„*"„ 62. Jahrg. Castroper Zeitung Rauxeler Neueste Nachrichten Bladenhorster Tageblatt für Castrop=Rauzel und Umgebung Der Stadtanzeiger erscheint wöchentlich'mal. Wochendezugsprets Anzeigenpreis: 1 min hoch und 22 mm breit 4 Pfg. Text50 Pig. Postbestellpreis 2 RM. monatlich. Ersazansprüche können anzeigen 1 min hoch und 72 mm breit 25 Psg. Nachlaß nach bei Störungen im Erscheinen infolge höherer Gewalt nicht gestellt den vom W. d. D. W. herausgegebenen Richtlinien 3. 3t. gili werden Drus und Verlag: Geschw Schmitz in Castrov=Rauxel. Preisliste Nr. 2. Für Platzwünsche, auch für die durch Fernsprecher Hauptschriftleiter, verantwortlich für den Textteil: Franz aufgegebenen, sowie für undeutlich geschriebene Aufträge wird Josef Pruos in Castrop=Rauxel. Anzeigenleiter: Wilhelm keine Gewähr übernommen Schluß der Anzeigen=Annahme 4 Uhr Welter in Castrop=Rauxel. DA. X. 36 1627. Sa.=Nr. 2151 Castrop. nachm. tags zuvor. Erfüllungsort u. Gerichtsstand Castrop=Rauxel. Amtliches Veröffentlichungsblau für den Landgerichtsbezirk Dortmund. Allgemeines Kreisblau für den Stadttreis Castrop=Raurel. Nr. 302 Freitag, den 6. November 1936 Recht aus dem Volke Nachdem nunmehr die amtliche Strafrechtskommission ihre Arbeit bewältigt und die ihr vom Führer im Frühjahr 1933 gestellte Aufgabe gelöst hat, sind dem deutschen Volke die Einzelheiten des Entwurfes eines neuen deutschen Strafrechtes bekanntgegeben worden. Vor der Machtübernahme hätte ein solcher Entwurf im großen und ganzen nur Stückwerk sein können, denn die einzelnen Abschnitte, Anregungen und Vorschläge wären damals den politischen Parteien willkommener Gegenstand zu parlamentarischem Gezänk und zur Verfechtung egoistischer Parteiinteressen gewesen. Im nationalsozialistischen Deutschland ist eine solche überflüssige Diskussion von vornherein ausgeschaltet worden. Und deshalb steht heute mit dem Entwurf bereits ein Werk, das durch und durch nationalsozialistisch ist und weil es nationalsozialistischen Grundsätzen entspricht, in jeder Hinsicht dem Rechtsempfinden des deutschen Volkes gerecht wird. Der Mittelpunkt des neuen deutschen Strafrechtes ist das Volk als blutgebundene Gemeinschaft Aus dieser Auffassung hat sich zwangsläufig der Wandel von der Gesetzesgerechtigkeit zur sittlichen Gerechtigkeit und von der Individualgerechtigkeit zur völkischen Gerechtigkeit ergeben. So gesehen stellt der neue Strafrechtsentwurf in gewissem Sinne eine Verwirklichung des 19. Programmpunktes der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiter= partei dar, der bekanntlich den Ersatz des der materialistischen Weltordnung dienenden römischen Rechtes durch ein deutsches Gemeinrecht fordert. Nachdem lange Zeit hindurch eine bürgerlichlaue, liberalistisch=schwache und häufig schon marxistisch=gefährliche Rechtsauffassung fast eine Rechtsunsicherheit in Deutschland hat aufkommen lassen, wird nunmehr derjenige in Deutschland, der gegen die Gemeinschaft in einer dem sittlichen Rechtsempfinden des Volkes widerstrebenden Form verstößt, wieder dafür büßen müssen und nicht mehr mit dem Mantel der Sentimentalität einer falschen Menschenfreundlichkeit verkleidet werden. Der neue Strafgesetzentwurf wird durchatmet vom nationalsozialistischen Grundsatz, daß der Gemeinnutz vor Eigennutz kommt, und daß jede Verletzung dieses Grundsatzes zugleich eine Verletzung der Treuepflicht gegen das deutsche Volk ist—„„ 6* Die Einzelheiten des neuen Entwurfes sind wert, daß jeder sich mit ihnen vertraut macht. Wer heute mit seinem ganzen Leben im Nationalsozialismus wurzelt, der wird diesen Entwurf freudig begrüßen und zu seinen Einzelheiten immer nur wieder ein zustimmendes Ja finden. Ein Beispiel ist die kommende Handhabung der Geldstrafe derart, daß in Zukunft ein Strafschuldiger, der reich ist, im Verhältnis einem armen Volksgenossen nicht mehr milde und damit besser davonkommt. Im großen und ganzen gesehen wird das neue deutsche Strafrecht, so wie es sich aus dem Entwurf darstellt. eines der wertvollsten Geschenke des Nationalsozialismus an das deutsche Volk sein. Im Augenblick, da dieses Strafrecht in Kraft treten wird, bricht in Deutschland eine neue Zeit rechtlichen Lebens an, das ausgerichtet ist im Sinne völkischer Gerechtigkeit. Das handwerk im Vierjahresplan Die Landeshandwerksmeister bei Dr. Schacht Berlin, 5. Nov. Am 5. November ds. Is. wurden die Landeshandwerksmeister vom Reichswirtschaftsminister zu einer längeren Aussprache empfangen. Dr. Schacht wies auf die großen Aufgaben hin, die der Reichsgruppe Handwerk im Rahmen des Vierjahresplanes gestellt werden. Insbesondere liegen diese Aufgaben auf dem Gebiete einer verstärkten und verbesserten Ausbildung des Nachwuchses, für die alle Kräfte eingesetzt werden müßten. Der Minister werde gerade der Facharbeiterfrage sein besonderes Augenmerk zuwenden. Nach einer sehr lebhaften Aussprache, an der sich die meisten Landeshandwerksmeister beteiligten, machte Dr. Schacht Ausführungen darüber, welche ungeheure Bedeutung für die Gesamtwirtschaft und das gesamte Volk in der Erhaltung eines gesunden Handwerks und in der Wahrung bester handwerklicher Traditionen und Einrichtungen liege. TLenandung des neden Sedischen=Aechts Der Entwurf des neuen deutschen Strafgesetzbuches der Oeffentlichkeit übergeben Das Volk steht im Mittelpunkt Lebenswahres Recht Berlin, 5. Nov. Die amtliche Strafrechtskommission, die sich mit der Neugestaltung des deutschen Strafrechts zu beschäftigen hatte, hat Ende vergangener Woche ihre Arbeit abgeschlossen und sich damit des Auftrages entledigt, den sie im Frühjahr 1933 vom Führer empfangen hatte. Aus diesem Grunde hatten Reichsminister der Justiz Dr. Gürtner und Staatssekretär Dr. Freisler zu einem Empfang der Presse eingeladen, in dem sie einen Ueberblick über das kommende deutsche Strafrecht gaben. Der Entwurf beginnt mit folgendem Vorspruch: „Ueberzeugt, daß das deutsche Strafrecht von nationalsozialistischer Weltanschauung durchdrungen sein muß, hat die Reichsregierung dieses Gesetz beschlossen und übergibt es dem deutschen Volke. Das gesunde Empfinden des Volkes für Recht und Unrecht bestimmt Gestalt und Anwendung des deutschen Rechts. Sühne für Unrecht, Schutz des Volkes, Festigung des Willens zur Gemeinschaft sind Sinn und Zweck des Strafrechts. Ehre und Treue, Rasse und Erbgut, Wehrhaftigkeit und Arbeitskraft, Zucht und Ordnung zu wahren, ist seine Aufgabe. Das Bekenntnis„Gemeinnutz geht vor Eigennutz“ gibt ihm die Prägung. In diesem Geiste soll Recht gesprochen werden von berufenen Richtern, die als Wahrer der Gerechtigkeit dem deutschen Volke dienen.“ * Das neue deutsche Strafrecht ist ein nationalsozialistisches Strafrecht. Von seiner Gestaltung gab eine Anzahl von Vorträgen Kenntnis, die die Sachbearbeiter auf dem Presseempfang im Reichsjustizministerium hielten. Die Ausführungen ließen erkennen, daß nicht der Schutz des Einzelnen, sondern das Volk im Mittelpunkt der Betrachtung steht, daß nicht der gesetzliche Wortlaut der Paragraphen, sondern der Geist, der ihn schuf, zum Richter spricht und daher zum Kern des Einzelfalles wird. Mord und Totschlag Aus den Ausführungen von Ministerialdirek= tor Schäfer über das Kapitel„Mord und Totschlag“ geht hervor, daß der Entwurf des neuen Strafrechts den Mörder als denjenigen bezeichnet, der aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebes, aus Habgier oder sonst aus niedrigen Beweggründen heimtückisch oder grausam, oder mit gemeingefährlichen Mitteln, oder zu dem Zweck, eine andere Straftat zu ermöglichen, einen Menschen tötet. Die Strafe für den Mörder ist die Todesstrafe; in besonderen Ausnahmefällen kann auf lebenslanges Zuchthaus erkannt werden. Alle übrigen Fälle der vorsätzlichen Tötung behandelt der Entwurf als Totschlag und bedroht ihn mit lebenslänglichem Zuchthaus oder Zuchthaus nicht unter fünf Jahren. Die Tötung auf Verlangen ist als besonderes aus dem Totschlagstatbestand herausgenommenes Delikt behandelt. Selbstmordversuch und Beihilfe zum Selbstmord sind nicht mit Strafe bedroht. Dagegen wird in Zukunft die Verleitung zum Selbstmord, auch wenn es nur zum Selbstmordversuch gekommen ist, strafbar sein. Ganz neu ist, daß der zum Mord oder Totschlag Festentschlossene auch schon bei bloßer Beschaffung oder Bereitstellung von Mordwerkzeugen wegen„Vorbereitung der Tötung“ strafbar sein soll, und ebenso der neue Tatbestand der „gewissenlosen Menschengefährdung", wonach strafbar ist, wer wissentlich und gewissenlos Menschenleben gefährdet. Schutz des Kindes Aus der Tatsache heraus, daß der kostbarste Besitz eines Volkes seine Kinder sind, ist der Kunst iin Bleiste des Ewigen Programmatische Ausführungen von Reichsminister Kust Berlin, 5. Nov. Reichsminister Rust eröffnete am Donnerstagmittag aus Anlaß des 150jährigen Bestehens eine Jubiläumsausstellung der Preußischen Akademie der Künste. In einer programmatischen Rede kündigte er grundlegende Neuordnungen für Museen und öffentliche Ausstellungen im ganzen Reiche an. Die Generation, die das„'art pour'art“ vernommen hat, so sagte er u.., kann den Zusammenhang von völkischer Bindung und freiem Künstlertum nicht begreifen. Es ist kein Zufall, daß der Führer zuerst an einer Stätte, wo der Mythos unserer Zeit begann, auch seine Auffassung von einer neuen monumentalen Baukunst verwirklicht hat: am Königlichen Platz in München. Der Führer will nicht mit Doktrinen, sondern mit großen Aufgaben den Anbruch einer neuen künstlerischen Gestaltung herbeiführen. Er will so gebaut sehen, daß das Werk die neue Auffassung des Lebens kündet, die der Nationalsozialismus in sich trägt. Es kann im Augenblick niemand verlangen, daß wir in der Lage sind, etwa eine neue Kunst zu lehren. Neue Kunst wird von Künstlern geboren und nicht von Lehrern erfunden. Was wir aber können, das ist, die Voraussetzungen zu schaffen, in denen die Menschen mit Stift und Meißel wieder lernen, zunächst die Behandlung des Stoffes und der Form zu bewältigen. Was wir ferner tun können, ist, das Unvergängliche und Ewige in der deutschen Kunst vor Augen zu stellen und aus dem Gesichtsfeld zu nehmen, was dieses Wiedererfassen des Ewigen und Unvergänglichen zu stören vermag. Nicht der Zeitgeist ist das. Entscheidende und nicht die Mode ist das Lebendige, sondern die Sitte. Und nicht das Gegenwärtige ist das Lebendige, sondern das Ewige und Unvergängliche. Aus dieser Erkenntnis heraus habe ich vor einigen Tagen den Entschluß gefaßt, gewisse Erscheinungen einer vergangenen Periode zunächst einmal den Blicken zu entrücken, damit wir zu uns selber kommen. Ich muß es von vornherein ablehnen, wenn man mir sagen wollte, es bestehe eine ungeheure Gefahr darin, daß vielleicht dieser oder jener Künstler dabei nicht zu seinem Rechte komme. Was man uns nach 1918 in Ausstellungen vorgesetzt hat, brauche ich hier nicht mehr zu charakterisieren. Es wagte fast bald kein Mensch mehr, den Mund aufzutun, weil man sein gesundes Urteil einfach verloren hatte. Es war zu einem Höchstmaß von Gefühlsverirrung gekommen. Glauben Sie, es hätte sich das Volk von Hellas gefallen lassen, daß man ihm seine Götter und Heroen als Halbtiere hinstellte? Hätte es der mittelalterliche christlich=germanische Mensch ertragen, die Madonna mit dem Gesicht eines Halbtieres darzustellen? Ein preußisches Regiment, das einst den General Ludendorff als seinen Kommandanten gekannt hat, hat es fertiggebracht, seinen Helden ein Denkmal hinzustellen, auf dem diese unsere Heiligen— unsere Helden— als Halbtiere dargestellt werden. In der Schulreform, die demnächst das Licht der Welt erblickt, habe ich zum Grundsatz gemacht, daß nicht eine große geschichtliche Kontinuität das Höchstziel des Geschichtsunterrichtes ist, sondern die Größe und Bedeutung bestimmter Zeiten und Männer. Wir wollen, daß die beiden großen Dinge wieder zusammenstoßen: die Tradition einer wahrhaft großen deutschen Kunst mit dem, was jetzt aus einer neuen Zeit geboren werden soll, weil es nach Form drängt. Wer Bedeutendes überhaupt gestalten will, der muß in das Leben seines Volkes greifen und muß gestalten, was ihm heilig ist. Er ist gebunden an Forderungen seines Volkes, denn von ihnen hat er die Gegenstände seiner künstlerischen Gestaltung erhalten. Das ist der Sinn, mit dem wir diese Maßnahmen eingeleitet haben, die sich demnächst über Deutschland erstrecken werden. „Schutz des Kindes“ im neuen Strafrecht festgelegt. Prof. Dr. Kohlrausch erklärte hierzu, daß die öffentliche Verächtlichmachung von Ehe oder Mutterschaft, die öffentliche Aufforderung zur Beschränkung der Kinderzahl in der Ehe bestraft wird. Abtreibung und Kindesaussetzung bleiben strafbar. Die schweren Strafen gegen Kindesmißhandlung, wie auch gegen seelische Mißhandlungen bleiben bestehen. Bei erpresserischem Kindesraub bleibt es bei der absoluten Todesstrafe. Mit dem „Schutz der Arbeit und Wirtschaft“. beschäftigte sich der Vortrag von Ministerialrat Grau. Das neue Strafrecht wird die Arbeitskraft des einzelnen und der Nation unter seinen besonderen Schutz nehmen. Ausgangspunkt des Schutzes wird eine Vorschrift gegen die öffentlich begangenen hetzerischen Angriffe auf den Willen des Volkes zur Arbeit sein, wobei die Angriffe auf den Reichsarbeitsdienst als den lebendigsten Ausdruck des völkischen Arbeitswillens besonders hervorgehoben werden sollen. Streik und Aussperrung werden bestraft, und in einer Reihe von Sondervorschriften wird der Arbeiter vor Verfemung, vor Verdrängung vom Arbeitsplatz durch Verleumdungen, Arbeitsbetrug und Arbeitswucher geschützt. Ebenso ist das gewissenlose Verschleudern von Betriebsmitteln durch den Betriebsführer unter Strafe gestellt, wenn dadurch der Betrieb zum Erliegen und Arbeiter zur Entlassung kommen sollten. Die grundsätzliche Ausgestaltung des strafrechtlichen Schutzes erstreckt sich auch auf den Schutz der deutschen Wirtschaft. Sie wird vor dem Verrat von Geheimnissen an das Ausland einen starken Schutz erhalten. Bestraft wird aber auch der, der eine böswillige Verknappung von Waren, die zum notwendigen Lebensbedarf des Volkes gehören, hervorruft. Ganz neue Gedanken bringt in dem Strafrechtsentwurf das Kapitel, das die Strafen behandelt. Hierzu sprach Professor Graf Gleispach. Er wies darauf hin, daß die Strafe so zu bemessen sei, daß sie dem gerechten Sühneverlangen des Volkes entspricht. Hier trete der soziale Gedanke bei den neuen Strafbestimmungen hervor. Es sei selbstverständlich, daß bei der Strafe die Persönlichkeit des Täters, seine Stellung und Bewährung in der Volksgemeinschaft zu würdigen sind. Eine dem Betrag nach sehr hohe Geldstrafe erwecke den Anschein besonders schwerer Schuld, sie sei bisher darum auch in den Fällen nicht verhängt, in denen sie nach den Einkommensverhältnissen trotz geringen Verschuldens angemessen gewesen wäre. Künftighin sollen die Geldstrafen in erster Reihe als Bruchteile oder Vielfaches von Tagesbußen verhängt werden. Tagesbuße ist das tägliche Einkommen des Schuldigen. So wird es vermieden, daß der Reiche zu milde, der Arme zu hart bestraft wird. Für den Armen wird die Erledigung der Geldstrafe durch lange Zahlungsfristen und Teilzahlungsmöglichkeit erleichtert. Kann er trotzdem den Betrag nicht aufbringen, so kann er seine Schuld durch freie Arbeit tilgen, wobei eine Tagesbuße gleich einem Arbeitstag ist. Wer aber nicht zahlen kann oder will, muß die Ersatzstrafe(Haft) absitzen. In den Fällen, in denen es nicht möglich ist, dem Arbeitswilligen Arbeit zuzuweisen, kann eine Erleichterung durch den Richter eintreten. Schutz der Ehre Entsprechend den Worten des Führers und der nationalsozialistischen Staatsauffassung, daß, wie es dem einzelnen nicht möglich ist, ohne Ehre zu leben, auch ein Volk nicht ehrlos zu leben vermag, ist dem„Schutz der Ehre“ im neuen Strafrecht ein breiter Raum eingeräumt. Der Vertreter der NSDAP. in der amtlichen Strafrechtskommission, Rechtsanwalt Staatsrat Graf von der Goltz, der schon in den Fememordprozessen als Verteidiger eine große Rolle ge spielt hat, und Professor Dahm=Kiel behandelten dieses Thema ausführlich. Graf von der Goltz führte die einzelnen strafbaren Punkte auf: Ehrabschneidung, Verleumdung, Beschimpfungen und Kränkungen unter vier Augen. Der Staatsanwalt wird in Zukunft wegen einer Beleidigung erst nach Anhörung des Beleidigten vorgehen. Sieht er kein kriminelles Unrecht in der erfolgten Ehrenkränkung, so übergibt er die weitere Behandlung einem neu vorgesehenen friedensrichterlichen Verfahren, das, nicht öffentlich, auf Versöhnung und gegebenenfalls auf einen Schiedsspruch hinausläuft und sich somit in einer Instanz erledigt. Damit wird das Gericht von Bagatellsachen befreit und frei für die Beurteilung ernsthafterer Ehrverletzungen. Strafe tritt ein, wenn grundlos herabsetzende Behauptungen aus dem Einzel- oder Familien= leben öffentlich aufgestellt oder verbreitet werden, die die Allgemeinheit nicht berühren, oder wenn in der Absicht, jemanden zu schmähen, der sich im Leben bewährt hat, zurückliegende Dinge hervorgeholt werden. Hier wird bestraft, ohne daß es auf Wahrheit oder Unwahrheit ankommt. Liegen solche Fälle nicht vor, so kann der Wahrheitsbeweis in einem objektiven Feststellungsverfahren erhoben werden, wenn der Beleidiger aus Gründen wie Tod, Amnestie nicht mehr selbst verfolgt werden kann, und der Wahrheitsbeweis muß erhoben werden, wenn der Beleidiger zu berechtigten Zwecken— früher in„Wahrnehmung berechtigter Interessen“— gehandelt hat und an sich deshalb freigesprochen werden müßte. Bei ehrlicher Abbitte, Aussöhnung, oder wenn sich der Täter in verständiger Erregung über das Benehmen des anderen zu der Beleidigung hat hinreißen lassen, kann von Strafe abgesehen bezw. die Strafe gemildert werden. Ehrenschutz der Gemeinschaft Zu den Teilen des Entwurfes des neuen Strafgesetzbuches, die den weltanschaulichen und politischen Wandel besonders zum Ausdruck bringen, gehören die Abschnitte über den„Ehrenschutz der Gemeinschaft". Die Beschimpfung und Verleumdung des deutschen Volkes sind unter schwere Strafen gestellt. Das deutsche Volk ist aber lebendig in seinen Gliedern und Gemeinschaften, vor allem im Führer. Darum soll der Abschnitt über die Angriffe gegen das deutsche Volk mit einer schweren Strafdrohung gegen die Verunglimpfung des Führers beginnen, wobei keinerlei Trennung und Entgegensetzung von Reichskanzler und Parteiführer, von Staatsmann und Privatmann eintreten soll. Jede Beschimpfung bedeutet eine unmittelbare Verunglimpfung des deutschen Volkes. Als besondere Formen der Volksbeschimpfung nennt der Entwurf dann die Verunglimpfung der Partei, von Reich, Wehrmacht und Arbeitsdienst, ohne damit erschöpft zu sein. Eine besondere Bestimmung erfaßt denjenigen, wer die Taten deutscher Heere oder den Heldentod deutscher Soldaten herabwürdigt. Weiter hat die Kommission derjenigen gedacht, die verehrungswürdige Männer und Frauen der deutschen Vergangenheit öffentlich beschimpfen oder böswillig verächtlich machen. Wer Hindenburg, Schlageter oder Horst Wessel beschimpft, kann in Zukunft mit Zuchthaus bestraft werden. Damit ist nicht gewollt, einer ernsthaften Geschichtsforschung Schwierigkeiten zu bereiten, sobald sie etwa von landläufigen Absichten abweicht. Darüber hinaus sollen alle lebendigen Gemeinschaften in ihrer Ehre geschützt werden, die ihr Leben in der Volksgemeinschaft und für sie entfalten, also auch der einzelne SA.=Sturm, das Regiment, die Gemeinde, die Betriebsgemeinschaft, die Familie, um nur wenige Beispiele zu nennen. Selbstverständlich umfaßt der strafrechtliche Schutz nicht etwa die Dritte Internationale oder eine Einbrecherorganisation und nicht beliebige Geselligkeitsvereine oder solche Weltanschauungsgruppen, die dem deutschen Volk neutral gegenüberstehen und keine im Volkstum wurzelnde selbständige Ehre besitzen. Staatssekretär Dr. Freisler ergänzte diese Ausführung dahin, daß man erkennen könne, daß die Achtung der Ehre der Persönlichkeit überhaupt im Strafrecht richtunggebend gewesen sei. Im Gesetzentwurf sei ausdrücklich nichts über den Zweikampf enthalten. Die Ursache dafür sei, daß unser Strafrecht nur ein sittliches Strafrecht sein könne. Der Staat solle nach dem Ausspruch des Reichsjustizministers Dr. Gürtner keine Moral mit doppeltem Boden pflegen. Man könne nicht in einer Reihe wichtigster Gemeinschaften des Volkes verlangen, daß der Mann gegebenenfalls mit der Waffe für seine Ehre eintrete, um ihn gleichzeitig in diesem Falle auf der anderen Seite vor den Staatsanwalt zu ziehen. Hierfür seien die Ehrenordnungen der Gliederungen der Partei und der RSDAP. selbst sowie der Wehrmacht ein Beispiel. Die Vortragsreihe abschließend nahm Reichsgerichtsrat Riethammer Stellung zum Problem „Richter und Recht". Das kommende Strafrecht räume dem Richter eine große Freiheit ein. Im Verfahrensrecht seien Beweisregeln beseitigt, es gelte die freie Beweiswürdigung, im sachlichen Recht dringe die Befreiung des Rechts von äußeren Schranken vor. Der Richter müsse auch nach ungeschriebenem Recht bestrafen. Das neue Strafrecht mache die Grenzen zwischen den einfachen und schweren Verfehlungen beweglich und stelle dem Richter verschiedene Strafarten und Strafgrößen zur Wahl. Es faßt die allgemeinen Grundsätze für die Strafbemessung so, daß der Richter eine Anleitung empfängt, aber nicht eingeengt wird. Eben bernandet Englands Rapenponin Große Rede im Unterhaus— Das Verhältnis zu Deutschland und Italien London, 5. Nov. Vor vollbesetzten Bänken gab Außenminister Eden am Donnerstagnachmittag die mit großer Spannung erwartete Erklärung zur außenpolitischen Lage ab. Eden erklärte u.., er werde in freimütiger Sprache die britischen Ansichten zur internationalen Lage und zu der Politik dartun, die England einzuschlagen beabsichtige. Nach der Feststellung, daß er sich nicht mit der Vergangenheit befassen wolle, betonte Eden, es sei nicht immer leicht, auf dieser friedlichen Insel Schritt zu halten mit den ruhelosen Bewegungen und dynamischen Ereignissen in anderen Ländern, aber England müsse sich über seine Politik eine Uebersicht verschaffen. Der erste dieser Grundsätze beziehe sich auf den Völkerbund. In einigen Kreisen sei es Mode geworden, den Völkerbund zu verhöhnen, aber es sei die Hoffnung und die Absicht der Regierung, zu beweisen, daß dieses Hohngelächter unberechtigt sei. Die britische Regierung glaube, daß ihre Vorschläge zur Reform des Völkerbundes ein beträchtliches Maß der Zustimmung gefunden hätten und daß sie dazu beitragen würden, die Autorität des Völkerbundes wiederherzustellen. Im weiteren Verlauf seiner Rede beschäftigte sich Eden mit den Aussichten der Fünfmächtekonferenz. Nunmehr seien die Ansichten aller fünf Mächte bekannt. Die britische Regierung habe sie geprüft und verglichen und sei erst gestern wieder mit den anderen vier Regierungen in dieser Angelegenheit in Verbindung getreten. Der Gedankenaustausch habe gewisse wichtige Verschiedenheiten der Ansichten zutage treten lassen. Keine dieser Ansichten habe an sich überrascht, und so beträchtlich auch diese Verschiedenheiten in den Ansichten seien, so seien sie nicht notwendigerweise unüberwindlich. Innerhalb einer sehr kurzen Zeit würde man in der Lage sein, genau abzuschätzen, welcher Art die Erfolgsaussichten der Konferenz seien. Der Außenminister wandte sich dann den Beziehungen Englands zu einzelnen fremden Staaten zu. Er begann mit Frankreich und erklärte, daß die englischen Beziehungen zur französischen Regierung sowohl eng als auch herzlich seien. Vielleicht sei es natürlich, daß in der aufgestörten Welt von heute die zwei größten Demokratien Westeuropas sich zusammenschlössen. Was er von Frankreich gesagt habe, gelte in gleicher Weise für Belgien. England habe eine Versicherung erhalten, daß Belgien an seinen bestehenden Verpflichtungen festhält. Was Deutschland angehe, so sei in jenem Lande wiederholt der Wunsch nach einer engeren englisch=deutschen Freundschaft ausgedrückt worden. Dieser Wunsch werde in England aufrichtig erwidert.