Lrin Caetbap MBmhau%,Pa.! dat Castoptauset und ungesung 62. Jahrg. Castroper Zeitung.eKesss ee usune an u u. S u ui zeha; Akuxeter Neueste Nachrichten SaesgeFrt and belag, Becde Sang i. Calter=seueu 0 Bladenhorster Tageblatt Welter in Castrop=Kauxel. DA. IX. 36 1633. Sa., Nr. 2151 Castrov, nachm tage zuvor Erfülungoort u. Gerichtskand Castop=Kauxel. Amtliches Veröffentlichungsblau für den Landgerichtsbezirk Dortmund. Allgemeines Kreisblaut für den Stadttreis Castrop=Rauxel. M. 2. Sonntag, den 1. November 1936 Kasse im Kaum Der Mensch im Mittelpunkt der neuen Geographie Erkenntnisse des Deutschen Geographentages in Jena NSK. Wenn bis heute viele sich ackselzuckend abwandten, wenn sie von Geographie hörten, so lag dies weniger an dem Gegenstand, als an dem Unvermögen der meisten Gelehrten und Schulmänner, die Volkstumsgrundlagen in Beziehung zum Raum zu setzen. d. h. das Verhältnis von Blut und Boden zu ergründen. Der Raum ist aber ohne den in ihm schafsenden und ihn beherrschenden Menschen nicht denkbar. Es genügt keineswegs, daß Volkstum und Rasse wie die anderen Teilgebiete mit„erledigt“ werden, sondern diese Grundelemente müssen in der Geographie Ausgangsvunkte sein! Daher besann sich der deutsche Geographentag in Jena auf seine wesentlichen Ausgaben, an denen auch die Partei wegen der Raumplanung und der Neuorientierung des Geographieunterrichts beteiligt ist. Die Tagung stand unter dem Protektorat von Reichsminister Rust. Der Geographentag beschäftigte sich auf seinen letzten Versammlungen mehrsach mit dem Lebensraum Deutscher in fremder Natur und Kultur und kam insoweit schon den neuen Zielen entgegen. Während aber bisher die Anthrovogeographie. d. h. die Lehre von den Rassen in der Landschaft, auf den Tagungen nur„am Rande“ behandelt wurde, stand sie diesmal im Mittelvunkt! Bis in die Nachkriegszeit war die Entwicklung des Raumes fast vollständig dem einzelnen bzw. Berufssonderinteressen überlassen. Die ersten großen Wandlungen im Antlitz der deutschen Landschaft stammen aus den Industriegebieten. Vor allem das Ruhrgebiet, eine früher blühende Landschaft, erhielt durch den Bergbau und seine Siedlungsschäden ein völlig anderes Aussehen, während z. B. Bielefeld als Beispiel ausgeglichener Entwicklung anzusehen ist. Mit der Aenderung der Landschaft hängt eng die Berufsschichtung zusammen: Während 1882 noch 16 Millionen. d. h. 40 v. H. der Bevölkerung landwirtschaftlichen Arbeiten nachgingen, sind es 1933 nur noch 21 v. H. Die Landstädte, ebenso wie die Mittel= und Großstädte. sind ungeheuer gewachsen. Aus acht Großstädten sind 52 geworden, aus 2 Millionen Einwohnern dieser 20 Millionen, d. i. ein Drittel der Reichsbevölkerung. Die markantesten Zeugen sind die Mietskasernen. Verschiedene Warnungssignale waren von den Vorkriegsregierungen überhört worden, das reichsdeutsche Siedlungswesen war 120 Jahre unverändert geblieben, seit der Zeit der Bouern„befreiung". Die Siedlungs= und Heimstättengesetzgebung der Nachkriegszeit war nicht auf Schaffung geschlossener Dorfanlagen gerichtet mit Bewohnern einheitlicher Rasse, die aus bestimmten Stammeslandschaften stammen, sondern nur auf Einzelsiedlungen. Erst die Regelung des Arbeitseinsatzes, das neue Siedlungswesen(vor allem Erbhöse!) und das große Siedlungswerk des Reichsheimstättenamtes der DAF. für alle Schafsenden. Wohnungsbau in Stadt und Land usw. verfolgen einen einheitlichen Plan, in dem der Arbeitsdienst eine nicht geringe Rolle spielt. Die Raumforschung hat die Aufgabe. festzustellen, durch welche Bodenverteilung das deutsche Volk am besten seine Aufgaben erfüllen kann. Hierzu müssen aus dem dynastischen Schutt die alten deutschen Stämme und Landschaften als Reichsglieder wieder erstehen. wobei der Geographie die Aufgabe der Bestandsaufnahme des Raumes zufällt. Daher wurden alle Versuche auf der Tagung abgelehnt, die zu einer besonderen Planwissenschaft führen sollen. besonders wurde gegen eine Monovolstellung der Wirtschaftswissenschaften wegen ihres zu großen Theoretisierens Stellung genommen. Der Raumordnung hat die Reichsvlanung und dieser die Raumforschung voranzugehen. Sie hat sich auch der Statistik zu bedienen, aber durch neue Erhebungsarten; sie hat sich von den gleichmacherischen Durchschnittswerten frei zu machen und den „Zahlenfriedhof nach englischem Vorbild lebendig werden zu lassen". Das Reichsamt für Landesaufnahme hat vor allem die unerläßlichen Karten zu beschaffen. Welcher deutsche Lebensraum auch auf der Jenaer Tagung behandelt wurde, alle Vortragenden gingen bis zum Ansang unserer Volkwerdung zurück: zur Vorgeschichte. So hörte man Vorträge über das geschlossene Siedlungsgebiet des sudetendeutschen Raumes, über die Bedeutung des mitteldeutsch=thüringischen Raumes für die Entstehung der Indogermanen und als Hauptwirkungsgebiet der nordischen Rasse. Prof. Neumann=Jena, der Landesführer des Reichsbundes für Deutsche Vorgeschichte, zeigte in seinem Urgeschichtsmuseum in Weimar, in wie weit das Thüringer Land in der Vorgeschichte für fast alle deutschen Großstämme ein Stelldichein bedeutet hat, wie gerade die zahlreichen und wertvollen neuen Bunde beweisen. An Hand von Fundkarten ersieht man, wie der thüringische Raum als Land der Mitte große Bedeutung für das Werden der Germanen und des deutschen Volkes hatte, nicht zuletzt durch die Wirksamkeit der hier als im Kerngebiet siedelnden vorgermanischen Völker der Illurier und Kelten, von denen besonders diese den Germanen stark verwandt sind. Schon in der Urzeit ist der Boden nur Schauplatz, nicht bedingender Faktor der geistigen, volksumbildenden Kräfte. Jeder Teil des deutschen Raumes hat seinen Beitrag zum ganzen deutschen Volke gegeben, indem jede Rasse in einer bestimmten Landschaft siedelt, die ihr eigentümlich ist. Mitteldeutschland ist hauptsächlich der Ursprung für nordische Rasse. Indogermanen sowie neuhochdeutsche Sprache, hat sich also als wesentlich expansiv erwiesen. während der Nordwesten der Schöpfer der Germanentums und Reinerhaltung der nordischen Rasse ist. Der„vreußische“ Stil ist aber auf dem nordöstlichen Kolonialboden in hartem Kampf mit der Umwelt entstanden. Schließlich hat zum deutschen Gesamtbild die dinarische Rasse im Verein mit der nordischen das Geistige im Süden und Südwesten geliefert. Die Teilnehmer hatten auch Gelegenheit, die im Bau begriffene größte Talsverre Europas bei Hohenwarte zu bewundern, die auch ein sprechendes Beispiel für die Wandlungen einer Landschaft ist. Hier wie an der Talsperre bei Burgk ist ein ganzer Ort verschwunden, dessen Bewohner selbstverständlich an anderer Stelle neu angesiedelt wurden. Pros. Schrepfer hat als erster bewußt ausgeDer bedeutsame Ersaß des Präsidenten der Reichsanstalt über die statistische Durchleuchtung der Arbeitslosen nach neuen Gesichtspunkten im Interesse eines planmäßigen Arbeitscinsatzes, der die persönliche Vorladung des Arbeitslosen vorsieht, wird von dem Reserenten in der Reichsanstalt. Dr. Luyken, in der„Arbeitslosenhilfe“ kommentiert. Neben der bisherigen Herausnahme der Notstandsarbeiter. Fürsorgearbeiter, arbeitsuchenden Krümver=Unterstützten usw. können danach jetzt auch ohne Rücksicht auf versicherungsrechtliche Bestimmungen alle diejenigen Arbeitsuchenden nicht als arbeitsios gezählt werden, die mehr als zwei Drittel erwerbsbehindert sind, gleichgültig, ob sie Unterstützung beziehen oder nicht. Ebenso scheiden— wie bisher— aus dem Kreis der Arbeitslosen diejenigen aus, die weniger als 30 Wochen=Arbeitsstunden dem Arbeitseinsatz zur Verfügung stehen können. Trotzdem bleibt die Vergleichbarkeit der Arbeitssprochen, daß die beschreibende Anthrovogeographie noch nichts über das Volk aussagt. Erst die Ausprägung der Rassen innerhalb der Landschaft schafsen dieses, das aber nicht auf regionale Bauernkunde beschränkt bleiben darf. erst recht nicht auf„gesunkenes Kulturgut", sondern das Brauchtum aller Schichten umjassen muß. Diese Ausdrucksformen sind auch die Ursachen in einzelnen Abweichungen in der Haltung der verschiedenen germanischen Völker, z. B. Engländer und Schweden. Zu ausgesprochen bewußter Stellungnahme sind jetzt die Schulgeographen gelangt. Beispielhaft war der Vortrag von Dr. Jantzen vom Deutschen Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht. Eindring= lich war sein Hinweis auf den erzieherischen Wert der Hervorhebung von Volk und Rasse im geographischen Unterricht. Man erhält den Eindruck, daß die Schule in der Zielsetzung schon weiter als die Hochschule ist. Es hat sich als richtig erwiesen. Vergleiche zu fremden Rassen zu ziehen, wobei nicht genung betont werden kann, daß die öffentliche Meinung Englands und Amerikas dem Rassengedanken durchaus positiv gegenübersteht. Den Schülern ist vor allem klarzumachen, daß erst die Leistungen aller deutschen Stämme die Einheit des deutschen Raumes ergeben. Dr. W. Hodermann. losenzahl gewahrt. Innerhalb des so abgegrenzten Kreises der Arbeitslosen werden diese nach Arbeitseinsatzfähigkeit geschichtet. Einsatzfähig ist, wer nach seinen geistigen und körverlichen Fähigkeiten zur Arbeitsaufnahme imstande ist, ganz gleichgültig, ob er aus irgend welchen Gründen schwer vermittelbar ist. Es sollen alle diejenigen Volksgenossen ermittelt werden, die voll oder beschränkt für den Arbeitseinsatz zur Verfügung stehen. Der Schwerpunkt der Unterscheidung zwischen „im Beruf voll einsatzfähig" und„sonst voll einsatzjähig" wird bei der Leistungsfähigkeit des Arbeitslosen für eine speziellen Beruf, bei seinen Berufskenntnissen und=fertigkeiten liegen. Als„sonst voll arbeitseinsatzfähig sind diejenigen anzusehen. die zwar nicht in ihrem Berus. wohl aber gegebenenfalls in anderen Berufen oder als ungelernte Arbeiter ohne geistige oder körverliche Behinderung dem Arbeitseinsatz voll, das heißt mindestens 48 Stunden, zur Verfügung stehen. Alle anderen Arbeitslosen sind als„nicht voll arbeitseinsatzfähig" zu bezeichnen. Im wesentlichen werden es diejenigen sein, die durch Gebrechen so behindert sind, daß sie zwar mehr als ein Drittel. aber nicht als voll arbeitseinsatzfähig gelten können. oder solche, die weniger als 48 aber mehr als 30 Wochenstunden zur Verfügung stehen oder solche, die durch lange Arbeitslosigkeit, Ueberalterung usw. gezählt, die durch mehrfache Arbeitsverweigerung ihre beschränkte Arbeitseinsatzjähigkeit dargetan haben. Wer von den Volleinsatzjähigen weder durch Besitztum noch soziale Bindungen an den Wohnort gebunden ist, wird für den zwischenbezirklichen Ausgleich ermittelt. Es bleibt im übrigen bei der Berufsgliederung nach 27 Berufsgruppen. Wegen des Facharbeitermangels in einzelnen Zweigen werden aber die besonders stark betroffenen Gruppen nach Berufsarten aufgeteilt. So werden zur Zeit die Berufsgruppen Industrie der Steine und Erden. Baugewerbe und Metallgewerbe nach Berufsarten gegliedert. Bei Feststellung des Grades der Einsatzfähigkeit wird, so schließt der Referent, in manchen Fällen auf die Mithilfe des Vertrauensatztes der Arbeitsämter nicht verzichtet werden können. Schirach über die religiöse Frage Auf der Führertagung der HJ. in Freiburg i. B. sprach der Reichsjugendführer in einer Massenkundgebung auf dem Münsterplatz. Dabei kam er auf die religiöse Frage zu sprechen und führte dazu aus: Wir sind nicht Ketzer und Kirchenstürmer, sondern wir sind durch unsere Fahne und durch unseren Führer mit Gott verbunden. Wenn wir unsere Pflicht erfüllen, so erfüllen wir auch unsere Pflichten gegen unseren Gott. Die Einsicht gewisser Leute reicht nicht aus anzuerkennen, welches Glück es ist. in einem ruhigen Deutschland zu leben, während in Spanien unerhörte Grausamkeiten auch gegen die Kirche verübt werden. Die Kritiker mögen sich vorstellen, was übriggeblieben wäre, wenn die rote Brandjackel auch nach Deutschland getragen worden wäre. „Ich dulde in dieser Jugend niemand, der nicht an Gott glaubt. Wenn wir in der Zeit, in der alles gegen uns war, nicht den Glauben an die Vorsehung gehabt hätten, so hätten wir unseren Sieg durch Not und Terror nicht gesunden. Wir sind geeint im Glauben an den Führer, und unsere Gemeinschaft wird jedes Schicksal überdauern. Solange ich auf diesem Posten stehe, wird es in Deutschland keine konfessionellen Verbände geben.“ Deutsche Soldatengräber Arbeitsbericht des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge Essen. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. veröffentlicht den Arbeitsbericht für 1935/36. In der Einleitung wird festgestellt, daß der Volksbund und seine Amtsträger getreu wie bisher auch in Zukunft ihre Pflicht tun und sich mit ganzer Hingabe dem Werk der Heldenehrung für die Gefallenen des Weltkrieges und der Freiheitsbewegung widmen werden. In dem Abschnitt des Berichtes, der den inneren Aufbau des Volksbundes behandelt, wird u. a. festgestellt, daß alle Erwartungen hinsichtlich seines Wachsens in den letzten beiden Jahren weit übertrossen worden seien. Der Bestand von 149078 Mitgliedern um Ende des Jahres 1934 hat sich bis zum 1. August 1936 auf 295 881 erhöht. Es haben sich also nahezu 150 000 Mitglieder in die Reihen des Volksbundes gestellt. Im Abschnitt des Arbeitsberichtes über die Kriegsgräberfürsorge wird einleitend festgestellt, daß der Volksbund in diesem Herbst auf 10 Jahre Bautätigkeit zurückblicken könne. Während sich seine Arbeit zunächst auf Frankreich beschränkte, habe sie sich in den letzten Jahren auf immer mehr Länder ausgebreitet. Zur Zeit werde in neun Ländern gebaut. In Frankreich, wo die weitaus größte Zahl unserer Toten liegt, sind auch die meisten Kriegsgräberstätten ausgebaut oder im Bau. Die Zahl der vollständig oder zum größten Teil ausgebauten Ehrenstätten stieg von 80 im Jahre 1934 auf 93 im Jahre 1935. Von den 209 deutschen Kriegsgräberstätten mit einer Gesamtgräberzahl von 710 000 sind bis heute 132 fertiggestellt oder in Arbeit genommen. Weitere Berichtsabschnitte behandeln die Arbeit des Volksbundes in Belgien. England. Polen. Jugoslawien. Italien. Schweiz. Palästina und anderen Ländern. Die Einrichtung der Patenschaften, die der Volksbund über bestimmte Kriegsgräberstätten an seine Gliederungen, an Städte. Provinzen und Körverschaften, an die Wehrmacht. Gliederungen der Partei und Soldatenverbände, vergibt, hat sich aufs beste bewährt. Es wurde eine neue Paten= und Bauordnung erlassen, die den planmäßigen Ausbau aller Patenfriedhöse gewährleistet. Der Bericht stellt weiter fest, daß der Neueingang von Anfragen nach Gräbern deutscher Soldaten in den letzten beiden Jahren stark zurückgegangen ist. Nach wie vor stehe aber der Volksbund den Angehörigen jederzeit in allen Fragen der Kriegsgräberfürsorge zur Verfügung. Nachdem die Reichsbahnverwaltung Ansang 1935 eine Fahrvreisermäßigung von 30 v. H. zum Besuch deutscher Kriegsgräber= „Mein Kumpf, 2,8 Millibnen=Auftage Die meistgelesenen deutschen Autoren— Eine NS.=Bibliographie In der Sondernummer, die das„Börsenblatt für den deutschen Buchhandel“ zur Woche des deutschen Buches herausgegeben hat, werden in den Anzeigen des Zentral=Verlages der NSDAP(Frz. Eher. Nachf., München) die letzten Auflagezahlen bekannter nationalsozialistischer Bücher mitgeteilt. Danach sind von Adolf Hitlers Buch„Mein Kampf“(deutsche Ausgabe) über 2½ Millionen Stück erschienen, von dem Buche von Dr. Goebbels„Vom Kaiserhof zur Reichskanzlei“ 210.000 Stück, von den anderen Büchern von Dr. Goebbels sind„Der Angriff“ in 60 000.„Signale der neuen Zeit“ in 20 000,„Kampf um Berlin“ in 43000 Stück verbreitet. Von Alfred Rosenbergs Buch„Der Mythos des 20. Jahrhunderts“ sind 483000 Stück verbreitet, von anderen Büchern desselben Verfassers„Blut und Ehre“ in 70000 und„Gestaltung der Idee“ in 30000 Stück. * Der Nationalsozialismus überwacht mit größter Umsicht durch eine Parteiamtliche Prüfungskommission alle Schriften und Bücher, die in Form oder Inhalt auf die Bewegung Bezug nehmen. Ueber die Arbeit dieser Kommission sprach deren Vorsitzender, Reichsleiter Bouhler, dieser Tage im Deutschlandsender. Er sagte u..: „Der politische und geistige Umschwung brachte es mit sich, daß jetzt zahlreiche Autoren, die weder ein moralisches Recht noch die erforderlichen Kenntnisse, Erfahrungen und Einsicht in die Dinge besaßen, sich berufen fühlten, das nationalsozialistische Schrifttum um unerwünschte und irreführende Beiträge zu bereichern. Eine Sturmflut banalster, nichtssagender und schwülstiger Schriften über Führer und Bewegung, von der kleinen Broschüre angefanden bis zum großen teuren Prachtwerk, brach über das wehrlose Leserpublikum herein. Es entstand eine Konjunkturliteratur, die auf dem Rücken von Volk und Bewegung ihre unerfreulichen Blüten trieb. Daneben wurde mehr als einmal der Versuch unternommen, unter dem Deckmantel eines nationalsozialist ischen Buches Gedankengänge zu vertreten, die dem Wesen des Nationalsozialismus in keiner Weise gerecht wurden, die vielmehr dazu angetan waren, ein schiefes Bild unserer Weltanschauung zu vermitteln oder die gar eine bewußte Versälschung des Wollens und der Ziele unserer Bewegung bezweckten. Dies war der Grund, weshalb der Stellvertreter des Führers in April 1934 zur Bildung der varteiamtlichen Prüjungskommission zum Schutz des nationalsozialistischen Schrifttums schritt, deren Vorsitz mir übertragen wurde. Wenngleich ihre Aufgabe zunächst in der Hauptsache darin bestand, das geistige Gut der Bewegung vor wirtschaftlicher Ausbeutung. Verwässerung und Zersetzung zu schützen, so ergab sich für sie sehr bald auch die Notwendigkeit. die Produktion des politischen Schrifttums richtunggebend zu beeinflussen und darüber hinaus eine planmäßige Prüfung und Sichtung des vorhandenen Materials vorzunehmen. Dem ersten Zweck dient die Prüfung aller Bücher und Schriften, die in Form oder Inhalt auf die Bewegung Bezug nehmen. Mit der Erteilung des Unbedenklichkeitsvermerks soll zum Ausdruck gebracht werden, daß von Seiten der Partei gegen die Veröffentlichung der betreffenden Schrift keine Bedenken erhoben werden, ohne daß damit eine Identifizierung mit ihrem Gesamtinhalt verbunden sein sollte. Die Vergebung des Unbedenklichkeitsvermerks ist heute wesentlich eingeschränkt und wird nur noch für das nationalsozialistische Schrifttum im engeren Sinne des Wortes angewandt: Das ist das Schrifttum, das sich unmittelbar mit den Fragen der politischen Zielsetzung der Bewegung, ihren führenden Männern usw. befaßt. Die hier geleistete Arbeit findet ihre Auswertung in der Nationalsozialistischen Bibliographie, die eine bibliographische Sichtung und Ordnung der mit dem Unbedenklichleitsvermerk versehenen Bücher und Schriften vornimmt und dabei auch das als positiv zu wertende Schrifttum erfaßt. soweit es politische, wirtschaftliche und weltanschauliche Probleme im Sinne des Nationalsozialismus behandelt. Die Nationalsozialistische Bibliographie ist eine monatliche Veröffentlichung, die den mit der Erziehung. Schulung und der wissenschaftlichen Arbeit beauftragten oder berufstätigen Partei= und Volksgenossen einen zuverlässigen Führer durch das politisch einwandfreie Schrifttum an die Hand geben soll.“ Die Prasung der Arbenhosen Wer ist voll-, beschränkt und nicht mehr einsatzarbeitsfähig? Die drei Stufen der Arbeitseinsatzfähigkeit stätten im Inland bewilligt hatte, hat sie diese Jahrpreisermäßigung im Frühjahr 1936 auch auf Fahrten zum Besuch der deutschen Kriegsgräber im Auslande und vor kurzem auch zum Besuch der Gräber der Gefallenen der Bewegung ausgedehnt. Die Fahrvreisermäßigung wird den Eltern. Ehefrauen und Kindern der Gefallenen gewährt. Geschwister sollen vielleicht später einbezogen werden. Wegen Pressenötigung bestraft Erfurt. Der Kohlenhändler Leisheit in Mühlhausen(Thür.) wurde vom dortigen Amtsgericht wegen Diebstahls zu einer Woche Gefängnis verurteilt. Er befürchtete. die Verössentlichung des Urteils in den beiden Mühlhäuser Zeitungen könne Deshalb drohte ihm geschäftlichen Schaden bringen. er den beiden Zeitungen, er werde ihnen die Inserate entziehen und das Abonnement abbesteilen. wenn sie über seine Verurteilung berichteten. Da das dennoch geschah. bestellte er schriftlich die Inserate und das Abonnement ab. Er hatte sich deshalb wegen Pressenötigung vor dem Schössengericht in Mühlhausen zu verantworten. Der Staatsanwalt beantragte wegen Pressenötigung eine Gejängnisstrafe von sechs Wochen. Das Schössen. gericht nahm an, daß sich der Angeklagte der Wendung im deutschen Pressewesen nach der Machtergreisung durch den Nationalsozialismus noch nicht bewußt gewesen sei. und erkannte nur auf 50 Mark Geldstrafe, ersatzweise 25 Tage Gesängnis. Konig Garoi defacht Bray??. und wird vermutlich die Gefahren der Verbindung mit Moskau zur Sprache bringen Als Dolmetsch Belgrads? Prag. Unter den Staatsbesuchen, die die Lage in Westeuropa ausgelöst hat, wird dem für morgen bevorstehenden Besuch des rumänischen Königs Carol in der Tschechoslowakei vermutlich eine besondere Rolle zukommen. Dieser Besuch ist zwar seit langem verabredet, aber nach den neuesten Besprechungen. die stattgejunden haben, erwartet man nicht ohne Grund Besonderes von ihm. Es ist bekannt, daß König Carol sehr aktiv an der Politik seines Landes teilnimmt. Offiziell kommt er, um den Staatsfeiertag der Tschechoslowakei mitzufeiern und den Besuch zu erwidern, den der Staatspräsident Benesch gelegentlich der letzten Konferenz der Kleinen Entente in Bukarest abstattete. Der Aufenthalt ist auf etwa acht Tage berechnet. Auch ein Jagdausflug in die Provinz ist vorgesehen. Dem Besuch voraus ging ein Ministerrat. wobei neben anderem auch die Uebertragung der Kronrechte während der Abwesenheit des Herrschers auf den Ministerrat vollzogen wurde. Voraus ging aber auch die bisher noch nicht aufgeklärte Reise des Ministerpräsidenten Tatarescu nach Belgrad. die viele Mutmaßungen und Gerüchte ausgelöst hat Daß es um wichtige Verhandlungen geht, wird durch die Anwesenheit des rumänischen Außenministers im Gefolge des Königs angedeutet. Es wird vermutet— wahrscheinlich nicht ohne Grund— daß bei dem letzten Belgrader Besuch des rumänischen Ministerpräsidenten entscheidende Haltungsfragen für die Kleine Entente beraten wurden. und daß jetzt der rumänische Herrscher bei den Besprechungen„den Standpunkt des südslawischen Prinzregenten und der stawischen Regierung berücksichtigen“ werde. Der rumänische König käme also damit als Dolmetsch Belgrads, das ja in seiner Haltung gegenüber Sowjetrußland einen Standpunkt einnimmt, der am weitesten von dem der Prager Politik entfernt ist. wie er wieder in der letzten großen Rede des tschewischen Außenministers hervortrat. Man dürfte also darüber reden, daß sowohl Bukarest als auch Belgrad in den engen politischen und militärischen Verknünjungen Prags und Moskaus unerwünschte Gefahrenmomente für die innere und die äußere Sicherkeit ihrer Länder erblicken und daß sie sich danach zu richten beabsichtigen. Mehr und mehr ergibt sich, daß der letzte sommenhalt. den die Kleine Entente noch hat, allein die gemeinsame Gegnerschaft gegen die Revisionsbestrebungen Ungarns ist. Daß dieser Punkt immer wieder unterstrichen wird, je weniger Einigkeit in den anderen Programmpunkten vorhanden ist, versteht sich von selbst. Vittorio Mussolinis Verlobung Hochzeits= und Studienreise nach Hollywood Rom. Wie aus der Familie des Duce nahestehenden Kreisen verlautet, hat Vittorio. Mussolinis ältester Sohn, sich soeben verlobt. Die Feier fand im engsten Kreise statt, und auch der Name von Mussolinis juniors Braut wurde nicht erwähnt. Indessen scheint festzustehen, daß Vittorio Mussolini noch in diesem Winter zu heiraten beabsichtigt. Die Hochzeitsreise wird das junge Paar nach Hollywood führen, wo Vittorio Mussolini längere Zeit zu verweilen gedenkt, um sich eingehend mit dem Studium der Lichtsvielkunst und ihrer Technit zu befassen. Es heißt, daß Vittorio Mussolini nach seiner Rückkehr aus Amerika einen führenden Posten in der italienischen Filmindustrie bekleiden soll. Dies ist ohne weiteres verständlich, zumal der Duce den italienischen Film in jeder Hinsicht fördern und entwickeln will. Mussolinis ältester Sohn, der knapp 21 Jahre zählt, diente bekanntlich acht Monate als Leutnant in dem berühmten Jagdgeschwader in Abessinien. dem auch sein Bruder und sein Schwager, der neue and. Außenminister Graf Ciano, angehörte. Vittorio süd= Mussolini erwarb sich im ostafrikanischen Kriege seine ersten Lorbeeren. Nach seiner Rückkehr nach Rom wandte er sich wieder seiner journalistischen Arbeit zu. während sein jüngerer Bruder Bruno weiter bei der Luftwaise verblieb. Sowohl Vittorio als auch Bruno Mussolini sind entschlossen, sich ihr Brot selber zu verdienen, genau wie alle anderen jungen Leute des Landes. Es heißt auch, daß der Duce die Eheschließung seines Sohnes gutheißen wird, auch wenn die zukünftige Schwiegertochter keine Angehörige der Aristokratie ist oder sich nicht durch Reichtum auszeichnet. Mussolini hat bekanntlich seine gesunde Lebensauffassung, die jedem äußeren Glanz und Prunk abhold ist, beibehalten und auch seine Kinder entsprechend erzogen. Jahre lang stand Deterding einem Weltölkonzern vor, der zum Schluß eine Produktionz= und Absatzorganisation hatte, die in der gleichen Ausdehnung wohl wieder vorhanden sein mag. aber kaum übertroffen sein dürfte. In dem Shell=Konzern verkörvert sich zugleich die ungeheure Zusammenballung von Kapital und Macht, wie sie nur auf dem Gebiete des Erdöls in solcher Form möglich ist. Aus wenigen Ziffern wird das bereits deutlich, denn die an die verschiedensten Staaten der Welt zu zahlenden steuerlichen Abgaben. die die Shell=Gruppe im abgelausenen Jahre zu bezahlen hatte, ergeben sich aus deren Geschäftsbericht und erreichen die beinahe phantastische Zahl von 89248677 Pfund. Die Transportilotte umfaßt 1926 967 Tonnen. Das gesamte Personal beläuft sich auf über 180000 Menschen. wobei nur die in fester Anstellung befindlichen gezählt sind. So groß die Bedeutung Deterdings als Leiter dieses Weltkonzerns auch sein mag und so merkwürdig seine ganze Persönlichkeit ist, so schwer ist es auch, in knappen Umrissen ein rechtes und gerechtes Bild zu entwersen. Seine Laufbahn war jedenfalls erstaunlich, denn im jugendlichen Alter stand der in einer Amsterdamer Bank Ausgewachsene bereits auf einem verantwortlichen Posten der Nederlandsche Handels Mii in Indien, von wo aus er seinen Posten im Oelkonzern antrat. Der damalige Leiter, J. B. Aug. Keßler, hatte ihn gerufen. Einige besondere Vorgänge, die so oft vergessen werden, seien hier in Erinnerung gebracht, denn Deterding hatte bald Gelegenheit. in China zu beweisen, daß die allmächtige Standard Oil Co., jene durch Rockefeller geschaffene Petroieumorganisation, nicht unbesiegbar war. Auch der deutsche Markt. der anfänglich restlos in den Händen der Standard war. mußte mit der Shell teilen. Auch Venezuela verdankt diesem Oelkonzern seine Bedeutung, denn das vorher eigentlich unbekannte Land erlangte erst einen Namen, nachdem die Erdölbohrungen Erfolge zeitigten, und damit begann zugleich der Aufschwung. Deterdings Nachfolger wird der jetzt im Alter von 54 Jahren stehende Divl.