einem vor dem Kammergericht entschiedenen Streitfalle verlangte der als Erzeuger eines unehelichen Kindes in Anspruch Genommene, daß durch Vornahme einer Blutprobe bei sich und bei dem Kinde festgestellt würde, daß er nicht der Vater sei. Der Vormund des Kindes weigerte sich, die Entnahme des zur Untersuchung erforderlichen Blutes zu genehmigen. Der Kläger bat das Vormundschaftsgericht, deshalb gegen den Amtsvormund einzuschreiten. Vormundschaftsgericht und Landgericht lehnten das aber ab. Das Kammergericht entschied jedoch, daß der Amtsvormund zur Erteilung der Einwilligung angewiesen werden müsse, und erklärte, der Amtsvormund handele pflichtwidrig, wenn er die Blutentnahme bei seinem Mündel zwecks Feststellung der blutmäßigen Zugehörigkeit des Kindes nicht gestattet. Seinnen und Eranden Halali, die Sau ist tot! Die Schwabenstreiche sterben nicht aus Es ging ein großes Lachen durch das Schwabenland. Ein Schwabenstreich, wie er schöner nicht hätte erdichtet werden können, hat sich in der Nähe von Heilbronn zugetragen, und wie ein Lauffeuer ging die Kunde von ihm neckarauf und neckarabwärts. Ueberall, wo Menschen mit gesundem Humor wohnen, hielt man sich den Bauch vor Lachen. Ein Heilbronner Jägersmann zog auf Pirsch. Man hatte ihm etwas von einer Wildsau ins Ohr geraunt, und ein solches Geflüster läßt bekanntlich einen weidgerechten Jünger des heiligen Hubertus nicht ruhen. Er steckte besonders starke Munition ein, und nahm sein Frauchen mit, das Zeuge ehemännlicher Jagdkunst sein sollte.„Und als er in den Wald rein kam“..., da schien ihm das Jagdglück bald hold zu sein. Am Fuße eines Baumes erkannte sein geübtes Auge eine ruhende kapitale Wildsau. Er pirschte sich heran, riß die Flinte an die Backe, drückte los und traf. Ein„glänzender Schuß!" Die Wildsau lag da und rührte sich nicht. Die mit aller Vorsicht durchgeführte Untersuchung ergab, daß es sich tatsächlich um eine kapitale Sau handelte, wie man sie nicht so leicht wieder vor die Flinte bekommt. Rasch schickte der Weidmann seine Frau zur Stadt, sie möchte einen Lastwagen bestellen. Der Lastwagen kam. Die Sau wurde verladen, und in schneller Fahrt ging's ins Schlachthaus zur amtlich vorgeschriebenen Trichinenschau. Einstweilen hatte Frauchen schon alles in der Küche hergerichtet, um die besten Stücke zu braten. Man wartete aufgeregt auf den Anruf des Trichinenschauers. Da rasselte das Telephon. Der Jägersmann ging zum Apparat, nahm den Hörer ab und .. wurde abwechselnd weiß und rot. Als er den Hörer auflegte, standen ihm Schweißtropfen auf der Stirne.„Unsere Jagdbeute“, so sagte er tonlos zu seiner besseren Hälfte,„ist schon verbrannt. Weißt du. was ich geschossen habe: eine tote Wildsau... Sie hat bereits Maden gehabt und müsse schon mindestens eine Woche vor Abgabe meines „tödlichen“ Schusses tot gewesen sein. Anscheinend hat sie sich an Mais überfressen, vielleicht auch etwas Kunstdünger erwischt. Jedenfalls ist sie schon längst tot gewesen. Die Verbrennung der Sau kostete übrigens 2 RM.!“ Man kann sich die verblüfften Gesichter der beiden Glücksjäger vorstellen. Gewaltmarsch eines Hundertdreizehnjährigen Große Ueberraschung gab es im Krankenhaus von Kielce, als die Papiere eines soeben eingelieferten alten Mannes einer Durchsicht unterzogen wurden. Der Greis war vor den Toren von Kielce von einem Polizisten am Wegrande völlig erschöpft und halb bewußtlos aufgefunden worden. Er hieß Theophil Stankiewicz und hatte den über 50 Kilometer weiten Weg nach Kielce bei regnerischem Herbstwetter über völlig aufgeweichte Straßen zu Fuß zurückgelegt. Dabei war er, wie aus seinen Papieren hervorging, im Jahre 1823 geboren, also hundertdreizehn Jahre alt! Er entstammt einer Familie, deren Mitglieder sämtlich ein hohes Lebensalter erreicht haben. So war sein Vater hundertsiebzehn und seine Mutter hundertvier Jahre alt geworden. Den Gewaltmarsch hatte der Hundertdreizehnjährige unternommen, um bei der zuständigen Behörde seinen Rentenanspruch als Freiheitskämpfer von 1863 geltend zu machen. Von den Folgen seiner strapazenreichen Reise konnte er sich übrigens sehr rasch wieder erholen, so daß er sich noch am gleichen Tage bei dem Versorgungsamt zu melden imstande war. Oben links: Der einzige Gerettete des im Orkan vor der englischen Küste am Sonntag verschollenen Dampfers„Isis“, der 17jährige Schiffsjunge Fritz Röthke. 