Gs am Paltten.,,e. 91.. für Castrop=Rausel und Umgebung Jahrg Castroper Zeitung der Stadtanzeiger erscheint wöchentlich, Imal. Wochenbezugsprete 02. Jähig. Eustr oper Henung 50 Pfa. Vostbestellpreis 2 RM. monatlich. Ersatzansprüche können Nachrichton de Störunggen im Erscheinen ggoige voyerer Gewalt nicht genteut den vom W. 2, Pzgggrzagggehenen Richttirterg#. 3t.8. Rauxeler Neuefte Naulsrichten perden. Drus und Verlag;„Heschn, Schmiz in Cakroygsguzet. Pretegehensg. 2. Fy: Flerrnpn gug fur die burg. gezgpregter Gungerer Gowosee Eowehe sahee= Hauptschriftleiter, verantwortlich fur den Textteil: Frari gufgegebenen, sowie für undeutlich geschriebene„Auftrage wird Josef Pruas in Castrop=Rauxel. Anzeigenleiter: Wilhelm keine Gewähr übernommes. Schluß der Anzeigen=Annahme 4 Uhr Bladenhorfter Tageblatt Welter in Castrop=Rauxel. DA. IX. 36 1633. Sa.=Nr. 2151 Castrop, nachm. tags zuvor. Erfüllungsort u. Gerichtskand Castrop=Rauxel. Anzeigenpreis: 1 mmn hoch und 22 mm breit 4 Pfg. TextPho, Postbestellgzesz, 3 RM., monaiisch Ersatzansporisch; Egggn anzeigen mm„Joch, und 72 mm breit 25 Pfg., Rgchigt nag bei Störuggen im Erscheinen Peige bogerer Gewayt vicf,astgt den vom W. v. Pz,cgogsger#n##gugen. J3. Jr.84; enspre Amtliches Veröffentlichungsblau für den Landgerichtsbezirk Dortmund. Allgemeines Kreisblatt für den Stadtkreis Castrop=Raurel. Nr. 300 Mittwoch, den 4. November 1936 Bekenntnis zum Kampf hegen den Wenseino In Deutschland gab es vor vielen Jahren einmal einen Politiker des Weimarer Systems, der die Kommunisten als politische Kinder bezeichnete. Er vertrat die Auffassung jener arglosen und halben Menschen, die Nietzsche in seinem Zarathustra im Kapitel„Vor Sonnenaufgang“ als Raubkatzen geißelt. Nietzsche spricht an dieser Stelle davon, daß er die Halben und Lauen hasse wie die Wolken am Himmel, die wie Raubkatzen dahinschleichen. Aber die Ermahnungen großer Geister werden wohl gern gelesen, aber nur wenig beherzigt. Viel mehr Anklang findet dagegen der Unsinn, den irgendwelche, sich Halbgötter dünkende, „Weise“ aussprechen. Und wir erinnern uns heute, daß seinerzeit in Deutschland viele in völliger Unkenntnis der bolschewistischen Gefahr auf die Phrase von den politischen Kindern schwörten. Allerdings sind auch diese arglosen Menschen inzwischen zu der Einsicht gekommen, daß sie den Bolschewismus unterschätzten und durch ihre einstige schwache Haltung Deutschland immer mehr an den Abgrund eines bolschewistischen Chaos taumeln ließen. Durch die nationalsozialistische Revolution hat Deutschland in seinem Innern den Bolschewismus überwunden. Der Bolschewismus ist politisch und weltanschaulich in Deutschland ausgerottet. Die Wahn=Ideologie aus Moskau ist zusammengebrochen vor der Logik nationalsozialistischer Lebensauffassung. Und man kann wahrhaftig behaupten, daß es Deutschland seit dieser Wende von Tag zu Tag besser geht, daß überall dort, wo einst Zot und Elend, Verfall und Untergang ihre Bahn zogen, heute gewaltiger Aufbau den Weg in eine glückliche Zukunft bereitet. Deutschland überwand den Bolschewismus auch, weil es die Kräfte überwand, die dieses Werk der Weltzerstörung organisieren, weil es den Einfluß des Judentums und der Freimaurerei bedingungslos ausschaltete. Dadurch hat Deutschland in seinem Innern nach mehr als einem Jahrzehnt innerer Kämpfe den Frieden gewonnen. Und wie sieht es in der Welt aus? Dort draußen, über die Grenzen unseres Landes hinweg, hat man den Frieden noch nicht gefunden. Die Völker schreien danach. Er ist ihr sehnlichster Wunsch. Sie wollen keinen Krieg. Sie wollen ruhig und ungestört ihrer Arbeit nachgehen können und durch diese Arbeit sich dieses Leben menschenwürdig gestalten. Aber die Elemente der Zerstörung, die einst dag deutsche Volk im Innern von einer blutigen Auseinandersetzung in die andere stießen, diese Elemente der Zerstörung, die heute in Deutschland ausgerottet sind, sie treiben ihr unheimliches Spiel noch weiter unter den anderen Völkern, hetzen Bruder gegen Bruder auf, Engländer gegen Engländer, Franzosen gegen Franzosen, wiegeln die Unterwelt auf und rufen den Terror in die Länder, den Klassenmord, kurzum alles, was geeignet ist, Leben zu vernichten. Grauen packt uns, wenn wir uns der Tatsachen erinnern, die den Weg dieser Weltzerstörer in Rußland kennzeichnen. Grauen packt uns, wenn wir nach Spanien sehen, wo das bolschewistische Untermenschentum wahre Orgien blutigsten Terrors feiert. Und dieser Bolschewismus verkündet seit Jahr und Tag, daß er in allen Ländern der Erde das Zepter der Zerstörung erheben will! Er bedroht die ganze Welt mit Vernichtung. Erst reißt er den Menschen die heiligsten Werte aus dem Herzen, verwirrt die Sinne dieser Menschen und wenn sie so haltlos geworden sind, dann hetzt er sie auf die Mitmenschen und entfesselt einen Kampf gegenseitiger Vernichtung. Das ist der Geist, der stets verneint! Niemand kann es heute noch leugnen, daß diese Weltzerstörer alle ihre Kräfte mobilisiert haben, und wer da glaubt, daß er diese Gefahr als politische Kinderei unterschätzen müsse, der führt sich selbst zur Opferbank, der macht sich selbst schuldig, wenn ihm eines Tages das grauenhafte Schicksal zuteil wird, das erst jüngst in Spanien so vielen Menschen zuteil geworden ist. Aber so weit soll und darf es nicht kommen. Dieser Mobilmachung der Weltzerstörer muß eine Mobilmachung aller Kräfte entgegengestellt werden, die auf ihre Fahne den Frieden und den Aufbau geschrieben haben. Wiederholt hat Deutschland durch berufenem Mund die Welt gewarnt vor dem Feind, der zu Die Eeste Srunnts auf Madeld abgeseurer Die spanische hauptstadt im Feuerbereich der nationalen Artillerie— Hilferufe des Madrider Senders— „Regierungs“=Umbildung in Madrid— Anarchisten bekommen Ministersitze Talavera de la Reina, 3. Nov. Am Montag um 5 Uhr nachmittags MEZ. wurde von der bei Parla stehenden Batterie des Oberstleutnants Tella der erste Schuß auf Madrid abgefeuert. Nach den in Paris von den verschiedenen Fronten vorliegenden Meldungen haben die Truppen des Generals Franco auch am Montag ihren siegreichen Vormarsch fortgesetzt. Sie befanden sich in den Nachmittagsstunden vor den Toren von Madrid, das den ganzen Tag über den Besuch nationaler Flugzeuge erhielt. In Madrid selbst halten es die roten Machthaber nicht mehr für möglich, der Bevölkerung die wahre Lage zu verheimlichen. In einer Bekanntmachung, die am Montagabend veröffentlicht wurde, wird zugegeben, daß sich die nationalen Truppen nur noch wenige Kilometer von der Hauptstadt entfernt befinden. Der Zentralausschuß der Kommunistischen Partei forderte alle Mitglieder und auch die übrige männliche Bevölkerung auf, einen letzten Versuch zu machen, um Madrid von dem immer stärker werdenden Druck der nationalen Truppen zu befreien. Die Umbildung der Madrider„Regierung“ ist inzwischen vollzogen worden. „Ministerpräsident" Largo Caballero ist im Amt geblieben. Es sind jedoch vier Mitglieder der marxistischen Gewerkschaft, und zwar Garcia Oliver als Justizminister, Jean Peiro als Industrie= und Handelsminister, Jean Lopez als Verkehrsminister und Frau Montseny als Gesundheitsminister in das neue Kabinett eingezogen. Letztere vertritt die iberisch=anarchistische Vereinigung. Das Luftfahrt=, Innen= und Finanzministerium sind nicht neu besetzt worden. Der rote Präsident Azana wurde aufgefordert, nach Madrid zurückzukehren, was ihm jedoch bei den gegenwärtigen Zuständen schwerfallen dürfte. Alarmrufe des Madrider Senders Der rote Sender von Madrid sandte den ganzen Montag über dringende Aufrufe an die roten Milizen, deren Mitglieder aufgefordert wurden, sich unverzüglich in den Ministerien einzufinden, um dort für den Abmarsch an die Front eingeteilt zu werden. Besonders kennzeichnend für die Lage der Stadt ist die ebenfalls durch den Sender verbreitete Aufforderung an bestimmte Abteilungen, sich sofort in ein Kloster in der Nähe des roten Flughafens Getafe zu begeben. Daraus ist zu schließen, daß die nationalistischen Truppen sich schon in der nächsten Nähe der Stadt befinden. Wie die Kommunisten die augenblickliche Lage selbst einschätzen, beweist ein Aufsatz ihrer Zeitung„Mundo Obrero“, in der wörtlich gesagt wird:„Wir müssen viel Mut beweisen, denn die Gefahr, die sich über Madrid zusammenzieht, ist sehr groß.“ Wie verlautet, haben die nationalen Truppen am Montag die Ortschaft Pinto an der Landstraße Aranjuez—Madrid erobert. Rote Banditen unter sich Eine aus Madrid in Sevilla eingelaufene Meldung wirft ein bezeichnendes Licht auf die im Lager der Roten herrschenden anarchischen Zustände. Danach ist der berüchtigte frühere Befehlshaber von Badajoz, Puigdengolas, nicht, wie seinerzeit bekanntgegeben wurde, an der Front gefallen, sondern im Verlaufe einer heftigen Auseinandersetzung von feinen eigenen Leuten erschossen worden. Puigdengolas hatte der Roten Wien, 3. Nov. Im Rahmen der von der„Union der auswärtigen Pressevertreter“ veranstalteten Vortragsreihe sprach Dienstagnachmittag Staatssekretär des Auswärtigen Dr. Guido Schmidt über das deutsch=österreichische Verhältnis seit dem 11. Juli sowie über die Grundzüge der österreichischen Haltung hinsichtlich der bevorstehenden Dreierbesprechung in Wien. Gleichzeitig teilte er mit, daß er auf Anregung des deutschen Außenministers Frhr. von Neurath durch Botschafter von Papen in der zweiten Novemberhälfte nach Berlin reisen werde. Miliz Falschheit vorgeworfen. Im Verlaufe des sich darauf entwickelnden Streites entstand eine wilde Schießerei, wobei Puigdengolas einen Hauptmann der Roten Miliz niederstreckte. Darauf habe, wie es in der Madrider Meldung=heißt, ein anarchistischer Milizsoldat den ehemaligen Kommandanten von Badajoz erschossen. Grundsätzlich, so erklärte Dr. Schmidt, sei festzustellen, daß die in die neuen Vereinbarungen vom 11. Juli gesetzten Hoffnungen sich erfüllt hätten. Eine allgemeine Entspannung sei sichtlich festzustellen. Somit sei das Hauptziel des Abkommens, die Zeit einer getrübten dreijährigen Vergangenheit zu beenden, im allgemeinen erreicht. Auch die Presse bemühe sich offensichtlich, dem neuen Entwicklungsabschnitt zwischen Berlin und Wien Rechnung zu tragen, von einzelnen Entgleisungen abgesehen. Durch eine befriedigende Regelung der Frage der Führung des Hoheitsabzeichens, die besonders im Reiseverkehr eine einschneidende Rolle gespielt habe, sei es auch gelungen, diesen Verkehr von Land zu Land günstig zu beeinflussen, der leider noch durch die valutarischen Schwierigkeiten gehemmt werde. Der Redner erwähnte in diesem Zusammenhang gewisse Zwischenfälle, die sich beim Besuch reichsdeutscher Gäste abgespielt hätten, die aber nicht Schuld dieser Besucher seien, sondern auf das Konto jener Kreise zurückzuführen seien, die den Sinn des Abkommens noch immer verkennen würden. Dann ging Dr. Schmidt auf die Mailänder Rede Mussolinis ein, die Oesterreichs Unabhängigkeit dogmatisch unterstrichen habe. Das verständnisvolle Entgegenkommen Italiens auch in wirtschaftspolitischer Hinsicht bezeichnet der Vortragende als Aktivum für Oesterreich. Was die kommenden Besprechungen der Staaten der römischen Protokolle betreffe, so hätten diese in erster Linie den Sinn, die Uebereinstimmung in grundsätzlichen Fragen sinnfällig der Welt vor Augen zu führen. Außerdem werde die erneute Aussprache Gelegenheit bieten, die verschiedensten wirtschaftlichen und politischen Fragen einer gründlichen Klärung zu unterziehen. horthy geht nach kom Besuch des ungarischen Reichsverwesers beim Duce Hier ein Blick über das Häusermeer der spanischen Hauptstadt. Im Hintergrund sieht man den Retiropark. der einen großen Teil der Stadtfläche einnimmt; davor liegt das moderne Viertel mit der Alcala, im Vordergrund die Gran Via.(Scherl—.) Der Iinn der Wiener Breiervesprechuug Staatssekretär Dr. Schmidt über das deutsch-österreichische Verhältnis den letzten Schlägen ausholt, um sie aus den Angeln zu heben. Zuerst glaubte man in den meisten Ländern über diese Warnung lächeln zu müssen. Aber dieses Lächeln ist vielen schon vergangen. Und heute geht ein Erwachen durch die Völker. Ein Ahnen zuerst noch, das volles Bewußtsein, klare Erkenntnis werden muß. Es genügt nicht, daß der Bolschewismus in Spanien zu Boden gerungen wird und dieser eine Sieg über die Weltzerstörer irgendwo gebucht wird. Denn im Augenblick, da der Bolschewismus auch in Spanien seine endgültige Niederlage erlitten haben wird, erhebt er ohne Zweifel in anderen Ländern sein freches Haupt und er wird nicht Ruhe lassen, bevor er nicht überall die Möglichkeit zu leben verloren hat. Soll es in anderen Ländern erst so weit kommen wie in Spanien? Müssen die Völker immer erst durch ein Meer von Blut waten, um zu ihrem Frieden und zu ihrer Freiheit zu kommen? Das sind Fragen, die heute jeder Mensch in der Welt zu beantworten hat. Das sind Fragen, auf die es nur eine logische Antwort gibt: Nein und abermals nein! Und dieses Nein ist zugleich ein entschlossenes Ja, ein Bekenntnis zum Kampf gegen den Weltfeind, gegen den jüdischen Bolschewismus, für einen Frieden, der allen Völkern gibt, wonach sie sich sehnen. Budapest, 3. Nov. Wie es heißt, wird der Reichsverweser von Horthy in Begleitung des Ministerpräsidenten Daranyi und des Außenministers von Kanya Ende des Monats der italienischen Regierung in Rom einen Besuch abstatten. Eine amtliche Bestätigung dieser Meldung liegt bisher noch nicht vor. In unterrichteten Kreisen wird jedoch angenommen, daß der Besuch des Reichsverwesers in Italien Ende des Monats nach der Wiener Dreierbesprechung stattfinden wird. Luftschiff„Hindenburg“ ist am Montag um 23.24 Uhr von seiner ersten Herbst=Südamerikafahrt in diesem Jahr auf dem Flughafen RheinMain glatt gelandet. W Watstwenstrdre in den Radlen „Verein für ehrliche Abstimmung“ soll Wahlfälschung verhindern Roosevelt oder Landon? Newyork, 3. Nov. Heute wird in den Vereinigten Staaten die Entscheidung über die Staatsführung während der kommenden vier Jahre getroffen. Allgemein wird die Ansicht vertreten, daß es sich diesmal um die bedeutsamste und aufregendste Präsidentenwahl seit vielen Jahren handelt. Der Wahlkampf wurde mit ungeheurer Schärfe und einem gewaltigen Aufwand an Mitteln geführt. Insgesamt haben sich 55 Millionen Amerikaner in die Wahllisten eingetragen, was einen neuen Rekord bedeutet. Man rechnet damit, daß etwa 45 Millionen Bürger von ihrem Stimmrecht heute Gebrauch machen werden. Wie üblich spielen in der amerikanischen Oeffentlichkeit auch die Wahlwetten eine große Rolle. Am Montag standen diese Wetten•7 für Roosevelt und:5 gegen Landon. Allein in Newyork sind etwa 5 Mill. Dollar auf den Wahlausgang gewettet worden. Mit dem endgültigen Wahlergebnis ist nicht vor Mittwoch zu rechnen. Die größte Nachrichtenagentur der Vereinigten Staaten, die Associated Preß, hat zu ihrem ausgedehnten Kabelnetz aus Anlaß der Präsidentenwahl noch 400000 Kilometer Kabellinie hinzugemietet und 50000 Personen eigens zum Auszählen und Zusammenrechnen der Einzelergebnisse in allen Teilen der Vereinigten Staaten angestellt. Durch diese Vorbereitung will die Leitung der amerikanischen Nachrichtenagentur die Verbreitung der Endergebnisse der Präsidentschaftswahl mit„amerikanischem Tempo“ sicherstellen. Die Abstimmung selbst erfolgt, wie wir schon gestern berichteten, mit Hilfe einer Maschine, auf der die Namen der Kandidaten verzeichnet sind. Seit Tagen schon veröffentlichen die Newyorker Zeitungen ausführliche Gebrauchsanweisungen und Abbildungen dieser Wahlmaschinen. Dennoch gibt es zahlreiche Wähler, die sich mit dieser Einrichtung nicht zurechtfinden können und fremder Hilfe bedürfen. Das hat schon zu zahlreichen Wahlbetrügereien geführt, die freilich von einem aus der Bürgerschaft heraus gebildeten unparteiischen„Verein für ehrliche Abstimmung“ bekämpft werden. In den verschiedenen Wahllokalen Newyorks hat dieser Verein nicht weniger als 10000 Beauftragte postiert, die dafür sorgen sollen, daß die Wahl geheim bleibt. Ausgelassenste Stimmung in Newyork Der Anbruch des Dienstag fand Newyork für den ausgelassensten Wahltag seiner Geschichte gerüstet. Die Stimmung am Abend einer amerikanischen Präsidentschaftswahl kann mit europäischen Verhältnissen kaum verglichen werden. Hunderttausende von Menschen, die meisten in angeheitertem Zustande, alle mit Pfeifen, Trompeten und Jahrmarktsknarren ausgerüstet, vollführen einen Höllenlärm. Auf dem TimesSquare und den Nebenstraßen des Newyorker Theaterviertels schieben und drängen sich die Menschenmassen. Der Verkehr kommt völlig zum Stillstand. Auf der Spitze des Times=SquareTurmes leuchten jeweils rote, blaue und grüne Lichter auf und verkünden den augenblicklichen Vorsprung der einen oder anderen Partei. Riesige laufende Leuchtbänder an den Häuserfronten der großen Zeitungen melden die letzten Ergebnisse. Der gegenwärtige Wahlkampf, der als der erbittertste seit der dem Bürgerkrieg vorangegangenen Wahl von 1860 angesehen wird, erreichte erst am Montag nach Mitternacht sein Ende. Es handelt sich diesmal um eine klare Scheidung der Geister von fast weltanschaulichem Ausmaß, denn es geht um die Frage, ob eine Zentralregierung die Kontrolle über Industrie und Landwirtschaft, Arbeitnehmer und Arbeitgeber, Finanzgebarung und Zollfragen ausüben darf oder nicht. Eine solche Kontrolle bedeutet hierbei nicht die Unterbindung der freien Wirtschaft, sondern stellt Maßnahmen teils sozialer, teils planwirtschaftlicher Natur dar, um eine Ausbeutung der Bodenschätze und Arbeitsplätze sowie ungesunde Preisschwankungen zu verhindern. und das Arbeitsproblem durch Arbeitslosenversicherung und Altersgrenzen, ferner durch Regelung von Arbeitszeit und Arbeitslohn einer Beruhigung, wenn auch nicht der endgültigen Lösung zuzuführen. Von morgens 6 Uhr bis abends 9 Uhr sind die Wahllokale in allen größeren Städten geöffnet und überall bilden sich lange Reihen von Wählern. Diese treten einzeln an den Wahltisch heran und weisen sich aus und verschwinden in der Wahlzelle, wo entweder die Wahllisten mit den Abzeichen der verschiedenen Parteien aufliegen oder die modernen Wahlmaschinen stehen. Roosevelt und Landon nebst Familie genügten bereits am frühen Vormittag ihrer Wahlpflicht und mußten immer wieder dem Blinkfeuer der Photographen standhalten. Die letzten Wetten stehen 2,5:1 für Roosevelt. Für Landon wird dagegen wenig Geld geboten, so daß der Wettbetrieb nicht sehr groß ist. Die republikanische Partei, die hauptsächlich von der Schwerindustrie finanziert wird, hat bereits über 7 Millionen Dollar für die Wahl Landons ausgegeben und selbst die Komunisten haben Wahlausgaben von über 100000 Dollar angemeldet. Bekanntlich müssen alle Wahlausgaben dem Wahlausschuß des Bundessenats gemeldet werden. Da das Wetter günstig ist, rechnet man mit wenigstens 45 Millionen Stimmen und glaubt, daß sich 25 Millionen für Roosevelt aussprechen werden. Allerdings gibt die Stimmenzahl nicht notwendigerweise den Ausschlag, denn es wird nach Wahlmännern gewählt, deren Zahl 531 beträgt und aus der Summe der 96 neu zu wählenden Senatoren und 435 Abgeordneten sich ergibt. Die Zahl der Wahlmänner ist in jedem Staate verschieden, da jeder Staat zwar zwei Senatoren hat, die Zahl der Abgeordneten sich aber nach der Einwohnerzahl richtet, und durch die alle zehn Jahre vorgenommene Volkszählung neu festgesetzt wird. Daher haben viele kleine Staaten nur drei Stimmen, während Newyork über 47 Stimmen verfügt und demgemäß von beiden Parteien stark umworben wird. Immerhin entscheidet auch in Newyork, wie in allen anderen Staaten, die einfache Mehrheit über den Sieg der betreffenden Wahlmännerliste, die darauf geschlossen zu ihrem Kandidaten geht. Konservative Sachkenner geben heute Roosevelt 277, Landon 254 Wahlmännerstimmen, während viele Journalisten Roosevelt bis zu 400 Stimmen zusprechen. Das endgültige Wahlergebnis wird wegen der vielen ländlichen Wahlbezirke und der späten Stunde des Wahlschlusses voraussichtlich erst um Mitternacht oder gar Mittwoch früh bekanntgegeben. Entgiehungen der Polnischen Presse Verwerfliche Störungsversuche durch falsche Darstellungen Danzig, 3. Nov. Zu dem polnischen Pressefeldzug gegen Danzig nimmt der Danziger Pressedienst wie folgt Stellung: Die Vermutung, daß Polen den Völkerbundsauftrag gegenüber Danzig zur Stärkung seiner eigenen Position ausnützen möchte, wird leider verstärkt durch den systematischen Pressefeldzug, den Polen in diesen Tagen gegen Danzig zu unternehmen für richtig befunden hat. Wenn es sich dabei nur um die Blätter der Opposition handeln würde, die gewohnheitsmäßig gegen Danzig Stimmung machen, könnte man darüber hinweggehen. Die Tatsache aber, daß Blätter wie der„Kurjer Poranny“ die Führung in diesem Pressefeldzug übernommen haben, hat in Danzig Besorgnis hervorgerufen. Der„Kurjer Poranny“ hat eigens einen Berichterstatter nach Danzig entsandt mit dem bestimmten Auftrag. Danzig den Vorwurf der Illoyalität gegenüber Polen zu machen und diesen Vorwurf durch Greuelmärchen, deren Absurdität eine sachliche Entgegnung von selbst verbietet, zu „stützen“. Dieser Korrespondent hat seinen Auftrag dadurch zu erfüllen versucht, daß er gegen die Danziger Regierung die ungeheuerlichsten Angriffe erhoben hat, so daß sich der Polizeipräsident von Danzig genötigt gesehen hat, die betreffende Nummer des polnischen Blattes beschlagnahmen zu lassen. Dabei hat die polnische Presse auch wieder zu der Methode zurückgegriffen, innere Gegensätze zwischen Partei und Staat in Danzig zu konstruieren und aus der Tatsache, daß der Präsident des Senats, Greiser, zu einem mehrwöchigen Kuraufenthalt nach Bad Wildungen fahren mußte, die kühnsten Kombinationen herzuleiten. Der„Danziger Vorposten“ weist alle diese Gerüchte mit der Erklärung zurück, daß Senatspräsident Greiser das unverminderte Vertrauen der NSDAP. besitzt, und daß nach der Verengung der Beziehungen zwischen Partei und Staat niemals ein besseres Verhältnis zwischen dem Führer der Partei und dem Führer der Regierung hat herrschen können als gegenwärtig. Die polnische Pressepolemik erleichtert zweisellos nicht die Zusammenarbeit zwischen Danzig und Polen, an der beide Teile in gleicher Weise interessiert sind, und zu der die Danziger Regierung stets loyal die Hand geboten hat. Die polnische Regierung müßte deshalb selbst ein Interesse daran haben, derartige Ausfälle der Presse zu verhindern. Die Lage, in die Polen durch den Auftrag des Völkerbundsrates gekommen ist, ist ohnehin schwierig genug. Die polnische Regierung muß also ein Interesse daran haben, diese Lage nicht noch mehr zu komplizieren durch eine Spannung zwischen Danzig und Polen, wie sie ganz offenbar von einem Teil der polnischen Presse gewünscht oder doch veranlaßt wird. Unter der Ueberschrift„Ein Dorfkrach als Gegenstand der großen Politik?