=Ing. J. E. F. de Kok. gleichfalls Niederländer. und seit 1908 in Diensten der Gesellschaft. Von 1921 ab ist er als Direktor in den verschiedensten Zweigen des Konzerns tätig gewesen. Dem Vernehmen nach wird der neue Generaldirektor im Haag Wohnsitz behalten. Deterding wohnt seit einiger Zeit in Deutschland. 60 000 Bettler marschieren auf London Die Krönung wirft ihre Schatten voraus London. Beunruhigende Anzeichen eines großen Bettlermarsches auf London beschäftigen gegenwärtig die Behörden. In der Stadt selbst ist schon ein bedrohliches Anwachsen der Zahl der Fechtbrüder spürbar. Scotland Dard rechnet mit einem weiteren Zustrom von mindestens 60000 Bettiern, bevor die Krönungsfeierlichkeiten im Mai ihren Anfang nehmen. Zahlreiche Schnorrer und Vagabunden, die nach altem Brauch die Herbstkurorte Englands bevölkerten, sind eilends in die Hauptstadt zurückgekehrt, um ihre alten Plätze wieder einzunehmen, bevor diese von Konkurrenten besetzt werden. Zwischen diesen Bettlern und Landstreichern ist schon ein regelrechter Kampf um die bevorzugten Ecken in den Hauptverkehrsstraßen entbrannt. Groß=London hat in normalen Zeiten einen festen Bettlerbestand von etwa 20000 Mann. Unter diesen sind wiederum 3000 allein auf dem engen Raume zwischen Charing Croß Stadion und Piccadilly und im Umkreise von 3 Kilometern konzentriert. Berücksichtigt man die 60000 im Marsch auf London befindlichen Ritter der Landstraße, so kann man sich den heißen Kampf ausmalen. der im Frühjahr 1937 um den Platz an der Sonne ausgesochten wird. Schon heute haben die Behörden Platate ankleben lassen. auf denen das Publikum vor Bettlern, zweiselhaften Existenzen wie Fremdenführern und„Vertrauensleuten“ gewarnt wird. Besideutschratts Radfahrer vom Herzschlag getroffen Wattenscheid. Ein älterer Radfahrer, der die Günnigfelder Straße befuhr, stürzte vlötzlich mit seinem Rade, blieb sogleich besinnungslos liegen, und der herbeigerufene Arzt konnte nur noch den Tod durch Herzschlag feststellen. Es handelt sich um einen 37jährigen Mann aus Essen. 7jähriger Schüler unter die Straßenbahn geraten Hamm. In der Nachbargemeinde Herringen geriet auf bisher noch vollständig ungeklörte Weise der siebenjährige Schüler Heinz., als er sich auf dem Heimwege von der Schule nach Hause befand, unter einen Wagen der elektrischen Straßenbahn. Es war ein großes Stück Arbeit, den bedauernswerten kleinen Mann wieder unter dem Wagen hervorzuholen. Man brachte ihn ins Marienhospital nach hier, und wenn auch sein Zustand zu ernsten Besorgnissen Anlaß gibt, hoffen die Aerzte doch, ihn am Leben erhalten zu können. Ein„Shrenfahrrad für Fulengro Frankreichs Innenminister unter dem Vorwurf der Fahnenflucht im Kriege Neue Zeugen Der französische Innenminister Salengro, s. Zt. bekannt geworden durch eine üble Rede gegen Deutschland, sieht sich neuerdings wieder dem Vorwurf einiger Rechtsblätter ausgesetzt, daß er während des Krieges fahnenflüchtig geworden sei. Ein französisches Kriegsgericht habe ihn, während er in deutscher Kriegsgefangenschaft war. in contumacia zum Tode verurteilt. In einer öffentlichen Erklärung hatte der Kriegsminister Daladier vor einigen Wochen zu diesem Votwurf festgestellt, daß ein Kriegsgericht in dieser Angelegenheit gegen Salengro(der im Kriege Radjahrer war) verhandelt, ihn jedoch freigesprochen habe. Die Wochenzeitschrift„Gringoire“ hat ihre Vorwürfe jedoch aufrecht erhalten und eine Reihe von Zuschriften veröffentlicht, in denen sich ehemalige Kriegskameraden Salengros— ein Bataillonskommandant, mehrere Offiziere und Unteroffiziere— als Zeugen dafür meldeten, daß er unter dem Vorwand, einen Gefallenen bergen zu wollen, in der Tat zu den deutschen Gräben hinübergewechselt sei. Sie wollen der Sitzung des Kriegsgerichts und der Verlesung des Todesurteils vor der Komvagnic selbst beigewohnt haben. Wenn ein anderes Urteil in den Akten liege, so könne es sich nur um ein zweites Verfahren handeln, das durch Freunde Salengros veranlaßt und betrieben worden sei. Die Auseinandersetzungen um das Verhalten, das der„Radfahrer Salengro“ vor dem Feinde gezeigt habe, hat die französische Oeffentlichkeit lebhaft beschäftigt. Der Ministerpräsident Leon Blum hat die Verdächtigungen wiederholt als schmutzig zurückgewiesen. Jetzt hat er den Kriegsminister Daladier gebeten, durch den Generalissimus der französischen Armee, Gamelin, in Verbindung mit zwei Frontkämpfer=Vereinigungen ein Ehrengerichtsverfahren durchzuführen. In dem Briefwechsel Daladiers mit Gamelin, nimmt Gamelin den Auftrag mit der Einschränkung an, daß er über Vorgänge. die bereits die französische Militärgerichtsbarkeit beschäftigt hätten, kein Ehrenverjahren mehr eröffnen könne, sondern sich auf die Feststellungen beschränken müsse. welche Verfahren gegen Salengro geführt und zu welchen Urteilen sie gekommen seien. Aus diesem Grunde verlangt er die Zuziehung des Archivleiters und eines Juristen. Die Rechtspresse erhebt gegen dieses beabsichtigte Verfahren den Einwand, daß es die Untersuchung nur auf den Inhalt der Akten des Kriegsministeriums beschränke, die inzwischen um die wirklich belastenden Stücke„bereinigt“ sein könnten. Die zahlreichen Zeugen, die sich gemeldet hätten, unter ihnen hervorragende Frontkämpfer aller militärischen Grade, würden in ihm gar nicht zu Wort kommen. obschon sie als unmittelbare Vorgesetzte und Kameraden Salengros allein eine zuverlässige Darstellung geben könnten. Außerdem seien die beiden Vertreter der Frontkämpfer. die Gamelin beigegeben würden. wohl nicht ohne Absicht aus jenen Kriegsteilnehmerorganisationen entnommen, die politisch links ständen. Es sei ein„befremdlicher Ausweg", den Leon Blum gewählt habe, um den Innenminister des Volksfront=Kabinetts zu retten. Christentum gegen Bolschewismus Der Bischof von Lille gegen die kommunistische Gefahr Auf einer Diözesantagung in Lille ergriff der Bischof von Lille. Monsignore Lienart, das Wort. um sich in bisher ungewohnt scharfer Weise gegen die kommunistische Gefahr auszusprechen. Die Gefahr. die Frankreich bedrohe, so erklärte der Bischof. nenne sich der Kommunismus. Dieser Kommunismus habe zwei Gesichter, je nachdem er sich der Oeffentlichkeit in den Ländern vorstelle. in denen er noch nicht Herr sei und in denen, wo er bereits die Macht übernommen habe. Das eine Gesicht sei einladend und das andere abschreckend. Der Haß des Kommunismus sei so groß, daß er weder das Leben noch die Ehre seiner Opfer achte und ihren Tod mit den raffiniertesten Mitteln unmenschlicher Grausamkeit herbeiführe. Nichts könne derartige Ausschreitungen entschuldigen und deshalb müsse man auch im Namen der geheiligten Rechte der geschändeten Menschheit ebenso wie im Namen der christlichen Brügerlichkeit diesen Opfern des Hasses die tiefste Sympathie zum Ausdruck bringen, ohne sich deshalb in die inneren Angelegenheiten anderer Länder zu mischen. Man müsse sich fragen, ob die Arbeiter und Bauern in Sowjetrutzland wirklich glücklich seien, nachdem ihnen jedes Recht der Verteidigung genommen worden sei und sie nicht einmal die Möglichkeit hätten. auszuwandern. Gott möge Frankreich vor einem solchen Glück bewahren. Glücklicherweise sei es in Frankreich noch nicht so weit, aber es gebe Franzosen und Ausländer, die das französische Volk ebenfalls dahin bringen möchten. In den französischen Norddevartements ebenso wie im übrigen Frankreich habe der Kommunismus bewiesen, wie weit er die Organisierung von Unruhen durch Streiks und Fabrikbesetzungen beherrsche. Wenn man sich aber bemühe, die Wurzeln dieses Uebels zu suchen. so werde man auch Mittel finden. ihm wirksam entgegentreten zu können. Deterding tritt zurück Der Leiter der Koningliite Nederlandsche Maatschapvij tot Exploitatie van Petroleumbronnen. Sir Henry Deterding. tritt Ende dieses Jahres von der Leitung dieses Unternehmens zurück. Unter dem Namen Royal=Dutch ist es uns genau so bekannt und noch besser unter der einsachen Bezeichnung: Shell=Gruppe Mit diesem Entschluß gibt ein Mann eine Tätigkeit aus, die sein Lebenswerk bedeutete. Vierzig Als Mörder festgenommen Essen i. Oldbg. Morgens 5 Uhr wurde der Arbeiter Wilh. Thieben aus Harkebrügge, 25 Jahre alt. in das hiesige Amtsgerichtsgefängnis eingeliesert, dringend verdächtigt, den Haussohn Georg Ebken=Hartebrügge tödlich verletzt zu haben.— Abends fand in der Wirtschaft Block eine Versammlung des Schützenvereins statt, woran auch Thieben teilnehmen wollte, er wurde aber aus dem Lokal gewiesen. Lange Zeit nachher verließ Ebken das Lokal und kam nicht wieder. Man nahm allgemein an. Ebken sei nach Hause gegangen. Als die letzten Gäste das Lokal verlassen hatten, machte der Wirt Block noch einen Rundgang durch alle Räumlichkeiten, verschloß die Fenster usw. und fand dann schließlich auf der Klosettanlage den Ebken im Blute liegend vor. Ebken war bereits tot. Block verständigte sofort die Gendarmerie in Barßel, die kutz darauf eintraf und sofort die Ermittlungen ausnahm. Der Verdacht fiel auf Thieben. Die Gendarmerie=Beamten fanden Thieben in der Nacht zu Hause in der Küche auf einem Tisch sitzend. schlasend vor. Thieben. der verhaftet wurde, bestreitet, der Täter zu sein. Das von der Polizei am Tatort vorgesundene blutbefleckte Messer soll Thieben als sein Eigentum bezeichnet haben. Ferner wurden an dessen Lederjacke Blutspuren festgestellt. Mordkommission in Oldenburg wurde sofort benachrichtigt. Oberpräsident Frhr. v. Lüninck über die Landesplanung Westsalens Münster. Im Verlause der Sitzung der Provinzialräte Westfalens berichtete der Vorsitzende. Oberpräsident Freiherr von Lüninck, in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Provinzialverbandes über ge sertschreitenden Ausbau der Landesplanung in Westfalen. Die Landesplanungsgemeinschaft Westfalen habe inzwischen ihre praktische Arbeit ausgenommen. Mit dem Siedlungsverband Ruhrkohlenbezirk, der einen besonderen Planungsraum biide, für den die planungsbehördliche Zuständigkeit noch nicht abschließend geregelt ist, bahne sich eine gute Zusammenarbeit an. Dabei werden insbesondere die Aufgaben beachtet, die sich aus der Restarbeitslosigkeit im Ruhrgebiete ergeben. Die Landesvlanung Westfalen sei bestrebt, in den Randgebieten des Ruhrgebietes und im weiteren Westfalen durch verstärkte Planung von Arbeitsvorhaben die Entlastung der Notstandsgebiete des Ruhrreviers besonders rege zu fördern. Haus Rüschhaus als lebende Erinnerungsstätte der Deutschen Münster. Auf Einladung der Stadt Münster und der Annette=Droste=Gesellschaft sand sich am Donnerstagnachmittag eine stattliche Zahl von Kulturträgern auf Haus Rüschhaus bei Münster ein. wo mit Unterbrechungen von insgesamt etwa 2½ Jahren Deutschlands größte Dichterin Annette Droste von Hülshoff zwanzig Jahre ihres Lebens verbracht und Goender hat. grohen Schafsens Inter der Führung des bekannten Proits: Ferschers Univ.=Pros. Dr. Schulte=Kemming.. vem demnächstigen Hüter dieses Heiligtums der weutschen, wurde die Neueinrichtung des Rüschhauses als lebende Droste=Erinnerungsstätte besichtigt, wie sie vor allem auf Anregung des genannten Gelehrten mit Unterstützung von Staat. Provinz, Kreis. Stadt Münster, wie auch der ruhrländischen Industrie und interessierter Persönlichkeiten geworist. Um den 1. Dezember herum wird Haus Rüschhaus, das auch lebenden Künstlern als Erholungsstätte dienen soll, dem deutschen Volke mit einer großen Feier übergeben. Vom Bau der Reichsautobahnen in Westsalen Münster. Landesrat und Landesbaurat Planeth hielt in der Sitzung der Provinzialräte Westsaiens an der Hand von Plänen einen umfassenden Vortrag über die Reichsautobahnen. Dabei wies er auf die besondere Stellung des rheinisch=westfälischen Industriegebietes und auf die Bedeutung der westsälischen Wirtschaft im Raume der deutschen Wirtschaft hin und erklärte, daß sich hieraus die Notwendigkeit ergebe. die Reichsautobahnen in Westfalen zu bevorzugen, und daß nach den Plänen diese Bevorzugung auch gegeben sei. Zum Schlusse sprach der Vortragende über den Stand der Bauausführung. der teilweise wegen der erheblich schwierigeren Bauten mit der Ausführung der Straßen des Führers im Reiche nicht Schritt gehalten haben. Veränderungen bei der Kraftverkehrs=AG. Westsalen Münster. Infolge der Neuorganisation des gewerblichen Kraftverkehrs hat, wie in der Sitzung der Provinzialräte mitgeteilt wurde, die KraftverkehrsAG. Westfalen ihre Aufgaben zum Teil geändert. Die Folge davon war, daß den Aktionären, darunter auch dem Provinzialverband Westsalen, ein wesentlicher Teil des Attienkapitals zum Nennwerte zurückgezahlt werden konnte. Großbrand im Braunkohlen=Tagebau Liblar. Im Tagebau der Grube Liblar verursachte Funkenflug aus einer Lokomotive den Brand eines offenen Kohlenstocks. Starker Wind begünstigte den Brand, so daß die Werkfeuerwehr, die selbst sofort mit sechs Schlauchleitungen eingegriffen hatte. noch die Feuerwehren von Brühl. Liblax. Oberliblar. Köttingen und von der Hauptwerkstätte Grefrath den Rettungszug der Rheinischen Aktiengesellschaft für Braunkohlenbergbau und Brikettfabrikation zu Hilfe rief. Inzwischen hatte der Brand sich aber erheblich ausgedehnt und zahlreiche kleine Bodenbrände verursacht. Auch der Eichenund Buchenwald dicht am Rande der Grube war, weil der Wind sich weiter als stariker Helfer des roten Elements erwies, an vielen Stellen angegrissen. Vor allem waren es die Baumspitzen und dürre Aeste, die dem Funkenflug zum Opfer sielen und nach ihrem Abstürzen neue Brände am Boden entzündeten. Die Feuerwehren arbeiteten schließlich mit mhreren Motorspritzen und. des starken Rauches wegen, auch mit Rauchschutzgeräten. Sie wurden dabei von den Arbeitern des Werkes und den Waldarbeitern der Gräflich Metternichschen Verwaltung. der der Wald gehört, tatkräftig unterstützt. Den vereinten Anstrengungen gelang es dann nach stundenlanger Arbeit, im Walde den Ausbruch eines wirklich großen Brandes zu verhindern und in der Grube selbst den Brand zu weit einzuschränken, daß er am Mittwochmorgen schon in der Hauptsache als bezeichnet werden darf. Personen und Material sind nicht zu Schaden gekommen, und auch Bhäöt, ist der Schaden, weil es sich um anstehende nicht bedentend. Teil andeiressen st. 18P Sitnttte? Man las in den Tageszeitungen nur eine kurze Notiz. nach welcher eine Auto auf vollkommen übersichtlicher Straße aus bisher unbekannten Gründen in rasendem Tempo gegen einen Baum gefahren sei.„Da die beiden Insassen, Vater und Sohn, von einer Urlaubsfahrt nach dem Süden kamen und in geordneten Verhältnissen lebten. erscheint ein Selbstmord ausgeschlossen und es ist zu vermuten, daß der Sohn, der im Augenblick des Unglücks den Wagen steuerte, die Herrschaft über diesen verlor. Alkoholischer Einfluß steht außer Frage.“ Diese kurze Notiz hatte man wohl schon wieder vergessen, als nach Tagen eine Veröffentlichung erschien. Ein Auszug aus einem Briefe von Helmut, dem Sohn, an seine Schwester, aus dem nur hervorging, daß der Vater bei der Hinfahrt in einem Dorf einen Radfahrer angefahren und zu Boden geschleudert habe, trotzdem aber entgegen den Bitten des Sohnes weitergefahren sei. fernerhin auch, daß der Sohn unter dieser Tat des Vaters furchtbar leide, und sich um das Opfer sorge, jedoch sich nicht erkundigen könne, da er sonst den Vater und sich des Verbrechens verdächtig machen würde. So begann und endete ein Seelendrama. Vater und Sohn waren früh von ihrer Wohnung weggefahren, um im Süden einige wohlverdiente Urlaubstage zu verbringen. Abwechselnd steuerten sie das Auto, aber wenn der Sohn fuhr, so ging es wohl oft dem Vater zu langsam. Hatte er es vielleicht so eilig, weil er die noch vor ihm liegende Lebenszeit mit dem Abschnitt verglich, den er schon erlebt hatte? Hatte er vielleicht Angst, etwas zu versäumen? Hatte er etwa gar das Vorgefühl seines nahen Todes? Wie dem auch sei: er hänselte seinen Sohn als Langweiler, Hasenfuß, ja auch als Schwärmer; „hier in dieser öden Gegend so viel Zeit versäumen, die man dann im sonnigen Süden sicher vermissen würde“— und saß er am Steuer, dann fuhr er, was der Wagen nur hergeben konnte. Auch durch die Dörfer. So geschah es, daß er in einem Dorfe einen Radfahrer, der wohl auch etwas unsicher fuhr— fühlte er vielleicht sein Schicksal im Rücken?—, streifte. Der Kotflügel knirschte. Helmut, der einen leisen Wehruf ausgestoßen hatte, als er das Unglück miterlebte, griff zum Türöffner, um im Augenblick, da der Wagen zum Stehen gebracht sein konnte, auszusteigen. Doch der Wagen hielt nicht.„Vater, du hast einen Mann überfahren, halte!" Mit eisigem Blick hielt der Vater dem Dorfausgange zu und versuchte die Fahrt noch zu beschleunigen.„Vater. du hast jemand überfahren. Halte doch. So halte doch, wir müssen nachsehen!“ Umsonst. Der Vater hörte nicht. Der Sohn brüllte lauter, schon hat die Hand den Wagenschlag geöffnet. Ganz hinten liegt auf der Straße noch ein schwarzer Fleck. Ein Mann? Ein Sack?„Vater, halte oder ich springe aus dem Wagen!" Der Vater hält nicht und— Helmut springt nicht aus dem rasenden Auto, sein Widerstand wurde schwächer und schwächer. Er blickt hinüber zum Vater. Eisern sitzt der am Steuer. Eisern und eisig. Helmut schloß die Augen. Vielleicht hatte der Vater recht. Ein Toter? Verhandlungen! Gefängnis! Grauenhafte Gedanken. Die Tage im Süden waren keine Erholung; für den Vater nicht, für den Sohn nicht. Ueber den Vorfall hatte man kein Wort gesprochen. Aus gegenseitiger Scheu. Diese Scheu aber, dieses Schuldbewußtsein, dieses stille Anklagen und Gefühl der Mitschuld hatten eine Wand zwischen Vater und Sohn gestellt. Man unterhielt sich, ja. man scherzte wohl auch hier und da einmal, aber es war wie eine Unterhaltung, die zwischen zwei Zimmern, deren Tür mit einer Portiere, mit einem Sieb verhängt ist, stattfindet: einem Sieb, das die Worte„ich bin schuldig" und„wir sind schuldig“ auffängt und sie doch in unerbittlicher Anklage bei jedem Wort aufzittern läßt. „Ich bin schuldig, wir sind schuldig!“ Helmut hatte sich alle möglichen Zeitungen beschafft, um über das Unglück etwas in Erfahrung zu bringen: doch als er in einer derselben gelesen hatte: „Rücksichtsloser Autofahrer!", da legte er das Blatt aus der Hand. Sein Vater war vor Gott angeklagt, sein Vater und er. Konnte er sich unter solchen Umständen erholen? Erholen an der Seite eines Angeklagten. vielleicht eines Mörders? Machte sich der Vater gar nichts aus seinem Verbrechen? Verbrechen! O, wie weh tut dies Wort. War es denn wirklich ein Verbrechen? O— und er? Ja, er war ein Verbrecher, wie der Vater. Man war auf der Heimfahrt. Man wollte, um neue Eindrücke zu gewinnen, die Fahrtroute anders legen als auf der Hinfahrt. Wirklich nur. um neue Landschaftsbilder zu sehen? Wirklich nur? Vater, frage du dein Gewissen! Deswegen, nicht aus Furcht? Aus Furcht vor dem Gewissen, du, wie ich? Aber, man wagt es nicht auszusprechen. man belügt sich, man belügt den anderen und kann keinen überzeugen, nicht das eigene Ich. nicht den Sohn, nicht den Vater! „Die Gegend kennen wir ja nun schon, da wollen wir lieber den kleinen Umweg machen.“ Der Umweg zweigt 50 Kilometer vor der Unglücksstelle der Hinfahrt ab. Helmut lenkt den Wagen. Er fährt wie wahnsinnig. Wo ist der vorsichtige, der langweilige Helmut? Treibt ihn die Sehnsucht? Ja, er hat Sehnsucht, Sehnsucht nach der Schwester: die Gleich geht’s los! (Scherl— M. Mutter ist schon lange tot, aber diese Sehnsucht sitzt nicht mit ihm am Steuer, Das Gewissen ist es, das neben ihm sitzt, das hinter ihm herläuft. dem er enteilen will. Dort vorne ist die Abzweigung. Helmut fährt. fährt— wie der Vater unruhig neben ihm atmet — ist es das Gewissen? Ist es Angst? Ist es Wissen? Der Wagen schießt geradeaus. Auf der bekannten Straße. „Helmut, kehr um, wir wollen uns doch die andere Gegend ansehen.“ Der Wagen schießt weiter!„Helmut, hörst du nicht? Du sollst umkehren!“ Helmut hört nicht.„Helmut— Helmut!" Eisern sitzt Helmut am Steuer, eisern, eisig. „Helmut!“ Dort vorne muß schon das Dorf kommen, wo... Eisern sitzt Helmut am Steuer des rasenden Wagens. Eisern und eisig. Da. ist dort vorne nicht ein schwarzer Fleck auf der Landstraße? Ein schwarzer Fleck, wie damals in dem Dorf dort? Ein Sack? Ein Mensch? Ein Toter? „Hat sich die Anklage bis hierhin geschleppt. die Anklage gegen den Vater, gegen mich. Geschleppt bis zur Rache?“ Phantasie, Einbildung! Vision! Der Wagen fliegt dem schwarzen Fleck entgegen— die Rache fliegt ihm entgegen. Zwei Menschen wandern dort vorne dem Dorfe zu, dem Dorfe. Helmut sieht nur den schwarzen Fleck. „Helmut!"„Vater!“ Ein furchtbares Krachen dröhnt auf. Glas klirrt und zwei Schreie:„Helmut!" Vater!