39 Mann der Besatzung des Schiffes fanden den Seemannstod. Unsere Aufnahme zeigt Fritz Röthke am Tage seiner Einsegnung.— Unten links: Neueste Aufnahme von den Kämpfen um Madrid. Unsere durch Sonderflugzeug übermittelte Aufnahme zeigt einen von marokkanischen Soldaten im Vorgelände des Flughafens Getafe eroberten Tank der Roten. — Rechts: Neue schwere englische Bomber. Der erste der neuen schweren englischen Bomber vom Typ„Harrow“, der im Rahmen der englischen Luftaufrüstung gebaut und von der Bürgermeisterin der Stdat Harrow getauft wurde. (Weltbild(3)—.) Inder vom tage Links: Bukarest im Zeichen des Hakenkreuzes. In Bukarest veranstaltete die Christlich=Nationale Partei Rumäniens einen großen Aufmarsch, an dem 100000 Anhänger der Partei teilnahmen, deren Führer, Prof. Cuza, ein alter Vorkämpfer des Antisemitismus in Rumänien ist.(Associated Preß —.)— Rechts: Der ungarische Sieger im Säbelfechten, Endre Kabos, pflanzte in diesen Tagen die ihm in Berlin überreichte Olympia=Eiche in seinem Geburtsort zur Erinnerung an seinen olymvischen Sieg ein.(PresseBild=Zentrale—.) Li Starke englische Lustflotte Wehrpolitsche Aussprache im Unterhaus London, 11. Nov. In einer großen wehrpolitischen Aussprache im englischen Unterhaus ging Verteidigungsminister Sir Thomas Inskip auf die Rüstungsmaßnahmen ein. Für das Bestehen Englands sei die Flotte von grundlegendem Wert. Wenn die Luftflotte ihren defensiven Aufgaben gerecht werden solle, dann müsse sie genau so mächtig sein, wie es die Marine in der Vergangenheit gewesen sei. Es sei beabsichtigt, als Abschreckungsmittel eine möglichst starke und schlagkräftige Luftmacht zu schaffen. Die Regierung glaube, daß die neuen britischen Flugzeugtypen den Flugzeugen keines anderen Landes unterlegen seien. Vom Jahre 1937 ab bis zu den Jahren 1939 und 1940 werde die Flugzeugfabrikation stetig zunehmen. Eine vordringliche Notwendigkeit der Luftabwehr sei ferner die Herstellung starker Geschütze. Die Flotte, die allein nicht meyr zum Schutz der lebenswichtigen Interessen des Landes genüge, müsse mit der Luftwaffe eng zusammenarbeiten. Die Armee Englands diene in erster Linie dem Schutz der britischen Reichsinteressen. Die reguläre Armee stelle in ihrem jetzigen Umfange ein absolutes Minimum dar. Zu den Aufrüstungsmaßnahmen der Territorial= armee übergehend, erklärte der Minister, daß mangelnde Bereitschaft des Staates sich als kostspielig und manchmal als verhängnisvoll erweise. Es sei kein Versuch gemacht worden, die Tatsache zu verhehlen, daß sowohl bei der regulären Armee als auch bei der Territorialarmee hinsichtlich des Mannschaftsbestandes und der Aufrüstung Mängel vorhanden seien. Der Erste Lord der Admiralität, Sir Samuel Hoare, stellte abschließend fest, das wichtigste Ergebnis der Aussprache bestehe seiner Ansicht nach darin, daß nicht ein einziger Redner es gewagt habe, den Ernst der Lage und die Notwendigkeit der Aufrüstung zu bestreiten. Die Regierung erkenne den Ernst der Lage in der Welt an und daher auch die Notwendigkeit der Beschleunigung der Aufrüstung. Die Möglichkeit einer Aenderung der Einstellung der Regierung zur Schaffung eines Munitionsministeriums ließ Hoare für den Fall, daß besondere Umstände dafür sprechen sollten, offen. Sir Samuel Hoare betonte auf eine Anfrage noch, diese„Truppe für alle Zwecke“, die aus fünf Divisionen bestehen würde, müsse bereit sein, überall hinzugehen und jede Verantwortung zu übernehmen, die ihr auferlegt werden würde. Die Lage sei beträchtlich von derjenigen im Jahre 1914 verschieden. 