(Sehr starker Beifall.) Es gebe jedoch zwei Bedingungen, die England unvermeidlich an jede Freundschaft knüpfe, die England irgend einem anderen Lande anbieten könne, gleichgültig, ob es Deutschland oder irgend jemand anderes sei. Eine derartige Freundschaft könne nicht ausschließlich sein und könne sich nicht gegen irgend jemand anders richten.(Beifall.) Wenn er von Deutschland spreche, so müsse er sich zu einer dort neuerdings feststellbaren Neigung äußern, die darin bestehe, England die Schuld für Deutschlands wirtschaftliche Schwierigkeiten zu geben. Das sei eine Lehre, die England nicht einen Tag lang annehmen könne, noch stehe sie mit den Tatsachen in Einklang. Es sei ihm unmöglich, dem Unterhaus in Einzelheiten auseinanderzusetzen, was England seit dem Ende des Krieges zu tun versucht habe, um mit Deutschland auf wirtschaftlichem und finanziellem Gebiet zusammenzuarbeiten. Es sei eine Tatsache, daß England auf die eine oder andere Art fast den gleichen Betrag ausgeliehen habe, den es in Gestalt von Reparationen von Deutschland erhalten habe. Viel wichtiger als der wirtschaftliche Gesichtspunkt der Frage sei aber mehren, das gleichzeitig zu einer Vermehrung der deutschen Ausfuhren wie der Ausfuhren aller anderen Staaten führen würde. In diesem Zusammenhang wolle er auch eine Bemerkung zu den kürzlichen Währungsabkommen der drei Mächte machen. Andere Nationen einschließlich Deutschland seien ausdrücklich zur Mitarbeit eingeladen worden und England würde sich nur sehr freuen, wenn Deutschland sich imstande sähe, seine Rolle in diesem Programm zu spielen. Es könne keine Rede davon sein, daß England sich an irgend einer Einkreisung Deutschlands beteilige. Anschließend wandte sich Eden Italien zu. Es sei notwendig, sich daran zu erinnern, daß die Verschlechterung der englisch=italienischen Beziehungen auf das Bemühen Englands zurückzuführen sei, seine Verpflichtungen gemäß der Völkerbundssatzung zu erfüllen. Es sei niemals ein englisch=italienischer Streitfall gewesen. Solange das nicht in Italien als wahr erkannt werde, würden die beiderseitigen Beziehungen unter diesem Mißverständnis leiden. Eden wandte sich dann der Mailänder Rede Mussolinis zu und betonte u.., das Mittelmeer sei für England nicht eine Wegkürzung, sondern eine Hauptverkehrsader. Die britische Regierung wende sich nicht gegen die Worte Mussolinis, daß das Mittelmeer für Italien von lebenswichtiger Bedeutung sei, aber sie betone, daß die Freiheit der Verkehrswege in diesen Gewässern auch von lebenswichtigem Interesse in des Wortes wahrster Bedeutung für das Britische Reich sei. England habe nicht den Wunsch, irgend welche italienischen Interessen im Mittelmeer zu bedrohen oder anzugreifen. Angesichts dieser Sachlage sollte es nach englischer Ansicht den beiden Ländern möglich sein, auch weiterhin diese lebenswichtigen Interessen im Mittelmeer nicht nur ohne einen Konflikt aufrechtzuerhalten, sondern sogar zum gegenseitigen Nutzen. Hierauf umriß Eden die Außenpolitik der britischen Regierung. Er erklärte, daß die dem Unterhaus soeben geschilderte internationale Lage ernst genug sei, aber er selbst glaube nicht an die Unvermeidbarkeit einer Katastrophe. Er glaube an England und glaube auch daran, daß der künftige Frieden Europas sehr wesentlich von der Rolle abhänge, die England spiele(Beifall). Es sei Englands fester Entschluß, die Führung zu übernehmen. Man werde eine derartige Regelung nicht erzielen und nicht imstande sein, die Autorität des Völkerbundes wiederherzustellen, solange England nicht sowohl die Stärke des Willens als auch der Waffen besitze(Beifall auf den Regierungsbänken). Die englische Wiederaufrüstung müsse umfassend sein. Er wolle zwei Vorschläge machen. Der eine gehe dahin, die Welt auf den Friedenspfad zurückzuführen durch Duldsamkeit, Einhaltung einer internationalen Ordnung, Achtung und Unterstützung einer derartigen Ordnung. Der zweite Vorschlag laute, daß England wieder aufrüsten müsse. Bei der heutigen Weltlage sei die Stärke der britischen Rüstungen von entscheidender Bedeutung für die Erhaltung des Friedens. Es sei fast ein Gemeinplatz zu sagen, daß, je stärker England heute sei, um so größer die Gewißheit des Friedens sei. Abschließend stellte Eden drei Hauptpunkte des britischen Programms auf: 1. Stärkung der Autorität des Völkerbundes. In dieser Hinsicht werde die britische Regierung alles tun, denn es bestehe kein Grund, wegen eines Fehlschlages die Bemühung aufzugeben. 2. Herbeiführung einer europäische Regelung 3. Aufrüstung Englands. Für diese Politik erbitte die Regierung die Unterstützung des Unterhauses und einer einigen Nation(Beifall). Beschleunigte Durchführung des Leipziger Abkommens Eine Vereinbarung zwischen Dr. Ley und Dr. Schacht Berlin, 5. Nov. Angesichts der Dringlichkeit und Bedeutung der unter dem Vierjahresplan erforderlichen Arbeiten sind der Leiter der Arbeitsfront, Dr. Ley, und der Reichswirtschaftsminister Dr. Schacht übereingekommen, die Arbeiten für die Ausführung des Leipziger Abkommens beschleunigt vorwärtszutreiben und in allen ihren Gliederungen gemeinschaftlich alle Arbeiten zu fördern, die zur Verwirklichung dieses Planes führen können. schen Madrid, Getafe und Alcorcon schwere Luftkämpfe statt, in deren Verlauf es den Nationalisten gelang, sieben rote Jagdflugzeuge französischer und sowjetrussischer Herkunft sowie ein rotes Bombenflugzeug Marke Potez abzuschießen. Lissabon, 5. Nov. Der Sonderberichterstatter des„Diario de Lisboa“ teilt mit, daß die Ortschaft Getafe sowie der dortige Flugplatz am Mittwoch um 14.30 Uhr von den Truppen des Generals Varela besetzt worden sind. Getafe liegt 12 Kilometer von Madrid entfernt. Die roten Milizen und die marxistisch eingestellten Einwohner von Madrid flüchten in wilder Unordnung in Richtung auf Valencia. Wie weiter bekannt wird, wurde zwischen Getafe und Alcorcon das Dorf Leganes, in dem sich die bekannte Madrider Irrenanstalt befindet, besetzt. Auch das Dorf Boadilla del Monte, 12 Kilometer westlich von Madrid, ist in die Hände der Nationalisten gefallen. Wie General Queipo de Llano über den Sender Sevilla mitteilte, haben die nationalen Truppen Carabanchel, 5 Kilometer südlich von Madrid, besetzt. Den Kommunisten wurden am Mittwoch acht sowjetrussische Tanks abgenommen, und zwar zwei bei Villaviciosa, zwei bei Alcorcon, zwei bei tschaftliche Gesichtspunkt der Frage sei aber Valdemoro und zwei bei Getafe. Am zuletzt gedie Hauptfrage, der man gegenüberstehe, nämlich nannten Ort wurde von den Nationalisten ein die Möglichkeit, das Welthandelsvolumen zu ver- roter Panzerzug mit dem Bajonett erobert. Auttonales Erwachsen in Ramkamten Denkschrift an den König Gegen Freimaurer, Judentum und Bolschewismus Aationale Reitnerte Beschießt Riadrio Der Ilughafen Getafe erobert— Acht rote Flugzeuge abgeschossen Donnerstagvormittag fanden im Luftraum zwi. Granaten auf das„Innenministerium“ and Oiggranm Sch Bukarest, 5. Nov. Der frühere Führer der aufgelösten„Eisernen Garde“. Ornelin Zelea Codreanu hat eine Denkschrift veröffentlicht, die sich an den König persönlich wendet und in ganz außergewöhnlicher Offenheit und Schärfe die äußere und innere Politik Rumäniens behandelt. Codreanu erklärte darin, daß es um die Zukunft des Landes und der Jugend gehe. Die Verantwortung ruhe auf den Schultern der jungen Generation die aber verurteilt sein solle, der Zerstückelung Rumäniens beizuwohnen, die das Land für die Sünden seiner infamen Außenpolitik zu erleiden hätte. Der König müsse von allen jenen, die die rumänische Außenpolitik machten, fordern, daß ste mit ihrem Kopf für die Richtlinien einstünden, die sie angäben oder befolgten Wenn die Jugend Rumäniens genötigt sein sollte, an der Seite der bolschewistischen Mächte gegen die Verteidiger der christlichen Weltzivilisation für die Zerstörer von Kirchen und Heldengräbern in den Krieg zu ziehen, so würde sie mit Pistolen auf alle jene schießen, die sie dahin gebracht hätten, und dann, um nicht die Ehrlosigkeit einer Desertion zu begehen. Selbstmord verüben. Niemals werde die Jugend Rumäniens im Zeichen des Teufels gegen Gott kämpfen. Es gebe keine Kleine Entente, es gebe keine BalkanEntente; wer daran glaube beweise, daß er noch nicht begriffen habe. Zwei Welten stünden einander gegenüber, unter deren Zusammenprall im Augenblick eines Krieges alle politischen Kombinationen wie Kartenhäuser zerfallen würden. Die eine dieser zwei Welten bestehe aus den Staaten der nationalen Revolution, die für das Kreuz und die vieltausendjährige Zivilisation der Menschheit stritten, die andere sei der Bolschewismus und seine Anhängsel, die für die Vernichtung der Völker und der christlichen Zivilisation kämpften. Titulescu habe das große Verbrechen gegen sein Land begangen. Auf Befehl der Freimaurerei und des Judentums habe sich Rumänien zur Teilnahme an den Sanktionen geradezu gedrängt. Es sei die Pflicht der jungen Generation, mit den Fingern auf jene zu weisen, die Rumänien auf diesen Weg gebracht hätten, der es zum Tode führen müsse. Auf die Innenpolitik übergehend. erhebt Codreanu Anklagen gegen jene, die die Jugend Rumäniens aus Haß gegen den nationalen Gedanken und das Christentum auf Befehl des Freimaurer= tums und auf tägliches Betreiben der Judenpresse an ihrer Entwicklung hindern wollten. Die Denkschrift schließt mit einem Aufruf an die rumänische Jugend, sich von Freimaurertum. Judentum und Bolschewismus freizumachen und ihren Weg in die Zukunft zu gehen. Mostoles vor Madrid, 5. Nov. Die bei Alcorcon stehende nationale Artillerie beschoß am Donnerstagvormittag Madrid. Das Ziel des Feuers war insbesondere der in der Stadtmitte gelegene Platz Puerta del Sol, an dem sich u. a. auch das Innenministerium befindet. Die Roten feuerten zur gleichen Zeit aus 10,5Zentimeter=Geschützen, die im Westen der Stadt im Volkspark Casa de Campo stehen, auf das Dorf Alcorcon und die nach Madrid führende Landstraße. Die vorgeschobensten Posten der nationalen Truppen in diesem unter dem Oberbefehl des Obersten Yague stehenden Abschnitt liegen an dem Vereinigungspunkt der von Valdeiglesias und von Palavera nach Madrid führenden Straßen. Bei Getafe versuchten die Roten verschiedene Gegenangriffe, die jedoch schlecht vorbereitet waren und dementsprechend ohne jeden Erfolg blieben. Die Nationalisten benutzten den Tag hauptsächlich dazu, die am Vortage eroberten Stellungen wenige Kilometer vor den Toren der Hauptstadt zu sichern. Auf dem westlichen Flügel schützen die Trupen unter Oberstleutnant Gelgado von Brunete aus die Flanke gegen etwaige Durchbruchsversuche der Roten. Luftkampf um Mostoles Ueber die Kämpfe um Mostoles und Alcorcon wird nachträglich noch bekannt, daß sie auf beiden Seiten mit Unterstützung der Luftwaffe geführt wurden. Ueber Mostoles kam es zu einem Gefecht zwischen fünf nationalistischen und sieben roten Flugzeugen, wobei ein rotes Flugzeug abgeschossen wurde. Den nationalistischen Eroberern von Alcorcon bot sich zum ersten Mal während des Feldzuges ein eindrucksvoller Ueberblick auf die spanische Hauptstadt, deren Häusermeer sich in nur 11 km Entfernung ausbreitete. Deutlich waren die Kirchen und Kuppeln Madrids erkennbar und ergriffen standen die Soldaten unter dem Eindruck dieses gewaltigen Bildes, das für sie das Ziel eines monatelangen, mit erbitterten Kämpfen ausgefüllten Vormarsches bedeutete. Der Sonderberichterstatter des DRB. hatte Gelegenheit, einen erbeuteten sowjetrussischen Tank zu besichtigen, dessen Herkunft auch aus den Bedienungsvorschriften deutlich ersichtlich war, die sämtlich in russischer Sprache abgefaßt waren. Unter der Beute befanden sich ferner zahlreiche Granaten, die gleichfalls russische Aufschriften trugen und große Mengen von Gewehrmunition tschechoslowakischer Herkunft. Ein abgeschossenes Bombenflugzeug der Roten erwies sich bei der Besichtigung als ein französisches Modell neuester Ausführung, das bezeichnenderweise neben den Farben der Madrider Republik auch die Sowjetabzeichen Hammer und Sichel aufwies. Nr. 302 Zweites Blatt des„Stadtanzelerofür Castrov=Rauzel und Umsebung Freitag, den 6. November 1936 APAe Wnteund cdelnaus Zum zweiten Eintoplsonntag— Leibgerichte aus deutschem Boden Der Gemüsemarkt ist z. 3t. in allen deut= nimmt. schen Gauen reich beschickt. Zu Pyramiden häusen sich die weißen und roten Kohlköpfe, fest und saftstrotzend. so gut, wie man sie sich nur wünschen kann. Es ist selbstverständlich, daß am zweiten Eintovssonntag überall das Kohlgericht an erster Stelle stehen wird. Kennen Sie Labskaus? Sicher ist Ihnen der Charakter jedes Gerichtes bekannt, in dem das Wort Kraut oder Kohl vorkommt— aber mit Labskaus wissen Sie nichts anzufangen, wenn Ihre Heimat nicht zwischen Hamburg und Emden oder in den angrenzenden Küstengebieten liegt. Auch wer auf deutschen Schiffen.— nicht als Passagier— fremde Meere befahren hat. kennt Labskaus. Man möchte sagen. er kennt schon den Ueberlabskaus. Er hat zu viel davon genossen. Labskaus in jeder Zusammensetzung, in solchen Variationen, daß man es schon nicht mehr Labskaus nennen könnte Labskaus in den Vereinigten Staaten. in Mexiko, Südamerika. scharf gewürzt. in Chile und Peru, Labskaus in Hawai, Labskaus in Javan... Und woraus besteht nun jenes berühmte Seemannsgericht, das der deutsche Matrose gleich hinter „Plumen und Klöten"(Pflaumen und Klöße) aufzuführen pflegt? Es sei vorausgeschickt, die einen nennen Labskaus ein norddeutsches, die anderen ein holländisches oder dänisches Gericht. Der Ursprung ist schwer nachzuweisen. Ehrlich und richtig hergestellt setzt es sich zusammen aus Pöckelfleisch, zerkleinert, mit etwas Speck und gerösteter Zwiebel. Dann kommen Salzgurkenscheiben hinein und schließlich wird das ganze mit Weißkohl und Kartoffelstücken gründlich verkocht. Je nach Geschmack und Charakter des Herstellers gibt es unzählige Abstufungen. Wer kein Pöckelfleisch zur Hand hat. nimmt jede andere Fleischart und auch Fleischreste und wenn überhaupt kein Fleisch da ist, muß man Labskaus ganz vegetarisch mit etwas Fett herstellen, wobei nicht verschwiegen werden soll, daß Labskaus mit Fischen eine außerordentliche Delikatesse darstellt. Auf jeden Fall: Unser Kohl kommt zu Ehren! Aber es gibt ja noch eine Unzahl Möglichkeiten. sehr schmackhafte Kohlgerichte anderer Art zusammenzustellen. Der einfache Weißkohl, mit Bohnen verkocht, mit Rindfleisch oder Hammelfleisch, gehört dazu. Auch Mohrrüben geben in dieser Zusammensetzung eine angenehme Geschmacksvariante: während Weißkohl mit Mohrrüben allein dem englischen „Irish stew“ entspricht. Als Kohlgewürz ist Kümmel immer beliebt, und am besten mundet das Gericht, wie bereits oben erwähnt, mit Rind= oder Hammelfleisch. Es sei übrigens verraten, daß man auch aus Rotkohl. in Verbindung mit weißen Bohnen, sauer und süß gekocht, ein vorzügliches Gericht herstellen kann. das viele Hausfrauen sicher noch nicht erprobt haben. Es gerät am besten, wenn man Speck darin kocht. Auch Sauerkohl mit Pöckelrivven geben ein in Norddeutschland sehr bekanntes Eintovfgericht. wobei man an das neckische Verslein denken mag. das eine Parodie auf das Stolbergsche Lied„Sohn, da hast du meinen Speer“ darstellt: „Sohn da haste Rivvespeer. Nimm dir auch den Sauerkohl. Nimm ihn hin, ich kann nich mehr! Denn wir is heut janich wohl!“ Dem Sauerkohl sollte man überhaupt einen Ehrenplatz einräumen. Gerade jetzt im Herbst, wo er frisch auf den Markt kommt ist er eines der seltenen Gerichte, das auf jeden Tisch gehört. Es ist übrigens nicht wahr, daß Sauerkraut in Deutschland seine alleinigen Liebhaber findet. In Frankreich und auch in England ist es hochgeschätzt und wird auch roh und kalt serviert. Rohes Sauerkraut ist außerordentlich reich an Nähr= und Aufbaustoffen und wir haben vielleicht alle als Kinder garzugern aus der Sauerkrauttüte genascht, ohne zu wissen, daß wir unserem Körver ein vortreffliches Ernährungsmittel zuführten. Auf dem Lande mißt man dem Sauerkraut sogar die Wirkung eines Arzneistoffes bei: gegen Schmerzen aller Art wird es verwendet, und ganz allgemein heißt es: Sauerkraut macht das Blut dünn. Es läßt sich als selbständiges Gericht verwerten, nur mit etwas Fett gekocht, wobei das Hinzufügen von Avselstücken den Geschmack und von Kartoffeln den Nährwert fördert. Recht wenig bekannt ist eine stark sättigende Sauerkrautsuppe, die mit etwas Speck und etwas Mehl versetzt wird. Neben dem Teller steht dann eine Schüssel mit Bratkartoffeln, aus der sich jeder nach Belieben ein vaar Löffel voll in die Suppe In Nordostdeutschland gehört die Sauerkohlsuppe zu den„Sonnabendgerichten“ und hat wohl auch in anderen Gegenden kaum Kostverächter gesunden. Hin und wieder wird dort im Haushalt auch Sauerkraut auf besondere Art konserviert. D. h. nicht mit Salz. sondern das klargeschnittene mit Gewürz überstreute Kraut wird mit frischem Brunnenwasser übergossen. Die Gärung erfolgt wie bei dem mit Salz versetzten Kraut, nur hat man dafür zu sorgen, daß das sich verzehrende Wasser von Zeit zu Zeit durch frisches Brunnenwasser ersetzt wird, so daß das Kraut davon ganz bedeckt ist. Das auf diese Art hergestellte Kraut soll sich sogar länger halten. als das mit Salz konservierte. Wenig bekannt ist heute, daß auch Kürbisse. mit Salz gangemacht in Sauerkraut verwandelt werden können. Das Fleisch wird gehobelt, und in seine Teile zerschnitten, worauf man genau wie beim Sauerkraut verfährt Auch der große, gefüllte Weißkohlkopf ist ein Eintovfgericht ersten Ranges. Man entfernt die groben Blätter seiner Außenseite, schneidet ihn in zwei Hälften und füllt ihn mit einer beliebigen Fleischfarce. die durch Gries oder Haserflocken gestreckt werden kann. Die beiden Hälften werden darauf wieder zusammengesetzt und mit Fäden verbunden. In einem großen eisernen Kochtovi wird der Kohl bräunlich geschmort und im ganzen auf den Tisch getragen. Daß man ein Kohlgericht mit Tomaten zubereiten kann, ist heute kein Geheimnis mehr. Am besten schmeckt Hammelfleisch dazu und natürlich dürfen die Kartoffeln nicht vergessen werden. Bei „Süddeutschen Krautnudeln“, die in Ostvreußen und in den baltischen Ländern ganz ähnlich hergestellt werden, kommt wieder das Sauerkraut zu Ehren. Ein einsacher Teig wird dünn ausgerollt, mit dem zubereiteten Kraut, das auch etwas Fleisch enthalten kann, gefüllt, und im Osen gebacken. Knusorig gebräunt wird er in Streisen zerschnitten und mit einer braunen Soße auf den Tisch getragen. Kraut und Kohl und Labskaus. Wir werden sie am zweiten Eintovssonntag in vielerlei Gestalt zu würdigen wissen. Es sind gute deutsche Gerichte, wie Uhland in seinem„Metzelsuppenlied“ singt: „Auch unser edles Sauerkraut. Wir wollens nicht vergessen: Ein Deutscher hats zuerst gebaut. Drum ist's ein deutsches Essen!" Bas Eigevins des Wellbeldetos Bastler und Kleinkunst gewerbler an die Front! Gustav Insterberg bekommt den ersten und dritten Preis, der zweite Preis fiel an August Schlieker Wiederholung des Preisausschreibens im nächsten Jahre Die Würfel sind gefallen. Die Preise sind verteilt. Das Preisrichterkollegium trat gestern mittag zum Auszählen des Ergebnisses zusammen und hat seine Entscheidung getroffen. Vorweg seien die Namen der Einsender der einzelnen Arbeiten angegeben: Nr. 1: Kinderschürze, Katholische Handarbeitsschule Castrop=Rauxel 1: Nr. 2: Oellampe, Emil Schulte, Hedwigstraße 2: Nr. 3: Förderwagen. Emil Schulte, Hedwigstraße 2: Nr. 4: Schmuckdose, August Schlieker. Im Sandweg 11: Nr. 5: Schreibzeug, August Schlieker. Im Sandweg 11: Nr. 6: Museumsschild, Gustav Insterberg, Gerther Straße 93: Nr. 7: Sinnbildliche Chemiedarstellung, Edmund Hoeren, Münsterstraße 22; Nr. 8: Kissenplatte, Angela Ferrari, Schweriner Straße 3: Nr. 9: Brandpütt. Adolf Dawin, Ringstr. 26. Bei der öffentlichen Schaustellung der Arbeiten im Heimatmuseum war gefragt worden, welchen Arbeiten der Besucher den., 2. und 3. Preis zuerkennen wolle. Die Abstimmung hatte folgendes Ergebnis: Es vereinigten die meisten Stimmen auf sich für den 1. Preis Arbeit Nr. 6, für den 2. Preis Arbeit Nr. 5, für den 3. Preis wieder Arbeit Nr. 6. Den Wettbewerbsbestimmungen gemäß erhielten somit den 1. und 3. Preis in Höhe von 30 und 10 Mark die Arbeit Nr. 6 und den 2. Preis in Höhe von 20 Mark die Arbeit Nr. 5. Alle anderen Einsender erhielten bestimmungsgemäß ein Heimatbuch. Von den 210 Museumsbejuchern, die während der Zeit der Ausstellung gezählt wurden, waren insgesamt 162 Stimmen für den ., 152 Stimmen für den 2. und 151 Stimmen für den 3. Preis abgegeben worden. Alle Freunde heimatlicher Kleinkunst seien schon heute darauf aufmerksam gemacht, daß das Preisausschreiben im kommenden Jahre wiederholt wird. Wer sich beteiligen will, kann also jetzt schon die langen Winterabende für seine Preisbastelei= oder Kleinkunstgewerblerei benutzen. r 000 Boirsgenossen eriebten„Muria Staart Ein erfolgreicher Klassikerabend der A56.„Kraft durch Freude“ und der us.-Kulturgemeinde und angenehmer Rahmen Die Königin Elisabeth von England war bei Jenny Tillmann gut aufgehoben. Sie verstand es vor allem, das Widerspruchsvolle des Charakters auf echt weiblicher Grundlage glaubhaft zu gestalten. So gelang es ihr auch neben dem tückisch geführten Florettstoß der kalten Realvolitikerin hin und wieder das Weib sprechen zu lassen. Von den männlichen Darstellern verdient an erster Stelle Walter M. Holetzko genannt zu werden, der im Großschatzmeister Wilhelm Cecil, Baron von Burleigh, die kalte berechnende, mehr im Düstern als im Hellen wirkende„Staatsraison" trefflich verkörverte. Auch Rudolf Therkatz meisterte als Robert Dudley. Graf von Leicester, die schwierige Rolle des Vertrauten der Königin Elisabeth. in dem die alte Liebe zu Maria noch nicht ganz erstarb, und der insolgedessen ein gejährliches Spiel zwischen zwei Frauen treibt, so gut, daß fast lein Wunsch oifen blieb. Wirksam war vor allem, wie er die Hinrichtung Marias miterlebte und miterleben ließ. Karl Michael(nicht Willy Löhnert, wie es auf dem Theaterzettel hieß) bot als schwärmerisch verliebter jugendlicher Drausgänger und Abenteurer Mortimer, der die schottische Königin befreien und erringen will, eine ansprechende Leistung. Arthur Falkenrec konnte als Georg Talbot. Graf von Shrewsbury, gefallen. Nur blieb er mitunter bei zu schnellem, dem Alter des Warners der Elisabeth auch wohl kaum angemessenen Sprechen schwer verständlich. Heinz Sinzig als Ritter Amias Paulet (Hüter der Maria) sowie Annemarie Burger als Hanna Kennedy(Amme der Maria) und Willy Löhnert in der Dopvelrolle als Staatssekretär Davison und Mortimers Freund Okelly füllten ihren Platz gut aus. Genannt seien von den weiteren Mitwirkenden. die in ihren kleineren Rollen das ihrige zur Abrundung des Spiels beitrugen, noch Max Gurske (Gras von Kent) Kurt Sperling(Graf Aubespine. französischer Gesandter), Adolf Demuth(Melvil. Marias Haushofmeister), Gerhild Mathies(Margarete Kurl. Marias Kanmerfrau) und Otto Tönges(Graf Bellievre. außerordentlicher Botschafter von Frankreich). Alle Künstler standen verantwortungsbewußt auf ihrem Posten. Kleine Indispositionen, die bei diesem Wetter im Wanderbühnenbetrieb nicht ausbleiben können, vermochten den guten Eindruck der Gesamtdarbietung des Trauerspiels kaum zu schmälern. so daß man den weiteren Gastspielen des Westfäl:: schen Landestheaters nach diesem glücklichen Austakt mit freudiger Erwartung entgegensehen darf. Fr. I. Pr. Stadttreis Tusteop=Kaufet Castrov=Rauxel, 6. November 1936 Kampf dem Verderb... Was nicht gepflegt zur rechten Zeit.* Ist bald dem Untergang geweiht. Drum schütz' es vor Naturgewalten, Es gilt, die Werte zu erhalten! Kampf dem Verderb!— für jedermann! Auch Dich gehts an! Die sachgemäße Zubereitung Ist in der Küche von Bedeutung, Drum deutsche Frau, tn Deine Pflicht! Denk' nie: Mein Haushalt zählt doch nicht! Kampf dem Verderb!— für jedermann! Auch Dich gehts an! * 0 Der TSMMNO, erkelle 40000 K2440pfsoinlag.11. otwarier HE Die Verbindung zur Gemeinschaftsarbeit, die von der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ und der NS.