“ läßt sich der„Völkische Beobachter“ u. a. aus Danzig melden: Nachdem der Polizeipräsident von Danzig sich gezwungen sah, eine Reihe polnischer Blätter zu verbieten und zu beschlagnahmen, haben die Warschauer Blätter zu einem neuen Schlage ausgeholt. In ihren SonnJur Beenenung des Ichuiwesens Schulreform-Vorschläge des Deutschen Gemeindetages rung der Berufe in der Volksgesamtheit die Dreiteilung Grund= und Volksschule, Mittelschule und höhere Schule bedinge und daß die bewährte sechsjährige Mittelschule in ihrer Eigengesetzlichkeit erhalten werden müsse. Was das Berufs= und Fachschulwesen anlangt, so bezeichnete Magistrats=Oberschulrat Dr. Groß=Berlin eine weitgehende Spezialisierung in reine Fachklassen, Einrichtung neuzeitlicher Uebungswerkstätten, Heranziehung bewährter Meister aus Handwerk und Industrie sowie Beurlaubung der Berufsschullehrer in die Praxis für wünschenswert. Begabten Berufsschülern, die aus der Volksschule kommen, sei der Anschluß an die Fachschule zu ermöglichen. Die Gemeinden, die in jahrzehntelanger Aufbauarbeit ein leistungsfähiges Berufs= und Fachschulwesen geschaffen haben, meinen, daß die neuen ergänzenden Maßnahmen der DAff. leicht mit ihren Plänen in Einklang gebracht werden könnten. Der Deutsche Gemeindetag hat seine Vorschläge zur Schulreform auf einer Arbeitstagung in Braunschweig entwickelt, an der Bürgermeister, Landräte, Schulräte usw. aus dem ganzen Reich teilnahmen. Der Vorsitzende, Vizepräsident des DGT., Dr. Zeitler, bezeichnete das Schulwesen als eine Gemeindeaufgabe. Die Gemeinden legten größten Wert darauf, ihre örtlichen Schulverhältnisse im Rahmen der staatlichen Anordnungen selbst gestalten zu können. Nach Referaten von Stadtschulrat Dr. Ulrich=Königsberg über die Lage im Volks= und Mittelschulwesen und Stadtrat Dr. Bubenzer=Essen über das höhere Schulwesen herrschte Einmütigkeit darüber, daß die Verkürzung der Gesamtausbildungsdauer in der Grundschule und höheren Schule auf zwölf Jahre zwingend notwendig geworden und eine alsbaldige endgültige Entscheidung dringend erwünscht sei. Was den Schulaufbau anlangt, so ergab sich die Auffassung, daß die organische Gliedetagsausgaben bringen sie unter großen Schlagzeilen Meldungen über einen Dorfstreit, der sich in Schöneberg a. d Weichsel im Freistaat abgespielt hat. Die Tatsache, daß drei Dorfbewohner während der Nacht zum Sonnabend von bisher völlig unbekannten Tätern in ihren Häusern belästigt, jedoch nicht verletzt wurden, wird zu einem„Ueberfall“ Nationalsazialisten auf Polen umkonstruiert. von Nuliehartyuttn. Die Untersuchungen haben ergeben, daß die drei Ueberfallenen Mitglieder der Danziger Arbeitsfront, einer nationalsozialistischen Organisation, sind und als Polen in dem Dorf nicht bekannt waren. Die Ueberfallenen selbst können über die mutmaßlichen Täter keine Aussagen machen. Das Vorhandensein einer polnischen Minderheit in diesem deutschen Dorf ist bisher von niemandem behauptet worden. Von 1043 Wahlberechtigten haben bei den Volkstagswahlen im Jahre 1935 nur für die polnische Liste gestimmt. Der„Danziger Vorposten“ äußert zu diesen Vorgängen u..:„Die Aufbauschung, die diese Vorfälle in der polnischen Presse gefunden haben, ist so offensichtlich, daß wir diese durchsichtigen Versuche, einen Dorfstreit zu einem Gegenstand der großen Politik zu stempeln, zurückweisen müssen.“ * Bei einer objektiven Betrachtung der ganzen Angelegenheit sollte man in der Annahme nicht fehlgehen, daß durch gefälschte Darstellungen und weit über Gebühr aufgebauschte Lappalien von gewissen Kreisen das deutsch=polnische Verhältnis vergiftet werden soll. Diese Tätigkeit gewisser polnischer Presseorgane ist durchaus geeignet, Unruhe zu stiften und damit die Politik der polnischen Regierung zu stören. Wahrscheinlich ist der Warschauer Regierung die Systematik dieser Presseangriffe entgangen. Es bleibt jetzt abzuwarten, in welcher Form die Regierung gegen diejenigen einschreitet, die in solch verwerflicher Weise versuchen, die guten Beziehungen zwischen Danzig und Polen und Deutschland zu trüben. General Daluege in Warschau Warschau, 3. Nov. General der Polizei Daluege ist mit den ihn begleitenden Polizeioffizieren gegen 10 Uhr in Warschau eingetroffen. General Daluege wurde auf dem Bahnhof vom Hauptkommandanten der Politischen Staatspolizei, Zamorski, von dem Polizeikommandanten der polnischen Hauptstadt und der Woiwodschaft Warschau und anderen hohen Polizeioffizieren empfangen. Außerdem wurde General Daluege von dem deutschen Militärattaché Oberst von Studnitz, dem Landesgruppenleiter der RSDAP. Buergam und Vertretern der deutschen Botschaft begrüßt. Staatssekretär Backe in Stockholm Vortrag über die Agrarpolitik im Dritten Reich Stockholm. Staatssekretär Backe sprach vor der Schwedisch=Deutschen Vereinigung über „Agrarpolitik im Dritten Reich". Der Staatssekretär schilderte, wie aus der nationalsozialistischen Weltanschauung heraus die Agrarpolitik im Dritten Reich gestaltet worden ist. Die Erlöse der deutschen Landwirtschaft aus dem Verkauf ihrer Erzeugnisse konnten seit 1932 von 6,4 Milliarden RM. auf 8,8 Milliarden RM. gesteigert werden. Die landwirtschaftliche Erzeuzung stieg in Verfolg der Erzeugungsschlacht so u, 1935 rund 80 v. H. des Bedarfs an Lebensmitteln aus eigener Erzeugung gedeckt werden konnten gegen nur 65 v. H. im Jahre 1927. Schweiz verbietet„Rote hilfe“ Bern, 3. Nov. Der Schweizerische Bundesrat hat in seiner Dienstagnachmittag=Sitzung einstimmig das Verbot der politischen Betätigung für die„Rote Hilfe“ beschlossen. Außerdem sollen Veranstaltungen, die die Sicherheit des Landes gefährden, verboten werden können. Im Zusammenhang mit der Verhandlung des Bundesratsbeschlusses über Maßnahmen gegen staatsfeindliche kommunistische Propaganda hat der Bundesrat beschlossen, in der Dezembersession dem Parlament den Entwurf zu einem dringlichen Bundesbeschluß zum Schutze des Staates vorzzilegen. Der politische Magen Nicht nur die Liebe, sondern auch die Politik geht, wenn es so will, durch den Magen. Gewiß ist es für die Staatslenkung nicht einfach, den großen Magen des deutschen Volkes, der sich jetzt wieder eine gesunde Kost leisten kann, ständig und ausreichend zu sättigen. Darum nehmen wir den Verstand zu Hilfe. Wir sind nicht dumm genug, für unseren Appetit ausgerechnet die Nahrungsgüter in großen Mengen zu beschaffen, die wir im eigenen Lande nicht vollständig erzeugen können. Aber leider sind viele von uns auch nicht klug genug, nun eben das aufzuessen, was wir ausreichend besitzen, ja, was uns vielleicht verderben würde, wenn wir es nicht aufäßen. So scherzhaft es klingt, es ist bitterer Ernst: das deutsche Volk braucht einen politischen Magen. Der sagt uns also heute, daß uns das Schicksal eine gute Kohlernte geschenkt hat, die uns gerade in dieser Jahreszeit sättigen kann, die auch darauf wartet, ausgenutzt zu werden und sich glänzend zur Konservierung für die Wintermonate eignet. Die Erfahrung hat gelehrt, daß Kohl etwas sehr Gutes ist. Um so lieber wollen wir ihn essen, als wir wissen, daß wir dadurch die Einfuhr ausländischer Lebensmittel verringern und unsere Devisen sparen können. Wir haben es absolut nicht nötig, uns an das dumme Vorurteil gewisser Leute anzulehnen, die stets und immer die eingeführte Auslandsware für besser halten als die deutsche, und infolgedessen mit einer eingebildeten Abneigung an deutschen Erzeugnissen vorübergehen. Die Früchte unseres Bodens sind gut, sie wollen und müssen verbraucht werden. Das kleine bißchen politischer Vernunft, das zu dieser Ueberlegung gehört, ist für die deutsche Ernährungslage entscheidend; jeder muß es haben, wenn Deutschland den Kampf um seine Nahrungs= und Wirtschaftsfreiheit gewinnen soll. Weil jeder seinen Magen einmal in den Dienst des politischen Denkens stellen muß und kann. Wir sind überzeugt, daß das keinem Deutschen schwerfällt. Es muß ihm nur einmal gesagt werden. Es ist kein Zeichen von Not, wenn das geschieht. Aber es ist ein Zeichen von Umsicht und politischer Reife, vom Erkennen der Tatsachen, wenn wir die Gaben der Natur nehmen, wie und wann unser deutscher Boden sie uns gibt. Eintopfgerichte am 8. November Die Auswahl in den Gaststätten Berlin, 3. Nov. Der Leiter der Wirtschaftsgruppe Gaststätten= und Beherbergungsgewerbe teilt seinen Mitgliedern mit, daß für den zweiten Eintopfsonntag am 8. November 1936 folgende vier Eintopfgerichte für die Gaststätten vorgeschrieben sind: 1. Löffelerbsen mit Einlage, 2. Hammel= oder Rindfleisch mit Weiß= oder Wirsingkohl, 3. Gemüsetopf vegetarisch oder mit Fleischeinlage, 4. Fischeintopfgericht nach freier Wahl. Die Festlegung dieser Eintopfgerichte gilt nur für Gaststätten. Den Hausfrauen bleibt die Wahl der Eintopfgerichte selbst überlassen. Moskau schweigt schuldbewußt Sitzung im Londoner Nichteinmischungskomitee London, 3. Nov. Der Hauptausschuß des Nichteinmischungsausschusses trat am Dienstagvormittag erneut zusammen, um die für die sowjetrussischen Neutralitätsbrüche vorgelegten Beweise zu prüfen. Die Sowjetregierung hat bekanntlich am Dienstag voriger Woche zwei Noten an den Nichteinmischungsausschuß gerichtet, in denen sie die deutschen und italienischen Enthüllungen über sowjetruss. Verletzungen des Richteinmischungspaktes zu widerlegen versucht. Ein Versuch. die englischen— auf Berichten englischer Konsularagenten beruhenden— Beschuldigungen gegen Sowjetrußland zu widerlegen, ist bisher von Moskau nicht gemacht worden. Der Unterausschuß des Nichteinmischungskomitees tritt voraussichtlich am Donnerstagvormittag zusammen, falls bis dahin die Antworten der Regierungen auf die Vorschläge des Lord Plymouth hinsichtlich der Entsendung von Beobachtern nach den spanischen Einfuhrstellen vorliegen. Sanitätsbrigadeführer Dr. Dr. Arnulf Streck, der an verantwortungsvoller Stelle in der Reichsleitung der NSDAP. tätig war, ist im Westsanatorium in Berlin an einem Magenleiden gestorben. Der neue Ausweis der Reichsbank vom Monatsende Oktober zeigt eine durchaus normale Entwicklung. Der Schulkreuzer„Emden“ traf. aus dem Schwarzen Meer kommend, am Montagvormittag zu einem Besuch im Hafen von Istanbul ein. Der Unterausschuß des Richteinmischungsausschusses hielt eine Sitzung ab. Nach der amtlichen Mitteilung nahm er die Erörterung der Frage auf, wie ein System geschaffen werden könne, um die Durchführung des Abkommens sicherzustellen. Der Regierungswechsel in Bagdad wurde in der Hauptstadt des Irak durch eine für die dortigen Verhältnisse gewaltige Demonstration gefeiert. Daran haben sich, nach einer Reutermeldung, mindestens 50000 Menschen beteiligt. Die Schlichtungsverhandlungen im amerikanischen Hafenarbeiterstreik sind bisher ergebnislos verlaufen. Im Hafen von Newyork liegen 23 Schiffe still. Nr. Mittwoch, den 4. November 1936 Zweites Blatt des„Stadtanzeiersfür Castrov=Nauzel und Umgebung“ 10 ToT Der Weg nath vorn Den hierunter abgedruckten Auszug entnehmen wir dem im Frundsberg=Verlag GmbH., Berlin. demnächst erscheinenden neuen Buch von Dr. Hermann Ziese=Beringer,„Das Antlitz von Verdun“(Pr..50 RM.). Wir besitzen mehrere dokumentarisch=kriegsgeschichtliche Darstellungen der Kämpfe um Verdun. Aber noch kein derartiges Buch, das sich so und mit einem solchen Erfolg um Sinn und Symbol. Gestalt und Landschaft bemüht, wie das vorliegende. In neun großen Abschnitten steigt diese düstere Vision der Schlacht um Verdun auf und rollt hier dröhendes Geschehnis ab, das wie ein Bergsturz Hekatomben von Soldaten verschüttete und verschlang. Das Buch ist besonders sorgfältig ausgestattet worden. Die planmäßige Einfügung der Bilder in den Textteil machte es notwendig, das ganze Werk auf Kunstdruckpapier zu drucken. Die Wiedergabe der unter den grauenhaftesten Verhältnissen entstandenen Amateuraufnahmen, die zum größten Teil gänzlich unbekannt sind, ist so gut, daß die Bilder dieses Buches bestimmt besser wirken, als es sotografische Abzüge dieser Aufnahmen tun könnten. Der geschmackvolle und würdige Ganzleinenband ist dem Charakter des Buches glänzend angevaßt. * Die Straße preßt sich eng an den Fuß des langgestreckten Höhenzuges, ganz schmal ist sie geworden und zermahlen von vielen Wagenrädern. Wasser steht überall in den tiefeingeschnittenen Furchen. Granaten haben die Schotterung ausgerissen und die Kolonnenwagen gezwungen, die schlammgefüllten Löcher zu umfahren. An solchen Stellen ist der Boden neben der Straße ausgewühlt, und halbversunkene Bretter und Balken ragen aus dem Lehm hervor. Man hat versucht, den einsinkenden Rädern durch Holzunterlagen einen Halt zu geben. Aber der Schlamm der Schluchten von Verdun verschlingt alles. Manchmal orgelt es durch die niedrig ziehenden Regenwolken mit einem seltsam heiseren Ton: Schwere Granaten ziehen dahin und suchen in den Skeletttwäldern nach Batterien. Irgendwo steigt dann jäh der Qualm emvor, und aus dem Einschlag rollt es donnernd längs der Hügel. Drückende Einsamkeit lastet in stickiger Luft ringsum. Es regnet. Das Dorf liegt da, als modere es schon viele Jahre unter einem Sumpf. und nun habe sich das deckende Wasser verlaufen und die Totengerivve sei ner Häuser und die Kreuze seines Friedhofes seien emvorgestiegen. Verwesungsgeruch weht daher, fauler Moder deckt die Straße. Tote Bäume recken zersetzte Aeste. Ein Kolonnenwagen wollte durch die weglose Schlucht am Ausgang des Dorfes seinen Weg nehmen: Der Schlamm hat den Wagen förmlich in sich hineingefressen. die Pferde stecken bis an den Bauch im Dreck. Fahrer und Soldaten stapfen in der zähen Brühe umher, wühlen und wuchten an dem Gefähr: herum. die Pferde machen sinnlose Anstrengungen. Ihr nasses Fell hat im Regen dunkle Streifen, sie keuchen dröhnend. und das Weiße ihrer Augen quillt unter den ängstlich angelegten Ohren. Aber sie sinken immer tiefer. Der Wagen wird entladen, die Menschen kriechen in dem zähen Schlamm herum wie Insekten, die in einen Topf mit Leim geraten sind. Geschrei und Fluchen schallt durch den Dunst. Peitschenhiebe klatschen auf nasse Pferderücken. Es regnet... Und in den Mulden und hinter den Hängen donnern Geschütze, man sucht sie vergeblich mit den Augen, irgendwo zieht dünner bläulicher Qualm niedrig über den Boden, es kracht immer wieder hell hinauf. und ganze Gruppen bellen Serien von Abschüssen in die Täler, daß der Widerhall dumpf grollend davonfährt ins Land. Und drüben, an steiler Hügelflanke, ein trostloses Bild. Unterkunftsbaracken sind dort an den Hang geklebt. Halb in das schlammige Erdreich hineingebaut, neigt sich ihr erdbedecktes Dach, das irgendwelche Wohnhöhlen zu decken scheint. Darüber der graue Himmel, die Erde zerwühlt und zu Schlamm geworden, soweit das Auge reicht: Unsäglich wüst und einsam sieht das aus. Mitten in der Talniederung reckt ein riesenhaftes Langrohrgeschütz seine Mündung zum Feind. Deckendes Reisig liegt über den Geschossen, Männer wimmeln herum. Plötzlich speit das Rohr eine donnernde Wolke, quellend und dicht wie schwarze Watte, in die schütternde Luft. Ein grollendes Heulen fährt dahin und entfernt sich mit heiserem, fast ruckartig klingendem Orgelton. Der Abschußqualm vernebelt das Tal. mitten darin ragt das Langrohrgeschütz schräg zum Himmel: Da beginnt es sich langsam aus seiner himmelweisenden Schräglage zu senken bis fast zur Wagrechten. Es ist kaum noch von seiner grauen Umgebung zu unterscheiden, wie es daliegt unter dem Regen. Menschen trotten die Straße längs. Französische Gefangene ziehen stumvssinnig im Gänsemarsch dabin. Verdreckte Uniformen, verdreckte Gesichter, nur die Augen dieser Männer sind wach und hell. Fast mißtrauisch noch. Der Krieg hat sie ausgespien. Und immer wieder donnern am Hang die Mörser, krachend entfahren die gierig aufheulenden Geschosse dem Rohr. ruckend schnellt es zurück, holt sich selbsttätig wieder vor. Ein stahlreißendes Krachen ist solch ein Mörserabschuß, nervenzerrend. lungenfüllend mit seinem Luftdruck. Und immer wieder bellt das aus Schluchten, rasselt fauchend über Hänge. kracht rollend längs des Schlammtales. wühlt sich mit heißen Geschossen in heulend zur Seite fahrende Luft, qualmt hinter zerborstenen Bäumen und lauert in Dorftrümmern. Dazwischen schlägt die seindliche Artillerie ihre zerstörenden Qualmfontänen. scheinbar wahllos das Gelände mit Rauch füllend. Ununterbrochen quillt der dicke Qualm der Einschläge hier und dort aus dem Boden, als öffneten sich Krater. Im Regen verwehrt der Rauch schwerfällig. kriecht manchmal dicht am Boden hin. Andere Einschläge wieder fahren steil emvor und stehen wie unförmige Säulen: Lange. bis der Wind sie packt und beiseite drückt und der Regen wie wolkige Nebelsetzen sie niederschlägt. Unaufhörlich wiederholt sich dieses Sviel. Die Straße ist jetzt kaum noch zu erkennen. Der Weg nach vorn führt in die Wüste. Hier und da Tasto=Ten=Sssbunt lausen noch alte Wagenspuren, aber sie zeigen keine bestimmte Richtung mehr, lausen durcheinander. kreuzen sich sinnlos. verschwinden im Leeren. Dort am Waldrand mit den Baumschatten kriechen Menschen. Gebückt tragen sie etwas mühen sich mit unförmigen Lasten. Sie schleppen, sie zerren, schleifen ihre Bürde über den Boden, legen sie ab. Stapfen dann davon und lassen die Klumven. die sie brachten, zuhauf liegen. Eine Leichensammel= sehen, als habe eine Krankheit sie aus dem Berge herausgeschwärt. Und sonst Stille. Hier ruft keine Stimme. Hier saust es in den Lüften, gurgelt es über die Bergrücken hinweg, lacht heiser in den Tälern und in den Schluchten, verhallt irgendwo. Und eintönig rinnt der Regen. Trotzdem— diese Landschaft hat in ihrem Grauen ein gewaltiges Gesicht, etwas Majestätisches, sie ist von einmaliger Großartigkeit. Und wenn es auch Romagne=sous Montfaucon bei Verdun Deutsche Kriegsgräberstätte, ausgebaut vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e,V. Blick aus der Ehrenhalle auf das Gräverfeld mit Schieferkreuzen. stelle. Der Tod hockt am Wegrande und beschaut seine Opfer. Sie sollen ein Grab finden, diese toten Soldaten, und nicht vergessen werden in den Trichterwüsten. Deshalb brachte man sie hierher. In der Nacht werden die Wagen der Sanitätskompagnien diese Toten holen. Oder die Kolonnen werden sie mitnehmen, die eine Fuhre Munition brachten. So liegen die Toten, einsam. Und der Regen rinnt. Unendlich fern schon scheint es, daß sie einmal wache Menschen waren. Wie sie so daliegen. Tote sind mehr als stumm. Es ist, als umgäbe sie ein luftleerer Raum, der mit dem Entfliehen des Persönlichkeitswesens sich für immer um den Körper spannt, der nur noch eine Bestimmung hat: Zu vergehen. Tote Menschen, totes Land. die Trichter= wüste beginnt. Ueber der Trichterwüste ist das Wort der Avokalypse Wahrheit geworden:„Und es war ein Hagel und Feuer, mit Blut gemengt, und fiel auf die Erde; und das dritte Teil der Bäume verbrannte. und alles grüne Gras verbrannte...