1914 seien endgültige Verpflichtungen und ein tatsächlich zwischen dem französischen und dem britischen Generalstab vereinbarter Plan vorhanden gewesen. Im gegenwärtigen Falle lägen keine solche Verpflichtungen vor. Becks Londoner Besuch abgeschlossen London, 11. Nov. Das Foreign Office veröffentlichte Mittwoch abend über den Besuch des polnischen Außenministers Beck eine amtliche Verlautbarung, in der u. a. gesagt wird, die Minister Beck und Eden freuten sich, eine Uebereinstimmung der Ansichten und Wünsche ihrer beiden Regierungen in Angelegenheiten, die von gemeinsamem Interesse für die beiden Länder sind, feststellen zu können. Ferner wurde Gelegenheit genommen, gewisse Punkte in Verbindung mit dem vorgeschlagenen Westpakt zu wägen, an denen Polen ein Interesse hat. Die Minister Beck und Eden sind der Meinung, daß die internationale Zusammenarbeit am besten innerhalb des Rahmens des Völkerbundes aufrehterhalten wird, und daß für die Hoffnungen einer europäischen Befriedung nichts verhängnisvoller sein würde als die anscheinende oder wirkliche Teilung Europas in entgegengesetzte Blocks. Vareikabenkampfe in Aiadrio Nationale Truppen in südliche Stadtteile Madrids vorgesloßen Salamanca, 11. Nov. Der Sender Teneriffa berichtet, daß die nationalen Truppen den Angriff auf Madrid mit Erfolg vorwärtsgetragen haben. Nach diesen Meldungen ist der Madrider Westpark eingenommen. Der nördliche Brückenkopf der Toledobrücke wurde erobert und die nationalen Truppen drangen auf der Toledostraße bis zum Toledotor vor, wo wichtige Stellungen der Noten eingenommen wurden. Eine andere Kolonne überschritt den Manzanares auf der Princesabrücke und stieß auf der Paleo della Delicial bis zum Atochplatz vor. Dort wurden fünf Geschütze in Stellung gebracht. Die Angriffshandlungen der nationalen Truppen wurden wirksam durch Flugzeuge unterstützt. Auch das befestigte Stadtviertel Latina belegten die nationalen Flieger mit Bomben und es gelang ihnen, die dortige Gasanstalt in Brand zu setzen. Auch die roten Batterien und das Innenministerium sind erneut mit Bomben belegt worden. Durch den Madrider Sender forderte der rote Oberbefehlshaber von Madrid erneut die Bevölkerung auf, äußersten Widerstand zu leisten. Stündlich müsse Unterstützung eintreffen. Zur Verstärkung der Barcikaden sokklen Mattazen hergestellt werden. Sämtliche Schneiderinnen von Madrid sind dafür zusammengeholt worden. Ein Luftangriff der Roten auf Getafe konnte durch Flakfeuer abgewehrt werden. Beim Dorf Legane wurde ein roter Bomber heruntergeholt. Der Pilot sprang mit dem Fallschirm ab und wurde gefangengenommen. Die übrige Besatzung ist tot. Zwei andere rote Bomber wurden schwer getroffen, konnten jedoch die eigene Linie wieder erreichen. Sowjetschiffe in Barcelona Weitere Enthüllungen des aus Barcelona geflüchteten Franzosen Paris, 11. Nov. Im„Jour“ berichtet heute der Franzose, der mit dem sowjetrussischen Dampfer „Zyrianin“ von Odessa nach Barcelona kam, um auf seiten der Roten gegen die Nationalisten zu kämpfen, über die sowjetrussischen Kriegsmateriallieferungen nach Spanien.— Um sich gegen etwaige Angriffe nationalspanischer Kriegsschiffe zu schützen, hätten die Sowjets in den Häfen Odessa und Sebastopol neun Schiffe für ihre Lieferungen nach Spanien auf die Werft gebracht, um sie mit 15=em.=Geschützen zu bestücken. Fünf dieser Schiffe ständen im Verzeichnis der sowjetrussischen Kriegsmarine als Hilfskreuzer. Außerdem sei darunter ein 5000=Tonnen=Petroleumdampfer mit einem kleinen Aufklärungsflugzeug an Bord. Diese Schiffe sollten 250 Geschütze, 120 Tanks, 100 Flugzeuge und Tausende von Granaten nach Spanien bringen. Der Gewährsmann des„Jour" erzählt dann weiter, er habe im Hafen von Odessa beobachtet, wie man Tag und Nacht auf den Werften gearbeitet habe, um zwei-Boote seeklar zu machen. Diese=Boote seien den spanischen Marxisten von Kommunisten in Sowjetrußland„geschenkt“ worden. Katalanische Matrosen sollten sie im Auftrage der katalanischen Regierung abholen, aber die eigentliche Mannschaft habe aus Matrosen der-Boot=Flottille von Sebastopol bestanden. Sowjetrussische Transportschiffe sollten Landungstruppen von 4000 Mann nach Barcelona bringen. Die Transportschiffe führten auch Minen mit, die vor Barcelona ausgelegt werden sollten. Rotkreuz gegen die Geiselmethoden Genf, 11. Nov. Der Internationale Ausschuß des Roten Kreuzes hat an die Behörden in Madrid, Barcelona, Bilbao, Santander, Malaga und Salamanca eine Kundgebung gerichtet, in der u. a. darauf verwiesen wird, daß das Verhaften von Geiseln mit den Kriegsmethoden von Kulturstaaten unverembar ist. Es muß insbesondere politisch Unbeteiligten, also