=Kulturgemeinde in Castrop=Rauxel eingegangen wurde und die sich bisher an zwei VarieteeAbenden bewährt hat, bewies sich auch am Mittwoch, als im Wichernhaussaal„klassische Kost" geboten wurde. als durchaus glücklich und verheißungsvoll für die Zukunft. Rund 550 Karten wurden verkauft, dazu kamen noch etwa 50 Karten für Arbeitsinvaliden und andere Ehrengäste der DAF., so daß der Saal des Wichernhauses eine Besetzung aufwies, wie man es bei Klassikerveranstaltungen in Castrop=Rauxel wohl noch nie erlebte. Aber der Abend war nicht nur nach der finanziellen Seite ein Erfolg. er war es in ebenso hohem Maße auch in künstlerischer Hinsicht. Das große Publikum, das aus allen Kreisen der Bevölkerung zusammen kam, dankte den Schauspielern des Westfälischen Landestheaters das Bestreben, die Losung. „daß für das Volk nur das Beste gut genug sei, in die Tat umzusetzen, durch angespannteste Aufmerksamkeit und am Schluß mit herzlichem Beifall. Mehr als dieses aber wiegt wohl noch die Tatsache, daß sich nicht ein einziges Mal wie es sonst doch noch stets der Fall war, an unrichtigster Stelle Heiterkeit im Saale ausbreitete. Man kennt ja die leidige Sucht weiter Kreise der hiesigen Bevölkerung. im Theaterspiel nur eine Angelegenheit zum Reizen der Lachmuskeln zu erblicken! Diesmal war jedoch die allgemeine Ergriffenheit über das Geschehen auf der Bühne so groß, daß in vielen Stuhlreihen des Zuschauerraumes die Taschentüchlein in Tätigkeit treten mußten. Gibt es noch wohl einen besseren Beweis dafür, daß die Klassiker unserem Volke— recht gespielt— auch heute noch viel zu sagen haben, es auch heute noch mitreißen können? Gewiß, wir leben in einer schnellen Zeit, die harte Arbeit und den vollen Einsatz der Arbeitskraft von jedem einzelnen Volksgenossen verlangt. Es ist da nicht verwunderlich, wenn er nach den Mühen und Sorgen des Alltags sich gern der leichten Muse zuwendet; aber das Erleben vom letzten Mittwoch hat doch gezeigt, daß richtig durchgeführte Werbung und ernste Arbeit im Dienste der Kunst ihn auch für die „schwere“ Kost der Klassiker zugänglich machen. Walter M Holetzko, der die Spielleitung führte, baute auf den vielgestaltigen Erfahrungen auf. die er in den Wanderjahren machte, die ihn als Mitglied der Haas=Berkow=Truppe durch Deutschlands Gaue führten. Er hat die ganze Aufführung als„Kammerspiel“ gestaltet, das von dei Gespanntheit der beiden das Spiel beherrschenden Frauencharaktere erfüllt wurde. Dieser Art der Spielgestaltung konnte auch mit den naturgemäß bei einer Wanderbühne nur bescheidenen bühnentechnischen Mitteln ein würdiger gegeben werden. Ernst Hummels Bühnenbilder und M. Filters prachtvolle Kostüme versetzten die Zuschauer in die von Leidenschaften randvoll gefüllte Zeit der englisch=schottischen Reformation", aus deren Verlauf der idealistische Kämpfer Schiller die Vernichtung der Schottenkönigin Maria durch ihre siegreiche Gegnerin, die englische Königin Elisabeth herausgriff. Der Dichter kämpft als Bannerträger für Gerechtigkeit und Freiheit gegen den Mißbrauch des Rechts in jeder Form. Deshalb muß auch die Titelheldin Maria Stuart sterben, weil sie frühere Schuld zu sühnen hat. Aber eben dadurch erringt sie die wahre Freiheit, die Freiheit der Seele. Das Schillersche Trauerspiel bringt nur den Schlußakt aus dem Leben der unglücklichen schottischen Königin. Wenn sich der Vorhang hebt, ist sie schon zum Tode verurteilt. Zu Anjang gibt es nicht viel Handlung, dafür aber umso mehr scharf geschlifjene,„klassisch“ vollendet gehandhabte Dialoge und Monologe als Ausdruck eines tiefen Gedankenreich= tums. Gar manches Wort ist davon in den Zitatenschatz des deutschen Volkes übergegangen. Der Schönheit der Schillerschen Verse hauchten trefflich geschulte Sprecher zwingendes Leben ein. Sie boten so namentlich in den großen dramatischen Dialogen eine Spiegelung der seelischen Vorgänge. Dabei verstand es die straffe Spielleitung von Holetzko allen, gerade bei der Wiedergabe von Schiller so oft gehörten Pathos. aber auch die gerade an Wanderbühnen früheren Stiles so oft blühenden paradierenden Virtuosenmätzchen zu unterbinden. Nicht zuletzt öffnete diese Tatsache dem Mitfühlen und Miterlebenwollen aufgeschlossener Herzen den Weg zu dem aus dem Zeitlichen des 16. Jahrhunderts herausgehobenen, zeitlos gewordenen Dichterwerk. Zu der Künstlerschar des Westfälischen Landestheaters, der wir diesen wirklich hervorragenden Theaterabend zu danken haben, ist im allgemeinen zu sagen, daß sie durch das Ausscheiden früherer und durch die Gewinnung neuer Spielkräfte, soweit sich das nach dieser ersten Visitenkarte beurteilen läßt. anscheinend sehr erfreulich gewonnen hat. Ein Sonderlob verdient Irmgard Wallenda. die als Maria Stuart in Erscheinung, Spiel und Sprache ganz Königin war und deren sein geschulte Kunst besonders in der Begegnung der beiden Rivalinnen im Park von Fotheringhay wie auch in der Abschiedsszene des 6. Bildes zu hinreißender Kraft und zu überwältigender Verinnerlichung auflief. Um sie und ihre Gegnerin Elisabeth ordnete sich das wohl durchdachte Ensemblespiel der übrigen Mitwirkenden wie um zwei Chorführerinnen. Auch Du mußt heifen! Es war im Jahre 1932 und in den Jahren davor: Es klingelte an der Wohnungstür. Der kleine Hans ging. um zu öffnen und kam dann zu der Mutter zurückgelausen und sagte:„Mutti. ein armer Mann.“ Und Mutti griff dann in die Tasche und ließ Hans dem armen Mann 5 Pfennige geben. Hans freute sich darüber, denn der arme Mann sah doch zu abgerissen aus— zu verhungert. So klingelte es am Tage vier, fünj mal. Hans hätte gern jedem fünf Pfennige hinausgetragen und womöglich noch eine Tasse Kaffee: aber Mutti konnte soviel nicht geben. Das verstand Hans nicht, denn Mutti hatte doch viel mehr Geld als der arme Mann! Heute kommen diese„armen Männer“ und„alten Mütterchen" nicht mehr. Heute hört Hans nicht mehr den armen Mann sagen:„Ich habe zu Hause eine kranke Frau und drei Kinder.„Schon manchmal hat sich Hans darüber den Kopf zerbrochen. warum die armen Leute nicht mehr kämen. Hätte er seinen Lehrer in der Schule gefragt, so wäre dieses Kopfzerbrechen nicht notwendig gewesen, denn von dem Lehrer hätte er erfahren, daß diese armen Leute nun nicht mehr betteln zu gehen brauchen, daß sie vom Winterhilfswerk unterstützt werden. And dieses Winterhilfswerk hat auch den Eintopssonntag eingerichtet, an dem alle Menschen im deutschen Vaterland dasselbe essen. Die mäkeligen Kinder erjuhren von ihren Müttern, als sie sich beklagten, daß sie dadurch helfen würden die armen Leute. die früher an die Tür kamen und um Almosen baten, jatt zu machen. Die Mütter erzählen auch, daß ein Fleischgericht drei Mark kosten wurde und daß dagegen weiße Bohnen nur 50 Pfennige kosteten. Sie sagten, die.50 Mark, die durch dieses billige Essen erspart würden, erhalte der Sammler für das Winterhilfswerk, und dieses Winterhilfswerk gebe allen armen Menschen Nahrung und Kleidung. Sie brauchten nun nicht mehr betteln zu gehen. Und hätten diese Hänse ihre Lehrer gefragt, so wäre ihnen gesagt worden, daß das Winterhilfswer den armen Menschen nicht aus Barmherzigkeit Unterstützung angedeihen läßt, sondern weil wir endlich ersaßt haben, daß diese Menschen an ihrer Armut nicht schuld sind. Deshalb wäre es ganz einfach unsere Pflicht, diesen Menschen zu helfen. Nicht aus unserem guten Herzen heraus sollten wir das tun. nicht weil uns irgendeine Behörde dazu zwingt. vielmehr weil wir alle Brüder sind und weil einer für den anderen eintreten muß bis zum letzten. Wer mehr hat als der andere, soll diesen anderen von seinem Mehr so viel abgeben, daß er auch sovier hat, um vor dem Aergsten bewahrt zu werden. Der Eintovssonntag ist der Tag, an dem wir unseren armen Volksgenossen helfen. Auch der mätelige Hans hilft, indem er sich überwindet und an diesem Tage genau dasselbe ißt, was es vielleicht sonst nur in der Woche gibt. Castrop=Rauxel im neuesten„Brockhaus“ soeben erschienenen 1. Bande des sogenannten „Kleinen Konservationslexikon“ von Brockhaus finden wir unter dem Stichwort Castrov=Rauxel folgende Angaben:„Industriestadt im Regierungsbezirk Arnsberg. Westsalen, mit 58 400 Einwohnern. am Rhein=Herne=Kanal. 75 Meter über dem Meeresspiegel gelegen, hat Amtsgericht, höhere und Fachschulen. Heimatmuseum. Industrie: Steinkohlenbergbau. Zementwaren= und chemische Industrie, Ziegeleien, Branntweinbrennerei. Unter der Literaturangabe ist dann auch noch auf das anläßlich der 1100=Jahrfeier erschienene„Heimatbuch“(193) verwiesen. Der neue„kleine Brockhaus“ erscheint als „Allbuch“ in vier reich bebilderten Textbänden und einem Atlasband. Gepadmärsch der Su Grappe Westsaten Eine Rückschau auf die bis herigen schweren Kämpfe Zum dritten Male findet am 29. November der Viktor=Lutze=Mannschaftsgepäck marsch der SA.=Gruppe Westfalen in Dortmund statt. Geboren aus dem Geist der neuen Zeit, in dem der Wille der Gemeinschaft über die Meinung des einzelnen triumphiert, haben bereits die beiden vergangenen Jahre die besten Beispiele an Wille. Ausdauer und Mannschaftsgeist gezeigt. Interessant und aufmunternd zugleich ist es. wenn wir heute einen Rückblick halten auf die Kämpfe vergangener Jahre. Im Schmuck der Goldmyrte Am heutigen Tage können im Stadtteil Schwerin die Eheleute Knappschaftsrentner Gustav Borchardt und Frau Friederike geb. Schwabe in bester Gesundheit des Körpers und des Geistes das Fest der Goldenen Hochzeit seiern. Der Goldbräutigam wurde am 3. September 1859 zu Hettstadt im Kreise Mansfeld geboren, während die Goldbraut am 18. Januar 1866 in Hefer(Kreis Hagen) das Licht der Welt erblickte. Am 6. November 1886 schlossen die beiden in Castrop den Bund fürs Leben, nachdem Gustav Borchardt in der heimischen Kohlenindustrie Arbeit und Brot gesunden hatte. Später verzog die Familie nach außerhalb. doch sehrten die beiden Eheiubilare. die sich in ihrem Bekanntenkreise großer Wertschätzung und Beliebtheit erfreuen, im Beginn des Jahres 1920 von Oestrich wieder nach hier zurück, wo sie in dem der Zeche„Graf Schwerin“ gehörenden Hause Funkestraße 4. einen geruhsamen Alterssitz sanden. Wir rusen dem goldenen Jubelvaar ein herzliches „Glückauf" zu seinem heutigen Ehrentage zu und hoffen, daß es ihm auch noch vergönnt ist, die eiserne und diamantene Hochzeit zu begehen! Im Silberkranze Die Cheleute Wilhelm Dunker, Josefstr. 5. Stadtteil Habinghorst, konnten dieser Tage im Kreise ihrer drei Söhne und der Verwandten und Bekannten das Fest der Silberhochzeit seiern. Dem allverehrten Silberbrautpaar nachträglich ein herzliches„Glück auf“ für den serneren, hofsentlich noch recht langen und recht glücklichen gemeinsamen Lebensweg! Feierliche Verpflichtung im REKK. Am Samstag, dem 7. November 1936, findet abends um.45 Uhr im Hotel Kappe am Bahnhof Rauxel die Verpflichtung der ersten Korpsangehörigen des RSKK. Motorsturmes 18/M 69 statt. Chorgemeinschaft Liederhalle=Harmonie Zum 1. Hauptkonzert der Chorvereinigung Liederhalle=Harmonie am Dienstag. dem 10. November, abends 8 Uhr. im Wichernhaus, ist als Mitwirkender der Frauenchor des Dortmunder Lehrer=Gesangvereins gewonnen worden. Hiermit ist die Chorvereinigung mit Bewußtsein abgewichen von der stereotyven Art der Gestaltung der Männerchorkonzerte. Sie hat so einen neuen Weg beschritten der sicher für alle Kunstfreunde sehr interessant sein wird, ist doch hier Gelegenheit gegeben. die Darbietungen eines Frauenchores und Männerchores nach ihrer verschiedenartigen Dynamik und Wirkung zu genießen. Vor allem ist die Neuerung dadurch besonders interessant und wertvoll, daß beide Chöre unter der Leitung desselben Chorleiters stehen. Zudem sind die Qualitäten des Frauenchores des Dortmunder Lehrer=Gesangvereins in der engeren und weiteren Heimat zu bekannt. als daß wir noch besondets darauf hinzuweisen brauchten. Der Frauenchor singt: Geseg'n dich Laub(mit Begleitung einer Violine von Plüddemann). Minnlied(A. de la Hale). Die stille Stadt(A. Knab), Veile. Rosen. Blümelein(H. Stieber). Spinn, spinn (H. Grabner). Masurisches Volkslied(A. Knab). Zum Schluß singen der Männerchor und der Frauenchor als gem. Chor: Der Feldjäger(aus Schwaben), Es leben die Soldaten(vom Niederrhein). Kein schöner Land(durch Wandervögel verbreitet). Auf Besehl des Führers der SA.=Gruppe West. falen. Gruppenführer Schramme, wurde 18. November 1934 zum ersten Male ein Mannschaftsgepäckmarsch innerhalb der Einheiten der SA.=Gruppe Westfalen durchgeführt. Teilnahmeberechtigt waren damals nur die Einheiten der SA.=Gruppe Westfalen. Ein wie großes Interesse schon damals in den Reihen der SA. für die Veranstaltung vorhanden war, zeigt die gute Teilnehmerzahl Es starteten bei diesem Marsch 13 aiggos=Mannschaften mit je 1 Führer und 61 Standartenmannschaften mit je 1 Führer und 10 Mann. Sieger des Wandervreises der SA.=Gruppe Westsalen wurde in diesem ersten Marsch bei den Brigademannschaften die Brigade 69 (Hagen), die in tadelloser Diszivlin nach schwersten Kämpfen als Sieger durchs Ziel ging. Einen noch schwereren Kampf lieserten sich die Standartenmannschaften, bei denen die Mannschaft des Marinesturmbannes III/9 verdienter Sieger blieb. Nach dem guten Verlauf dieses ersten Morsches wurde mit SA.=mäßigem Schwung der zweite Mannschafts=Geväckmarsch am 15. November 1935 aufgezogen. Der Stabschef gab der SA.=Gruppe Westsalen die Berechtigung, diesen Marsch nach seinem Namen zu benennen und stiftete gleichzeitig für den Sieger des Marsches einen Wandervreis. An dieser Veranstaltung beteiligten sich nicht nur die Einheiten der SA., sondern darüber hinaus alle Gliederungen der Bewegung innerhalb der Provinz Westfalen. Aus den zwei Marschgruppen des Jahres 1934 wurden deren vier im Jahre 1935. Die Teilnehmerzahl wuchs von 1000 auf fast 3000 Mann. Harte und schwere Kämpfe besonders in den Marsch= gruppen 1 und II(große Mannschaften der kasernierten und nichtkasernierten Einheiten) spielten sich auf der 35 Kilometer langen Strecke rund um Dortmund ab. Zäh und verbissen kämpften die Männer mit letzter Hingabe um den Wanderpreis des Stabschefs. Hart war der Kampf. um jede Minute, um jeden Meter wurde gekämpft. Alle. die den Marsch 1935 miterlebten, werden an diesen mörderischen Kampf gegen Zeit und Kilometer gerne und voll Stolz zurückdenken. Voll ehrlicher Bewunderung für die Leistungen der Männer aller Formationen, die freiwillig diese schweren Strapazen auf sich genommen hatten, spendeten die Zuschauer den Siegern bei der Uebergabe der Wander= und Ehrenvreise starken Beifall. Die Namen der Sieger aber sollen hier noch einmal genannt werden: Marschgruppe 1: 1. SA.=Brigade 67(Dortmund). Zeit:.32,24(49 Mann): 2. SS.=Abschnitt XXV(Westjalen=Süd). Zeit:.21.04(45 Mann): 3. SA.=Brigade 66(Münster), Zeit:.13,10(38 Mann). Marschgruppe II: J.„SA.=Hiliswerklager 4/Wf. Hattingen, Zeit: .00.51(36 Mann): 2. Schutzpolizei Dortmund. Zeit: .16.01(46 Mann); 3. Schutzvolizei Recklinghausen, Zeit.91,39(45 Mann). Marscharuppe III: 1. Hitler=Jugend=Gefolgschaft 3/130. 2. Hitler=Jugend=Bann 136. Iserlohn; Jugend=Gesolgschaft 4/130. Dortmund; Jugend=Gefolgschaft 7/130. Dortmund. Marschgruppe IV: 1. SA.=Standarte 158. Paderborn, Zeit: 2. SA.=Sturmbann I/174. Bielefeld. Zeit: 3. SA.=Marine=Standarte 52, Warendorf. Also, alles in allem wieder ein Heft, das sich seben lassen kann und allen unseren Lesern viel Freude und Unterhaltung für die kommende Woche bringen wird. Büchertisch Das Allbuch ist da Dortmund. Hitler= Hitler= 4. .34,03. Und wer wird Sieger in diesem Jahre? .32.00: .33.31: Zeit: Drei in einer Hand Ab heute untersteht auch das älteste Lichtspielhaus von Castrop=Rauxel, die Lichtburg, der Leitung des bekannten Kinofachmannes Hans Karv, der damit alle drei Kinos der Altstadt in seiner Hand vereint. In der Zeit seiner hiesigen Tätigkeit im Europa= und im Gloria=Theater hat Hans Karv den Nachweis erbracht, daß er ehrlich bestrebt ist, dem hiesigen Publikum stets schnellstens die neuesten und besten Erscheinungen des Filmmarktes zugänglich zu machen. Er gibt somit die Gewähr dafür daß die Neuregelung sich zum Nutzen der zahlreichen hiesigen Filmfreunde auswirkt. Anläßlich der Uebernahme der Lichtburg läuft dort der neue große Usa=Film„Verräter“. ein nach wahren Begebenheiten unserer Zeit, verfaßter Svionageabwehrfilm, der auch in Castrop=Rauxel allergrößtem Interesse begegnen dürfte. Illegale Schriften müssen der Polizeibehörde übergeben werden! Die Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat vom 4. Februar 1933 macht es jedem Volksgenossen zur Pflicht. illegale Schriften, die sich gegen den Bestand des Volkes und des Staates wenden, sofort der Polizeibehörde zu übermitteln. Die gleiche Pflicht zur Anzeige obliegt ihm. wenn er von dem Vertrieb einer solchen Schrift Kenntnis erhält. Die Nichtbefolgung dieser staatsbürgerlichen Pflicht setzt die Verordnung unter Strafe Vor der Großen Strafkammer des Landgerichts Bochum hatten sich mehrere Angeklagte wegen Verstoßes gegen die Verordnung zu verantworten Sie wurden, da sie trotz Kenntnis der Verordnung dieser zuwidergehandelt hatten, mit mehrmonatigen Freiheitsstrafen belegt. wenn zu besorgen ist, daß die Durchführung von Maßnahmen zum öffentlichen Wohl infolge der Ausführung oder Aenderung baulicher Anlagen auf den in Aussicht genontmenen Flächen erschwert oder unmöglich gemacht werden würde. In den Sverrgebieten sind bauliche Anlagen sowie Ausschüttungen oder Abgrabungen größeren Umfangs, die mit dem Zweck der Bausperre in Widerspruch stehen würden. von der Baugenehmigungsbehörde zu untersagen. Da die Bausperre nur eine vorläufige Schutzmaßnahme darstellen soll. bleibt die endgültige Klärung der mit der Durchführung des öffentlichen Vorhabens zusammenhängenden Fragen auch weiterhin dem in den bisherigen Gesetzen vorgeschriebenen ordentlichen Verjahren, also namentlich dem Fluchtlinien= und Enteignungsverfahren, vorbehalten. Zuständig für die Anordnung der Bausperre sind die Gemeinden, die hierzu jedoch der Genehmigung des Regierungspräsidenten bedürfen. Daneben kann auch der Regierungspräsident von sich aus eine Bausperre verhängen. Die Bausperre tritt mit Ablauf von zwei Jahren nach ihrer Bekanntgabe außer Kraft, sofern sie nicht wegen Fortfalls der Voraussetzungen bereits zu einem früheren Zeitpunkt aufgehoben wird. In besonderen Fällen kann die Bausperre über die genannte Frist hinaus verlängert werden. Die hausfrau im Bierjahresplan! Ein jahreszeitlich bedingter Speisezettel bedeutet: Jetzt mehrmals wöchentlich Wirsing u. Kappes kochen! Verschiedene Frischgemüse sind nur noch knapp vorhanden, während große Mengen Wirsing. Weißkohl und Rotkohl der Abnahme harren. Sie dürfen nicht verderben! Weißkohl und Rotkohl lassen sich noch gut eine Zeit lagern,— auch im Keller der städtischen Hausfrau— wenn sie ihn vor der Frostveriode einkauft. Wirsing hält sich nicht, wenn er noch lange auf den Versandplätzen lagert. Im Keller aber kann man ihn noch längere Zeit frisch halten. wenn man ihn sachgemäß aufbewahrt. Wirsing läßt sich auf vielerlei Art kochen, als seines Einzelgemüse und als Eintopf.(Beim Einzelgemüse jetzt weniger Fett nehmen, dafür einen guten Schuß Milch hinzugeben). Versuchen Sie doch einmal das bekannte altwestfälische Gericht: Münsterschen Potthast! Ein Stück durchwachsenes Rindfleisch(oder Hammelfleisch) mit Wirsing. Möhren und Kartofseln durcheinandergekocht, Zwiebel hinzugeben und gut würzen. Auch die großen volitischen Ereignisse der vergangenen Woche, die bedeutsame Rede Herm. Görings sowie der Geburtstag des Reichsministers Dr. Goebbels werden in interessanter Bildfolge gebührend gewürdigt. Wie der Bolschewismus wirklich ist, wie sich diese völkervernichtende Idee im gesamten öffentlichen Leben Rußlands auswirkt, erfahren Sie durch eine weitere ausschlußreiche Bildfolge. Von jeher hat es sich die nationalsozialistsche Regierung angelegen sein lassen, alte Tradition, die in ländlichen Bräuchen und Trachten starken Ausdruck findet, zu pflegen. Ein Bildbericht, der uns eingehend alte deutsche Bauernkultur offenbart. wird sicher vielen Lesern Freude machen. Unsere Hausfrauen finden auf der Frauenseite treffliche Vorschläge für den Eintovf=Sonntag. Die Freunde unserer Kurzgeschichtenseite werden durch eine spannende Skizze aus dem Offiziersleben der Vorkriegszeit von Laurenz Kiesgen auf ihre Kosten kommen. Die Seite des Films gibt Aufschluß über kommende Lustspiel= und Sängerfilme. Und dann folgt, wie immer, fachkundige Kritik und Einführung in die hörenswertesten Sendungen der kommenden Woche, sowie der Roman= und Unterhaltungsteil. Peter Fünkchen sei nicht vergessen, der noch einmal im Zusammenhang die Bedingungen seines Werbefeldzuges bekanntgibt. Viele unserer Leser werden in den letzten Wochen in den Auslagen und Ankündigungen der Buchhandlungen auf ein Wort gestoßen sein, bei dem sie im ersten Augenblick vielleicht stutzten:„Allbuch“. Es handelt sich dabei um den„Neuen Brockhaus“. eine grundlegende Neuschönfung des ältesten deutschen Lexikonverlages, der damit dem deutschen Konversationslexikon richtunggebend einen erweiterten Aufgabenkreis zuweist. Wie viele gute deutsche Mörter gibt es doch, die wir nicht sofort verstehen, wenn sie nicht zufällig dem Sprachgut unserer engeren Heimat entstammen. Wissen wir ohne Nachschlagen, was ein Bähnert. eine Anse. eine Bülge ist? Bisher fanden wir in den Sachnachschlagewerken(gemeinhin Konversationslexika genannt) diese und viele tausend andere Wörter nicht, erst der„Neue Brockhaus“ gibt Auskunft über alle deutschen Wörter, auch die alltäglichen und mundartlichen. Wollen wir wissen, woher dieses oder jenes Wort stammt, ob es altes deutsches Sprachgut ist oder zugewandertes aus Nach. barschaft oder Fremde, was die Sprachlehre zu ihm zu sagen hat, wie es im Satz zu gebrauchen ist—. so konnte uns das bisherige Konversationslexikon nur mangelhaft, oft aber überhaupt keine Antwort geben. Diese Lücke füllt das Allbuch„Der Neue Brockhaus“ aus. Durch Verschmelzung von Sach= und Sprachbuch, von Konversationslexikon und deutschem Wör terbuch finden wir in ihm eine neue Buchart, die es bisher in der deutschen Sprache nicht gab. Dabei verwendet das Werk geschickt das„sprechende Bild“ das uns sofort Antwort gibt, wenn wir einen Gegenstand nur vom Sehen kennen und nun gern wissen mochten, wie er heißt, wie ihn der Fachmann besnet. Wir haben mit Absicht diese Seite de: „Neuen Brockhaus“ an den Ansang unserer rachtungen gestellt, denn es erscheint uns wichtig kurz zu kennzeichnen, was das Ailbuch aus allen anderen Nachschlagewerken unserer Zeit heraushebt Darüber sei nicht vergessen, daß wir in ihm ein auf neuester Grundlage bearbeitetes Konversationslexi= kon haben, das uns gewissenhaft Auskunft gibt, wenn wir uns über Volk und Reich, berühmte Männer und Frauen. Tiere. Pflanzen. Ortschaften, fremde Länder Technik und Kunst, Volkskunde Rechtsfragen. Gartenbau und die vielen tausend anderen Dinge unterrichten wollen, die täglich in unserem Blickseld auftauchen. Die neuesten stattstischen Angaben, die letzten Forschungsergebnisse finden wir ebenso verzeichnet wie praktische Ratschläge über Obstweinbereitung(auf der Tafel„Beerenobst"), über die Verhütung von elektrischen Unfällen, über die Bestimmungen der Einkommensteuer. Daß es dem Verlag. gestützt auf eine hundertfünfundzwanzigjährige Erfahrung in der Herausgabe volkstümlicher Nachschlagewerke. gelingen wird. den ungeheuren Stoff in vier reichlich bebilderten Textbänden zu meistern. zeigt schon der vorliegende erste Band. ein stattliche: Buch mit Tausenden von bunten und einfarbigen Bildern, Karten und Uebersichten*). Mit dem „Neuen Brockhaus“ hat der alte Verlag einen entscheidenden Schritt in der Gestaltung unserer allgemeinen deutschen Nachschlagewerke getan, der die Benutzbarkeit des Werkes für den Tagesgebrauch außerordentlich steigert, so daß der Besitzer nach seinem Allbuch weit häufiger greisen wird als nach einem Konversationslexikon alter Art, das den deutschen Sprachschatz nicht in dieser vollständigen Weise enthält.