“ Aber hier wurde dieses Wort dreimal wahr. Alles ist verbrannt. versengt und vernichtet. Es ist, als wäre die Luft zu dünn zum Atmen. Manchmal fallen mit dumpf platzenden Granaten Gasschwaden vom Himmel und ziehen ihren Gifthauch um entrindete Baumleichen in seltsam dahingewischten Dunststreifen. Lautlos kriechend zerfließen sie am Boden und verflüchtigen sich im Regen. Die Landschaft ist zerrissen von Löchern ohne Zahl, es dampft irgendwo aus Höhlen, man weiß nicht warum. Einst war hier Wald. Von den Bäumen blieben hier und da astlose Stangen, die grau in die Luft stechen. Die Wolken von Einschlägen hängen dazwischen. Da kriechen in den Löchern Menschen herum, tauchen auf. verschwinden in diesen Höhlen, die ausKeuregelung der Neue Bezirkseinteilu Bezahlt die Milch täglich! Vom Beauftragten für Castrov=Rauxel des Rheinisch=Westfälischen Milchwirtschaftsverbandes wird uns mitgeteilt: „Mit Wirkung vom 6. November 1936 tritt im Stadtgebiet Castrov=Rauxel in der Milchversorgung eine einschneidende Aenderung ein. Auf Grund der Anordnung des Milchwirtschaftsverbandes Rheinland=Westsalen hat der Beauftragte für Castrop= Rauxel das gesamte Stadtgebiet in Milchlieferungsbezirke einteilen lassen. Jeder Milchhändler hat seinen bestimmten Bezirk erhalten, über den er nicht hinausgehen darf. Es kann nun am Tage der Neuregelung vorkommen, daß nicht das altgewohnte Gesicht des Milchhändlers die Hausfrau begrüßt, sondern ein neuer. unbekannter Verteiler seine Milch der Hausfrau anbietet. als die Ausgeburt der Hölle erscheint, dieses ermordete Land— den Menschen packt dieses Bild von etwas Niedagewesenem. Aus dieser Welt einer nur allzu gegenwärtigen Verdammnis weht es wie Bewunderung über die Tatsache, daß Menschen mit angespanntestem Willen und kältester Verstandesschärfe eine solche grauenhafte Umformung der Natur schafsen können und— selbst den Willen aufbringen, sich darin zu bewegen. Wahrscheinlich wird es nie wieder solche Höllenlandschaften auf Erden geben, die von Menschen geschaffen waren. Der Krieg wird andere Formen annehmen, um wildere Zerstörungen aufzuwühlen. aber die Materialschlacht auf verhältnismäßig engem Raum wird vielleicht ein einmalig dahergekommenes und wieder versunkenes Gespenst bleiben. Düster war es, leblos im Anblick der Landschaft seines Daseins, aber von dem in den Lüften kreischenden Wühlen des Todes durchzittert. Einsam, traurig. alles gespenstisch verzerrend und skelettierend. Wälder und Berge, Dörfer und Aecker. hier vulkanisch brodelnd. dort mit langgezogenem Seufzen über die eigene Einsamkeit heulend, dann wieder aus krachend emvorfahrendem Gewölk heiser schreienden Tod über die Wüste veitschend— all das wird vielleicht für immer nur ein Wissen jener alten Kämpfer bleiben, die unter dem Fluch dieser Gewalten lebten und trotzdem sie beherrschten. Trichterwüste. Weit und groß liegt sie da. Regen fällt. Schlamm deckt die Erde. Gespensterdörfer leuchten kalkweiß mit den Gerippen ihrer Häuser. Grau ist die Welt. Ein Lehmsumpf. Himmel und Erde sind grau. Wind weht, geht über das Land. Dann plötzlich heult die Trichterwüste auf. das Heulen vergeht, wird aufgesogen von der Leere dieser Welt, einer im Grauen vor sich selbst erstarrten Einsamkeit. Kiichorrsorgulug ng in Castrop=Rauxel Vielleicht wird die Hausfrau zuerst nicht begreisen können, daß sie ihre Milch in Zukunft von dem Händler abnehmen soll, der ihr zugewiesen ist, aber mit alten, liberalen Wirtschaftsauffassungen hat unsere neue Zeit gebrochen. Nur die verständnislose Hausfrau wird vielleicht im Anfang grollend erklären, daß sie in Zukunft ihren Bedarf an Milch einschränken wird, um damit ihr Mißbehagen über die Neuregelung kund zu tun. Genährt wird ihre Einstellung durch das Geschwätz einiger Unverbesserlicher, die ebenfails noch nicht begrissen haben, weshalb diese Neuregelung notwendig geworden ist. An dieser Stelle sei auch noch ein Wort an die Milchhändler gerichtet, denen nur die Belieferung in ihrem eigenen Kundenrevier gestattet ist. Wer glaubt, die Neueinteilung sabotieren zu können, dem droht, daß er kurzerhand von der Milchbelieferung und damit vom Milchhandel ausgeschlossen wird. Die Neuregelung hat in jeder Hinsicht auch für den ehrlichen Milchhändler viel Erfreuliches für sich, wird doch durch die Festlegung des Kundenbezirkes verhindert, daß jene Anreißermethoden. die früher im Gange waren, ein= für allemal zu Ende sind. Jeder Milchhändler hat Anweisung erhalten, irgend welche Versuche des Kundenfanges seines Reviernachbarn unverzüglich dem Ortsbeauftragten zu melden, der ihn alsdann durch Maßnahmen, die im Interesse des Aufbaues der Wirtschaft notwendiz sind, rücksichtslos zur Verantwortung ziehen wird. Die Reviere sind nach sorgfältiger Vorbereitung so eingeteilt, daß jeder Milchhändler mit der Zuweisung zufrieden sein muß. Ferner findet nach einigen Wochen eine Nachprüfung dieser Reviere statt. Ein Wechsel des Milchhändlers wird für die Hausfrau nicht den geringsten Nachteil haben, da durch die eingeführte Zentralisation der Milchbelieferung der Stadtteile alle Milchhändler Milch von gleicher Qualität führen. Preisunterschiede gibt es bekanntlich ja auch nicht mehr. Jede Familie ist in der Lage, durch den neuen Michhändler sowohl Vollmilch, wie Flaschenmilch als auch alle einschlägigen Molkereierzeugnisse zu den vorgeschriebenen Preisen zu beziehen. Wenn auch nicht verkannt wird, daß viele Familien sich höchst ungern von ihrem alten Milchhändler trennen, so ist es Pflicht der Verbraucherschaft, die angeordnete Neuregelung voll und ganz zu unterstützen, was einzig und allein wohl dadurch geschieht. daß jede Hausfrau von ihrem zuständigen Milchhändler die Milch bezieht und nicht im Bezirk des alten Händlers ihre Milch zu kausen versucht. Noch ein Wort zum eigentlichen Kauf bzw. Verkauf der Milch nach der Bezirkseinteilung: Der Händler ist verpflichtet, die bezogenen Waren wie Milch und Molkereierzeugnisse pünktlich zu bezahlen. Bei der eingeengten Verdienstspanne und dem allgemein niedrigen Umsatz kann der Händler keinen Kredit geben. Deshalb werden die Hausfrauen gebeten, die Milch täglich zu bezahlen. Wird von dem Milchhändler die Milchrechnung nicht pünktlich bar bezahlt, kann er auch auf Grund der neuen verschärften Bestimmungen als unzuverlässig erklärt werden, was eine zwangsweise Ausscheidung aus dem Milchhandel zur Folge hat. Die Belieserungsstellen der Milchverteiler sind gezwungen betr. pünktlicher, täglicher Bezahlung mit aller Schärie vorzugehen, da sie das Geld mit ebenso großer Pünktlichkeit an die Milcherzeuger weitergeben müssen. Oft führt der Milchhandel darüber Klage, daß gerade beim Milcheinkauf das Pumpsystem sehr häusig üblich ist. Die einsichtige Hausfrau wird verstehen können. daß sie unmöglich vom Milchhändler Kredit verlangen kann, wenn dieser seine Ware selbst täglich ber bezahlen muß. Wenn es in den ersten Tagen der Bezirkseinteilung mit der Pünktlichkeit und Gleichmäßigkeit der Bedienung noch nicht so ganz klappen sollte, so bitten wir die Hausfrauen, es damit zu entschuldigen, daß der Milchhändler sich in seinem Bezirk zuerst einarbeiten muß. Sehr bald wird jedoch die Hausfrau auch dem neuen Milchhändler volles Vertrauen schenken, der unter den neuen Verhältnissen genau so bemüht sein wird. seine Kundschaft einwandfrei. sauber und pünktlich zu bedienen. Sollte ein Milchhändler nach Einführung der Bezirke die Verteilung nicht zur vollen Zufriedenheit der Verbraucherschaft ausführen, so sind begründete Beschwerden an den Ortsbeauftragten zu richten. dem die Durchführung der Bezirkseinteilung und die Beaussichtigung des Milchmarktes obliegt.“ Castrov=Rauxel, 4. November 1936 Das erste oder das letzte Los? Wenn jetzt wieder die Glückslose der§. Arbeitsbeschaffungs=Lotterie. deren Ziehung kurz vor Weihnachten stattfindet, zum Verkauf kommen, so entsinnt man sich einer Begebenheit, die bei der Einlösung der Gewinne bei einer früheren Serie bekannt wurde. Zwei Freunde hatten sich, gleich als die ersten Lose erschienen, ein Einzellos zu 1 RM. gemeinsam erstanden und warteten nun hoffnungsfreudig auf die Ziehung Später kaufte der eine von den beiden noch ein weiteres Los„für sich“ allein hinzu. Beide Lose lagen dann zusammen in der Brieftasche. bis der große Tag nahte, und—— auf eines der beiden Lose fiel der Hauptgewinn(50000 Mark!). Ja, welches Los war es gewesen, das erste oder das letzte? Darüber entstand, wie nun so mancher FF glaubt. nicht eine Sekunde Meinungsverschiedenheit. Der Gewinn wurde kameradschaftlich unter den beiden geteilt. Jeder bekam die Hälfte, und außerdem verwandte jeder noch einen Teil zur Unterstützung bedürftiger Kameraden. Wenn Euch nun in diesen Tagen wieder die Lose angeboten werden. greift zu! Ihr werdet dadurch manchen helsen, die noch darauf warten, auch bald wieder in Arbeit zu kommen. Die Arbeitsbeschaffungslose sind die wirklichen Glückslose. Der Gesundheitszustand in der Stadt Castrop=Rauxe! Im vergangenen Monat Oktober wurden folgende Erkrankungsfälle an meldepflichtigen ansteckenden Krankheiten in Castrop=Rauxel gezählt: Diphtherie 7(im Oktober des Vorjahres). Scharlach 22(23). Paratyphus 5. Kindbettfieber nach rechtzeitiger Geburt 2. Kindbettsieber nach Fehlgeburt 1(). Lungen= und Kehlkopftuberkulose 5(13). Wie die Gegenüberstellung mit dem Vorjahre ausweist, bewegen sich die Zahlen im üblichen Rahmen. Es ist lediglich die Zahl der Paratyphusfälle auffallend. das Whl teilt mit: Schinerabend von„Krast darch Freude u. Heute: Aufführung von„Maria Stuarl“ durch das Westfälische Landestheater Die Schulspeisungen begannen An der Kinderspeisung des WHW., die, wie wir meldeten, gestern begannen, nehmen in Castrop= Rauxel zunächst rund 1000 Schulkinder teil. Auf Herne. wo die Schulspeisung in der gleichen Art durchgeführt wird, entfallen rund 2000 Kinder. Wie bereits gestern mitgeteilt wurde, findet monatlich ein Wechsel der Kinder statt, so daß im Laufe des Winters eine große Anzahl von Kindern von diesem Hilfswerk der NSV. ersaßt wird. Das Essen, das gut, schmackhaft, reichlich und nährkräftig zusammengestellt wird, wird zentral für den ganzen Großkreis Herne—Castrov=Rauxel in der großen Volksküche im Herner Rathaus, das über die erforderlichen umjangreichen Einrichtungen verfügt, hergestellt und von dort in Thermoskübeln mit Lastautos an die einzelnen Ausgabestellen in Castrov=Rauxel und Herne gebracht. Was die 9AF. sammelte 203 483,82 Mark Gesamtergebnis der ersten ReichsStraßensammlung im Gau Westfalen=Süd So wie der erste Eintopssonntag, hatte auch die erste Reichsstraßensammlung im Gau Westfalen=Süd ein glänzendes Ergebnis. 203 483,82 Mark sammelte die DAF., eine Summe, die das Sammelergebnis des Vorjahres weit übertrifft. Wir Westfalen sind stolz darauf und werden auch in Zukunft in vorderster Front marschieren, wenn es heißt, durch wirkliche Ovserbereitschaft weitere und noch größere Taten zu vollbringen. Neue hilfsstelle der Asv. in Ickern Die Ortsgruppe Castrop=Rauxel=Nord der RS.= Volkswohlfahrt hat in der Städtischen Verwaltungsstelle III im Stadtteil Ickern, Kirchstraße, eine neue Hilfsstelle„Mutter und Kind“ eingerich tet, in der jeden Freitag in der Zeit.von 15.15 bis 17. Uhr Sprechstunden der NSV.=Fürsorgerin stattfinden. Chorvereinigung Liederhalle-Harmonie Zum ersten Hauptkonzert der Chorvereinigung „Liederhalle=Harmonie", am 10. November. abends 8 Uhr, im Saale des Wichernhauses, liegt folgendes Programm vor: 1. Männerchor: Media vita(Lißmann. 2. Frauenchor: a) Geseg'n dich Laub(Plüddemann), b) Minnelied(A. de la Hale). 3. Männerchor: a) Der letzte Tanz(Zuccalmaglio). b) Schönster Abendstern(Ludwig). 4. Frauenchor: a) Die stille Stadt(Knab). b) Veile. Rosen. Blümelein (Stieber). 5. Männerchor: Flamme emvor(Trunk). 6. Männerchor: a) Frisch gesungen(Silcher). b) Der Lindenbaum(Silcher). 7. Frauenchor(mit Begleitung einer Violine): a) Spinn. spinn(Grabner). b) Masurisches Volkslied(Knab). 8. Volksliede: für Männer= Frauen= und Gemischt. Chor. bearbeitet von W. Hensel: a) Der Feldjäger, b) Es leben die Soldaten, c) Kein schöner Land. Abschlußprüfung bei der Deutschen Stenographenschaft Am Montag, dem 26. Oktober, legte der Anfängerlehrgang der hiesigen Ortsgruvve der Deutschen Stenographenschaft unter Leitung des Kurzschriftlehrers Kreutner die Abschlußprüjung ab, deren Ergebnis nunmehr efstliegt. Die sehr guten Leistungen. sowohl im Richtig= als auch Schnellschreiben sind deutlicher Beweis gründlichster Ausbildung. Im Schnellschreiben erreichten 18 Teilnehmer 60 Silben, 13 Teilnehmer 80 Silben, ein Teilnehmer 100 Silben. Im Richtigschreiben sehlerfrei 18 Arbeiten. —3 Fehler 8 Arbeiten, mehr als 3 Fehler nur 6 Arbeiten Sämtliche Teilnehmer bleiben in einer Arbeitsgemeinschaft zwecks baldiger Steigerung ihrer Leistungen zusammen und werden am 6. 6. 37 bereits gemeinsam mit der hiesigen Ortsgruppe in Hamm um den Wanderpreis des Gaugebietes Westsalen=Süd kämpfen. Der Zugunfall an der Blockstelle Hansa Bei dem von uns in der Sonntagsausgabe gemeldeten Zugunfall, durch den bei der Blockstelle Hansa zwischen Dortmund und Mengede auf der KölnMindener Bahnstrecke von dem um.57 aus der Richtung Gelsenkirchen in Dortmund HB. eintrefsende Personenzug 649 der am Schluß lausende Postwagen entgleiste und umstürzte, sind wie wir ergänzend erfahren, einige Postbeamte verletzt. Reisende kamen nicht zu Schaden. Personenkraftwagen fuhr gegen einen Straßenbahnmast Am 31. Oktober fuhr ein Personenkraftwagen aus Castrop=Rauxel, als er einen parkenden Personenkraftwagen überholt hatte, gegen einen auf dem Bürgersteig stehenden Straßenbahnleitungsmast. Der Fahrei und sein 9jähriges Kind wurden leicht verletzt. Nach Anlegung eines Verbandes, welches im Krankenhause erfolgte, konnten sich beide Personen in ihre Wohnung begeben. Das Fahrzeug mußte abgeschleppt werden. Am heutigen Abend um 8 Uhr beginnt die Aufführung von Schillers„Maria Stuart" im Wichernhaussaale. Die Wiedergabe erfolgt durch das hier durch seine Gastspiele in den letzten Wintern schon recht beliebt gewordene Westfälische Landestheater. Ueber den Dichter des Dramas heißt es im Programmheft:„Schiller.— Seine Werke standen treu und selbstverständlich in den Bücherschränken unserer Väter: Goldbuchstaben auf Leinenrücken hielten seinen Namen vor unsere Augen. Er begegnete uns im Schulzimmer und sprach aus dem Lesebuch. Aber er ist im Grunde nicht älter geworden. Schiller blieb ein Urbild des jungen, idealistischen Deutschen. Wie wir ihn zu sehen glauben, ohne auf Bilder der Zeitgenossen zu schauen: mit den weit geöffneten Augen. begeisterungsfähig, einen jungen Sturmgesellen mit reiner Fahne. das Herz auf der Hand tragend— so erhält ihn uns die Bühne lebendig. Tatgesinnung loderte aus seinem Erstlingsdrama„Die Räuber“. Tatgesinnung erfüllt sein letzte Werk. den„Wilhelm Tell". Das draufgängerische Brandfeuer des Jugendstückes hat sich inzwischen geklärt zur hohen und edlen Flamme Mit welchem Zorn war er ausgebrochen aus dem Zwang, den die Befehle des Herzogs Karl Eugen seiner gärenden Studentenzeit auferlegten! Mit welchen Worten hatten seine„Räuber“ gegen ein„tintenklecksendes" Jahrhundert gewettert! Wie grollt es noch gewitternd durch die „Verschwörung des Fiesko zu Genua“ sein erstes geschichtliches Trauerspiel, sein zweites Freiheitsdrama. Wie schonungslos reißt er in„Kabale und Liebe“ jene Abgründe auf. die eine Volksgemeinschaft zerstörten!— War er bisher Sturm gelausen— ein Soldat der Bühne gegen Erscheinungen der Zeit— so begann sich mit dem„Don Carlos“ auch der Spaten zu rühren: er sucht den idealen Weg zu weisen, die Straße des Aufbaus. Das schöne hohe Ziel leuchtet auf und flammt durch die Sprache des Dichters. Und was Schiller als„Bürgerglück“ dort in den Worten Posas versechten läßt, ist im Grunde nichts anderes als der Gedanke der Volksgemeinschaft, den die deutsche Gegenwart so eindrucksvoll erlebt. Es ist nur folgerichtig, wenn Schiller in seinen folgenden Werken, die gewissermaßen auf dem Architektentisch seiner idealen Forderungen entstanden. mit geschichtlich prüsenden Augen das Wieso und Warum prüft und zum Beobachter wird: So geraten ihm die unheimlichen, eindringlichen Farben für das große, dramatische Gemalde„Wallenstein“ in der reifer gestaltenden Hand. Er sieht Wallenstein wie einen Stern aufsteigen und sieht ihn tragisch verlöschen.— Er schaut in Englands Geschichte und schreibt das Drama„Maria Stuart". Er späht in die französischen Schicksale hinein und gestaltet die Tragödie der„Jungfrau von Orleans“. Aber es gelingt ihm keineswegs, kühler, kluger Geschichtsdramatiker zu sein. Wo er Geschichte deuten will. gestaltet er zu ernster Erschütterung Menschen und menschliche Bedingungen. Und mit der unversiegbaren Wärme seines Herzens erhöht er Maria Stuart, umleuchtet er mit heroischem Blitz den Helm des Mädchens von Orleans. dieser verklärten Soldatin, die sein Gesicht trägt. Das Volk aber, ein ganzes Land. ist der Held seines letzten Dramas„Wilhelm Tell". Das jugendliche Freiheitsbegehren der Räuber wuchs in diesem Abgesang des Dichters hinaus zum Lied der Freiheit von Volk und Vaterland. Es ist. als wende sich in seiner letzten Stunde der Dichter noch einmal um nach dem Kampfgraben der Jugendwerke. ehe ihm die Hand vom Schaft der alten Fahne gleitet.“ .ALF! Heute„Maria Stuart“ Am heutigen Mittwoch um 20 Uhr gastiert in Castrov=Rauxel 1 im Wichernhause das Westfälische Landestheater. Die Deutsche Arbeitsfront, Abtlg. NSG.„Kraft durch Freude“ läßt in Verbindung mit RS.=Kulturgemeinde das große Trauerspie!„Maria Stuart“ von Friedrich von Schiller zur Aufführung bringen. In allen Städten unseres Gaugebietes hat diese Veranstaltung ein ausverkauftes Haus gehabt. Es braucht nicht mehr vieler Worte, denn gerade„Maria Stuart“ ist eines der stärksten Werke unseres großen Schiller. Auch in Castrop=Rauxel werden die Veranstalter ein ausverkauftes Haus haben. Karten sind bei der Dienststelle der RSc. „Kraft durch Freude". Castrop=Rauxel 1. Viktoriastraße 10. und an der Abendkasse im Wichernhaus erhältlich. Freiwilligen Werksfeuerwehr der Zeche„Victor 3/4“ und den herbeieilenden Anwohnern der Nachbarschaft gelöscht. Der Brand ist durch Kurzschluß entstanden. Der Sachschaden ist gering. 5o0jähriges Fubllaum des Erung. rirchlichen Mannervienstes in Gastrop Der erste Novembersonntag war für die Bekenntnisgemeinde Castrov ein Feiertag besonderer Art. Der enangelisch=kirchliche Männerdienst, der frühere Arbeiter= und Bürgerverein, beging sein 50jähriges Jubiläum, und die ganze Gemeinde nahm daran Anteil. Am Vormittage sand ein Festgottesdienst statt. in dem Pfarrer Böddinghaus aus Gevelsberg über Ev. Johannes 1 predigte: Johannes war nicht das Licht, sondern er sollte zeugen von dem Lichte. In klarer und eindringlicher Weise zeigte er, wie ein solcher Zeuge für das Licht, unsern Herrn und Heiland Jesus Christus, auch Dr. Martin Luther gewesen ist, und er schloß mit der Mahnung. daß auch wir alle Zeugen sein sollen. die immer furchtlos ihren Glauben zu bekennen wagen. Der Gemischte Chor trug durch den Vortrag einiger Lieder wesentlich dazu bei, den Gottesdienst noch feierlicher zu gestalten. Am Nachmittage fand eine Festversammlung im Wichernhause statt, zu der auch Verteter mehrerer auswärtiger Brudervereine erschienen waren. Der Posaunenchor, dessen Mitglieder seit dem vorigen Jahre offenbar recht gute Fortschritte gemacht haben, und der sehr sicher spielte, wirkte zu aller Freude mit. Nach einem Vorspiel und dem Gesange von„Nun danket alle Gott" sprach Pfarrer Nelle ein Gebet, begrüßte alle Erschienenen, besonders aber die Gäste und gab darauf einen sehr interessanten Ueberblick über die Geschichte des Vereins seit seiner Gründung. Nachdrücklich wies er auf den Paragraphen 1 der Satzungen hin, der auch heute noch gültig sei: Der Verein steht aus dem Boden des evangelischen Bekenntnisses und hat den Zweck: 1. unter den Glaubensgenossen das evangelische Bewußtsein zu wecken und zu fördern. 2. die Sittlichkeit und Bildung seiner Mitglieder zu heben. 3. ein friedliches Verhältnis zu allen Berufsklassen zu wahren und zu pflegen. 