Frauen, Kindern, Greisen und Kranken sowie Priestern und ehemaligen Militärpersonen, freier Abzug gewährt werden. Auch Aerzte und Sanitätspersonal dürfen keinesfalls zu Repressalien herhalten. Itreinends Oeschen=Aetstenerrhr au Marxistische Streikhetze im wallonischen Bergbaugebiet Waffenstillstandsfeier in England London, 11. Nov. In hergebrachter Weise wurde am 11. November in allen Teilen des britischen Reiches die Wiederkehr des Waffenstillstandstages feierlich begangen. Besonders eindrucksvoll war die Zeremonie am Kriegsehrenmal im Londoner Regierungsviertel, wo König Eduard VIlI. und die Mitglieder der Regierung sowie zahlreiche Privatpersonen Kränze im Gedenken an die Gefallenen des Imperiums niederlegten. Unter der unübersehbaren Menschenmenge, die sich an dieser Feier beteiligte, befanden sich auch 500 arbeitslose Bergarbeiter aus SüdWales, die später ebenfolls am Kriegsehrenmal vorbeimarschierten, um der Toten zu gedenken. Ehrfurchtsvoll gedachten Millionen von Engländern und Engländerinnen während drei Minuten des Schweigens der Opfer des Krieges. Der gesamte Straßenverkehr stand still und selbst die bereits zum Flug nach Frankreich und Skandinavien gestarteten britischen Verkehrsflugzeuge flogen mit gedrosseltem Motor, um den Fluggästen Gelegenheit zur Beteiligung an dieser eindrucksvollen symbolischen Handlung zu geben. Ilugzeugabsturz über Moskau Drei Tote Warschau, 11. Nov. Nach einer erst jetzt eingetroffenen Moskauer Meldung ist während der großen Parade auf dem Roten Platz in Moskau anläßlich des 19. Jahrestages der bolschewistischen Revolution ein Bombenflugzeug verunglückt. Beim Flug sei ein Teil des Motors herausgebrochen. Es sei auf dem Dimitroffplatz mitten in die Menge gestürzt, die dort der Parade zuschaute. Drei Personen seien erschlagen und acht schwer verletzt worden. Brüssel, 11. Nov. Im wallonischen Bergbaugebiet macht sich seit einigen Tagen unter den Belegschaften lebhafte Streikstimmung bemerkbar, die durch starke Propaganda der Kommunisten und anderer linksradikaler Gruppen geschürt wird. An verschiedenen Stellen sind Teilstreiks ausgebrochen. In den Orten Boussu und Elouges haben Streikende zwei Gruben gewaltsam besetzt. Sie weigerten sich, beim Schichtwechsel aus den Schächten herauszusteigen. Ein Steiger, der von der Grubenleitung in die Grube geschickt worden war, um auf die Gefahren eines solchen Beginnens aufmerksam zu machen, wurde von den Streikenden gefangengenommen und erst nach mehreren Stunden wieder freigelassen. Die Grubenleitung lehnte unter Hinweis auf das Schicksal des Steigers einen Vorschlag der Gewerkschaft ab, beim Schichtwechsel eine Abordnung zu den„Eingeschlossenen" zu schicken. Im Laufe des Nachmittags sind auf einem der beiden besetzten Schächte 60 Streikende wieder emporgestiegen, nachdem ihnen angeblich von der Grubenleitung erklärt worden war, daß kein Strafverfahren gegen sie eingeleitet werden würde. Die Arbeit ist jedoch nicht wieder aufgenommen worden. Den anderen Schacht halten die Streikenden noch immer besetzt. Ebenso wie bei dem Juni=Streik wenden sich auch jetzt wieder die sozialdemokratischen Gewerkschaften nach außen hin gegen die Streiks. Aus verschiedenen Bergwerksorten wird gemeldet, daß die Arbeiter die Tarifverträge gekündigt hätten. Die Rache der Kommune Rote Strolche überfallen die Gesandtschaften von Salvador und Guatemala in Mexiko Mexiko, 11. Nov. In den frühen Morgenstunden des Mittwoch ereignete sich in Mexiko ein Zwischenfall, der mit der Anerkennung der Burgos=Regierung durch Salvador und Guatemala im Zusammenhang steht. Eine kommunistische Horde überfiel die Gesandtschaft von Salvador, die sie in Brand zu stecken versuchte. Es wurde erheblicher Schaden angerichtet. Fünf Banditen, darunter vier Salvadoraner und ein Kubaner, konnten von der Polizei verhaftet werden. Der Chef des Protokolls und der mexikanische Außenminister sprachen dem Gesandten das Bedauern ihrer Regierungen über das Attentat aus. Gleichzeitig wurde ein ähnlicher Anschlag auf die Gesandtschaft von Guatemala versucht, wodurch jedoch nur geringer Schaden angerichtet wurde. Gauamtsleiter auf Burg Vogelsang Berlin, 11. Nov. Nachdem