—— Weis *) Der Neue Brockhaus. Allbuch in vier Bänden und einem Atlas. Band I:—E. ermäßigter Vorbestellpreis RM. 10.— für die Ganzleinenausgabe. Zilbustriegrötet Dortmunder Sondergericht umgezogen Festtagsrückfahrkorten 14 Tage giillig Zu Weihnachten und Neujahr Die Reichsbahn wird auch in diesem Jahre wieder zu Weihnachten und Neujahr Festtagsrückfahrkarten mit einem Drittel Fahrpreisermäßigung ausgeben. Diesmal werden die Karten von Dienstag, dem 22. Dezember. 9 Uhr. bis Montag, den 4. Januar, 24 Uhr, dem spätesten Zeitpunkt für den Abschluß der Rückreise, gültig sein. Wer zu Weihnachten und Neujahr verreisen will, hat dazu also volle 14 Tage Zeit. Die Geltungsdauer der Arbeiterrückfahrkarten wird in der gleichen Weise verlängert. „hör mit mir Freude und Gemeinschaft Verhängung von Bausperren Der Reichsarbeitsminister hat am 29. Ottober eine Verordnung über die Zulässigkeit befristeter Bausperren erlassen. Danach kann für eine Frist von zwei Jahren eine Bausperte angeordnet werden, So lautet der Leitspruch des Winterprogramms des deutschen Rundsunks, das in der vergangenen Woche vom Reichssendeleiter Hadamousky anläßlich der Eröffnung der Werkpausensendungen bekanntgegeben wurde. Wollen Sie einen genauen Einblick in die Programmgestaltung der kommenden Monate gewinnen, wollen Sie erfahren, was Ihnen der Rundsunk auf den einzelnen Gebieten, sei es Musik, Hörspiel. Over oder Unterhaltung bringen wird das neue Heit unserer Rundfunkzeitschrift„hör mit mir“ gibt Ihnen in einem eingehenden Bericht genauen Aufschluß. November, jenes Tages, der für immer ein Wendepunkt der deutschen Geschichte sein wird. ist durch ein vortreffliches Bild vom Ehrentempel für die Blutopser in München gedacht. Dortmund. Schon seit Jahren besteht im Dortmunder Landgerichtsgebäude ein empfindlicher Platzmangel. Die vorhandenen Räume reichen nicht mehr aus, so daß es oft vorkam, daß in einem Zimmer mehrere Ressortbearbeiter zusammenarbeiten mußten. Nunmehr hat man eine Lösung gefunden. indem das Dortmunder Sondergericht zwei Stockwerke des Hotels„Der Fürstenhof“ gegenüber dem Hauptbahnhof bezieht. Die beiden Stockwerke sind fur die Bedurfnisse des Gerichts umgebaut worden. Sämtliche Zimmer der Staatsanwälte und Richter sind dorthin verlegt worden. Die Sitzungen des Sondergerichts werden nach wie vor im Landgerichtsgebäude im Schwurgerichtssaal abgehalten. Durch diesen Umzug ist die größte Raumnot im Landgerichtsgebäude schon behoben. Der Hotelbetrieb im Fürstenhof wird sehr eingeschränkt. Es steht sogar in Aussicht, daß er unter Umständen völlig eingestellt wird, da die lausenden Unkosten den Betrieb nicht mehr rentabel erscheinen lassen. Bruderstreit mit tödlichem Ausgang Neun Monate Gefängnis für den Täter Dortmund. Vor dem Dortmunder Schwurgericht hatte sich ein gewisser Heinrich Stracke aus Hamm wegen Körperverletzung mit Todeserfolg zu verantworten. Nachdem er seine Arbeitsstelle hatte aufgeben müssen, lebte er im Hause seines verheirateten Bruders Wilhelm in nicht gerade gutem nehmen mit diesem. Anläßlich eines Familienfestes gerieten sie aneinander, wobei der Angeklagte seinem Bruder einen Schlag mit einer Bierflasche an den Kopf versetzte. Einen Tag später starb der Niedergeschlagene im Krankenhaus. Der Täter stellte sich selbst der Polizei. Das Gericht erkannte gemäß Strafantrag des Staatsanwalts auf neun Monate Gefängnis unter Zubilligung mildernder Umstände. Erpresser festgenommen Lünen. Die Kriminalpolizei verhaftete hier einen aus Selm stammenden Volksschädling. Dieser hatte Erpresserbriefe geschrieben, in denen die Empfänger aufgesordert wurden, bestimmte Geldbeträge im Briesumschlag an das Postamt in Lünen postlagernd zu senden. Der Erpresser drohte seinen Opfern in den Briesen, sie wegen staatsseindlicher Aeußerungen zur Anzeige zu bringen, falls sie das Geld nicht absenden würden. Auf Grund der Anzeige eines der Briesempfänger gelang es der Polizei. den Erpresser festzunehmen, als er die Briefsendungen abholen wollte. Eliketliert die Flaschen gut! Unna. Wie ungeheuer wichtig es ist, vor allem Flaschen mit gefährlichem Inhalt richtig und auch so zu etikettieren, daß jeder, der sie in die Hand nimmt, sehen kann, was darin ist, beweist mal wieein Fall in dem benachbarten Massen. wo ein 27jähriges Fräulein durch Essigessenz zu Tode kam. Das Mädchen wollte gegen eine Erkältung Gurgelwasser nehmen, griff dafür aber die Flasche mit Essigessenz. verbrannte sich Luftröhre und Lunge und ist unter surchtbaren inneren Verbrennungsschmerzen gestorben. Recklinghausens finanzielle Gesundung Recklinghausen. Die Finanzlage der Stadt Recklinghausen hat sich gebessert. Die noch vor wenigen Jahren ungedeckten Fehlbeträge, sie gingen weit in die Millionen, sind jetzt für das erste Halbjahr des Rechnungsjahres 1936 bereits unter die hunderttausend gesunken. Wie Oberbürgermeister Niemeyer in der letzten Ratsherrensitzung mitteilen konnte, bleibt als wirklicher Fehlbetrag für das erste Halbjahr 1936 84900 Mark. Im Vergleich zu dem im Haushaltsvlan vorgesehenen ungedeckten Fehlbetrag für das erste Halbjahr— 1 259900 Mark— ist das eine außergewöhnlich starke Verminderung. Diese starke Senkung um 1 175000 Mark war möglich, weil durch die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen die Wohlfahrtserwerbslosenlasten um rund 370000 Mark zurückgingen. Die Ueberweisung der Staatsbeihilfen, wenn sie auch nicht in der erwarteten Höhe erfolgten, und die Drosselung aller Ausgaben. soweit sie nicht zwangsgebunden waren, auf den Stand von 1933 haben wesentlich zur Besserung des Haushalts beigetragen. Auf der Straße vom herzschlag getroffen Wattenscheid. Am 3. November, gegen 14.30 Uhr. brach ein 71 Jahre alter Mann aus Höntron auf der Straße„Ov de Veih" tot zusammen. Der sofort herbeigerufene Arzt stellte als Todesursache Herzschlag fest. Die Leiche wurde der Leichenhalle des Kommunalfriedhofes zugeführt. Blutiges Drama Gladbeck. Am Dienstag. gegen 22 Uhr, wurde die 2ährige Ehefrau Maria Berger aus Gladbeck auf der Hanvelstraße von dem 28jährigen Arbeiter Joh. Grünheid aus Gladbeck nach einer Auseinander setzung durch schwere Messerstiche in Hals und Rücken schwer verletzt. Es besteht Lebensgejahr. Der Tä ter hat sich der Polizei gestellt. Der Grund zu dieser grauenvollen Tat ist noch unbekannt. „Das werden wir Deutschland nicht vergessen“. Der dell Bpulllen=flachtllugell Wie die Deutschen der roten hölle entkamen— Jurchtbare Tage in Madrid— Die deutsche Hilfeleistung Unser Mitarbeiter hatte Gelegenheit, die in Oberbayern untergebrachten Spanien= deutschen zu besuchen. Nachstehend der Bericht über seine Eindrücke: Wir haben uns zur Begrüßung unserer deutschen Landsleute aus Spanien einen freundlichen Willkommgruß ausgedacht, denn wir wollten den armen Flüchtlingen, die so viel Schweres und Bitteres erleben mußten, doch gleich in den ersten Worten unsere Anteilnahme und unser kameradschaftliches Mitgefühl zeigen. Aber ein nettes, frisches Mädchen hat uns schon am Ortseingang von Kirchdorf unser ganzes Programm gründlich umgestoßen. Denn auf die Frage:„Wissen Sie, wo hier die Spanienflüchtlinge wohnen?“ erwiderte uns das junge Mädchen in ihrem duftigen rotweißen Dirndlkleid lachend:„Jawohl, ich bin ja selbst aus Spanien.“ Nach dieser Ueberraschung war natürlich unsere wohlgesetzte Rede nicht mehr möglich, und so haben wir uns eben herzlich die Hände geschüttelt und freundlich angelacht. Dem deutschen Fräulein aus Spanien steht die oberbayerische Tracht aber auch wirklich ganz ausgezeichnet und niemand käme auf den Gedanken, daß die Trägerin nicht aus Oberbayern, sondern eben aus Madrid ist. Wir haben eine junge Deutsche bei uns, die lange Jahre in Spanien lebte und in Madrid in die deutsche Schule ging. Und während wir nun über die Dorfstraße von Kirchdorf gehen, gibt es erschütternde Wiedersehensszenen. Denn sie kannten sich ja fast alle, die Deutschen aus der kleinen Madrider Kolonie. Da sind Schulfreunde, Freundinnen und gute Bekannte, die sich nun hier in dem schönen Alpenvorland unvermutet wiedersehen und weinend umhalsen. Gemeinsame Mahlzeit Das junge Fräulein im Dirndlkleid führt uns in ein hübsches altes Bauernhaus. In kleinen Vorgärtchen blühen herrliche Herbstblumen und die Fenster und der reizende Balkon ersticken fast in der Blumenfülle. Hier in diesem alten Bauernhaus kann unsere Bekannte ihre spanischen Freunde begrüßen. Groß ist die Wiedersehensfreude nach all den bitteren Wochen. Zwei große schlanke Menschen begrüßen uns, ihr Deutsch ist fehlerfrei, nur der Tonfall ist ein klein wenig fremd. Es sind die Söhne eines deutschen Vertreters von Krupp. Nun kommen auch die Mutter und die beiden Töchter aus dem Nachbarhaus und begrüßen uns. Die Eltern, die Söhne und die Töchter sind getrennt bei verschiedenen Bauern untergebracht, nur die Mahlzeiten nehmen alle mit den übrigen Flüchtlingen, die in dieser Gemeinde wohnen, in der großen Gaststube einer freundlichen Bauernwirtschaft ein. Da es gerade Mittagszeit ist, gehen wir mit dieser Familie zu dem gemeinsamen Mittagessen. Die Gaststube ist groß und geräumig. An langen Tischen sitzen die Spaniendeutschen beim Mittagessen. Es gibt heute Schweinernes mit Kraut und es duftet herrlich aus der Küche. Alle grüßen sich hier mit Heil Hitler. Die Männer haben sich schnell akklimatisiert und tragen vielfach die„Krachlederne“. Als wir nach dem Essen mit den Spaniendeutschen noch zusammensitzen, da erzählen sie uns von ihren Erlebnissen und den furchtbaren Wochen bis zu ihrer endlichen Errettung. Gerade geht ein netter, blonder, junger Mann von Tisch zu Tisch, um jedem der Flüchtlinge die tägliche Mark Taschengeld zu geben, die sie alle neben der freien Kost und Logis erhalten. Noch vor wenigen Wochen besaß der junge Mann die größte Hühnerfarm Europas, heute ist er arm, seine ganze Besitzung ist zerstört und er hat nichts wie seine Mark Taschengeld. Aber er läßt sich nicht unterkriegen, er ist zuversichtlich wie alle hier, fühlen sie doch, der starke Schutz des Reiches steht hinter ihnen und wird sie durch alle Not und Bedrängnis führen. Außerdem ist heute ein Glückstag für ihn. Seine Frau hat ihm ein Kind geboren. Sie haben sich in schönen Tagen alles freudiger und glücklicher gedacht, aber wenn sie an das blutende und brennende Spanien denken und den Frieden und die Ruhe um sich sehen, sind sie dem Schicksal doch dankbar, daß es sie unversehrt in die alte Heimat zurückführte. Mit dem Bombardement auf die Artilleriekaserne am 16. Juli begann für die Bewohner von Madrid der Zerstörungsfeldzug der Roten. Alles, was sich in den Kasernen befand, wurde niedergemetzelt. Die Straßen waren seit diesen Tagen in der Hand der Milizen, Haussuchungen wurden vorgenommen, Privatautos wurden requiriert. Dann kam an einem Abend der Befehl, alle Fenster zu öffnen und die Zimmer taghell zu erleuchten, die Roten hatten Angst vor Schüssen aus dem Hinterhalt. So waren die Wohnungen schutzlos den Roten preisgegeben worden. Die Familien richteten Wachen ein, trauten sich nicht mehr zu schlafen. Die Deutschen sahen, wie bei der amerikanischen Botschaft bereits die ersten Flüchtlinge einzogen. Und am 9. Juli suchten auch die ersten Deutschen bei ihrer Botschaft Schutz, denn das Leben in der Stadt war lebensgefährlich geworden. Wer als rechtsgesinnt verdächtigt wurde, wurde einfach verhaftet. In der deutschen Die deutsche Botschaft war glücklicherweise zum Teil leer, da sie nach der Abberufung des letzten Botschafters noch nicht neu besetzt worden war. Schon in der ersten Nacht befanden sich 500 Deutsche in der Botschaft. Notdürftig richtete sich jeder sein Nachtlager her. Die Frauen und Kinder erhielten die wenigen Matratzen, die übrigen schliefen teils auf der Erde, teils im Garten der Botschaft. Wie immer, wenn die Zeit mutige und energische Männer braucht, erstanden auch hier den Deutschen tapfere und energische Führer. Der Direktor der deutschen Schule in Madrid. Schulz, der Kassierer der NSDAP.=Ortsgruppe Buß, der Arzt Dr. Niemayer und der Vertreter des Botschafters Dr. Ibagué war ein kleines Städtchen von etwa vierhundert Einwohnern am Rande der unermeßlichen Llanos, das vierzehn Tagereisen von der Hauptstadt entfernt in der Wildnis lag. Nichts gedieh um Ibagué— abgesehen von ein wenig Mais, der Nahrung gab für Mensch und Tier. Sonst gab es Sand dort, eine Sandwüste, aus der verkrümmte, mannshohe Kakteen aufragten. Ja, sogar die Hauptstraße der Stadt. die Calle Principal, war purer Sand, und zur Regenzeit raste durch sie ein wilder Gießbach und schwemmte manchmal eine der dürftigen Bretterbuden mit, die die Ibaquénos in ihrer Ueberheblichkeit„Häuser" nankten. Auch die Herberge„El Tigre“, die gegenüber der kleinen, nur zu den heiligen Zeiten geöffneten Kirche stand, war zweimal der Ueberschwemmung zum Opfer gefallen, aber Don Manuel. der Besitzer, hatte sie an der gleichen Stelle wieder aufgebaut, denn diese Herberge war(bildlich gesprochen) eine Goldgrube, der einzige Ort in Ibagué, wo reichlich Geld verdient wurde. So war es viele Jahre; Ibaqué schlief seinen Dornröschenschlaf, bis— ja, bis der Prinz kam. Der Prinz war ein Mann, der einige Male im fremden Land gescheitert, jedoch immer wieder auf die Füße gefallen war, und der zuletzt, mit sympathischer Hartnäckigkeit, Mut und eisernem Willen ausgerüstet, in die Wildnis zog zum Kolonisieren, also sich auf die primitivste, gesündeste, älteste und weiseste Art ein Heim zu gründen und unabhängig von der Gunst seiner Mitmenschen, von Geschäftslage, Markt und Krise seinen Lebensunterhalt der Erde abzuringen. Sein Kapital zu diesem Vorhaben waren fünfhundert Pesos, die er wohlverwahrt in seinem Leibgurt ständig bei sich trug. Und da er die Schlechtigkeit der Menschen in harten Prüfungen erkannt hatte, führte er zum Schutze seines Kapitals einen Colt von gewaltigem Kaliber und die dazugehörige Munition mit sich. Dieser Mann nun, in gewissem Sinne ein Philosoph unseres betriebsamen Jahrhunderts, machte sich mit seinen fünfhundert Pesos und dem RevolSchwendemann erwiesen sich in der Stunde der Gefahr als die rechten Männer. Leben und Eigentum der deutschen Kolonie zu schützen. Es wurden Wachen aufgestellt, ein Sanitätsdienst, ein Küchendienst usw. gebildet. Alles mußte bedacht werden. So gab es z. B. nur Tee zu trinken, da Gefahr bestand, daß das Wasser vergiftet würde. Die Beamten der Botschaft waren ununterbrochen unterwegs, um das Schlimmste von den deutschen Staatsangehörigen abzuwenden. Unzählige Male konnten sie ihre deutschen Landsleute nur noch in letzter Minute aus der Hand der Roten befreien. Jeden Tag wurde die Lage in Madrid kritischer. Der Vertreter des Botschafters Dr. Völker war neun Tage unterwegs und konnte Madrid nur auf Umwegen über Frankreich und Italien erreichen. Dann kam der Tag der Flucht. In Flugzeugen wurden die Deutschen, gerade mit dem Nötigsten versehen, was sie bei sich tragen konnten, nach dem Hafenort Alicante gebracht. Pro Familie durften sie nicht mehr wie 100 Peseten, also wenig mehr als 100 Mark, mitnehmen, und 15 Kilogramm Gepäck pro Person. auf deutschen Der erste Teil der Flüchtlinge konnte noch Valencia erreichen. Drei Offiziere der deutschen Kriegsmarine erwarteten die Deutschen am Hafen. Sie gaben den armen Flüchtlingen das erste Gefühl der Sicherheit. Der Dampfer„Baden“, der eigentlich unterwegs nach Indien war. nahm 350 Passagiere auf. Im Laderaum wurden notdürftig Schlafstellen errichtet. Vor dem Hafen lag auch das Kriegsschiff„Admiral Scheer". Als die„Baden“ Alicante verließ, stand die gesamte Mannschaft des deutschen Kriegsschiffes an Bord und grüßte die ver auf den Weg nach den fernen Llanos, wo der Boden billig war. Er ging wacker zu Fuß. Wenn es dunkel wurde, kehrte er in einer Indiohütte ein, und wenn der Tag zu grauen begann, setzte er seinen Weg fort. So war dieser Mann. und er wäre mit seiner Bedachtsamkeit eines Tages ans Ziel, ja vielleicht zu Wohlstand gekommen, wenn ihn sein Schicksal nicht nach Ibagué geführt hätte. „Er erreichte an einem schwülen Gewitterabend die Stadt, und während über den dunklen Himmel ein wirr verzweigter, grausig heller Blitz zuckte, betrat er gelassen das Gastzimmer der Herberge„El Tigre“. 63 Er setzte sich still auf die Wandbank, trank Guarapo fuerte und aß Ponche, eine stärkende, preiswerte Eierspeise, und hinterher rauchte er eine kohlschwarze„Rothaut"=Zigarette. Man lebt ja nur einmal und ist ein Mensch; man braucht sich nicht zu scheuen, die Freuden des Lebens in bescheidenem Maße zu genießen. Und außerdem lag eine Wolke blutgieriger Moskitos über Ibagué, die sich von nichts anderem als Tabakrauch vertreiben ließen. Als unter den Gästen eine Prügelei sich anzubahnen schien, ging der Mann an die Theke, bezahlte seine Zeche, wobei er bedacht war, möglichst wenig von seinem Kapital sehen zu lassen, und erkaufte sich um einen Peso einen Schlafplatz für die Nacht. Früh am Morgen erhob sich der Mann, ging in den Gastraum und fragte den Mozo, wo er den Alcalden antreffen könne.„Hier am Ort“, sagte der Mozo, zeigte mit dem Daumen auf Don Manuel und bleckte die Zähne. Don Manuel stand breit, groß und behäbig hinter der Theke. Sein dunkelbraunes massiges Gesicht war gespannt und lauernd von rastlosem, unbarmherzigem Ehrgeiz.„Sie wünschen, Herr“, redete er leutselig und witternd den Gast an, während er den Rock überzog, weil doch nach dem Alcalden gefragt worden war. Ja, man habe so seine Pläne, meinte der Mann, deutschen Flüchtlinge. Es war ein ergreifendet Augenblick für alle Deutschen. Unsere Freunde erzählten uns, wie sie im weiten Bogen um Valencia herum nach Barcelona fuhren. Auf hoher See begegneten sie dem Kriegsschiff „Deutschland“. Sie wissen nicht genug zu erzählen, wie glücklich sie über die energische deutsche Hilfsbereitschaft waren und wie stolz sie waren über den Schutz des neuen starken Reiches.„Wie Zentnerlast fiel es von uns ab, als wir keine roten Milizen mehr sahen“, meinte der nette freundliche Herr, der Kruppvertreter in Madrid war und uns nun gedankenvoll in diesem deutschen Bauernort gegenüber sitzt. Ueber Genua, wo sie der deutsche Konsul und die italienischen Behörden überaus herzlich und liebenswürdig empfingen, fuhren sie dann über Mailand nach Deutschland. In Mailand und Kufstein wurden sie von hohen Landsleuten wiederum überaus herzlich begrüßt und hier erhielten sie auch die ersten deutschen Zeitungen. Täglich verfolgen sie nun mit bangem Herzklopfen die Ereignisse in Spanien im Rundfunk und in der Zeitung. Die Untätigkeit und das Gefühl der Ohnmacht bedrückt sie gewaltig. So versuchen sie sich mit Gewalt abzulenken und sich die Sorgen zu verscheuchen. Sie haben einen Sportverein gegründet und häufig genug kam es in diesen Tagen zu „Internationalen Treffen“ Spanien gegen Kirchdorf oder Rosenheim. Andere benützen die freie Zeit zu Klettertouren auf den nahen Wendelstein oder zu Besuchen der Stadt München. Ungeheuren Eindruck machten allen die neuen Parteibauten und die Ehrentempel der Toten vor der Feldherrnhalle. Einige von den Spaniendeutschen haben nach stundenlangem Warten an seiner Wohnung beim Prinzregententheater sogar den Führer gesehen. Und das ist der schönste Augenblick, von dem sie erzählen können. Dr. Robert Oberhauser. dies und das, und er wolle roden und kolonisieren im Busch hinter der Sandwüste, und er wolle gleich das Besitzrecht eintragen lassen für das Land. Man war schnell einig, der Mann leistete die Anzahlung, runde Zweihundert aus dem Gürtel, kaufte noch eine Decke. Kerzen, einen Machete und Grabgerät, sagte, er käme wohl nach ein paar Tagen wieder vorbei, und zog los, seinem Ziel und seiner Aufgabe entgegen. Gegen Mittag rief Don Manuel einen der Weidereiter und gab ihm den Auftrag, da und dahin zu reiten und den einschichtigen Mann, der ein so zurückgezogenes, gewissermaßen verschlagenes Wesen zur Schau getragen habe, zu beobachten. weiter nichts, und ihm darüber zu berichten. Wenn sich etwas Besonderes herausstelle, solle er nicht vergessen werden. Es könne sich um Gold handeln. Der Bursche schwang sich in den Sattel und galoppierte davon, so schnell, daß der Wind seine Hutkrempe hochbog. Am späten Nachmittag traf er an Ort und Stelle ein. Der Mann hatte ein Feuer angezündet, und daneben stand er, grub die Erde auf und ließ manchmal einen Brocken durch die Finger rieseln. Er befühlte den Boden, auf dem er kolonisieren wollte. Alles tat er bedächtig und erfüllt von innerlichem Frieden und der Bedeutung der Stunde. Plötzlich aber fuhr er auf und ließ die Picke fallen, denn hinter dem Busch hatte das Pserd des Lauschers gewiehert. Zwar war es ein wohlerzogenes Cowboypferd, aber ein vorbeihuschender Leguan hatte es zu Tode erschreckt. Der Mann schnüffelte argwöhnisch herum, zog dann den Revolver und schlich geduckt den Hügel hinan, auf dessen Kamm der Weidereiter im Kraut verborgen lag. Dieser sah die Waffe in der Hand des Fremden, zog seinerseits und schoß, ohne zu überlegen. Der Mann griff erstaunt an sein Herz, schlug hintenüber und beendete mit einem gequälten Stöhnen sein Leben. Der Weidereiter stand eine Sekunde verlegen und hilflos da. legte sich in der nächsten eine passende Erklärung für seine Tat zurecht, lief zum Pferd, band es los und sprengte den Weg zurück. Erdproben hat er genommen, überlegte er beim Reiten, ich hab's gesehen, und beschloß, diese Erdproben recht deutlich und eindrücklich zu erwähnen, um den gierigen Alcalden von seiner Tat abzulenken.— Erdproben, das war die Hauptsache! Mit diesen Erdproben hat der Prinz die Stadt Ibagué sozusagen wachgeküßt aus ihrem Dornröschenschlaf. Heute führt die Eisenbahn nach Ibaqué— kein Wunder— denn von überall her kommen die Menschen, um teilzuhaben am Segen des Goldes. Den Fluch werden sie noch früh genug verspüren. Der Peillz Völl Sbugns Eine„Goldgräbergeschichte“ von Franz Taut Kleines Hexeneinmaleins Zwei mal sieben ist fünfzehn oder sechzehn Einmal ist keinmal „Ach, Heinrich, komm, laß doch fünf gerade sein; einmal ist keinmal!“ Wer könnte widerstehen, wenn er so schön angebettelt wird? Der männliche Stolz fühlt sich unterm Kinn gekreuilt: man wird weich wie Butter, läßt tatsächeich fünf gerade sein... und ist damit flugs in den Zauberbann des kleinen Hexeneinmaleins geraten. Denn, so frage ich dich, mein Sohn Heinrich, wie kann fünf, die völlig ungerade Zahl, jemals gerade sein? Wie kannst du dem alten Archimedes(287 bis 312 vor Zeitwende) ins Handwerk pfuschen, obwohl er der größte Mathematiker und ein wahrer Edison des Altertums war? Wie kannst du den Rechenmeister par excellence und Rechenbuchautor Adam Riese(1492—1559) beschämen. Die sonderbare Woche Ja, du wirst mir antworten, alle Welt macht ja schlechte Scherze mit Zahlen. Warum, zum Beispiel, sagt man denn acht Tage, wenn man die sieben Tage einer Woche meint? Ist denn sieben soviel wie acht? Oder ist es nur, weil die Sieben eben eine„böse“. Sieben ist? Oder warum, zum andern, sagt der Franzose quinze jours, fünfzehn Tage, wenn er zwei Wochen gleich vierzehn Tagen meint? Sind vierzehn Tage nun, nach französischer Rechnung, fünfzehn, oder sind sie, auf deutsche Art, zweimal acht Tage, gleichsam sechzehn? (Wozu nur ganz am Horizont angedeutet sein soll, daß vier Wochen bekanntlich keineswegs vier Wochen— d. h. einen Monat— sind; denn ein Monat umfaßt ja nur einmal in vier Jahren wirklich vier Wochen, nämlich im Februar jedes Schaltjahres. Die übrigen 207 Wochen einer Schaltjahrperiode gruppieren sich aber jeweils zu vier Wochen, gleich einem Monat, der mindestens vier Wochen und einen Tag, meist aber vier Wochen plus zwei oder drei Tage umfaßt.) Aus acht wird sieben Die eigenartige Wochenzählung hat ihre Wurzel tief im Altertum. Die alten Babylonier schon kannten die siebentägige Woche, die von den Juden mit dem Christentum in das Römische Reich gebracht wurde, wo man eine... achttägige Wochenzählung hatte. Erst im Jahre 321 nach der Zeitwende führte Konstantin der Große auch in Rom die Siebentagewoche ein. Die erste Berührung der Germanen mit den Römern— Cimbern und Teutonen, Cäsar, Varus usw.