“ —„Heute ereignete sich kurz vor dem Eingang in das Dorf T. ein schweres Autounglück——“ Das Germacines Ein leichter Sprühregen hüllte die Landschaft ein. Hinter den Häusern des Gutshofes verschwammen die Felder im Dunst, aus dem hier und dort die Schattenrisse von Bäumen hervortraten. Felix Melchin, der Gutsherr, kam von einem Gang durch die Ställe zurück — er wußte mit diesen Sonntagen nie etwas Rechtes anzufangen. Bisweilen kamen wohl abends die Nachbarn herüber, aber seitdem die Wege durch das Herbstwetter wieder schlechter geworden waren, ließ jeder seinen Wagen daheim, und gar heute am Allerseelentag rührte sich keiner von Hause weg. Melchin warf noch einen Blick in das Wohnzimmer, und als er dort seine Frau nicht fand, ging er hinüber in seinen Arbeitsraum, wo der Schreibtisch mit Papieren und Plänen auf ihn wartete. Niemand hatte die junge Frau fortgehen sehen, aber heute fragte auch niemand. So viele nahmen an diesem Tag den gleichen Weg. Und der Regen hinderte es nicht, daß sich auf dem Friedhof die Blumen auf den Gräbern häuften. Stumm standen die Menschen davor, die Mäntel hochgeschlagen, keiner achtete auf den andern— und auch für Irene Melchin gab es einen, zu dem sie heute zurückfand und dessen Gesicht ernst und gütig zwischen den weißen Blumen auf dem Grab hervorzutreten schien. Sie hatte ihn lieb gehabt und verloren. Sie nahm einen anderen, denn das Leben stand nicht still und stellte seine Forderungen, aber vergessen konnte sie Peter nicht. Sie sprach nie davon. Aber an diesem einen Tage durfte man etwas Liebes auf das Grab legen— mit dem stillen Eingeständnis, daß man manchmal Heimweh hatte.— Erst am Abend saßen sich Mann und Frau gegenüber. Während Irene mit einer Handarbeit beschäftigt war, saß Melchin vor Abrechnungen und Katalogen, und nur ein Kanarienvogel unterbrach manchmal die Stille. „Könntest du nicht heute wenigstens einmal die Arbeit ruhen lassen?" bat schließlich Irene. Sie hätte so gern geplaudert oder ein wenig Musik gehört. Der Mann sah auf:„Ich weiß ja doch, daß deine Gedanken heute nicht bei mir sind—“ „Felix, es ist doch Allerseelen“, sagte sie leise. „Ja, aber ich dachte, daß einmal auch die Zeit vorbei sein wird, um etwas Verlorenes zu trauern, und daß die Gegenwart einem genug ist—“ Irene horchte verwundert auf. Hatte sie Trauer verraten? Wußte Felix vielleicht mehr von ihr, als sie annahm? Sie sah ihm voll Vertrauen ins Gesicht. „Felix, es können nicht alle Menschen gleich sein. Peter war ein guter Mensch. Warum soll ich das vergessen? Etwas übernimmt man doch immer von einem Menschen, mit dem man einmal zusammenlebte. Ich weiß, du sorgst dich um alles, du bist für alle da, aber du bist manchmal zu wenig für mich da, Felix. Sei mir nicht böse, wenn ich das sage!“ Der Mann faltete langsam die Blätter zusammen: „Frau, ich habe es dir nie erzählen wollen: Es stand damals schlecht um unseren Hof, als ich ihn übernahm. Aber weil er dir gehörte und weil er jetzt die Heimat für uns beide werden sollte, habe ich mir keine Ruhe gegönnt, alles wieder ins alte Geleise zu bringen. Es war nicht leicht, das kannst du mir glauben, es macht hart und manchmal müde, und man kann dann nicht an Feierstunden denken. Und wenn ich damit in Kauf nahm, daß vielleicht mit uns nicht alles so wurde, wie wir beide es gedacht hatten— mach' mir keinen Vorwurf daraus. Du warst zu mir auch nicht so wie zu dem anderen...“ Das Wort traf die junge Frau. Und wie sie jetzt heimlich das Gesicht des Mannes streifte, sah sie zum ersten Male, daß er nicht mehr der junge und frische Felix war, und erkannte auch das andere: Wie hilflos sie ohne ihn gewesen wäre, wie er gearbeitet hatte, für sie, wie er Schweres überwunden und daDie Snite Eine freundliche Geschichte vom Sterben Der Kleinbauer Klumpp lag auf dem Sterbelager. Das nächste Pfarrdorf lag weit entfernt und also auch der Friedhof. Es war in den neunziger Jahren; andere Verhältnisse wie heute. Der Arzt, der zweimal in der Woche den Berg heraufkeuchte, meinte bald, es wäre besser, der Kranke habe seine Pflege im Krankenhause. Das hatte Christian Klumpp zuerst strikte abgelehnt, der Kosten wegen. Dann fing er zu rechnen, und dabei kam der Hinfällige zu dem Ergebnis, er werde sich besser stehen, im Krankenhaus zu sterben als hier oben auf dem Oedhof. Der Gemeindepfleger und der Totengräber vom Pfarrdorf besuchten ihn und erklärten auf sein Befragen: ja: die Kosten für den Transport einer Leiche zu Tal, sechzehn Kilometer weit, seien hoch. Und sie stimmten dem Bauern zu, daß er billiger lebendig hinunterkomme als tot; und das Krankenhaus in G. lag nur eine Meile von Dorf und Friedhof weg. Nachdem schickte der Bauer zu dem Holzhändler Kächele, seinem Schulebua.„Führscht mi ins Tal'rab mit deim' Karre, Gottlob“, bat der Bauer.„Brauchscht net extra fahre; halt, wennst mit deiner Holzfuhr gahscht.“ Der Schulebua, gleichaltrig mit dem Bauern, gradaus siebzig, willigte ein. Er blieb eine Weile am Lager des Kranken, machte Witze, erzählte die gemeinsamen Streiche aus der Jugendzeit und meinte, der Christian wolle ihn und andere mit dem vermeintlichen Sterben wohl zum Narren halten. Zu Possen und losen Streichen sei er schon in der Schule und überhaupt immer aufgelegt gewesen. Mit solcherlei Reden wollte der gute Gottlob dem Freunde von der Schulbank her die Todesgedanken vertreiben. Drei Tage darauf fuhr Gottlob Kächele mit seinem Leiterwagen vor. Er hatte sechs Raummeter Holz geladen, und es war daher nach menschlichem Ermessen kein Plätzchen zum Transport eines Kranken mehr frei. Aber mit gutem Willen geht alles. Der Oedhofbauer wurde oben auf dem Holzstapel verfrachtet und auch nicht eben unsanft gebettet. Mit Hü und Ho, Rütteln und Schütteln knarrte der Wagen den holperigen Waldweg hinunter. Kächele, der einen guten Schluck liebte, machte bei jedem Gasthaus nach altem Herkommen Rast. Es waren aber insgesamt sechs Gasthäuser. Der Kranke auf dem Wagen draußen wartete an dem sonnigen Tag gern und geduldig, nahm auch je und je ein Glas voll mit Dank an, das ihm der Gottlob herausbrachte. Im letzten Wirtshaus dauerte die Einkehr lange, sehr lange, und der Gottlob schwankte, als er sich auf den Bock setzte. So geschah das Unglück; die Gäule scheuten, das Fuhrwerk stürzte den Abhang hinunter. Der Gottlob lag mit schweren Verletzungen unter dem Wagen; der Kranke jedoch unverletzt auf moos'gem Waldesgrund, in seine Decken gepackt, wie ein Wickelkind.— Die beiden wurden zwei Stunden später gefunden und ins Krankenhaus gebracht. Gottlob Kächele starb dort am anderen Tag, nachdem er kurz vorher noch voller Genugtuung festgestellt hatte:„Hab mir's doch glei denkt, der Chrischtian spielt mir widder oan Posse. Dees ischt a Schlaule! Aber wart no, du kommscht au no draa!“ Christian Klumpp aber genas und kam erst nach zehn Jahren dran! mit vielleicht auf manches verzichtet hatte, was das Leben leicht machen konnte, und daß er vielleicht ebenso wie sie das menschliche Nahsein entbehrte. Und sie? Hatte er damit recht, daß sie nicht zu ihm war, wie er es erwarten konnte? Sie streckte die Hand über den Tisch.„Felix, warum sagst du mir das erst jetzt? Wir gehören doch zusammen, wir wollen aufbauen, und es wird alles besser werden— es ist nur gut, daß man manchmal daran erinnert wird, was noch fehlt. Meinst du nicht auch?“ So hatte Melchin das Gesicht der Frau lange nicht gesehen. Ehrlich, lächelnd, vertrauensvoll stand es ihm gegenüber. Fest ergriff er die kleine Hand, und in dieser Berührung empfanden sie gemeinsames Blut, gemeinsames Wollen und Leben. An diesem Abend war es hinter zwei Fen stern des Gutshauses noch lange hell. Drau ßen hatte der Regen aufgehört, und der Mond schien friedlich über den Hof, die Fel der und die Blumen auf den Gräbern. AerrflAge in Alosellane Westfälische KöF.=Urlauber genießen die Schönheiten eines weingesegneten Landes Lustige Gesichter bei der Bernkasteler Weinspende Büder: Wühelm Sehlen Ant Kourin den Schwuczwals Erlebnisreiche, unvergeßliche Tage in freude und Sorglosigkeit in Deutschlands schönster Gegend (Schluß) Wir durften nicht länger verweilen, wir mußten weiter. In Windungen führte der Weg am Schluchsee vorbei, über Aha, dem Windgfäll Weiher, Alt Glashütten, durch das bekannte Bärental bis zum Fuße des Feldberges. Was uns immer wieder entzückte, waren die buntgemalten Wegweiser, die einmal durch eine Gruppe lustiger Wanderer, im Bärental durch einen zottigen, dicken Bären den Weg anzeigten. Ein bergan führender Weg wurde dadurch grotesk angezeigt, daß ein Bauer mit langer roter Nase eine Bäuerin mit hochgeschürzten Röcken hinter sich die Höhe hinanriß. Und nun waren wir auf dem höchsten Gipfel des Schwarzwaldgebietes angelangt. Feldberg, die Sehnsucht aller Wintersportler. 1500 Meter über den Meeresspiegel! Weite ausgedehnte Wälder, die fast bis zur Bergkuppe heranreichen, grüne saftige Weideflächen lan den Hängen, von Blumen übersäte Wiesen, kleine Feldbergkühe, die sich lustig auf den Matten tummelten. Vom Bismarckturm genossen wir noch ein letztes Mal das ungemein Reizvolle dieser badischen Gebirgslandschaft. Lange verweilten wir dort. Man war irgendwie gebannt von soviel Schönheit. Unmöglich war es, sich diesem Zauber zu entwinden. Nur ungern folgten wir dem Rufe unseres Führers, der zum Aufbruch gemahnte. Noch einen letzten Blick; man versuchte noch einmal und immer wieder das alles in sich aufzunehmen, was da so unglaubhaft und doch so wirklichkeitsnah vor uns lag. Zurück ging die Fahrt durchs Bärental in östlicher Richtung zum Titisee, der in einer Höhe von 860 Meter über den Meeresspiegel liegt. Es war am Spätnachmittag, als wir ankamen. Wir hatten nie so klares sonniges Wetter wie an diesem Tag. Eine weite glitzernde, tanzende Fläche dieser See. Leicht schaukelten die Kähne auf den sanften Wogen. Eine frische Brise wehte uns entgegen. Kinder, weißgekleidet und braungebrannt standen am Ufer und warfen Kieselsteine ins Wasser. Ein Maler saß vor seiner Staffelei, umgeben von Neugierigen. Auf dem Rande eines Bootes sitzend erlebten wir hier eine neue Schönheit des Schwarzwaldes: Tannen, Berge, Seen und Sonne. Dies alles teilte sich uns in nie geahnter Weise mit und machte uns froh. Etwas geheimnisvolles und stimmungsvolles lag über diesem See. Kurze Zeit später fuhren wir durch das schaurig wirkende Höllental. Ganz tief unten im Tal liegend, von der Höhe aus fast schwarz erscheinend, hat es einen ungemein romantischen Neiz. Es fröstelt einen bei der Fahrt und man ist froh, als in der Ferne die Türme des Münsters von Freiburg sich im Nebel abheben. Freiburg, Stadt der Wälder, des Weines und der gotischen Kunst. Mit seiner Höhe von 116 Meter überragt der Münsterturm die ganze Stadt, das Schwabentor ist Zeuge alter meisterlicher Baukunst, die Universität ein Hort deutscher Geistespflege. Soll man nun noch schildern, daß die bevorstehende Heimreise Unbehagen auslöste? Daß die letzten Stunden viel zu schnell verstrichen? Daß es allenthalben ein herzliches Abschiednehmen gab mit viel Tränen und ernsten Wiedersehensversprechen? Unerbittlich ging die Zeit weiter. Die schönen Tage mußten ein Ende haben. Wieder die gleichen hilfreichen Hände bei der Abfahrt, noch ein letztes langes Tücherschwenken... wir waren im Schwarzwald gewesen! Wir besuchen Dater Schlageter Bernkastel: Iiaektplatz mit Brunnen Silbern glänzt das Band der Mosel aus der Tiefe, umrahmt von der blitzenden Weiße der Fachwerkdörfchen. Grau und gelb steigen die Aecker hinter ihnen einige Schritte bergan, dann beginnt der Wald. Höher hinauf wollen wir, begierig, zu sehen, was uns die Natur noch an Eindrücken vermitteln wird. Ueberall an der Mosel das gleiche Bild und doch wieder so verschieden. Immer mannigfaltiger das Land. Der Strom mit seinen Rebenhängen bleibt nur als stets wechselndes Motiv. Bald zaubert eine talverbauende Windung des Flusses die Illusion eines Bergsees, bald folgt der Blick den steilen Felsterrassen aufwärts zu verträumten Gipfeln. Unwiderstehlich locken die zahllosen Winzerorte zu gemütlichem Trunk. Gelegent„Ja, das hat die Mosel an sich“, klingt es uns jetzt noch immer in den Ohren,, ein Lied, das immer wieder dann mit frohem Lachen und weinbefeuchteten Kehlen gesungen wurde, wenn wir uns ganz in ihrem Banne wußten. „Ja, das hat die Mosel an sich, die Mosel läßt keinen mehr los.“ Jetzt ist eine frohe Zeit in den Tälern der weinfrohen Westmark. Wer je an leuchtenden Herbsttagen die Ufer der Mosel entlang wanderte oder im Wagen gemächlich von Ort zu Ort glitt, den zieht es immer wieder zurück in das herrliche Land, die heimeligen Städtchen und die gastlichen Orte, wo bei„Wein, Weib und Gesang“ köstliche Erlebnisse uns packen. Die schönste Zeit der Rebentäler lockte, die RSG.„Kraft dur Freude“ schrieb eine Fahrt an die Mosel aus, köstliche Erinnerungen steigen auf, und wieder einmal packte ich meine Koffer und fuhr hinaus ins bunte Land. Von Hagen, dem Ausgangspunkt der Reise, ging die Fahrt durch das Bergische Land, immer näher dem Rhein zu. Schon grüßten in der Ferne die hohen Doppeltürme des Kölner Doms, und ohne Aufenthalt brachte uns ein Sonderzug an das Ziel unserer Reise, nach Bullay, wo ein Zug der Moseltalbahn bereitstand, uns in unsere Bestimmungsorte zu bringen. Bernkastel, Andel, Lieser, Mül heim, Brauneberg, Neumagen waren bereit, uns bierfreudige Westfalen nun zu guten Weintrinkern zu machen. Schon eine vorsichtige Probe am ersten Abend ließ erkennen, daß mit diesem edlen Naß nicht zu spaßen sei. Man war zu leicht geneigt, im Stile des Biertrinkens zu schlürfen, und das zeigte hier und da benebelnde Wirkungen. Nicht auzu früh erwache ich am nächsten Morgen in dem sauberen Zimmer meiner freundlichen Quartiergeber. Ich schaue hinaus zum Strom und sehe nur dichten weißen Nebel, der das ganze Tal verhüllt. Wenig später dann breche ich mit einigen Fahrtteilnehmern auf zu einem Gang in die Stille des Landes und steige bergan durch die Kühle des morgendlichen Waldes zu einem der unzähligen Blickpunkte und stehe überwältigt angesichts dieser Schönheit der Natur. Die Nebeldecke ist verschwunden. Klar liegen Nähe und Ferne. Die Kaisertheimen in Trier lich tönt auch wohl munterer Gesang junger Winzerinnen einladend von den Höhen. Alles ist in diesen Wochen ganz anders wie in den heißen Sommertagen. Aus den Winzerstuben, den Straußwirtschaften, tönt jetzt übermütiger Gesang und tanzlockende Musik. Hier findet man sich zusammen, lacht, scherzt und lernt schlichte Weinbauern kennen. Den Wein schenken uns aber übermütig=frische Mädel. Hier findet man zurück zu dem unerschöpflichen Born deutschen Liedes und Tanzes. Das ist die Eigenart des Mosellandes: Weicher und lieblicher als das mächtige Rheintal sind seine Landschaften, heimeliger noch im bunten Herbstkleid als in der Fülle des Sommers. Gleich an die Häuser treten die Weinberge heran. Auf der Landstraße schon fährt man durch Weingärten, die fast 200 Meter hoch die Hänge hinanklettern. Wo hier und da blaue Kopftücher arbeitender Mädchen aus purpurfarbenem Laub schauen, machen wir halt. Wir sind gar bald bekannt mit ihnen und schon ist unser geheimer Wunsch erraten: Wir dürfen einmal zulangen und die Trauben kosten. Und erst die Dörfchen selbst! Aus Beinkastel mit Burg Landshut Türen und geöffneten Kellern strömt betäubender Weinduft. Weshalb sollen wir uns nicht einmal hineinführen lassen in die tiefen Keller? Die ganze Sonderart von Mensch und Winzerhaus wird im Herbst so selbstverständlich. Wir schauen hinein in das Wirken des Winzers, und erleben, wie die Tropfen werden, die uns sorgenfrei und froh machen. Wir hören von der mühe= und sorgenvollen Arbeit auf den Bergen und im Keller. Und die Weinlese selbst? Sie ist wahrhaftig nicht leicht. Hart und mühsam ist auch diese Arbeit. Daß dennoch Frohsinn und manch munteres Lied beim guten Ertrage in die sonnige Landschaft klingen, mag zeugen von der naturverbundenen Art dieses Winzerschlages, in dessen Mitte wir uns zu Hause fühlen. Höhepunkt des Aufenthaltes sollte jedoch Fachwerkhaus an der illosel die Bernkasteler Weinkirmes mit der schon traditionellen Weinspende werden. Tagelang vorher waren fleißige Hände damit beschäftigt, das an sich schon schöne Bild der Stadt noch zu verschönern. Häuser wurden bekränzt, Girlanden über die Straßen gespannt. Auf der Hermann-Göring= Brücke über die Mosel reihte sich ein Fahnenmast an den anderen, eine endlose Kette von Lampions zierte das Brückengeländer, man ahnte also schon, daß etwas Großes kommen mußte. Dazu hatte eine geschickte Propaganda einen großen Zustrom von Fremden angelockt, so daß am Festabend das ganze Städtchen fast überfüllt war. Unzählige Boote mit bunten Lichtern fuhren auf der Mosel hin und her und zauberten so ein malerisches Bild hervor, wie es die künstlerische Hand eines Malers kaum schöner und farbenprächtiger zu gestalten vermag. Und als Abschluß wurde auf Burg Landshut, dem Wahrzeichen der Stadt, ein Feuerwerk abgebannt, bei dem Großstädte, die gleiches machten, vor Neid hätten erblassen können. Und dann die Weinspende! Wer zählt die Völker, kennt die Namen... die bei diesem Anlaß sich an dem historischen Brunnen in Bernkastel stauten. Eine schneidige Kapelle spielte muntere Marschweisen, schnell war das wimmelnde Gewoge auf dem Platz in Ordnung gebracht und dann konnte die Sache steigen. Bewaffnet mit einem vorher erstandenen Trinkbecher schloß man sich der Reihe an und genoß, wenn man sich gut bis zum Brunnen durchgedrängelt hatte, das köstliche Naß, das unaufhörlich aus dem Brunnen rieselte. Dann begann ein allgemeines Schunkeln auf dem Platz, das später zu einem ganz geordneten Tanzen wurde. Mit diesem Glanzpunkt des Aufenthaltes näherte sich aber auch erschreckend schnell der Tag der Abreise; in der immer lustigen Stimmung hatte man ganz vergessen, daß die Zeit unerbittlich fortschreitet. Aber man mußte sich eben ins Unvermeidliche fügen. Pünktlich und ohne jede Verzögerung gestaltete sich die Heimreise, die durch einen erklecklichen Vorrat an mitgenommenen Weinflaschen an Heiterkeit nichts zu wünschen übrig ließ. BiO VOMGIURO Das Archtd des Hauses Liabenhorst Unsere an dem heimatlichen Geschehen nicht achtlos vorübergehenden Leser wird es interessieren, einmal Näheres über das Archiv des Schlosses Bladenhorst zu erfahren, des Schlosses, das, obwohl scheinbar dem Verfall preisgegeben. noch immer, und hofsentlich noch recht lange. eine große Anziehungskraft auf die Bevölkerung der Stadt und der umliegenden Gemeinden ausübt. Das Schloß ist jetzt verlassen. Sein letzter Besitzer hat sich anderwärts niedergelassen Doch Kunde von den Zeiten der Schloßherren von Bladenhorst geben in einer guten Fülle die Akten und Urkunden, die von jeher die jemeiligen Besitzer des Schlosses gesammelt haben und die sich jetzt als eigene geschlossene Sammlung als „Archiv des Hauses Bladenhorst" im Staatsarchiv zu Münster befinden. Ueber die Geschichte und den Inhalt des Archivs klärt das Vorwort zum Revertorium auf. Dieses Revertorium und auch das Vorwort wurden vor Jahren von Archivrat Kochendörffer(Münster) angefertigt und geschrieben. Das Vorwort soll hier, da es nennenswerter Zusätze gar nicht bedarf, im Wortlaut wiedergegeben werden: „Das Archiv des Freiherrn von Weichs auf Schloß Bladenborst ist durch Vertrag vom 16. bzw. * Dezember 1926 dem Staatsarchiv Münster zur Aufbewahrung übergeben worden. nachdem auf Veranlassung des Freiherrn von Weichs im Oktober 1926 eine Besichtigung des Archivs auf Bladenvorst durch den Unterfertigten stattgefunden hatte und die Archivalien im November 1926 in mehreren Kisten abgegeben waren. Bei diesem Devositum handelt es sich nicht so sehr um ein Familienarchiv des Fresherrn von Weiche als um das Archiv des Gutes Bladenhorst. Dieses Gut hat im Laufe der Jahrhunderte mehrfach den Besitzer gewechselt. Von den Düngelen kam es an die Viermundt und von diesen an die Romberg und erst Ende des 19. Jahrhunderts an den letzten Besitzer von Bladenhorst. Freiherrn Clemens von Weichs zur Wenne, der es an den Klöcknerkonzern verlauft hat und nun seinen Wohnsitz auf Borlinghausen im Kreise Warburg hat. Die Archivalien des Hauses Bladenhorst sind von mir folgendermaßen gegliedert: 1. Archiv des Hauses Bladenhorst 1. Urkunden 2. Akten I1. Registratur des Hauses Bladenhorst. 1 1 enthält die meist auf Pergament. nur zu einem kleineren Teil auf Pavier geschriebenen Urkunden von 1332 bis 1658. Sie waren früher auf Brün ninghausen aufbewahrt und wurden 1896 bei dem Brande in Bladenhorst erheblich durch Feuer und Rauch beschädigt. Die meisten Urkunden waren infolgedessen von Rauch geschwärzt und zu sesten Rollen zusammengeklebt. auch die Siegel abgeschmolzen. Sie wieder zu glätten und die Schrift leserlich zu machen, beanspruchte viel Zeit und Mühe Ueber das Urkundenarchiv hat Nordhoff 1866 ein Verzeichnis angelegt, das in späterer Abschrift noch vorhanden ist Bei den Urkunden har Nordhof; aber auch zahlreiche Stücke verzeichnet, die nicht zu den Urkunden gehören, sondern jetzt zu den Akten genommen sind. Ferner sind viele Stücke. die Nordhoff verzeichnet hat, nicht mehr vorhanden beziehungsweise überhaupt nicht nach Biadenhorst gekommen, sondern in Brünninghausen verblieben. Freiherr Konrad von Weichs, dessen Interesse für das Archiv es wohl zu verdanken ist, daß das Archiv nicht nach Brünninghausen kam. sondern in Münster devoniert wurde, hat nach dem Nordhoffschen Revertorium die in Bladenhorst vorhandenen Urkunden festgestellt.(Vergleiche dessen Bemerkungen zum Urkunden=Revertorium!) Das vorliegende Urkundenrevertorium von Nordhoff enthält nur die Nummern des III., VIII. und IX. Kavitels. Das ganze Bladenhorster Archinrevertoire aufzufinden ist bisher nicht gelungen. Vielleicht ist es in Buldern zu finden, wo auch große Teile des Archivs selbst zu finden sein werden. Das vorliegende Bladenhorster Archiv ist also ofsenbar nur ein Fragment. Recht gering an Umfang ist auch der Akten bestand des Bladenhorster Archivs. Die Akten betreisen in der Mehrzahl die Gutsverwaltung von Bladenhorst, in der Hauptsache dem 17. und 18. Jahrhundert angehörig. Die Registratur des Hauses Bladenhorst hielt Unterzeichneter für richtig, von dem Urkunden= und Aktenarchiv zu trennen, da es sich hierbei fast durchgehend um zum Teil noch lausende Akten handelt. die bis in die neueste Zeit reichen. Auch sie haben im allgemeinen die Gutsverwaltung von Bladenhorst zum Gegenstand. Die Belege zu den zahlreichen Rechnungsbüchern wurden nicht besonders verzeichnet, sondern nur in ungefährer zeitlicher Folge zusammengesaßt. Ein kurzer Ueberblick über Haus Bladenhorst und seine Besitzer findet sich in den Bau- und Kunstdenkmälern von Westsalen. Kreis Bochum=Land (Münster i. W. 1907 S. 18—19). Ist das Archiv auch nur ein Torso. worauf schon oben hingewiesen wurde. so enthält es doch man cherlei Material zur Ortsgeschichte wie zur Geschichte der einzelnen Familien die Bladenhorst besessen haben. vor allem der Viermundt und verwandter Geschlechter“ Nachzutragen wäre, daß der in dem Vorwort mehrsach genannte Nordhoff wahrscheinlich der Kunsthistoriker Professor Dr. Joseph Bernhard Nordhoff aus Münster ist. Vielleicht wird bei dem einen oder anderen die Meinung auftauchen, das Archin Bladenhorst gehöre eher in das Stadtarchin Castron=Raurel als in das Staatsarchio Münster. Aber dem steht entgegen, daß das Bladenhorster Archiv viel in das Archiv Brünning hausen, das Archiv der Rombergs, übergreift und die Bindungen der Schloßherren von Bladenhorst zur Stadt Castrov bzw. Castrov= Rauxel nicht so fester und weitläusiger Natur waren, wie es vielleicht wünschenswert gewesen wäre. Doch steht der Heimatsgeschichtsforschung das Archiv des Hauses Bladenhorst in Münster jederzeit offen und große Teile von ihm. auf die des öfteren zurückgegriffen werden muß, befinden sich bereits in Abschrift oder Auszügen in unserem Stadtarchiv.