im Frühjahr Jahres die Kreisleiter der NSDAP. auf Burg Krössinsee zu einer großen Tagung vereinigt waren, findet laut RSK. nunmehr auf der Burg Vogelsang in der Eifel vom 11. bis 20. November eine große Tagung der Gauamtsleiter der RSDAP. statt. Eine Reihe von führenden Persönlichkeiten der Partei wird während dieser Tage auf Burg Vogelsang sprechen. Die Tagung wird von Reichsorganisationsleiter Dr. Ley geleitet. Chronik vom Tage Himmlers Lob für den Polizeisport Berlin. Der Reichsführer SS und Chef der deutschen Polizei läßt den Siegern des Polizei=Fünfkampfes 1936 nochmals durch einen Runderlaß seine Anerkennung aussprechen. Bei der Austragung der Wettkämpfe in Halle seien von den Teilnehmern Leistungen erzielt worden. die der Oeffentlichkeit bestes Zeugnis von dem sportlichen Können der Polizei geben. Die vorbildliche Werbearbeit für die Wettkämpfe, die zweckmäßig und sportlich wertvolle Durchführung der Gesamtveranstaltung hätten dazu beigetragen, das Ansehen der deutschen Polizei in der Oeffentlichkeit zu fördern. Hinrichtung eines Doppelmörders Berlin. Die Justizvressestelle Berlin teilt mit: Heute früh ist in Landsberg a. d. Warthe der Gustav Schulz aus Vorbruch=Neumark hingerichtet worden. der durch Urteil des Schwurgerichts in Landsberg a. d. Warthe vom 21. August 1936 wegen Mordes in zwei Fällen zweimal zum Tode verurteilt worden ist. Schulz hat im Jahre 1928 sein uneheliches Kind kurz nach der Geburt getötet und am 20. November 1935 den des Schwimmens unkundigen Ehemann seiner Stieftochter, mit der er unerlaubte Beziehungen unterhielt, in heimtückischer Weise beim Kahnfahren in die Netze gestürzt, so daß er ertrank. Hungermarsch=Teilnehmer im Unterhaus London. Eine ungewöhnliche Szene spielte sich im Unterhaus ab. 300 Teilnehmer an einem Hungermarsch, die von Jarrow nach London gekommen waren. versuchten, einen Protest bei den Abgeordneten vorzubringen. Sie wurden jedoch nur einzeln von den Abgeordneten ihrer Bezirke empfangen, konnten also nicht, wie beabsichtigt, geschlossen vorgehen. Eine Abordnung versuchte darauf, Baldwin zu sprechen. Der Ministerpräsident lehnte es jedoch ab, die Abordnung zu empfangen. Er erklärte, er könne die Tradition nicht umwerfen, die es ihm nicht gestatte, Leute zu empfangen, die gegen einen vom gesamten Kabinett gefaßten Beschluß Stellung nehmen wollten. Schwerer Sturm an der holländischen Küste Amsterdam. Der starke Sturm der beiden letzten Tage hat auch in Holland großen Schaden angerichtet. Verschiedene kleine Fahrzeuge sind überfällig. In Utrecht wurde ein Arbeiter durch die Gewalt des Sturmes in einen Kanal geschleudert und ertrank. In Eindhoven wurde ein Mann durch einen vom Sturm gefällten Baum schwer verletzt. Wie aus Helder gemeldet wird, hat der deutsche Dampfer „Jessika“ aus Hamburg, der 998 Tonnen groß ist. durch einen Sturm einen Maschinenschaden erlitten. Das Schiff befindet sich etwa 25 Seemeilen vom Feuerschiff Haaks entfernt. Der holländische Seeschlepper„Utrecht“ ist zur Bergung des Schiffes ausgelaufen. Italienischer Bomber abgestürzt Neun Tote Rom, 11. Nov. Ein italienisches Bombenflugzeug, das infolge Vereisung manövrierunfähig geworden war, stürzte am Dienstag am Monte Lepini bei dem Dorfe Noccagorga(Provinz Rom) ab. Durch den Absturz fanden zwei Fliegerleutnants und zwei Soldaten den Tod, während ein weiterer Soldat verletzt wurde. Der Flugzeugführer, der im letzten Augenblick mit dem Fallschirm abgesprungen war, blieb unverletzt. Während der Hilfsmaßnahmen entzündete sich der Brennstoff des Flugzeugs, wodurch fünf Einwohner von Roccagorga getötet und zahlreiche weitere verletzt wurden. London wird zu groß Ein Fünftel der englischen Bevölkerung wohnt in der Hauptstadt London, 11. Nov. Der Sonderkommissar für die Notstandsgebiete in England und Wales, Malcolm Stewart, ist nach zweijähriger Tätigkeit von seinem Posten zurückgetreten. Sein letzter Bericht, den er jetzt veröffentlichte, hat besonderes Aufsehen erregt, weil er darin die Auffassung vertritt, eine weitere Ausdehnung der Industrie in London müsse kontrolliert werden. Bei der Schaffung von neuen Industrien sollen nach seinen Vorschlägen die Notstandsgebiete besonders