4. seine Mitglieder in Krankheits= und Sterbefällen zu unterstützen. Ein seierlicher Augenblick war es, als Pfarrer Nelle nach seiner Rede die Ehrung der Jubilare vornahm. die 50 Jahre dem Verein angehören. Es sind im ganzen 6: Andreas Andersson, Karl Florian, Dietrich Hördemann, Wilhelm Köster. Heinrich Lindert und August Werth. Drei von diesen waren versönlich anwesend. Wilhelm Köster war leider durch schwere Krankheit verhindert zu erscheinen. Alle erhielten sie für ihre lange, treue Mitgliedschaft ein schönes Ehrenzeichen. Den Anwesenden wurde es sofort überreicht. Nach einer Kafseevause sprach zuerst wieder Pfarrer Böddinghaus. Am Texte des dritten Johannesbriefes legte er dar. wie beschaffen ein rechtes Gemeindeglied sein muß und wie es nicht sein darf. Naturen wie Diotrephes dürfen niemals vorbildlich für uns sein, dagegen sollen wir alle dem Gaius nacheisern. Betriebsinspektor Beckers aus Bochum, der nach ihm das Wort ergriff, zeigte in einfacher und sehr anschaulicher Weise, wie es eine der ersten Aufgaben des Männerdienstes sei. immer der evangelischen Kirche zu dienen. Zu diesem Dienste fände sich täglich viele Gelegenheit in der Familie, in der Nachbarschaft. auf dem Arbeitsplatze und in der Gemeinde. Ueberall müsse man ein rechtes Vorbild christlichen Wesens und Lebens sein. nicht bloß mit Worten, sondern auch mit der Tat. Zum Dienste brauche man aber das rechte Handwerkszeug, und das sei das Wort Gottes, wie wir es in unserer Bibel finden. Tägliches. fleißiges Lesen darin, reger Besuch der Gottesdienste und der Bibolstunden und auch der Wochenendfreizeiten sei dringend notwendig. Mit dem Gesange eines Liedes und dem Segen. den Pfarrer Nelle sprach, schloß die schöne Feier. die alle die gekommen waren, sichtlich befriedigt hatte. Theater. Konzerte, Vorträge Zweites Meister=Konzert des Städtischen Orchesters zu Bochum Am Donnerstag. dem 5. November, findet um 20 Uhr im Stadttheater des zweite diesjährige MeisterKonzert des Städtischen Orchesters statt. Professor Friedrich Wührer, der Solist des zweiten MeisterKonzertes, hat sich sehr schnell eine Stellung in der allerersten Reihe der Pianisten erkämpft. In Berlin und Hamburg ist er mit größtem Erfolg als Solist aufgetreten, außerdem aber hat er durch meisterhafte Sonaten=Abende gemeinsam mit dem berühmten Cellisten Caspar Cassado Aufsehen erregt. Er wurde daraushin zur Leitung der Klavier=Klasse der Kieler Hochschule für Musik berusen. In Bochum wird Professor Wührer das selten aufgeführte Klavier=Konzert in=dur von Johannes Brahms. eines der größten Werke auf diesem Gebiet, zum Vortrag bringen. Außerdem aber Solostücke von Robert Schumann spielen. Das Programm enthält weiter die„Unvollendete Symphonie“ von Franz Schubert und eine neue Ouvertüre von Julius Weismann. Dirigent: Städtischer Kavellmeister Professor Leopold Reichwein. Vorbestellungen unter Nr. 610 51. Kesormationsseier im Wichernhau ssaat Am Freitag. dem 30. Oktober, um 20 Uhr, sand im dichtgesüllten. großen Gemeindesaal des Wichernhauses eine Reformationsfeier der Deutschen Christen und der Reichskirchlichen Gemeinde statt, zu der alle Mitglieder des kirchlichen Aufbauwerkes eingeladen waren. Im ersten Teile der stimmungsvollen Feierstunde vermochte Pastor Rothe aus Luthers eigenen Worten, aus Worten deutscher Dichter und großer Männer ein treues Bild von der schlichten und natürlichen Heldengröße des kühnen Reformators und trotzigen Revolutionärs zu zeichnen. Den größten Teil des Abends aber füllte der Vortrag des Pfarrers Fiebig aus Münster aus. der Mitglied des Provinzialkirchenausschusses ist und somit der Gemeinde aus eigenem Erleben, aus kämpferischer Mitarbeit und aufbauender Kritik manches zu berichten hatte. Auch er stellte Luther in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen und wies von ihm her die Richtigkeit unseres Weges im Kampfe um den Ausbau der deutschen Evangelischen Kirche nach. Er zeigte uns die große Aufgabe. Luthers umsangreiches Erbe. das leider jahrhundertelang und auch im großen Augenblick des politischen und weltanschaulichen Umbruchs vor beinahe vier Jahren von den Führern der Kirche nicht richtig verstanden worden ist, endgültig anzutreten. Jenes Erbe, das da besteht in der schlichten, deutschen Art. das Evangelium zu predigen und aufzunehmen, in seinem unerschöpflichen Glauben, in seinem heldischen Kämpfertum, in der Herstellung der christlichen Freiheit und in der Loslösung des germanischen Menschen vom mediterranen Wesen. Schwer ist die Verwaltung dieses Erbes, dessen Verwirklichung auch heute noch lange und harte Arbeit erfordert. Da müssen die großen Ziele erst klar geschaut werden, da müssen unsere Geistlichen und alle Mitarbeiter am großen Aufbauwerk der Volkskirche ideenstark und kampffreudig mitten in der Front des großen Geschehens unserer Zeit stehen, damit unsere Kirche keine Etappenkirche wird oder bleibt, sondern auch den braunen Armen ihre Tore öffnen kann.— Da aber alle geistige Umformung lange Zeit in Anspruch nimmt, heißt es. Geduld haben und nicht müde werden, wenn auch einmal Enttäuschungen eintreten. Mit einem Appell an die Treue der Gemeinde schloß Pfarrer Fiebig seine fesselnden Ausführungen, die— wie auch Pastor Rothes Worte— von sinnverwandten Liedern und Chören der Gemeinde und des Kirchenchores feierlich umrahmt wurden. Versuchter Selbstmord Am 1. November sprang eine Frau aus Castrop= Rauxel in selbstmörderischer Absicht in den RheinHerne=Kanal. Sie wurde lebend geborgen. Festgenommener Bettler Am 31. Oktober wurde ein Arbeiter aus HerneHolthausen wegen Bettelns in Castrop=Rauxel festgenommen. Kleinkraftrad gestohlen Einem Anwohner der Victorstraße wurde am 1. November aus einem verschlossenen Stall ein Kleinkraftrad gestohlen. Dachstuhlbrand Am 31. Oktober wurde im Backhaus eines Bäcker. meisters an der Recklinghäuser Straße ein Dachstuhlbrand entdeckt. Das Feuer wurde von der Reise und Verkehr Sonntags-Rückfahrkarten zur Soester Allerheiligen-Kirmes Zur Soester Allerheiligen=Kirmes wird die Reichsbahn Sonntagsrückfahrkarten nach Soest auf eine Höchstentfernung von 70 Klm. ausgeben, die wie folgt gelten: am 5. und 6. November je von 0 Uhr bis zum folgenden Tage 3 Uhr(Beendigung der Rückreise), ferner zur Hinfahrt vom 7. November. 12 Uhr bis 8. November, 24 Uhr(Beendigung der Hinreise) und zur Rückfahrt vom 7. November bis 9. November, 24 Uhr(Beendigung der Rückreise). Lokaler Sport 2. Kreisklasse Stand nach dem 1. November Gruppe 2 Humor Hochstapler „Warum hast du denn die Verlobung mit Hugo rückgängig gemacht?“ „Der Schwindler! Er hat mir erzählt er wäre Bankier, dabei ist er Lackierer in einer Schulbankfabrik.“ Moderne Krankheit „Hast du schon gehört? Fred hat sich eine Farbenvergiftung zugezogen!“ „Woher hat er die denn?“ „Er hat seine Braut geküßt!" Mittelding „Füns Mark kostet das Zahnziehen, wenn es aber schmerzlos sein soll, dann zehn Mark!" „Dann machen Sie es für.50 Mark, das werde ich wohl noch zur Not aushalten können.“ Geiz „Wieviel kostet das Bügeln eines Anzuges?“ fragte ein Schotte. „Zwei Mark!“ „Dann bügeln Sie mir bitte nur die Vorderseite für eine Mark! Ich will mich nämlich photographieren lassen.“ Von der Hand in den Mund „Wie geht es eigentlich dem Krüger, der damals mit uns in eine Klasse ging? „Er lebt von der Hand in den Mund.“ „Armer Kerl.“ „Wieso armer Kerl? Der Krüger ist doch ein vielbeschäftigter Zahnarzt.“ Nr. 300 Drittes Blatt des„Stadtanzeigers iür Cestrov=Nauzel und Umgebung“ Mittwoch, den 4. November 1336 Kheittisch Westfattsch. Iibunntiegeotet Feierstunde auf Schloß Kappenberg Dem Andenken des Freiherrn vom Stein Dortmund. Im Anschluß an eine Arbeitstagung der Oberbürgermeister und Landräte der Provinz Westfalen sand eine Feierstunde in Schloß venberg statt. Der Gedanke, die anstrengende Arbeit des Tages hier in Erinnerung an den großen Reformator Preußens zu beschließen, erwies sich als überaus glücklich und eindrucksvoll. Hier hat Freiherr vom Stein die letzten Jahrzehnte seines Lebens verbracht, zurückgezogen vom aktiven politischen Leben, aber alle Ereignisse seiner Zeit mit stets wachem Interesse verfolgend. Die Nachkommen Steins haben es als eine Ehrenpflicht betrachtet, die Erinnerung an ihren großen Vorgänger lebendig zu erhalten. Ein kleines Museum zeugt davon. Im Schloß selbst, das jetzt von Graf von Kanitz bewohnt wird, ist die Erinnerung an seinen großen Besitzer vor einem Jahrhundert überall lebendig. Graf Kanitz. der die Gäste im Festsaal begrüßte, durfte darum mit Recht auf die Pflege des geschichtlichen Vermächtnisses verweisen. Das Quartett des Dortmunder städtischen Konservatoriums spielte zur Einleitung und zum Abschluß der Stunde Werke von Becthoven und Handn. Dr. Erich Botzen hard. der im Auftrag der Reichsregierung ein auf sieben Bände berechnetes Werk„Brieswechsel. Denkschriften und Aufzeichnungen des Freiherrn vom Stein“ bearbeitet, gab eine außerordentlich sesselnd. Ausdeutung der politischen Auffassungen des Freiherrn. die manche Irrtümer über ihn richtig stellte. Er betonte mit Recht, daß er es nicht als seine Aufgabe ansehe, den Freiherrn vom Stein gewissermaßen als ersten Nationalsozialisten zu entdecken. aber die Uebereinstimmung in den volitischen Grundauffassungen des Freiherrn mit der heutigen Zeit. die Uebereinstimmung sowohl in den Zielen wie in den Methoden waren außerordentlich überzeugend. weil die Ausführungen Botzenhards von großer Sachkenntnis getragen waren. Anton Strambowski aus Hamm las dann Szenen aus seinem Schauspiel„Freiherr vom Stein" vor. Landeshauptmann Dr. Kolbow dankte dem Schloßherrn für die bewiesene Gastlichkeit und gab des Hoffnung Ausdruck, daß die geistige Vertiesung der Tagesarbeit, die die Feierstunde allen Teilnehmern bedeutet habe, sich fruchtbringend auswirken werde. Bochums Vermögenslage günstig Bericht über das Rechnungsjahr 1934 35 Bochum. Der von der Stadtverwaltung vorgelegte Verwaltungsbericht über das Rechnungsjahr 1934/35 gestattet beachtenswerte Einblicke. Die Besserung der städtischen Finanzen, die bereits im Jahre 1933 begann, hielt weiter an. Der Fehlbetrag des Jahres 1933. der allein durch die Erwerbslosenfürsorge entstanden war. konnte erheblich herabgesetzt werden. Auch die Arbeitslosigkeit wurde weiter vermindert. Der Gesamtabschluß der lausenden Verwaltung zeigte in diesem Jahre eine Erhöhung der Einnahmen von 138.23 auf 180.79 Mark je Einwohner und eine Erhöhung der Ausgaben von 155,35 auf 209,76 Mark je Einwohner. Die Fehlbeträge aus den Vorjahren. die 19 816 853 Mark betrugen, konnten im Laufe des Berichtsjahres durch einmalige außerordentliche Maßnahmen um 10 403300 Mark abgedeckt werden. Am Ende des Rechnungsjahres 1934 betrug das Vermögen der Stadt Bochum 124 181 825 Mart gegenüber 121 746 895 Mark am Anfang des Rechnungsjahres. Am Schlusse des Berichtsjahres beliefen sich die wirklichen Schulden der Stadt auf rd. 41 046 000 Mark oder auf 130.62 Mark jie Einwohner. Der Bericht hebt hervor, daß die im Jahre 1934 begonnene nationalsozialistische Steuerreform der Reichsregierung sich insbesondere bei der Arbeitsbeschaffung steuerlich günstig auswirkte. Die Bautätigkeit entwickelte sich erfreulich lebhaft. Von der Bauverwaltung wurde besonderes Augenmert auf die Verschönerung der Stadtteile und die Beseitigung städtebaulicher Uebelstände gerichtet. Als Gesamtergebnie der städtischen Kunstpflege wird hervorgehoben, daß beim Stadttheater das Spieljahr 1934/35 das Einhalten des Besucherrückganges brachte und damit auch ein immer stärker werdendes Interesse der Einwohnerschaft an der Arbeit des Theaters aufkommen ließ. was darauf schließen lasse, daß die kommenden Jahre dieser künstlerischen Aufbauarbeit steigende Besucherzahlen bringen werde. Vier Arbeiter verschüttet, drei gerettet Bochum. Auf der 7. Sohle der Zeche„Dannenbaum“ ging eine Ortsstrecke zu Bruch und verschüttete die beiden Arbeiter Gustav Schulte und Lombeck. Nach außerordentlich anstrengender Arbeit gelang es jedoch, die beiden gesund und unversehrt zu bergen.— Im 6. Revier der Zeche„Carolinenglück“ in Hamme wurde ein 48jähriger verheirateter Bergmann gleichfalls durch Zubruchgehen der Strecke verschüttet. Leider gelang es nicht. den Verunglückten. der Vater mehrerer Kinder ist, lebend zu bergen. Auch der Arbeiter Franz Br. wurde auf seiner Arbeitsstelle von herabstürzenden Massen verschüttet. konnte jedoch noch lebend gerettet werden, wenn er sich auch zunächst noch in Krankenhauspflege begeben mußte. Sehr traurig folgte sie ihrem neuen Herrn jenseits der Ruhr. Hier wurde sie zunächst angekettet; doch löste man die Fessel, als„Adda“ den Bestand ihrer Hütte um sieben Welven vermehrt hatte. Denn man durfte voraussetzen, daß die Mutter bei ihren Jungen bleiben werde. Eines Morgens war„Adda“. fort. Und sogar die sieben Jungen waren nicht mehr da. Es kann aber nur die Möglichkeit bestehen, daß „Adda“ jedesmal mit einem Jungen in der Schnauze die 1½ Meter hohe Umzäunung des Zwingers übersprungen, mit dem Jungen durch die Ruhr geschwommen und wieder in den Zwinger gesprungen ist, um so nacheinander im Laufe der Nacht alle sieben Jungen in ihre alte Heimat zu bringen. Die treue Hündin hat also in einer Nacht die hochgehende Ruhr dreizehnmal durchschwommen, nur um wieder bei ihrem früheren Herrn zu sein. Der allerdings. von einer so ungewöhnlichen Treue gerührt, denkt auch nicht mehr daran, seine treue„Adda" wieder fortzugeben. Nach fünf Jahren das Endurteil Ein Verkehrsunglück, das vier Tote forderte Duisburg. Vor fünf Jahren ereignete sich auf der Oberbürgermeister=Lehr=Brücke zwischen Duisburg und Ruhrort ein furchtbares Verlehrsunglück. Infolge Ausbesserungsarbeiten war damals an der Duisburger Seite die über den Hasenkanal führende Brückentlappe hochgczogen. In den frühen Morgenstunden kam ein mit vier Personen besetzter Kraftwagen gefahren. Das Fahrzeug stürzte in den Brückenschlund und sämtliche Insassen ertranten. In dem Schadenersatzprozeß, den die Hinterbliebenen gegen die Duisburg=Ruhrorter Häfen AG. anstrengten. wurde die Gesellschaft zunächst zum vollen Schadenersatz verurteilt. Nach zweimaliger Verhandlung vor dem Reichsgericht wurde vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf und vor dem Reichsgericht jetzt das Endurteil gefällt, wonach die Häsen=AG. nur zu zwei Drittel schadenersatzpflichtig ist. In der Urteilsbegründung wird ausgeführt, daß die Beklagte in Anbetracht der großen Gefahr verstärkte Sicherheitsmaßnahmen hätte treffen müssen; anderseits liege aber auch ein gewisses Mitverschulden der Verunglückten vor. die eine Bierreise hinter sich hatten. Todesopfer einer Wette Duisburg. Das Opfer einer Wette wurde ein 32jähriger Kraftfahrer aus Hamborn. Er hatte mit einem 35jährigen Anstreicher wegen einer Wette um vier Glas Bier einen Ringkampf ausgetragen. Hierbei kam der Kraftfahrer so unglücklich zu Fall. daß er eine Gehirnerschütterung davontrug, an deren Folgen er im Krankenhause starb. Aus dem Sauerland Wieder junge Burschen als Brandstifter Witten. Auf dem Felde des Bauern Schroer in Heven brannte ein Strohschober mit 400 Zentnern Roggen= und Weizenstroh nieder. Da man kurz nach Ausbruch des Brandes vier junge Burschen im Alter von 15 bis 17 Jahren in Richtung Lottental davonlaufen sah. ist wohl nicht daran zu zweiseln, daß diese den Brand böswillig angelegt haben. Die Polizei fahndet eifrig nach ihnen. Bulle durch eine Brücke gestürzt Hagen. Auf dem Städtischen Schlachthose schien ein schwerer Bulle— wie das ja wohl häufiger vorkommt— zu ahnen, was ihm bevorstand, und rannte aus den Bahnkörver. Auf der Eisenbahnüberführung in der Nähe des Straßenbahndevots geriet er zwischen die Brückenträger und stürzte durch den Spalt hinunter auf die Wehringhauser Straße, glücklicherweise ohne auf der hier sonst recht lebhaften Straße jemanden zu verletzen oder gar mit seinem Gewicht zu erschlagen. Das Tier scheint aber auch durch den Sturz nicht wesentlich verletzt worden zu sein: denn es tobte zunächst noch eine ganze zeitlang weiter. bis man vom Schlachthof herbeikam, das Tier auf einen Wagen komnlimentierte und es dann— doch zum Schlachthof brachte. Aus dem Weser- und Emsland Der Wert von KdF. ist zu hoch... Ein bemerkenswertes Gerichtsurteil Bielefeld. In einer Verhandlung gegen einen ungetreuen Kassenwalter der NS.=Gemeinschaft „Kraft durch Freude" fällte jetzt die Bielefelder große Strafkammer ein Urteil, dessen Begründung von allgemein interessierender und grundsätzliche: Bedeutung ist. Der ehemalige Kassenwalter des Kreises Bielefeld der NS.=Gemeinschaft Kraft durch Freude". Ernst Jessen, hatte das ihm geschenkte Vertrauen mißbraucht und— wie die Revision ergab— insgesamt 1161 Mark veruntreut, teils durch Falschbuchungen, teils durch frisierte Abrechnungen. Während der Staatsanwalt gegen ihn wegen erschwerter Untreue eine Zuchthausstraje von einem Jahr und 6 Monaten beantragte, da der Angeklagte durch seinen schnöden Treuebruch die Aufbauarbeit von Partei und Staat gestört und dem Ansehen der Bewegung geschadet habe, erklärte das Gericht die Voraussetzungen der schweren Untreue nicht für gegeben und erkannte wegen einfacher Untreue in Tateinheit mit Unterschlagung auf 1 Jahr und 6 Monate Gefängnis. Für den objektiven Beschauer ist, so sagt die Bielefelder Strafkammer in ihrer Urteilsbegründung. der soziale Wert der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ derart bedeutend und unantastbar, also so hoch, daß er durch eine Tat wie die des Angeklagten nicht verkleinert werden kann. Deshalb konnte durch die Tat des Angeklagten der Bewegung auch kein ideeller Schaden zugefügt werden. So sehr wir auch der Begründung beipflichten. daß unwürdiger Menschen verbrecherische Tat die gigantischen Leistungen von„Kraft durch Freude" nicht schmälern und das herzlich=dankbare Verhältnis des schaffenden Deutschen zu dieser Gemeinschaft nicht stören kann— es berührt doch eigenartig, daß gerade Schädlingen an dieser Gemeinschaft ihr hoher sittlicher und sozialer Wert und der Ruhm und das Ansehen ihres Namens zugute kommen soll. Der lippische Erziehertag 1936 Detmold. In Anwesenheit des Gauleiters und Reichsstatthalters Dr. Meyer sand im Livvischen Landestheater der diesjährige livvische Erziehertag statt, der unter den Leitgedanken„Der deutsche heldische Mensch“ gestellt worden war. Nach dem stimmungsvollen Auftakt, den die Wiedergabe von Beethovens Streichquartett in Es=Dur Ov. 1 und der Vortrag von mahnenden Worten Christian Dietrich Grabbes bot. sprach Oberschulrat Wollenhaupt. Er wies darauf hin, daß die livnischen Erzieher sich ihrer Pflicht gegenüber Volk und Staat bewußt seien: denn 30 Prozent aller lipvischen Erzieher seien Parteigenossen. 50 Prozent SA.= Kameraden und geschlossen zu 100 Prozent ständen die Erzieher des Livverlandes in der NS.=Volkswohlfahrt und im Reichsluftschutzbund. Die Bedeutung des diesjährigen livvischen Erziehertages, so fuhr er fort, ergibt sich aus den drei kulturellen Höhepunkten, die das Jahr 1936 dank der Pionierarbeit des Gauleiters und Reichsstatthalters Dr. Meyer dem Lande Lipve brachte: Die Richard= Wagner=Festwoche. die Grabbe=Festwoche. die Einweihung der Reichspflegestätte für Germanenkunde. Diese Linie ist einheitlich, denn das Schaffen von Richard Wagner. Grabbe und Proj. Teudt verbinden die gleiche Idee: die Wiedererweckung des beldischen deutschen Menschen. Deshalb ist der livvische Erziehertag 1936 unter diesen gleichen Leitgedanken gestellt worden. Im Verlauf der Tagung sprach Hans Vertram (Hamburg) über„Germanische Weltschau in Richard Wagners Ringdichtung" und Otto Daube(Detmold) über„Weltbild und Weltanschauung in Wagner= Ringmusik". Sie zeichneten vor allem die Verbindungen auf. die zwischen Richard Wagner und dem deutschen Erzieher von heute bestehen. Die wenig bekannte aber überaus gefühlsklare und inhaltsreiche=Moll=Sinsonie von Norbert Burgmüller fand anschließend eine überaus reisvolle Wiedergabe durch das Livvische Landestheater unter Hans Vogt. Bürgermeister Engelhardt gestorben Enger. Amtsbürgermeister Frido Engelhardt. der 32 Jahre hindurch die Geschicke des Amtes und der Stadt Enger mit großem Geschick geleitet hat. ist hier in der Nacht zum Sonntag im 66. Lebensjahre gestorben, nachdem er am 1. Oktober d. Is. wegen Erreichung der Altersgrenze in den Ruhestand getreten war. In der ganzen Provinz bekannt geworden ist Bürgermeister Engelhardt durch seine Tätigkeit im Vorstande des Westfälischen Landgemeindetages. Seine verwaltungsmäßige Arbeit aber hat er gekrönt durch die Erforschung der Geschichte der Wittekindstadt und die Erhaltung der alten Traditionen. In der hilfsbereitschaft zu Tode gekommen Lübbecke. In der Nachbargemeinde Haldem wurde der 24jährige Sohn des Heuerlings Köhne. der gelegentlich unter evilentischen Anfällen zu leiden hat. nachts gerufen, um beim Kalben einer Kuh behilflich zu sein. Der junge Mann kam jedoch nicht an, und am anderen Morgen fand mein seine Leiche auf dem Wege. Er hatte einen Anfall bekommen, war auf das Gesicht gefallen und erstickt. Vol Rehent, Mosel und Saal Mutter und Sohn gemeinsam beerdigt Bochum. Der 50jährige Bergmann Anton Vengust wohnte gemeinsam mit seiner 75jährigen, kränklichen Mutter zusammen. Auf dem Wege zur Morgenschicht erlag der Sohn plötzlich einem Herzschlage. Da die Frau jetzt ganz ohne Hilfe war. mußte man sie ins Krankenhaus bringen und teilte ihr dabei schonend den plötzlichen Tod ihres Sohnes mit. Den Schmerz hat die alte Frau nur noch wenige Stunden getragen, und am Montag wurden Mutter und Sohn. die im Leben so treu zusammengehalten haben, gemeinsam beerdigt. Ein ganz ungewöhnlicher Fall von Hundetreue Neheim=Hüsten. Auf einem Försterhose unweit der Ruhr hat ein Förster schon acht Jahre eine Deutsch=Kurzhaar=Hündin„Adda“, die sich stets durch besondere Treue ausgezeichnet hat. Allerdings wird jetzt ihr ebenso brauchbarer Sohn„Harry" mei. stens mit ins Revier genommen, und weil für zwei Hunde nicht genügend Arbeit da ist, entschloß sich der Förster schweren Herzens, die„Adda“ zu verkaufen Eine Hundertjährige Mülheim(Ruhr). Die aus Kettwig stammende und seit ihrer Verheiratung im Jahre 1861 in Mülheim wohnende Frau Wilhelmine Wülfing. geb. Esser, wurde am Montag 100 Jahre alt. Frau Wülfing ist seit 1921 Witwe; ihr Mann starb 88jährig, einen Tag vor der diamantenen Hochzeit. Ihre beiden Töchter sind im 33. und 64. Lebensjahr gestorben. Dagegen lebt in Velbert noch ihr Bruder. der 90 Jahre alt ist. Die Jubilarin ist geistig noch sehr rege. wenn auch Augen und Gehör nachgelassen haben. Eine Straße wird abends zugeschlossen Köln. Eine der am wenigsten beachteten Seltsamkeiten der Kölner Altstadt ist die Straße„Im alten Cavitol", die allabendlich abgeschlossen wird und die dann nur mit einem Schlüssel bewaffnet betreten werden kann. Nicht etwa, weil sie besonders wertvolle Kostbarkeiten birgt. ist diese Vorsichtsmaßnahme gegeben. Es ist ein seltsames