— erfolgte also unter der Herrschaft der achttägigen Woche; und aus dieser grauen Vorzeit stammt unsere eigenartige Doppelzählung. Das Leiden der unregelmäßigen Monate hat mit dieser Angelegenheit nichts zu tun; es ist in Mängeln unserer ganzen Zeitrechnung begründet. Der Monat(althochdeutsch Manod), der die Umlaufzeit des Mondes um die Erde bezeichnet, ist keineswegs so lange, wie er im Kalender steht; er ist noch nicht einmal genau zu umschreiben; denn 29,53 Tage müßte er lang sein, wenn er von Mondphase zu Mondphase gerechnet würde. 27,32 Tage aber dauert es, bis der Mond in seinem Lauf um die Erde volle 360 Grad zurückgelegt hat.— Man weiß, daß ernste Bestrebungen im Gange sind, das Durcheinander der Zeitrechnung endgültig zu bereinigen, so daß schließlich vielleicht statt 12 Monate zu je vier Wochen und etlichen Tagen 13 Monate zu je vier Wochen mit sieben Tagen entstünden. Das käme nach Adam Riese(siehe oben) fast genau aus. Einmal ist keinmal Ein weit gefährlicheres Zahlenspiel ist das mit der Null. Keinmal ist ja wohl nullmal, nicht wahr? Wenn aber, um mit dem Sprichwort zu reden, einmal ebenfalls keinmal, also gleich Null sein soll, dann frage ich mich denn doch, wo die Geschichte überhaupt anfängt? Man muß schon wissen, wie dieser sonderbare Spruch, der soviel mißbrauchte Satanstrost, entstanden ist, um seine anscheinende Unlogik verstehen und seinen eigentlichen Sinn erklären zu können. Er stammt aus einer uralten Rechtsüberlieferung und will besagen, daß eine einmalige Uebung, beispielsweise ein einmaliges ungehindertes Betreten einer Wiese noch kein Gewohnheitsrecht begründet. Mit anderen Worten: wenn ich dir einmal gestattet habe, die Wiese zu betreten, so ist damit nun nicht gesagt, daß du immer ein Recht darauf hast, auf dieser Wiese herumzutrampeln. Einmal ist keinmal! Es schlägt dreizehn! Nicht anders ist es mit dem berüchtigten Glockenschlag, den früher angehende Hexen oder verängstigte Tattergreise gehört haben wollten, weil sie über die Grenzen des Uebersinnlichen geschritten zu sein vorgaben. Solange Tag und Nacht je 12 Stunden und damit die Uhren nur 12 Zahlen hatten, mußte es schon mit dem Teufel zugehen, damit es dreizehn schlagen konnte. Nur der Teufel oder ein unachtsamer Uhrmacher konnte aus der Zwölf eine Dreizehn machen. Nicht zum wenigsten das Kraftwort„Nun schlägt es aber dreizehn!“ hat es zuwege gebracht, daß man sich noch heute nicht recht mit der neuen Zeitzählung abfinden kann, die bekanntlich bis 24 läuft. Es schlägt ja auch tatsächlich zumeist nicht dreizehn; denn die Unterscheidung so zahlreicher Schläge könnte Verwirrung anrichten. Aber daß aus ein Uhr ohne jedes Hexeneinmaleins dreizehn Uhr geworden ist, will manchen Leuten noch immer nicht in den Kopf. Paar und Unpaar Die Sache mit der geraden Fünf hat nun schließlich enge Beziehungen zum Artiasmos der alten Griechen und zum Par impar der fast ebenso alten Römer: beides bedeutet das gleiche, das wir im Deutschen mit„Gerade und ungerade spielen“ nennen, ein Glücksspiel, bei dem gerade oder ungerade Zahlen ausgeknobelt werden. Wenn man dabei„fünf gerade“ sein läßt, ist man ein gutmütiges Schaf; denn man wird gegebenenfalls den Gewinn aus der Hand geben. Dann verdient man eben ein paar hinter die Ohren; oder ist es ein„Paar“, das man hinter die Ohren bekommen muß? Zwei oder mehr ist hier die Frage. Daß Paare immer gerade und ungerade Zahlen sein müssen, das geht schon aus der lateinischen Wurzel hervor. Nur hat sich allmählich der Sprachgebrauch so abgeflacht, daß ein„paar“ Schritte nicht ein„Paar“ Schritte sind, sondern auf jeden Fall mehr; dabei ist es ganz gleichgültig, ob die„paar“ Schritte„paar“ oder„unpaar“ sind, ob man eine gerade Anzahl oder eine ungerade meint. Eiit Anldoerau,. Roman von Heinz Lorenz-Lambrecht Urheber-Rechtsschutz: Drei QuellenVerlag. Königsbrück(Bez. Dresden) „Aber ich muß die Sachen heute noch haben", wirft Nicolette besorgt ein. „In einer Stunde, wenn es sein muß. Die Schuhe, und was Sie sonst noch brauchen, können Sie auch bei uns haben.“ „Was kostet der Anzug?“ Die Matrone sieht auf den Zettel:„Sie haben Glück. Das ist eines von den zurückgesetzten Kostümen. Es wurde für eine Aufführung geschneidert, die dann nicht stattgefunden hat, weil... nun, Sie werden ja unsere Theaterverhältnisse kennen.“ Sie hält Nicolette offenbar für eine „vom Bau“. Also es kostet...“ sie rechnet den Nachlaß aus,„... achtundfünfzig Goldfranken mit Strumpfhosen. Die neuen Kostüme sind um die Hälfte teurer.“ Nachdem Nicolette die noch fehlenden Kleinigkeiten erstanden hat, verläßt sie das Geschäft. Ihr Selbstvertrauen ist durch die zwei ersten selbständigen Handlungen— die Umwechslung des Geldes und den Kostümkauf— gesteigert worden. Nun begibt sie sich schon mit der Selbstverständlichkeit des Gewohnheitsmenschen in ein Kaffee in der Nähe des Opernhauses, bestellt sich eine Tasse Schokolade und kommt sich sehr erwachsen vor. Sie durchblättert einige Zeitschriften, und als sie dabei auf eine nicht so sehr seltene Grupvenaufnahme von Mitgliedern einer deutschen Fußballmannschaft stößt, studiert sie mit genauen Augen die einzelnen Gesichter. So also sehen die Menschen aus, zu denen ich gehen will, denkt sie und stellt mit Befriedigung fest, daß sie eigentlich gar nichts„Barbarisches“ haben, sondern ihren eigenen Landsleuten recht ähnlich sehen. Und als sie in derselben Zeitschrift eine Aufnahme von den bayerischen Bergen entdeckt, bildet sich in ihrer Einbildung zwangsläufig die Meinung, ganz Deutschland müsse aus Gebirgen bestehen. Nach einer Stunde geht sie wieder in das Theatergeschäft, holt ihr Kostüm ab und fährt nach dem Norden. Jetzt verursacht ihr nur noch die Befürchtung Unruhe, Francois Parney könne in der Wohnung sein und so einen Strich durch ihr Unternehmen machen. Ihre Angst erweist sich als unbegründet, Franeois Parney ist, wie gewöhnlich, nicht daheim. Sie kann ihre weiteren Vorbereitungen in aller Ruhe treffen. Sie packt einen unförmigen Handkoffer, der Herrn Parney schon auf seiner Turnee mit dem Heldenmädchen von Loos begleitete. Mit Wäsche und Kleidern und allen möglichen Utensilien, die ihr wichtig erscheinen, packt sie ihn bis zum Bersten voll. Auch das Japankästchen mit den Reliquien der Mutter kommt hinein, auf das vertrocknete Kräuterbündel legt sie das frische Efeublatt. Den Ring mit dem Turmalin nimmt sie heraus und hängt ihn an einer langen Goldschnur um den Hals, zu dem Kettchen Cherubinis, so daß er auf der warmen Haut ruht— wie ein Amulett. Einige alte Bilder von der Mutter verwahrt sie ebenfalls in dem Kästchen. Endlich kommen auch ein Eßpaket und eine Selterswasserflasche mit gesüßtem schwarzem Kaffee in den Koffer. Es ist später Nachmittag, als sie reisefertig ist. Abschiednehmend umfassen ihre Augen noch einmal die beiden Zimmer, die ihr bisheriges Leben umschlossen haben. Als sie auf der Kommode im Schlaszimmer das Tintenfaß stehen sieht, kommt ihr nich ein flüchtiger Gedanke. Auf ein Blatt Papier schreibt sie ohne Anrede: Ich gehe fort und komme nicht mehr heim. Nicolette.— Das legt sie auf den Tisch im Eßzimmer. Doch ist das Ganze nur eine Nebensächlichkeit, die ihr gerade beim Verlassen der Wohnung noch eingefallen ist. Es dunkelt bereits stark, als sie in Mantel und Mütze, den Schirm der Mutter unter den Arm geklemmt, in der Rechten den unhandlichen Koffer, in der Linken den Karton mit dem Kostüm, ihren Wig antritt. Unbeachtet gelangt sie auf die Straße. Aber als sie an der Bäckerei Herrn Damossiers vorbeikommt, tritt er gerade aus dem Laden. „Hallo, Nicolette! Woh'?“ „Ich verreise, Herr Damossier.“ Sie gibt ihm dieselbe Auskunft wie dem Zahnarzt. Herr Damossier hat noch einige gute Wünsche und eine Tüte Backwerk für sie. Sie geht weiter. Bus und Métro bringen sie quer durch die ganze Stadt bis nach dem Südwesten. Dort liegt der Rummelplatz, auf dem Cherubinis Wagen bereitstehen, um mit anderen, die mit dem Zirkus Franconi ziehen wollen, in der Nacht noch nach Marsellle verladen zu werden. Sie hat alle notwendigen Einzelheiten ausgekundschaftet. Aus Cherubinis Unterhaltung mit seinem Tierwärter Paolo und aus geschickten Fragen, die sie stellte, hat sie herausbekommen, wann und auf welche Weise die Reise nach Marseille vor sich geht. Cherubini selbst fährt im Schlafwagen, während Paolo die Tiere begleiten soll. Auch die Wagen, die sie schon von früher her kennt, hat sie genau auf ihre Verwendbarkeit bei ihrem Vorhaben hin geprüft. Drei Wagen sind es, Der größte enthält die fünf Tiger, der zweite ist in zwei Räume geteilt, der hintere ist ein von Holzblenden umkleideter Käfig, der zur Aufnahme eines allenfalls erkrankten Tieres bestimmt ist; er ist mit Kisten, Leinwandballen, Decken und dem für die Vorstellung notwendigen Gerät teilweise angefüllt und mit einer kleinen Tür versehen, die nur verriegelt ist. Der vordere Raum des Wagens bildet Cherubinis Garderobe während der Vorstellungen und Paolos Schlafkabine während der Wanderfahrt. Auch während der Reise nach Marseille wird sich Paolo darin aufhalten. Der dritte offene Plattenwagen ist mit dem in seine Teile zerlegten Zwinger beladen. Nicolette hätte mit dem Zug nach Marseille fahren können, aber das kostete Geld und wäre auch viel zu einfach gewesen, als daß es in ihren abenteuerlichen Plan gepaßt hätte. Außerdem, wenn sie mit Cherubinis Wagen fuhr, so gehörte sie von vornherein schon so gut wie zu seiner Nummer und also zum Zirkus Franconi. Sie wollte ihn derart überraschen, daß er schlechterdings nicht mehr nein sagen konnte, und so setzte sie also ihre Karte auf die unverriegelte Tür des Käfigraumes hinter Paolos Schlafraum. Auf dem Rummelplatz herrscht schon voller Betrieb. Karussels und Buden flimmern unter ihren elektrischen Lichtschnüren, die Orgeln kämpfen quietschend und pfeifend gegeneinander an, Menschen drängen sich zwischen den Zelten. Nicolette schiebt sich mit ihrem Gepäck hindurch bis dahin, wo abseits und von der Lichtflut des Platzes wenig berührt, die drei Wagen stehen. Als sie die schützende Menschenmasse nicht mehr um sich spürt, überkommt sie ein Gefühl des Unbehagens, sie meint, man müsse sie jeden Augenblick entdecken. Aber diese Sorge schwindet schon, sowie sie die Umrisse der Wagen auftauchen sieht. Ihre Wachsamkeit ist bis auf das äußerste angespannt. Aus dem kleinen Fenster der Garderobe kommt ein Lichtschein— Paolo ist nicht da, das beruhigt sie. Kein Mensch hält sich in der Nähe auf. Zudem ist der Eingang, den sie benutzen muß, von dem davorstehenden Tierwagen nach dem hellen Platz hin verdeckt. Sie tastet nach dem Riegel, hält ihn, drückt ihn— es kostet einige Mühe, bis er nachgibt—, aber dann ist die enge Tür auf. Fast, ist sie enttäuscht von der Einfachheit, als sie in den stockdunklen Raum gelangt. Allmählich gewöhnt sie sich an die Finsternis und sie kann wenigstens Umrisse unterscheiden. Vorsichtig schafft sie zwischen dem Gerümpel ein Versteck für sich und ihr Gepäck, über das sie eine Decke wirft. Decken gibt es genug hier. Sie kauert sich in ihre Ecke und braucht weder hart zu liegen noch zu frieren. Jetzt hat sie nur geduldig zu warten, bis sie abgefahren wird. Jeßt ist sie wie ein kleines Tier. das sich selbst gefangen gesetzt hat, um sich selbst wieder die Freiheit zu geben, sobald es an der Zeit ist. Mit bis gegen die Brust gezogenen Knien hockt sie. Das Rauschen des Rummelplatzes mit seinen durcheinanderquietschenden Orgeln dringt gedämpft bis zu ihr und will sie fast schon in einen Halbschlaf lullen. Da schreckt sie auf: Schwere Pferdehufe, Klirren von Ketten, Männerstimmen, darunter die Paolos. Die Tiere im anderen Wagen werden unruhig, gähnen, jaulen, heulen leise— beruhigen sich wieder. Nicolette fühlt ihr Herz bis zum Halse herauf klopfen, und ihr Körper wird feucht vor Unsicherheit und Erregung. Wenn es Paolo einfallen sollte. noch einmal den Käfig zu revidieren! Unwillkürlich zieht sie die Decke, die sie über die Knie gebreitet hat, höher, zieht sie bis über den Kopf. Zwischen ihren krampfhaft geschlossenen Handballen ruht ihr Amulett, der Ring des Vaters. Endlich setzt sich der Wagen in Bewegung— Nicolette darf aufatmen und die Decke, unter der sie schon zu ersticken vermeinte, heruntergleiten lassen. Durch einige hochgelegene Lucken in den Holzblenden irrt hin und wieder ein Lichtschein von der Straßenbeleuchtung, der zitternd, langsam über Holzwände und Gegenstände wandert und wieder verschwindet. Nicolette fährt durch das südliche Paris. Der Wagen hält. Erneut Stimmen und das Gerassel der Pferde, die abgeschirrt werden, dazu das klingende Rollen von Waggonreihen, das Schnauben, Zischen und Pfeifen von Lokomotiven und Signalpfeifen. Wieder gerät Nivolettes Wagen in Bewegung. Langsam rollt er über Eisenschienen auf dröhnendes Holz— er steht auf der Platte des Güterwagens, wo er noch ein paarmal hin= und hergeschoben wird, bis er endgültig seinen Platz gefunden hat. Und wieder Warten. Dann plötzlich ein Anrucken, das Nivolettes Hinterkopf unsanft gegen die Holzwand ihres Käfigs schleudert— die Lokomotive hat angesetzt. Rangieren hin und her mit Stockun! gen und Warten zwischendurch. Endlich aber Fahrt! Freie Fahrt, die nicht mehr aufhört. Ein erlöstes Lächeln gleitet über Rivolettes Gesicht.„Ich fahre!“ flüstert sie vor sich hin. Sie preßt inbrünstig das Amulett an die Lippen, es ist Dank und Bitte zugleich. Der Lichtschein des Bahnhofs, der Stadt weicht rasch zurück. Dunkelhelt ist um sie— Paris liegt hinter ihr. Sie wagt, sich zu erheben. Mit der Gewißheit, daß ihr zunächst nichts passieren kann, erwacht ihre Neugier. Sie tastet sich nach einer der Lucken, die gerade in Gesichtshöhe liegen. Vor ihr dreht sich schwarz das Land vorbei, mit ihm drehen sich die eingestreuten nahen und fernen gelblichen Lichtpunkte, die die Wohnstätten der Menschen bezeichnen. Ganz klar ist der Frühlingshimmel außerhalb von Paris, sein mattblaues Aetherkleid ist durchwoben von der reichen Pracht der Sternbilder. Nicolette steht lange, die Wange gegen die Faust gedrückt, die sich an einer der Eisenstangen des Käfigs hält. Ein ungekanntes Gefühl bemächtigt sich ihrer. Sie möchte weinen, aber es ist eigentlich kein Schmerz in ihr, es ist das Gefühl völligen Losgelöstseins von allen Dingen, so daß es ihr scheint, als sei sie ganz allein und eins mit dem Grenzenlosen da draußen. Ihre Augen hängen, von einem Flor gedeckt, der nicht von Tränen rührt, am Gefunkel der Sterne. Ihre Gedanken sind bei der. deren Körper auf dem Friedhof von Pantin ruht, deren Seele aber da oben zieht und Wache hält über das Menschenglück ihres Mädchens. Sie steht, bis ein Frösteln sie durchschauert. Kühl ist die klare Nacht außerhalb der stickigen Mauern des Nordens von Paris. Sie zieht sich in ihr Versteck zurück und kuschelt sich in die Decken. Rasch wird sie warm. Das einförmige Rollen der Räder wird zum Wiegenlied für den jungen, gesunden Körper, den sehr bald ein tiefer Schlaf entspannt. Wunderbar und buntgestaltet sind die Traumbilder, die Nicolettes Schlaf dem neuen Leben entgegen durchwogen. * Am Ostrand von Marseille ist auf einem freien Platz neben dem Velodrom die Zeltstadt des Zirkus Franconi im Entstehen. Ein Gewirr von Leinwand, Stangen und Tauen, ein Durcheinander von Menschen, Tieren und Fahrzeugen. Und wie die Tiere die Sprachen aller Regionen aus ihren Gefängnissen und Stallständen brüllen, heulen, plärren, trompeten, meckern, gurren, so schwirren die menschlichen Sprachen aller Erdteile durcheinander. Oft verständigen sich die Arbeiter und Handlanger der Einfachheit und Raschheit halber nur durch Zeichen. Gerade wird das große Zeltdach mittels Flaschenzügen zu den vier Mastspitzen hinaufgeseilt. Ein Windstoß fährt vom Meer her in das schlaffe Getüch und plustert es auf, daß es in Wogen und Wellen schlägt wie die See selbst. Zwei Wagen Cherubinis, der Tier= und der Garderobewagen, sind bereits unmittelbar an den Aufsitzplatz— das ist der breite Verbindungsgang zwischen Manege und den Ställen— herangefahren worden. Der Zwingerwagen steht außerhalb und wird von Paolo und einem Handlanger eben abgeladen. Beiderseits des Aufsitzplatzes ist nur Raum für die bei den Vorstellungen selbst benötigten Wagen, in erster Linie für die Garderobewagen. Cherubini ist dabei, in seinem Garderoberaum Ordnung zu schaffen. Er packt sein Kostüm aus und legt Toilettegegenstände zurecht, womit er allerdings rasch fertig ist, denn sein Kostüm besteht nur aus einem Lendenschurz aus Leder, über den von der linken Achsel herab ein prächtiges Pantherfell kommt, das um die Hüftbucht von einem breiten, mit gelben Nägeln gebuckelten Ledergurt gehalten wird. Dazu trägt er ein paar Sandalen mit Absätzen, die in der Art der Fußbekleidung römischer Gladiatoren kreuzweise zum Knie hinauf geschnürt werden. Alles andere bleibt nackt. Nur bis zu seinem Eintritt in den Zwinger trägt er noch einen Lorbeerkranz aus vergoldetem Blech auf dem schwarzen Haar, wirft er noch eine scharlachfarbene, mit goldenem Meanderornament gezierte Toga über die Schulter. Während er seine Vorbereitungen für die erste Vorstellung trifft, öffnet sich lautlos die Tür am Deichselende des Wagens. Nicolette tritt ein, in Mantel und Mütze. Als er sie zuerst in dem kleinen Spiegel über dem kleinen Toilettentisch entdeckt, macht er eine fahrige Bewegung, als wolle er ein Gespenst verscheuchen. Da indes das Spiegelbild nicht weichen will, im Gegenteil, näher auf seinen Rücken zuschwebt, fährt er herum, um verblüfft auf einen derb gefügten Hocker zu sinken. „Nicolette... wo kommst denn du her?“ „Guten Tag, Herr Cherubini. Ich bin da hinten in dem leeren Käfig mitgefahren, und jetzt bin ich da, und Sie müssen mich mitnehmen.“ Einfacher und kürzer kann sie es nicht ausdrücken. Sein verstörter Blick läuft herunter, herauf an der ruhig und bescheiden vor ihm stehenden Gestalt.„Du bist verrückt...! Du bist total verrückt...!“ murmelt er. Da sie hierzu nichts bemerkt, möchte er grob werden, aber da ist etwas in dem Gesicht, das ihn entwaffnet. Gefühlsmäßig hat Nicolette das Gesicht zu Hilfe genommen, das in dieser gefährlichen und entscheidenden Situation am geeignetsten ist: Demütig und schuldbewußt hält sie es gesenkt, und doch zuckt in den Mundwinkeln, sogar in den Augen eine überlegene Laune, die ihre Demut Lügen straft. Das Gesicht scheint zu sagen: Ach, lieber Herr Cherubini, du darfst wohl über meinen dummen Streich schimpfen, aber dann wirst du gut zu mir seln und mich mitnehmen, weil du mir doch nichts abschlagen kannst. Tatsächlich muß sich der athletische Dompteur anstrengen, um einige Grobheit aufzubringen. „Also, so etwas ist mir doch noch nicht vorgekommen. Ich schlag' dir's ab, dich mitzunehmen, und da brennst du einfach durch, um mir nachzulaufen! Weißt du was ich mache?—: Ich packe dich in den nächsten Zug und schicke dich deinem Vater zurück. Wahrhaftig, das mache ich. Oder hast du vielleicht die Erlaubnis von ihm?“ „Nein, ich habe sie nicht,“ antwortet sie ruhig. „Ich habe meinen Vater gar nicht gefragt, weil er mir die Erlaubnis doch nicht gegeben hätte. Er will, das ich zu Herrn Bonherbe ins Kabarett gehe. Das tue ich nicht, eher gehe ich ins Wasser. Und wenn Sie mich fortschicken, so tue ich's auch, dann gehe ich ins Wasser. Lassen Sie mich bei Ihnen bleiben, Sie sind doch der einzige Mensch, zu dem ich jetzt noch Vertrauen haben kann.“ Cherubini ist schon halb gewonnen. Er ist gerührt von dem Vertrauen dieses kleinen Mädchens, das die Mutter verloren hat und den Vater nicht lieben kann. Aber noch murrt er: „Zum Teufel, was soll ich denn hier mit dir anfangen!“ Auf diese Frage ist sie genügend vorbereitet. Eifrig kommt ihre Antwort:„Ich will Ihnen statt Paolo bei der Vorstellung helfen. Ich kann Ihnen die Peitsche und die Reifen so gut durch das Gitter reichen wie er. O ja, ich hab mir das alles schon genau überlegt. Sie dürfen mich nicht für so dumm halten, Herr Cherubini. Ihre Nummer ist großartig, aber sie wird noch viel besser, wenn ein hübsches junges Mädel dabei ist, an Stelle Paolos in seiner alten schnuddeligen Husarenjacke und mit seinem pockennarbigen Gesicht. Passen Sie auf, was Sie für einen Beifall haben, wenn ich mit Ihnen in den Zirkus gehe und am Käfig bleibe, während Sie mit den Tieren arbeiten.“ Cherubini brummt Unverständliches, das seinen Zweifel ausdrückt. Aber im Stillen muß er sich gestehen, daß das, was Nicolette sagt, Hand und Fuß hat. Der Reiz eines hübschen Mädchens erhöht den Werte jeder artistischen Nummer. Und Nicolette ist ein hübsches Mädel, ein verdammt hübsches Mädel, und der Teufel mochte wissen, ob er sich ihr gegenüber immer würde an der Kette halten können. Noch hat er einen Einwand, von dem er aber selbst nicht mehr viel hält:„Du hast ja noch nicht einmal ein Kostüm.“ Nicolette atmet auf. Wie leicht ihr wieder dieser Schritt ihrem Ziel entgegen gemacht wird! „Ich habe ein Kostüm“, sagt sie triumphierend, „ein tadelloses, ganz neues. Ich habe an alles gedacht. Aber Sie sollen es erst bei der Vorstellung sehen.“ „Die ist heute Abend schon. Wie willst du denn bis dahin alle Handgriffe kennen. die du zu machen hast? Das muß Schlag auf Schlag gehen.“ „Ich kenne Ihre Nummer ja ziemlich genau. Außerdem kann mich Paolo vorher noch ein bißchen einfuchsen, und bei der ersten und zweiten Vorstellung kann er ja auch meinetwegen noch mit in die Manege gehen.“ Cherubinis großes Gesicht ist überzuckt von den verschiedensten Gefühlen, die alles eher als Grimm und Aerger ausdrücken, was sie eigentlich darstellen sollen. Immerhin hält er es für richtig, Nicoelettes Engagement mit einer Klausel zu versehen:„Wenn ich deinetwegen Scherereien kriege, dann schmeiße ich dich hinaus und schicke dich postwendend deinem Vater zurück. Verstanden?“ „Jawohl, Herr Cherubini. Aber Sie werden mit mir zufrieden sein.“ „Das hoffe ich zur Santa Maria della Salute!“ brummt Cherubini, um dann grimmig eine Schlußdrohung auszusprechen:„Außerdem schreibe ich bei der nächsten Gelegenheit natürlich deinem ehrenwerten Vater, daß du bei mir bist.“ „Bei der nächsten Gelegenheit, Herr Cherubini. Es hat aber Zeit,“ sagt Nicolette mit scheinheiliger Demut. Sie weiß jetzt schon, sie kann Cherubini künftig um den Finger wickeln, und er wird ihrem Vater nicht schreiben. So ist sie also bis auf Widerruf, bei Cherubinis Dressurnummer engagiert. Er verschafft ihr einen Platz in einem Garderobewagen für Damen, wo sie sich zu den Vorstellungen umkleiden kann. Schlafen soll sie zunächst in seinem Garderobewagen, für Paolo muß eine andere Schlafstelle ausfindig gemacht werden. Cherubini selbst schläft wie die meisten besser gestellten Artisten in einem Hotel der Stadt. Paolo ist übrigene mit dem weiblichen Zuwachs scheinber außerordentlich einverstanden. Es ist Abend gewowrden. Die Fassade des Zirkus strahlt in weißem Glanz. In der Musikempore gegenüber dem Eingang spielt die Kapelle in roten, kurzen Röcken unter Leitung eines zappeligen italienischen Kapellmeisters. Die Bogenlampen summen und zischen und verbreiten gleichmäßiges Licht über den ansteigenden Sitzreihen, die sich allmählich füllen, und über dem geharkten Manegegrund, auf dem mit Sägemehl die Figur eines großen Sternes gebildet ist. (Fortsetzung folgt.) Puie ois Die Deutsche Whw.