„ Neidhardt Historische Notizen Von Dr. Dorider. Dülmen Eine Neubau=Konzession von 1649 Am 26. Oktober 1649 erlaubten die adeligen Patronen, der zeitige katholische Pastor und die Kirchräte dem Castrover Bürger Georg Janssen und dessen Ehefrau Margarete Weitkamp ihr neues Haus, das sie auf einer dem brandenburgischen Kurfürsten pachttragenden Stätte— die Schuttenstätte von altersher geheißen— mit einem Eid auf die Kirchhofsmauer zu setzen. gleich den umliegenden Häusern. Die Mauer. soweit das Haus darauf gesetzt wird, müssen die Eheleute auf ihre Kosten instand halten. Bei dieser Gelegenheit wird ein Abgang vom Kirchhof. der krumm nach dem Gemeindeweg läuft und den Bau hindert. eingezogen. und ein neuer Abgang auf Kosten der Eheleute gestracks gegen den gemeintenwegh durch die Kirchhofswawern widerumb bequemlich antirt.— Eine Familie Jansen gab es noch 1801 in Castrop und zahlte von ihrer Hausstelle 2 Stüber an die königliche Rentei. Demnach müßte es möglich sein. die Besitzung am Kirchhof und ebenso den neu angelegten Abgang zum Gemeindeweg festzustellen. Odi profanum volgus et arcco! Wie anderwärts, so hatten auch in der katholischen Kirche zu Castrop die Adeligen früher ihre besonderen Sitze auf dem Chor. Denn als man im Jahre 11 für die Kirche neue Bänke anschaffen wollte. machte man mit dem Lettner auf dem Chor den Anfang. Der Lettner. in dem der Herr von Romberg und der von Gysenberg ihre Sitze hatten, sollte 70 Reichstaler kosten. Das hielten die damaligen Kirchmeister Jörgen Middelmann und Johann Henrich Serres im Hinblick auf die Armut der Kirche für untragbar und gingen die genannten Herren um eine Beisteuer an. Zur plattdeutschen Rechtschreibung Am 12. und 13. Oktober 1936 fand in Schwerin eine Tagung der niederdeutschen Landesstellen des Reicheministeriums für Voltsaufklärung und Pronagando statt, die als Hauptthema Fragen der platt. deutschen Rechtschreibung behandelte. Alle Landschaften von Westfalen bis Pommern waren vertreten und die wesentlichen Kenner dieses wichtigen Sachgebietes erschienen. Unter ihnen seien erwähnt Pros. Schulte=Kemminghausen(Münster). Prof. Borchling(Hamburg). Dr. Saß und Dr. Ive Braak (Schleswig=Holstein). Moritz Jahn(Göttingen). Friedrich Griese. Pros. Teuchert und Prof. Burmeister(Mecklenburg). Die Besprechungen verliefen in hervorragender Einmütigkeit. Sie stellen somit gleichzeitig den Beweis einer tatkräftigen Arbeitsgemeinschaft im niederdeutschen Raum unter Führung der Landesstellen des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Provaganda dar. Das Ergebnis der Tagung hat in allen Teilnehmern die freudige Gewißheit geschaffen, daß im Rahmen einer soweit gespannten Arbeitsgemeinschaft auch in Zukunft alle noch offenen Fragen gekkärt werden können. Besonders muß die Tatsache hervorgehoben werden, daß die Tagung durch die Anwesenheit des Reichskulturwalters Pg. Moraller in ihrer besonderen Bedeutung noch gesteigert wurde. Die Beteiligung zahlreicher Vertreter der niederdeutschen Gaudienststellen der NS.=Kulturgemeinde sowie des stellv. Reichsamtsleiters Pg. Holzapfel erweiterte den Rahmen der Arbeitsgemeinschaft. sind die westfälischen Orts= und Familiennamen aus dem heimatlichen Boden zu erklären? In der„Lünener Zeitung“ vom 21. 10. 36 lesen wir: „Undurchdringliche Wälder mit Mooren und Sümpfen, Quellen, Bächen und Flüssen gaben unserer Heimat in alten Zeiten das Gepräge. Hier gründeten unsere Vorfahren unter unsäglichen Anstrengungen ihre ersten Siedlungen. Es war naturgegeben, daß diese nach den betreffenden Wohnplätzen benannt wurden. So entstanden die Namen für Familien und Orte aus den Bezeichnungen der Bäume. Bäche und Moore. Nach dem Worte thar oder dar— Baum erhielt die Siedlung Darfeld ihre Bezeichnung. Der Besitzer größerer Eichenbestände hieß allgemein Eikhoff, Eikmann oder Eikenbusch. Aus dem Buchenhain entwickelten sich die Orte Bochum, Bockum. Sandbochum. Der Wald bot einen Horst oder Schutz für Menschen und Tiere. So entstanden die vielfachen Verbindungen mit Horst, wie Sendenhorst und Horst=Emscher. Mit dem Rohr= oder Sumpfgebiet mußte ein späterer Ansiedler vorlieb nehmen; er erhielt den Namen Rohrkamp oder Röhrmann. Tief im Bruch oder nassen Grund wohnte der Deivenbrock oder Dahlbrock. Nach den Quellen. Bächen und Teichen oder Kümpen wurden Ortsnamen mit den Endungen born, beck bach, mar— Wasser gebildet. Wir finden sie in den Namen Horstmar. Wethmar. Merfeld. Liesborn Havirbeck. Lembeck. Grönebach. Kump u. a. Die Form des Geländes bestimmte die Namen mit den Endungen berg und hövel— Hügel. Aus dem ausgerodeten Wald schufen unsere Vorfahren ein bestellbares Land. ein thorp oder throv. Diese Endungen finden sich wieder in Castrov, Uentrov. Waltrov. Nach der Frucht. die sie vorzugsweise erhauten, nannte man die wohner Haberkamp. Wetekamp. Birnbaum. Aus dem Dachsbach entstand Dasbeck. Das Heim der Germanen wurde hem oder ham genannt. Diese Endung kürzte man später ab in„um". Daher die vielen Namen mit der Endung„um“ wie Beckum. Pelkum. Stockum. Die Endung unik oder vil deuter auf weichen Boden hin: nach anderen Sprachforschern bezeichnet es eine abseits weit zurückliegende Siedlung. Sie findet sich abgekürzt in den Wörtern Frielick. Nordick. Osterwick. Gest oder Geist nannte man sandige Erhebungen. Die Nachsilbe ing gibt die Zugehörigkeit zu dem Besitzer an. Was dem Probst gehörte, wurde mit Prörsting. was im Besitze des Bischofs war. mit Bischoving benannt. Bei der Hofteilung entstanden der Westhues. Osthues. Middelmann. Aus den erwähnten Beispielen geht hervor, daß unsere westfälischen Namen so wie ihre Träger mit dem Heimatboden innig verwachsen sind.“ Weg uiit einer Kupbieon=Tegende. Französischer und deutscher Straßenbau vor 120 Jahren Es sind noch viele brave Deutsche. die, wenn über die Niederträchtigleiten Navoicons I. gegenüber dem Deutschtum gesprochen wird, unter den nicht zu bestreitenden großen Taten des Korsen seinen Straßenbau hervorheben zu müssen glauben. Wir haben da einen langlebigen. geschichtlichen Irrtum vor uns. der eigentlich schon hätte verschwinden sollen, als im Jahre 1821 der preußische Ober=Inspektor des Brükken= und Straßenbaus Wesermann eine Schrift über den Kunststraßenbau herausgab. In ihr findet man über den Straßenbau in den heutigen westnreußischen Provinzen während der Jahre 1786 bis 1820 sehr wertvolle Mitteilungen, die einen Vergleich zwischen den Leistungen unter französischer Verwaltung und denen des preußischen Straßenbaues vor und nach der Franzosenzeit gestatten. Im Jahre 1788 wurde auf Veranlassung des Ministers von Heinitz mit dem Straßenbau in der preunischen Grasschaft Mart begonnen. Zu dem Zwecke wurde der damalige Geh. Oberbergrat vom Stein auf Burg Wetter zum Chef einer kollegialischen Wege=Kommission ernannt, der fünf Wege=Inspektoren unterstanden. In nur fünf Jahren hat diese Behörde Kunststraßen in einer Länge von 150 Klm. erhaut und dafür rund.5 Millionen Mark verausgabt. Dann wurde die Weiterarbeit einem WegeAmt mit dem Sitz in Hagen übertragen, das die märkischen Kohlenwege mit dem neuerbauten Straßeninstem in Zusammenhang brachte. Die Güte der neuen Straßen war bereits so beachtlich, daß„sic sich gegen die alten Bergischen Straßen wie Licht und Schatten verhielten." Nachdem diese preußische Straßenbauarbeit 1806 ihr Ende gesunden hatte und die ausgezeichnete Organisation des Hagener Wege=Amtes zusammengebrochen war, errichtete Frantreich in Düsseldorf. der Hauptstadt des neu geschaffenen Großherzogtums Berg. eine Generaldirektion für Straßenbau, deren technische Arbeiter Wesermann leitete, so daß sich ihm Gelegenheit zu Vergleichen mit den preußischen Methoden bot. Aus seinen Mitteilungen läßt sich ersehen, daß die französische Verwaltung für das nur 42 deutsche Meilen umfassende Kunststraßennetz des Rheindevartements eine außerordentlich umfangreiche und kostspielige Behörde benötigte. Mit dem Einzug der preußischen Verwaltung im Jahre 181“ wurde diese Behörde sofort start vereinfacht: ihre Leistungen dagegen stiegen und wurden billiger. Navoleon, dem halb Europa tributpflichtig war. machte sich den Straßenbau sehr einfach. Die Arbeiten wurden kurzerhand an einen großen Unternehmer vergeben, und es war ziemlich gleichgültig, was sie kosteten. So hatte z. B. die französische GeneralDirektion im Jahre 1810 den Bau einer Straße von Kreseld nach Uerdingen für 169302 Franks an einen Unternehmer vergeben. Als Preußens Verwaitung einzog. wurden solche Arbeiten mit großer Sorgjalt an verschiedene Unternehmer verteilt. Der Erfolg war, daß eine Straße gleicher Länge unter gleichen Bodenverhältnissen für nur 84149 Franks erbaut werden konnte. Wesermann errechnet, daß von der vollen Milliarde Franks. die der Kaiser für den Straßenbau in ganz Frantreich ausgeworfen hat, fast zwei Drittel, 620 Millionen, hätten erspart werden können. Daß die Leistungen der französischen StraßenbauVerwaltung am Rhein keineswegs Bewunderung verdienten, mögc die Tatsache zeigen, daß während der ganzen Franzosenzeit. von 1795 bis 1813. also in 18 Jahren, im linksrheinischen Teil des heutigen Regierungsbezirks Düsseldorf Straßen in Länge von nur 7760 Ruten(— rd. 27 Klm.) erhaut wurden. während die preußische Verwaltung mit erheblich keinegen, Behördenapparat in den drei Jahren ##n fast ebensoniel, 7200 Ruten, sertigbrachte. Ein anderes Beisviel: Als es sich noch unter französischer Verwaltung um den Bau der Kunststraße von Düsseldorf nach Jülich handelte, behauptete alle lt. auf dem dortigen Kleyboden ließe sich eine feste Straße nur mit Steinnflaster herstellen. Dies hätte je deutsche Meile 80000 bis 100 000 Taler gekostet. Trotzdem ließ die französische Verwaltung mit dem Bau beginnen. der aber bald infolge der zu hohen Kosten ins Stocken geriet. Die preußische Verwaltung ließ dagegen zunächst den Boden geognostisch untersuchen, wobei ein Geschiebe aus Quarz= sand und Grand von ausgezeichneter Beschaffenheit in geringer Tiefe gefunden wurde. Damit vollendere Preußen diesen Straßenbau bei Sentung der Kesten auf nur 18000 Taler je Meile. Noch auf einem anderen Gebiete war der französische Straßenbau auf deutschem Boden so wenig vorbildlich wie früher der bayerische im Herzogtum Berg. Wer sich, so führt Weserman u. a. aus, durch eigene Anschauung von unverantwortlichen Wenoungen der Straßenzüge überzeugen will, der brauche nur die von Frankreich zum Teil fertig gebaute straße von Aachen nach Krefeld und Uerdingen, ferner die unter Bayern ehemals gebaute Straße von Köln über Düsseldorf nach Duisburg, sodann die Straße von Düsseldorf nach Elberfeld,„von Krumweg nach Kettwig" und von Benrath über Hilden nach Solingen anzusehen. Man werde finden, daß da. wo ein Bogen in der Linie oder ein Zickzack vorkommt. jedesmal die Grundstücke von Vornehmen liegen. Demgegenüber stellt Wesermann zum Ruhm des damaligen preußischen Straßenbaues jest, daß u. a. „bey dem Bau der Grafschaft Märbischen Straßen (1788), wobei er Mitarbeiter war, keine Begünstigungen oder willtürliche Abänderungen geduldet wurden... So trägt denn jede Straße den Stempel der guten oder der schlechten Ausführung für immer an der Stirn. dem Urheber zur öffentlichen Ehre oder zur öffentlichen Schande.“ Möchten diese Mitteilungen eines der bedeutendsten Straßenbauer seiner Zeit allen deutschen Fremdtümlern und Napoleon=S wärmern Anlaß zum Nachdenken sein. Bc. Ein herrenloses Bergmannsgebäude Die Erinnerung an die vor 75 Jahren, am 1. Oktober 1861, erfolgte Schließung des alten Märkischen Bergamtes in Bochum macht auch die Erinnerung an das eigenartige Nachsviel dieses Vorganges lebendig. Das stattliche Gebäude des Bergamtes stand da. wo heute nehen dem Bochumer Rathause der moderne Klinkerbau der Reichspost sich erhebt. Als die Beamtenschaft des Bergamtes daGebäude verlassen hatte. stellte sich heraus, daß es herrenloses Gut war. Man hatte es ehemals aus Fonds der Gewerkenkasse der BergbauHülfskasse erbaut und dem Handelsministerium für das Bergamt zur Verfügung gestellt. Nach Recht und Billigkeit hätte es jetzt an jene Gewtrientast zurückfallen müssen. Die war aber in der alten Form nicht mehr vorhanden, und die Gewerkschaften. die den Fonds geschaffen hatten, existierten vielfach nicht mehr. Einzelgewerken hatten weder einen Anspruch auf das Gebäude noch aus einen noch vorhandenen Fonds von 107000 Talern. Was war zu tun? Der Fiskus zeigte sich sehr geneigt, das Gebäude kurzerhand zu behalten. Daraufwurde das vreußische Abgeordnetenhaus nit dieser Sache besaßt. Es nahm einen Antrag an. wonach das herrenlose Haus an die Gewerken des alten Bergamtsbezirks abzugeben sei. Nach einem Vortrage des Bochumer Justizrates Schulz über die sonderbaren Schichiale der Märtischen Gewerkschaftslasse schloß sich im Dezember 1861 der Berg bauverein in Essen dem Vorgehen des Preußenhauses an. Die Angelegenheit fand ihre Lösung. indem alle Beteiligten sich auf Bereitstellung des Gebäudes für die Bochumer Bergschule einigten, die seit 1851 von einem aus dem Kreise der Gewerken gebildeten Bergschulverein und von 1864 an von der Westfälischen Berggewertschaftskasse unterhalten wurde. Die Bergschule erhielt so ein für die damaligen Verhältnisse sehr stattliches Heim. ein Gebäude mit zwei Flügeln und einem vorgezogenen Mittelbau. der durch seinen dreiteiligen Eingang und die darüber liegenden drei hoben Bogenfenster hinter dem Eisengitter des Vorgartens vornehm=schön wirkte. Bc Westfälisches Schriftium Alt=Münsters Mauern und Wölle Das Oktober=Heft der vom Städtischen Verkehrsamt in Verbindung mit dem Vertehrsverein herausgegebenen Monatsschrift„Das schöne Münster“ (Preis je Heft 20 Pfg.) gibt einen Einblick in eine der interessantesten und vor allem auch von Fremden viel bewunderten Stellen Alt=Münsters: in dem gemeiniglich als„Buchholtzs Mauer" bezeichneten letzten Rest der alten Festung Münster und dessen näch ster Umwelt. Es handelt sich dahei um das vom Promenadenwall zwischen Aegiditor und Zoologischem Garten erhaltene etwa 300 m lange Stück Stadtmauer jenseits der„Kuhweide“ und der An mitsamt dem kurz vor der Wiedertäuferzeit angelegten Rundell mit dem köstlichen Pavillon. Den Fluß entlang verläuft eine mit ungeheurem Fleiße in jahrzehntelanger Arbeit gestaltete Figurenhecke, wahrend sich über die Mauer hinweg der Blick ergötzt an dem wundervollen Wechsei der vielgestaltigen Türme der Stadt. der an keiner Steüc so prächzur„Heltung kommt. In dem von Schriftleiter Peter Werland geschriebenen Texte wird auf Grund der Alerdienckschen„Vogelschau" von 1636 und de: tiefgründigen Forschungen Mar Geisbergs erläutert. wie dieser Befestigungsteil, der aus dem Kerne der ersten großen Stadtbesestigung Münsters aus de: Zeit um 1150 der Gesamtbesestigung der Stadt eingegneoert war und in Verbindung hiermit auch die intstehung unserer viel bewunderten Promenade dargelegt. Ein Aueschnitt aus dem Alerdindschen Plane wie auch die Wiedergaben des Savinschen Lithograpbie van gund einer bisher unbelanntel Lilhogrannie von erwa 1830 sowie vor allem die ganz hervorragenden Aufnahmen des bekannter Photographen Ernst Krahn geben diesem schönen Heit, besonderen Reiz und gewähren einmal einen Einblick in diesen als Privatbesitz der Allgemeinheit nicht zugänglichen idollischen Garten, dessen Zaube Pänster=Par in ihren aan#a# oman„Familie Brale“ ein Lied gesunA 1 Der Seleunkens Weinerh und, auer im Ziasgs üder das ganze Grundstück hat er noch gesehen, wie der rausging. Darum uin: Der Munn fugte vorerst niemanden ein war auch dos Fressen draußen Anekdote von Otto Doderer Ein junger Winzer, der noch nicht lange verbeiratet war, geriet eines Morgens zum erstenmal mit seiner Frau in Streit. weil sie sich— obwohl sie wußte, wie wenig Zeit ihm die Früh, j a h r s a r b e i t ü b r i g l i e ß— g e w e i g e r t h a t t e. d i e Rebenpflanzen zu holen, die er für die Neuanlage seines Weinbergs brauchte. Er war keiner von denen, die lärmen im Zorn. Wortlos zog er seine Jopve an. nahm die Mütze vom Haken und ergriff den Knotenstock. und gleich darauf konnte die Frau hinter den Gardinen ihn dahingehen sehen durch die holvrige Gasse zwischen den Fachwerkhäuschen, an denen alte Weinstöcke sich wie graue Schlangen emvorrankten, von Nußbäumen an den Hoftoren überragt. Das freilich sah sie nicht mehr, daß er schon am Ortsausgang mit einer entschlossenen Wendung in eine Haustüre trat. über der an einem Tannenbäumchen, das an einer Stange herausgesteckt war, ein Krug baumelte, also in eine Straußwirtschaft. Nach einer Weile, in der er dort in Gesellschaft des wortkargen alten Winzers drei halbe Schoppen geschlürft hatte, war er wieder auf dem Weg und hatte seinen Aerger zurückgelassen, mit dem er von zu Hause weggerannt war. Ganz getrost schwang er seinen Stock auf der Landstraße. Die frohe Bewegtheit der hügeligen. weithin zu überschauenden Landschaft mit den gleichmäßigen Fluchten der Weinbergsreihen und der freundlichen Begleitung des Stroms im Tal beruhigten ihn vollends. Er überdachte die Arbeit, die er mit dem neuen Wingert vorhatte, und sah mit einem verliebten Blick den Berghang hinauf. Hoch dort oben. in der besten Lage der Gemarkung, war das Stück, das viele Jahre brach gelegen. ausgeruht hatte, gründlich gerodet und reichlich gemistet war und ein Musterweinberg werden sollte. Im Nu war die Stunde Wegs vergangen, als er jetzt in die Straßen des Städtchens eintrat. wo er spornstreichs zur Gärtnerei gegangen wäre — so voll Eifer war er—, wenn ihm nicht der „Anker“ und der Blondkopf der Kellnerin den Weg versperrt hätten. Immerhin blieb es auch hier bei drei Halben. Nachher suchte der Obergärtner mit ihm die gesündesten und kräftigsten Wurzelreben aus, die er in die Erde eingeschlagen hatte. Er schnürte sie sorglich zu zwei Bündeln zusammen, die sich der Mann zufrieden über die Schultern hing. Unglücklicherweise stieß er nun, als er eben aus dem Tor des großen Gartens trat, auf einen Kriegskameraden. Der nahm ihn mit sich nach Hause, und man weiß, wie schnell alte Krieger in den Erinnerungen an die rauhe, wilde Welt des Krieges schwelgen, wenn sie unversehens einmal wieder zusammentreffen, wie das Leben in den Unterständen wieder aufersteht mit den Muskoten, und sich die Gegenwart verwandelt. Die Beiden hatten schon ein gut Teil des Ertrags eines Weinbergs vertilgt, von der Frau des Kriegskameraden geduldig Krug um Krug aus dem Keller geholt, als die Kirchturmuhr mit swölf rasselnden Schlägen die Mittagsstunde verkündete und den Mann mit den Reben ernstlich an den Heimweg mahnte. Der Kamerad begleitete ihn noch den Berg hinauf. Arm in Arm gingen sie und sangen selig den„Argonnerwald" und„Denn dieser Feldzug ist kein Schnellzug“. Auf halber Höhe kam ihnen lachend die Kriegersfrau nachgeeilt mit den zwei Rebenbündeln, die sie ganz vergessen hatten. Unerbittlich nahm sie ihren Mann an ihre Seite, und unser Freund ging nun allein weiter und sang noch unverdrossen, obgleich er nun der Stütze entbehrte und ihm die schweren Bündel allerlei zu schaffen machten. Wohlgemut trat er zu Hause in die Stube. Aber seine Frau roch den Weindunst, sah sein Augenzwinkern, knirschte nur„Pfui!“ und schlug die Tür hinter sich zu.„Meinetwegen!“ seufzte der Mann und machte sich hungrig über die Mahlzeit her, die auf dem Tisch für ihn bereitstand. Nach dem Essen hätte er sich am liebsten ein Stündchen niedergelegt, jedoch die Vorwürfe und die Rebenpflänzchen stachelten, und so ging er hinaus in die Küche und fragte ganz schüchtern die Trotzige, die am Spülstein stand, ob sie nun mitginge in den Weinberg. Sie lachte hart auf und sprühte ihn einen Augenblick unter den Büscheln der zusammengezogenen Brauen verächtlich an. Mit beiden Händen umklammerte er eine Stuhllehne, aber es hieß nun durchhalten. Er suchte die Gerätschaften, die er nötig hatte, lud sie auf einen Schubkarren und die Reben dazu und fuhr los. Lange genug war er ohne die Frau mit dem Leben fertig geworden, er konnte auch weiterhin allein fertig werden! Vor dem braunen, mit grauen Schieferstücken durchsetzten Ackerland zwischen den Weinbergen auf der Höhe angekommen, ruhte er zunächst einmal eine Weile aus. Er betrachtete es wie ein Maler die Leinwand, auf die er eine Welt seiner Phantasie zaubern wird. Im Begriff. an die Arbeit zu gehen, durchfuhr ihn jedoch ein Schreck, weil er die Schnur vergessen hatte, um die Reihen gradlinig abstecken zu können. Da er seiner Frau nicht abermals Anlaß zum Spott geben wollte und auch der Weg weit und beschwerlich war. blieb ihm nichts anderes übrig, als sich ohne Schnur zu behelfen. Mit großen Schritten maß er das Grundstück ab legte in Abständen von einem Meter je ein Pflänzchen nieder, grub dann vor jedes mit der Schaufel ein Loch, setzte es ein und häufelte es zu. Es wurde schon Nacht, als er sein Werk übersah und es vorzüglich geraten fand. Erst als er nach einigen Tagen einmal auf einem Umweg vorüber kam, um nach dem Gedeihen der Stecklinge zu schauen, sah er mit Entsetzen, welch ein Unglück ihm widerfahren war. Wirr lugten die grünen Zweiglein aus der Erde. diese zu eng beieinander, jene viel zu weit, kreuz sagte vorerst niemanden ein Wort darüber, am allerwenigsten seiner Frau, und wenn er in den nächsten Wochen allmählich von seinen Mitbürgern allerlei Sticheleien zu hören bekam, biß er nur finster die Lippen aufeinander. Im Frühling des dritten Jahres mußten die Pfähle eingeschlagen, der Draht gespannt und die Sprossen angebunden werden. Eines schönen Tages machte sich der Mann mit seiner Frau und seinen Kindern auf in den Weinberg. Sie hatten in diesen Jahren zwei Buben bekommen; der älteste trappelte schon plappernd an seiner Hand. der jüngste lag mit festen Backen und rosigen Fäustchen im Kinderwagen, den die Mutter vor sich hinschob. Die Eltern hatten sich beide inzwischen längst ineinander schicken gelernt, waren milder und nachsichtiger geworden. Je näher sie jetzt an den Wingert kamen, den die Frau noch nicht gesehen hatte, desto einsilbiger wurde der Mann. Aber sie lachte nur, als sie davor stand: sie wurde ganz ausgelassen und sagte:„Das also ist dein betrunkener Weinberg!" Der Mann hatte Schimpf und Spott erwartet und sah die Frau überrascht an, und mit einemmal sah er, wie leicht die Bürde der Ehe ist, wenn sie von den Eheleuten im Einverständnis getragen wird. Die Pfähle und Drähte standen nun nicht da wie in einem ordentlichen Weinberg. Sie sahen eher aus wie ein Drahtverhau. Und der Wein. den sie im Jahre darauf zum ersten Male ernteten, war auch danach. Die verwöhntesten Weinzungen jubilierten zwar. wenn er über sie dahinduftet. aber man darf nicht viel von ihm trinken. Er ist keiner von denen. die weise machen, sondern nimmt alle Vernunft. Die beiden Eheleute trinken ihn nur, wenn sie ganz unter sich sind. Der zänee Funak Einen Namen,— ja, den hatte er garnicht. Wenn der Bauer ihn vor sich wollte, dann pfiff er. Und wenn er sich davonmachen sollte, so schmiß man ihm einen Knüppel nach, den Schuh, einen Brocken Dreck. Dann zog er den Schwanz unter den Leib und schlich weg, zog sich dicht über den Boden, die Mauern entlang, kniff die Augen schmal und setzte um die Ecke. Eigentlich hatte noch keiner mit ihm gesprochen, denn wenn einer„Lumpenvieh!“ und „Du Aas!