Ding. das da mitten zwischen den Häusern der Casinostraße liegt. Es sieht aus wie ein Kirchenvortal und ist doch nur ein Straßeneingang, allerdings zu einer Straße, wie man sie nicht so leicht wieder finden könnte. Allabendlich gegen 8 Uhr wird sie durch eine große Tür zugesperrt, zieht sie sich gleichsam zur Ruhe zurück. Die Leute aber, die an dieser Straße wohnen. haben alle einen Schlüssel, der ihnen die Macht über Tor und Straße gibt. Genau so seltsam wie ihr Eingang ist ihr Aussehen. Einst war sie ein Kreuzgang, der zur Kirche St. Maria im Cavitol gehörte, jetzt ist sie das Heim biederer Bürger, Handwerker wohnen an ihr, Drucker. Schneider und gewerbefleißige Privatleute. Jedes Haus hat eine richtige Nummer wie überall in der Stadt. auch im Adreßbuch ist jedes verzeichnet. Altmodische Klingelzüge hängen vor den Eingängen, dazwischen Gedenkplatten, die in die Wände eingelassen sind. und an ihrem Ende brennen vor einer großen Kreuzigungsgruppe die Kerzen. Es ist nicht nur die seltsamste, auch die ruhigste und dunkelste Straße. Wenn man sie betritt, glaubt man sich um Jahrhunderte zurückversetzt. Kein Lärm stört die Stille. aber auch kein Sonnenstrahl fällt auf sie herab. Nur weniges gedämpftes Licht dringt durch die Arkaden. die die eine Seite der Straße begrenzen. Von ihnen blickt man auf ein kleines offenes Viereck, das mit Gras bewachsen ist und mit uralten Bäumen. Doch wehe, wenn man als Fremdling zu lange in dieser Straße verweilt. Pünktlich um 8 Uhr wird diese Straße durch ein mächtiges Tor abgesperrt von der Außenwelt, zu der sie nur den ortsvolizeilichen Bestimmungen nach gehört. Denn diese abgeschlossene Straße ist nicht unsere Zeit, ist ein Ueberbleibsel und eine schöne Rückerinnerung an vergangene Jahrhunderte. Stille Abgeschiedenheit und die Frömmiskeit der ältesten Kölner Kirche ist noch in ihr, eine Oase des Friedens und der behutsam abgespertten Geborgenheit ist diese Straße, die es verdient, allabendlich zur Ruhc gebracht zu werden durch einen Schlüssel und ein großes Tor. Ausstellung„Kampf um.5 Milliarden“ Köln. Die Ausstellung„Kampf um 1½ Milliarden“ ist wegen ihrer großen Erfolge um eine Woche verlängert worden. Um allen Bevölkerungsschichten den Besuch der Ausstellung zu ermöglichen, ist der Eintrittsvreis für Einzelbesucher auf 50 Pig. und für Gruppen ab 10 Personen auf 30 Pfg. ermäßigr worden. Eine Flaschenpost über das Meer Solingen. Ein Solinger Volksgenosse. der im Mai 1935 von dem Besuche seines Sohnes in den Vereinigten Staaten wieder in die Heimat zurückkehrte. vertraute auf der Rückfahrt mit der„Europa“ auf halbem Wege dem Atlantik eine Flaschenvost an. Auf einem Zettel war groß und deutlich der Name des Absenders verzeichnet, auf der Rückseite die verheißungsvolle Mitteilung an den Finder, daß ihm im Falle der Rücksendung ein Solinger Taschen= messer zuteil werden würde. Nach Jahr und Tag ist die Flaschenpost an der Südseite der Insel Natucket in Massachusetts gesunden worden. Der Finder ist ein Hummernfischer, der lange nicht in der Lage war. den Inhalt der Mitteilungen übersetzt zu bekommen. Jetzt ist von deutsch=amerikanischer Seite aus Neuyork die Flaschenpost beantwortet worden. Der Finder. Arthur MacCleave, hat den Wunsch ausgesprochen, daß ihm an Stelle eines gewöhnlichen Taschenmessers ein einklingiges Fischer= oder Matrosenmesser zugesandt werden möchte, das er in seinem Beruf besser verwenden könnte als ein anderes Messer. Dem Wunsche wird selbstverständlich willfahrt. So hat eine Flaschenpost den Namen der deutschen Klingenstadt über das Meer getragen. Von der Straßenbahn überfahren und getötet Krefeld. Beim Ueberschreiten des linken Fahrdammes auf dem Ostwall. Ecke Südwall. geriet ein älterer Mann so unglücklich unter die Straßenbahn der Linie 8. daß er erst nach längerem Bemühen der herbeigerufenen Feuerwehr unter dem Vorderwagen hervorgezogen werden konnte. Für längere Zeit war der Verkehr auf der Straße gesperrt. Der Unglückliche ist seinen Verletzungen erlegen. Die Ursache des Unfalls muß noch geklärt werden. Die Kuh mit dem Mordsrausch Bacharach. In dem Nachbarort Manubach ereignete sich ein vielbelachter Zwischenfall. Als ein Winzer den zum Umfüllen in einer Bütte bereitgehaltenen Wein einige Augenblicke ohne Aussicht ließ. verspürte die Kuh des Winzers eine unbezähmbare Sehnsucht nach dem köstlichen Tropfen. Sie riß sich von der Kette los und stieg in den offenstehenden Keller, wo sie sich in hastigen Zügen über den Wein hermachte. Die Folge war, daß die Kuh bald in einen weinseligen Zustand geriet, den man allgemein mit„beschwivst“ zu bezeichnen vilegt. Hilfsbereite Nachbarn zogen mit vereinten Kräften die Kuh aus dem Keller und schafften sie in ihren Stall. wo sie ihren Mordsrausch ausschiafen konnte. Aus dem Münsterland Zweigeschossiger Parkplatz mit Steingarten Münster. Vor allem für die Fremden, die mit ihren Wagen in der Altstadt Münster zu tun haben. war es bisher ein nicht zu befriedigendes Bedürfnis. den Wagen gesichert unterzubringen. Nach Ueberwindung von allerhand Schwierigkeiten ist das jetzt in etwa möglich gemacht durch die Anlage eines großen Parkvlatzes mit 60 Boren auf dem Gelände des Karstadtkonzerns zwischen Salz= und Clemensstraße mit Zufahrt von beiden Seiten. Die alte Baugrube, die so lange und so oft mit Recht geschmäht wurde, ist jetzt architektonisch außerordentlich geschickt in einen zweigeschossigen Parkvlatz umgestaltet und mit einer großen Tankstelle versehen worden. Alles ist sein säuberlich ausgevutzt. sogar die Rückseiten der Nachbarhäuser, und an der Westseite ist dem unteren Parkgelände von der Salzstraße her sogar noch ein Steingarten eingegliedert worden. Zwei Jungen am Mühlenaufzug verunglückt Borken. In dem benachbarten Burlo waren zwei Jungen von 16 und 7 Jahren zur Mühle gesandt worden. um Mehl zu holen. Nach Jungenart machten sie sich dort an dem Aufzug zu schaffen. Plötzlich setzte sich dieser in Bewegung und riß den Siebenjährigen in die Höhe. Dieser konnte sich schließlich nicht mehr halten und ließ sich los. Der ältere wollte den Jungen auffangen, milderte zwar den Fall. konnte aber doch nicht verhindern, daß der jüngere einen schweren Schädelbruch erlitt und er selbst sich einen Beinbruch zuzog. Man mußte die beiden ins hiesige Krankenhaus bringen. Umsangreiche Arbeiten zur Regulierung der Ems Rheine. Hier sind bereits große Arbeiten vergeben worden zur Regulierung des Emslaufes bei Saerbeck und der Großen Aa im Kreise Lingen. Insgesamt handelt es sich um die Neuherrichtung von 6 Klm. Flußlaus. wobei etwa 300000 cbm. Boden bewegt und sonstige Nebenarbeiten erledigt werden müssen. Die gesamten Baukosten stellen sich nach dem Kostenanschlage auf 420000 RM., wovon allein auf die Arbeitslöhne 350 000 RM. entjallen. Beachte! und benutt die in den Stralten und Anlagen aufgestellten Papierkörbe E Citt Anoet ol., Roman von Heinz Lorenz-Lambrecht Er hat Marguerite ohne große Liebe geheiratet, deren er so wenig fähig war wie irgendeines anderen wirklich tieferen Gefühls. Das gefeierte Heldenmädchen zur Frau zu haben, schmeichelte seiner Einbildung, es gab ihm Relief. Außerdem mochte er selbst schon fühlen, daß es mit seiner schauspielerischen Tüchtigkeit nicht weit her war, und Marguerite stellte ein gutes geschäftliches Objekt dar, mit dem er Geld verdienen konnte: Er unternahm mit ihr eine Turnee durch die Provinz, wo das Heldenmädchen immer noch zog, als man in Paris schon nicht mehr von ihm sprach. Aber als die Provinz abgegrast war, begann das Elend. Zuerst kam Nicolette zur Welt, und das verdiente Geld ging drauf, zumal Henry Parney auch zu bequem war, ein Engagement anzunehmen. Nach dem Kriege gab es dann Schauspieler im Überfluß, und die gute Figur und das Pathos der alten Schule genügten nicht mehr den Ansprüchen des modern gewordenen Publikums. Als er jetzt mit dem Fremden in die Wohnstube trat, ging er sogleich auf seine Frau zu, küßte ihr die Hand und sagte mit schöner Stimme: „Nun, wie fühlst du dich heute, mein Lieb?“ Er hing immer den Kavalier heraus und den rücksichtsvollen Gatten, wenn Fremde dabei waren. In diesem Augenblick kehrte Nicolette aus dem Schlafzimmer zurück. Auch ihr gibt Francois Parney die Hand:„Sei aufs herzlichste beglückwünscht, meine liebe Nicolette, zu deinem siebzehnten Geburtstag.“ Als Nieolette am Morgen fortging, schlief er noch. Nicolette, wie immer, wenn er ihr die Hand gibt, verspürt einen gelinden Ekel, der ihr angeborenes Bedürfnis nach Sauberkeit und Schönheit auslöst. Herrn Parneys gedunsene Hände fühlen sich kalt und klebrig an.— Heimlich reibt sie die Hand an ihrem Rock. Er stellt mit schwungvoller Geste den Fremden vor:„Das ist Herr Bonherbe, Samy Bonherbe, Inhaber des Künstlerkabaretts Cave'Or.“ Samy Bonherbe macht einen ungleich besseren Eindruck als Herr Parney. Er trägt einen tadellos auf Taille gearbeiteten schwarzen Paletot mit zwei Knöpfen hinten, einem Samtkragen und einem Taschentuch in einer äußeren Brusttasche, gestreifte Beinkleider. Lackschuhe mit hellen Galoschen darüber und blaßgelbe Handschuhe mit dick aufgesetzten schwarzen Raupen. Eine Hornbrille verleiht seinem Gesicht Ansehnlichkeit, das dichte schwarze Haar ist in der Mitte gescheitelt. Er riecht nach Pomade und Parfüm. Trotz dieses im ganzen nicht üblen Ansehens flößt er Nicolette, kein gefühlsmäßig, Mißtrauen ein. Der ganze Mann ist zu sehr aufgemacht, um im Innern echt sein zu können.— Auch er küßt Frau Parney den Handrücken, wobei er sagt: „Ich freue mich, meine liebe Frau Parney, Sie kennenzulernen.“ Auch gratuliert er Nicolette, wobei er lächelnd seine Zähne zeigt, die allzu regelmäßig und weiß sind, als daß man ihrer Echtheit vertraute. Die beiden Männer haben zwei in Seidenpapier gewickelte Flaschen und ein Paket mitgebracht. Darauf deutend erklärt jetzt Francoys Parney die Anwesenheit Samy Bonherbes: „Mein guter Freund Bonherbe hat mir, als ich ihm vom Geburtstag unseres Töchterchens erzählte, diese Sachen mitgegeben, damit wir diesen Tag würdig feiern könnten. Ich nahm sie nur unter der Bedingung, daß er selbst mitkam und mit uns feierte...“ „Nur für ein Stündchen, meine liebe Frau Parney“, schiebt Samy Bonherbe geschmeidig lächelnd ein.„Später muß ich mich in meinem Betrieb sehen lassen.“ „Und für dich, meine liebe Ricolette, hat Herr Bonherbe noch eine besonders schöne Ueberraschung.“ Dabei reißt Herr Parney die Augen auf, soweit es gehen will, um seinen Worten verlockende Bedeutung zu geben, läßt im übrigen aber noch die Ueberraschung in Schweigen gehüllt. Nicolette sagt nichts. Marguerite Parney verspürt ein kleines Angstgefühl. Sie ist ja eine fein empfindende und nicht dumme Frau, die zu kombinieren versteht: Kabarett— Ueberraschung — Nicolette— Geldsucht ihres Mannes, das miteinander multipliziert, flößt ihr Besorgnis ein. Samy Bonherbe legt seinen Paletot ab und setzt sich händereibend auf das Sofa neben Marguerite; auf diesen Ehrenplatz nötigt ihn Francoys Parney mit sanfter Gewalt. Er beginnt gleich gewandt und mit selbstgefälliger Stimme zu plaudern:„Sie sind leidend, meine verehrte Frau Parney? Lunge und Herz, wie ihr Mann sagte?— Wie sehr ich das bedaure! Ach ja, diese schrecklichen Zeiten! Früher, da war doch vieles besser, da war alles besser. Ah, was haben Sie da für eine Rolle gespielt. Sie tapfere kleine Frau! Ganz Paris, ganz Frankreich jubelte Ihnen da zu!“ Marguerite Parney steigt Uebelkeit die Kehle herauf. Francoys Parney tätschelte liebevoll Nicolettes Schulter und bittet sie, ein kleines Abendbrot zu bereiten. Und Herrn Bonherbes Zähne lächeln sie an: „In dem Paketchen finden Sie alles, was Sie dazu brauchen, Fräulein Nicolette: Aufstrich, Sardinen, Cornichons, ein bißchen Gänseleber, ein bißchen Caviar— von allem ein bißchen.“ Nicolette ist herzlich froh, daß sie für eine Weile in der kleinen Küche verschwinden kann. In ihrem Kopf sieht es ganz wirr aus. Zuerst diese wundersame Geschichte, die ihr die Mutter erzählte, und nun kommt da dieser wildfremde, geleckte, parfümierte Mensch an— eigentlich zwei wildfremde Menschen kommen an, bringen Wein und Delikatessen und sprechen von einer Ueberraschung für sie. Sie weiß nicht, was sie denken soll. Aber ganz tief in ihr ruht das köstliche Geheimnis ihrer Herkunft, und das strahlt ein so großes und starkes Gefühl aus, daß alles andere davon zurückgeschlagen wird. * Nun sitzen sie alle um dem runden Tisch, auf dem die Glühlichtlampe mit grünlich weißem Licht die leckeren Bissen bescheint, die aus Nicolettes geschickten Händen hervorgegangen sind. Der Inhalt der zwei Flaschen, Sekt und Burgunder, wird auf Herrn Bonherbes fachmännischen Rat gemischt getrunken. Frau Parney sträubt sich gegen den Alkohol und mahnt auch Nicolette, sich zurückzi Aber Herr Bonherbe lacht:„Ich bitte Sie, meine liebe Frau Parney, ein Gläschen Alkohol tut Ihnen nur gut! Das regt Sie an und bringt das Blut in angenehme Wallung. Und unser niedliches Geburtstagskind— na, das darf sich doch heute ausnahmsweise auch mal ein kleines Schwipschen erlauben, was?“ Er zwinkerte Nicolette kameradschaftlich zu.„Auf Ihr Wohl, Fräulein Nicolette.“ Mit Pathos=fällt Francoys Parney ein:„Jawohl, man wird nicht alle Tage siebzehn. Und Nicolette trinkt heute zum erstenmal Sekt, wahrhaftig zum erstenmall Herrjeh, wenn sie nur wollte, so kör, je sie ihn jeden Abend haben. So ein Mädel wie du! Was, Herr Bonherbe, ist sie nicht allerliebst, unsere Kleine?“ „Das ist sie bei Gott!“ fällt Herr Bonherbe wie auf ein Stichwort ein.„Heute ist sie allerliebst, aber in einem Jahr könnte sie eine Schönheit, sie könnte eine Berühmtheit sein, wenn sie nur wollte— jeder ist seines Glückes Schmied, jeder hat sein Glück in der Hand, auch heute noch, jawohl.“ Und unversehens beginnt er von seinem Kabarett zu erzählen, als ob das in Zusammenhang mit Nicolettes Zukunft stehe, von seinem Kabarett Cave’Or, in dem mehr als ein Stern für Film und Theater entdeckt worden sei. Und er wendet sich direkt an Nicolette:„Ihr Vater hat mir erzählt, daß Sie Talent haben..“ „Jawohl, das hat sie, hat sie von mir“, wirft Herr Parney breit ein. „... und daß Sie zu einem— Zahnarzt gehen! Ja, ich bitte Sie, was wollen Sie denn mit Ihrem Talent bei einem Zahnarzt, meine Kleine? Scheußlich! Scheußlich!— Tanzen müssen Sie! Bei mir müßten Sie es lernen. Ich würde Sie zuerst meinen Girls einreihen, Sie bekämen unentgeltlich, aus Freundschaft für Ihren Vater, Unterricht. Und später— nun, man wird sehen. Es hängt von Ihrem Talent ab.“ „Das hat sie, Herr Bonherbe, das hat sie von mir, das Talent“, prahlt wieder Francoys Parney.„Sie sollten sie mal sehen, wenn sie so aus dem Stegreif herausmimt. Sie ist drollig, was, Marquerite? Wir lachen manchmal Tränen.“ Und zu Nicolette auffordernd:„Los, Nicolette, sing doch mal das Lied: Si tu veux faire ton bonheur. Sie singt es wie ein angetrunkener Poilu, Herr Bonherbe, zum Brüllen komisch sag ich Ihnen!“ Es ist wahr, Nicolette hatte eine seltsame Ader, Menschen zu kopieren. Ihre Augen erfassen blitzschnell die Eigenart eines Menschen, sein Gehabe, seinen Ton, sein Mienenspiel, und wenn sie Talent zum Zeichnen gehabt hätte, sie wäre ein vortrefflicher Karikaturist geworden. Aber jetzt sitzt sie da wie ein Stock und weiß kaum, was in sie hingeredet wird. Herrn Bonherbes Augen glimmen:„Sie ist mehr als hübsch, sie ist pikant. Man hat genug an den glatten Schönheiten des Films, pikante Gesichter sind heute gefragt. Er betrachtet Nicolette eine Sekunde abwägend und sagt dann entschieden:„Ja, Sie haben das Zeug zu einer ganz großen Frau.“ „Ob sie das hat! Sie könnte alles erreichen, wenn sie nur wollte...!“ „Ich würde Sie lancieren, ich würde Ihr Manager sein...!“ „Du würdest berühmt, wie es deine Mutter, wie es dein Vater einmal war...!“ „Ich würde eine Reklame loslassen, die sich gewaschen hat. Ich würde Sie als die Tochter der Heldenjungfrau von Loos starten. Sie müßten Verse sprechen und Chansons singen. Sie müßten tanzen...“ Herr Bonherbe reibt sich die auf dem Rücken behaarten Hände. Wieder betrachtet er mit glimmenden Augen Nicolette. Schmatzt, schwemmt mit einem Schluck Türkenblut ein genüßliches Gefühl hinunter und fordert plötzlich auf:„Stellen Sie sich mal auf! Stellen Sie sich mal dahin! Lassen Sie sich mal richtig anschauen!" Ueber Nicolette ist der Wortschwall der beiden Komplizen wie eine zu heiße Dusche hingeprasselt. Hier werden ihr Aussichten eröffnet! Eine Laufbahn voll Glanz und Ruhm! Schöne Kleider— ihr Name auf allen Litfaßsäulen, in allen Zeitungen: Nicolette, die schöne Tochter der Heldenjungfrau von Loos!— umschwärmt von Paris — Reisen— eigenes Auto— große Turneen durch Frankreich, durch Italien, durch Deutschland...! Durch Deutschland! Da ist ein starker Widerhall!— Ah, wenn es ihr von anderer Seite und anders vorgetragen worden wäre, hätte sie sich vielleicht dafür begeistern können, denn sie ist jung, sie ist hübsch, sie ist nicht unempfindlich für ein Leben, wie sie es in ihrer Armut nur erträumen kann. Herr Bonherbe hat sich bei seinen letzten Worten schon erhoben und zwingt mit sanfter Gewalt auch Nicolette, aufzustehen und in die Mitte des Zimmers zu treten. Herr Bonherbe geht um sie herum wie ein Pferdehändler um ein Fohlen, das er kaufen will. Er stößt kleine entzückte Rufe aus:„Großartig gewachsen...!— Ein bißchen dünn noch..., aber das macht sich, das wird sich schon machen, wird sich schon ausfüllen.— Gesicht ist die Hauptsache. Gesicht und Beine, darauf kommt's an...!— Zeigen Sie mir doch mal Ihre Beine, Kleine!“ Das Mädchen, das ebenso bleich wurde, wie es errötete, stürzt zur Mutter hin, schmiegt sich an sie und bricht in Schluchzen aus. In diesem Weinen löst sich die ganze während der letzten Stunden gesammelte Erregung. Die beiden Männer sind ein wenig betreten. „Nanana“, brummt Herr Parney begütigend. Er nickt mit schrägem geducktem Blick seinem Freund zu. Herr Bonherbe läßt sich auf Nicolettes Stuhl fallen, hebt bedauernd die Achseln, beginnt indes nach einer Weile schon wieder zu reden als ob nichts vorgefallen wäre. Nun aber fällt Frau Parney ein. Sie hat bis jetzt geschwiegen, aber in ihr wuchs eine heftige, fast erbitterte Erregung an. Sie hält den Arm um das schluchzende Mädchen, ihre Stimme ist ganz ruhig und in ihrer Ruhe eindrucksvoll und bestimmt:„Einen Augenblick, Herr Bonherbe“, unterbricht sie, und als er sie schweigend ansieht, fragt sie:„Sie wollen also Nicolette in Ihrem Kabarett auftreten lassen?“ „Nun, zunächst soll sie einmal bei mir etwas lernen.“ „Ganz richtig. Es mag sein, daß Nicolette Talent hat, ich kann es nicht beurteilen. Aber das kann ich beurteilen, daß Nicolette ihrer ganzen Veranlagung nach in einem Lokal, wie Sie es haben, zugrunde gehen würde. Solange ich lebe, wird Nicolette nicht in Ihrem noch in einem andern derartigen Unternehmen auftreten— solange ich lebe, nicht.“ Eine so große Entschiedenheit liegt in den wenigen Sätzen, daß sich die beiden Männer verdutzt und zunächst sprachlos ansehen. Dann aber hält es Herr Parney für angebracht, sich zu seiner ganzen verfetteten Größe zu erheben und das Wort zu ergreifen:„Da habe ich doch wohl auch noch einen Ton mitzureden, nicht wahr?" beginnt er kühl, um sich rasch in eine künstliche Hitze hineinzureden.„Was soll denn das überhaupt hier heißen? Da kommt man mit dem besten Gedanken von der Welt an. Da bringt man in der besten Absicht von der Welt einen guten, einen lieben, einen einflußreichen Freund mit. Dieser Freund selbst kommt in der allerbesten Absicht und eröffnet unsrem Kinde Aussichten, nach denen sich andre die Hacken ablaufen und alle Finger ablecken würden— und du, und ihr beide benehmt euch wie bornierte Hinterwäldler, wie einfältige Provinzler. Das ist ja... unerhört ist das! Wer ist denn hier Herr im Hause? Wer verdient denn hier das Geld?“ Zu spät verschluckt er die letzte rhetorische Frage an das Gerechtigkeitsgefühl, denn er weiß recht gut, daß der Lebensunterhalt fast ganz von dem Geringen bestritten wird, das Nicolette verdient, und von der kleinen Rente, die das„Heldenmädchen“ immer noch vom Staate bezieht. Um seine Entgleisung zu verdecken, hebt er seinen Stuhl auf und stößt ihn mit nicht allzu großer Heftigkeit— denn er ist eine feige Natur, die eines wuchtigen Ausbruches nicht fähig ist— auf den Boden:„Ich sage, Nicolette kann bei Herrn Bonherbe ihr Glück machen, und deshalb sind wir hier, um es zu besprechen., Herr Bonherbe klopft beruhigend, das Gesicht voll beleidigten Wohlwollens, Herrn Parneys Arm, und dieser setzt sich wieder in dem Bewußtsein, seine Autorität gerettet zu haben. Allmählich tritt, nach außenhin wenigstens, eine Beruhigung ein. Man versucht von anderem zu sprechen. Aber Marguerite Parney und Nicolette, eng nebeneinander, verharren in Schweigen. Es liegt eine Spannung zwischen den vier Menschen, die Herr Parney gern mit einem Donnerwetter gesprengt hätte, wenn er hierzu den Mut aufgebracht haben würde. Sie wird auf eine andre Weise beseitigt. Draußen klingelt es, und alle empfinden diese Unterbrechung als Erlösung. Nicolette springt auf:„Das ist Herr Cherubini!