berücksichtigt werden. „Times“ behandelt diese Vorschläge ausführlich in einem Leitartikel und gibt dabei einige interessante Zahlen über das Anwachsen Londons in der Nachkriegszeit. Danach ist die Bevölkerungsziffer Londons von 1901 bis 1936 um mehr als zwei Millionen gestiegen. Seit 1921 macht der Bevölkerungszuwachs mehr als eine Million aus. Von 1931 bis 1934 war eine Bevölkerungszunahme von 200000 zu verzeichnen. Während der letzten fünf Jahre ist die Zahl der versicherten Arbeiter in Groß=London um mehr als eine Viertelmillion gestiegen; sie beläuft sich jetzt auf 2,5 Millionen. Ein Fünftel der Bevölkerung von ganz England lebt in Groß=London und ein Viertel des gesamten zu versteuernden Wertes hat sich in diesem Gebiet aufgehäuft. Der Führer und Reichskanzler stattete am Mittwoch dem von seiner Krankheit wieder hergestellten Reichsminister Kerrl einen Besuch ab. Er beglückwünschte ihn zu seiner Gesundung und besprach mit ihm die laufenden Fragen seines Ressorts. Dr. Dorpmüller weilte im Anschluß an die Pariser Tagung des Internationalen Eisenbahn= verbandes in Belgien und Holland. Die spanische Botschaft in Berlin hat den Generalkonsul Navarro angewiesen, seine Tätigkeit in Hamburg wieder aufzunehmen, die er nach dem Ausbruch des spanischen Bürgerkrieges niedergelegt hatte. „Graf Zeppelin“ ist am Mittwoch um.42 Uhr zur Reise nach Südamerika gestartet. Bei der Aussprache im englischen Oberhaus stellte der Konservative Lord Mersey Deutschland als Vorbild auf dem Gebiet der Jugendertüchtigung hin. Admiral William D. Leahy, der Befehlshaber der amerikanischen Schlachtflotte, wurde von Präsident Roosevelt an Stelle des Admirals Standley zum Chef des Admiralstabes ernannt. Standley wird am 1. Januar zurücktreten. Parade zur Feier des polnischen Unabhängigkeitstages Warschau. Zur Feier des polnischen Unabhängigkeitstages fand Mittwochfrüh in der Warschauer Johannes=Kathedrale eine Messe statt, an der der Staatspräsident, die Mitglieder der Regierung, das diplomatische Korps, die Generalität und Vertreter der Zivil= und Militärbehörden teilnahmen. Um 12 Uhr folgte eine große Parade, an der neben der Warschauer Garnison die Abordnungen aller Trupventeile der polnischen Wehrmacht teilnahmen, die zu der feierlichen Ueberreichung des Marschallstabes an Marschall Rydz=Smigly abkommandiert waren. Wieder japanischer Matrose in Schanghai erschossen Schanghai. In der erweiterten Zone der internationalen Niederlassung wurde am Mittwochabend wieder ein japanischer Matrose erschossen. Der Japaner, der einen Herzschuß aus unmittelbarer Nähe erhalten hatte, starb auf dem Wege zum Krankenhaus. Der Täter, angeblich ein Chinese, konnte entkommen. Der Tatort wurde sofort von 60 japanischen Matrosen umstellt. Helbstmord durch unmäßiges Rauchen Täglich 300 Zigaretten und 50 Zigarren Auf seltsame und sicherlich noch nie dagewesene Weise haben zwei junge Dänen, Mitglieder der Aristokratie, Selbstmord verübt. Sie hatten in Saus und Braus gelebt und dabei fast ihr gesamtes riesiges Vermögen durchgebracht. Die Folge war ein böser Katzenjammer und Lebensüberdruß. Lange sannen die beiden darüber nach, wie sie auf die angenehmste Weise aus dem Leben scheiden könnten. Da sie beide leidenschaftliche Raucher waren, kamen sie schließlich auf den Einfall, sich zu Tode zu rauchen. Sie setzten sich also zusammen und pafften wie die Fabrikschlote. Täglich fünfzig Zigarren und dreihundert Zigaretten, eine Leistung, die sie nur vollbringen konnten, wenn sie das Rauchen wie Schwerarbeit betrieben. Merkwürdigerweise verfügten die beiden spleenigen Herren über erstaunliche Ausdauer. Ihr Selbstmord währte volle sechs Monate. Dann aber hatten sie erreicht, was sie beabsichtigten. Die Nikotinvergiftung war soweit fortgeschritten, daß sie unheilbar erkrankten und kurz hintereinander starben— übrigens ohne sonderliche Schmerzen. In den sechs Monaten haben sie insgesamt über fünfzigtausend Zigaretten und fast zehntausend Zigarren verbraucht. Man sieht, der Selbstmord war keineswegs billig. Die Republik Guatemala hat die Franco=Regierung anerkannt. Auf der spanischen Legation wurde die alte rot=gold=rote spanische Nationalfahne gehißt. Zweieinhalb Jahre Zuchthaus für ungetreuen KdF.