“— hinter ihm herbrüllte, dann war das doch nicht gesprochen. So trieb er sich meist hinter den Hecken herum und unten am Bach; da lag dann wohl schon einmal ein toter Fisch, der an der Angel eingegangen war. Alte Knochen fand er da auch häufig. Vor ein paar Tagen hatte er sich noch mit einer Ratte herumgebissen. Das Fell hatte ihm die zerrissen. Aber sie war sein letzter Fraß gewesen. Die Bäuerin hatte ihn sicher vergessen; sonst stellte sie schon einmal einen Napf mit Fraß in die Hecke. Das durfte dann der Bauer nicht sehen; die Hölle wäre losgewesen! Eine Ente, solch eine feiste und laute, hatte er vor langer Zeit in seinem Heißhunger angefallen. Da hatte ihn der Knecht halbtotprügeln müssen, und dem Bauern war's eigentlich noch nicht genug gewesen. Und nur, weil er das Zigeunervolk, wenn es frech und laut daherkam mit roten und grellgelben und blauen Tüchern, nicht ins Haus und in den Hof ließ, darum durfte er über Nacht noch an der Kette liegen und in der brüchigen Hütte sich die Flöhe wegschubbern. Aber dazu ließ er sich nur selten einfangen. Wenn es in Strömen regnete, ja, dann schon einmal. Denn er war früher bei den Zigeunern gewesen; da hatte er es noch schlechter gehabt; und so war er davongelaufen. Und haßte sie. Neulich hatte er einmal vom Morgen bis in den Mittag hinein an der Kette liegen müssen. Die Sonne hatte so warm gebrannt; und die Fliegen ließen ihn in Ruhe. Er war so müde. Da war er eingeschlafen. Und da war eben doch das Zigeunerweib über den Hof in die Küche gekommen und hatte gezetert und geschrien, bis der Bauer herzulief. Das Weib riß aus. Und dann hatte ihn ein messerscharfer Schlag hochgerissen aus dem Schlaf; und das knallte über den Leib; der nächste Schlag pfiff auf die Schnauze.„Luder!— Altes Schwein! — Was faulenzt du Dreckhammel hier rum? — Daß ich dich prügele, bis du krepierst! Bis du krepierst! Verfluchtes Aas! Oho— noch einen!“— Bei jedem Schrei ein Schlag. Der Bauer wußte nicht mehr, was er tat. Da hatte er sich noch das Halsband über den Kopf gezerrt, zum Ersticken war das; aber dann gings. Geheult hatte er noch und war an dem wütenden Bauern vorbeigejagt. Da gab ihm der noch einen Tritt in die Flanke und hetzte den Knecht hinter ihm her. Durch den Mist hatte er gemußt; und wie er über die Hecke gekommen, wußte er selber nicht mehr. Nur Schmerzen hatte er gehabt den ganzen Tag und die Nacht. Gegen Abend fand er den Napf mit halbwarmem Fressen vor; den hatte die Bäuerin wieder zur Hecke gebracht. Das wußte er. Und die Bäuerin, die mochte er. Den Dreck hatte er sich, so gut das ging, am Bach abgewaschen. Aber mehr, um die blauroten Striemen, die von den Schlägen herkamen, im Wasser zu kühlen. Zerschunden ist er und der Leib hat den quälenden Schmerz noch von dem Tritt. Der Bauer war nicht auf dem Hof. Das Dor aach dus Fressen Sräußen. Und so schleicht der Hund die Ställe entlang und blinzelt zu dem Licht in den Kammern. Die Magd klappert noch mit Eimern über den Hof. Er kauert im Dunkeln. Die Nacht kommt immer schwärzer herauf. Spät ist es schon. Die Bäuerin ist immer noch auf. Die wartet auf den Mann. Und der kommt unten die Straße herauf; er kennt die Schritte und drückte sich in die Hecke. Der Bauer ist nicht allein. Da gehen noch fremde Schritte mit ihm. Immer näher kommen die beiden. Jetzt sieht er sie schon durch das Torgitter. Der Bauer ist besoffen; sie sprechen laut miteinander. Sie schreien. Und jetzt schiebt der Bauer den Riegel zurück, drückt das Tor auf und kommt in den Hof; der Fremde schiebt sich nach. Der Bauer stößt ihn zurück. Da greift der Mann den Bauern an die Kehle, daß der wankt und auf den Boden fällt. Der Mann schlägt zu, der Bauer brüllt. Und der Hund bleibt in der Hecke. Er fühlt etwas wie Genugtuung. Er hört den Bauern schreien, immer erstickender. Er bleibt liegen in der Hecke. Und knurrt nur und spürt die Schläge. Ach, eigentlich nicht die Schläge. Nein. Aber den Tritt, diesen Tritt. Und den kann er nicht vergessen, nein, den nicht! Ab, Bauer, denkt er; ab, wir sind quitt; quitt sind wir. Du und ich. Und er will sich wegschleichen und schlafen. Der Bauer röchelt. Da reißt jemand oben am Haus die Fenster auf und jammert, ruft: „Hinrich!“ und jammert. Der Hund hört das und knurrt:„Jammer nur!“ Und drückt sich beiseite. Und die Bäuerin heult, schreit um Hilfe, schreit. Und er hört auf einmal:„Hund!“ Da zuckt er zusammen; denn da ist er gemeint. Das weiß er. „Hund!“ kommt es da wieder flehentlich. Und da ist ihm, als streichle eine milde Hand über das Fell und meine es gut mit ihm. So gut mit ihm. Da vergißt er doch den Bauern und den Tritt. Da heult er auf, spannt sich zum Sprung und wundert sich, wie nah er doch schon an dem Bauern war und faßt den Mann über dem Bauern in den Rücken, reißt die Zähne in das Fleisch: Blut quillt, und der Mann schreit los. Er stürzt an die Wand. Der Bauer ist auf. Ist wach. Und packt ihn bei den Armen und dreht sie aus. Die Männer keuchen.— Und—— — Aber der Hund hat ja getan, was die Stimme, die ihm so weich über die Flanken ging, wollte. Er darf sich trollen. Die Männer gehen ihn nichts mehr an. Der Bauer hat ihn nur noch schief angesehen. Aber nach Scham hat das geschienen. Und der Hund weiß, daß der Bauer sich schämt.—— Und da kauert er sich in die Hecke und schläft. Der Rautor Von Wilnelm Ichmidtsdor## Zerräder Sbeenekens Er mag in jeder anderen Lebenslage ein Muster von Höflichkeit sein, mag ein musischer Mensch sein, mit noblem Geschmack ausgestattet sein— und dennoch! Dennoch kann er ein richt rnengenehmer Zeitgenosse sein; kann rucksichtslos und geschmacklos sein; kann seine Gäste, die eben bei ihm gut gegessen haben, so weit reizen, daß ihnen die zarteste Gänseleber wie Galle hochsteigt; kann ein frommes Gemüt, das einen Tanzschlager mit der gleichen Seelenruhe anhört wie eine BeethovenSymphonie, rein zur Verzweiflung bringen: nämlich von dem Augenblick an, wo er vor seinem Radioapparat sitzt. Sobald er vor diesem seinem Apparat sitzt Einer von uns hat einen von den Radioten einmal ins Gewissen geredet:„Merkst du denn nicht, daß du mit deinem Radiotismus uns nur anödest? Stell' dir bitte einmal vor, du wärest zu einem Geigenkonzert geladen, und dem Geiger fiele es ein, von einem Bachschen Präludium zu einem Gassenhauer überzuspringen, von dem Gassenhauer zu einer altitalienischen Serenada, und dazwischen Läufer und Triller zu spielen!“ Er bekam folgende, für das Wesen eines Radioten aufschlußreiche Antwort:„Du hast recht: der Apparat taugt nichts mehr. Ich werde mir einen neuen anschaffen.“ Eine Geschichte, die sich in den sechziger Jahren in Berlin zugetragen hat, beweist, wie aus unsinnigen, kleinen Ursachen Gerüchte entstehen, die jeder Grundlage entbehren, aber doch unabsehbare Folgen nach sich ziehen können. Der unschuldige Urheber des Gerüchtes, von dem hier die Rede sein soll, war der ehrenwerte Berliner Auufmann Paul Frieske. Der alte Herr, dem das Gehen schon ein bißchen schwer fiel, unternahm eines Sonntags mit seiner Familie einen Ausflug in den Grunewald. Auf diesem Spaziergang begegnete er seinem Geschäftsfreund Peter Krelle, der gleichfalls mit Weib und Kind ins Grüne gekommen war. Die Herren blieben stehen, begrüßten einander und Peter Krelle fragte, wie dies schon so Brauch ist, den alten Herrn Frieske, wie es ihm denn ginge und wie er mit den Geschäften zufrieden sei. „Na, wie es schon mal so geht“, erwiderte Frieoke, dessen Beine von dem langen Marsch schon tüchtig schmerzten,„mit den Geschäften wäre ich ja soweit ganz zufrieden, bloß die Gebrüder Beenekens, die können in der letzten Zeit leider schon gar nicht mehr mit!" „Das ist mir neu“, wunderte sich Herr Krelle,„aber immerhin gut zu wissen! Na, schönen Dank denn und auf Wiedersehen!“ Mit einer höflichen Verbeugung ging er weiter und ließ Herrn Frieske zurück, ohne ihm zu erklären, warum es so gut zu wissen sei, daß seine Beine nicht mehr mitkonnten. Herr Frieske wunderte sich eine Weile über die merkwürdigen Redensarten des Herrn Krelle, hatte aber, als er mit seiner Familie nach Hause kam, das Gespräch im Grunewald längst vergessen. Nicht so Herr Krelle. Er hatte die Klage des Herrn Frieske über seine schmerzenden Gehwerkzeuge vollkommen mißverstanden. Es kam ihm gar nicht in den Sinn, daß dieser mit der scherzhaften Redewendung„Gebrüder Beenekens“ seine leidenden Beine gemeint hatte, sondern war überzeugt, daß Herr Frieske ihm auf seine Frage nach dem Stand der Geschäfte mitgeteilt habe, daß das Bankhaus„Gebrülder Beeneke“, bei welchem er ein Guthaben hatte, in Zahlungsschwierigkeiten geraten sei. Als am nächsten Morgen die Schalter des Bankhauses sich öffneten, war er der erste, der sich beeilte, sein Guthaben abzuheben. Damit nicht genug, besuchte er alle seine Geschäftsfreunde, von welchen er wußte, daß sie mit den Gebrüdern Beeneke in Verbindung standen und erzählte ihnen von der angeblich schwierigen Lage des Bankhauses. Die Sache sprach sich bald herum und nun setzte ein wahrer Sturm auf das Bankhaus der ahnungslosen Brüder ein, die jetzt wirklich in Zahlungsschwierigkeiten gerieten und infolge des unsinnigen Gerüchte bald darauf tatsächlich ihre Schalter schließen mußten. g. upgrir#t, Und dieser selbe Radiot war es auch, der und mit der unschuwoigsten Miene von der zur Einweihung seines neuen Apparates einWelt fragt:„Na, was wollt ihr gern hören? lud mit dem feierlichen Versprechen, daß wir Das Abendkonzert der Dresdener Philharmonie, Sender Leipzig?" Ja, schön, wollen wir, Ein zarter Haydn präludiert aus dem blankpolierten Holzkasten. Er, der Radiot, aber wartet nicht einmal die letzten Takte des ersten Satzes ab, und schon fragt er aufs neue, ohne sich umzusehen, und nur mit dem Abstimmknopf beschäftigt:„Uebrigens, der Deutschlandsender bringt heute ein erstklassiges Richard=Strauß=Programm— wie wär's damit?“ Also gut, wer hörte nicht gern einen Richard Strauß. Aber wie wenig bekommen wir von ihm zu hören, denn wieder pusselt der Radiot an einem anderen Schalter mit lautem Krix und Krax und einer neuen Frage dazwischen:„Oder wollt ihr lieber Lachenden Funk aus Frankfurt?“ Wir hören noch keine zwei Minuten, was es da zu lachen gibt— schon läßt er, der inzwischen das Programm von vorn nach hinten und von hinten nach vorn durchgeblättert—, plötzlich wieder seinen krixenden und kraxenden Wellenschalter und jenes tief in die Scele schneidende Huihuh der Rückkopplung, läßt Sperrkreis, Klippschalter und Lautsprecher= einstellung spielen. Und Fetzen von einer Lehar=Operette aus Dänemark, einer RossiniOuvertüre aus Holland, einer Jazzmusik aus Rumänien, eines Kirchenchors aus London flattern uns nur so um die Ohren. Selbstverständlich lassen gute Freunde, Perwandte und Bekannte es an Ratschlägen, Mahnungen und Drohungen nicht fehlen. an diesem Abend Mozarts„Zauberflöte“ ohne die geringste Unterbrechung genießen sollten. Wir versanken in unsere Sessel und in feierliche Andacht, ganz wie in einem Opernhaus, bezaubert von Mozart, dieser Aufführung und dem ausgezeichneten Empfang. Bis zu der Stelle, wo Tamino aufjubelt:„Ha, das ist Papagenos Ton! Vielleicht hat er Pamina schon ...“ hielt's unser Gastgeber auf seinem Platz zwischen uns aus— da stahl er sich langsam vor, flüsternd:„Ich muß mal...“, und schon saß er wieder vor seinem geliebten Radioapparat. Der Ton brüllte auf, verstummte, die Königin der Nacht trillerte ein paar Takte ihrer Koloraturen in den schönsten Tönen, um gleich darauf in einem tonlosen Gemurmel unterzutauchen. Tanzschlager wechselten ab mit Trompetenmarschen. Der Radiot jauchzte:„Madrid! Chikago! Rio de Janeiro!“ „Ist doch eine fabelhafte Erfindung, der Rundfunk!“ klärt zwischen einem Klavierkonzert aus Budapest und einem Hörspiel aus Wien er uns auf.„Die ganze Welt kann man abhören mit solch einem simplen Ding.“ Und schon rast er über die Sender diesseits und jenseits des Ozeans. Und vielleicht ist es ihm noch geglückt, die Sphärenmusik des Weltalls und den Mann im Monde heranzuholen. Wir aber warteten dieses Ende nicht ab. Wir schlossen die Tür leise hinter uns wie nach einem Besuch bei einem Kranken— Kranken? Wär's möglich, daß Radiotie eine Krankheit ist?! Hier hat der Arzt das Wort. * Kumor# RatenDie Taer Sirorche Schtbar: De sch Petsleck war Dackel hin und sagte d beiden Die beiden Strasg Ger. esgeret, auer, Die se. ausgtahget Biche, begaen. an geal eazsie ui de Auden Graidhz un deun Shanr kra3 us chmelle um a uu ver wöhlich auf der verkrochen sich darunter. Da half jetzt kein aus: Sg uind sie iszmmer ein Schauspieler Ausen, Drohen und Locken mehr, sie blieben, „- sino sie 10. wo sie waren und wagten sich nicht hervor. „Latsächlich saßen Sepp und Leni gravi. Wir hoben aber die Fauteuils hoch, und usch jeder auf seinem Fauteuil und sahen unseren Augen bot sich der überraschende Anuns aus ihren Augen an, als wollten sie gägtechan; daß der ganze Aufschnitt in zwei „Was macht ihr euch solche Sorgen Häufchen neben den Hunden lag. Wie sich die Frau burch Nachzahlen überzeugte, fehlte nicht ihre Lumpereien aber, die sie ausgeführt haben, sino den Eingeweihten noch heute unvergeßlich. Denn sie leisteten sich manchmal Dinge, die nahezu an Menschenverstand heranreichten. Hier soll jedoch nur eine Geschichte berichtet werden, die, hätte ich sie nicht selbst une miterlebt, auch mir unwahrscheinlich klingen:“" würde. sagen: msirde Es war knapp nach dem Kriege. Nach einer Vorstellung sollte eine kleine Feier in der Wohnung des Direktors stattfinden. Seiner Gattin war es gelungen, dazu irgendwo Wurstaufschnitt, damals eine Seltenheit, aufzutreiben. Sie richtete ihn vor dem Weggehen auf einer Porzellanplatte an und stellte diese auf den Speisezimmertisch. Die beiden Dackel konnten natürlich nicht ins Theater mitgenommen werden und wurden in die Wohnung eingeschlossen. Als der Direktor nach der Vorstellung wieder zu seiner Wohnung emporstieg, erklärte er:„Wenn sie uns jetzt im Vorzimmer entgegenspringen, können wir beruhigt sein, denn dann ist nichts geschehen. Aber wehe, wenn sie nicht da sind.“ Die beiden Dackel kamen nicht angesprungen, und die Frau des Direktors seufzte ahnungsvoll:„Mein Gott, was wird da wieder geschehen sein?“ Und sie begann sofort in der Küche Nachum uns, wir sind doch da.“ Rätselhaft blieb nur, woher sie so plötzlich gekommen wären. Inzwischen hatte die Frau des Direktors überall nachgesehen und stellte fest:„Denkt euch nur, es ist gar nichts geschehen...“ Da verstummte sie plötzlich. Ihre Augen weiteten sich und waren starr auf die Porzellanplatte gerichtet.„Wo ist der Aufschnitt, stieß sie erregt hervor.„Ich habe ihn or dem Weggehen auf die Platte angerichtet und dabei sogar die Stücke gezählt. Es waren zweiundvierzig Scheiben.“ Jetzt aber war die Platte leer, nicht ein Häufchen negen, der Hunden lag. Wie sich die gn uuregengle, sehlle nicht ein einziges Stück. Es lagen alle zweiundvierzig Scheiben und jede unangefressen da. Der Direktor erklärte nachher, daß die beiden Dackel oft stahlen, aber das Gestohlene nie vorher fraßen, erst bis es ihnen erlaubt wurde. Der Aufschnitt war natürlich für uns ungenießbar geworden. Das Vergnügen aber, das uns die ganze Geschichte bereitete, ließ uns gern auf den Genuß verzichten. Denn das ist das zweite Erheiternde daran, daß der Sepp als das Männchen sich eine größere Portion zugeteilt hatte, nämlich dreiundzwanzig Scheiben. -Wallher So muß man's machen Aus dem einstmals Wilden Westen der Ver= Ger Ans#tteln einigten Staaten werden bekanntlich die toll= auf, Treppe binsten Geschichten erzählt, die sich dort früher über die Tür auf und fiel ohne weiteres zugetragen haben sollen. So wird auch von Kamns de Ein witender einem Redakteur einer kleinen Zeitung in beid schließlich u desen Verlauf die schan zu hallen, denn dies war der Naun, irgendeinem Vintel des Aestens berichtet, daß wo se gleich von au vve Buchtorten, Sehge eesetengen grichteten. Dach der Psarssesie Rlaset Butiat, der dez ain Aästhag san 3 um die erste ntummer der neugegründeten ruhen nan der s Zeitung bei den Lesern gut einzuführen, richtete der Rodaktaur einan sah#.“ gösten Verk=eiden... hmlich die großten Verheerungen anrichteten. Doch abermals kamen sie nicht zum Vorschein, obwohl Fachmännische Auskunft Sie besichtigt die Pelztierfarm und fragt viel und interessiert:„Sagen Sie: Wie oft kann man denn den Tieren das Fell abziehen?" Das war dem Besitzer denn doch zuviel.„Gewöhnlich dreibis viermal im Jahr, macht man es öfter, wird das Tier bissig!!“ (Tits Bits, Scherl—.) 1 SCMACH Schachaufgabe von Wilh. Reichert 2. Preis im Turnier der„N. Leipz. Zeitg.“. Oktober 1934 tete der Reoatteur einen scharfen Angriff gegen die Spielhölle, die schon viel Verderben angerichtet hatte. Der erste Erfolg dieses Artikels war ein Brief, in dem der Artikelschreiber eine Tracht Prügel angedroht bekam, wenn die Angriffe gegen die Spielhölle nicht unterblieben. Der Redakteur antwortete darauf, daß die nächste Nummer der Zeitung neue Enthüllungen bringen werde. „Kaum war dieser zweite Artikel veröffentlicht, als die Türe des Redaktionszimmers aufgerissen wurde und ein nicht gerade sehr vertrauenerweckendes Individuum, mit einem Knüppel bewaffnet, nach dem Redakteur fragte. "„Er ist ausgegangen“, antwortete der Gesuchte,„wird aber bald wiederkommen. Vielleicht setzen Sie sich inzwischen auf diesen Stuhl und lesen in den Zeitungen.“ Der schreckliche Besuch setzte sich und wartete, indem der Redakteur aus dem Zimmer ging. Auf der Treppe begegnete er mieder ruhen von den gewaitigen Anstrengungen des Kampfes vermittelte. Ja, unsere lieben KleinenErlauschtes aus dem Kinderstübchen Die ABC=Schützen lernten Kopfrechnen. „Wieviel Finger hast du, Kurt?“ „Zehn.“ ##ulgd wenn zwei davon sind, was hast du „Keine Klavierstunden mehr.“ * Zocks waren im Zoo. Zocks betrachteten den Strauß. „Ist das auch ein Vogel, Papa?“ „Gewiß." 6 Pupa „Legt er auch Eier?“ „Freilich.“ Meint der kleine Zuckel besorgt: begegnete er wieder Zerbrechen denn die Eier nicht, wenn sie einem verdächtigen Mann, der gleichfalls einen von so hoch herunterfallen?“ Prügel trug und mit Donnerstimme ebenfalls* nach dem Redakteur fragte. Es war in der er“ „Er ist oben im Zimmer; gehen Sie nur Der Protay Poostcktunde. Sie werden ihn mit Zeitunglesen be. Oingen. sprach von altäglichen schäftigt finden.“„Mio n. „Wie nennt man den Gegenstand, der die Unhöfliche Frage „Wie's mir geht? Danke gut— eben drei dem Pierdlzut.8000— und wie geht“ (Zeichnung Walther, Scheil—.) scheidessteit sammelt, die die Atmosphäre ausDer Sextaner sagte: Eine Dachrinne, Herr Professor.“ * Plötzlich weinte das kleine Mümmchen herzzerbrechend. Die Mutter eilte herbei. „Was ist denn, Mümmchen?“ „Ich hab mich gestern mit dem Hammer auf die Hand geschlagen!“ „Und da weinst du heute?“ Das Kind schluchzte: michestern warst du doch nicht zu Hause, Bubi war ungezogen. Bubi hat von Mama Schelte bekommen. Jetzt ist Bubi beleidigt und bitterböse. Mama ging weg. Mama kam wieder. Sagte Bubi: „Du, Papa, deine Frau ist gekommen.“ Dialog im Schlafwagen Amerika ist man besonders streng. Der Schlafwagenkontrolleur sagte:* „Wenn das nicht Ihre Frau ist, kostet Sie das hundert Dollar Strafe!" Der Ehemann flüsterte: „Wenn das nicht meine Frau wäre, zahlte ich gern zweihundert.“ Gut angedeutet Anton hatte eine Tante. Die Tante hatte eine Schwäche für den Förster. „Ein netter Mensch, der neue Förster", schwärmte Antons Tante.„Gestern traf ich ihn im Walde, als ich auf verbotenem Wege Pilze suchte. Schon von weitem bog er seitwärts, damit er mir nicht begegnen mußte.“ Anton antwortete: „Ich weiß, er ging gestern auf die Jagd und ist sehr, sehr abergläubisch.“ I 0 ersrh, unghu unsgrh. * 7 S 8 Mr: 2 E 1 F Matt in drei Zügen Kreuzworträtsel Nr. 1 „Beocutung der einzelnen Wörter al von links nach rechts: 1 Stadt an der Donau, 4 Trinkgefäß, 8 Landschaftsform, 10 Ge1 Stadt in Westfalen, 12 Papiermaß, 13 Leil des Fußes, 14 deutscher Strom, 16 Schickgl, 17 weiblicher Vorname, 20 Höhenzug in Sraunscthgeig, 28 Richtfsachmann, 24 kleine nieverlandische Münze, 26 Heilverfahren, 27 Radelbaum, 28 Stockwerk, 29 Abschiedsgruß; b) von oben nach unten: 1 Nachtvogel, 2 Jahreszeit, 3 Bergwerk, 5 Haltemittel, 6 Trenngsrät, 7 Stadt in Westdeutschland, 9 Garten12 Gartenblume, 15 Gartenblume, 18 Sinneseindruck, 19 italienische Münze, as Heteine Slbirlen, 29 Tell de Bedeutung der einzelnen Wörte: von links nach rechts: 1 nordisches Herdentier, 4 lettische Hafenstadt, 8 Liebesgott, 10 Schweizer Sagenheld, 11 kleines Raubtier, 12 englische Kurzform eines männlichen Vornamens, 13 chinesische Münze, 14 französische Landschaft(Käse), 15 Unterwelt, 19 festgesetzter Anteil, 22 amerikanische Marianeninsel, 23 Reitersoldat, 25 Brennstoff, 26 Gewand, 27 Darstellung, 28 Schwimmvogel, 29 Nebenfluß der Rhone, 80 japanische Münze: b) von oben nach unten: 1 Mann zu Pferde, 2 Stadt in Ungarn, 8 Tonzeichen, 5 strafbare Handlung, 6 männlicher Vorname, 7 Laubbaum, 9 Speichervorrichtung, 16 Litel, 17 zartes Meerestier, 18 Stadt an der Weser, 19 Nebenfluß des Bobers, 20 Raubvogel, 21 Teil mancher Musikinstrumente, 22 asiatische Wüste, 24 Stadt in Nordfrankreich. 41275 Silbenrätsel an— burg— cho— de— dorn— dros — e— eid— en— erd— ge— ge— gie — gol— he— in— ka— kun— la— le li— naum— ni— nos— pe— ral— ran— roll— schaft— schwarz— se— sel — sen— stadt— tar— te— te— ten— " tes—. t trep— trum— zen Aus vorsteyenden Silben sind 15 Wörter zu bilden, deren erste Buchstaben von oben nach unten, und deren vorletzte Buchstaben von unten nach oben gelesen, einen Ausspruch von Goethe ergeben.(ch und sch— ein Buchstabe.) ein Buch1. Stadt in Oberbayern 2. Kirchengesang 3. Rosenblüten 4. Eigenschaft 5. Schulfach 6. italienischer Geiger und Komponist im 18. Jahrhundert 7. Mittelpunkt einer Zielscheibe 8. Staatenbündnis 9. Feinkost 10. Gedichtart 11. Stadt an der Saale 12. Singvogel 13. politische Bezeichnung für die Schweiz 14. verkehrstechnische: Einrichtung in manchen öffentlichen Gebäuden 15. Stadt in Persien Auflösung aus voriger Rummer Schachaufgabe„Ein Freibauer“ Weiß: Kal. Dh3, Tel, Le4. Seb. Ba2, f7, f2, Kh8. Db2. 1. Se5—96+ Td6Xg6; 2. Te1—es, und Schwarz ist verloren, da er weder den Turm es schlagen darf, noch den Turm f8 decken kann, denn nach Seß käme einfach Dh3Xe6, und ein Damenschach auf der ersten Linie wird durch Le4—f1 pariert. Silbenrätsel: 1. Drossel, 2. Erna, 3. Rudolf, 4 Wiese, 5. Amrum, 6. Hoheit, 7. Rhabarber, 8. Energie, 9. Sorge, 10 Ostern11. Ziege, 12 Insel, 13. Anton, 14. Liebe, 15. Innsbruck, 16. Savpe, 17. Muffe, 18. Uhland, 19. Seide, 20. Jochias, 21. Sattel, 22. Theater, 23. Dortmund, 24. Infant, 25. Etui, 26 Laertes, 27. Eule, 28. Holland, 29. Reue, 30 Eintopf, 31. Vegetation.— Der wahre Sozialismus ist die Lehre der haertesten Pflichterfüllung. Kenzworträtsel a) 1 Lyra, 4 Alba, 7 Apis, 8 Lump, 9 Epsom, 10 Nogi, 12 Imme, 14 Erek, 15 Seil, 16 Yard, 19 Rate, 22 Star, 23 Ares, 24 Sirup, 25 Elen, 26 Taxe, 27 Lena, 28 Eder;— b) 1 Laune, 2 Riege, 3 Aspik, 4 Alois, 5 Lumme, 6 Apfel, 11 Ornat, 13 Mitte, 16 Yssel, 17 Rasen, 18 Drina, 19 Raute, 20 Arpad, 21 Ester. Bilderrätsel Iß, was gar ist, trink, was klar ist, sprich, was wahr ist. Beim Wort genommen Ewald spricht immer von sich. Von sich und seinen Erfolgen. Ewald sagt: „Alles, was ich anfasse, wird zu Gold!“ Bat Ewalds Braut: „Dann faß doch bitte einmal den Ring an, den du mir zur Verlobung geschenkt hast.“ „ Koman von Kurt Martin Nachdruck verdoten 9 Copyright by Verlag Neues Leden, Bayrisch=Omato zweifelt auf. Er wand sich in furchtbaren Schmerzen. Er schlug mit den Armen um sich. Der Doktor gab ihm eine Spritze und noch eine. „Jetzt werden die Schmerzen gleich verschwinden, Bürgermeister!" Und er wandte sich an Anna Zacker und flüsterte ihr leis zu:„Schnell den Pfarrer holen! Er lebt keine halbe Stunde mehr!" Aufschluchzend taumelte die Frau hinaus. Karl Zacker sah auf den Arzt. Er war jetzt völlig bei Besinnung. Die Schmerzen schienen erträglich. „Doktor, ich hab's gehört, so leis sie es auch sagten. Ist's aus mit mir? Ich will's wissen! Muß ich sterben? Gibt's keine Rettung?“ Da schüttelte der Doktor langsam den Kopf. „Es gibt keine Rettung, Bürgermeister, kein Arzt kann da mehr helfen!“ Karl Zacker preßte die Lippen fest aufeinander. Er starrte zur Decke. Dann sprach er wieder: „Ja, ich fühl's, das Leben rinnt aus meinem Leib. Das Herz. Das Herz kommt nicht mehr mit. Dann— ja, dann kann ich auch reden.“ Er forderte:„Die Anna soll kommen, meine Schwester!