=Mannschaft für Köln Mit Helmchen als Stürmführer Im Mittelpunkt der Winterhilfsspiele steht auch in diesem Jahr ein Kampf der deutschen Fußballmannschaft. Am 18 November(Bußtag) treffen die Nationalen im Kölner Stadion auf eine starke Auswahlmannschaft des Gaues Mittelrhein. Es sind fast die gleichen Spieler, die drei Tage vorher in Berlin gegen Italien antreten; nur machen Elbern und Münzenberg diesmal bei der Mittelrheinmannschaft mit Dr. Klaas von Tennis=Borussia steht dafür in der Verteidigung und der schußgewaltige Polizist, Helmchen von Chemnitz führt den Sturm an Helmchen erhält damit Gelegenheit, sich einen ständigen Platz in der deutschen Nationalmannschaft zu sichern. In Köln solsen spielen: Jakob(Jahn Regensburg): Dr. Klaas (Tennis=Borussia Berlin), Munkert(1. FC. Nürnberg): Janes(Fortuna Düsseldorf), Sold(FV. Saarbrücken). Kitzinger(Schweinfurt 05): Lehner (Augsburg). Siffling(SV Waldhof). Helmchen (Polizei Chemnitz). Szepan, Urban(beide Schalke). Ersatz: Buchloh(VfB. Speldorf). Alle Karten vergriffen! Die Karten für den Fußballänderkampf gegen Italien am 15 November im Olympischen Stadion sind, wie nach Ablauf des Vorverkauftermins festgestellt wird, restlos vergriffen. Es ist nicht eine einzige Karte aus dem Reich zurückgekommen, dagegen liefen trotz wiederholter Hinweise auf die Zwecklosiakeit viele 100 Kartenbestellungen beim Fachamt Fußball ein. Der noch vorhandene„eiserne Bestand“ an Karten für unvorhergesehene Fälle ist inzwischen an die Berliner Vereine abgegeben worden; auch die 4000 Schülerfreikarten sind verteilt, so daß auf Berlin etwa 40000 Karten entfallen. Es ist also zwecklos, sich jetzt noch irgendwo für das Länderspiel um Karten zu bemühen. Eissport=Auftaßt in Düsseldorf Düsseldorfer EG.— German Kanadiaus:3 Infolge des unsicheren Wetters fand der Auftakt der Düsseldorfer Eislaussaison nicht den erwarteten Zuspruch Etwa 3000—4000 Zuschauer hatten sich bei trockenem Wetter auf den Rängen eingefunden. Der sportliche Erfolg war trotz der harten, aber etwas unebenen Eisfläche, worunter die Berliner Inge Koch und Günther Lorenz im Paarlaufen zu leiden hatten, vorzüglich. Das große Erlebnis des Abends war die Vorstellung des österreichischen Weltmeisters und Olympiasiegers Karl Schäfer, der durch seine großartige Technik und seine wundervollen Mondkombinationen reichen Beifall erntete. Auch die Schwedin Vivianne Hulthen hat schon fleißig trainiert. Ihre beiden Tänze, ein Tango und ein slawischer Tanz, begeisterten ebenfalls. Recht nett waren auch die Vorführungen der österreichischen Meisterin Emmy Putzinger sowie der jugendlichen Wienerin Wächtler. Das Eishockeyspiel verlief sehr wechselvoll Die Düsseldorfer Eislauf=Gemeinschaft und die German Kanadians trennten sich schließlich unentschieden :3(:0.:0.:). Herber=Baier nochmal in Nürnberg Da die„Kraft=durch=Freude"=Veranstaltung im Nürnberger Linde=Stadion am vergangenen Sonntag stark unter der Ungunst der Witterung zu leiden hatte, wurde am Mittwoch der Eissportabend wiederholt. Im Mittelpunkt stand dabei das Schaulaufen unseres Weltmeisterpaares Maxie Herber=Ernst Baier, die erneut stark gefeiert wurden. Das Rahmenprogramm füllten einige Nürnberger und Schwabacher Eisläufer aus, während im Eishockeykampf die Hockeygesellschaft Nürnberg über den Lokalrivalen. Nürnberger HTC, mit:1 (:1,:0,:0) siegreich blieb. Der Westdeutsche Klaas spielt! Als rechter Verteidiger in der deutschen Mannschaft, die am 18. November(Bußtag) zugunsten des Winterhilfswerks im Kölner Stadion auf die Auswahlelf des Gaues Mittelrhein trifft, spielt Klaas vom Sportklub 09 Brabach(Sieg) und nicht Dr. Klaas von Tennis=Bokussia Berlin. Arno Kölblin will Europameister werden Der deutsche Schwergewichtsmeister Arno Kölblin=Plauen will sich nach seinem klaren Sieg über den holländischen Meister Harry Staal am Mittwochabend in Berlin um den zurzeit freien Europameistertitel bewerben. Die Internationale BoxingUnion hat vor einiger Zeit Pierre Charles=Belgien und Harry Staal=Holland als Titelbewerber offiziell anerkannt. Durch seinen Sieg über Staal glaubt Kölblin das Recht des Vorzuges jetzt zu haben. Toto und Tip Auteuil 1. Prix Vatan: 1. Lutin III(Tremeau); 2. Espelion: 3. Hardol. Toto: Sieg 408:10. Platz 65. 14.— 2. Prix Beaurecaire: 1. Chuchoteure(Plaine): 2. Patatras: 3. Bartholdi. Toto: Sieg 20 Platz 13. 37. 26.— 3. Prix Nuaae: 1. Gaffeur(Howes); 2. Empressor: 3. Cuenca. Toto: Sieg 17. Platz 11, 15. 4. Prix de la Masseliere: 1. Fils de Liral(Bates); ? G r a n d G a l a; 3. M o l i n o. T o t o: S i e g 7 2: 1 0. P l a t z 16. 13. 12.— 5. Prix Marius: 1. Maestro(Dunn); 2. Pesaro: 3. Poisson'Avril. Toto: Sieg 121: Platz 42. 18. 20.— 8. Prir du Perray: 1. Mercenaire (Rochet): 2. Le Régent II: 3. Gha Koué. Toto: Sieg 20. Rooi, Heusee schlag Jeann=Zeagt 8000 Zuschauer in der Deutschlandhalle 25 Platz 13. 20. 18. Kehraus am Horster Schloß Der Essen=Horster Rennverein beschließt am kommenden Sonntag seine Turssaison 1936. Mit Befriedigung kann er auf die geleistete Arbeit während der Saison zurückblicken und eine Bilanz ziehen, die ihm nur das beste Zeugnis ausstellt. Für den Schluß. tag seines dreitägigen Meetings hat er nochmal ein wechselvolles Programm ausgeschrieben, das in dem Horster Prüfungs=Preis über 1200 Meter givfelt. — Unsere Voraussagen: 1. Rennen: Forfia — Janiculus: 2. Rennen: Segelflug— Panzerflotte: 3. Rennen: Höllenfahrt— Mixer: 4. Rennen: Laurus— Hanseat: 5. Rennen: Solneman—. Monarchist:— 6. Rennen: Immer weiter— Elfmeter; 7. Rennen: Heidekönig— Wolkenflug. Der zweite Boxkampfabend in der Deutschlandhalle hatte nicht den großen Publikumserfolg wie der Eröffnungstag, immerhin mögen doch 8000 Personen in dem Riesenraum bei Beginn der Kämpfe versammelt gewesen sein. Kölblin siegte, Willi Müller ging k. o. Den schönsten Kampf bis zur Pause lieferten sich im Schwergewicht die Landesmeister Harry StaalHolland und Arno Kölblin=Deutschland über acht Runden. Mit Ausnahme der ersten Runde hatte der Deutsche alle übrigen klar für sich. Boxerisch ist Kölblin verbessert, doch befolgt er nicht immer eine kluge Taktik. So setzte er vielzuwenig seine Vernichtung tragende Linke ein und verstand es auch nicht, den Holländersentscheidend abzufertigen. Kölblins Punktsieg. der nie in Frage stand. fiel sehr hoch aus. Sehr kurz war der zweite Schwergewichtskampf zwischen dem Spanier Pancho Villar und Willi Müller=Düsseldorf. Der Rheinländer war mit 95 Kilogramm völlig untrainiert und versuchte sein Heil sofort in einem sinnlosen Schlagwechsel, mit dem er jedoch bei dem drahtigen und nervigen Spanier kein Glück hatte. Müller mußte auf einen schweren Magentreffer erstmals bis„6“ zu Boden und bei weiterem Austausch schwerster Schläge rollte er beim zweiten Niedergang bis zum„Aus“. über die Bretter. Pancho Villar kam damit zu einem Blitzsieg in der ersten Runde, ohne sein volles Können einsetzen zu müssen. Der Berliner Leonhard Marohn verlor im Einleitungskampf gegen den Engländer Tom Curran über acht Runden nach Punkten. Der für die Halbschwergewichtsklasse sehr kleine Engländer zeigte ein großes Kämpferherz, während Marohn sehr matt boxte und besonders in der Schlußrunde stark nachließ und dadurch die gerechte Punktentscheidung seinem Gegner überlassen mußte. Auch Klein und Hower siegten Einen recht„farbigen“ Kampf zeigten dann der Solinger Erwin Klein und der kleine Franzose Alf Sauvage. Klein hatte in den ersten Runden durch den stetigen Angriff ein kleines Plus für sich. Mit der Länge der Strecke ließ er nicht nach und kam zu einem hohen Punktsieg. Als junger talentierter Kämpfer stellte sich der Engländer Al Robinson vor, der gegen den Exmeister Vinzenz Hower=Köln knapp nach Punkten unterlag. Robinson machte in den ersten Runden von seiner vorzüglichen Linken Gebrauch, als dann aber Hower bei Beginn der zweiten Hälfte mit harten Körperhaken die Führung übernahm, konnte Robinson nicht mehr gewinnen. Er brachte sich jedoch über acht Runden und mußte seinem Gegner den Punktsieg überlassen. Adolf Heuser schlug Frank Hough nach Punkten Der abschließende Halbschwergewichtskampf zwischen dem Bonner Adolf Heuser und dem Engländer Frank Hough ging unerwartet über die angesetzten zehn Runden. Der Engländer, der schon gegen Leonhard Marohn als ausgezeichneter Boxer auffiel, verlor gegen Heuser verdient nach Punkten. Schon in der ersten Runde wurde Heuser durch eine scharfe Rechte das linke Auge aufgeschlagen und dadurch wurden die Angriffe des Bonners gestoppt. Er war im weiteren Verlauf des Kampfes doch der Bessere, konnte Hough aber nur einmal anschlagen. In der vierten Runde stellte Heuser den Engländer an den Seilen, aber Hough ging nicht zu Boden. Mitte der Strecke ließ der Deutsche etwas nach, mußte auch hier zwei Runden abgeben, zum Schluß war der Bonner aber ganz wieder da und landete einen hohen Punktsieg. 5 ProStetBerlin): I 10.10. II 10.15. IV 10.30. V.95. VI 10.40. Vil 10.45. vill 10.10. X1 10.30. XI1 10.40. KIII(Bin.) 10.45; zuzüglich.30 RM Ausgleichsbetrag für 100 Kilo. Bei Roggenvollkleie kann ein Aufschlag von 1 RM für 100 Kllo berechnet werden. — Für 100 Kilo in RM ab Station: ViktoriaErbsen. neu 36.50—41.50(feinste Sorten über Notis): kleine Erbsen 34.00—36.50: Futtererbsen 24.50 bis 26.50: Peluschken 26.00—29.00: Ackerbohnen 23.50—25.00; Wicken, disch 26.50—28.50; Futterwicken 17.50—20: Luvinen blaue 16.25—17.25; dio. gelbe 24.00—25.00: Leinkuchen. Basis 37 Prozent. ab Hamburg 16.38: Erdnußkuchen. Basis 50 Prozent. ab Hamburg 15.88: Erdnußkuchenmehl, deutsche Mahlung 17.38: Trockenschnitzel(neue Ernte) ab Fabrik.60: extrahiertes Soyabohnenschrot. 45 zent. ab Hamburg 15.58: dto., 45 Prozent. ab tin 15.98: Kartoffelflocken. Parität waggonfrei Stolv. Namslau als Verladestation 18.70, inel. Verpackung dto. Parität Berlin 19.80 incl. Vervackung. Viehmärkte Osnabrücker Viehmarkt Osnabrück, 5. Nov. Am heutigen Viehmarkt standen zum Verkauf: R inder 111, darunter Ochsen 9, Bullen 11. Kühe 61. Kälber 112. Schweine 533. Färsen 30. Schafe 6. Preise für 1 Pfund Lebendgewicht in Pfennigen: Ochsen: a) 40—43. b) 39: Bullen: a) 41. b) 36—37; Kühe: a) 40—41, b) 35—37. c) 30 bis 31. d) 21—23: Färsen: a) 41—42, b) 38: Kälber: a) 63. b) 53. c) 37—38: Schweine: a1) rund 150 kg 54.50, a2) von 135—149 ka 53.50. b) 120—134 kg 52.50. c) 100—120 kg 50.50. d) 80—100 kg 48.50; fette Specksauen 53.50. andere Sauen 50.50. Marktverlauf: Rinder. Kälber und Schweine zugeteilt.— Die vorstehenden Preise sind Marktvreise am Osnabrücker Schlachtviehmarkt und nicht mit Stallvreisen zu verwechseln. Güterwagenstellung bei der Reichsbahn In der Woche vom 18. 10. bis 24. 10. 1936 sind bei der Deutschen Reichsbahn=Gesellschaft 927 574 Güterwagen gestellt worden gegen 914 465 Güterwagen in der Vorwoche und 858 352 in der entsprechenden Vorjahrswoche an je sechs Arbeitstagen. Die durchschnittliche arbeitstägliche Wagenstellung betrug 154 596 gegen 152 410 bzw. 143059 Güterwagen. Hander und Industele Märkte Berliner Metall=Notierungen Berlin, 5. Nov.(Amtl.) Elektrolytkupfer(wirebars) prompt. cif Hamburg. Bremen oder Rotterdam 60.75; Original=Hütten=Aluminium, 98—99%, in Blöcken 144.00; desgl. in Walz= oder Drahtbarren 148.00: Reinnickel. 98—99% 269 RM. Silber in Barren ca. 1000 fein per kg. 38.60—41.60 RM. Warenmärkte Grotzmarkt für Getreide und Futtermittel e. V. Dortmund Erzeugerpreise für die Festpreisgebiete der Provinz Westfalen— Monat November Dortmund, 5. Nov. Weizen, 76277 kg. W XVIII 204. W XVI 202. W XIII 199. W XII 198. W IX 195: Roggen. 69/71 kg. R XVIII 169, R XVI 167, R XV 165, R XIII 163, R XI 161: Futterhafer, 48/49 kg. II XIX 167. H XVIII 166, H XVI 164, HI XV. 163. HI XIV 162, H XIII 160; Futtergerste. 59/60 kg. G XIV 176. G XIII 174. G KII 173. G XI 171, G X 170.— Mehl: Grundpreis für Weizen= und Roggenmehl. Weizen= und Roggenkleie. Die Zuschläge bezw Handelsspannen errechnen sich nach den gesetzlichen Bestimmungen Weizenmehl. Type 790. W XVIII 28.20. W XVI 28.20, W XIII 27.45, W XII 27.45, W IX 27.45: Roggenmehl. Type 997, R XVIII 23.15, R XVI 23.00, R XV 22,95, R XIII 22.75, R XI 22.55; Weizenkleie W XVIII 12.05. W XVI 11.95. W XIII 11.75. W XII 11.70. W IX 11.55 Roggenkleie. R XVIII 10.80. R XVI 10.70. R XV 10.55. R XIII 10.45, RXI 10.30. Berliner Getreidegroßmarkt Berlin, 5. Nov.(Zu= und Abschläge für Weizen, Roggen und Futtergetreide gemäß Anordnung des Getreidewirtschaftsverbandes Kurmark".) Weizen (für 1000 Kilo in RM): Märk Weizen. Durchschnittsaual(an Auswuchs. Besatz Bruch. Schmachtkorn. Rost sind zusammen 3% zulässig) Gewicht pro bl. 75/77 Kilo. frei Berlin 206: märkischer Futterweizen—.—; gesetzlicher Erzeugervreis für die Preisgebiete: W VI 192. W VII 193. W VIII 194. W IX 195. W X 196 W XII 198. W XIV 200: gesetzlicher Mühleneinkaufspreis plus—6 RM.: Stimmung: gefragt.— Roggen(für 1000 Kilo in RM): Märk Roggen. Durchschnittsqual.(an Auswuchs. Besatz. Bruch. Schmachtkorn sind zusammen 2% zulässig). Gewicht vro Hektoliter 69/71 Kilo frei Berlin 169; gesetzlicher Erzeugervreis für die Preisgebiete: R V 155. R VI 156. R VII 157. R VIII 158. R XI 161, R XII 162. R XIII 163: gesetzlicher Mühleneinkaufsvreis vlus—6 RM; Stimmung: gefragt— Gerste(für 1000 Kilo in RM.): Futtergerste. Gewicht pro hl 59/60. gesetzlicher Erzeugerpreis für die Preisgebiete: G V 160. G VI 161. G VII 163. G VIII 166. 6 IX 168: Stimmung: ohne Angebot.— Hafer(für 1000 Kilo in RM.); Märk. Hafer. Durchschnittsqualität Gewicht vro h1 48/49 Kilo, gesetzlicher Erzeugervreie für die Preisgebiete: H IV 148. H VII 152. H X 155, H XI 157. H XIII 160. H XIV 162: Stimmung: ohne Angebot — Weizenmehl(ohne Ausland). Type 790(Basis. Type). nach Skala Professor Mohs(in RM für 106 Kilo brutto einschließlich Sack), gesetzlicher Erzeugerpreis für die Preisgebiete(Bezirksstelle X der.= V. Berlin): II 27.40, III 27.40. V 27.40. VI 27.40. VII(Soldin=Arnswalde) 27.40. VII(Luckau=Calau) 27.45. VIII 27.70, IX 27.70. X 27.70. XII 28.10. XIV 28.40; zuzüglich.50 RM. Frachtausgleich. bei Abnahme von mindesteng 10 To. frei Empfangsstation gemäß Anordnungen der Wirtschaftlichen Vereinigung.— Roggenmehl(in RM. für 100 Kilo brutto einschließlich Sack). Type 997(nach Skala Prof Mohs). gesetzlicher Erzeugervreto für die Preisgehiete(Bezirestelle X der.=V. Berlin): I 21.10, II 21.20. IV 21,45, V 21.55, VI 21.65, VII 21,80, VIII 21,90, XI 22.25, XII 22,35, XIII(Bln.) 22.45; zuzüglich.50 RM. Frachtausgleich, bei Abnahme von mindestens 10 To. frei Empfangsstation gemäß Anordnungen der Wirtschaftlichen Vereinigung. Type 815 40.50 RM. Type 700+.25 RM. Type 610+2RM— Kleie: Weizenkleie(in RM für 100 Kilo brutto einsch! Sack ab Mühle einschl. Verladungskosten daselbst), gesetzlicher Erzeugerpreis für die Preisgebiete(Bezirksstelle X der.=V. Berlin): II 11.15, III 11.20. V 11.30, VI 11,35. VII (Soldin=Arnswalde) 11.40. VII=(Luckau=Calau) 11.40, VIII 11.50. IX 11.55. K 11.60. XII 11.70. XIV 11.85: zuzüglich.50 RM Ausgleichsbetrag für 00 Kilo, Bei Weizenvollkleie kann ein Aufschlag von.50 RM für 100 Kilo berechnet werden.— Roggenkelie(in RM für 100 Kilo brutto einsch! Sack ab Mühle einschließlich Verladungskosten daselbst), gesetzl. Erzeugerpreis für die Preisgebiete (Bezirksstelle X der Wirtschaftlichen Vereinigung Anhaltende Preissteigerungen für Metallerzeugnisse Nachdem erst am 31. Oktober eine Erhöhung um 75 Pfg. und am 2. November eine weitere Heraufsetzung um 50 Pfg. erfolgt war, ist mit Wirkung ab 5. November eine nochmalige Heraufsetzung der Preise für gewalzte und gepreßte Bleierzeugnisse um weitere 50 Pfg. durch die Westdeutsche Bleifabrikatehändler=Vereinigung, Düsseldorf, vorgenommen worden, so daß der Grundpreis nunmehr auf 41,50 RM. stellt. Die Preise für Zinkbleche, die in der letzten Zeit ebenfalls mehrmals heraufgesetzt worden waren, sind mit Wirkung ab 5. November um weitere 25 Pfg. durch die Westdeutsche Gebietsfachgruppe des Zinkblechhandels, Düsseldorf, erhöht worden. Runmehr kosten Zinkbleche in Rheinland und Westfalen in Zone 1: 44,75, in Zone 2: 45,75 und in Zone 3: 46,75 RM., alles je 100 Klg. Amtliche Berliner Devisenkurse Berliner Börsenkurse vom S. November 1936 11.]4 11. Ges. t. el. Untern. Gödhardt Gebr. Goldschmidt Harpener Berg Hoesch Kali Aschersleben Klöcknerwerke Köln. Gas u. Elekt. W. Krefft Kromschröder Kronprinz Metall Küppersbusch Lahmeyer Mannesmann Mansfelder Masch. Unternehm. Mülheimer Berg Phönix Bergbau Rhein Braunkohlen Rhein Elektr. Rhein Spiegel Rheinstahl R E. W Rhein-Westt Kalk Roddergrube Selzdetfurth Schwelmer Eisen Siemens& Halske Stolberger Zink Stollwerck Ver Dtsch Nickel Ver Glonzstoff Ver Stahlwerke Warsteiner Gruben Wasserw. Gelsenk + bedeutet ohne Angebot und Nachtrage 144.— 129 156. 120 1417 125¼ 77½ 76½ 154½ 150.— 116½ 155 130 165½ 232. 134. 96.154 139. 147% 195½ 208 92% 122¾ 166 ½ 264 122% 871 166 137.— 143 130% 132.— 158. 121. 144½ 126¼ 78. 76.— 111.— 151½ 116% 132 234 156¼ 130½ 146% 196½ 207½ 95• 126. 166 ¼ 260 124 92. 139.— Eine Wocse Ponnn Die Parole des Vierjahresplanes— Annäherung Rumäniens an die Tschechoslowakei— Zwei bedeutsame außenpolitische Kundgebungen: Mussolinis Rede in Mailand und die englische Thronrede Die Parole des Im Mittelpunkt der deutVierjahresplanes. schen Innenpolitik standen in der verflossenen Woche zwei bedeutsame Ereignisse: die zehnte Wiederkehr des Tages, an dem der nationalsozialistische Kampf um die Reichshauptstadt begann, und die Proklamation des Programms für den kommenden großen Kampf zur Durchführung des Vierjahresplanes und zur Neugestaltung der deutschen Wirtschaft. Das zehnjährige Jubiläum des Beginns des nationalsozialistischen Kampfes um die Reichshauptstadt hat uns wieder zum Bewußtsein gebracht, daß das, was vor zehn Jahren planmäßig begonnen wurde, in seinen Uranfängen nach der Machtergreifung zielbewußt durchgeführt werden konnte. Diese Rückerinnerung ist deshalb von um so größerer Bedeutung, weil sie uns als Miterlebende deutlich zeigt: das krasse Gegeneinanderarbeiten auseinanderstrebender Parteien und den heute im Gegensatz dazu stehenden einheitlichen geschlossenen Willen der Zusammenarbeit um der großen Zukunft Deutschlands willen. Ministerpräsident Göring hat in seiner großen Rede die Parole für diesen neuen großen Umstellungsplan ausgegeben. Alle Berufsstände werden hier zur tatkräftigen Mitarbeit gerufen: Arbeiter und Unternehmer. Mittelstand und Angestelle, ja sogar die Hausfrauen. Es gibt in der Geschichte der Nation und auch wohl in der deutschen Geschichte so wenige Beispiele dafür, daß ein Volk so zielbewußt und entschlossen einen so völlig neuen Weg unter bewußter Entsagung der alten Gewohnheiten, unter Absage an die vielen Bequemlichkeiten des Alltagslebens entschlossen ist, wie jetzt das deutsche Volk nach Verkündigung des Vierjahresplanes durch den Führer und nach Ausgabe der zu seiner Durchführung notwendigen Parolen durch Ministerpräsident Göring. * Annäherung Rumäniens. Der Besuch des rumäan die Tschechoslowakei. nischen Königs Carol ist in mehr als einer Hinsicht ein Vorzeichen für eine gewisse Wendung der außenpolitischen Haltung beider Länder und damit vielleicht zugleich einer gesamten außenpolitischen Neuorientierung in Südosteuropa. Die Außenpolitik der tchechoslowakischen Regierung hat in immer stärkerem Maße Kritik im eigenen Lande hervorgerufen. Auch hier ist es das Militärbündnis mit Sowjetrußland, das in seinen Endfolgen allmählich zu schwertragend vom tschechoslowakischen Volke empfunden wird. Man hat auch im tchechoslowakischen Volke immer mehr erkannt, daß unter der falschen Flagge dieses vermeintlichen Sicherheitsbündnisses der Bolschewismus stärkeren Fuß in der Tschechoslowakei und in Südeuropa fassen will. Heute ist es doch schon so, daß sich ein ganzer Block von Parteien zusammengefunden hat, die sich eindeutig gegen dieses Bündnis mit Sowjetrußland aussprechen: die tchechischen Nationalisten, die Gruppe der konservativen Bauern, die slowakischen und tchechischen Katholiken. In Rumänien sehen wir dieselben Bestrebungen. Nach dem Weggang Titulescus ist eine gewisse Neuorientierung eingetreten, die sich ohne Preisgabe der Freundschaft mit Frankreich doch mehr von Sowjetrußland abwenden will und auf eine konzentrische Zusammenfassung der Balkanstaaten bis nach Mitteleuropa hinein hinzielt. Wenn es gelingt, die Tschechoslowakei zu einer engern militärischen Zusammenarbeit mit Rumänien zu bewegen, so sollte das die Möglichkeit bedeuten, auch die Tschechoslowakei in den entstehenden Block der antibolschewistischen Staaten einzureihen. Allerdings sollte bis dahin noch ein weiter Weg sein. Für die Tschechoslowakei eröffnen sich allerTczserung der Zunahme des Einkommens aus an Kaufkraft Dieser Tage hat das Institut für Konjunkturforschung sich mit einem höchst aktuellen und praktischen Thema beschäftigt: es stellte Untersuchungen an über die Auswirkungen der gebesserten Wirtschaftslage auf die Lebenshaltung des einzelnen Staatsbürgers. Aus den Komponenten des wachsenden Einkommens, aus Lohn und Gehalt, der wachsenden Kaufkraft und des wachsenden Verbrauches ergibt sich ein höchst anschauliches Bild von den Auswirkungen der Arbeitsschlacht auf den Haushalt des Durchschnittsdeutschen. An diesen statistischen Ergebnissen ist nicht zu deuteln und zu rütteln. Vorab sei festgestellt, daß das Einkommen, soweit es Lohn und Gehalt betrifft, seit dem letzten Jahre vor der Machtergreifung, 1932, um nicht weniger als rund 6 Milliarden Reichsmark gestiegen ist, wenn man die Zahlen für das letzte abgeschlossene Jahr, 1935, dagegenhält. Aber auch im Jahre 1936 hat die Steigerung und Besserung der Einkommensverhältnisse der Lohn= und Gehaltsempfänger angehalten; die statistische Kurve weist aus, daß im ersten Halbjahr 1935 insgesamt 15,3 Milliarden und in der gleichen Zeit des laufenden Jahres 16,5 Milliarden verdient worden sind. Wenn man den tatsächlichen marktgängigen Wert dieses Zuwachses richtig beurteilen will, muß man berücksichtigen, daß es sich nicht ganz um echte zusätzliche Einkommensbeträge handelt, sondern daß davon derjenige Betrag abgesetzt werden muß, der durch Verringerung der zu zahlenden Arbeitslosenunterstützung anfällt. Der relative Differenzbetrag wird jedoch immer geringer, je weitere Fortschritte die Beseitigung der Erwerbslosigkeit macht. Aber nach Maßgabe der Verbrauchsziffern ist in den ersten Jahren der Einkommensteigerung die sichtbare Besserung der Lebenshaltung hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Zweifellos mußten zuerst einmal wesentliche Schulden und Abzahlungen getilgt werden, bevor der einzelne Volksgenosse imstande war, das Mehr an Lohn und Gehalt auch wieder für Verbrauchsgüter und andere Dinge des täglichen Lebens auszugeben. Aber je länger der Tiefpunkt der Beschäftigungslage hinter uns liegt, umso schneller steigt der meßbare Verbrauch; so schnell sogar, daß in der jüngsten Zeit die Verbrauchssteigerung stärker und größer ist als der Zuwachs an Einkommen selbst. Bei dem weiteren Eindringen in die volkswirtschaftlichen Zusammenhänge muß sodann berücksichtigt werden, inwieweit vielleicht gewisse Preisbewegungen den zahlenmäßig steigenden Lebensstandard drücken; es muß daher neben der Gesamtsumme des Umsatzes an Gütern der Lebenshaltung auch die Menge in Betracht gezogen werden. Sehr wesentlich— und zwar nach der dings durch diese Zusammenarbeit z. B mit Rumänien, Perspektiven, innenpolitische Schwierigkeiten und eine gewisse wirtschaftliche innere Krisengefahr, die Moskau stets für seine dunklen Machenschaften auszunutzen versteht, überwinden zu können. * Mussolinis Mai= Die Rede des italienischen länder Rede. Staatschefs zu Beginn dieser Woche in Mailand zeigte wieder einmal die gesunde realpolitische Auffassung MusTrrous hunk.. Lohn und Gehalt erzielt Zuwachs und Verbrauch günstigen Seite hin— beeinflussen das Gesamtniveau schließlich auch die gar nicht wägbaren Leistungen der RS.