=Kreiswalter Er versündigte sich schwerstens an den Spargroschen der deutschen Arbeiter Bielefeld. Die Bielefelder zweite große Strafkammer hatte sich mit dem traurigen Fall schwerster Verfehlungen eines ungetreuen Kreiswalters der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude" zu befassen, der sich in dieser Eigenschaft an den Spargroschen der deutschen Arbeiter versündigt hatte. Es handelte sich um den 27jährigen Traugott Weller, der seit dem Jahre 1934 als Kreiswalter die Geschäfte der NS.= Gemeinschaft„Kraft durch Freude" in Bielefeld führte und dabei in Sonderheit die Aufgabe hatte. die Veranstaltungen der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude" abzuwickeln und die Reisen vorzubereiten. Dabei hat er in verschiedenen Fällen die Abrechnungen„frisiert" und nicht unerhebliche Beträge in seine eigene Tasche fließen lassen. Das war nur deshalb möglich, weil in der Geschäftsführung des Angeklagten ein tolles Durcheinander herrschte. Die Zustände waren so schlimm, daß bei der Revision durch den Gaukassenprüfer der DAF. dieser schon wegen des unglaublichen Durcheinanders die sofortige Inhaftierung des Weller veranlaßte. Bei der genauen Durchprüjung ergaben sich dann die schweren Veruntreuungen. Den größten Schaden fügte Weller der NS.=Gemeinschaft mit seinen maßlosen Autofahrten zu. In zweiselhafter Gesellschaft unternahm er Autotouren, die er dann für die NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude" in Rechnung stellte. Diese Vergnügungsfahrten nahmen einen derartigen Umfang an, daß allein ein Kraftfahrer für einen Teilabschnitt der von ihm ausgeführten Fahrten 2000 Mark zu fordern hatte. Die gesamten Versehlungen des Angeklagten belaufen sich auf etwa 4000 Mark. Der Gaukassenprüfer der Deutschen Arbeitsfront, Schrader(Münster), dem ein wesentliches Verdienst an der vollen Aufklärung der Fälle gebührt. klärte in seinem Sachverständigengutachten die einzelnen Fälle auf. Der Staatsanwalt betonte in seinem Plaidoyer. daß hier eine himmelschreiende Mißwirtschaft ausgedeckt sei. Der Angeklagte habe sich als das gezeigt. was man früher einen„Bonzen“ genannt habe. In Anbetracht der besonders schweren Umstände dieses Falles beantragte er eine Zuchthausstrase von drei Jahren. 1000 Mark Geldstrafe und 5 Jahre Ehrverlust.„MK A44 W Das Gericht erkannte wegen fortgesetzter untreue. fortgesetzter Unterschlagung und wegen Betruges auf eine Zuchthausstrase von 2 Jahren und 6 Monaten und 1000 Mark Geldstrafe. Außerdem sprach das Gericht dem Angeklagten die bürgerlichen Ehrenrechte für 5 Jahre ab. Dieses Urteil zeigt erneut, daß der nationalsozialistische Staat und seine Richter mit aller Schärse und in aller Offenheit gegen jene Elemente vorgehen, die sich gegen den obersten Grundsatz des nationalsozialistischen Staates, den der Sauberkeit, vergehen. In einem Hohlweg von Sandmassen verschüttet Porta. Der 65jährige verheiratete V. stand in einem Hohlweg bei Neesen neben einem Wagen, auf den man Sand geladen hatte, im Gespräch mit Verwandten. Plötzlich lösten sich größere Sandmassen. und diese preßten gemeinsam mit einem mehrere Zentner schweren Baumstumpf den V. mit solcher Wucht gegen Speichen und Nabe eines Rades, daß V. nach kurzer Zeit an inneren Verletzungen und Quetschungen starb. Die Schwester mit dem Flobert erschossen Meckenheim. Ein 17 Jahre alter Junge schoß mit einem Flobert nach Spatzen. Dabei traf er seine über den Hof gehende Schwester, die so schwere Verletzungen durch den Schuß erlitt, daß sie bald darauf starb. Der Vater muß für den Sohn ins Gefäugnis Mepven. Vor einiger Zeit berichteten wir von einem traurigen Vorfall. Ein gewisser J. hatte seinen geladenen Revolver achtlos auf dem Sofa liegen gelassen. Sein siebenjähriges Söhnchen fand ihn und schoß einem Mädchen eine Kugel ins Bein. Zwar wurde diese durch Operation entfernt. Aber es stellte sich Embolie ein, und das Mädchen starb. Jetzt hatte sich der Vater vor dem hiesigen Schössengericht wegen jahrlässiger Tötung zu verantworten. Das Gericht erkannte dahin, daß der Vater durch seine Nachlässigkeit den Tod des Mädchens indirekt verschuldet hatte und verurteilte