“ Und er fügte hinzu:„Und holt den Ludwig Lang! Aber beeilt Euch!“ Und als Anna Zacker bei ihm war, sprach er, mühsam nach Worten suchend: „Anna, du wirst den Hof da bewirtschaften, bis der Hans kommt. Der Hans soll den Hof haben.“ Und er ward unruhig. Er stöhnte. „Wo ist die Elis? Vorhin— im Stall— sie stand bei dem Stier— sie hat den Stier auf mich gehetzt! Ich will sie nicht mehr sehen, die Elis!“ Da riefen ein paar Stimmen: „Der Lang kommt!“ Ludwig Lang trat in die Stube. Er wandte sich an den am Boden Liegenden. „Hast Unglück gehabt, Bürgermeister!“ Der hob die Hand. „Hör zu Lang! Jetzt kommt der Tod zu mir, und da will ich meine Rechnung mit dir glatt machen. Das eine— Ja, sind genug da in der Stube, die es hören! Lang, dein Lorenz hat den Jäger Facker nicht niedergeschossen. Gewildert hat er, sonst nichts. Aber ich war— oben. Ich wollte dich einmal— ins Herz treffen. Und wenn ich deinen Lorenz in Schande brachte, dann traf ich dich! Lang, auf den Jäger hab ich geschossen. Der Lorenz— ist unschuldig.“ Ein aufgeregtes Flüstern klang durch den Raum. Entsetzt starrten die Menschen auf den mit dem Tode Ringenden. Karl Zacker ächzte. „Ich hab noch viel zu sagen! Ich— Doktor, gib mir Kraft! Ich muß noch reden! Der Matthias— Und das Feuer—.“ Anna Zacker rang die Hände. „Der Pfarrer! Wo bleibt der Pfarrer!“ Karl Zacker starrte mit weit aufgerissenen Augen zur Tür. „Dort kommt sie wieder! Sie hat das— mit dem Matthias angestellt! Und die Monika wollte sie—. Und hat die Theres— dahin gebracht—“ Er warf den Kopf in die Höhe. Er schrie verzweifelt:„Und sie holt mich!— Sie steht bei der Tür!— Sie tritt auf mich zu!— Den Hof will sie! Den—“ Ein Blutstrom schoß aus seinem Mund. Sein Kopf sank kraftlos zur Seite. Dr. Höfle erhob sich. „Vorbei!“ Da ward es still in der großen Stube. * Und eine halbe Stunde lief ein Mann zum Brandnerhof: Ludwig Lang. Als er oben stand, als sie alle betroffen auf ihn starrten, da forderte er: „Holt die Monika!“ Sie kam und er faßte nach ihren beiden Händen. „Du hast genug um ihn gelitten! Nun sollst du es zu allererst wissen. Monika, der Bürgermeister hat gestanden— kurz vor seinem Tod! Unschuldig ist der Lorenz! Frei wird er! Morgen ist er frei!“ Ein Zittern lief über die Gestalt des Mädchens. Langsam sprach sie ihm das erlösende Wort nach. „Frei! Der Lorenz wird frei!“ Ludwig Lang zog sie an sich. „Jetzt kommt das Glück wieder zu uns und zu dir, Monika! Und sie ist gebrochen, die Macht, die da unten hauste— auf dem Unfriedhof!“ — Ende!— Herinlunihsiaet, Roter Curi, Zur Erinnerung an den Feldzug in Rumänien Von Oberst a. D. Immanel 30 Karl Zacker schnellte empor. Er lief zur Tür, hinten zum Stall, und Bertram Schunnlechner folgte ihm aufgeregt. In dem großen Stall, in dem sonst in langer Reihe die Kühe standen, die heute draußen auf der Wiese waren, stürmte der Stier umher. Die Kette klirrte an seinem Hals, und ihr Schlagen gegen seine Brust schien ihn nur noch mehr zu reizen. Der Großknecht lag stöhnend an der Wand. Er hielt sich den rechten Arm und ächzte:„Niedergeworfen hat er mich! Keinen läßt er an sich heran! Da, und jetzt geht er wieder auf die Pferde!" Die vier Pferde standen für sich abgeteilt. Sie schlugen aufgeregt nach allen Seiten aus und bäumten sich hoch empor. Karl Zacker schrie den Knecht an:„Feig bist du! Soll der Stier mir die teuren Pferde niedermachen? Komm! Wir schleichen uns an ihn heran und werfen ihm den Strick über den Kopf!“ Der Knecht jammerte:„Mein Arm! Ich kann nicht mehr!" „Komm mit, sage ich!“ Karl Zacker stand hoch aufgerichtet. Drohend blickten seine Augen. Er fühlte wieder seinen alten, festen Willen, seine Kraft. Sie sahen, wie der mächtige Stier den breiten Schädel senkte, wie er auf die Pferde losging. Da riß Karl Zacker ein Seil vom Haken an der Wand. Er knüpfte in Hast die Schlinge und sprang auf den Stier zu. Sein kurzentschlossenes Handeln gab dem Knecht wieder Mut; er verbiß den Schmerz und lief nun gleichfalls vor. Dann aber sprang er mit einem angstvollen Ruf zur Seite und suchte Deckung. Der Stier hatte sich gewandt; drohend schnaubte er, und seine Füße stampften aufgeregt den Boden. Karl Zacker wich nicht zurück. Mit beiden Händen hielt er das Seil, den rechten Augenblick erspähend, es dem wütenden Stier über den Kopf zu werfen. Tief senkte der Stier den Schädel. Schunnlechner schrie:„Fort, Bürgermeister, spring weg!“ Doch Karl Zacker, wilden Zorn in den Augen, blieb stehen; ja, er ging noch näher an den Stier heran. Er hob die Arme. Das Seil flog durch die Luft. Die Schlinge glitt über den Kopf des Tieres und zog sich rasch zusammen. Das kampflustige Tier fühlte den Druck, und jählings rannte es auf Karl Zacker los.. Das Seilende entglitt ihm. Er sprang zur Seite. Doch jetzt ließ der Stier nicht mehr von ihm ab. Er stürmte ihm nach. Der Knecht griff nach einer Waffe. Mit einem Knüttel lief er herbei, und Berträm Schunnlechner bekam ein Beil zu fassen und eilte hinzu. In diesem Augenblick schrie Karl Zacker aber schon laut auf, nochmals und nochmals. Die beiden Männer sahen ihn nicht mehr. Sie sahen nur noch den Stier, der mit dem Kopf am Boden wühlte und drohend schnaubte. Bertram Schunnlechner keuchte:„Faß an, dort ist der Strick!“ Und es gelang ihm und dem Knecht, das Tier fortzuziehen, so weit, bis sie das Seil durch einen eisernen Mauerhaken schlingen konnten. Sie stürzten hin, wo ein lautes Stöhnen am Boden hörbar war, und schauderten zurück. Vor ihnen lag Karl Zacker, die Kleider aufgerissen, zerfetztes Fleisch sahen sie, Blut und wieder Blut. Bertram Schunnlechner faßte sich zuerst. Er schrie den Knecht an:„Lauf, hol Leute! Und zum Doktor schicken, schnell, schnell!“ Der Knecht sprang zur Tür. Seine schrille, angstvolle Stimme rief über den Hof. Die Mägde schauten bleich und ängstlich durch die Tür. Anna Zacker kam herbeigelaufen und schrie entsetzt auf, als sie den Bruder in seinem Blute liegen sah. Und Nachbarn kamen. Kräftige Arme hoben den von des Stieres Hörnern zerwühlten Körper auf und trugen ihn behutsam vor in die Stube. Kissen holten sie und Tücher und legten Karl Zacker darauf, mitten auf dem Boden der großen Stube. Laut und aufgeregt sprachen die Menschen aufeinander ein. Anna Zacker kniete neben dem wußtlosen und schluchzte. Im Hausgang lehnte Schunnlechner an der Wand, zitternd und unfähig, noch einen Schritt zu gehen. Er flüsterte:„Jetzt kommt es anders! Jetzt wird die Wally nicht mehr Bürgermeisterin!" Karl Zacker lag mit geschlossenen Augen da. Sein Atem ging schwer. Sie hatten über seinen zersetzten Leib ein Tuch gebreitet. Die Nachricht von dem Unglück flog unglaublich schnell durchs ganze Dorf. Von allen Höfen liefen sie herbei. Vor dem Hause drängten sich die Menschen. Man stand im Flur, man schob sich in die Stube. Als der Doktor kam, konnte er sich kaum einen Weg bahnen. Dr. Höfle kniete neben dem am Boden Liegenden. Karl Zacker ward jetzt unruhig. Er öffnete die Augen, und mit einem Male schrie er verHermannstadt ist die uralte Hauptstadt des Deutschtums im Waldlande Siebenbürgen, gegründet durch Deutsche, die König Geisa II. von Ungarn im zwölften Jahrhundert aus Flandern und vom Rheine unter dem Namen„Sachsen“ als Siedler ins menschenleere Land rief. Die Sachsen brachten Siebenbürgen die Kultur und hielten, vor dem Weltkriege etwa 275000 Köpfe stark, ihr Deutschtum zwischen Magyaren und Walachen hoch. Die blühende Stadt, jetzt 40 000 Bewohner, ist fast ganz deutsch. Sie liegt in der gartenartig angelegten Talebene des Alt, ein Schmuckstück der Bodenausnutzung und Fruchtbarkeit. Unmittelbar südlich von ihr bricht der Alt durch die Transsylvanischen Alpen, die Südkarpathen. Rechts und links von dieser Felsenscharte steigt das unwegsame Gebirge manerartig bis 2500 Meter empor. Die Uebergänge werden zwar„Pässe“ genannt, sind aber nichts weiter als schwierige Gebirgspfade und Saumwege. Unter ihnen ist der Szurduk der bedeutendste Uebersang.„. I, fniglte g.. In diesem Gelande spielte sich in den Septembertagen 1916 die große Hauptentscheidung des rumänischen Krieges ab. Die Feinde hatten sich zu äußerster Anstrengung aufgeschwungen. An der Somme brandete das neue englische Heer, zusammen mit den Französen, gegen die deutsche Front, vor Verdun verzehrten sich ungeheure Kräfte, im Osten bedrängten die Russen die österreichisch=ungarische Front, selbst Italien errang Fortschritte am Isonzo. Am 27. August erklärte Italien Deutschland, Rumänien Oesterreich=Ungarn den Krieg. Am folgenden Tage gab Deutschland Antwort, indem es Rumänien den Krieg erklärte, unmittelbar darauf folgten die Türkei und Bulgarien. Die Feindmächte vertrauten, daß Rumänien 400000 Mann frischer, tüchtiger Feldtruppen in den Kampf werfen, dahinter 250 000 Mann zweiter Ordnung bereitstellen könnte. Deutschland, das die Hauptlast des Krieges trug, verkannte den Ernst der Lage nicht. Die Stunde der Gefahr rief die rechten Männer auf den rechten Platz: Hindenburg, neben ihm Ludendorff. Es wurde beschlossen, auf allen Schauplätzen den Kampf in der Verteidigung fortzusetzen, gegen Rumänien aber zum Angriff zu schreiten, um den durch die feindliche Uebermacht ausgezwungenen Stellungskrieg durch Erfolge in der Bewegung zu lösen, Rumänien zu zertrümmern, Oesterreich=Ungarn aufzufrischen und fortzureißen. Der Kriegsplan war einfach und kühn. General v. Falkenhayn, der vom trügerischen Kriegsglück nicht begünstigte Vorgänger Hindenburgs, wurde als Entschädigung für seinen Rücktritt mit der Führung der 9. Armee gegen Rumänien betraut. Mackensen faßte die abkömmlichen Kräfte auf der Balkanhalbinsel zusammen, um sie über die Donau in den Rücken der Rumänen zu führen, die somit von zwei Seiten her in die Klammer genommen wurden. Rumänien hatte seit dem Tode des deutschfrendlichen Königs Karl(Oktober 1914) eine schwankende Haltung befolgt, um sich mehr und mehr den Ländern der Entente zuzuneigen. Als es die Niederlage der Mittelmächte für sicher hielt, tat es den Sprung ins Dunkle und hoffte auf einen leichten Sieg. Die deutsche Heeresleitung beabsichtigte, durch einen blitzschnellen Schlag Siebenbürgen von den Rumänen zu säubern und die Entsaidung zu erkämpfen, bevor die Russen über die Karpathen und durch die Dobrudscha herangekommen waren und das Orientheer(Franzosen, Serben, Italiener, Griechen) von Saloniki her seine 300 000 Mann einsetzen würde. Die Zertrümmerung des rumänischen Heeres war das deutsche Ziel. Mittelmächte konnten den Rohstoff= und Verpflegungsmangel nur noch durch die landwirtschaftlichen Reichtümer und das Erdöl Rumäniens mindern. Trotz französischer Ratschläge beging Rumänien den Fehler, den Vorsprung seiner Rüstungen nicht auszunutzen. Anstatt den schwachen österreichischen=ungarischen Landsturm aus Siebenhürgen wegzufegen und auf Budapest vorzudringen, bevor die Deutschen heran waren, vertrödelte es mit unbegreiflicher Bedächtigkeit die kostbare Zeit. Die Hauptmasse, drei Armeen, rückte langsam in Siebenbürgen ein, linker Flügel auf Hermannstadt, während ein viertes Heer in der Dobrudscha die russischen Hilfstruppen erwartete. Den rumänischen Feldzug eröffnete unter Mackensen das Donauheer, bestehend aus der bulgarischen 3. Armee, der deutschen Division 217, später einigen türkischen Truppen. Mit unvergleichlichem Schwung warf Mackensen die Rumänen bis an den Trajanswall zurück, fesselte ihre Kräfte und wartete ab, bis Falkenhayn den Sieg bei Hermannstadt erstritten haben würde. Die 9. Armee, zunächst nur 60000 Mann stark, setzte sich aus dem Alpenkorps, der Gruppe Staabs, dem Reiterkorps Schmettow zusammen, aus kampfgeübten, kriegsbewährten Truppen. Hermannstadt war ihr Angriffsziel. Links von ihr deckte die k. u. k. 1. Armee Arz gegen die Karpathen im Norden und Osten. Der Angriff der 9. Armee begann am 26. September in der Ebene bei Hermannstadt. Er schien dadurch gefährdet, daß die Rumänen, an Zahl fast dreifach überlegen, versuchten, die Flanken der Armee beiderseitig zu umfassen. Es war ein Kampf voller Spannungen.„Selten“, urteilte Falkenhayn,„in meinem an dramatischen Höhepunkten nicht armen Leben habe ich die Lösung mit größerer Spannung erwartet als am Morgen des 29. September.“ Es stand auf des Messers Schneide. Inzwischen wurde der frontale Angriff dadurch unterstützt, daß sich das Alpenkorps Krafft v. Dellmensingen mit höchster Kraftanspannung durch die für ungangbar gehaltenen Felsengebirge gegen die einzige Rückzugsstraße der Rumänen, den Roten Turmpaß im Süden von Hermannstadt, heranarbeitete. Es gelang zwar nicht, den Paß dauernd zu sperren, denn das Gelände war allzu schwierig und die Rumänen klammerten sich an jeden Felsgrat. Allein es genügte, daß einzelne Bataillone mit Gebirgsgeschützen und Maschinengewehren den Paß vorübergehend erreichten. Das überraschende Auftreten dieser Kerntruppe im Rücken erregte bei den Rumänen um Hermannstadt eine Panik und hatte zur Folge, daß sie sich, in der Front angefaßt und im Rücken bedroht, zur Räumung der Stellung bei Hermannstadt entschlossen und unter schwersten Verlusten am 29. in das Gebirge flüchteten. Der Rote Turmpaß blickt auf eine große Geschichte zurück. Nach dem Siege von Hermannstadt begnügte sich Falkenhayn damit, den Roten Turmpaß besetzt zu halten und die Uebergänge beiderseits zu beobachten. Die 9. Armee warf ihre Front nach Westen herum, drang aber von hier aus über den Predealpaß, den Stoß auf Bukarest fortzusetzen. Das verschneite Gebirge erwies sich als ungangbar, außerdem mußte gewartet werden, bis Mackensen über die Donau gekommen war und die Rumänen vom Gebirge beim Roten Turmpaß vertrieben hatte, dann war der Weg in die walachische Ebene frei. Der deutsche Entschluß ging dahin, den Uebergang über das Gebirge nicht auf dem Roten Turmpaß, sondern auf den Wegen zu erzwingen, die westlich dieses Einschnittes über die Hauptübergänge bei Szurduk und Vulkan in die Kleine Walachei nach TarguJiu hinabführten. Das Meisterstück gelang. Die Rumänen wurden überall geschlagen, am 17. November war auf einer Front von 20 Kilometer die Mitte des feindlichen Widerstandes deirchstoßen.„Was das heißen will“, berichtet Falkenhayn,„kann sich jeder vergegenwärtigen, der sich klarmacht, daß es sich darum handelte, mehr als 60000 Menschen und 30000 Pferde mit der Artillerie und dem gesamten Troß schnell durch eine Engstraße von über 40 Kilometer Länge zu bringen, die fast durchweg nicht halb so breit wie die Friedrichstraße in Berlin ist. Auf der einen Seite verhinderten fast senkrecht ansteigende Felswände, auf der anderen der reißende Fluß jedes Abweichen von der schmalen Bahn. Vielfach war diese überdies durch Abbrechen einzelner Stücke, durch Abstürzen von Felsbrocken auf sie, durch Brücken noch verengt. Ein einziger Wille beherrschte die ganze Masse: hindurch durch das Gebirge und heran an den Feind! Eng gedrängt hasteten die Kolonnen vorüber. Nicht ein hartes Wort habe ich gehört; überall war nur fröhliche Zuversicht aus den Scherzreden, die von Reihe zu Reihe flogen, und aus den Marschliedern zu entnehmen.“ Der Sieg von Targu=Iiu lohnte diese Anstrengungen und Opfer. Der ganze rumänische Westflügel war zertrümmert, die deutschen Divisionen hatten Außerordentliches geleistet. Auf dem äußersten deutschen Westflügel hatte das Reiterkorps Schmettow eine vorbildliche Leistung neuzeitlicher Reiterei vollbracht: im Gebirge hatte es mit dem Maschinengewehr den feindlichen Widerstand gebrochen, um in der Ebene die Lanze zu ergreifen und die Pferde zu besteigen, die Verbindung mit der Donau=Armee aufnehmend, die inzwischen über den Strom gegangen war. In den ersten Dezembertagen war das rumänischrussische Heer bei Bukarest umklammert und konnte sich nur mit Mühe der deutschen Verfolgung durch einen eiligen Rückzug über den Sereth nach der Moldau entziehen. In den Neujahrstagen hatten die Donauarmee und die 9. Armee die Donaumündungen und den Sereth erreicht. Hier trat der Uebergang in den Stellungskrieg ein. Rumänien war zu zwei Dritteln erobert, seine Bodenschätze befanden sich in unserer Hand, und die Mittelmächte hatten hier unter deutscher Führung ihre kriegerische Schlagkraft glänzen' bewiesen. Die Winterhilfsplakette ist ein Bestandteil des nationalsozialistischen Staates. Sie wurde von ihm geschaffen und stellt ein einzigartiges Sinnbild dar, um in den Monaten der größten Not dem deutschen Volk mit ganzer Eindringlichkeit zu sagen, daß jeder für den anderen notleidenden Volksgenossen zu sorgen und hierdurch sein Bekenntnis zur Gemeinschaft durch die Tat unter Beweis zu stellen hat. Viele wird es dennoch geben, die aus Kurzsichtigkeit oder aus Unverstand die Plakette als Sinnbild ablehnen, in ihr weiterhin erhebliche und unverantwortliche Materialverschleuderung u. a. sehen. Hier können meist nur nüchterne Zahlen aufklärend wirken. Aus den Abrechnungen des Winterhilfswerkes wissen wir, daß der Plakettenverkauf viele Millionen Reichsmark alljährlich eingebracht hat, die ihrerseits wiederum in Form von Kohlen, Lebensmitteln und Kleidern in die Hände der Aermsten gelangten. Wir wissen weiter, daß durch die Plakettenherstellung, mit der nur Notstandsund Grenzlandgebiete betraut wurden, viele Heimarbeiter für eine Reihe von Monaten beschäftigt werden konnten und so zusätzlich Aufträge ausführten. Das sind zwei Tatsachen, die von großem Wert sind und einen jeden die Winterhilfsplakette zu bejahen geradezu zwingen. Auch daß sich durch das Tragen der Platette allein die Gemeinschaft des deutschen Volkes offenbart, ist ein wichtiger Faktor. Im November sucht die Winterhilfsplakette, die aus einem echten Edelstein besteht, ihren Käuferkreis anzusprechen: Der kostbare Edelstein. das opferbereite deutsche Herz. Die Plakette kommt aus der weltbekannten Edelsteinstadt Idar=Oberstein, gelegen in dem Notstands= und auch Grenzlandgebiet Birkenfeld—Trier. Zu ihrer Herstellung wurden 1200 Edelsteinschleifer— das ist mehr als ein Drittel der gesamten Edelsteinschleifer— ein volles Vierteljahr beschäftigt, darunter viele Schleifer, die durch den Winterhilfsverkaufsertrag nach Jahren erstmalig wieder ihrem Beruf zugeführt werden konnten. IdarOberstein hat schwere Jahre. Jahre des Niedergangs, hinter sich. Die Weltwirtschaftskrise und damit Erschwerung der Ausfuhr und Zurückgehen des Interesses für Schmuck haben die Aufträge auf einen Bruchteil der Blütezeit zurückgehen lassen. Die Folge war. viele Schleifer kehrten ihrem Beruf den Rücken, und ein in 2000 Jahren gewachsenes Gewerbe stand vor dem Zusammenbruch. Die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen der Reichsregierung konnten sich nur mittelbar auswirken, und zwar dergestalt, daß mit erhöhtem Einkommen allmählich größeres Interesse für Schmuck entsteht. Darüber hinaus mußte diesem Gewerbe zur Abwendung der schlimmsten Not durch eine Sondermaßnahme besonders geholfen werden. Keiner soll frieren, keiner soll hungern! Eine frohe Stunde: Eine neunköpfige Familie wird mit Schuhen versorgt. Mitefreudigem Eifer sind alle dabei, sich die richtigen auszuwählen. (Das deutsche Bild—.) deutschen Fleiß zu einer weltgeltenden Stellung emvorgearbeitet und die Stadt Idar zu einer Weltzentrale für die Bearbeitung aller Schmuckund Edelsteine entwickelt hat. Deutsches Unternehmertum und deutsche Intelligenz umspannen von hier aus den gesamten Erdball. Aus aller Herren Länder strömen in Idar die Rohsteine zusammen und werden von kunstfertigen Händen zu prächtig geschliffenen Steinen verarbeitet. Idarer Fachleute sind über alle Weltteile verstreut und beliefern die Heimat mit den zahlreichen Rohsteinen, die hier Arbeit und Brot bringen. Aus Brasilien und Madagaskar kommen Achate, Bergkristalle, Turmaline, Aquamarine und verschiedenfarbige Berylle: Columbien und Rußland liefern Smaragde: Nordamerika, Persien und Zentralasien Türkise: Afghanistan Lapis lazuli: China und Neuseeland Jade: Australien und Mexiko Opale: Südwestafrika Granaten und Diamanten. Alle diese Edelsteine werden in Idar verarbeitet. Schleifer und Polierer, Lapidäre, Diamantschleifer und Graveure formen mit größter Kunstfertigkeit und sinnreichem Bearbeitungsverfahren aus unscheinbarem Rohstoff die herrlichsten Edelsteine und die farbenprächtigsten Schmucksteine, die nicht nur in Deutschland. sondern von hier aus wieder in der ganzen Welt von der hohen Güte eines deutschen Veredelungsgewerbes Zeugnis ablegen. Dies erfolgte durch den Winterhilfswerkauftrag. Neben den 1200 Schleifern konnten außerdem viele hundert Metallarbeiter in Oberstein und Hanau beschäftigt werden. Kennen Sie Idar?— Nein? Dann gestatten Sie, daß wir Sie zu einem Besuch in unserer Edelstein=Stadt einladen, um Ihnen Sehenswürdigkeiten zu zeigen, wie sie sonst weder in Deutschland noch an einem anderen Platz der Welt anzutreffen sind. Idar bildet mit dem malerisch gelegenen Oberstein eine Doppelstadt an der Nahe. im Süden der Rheinprovinz. und liegt an der großen Verkehrsstraße Berlin—Frankfurt—Paris. Sie ist von Frankfurt am Main in zwei Stunden, von Bad Kreuznach in drei Viertelstunden, von Traben=Trarbach und Bernkastel an der Mosel in 1% Stunden. von Trier, Saarbrücken und Kaiserslautern in zwei Stunden zu erreichen. Ein Besuch in Trier bietet neben den reizvollsten landschaftlichen Schönheiten eine ganz besondere und einzigartige Sehenswürdigkeit durch die Edelsteinindustrie. Im Idartal liegen, der Landschaft angeschmiegt, an schmalen Stauweihern kleine, einstöckige Schleifmühlen, die durch ihr großes Wasserrad auffallen. Dieses treibt nahezu mannshohe. rote Sandsteinräder, an denen von geschickten Schleifern, die auf der Brust liegen, die verschiedenartigsten buntfarbigen Edelsteine geschliffen werden. Die kleinen Gebäude sind die Wiege eines Gewerbes, das sich von der anfänglichen Verarbeitung heimischer Achate durch deutsche Arbeit und In Idar sind Werte an Material und Arbeit angereichert, die jeden Besucher in Erstaunen versetzen, und eine Besichtigung der Werkstätten vermehrt das Erstaunen beim Verfolgen der sinnreichen und klug erdachten Arbeitsvorgänge. aus denen diese Werte in vollendeten Formen hervorgehen. Einen besonderen guten Ueberblick über das gesamte Edelsteingewerbe vermittelt die ständige Edelsteinausstellung in der Gewerbehalle mit ihren lehrreichen Sammlungen und einer Verkaufsabteilung, in der rohe und geschliffene, lose und zu Schmuck gefaßte Edelsteine und Schmucksteine abgegeben werden. Ebenfalls sehenswert ist die Ausstellung der sogen.