“ ruft sie lebhaft, indem sie schon in den Flur stürzt, um zu öffnen. Urheber-Rechtsschuts: Drei QuellenVerlag. Königsbrück(Bez. Drosden) „Der hat uns gerade noch gefehlt“, drummt Herr Parney hinter ihr drein. Cherubini tritt ein. Wenn er blond gewesen wäre, hätte er seinem Namen mehr Ehre gemacht. Aber er war schwärzer als schwärz, blauschwarz und glatt war sein Haar wie das eines Indianers. Die hohe breitschultrige Gestalt strotzte von Muskelkraft, die seinem elastischen Gang nach spielerisch alle Glieder beleben mußte. Das dunkelhäutige, ein wenig brutale Gesicht, die unter dichten Brauenbüscheln liegenden dunklen Augen, die schmalrückige, scharf vorspringende Nase verleihen ihm etwas Dämonisches, das sich mit Verwegenheit und Unbändigkeit mischt. Aber die Freude, mit der ihm Nicolette entgegengestürzt ist, die Zutraulichkeit, mit der sie jetzt bei seinem Eintritt an seinem Arm hängt, lassen darauf schließen, daß ein guter Kern in der rauhen Schale sitzt. Cherubini ist ein guter Kerl, ein Ehrenmann, der, wenn es darauf ankam, das Herz auf dem rechten Fleck hatte. Er konnte gutmütig wie ein lenkbares Kind sein, und was kühn und verwegen an ihm aussah, hat sich im langjährigen Verlauf eines nicht ungefährlichen Berufes herausgebildet. Er ist nämlich Tierbändiger und arbeitet neuerlich mit fünf prachtvollen bengalischen Königstigern. Seine Freundschaft mit den Parneys ist alt. Sie geht zurück auf jene Revue, in der Francois Parney den pathetischen Prolog sprach. In derselben Revue war Cherubini verpflichtet, allabendlich bei der Schlußapotheose ein lebendiges, wohldressiertes Löwenpaar vor den zweiräderigen Triumphkarren der Siegesgöttin zu spannen und den muskelharten Körper, mit nichts als einem Lendenschurz aus Pantherfell bekleidet, über die Bühne zu führen. Damals hat Cherubini die Heldenjungfrau von Loos kennengelernt, und eine fast demütige Verehrung für das zarte, hübsche Mädchen, das solche Wundertaten vollbracht haben sollte, im Herzen verschlossen gehalten. Anschließend an die Revue hatte er eine Turnee durch Italien, seine Heimat absolvieren müssen, und als er dann nach Paris zurückkehrte, war Marguerite Frau Parney geworden. So blieb ihm nichts anderes übrig, als so eine Art zurückhaltender Hausfreund zu werden, der zwischen seinen vielen Reisen, die ihn in alle Erdteile führten, immer wieder in dem mehr und mehr bescheidenen, werdenden Heim der Parneys auftauchte. Während er Marguerite Parney einige Blumen gibt, Francoys Parney begrüßt und Samy Bonherbe vorgestellt wird, nestelt Nicolette neugierig das kleine Päckchen auf, das er ihr schon auf dem Gang übergeben hat. „Es ist nur eine Schachtel Konfekt, Nicolette", sagt er in so scheinheilig treuherzigem Ton, daß ihm keiner glauben kann. Und tatsächlich liegt in dem Karton, von Pralinen umgeben, ein zweites flaches Kästchen. Und das Kästchen enthält ein dünnes Goldkettchen mit einem Kranz aus Brillantsplittern. Nicolette stößt einen Ruf des Entzückens aus. Sie fliegt Cherubini an den Hals, um ihm einen Kuß auf die Wange zu drücken, was er sich mit einem verlegenen Brummen gefallen läßt. „Das ist ja ein kleines Vermögen wert!“ übertreibt Herr Parney großmäulig, indem er mit neidischen Augen das Schmuckstück betrachtet. „Na— ein Vermögen?“ brummt Cherubini. „Aber ich habe sonst niemand, dem ich etwas schenken kann. Und Nicolette ist ja jetzt schon eine kleine Dame.“ Cherubinis Anwesenheit gestaltet die Stimmung gemütlicher. Alle reden durcheinander, sogar Nicolette beteiligt sich an der Unterhaltung. Ihr Gesicht glüht, und ihre Augen glänzen, sie hat Herrn Bonherbes Angebot schon vergessen. Was ist das heute für ein großer Tag für siel Herr Bonherbe kann jetzt erst feststellen, wie reizvoll das Mädchen ist. Marguerite Parney spricht nicht, still in sich gekehrt steckt sie zwischen ihren Kissen. Schließlich kommt das Kabarett wieder auf das Kabarett'Or. Samy Bonherbe selbst bringt es darauf. Aber Cherubini unterbricht ihn bald: „Ja, ich kenne Ihre Goldhöhle auch. Ich war schon zwei= oder dreimal da. Das ist doch das Lokal mit dem Trick, daß die Mädels von Stunde zu Stunde weniger anhaben, bis sie so gegen Mitternacht ziemlich splitternackt lebende Bilder stellen mit rotem Licht und so?“ Francos Parney zieht eine krause Nase und den Kopf in die Schultern. Samy Bonherbe versucht die harmlos gesprochenen Worte zu überräuspern, wobei er nach Frau Parney schielt. Die Bemerkung ist ihm sehr peinlich. Marguerite Parney hat den Kopf gehoben. Von Herrn Bonherbe sieht sie auf Cherubini. Mit schwacher Stimme sagt sie:„Denken Sie, Herr Cherubini, Herr Bonherbe wollte, daß Nicolette in seinem Lokal auftritt...“ Sie will mehr sprechen, aber es fällt ihr schwer, sie hat mit dem Atem zu kämpfen, dabei klopft ihr Herz so unregelmäßig. (Fortsetzung folgt.) RSc Ein Klasseprogramm zur Eröffnung Auch Frank Hough geschlagen Fel Instin Ees Enzinsen und#...] Einige der für den Berliner Boxkampftag am Schäfer, Frr. Bulken, Fri. Puzinger und vie German Mittwoch in der Deutschlandhalle verpflichteten Das Mestdentsc, Saraei Engländer hatten in ihren letzten Kämpfen wenig Dus Westeuische Eisstadion in Düsseldorf feiert! Glück. Mahrohns Gegner, Curran, verlor in einer infolge der Ungunst der Witterung seine Eissport= Woche gleich zweimal und jetzt meldet der Draht Premiere etwas später, als vorgesehen war, doch auch eine Niederlage von Frank Hough, der gegen dafur umso glanzvoller. Sowohl der Eishockeykampf Adolf Heuser antreten wird. In einem Zwölfals auch die Kunstlaufdarbietungen bringen am 4. rundenkampf wurde Hough von seinem Landsmann und 5. November eine Besetzung, wie man sie sich Jack Hyams, mit dem er schon zum dritten Male in Deutschland zurzeit nicht besser denken kann. l im Ring stand, ausgepunktet. In erster Linie dürfte natürlich das erste Schaulaufen des Weltmeisters und Olympiasiegers Karl] Sunngvist und Gulich fahren DKW Schäfer fesseln, den wir erstmalig im Westen zu! Die beiden besten schwedischen Motorradfahrer, sehen bekommen. Nicht weniger anziehend werden die Sunngvist und Gulich, die ihre Husgvarna zu Tanze der hier schon bekannten großartigen schwedi= manchem internationalen Sieg steuerten, satteln Hulten sein undl jetzt um und starten künftig auf DKW. Nach der is der Geisien Hisceif“eisterin Emmy Puzinger Auflösung der Husgvarna=Fabrikmannschaft betrieInge KochsGünther Lorenz stellen sich weitere Pa; den Ragnar Sunnavist und seine„Stallameraden“ Trigann#n, weitele Ver= ihren Sport als Privatfahrer weiter, wobei sie treter der europäischen Spitzenrtane im Eiskunst= ebenfalls die schnelle schwedische Maschine fuhren. Für den Eishokenkampf konnte man ko. Nach seinem letzten Erfolg beim nationalen Solbessere Paarung finden als den Deutsche auste Sunngvist seine Husgvarna der German Canadians, die bekanntlich in Krefeld nad Dänemark und schaffte lich eine 50htrcem=Komihre Zelte aufgeschlagen haben, gegen die“:“ pressor=DKW. an die er zum ersten Male Mitte Samenscher“ Steraeerg, exben, die Eislauf= November beim Kasan=Rennen einsetzen wird. Mit gemeinschaft Dusseldorf. Die deutsch=kanadischen Spieler werden wie folgt antreten: Dounton(); Hoffinger(): Langfurt(); 1. St.: Schwinghammer(), Grau(), Schnarr(11); 2. St.: Scholz(), Prediger(), Klotz(). Ersatzmann ist Hook. Da den Dusseldorfern Keßler und Tobien zurzeit noch nicht zur Verfügung stehen, hat sich die Mannschaft durch Rudi Ball und den für den BSC spielenden Kanadier Molinaux verstärkt und tritt in folgender Aufstellung an: Rohde(): H. Orbanowski(9) Dawydow(): 1. St.: Molinaux(10). Ball(11), Bell(): Wiedemann(), Morin(). Esbeck(). Auswahlringen in Dortmund Zur Ermittlung der Gauvertretung führen die westfälischen Ringer am nächsten Sonntag in Dortmund in allen Gewichtsklassen Auswahlkämpfe durch. Die nächsten Gaukämpfe finden bekanntlich gegen den Gau Mittelrhein am 22. November und gegen den Gau Baden im Dezember statt. Außerdem soll eine zweite Mannschaft einige Kämpfe in Norddeutschland bestreiten. Das Auswahlringen bringt folgende Ringer an den Start: Bantam: Rößler(Hohenlimburg), Kuhnke (Heros Dortmund) und Scharfe 3(Hörde 04). Feder: Knothe(Hohenlimburg), Wendemuth (Kirchlinde), Nagel(Witten), Bischof(Heros Dortmund). Leicht: Weikart(Hörde), Reinhardt(Hohenlimburg), Martin(Suderwich). Welter: Bargel(Alemannia Dortmund), Wicke(Roland Dortmund), Schmitz(Gütersloh), Herbst(Brambauer). Mittel: Richter(Kirchlinde), Neuß(Witten), Scharfe 1(Hörde 04), Bastian(Hohenlimburg). Halbschwer: Hill(Hohenlimburg), Regelski (Alemannia Dortmund). der gleichen Maschine will Sunngvist auch in das nächste Rennjahr gehen und u. a. auch den Großen Motorradpreis von Saxtorp bestreiten. Dem Beispiel seines Markengefährten folgt auch Gulich, der eine 250=ccm=DKW. erhält. Großer Motorradpreis von Europa in der Schweiz Der Große Motorradpreis von Europa wird in jedem Jahr abwechselnd von einem der neun Länder durchgeführt, die der F3CM. angeschlossen sind. Zuletzt hat ihn die ONS. in Hohenstein=Ernstthal veranstaltet. Im kommenden Jahr findet er in der Schweiz statt. Verantwortlich zeichnet die UMS. (Schweizerischer Motorradfahrer=Verband). Sie hat auf ihrer Herbsttagung beschlossen, der FSCM. als Termin den./4. Juli vorzuschlagen. Als Rennstrecke ist der Berner Bremgartenwald vorgesehen, auf dem auch der Große Autopreis der Schweiz ausgetragen wird. Als weiteres internationales Rennen will die AMS. den Großen Preis von Genf(30. Mai) zur Genehmigung anmelden. Ein Dutzend Starter in der Westfalia Zum vorletzten Male läutet am Mittwoch auf der Bahn des Essen=Horster Rennvereins die Startglocke. Der zahlreiche Anhang wird sich wieder restlos einfinden und eine Turfkarte vorfinden, die fraglos über dem Niveau des Sonntags steht. In den vier Flach= und drei Hindernis=Prüfungen sitzen allein dreimal die Amateurreiter im Sattel. Der Höhepunkt des Tages verspricht die Westfalia, ein Ausgleich 2, Jagdrennen über 4000 Meter, zu werden. Zwölf Starter blieben stehen, darunter bewährte Steepler aus der Zentrale, die sich einmal mehr vor eine nicht leichte Aufgabe gestellt sehen. Horrido hat sich schon oftmals in schweren Rennen hervorgetan, ebenso wird Oceanus eine gute Rolle spielen. Aus dem westdeutschen Aufgebot verdienen Ventre a terre, Prevoyant, Agnus und Fahrewohl in erster Linie berücksichtigt zu werden. Aus dem Süden kommen Salam und Stora. Von dem Ex=Franzosen, der von Unterholzner geritten wird, erwartet man ein gutes Laufen. Als ausgesprochene Spezialisten für tiefen Boden müssen noch Feldscher und Athenerin in den Vordergrund gestellt werden. Wir erwarten auf Grund seines Düsseldorfer Erfolges wieder Fahrewohl vor Horrido und Salam in Front. Toto und Tip Enghien 1. Prix de Bayonne: 1. Estafette(Pelat), 2. Antéchrist, 3. Mamba. Sieg 18:10. Platz 13. 18:10.— 2. Prix de la Navarre: 1. Organeau(Rochet), 2. Blue Bell III. 3. Grizzly Bear. Sieg 27:10, Platz 12, 14, 15:10.— 3. Prix de Biarritz: 1. Borréca(Pelat), 2. Vérimige, 3. Gérard. Sieg 26:10, Platz 17. 35:10.— 4. Steeple Chase de Novembre: 1. Week End(Davaze), 2. Paradou II. 3. Toi et moi. Sieg 418:10, Platz 57, 32, 15:10.— 5. Prix des Bleus: 1. Sadiya(Verniere), 2. Malik Shah, 3. Rayon Bleu. Sieg 48:10, Platz 22, 42, 55:10.— 6. Prix du Jurancon: 1. Marsac(Cames), 2. Bois Chabot, 3. Santoria. Sieg 36:10, Platz 20. 23:10. Hande. und Industele Reichsbankausweis vom 31. Oktober 1330 Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 31. Oktober hat sich in der Ultimowoche die gesamte Anlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Wertpapieren um 553,9 Mill. RM. auf 5545,4 Mill. erhöht Im einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln und=schecks um 457,7 Mill. RM. auf 4887,6 RM., an Lombard= Tlengusis Dortmund), Peltzer(Huckarde), Welp Hay usen, uv, P,zsdhatzwpechseln 298 (Kirchlinde). Veißer(Huckarde), Wely.u. und an Reichsschahzuethetn um 934 Mill Mit Schonleben, Sperling, Schrader und Vogedes RM. auf 54,6 Mill. RM. zugenommen. Die Bevermißt man in dieser Aufstellung zwar einige stände an deckungsfähigen Wertpapieren stellten bekannte Namen, die aber alle aus irgendwelchen sich bei einer Abnahme um 65 000 RM. auf Gründen(Verletzung und Heeresdienst) verhindert 219,3 Mill. RM., diejenigen an sonstigen WertGroße Boxtage in München Bayern— Niederrhein der Amateure Nach dem Start der Oesterreicher wird nun am 4. Dezember wieder ein Großkampftag der Amateure Reichsbanknoten um 438,9 Mill. auf 4713,4 Mill. in München steigen. Für diesen Tag hat der Gau 16|RM., verjenige an Rentenbankscheinen um 10,0 (Bayern), die Gaustaffel des Niederrheins verpflich= Mill. auf 386,1 Mill RM. erhöht. Der Umlauf tet und als Hauptkampf Runge— Blätte in Aus= an Scheidemünzen nahm um 91,4 Mill. RM. auf Eige„Woche spätet,.tet in viummen einer 4 6019 Prpt.rkant., 97. ven Felschn ge ker. papieren bei einer Abnahme um 168000 RM. auf 304,6 Mill. RM. An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 448,9'll. RM. in den Verkehr abgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 438,9 Mill. auf 4713,4 Mill. vant an Rentenvantscheinen haben sich auf 22,8 Mill. RM., diejenigen an Scheidemünzen unter Berücksichtigung von 9,5 Mill. RM. neu ausgeprägter und 10,8 Mill RM. wieder eingezogener auf 18,3 Mill. RM. ermäßigt. Die fremden r boxen im Rahmen Ww.=Veranstaltung die Profis. Lazzek(Wien) wird auch im Ring erscheinen. Vorbildlicher Schul=Fußball in Dortmund In Dortmund trugen auch in diesen Herbstmona= ner auf 18,3 Mill. Rm. ermäßigt. ten die Volksschulen eine Fußballmeisterschaft aus, Gelder zeigen mit 688,8 Mill. RM. eine Zudie in nicht weniger als14 Bezirken durchgeführt nahme um 5,0 Mill. RM. Die Bestände an Gold wurde und rund 500 Spiele erforderte, ohne daß und deckungsfähigen Devisen haben um.5 Mill irgendwelche ernste Unfälle oder sonstige Zwischen= RM. auf 69,7 Mill. RM. zugenommen. Im einfälle eintraten. Dieses umfangreiche Spielpro= zelnen stellen sich die Goldbestände bei einer Zugramm konnte nicht zuletzt dadurch bewältigt wer= nahme um 0,7 Mill. RM. auf 64,5 Mill RM den, daß vom Fachamt Fußball Schiedsrichter in die Bestände an dackung=föhigon Deyisen bei zenügender Anzahl zur Verfügung gestellt wurden. einen##;“ nuigssahigen Sroten der In vier Gruppen treten jetzt die einzelnen Bezirks=““ Aonahme um 0,2 Mill. RM. auf 5,1 Mill. meister zu den Endkämpfen an, folgen also ganz Reichsmark. dem Beispiel der„Großen“.] Markte Frankfurt— München im Fußball! Berliner Metall=Notierungen Am 18. November(Bußtag) kommt in Frankfurt Berlin, 3. Nov.(Amtl.) Elektrolytkupfer(wireSitsse am Vornheimer Hang ein Fußball bars), prompt, eif Hamburg, Bremen oder RotterFrankfurt und München zum dam 59.25: Original=Hütten=Aluminium, 98—99%, Austrag. Der Reinertrag dieses Spieles wird dem in Walz= oder Drahtbarren.44: Reinnickel, 98—99 Winterhilfgmork zuggführt 1 Proz. 148; Antimon=Regulus 269; Gold=Freiverkehr 38,10—41.10 RM. mäß Anordnungen der W. V Weizenmehl. inl., Grundtype 790. für W XIX und W XX 28.20; deutscher Weizengrieß(Müblenvreis einschl. Frachtausgleich) 34.70; Roggenmehl. Grundtype 997 für R XVIII 23.15. R XV 22.95. R X1V 22,85. R XIII 22.75: Roggenschrot. inl Grundtove 1800. für R XVII 19.65 R XV 19.45. R XIV 19.35, R XIII 19.25: Weizenkleie. Grundvreis W X1X 12.15; Handelspreis 12.50; Weizen= Futtermehl W XIX. Handelsvreis 15.00: Roggenkleie R XVIII Grundvreis 10.80. Handelsvreis 11.15: Roggenvollkleie Handelsvreis 12.15: Wiesenheu lose.80—.30: Rotkleehen.20—5,60: Luzernkleehen.50—.00; Roggenstroh gepr., ab rhein. Station.40—.60 Weizenstroh gevr., ab rhein. Station.40—.60 Hafer= und Gerstenstroh gepr., ab rhein. Station .30—.40.— Das Angebot in Weizen und Roggen hat sich nicht verstärkt. In Hafer und Gerste für Futter und Industriezwecke war kein Absatz. Braugerste wurde zu Höchstvreisen gesucht, war aber nur wenig zu haben. Infolge der neuen Anordnung für den Mehlmarkt bewegte sich das Geschäft in engeren Grenzen. weil die Verbraucher für die Liefermonate November und Dezember größtenteils gedeckt waren. Mühlenabfälle waren ohne Angebot. Viehmärkte Altenessener Schweinemarkt Altenessen, 3. Nov. Auftrieb: Ferkel 900. Läuferschweine 631, zusammen 1531. Es kosteten im Großhandel: Ferkel unter 6 Wochen bis 6 RM.,—8 Wochen alte—12 RM.,—12 Wochen late 12—18 RM.: Läuferschweine:—4 Monate alte 18—24 RM.,—6 Monate alte 24—50 RM., größere entsprechend höher. Marktverlauf: schleppend. Schlachtviehmarkt in Berlin Berlin, 3. Nev.(Amtl.) Auftrieb: Rinder(Großvieh) 1109, darunter Ochsen 226, Bullen 49. Kühe. Färsen, Fresser 834: Kälber 2343: Schafe(Lämmer und Hammel) 4272; Ziegen 444; Schweine 10 119. direkt zugeführt 110. aus dem Ausland 71. Marktverlauf: Rinder verteilt. Kälber verteilt. Schafe ziemlich glatt. Schweine verteilt. Preise: Ochsen: vollfleisch., ausgemästete, höchst. Schlachtwerts 44. sonstige vollfleischige 40: Bullen: jüngere, vollfleisch. höchst. Schlachtwerts 42. sonstige vollfleisch, oder ausgemästete 38: Kühe: jüngere, vollfleisch. höchsten Schlachtwerts 42. sonstige vollfleischige oder ausgemästete 38. fleisch. 32. gering genährte 22—24: Färsen(Kalbinnen): vollfleisch., ausgemästete höchst. Schlachtwerts 43. vollfleischige 39. fleischige 34: Kälber: Doppellender bester Mast 78. beste Mast= und Saugkälber 63, mittlere Mast= und Saugkälber 53. geringere Saugkälber 38. geringe Kälber 38: Schafe: beste Stallmastlämmer 60—61, beste Weidemastlämmer 53—55, beste jüngere Stallmasthammel 55—59. beste jüngere Weidemasthammel 45—51, mittlere Mastlämmer und ältere Masthammel 50—54, geringere Lämmer und Hammel 35—48. beste Schafe 43 bis 44, mittlere Schafe 39—41, geringe Schafe 30 bis 38: Schweine: über rd. 150 kg Lebendgewicht 54.50. vollfleisch von 135—150 kg 53.50, von etwa 120 bis etwa 135 kg Lebendgew. 52.50, vollfleisch, von etwa 100—120 kg Lebendgewicht 50.50, von etwa 80—100 kg Lebendgewicht 48.50. fette Specksauen 53.50. andere Sauen 50.50. Die Preise sind Marktvreise für lebend gewogene Tiere und schließen sämtliche Spesen des Handels ab Stall für Fracht=, Markt= und Verkaufsunkosten. Umsatzsteuer sowie den natürlichen Gewichtsverlust ein, müssen sich also wesentlich über die Stallvreise erheben. Schlachtviehmarkt in Hamburg Hamburg, 3. Nov.(Amtl.) Auftrieb: Kälber 1049; Schweine 5524. Marktverlauf: sehr flott. Schweine verteilt. Preise: Kälber: beste Mast= und Saugkälber 63, mittlere Mast= und Saugkälber 53, geringere Saugkälber 38. geringe Kälber 35—38; Schweine: fette Sveckschweine über rd. 300 Pfund Lebendgewicht 55. vollfleisch. über rd. 300 Pfd. Lebendgewicht 54. vollfleisch, von etwa 240—300 Pid. Lebendgewicht 53. von etwa 200—240 Pfd. Lebendgewicht 51 von etwa 160—200 Pfund Lebendgewicht 49, fette Specksauen 53—54. Die Preise sind Marktvreise für lebend gewogene Tiere und schließen sämtliche Spesen des Handels ab Stall für Fracht=, Markt= und Verkaufsunkosten. Umsatzsteuer sowie den natürlichen Gewichtsverlust ein, müssen sich also wesentlich über die Stallvreise erheben. Amtliche Berliner Devisenkurse Berliner Börsenkurse vom 3. November 193 Winterhilfswert zugefuhrt. Schwimmfest der„Alten“ gut besetzt Für das Dortmunder Altherren=Schwimmfest am kommenden Samstag im Südbad sind die Meldungen aus allen drei westdeutschen Gauen in erfreulich großer Anzahl eingelaufen. Insgesamt wurden bisher 100 Einzel= und 20 Staffelmeldungen abgegeben. Zahlreiche Namen, die früher im westWarenmärkte Rheinischer Großmarkt für Getreide und Futtermittel zu Köln Köln, 3. Nov. 100 Kilo Frachtlage Köln, soweit nichts anderes vermerkt: Weizen, rhein., 75/79 kg. die flüher im weste nichts anderes vermerkt: Weizen, rhein., 75/79 kg. deutschen Schwimmsport einen guten Klang hatten, Preis für den Landwirt ab Erzeugerstation W XIX werden für spannende Kämpfe sorgen. Daneben 20.60, W XVI 20.20, Handelspreis Frachtlage Köln soll die Veranstaltung aber auch eine Wiedersehens= XIX 21,00, Futterweizen—.—: Roggen, rheinischer, feier der„alten Kameraden“ sein, die immer noch 169/71 kg. Preis für den Landwirt ab Erzeuger„ihrem“ Sport treu geblieben sind und mit ihm station R XVIII 16.90, R XV 16.50, R XIV 16,40, jung bleiben wollen. R XIII 16.30, Handelspreis Frachtlage Köln 17.30. Iacilsume. Schmimmfest in v#5#(Futterroggen—.—; Futterhafer, rheinischer, 48/49 Jubilaums=Schwimmfent in Heivelberg s kg. Preis f. d. Landw. ab Erzeugerst. H XIII 16.—. Der SV Nikar Heidelberg bringt aus Anlaß sei III XIV 16,20 HXVI 16.40, H XVIII 16.60, H XIX nes 30jährigen Bestehens am 7. und 8. November 16.70; Futtergerste, 61/62 kg. Preis f. d. Landw.: ein Jubiläumsschwimmfest zur Durchführung, das G XII 17.30, G XI 17.40. G XIV 17.60, Futtergerste. eine großartige Besetzung gefunden hat. Neben der 59/60 kg. Frachtlage Köln G XIV 18.30. Die nachfoldeutschen Spitzenklasse in den Einzel= und Staffel=genden Notierungen für Weizen= u. Roggenmehl sowettbewerben, wie Fischer(Bremen), Heibel, Heina, wie Roggenschrot verstehen sich gem. A. d. W. V. bei Paul Schwarz und Hans Schwarz. Simon. Gisela Abnahme v mind. 10 To. frei Empfangsstat. zuzügArendt, Ruth Halbsguth u. a. sind im Wasserball= 1 lich.50 RM Frachtausgleich Weizenmebl mit einer turnier auch zwei ausländische Mannschaften zu fin= Beimischung von 20% Austauschweizen.00 RM den, und zwar die Societe de Natation Straßbourg höher die 100 kg. mit einer Beimischung von 10% und der Swimming Club Luxemburg. 