=Gemeinschoft„Kraft durch Freude“ und des Winterhilfswerkes, die beide auf die Lebenshaltung der Nation einen sehr großen Einfluß besitzen. Nach Berücksichtigung aller dieser Teilfragen ist festzustellen, daß seit 1932 eine tatsächliche, und zwar ganz erhebliche Erhöhung der Lebenshaltung und damit eine Besserung der sozialen Verhältnisse des Volkes stattgefunden hat. Das bezieht sich sowohl auf die notwendigsten Bedürfnisse als auch auf gewisse Luxusaufwendungen— wenn man von solchen in diesem Zusammenhang überhaupt sprechen will. Außerordentlich bezeichnend ist die Tatsache, daß die Einzelhandelsumsätze des Möbelhandels eine Steigerung um nicht weniger als 67% erfahren haben. Dazu dürften die Ehestandsdarlehen den Löwenanteil beigetragen haben. Die Umsätze an Fleisch stiegen wertmäßig um 33½, mengenmäßig um 10%; die Beleuchtungs= und Elektrowirtschaft verbuchte 57% Umsatzzuwachs. Die Lichtspieltheater nahmen 42% mehr ein und die Besucherzahl stieg gleichzeitig um 33½%. Die Ausgaben für Zigaretten erhöhten sich um 10%, während die Menge um 16% zunahm; bei den Zigarren sind die gleichen Zahlen 27% und 40% Die Reichsbahn profitierte von der besseren Wirtschaftslage des Einzelnen einen Mehrumsatz von 24% im Personen= und Gepäckverkehr; gleichzeitig stiegen die Reisen— der Menge nach— um 28%. Der Bierverbrauch bewegte sich mit 23% ganz erheblich mengenmäßig aufwärts, während sich der Wert der Textilien um 26% und derjenige der Einzelhandelsumsätze in Kaffee, Tee, Schokolade und Süßwaren um 25% erhöhte. Gleichzeitig wuchs gleichlaufend die Kaffee=Einfuhr um 15% und der Zuckerverbrauch— Menge— um 11%. Diese Zahlen, um es genau zum Ausdruck zu bringen, stellen die erreichbaren Werte aus dem ersten Halbjahr 1933 und aus dem ersten Halbjahr 1936 in Beziehung. An dem Beispiel des Fleisches ist zu erkennen, daß gewisse Bedarfsgegenstände inzwischen im Preise gestiegen sind. Bei den Zigaretten wäre darauf hinzuweisen, daß eine Abwanderung nach billigeren Preisqualitäten erfolgte, während bei den Kinoplätzen gerade das Gegenteil festzustellen ist. Aehnliche marktanalytische Ueberlegungen lassen sich fast auf allen Gebieten der Verbrauchsgüter anstellen. Sie ergeben interessante Aufschlüsse. Im ganzen verstärkt sich durch alle diese sorgfältigen Erwägungen der Eindruck, daß seit 1932 eine sowohl auf die Gesamtheit als auch auf den Einzelnen sich erstreckende fühlbare Erleichterung und Besserung der Lebenshaltung eingetreten ist, die dauernd anhält. solinis. Auch er stellt sich in den Dienst des europäischen Friedens. gibt sich und sein Volk aber durchaus keinen Illusionen hin, daß es sich um eine bewaffnete Friedenspolitik handeln muß. Deutlich brandmarkte er die Illusionen, die auch heute leider noch immer das diplomatische Spiel in London, Paris und neuerdings auch Moskau beherrschen: Abrüstung, kollektive Sicherheit und unteilbaren Frieden. Zugleich war seine Rede eine erneute Absage an das Versailler Friedensdiktat und eine Kampfansage an den den Frieden und die — Der begenpol Was uns vom Bolschewismus trennt Die Antikomintern zeigt in einer großen Ausstellung in Berlin unter dem Titel„Bolschewismus ohne Maske“, schlagendes und beweiskräftiges Material über den Bolschewismus als Feind jeglicher Kultur und damit als direkten Gegenpol der nationalsozialistischen Weltanschauung und Staatsauffassung. Ueberall auf der Welt leuchten die Blutfanale des Bolschewismus als eindringliche, furchtbare Warnung an die Kulturmenschheit auf. Die Welt steht vor der Entscheidung, ob sie sich für die Verteidigung der großen Werte menschlicher Geschichte oder für ihre Aufopferung im roten Nihilismus entschließen soll. Deutschland ist der härteste und gefährlichste Gegner der bolschewistischen Weltzerstörer. Und Deutschland hat den eisernen Willen, sich selber von dem Gift dieser kulturfeindlichen Idee rein zu halten und weiß, daß es damit eine hohe Mission im Dienste Europas und der Welt auf sich genommen hat. * Die Tatsachen können nicht oft genug zu Worte kommen. Also lassen wir wieder die Tatsachen ihre eindringliche Sprache reden. Uns trennt vom Bolschewismus der Kampf gegen Gott und gegen die Religion. In Sowjetrußland ist die antireligiöse Propaganda durch das Gesetz geheiligt, jede religiöse Betätigung dagegen verboten. Die Glaubensverfolgungen des sowjetrussischen Systems übertreffen alle bisher in der Geschichte dagewesenen Beispiele, gleichgültig, ob es sich um die Verfolgung des Christentums oder des Buddhismus handelt. Wir sehen in dem sowjetrussischen Grundsatz„Religion ist Opium für das Volk“ den schärfsten Widerspruch zu unserer Weltanschauung. Uns trennt vom Bolschewismus die Tatsache, daß Kirchen und Kathedralen in die Luft gesprengt, zerstört und beschmutzt werden, daß sie zu Kinos, Fabriken, Pferdeställen und Klubs umgewandelt werden. Wir verabscheuen die Erziehung der Jugend zur Gotteslästerung ebenso wie die Verwüstung der Friedhöfe und die Benutzung von Heiligenbildern zum Bau von Bedürfnisanstalten. Wir verabscheuen die Gottlosenpropaganda in aller Welt als das Signal zur Erweckung der niedrigsten Instinkte der Menschheit. Uns trennt vom Bolschewismus die systematische Zersetzung der Jugend, ihre Erziehung und Verachtung aller menschlichen und kulturellen Bindungen, ihre restlose Vernachlässigung auf gesundheitlichem und geistigem Gebiete. Es schlägt allen unseren Auffassungen ins Gesicht, unmündige Kinder gegen ihre Eltern aufzuhetzen und sie zu veranlassen, Angehörige und Freunde der GPl. auszuliefern. Die Untergrabung jeglichen persönlichen Treueverhältnisses ruft sämtliche minderwertigen menschlichen Eigenschaften wach. Die Denunziation von Freunden, Kameraden und Verwandten, der Mißbrauch von Kindern zu antireligiösen Kundgebungen und die mangelnde Fürsorge für junge Menschen ist in unseren Augen ein einziger Greuel. Uns trennt vom Bolschewismus das, was man in Sowjetrußland die„Befreiung der Frau" nennt, daß man die Abtreibung kultiviert, die Ehe zerstört, die Frau in umfangreichem Maße mit schwerster körperlicher Arbeit belastet, wie es in der sowjetrussischen Metallindustrie, im Erz= und Steinkohlenbergbau unentwegt geschieht. Nach sowjetrussischen Zahlen von 1934 stehen allein in Moskau 57100 Geburten 154 584 Abtreibungen gegenüber. Der Mißbrauch des weiblichen Geschlechtes zum Militärdienst und die Ausbildung an leichten und schweren Waffen stellt für uns ebenfalls eine Herabwürdigung der weiblichen Aufgaben im menschlichen Leben dar. Uns trennt vom Bolschewismus die gewissenlose Aushungerung der arbeitenden Volksschichten, ihre geradezu unmenschliche Lebenshaltung und die bolschewistische Lohn= und Preisgestaltung. Uns trennt vom Bolschewismus die Tatsache, daß in der Sowjetunion über sechs Millionen Menschen in Zwangsarbeitslagern im hohen Norden und im tiefsten Sibirien verkommen, ohne zu ihrer Arbeit die geringsten technischen Hilfsmittel, Wohn= und Aufenthaltsräume, Kleidung und Nahrungsmittel zu besitzen. Die unbeschreiblichen Qualen dieser unglücklichen Menschen sind eine einzige Anklage gegen das System der Sowjets. Uns trennt vom Bolschewismus die Existenz der sowjetrussischen Tscheka, die in unvorstellbarer Weise nach der russischen Revolution zur Vernichtung der Sowjetgegner eingesetzt wurde. Ihr Nachfolger, die GPU., hat Millionen unschuldiger Menschen in der schauerlichsten, gräßlichsten Weise ums Leben gebracht. Einen Widerschein dieser perversen Grausamkeiten führen sowjetrussische Agenten heute in Spanien der Welt in schamlosester Weise vor Augen. Uns trennt vom Bolschewismus die frivole Lüge, mit der das Sowjetsystem sich erfrecht, der Welt weismachen zu wollen, das Leben in der Sowjetunion sei fröhlicher geworden. Die Leichen von Millionen buchstäblich auf der Straße verhungerten Menschen, Kindern und Bauern, die Einscharrung dieser unseligen Opfer eines tierischen Systems in anonymen Massengräbern, die Aufhäufung der grauenerregenden menschlichen Kadaver auf Leiterwagen und Schlitten strafen die roten Herrscher in erschütternder Weise Lügen. Uns trennt vom Bolschewismus, daß überall in der Welt, wo die Völker um ihre bessere Zukunft ringen, die Agenten dieser teuflischen Gewalt das Untermenschentum organisieren, die Gemeinschaft unterminieren, Aufruhr predigen und Mord vorbereiten. Die ungezählten Millionen Dokumente dieser verbrecherischen Betätigung und Einmischung in völkische Lebensinteressen sind dafür hinreichender Beweis. Kinder, Frauen und verzweifelte Menschen werden für diesen Zweck ebenso gewissenlos Win ier oinne, □ 40l M K Hwoinnlag.71. gocnucite europäische Zivilisation so stark bedrohenden Bolschewismus. Hier begegnet sich der Duce auf der ganzen Linie mit der Auffassung Adolf Hitlers und seine Rede ist eine erneute Unterstreichung der Zusammenarbeit nicht nur Deutschlands und Italiens, sondern auch der übrigen europäischen Nationen, soweit sie sich keinen verderblichen Illusionen hingeben wollen und soweit sie ebenfalls bereit sind, einen Frieden Europas auf der allein gesunden Basis gegenseitiger Duldung und gegenseitiger Anerkenung der berechtigten Lebensforderungen der einzelnen Völker zu etablisieren. Die Absage an den heutigen Völkerbund und seine Fehlpolitik ist gleichfalls ein Gebiet, auf dem wir ihm ganz und gar beipflichten können. * Die englische Im Gegensatz zu Mussolini hat Thronrede. König Eduard VllI in seiner Thronrede, mit der er erstmalig die neue Sitzungsperiode des englischen Parlaments feierlich eröffnet hat, den Völkerbund als das einzige und sicherste Fundament des Friedens hingestellt. Allerdings begegnen sich Mussolini und König Eduard VIll. insofern, als sie den alten Völkerbund beide als überlebt betrachten. Denn auch der englische König beruft sich mit Nachdruck auf die Vorschläge, die die englische Regierung in Genf eingereicht hat, um ein besseres Funktionieren und eine Stärkung der Autorität des Völkerbundes sichern zu können Mussolini hat auch in keiner Weise die Gesamtidee eines Völkerbundes entworfen. Er hat sich lediglich für eine Revision dieser überlebten vollstänoig falsch funktionierenden Genfer Institution eingesetzt. England glaubt, auf dem Wege über den Völkerbund ein umfassendes weltpolitisches Programm zur Befriedung Europas und auch der Welt durchführen zu können. Der Hinweis Eduards VIII., den Flottenvertrag zwischen England, Amerika und Frankreich auf alle Seemächte ausdehnen zu können, ferner die Betonung der bewußten Einhaltung des Nichteinmischungsabkommens in Spanien, der Wille, die allgemeine internationale Befriedung durch eine Begrenzung der Rüstungsausgaben zu erreichen sind Programmpunkte, die auch Mussolinis Zustimmung finden, soweit sie vor einem revisionierten Völkerbunde zur Beratung gelangen. England sieht die gesamte Politik vom Standpunkte seines Weltreiches an und will zielbewußt die Erfahrungen, die es im englischen Weltreich als ein Bundesstaat mit gewissermaßen eigener Völkerbundssatzung gemacht hat und auch täglich machen kann, auf Europa und die Welt übertragen. Insofern gibt die englische Thronrede einen programmatischen Ausblick auf die gesamte Weltpolitik, wie sie in den Augen der englischen Regierung im Interesse des Friedens am besten gestaltet würde. eingesetzt wie die verabscheuungswürdigsten Schwerverbrecher aller Länder. Vom bescheidensten Flugzettel angefangen bis zum bewaffneten Aufstand stellen alle diese Symptome einen systematischen Generalangriff auf die Werte der Menschheit dar. Uns trennt vom Bolschewismus der Versuch, in den Rohstoffgebieten der Welt Unordnung zu schoffen und dadurch die Aushungerung und Verelendung der Kulturstaaten zu betreiben. Dazu bedient sich der Bolschewismus in sämtlichen Erdteilen der farbigen Rassen, die er gegen die weiße Rasse bewußt und zielsicher aufwiegelt. Uns trennt vom Bolschewismus die Tatsache einer auf die Weltrevolution vereidigten Armee. deren letztes Ziel es ist, jeden Frieden und jede ruhige Entwicklung, wenn es sein muß, mit Waffengewalt zu zerstören und in ein Chaos von Blut und Entsetzen umzuwandeln. Für die Erstellung dieser wahnsinnigen Waffe mußten in Rußland Millionen von Menschen verhungern. Uns trennt letzten Endes vom Bolschewismus entscheidend die Tatsache daß diese furchtbare Idee und dieses gegen die ganze Menschheit gerichtete Wahnsinnssystem von Juden erfunden, gehandhabt und geleitet wird, von Juden. denen die Niedrigkeit im Blut liegt und die sich heute unverhüllter denn je als Feinde und Zerstörer der menschlichen Ordnung und des menschlichen Lebens überhaupt entpuppen. * Diese Tatsachen trennen uns für immer und ewig vom Bolschewismus. Die riesige Kluft ist durch nichts und durch niemand jemals zu überbrücken. Die Erkenntnis der Tatsachen gibt uns die Kraft und den Willen, unser eigenes Leben nach besten Grundsätzen und mit rastloser Anstrengung aufzubauen und Hölle und Teufel zum Trotz zu erhalten. Eines Tages wird die Welt verstehen, was Deutschland damit für sie geleistet hat. Wie die jüdischen Moskowiter die Kirche vernichten Die Vernichtung der evangelischen Kirche in der Sowjetunion— Das grauenhafte Schicksal der letzten Pfarrer haßwerk der Moskauer Gottlosen Berlin, 5. Nov. Die deutsche Pro=Deo=Kommission, Berlin, hat aus völlig zuverlässiger Quelle Mitteilungen über das Schicksal der letzten evangelischen Geistlichen aus dem Gebiete der Sowjetunion erhalten. Pfarrer Simon Kludt aus Freudenfeld wurde vor einiger Zeit zum Tode verurteilt. Das Urteil soll schon vor Monaten vollstreckt worden sein. Die verzweifelte Familie aber spannt man auf die Folter, indem man ihr eine endgültige Mitteilung darüber hartnäckig verweigert. Auch der älteste Sohn war eines Tages verschwunden; es stellte sich heraus, daß er im GPU.=Gefängnis sitzt und seiner Verurteilung entgegensieht. In der Nacht vom 26. zum 27. September wurde Pfarrer Albert Meier aus Charkow von der GPU. verhaftet. Es ist völlig unergründlich, warum diese Verhaftung stattfand und was man Pfarrer Meier vorwerfen kann, denn seit Jahren ist er auch seitens der Sowietbehörden als völlig unvolitischer, ruhiger und zurückhaltender Mann bekannt, dem sogar die besondere amtliche Erlaubnis erteilt wurde. außerhalb seines Amtsbezirks in anderen Gemeinden Gottesdienste abzuhalten. Der Grund für seine Verhaftung kann nur in der grundsätzlichen Religionsseindschaft und dem rücksichtslosen Willen der Sowjets gesucht werden, Religion und Kirche vollständig zu vernichten. Die Verhaftung von Pfarrer Meier steht in schreiendem Gegensatz zu den Phrasen des berüchtigten Artikels 124 der Sowjetversassung, wo heuchlerisch von einer „Freiheit der Abhaltung religiöser Kulte" geredet wird. Der Vorgänger von Pfarrer Meier. Probst Birth. schmachtet schon seit drei Jahren im hohen Norden in der Verbannnung. Pfarrer Friedrich Braatz aus Ludwigsthal ist zu zehn Jahren Zwangsaxheit verurteilt und befindet sich im Lager Komy in Sibirien. Pfarrer Carol Krentz aus Neu=Stuttgart ist bei der Zwangsarbeit in einem Steinbruch im Lager bei Tomsk zum zweiten Male zusammengebrochen. Sein baldiges Ende ist mit Sicherheit zu erwarten. Im selben Steinbruch arbeitet Pfarrer Dietrich Deutschmann aus Hochstädt. Auch er ist am Ende seiner Kraft. Früher arbeitete dort auch der zum Tode verurteilte und dann zu zehn Jahren Zwangsarbeit„begnadigte“ Pfarrer Woldemar Seib aus Dujepropetrowsk. Er ist verschollen. Pfarrer Peter Heinrich Withol aus Lugansk bekam zehn Jahre Zwangsarbeit und erkrankte bald an galoppierender Schwindsucht. Er ist! höchstwahrscheinlich gestorben. Probst Liboxius Behning ist tot. Pfarrer Erbes ist in der Verbannung an Hungertyphus gestorben. Verschollen sind die verschickten Pfarrer Emil und Arthur Pfeiffer aus Norka(Wolga) und Saratow, Pfarrer Kluck aus Katarinenstadt, der schon vor acht Jahren verbannt wurde. Pfarrer Hansen aus Leningrad, der nach dem hohen Norden verschickt wurde. Das Empörendste jedoch ist, daß auch die Frauen evangelischer Pfarrer in Zwangsarbeitslager verbannt worden sind. Die Frau von Pfarrer Kluck erhielt zehn Jahre und befindet sich im Fernen Osten hinter Chabarowsk. Seine Schwester Selma, die ebenfalls zu zehn Jahren verurteilt wurde und sich zu Anfang des Jahres in Medweshia Jora in Karelien befand, ist verschollen. Nachdem auch Pfarrer Waldemar Reichwald im Juni d. J. zu sieben Jahren Gefängnis und seine Frau zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden sind, ist auch das ganze Sibirien ohne einen einzigen evangelischen Pfarrer. Alle übrigen 35 Pastoren, über deren Schicksal in der Verbannung bis zum Anfang d. J. noch Nachrichten eintrafen, sind gänzlich verschollen. Von den 230 Pfarrern, die vor der Revolution in 539 Kirchspielen und 1828 Gotteshäusern die evangelischen Christen Rußlands betreuten, sind heute nur noch drei bis vier tätig— auf einem Territorium, das ein Sechstel der Erde umsaßt! Der Bolschewismus hat sein Ziel, die Vernichtung des evangelischen Christentums, restlos erreicht. Ueberflüssig, zu betonen, daß das Schicksal der katholischen und der griechisch=orthodoxen Kirche in der Sowjetunion dem Schicksal der evangelischen Kirche genau entspricht.“ Laßt die Kohlernte nicht verderben! Nationale Forderung des Vierjahresplaues Berlin, 5. Nov. Die Kohlernte ist in diesem Jahre bekanntlich sehr gut ausgefallen. Der Preis ist infolgedessen niedrig. Die Hausfrauen werden nochmals darauf aufmerksam gemacht, in diesen Wochen, solange der Herbstkohl noch auf dem Markt ist, möglichst viele Kohlgerichte zu kochen, damit die reichen Mengen dieses gesunden Nahrungsmittels nicht verderben, sondern für die Ernährung nutzbar gemacht werden. Dieser Appell richtet sich aber nicht nur an die Hausfrauen, sondern ergeht ebenso an alle Gaststätten und Betriebskantinen. Auch sie erfüllen mit der Ausnutzung der Kohlernte die nationale Forderung des Vierjahresplanes. In Jeankreich dummiert3 Kriegsminister Jaladsek gegen die kommunistische Zersetzungsarbeit Paris, 5. Nov. Die Erklärungen, die der französische Kriegsminister am Mittwoch vor dem Heeresausschuß der Kammer abgegeben hat, werden in der Pariser Frühpresse nach den verschiedensten Richtungen hin noch wesentlich ergänzt. Das„Echo de Paris“ schreibt, daß sich die ganze Aufmerksamkeit Daladiers nach der belgischen Neutralitätserklärung auf den Ausbau der französischen Nordgrenze richte. Die Flüsse und Kanäle dieses Gebietes müßten zu„Wasserfallen" ausgebaut werden. Außerdem werde man betonierte Unterstände errichten. Der Kriegsminister sei in diesem Zusammenhang auf die notwendigen Kredite zu sprechen gekommen, die er auf 19½ Milliarden Fr. beziffert habe, wovon 8 Milliarden auf das außerordentliche Rüstungskonto für 1937 geschrieben werden sollen. Im großen und ganzen verteile sich die Summe folgendermaßen: 14 Milliarden für das Landheer, 5 Milliarden für die Kriegsmarine und 500 Millionen für den Ausbau der nordfranzösischen Grenze. Die Ausgaben müßten durch Anleihen gedeckt werden. Anschließend habe sich der Kriegsminister, dem Blatt zufolge, mit den Fragen der französischen Kriegsindustrie beschäftigt, die durch die letzten Streiks stark gelitten habe. Die Lieferungen für die natiönale Verteidigung seien im allgemeinen um zwei Monate zurückgeblieben. Die Schllnge Rehl fich zu Erdrückendes Beweismaterial für die sowjetrussische Einmischung in Spanien London, 5 Nov. Die gestrige Sitzung des Nichteinmischungsausschusses hat nach allgemeiner Aufsassung in London den Verdacht, daß Sowjetrußland das Nichteinmischungsabkommen gebrochen hat, in hohem Maße verstärkt. Es ist so gut wie sicher, daß Sowjetrußland bereits in der nächsten Sitzung nicht mehr in der Lage sein wird, die Beschuldigungen der deutschen, italienischen und englischen Regierung zu widerlegen. Von unterrichteter englischer Seite wird mitgesich der Ausschuß fünf Stunden lang ausschließlich mit der Moskauer Antwort auf die deutschen Enthüllungen über sowjetrussische Waffenlieferungen an die spanischen Marxisten beschäftigt habe. Der deutsche Vertreter Botschaftsrat Fürst Bismarck sei den„Erklärungen“ des sowjetrussischen Vertreters zu den einzelnen Anklagepunkten mit großer Zähigkeit entgegengetreten, und der italienische Botschafter Grandi habe ihn dabei nachdrücklich unterstützt. Zu einer besonders lebhaften Auseinandersetzung sei es gekommen, als der sowjetrussische Vertreter die Richtigkeit des vierten Punktes der deutschen Enthüllungen bestritten habe, daß nämlich am 18 Oktober vier sowjetrussische Gorki=Bomber auf dem Getafe=Flugplatz bei Madrid stationiert gewesen seien. Als der sowjetrussische Botschafter Maisky behauptet habe, es gebe keine Flugzeugfabrik in Gorki, habe der italienische Botschafter Grandi mit den Worten eingegrifsen, daß Maisky anscheinend die industrielle Geographie Sowjetrußlands nicht kenne. An Hand eines englischen statistischen Werkes sei es Grandi gelungen, das tatsächliche Vorhandensein dieser Fabrik zu beweisen. Zu den in der Mittwochsitzung vorgebrachten Beschuldigungen ist insbesondere auf folgendes hinzuweisen: 1. Der sowjetrussische Botschafter hatte behauptet, es gebe keine Flugzeuge des Gorki=Typs. Tatsächlich ist es jedoch allgemein üblich, sämtliche Flugzeuge, die aus der Stadt Gorki(früher Nishnij Nowggrod) stammen, als solche zu bezeichnen. In der Stadt Gorki befinden sich, was der sowjetrussische Botschafter nicht widerlegen kann, große Flugzeugfabriken, die u. a. kürzlich von einer französischen Militärabordnung besucht worden sind. Der bekannte englische Luftfahrtkalender„James: All the worlds aircraft" stellt ausdrücklich fest, daß sich in Gorki mit die größten russischen Flugzeugfabriken befinden. 2. Die sowjetrussischen Schiffe„Newa“ und„Kuban“ haben, wie einwandfrei durch Zeugenaussagen bewiesen werden kann, je 2000 Tonnen Material an Bord gehabt, das nicht in den Schiffslisten aufgeführt worden ist Die Löschung dieses Kriegsmaterials ist einwandfrei durch zwei Offiziere eines italienischen Kriegsschiffes bewiesen worden. Nach den Schiffspapieren haben die beiden Schiffe je 2500 Tonnen Lebensmittel an Bord gehabt, obwohl die Schiffe, die vollbeladen waren, 4000—5000 Tonnen fassen Diese Tatsache ist auch in sowjetrussischen Zeitungen bekanntgegeben worden. Der Sowjetbotschafter hat zu behaupten versucht, daß Lebensmittel besonders viel Raum im Verhältnis zum Gewicht in Anspruch nehmen. Tatsächlich ist nachgewiesen worden, daß die Lebensmittel gerade das Normalgewicht hatten, so daß also einwandfrei feststeht, daß sich je 2000 Tonnen„unbekanntes Material“ auf den Schiffen„Newa“ und„Kuban“! befunden hatten. Man muß daher die Frage stellen, um was für Material es sich hier gehandelt hat. 3. Das sowjetrussische Schiff„Konsomol“ hat in Kartagena 50 Panzerwugen ausgeladen. Dies ist durch einen Augenzeugen beobachtet worden, der voraussichtlich in der nächsten Sitzung des Ausschusses seine persönlichen Beobachtungen bezeugen wird. Die gleiche Tatsache ist auch von anderen Personen beobachtet worden Sowjetrußland ist daher auch in diesem Falle nicht zu einer Widerlegung imstande. Aus der Tatsache, daß dem Sowjetvertreter noch einmal Rückfragen gestattet worden sind, kann keineswegs geschlossen werden, daß die deutschen Behauptungen widerlegt worden seien, wie es die Sowjetpropaganda darzulegen versucht Auch liegen außerdem noch italienische und englische Beschuldigungen vor, die Sowjetrußland ebenfalls kaum widerlegen dürfte. Sowjetregierung leugnet weiter Ablehnende Antwort auf die britischen Enthüllungen Die sowjetrussische Antwort auf die britischen Enthüllungen über Waffenlieferungen der Sowjets an die spanischen Marxisten ist jetzt bei den Mitgliedern des Nichteinmischungsausschusses in Umlauf gesetzt worden. Die englischen Feststellungen werden, wie nicht anders zu erwarten war. von der Sowjetregierung abgestritten. Bekanntlich hatte die britische Regierung an Hand zuverlässiger Berichte britischer Konsularagenten drei Einzelfälle mitgeteilt, denen zufolge sowjetrussische Waffenund Munitionssendungen von sowjetrussischen und spanischen Dampfern in Cartagena und Alicante ausgeladen worden sind. Die Regierung werde daher in Zukunft keinerlei Streiks mehr dulden und habe diesbezüglich bereits alle Maßnahmen getroffen. Daladier wandte sich dann in sehr scharfer Form gegen die kommunistische Provaganda in den französischen Kasernen. Er habe bereits zwei sogenannte„republikanische Verteidigungsausschüsse" aufgelöst, die in den Kasernen gebildet worden seien und die in Wirklichkeit nichts anderes darstellten als kommunistische Zellen. Auf die Frage eines sozialistischen Ausschußmitgliedes, warum er die Lektüre der kommunistischen Zeitung„Humanité“ in den Kasernen untersagt und warum er nicht die rechtsstehende Zeitung „Gringoire“ verboten habe, erwiderte Daladier, daß Gringoire“ ihn zwar als einen Scharfrichter beschimpfe, er müsse aber objektiv zugeben, daß dieses Blatt noch niemals das Heer angegriffen habe. Von der„Humanité“ könne er nicht das gleiche sagen. Vor allem habe sich die sogenannte Militärrubrik dieses Blattes als außerordentlich gefährlich für die Moral der französischen Truppen erwiesen. Uniformverbot in England Das Verbot vom englischen Kabinett gebilligt London, 5. Nov. Wie verlautet, erteilte das englische Kabinett in seiner gestrigen Sitzung dem Gesetzentwurf über die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung seine Zustimmung. Der Entwurf sieht in erster Linie ein allgemeines Verbot des Tragens politischer Uniformen vor. Ferner enthält er Maßnahmen zur Stärkung der Polizeivollmachten im Falle politischer Kundgebungen, die zu Unruhen führen können.