„Maschinen=Steine": das sind Steine für technische Zwecke, wie Schneiden und Lager für Präzisionswaagen und Uhren. Poliersteine für Leder, Papier und Metall, Reibschalen für chemische Laboratorien usw., die gleichfalls in Idar hergestellt werden. Die Stadt Oberstein umfaßt ein anderes Gewerbe, dessen wirtschaftliche Bedeutung der Edelsteinindustrie keineswegs nachsteht. Hier werden in großen Betrieben mit Hunderten von Arbeitskräften die verschiedenartigsten Metallschmuckwaren hergestellt, die in allen Ländern der Erde ihren Absatz finden. Neben zahlreichen Uhr= und Schmuckketten entstehen in Oberstein ständig wechselnde modische Neuheiten an Metallschmuck, wie Armbänder. Ringe, Anhänger und Broschen, verchromte und lackierte Zigarettenetuis, Toiletteartikel, Feuerzeuge usw., deren Herstellung und Vertrieb einen beachtlichen Zweig unserer deutschen Volkswirtschaft darstellen. An Sehenswürdigkeiten von Oberstein sind besonders das alte und das neue Schloß und die berühmte Felsenkirche mit ihrer Quelle und mit ihrem Bergkristall=Kruzifix hervorzuheben. Idar=Oberstein genießt einen ganz besonderen Ruf wegen seiner landschaftlichen Schönheiten und übt mit den waldreichen Wäldern des Hunsrücks, mit den reizvollen Tälern und den steilen Felsen seiner Umgebung einen einzigartigen Reiz auf den Naturfreund aus. Wenige deutsche Städte vereinen so Vieles an Sehenswürdigkeiten mit Naturschönheiten in sich wie Idar=Oberstein. die Perle des Nahetals. Der Diamantschleifer An 3500 Diamantschleifer üben in und um Idar=Oberstein ihr Handwerk aus. Die ersten Schleifereien wurden um das Jahr 1896 eingerichtet, und vor dem Kriege waren ca. 350 Schleifer in diesem Gewerbe beschäftigt. Die Zahl wuchs dann in den Konjunkturjahren nach dem Kriege rasch an, und dem Arbeitsmarkt wurde durch Umschulung zu Diamantschleifern eine wesentliche Entlastung gebracht. In Fabrik= und Hausarbeiterbetrieben mit meist nicht weniger als vier Maschinen wird die Akkordarbeit geleistet. Ein feines Klingen und Singen erfüllt den Arbeitsraum, hervorgerufen durch den Schleifprozeß des Diamanten auf der Stahlscheibe, die ungefähr 2500 Umdrehungen in der Minute macht. Der Diamant ist der härteste Stein, den wir kennen. Er kann deshalb auch nur mit seinem eigenen Staub(gemahlener Boort) geschliffen werden, wobei die Stahlscheibe als Mittel zum Zweck benutzt wird. Das hohe Lichtberechnungsverfahren bewirkt das wunderbar strahlende Feuer des Brillanten. Wer ist wohl nicht schon davon entzückt worden? In allen Farben wird das Licht an den geschickt angelegten Facetten des Steines gebrochen. Mit mathematischer Genauigkeit sind diese Flächen eingeteilt auch dann noch, wenn der Stein kaum größer ist als ein Stecknadelkopf. Auch dann hat der Stein noch 56 Facetten bei runder Form. Neuerdings ist alles auf das Schleifen von sogenanntem Achtkant eingestellt. Das Feuer dieser kleinen Steine ist durch die großen Facetten außerst wirkungsvoll. Die Anschaffung eines Brillanten war zu allen Zeiten eine wertbeständige Anlage und nicht einmal reiner Luxus; denn Tausende verdienen ihren Unterhalt mit dem Schleifen des Brillanten, des Königs der Edelsteine. liche Aufstieg des Edelsteingewerbes und wurde der Weltruf des heimischen Rohsteinmarktes begründet. Bisher waren nur Schleifereien für Achate in Betrieb. Für die Verarbeitung dieser härteren Edelsteine wie Aquamarine. Turmaline, Edeltovase. Saphire und Rubine mußte aber eine andere Bearbeitungsmethode eingeführt werden. Der Lapidär begann seine Tätigkeit, und ihm vertraut man diese Steine an. Er verwertet den Rohstein unter geschickter Ausnutzung seiner inneren und äußeren Struktur, wägt während der Verarbeitung ab, wie er dem wertvollen Stoff die begehrteste Form geben kann, ohne dabei die Qualität zu beeinträchtigen, nach der der geschliffene Edelstein höhen oder minder bewertet wird Heute sind über 800 Lavidäre in dem IdarObersteiner Edelsteingewerbe tätig. Der Edelsteinbohrer Ohne den Edelsteinbohrer müßten wir auf so manchen beliebten Schmuck verzichten, z. B. die einfach auf Faden gereihte Steinkette, und bei dem mannigfaltigen Verwendungszweck der Edelsteine bedarf es immer wieder der Bohrung. An seinem Werktisch verrichtet der Meister. und zwar fast ausschließlich in der Hausarbeit. sein Handwerk. Kaum verändert wie vor Tausenden von Jahren dient ihm dabei ein einfacher Seidenbogen mit einer Schnur um den eigentlichen Bohrer gewickelt, als Werkzeug. Der Bohrstift selbst wird mit feinen Splittern von schwarzem Diamant besetzt, und wenn man bedenkt, daß dieser Stift oft nadeldünn ist, kann man erfassen, was seine Herstellung bedeutet. Mit dem eingesetzten Diamanten kann dann jeder noch so harte Stein gebohrt werden. Der ganze Arbeitsprozeß beruht auf rein gefühlsmäßiger, handwerklicher Tätigkeit, verbunden mit großer Materialkenntnis. Der Mensch kann hierbei durch keine Maschine ersetzt werden. Durch einen einzigen unachtsamen Handgriff kann ein Wert vernichtet werden, der ein Vielfaches des ganzen Wochenverdienstes dieses Edelsteinbohrers ausmacht. Der Mit der Erschließung überseeischer Fundorte in Brasilien, Australien usw. begann der eigentWpemgssme Speit KeusiheWrelk sin Lorlers. Alles stellt sich in den Dienst der Winterhilfe! Postautos sammeln in den Straßen der Großstadt, und die braven Sammler zeigen durch ihre Signale, daß sie die längst verschlafene Tradition der Posthörner einer guten Sache wegen wiederzuerwecken wissen. (Das deutsche Bild—.) Der Edelstein-Graveur Aus der primitivsten Bearbeitung der Edelsteine vor Jahrtausenden haben sich die technisch vollendeten Arbeitsmethoden der heutigen Schleifer und Graveure entwickelt. Dabei ist das Gravieren der Steine als die älteste Kunst anzusehen. in der einzelne Meister mit besonderer Begabung sich einen Namen schufen. So findet also der Edelstein nicht allein in der durch den Schleifer vollendeten facettierten oder muggeligen Form Verwendung, vielmehr ist die Gestaltung durch die schöpferische Tätigkeit der Graveure unbegrenzt. Neben dem Schleifer hat deshalb auch der Graveur ein großes Verdienst an der Entwicklung und dem raschen Aufstieg des Edelsteingewerbes. Sein Arbeitsfeld ist groß. Oft ist es nur Teilarbeit, die er zusammen mit dem Schleifer an dem Edelstein leistet und zu dessen Verschönerung er beiträgt. An den herrlichen Gemmen, geschnittenen Vasen. Tierfiguren usw. haben wir Gelegenheit, sein ganzes Können zu bewundern. Die Winterhilfsplakette ist sehr geschmackvoll. Sie hat erhöhten Wert dadurch, daß nur echte Steine zur Verarbeitung gelangt sind. Opale, Türkise. Amethyste, Tieraugen, Lapis lazuli, Topase, Mondsteine und schön gebeizte Achate werden den Käufern entgegenleuchten und zugleich Pläne entstehen lassen, wie die echten Steine weitere Verwendung finden können. Viele Steine wurden verarbeitet, deren Wert ein Mehrfaches des Plakettenpreises ausmacht. Sie konnten nut dadurch verarbeitet werden, daß einmal die Modi vornehmlich in den letzten Jahren große Steine bevorzugt und kleinere Steine deshalb für die Schmuckverarbeitung so gut wie wertlos sind. Zum anderen ermöglichte die Millionenzahl der Plaketten den Schleifern, auch wertvollere Steine zu verwenden. Der Plakettenauftrag an die Edelsteinindustrie besteht bei der Verwendung der alten und darum billigen Rohsteinlager der Schleifer zu einem großen Prozentsatz aus Löhnen, die dem bodenständigen Gewerbe eine wertvolle Rücklage geben. Die Plakette ist wirklich ein Erzeugnis guter Gemeinschaftsarbeit Sie stellt daher selbst einen schönen Gegenwert für den Käufer dar. „**** Die Stadt des Edelsteinabzeichens des Winterhilfswerkes * Frauenwelt und Heim Die Fauin der Lans wietschcht Es dürfte gar nicht allgemein bekannt sein, daß der größte Teil aller in Deutschland berufstätigen Frauen in landwirtschaftlichen Betrieben arbeitet! Von den 11,5 Millionen Frauen, die im ganzen Reich überhaupt im Erwerbsleben stehen, sind 4,6 Millionen— also mehr als 40 Prozent!— in der Landwirtschaft tätig, während sich die restlichen 60 Prozent erwerbstätiger Frauen auf vier verschiedene Wirtschaftsgruppen verteilen. Es klingt zunächst überraschend, daß eine so große Zahl von Frauen in der Landwirtschaft tätig sein soll, und namentlich ist dies eine ungewohnte Vorstellung für den Städter, der das große Heer der Fabrikarbeiterinnen und Büroangestellten vor Augen hat. In welcher Berufsstellung,— in welcher Tätigkeit ist diese ungeheuer große Zahl landwirtschaftlich tätiger Frauen beschäftigt,— das ist die Frage, die sich angesichts dieser hohen Ziffer unwillkürlich aufdrängt. Da überrascht zunächst die Feststellung, daß der weitaus größte Teil— nämlich rund 3,5 Millionen— dieser Frauen als sogenannte „mithelfende Familienangehörige" tätig sind; d. h. es handelt sich um Ehefrauen, Schwestern oder Töchter von Betriebsinhabern, die durch diese Mitarbeit so voll in Anspruch genommen sind, daß sie als erwerbstätig angesehen werden müssen. Und die Art der Tätigkeit aller dieser Frauen? Ihre Arbeit, die nach außen hin so wenig in Erscheinung tritt, ist mit die wichtigste und zugleich schwerste in der Landwirtschaft überhaupt. Die mithelfenden Familienangehörigen müssen schlechthin alles können, von der schweren Feldarbeit bis zur sorgsamen Tätigkeit in der Milchwirtschaft und Gärtnerei. Unendlich wichtig ist diese Mitarbeit,— denn unzähligen Inhabern kleiner Betriebe wäre es ohne diese Hilfe ihrer Familie überhaupt nicht möglich, ihre Wirtschaft aufrecht zu erhalten, da für fremde Arbeitskräfte keine Mittel da sind. Von allen übrigen in der Landwirtschaft tätigen Frauen sind die meisten als Arbeiterinnen beschäftigt; rund 860000 ländliche Arbeiterinnen wurden gezählt. Meistens handelt es sich dabei um ledige Arbeiterinnen, die vom väterlichen Hause aus in einem fremden Betrieb tätig sind, meist als Tagelöhnerinnen für die schweren Arbeiten, teilweise sind es auch Wanderarbeiterinnen, die mit einer Arbeitskolonne saisonweise eingesetzt werden. Recht hoch ist ferner die Zahl der Frauen, die in landwirtschaftlichen Betrieben eine selbständige Stellung einnehmen. Mehr als 302000 Frauen arbeiten selbständig in der deutschen Landwirtschaft, und ihre Zahl ist damit größer als in einer anderen Wirtschaftsabteilung. Zum größten Teil handelt es sich bei diesen Frauen um Witwen von Betriebsinhabern, die nach dem Tode des Mannes die Wirtschaft weiterführen. Doch kommen auch solche Frauen in Frage, die nicht einem ganzen landwirtschaftlichen Betriebe als Leiterinnen vorstehen, sondern die ein landwirtschaftliches Teilgebiet in selbständiger Stellung versehen, z. B. als Gärtnerin und Blumenbinderin oder auch als Imkerin; sehr beliebt ist ferner der Beruf der Geflügelzüchterin. Endlich ist noch eine allerdings verhältnismäßig kleine Anzahl von Frauen als Beamte und Angestellte in der Landwirtschaft beschäftigt. Rund 18800 Frauen in derartiger Stellung wurden in der deutschen Landwirtschaft gezählt, die auf den verschiedensten Gebieten arbeiten. Da ist einmal die große Zahl der Wirtschafterinnen— auch Mamsell oder Wirtin genannt— die in allen großen Betrieben zur Entlastung der Gutsfrau unentbehrlich sind. Ferner sind da die ländlichen Haushaltspflegerinnen, die nach gründlicher Vorschulung und staatlicher Prüfung dem Gutshaushalt in jeder Weise vorzustehen vermögen oder die auch die Leitung landwirtschaftlicher Frauenschulen versehen. Weiter gibt es eine Anzahl angestellter Gärtnerinnen; und endlich ist auch der Posten der Gutssekretärin vor allem wichtig, die mit allen Rechnungs=, Lohnund Steuerfragen Bescheid wissen muß und die gleichfalls speziell im Großbetrieb wichtige Aufgaben zu erfüllen hat. Zu all diesen Frauen, die mehr oder minder dauernd in der Landwirtschaft beschäftigt sind, kommt endlich neuerdings noch das Heer der Landhelferinnen, die saisonweise in den ländlichen Betrieben eingearbeitet werden und die namentlich die bäuerliche und Siedler=Familie entlasten sollen. Die Zahl dieser zeitweilig tätigen Landhelferinnen ist mit rund 15000 heute schon recht hoch. Wie sind nun die Aussichten für die weiblichen Arbeitskräfte in der Landwirtschaft? Die selbständigen Frauen sowie die mithelfenden Familienangehörigen brauchen um ihre Stellung nicht besorgt zu sein, da sie ja auf angestammtem Platz stehen, den sie sich täglich neu erarbeiten. Die landwirtschaftliche Arbeiterin ferner hat nach den Berichten der Arbeitsämter sehr gute Aussichten; aus fast allen Bezirken wird über Mangel an jungen, gut eingearbeiteten Kräften berichtet, und vielfach wurden sogar die Landhelferinnen in den Betrieben, denen sie zugeteilt waren, freiwillig behalten. Aber auch für die Angestellten in der Landwirtschaft sind die Aussichten gut, da die Nachfrage immer wieder rege ist, und das Angebot ist nicht allzu stark, da sich auch nicht jede Kraft ohne weiteres für einen landwirtschaftlichen Betrieb eignet. Lust und Liebe zur Sache, das sind die Erfordernisse, die in der landwirtschaftlichen Arbeit wie in keinem anderen Beruf erforderlich sind, da es sich hier nicht um tote Akten, sondern um lebendige Wirklichkeit handelt! Der flotte Streifen (Scherl—.) Wie man Fleisch behandelt sssssss Will es das Pech, daß man einmal zähes)jo Rasenzeit beginnt Fleisch erwischt hat, so bestreicht man es mit Sie Iceltzeir begenike einer Lösung von zwei Teilen Olivenöl und einem Teil Essig und läßt es dann mindestens 12 Stunden hängen. Kleine Stücke legt man in die Oelmischung hinein. Wenn man frisches Fleisch bis zur Zubereitung noch eine Weile aufbewahren muß, soll man es nicht hinlegen und nicht in den Schrank stellen, sondern man soll es so an einen Haken hängen, daß die Luft von allen Seiten heran kann. Die Neugierigen (Plesch—.) Wenn ein Kranker im Hause ist... Besonderter RRaum für den Kranken Staubfrei und luftig Vorsicht mit Glumen! Man richtet sich bestimmt eine Wohnung nicht in dem Gedanken ein, daß jemand krank darin liegen soll, aber... leider fügt es das Schicksal häufig, daß man doch Platz für ein Krankenbett schaffen muß. Es ist auf jeden Fall nicht ratsam, daß man sein Schlafzimmer so mit Möbeln voll stellt, daß gar kein Raum mehr bleibt. Sehr unpraktisch müssen ferner die heute vielfach üblichen Doppelbetten genannt werden, die nicht auseinanderzunehmen sind. Denn in Krankheitszeiten ist es weit richtiger, von zwei nebeneinander stehenden Betten das Bett des Gesunden in einen anderen Raum zu stellen, damit beide, der Kranke und der Gesunde, ihre richtige Ruhe haben. Hat zum Beispiel jemand starken Husten, der ihn nachts lange wach hält, so ist es keinesfalls nötig, daß auch der andere immer wieder durch das Husten aufgeweckt wird. Es ist schlimm genug, wenn einer von der Familie krank ist, es brauchen nicht auch die anderen unruhig und nervös gemacht zu werden. Das Bett des Kranken soll am besten mit dem Kopfende gegen die Wand gestellt werden, so daß es von beiden Seiten zugänglich ist. Außerdem soll man aus dem Zimmer, in dem der Kranke liegt, möglichst alle überflüssigen Dinge und Gegenstände entfernen, um möglichst viel Raum und möglichst wenig Staub im Krankenzimmer zu haben. Man muß ja auch bedenken, daß man wenig aufzuräumen haben soll, schon um den Kranken nicht unnötig zu stören. Außerdem spart man auf diese Weise Zeit, was auch wichtig ist, wenn man einen Kranken im Hause hat. Die sonst vorhandenen Bettvorleger und Teppiche müssen zusammengerollt und weggelegt werden, Staubfänger können wir im Krankenzimmer nicht brauchen; an ihrer Stelle soll man waschbare Vorleger hinlegen. Es ist nicht unpraktisch, einen Bettschirm aufzustellen. Dadurch kann man den Kranken, wenn gelüftet wird, vor Zugluft schützen. Es ist gar nicht so leicht, es einem Kranken bequem und angenehm zu machen. Die Hauptsache ist, daß man sich ruhig und gleichgewichtig verhält, selbst wenn man innerlich in Sorge ist. Auch soll man sich nicht merken lassen, daß einen etwa die Nachtwache oder die zusätzliche Arbeit anstrengt und müde macht. Man muß sich also zusammennehmen und Selbstbeherrschung lernen. Man muß sich daran gewöhnen, die Türen geräuschlos zu schließen und beim Hinstellen von Gläsern und Tassen nicht zu klappern und zu klirren. Dieses Vermeiden von Geräuschen darf aber nicht übertrieben werden, weil es sonst den Kranken wieder aufregt. Auch leise zu gehen muß man sich üben. Das beste ist schon, Gummiabsätze zu benutzen. Ist ein Kranker soweit, daß er im Bett sitzen kann, so muß man ihn mit Kissen stützen. Auch muß ein Tischchen neben seinem Bett stehen, dessen Platten möglichst mit hochstehender Leiste versehen sind, damit die Gegenstände nicht so leicht herunterfallen können. Ein Teewagen ist für diese Zwecke sehr brauchbar. Die Lampen im Krankenzimmer sollten eigentlich mit grünem Schirm versehen werden, weil das grüne Licht für die Augen, die bei jeder Krankheit ja empfindlich zu sein pflegen, am günstigsten ist. Das Essen, das man dem Kranken vorsetzt, muß natürlich nett zubereitet und angerichtet sein. Man soll den Kranken nicht vorher fragen, was er essen möchte, denn in den seltensten Fällen hat er auf irgend etwas Appetit, sondern man soll seinen eigenen Kopf anstrengen, um etwas zu finden, was ihm wohl schmecken könnte.— Es ist anzuraten, dem Kranken sein Essen auf einem besonderen Geschirr vorzusetzen und ebenso Löffel und Besteck für ihn gesondert bereit zu halten. Ist die Krankheit vorbei, so können die Sachen ja abgekocht und dadurch wieder für den allgemeinen Gebrauch nutzbar gemacht werden. Blumen im Krankenzimmer werden den Kranken sicherlich erfreuen, aber es dürfen keine stark duftenden sein. Auf jeden Fall aber müssen alle Blumen, auch die Topfpflanzen, in der Nacht aus der Stube entfernt werden, selbst wenn das Fenster geöffnet ist. Ist in der Familie nicht die Möglichkeit gegeben, einen Kranken gut unterzubringen und ihn sorgsam und liebevoll zu pflegen, so tut man ihm selber den größten Dienst, wenn man ihn ins Krankenhaus bringen läßt; dort hat er alles, was er in seinem Zustande braucht, und ist so gut aufgehoben, wie man es ihm in der eigenen Wohnung nur in ganz seltenen Ausnahmefällen schaffen kann. Die Hasen stellen eine willkommene Bereicherung unseres Küchenzettels dar, umsomehr, als sie ja nicht teuer sind. Man tut gut, keine Hasen zu kaufen, die mehr als 5 Pfund wiegen, da man dann leicht einen alten, zähen bekommt, der einem den Geschmack am Hasenbraten gründlich verdirbt. Auch soll man den Hasen nicht ganz frischgeschossen zubereiten, sondern ihn einige Tage abhängen lassen. Wenn man den Hasen nicht abgezogen kauft, muß man das Abziehen selber besorgen. Man hängt ihn an einen Haken auf, schneidet das Fell am Halse ein, lockert es und streift es dann, indem man es umstülpt, nach unten ab. Dann sind alle überflüssigen Häute zu entfernen. Die Rippen sind wegzuschneiden. Hasenpfeffer. Auch Kopf, Herz, Lungen, Rippen und der untere Teil der Läufe eines Hasen können noch verwendet werden. Man kocht diese Stücke, das sogenannte Hasenklein, in 1 Liter Wasser mit 1 Zwiebel, 20 Körnern Gewürz, 20 Körnern schwarzem Pfeffer, 1 Lorbeerblatt und 2 Eßlöffeln Essig gut weich. Darauf wird das Fleisch aus der Brühe genommen und diese durch ein Sieb gegossen. Das Fleisch löst man sorgfältig von den Knochen und schneidet es in Stücke. Nun bräunt man 2 Eßlöffel Mehl in 2 Eßlöffeln Butter, tut die Brühe und das Fleisch hinzu und läßt alles gut durchkochen. Wenn man einige Löffel Apfelwein oder leichten Weiß oder auch Rotwein und einige in Butter geschmorte Pilze hinzutut, so wird dadurch der Wohlgeschmack erhöht. Hasenleber. Vorzüglich schmeckt Hasen. leber gebraten. Man wäscht sie gut ab, bestreut sie mit Salz, wälzt sie in Mehl und brät sie in der Pfanne in reichlich Butter aus beiden Seiten schön braun. Dann reicht man sie zu Gemüse. Man kann sie auch schmoren, indem man nämlich die in Mehl gewälzten Leberstücke in der gebräunten Butter auf beiden Seiten anbrät, Zwiebel= und Aepfelscheiben daran gibt, Wasser zugießt und die Leber in reichlich Flüssigkeit zugedeckt gar schmoren läßt. Auch Maronen, die man vorher in Butter gebräunt und dann in Fleischbrühe fast gar geschmort hat, schmecken gut als Beigabe zu der geschmorten Hasenleber, mit der man sie zusammen weich dünstet. Hasenragout. Der Hase wird nach dem Abziehen und Abhäuten in passende Stücke zerlegt und gespickt. Jedes Stück wird in Mehl gewälzt, dem man ½ Eßlöffel Salz und ½ Teelöffel weißen Pfeffer zugesetzt hat. Dann zerläßt man 3 Eßlöffel und läßt die in Mehl gewälzten Stücke darin anbraten, bis sie schön gebräunt sind. Hierauf gießt man Wasser zu und gibt zwei geschälte und in Stücke geschnittene Zwiebeln hinein. Man läßt das Ragout nun etwa 2 Stunden in gut verschlossenem Topf schmoren und gibt inzwischen, wenn nötig, etwas Wasser und auch Sahne oder gute Vollmilch daran. Das Ragout muß ab und zu umgerührt werden, um ein Ansetzen zu verhindern. Man schmeckt es nun mit Salz ab und gibt kurz vor dem Anrichten 4 Eßlöffel Rotwein hinein. Man kann, wenn man dieses Ragout aufs Feuer bringt, auch ein Lorbeerblatt, etwas Petersilie, ein paar Gewürznelken und etwas Essig hinzutun. Man reicht zu dem Ragout am besten Kartoffelbrei. Auch Makkaroni passen gut dazu. Kleine Winke für den Haushalt Aluminiumtöpfe, in denen Speisen angebrannt sind, kann man ziemlich mühelos wieder reinigen, indem man die Töpfe mit soviel kaltem Wasser füllt, daß die angebrannten Stellen bedeckt sind. Dann tut man etwas kleingeschnittenen Rhabarber hinein. Man läßt das Wasser mit dem Rhabarber nun 20 Minuten kochen und wird sehen, daß der Topf wieder sauber geworden ist.— Hat man eine Kerze, die für einen Leuchter zu groß ist, so taucht man das Ende der Kerze in heißes Wasser. Dann kann man es in den Leuchter hineinpressen.— Gegenstände aus Zelluloid können auf dieselbe Weise wie metallene mit einem Metallputzmittel gereinigt werden. Stadttreis Castrop=Rauxel, 1. November 1936 Heute letzter Tag an dem die Beteiligung an der Abstimmung über den Preiswettbewerb„Bastler und Kleinkunstgewerbler an die Front" und zur Besichtigung der Buchausstellung zur„Woche des deutschen Buches“ noch möglich ist. Volksgenosse, auch Du mußt dabei gewesen sein! Zugunsall In der Nacht zum Samstag entgleiste auf der Köln=Mindener=Bahn zwischen Dortmund und Mengede der Postwagen eines Personenzuges. Der Unfall ereignete sich in der Höhe der Zeche„Adolf von Hansemann“ in Huckarde. Die Strecke war bis zum Morgen für den Durchgangsverkehr gesperrt. Sechs Güterzüge und 3=Züge wurden über die Emschertalbahn geleitet. Die Personenzüge auf der KölnMindener=Strecke fielen in der fraglichen Zeit aus. Silbernes Geschäftsjubiläum Am heutigen Sonntag kann die Firma Otto Dirsen auf ein 25jähriges Bestehen zurückblicken. Der Firmeninhaber entstammt einem alten Rauxeler Geschlecht, als dessen Sproß er am 16. März 1884 geboren wurde. Nach Beendigung der Schulzeit kam er bei dem verstorbenen Castroper Klempnermeister Sehlhorst in die Lehre. Als Geselle arbeitete er zunächst bei seinem Bruder Heinrich in Rauxel, um dann acht Wochen von der Firma Klönne=Dortmund nach Königsberg gesandt zu werden, wo er bei der Aufrichtung des großen Gasometers mitwirkte. Auf der Rückreise fand er Anstellung in Lehrte im großen Klempnerei= und Installationsgeschäft der Wwe. Sander, die damals gegen 20 Angestellte beschäftigte. Bevor er sich am 1. November 1911 selbständig machte, arbeitete er als Gehilfe noch viereinhalb Jahre bei Oskar Füßmann in Herne. Am 23. August 1912 bestand Otto Dirsen mit bestem Erfolge vor der Dortmunder Handwerkskammer die Meisterprüfung im Klempner= und Installationsgewerbe. Durch Fleiß. Fachkenntnis und reelle Geschäftsgrundsätze gelang es ihm, den Umfang seines Geschäftes dauernd zu erweitern, so daß er es im Jahre 1928 von der Kaiserstraße in den von ihm errichteten Neubau an der Adolf=Hitler=Straße verlegen konnte. Weiteren Kreisen wurde der Jubilar durch die von ihm gemachte Erfindung des Dampfbads„Odir" bekannt, auf die er jetzt ein deutsches Reichspatent erhielt. Den Weltkrieg machte Dirsen von Anfang bis zum Ende mit. Er ist u. a. Mitglied des Krieger= und Landwehrvereins„Germania" und Mitgründer des köschzuges 2 der Freiwilligen Feuerwehr Castrop= Rauxel, der unlängst auf ein 30jähriges Bestehen zurückblicken konnte. Wir rufen dem allverehrten Meister zu seinem heutigen Ehrentage ein kräftiges„Glück auf!" zu. Ende des Moratoriums für AufwertungsHypotheken Vom Sparerbund wird uns geschrieben: „Nach der gegenwärtigen Rechtslage werden Zahlungsfristen für Aufwertungshypotheken über den 31.-Dzember 1936 hinaus nicht bewilligt. Das bedeutet, daß der Kündigungsschutz für Aufwertungshypotheken mit dem Ende dieses Jahres gesetzlich aufhört. Die Schuldner von Aufwertungshypotheken müssen daher mit der Verpflichtung zur Rückzahlung ihrer Verbindlichkeiten, soweit sie gekündigt worden sind, zu dem genannten Termin oder gegebenenfalls zu dem späteren Fälligkeitstermin rechnen. scherungen. ahrenden Institute, wie VerHypothekenbanken u. Sparkassen, haben sich aueroings zu einem Entgegenkommen den Aufwertungsschuldnern gegenüber unter der Voraussetzung regelmäßiger Zinszahlung verpflichtet; die privaten Aufwertungsgläubiger dürften aber in zahlreichen Fällen von dem Rückforderungsrecht Gebrauch machen wollen. Die Schuldner solcher Hypotheken werden sich rechtzeitig um die Beschaffung der erforderlichen Beträge zu kümmern haben; in vielen Fällen wird die Umschuldung durch Neubeleihung möglich sein. Ob für besondere Hö lle. in denen die Wiederbeschaffung einer Beleihung zur Ablösung der Aufwertungshypothek nicht gelingt, eine Regelung erfolgt, ist nicht vorauszusehen. Vorläufig tun die Aufwertungsschuldner gut daran, mit der Notwendigkeit der Rückzahlung der Hypotheken nach Ablauf des Moratoriums zu rechnen.