ihn zu einem Jahr Gefängnis. Undichter Schornstein setzt Bauernhof in Brand Nordhorn. Bei dem schweren Sturm am Montag entstand in der Futterküche des Boerwinkelschen Hoses in Grasdorf infolge Funken, die aus einem undichten Kamin hervorgeschleudert wurden, ein Schadenseuer, durch das das Wirtschaftsgebäude mitsamt den Erntevorräten vernichtet wurde. Das strohgedeckte Wohnhaus. das schon Feuer gefangen hatte, konnte glücklicherweise noch gerettet werden Fetischriftenschau Novemberfolge von Westermanns Monatshefte Der vielgestaltige Inhalt von Westermanns Monatsheften läßt im November wiederum erkennen. daß lebendige junge Kräfte am Werke sind, diese älteste deutsche Monatsschrift über den scheinbar eng umgrenzten Bereich eines Familienblattes hinaus zu entwickeln. Einleitend erhebt der Hauptschriftleiter die Forderung„Buch sei Brot!“, indem er sich gegen die Ueberschätzung der geschmäcklerischen„Literatur für Gebildete“ wendet und für das Buch eintritt. das einem geistigen und seelischen Bedarf gerecht zu werden vermag. Aus Anlaß der Buchwoche ist dem Heft ferner eine eigens neu entworfene farbige Karte beigelegt, aus der— ein hübscher Gedanke— die Geburtsorte der lebenden deutschen Dichter zu ersehen sind. Bedeutung und Reiz hat auch der Aussatz„Mit Pauken und Trompeten“ der. mit farbigen Zeichnungen illustriert, die Militär= musik der Völker und Zeiten aufmarschieren läßt. Zur 125. Wiederkehr des Todestages Heinrich von Kleists werden die tragischen Umstände beleuchtet. die dem Leben und Schafsen des zeitverkannten großen Preußen ein allzu frühes Ziel gesetzt haben Die Kunst ist vertreten mit der ernsten Erscheinung des 30jährigen Holzbildhauers Otto Flath. und mit etwas ganz Neuartigem: mit Nirosta=Reliefs, die Erich Kuhn bei Krupp gegossen hat. Ein anderer illustrierter Beitrag würdigt die Leistung des Berliner Architekten Herm. Jansen, dem der Auf= und Ausbau der türkischen Hauptstadt Ankara anvertraut ist. Die Vorgänge in Palästina werden von indischer Seite unter dem Gesichtswinkel„Der Islam und die Juden" betrachtet. Neben Roman und Novellen stehen serner Beiträge aus Afrika, über mittelalterliche Feme. Archive der Natur, zeitgenössische Hausmusik. neben der Notenwiedergabe eines Liedes „Soldatengebet“, hervorragend gedruckte Kunstblätter. darunter schwarzweiß ein Schwind und farbig ein zeitgenössisches javanisches Gemälde. „Neues Volk“ Recht ist, was dem Volke dient, setzt Reichsleiter Buch. der Oberste Parteirichter der NSDAP., im neuesten Heft(November 1936) der Zeitschrift „Neues Volk“. Blätter des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP., auseinander. Ein wunderhübsch bebilderten Aussatz besaßt sich mit der Plessenburg, der neuen Reichsschulungsburg der Deutschen Arbeitsfront, und dann wird in Beispielen und Gegenbeispielen gezeigt, wie die deutsche Kunst in der Zeit der roten Herrschaft bis zur Scheußlichkeit und Widersinnigkeit entartet war. Auch die Neue Zeit kommt zu Wort. Reine Rasse— schöne Rasse wird in ausgesuchten Bildern gezeigt. An die ruhmreiche deutsche Vergangenheit knünft eine Darstellung der deutschen Wavvengießerkunst an. Das Kind in seinem Wesen führen zwei Bilderseiten vor: „Erkki vom großen Saima". Alles in allem bietet auch dieses Heft im reinen Textteil wiederum viel Belehrendes und Aufklärendes, das sonst kaum in der deutschen Presse zu finden ist. Das ausgezeichnete November=Heft der varteiamtlichen Zeitschrift ist durch den Verlag„Neues Volk“. Berlin SW. 19. Lindenstraße 44 oder durch die Buchhandlungen sowie durch die Post zu beziehen. Der Halbjahresbezug kostet RM..62 einschl. Zustellgeld, das Einzelheft RM.—.25. Ueberall Fahrräder und Kinderwagen von gen. 100 Herne- Wanne-Eickel- Dortmund Größte Auswahl! Zahlungseinteilung bis zu 10 Monaten Annahme von Ehestandsdarlehen und Kinderbeihilfe. Miei-Verlage steis vorrätig. Druckerei Geschw. Schmitz SUIRZ Seifin-Bohnerwochs und Wochsbeire ca.##gDose camDose cahlgDose 20-.40 RM.-,75 RM.1410 Thompson-Werke C.R A. DüsseldortMit gutem Erfolg angewandt. Ballenstedt, 4. 2. 34. W. Beyer Kim. Nach 5 Tagen befreit von achtwöchigem, quälendem Husten. 1. 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