1 1,50 RM böher die 100 kg. Auf= und Abschläge geAnleihen: O.-Anl. 27 Banken: Commerz-Bank Otsch. Bank Dresdner Bank Reichsbank Rh.-Westf. BodenCredit Verkehrswerte: Reichsbahn-Vorz. Hapas Nordd. Lloyd Brauereien: Dortmund. Aktien Dortmund. Ritter Dortmund. Union Schlegel Wicküler-Küpper Sonstige: Aku A. E. G. Bemberg Chem. Ind. Gelsenk Cont. Cautch. Daimler Motoren Otsch. Erdöl Elektr. Licht u. Kr Eschweiler Berg Farbenindustrie Felten Friedrichshütte Gebhard& Co. + bedeutet ohne Angebot und Nachtrage EE KE Im hafen von Barcelona... Dad Schh erb=Sodel Ilucht ist unmöglich— Das„Kriegsgericht“ tagt im Salon— Erschießungen am laufenden Band Im Hafen von Barcelona ankert bekanntlich seit dem Ausbruch des Bürgerkrieges in Spanien das Gefangenenschiff„Uruguay“. Gleich zu Beginn der nationalen Erhebung wurden auf diesem Schiff alle die Menschen zusammengetrieben und als Geiseln gefangengesetzt, von denen man ihrer ganzen Haltung und Einstellung nach Sympathien für die Sache der Nationalen vermuten mußte. Der Prozeß wird diesen Anglücklichen von dem sogenannten Volksgerichtshof gemacht, der seine Sitzungen gleichfalls an Bord des Schiffes abhält. Viele hundert Menschen leben in diesem schwimmenden Gefängnis und harren geduldig des Tages. an dem sich auch ihr tragisches Schicksal erfüllt. In der weitaus überwiegenden Mehrzahl der Falle sind es tatsächlich menschliche Tragödien, die hier in Erfüllung gehen, denn kaum einer sieht das Land lebend wieder. Der Urteilsspruch dieses sogenannten Kriegsrates läßt bekanntlich keine Berufung zu. In 99 von 100 Fällen lautet er auf den Tod durch Erschießen. Und wenn man Gelegenheit hat, zu beobachten, in welchem Maße sich die Reihen dieser unglücklichen Märtyrer für die nationale Sache Spaniens seit Ausbruch der politischen Wirren bereits gelichtet haben, weiß man, daß dieser„Kriegsrat“ auf seine Weise ganze Arbeit leistet... Nach Alter und Herkunft verschieden Von den vielen hundert Männern. die auf dem „Schiff des Todes“ eingekerkert worden sind, wurden im Laufe der Zeit nur ein halbes Hundert wieder auf freien Fuß gesetzt, nachdem sie, von der Todesangst getrieben, abgeschworen und damit die heilige Sache Spaniens verraten hatten. Trotzdem fiel von den Zurückbleibenden kein hartes Wort gegen diese Verräter. Nicht jeder hat schließlich die Nerven, die dazu gehören, wochen= und monatelang dem sicheren Tode mannhaft ins Auge zu sehen. Die Gefangenen auf dem„Schiff des Todes“ leben dort in Gemeinschaftskabinen. Man kann Männer jeden Alters unter ihnen feststellen: Greise, die kaum mehr ohne Hilfe ihrer Kameraden zu gehen vermögen und jugendliche Studenten, die noch richtige Kindergesichter haben. Auch der Herkunft und ihrem Beruf nach sind diese dem Tode geweihten Menschen verschieden. Besonders zahlreich sind natürlich Offiziere des Heeres und der Marine vertreten, an denen die Roten mit Vorliebe ihr Mütchen kühlen. Kolbenstöße als„Umgangsform"... Vor jeder Kabine, in der Gefangene untergebracht sind, stehen je zwei bis an die Zähne bewaffnete rote Milizsoldaten. Diese sprechen mit ihren wehrlosen Opfern kein Wort. Statt dessen hagelt es Kolbenstöße, bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit. Selbst die Kranken, die sich kaum mehr rühren können, werden wie das Vieh mit Kolbenstößen vorwärtsgetrieben. Einmal am Tag erhalten die Gefangenen für kurze Zeit die Erlaubnis, aus den Kabinen nach oben zu kommen, um dort frische Luft zu schöpfen. Dann stehen sie traurig und sehnsüchtig an der Reeling. und ihr Blick schweift hinüber nach der Stadt, in der sie sorglos gelebt haben, bis zu dem blick, da man sie aus den Armen ihrer Frauen, Brüder und Schwestern gerissen hat. Sie können dann auch das noch immer lebhafte Treiben im Hafen von Barcelona beobachten, die zahlreichen spanischen und ausländischen Schiffe, die täglich ein= und auslaufen. Vor allem den ausländischen Schiffen gilt ihre ganze Aufmerksamkeit, denn auf ihnen werden— was sie auch wissen— die Flüchtlinge aus der Hölle von Barcelona abtransvortiert, in die Freiheit, in ein neues Leben. Möglicherweise sind auf diesen ausländischen Schiffen sogar ihre eigenen Angehörigen, die der Rettung entgegenfahren, während ihnen selbst nur noch die Gewißheit des Todes bleibt. Eine mißglückte Flucht Das„Kriegsgericht“ tagt in dem mit weischen, Tegvichen ausgelegten, eleganten Salon des Die Verhandlungen sind eine Farce auf Recht und Gerechtigkeit, da die Urteilssprüche schon vor Beginn des Prozesses festgelegt sind. Den„Angeklagten“ wird zwar auch bei diesen Verhandlungen ein Remt auf das letzte Wort eingeraumt, aber die mannhaften Worte dieser mutig in den Tod gebenden Menschen scheinen bei ihren roten Henkern bestenfalls Heiterkeitserfolge zu erzielen. Die Gefangenen wissen das auch und verzichten daher in den meisten Fällen auf ihr letztes Wort.....„7 16 Eine Flucht von diesem„Schiff des Todes int so gut wie unmöglich. Das beweist ein Vorfall, der sich erst dieser Tage wieder abgespielt hat. Drei Gefangenen, die ihr Todesurteil bereits in der Tasche hatten und in der kommenden Nacht erschossen werden sollten, gelang es, die Wachen vor ihrer Kabine zu täuschen, an Deck des Schiffes zu gelangen und von dort ins Meer zu springen. Obgleich ein Hagel von Geschossen hinter den Flüchtenden hergeschickt wurde, glückte es diesen zunächst, zwischen den zahlreichen Booten und Barken im Hafen Schutz zu finden und schließlich sogar die Küste zu erreichen. Aber ihre Freiheit war nur von kurzer Dauer. Als sie triefend aus dem Wasser stiegen, wurden sie erneut verhaftet. an die nächste Wand gestellt und exekutiert. „Vivat Espana!“ Die Hinrichtungen finden am laufenden Bande. Tag und Nacht, statt. Das Erschießungskommando an der Küste befindet sich sozusagen in dauerndem Alarmzustand. Wenn das kleine Motorboot mit der roten Flagge am Heck an der„Uruguay“ anlegt, dann wissen die unglücklichen Gefangenen auf dem „Schiff des Todes“, daß für den einen oder anderen von ihnen die letzte Stunde geschlagen hat. Aber diese Männer gehen alle mit einer unwahrscheinlichen Ruhe, gefaßt und mutig, in den Tod. Ein letzter Händedruck, ein letzter Blick, ein begeistert ausgerufenes„Vivat Espana!“ und dann haben wieder die Kolben ihrer Peiniger das Wort, bis diese tapferen Menschen unter den Kugeln ihrer Schergen ihr Leben endgültig ausgehaucht haben... „Wen Arbencfels? Der derrein Gespräch mit der ersten Luftschiff-Stewardeß— Die Freude unter den Jahrgästen des„Hindenburg“ Für den Nachmittag war die Ankunft des „Hindenburg“, gemeldet, er kam zeitiger als man glaubte, schon kurz vor 11 Uhr schimmerte sein silberner Leib über den Dächern und Türmen Frankfurts, der Stadt des deutschen Handwerks. Nun hieß es, rechtzeitig zur Landung zu kommen. In rascher Fahrt geht es über die Reichsautobahn Frankfurt—Darmstadt dem Weltflughafen zu. Die Sonne liegt über dem Stadtwald, ein herrlicher Herbstmorgen, der die roten und gelben Blätter aufleuchten läßt; hinter einer Lichtung sieht man bereits den mächtigen Silberfisch bei der Landung. Das weite Feld wimmelt von braunen Uniformen, die Leute des SA.=Hilfswerklagers Höchst sind emsig dabei,„Hindenburg“ in die weite Halle zu ziehen. Endlich ist er an seinem Platz, das Ausladen kann beginnen. Die Reisenden winken aus den Fenstern, einige werden abgeholt, fröhliche Zurufe füllen den Raum. Zuerst kommt das Gepäck aus dem Luftschiff, über eine schräge Zeltbahn gleiten die Hutschachteln, Reisetaschen und Koffer mit ihren bunten ausländischen Hotelschildern auf die Erde. Doch wir erwarten nicht die Reisenden, die dem Riesenleib des Zeppelins entsteigen, wir warten auf eine ganz bestimmte Frau, die eben in weißer Schürze und mit einem weißen Häubchen auf dem Kopf zu mir tritt. Emilie Imhoff, die Stewardeß des Luftschiffes. Eine schlanke, braunhaarige Frau begrüßt uns. Sie weiß schon, was wir sie fragen wollen, sie mußte bereits in Amerika zahlreichen Berichterstattern Auskunft geben über ihre erste Fahrt mit dem Luftschiff. „Also, wie war es?“ „Herrlich! Einfach unbeschreiblich schön! Es ist kein Fliegen, man spürt kaum, daß man sich in der Luft bewegt, es ist ein Gleiten Frau Imhoffs Augen strahlen, und sie sagt aus der Erinnerung heraus:„Es ist wie ein Traum!" „Luftkrankheit?“ „Wo denken Sie hin, keine Spur! Ich habe jetzt die zweite Reise hinter mir, niemand war luftkrank. Das erstemal hatten wir zwei Kinder dabei, es bekam ihnen ausgezeichnet, während wir den Ozean überquerten, haben wir— gespielt!“ Frau Imhoff fährt fort:„Diesmal habe ich elf Damen zu betreuen, ist bringe die Kabinen in Ordnung und erfülle nach Möglichkeit alle Wünsche der Fahrgäste; es gibt immer irgendwelche kleine Hilfeleistungen zu verrichten. Demnächst mache ich auch einen Kursus für Krankenpflege mit, man muß allen Anforderungen einer Luftreise gewachsen sein.“ Frau Imhoff ist an Weltreisen gewöhnt, da sie früher auf den Schiffen des Norddeutschen Lloyds als Stewardeß fuhr, und vor allem die Strecke Südamerika— Mexiko genau kennt. Demnächst wird sie sich die Gegend von oben ansehen, Kapitän Lehmann hat ihr schon die Südamerikafahrt des„Hindenburg" in Aussicht gestellt. In 8 bis 10 Tagen geht die „Wie kamen Sie zu diesem viel beneideten Posten?“ „Durch Präsident Christiansen, Sie erinnern sich, er steuerte auch„Do K“ und war ursprünglich Kapitän auf einem der Schiffe, auf denen ich fuhr. Er hat mich für den„Hindenburg“ vorgeschlagen. Sie können sich denken, wie glücklich ich war, als mich ein Telegramm direkt von Ostasien nach Frankfurt am Main rief, um meinen neuen Posten anzutreten. Frau Imhoff erzählt auch von der 10½ stündigen Sonderfahrt der geladenen Gäste durch die Bundesstaaten. Sie hat die Milliardäre ganz in der Nähe gesehen, auch den alten Rockefeller. Staatsrat Lindemann frug sie bei dieser Gelegenheit, welche Schiffahrt ihr besser gefiele, die in der Luft oder die auf dem Wasser? Beides ist schön, erklärt die Vielgereiste, aber der„Hindenburg“ erscheint ihr doch als das wundervollste Beförderungsmittel von einem Erdteil zum anderen. Die Reisenden verabschieden sich sehr herzlich von ihrer Stewardeß, man merkt, daß sie sich gut verstanden haben. So ist die erste Frau im Luftschiff eingezogen und hat den Anfang mit einem zukünftigen Spezialberuf gemacht. Einstweilen ist sie noch die erste und einzige Stewardeß zwischen den Kabinen und Gängen des fliegenden Hotels, uno sie versucht bereits— wie man sieht, mit Erfolg—, Ausländern auch ein Stück Deutschland z sucht bereits— wie man sieht, mit Erfolg den unmmee— ein Stück Deutschland vermitteln. L. Wüst. zu Hungerturm für faule Katzen Der Stadtrat von Bialystok hat die gesamten Katzen der Stadt zu Gefängnis und zu vierundzwanzig Stunden Hunger verurteilt. Die Katzen von Bialystok haben nämlich ihre Pflicht der radikalen Rattenvertilgung sträflich vernachlässigt, so daß sie sich mit Recht den Zorn der Stadtväter zuzogen. Hierzu muß man wissen, Bialystok leidet seit vielen Monaten unter einer schweren Rattenplage und alles ist versucht worden, ihrer Herr zu werden. Unter anderem waren für große Geldsummen ganze Katzenarmeen angeschafft worden, die sich zunächst auch eifrig an die Vertilgung der unerwünschten Nager machten, aber nur allzu bald waren sie satt und träge, so daß wieder Wochen der ungestörten Ruhe für die Ratten anbrachen. Den Katzen fehlt also der Hunger. Deshalb Hungerturm für die Samtpfötchen! Hohe Geldstrasen werden alle Katzenmütter treffen, die ihre Lieblinge nicht einschließen und hungern lassen. Wehe den Ratten, wenn die Katzen wieder freigelassen werden! * 9 ROCa Olympiasiegerin Genenger hat geheiratet. Die deutsche Meisterschwimmerin Martha Genenger, Gewinnerin einer silbernen Olympiamedaille, hat sich mit dem Vollziehungsbeamten Willi Engfeld in Neukirch bei Mörs(Niederrhein) vermählt. Im Hintergrund der Vater der Braut, links der Bruder des Bräutigams. Obere Reihe von links: Flugzeugmodell legt 91,2 Kilometer zurück. Das selbstgebaute Flugmodell des Hitlerjungen Willi Bretfeld legte im Juni dieses Jahres im Wettbewerb um die Hamburger Flugmodellmeisterschaft in 3¼ Stunden 91,2 Kilometer zurück. Es wurde jetzt im Rahmen einer Feier auf dem„Hein Godenwind“ durch den Führer der deutschen Luftsportgruppe 3 an den Reg. Bürgermeister Krogmann, Schutzpatron des Jugendherbergsschiffes, übergeben, wo es als Ansporn der deutschen Fliegerjugend aufbewahrt wird.— Generalfeldmarschall von Mackensen weiht ein H5.= Heim. Generalfeldmarschall von Mackensen übergibt der HJ.=Gefolgschaft in Brüssow(Uckermark) das HJ.=Heim, das den Namen des Feldmarschalls trägt. Untere Reihe von links: Martha Eggerth und Jan Kiepura heirateten. Vor dem Standesamt in Kattowitz heiratete am Sonnabend der bekannte polnische Tenor Jan Kiepura die Filmschauspielerin Martha Eggerth. Nach der Trauung bereiteten zahlreiche Anhänger der Künstler dem jungen Paar begeisterte Ovationen.— Einzugsfeier im Olympischen Dorf. Das 1. Infanterie=Lehrbataillon, das bisher im alten Döberitzer Lager stand, hat jetzt die Häuser des Olympischen Dorfes bezogen. (Weltbild(5)—.) Haderiasselee auf dem Zeinderg Ansprache von Reichsjägermeister Hermann Göring— Ausländische Gäste Rydz-Smigly Marschall Polens Warschau, 3. Nov. Wie amtlich bekanntgegeben wird, hat der Präsident der polnischen Republik als oherster Befehlshaber der bewaffneten Macht beschlossen, dem General RydzSmigly die Würde eines Marschalls von Polen zu verleihen. Diese höchste Auszeichnung erfolgt in Anerkennung der seit Wiedererlangung der Unabhängigkeit von dem Generalstabschef als Nachfolger des ersten Marschalls von Polen Josef Pilsudski erfochtenen Siege und seiner großen Verdienste um Volk und Staat und entspricht dem allgemeinen Willen von Volk und Heer. Die feierliche Uebergabe des Marschallstabes durch den Staatspräsidenten wird am 10. November im Königlichen Schloß in Warschau vor den Fahnen der Wehrmacht in Anwesenheit der höchsten staatlichen Würdenträger und der Geistlichkeit der Regimentsabordnungen und der Vertreter aller Kreise der Nation erfolgen. Die Sowjetrussen marschieren 400 Sowjetrussen überschreiten die französische Grenze nach Katalonien Paris, 3. Nov. Im Bahnhof von Perpignan sind 400 Sowjetrussen eingetroffen, die in Kraftwagen über die Grenze nach Katalonien weiterbefördert wurden. Aus Avila wird gemeldet, daß die meisten Stellungen an der SomoSierra=Front von ihren marxistischen Verteidigern verlassen worden seien. Der sowjetrussische General Varalink, der mit der militärischen Leitung in diesem Abschnitt betraut ist, habe Madrid mitgeteilt, daß er nicht mehr die Verantwortung für die weiteren Operationen übernehme, da die Milizen nicht mehr seinen Befehlen gehorchten. Wahlniederlage der Arbeiterpartei Ursache: Bolschewistische Anbiederungsversuche London, 3. Nov. Gestern fanden in ganz England und Wales mit Ausnahme von London die Gemeindewahlen statt. Obwohl bei diesen Wahlen nicht allein Fragen der großen Politik den Ausschlag geben, ist es stimmungsmäßig doch bezeichnend, daß die oppositionelle Labour Party, die sich in der letzten Zeit immer mehr in das bolschewistische Fahrwasser begeben hatte, eine starke Niederlage erlitt. Wenn auch noch nicht alle Abstimmungsergebnisse aus dem Lande vorliegen, so können die restlichen Ergebnisse auch nichts mehr daran ändern, daß die Konservativen die Sieger, die Opposition aber die Unterlegenen sind. Sie dürfte rund 100 Sitze verloren haben. Erdbeben in Japan Tokio, 3. Nov. Die Einwohner Tokios wurden Dienstagmorgen um.45 Uhr durch mehrere heftige Erdstöße, die etwa zehn Minuten andauerten, aus dem Schlaf geweckt. Selbst in den aus Stein gebauten Häusern war das Erdbeben sechs Minuten lang deutlich zu bemerken. Die Bewohner der Häuser eilten auf die Straßen, um sich in Sicherheit zu bringen. Das Erdbeben, das den größten Teil der Nordhälfte der japanischen Hauptinsel heimsuchte, verursachte in den Meßapparaten Ausschläge von 15 bis 25 Millimeter. In Sendai wurden die Dächer einiger Häuser beschädigt und stürzten einige Mauern ein. Der Schaden ist jedoch nicht beträchtlich. In der Stadt Fukuschima wurden zahlreiche Häuser schwer beschädigt und die Fernsprechkabel und die elektrischen Leitungen unterbrochen. Stuttgart verzeichnete das Beben Am Montagabend wurde an den württembergischen Erdbebenwarten Stuttgart, Ravensburg und Messtetten ein stärkeres Fernbeben aufgezeichnet. In Stuttgart trafen die ersten Vorläuferwellen um 21 Uhr 58 Min. 25.0 Sek. ein, die zweiten um 22 Uhr 08 Min. 40 Sek., und die langperiodischen Oberflächenwellen um 22 Uhr 29 Min. Die daraus berechnete Herdentfernung von Stuttgart beträgt, gemessen auf einem großen Kreis entlang der Erdoberfläche, 9100 Kilometer. Nach der Schwingungsrichtung der ersten Vorläuferwellen weicht die ebenfalls entlang eines großen Kreises gemessene Richtung nach dem Herd um etwa 30 bis 35 Grad von der Nordrichtung ab. Der Bebenherd liegt demnach in Japan bezw. im Japanischen Meer. Schon mittags um 16.10 Uhr wurde ein schwächeres Fernbeben aufgezeichnet, dessen Herd ebenfalls in dieser Gegend lag. historische Dokumente Haus Wahnfried veröffentlicht den Briefwechsel zwischen Richard Wagner und König Ludwig II. Bayreuth. Eine lang erwartete Dokumentensammlung von historischer Bedeutung wird in Kürze erscheinen. Vom Hause Wahnfried wird noch vor Ablauf dieses Jahres der gesamte, unveränderte und ungekürzte Briefwechsel zwischen Richard Wagner und König Ludwig II. der Oeffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Das aus vier Bänden bestehende Werk enthält größtenteils bisher unveröffentlichte Dokumente, die viele Züge in Wagners Schaffen aufhellen werden und zugleich die enge künstlerische Freundschaft beider durch neue wertvolle Zeugnisse belegen. Die Herausgeber sind Frau Winifred Wagner und der Wittelsbacher Ausgleichsfonds. Die Bearbeitung ist durch den Wagnerforscher Dr. Strobel, Bayreuth, erfolgt. Bockenem(Hannover), 3. Nov. Zum vierten Male seit der Erneuerung des Deutschen Reiches trafen sich am Hubertustag deutsche Jäger bei der Hubertuskapelle auf dem Heinberg bei Ringelheim, um im Beisein des Reichsjägermeisters Göring den traditionellen Hubertustag gemeinsam zu begehen. Unter den Gästen der Hubertusfeier sah man u. a. den Präsidenten der internationalen Jagdvereinigung. Ducrooa(Frankreich), ferner Jagdabordnungen aus Aegypten. Bulgarien. Polen. Luxemburg. Frankreich, Jugoslawien. Italien, Oesterreich. Ungarn. Rumänien, Dänemark. Schweden und der Tschechoslowakei. Ferner waren anwesend Stabschef Lutze, die braunschweigischen Minister Klagges und Alvers, Oberstjägermeister Scherving, Staatssekretär von Keudell und zahlreiche Vertreter der Wehrmacht. In seiner Ansprache betonte Hermann Göring. daß die Gäste gekommen seien, um im Anschluß an die Hubertusfeier in Braunschweig darüber zu beraten, in welcher Weise die internationale Jagdausstellung gestaltet werden soll. die im nächsten Jahre in Berlin stattfinden wird. Es sei selbstverständlich gewesen, daß mit dem Auferstehen des deutLondon, 3. Nov. König Eduard VIII. fuhr am Dienstag wegen des strömenden Regens ohne das seit zwei Generationen geübte Zeremoniell im Auto zum Oberhaus, um die erste Parlamentseröffnung seiner Regierungszeit vorzunehmen. In der Thronrede des Königs wurden erneut die bereits bekannten Richtlinien der englischen Politik dargelegt. Der König betonte, daß die britische Regierung ihre Politik auf die Mitgliedschaft beim Völkerbund stütze, daß sie jedoch Vorschläge zu einer Reform des Völkerbundes bereits in Genf eingereicht habe. Die Befriedung Europas soll von England mit allen Mitteln gefördert und es soll auf einen Westpakt hingearbeitet werden. Die Flottenabmachungen zwischen Amerika, Frankreich und England sollen nach der Thronrede Grundlage einer internationalen Flottenvereinbarung bilden. Der König legte Nachdruck darauf, daß die britische Regierung die politische Lage im Fernen Östen mit Sorge verfolge. Dort sei Friede und Ruhe wesentlich für wichtige Interessen des britischen Volkes. Er hoffe auf eine friedliche Lösung zwischen China und Japan. Weiter bekannte sich Eduard VIII. zu dem Gedanken des Richteinmischungsabkommens in Spanien. Den Bündnisvertrag zwischen Aegypten und England hofft er noch vor Ende des Jahres ratifizieren zu können. Im Mai nächsten Jahres soll anläßlich der Krönungsfeierlichkeiten eine britische Reichskonferenz stattfinden. Im Anschluß an die Krönungsfeierlichkeiten will der König zur Kaiserkrönung nach Indien reisen. Erwähnt wurde in der Thronrede auch die geplante Neuregelung der Verfassung in Indien. Zur Palästinafrage teilte der König mit, daß die königliche Untersuchungskommission noch in dieser Woche ausreisen wird. Die britische Aufrüstung soll nach der Thronrede mit äußerster Tatkraft vorwärts getrieben werden, und zwar sowohl der Verteidigung des Empires willen, als auch zur Innehaltung der internationalen Verpflichtungen Englands. Gleichzeitig bekannte sich der englische König jedoch zur Förderung einer allgemeinen internationalen Befriedung, durch die eine Begrenzung der Rüstungsausgaben möglich wäre. Schließlich wandte sich Eduard VIII. innerpolitischen Problemen zu, unter denen auch die Frage der Bergbauabgaben wieder auftauchte. Wesentlich ist die Ankündigung einer Gesetzesvorlage zur Sicherung der inneren Ruhe und Ordnung. Die bestehenden Gesetze seien abänderungsbedürftig. In dem neuen Gesetz schen Volkes, mit dem Augenblick, da Adolf Hitler die Fackel des deutschen Erwachens entfachte, auch die deutsche Jägerschaft einschwenkte in das deutsche Geschehen. Es sei folgerichtig gewesen, daß die deutsche Jägerschaft ihre Satzungen so gestaltete, wie es der Nationalsozialismus erheische, und daraus sei wieder eine deutsche Jägerschaft hervorgegangen, die das Weidwerk edel gestaltete. Wir wollen uns einander das Gelöbnis geben, so sagte der Reichsjägermeister, daß wir einmal im Jahr zum Hubertustag zusammenkommen auf diesem Platz. auf dem das alte Brauchtum lebendig wird. Der Redner dankte dann der braunschweigischen Regierung und dem Gaujägermeister für das besondere Verständnis, das sie dieser Sache entgegengebracht hätten. Der deutsche Jäger betrachte den Wald als Gottesboden, in dem er die Tiere als Gottes Geschöpfe ehre und aus dem er die Kraft ziehe, die er an anderer Stelle zum Segen von Volk und Vaterland einsetzen solle. In das„Sieg=Heil" auf den Führer, das der Reichsjägermeister anschließend ausbrachte, stimmten die vielen Tausende von Festteilnehmern begeistert ein. soll jedoch der Rede= und Versammlungsfreiheit nicht Abbruch getan werden. Aussprache über die Dankadresse Die Eröffnung der neuen Parlamentstagung im Oberhaus erfolgte in dem bei dieser Gelegenheit üblichen prunkvollen Rahmen. Da König Eduard unverheiratet ist, stand zum ersten Mal seit langer Zeit nur ein einziger Thronsessel auf der Empore. Nachdem der„Schwarze Herold“ die Unterhausmitglieder und die nicht dem Oberhaus angehörenden Minister herbeigerufen hatte, verlas der König zunächst das Protestantische Glaubensbekenntnis und verpflichtete sich, nachdem er eine purpurfarbene Bibel geküßt hatte, die Gebote einzuhalten, die die protestantische Thronfolge erfordert. Hierauf verlas der König die Thronrede. Nach kurzer Vertagung trat das Unterhaus wieder zusammen, um die Dankadresse an den König entgegenzunehmen. Sie wurde zum ersten Mal in der Geschichte des englischen Parlaments von einer Frau, nämlich der konservativen Abgeordneten Miß Horsbrugh eingebracht. Der nationale Labourabg. Harald Nicholson betonte u. ., das deutsche Volk habe den Engländern in den letzten Monaten ein Maß von Sympathie und Freundschaft entgegengebracht, das jeden ermutigen müsse, der eine Vereinbarung zwischen dem deutschen und dem englischen Volke zu freundschaftlichen und gleichen Bedingungen wünsche. Ministerpräsident Baldwin kündigte u. a. an, daß am Donnerstag eine allgemeine außenpolitische Aussprache stattfinden werde. USA.