“ Balladen in Wort und Ton zur Wöchr des beutschen=Baches 9A5.— NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ in Verbindung mit der REK6. Ein vorbildlicher Werbeabend Programm: Wertvoll, abwechslungsreich und sehr geschickt. Regie: Ausgezeichnet und straff. Darbietungen: Gut und gekonnt. Publikum: Verständnisvolles und begeistert mitgehendes. ausverkauftes Haus. Bilanz: Erster, in jeder Hinsicht gelungener Abend der Konzertzeit 1936/37. in Wort und Ton galt der Abend der Musikschule Hermesmann, der in engster Verbindung mit der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude" und der RSKG. gleichzeitig am Freitag als Werbeabend für das deutsche Buch stattsand. Es war eine für unsere Castrop=Rauxeler Verhältnisse nicht nur sehr dringliche Demonstration, sondern auch bezüglich der Zusammenstellung und Aufmachung eine sehr schöne und wohlgelungene Veranstaltung, die wir selbstverständlich ebenso begrüßen. und deren Bedeutung wir gern ebenso unterstreichen wie all das andere, was sich zur Pflege und öffentlichen Vertretung deutschen Kulturgutes einsetzt Vom rein nüchtern eingenommenen Standpunkt der lokalen Werbung für Ton und Wort aus gesehen. gab man den praktischen Gegebenheiten weitesten Raum, aus der einzig richtigen Erkenntnis heraus. daß es in erster Linie bei uns darauf ankommt, wieder die breite Masse für das Kunstschöne zurückzugewinnen. Das ästhetisch stilvolle Programm mit seinem herben nordischen Geist des ersten Teiles und seinem mehr edel volkstümlich und schlagkräftig, dazu erfreulicherweise heimatbetont gehaltenen zweiten Teil war wohl in der Lage, auch den„kunstmüdesten". Volksgenossen aus seiner unverständlichen Trägheit aufzurütteln, also wohl in der Lage, den Sinn einer Werbeveranstaltung restlos zu erfüllen: Nicht nur den vorhandenen Besucherstamm zu erhalten, sondern auch einen neuen hin zuzugewinnen. Alles, was solch einen Abend ausmacht: starke Akzente, bunte Farben. mannigfaltigste. reichste Abwechslung und eine Höchstzahl von Mitwirkenden war gegeben. Und trotz der ülle der Veranstaltungen am gestriAbend— Reformationsfeier der Deutschen Christen. Kundgebung des Bundes Deutscher Osten elbst das Publikum fehlte nicht. Wie wäre es, wenn man mit dieser oder ähnlicher Zusammenstellung nach diesem ersten Anlauf. der. wir wollen uns nicht täuschen, doch nur einem Grenium von Musikbeflissenen und literarischso schon Interessierten vorbehalten war, nun möglichst bald das größere und größte Allgemeinheit erfassende und mitreißende Finale der Gesamtvublikumswerbung jolgen ließ. Eingeleitet wurde der Abend durch einen VorFruch. Das deutsche Buch“. Oberstudienrat Hestat# üver, den man zum Redner des Abends G hatte, wies in seinen Ausführungen auf die Lebeutung des deutschen Buches hin, beschwor für jeden greifbar den Geist desselben und wußte dank seiner intensiven Art nicht nur zu sesseln und interessieren, sondern auch zu erwärmen. Musik und Gesang bestritten naturgemäß den Löwenanteil der Veranstaltung. Unser Heins Snta#. bsag stimmungsvoll kontrastiert beiden Brayms=Balladen in=Dur und Gals Brahri aus neue seine großen Qualitäten i omsinterpret., Sein prächtiger Gestaltungswille, sein bramatisch überschäumendes Temverament, aber auch sein bezaubernder Klavierklang verbunden mit einem sphärenhaften, voetischen Duft ließen abermals, und das nicht nur in uns, den Wunsch rege werden. diesen Pianisten einmal in einem eigenen Klavierabend begegnen zu dürfen, um sich dann ausführlicher mit der Wesensstruktur seines Pianisten= tums und seiner Grundhaltung beschäftigen zu Besonderem Interesse begegneten natürlich die beiden Uraufführungen von ihm„Das Hochzeitslied“ von Goethe und„Die Nibelungen" von Agnes Miegel. Hier erfreute seine Tonsprache bei allem Suchen und Ringen um Neuland durch gewählte, sorgfältige und ungesuchte Vornehmheit ihrer illustrativen Haltung. Vom letzten Brahms ausgehend hat er sich als Tondichter dem Neuland nie verschlossen, ohne dabei wieder umstürzlerisch zu werden. Seine Harmonik steht auch hier auf leicht geweitetem. tonalem Boden und vermag sehr wohl seelische Tiefen auszureißen. Seine Rhythmik, früher in vereinzelten Fällen als notorischer Selbstzweck auftretend, ist hier überall sehr lebendig, variabel und verästelt und gibt an keiner Stelle den gesunden Zusammenhang preis. Sehr sein empfundene, ergiebige Thematik, blitzartig die Situation erleuchtende, gutgestellte Schlaglichter, packende und mitreißende. großbogige Linienzüge lassen die kontrastreichen Gedanken in klangrauschenden Steigerungen aufklingen oder behutsamst im Dämmerlicht romantischen Zwielichtes verebben. Daß Ausführende wie Zuhörer von solch seinsnniger und doch temperamentvoller Art ihre hellste Freude hatten, zumal der Komponist am Flügel seinen beiden Musenkindern der berufenste Interpret war und ihnen den geheimnisvollen Zauber authentischer Darstellung mit auf den Weg gab. bewies der reiche Beifall. Gut kontrastiert beschloß Magda Beyer in schwungvoll, prächtig virtuoser Steigerung nicht nur die AsDur=Ballade Chovins. sondern auch diesen gehaltvollen und schönen Abend. Ludwig Matern, gleich meisterlich im Darstellerischen wie auch in allen gesanglichen Diszivlinen ersang sich mit Hugo Wolfs„Feuerreiter" und „Rattenfänger von Hameln“ wie immer einen rauschenden Erfolg. Mit der schwedischen Volksballade aus der Vorzeit„Die sieben Brüder“, mit MeyerSteinegs„Der Spuk von Libbenau" und Duis„Graf Eberstein" nach Gedichten von Wilh. Schulz und Ludwig Uhland sicherte sich Walter Westermann die freudige Zustimmung des Hauses. Hanns Bogenhardt las den ersten Gesang der Edda! Ein sehr schwieriges Rezitationsobjekt, das restlos abgeklärte Technik und schöpferische, geistige Durchdringung erfordert. Seine Wiedergabe war edel liniert, die bei deklamatorisch gekonnten künstlerischem Aufriß der evischen Rahmeneinkleidung und in den mit seinem, inneren Gehör für den tieseren Gehalt ausgepflückten Evisoden restlos gefangen nahm. Gut kontrastiert waren„Die Nibelungen“ von Agnes Miegel. Sinn für Zeilendynamik und übergelegenes künstlerisches Kräftespiel verrieten seine HaslindeRezitationen, so daß unser sympathischer und geschätzter Heimatdichter mit der Betreuung seiner Musenkinder, über die wir erst vor wenigen Tagen unsere Meinung sagten, wohl zufrieden gewesen ist. Goethes herrliches„Hochzeitslied" und Fontanes immer wieder gern gehörtes„Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland" waren lautmalerisch und vokatharmonisch durch mitschwingende Resonanz der voetisch geistigen Erjassung sehr gekonnt. Den herzlichen Beifall durfte er in erster Linie auf sich selbst beziehen. Die Erwähnung, daß Magda Beyer wie immer sehr gekonnt begleitete und der stellv. KreiskulturThilo Brehme den Abend eröffnete und schloß, rundet das Bild zur angestrebten Vollständigkeit ab. Die lichtüberflutete, herrliche Aula des Oberlyzeums war bis auf das letzte verfügbare Plätzchen besetzt. Erfreulich, daß bei uns in Castrop=Rauxe! im eigenen Lande entgegen dem Sprichwort doch etwas gelten. Unter den zahlreichen Besuchern sahen wir auch schmunzelnd unseren Heimatdichter Heinrich Haslinde, und nicht nur wir sind überaus glücklich darüber, daß wir ihn dieses Mal— wie leider schon so oft— nicht jenseits der Nampe zu vermissen brauchten.—1— Lstiandrundgedung des Bander„Deatscher Osten Gauredner der R69AP. Kreispropagandaleiter Parteigenosse Vongardt(Herne) sprach Wer ist der ehrliche Finder? Ein Jungvolk=Pimpf hatte das Pech, auf dem Wege vom Verwaltungsgebäude der Stickstoffwerke bis zur Schachtanlage„Victor 3/4“ einen 50=RM.= Schein zu verlieren. Wer ist der ehrliche Finder, der dem Jungen durch Rückgabe des Scheines aus seiner Verlegenheit helfen kann? Meldung beim Pförtner der Stickstoffwerke. Belohnung ist zugesichert. Wilder Buchmacher festgenommen Ein Einwohner aus Castrop=Rauxel, der sich an der öffentlichen Wettannahmestelle in Recklinghausen mit einem Komplizen als wilder Buchmacher betätigte, konnte auf frischer Tat festgenommen werden. Küchenzettel für die Woche vom 2. bis 8. S. dember 1936 (Mitgeteilt vom Deutschen Frauenwerk, Gau Westfalen=Süd. Abt. Volkswirtschaft— Hauswirtschaft) Montag: Resteauflauf mit Salat. Dienstag: Sauerkraut mit Bratfisch. Kartoffeln, Preißelbeerschnee. Mittwoch: Grünkernsuppe, Birnen im Teig. Halbfesten Hefeteil herstellen, Birnen halbieren, in Zuckerwasser halb weich kochen. Eine Auflaufform mit Speckscheiben auslegen oder gut einfetten, die Birnen ohne Saft einschichten. Teig darübergeben, 1 Stunde backen. Donnerstag: Möhren, Kartoffeln als Eintopf. Freitag: Fischstücke in Senftunke, Kartotseln, Rote Beetesalat. Samstag: Salzbohnen mit Kartoffeln durcheinander. Sonntag: Spanisch Frikko. Am Freitagabend sand im Saale der Wirtschaft Stadtteil Habinghorst die angekündigte Litlgndkundsebung der hiesigen Kreisgruppe des Hundes„Deutscher Osten" statt. Sie wurde nach dem Einmarsch der Fahnen der Heimattreuen Vereine durch den Führer der Kreisgruppe Lehrer Heinrich mit kurzen Begrüßungsworten eröffnet. Er erteilte dann sofort dem Redner des Abends Kreispropagandaleiter Bongardt(Herne) das Wort, der sich in fast zweistündiger Rede über das ostdeutsche Problem und den Weg des deutschen Volkes innerhalb der heutigen Welt verbreitete. Der Redner ging davon aus, daß diese Fragen gerade im engeren Industriegebiet, dessen Bevölkerung zu 30 Prozent den ostdeutschen Provinzen entstammt, besondere Beachtung verdienen. Er verlas dann zunächst die Stellen aus dem Buch des Führers„Mein Kampf“, die sich mit dem Ostproblem befassen und legte dar, daß die Ausführungen, die Adolf Hitler schon vor 10 Jahren machte, heute angesichts der Tatsache, daß der Bolschewismus über Rußlands Grenzen hinaus in der ganzen Welt sich als Anstifter von Unordnung und Verwirrung bemerkbar mache, ihre volle Bedeutung gewonnen haben. Es müsse für alle eine Binsenwahrheit werden, daß der Führer Recht gehabt habe, wenn er in seinem Buch forderte, daß Deutschland einen Schlußstrich unter die Kolonialpolitik alten Stils machen und sich der kontinentalen, europäischen Bodenpolitik zuwenden müsse, weil Deutschland als Volk ohne Raum Ausdehnungsmöglichkeit seiner Ackerflächen zu beanspruchen habe. Es müsse an die Politik jenes Jahrhunderts angeknünft werden. in der die Losung„Nach Ostland wollen wir reiten" erging. Die germanische Oberschicht, die in Rußland jahrhundertelang regierte, sei durch den Bolschewismus ausgerottet. An ihre Stelle sei das rassisch=vermischte Judentum getreten. Die Entwicklung der Dinge in Rußland und Spanien zeigen. wohin eine solche blutsfremde Herrschaft führt. Es werde hier durch die Praxis die Richtigkeit der Rassenpolitik des Nationalsozialismus bewiesen. Redner legte weiter dar, daß nur ein in sich geeintes Volk auf die Dauer Ordnung. Freiheit und Ehre besitzen könne. Nur ein starkes Schwert schütze den Pilug im Acker. Alles Leben sei eben nach dem Willen der Schöpfung ständiger Kampf. Deutschlands sprichwörtliche jahrhundertealte Zwietracht be den anderen Völkern die Gelegenheit geboten. sich die Welt nach ihrem Gutdünken unter sich zu verteilen. Aber es sei eine Sünde wider das Naturrecht, wenn man deshalb jetzt dem geeinten deutschen Volke seinen ihm gebührenden Platz an der Sonne verweigern wolle. Nicht Geld und Reichtum, sondern Wille. Arbeitskraft und Intelligenz sollten nach dem Plane des Schöpfers ausschlaggebend sein. Deshalb sei es auch so verwerflich, daß der Jude Arbeitskraft und Bodenschätze zur Handelsware an den Börsen machte in der klaren Absicht, durch das Kapital die Welt sich untertan zu machen. Dabei sei ihm jedes Hilfsmittel gerecht. Redner zeigte dar in Wort und Bild den verhängnisvollen Einfluß, den das Judentum in Deutschland in den letzten Jahrzehnten und vor allem in der Kriegs= und Nachkriegszeit sich zu verschaffen wußte, indem es durch seine Presse und Schrifttum seine materialistische Weltanschauung ins Volk trug. Diese Gefahr sei durch den Nationalsozialismus glücklich beseitigt. Aber nun gelte es den Osten so dicht zu bevölkern wie nur möglich. um dort einen Wall gegen das Vordringen der jüdisch=bolschewistischen Welt von Asien her zu birden. Nu: der Starke könne sein Recht anmelden. beshalb müsse ganz Deutschland geschlossen hinter seinem Führer stehen. Redner schloß mit dem Gelöbnis ewiger Treue zum heiligen Deutschen Reich. Der Führer der Kreisgruppe Castrop=Rauxel des Bundes„Deutscher Osten“ dankte dem Redner für seine beifällig ausgenommenen Ausführungen. Er bat, daß auch die Westmark den Osten nicht als „kalte Heimat" betrachte und nicht nur nach dem Rhein, sondern auch nach der Weichsel blicke. Er sprach die Hofinung aus, daß sich auch in Castrop= recht piale Mnecstmtisten tarten Ostpolitik Jeui, viene Wenrmarter dem Bunde „Deutscher Osten anschließen. Ost und West, Nord und Süd müßten einig zusammenstehen, um den Willen des Führers zur Durchführung zu bringen. Z. Reichstkraßenlammlung. 31. OP4. u. 1. HoU. Er schloß mit einem Treueversprechen gegen den Führer, in das die Versammlung begeistert einstimmte. Der Gesang der Nationalhymnen und der Fahnenausmarsch bildeten den Abschluß der Kundgebung. die leider nicht den verdienten Besuch sand. Lokaler Sport Huckarde— Habinghorst Die Habinghorster, die am letzten Sonntag aus Lindenhorst die Punkte mitbringen konnten, dürften bei gleich gutem Spiel auch in Huckarde siegreich bleiben, zumal die Westfalia=Mannschaft Huckardes bei den letzten Spielen nicht sonderlich überzeugte. Kassenstunden des Postscheckamtes Dortmund Dortmund. Die Deutsche Reichspost hat den Wünschen vieler Postscheckkunden Rechnung getragen und die Kassenstunden des Postscheckamtes Dortmund vom 2. November ab um ½ Stunde verlängert. Künftig sind also die Kassen des Postscheckamtes von 9 bis 13.30 Uhr geöffnet. Falscher Eid brachte ihn ins Gesängnis Recklinghausen=Süd. Ein Anwohner der HermannGöring=Straße wurde beschuldigt und überführt, in seinem Ehescheidungsprozeß einen ihm zugeschobenen Eid wissentlich falsch geleistet zu haben. Er wurde festgenommen und dem Amtsgericht zugeführt. tec Feitschristenschau Kölnische Illustrierte Zeitung Gibt es häßliche Tiere? wie ein Esel, schmutzig wie ein Schwein, häßlich wie eine alte Eule, wie oft kann man solche lieblosen Vergleiche hören? Und wie steht es nun wirklich damit? Sind diese Tiere so häßlich, wie wir es empfinden? Schönheit ist ein relativer Begriff. nicht nur, wenn er auf den Mitmenschen angewandt wird. Und was uns bei Tieren unschön erschein:. hat fast immer seinen tiefen Sinn. Die neue Kölnische Illustrierte Zeitung bringt eine Reihe von anschaulichen und hochinteressanten Beispielen zu dieser Frage. Nun entscheiden Sie sich selbst für die Antwort.—„Kinder Frankreichs", so sind zwei Bildseiten überschrieben, die einen Einblick in Schulen und Pensionate an der Seine geben. Wir nennen weiter aus dem Inhalt des reichhaltigen Heftes: Bauern ohne Korn. ein Bildbericht vom Kurischen Haff: Zehn Jahre Gau Berlin, historische Bilder aus dem Kampf der Bewegung: nisierte Filmbegeisterung, das Geheimnis der amerikanischen„Fan=Clubs“: das ungewöhnliche Schicksal eines Rembrandt=Bildes; die zweite Fortsetzung des erschütternden Berichtes über die Helden des Alkazars. Haus Albers in Seenot Es waren Wochen unheimlicher Arbeit. bis die Außenaufnahmen zu dem neuen großen Abenteuererfilm der Ufa„Unter heißem Himmel" unter der sicheren Hand des Meisterregisseurs Gustav Ucicky zum Abschluß gebracht worden waren. Conterbande an Bord. Katastrophen. Panik und Sturm erleben die Träger der Handlung an Bord in den griechischen Gewässern. Von diesem Film, in dem Hans Albers die Hauptrolle spielt, bringt die neueste Nummer der Münchner Illustrierten aufregende Aufnahmen. Geschäftliches Geschäftsverlegung „Die bekannte Glas=, Farben=, Tapeten= und Linoleum=Handlung von Mollen u. Co. hat ihre Geschäftsräume vom Hause Viktoriastraße 24 nach WitStraße 35. Ecke Dortmunder Straße, verlegt. Diese Neuerung wird bei den vergrößerten Ladenwoh Langh rräumen zu einer Vermehrung der Ausjähigkeit ie“Hant einer Steigerung der Leistungszu Aniet van zhrer soliden Geschäftsgrundsätze zusrn“ und Beliebtheit gekommenen Firma Beachter und benutt die in den Straßen und Anlagen aufgestellten Papierkörbe K Kriegsveteran von 1866 und Mars=la=Tour gestorben Milspe. Noch am 10. Oktober hatte der Reichssender dem„aollen Gottmanns Karl“, wie er allgemein genannt wurde, den Glückwunsch zu seinem 91. Geburtstage aussprechen können. vor drei Jahren war es ihm vergönnt gewesen, gemeinsam mit seiner jetzt 86jährigen Ehefrau das Fest der diamantenen Hochzeit zu feiern, jetzt ist er nach kurzer Krankheit ziemlich unerwartet gestorben. Karl Gottmann wurde 10. Oktober 1846 zu Massenhausen im Waldeckschen geboren, hatte das uralte Hammerschmiedehandwerk erlernt und erzählte noch besonders gern davon, wie er es 1866 in der Schlacht bei Königgrätz erlebt hatte, daß sein„Kamerad Hindenburg" dort als blutjunger Leutnant die Feuertause erhalten hatte. Im Kriege gegen Frankreich socht er bei Metz als 57er und erhielt in der Schlacht bei Marsla=Tour einen Kopf= und einen Armschuß. Im Jahre 1873 verheiratete er sich und wurde Vater von elf Kindern. von denen einer auf dem Felde der Ehre im Weltkriege siel. 2 Todesurteile im Bonner Giftmordprozeß Johannesberg das letzte Wort. Brodesser sagte: „Ich bin unschuldig, aber nur, weil ich vollkommen im Banne der Frau gestanden habe. Ich bereue aufrichtig, was ich getan habe.“ Erwartungsgemäß verharrte die Johannesberg in ihrer während des ganzen Prozesses gezeigten Haltung. Das Schwurgericht zog sich zu vielstündiger Beratung zurück. Um 17.45 Uhr verkündete der Vorsitzende. Landgerichtsdirektor Baumann, folgendes Urteil: Der Angeklagte Heinrich Brodesser wird wegen Mordes. begangen an seiner Ehefrau und an Franz Johannesberg. im letzteren Falle gemeinschaftlich handelnd mit der Frau Johannesberg, zweimal zum Tode und in jedem Falle zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit verurteilt. Die Angeklagte Johannesberg wird wegen Mordes an ihrem Ehemann, gemeinschaftlich begangen mit dem Brodesser, zum Tode und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit verurteilt. Im Falle des Totschlagsversuches erfolgte Freispruch. Der Vorsitzende begründete anschließend in zweistündigen Ausführungen das Urteil. Grundriß eines Hauses aus der Steinzeit gefunden Warburg. In der Nachbargemeinde Daseburg Statt Karten Else Richter Walter Pannenbecker Verlobte Castrop-Rauxel 2 Welper Ruhr 31. Oktober 1936 Von Kirsch ne’ Miele sagte Tante, die was von Waschmaschinen kannte Münsterstraße 21 Ausstellungsraum Münsterstraße 16 Der beliebte Doverbrandofen amerikanischer Bauart. Schr spersom im Gebrauch- immer gleichuttige Aörmecbache stubenrein: gene## regulierber bei jede: bieftertengeratur Fabrikneue MarkenNähmaschinen RM. 98.-versenkb. schöne Husstattung Willy Witthoff, Dortmund, Am Körnerplatz, Ecke 1. Kampstraße Kinderbeihilfe Brautvaar(Angestellter) sucht -Zimmer= Wohnung zum 1. 12. oder später. Schriftl. Angebote unter Nr. 771 an den Stadtanzeiger. Jung. Ehepaar sucht(71 =Zimmer= Wohnung Schriftl. Angeb. unter Nr. 770 an den Stadtanzeiger. Fahrräder ie Rahmen nur Plk. 50 Adler--Gang(Neu), Wanderer, Dürkopp, Brennabor, Miela, usw. Fahrräder von 29.50 RM. an Kleine Ratenzahlung Ehestandsdarlehn, Kinderbeihilfe Rabert, Münsterstraße 68 Kundendienst u. eig. Repar.-Werkstatt Cale Henze Bochumer Str. 31 in der Nähe des Stadtgartens Angenehmer Aufenthalt! Sohntags Unternallungsmusik la Weine Ia Liköre Ia Torten In Gebäcke usw. zwecke schon seit längerer Zeit eine Anzahl Tonbrandscherben. Flintsteine. Urnen und sogar einige Fibeln gefunden, die insgesamt darauf hindeuteten. daß es sich hier um eine Siedlung aus vorgeschichtlicher Zeit handelte. Die Untersuchung dieser Stelle durch das Institut für Vor= und Frühgeschichte der Universität Münster ergab dann einwandfrei, daß hier in der jüngeren Steinzeit ein Haus von 26 m Länge und 7 m Breite gestanden hat, das aus Fachwerk aufgeführt worden war. Die Holzpfosten lassen sich auch hier noch in dem Lehm deutlich erkennen. auch die Einteilung in einzelnen Kammern. Eine Anzahl Scherben mit Bandkeramiken wurde ebenfalls gefunden. Fünffacher Lebensretter Leverkusen. Dem Fährmann Dick aus LeverkusenWiesdorf. Rheinstraße 37. wurde das Silberne Ehrenzeichen der Deutschen Lebensrettungs=Gesellschaft für Rettungen vom Ertrinkungstode unter eigener Lebensgefahr verliehen. Dick hatte im September 1935 einen sechsjährigen Jungen, der beim Spielen in den Rhein gefallen war. unter Einsatz des eigenen Lebens aus den Fluten gerettet und den bereits Bewußtlosen durch die rasch und sachgemäß angewandte Wiederbelebungsmethode zum Leben zurückgeführt. Es war dies die fünfte Rettungstat. die Dick durch persönlichen Einsatz glückte. Reelle Bezugsquelle Neue Gänsefedern m. Deunen, ungerissen, dopp. gewasch, u. gerein. Lkg.-, besie Quelit.50. Gänse-.Daun. welß,.50,., la.30. Gänsedaunen, weis .,.- Füllkräfige Betliedern, halbweis.73. .25. Gänseschleißfedern, weiß.25, schr zar und weich.25, la.25. Vers. per Nachn ab .5 kg portofrei. Garant. für reelle, staubfr Ware Preiswerte Garaniie-Inlette. Nichtgef, zurück Anna Wodrich, Gönsefedernwöscherei, Neutrebbin(Oderbruch). 12 Reelles Bettiedern- Versandgeschönt des Oderbruches. Ober 25 Johre in Betrieb. außer den ungezählten kleineren„Hilfeleistungen“ während seiner 15jährigen Tätigkeit als Fährmann. In diesen Tagen wurde Dick die Auszeichnung im Rahmen einer besonderen Feierstunde in Düsseldorf durch den stellvertretenden DLRG.=Landesverbandsführer überreicht. Eiserne Hochzeit in Gruiten Gruiten. Das Ehepaar Heinrich Fink kann am Samstag das Fest der eisernen Hochzeit begehen. Die eiserne Feier am Wochenende wird ein Volksfest für die ganze Gemeinde Gruiten werden. 65 Jahre gehören sie nun einander an: der Jubelbräutigam, geboren am 27. März 1834 zu Unterbach. und„Oma Fink“ auf dem Gute Boisholz. Am 31. Oktober 1871 haben sie den Bund fürs Leben geschlossen. Zehn Kinder sind ihrer Ehe entsprossen, von denen sieben noch leben. Fünf Söhne machten den Weltkrieg an den verschiedensten Fronten mit. Sie kehrten alle wieder zurück. Heinrich Fink war 49 Jahre als Beamter im Dienste der Reichseisenbahn tätig und erfreute sich allgemeiner Wertschätzung. Erstaunlich ist noch die Sehschärfe seiner Augen. Auf einer alten„Tummelsbank“ in der Küche sitzend, liest er die Zeitung ohne Zuhilfenahme einer Brille.„Et Wilhelminchen“ macht noch jeden Tag und bei jedem Wetter ihre Ausgänge, wozu auch der allmorgendliche Gang zur Kirche gehört. Golonuen Händler— Vertreter erhalten Millionen=HaushaltSchlager...M.—..P. a. Tagesverd. ca. 30 Mk. VergebeAlleinverkaufsrechte. Anfr. u..G. 3592 Ala, Hamburg 1 Probieren geht über Studieren. Also probieren Sie's endlich mal mit einer kletnen Anzeige im Stadtanzeiger, sie bringt Ihnen was Ste suchen. Möchten Sie ein gemütliches Heim. so kaufen Sie den Allesbrenner oder Dauerbrandoten bei Friebel Cestrop-Rauxel 1, Herner Str. 5 K K K W A K Abgeschlossene =Zimmer= Wöhnung (Altbau) sofort oder zum 1. 1. 1937 zu verm. Castrop=R. 2. Kaiserstr. 30 Dienstpersona! meldet sich zahlreich wenn Sie eine kleine Anzeige im Stadtanzeiger bestellen. Käller daher nur im Fachgeschäft Castrop-Rauxel 1. 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