— Die Opposition hat sich, wie von unterrichteter Seite mitgeteilt wird, bereit erklärt, die Gesetzesvorlage grundsätzlich zu unterstützen. Dr. Scheel Reichsstudentenführer Berlin, 5. Nov. NSK. meldet: Der Studentenbundführer, Pg. Derichsweiler, hat dem Stellvertreter des Führers die Erfüllung des am 1. August 1934 übernommenen Auftrages, den NSD.=Studentenbund zur Kampftruppe aller Nationalsozialisten an der Hochschule zu machen, gemeldet und dabei die Bitte ausgesprochen, ihn mit einer neuen Aufgabe zu betrauen. Der Stellvertreter des Führers hat daraufhin den Pg. Derichsweiler für eine neue Aufgabe in seinen Stab berufen und Pg. SS.=Obersturmbannführer Dr. Gustav Adolf Scheel, den früheren Gau=Studentenbundführer von Baden, entsprechend einem Vorschlag des Pg. Derichsweiler zum NSD.=Studentenbundführer ernannt. * In SS.=Obersturmbannführer Pg. Dr. Gustav Adolf Scheel wurde ein Mann als Reichsstudentenführer berufen, der durch seinen langjährigen Kampf um die nationalsozialistische Schulung schon weithin bekannt ist. Als Student trat er 1930 der SA. und dem NSD.=Studentenbund bei. 1931 wurde er Führer der Heidelberger Studentenschaft. Unter seiner Führung wurde die Entfernung des berüchtigten Prof. Gundel von der Hochschule Heidelberg durchgesetzt. Bis zum Jahre 1935 war Dr. Scheel Kreisführer Süddeutschlands der deutschen Studentenschaft und Gaustudentenbundführer Baden. 1934 legte er sein Staatsexamen ab und promovierte zum Dr. med. Die Universität Heidelberg ehrte ihn wegen seiner Verdienste um den Neuaufbau der Hochschule mit der Ernennung zum Ehrensenator, die erste und einzige Ehrung dieser Art in Deutschland. 1935 wurde Dr. Scheel vom Reichsführer SS. mit wichtigen Aufgaben betraut. Amerikas Außenpolitik unverändert Staatssekretär Hull über den Wahlausgang Washington, 5. Nov. Staatssekretär Hull hat eine Erklärung über die außenpolitische Bedeutung der Präsidentenwahl abgegeben. Der Wahlausgang, so heißt es darin, stelle eine überwältigende Gutheißung der amerikanischen Bemühungen dar, die auf eine Förderung des Friedens und die Bewahrung strenger Neutralität der Vereinigten Staaten in Kriegszeiten gerichtet seien. Dies Programm der Außenpolitik der Regierung werde in der gleichen Weise wie bisher verfolgt werden. Nach den im Newyork um.30 Uhr MEZ. vorliegenden Wahlergebnissen erhielt Roosevelt 23822442 Stimmen und Landon 14 835381 Stimmen. In das Unterhaus wurden bisher gewählt 316 Demokraten, 87 Republikaner, 6 Progressine und 3 Landarbeitervertreter. 23 Unterhaussige sind noch unentschieden. Der Senat setzt sich nach den letzten Ergebnissen aus 71 Demokraten, davon 24 neu gewählte, 17 Republikanern, davon 6 neu gewählte, sowie aus 2 Landarbeitervertretern, davon einer neu gewählt, zusammen. Die übrigen Senatssitze sind noch unentschieden. Bei den Gouverneurswahlen in 33 Bundesstaaten wurden bisher 24 Demokraten gewählt. Die Demokraten führen in zwei weiteren Bundesstaaten. Bisher sind nur 2 Republikaner zu Gouverneuren gewählt worden. Das Luftschiff„Hindenburg“ startete am Donnerstag um 18.25 Uhr vom Flug= und Luftschiffhafen Rhein=Main nach Südamerika. Es ist dies die 17. Ueberseefahrt und zweite Südamerikafahrt im Rahmen des Erdfahrplanes der Deutschen Zeppelin=Reederei. Die Kabinen sind voll besetzt. Dus Küge Geutschtatler Ein neuer Fernsehsender entsteht auf dem Brocken Auf dem Brocken, 5. Nov. Auf dem 1142 m hohen Brocken, dem höchsten Berg des Harzes, der Mittel= und Norddeutschland in einer Runde von über 100 Klm. überschaut, entsteht zurzeit neben Wetterwarte und Berggasthof ein dritter Bau mit einer Höhe von etwa 52 m, rund doppelt so hoch wie ein großstädtisches Mietshaus, das wird die neue Fernsehanlage Deutschlands, neben Witzleben die zweite im Reich. Bekanntlich hat die Reichspost im Laufe der beiden letzten Jahre mit einer fahrbaren Fernsehanlage bereits auf dem Brocken eingehende Reichweitenversuche angestellt. Die Antennenhöhe ist für die Fernsehtechnik deshalb von besonderer Wichtigkeit, weil die Ultrakurzwelle, deren sich das Fernsehen bedient, nicht über den Horizont der Antenne reicht, d.., daß die Welle nur so weit reicht, als ihre Antenne„sieht". Die Fernsehsendeantenne des Berliner Fernsehsenders Witzleben wurde deshalb in der äußersten Spitze des Berliner Funkturms untergebracht; aus dem gleichen Grunde baut man jetzt den Fernsehsendeturm auf dem Brocken, mit dem man eine wirksame Antennenhöhe von rund 1200 m und einen entsprechenden Horizont gewinnt. Im obersten Stockwerk werden die eigentlichen Antennen, wind= und wettergeschützt, untergebracht, denn auf dem Brocken sind starke Böen und halbmeterdicker Rauhreif keine Seltenheit. Unmittelbar unter den Antennen wird mit möglichst kurzem Verbindungskobel der Sender eingebaut. Im Erdgeschoß des Turmbaues findet ein Postamt Unterkunft Bis zum Frühjahr hofft man, den Bau fertiggestellt zu haben. Dann werden die Maschinen und Geräte hinaufgeschaftt und eingebaut werden. Die Sommermonate sollen mit Sende- und Reichweitenversuchen ausgefüllt sein, so daß man annehmen darf, im Herbst 1937 den regelmäßigen Sendebetrieb aufnehmen zu können. Das Sendeprogramm wird voraussichtlich von Berlin aus über ein besonderes Fernsehkabel zum Brockensender gelettet. Andre hingerichtet Hamburg. Am 4. November 1936 ist in Hamburg der am 17. Januar 1894 geborene Etkar André hingerichtet worden, der vom Ersten Strafsenat des Oberlandesgerichts in Hamburg am 10. Juni 1936 wegen Mordes in einem Fall, wegen versuchten Mordes in neun Fällen, wegen Landfriedensbruchs und Aufruhrs und wegen Vorbereitung des Hochverrats zum Tode verurteilt worden war. Das Londoner Gastspiel der Dresdener Staatsover London. Die Aufführung des„Don Juan" durch die Dresdener Staatsover war wieder ein starker Erfolg. Die Leistungen der einzelnen Künstler finden in den Londoner Morgenzeitungen begeisterte Anerkennung. Welches große Interesse man der Dresdener Staatsover überhaupt entgegenbringt. zeigt die Tatsache, daß sowohl die„Ariadne auf Naros" als auch ein Konzert, das Richard Strauß persönlich dirigiert. durch den Rundfunk übertragen werden. Eisenbahnunglück bei Paris Paris. Im Bahnhof des Pariser Vorortes Puteaux stieß am Mittwochabend ein elektrischer Personenzug mit einem Güterzug zusammen und entgleiste. 20 Insassen des Personenzuges wurden dabei verletzt. Acht von ihnen mußten ins Krankenhaus gebracht werden. Explosion in einer italienischen Teersiederei Rom. Eine starke Explosion ereignete sich aus bisher unbekannter Ursache am Donnerstagmorgen in der großen Teersiederei in Monteverde. Zwei Arbeiter wurden lebensgefährlich verletzt. Der Sachschaden beträgt schätzungsweise 100000 bis 150 000 Lire. Bei einer Rede des englischen Kriegsministers Duff Cooper in Wimbledon kam es zu mehreren kommunistischen Störungsversuchen. Einige Kommunisten wurden von der Polizei aus dem Saal gewiesen. Der Kriegsminister erklärte, daß es den Ruhestörern in Sowjetrußland nicht so gut gehen würde wie in England. Dort würden sie nämlich gezwungen, in einer der größten und mächtigsten Armeen der Welt zu dienen. Den Auftakt für die diesjährige Feier des Jahrestages der bolschewistischen Revolution bilden verschiedene Verhaftungen in Sowjetrußland, die wegen Unterschlagungen anläßlich der Vorberettungen für den roten„Feiertag“ erfolgten. Der polnische Außenminister Beck wird am Freitag seine angekündigte Reise nach London ankreten. Beck wird drei Tage in London bleiben. Der Streik der amerikanischen Hafenarbeiter hat bereits zu schweren wirtschaftlichen Schäden geführt, die in Schiffahrtskreisen auf rd. ½ Mill. Dollar täglich geschätzt werden. Katseihöster Mord an einem Malrosen Ein vor vierzehn Jahren verübtes Verbrechen soll jetzt seine Sühne finden Eine Weihestätte im Bochumer Polizeipräsidium Bochum. Im Erdgeschoß des Polizeipräsidiums in Bochum wird eine bauliche Umgestaltung vorgenommen. Der Vorraum zur Polizeikasse erhält ein neues Aussehen. Hier soll eine Weihestätte für die gefallenen Beamten errichtet werden. Dieser Vorraum erhält eine würdige Ausgestaltung. Die Einweihung wird voraussichtlich noch im Laufe dieses Monats stattfinden. Krankenhausbetrüger festgenommen Wanne=Eickel. Am 3. November wurde ein 33 Jahre alter Mann aus Hagen sestgenommen, der sich seit längerer Zeit in verschiedenen Krankenhäusern der Städte Hagen. Recklinghausen. Dortmund. Lütgendortmund. Bochum und zuletzt in WanneEickel hat aufnehmen und behandeln lassen mit der Angabe, er gehöre der Ortskrankenkasse Hagen an. Wie die Feststellungen ergaben, handelt es sich um einen Betrüger, der schon seit 1935 erwerbslos ist und seit dieser Zeit keiner Krankenkasse angehört hat. Er wurde dem Amtsgericht zugeführt. Zwei Kinder verbrühl Gelsenkirchen=Buer. Am 30. Oktober fiel ein einjähriges Kind eines Anwohners der Essener Straße in einen Kessel mit heißem Wasser. An den Folgen der Verbrennungen ist das Kind am Dienstag gestorben.— Am 29. Oktober fiel ein 1½jähriges Kind aus der Horster Straße in eine mit heißem Wasser gefüllte Badewanne. Auch dieses Kind ist am 2. November an den Folgen der Verbrennungen gestorben. Eltern achtet besser auf Eure Kinder! Laßt sie nicht unbeaussichtigt herumlaufen! Schwere Körperverletzung Gelsenkirchen. Am Dienstag morgen gerieten zwei Mitbewohner eines Hauses an der Kronenstraße in Streit. in dessen Verlauf einer der Streitenden mit einem Hammer einen Schlag auf den Kovf erhielt. Er trug einen Schädelbruch davon. Es besteht Lebensgefahr. Der Täter wurde festgenommen und der Kriminalvolizei übergeben. Ueber die Ursache des Streites ist noch nichts Näheres bekannt. Pferdediebstahl Bottrop. Am 5. September 1936 wurde vom Wochenmarkt in Bottrov ein Pferd im Werte von 1200 Mark mit Wagen gestohlen. Durch die Nachforschungen der Kriminalvolizei konnte ein Einwohner von Oberhausen=Sterkrade als Täter in Dinslaken festgenommen und nach Bottrop überführt werden. Dem Täter konnten noch drei weitere Pferdediebstähle, die er in Dortmund. Essen und Sterkrade verübt hatte. nachgewiesen werden. Die Pferde wurden in Köln, Duisburg=Dinslaken und Sterkrade beschlagnahmt und ihren rechtmäßigen Eigentümern wieder zugeführt. Gauleiter Dr. Meyer vor den Vergleuten von Zeche Sachsen Heesen. Gauleiter und Reichsstatthalter Dr. Meyer besuchte die Gemeinde Heesen und die Bergleute der Zeche Sachsen, in deren Mitte er mehrere Stunden verweilte. Dem Gauleiter ward ein überaus herzlicher Empfang bereitet, war doch durch seine Vermittlung durch die Tat des Führers die drohende Stillegung der Zeche Sachsen im Frühjahr 1933 verhindert und den Bergleuten so ihr Arbeitsplatz erhalten worden In seiner Rede befaßte sich Dr. Meyer vor allem mit den Aufgaben des Vierjahresplanes. Koblenz. Vor dem Koblenzer Schwurgericht begann der Prozeß wegen des Mordes an dem Matrosen Karl Gobel. Vor 14 Jahren wurde der Mord ausgeführt und blieb bis heute ungesühnt. Auf der Anklagebank sitzen der 36jährige Johann Höser aus Miesenheim und der gleichaltrige Wilhelm Höfer aus Homberg(Niederrhein). Die Angeklagten, die in keinem verwandtschaftlichen Verhältnis zueinander stehen, bestreiten, die Tat begangen zu haben, belasten sich aber gegenseitig in jast erdrückender Weise. Die Vorgeschichte der Tat ist kurz folgende: Am Abend des 6. November ging der Matrose Karl Gobel mit mehreren Arbeitskameraden von Bord seines in Urmitz vor Anker liegenden Dampfers an Land. um Einkäufe zu tätigen. Die Matrosen kehrten anschließend in die Wirtschaft Schäfer ein, wo sie längere Zeit verblieben. Nach einer Auseinandersetzung im Lokal gab es auf der Straße eine Prügelei, wobei der Matrose Gobel mit Gewalt in den bochgehenden Rhein geworsen wurde und ertrunken ist. Seiner Zeit gelang es nicht, die Tat auszuklären. In der jetzigen Verhandlung gab der Angeklagte Johann Höfer, der zur Zeit der Tat in Urmitz als Hasenarbeiter tätig war. eine Darstellung von dem Geschehen in der verhängnisvollen Nacht. bei der es sich angeblich um die reine Wahrheit handelt. Zunächst berichtete er über die Vorgänge in der Wirtschaft Schäfer, wo es zuerst zu einer Auseinandersetzung mit dem Matrosen Karbach kam, der nachher außerhalb der Wirtschaft von Schäfer und dem Angeklagten niedergeschlagen wurde. Nach diesem Vorjall besanden sich zuletzt nur noch Gobel mit den Ein Erfolg deutscher Erdbeerzüchter Duisburg. In den letzten Wochen sind wiederholt Meldungen durch die Zeitungen gegangen, die davon Kenntnis gaben, daß auf dem hiesigen Großmarkt frische Freiland=Erdbeeren angeboten worden seien. Der Laie wird sich dabei gedacht haben. es handelt sich dabei wohl um eine„Laune der Natur". begünstigt durch den Sonnenreichtum des diesjährigen Herbstes. Wie man aber nunmehr aus Züchterkreisen erfährt, handelt es sich um eine regelrechte Ernte, die einer systematischen Zucht zu verdanken ist. Es ist nämlich gelungen, eine mittelschwere Erdbeersorte heranzuzüchten, die nach der reichlichen Haupternte im Juni noch einmal von August bis in den Oktober hinein reift. Pflanzen und Frucht sind so widerstandskräftig, daß ihnen auch ein leichter Nachtfrost nichts anhaben kann, gegen den die Frucht im übrigen auch auf dem freien Felde entsprechend leicht geschützt werden kann. Man wird diesen züchterischen Erfolg auch als einen erfreulichen Fortschritt in der Erzeugungsschlacht buchen können. Peinlicher Ausgang einer Bierreise Duisburg. Ein schlimmes Ende nahm für einen Maurer eine Bierreise, zu der er sich reichlich mit Geld versehen hatte. Er war bald in die richtige Gesellschaft geraten, die tapfer mithalf. seinen Bestand zu verkleinern. Als schließlich der Heimweg angetreten wurde, heftete sich ein gewisser Juber an die Fersen des Mannes. Auf einem einsamen Wiesengelände schlug er den Maurer nieder, und zwar mit einer solchen Wucht, daß sein Opfer, das man erst am andern Morgen sand, mit einem Schädelbruch beiden Höfer und dem Wirt im Lokal. Der Angeklagte will dann mit Gobel auf die Straße gegangen sein und sich hier von ihm verabschiedet haben. Auf dem Heimweg sei er mit seinem Freund Wilhelm Höfer, der betrunken war, zusammengetroffen. Dieser habe plötzlich den wilden Mann gespielt und habe sich auf die Suche nach Gobel begeben, den er schließlich am Rheinufer angetroffen habe. Er. der Angeklagte, habe gesehen, wie Wilhelm Höfer hier den Gobel plötzlich hinterrücks in den Rhein gestoßen und Gobel, als er sich wieder aus dem Wasser herausarbeiten wollte, mit Fußtritten erneut in den Strom zurückgedrängt habe. Darauf sei Gobel in den Wellen verschwunden und nicht mehr zum Vorschein gekommen. Als er am andern Tage seinen Freund Wilhelm Höfer auf der Straße getroffen habe, habe dieser ihm bedeutet, über den Vorgang zu schweigen. Auf die Frage des Vorsitzenden, warum er denn 14 Jahre lang geschwiegen habe, antwortete der Angeklagte, daß er seinen Freund nicht habe verraten wollen. Der Angeklagte Wilhelm Höfer gibt von den Geschehnissen der Mordnacht wieder eine ganz andere Darstellung. Er will sich an Einzelheiten nicht mehr genau erinnern können, da er seiner Zeit betrunken gewesen ist. In der weiteren Verhandlung ergab sich die Notwendigcheit der versönlichen Anwesenheit eines holländischen Schiffers zur mündlichen Vernehmung und Aussage vor dem Schwurgericht. Die Hauptverhandlung wurde daher bis zum Freitag, dem 13. November, vertagt. ins Krankenhaus eingeliefert werden mußte. Man hatte ihm sämtliche Taschen durchwühlt und ihm seine Geldbörse gestohlen. Der Verletzte entsann sich allmählich wieder aller Vorkommnisse und konnte der Polizei den Täter nennen. der sich jetzt vor dem Gericht zu verantwoxten hatte. Mit Rücksicht auf die Gemeinheit der Tat beantragte der Staatsanwalt fünf Jahre Zuchthaus. Das Urteil des Gerichts lautete auf drei Jahre Gefängnis und fünf Jahre Ehrverlust, da J. unter dem Einfluß des Alkohols gestanden hatte. Köln baut eine Großmarkthalle Köln. Die Stadtverwaltung hat den Neubau einer Großmarkthalle, die am Güterbahnhof Bonntor aufgeführt wird. in Angriff genommen. Die Anlage erhält eine Länge von 132 und eine Tiefe von 57 Meter. Sie wird mit einem Verwaltungsgebäude, einem Wirtschaftsbetrieb und anderen Nebenanlagen ausgestattet werden und erfordert einen Kostenaufwand von rund.9 Millionen RM. Pfirsische aus Nachbars Garten So kommt man nicht an Kirmesgeld— sondern ins Gefängnis Neuß. Als das schöne Fest der Kirmes herannahte, waren der 28jährige Johann M. und sein 42jähriger Freund K. ohne das nötige Kirmesgeld. Sie beschlossen, es sich zu verschaffen. Ihr Plan ging dahin. Obstkuchen zu backen, um sie auf dem Kirmesplatz zu verkaufen. Da ihnen die nötigen Früchte sehlten, zogen sie in der Nacht zum 12. August los. um das füße Zeug zu„besorgen". In dunkler Mitternachtsstunde stiegen sie über eine Mauer und zwei Stacheldrahtzäune, um dann fleißig zu pflücken. Beide hatten etwa je 15 Pfund in ihren Körben— als plötzlich eine rauhe Stimme sie zusammenfahren ließ: vor ihnen stand ein Polizeibeamter, der sie mit zur Wache nahm. Vor dem Düsseldorfer Schöfsengericht legten sie ein reumütiges Geständnis ab. K. kam mit der Mindeststrase von drei Monaten Gefängnis davon. Gegen., der rückfälliger Dieb ist, mußte die Mindeststrafe, ein Jahr Gesängnis verhängt werden. Neben dem parkenden Motorrad totgefahren Krefeld. Auf der Gladbacher Straße fuhr ein Personenwagen gegen ein auf der rechten Straßenseite haltendes Motorrad. Dabei wurden der bei dem Rad stehende Fahrer und seine Begleiterin schwer verletzt. Der Motorradfahrer erlitt einen Schädelbruch und mußte ins Krankenhaus eingeliefert werden, wo er inzwischen seinen Verletzungen erlegen ist. Der Zustand der Beifahrerin ist nicht besorgniserregend. Mit Jagdscheinentziehung bestraft Erkelenz. Wie der Kreisleiter der NSDAP. bekannt gibt, wurde zwölf Bauern, weil sie noch mit Juden Geschäfte getätigt haben, auf Grund der Ausführungsverordnung§ 23 des Reichsjagdgesetzes der Jagdschein entzogen. Die Gifttabletten der Kartenlegerin Acht Jahre Zuchthaus— Urteilsbegründung: Schärfere Maßnahmen sind erforderlich Mainz. Nachdem die Verhandlung im RockerProzeß einige Tage ausgesetzt war, fand sie jetzt ihr Ende. Der Vorsitzende wandte sich noch einmal an die Rocker mit der Frage, ob sie dem Gericht etwas Neues mitzuteilen habe. Die Rocker erwiderte, sie wüßte nichts. Sie bestritt nach wie vor, mit der zum Tode verurteilten Frau Vogler jemals über Verkalkungstabletten, die das Blut dick machen, gesprochen zu haben. Sie leugnete auch, daß sie die Vogler in dem Glauben gelassen habe, ihre Tabletten. die sie für ihren Mann gegeben habe, seien giftig. Der Vorsitzende hielt ihr das Eingeständnis beim Untersuchungsrichter und in der Hauptverhandlung vor. Die Rocker erklärte aber, sie könne sich an nichts mehr erinnern. Der Staatsanwalt beantragte wegen Beihilfe zum Mord eine Zuchthausstrafe von 15 Jahren und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von zehn Jahren. Das Gericht fällte folgendes Urteil: Die Angeklagte Rocker wird wegen Beihilje zum Mord zu acht Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust verurteilt. In der Urteilsbegründung stellte der Vorsitzende fest: Auf Grund der Verhandlung sei es unbedingt notwendig. den Verkehr mit Thallium erneut zu übervrüfen und zu verschärfen. Weiter sei es notwendig. das Wahrsagen mit Hilfe von Kartenlegen aus kriminalpolitischen Erwägungen heraus mit allen Mitteln schärfstens zu unterdrücken. Wieder eine Schule wegen Kinderlähmung geschlossen Werdohl. Die Kinderlähmung, die schon vor gut 14 Tagen in Plettenberg als erloschen betrachtet werden konnte, ist hier von neuem aufgeflackert. Wegen zweier im Stadtteil Elveringsen festgestellter Krankheitsfälle ist die Schule im Wilhelmstal einstweilen geschlossen worden. Selbstverständlich ist alles geschehen, um dem weiteren Umsichgreisen der Seuche vorzubeugen. Von Khen, Mosel und Saat Arterlenverkalkung Sicht, Magen- Darmstörung, Nieren-, Blalenleiden, vorzeitigen Alterserscheinungen, Stoftwechlelbeichwerden Seugen Sie vor durch: hnoblauch-Beeren „Immer lünder“ Oeschmack- und geruchle: Monatspackung M..— Zu haben Drogerie Fr. Nuberg, Münsterstraße 4 Drogerte Ronrer, Friedrichstraße 49 Orog. Schönewoll, Adolf-Hitler-Str 54 Freundl.(52 -Zimmer= Wohnung (Altstadt) zum 1. od. 15. 12. zu vermiet. Allein. stehende Frau od. ält. Ehenaar bevorzugt. Ang unter Nr. 772 a. d. Stadtanz. Abgeschlossene Wohnung (Altbau) sofort zu vermieten. Von wem, sagt der Stadtanz. Mietverträge steis vorrätig Bevor Sie Haushaltwaren und Porzellan kaufen, besichtigen Sie in Ihrem eigenen Interesse unsere gepflesten Hbteilungen. 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Voigt Söhne in Castrop=Rauxel" fort De offene Handelsgesellschaft ist mit der genannten Firma und den beiden genannten Gesellschaftern im Handelsregister Abt. A unter Nr. 281 eingetragen worden. Amtsgericht Castrop=Rauxel. Tadel-Brdchsdchen liefert Geschw. Schmitz Castrop-Rauxel 1. Münsterstraße Werbt für den Stadtanzeiger REICHSSENDER KÖLN Freitag, 6. November .00 Morgenlied— Wetterbericht für den Bauer .05 Leibesübungen .30 Frühkonzert .00 Nachrichten— Morgenlied— Morgenruf .00 Reichsbetriebsappell(Verkehr und öffentl. Betriebe) .30 Kalenderblatt— Zeit, Wetter, Wasserstandsmeldungen .40 Frauenturnen .45 Zeit, Nachrichten, Wasserstandsmeldungen 10.00 An Bord Ms„Krake“ 11.50 Bauer merk auf 12.00 Die Werkpause 13.00 Mittagsmeldungen 13.15 Mittagskonzert 14.00 Mittagsmeldungen 14.15 Allerlei Volksmusik 15.45 Wirtschaftsmeldungen 16.00 Freitags zwischen Vier und Sechs 18.00 Unterhaltungskonzert 19.45 Momentaufnahme 20.00 Erste Abendmeldungen 20.10 Soldaten— Kameraden 23.00 Unterhaltungskonzert Samstag, 7. November .00 Morgenlied— Wetterbericht für den Bauer .05 Leibesübungen .30 Frühkonzert .00 Nachrichten— Morgenlied— Morgenruf .00 Kalenderblatt— Zeit, Wetter, Wasserstandsmeldungen .10 Frauenturnen .45 Zeit, Nachrichten, Wasserstandsmeldungen 10.00 Der einsame Marsch 10.30 Fröhliches Spiel für die Kleinsten 11.00 Was ist los im Sport? 12.00 Buntes Wochenende 13.00 Mittags#eldungen— Glückwünsche 11.00 Mittagsmeldungen 14.15 Wochenendkonzert 15.15 Jungmädel singen und erzjählen 15.45 Wirtschaftsmeldungen 16.00 Nachmittagskonzert 16.45 Zwei Seefahrten mit der KdF.=Hochseeflotte 18.00 Was bringt der Reichssender Köln in der nächsten Woche? 18.05„Kennt ihr unsere Volksinstrumente?“ 18.30 Männerchorkonzert 19.00 Die Bühne 19.45 Momentaufnahme 20.00 Erste Abendmeldungen 20.10„Marjellche“ 22.00 Zeit. Wetter, Nachrichten 22.20 Eröffnung des Hindenburg. Eisstadions in Krefeld 22.35 Und morgen ist Sonntag Sonntag, 8. November .00 Hafenkonzert .00 Zeit, Wetter, Wasserstandsmeldungen .05 An Sie im Alter .15 Unterhaltungskonzert 10.00 Volk und Kunst“. 10.45 Musik am Sonntagmorgen 11.30 Kantate:„Ich steh' mit einem Fuß im Grabe“ 12.00 Musik am Mittag 13.00 Ein Wort an die Hörer 13.10 Glückwünsche 14.00 Lustiger Rätselfunk 14.30 Der Kiepenkerl packt aus 15.30 Kammermusik 16.00 Nette Sachen aus Köln 18.00 Wo bist du, Kamerad? 18.30 Das Lied von Kampf und Tod 19.15 Emil Roosz spielt 19.30 Der Sonntag im Funkbericht 19.50 Sportvorbericht 20.00 Bunt ist die Welt der Oper 22.00 Zeit, Wetter. Nachrichten 22.20 Die Hauptstadt der Bewegung am Vorabend des 9. November 15 Musik zur Nacht .00 Der 9. November.