=Dampfer können nicht auslaufen Newyork. Der Hafenarbeiterstreik nimmt immer größeren Umfang an. Im Newyorker Hafen streiken jetzt 4300 Hafenarbeiter. 23 Schiffe liegen still. Alle Schlichtungsversuche sind bisher ergebnislos geblieben. Amerikas größter Passagierdampfer „Manhattan“, der am Mittwochabend die Ausreise nach Hamburg antreten sollte, mußte von der Ausreiseliste gestrichen werden. Die Passagiere wurden von den Dampfern„Deutschland“ und„Queen Mary“ übernommen. Die Fahrgäste, die für den Dampfer„Virginia“ gebucht hatten, der panamawärts auslaufen sollte, erhielten die Passage zurückerstattet. In Paris ist wiederum eine Fabrik von Streikenden besetzt worden. Es handelt sich um eine Zuckerfabrik mit tausendköpfiger Belegschaft. Die Streikbewegung richtet sich gegen verwaltungstechnische Maßnahmen der Werksleitung. Helge Roswaenge von der Staatsoper Berlin ist zum königlich=dänischen Kammersänger ernannt worden. Die Dresdener Oper in London „Das Ereignis der Londoner Musiksaison“ London, 3. Nov. Einen glänzenden Auftakt erlebte am Montagabend in der Königlichen Oper „Covent Garden“ die Londoner Gastspielreise der Dresdener Oper mit einer Festaufführung„Rosenkavalier“, die das kunstverständige Londoner Publikum immer wieder zu neuen Beifallsstürmen hinriß. Vor völlig ausverkauftem Hause zeigte das Dresdener Ensemble unter der Stabführung von Dr. Karl Böhm sowohl in musikalischer als auch in darstellerischer Hinsicht eine Leistung, wie London sie seit langem nicht mehr erlebt hatte. Bemerkenswert ist, daß auch die gesamten Bühnenbilder Dresdener Magazinen entstammen, so daß in London am Montag erstmalig eine völlig deutsche Oper aufgeführt wurde. Fast sämtliche führenden Köpfe der englischen Musikwelt und der kunstliebenden Londoner Gesellschaft hatten sich in Covent Garden eingefunden. Unter den Anwesenden bemerkte man u. a. den deutschen Botschafter von Ribbentrop, den Gesandten Woermann sowie andere Mitglieder der deutschen Kolonie in London. Londoner Philharmoniker kommen Berlin, 3. Nov. Der bekannte englische Dirigent Sir Thomas Boecham wird mit dem von ihm vor vier Jahren gegründeten Orchester der Londoner Philharmoniker im Laufe des November eine Konzertreise durch Deutschland machen. In folgenden Orten werden Konzerte des Orchesters stattfinden: in Berlin am 13. November(Philharmonie), in Dresden am 14. Nov.(Oper), in Leipzig am 15. Nov.(Gewandhaus), in München am 17. November(Tonhalle), in Stuttgart am 18. November(Liederhalle), in Ludwigshafen am 19. November(Feierabendhaus der I. G. Farben), in Frankfurt a. M. am 20. Nov.(Saalbau), in Köln am 21. Nov.(Messehalle). Raubmord im Auftrag? Aufsehenerregender Raubmordprozeß in der steirischen Stadt Leoben Wien, 3. Nov. Vor einem Schwurgericht der steirischen Stadt Leoben begann am Dienstag ein Mordprozeß, der weit über die Grenzen Oesterreichs Aufsehen erregt. Angeklagt wegen Raubmordes an der Gattin des rumänischen Obersten Maria Farcasanu ist der 24 Jahre alte, in Ungarn geborene Student Carl Strasser. Am 29. September 1935 fand ein Streckenwärter neben den Gleisen der Eisenbahnlinie Wien —Innsbruck in der Nähe der Station Admont die Leiche einer Frau, die sofort als Gattin des rumänischen Obersten Farcasanu erkannt wurde. Aus verschiedenen Anzeichen war zu schließen, daß die Unglückliche einem Mörder zum Opfer gefallen war, die umfangreichen Nachforschungen der österreichischen und Schweizer Behörden führten schließlich zur Verhaftung des Carl Strasser. in Zürich. Strasser, der zunächst leugnete, verwickelte sich bald in Widersprüche und legte dann Teilgeständnisse ab. Es besteht kaum mehr ein Zweifel daran, daß der Mörder, der den Zug in Wien bestiegen hatte, sein im Besitz wertvollen Schmucks befindliches Opfer plötzlich überfallen hat und nach hartem Kampf durch das Abteilfenster auf den Bahndamm schleuderte. Im Laufe der Untersuchung ergab sich auch der Verdacht, daß der inzwischen nach Oesterreich ausgelieferte Strasser im Auftrage des berüchtigten bulgarischen Eisenbahnräubers Trajan Teodorescu gehandelt habe. Bisher ist es aber nicht gelungen, dieses Mannes habhaft zu werden. Englisches Sportflugzeug abgestürzt Paris. Bei. Rizza stürzte am Montagnachmittag ein englisches Sportflugzeug ins Meer, wobei die beiden Insassen den Tod fanden. Der Apparat, der einem seit wenigen Wochen in Nizza weilenden englischen Farmer gehörte, war mit seinem Besitzer am Steuer und einem seiner Angestellten zu einem Rundflug aufgestiegen, als er aus unbekannter Ursache über dem Meer senkrecht abstürzte. Obgleich sofort ein Rettungsboot ausgesandt wurde, konnte man nur noch die Leichen der beiden Insassen bergen. Fortsetzung der Filmverhandlungen in Rom Rom. In Rom wurden die in Berlin und in Venedig begonnenen Verhandlungen über internationale und deutsch=italienische Filmfragen fortgesetzt Von deutscher Seite nahm an den Besprechungen der Präsident der Reichsfilmkammer, Staatsminister a. D. Prof. Dr. Lehnich, auch in seiner Eigenschaft als Präsident der internationalen Filmkammer teil. Ueberschwemmungen in Südbulgarien und Mazedonien Sofia 3. Nov. Durch die starken Regengüsse der letzten Tage sind in Südbulgarten und vor allem in Mazedonien größere Ueberschwemmungen hervorgerufen worden, die beträchtlichen Schaden anrichteten. In der mazedonischen Ortschaft Bresnitza wurde das Haus eines Bauern von den Fluten fortgerissen. Drei Personen kamen dabei ums Leben. Großer Sachschaden wurde vor allem auch in dem südbulgarischen Bezirk Pasardjik angerichtet. Marxistische Tränengasanschläge auf Newyorker Kinos Newyork. Am Montagabend explodierten neuerlich in fünf Lichtspieltheatern am Broadway Tränengasbomben, die durch ein Uhrwerk zur Entzündung gebracht worden waren. Sechs Personen wurden verletzt. In zwei Kinos entstand unter den Zuschauern eine Panik. Die fünf Lichtspieltheater gehören sämtlich einer Gesellschaft. Man nimmt daher an, daß es sich bei den Anschlägen um den Racheakt einer marxistischen Gewerkschaft handelt. Der Polizei ist es bisher nicht gelungen, die Täter festzunehmen. An Cornwalls Klippen zerschellt und in zwei Teile gebrochen Der amerikanische Frachtdampfer„Bessemer City“ lief in der Nacht zum Montag an der Küste von Cornwall auf Grund und zerbrach in zwei Teile. Ein Bauer, der die Katastrophe beobachtete, alarmierte die Rettungsgesellschaft, die die gesamte, 33 Kopf starke Besatzung rettete. Die Radioanlagen des Schiffes waren bereits zerstört.(Scherl—.) Aonig Eouuro visne Jereinottten Eröffnung des Oberhauses— Thronrede des Königs Eine Aufgabe, die alle angeht! Landdienst der 53. Sektsame Grabinschriften „Hier ruht der ehrsame Johann Mißegger auf der Hirschjagd durch einen unvorsichtigen Schuß erschossen aus aufrichtiger Freundschaft von seinem Schwager.“ (Anton Steger, Lavantthal.) * Hier ruht Amanda Pinkepang. Sie hat gezankt ihr Leben lang. O Fremder, eile fort von hier. Sonst kommt sie raus und zankt mit dir. * Wir sind durch Pferdearztes Hand Zu früh hierher geschicket. Zur Warnung für das Vaterland Und den, der dies erblicket: Sein Leben traue jedermann Nur sich'rer Aerzte Hände an. Geht er dann auf die Todesbahn, Hat er doch seine Pflicht getan. (Hameln.) * Hier ruht der alte Schuwaneck. Im Kriege sanft, im Frieden keck. Er war ein Engel diesseits schon Und Gefreiter im Jägerbataillon. (Im Salzburgischen.) * „Hier ligt de äole Menges. Ols Scholmester hadde he wat Strenges, Von Herzen gaff't keinen betern Mann, Worup he äök in den Himmel kam!" (Auf einen Dorflehrer.) * Hier ruht in Gott: Der Buchbinder Josef Bott. Der treu für alle seine Kunden Die Bücher gut und schlecht gebunden. Er ruht hier aus von seinen Sünden. Bis ihn der Herr in Halbfranz wird binden. (Hilders in der Rhön.) * „Es verunglückte hier Der Schnitzer Martin Pfnür. Er hat mit aller Wucht An einem Stein den Tod gesucht. O Wanderer, merk dir's sein. Das Rodeln muß verstanden sein!" (Oberbayern.) Auf der ersten Landdienstkundgebung in Tilsit hat der Reichsjugendführer an das ganze deutsche Volk appelliert, daß es den Landdienst der Hitlerjugend. diesen neuen Versuch einer nationalsozialistischen Erziehung, mit allen Mitteln unterstütze und seiner Bedeutung entsprechend würdige. Mit Recht hat der Reichsjugendführer darauf hingewiesen, daß die Fragen der Rückwanderung auf das Land irgendwie einmal gelöst werden müßten. Es sei selbstverständlich, daß mancher der bei dieser Arbeit gemachten Versuche nicht zu einer Lösung führe, daß mancher Versuch sich überhaupt als ein Irrtum herausstelle. Aber das alles dürfe nicht hindern, heute jeden irgendwie möglichen Versuch zu unternehmen, einen, wenn auch geringen Teil der Jugend aus der Stadt für dauernd auf das Land zu binden und für dauernd auf dem Lande zu beschäftigen. Wer die ganze Schwere der Frage kennt, wie man das Land heute mit genügend Arbeitskräften besetzt, der weiß, daß dieser Avvell des Reichsjugendführers ernste Beachtung aller Volksgenossen erfordert. Millionen Volksgenossen haben heute vielleicht noch gar keine Ahnung davon, welche Bedeutung dem Landdienst der Hitler=Jugend in Zukunft noch einmal zukommt. Wenn man glaubt, das Problem des ländlichen Arbeitseinsatzes dadurch lösen zu können, daß man einfach irgendwelche Jugendliche, vielleicht nur weil sie arbeitslos sind, für einige Zeit auf das Land schickt, dann liegt in dieser Auffassung ein grundsätzlicher Irrtum. Es sind von den Zehntausenden in den Städten zunächst vielleicht nur einige Hunderte. die aus innerer seelischer Einstellung heraus sich nach dem Lande sehnen und sich auf dem Lande ein neues Leben aufbauen wollen. Aber auch um dieser wenigen Hundert willen ist es notwendig, eine Organisation wie den Landdienst der Hitlerjugend ins Leben zu rusen und weiter zu führen. Auch für den, der nach einigen Monaten Landarbeit wieder in die Stadt zurückkehrt, ist die Zeit nicht verloren. Schon wenn erreicht wird, daß ein großer Teil der heutigen Jugend in seinem späteren Leben eine gerechte und vernünftige Einstellung zur Landarbeit als solcher bekommt, dann ist für die Festigung der Volksgemeinschaft unendlich viel gewonnen. Mit allem Nachdruck betonte der Reichsjugendführer in seiner Ansprache, daß einer der wesentlichsten Gründe des Niederganges, der Zerrissenheit und des allgemeinen Verfalles der jungen Generation die Loslösung dieser Jugend von dem Boden gewesen sei. Deshalb sei es die Aufgabe der Hitlerjugend. und dabei in erster Linie des Landdienstes, die deutsche Jugend seelisch und geistig auf dem Boden der Heimat aufzurichten. Der Landdienst sei also eine Forderung, die der Boden der Heimat an alle die stelle, die in den Städten unseres deutschen Vaterlandes wirken. Es ist vielleicht heute noch ein bescheidener Anfang. der bisher im Rahmen des Aufbaues des Landdienstes möglich war. Aber es ist eine verheißungsvolle Arbeit, die richtungweisend für Tausende deutscher Jungen und Mädel sein kann und muß, denn es wird dadurch wieder möglich, die Fragen, die sich aus der Bewegung vom Lande zur Stadt und von der Stadt zum Lande ergeben, einer Lösung näberzubringen. So stehen die Kameradschaften des Landgebietes in deutschen Landen: Warner und Rufer zugleich, daß das ganze deutsche Volk seine Aufgabe am Boden erkennt! Der Volbalendund und was er win Organisation und Aufgaben der ausgeschiedenen Soldaten „N. N. liegt hier. Sie stürzte in eine Heugabel und fand darin ihr Grab.“ (Marterl zu Sand in Taufers.) * „Hier starb Maria Weigl. Mutter und Nähterin von zwei Kindern." Marterl am Wege nach Salthaus.) * Der Weg zur Ewigkeit Ist wahrlich nicht weit: Um sechs Uhr früh ging er fort, Um acht Uhr war er dort. (Alpenland.) * „Der gut und schlecht hat eingebunden, Hat seinen Meister nun gefunden; Er liegt broschiert in seinen Sünden. Bis Gott ihn wird in Halbfranz binden.“ * „Hier ligt de Bälgentreter Knust, De God tum Lobe Wind gepust'. Bet ihm de letzte Wind entjahn Und God ihm sienen Odem nahm!“ 1. Wem untersteht der Soldatenbund? Dem Oberbefehlshaber des Heeres. 2. Wer kann ihm angehören? Dem Wunsche des Führers entsprechend jeder, der nach dem 1. 1. 21 irgendwie Soldat gewesen ist, auch wenn er nur 7 Tage geübt hat. Er muß in Ehren ausgeschieden sein. Arierbestimmungen wie bei der Wehrmacht. Bei der Kriegsmarine entspricht dem Soldatenbund der NS.= Marinebund, bei der Luftwafse die Luftgaureserve. 3. Welche Aufgaben hat der Soldatenbund? a) Er vereinigt die Ausscheidenden in soldatischer Kameradschaft. b) Er hält sie in lebendiger Verbindung mit der Truppe. c) Er pflegt die Erinnerung an die beim Heer verbrachte Dienstzeit und die Ueberlieferung der Wehrmacht. d) Er erhält und fördert die Wehrhaftigkeit. 4. Wie wird die lebendige Verbindung mit der Trupve gehalten? a) Bei den Avvellen und den kameradschaftlichen Veranstaltungen sind die aktiven Offiziere und Unteroffiziere nach Möglichkeit zugegen. b) Aktive Heeresangehörige oder Reserveoffiziere unterweisen durch Vorträge oder Geländedienst die Kameraden. c) Der Soldatenbund nimmt unter sachgemäßer Führung an Uebungen und Manövern als Zuschauer teil. d) Bei allen festlichen Veranstaltungen der Truppe tritt er an bevorzugter Stelle an. e) Zu den kameradschaftlichen Veranstaltungen der Truppe wird er herangezogen. s) Der Schießdienst entspricht im allgemeinen der Truppe. Es ist zu berücksichtigen, daß vorerst nur wenige Reservisten zu Uebungen herangezogen werden können, daß also der Soldatenbund sich mit einschalten muß, die Reservisten auf dem Laufenden zu halten. 5. Wie werden die Kameraden im Soldatenbund zusammengefaßt? In Kameradschaften. In kleinen Orten umfassen diese alle Kameraden. In größeren Orten sind sie nach Wassengattungen oder auch nach Trupventeilen getrennt. 6. Wie ist der Dienst in der Kameradschaft? Der Schwerpunkt wird auf das Soldatische gelegt. alles Vereinsmäßige tritt in den Hintergrund. In echter Kameradschaft vollzieht sich der Dienst und das Zusammensein. Die Veranstaltungen finden im allgemeinen ein= bis zweimal im Monat statt. 7. Wie ist der Anzug? Uniform ist vorerst noch nicht vorgesehen. Es wird nur eine blaue Bundesmütze getragen ähnlich der Offiziersmütze des Heeres: sie ist in der Waffenfarbe paspeliert. Ein Abzeichen entspricht dem Hoheitsabzeichen der Wehrmacht. 8. Wie hoch ist der Beitrag? 50 Pfg. monatlich. Im Bundesbeitrag ist der Bezug der Bundeszeitung enthalten, die zweimal monatlich erscheint. Für Erwerbslose können andere Kameraden als Paten eintreten. Eintrittsgeld wird nicht erhoben. 9. Welche Stellung nimmt der Reichstreubund ehemaliger Berufssoldaten ein? Er ist nicht mehr selbständig, sondern als korvoratives Mitglied in den Soldatenbund eingegliedert. Jeder ehemalige Berufssoldat muß ihm angehören, sofern er Mitglied des Soldatenbundes ist. Sonderbeitrag 50 Pfg. monatlich. 10. Welches sind Aufgaben des Reichstreubundes? Fürsorge und Versorgung im Rahmen des Soldatenbundes neben der Tätigkeit der Fürsorgeoffiziere des Heeres. 11. Kann man als Angehöriger des Soldatenbundes auch der NSDAP. und ihren Gliederungen angehören? Jawohl. Doppelmitgliedschaft ist möglich und vor allem für solche Kameraden erwünscht, die sich politisch betätigen wollen. 12. Wer gibt Auskunft über den Soldatenbund? Die Truppe und die Wehrersatzdienststellen. ferner alle örtlichen Gliederungen des Soldatenbundes, sowie für die Provinz Westfalen. die beiden Länder Livve und den Regierungsbezirk Osnabrück: Soldatenbund. Bundesgruppe 6. Münster i.., Münzstraße 24/25. 13. Wie wird man Mitglied des Soldatenbundes? Durch Ausfüllen eines Aufnahmeantrages bei der Truppe, den Ersatzdienststellen oder den Kameradschaften. Humor Kapiert Der Herr Professor erklärt den Erdball und die Gestirne:„Nehmen Sie an, mein Kopf sei der Globus. Schräg oben vor mir steht die Sonne und leuchtet auf meine Stirn. die Europa darstellen soll. Wenn nun die Sonne auf meine Stirn Eurova scheint, so haben die Bewohner meines Hinterkopfes Schatten! Kaviert, meine Herren?" Kindermund „Sieh mal. Mutti, was ich für ein Glück habe! Ich habe beinahe ein vierblättriges Kleeblatt gesunden— drei Blätter hat's schon...!“ Statt besonderer Anzeige. Gott der Herr über Leben und Tod hat meine liebe Frau, unsere treue Mutter, unsere gute Schwester, Schwägerin und Tante Tad Eina Kinigdent geb. Scharpenberg nach schwerem Leiden, Im Alter von 52 Jahren, heute morgen zu sich in die Ewigkeit genommen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: W. Kingdom Hans Kingdom Ruth Kingdom Castrop-Rauxel, den 3. November 1936. De Ferchgung fsnctet del an Ffelieg den a soender geh. mittags.30 Uhr, vom Trauerhause aus, Thomasstraße 21. Dank für die uns beim Tode meines lieben unvergeßlichen Mannes, meines guten Vaters erwiesene Teilnahme für die vielen Kranz= und Blumenspenden und das ehrenvolle Geleite zur letzten Ruhestätte.(32 Frau Toni Neumann nebst Sohn und Angehörige. Castrop=Rauxel 1, im November 1936. Kinderwanen in größter Huswahl, Kinderwagen nueste Modelle, zu niedrig. Preisen u. günstig. Kirggl Castrop Zahlungsbeding. nur bei banh eGr- Münsierst. 21 Abgeschlossene -ZimmerWohnung in der Altstadt zum 1. 12. zu vermieten.(120 Hüncke Viktoriastr. 21. Möbliertes Zimmer mit fl. warm. u. kalt. Wasser, Zentralheizg. a. Bahnh. Rauxel zu vermieten. Zu erfragen in d. Geschäftsstelle d. Stadtanz. Der Stolz der Handwerker is Qualifätsarbeit... Unser Stoiz ist die Qualitäts-Drucksache für alle Zwecke. Verlangen Sie bemustertes Preisangebot von Druckere Geschu Schmitt Castrop-Rauxel i. 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Wasserstandsmeldungen .10 Frauenturnen .45 Zeit, Nachrichten, Wasserstandsmeldungen 10.00 Volksliedsingen 11.50 Bauer merk auf 12.00 Die Wertpause 13.00 Mittagsmeldungen Glückwünsche 13.15 Mittagskonzert 14.00 Mittagsmeldungen 14.15 Allerlei von Zwei bis Drei 15.45 Wirtschaftsmeldungen 16.00 Nachmittagskonzert 17.15 Kleine Bücherstunde 17.30 Erlebnisse diesseits und jenseits der Grenzen 18.30 Was sich unsere Hörer wünschen 19.45 Momentaufnahme 20.00 Erste Abendmeldungen 20.10 1. Kunterbunt aus Kindermund; 2. Tanzmusik 22.00 Zeit. Wetter. Nachrichten 22.20 Das Schatzkästlein 23.20 Es wird getanzt. #e, Preute häli den Stadtanzeiger für Castrop=Rauxel und Umgebung das alle. beliebte Heimatblal!